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Sulcus Ulnaris Syndrom
Sammy, das Krankenhausfluchttier
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03.11. bis 09.11. Suwos ...

Samstag: Was ned alles gibt!
Ich hab heut a Auto gseng, auf dem is Outlander gstandn. Dabei woar's im Inland auf'm Hof gstandn.

2019 is Gesundheitsjahr in Höchstadt. Ehrenamtliche sind aufgerufen, mitzumachen.
Ich hab mich mal mit Schmerzcomics und einen Vortrag zum Leben mit Schmerzen beworben. Dann leider nix vor der ersten Veranstaltung gehört. Hab halt gedacht, die wolln vielleicht bloss Profis (Ärzte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Heilpraktiker, Apotheker...)

Etz is doch nu was kumma. Das Anmeldeformular. Um den Raum muss man sich selber kümmern. Antworten auf meine Fragen hab ich leider noch keine bekommen. Die bräucht ich aber, um das Formular ausfüllen zu können.

Jetzt hab ich mal in einer Apotheke, beim Hörakkustiker und in der Buchhandlung gefragt, ob ich da vielleicht meine Comics ausstellen darf.
Bücherstube überlegt noch, dem Hörakkustiker gefiel die Idee, der guckt sich noch die Comics an. Ich hoff sie gefalln ihm. Sonst gehn mir die Optionen aus. Von der Apotheke hab ich eine Abfuhr bekommen. Anscheinend hat die Gesundheitsbranche keinen Humor. Find ich schad. Weil lachen doch so gsund is. Dazu gibt's sogar Studien.

Und den Vortrag däd ich am liebsten wieder im Kommunbrauhaus im grossen Sitzungssaal machen. Da könnt ich evtl. die Ausstellung auch mit verbinden bevor sie in einen Laden umzieht. Mal gucken, ob's klappt.

Eine Bekannte meinte, dass der Schlüssel jetzt nicht mehr im Bauhof ist. Seufz! Ja wo isser denn dann?

Einen Comic hab ich heut auch wieder für Euch!
Viel Spass und schönes Wochenende!

Sonntag: Neue Büchertipps.
"Ich denke zu viel" von Christel Petitcollin fand ich klasse. Sie erklärt, dass es Menschen mit einer Linkshirn- und Menschen mit einer Rechtshirndominanz gibt. Zu den Rechtshirndominanten zählen z.B. Hochsensible und Autisten.

Die Rechtsdominanten sind mit 30 Prozent in der Minderheit.

Unsere westliche Welt ist also rechtshirndominant. Kein Wunder, dass rechtshirnige damit nicht immer zurechtkommen. Beide nehmen die Welt ganz anders wahr.

Wusstet Ihr, dass das Bauchgefühl in der rechten Gehirnhälfte wohnt? Ich find das irgendwie lustig. Der Bauch wohnt im Hirn.

Rechts wohnen die Emotionen, die Kreativität, das Denken in Bildern, das Bauchgefühl. Rechtsdenkende nehmen die Welt mit allen Sinnen viel intensiver wahr.

In der linken Gehirnhälfte wohnt das logische, lineare Denken. Das Ego. Aber auch der innere Kritiker.

Ihre Erkenntnisse basieren auch auf dem Erfahrungsbericht der Hirnforscherin Dr. Jill B. Taylor, die einen Schlaganfall hatte und deren linke Hirnhälfte sich damals verabschiedete. 10 Jahre brauchte sie, um wieder zu genesen. Dabei hat sie die Dominanz der rechten Gehirnhälfte so sehr zu schätzen gelernt, dass sie sich dafür entschieden hat, Teile aus ihrer frühren linksdominanten Zeit nicht wiederherzustellen. Sie ist jetzt viel zufriedener.

Sie hat ihr Wissen was genau beim Schlaganfall in ihrem Hirn vor sich ging, konstruktiv für ihre Heilung eingesetzt. Und genau dasselbe möchte ich bei der Heilung von meinem CRPS machen :)
Deswegen möchte ich ja genau verstehen, was mit meinem Hirn und meinen neurologischen Verknüpfungen dort im Oberstübchen passiert. Damit ich herausfinden kann, was ich tun muss, um wieder gesund zu werden, meine Schmerzfestplatte zu überschreiben. Wieder gute und gesunde neurologische Verbindungen auszubilden und die alten kranken zu überschreiben.
Die Frau is mir vielleicht sympathisch!

Als Forscherin erlebte sie den Schlaganfall als eine aussergewöhnliche Erfahrung, die sie nicht missen möchte und ist dafür dankbar. Denn so konnte sie berichten, was genau in einem da vor sich geht. Als sie erkannte, dass sie einen Schlaganfall hatte, dachte sie: "Oh mein Gott! Ich habe einen Schlaganfall. Das ist ja cool."

Wusstet Ihr, dass die vom limbischen System ausgelösten Emotionen nur 90 Sekunden dauern? Das sind die Urinstinkte, die man nicht unterbrechen kann. Dass man sich aber nach diesen 90 Sekunden aktiv entscheidet, wie man sich weiterhin fühlt? Der Hirnforscherin gelingt es, diese nach 90 Sekunden Emotionen bewußt zu steuern und so Stress zu vermeiden. Den macht man sich nämlich selbst. Durch das Hirngeplapper.

Das versuch ich jetzt auch. Toll, was für interessante Menschen mir jetzt auf meiner Suche schon begegnet sind. :)

Donnerstag: Ich bin die Woche dicht mit allem möglichen und unmöglichen Zeug. Ich treib mich derzeit mehr IRL (im wahren Leben) herum, als vor dem Rechner zu sitzen. Das hab ich ja schon auf Arbeit.
Jetzt reich ich doch mal ein bisschen was nach.

Montag:
Monatsanfang. Alle kaufen Fahrkarten im Bus. Deswegen sind wir erst um 5:58 Uhr am Bahnhof in Höchstadt. Eine der drei indischen Schwestern fährt mit. Heut hat sie eine Mütze über ihren Schwesternschleier gezogen. Das sieht lustig aus. Hab sie zuerst für n'en Scheich gehalten.

Vor mir sitzt einer mit grossen Löchern in den Ohrläppchen. Warum macht man sowas? Damit's besser durchzieht?

Hannberg: An der Sporthalle in Hannberg hängt das "S" schebs. Sieht aus, als wär es auf dem Sprung. Sportlich, sportlich. Des bassd ja zur Sporthalle.

Der 2.te Monitor im Bus schaltet sich bei jedem unsanftem Holperer vom Bus ein und aus. Ein Gefunzel is des.

Die Ampel unterhalb vom Busbahnhof mag heut auch ned mit uns. Sie schaltet von Grün gradaus auf rot und dann wieder auf Grün gradaus. Wir als Rechtsabbieger schauen in die Röhre. Unser Busfahrer war scho in die Startlöcher und hat dann wieder scharf bremst, weil as Grün ausgebliebm is. Erst bei der nächsten Runde funktioniert's.

Den Regionalexpress hammer grad so erwischt. Ohne zu Rennen. Mein Busnachbar setzt sich, guckt auf seine Uhr und brummt:"Perfekt."

Dienstag:
Heute begrüßt uns der 2.te Haltestellenmonitor mit:
"No boot device present. Halting."
Der Cursor blinkt lustig vor sich hin. Er fesselt meine ganze Aufmerksamkeit. Ich blinzle im Cursortakt.

Heute steigen zwei indische Schwestern mit Mütze ein. Eine trägt Bommel. Sie setzen sich separat. Ob sie gstritten hamm?

Um 6:23 Uhr sind wir am Bahnhof. Auf Gleis 3 ertönt grad die Ansage:"... fährt ein der Regionalexpress ..."
Wir laufen in gemäßtem Tempo zum Bahnsteig.
Als wir am Bahnsteig stehen, ist der Zug noch ned da. Mein Busnachbar brummt:"Immer dieser Stress." und zündet sich sein Zigarettla an.

Mittwoch:
Heut is der Bus flott unterwegs. wir sind um 6:19 Uhr am Bahnhof.
Die S-Bahn fährt grade ab.
Mein Busnachbar:"Hätt mer heut fast einen Zug früher nehmen können."

Donnerstag:
Dei S-Bahn hat ca. 5 Minuten Verspätung. Also fahren wir mal mit anstatt mit dem Regionalexpress.
Mein Busnachbar als wir drinsitzen:"Müssen ja ned immer so rasen. Kriegt man ja gar nix mit."

 
Die Glaa aus ERH - Das Sprichwort No 2 Sandra Jaeger 2018
Die Glaa aus ERH - Der Rahmen No 2 Sandra Jaeger 2018
09.11. bis 23.11. ...

Dienstag 20.11. :
War viel los die letzten Wochen. Hier ist der Nachtrag der Geschichten.

Am 09.11. steht am Bahnsteig Gleis 3 ein Mann, der immer wieder sein Handy vor sein Gesicht hält, dabei grinst und die Zähne bleckt. Sieht aus wie Fury (das Pferd) auf Extasy. Das ganze wiederholt er mehrmals. Dazwischen fallen die Mundwinkel immer wieder nach unten.

Mein Busnachbar beobachtet ihn ebenfalls mit skeptischer Miene. Dann grinst mein Busnachbar und bleckt die Zähne nur einen Moment lang wie der Mann. Ich muss lachen.

Wir steigen in den Zug und erwischen einen 2er. Ich denk gegen die Fahrtrichtung. In Fahrtrichtung sin a nu welche frei.
Ich zu meim Busnachbarn: "Gell, du fährst lieber gegen die Fahrtrichtung."
Mein Busnachbar guckt verduzt. In dem Moment fährt der Zug los und wir fahren IN Fahrtrichtung. Das Gleis 3 mit dem Rechtseinstieg hat mich scho widder verwirrt.
Ich korrigier mich:"Ach des is ja in Fahrtrichtung. Auf dem Gleis komm ich immer durcheinander."
Mein Busnachbar brummt:"Hatte mich schon gewundert."

Bürogschmarri...
Die Server ziehen um und wir müssen die Software anpassen und testen.
Ich:"Wie soll ich das denn testen?"
Kollege:"Vorsichtig!"

Ich hab grad viel um die Ohren. Ich wechsle zwischen skypen, analog telefonieren und Personenunterbrechungen ab.
Da ruft ein Kollege an.
Ich:"Hetz mich ned. Ich arbeite ned so gut unter Druck."
Er:"Dann war er no ned hoch genug. Druck formt die schönsten Diamanten."
Ich:"Des funktioniert bei mir ned. Bei mir gibt des bloss Brösel."

12.11.: Der Bus war flott. Mir hamm die S-Bahn erwischt.

13.11.: Der RE hat heute ca. 5 Minuten Verspätung und ein vermindertes Sitzplatzangebot. Wir erwischen trotzdem einen Platz an einem 4-er. Der Mann mir gegenüber hat viele Taschen mit Akten dabei. Einen Aktenberg. Ob man darauf auch Skifahren kann? Ich fahr Ski mit der Bürokratie. Anstatt dass die Bürokratie mit uns Schlitten fährt. Wintersport.

In Fürth simmer um 6:45 Uhr. Der RE Richtung Jena-Saalfeld auf dem Gegengleis hat heute auch ein vermindertes Sitzplatzangebot. Is wohl der Tag des verminderten Sitzplatzangebots. Oder was ansteckendes. Die Sitzplatzgrippe. Ein grippaler Sitzplatz-Defekt. Gibt ja nix, was ned gibt. Momentan geht ja auch die Hasengrippe rum.

Uns gegenüber sitzt ein streng frisierter Dutt. Der kann bestimmt a Falten glätten, so streng wie er frisiert is. Die Frau sieht ned so aus, als ob sie noch lachen kann, soviel Zug wie da drauf ist. Vielleicht traut sie sie a nimmer. Hui! Zug im Zug. Das gefällt mir.

Mit Wortschöpfungen verwirrende Begrifflichkeiten zu schaffen, scheint eine Spezialität der Öffentlichen zu sein. Vermindertes Sitzplatzangebot, Gleisbelegungsstörung, Türstörung, Mit oder ohne Ausschlusszeiten....

Heimwärts im 30iger steht ein Mädchen an der Tür mit einem Blatt im Haar. Das ist doch wunderbar.

Im 203er ziert den Kopf meiner Vorsitzenden eine Häkelmütze. Sieht aus wie unser Klorollenhütchen aus dem Auto. Erst wurd's belächelt und etz trägt mers selber.

Bei uns ums Eck is a Baustell. Mei Mama begrüßt mich mit den Worten:"Do foarn laufend Laster!"
Do foahrn laufend... hamm die Reifen Füß?

Mei Mama woar mit meiner Schwester einkaufen. Auf amol is mei Schwester fort. Mama sucht sie.
Eine Verkäuferin:"Suchen Sie was?"
Mama:"Ja, mei Tochter."

10.11.: Mei Haltestellenbekanntschaft und ich steign in den Bus ein. Es is derselbe Fahrer wie gestern.
Er:"So. Guten Morgen! Des sin ja die zwaa gleichen wie gestern."

15.11.:Der Schlot von der ESTW is widder beleuchtet! Desmol in lila! Etz treibm sie's aber ganz schee bunt!

Eine Frau im Zug hat ein kleines halbmondförmiges Döschen in der Hand. Ob da wohl ein Gebiss drin is? Ooch nö! Nur Kopfhörer. Wie langweilig.

16.11.: Mei Haltestellenbekanntschaft hat amol in Weinzierlein gwohnt, wo der Busunfall war. Sie meint, sie kennt die Strass. Do blend die Sunna so arg, do is mer ganz schnell auf der verkehrten Seiten. Is ihr a scho bassiert.

Ein Auto fährt einsam und gemütlich durch den Kreisverkehr.
Sie:"Was fährt der denn so langsam?"
Ich:"Etz lass ner halt und hetz ner ned. Vielleicht medidierder. (Meditiert er) "

Im Bahnhof in Nürnberg hamms die Frankfurter Allgemeine verschenkt. Des anzige was mich in der Zeitung interessiert hat, war der Comic "Glückskind".

Gestern hat mei Ergo mich gfragt, ob ich scho mal mein Schmerztherapeuten oder die Neurologin auf Cannabis ogsprochen hab.
Sie:"Der Dr. x hält nix davon."
Ich:"Ich halt vom Dr. x a nix."

19.11.: Alle Jahre wieder ... füll ich mein Gdb-Verschlechterungsantrag aus.

War letzten Freitag bei der Selbsthilfegruppe. Ein Ehepaar spült freiwillig ab. Ich will Ihnen helfen, aber er wiegelt ab.
Er:"Wir sind ein eingespültes Team."

20.11.: Mei Haltestellenbekanntschaft hat heut a Decken dabei.
Sie:"Ich frier immer so im Büro. Mir hamm an schwer Herzkranken im Büro und der reisst immer bevor ich kumm alla zwaa Fenster auf. Der braucht Sauerstoff. Ich trau mi goar ned die Heizung aufzudreha, weil's ner dann immer so schlecht geht. Etz nimmi a Decken mit."
Ich:"Aber wenn Du derfrierst, is des doch a ka Lösung."

In Erlangen am Bahnhof wären wir fast Richtung Gleis 3 gelaufen.
Mein Busnachbar:"Etz hätti mich fast verlaufen."
Ich:"Ich a. Mer hat sich so an Gleis 3 gewöhnt."

Etz kriegter nu an Bürocomic dazu.

Donnerstag: 21.11.:
Unser Bus kummd heit a weng später. Im Bushäusle stehen heut statt meiner Haltestellenbekannten zwei Jugendliche und rauchen. Meine Haltestellenbekannte steht rechts daneben.
Ich stell mich neben sie und sag:"Wegen Überfüllung geschlossen."
Sie lacht und sagt:"Heut hamm die doch goar ka Schul!"
Ich:"Stimmt. Heut is ja Buß- und Bettag."
Sie:"Heut is der Bus aber spät dro."
Ich deut auf die zwaa Jugendlichen:"Vielleicht hams tauscht. Der Busfahrer und die Schüler. Die kumma heut und der Bus kummd heut dafür ned."
Sie lacht.

Am Bahnhof in Erlangen. Die Sperrung hat keine Verbesserung gebracht.
Die S-Bahn hat ca. 5 Minuten und der RE wenige Minuten Verspätung. Wir warten auf den RE.

Die S-Bahn fährt ein.
Mein Busnachbar deut auf die Aufschrift am Zug und sagt:"Wie in China."
Drauf steht: Hersbruck li. Peg.
Ich muss lachen.

Die alltägliche Kehrmaschine ist heut auch später dran.
Mei Busnachbar brummt:"Die hat heute auch wenige Minuten Verspätung."

In Fürth haben wir die 2 Minuten Verspätung auf 4 Minuten verdoppelt. Wir schleichen aus Fürth heraus und werden von der U1 überholt. Die fährt dort oberirdisch. Mir eher unterirdisch.

Auf dem Weg zur U3 werd ich fast von einem Transportwäggelchen überfahren. A ned grod des gsündeste.

So um 16:00 Uhr lauf ich den Weg am Altenheim in Etzelskirchen runter. Ein Traktor mit Anhänger und einem Schlauch fährt lautstark vor. Ein Mann in grüner Arbeitskleidung kommt auf mich zu und fragt:"Is der Weg oben auch so sauber?"
Der Weg ist blattfrei.
Ich:"Ja."
Er:"Mir sollten den eigentlich etz saubermachen."
Er klingt richtig enttäuscht.
Dann kommen seine Kollegen noch mit einem Busla angefahren. Sie beraten sich noch ein Weilchen und dann fahren sie wieder.

Heute:
Gestern war der Schlot der Erlanger Stadtwerke blau. Heut isser grün.
Mei Busnachbar meint dazu:"Die müssen den Reststrom noch gar loswerden."

Der RE ist heute pünktlich. Bis Fürth. Dort legen wir ein Päuschen ein. Wegen Zugfolge. Immer noch zu wenig Gleis für zuviel Zug.

Eine Frau hetzt ins Abteil. Die freut sich über die Verzögerung. Sunsd hätt sie den Zug ned derwischd. Siggsdes! Alles eine Frage der Einstellung!

Mit 3 Minuten Verspätung fahr mer weiter. Seeeehr laaangsam.
Mit 5 Minuten Verspätung kummer dann in Nürnberg o. Die U3 is fort. Aber es kummd ja widder aaner.

Der Spruch des Tages der VAG is heut: "Wer sich nicht selbst helfen will, dem kann keiner helfen."

So. Heut gibt's Teil 2 von der Softwareumstellung. Vill Spass!

 
Die Glaa aus ERH - Die Softwareumstellung Sandra Jaeger 2018
Die Glaa aus ERH - Buerohetze Sandra Jaeger 2018
26.11. bis 30.11.

Montag:
Letzte Woche beim Standup-Meeting. Mit Skype. Im Sitzen. Es findet diesmal auf englisch statt weil wir Kollegen dabei haben, die kein Deutsch sprechen.
Scrum-Master:"X it's your turn."
Stille...
Scrum-Master:"Oh.. he is not here. Does anybody know where he is?"
Scrum-Mitglied:"Gleitzeit. Was heisst denn Gleitzeit auf Englisch?"
Scrum-MitgliedNo2:"Slippery time."

Ich folge den Hinweisen. In der Apotheke war neulich im Schaufenster ein Schmerzöl auf Basis von blauem Fingerhut. Heisst Aconit Schmerzöl von Wala. Wenn ich das auf die nicht mehr vorhandenen Muskeln zwischen den Fingern reibe, dann tut das gut. Ausserdem riecht es gut. Ich glaub der Geruch entspannt mich auch ein bisschen. Das mach ich vor dem schlafengehen und damit kann ich derzeit wieder etwas besser einschlafen. Wache aber trotzdem zwischen 01:00 und 03:00 Uhr auf.

Meine Füsse stellen sich quer. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich kann bald vorwärts seitwärts laufen. Ich dystonier so vor mich hin. Mein rechtes Fussgewölbe steht seit neuestem immer mehr in die Höhe. Also es wölbt sich mehr. Sieht aus wie die alte Aischbrücke. Mal schauen, was das noch gibt. Über sieben Brücken musst du gehn...

Ui schön! Am Samstag bin ich zweimal auf Comics von der Glaa angesprochen worden. Freu :))))
Frau No2 strahlte über's ganze Gesicht und hat mich gefragt: "Gibt's wieder neue Comics?"
Ich hab dann auch gestrahlt und: "Ja." gesagt.
Und am nachmittag gleich zwei neue Comics gezeichnet.

Einen neuen Comic gibt es heut auch. Von der Fachwerkausstellung im Höchstadter Stadtmuseum. Viel Spass!

Dienstag: Habt Ihr Euch auch schon was gewünscht und es ist dann passiert? Mir passiert das öfter. Ich hab mir immer Geduld gewünscht. Und jetzt lern ich das mit dem Schmerzsyndrom. Der liebe Gott scheint schon einen sehr schrägen Sinn für Humor zu haben.

Hab den neuen Fitzek - Der Insasse in der Buchhandlung gesehen und auch gleich die ersten Kapitel gelesen. Den wollt ich unbedingt lesen und hab schon überlegt, ob ich ihn kaufe. Gebraucht. Aber heut is was cooles passiert! In der Bücherei lag er bei den Neuzugängen. Und ich hab ihn als allererste ausgeliehen!

Die Bücherfrau bei der Ausleihe:"Den können Sie aber nicht verlängern."
Ich glaub ned, dass es des braucht ;-)
Da brauch ich ka 4 Wochen. Den les ich in 4 Stunden ;-)

Hab heut 6 Bücher abgegeben und gemeint, dass ich heut nicht mehr soviel mitnehmen will.
Es sind dann 8 geworden.
Worauf die Abgabedame zur Ausleihdame schmunzelnd gemeint hat:"Eigentlich wollt sie heut weniger mitnehmen."

Und meinen Gehörschutz hab ich jetzt auch. Die hab ich mir wegen meiner Hyperakkusis machen lassen. Die sind aus medizinischen Silikon hat der Hörakkustiker gesagt. Sehen ein bisschen aus wie seltsam geformte Gummibärchen und fühlen sich auch so an. Heut hab ich ihm ein paar Comics mitgebracht. Damit er weiss, worauf er sich nächstes Jahr beim Gesundheitsjahr gefasst machen muss. Ich darf ja bei ihm ein paar Schmerzcomimcs ausstellen.

Es ist schön wenn man zugucken kann, wenn jemand einen Comic liest und wie dann langsam ein Schmunzeln auf dem Gesicht erscheint. Siggsdes die aan stecken sich des Silikon in den Busen, die andern in die Ohren.

Donnerstag: Gestern war ich im Siemens Med Museum. Das ist kostenlos. Man bekommt ein Tablet mit Hilfe dessen man sich über QR-Codes Infos abrufen kann. Dann gibt's noch zwei Medienwände auf denen man herum-touchen kann und jede Menge Hör - und Lesestationen. Da das Halten des Tablets in meinen Händen schmerzt bzw. ich es auch nicht lange halten konnte, hab ich es immer zwischendurch abgelegt. Das lange Stehen und Herumlaufen ist für meine Dystonie-Füsse auch nimmer das wahre.

Wüßtet Ihr, dass die Gebrüder Siemens das erste TENS-Gerät entwickelt haben? Friedrich von Siemens hatte so grosse Zahnschmerzen, dass Werner sich was einfallen liess und seine Schmerzen mit einem Gerät mit Strom behandelt hat. Da war der Strom aber noch nicht regelbar. Das war sehr unangenehm. Er war dann aber schmerzfrei. Eine Zeit lang. Das Gerät wurde dann noch verfeinert mit Regler und wurde so zum Verkaufshit. Voltinduktor hiess es.

Der erste Zahnarztbohrer war mit Motor ausgestattet und hatte als Nebenwirkung , dass sowohl Patient als auch Zahnarzt gelegentlich einen elektrischen Schlag abbekamen. Da durfte der Arzt noch mit dem Patienten mitleiden. Der Tüftler hat dann den Motor noch besser isoliert, damit das ausblieb.

Wußtet Ihr, dass Siemens auch Hörgeräte gemacht hat? Die basieren auf demselben Prinzip wie das Telefon. Weil man festgestellt hatte, dass Schwerhörige am Telefon besser hören als ohne. Die Gebrüder Bell, die Erfinder des Telefons hatten übrigens auch mit Schwerhörigkeit zu kämpfen, aber den Fortschritt der Hörgeräte haben sie trotzdem nicht unterstützt. Der eine meinte, dass ihn seine Schwerhörigkeit beim Denken fördert. Siggsdes! Alles eine Frage der Sichtweise.

Es gab sogar mal Hörbrillen! Da war das Hörgerät im Brillenbügel integriert. Das hat sich aber nicht durchgesetzt.

Durchsetzen konnte sich dagegen der Herzschrittmacher. Der Erfinder hat damals übrigens nicht daran geglaubt. Der erste wurde in Schweden implantiert. Eine schwedische Frau, die davon genervt war ihren Mann 30 mal am Tag wiederzubeleben, weil er 30 mal am Tag einen Herzstillstand hatte, nervte die Erfinder solange, bis ihr Mann als erster einen Schrittmacher eingesetzt bekam. Der erste hielt bloss ein paar Stunden. Wurde dann durch einen zweiten ersetzt, der dann mehrere Wochen funktionierte. Die Stromversorgung war vorher immer das größte Problem. Die war oft extern und diese Leitung entzündete sich oft. Anfangs waren die Geräte noch Kühlschrankgross. Dann wurden sie kleiner und das Infektionsrisiko schaltete man dann aus, indem man auch die Stromversorgung mit implantierte.

Die Geburt des Herzultraschalls kam, als einem Arzt zusammen mit einem Techniker die Idee kam, ob man da nicht mit Sonar arbeiten könnte. Ultraschall wurde beim Schiffbau eingesetzt, um Schwachstellen an den Schweissnähten und Schiffsrümpfen zu erkennen. Der Tüftler ist dort einfach hin und hat das Ding an seine Brust gehalten und konnte sein Herz schlagen sehen. Das Schiffsgerät hat sich allerdings dann als nicht ganz tauglich erwiesen und wurde dann noch auf den Menschen angepasst.

Viele der damaligen Erfinder hatten keine technische Ausbildung. Sie waren einfach Tüftler und neugierig. Lag auch daran, dass man damals noch für eine Ausbildung Lehrgeld zahlen musste als heute welches zu bekommen. Und viele konnten sich das einfach nicht leisten.
Wenn schon immer zündende Ideen von Quereinsteigern kamen, warum macht man es ihnen heute in der Wirtschaft so schwer? Die Menschen sollen immer flexibler werden, und die Arbeitgeber werden immer starrer. Des bassd doch ned zamm.

Röntgenstrahlen wurden nach ihrer Entdeckung gefeiert und als Allheilmittel eingesetzt. Bis man die negativen Folgen erkannte. Viele Röntgenärzte, Fotografen (die kannten sich ja mit Bildern aus und wurden dort eingesetzt) und Röntgenschwestern starben an den Strahlungsfolgen.

Es gibt einen Film: X-Ray , in dem es bewegte Röntgenbilder gibt. Da sieht man eine Frau, die sich schminkt (genauer ihr Skelett) und einen Musiker... Das sieht ziemlich lustig aus.

Es gibt auch eine Röntgenbilder-Collage. Ein Skelett aus vielen einzelnen Röntgenbildern von verschiedenen Personen. Kunst am Bau sozusagen. Da sieht man dann die menschliche Skelettbauweise.

Man sieht dort auch alte Röntgen, CTs, Ultraschall und MRT-Geräte.

Es gibt auch Infos zu automatischen Laboruntersuchungen und Co.
Insgesamt hab ich fast zwei Stunden dort verbracht. Wenn man alles liest, anhört und den QR-Code überall anguckt, dann ist es auch technisch ganz interessant.

Das öffentlichen Klo am Hugenottenplatz hat jemand mit dem Satz beschmiert: Liebe für alle.
Aber doch ned auf dem Klo!

Der Weihnachtsmarkt hat auch schon offen. Dem Bratwurstduft kann ich nicht widerstehen. Und gebrannte Erdnüsse als Nachspeise müssen auch sein.

Dann kauf ich noch Idefix-Socken beim C und A. Und finde ein neues Autismus-Buch im Thalia.
Judith Newman - Hey Siri, willst du mich heiraten?: Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen meinem autistischen Sohn und seinem Handy

Da haben sie auch wieder die Absperrung mit "Kasseneingang" und "Kassenausgang" aufgestellt. Diesmal standen die Leute richtig. Nicht falsch rum wie letztes Jahr. Find ich schon etwas peinlich für Leute in einem Buchladen, wenn sie ned lesen können.

Einer Bettlerin schenke ich einen Apfel weil sie mir leidtut. Sie sieht hungrig aus. Alle andern Leute laufen an ihr vorbei und beachten sie nicht. Ich weiss ja, dass das Bettlerbanden sind und wenn man ihnen Geld gibt, landet es ganz woanders. Deswegen geb ich lieber "Hardware". Sie hat gelächelt und sich gefreut und bedankt.

Passend dazu hab ich in der Buchhandlung Rupprecht ein Buch mit dem Titel gesehen: "Wir können nicht allen helfen?"
Gegenfrage: Warum denn nicht?!?

Einen Comic hab ich heute auch wieder für Euch. Viel Spass!

 
Die Glaa aus ERH - Die Fachwerkausstellung Sandra Jaeger 2018
Die Glaa aus ERH - Der Wunsch Sandra Jaeger 2018
01.12. bis 07.12. Neues aus der Hobby-Schmerzforschung

Sonntag:
Schmerzforschung und einige Aha-Erlebnisse.
Das Wetter verstärkt mein Schmerzsyndrom. Mein inneres Trafohäuschen die Unruhe wird durch das schlechte Wetter verstärkt. Die sogenannte Wetterfühligkeit. Die Muskeln bauen ab. Tut ganz schön weh. Druck hilft gegen die Schmerzen. D.h. ich drücke gegen die schmerzenden Gliedmassen und dann läßt der Schmerz nach. Denn der Schmerz ist ja nicht die Ursache sondern nur ein Symptom. Die Ursache ist ein überschiessendes Nervensystem. Bei Nervenschmerzen hilft ja auch dagegen zu drücken.

Reize nehme ich viel intensiver wahr. z.B. spüre (Vibration) und höre ich vom 1. Stock aus, wenn die Waschmaschine im Keller ausgeschleudert hat. Das ist ganz schön praktisch, weil ich dann nicht umsonst in den Keller renne, wenn die Wäsche noch gar nicht fertig ist.

Andererseits spüre und höre ich im Büro auf Arbeit aber auch das MRT 3 Stockwerke unter uns. Das Gebrumme macht mich schier wahnsinnig! Und die Vibrationen spüre ich im Bauch. Das ist ziemlich unangenehm. Dabei kann ich mich nur schlecht konzentrieren. Kennt Ihr die Fernsehserie Die bionische Frau. Die konnte ähnliche Dinge. Allerdings war sie operativ optimiert worden. Bei mir ist das in der Grundausstattung inbegriffen.

Ich schlafe deswegen in komischen Stellungen, mal die Hand unterm Kopf oder auf dem Ellbogen. Die Beine gerne auch ineinender verknäuelt. Denn nur so konnte ich heute nacht überhaupt schlafen.

Ich denke das ist wie bei Autismus und ADHS, das Hirn kommt mit den Reizen, den Schmerz ist ja auch nur ein Reiz nicht mehr klar. Es ist zuviel. Auch Temple Grandin (Autistin) hat z.B. eine Körperdruckmaschine gebaut, die ihr Nervensystem beruhigt. Zahlreiche Testpersonen ohne Autismus haben es auch mal ausprobiert und bestätigen den beruhigenden Effekt.

Und dass der Cortisolspiegel dabei auch eine Rolle spielt, weil man Reize intensiver wahrnimmt, je niedrieger der ist, ist ja logisch. Langfristiger Stress und nichts anderes ist eine chronische Schmerzerkrankung für den Körper kann der Organismus auf Dauer nämlich nicht aushalten. Deshalb sagt die Nebenniere irgendwann: Rutsch mir doch den Buckel runter und produziert nicht mehr genug Cortisol. Ist ja logisch. Sie kann einfach nimmer, wenn sie das auf Dauer machen muss! Ihr könnt ja auch nicht ständig im Dauerlauf herumrennen. Obwohl das auch wieder für den Stressabbau gut ist. Aber halt im richtigen Maß. Man kann ja auch an zuviel Wasser trinken sterben. Dann kommen nämlich die Elektrolyte durcheinander. Und das ist auch ned grad des gsündeste.

Wahrscheinlich ist es so, dass bei vielen Krankheiten die Lösungen schon vorhanden sind in den einzelnen medizinischen Fachrichtungen. Jetzt muss "nur" noch dieses Wissen aus den unterschiedlichen Fachbereichen miteinander verknüpft werden. Es scheint mir leider so, dass sich die Fachbereiche zu arg voneinander abgrenzen. Und sogar bekämpfen. Das ist sehr schade und bedauernswert. Ich fände es ja schon mal einen Fortschritt, wenn die unterschiedlichen Ärzte bei denen man ist, miteinander reden würden. Nie war es so einfach wie heute. Telefon oder skype, Videokonferenzen machen es doch möglich. Bis vor kurzem dachte ich noch, es liegt daran, dass das nicht abrechenbar wäre.

Ich denke wenn man Möglichkeiten findet das Nervensystem zu beruhigen, kann man sowohl Autisten als auch chronisch Schmerzkranken und vielleicht sogar Immunerkrankten oder auch Depressiven besser helfen. Denn auch da vermute ich dieselbe Ursache. Zumindest wäre es ja mal einen Versuch wert in die Richtung zu forschen. Und vielleicht hilft ja auch das, was dem einen hilft, dem andern auch. Bei Neuroleptika und Antidepressiva hat man ja auch eher zufällig herausgefunden, dass sie auch bei Schmerzerkrankungen helfen. Vielleicht ist das ja nicht die einzige Gemeinsamkeit dieser Erkrankungen...

Ich habe jetzt schon zahlreiche Ärzte angeschrieben, aber keine Antwort bekommen. Das finde ich schade. Wahrscheinlich halten sie mich für einen Spinner. Dann wär ich ja in guter Gesellschaft. Ich denke die Schmerzforschung könnte von der Autismusforschung viel lernen. Denn Autisten haben viele Verhaltensweisen genau um ihr Nervensystem zu beruhigen. Dieses Verhalten wird oft nur nicht richtig gedeutet. Und genutzt schon gleich gar nicht.

Ich glaube auch, dass CRPS nur eine hypersensitive Variante einer chronischen Schmerzerkrankung ist. Eine höhere Reizfilteroffenheit könnte die Ursache des intensivieren Verlaufs sein. Denn Schmerz ist ja nichts anderes als ein Reiz. Wenn ein Mensch schon von Haus aus Reizoffener ist, dann dürfte auch ein lang anhaltender Schmerzreiz einen intensiveren Effekt auf das Gehirn haben, das ja bereits mit den vorher bestehenden Reizen schon am Limit ist.

Vergleichbar, wenn der Virenschoner (Setzen wir das mal einem Reiz gleich) auf Eurem Rechner die ganze Zeit am Limit läuft. Dann läuft der Rechner ja auch langsamer. Er hat einfach keine Ressourcen mehr für andere Dinge zur Verfügung. Erst wenn der Reiz (das Programm) nicht mehr da ist, funktioniert der PC wieder. Ist ja auch logisch.

Wußtet Ihr, dass ein 14-jähriger das erste Röntgengerät gebaut hat? Ich glaube heute hätte er keine Chance damit. Vielleicht versuch ich es mal bei einem Schmerzforscher, wenn ich denn einen finde, der mir mal zuhört.
Und Dr. Semmelweiss der Vorreiter der Krankenhaushygiene (bei der Entbindung starben viele Frauen und Kinder, weil sich die Ärzte und Schwestern nicht die Hände wuschen) ist in der Psychiatrie gestorben. Des is ja a ned grad des gsündeste. Er hatte recht. Es hat ihm nur nichts genützt. Es hat ihm keiner geglaubt. Zumindest nicht zu seinen Lebzeiten.

Und Florence Nightingale hat ja auch nur durch Zufall herausgefunden, dass Sonnenlicht gegen Gelbsucht bei Babies hilft. Weil ihr die Würmchen denen man damals noch menschliche Wärme und Geborgenheit vorenthielt (dieses Vorurteil hat sich in der Medizin sehr lange hartnäckig gehalten, dass nur steril das einzig wahre ist. Inzwischen ist man schlauer.), leid taten. Sie nahm sie mit an die frische Luft und siehe da, wo Sonne hinkam, war es weg.

Auf der Station einer Krankenschwester, die Früchen zuerst mit Liebe und Zuneigung behandelte, entwickelten sich die Babies viel besser. Jetzt darf man Kangarooing machen. Dank einer Krankenschwester, die auf ihren Instinkt gesetzt hat.

Schon deshalb finde ich die Lösung Pflegeroboter einzusetzen etwas seltsam. Ist das nicht ein Rückschritt? Menschen brauchen doch Menschen. Wir sind soziale Wesen. Wir brauchen menschliche Wärme und Zuneigung. Ein Gespräch kann heilsam sein. Darauf beruht ja die ganze Psychotherapie. Auch die Telefonseelsorge. Oder das Barkeepertum. Da ich Alkohol nicht vertrage, tut es bei mir die Bäckereiverkäuferin. Die hat auch sehr viel Menschenkenntnis. Das stimuliert nämlich auch den Vagusnerv und sorgt so für Entspannung und Wohlbefinden. Und Entspannung wirkt ja wieder dem Stress entgegen. Fühlt man sich einem Pflegeroboter nicht eher ausgeliefert? Ausgeliefertsein erzeugt wiederum Stress. Das wär dann nicht so gut. Hmm... Schon heute ist man im Krankenhaus ausgeliefert. z.B. wenn man zum OP geschoben wird. Habe neulich eine schöne Geschichte gelesen. Ein Patient (Clown von Beruf) wollte das Spielchen nicht mitmachen. Zumindest wollte er es zu seinen Bedingungen machen. Er hat sich eine Krone von einem Fastfood-Restaurant vor dem OP-Termin besorgt und eine Zeitschrift. Die Zeitschrift hat er dann zusammengerollt. Sobald er zum OP geschoben wurde, hat er sich aufgesetzt, die Krone auf den Kopf, eine Clownsnase aufgesetzt und die Zeitschrift als Zepter in der Hand. Es hat für viel Heiterkeit gesorgt. Und er fühlte sich nicht mehr ausgeliefert. So kann man dem Stress auch ein Schnippchen schlagen. Humor ist doch das beste Gegenmittel.

Sodalein und heut gibt's auch einen neuen Comic. Der sieht etwas "pulverisiert" aus. Weil mir der Resttonerbehälter explodiert ist. Sein Inhalt hat sich über einige Zeichnungen ergossen. Des is ja ned grad des gsündeste. Mit einem Staubsauger hab ich dann das gröbste weggemacht. Und in der Küche ist er mir dann aus der Hand gefallen und das Pulver hat sich dort auch noch verteilt. Sellerie.

Ein paar lustige Sprüche hab ich auch auf ein paar Postkarten gelesen. Ich glaube ja wirklich, dass die Philsophen von heute in der Spruchkartenindustrie arbeiten.

Ich komme aus Ironien. Das liegt am sarkastischen Meer.
Ich krieche Menschen nicht in den Hintern, weil ich Angst vor dem Dunkeln habe.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende! Euer Hobbyschmerzforscher.

Dienstag: Nachtrag vom Montag...
Mei Bushaltestellenbekanntschaft und ich stehen im Bushäusla. Nacheinender fahren drei Autos die Haltestelle an und spucken Schüler aus.
Ich:"Der Schülerlieferservice."
Mei Bekannte lacht.

Sie:"Also ich hab mein Wech in der Grundschul scho selber gfundn. Ich hätt des goar ned möng. Des is uncool."
Ich:"Ich hätt die Option goar ned ghabt und wenni sie ghabt hätt, dann hättis ned gwußt"

Des blaue Wunder kummd. Heut derf mer des 3.te Türla am Adventskalender aufmachen. Mir langt a Tür am Bus. Alle Tage wieder...

Es fängt wieder ärger zum regna o, wie mir eisteign.
Mei Haltestellenbekanntschaft:"Etz fängt des scho widder o zum regna!"
Ich:"Etz hocksd doch druggn." (Jetzt sitzt Du doch im Trockenen)

Wie mer o der Arztpraxis am Polizeikreisel vorbeifoahrn, geht dortn widder im 1. Stock as Licht o. Erleuchtung!

Zeit is relativ. Des hat scho der Einstein gsachd. Wenn dir die Zeit wurschd is, kannsd relativ entspannt auf Ärbert foahrn.

Mei Busnachbar schläft kaum, dasser eigstiegn is und wacht kurz bevor mir do sin, auf. Beneidenswert.

Heut simmer grad richtig am Bahnsteig. Mir sin ned grennt. A Zigaretten kanner nimmer rauchen.
Mei Busnachbar brummt:"Immer dieser Stress."

Ein gut gelaunter Schaffner verabschiedet sich überschwenglich.
"Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag, eine gute Weiterreise und einen guten Start in die neue Woche."
Mein Busnachbar brummt:"Und einen schönen Advent."
Ich muss schmunzeln.

Dienstag:
Der Schlot der ESTW leuchtet heut unten grün und oben blau.
Mein Busnachbar:"Heut beleuchten zwei Leute den Schlot."
Ich:"Und die hamm si ned entscheiden könna..."

Heimwärts an die Strassenbahnhaltestelle trau ich mich fast ned hi. Do stehn zwei Polizisten , a Rudel Fahrkartenkontrolleure und zwei Männer. Einen von den Männern filzt der Polizist.
Wie die Strassenbahn kummd saus ich schnell nei. Die Fahrkartenkontrolleure steign a ei. Und dann kontrollierns. Zwaamal. Naja, woar ja amol widder Zeit. Mei Ausweis schaut scho ganz abgegriffen aus. Schaua dud mer doch mit die Aang und ned mit die Händ.

Der VAG-Spruch des Tages ist heut:"Lache nie über die Dummheit der anderen. Sie ist Deine Chance."

An neue Comic habi heut a für Euch.

 
Die Glaa aus ERH - Der Trend Sandra Jaeger 2018
Die Glaa aus ERH - Warum Sandra Jaeger 2018
08.12. bis 14.12. Nikolausi

Samstag:
Ich war ab Mittwoch immer unterwegs. Deswegn gibt's die Restwoche erscht heut.
Mittwoch:
Wir laufen zum Zug Richtung Gleis 4. Oben auf Gleis 4 rattert ein Güterzug durch.
Mein Busnachbar brummt:"Den hammer verpasst."

Im Raucherquadrat zündet sich mei Busnachbar seine Zigarette an.
Da kommt ein junger Mann und nuschelt fast unverständlich:"Hamse mol a Zigarettn?"
Mei Busnachbar brummt:"Au. Das wird ein langer Tach. Die muss ich mir einteilen."
und läßt ihn abblitzen.

Als wir im Zug sitzen, frag ich ihn:"Hast du heut wirlich einen langen Tag?"
Er schmunzelt und schweigt.

Wir stehen wieder ein bisschen in Fürth herum. Mit Verspätung trudel ich deswegen auf Arbeit ein. Dafür geh ich dann früher.

Donnerstag:
Der Zug hat heute ca. 35 Minuten Verspätung. Des sehn mir leider erst als wir oben am Gleis stehen. Denn die S-Bahn hat ebenfalls Verspätung, lungert aber auf dem Gleis gegenüber herum. Also rennen und humpeln wir zum Gegengleis. Vergeblich. Ich hab mi bal derennt. Grich die Füss nimmer so hoch wecher der Dystoniererei und bleib an den Sehbeeinträchtigungssteinen hängen. Bei mir woarn des eher Gehbehinderungssteine. Hab mi grod nu derfangt. Ich brauch so schnell kann Wecheunfall mehr. Ich hab scho genuch Spass mit Ärzten, Krankenhäusern und Versicherungen. Die S-Bahn steht da dann zwar noch einige Minuten rum, aber die Türen bleiben zu.

Also trott ich zum 30iger. Do treff ich nu an Mo vom Zug. Die gestrandeten. Die gibt's ned bloss auf Inseln, sondern a im öffentlichen Nahverkehr. Mit dem steh ich dann erstmal 20 Minuten an der Haltestell herum, weil der 30iger uns a grod vor der Nasen wechgfoarn is. Etz hammer alle Zeit der Welt.

Hammwärtsi: Der Werbespruch des Handwerks auf der Strassenbahn gefällt mir.
Do steht:"Wir fragen nicht, wo sie herkommen. Uns interessiert wo Sie hinwollen."
Die Bahn hat des heut ned gross interessiert.

Im 203E Bus heimwärts auf dem Laufband am Monitor habi glesen dass ab 09.12. der neue Fahrplan gilt. Mir solln schaua, ob sie was gändert hod. Alle Jahre wieder... Ich versteh des ned, dass mer die Zeiten immer ändern muss. Ich muss doch a jeden Tag um die gleiche Zeit auf Ärbert sei. Ich variier des doch a ned jeds Joahr im Dezember neu.

Ich hab an Brief am Mittwoch grichd. Die Zonen in Fürth ändern sich. Ich weiss nicht, was soll es bedeuten.. ich werd aus dem Brief ned schlau. Ich hab a Jahresabo bei der Bahn. Die waas anscheinend ned welche Zonen ich hab. Schee wär ja gwesen, wenn die bei aaner Änderung automatisch die Korrekturen der Zonen als Karten an die Aboler schicken däden. Stattdessen steht im Brief ich soll bei einer Stelle im Landratsamt Fürth orufn. Die sogn Dir dann, ob sich was für Dich ändert. Und wenn ja, dann darfst Du selber a nu beim Abocenter orufn und dena die Änderung mitteilen.

Also ruf ich kaum, dassi am Donnerstag dahamm bin, in Fürth an. Es ertönt ohne jede Ansage sofort nervige Warteschleifenmusik. Ich weiss ned amol, wo ich etz gelandet bin. Das Lied macht mich aggressiv. Das wird auch nach dem 15. mal und 25 Minuten ned besser. Do leg ich auf. Und probier es dann doch lieber beim Abocenter. Da bekomm ich dann in der Warteschleifenmusikzeit den Tipp doch auf die Website ins Kundenportal zu gehen. Und dass ich auserwählt wurde, an einer Umfrage zur Kundenzufriedenheit über die telefonische Beratung teilzunehmen. Etz habi nu kanner grichd... Ich bin leicht genervt...
Da meldet sich doch nach 6 Minuten eine weibliche Stimme mit symphatischem bayerischen Dialekt und läßt mich meinen Groll vergessen. Ich:"Juchu! Ein Mensch!"
Nachdem ich ihr mei Abonummer und mei Zonen genannt habe, erklärt sie mir, dass ich nix machen muss, weil sich für mich nix ändert. Juchu. Sie ist nett, lustig und fröhlich (ganz anders als der nervige Mensch am Vortag von meinem Telefonanbieter)
Des is schon dreist, wie Firmen ihre Dienstleistungen auf den Kunden auslagern. Vielleicht solltmer uns des amol bezahlen lassen. Das Telefonat mit der Abofrau war aber schee. Des hat mich wieder versöhnt.

Die Anrufe von meim Telefonanbieter wern a immer seltsamer. Die wolln an immer was verkaafen. Aber ich brauch nix.
Neulich er:"Wir haben jetzt eine viel schnellere Leitung."
Ich:"Die brauch ich ned. Wo ich sie aber scho dran hab: die Leitung is seit letztem Dezember langsamer woarn."
Er:"Das liegt daran, dass die Leitungsgeschwindigkeit auf alle Kunden des Tarifs aufteilt. Deswegen wechseln ja viele zum schnelleren Tarif. Wollen Sie nicht auch wechseln?"
Ich:"Na. Wenn die andern alla wechseln, dann kannis ja derwarten bis sie widder schneller wird."

Mein Tipp: einfach sagn:"Ich bin wunschlos glücklich." Dann wissens nämlich nimmer, was sie drauf sagn solln. Des hilft übrigens a bei die Zeugen Jehovas.

Freitag:
Do is der Zug amol ausnahmsweis widder pünktlich kumma, gfoahrn und okumma. Dassi des die Woch nu erlebn derf!

Bürogschmarri.
A Kollege kummd rei während zwei andere Kollegen sich scho bei uns unterhalten.
Der eine:"Der x. malt a Diagramm dazu."
Kollege zwinkert mir zu:"Malen kann doch die Sandra."

Neulich war es mal sehr still bei uns im Büro.
Mein Kollege:"Do herin is aber a komische Stimmung."
Ich:"Is doch schee still."
Er:"Des is keine Stille. Des is Schweigen."
Ich hab ned gwissd, dass do an Unterschied gibt.

Woar dann nu auf der Weihnachtsfeier der Selbsthilfegruppe. Schee woar's. Der Nikolaus is kumma, mir hamm gsunga und gwichtelt mit Armbrustschiessen (des woar lustig) - und nach zahlreichen Versuchen habi dann direkt in die Mitten troffen - und es hat Wienerle gebm.
Mei Nachbarin is schneller mit Ihr Wienerle fertig wie ich.
Ich:"Mei bist du schnell."
Sie:"Dafür liest du schneller wie ich."

Sie hat dahamm a Kamera installiert, damit sie über's Handy gucken kann, ob ihr Hund was dahamm ostellt.
Sie:"Wenni ned dahamm bin, dann schläft er bloss. Wenni dahamm bin, dann stellt er dauernd was o."
Ich:"Dann musst mehra fort geh."

Samstag:
Ich woar heit im Städtla. Im Fenster vom Outdoorladen seh ich eine Schneeflockenmütze mit Bommel.
Ich geh in den Laden und frag, ob ich sie mal aufprobieren darf. Darf ich.
Verkäufer will mir versichern, dass die jedem passt:"Des is a Einheitsgrößen."
Ich:"Ich hab aber kann Einheitskopf."
Die hat bassd. Die habi glei mitgnumma.

Die Ohrstöpsel vom Hörakkustiker sin fei prima! Wenn ich die nei du, dann bini total entspannt. Des is sogoar meiner Ergo aufgfalln. Weil es die Reize dämpft. Und des hilft gecher mei Schmerzen! Ich bin a ned so fertig, wenni dann dahamm bin. Mei is des schee! As Licht habi a auf Ärbert nu dimmd. Des hilft a. Ich hab ja scho immer zu die Psychologen in der Schmerztherapie gsachd, dass ich was praktisches brauch. Aber des hams ned verstanden. Die verstehn fei vill ned. Vielleicht welln sie's a bloss ned versteh.

Vielleicht geh ich morgn a weng auf'n Weihnachtsmarkt in Höchstadt. Wenn's ned die ganze Zeit renga dud. Ich wollt ned hieschwimma.

An Comic habi a nu für Euch. A scheens Wochenend!

 
Die Glaa aus ERH - Geraeuschvoll Sandra Jaeger 2018
15.12. bis 21.12. Gedankenspiele

Sonntag:
In der letzten Woche habe ich gelernt, dass Menschen Systeme und Vorschriften gemeinsam zugunsten der Menschlichkeit überwinden können. Also, dass Menschen über ihren Schatten springen können. Das war eine sehr schöne Erfahrung.
Da hätt ich gern mehr davon.

Von meiner Physio hab ich zum Nikolaus ein Schokorentier von der Bäckerei Baier bekommen. Da hab ich mich sehr gefreut.

Letzte Woche hatte ich einen neuen CRPS-Schub. Das war nicht so schön. Ich hab jetzt Krücken. Da ich keine Kraft in den Händen habe, hab ich Achselstützkrücken gebraucht.

Im Wartezimmer saß auch unsere ältere Nachbarin. Ihr gefallen meine Comics.
Da kam eine Frau mit weissem Kurzhaarschnitt und schwarzer Brille zur Tür herein.
Meine Nachbarin:"Oh. Heino."
Dann hat sie mir noch erzählt, dass Heino jetzt in Rente gehen will.
Das haben schon viele Künstler gesagt und es dann doch nicht gemacht.

War lustig im Orthopädiegeschäft. Da hatten sie nur noch welche aus Holz da. Die waren mir aber viel zu hoch.
Die Orthopädie-Frau zum Orthopädie-Mann :"Kannst Du die bitte nach unten verstellen? Ich weiss nicht wie das geht."
Drauf kam er und guckte etwas verwirrt:"Was willste denn da verstellen? Die sind doch schon ganz unten."

Dann hat sie mir welche aus Alu bestellt. In rot und blau. Des putzt die Sau. Sachd mer bei uns. Am Donnerstag konnt ich sie abholen. Und jetzt üb ich. Meine Physio hat mir noch kurz erklärt, wie ich es richtig machen muss. Es geht jetzt schon ganz gut.
Busfahren find ich noch schwierig. Weil der Gang so eng ist. Und es auch meistens hoch zum Bus reingeht. Und raus auch. Und wenn er anfährt, wenn man noch nicht sitzt, hab ich ja auch keine 3.te Hand zum Festhalten. Das ist auch etwas ungünstig. Die Krücken dann neben dem Sitz zu verstauen, ist auch nicht ohne. Mal gucken, ob ich da noch besser werde.

Dabei fällt einem dann auf, dass die Gehsteige ganz schön krumm sind. Dauernd bleib ich mit der einen Krücke hängen und komm aus dem Tritt. A ned grod as gsündeste.

Die Leut reagiern auch anders. Vorher hat man die Behinderung ja nicht gesehen. Jetzt sieht man es. Die einen gucken total erschrocken. Dabei bin ich froh, dass das mit den Krücken so schnell geklappt hat. Andere gucken weg. Gestern hab ich fröhlich 8 Leute im Städtchen gegrüßt. Nur zwei haben zurückgegrüßt. Einer hat recht gebrummt. Vielleicht liegt es auch am Wetter. Es schneit grad.

An der Theke im Supermarkt war am Freitag auch die Hölle los. Da muss man eine Nummer ziehen. Hab ich auch gemacht. Die 9. Dann haben sie von 6 auf die 9 gedrückt, aber die 7 und 8 bedient und die Nummer 9 gar nimmer aufgerufen, sondern gleich die 10. Das war mir dann zuviel. Ausserdem fuhr dann mein Bus. Also hab ich halt nix gekauft. So hab ich Geld gespart. Auch schön. So wichtig war mir das dann auch nicht. Da wollt ich lieber heim. Man muss immer Prioritäten setzen.

Die Bücherei ist auch nicht wirklich behindertengerecht. Zwar gibt es dort einen Aufzug, aber dann kommen zwei schwere Türen, die nach aussen aufgehen. Türen, die nach innen aufgehen, kann ich mit dem Hintern voraus (also rückwärts laufend) öffnen. Das geht. Andersherum ist es schwierig. Rauswärts haben sie mir die Türen aber aufgehalten. Das war sehr nett.

Ich hab nachgedacht. Das Gedächtnis (die neuronalen Verknüpfungen im Hirn) bildet sich ja aus all unseren Erfahrungen aus. Das Schmerzgedächtnis heisst es aber erst wenn ein akuter Schmerz zu lange besteht. Gleichzeitig hat man inzwischen herausgefunden, dass unser Hirn zwischen psychischen Schmerz und physischen Schmerz keinen Unterschied macht. Da läuft im Hirn dasselbe Programm ab. Deshalb wirken auch Schmerzmittel bei psychischem Schmerz. Wird aber nicht empfohlen.

Wenn alle Gedächtnisinhalte im Laufe eines Lebens entstehen, warum soll es dann ausgerechnet beim Schmerzgedächtnis anders sein?
Ich glaub viel mehr, dass jeder ein Schmerzgedächtnis hat, das durch Trauer, Enttäuschung, schlechte Erfahrungen geprägt wird. Bei der Schmerzchronifizierung wird dann lediglich der Link falsch gesetzt. Da verknüpft sich dann der physische Schmerz irrtümlich mit dem schon vorhandenen Schmerzgedächtnis. Wie ein Symlink bei Linux.

Dann hätte man zwei Möglichkeiten das Schmerzgedächtnis umzubauen. Erstens den Link zu löschen oder wenigstens umzusetzen. Wenn man Schmerz z.B. mit einer schönen Erfahrung verbinden könnte. Ich habe in den letzten 5 Jahren ja auch viel gelernt. Also wenn man das positiv sieht.

Zweitens den Speicherinhalt (die Schmerzgedächtnisinhalte), auf den der Symlink zeigt, zu überschreiben. So hat man ja auch aus der Trauer , Enttäuschung in der Vergangenheit viel gelernt. Es hat unsere Persönlichkeit ausgebildet. z.B. dass man zäh ist. Neugierig. Stur. Unabhängig. Alles hat zwei Seiten. Reframing nennt sich das in der Psychologie. Das heisst wir gucken uns das, was uns weh tut einfach mal aus einer anderen Perspektive an. Wo wären wir, wenn uns das nicht alles passsiert wäre? Wäre ich dann überhaupt noch ich? Welche Stärken habe ich und sind die nicht aus diesen Krisen entstanden? Ich denke: Ja. Ich glaube sogar,dass ich in Krisen immer am meisten gewachsen bin. Also nicht in cm. Nachmessen funktioniert also nicht. Rückblickend waren und sind das immer die spannendsten Zeiten im Leben. Dann kann ich ja mal sehr gespannt sein wie das CRPS-Projekt weitergeht und was und wen ich noch alles kennenlernen werde.

Ich probier es aus. Schaden kann es ja nix.
Den Symlink zu löschen kann man übrigens auch mit Spiegeltherapie oder Spiegeltherapiekarten versuchen. Das mach ich auch.

Mein diesjähriges Weihnachtsmuster hab ich auch veröffentlicht. Das hab ich 2016 noch selber stricken können. Ich hoffe, das geht irgendwann mal wieder. Denn Krallenhände mögen das nicht so gern.
Es ist eine Hundeparade-Mütze im Norwegerstil. Mit einem Norwegerstern mit Pfoten auf der Mützenspitze. Es kommt richtig gut an.
Freu!!

Neulich auf dem Weg zur Physio widder amol den Fluchtlichtstorch gseng. Und des habter etz davo ;-)
Vill Spass!

Montag: Auf der Anzeige steht: RE ca. 10 Minuten Verspätung. Zwei Minuten später hat er nur noch ca. 5 Minuten Verspätung. Gekommen ist er dann mit 8 Minuten Verspätung.
Statt Doppelstock-Waggons nur einfache heute. Den 1. Stock hams vergessen. Dafür hab ich heut zwaa dabei. ;-)

Lustig. Wie ich in Nürnberg die Bahnsteigtreppen mit die Krückn nunterwackel, teil ich hinter mir die Menschenmenge wie Moses das rote Meer.

Bürogschmarri.
Ich:"Mei Mama hat gsachd, wenn's glatt wird, blebsd dahamm mit dei Krückn. Da hab ich drauf gsachd: ich kann doch ned an ganzen Winter wecher die Kruckn dahamm bleibm."
Mei Kollegin:"Gibt's für Krücken Spikes?"

Dienstag: Heut hat der Zug ca. 5 Minuten Verspätung. Da kann ich mir beim Treppensteigen Zeit lassen.

Geht scho gut los heut. Die erste Rolltreppe in Nürnberg am Hauptbahnhof blinkt rot und tut nix mehr. Die zweite fährt ein Stück und ich steh dann mittendrin. Des habi dann aber mit die Krücken nu gmeistert.

Dafür hab ich mich dann heimwärts im Bus mit dem Rucksack und den Krücken so dermaßen eingewördelt, dass ich mich neben den Sitz gesetzt hab und dann strecksderlängs im Gang gleng bin. Samt Krücken. Wie ein gestrandeter Käfer. Des is fei a ned grod as gsündeste. Sunsd is abber fei nix bassierd.

Gestern abend guckmer Fernsehn. Die Landfrauen auf BR3. Es ist eine Sonderweihnachtsausgabe und die Landfrauen werden von Promintenten unter Anleitung eines Starkochs bekocht.
Koch:"Do kocht a jeder an Gang."
Ich:"Mir kochen ned auf'm Gang. Mir kochen in der Küch."

Lustigerweise hab ich gestern und heute je ein Kochbuch als Weihnachtsgeschenk per Post bekommen. Ob des irgendwas zu bedeuten hat...?

An Comic gibt's heit a amol widder! Vill Spass!

Mittwoch: Hab meiner Haltestellenbekanntschaft ein Schokoladen-Weihnachtsgeschenk mitgebracht.
Sie freut sich riesig:"Oh! Danke! Etz habi gar nix für Dich."
Ich:"Du versüßt mir jeden Tag."
Da hadsi dann gstrahlt und glacht.

Bürogschmarri...
An der Tür zur Herrentoilette hängt ein handgeschriebener Zettel auf dem steht: "Ihr müßt den Papierspender behandeln wie eine Frau. !!! Zärtlich !!!"
Unten drunter hat einer gekritzelt: "Und auf dem Damenklo?"

Schokorentier
Norwegian Dog Beanie
Norwegian Dog Beanie
Die Glaa aus ERH - Der Superstorch Sandra Jaeger 2018
Die Glaa aus ERH - Die kaputte Geschwindigkeitsanzeige Sandra Jaeger 2018
22.12. bis 28.12. Frohe Weihnachten!

Sonntag:
Sodalein. Ich hab was neues entdeckt. Ich möchte ja weiter Reize dämpfen, um mein CRPS in den Griff zu bekommen. Den IRLEN-Filter. Das ist eine visuelle Wahrnehmungsstörung, die wohl viele AD(H)Sler und Autisten, aber auch andere Menschen mit neurologischen Erkrankungen (Schlaganfall, MS, CRPS ...) haben. Auf der Seite gibt es auch einen Test. Da könnt Ihr gucken, ob Ihr auch betroffen seid.

Ich wünsch Euch noch ein schönes Wochenende und ein wunderschönes Weihnachtsfest!

Einen Comic hab ich heut auch noch für Euch. Viel Spass!

Montag: Oh cool!
Ich hab schon ein paar wunderbare Weihnachtsgeschenke bekommen ;-)

Ich hab gestern ein Lesezeichenmuster gebastelt. Und meine Doppelstrickweltmeisterin und Teststrickerin hat es schon fertig. Dabei hab ich es ihr gestern erst geschickt.
Ich freu mich total!

Und der Minifahrerin und mit Urheberin des gestrigen Comics hab ich den Comic auch geschickt. Und sogar gestern noch diese Antwort bekommen.

"Einfach super Ihr Cartoon ! Danke !!!
Ich wünsche Ihnen Frohe Weihnachten und hoffe dass Rudolph in keinen Stau gerät ;)"


Und diesen wunderbaren Kommentar will ich Euch auch nicht vorenthalten. Über den hab ich mich am allermeisten gefreut ;-)

"du machst das immer sooo toll:-)
Deine Comics sind einfach der Brüller. Super toll und ich muss immer schmunzeln.
Ja eigentlich bist du ein Zauberer. Du zauberst einem damit ein Lächeln ins Herz/Gesicht..."

Dienstag: Im toonsup-Forum hat jemand den Rentier-Comic einen Kalauer genannt.
Ich kenn nur einen Kalauer und der sitzt im Bus jeden Werktag neben mir.

Neulich hat jemand zu mir gesagt, dass ich mich noch schneller anpassen und ändern soll. Selbst hält derjenige aber am althergebrachtem fest. Predigt auf der einen Seite, dass die Veränderungen immer schneller kommen, trägt aber selbst nicht dazu bei die Umgebungsbedingungen positiv mit-zu verändern. Das finde ich äußerst verwirrend.

Albert Einstein hat mal gesagt:
"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten."

Ich wünsche mir zu Weihnachten und für das neue Jahr ein ausgeglichenes Gleichgewicht von Fördern UND Fordern! Von Geben und Nehmen. Denn ich gebe sehr gern. Und habe festgestellt, je mehr ich gebe, desto mehr bekomme ich auch zurück. Das ist sehr schön. Seltsamerweise macht mir das Geben viel mehr Freude als umgekehrt. Sogar immer einen ausgesprochen diebischen Spass. :)

Wie ein Bild wünsch ich mir also den richtigen Rahmen, um voll zur Geltung zu kommen. Ich arbeite daran. :)

Dann kann die Zukunft gerne kommen. :)
Nicht, dass wir das irgendwie aufhalten könnten ;-)
Denn ich möchte ja Neues lernen! Dabei brauche ich aber auch ein entsprechendes positives und wertschätzendes Umfeld. Und dann kommt der Spass bei der Arbeit von ganz allein. Denn es gibt nix schöneres als anderen zu helfen und dann im Gegenzug selbst Unterstützung zu bekommen. :)

Habt Ihr Euch mal in jüngster Zeit Stellenanzeigen durchgesehen? Ich glaub das ist wie bei den Pflanzen mit den heutigen beruflichen Spezialisten. Man möchte die schönsten Rosen, die am besten duften und am längsten halten. Pflanzt man die teuersten Rosenstöcke und kümmert man sich nicht weiter darum, dann gehen sie ein. Ich glaub, das ist bei den Menschen genauso.

Zumal ich mich ja in den letzten 5 Jahren auch ganz schön weiterentwickelt habe. Das tut ja jeder. Oder etwa nicht? An Herausforderungen wachsen und neue Perspektiven sehen. Ich bin neugieriger auf die Welt und auf die Menschen geworden. Und ich finde es spannend, wie oft Menschen sich missverstehen. Dass da oft Gefühle im Spiel sind, die zur Verwirrung beitragen und dass Sender und Empfänger auf zwei völlig unterschiedliche Kanäle eingestellt sind.

Ich lese grade Bücher über die Themen gewaltfreie Kommunikation (übersetzen würde ich das als: vorwurfsfreie und konstruktive Kommunikation) und emotionale Intelligenz. Das finde ich total spannend. Vielleicht waren am Turmbau zu Babel gar nicht Menschen aus unterschiedlichen Ländern beteiligt. Die sprachen wahrscheinlich alle dieselbe Sprache. Und haben sich trotzdem nicht verstanden, weil jeder aus einem anderen Kontext kam und auf einer anderen Welle gesendet bzw. empfangen hat. Das Gleichnis ist für mich deshalb so aktuell wie nie. Weil genau das im täglichen Leben (daheim und auf Arbeit) ständig passiert. Und das finde ich total spannend.

Ich hab mich nämlich schon immer gefragt, warum einzelne Menschen, die jeder für sich wunderbar und einzigartig sind, sich so schlecht verstehen und so schlecht zusammenarbeiten können. Jetzt habe ich die Erklärung gefunden.

An der Lösung kann jeder selbst arbeiten. Es wär doch einfach toll, klar, einfach, praktisch und unmissverständlich zu kommunizieren. Es wird sicher nie soweit kommen, dass es gar keine Missverständnisse mehr gibt, aber man kann sie ja aufklären und den anderen fragen, was er denn jetzt genau verstanden hat, wenn er aufgebracht, verwirrt, traurig, enttäuscht oder verärgert wirkt. Dazu muss man aber erst wieder seine und auch die Gefühle von anderen verstehen lernen. Und zu seinen eigenen Gefühlen und Bedürfnissen auch stehen und diese einfordern und auch klar äußern, wenn diese verletzt werden. Tut man dies nicht, und frisst seine Gefühle in sich rein, dann ist man nicht gut zu sich selbst. Das nennt man auch passiv-aggressiv. Und das macht krank. Auch nicht gerade einfach. Ich bin da nicht so gut drin. Arbeite aber daran.

Denn wenn ich es nicht verstehe, was passiert, dann kann ich ja nachfragen. Und das krieg selbst ich hin. Überlegt doch mal, was man an Zeit, Kraft und Energie mit klarer und einfacher Kommunikation (oder anders gesagt: wenn man sich besser verstehen würde) sparen könnte! Das wär doch toll! Da gibt es noch deutlich Verbesserungspotential. Cool!

Und nur der, der gut für sich selber sorgt (auch in Bezug auf seine Gefühle und eigenen Bedürfnisse), kann auch gut für andere sorgen. Denn verdrängte Gefühle machen krank.

Die Natur liefert das Beispiel. Auf einer Pferdekoppel brachte der Bauer im Sommer einen Eimer Wasser zu Stute und Fohlen. Wer glaubt Ihr, hat zuerst getrunken? Die Stute. Denn wenn sie nicht für sich selber sorgt, dann kann sie auch nicht für ihr Fohlen sorgen. Ist ja logisch. Wenn sie in der freien Wildbahn an ein Wasserloch käme und dort nur noch wenig Wasser ist, und sie läßt das Fohlen trinken , verzichtet aber selbst, dann stirbt sie. Und dann auch das Fohlen, weil es ohne die Mutter nicht überlebensfähig ist.

Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich in den vergangenen Jahren machen durfte und die unterschiedlichen, wunderbaren Menschen, die mir auf meinem Weg begegnet sind. Und hoffe, noch viel neues lernen und die Welt und mich selber und die Menschen noch besser verstehen zu können. Das wär fein.

Ich habe zu Weihnachten einen Weihnachtsgorilla von Schleich bekommen ;-). Nur echt mit Weihnachtsmütze, Christbaum und Geschenk und einer roten Schleife.
Das ist mit Abstand das coolste und lustigste Geschenk. Hier (etwas weiter oben rechts) ist ein Bildchen davon. Danke U.!

Eine meiner Teststrickerinnen ist grad in Grönland. Sie hat mir folgendes gemailt.

"Dein Eisbär Chart lieben alle hier i Nuuk. Ich habe ein Foto als Inspiration mit gesendet eine Inuit Mütze wäre toll."

Muss mal in mich und nach draussen gehen - mit Bewegung kann ich besser denken (das haben übrigens auch schon die Philosophen in ihren Wandelhallen so gehandhabt).
Das ist ein wunderschönes Geben und Nehmen. Das macht Spass!
Im Gegenzug darf ich gespannt sein, wie die neuen Teststricke aussehen werden. Dann ist jeder glücklich. Und das ist schön.

Einen Weihnachtscomic hat die Glaa aus ERH noch für Euch ;-)

Viel Spass und schöne Feiertage!

Donnerstag: Nachdem ich das Buch Heute singe ich mein Leben: Eine Autistin begreift sich und ihre Welt von Dawn Prince-Hughes gelesen habe, ergibt der Gorilla noch mehr Sinn. ;)

Das Aspergirl hat sich nämlich die menschliche nonverbale Sprache (Gestik und Mimik) über die Gestik und Mimik und das Verhalten von Gorillas erschlossen. Spannend!

Mir ist aufgefallen wie unterschiedlich Menschen Mitgefühl und Trost ausdrücken.
Ich bin ja jetzt mit Hanni & Nanni (meinen Achselstützkrücken) unterwegs. Begegne ich Menschen, die mich vom Sehen kennen, dann kommt meistens die Frage: "Was hast Du denn gemacht?"
Worauf ich inzwischen antworte:"Ich hab gar nix gemacht."
Und dann erklär ich ihnen, dass das eine neurologische Erkrankung ähnlich wie MS ist, bei der die Muskeln abbauen und zeige meine Hände. Da sieht man es ja. Und dass ich es jetzt auch an den Füssen habe.

Die Frau, die mir vorgestern begegnet ist, war dann sehr traurig. Das hab ich gespürt. Und hat meinen Arm berührt. Das fand ich sehr unangenehm. Ich hab es nicht so mit Berührungen, weil die sehr schmerzhaft für mich sind aufgrund der Allodynie.

Gestern bin ich einem Mann mit Hund begegnet. Seine Reaktion hat mir viel besser gefallen: "Ach Goddla, Madla."
Den Satz find ich schon vom Klang her sehr lustig. Er hat mich zum Schmunzeln gebracht und ich hab ihn auf dem Heimweg immer wieder wiederholt.

Bin letzte Woche im Bus unserem ehemaligen Nachbarn begegnet. Ich hätte ihn nicht erkannt. Ich hab's ned so mit Gesichtern. Und mit Namen auch nicht. Er hat seine Frau im Krankenhaus in Erlangen besucht.
Er:"Etz grichd die mit 75 nu an Blinddarm. Die hamm alla glacht."
An Blinddarm bekommt man doch ned. Den had mer doch scho. Und dann dun si ner naus.

Freitag: Lustig. Der Hechtsprung (eine Strasse im Neubaugebiet) ist nur einen Katzensprung von uns entfernt. Eine Hupferei is des.

Harari und Precht sind beide der Meinung, dass in nicht allzu ferner Zeit Maschinen und Künstliche Intelligenz massiv Arbeitsplätze vernichten. Es werden zwar neue entstehen, aber wird jeder dann so flexibel sein, dass er sich drauf einstellen kann? Und selbst diese werden nur solange existieren, bis Maschinen und Algorithmen sie übernehmen können. Wobei Algorithmen auch nur so fair sind, wie der Programmierer bzw. dessen Vorgaben.

Menschen sind Gewohnheitstiere. Die Berufswelt wird sich schneller denn je verändern. Das war ja schon in den letzten 15 Jahren der Fall. Den Datenkaufmann gibt es nicht mehr. Dafür den Mechatroniker und den Fachinformatiker. Ob dann das vielgepriesene duale Berufsbildungssystem noch mithalten kann? Oder müssen wir uns drauf einstellen immer mehr Verantwortung für uns und unser Leben selber zu übernehmen? Lebenslanges lernen.

Nach Harari werden dann die, die dabei auf der Strecke bleiben, sich unnütz fühlen. Depressionen und psychische Erkrankungen wären die Folge.Gewerkschaften würden überflüssig werden, weil sie es nicht schaffen, schnell genug mit der beruflichen Entwicklung mitzukommen. Dann wäre es wie bei den alten Griechen ein Privileg arbeiten zu dürfen. Das Sozialsystem müsste auf die neuen Veränderungen umgestellt werden. Von kostenlosen Dienstleistungen oder bedingungslosem Grundeinkommen ist die Rede. Doch wer definiert, was das bedingungslose Grundeinkommen ist? Schafft das nicht neue Spaltungen? Wird die Kluft zwischen arm und reich dann nicht noch größer?

Oder wird es doch positiv ausfallen? Werden Tätigkeiten wie Kindererziehung, Pflege dadurch aufgewertet und bekommen endlich die Bedeutung, die sie verdienen?

Ich selber träume von einem Peer-2-Peer-System. In dem jeder Mensch gleich viel wert ist und gleich wertgeschätzt wird. Ob Mann, Frau, Zuwanderer, Behindert, ob alt oder jung, ob arm oder reich. Nach meinen persönlichen Erfahrungen ist es bis dahin aber noch ein weiter Weg. Denn Benachteiligung gibt es auch bei uns noch überall. Wäre es anders, bräuchten wir keine Inklusion. Das Wort und die politische Idee dahinter wären an sich überflüssig.

Wenn man das lernen könnte und dort forschen dürfte, was einen interessiert. Wo einen die Neugier hintreibt. Dann könnten Praktiker und Theoretiker zusammen Projekte anpacken, ausprobieren und umsetzen. Schon immer hat es Autodidakten gegeben, die sich das Wissen, das sie interessierte selbst beibrachten. Ich glaube, dass das keine Ausnahmen sind. Ich glaube, dass jeder Mensch dazu fähig ist. Im Siemens-Med-Museum habe ich erfahren, dass ein 14-jähriger das erste Röntgengerät gebaut hat. Ich glaube nicht, dass die Menschen heute dümmer sind als früher.

Es ist toll, wenn sich Menschen mit denselben Interessen (egal welchem Hintergrund) dynamisch (agil) zusammentun, um ein Problem zu lösen. Sowas geschieht auch heute schon in einigen Bereichen.
z.B. bei der Identifizierung von Mumien. Mumien wurden zum Schutz vor Grabräubern umgelagert. So war auch die Mumie von Hatshepsut nicht in ihrem Grab. Schliesslich hatten Archeologen und Ärzte die Identifikation auf 3 Mumien eingeschränkt, die in königlicher Haltung und mit derselben Hautkrankheit wie andere Pharonen aufgefunden wurden. Erst ein Zahnarzt konnte dann die richtige Mumie anhand eines abgebrochenen Backenzahns identifiziert. Eine Hälfte des Zahns lag in einer Grabbeigabe der Pharaonin im ursprünglichen Grab, aus dem die Mumie entfernt worden war. Dieser Zahn wurde mit Hilfe eines Röntgenbilds in der Grabbeigabe sichtbar. Der andere dazu passende halbe Zahn befand sich noch im Mund der Mumie. Sprichwörtlich wie ein Puzzle setzten die Forscher das Rätsel zusammen. Sie wurde also von einem ganzen Team von Menschen mit unterschiedlichem Fachwissen identifiziert. Was hindert uns daran, es ihnen gleichzutun?

Und wenn jeder das machen könnte was ihn interessiert, wäre es keine Arbeit und kein Beruf mehr sondern eine Berufung. Spass und das reinste Vergnügen. Arbeit aus intrinsischer Motivation fühlt sich nicht nach Arbeit an. Sie macht zufrieden durch das Tun selbst. Denn für mich gibt es nichts schöneres als in ein Problem und dessen Fragestellung und die Thematik ganz wie ein Delfin ins Wasser einzutauchen. Neue Welten, Ansichten andere Perspektiven und Sichtweisen zu entdecken. Sich mit anderen auszutauschen. Und verschiedene Wissensbereiche miteinander zu neuen Lösungsansätzen zu verknüpfen. Man kann die Lebensbereiche und Disziplinen nicht getrennt voneinander sehen. Sie sind miteinander verbunden. Sie beeinflussen sich gegenseitig. Deswegen geht der Trend in der Medizin auch wieder zurück auf das Ganzheitliche. Denn jede Untersuchung, jede Krankheit hat nicht nur Einfluss auf ein Körperteil sondern immer auf den ganzen Menschen.

Harari geht sogar soweit, dass er denkt, dass es in Zukunft nur noch KI-Ärzte geben wird. Denn Diagnosestellung meint er, könnten Algorithmen sehr viel schneller. Und ein Update des Wissens wäre auch viel schneller möglich. Das hoffe ich nicht. In Pflege und Kindererziehung ginge dies jedoch nicht. Jedoch ist in der Medizin die Technik durch bildgebende Verfahren immer weiter auf dem Vormarsch. Informatik und Medizin verschmelzen immer mehr.

Schon stehen wir vor ethischen Fragen. Darf alles, was möglich ist, auch gemacht werden? Dürfen behinderte Kinder schon im Mutterleib aussortiert werden? Was ist lebenswertes Leben? Und wer definiert es? Fachleute? Kann nicht ein Mensch mit einer Behinderung und sogar aufgrund derer glücklicher und zufriedener sein, als ein gesunder Mensch, der seine Gesundheit gar nicht zu schätzen weiss? Ja, das kann er. Für mich sind die Fachleute für Krankheiten, die die sie haben. Sie kennen sich und ihre Krankheit am Besten. Über ihr Wohl und Wehe entscheiden aber oft Fach-Theoretiker, die das Verhalten der Kranken oft falsch deuten. Erst wenn sich die Betroffenen zu Wort melden, wird dies klar. Und auch dann noch ist es ein langer Kampf bis diese Sicht auch offiziell anerkannt wird. D.h. selbst die Wissenschaft besteht aus Menschen, die sich gegen Veränderungen mit Händen und Füssen und somit auch gegen den Fortschritt und das Wohl des einzelnen wehren. Weil wir alle bloss Menschen sind.

Dazu ein Beispiel, das mich gestern zum Schmunzeln gebracht hat.
Ich hab gestern eine bekrückte Frau getroffen und bin mit ihr wegen meiner Krücken ins Gespräch gekommen. Sie hat ein interessantes Leben und war bei der 68er-Generation mit dabei.

Ich habe ihr davon erzählt, dass ich erst nach 5 Jahren begriffen habe, dass ich eine Psychologin in der Schmerztherapie beleidigt habe. Das war mir nicht bewußt. Und ich habe dies auch nicht absichtlich getan. Ich habe einfach nicht verstanden,was sie warum von mir wollte. Sie hat vorgeschlagen einen Achtsamkeitsspaziergang zu machen. Da ich immmer alle Reize um mich herum mitbekomme, kann ich gar nicht nicht achtsam sein! Es ergab also für mich keinen Sinn. Und ich habe abgelehnt. Das war nicht böse gemeint und hatte nichts mit ihr zu tun. Danach war sie komisch. Ich wusste aber nicht warum. Habe aber auch dies erst nach der Therapie realisiert. Ich brauche zu sowas immer länger. Ich habe inzwischen aber festgestellt, dass andere Menschen auch nicht besser im Erkennen von Gefühlen anderer sind. Da ich damals nicht wusste, dass andere Menschen die Welt weniger intensiv als ich wahrnehmen, ging ich davon aus, dass sie meinen Grund nachvollziehen kann. Immerhin hat sie aufgeschrieben, dass ich sehr achtsam Geräusche wahrnehme. Ihr war leider nicht bewußt, dass ich sie gar nicht ausblenden kann. Das ist wohl der Mehrheit der Menschen möglich. Mir leider nicht.

Ich meinte dann gestern, dass das komisch ist, dass eine Psychologin, die doch über Gefühle Bescheid wissen sollte, ansprechen hätte müssen, dass ich sie verletzt habe und auch warum. So war mir das gar nicht klar. Und sie hat das Gefühl in sich reingefressen. Und war damit selbst zu sich passiv - aggressiv. Etwas, das man mir gern unterstellt.

Die Antwort meiner Mitbekrückten aus ihrer 68er Zeit in den Pyrenäen, wo auch ein Psychologen dabei war:
"Psychologen sind auch auch nur Menschen."

Da musste ich schmunzeln. Wir alle sind Menschen und stolpern über dieselben menschlichen Schwächen. Sogar die, die sie studiert haben. Das finde ich schon wieder unglaublich lustig.

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29.12.18 bis 04.01.19 Gsunds neus Jahr!

Dienstag:
Als erstes wünsche ich Euch allen ein wunderbares und spannendes 2019!
Möge es viele neue Erfahrungen und Erkenntnisse bringen!

Apropos neue Erkenntnisse. Ich les grad das Buch Accessing the healing power of the vagus nerve Self-help exercises for anxiety, depression, trauma and autism von Stanley Rosenberg. Habt Ihr schon mal von der Poly-Vagal-Theorie gehört?
Auf die stützt sich der Autor ein Therapeut, der mit Rolfing und Cranialsacral Therapie begonnen und dann auf die Poly-Vagal-Theorie von Stephen Porges gestossen ist.

Die Theorie geht davon aus, dass der Vagusnerv aus zwei getrennten Nerven besteht. Und beide auch andere Funktionalitäten haben. Das ist relativ neu. Bisher ging man davon aus, dass das einer ist. Das fand schon Galen, der die Gladiatoren verarztet hat, heraus. Der hatte damals aber auch noch nicht die technischen Möglichkeiten, die der Medizin heute zur Verfügung stehen.

Die zwei Stadien Fight or Flight (Alarmzustand) und Entspannung werden durch die obige Theorie noch durch einen Wohlfühlstatus (Socialising state) ergänzt. In diesem Status fühlt man sich sicher und geborgen und somit ist soziale Interaktion möglich.

In bestimmten Situationen z.B. bei chronischen Krankheiten verbleibt das autonome Nervensystem aber im Alarmstatus und findet nicht wieder in den Wohlfühlstatus zurück. Folglich sind das Krankheiten, die sich durch einen sozialen Rückzug und Antriebslosigkeit und Erschöpfung auszeichnen.

Die Cranialnerven und das autonome Nervensystem sind unter anderem auch für die Sinne (Hören, Sehen, Riechen ...) und für die Nierenfunktion und Körpertemperatur zuständig. Damit schließt sich der Kreis zum Cortisolspiegel und zur Reizüberflutungsproblematik von AD(H)S und Autismus. Denn Ihr erinnert Euch: je niedriger der Cortisolspiegel, desto reizempfindlicher wird man. (Lehrbuch biologische Psychologie)

Das könnte auch erklären, warum Autisten Probleme mit sozialer Interaktion haben. Weil sie durch die ständige Reizüberflutung immer im Alarm-Modus sind. Weil sie Reize intensiver wahrnehmen und nicht ausblenden können, wird das Gehirn mit Informationen zugeballert. Dass das auf die Dauer nicht gesund sein kann, versteht sich wohl von selbst. Denn wenn Ihr in einem Raum voller Leute Schwierigkeiten habt, das, was Euer Gesprächspartner sagt, herauszufiltern, wie wollt Ihr Euch dann unterhalten? Wenn Ihr nix versteht.

Dann zieht man den Rückzug zur Regenereration freilich der sozialen Ineraktion vor. Denn die ist ungeheuer anstrengend und kräftezehrend. Autisten erholen sich, wenn sie ihren Spezialinteressen nachgehen. Sie brauchen das Alleinsein um sich zu erholen.

Und chronisch Schmerzkranke auch. Auch da funktioniert das Hirn nicht besonders gut. Wenn ich es richtig verstanden habe, werden im Fluchtmodus auch über die 5 Kranialnerven die Blutversorgung im Gehirn herabgesetzt. Dann funktioniert es mit dem Denken natürlich nicht mehr so gut. Es kommt zu Konzentrationsproblemen, Wortfindungsproblemen, Gedächtnisproblemen. Bei vielen neurologischen Erkrankungen ist das der Fall.

Nur wenn alle Cranialnerven im Gleichgewicht funktionieren, fühlt man sich wohl und der Körper kann sich selbst heilen. Laut dem Buch hat Rosenberg damit erfolgreich chronische Krankheiten wie Asthma, Depressionen, COPD, Fibromyalgie, Schulterschmerzen behandelt. Auch bei Autismus hat sich durch seine Übungen bei vielen Betroffenen die soziale Interaktion verbessert. Sie basieren darauf die Cranialnerven wieder ins Gleichgewicht zu bekommen und damit die soziale Interaktionsfähigkeit wieder zu fördern.

Deshalb geht er davon aus, dass bei vielen chronischen Krankheiten die Cranialnerven im Ungleichgewicht sind und das autonome Nervensystem im Alarmmodus, der durch ein bestimmtes Ereignis ausgelöst wurde, verbleibt anstatt sich wieder davon zu erholen.

Mit den Übungen aus dem Buch habe ich es das erste mal geschafft die Augenpartie zu entspannen. Überhaupt das Gesicht. Und mehr Energie hab ich auch! Zwar ned lang. Aber immerhin. Bedenkt, dass die Cranialnerven und der/die Vagusnerven gehören ja dazu auch die KörperthemperaturSie regeln die Nierenfunktion. Und damit auch den Cortisolspiegel. Das würde also dazu passen, dass es einen Zusammenhang mit dem Cortisolspiegel z.B. bei chronischen Schmerzen aber auch bei anderen chronischen Erkrankungen gibt.

Neulich sind zwei Mädels vor mir gelaufen. Dann sind sie stehen geblieben, weil der Schuhbendel bei einer der beiden offen war. Da sangen beide plötzlich: "Der Schuh ist aufgegaaangen..." (zur Melodie von der Mond ist aufgegangen ;-)
Ich musste schmunzeln.

Ein Bekannter hat mir noch nachträglich frohe Weihnachten gewünscht mit dem Satz.
"Der Weihnachtsstress... und dann kommste heim und musst noch einkaufen! Stell Dir vor, es ist Weihnachten und das Klopapier ist alle."
Schmunzelfaktor No. 2 :)

Sodala. Und einen Comic gibt's für Euch zum Jahresanfang auch wieder! Viel Spass!

Donnerstag: Meine Krückenbekanntschaft hat mir diesen Videolink zum Zusammenhang zwischen Ernährung und regressivem Autismus geschickt.

Dabei geht es darum, dass bei auffällig viele somalische Emmigrantenkindern in Canada autistisch werden und der Frage, woran das liegen könnte. Dabei stellte sich über die Urinuntersuchung raus, dass autistische Kinder eine anderer Darmflora als gesunde Kinder und ihre Geschwister haben. In den im Film gezeigten Fällen, wurden die Kinder im Kleinkindalter (wegen Ohren- und anderer Entzündungen) mit Antibiotika behandelt. Und Antibiotika verändern die Darmflora. Bedenkt bitte, das Antibiotika ja auch in den industriell hergestellten Lebensmitteln enthalten sind. Stellt Euch die Darmflora wie ein Ökosystem wie den Regenwald vor. Was passiert mit dem Regenwald, wenn man eine bestimmte Baumsorte komplett fällt? Er kommt aus dem Gleichgewicht. In der Darmflora der Kinder blieben Klostridien übrig. Diese produzieren Neurotoxine und Propionsäure.

Eine andere Mutter nahm die Dinge selbst in die Hand, weil sie um die Zukunft ihres Sohnes besorgt war. Er konnte immer noch nicht sprechen. Und ab einem Alter von 8 Jahren, schließt sich dieses Lernzeitfenster. Deshalb pilgerte von Pontius zu Pilatus (weil keine Fachrichtung sich dafür zuständig fühlte), um ein Antibiotikum für ihren Sohn zu bekommen, der die Klostridien abtötet. Irgendwann hatte sie Erfolg und ihr Sohn wurde eine Zeit lang mit Vancoycin behandelt. Und siehe da. Sein Verhalten änderte sich. Er reagierte und interagierte. Was vorher überhaupt nicht möglich war. Einen Haken gibt es aber. Klostridien hinterlassen auch nach abtöten Sporen in der Darmflora.

Ihr Arzt kontaktierte Dr. Finegold, der zu diesem Thema Darmflora und Autismus forscht. Und es wurde eine Studie mit weiteren autistischen Kindern durchgeführt. Auch hier zeigte sich, dass sich ihr Verhalten besserte. Sobald das Antibiotika abgesetzt wurde, kam das Verhalten jedoch zurück. Weil die Sporen im Darm wieder Klostridien hervorbrachten.

Das erhoffte Echo auf diese Publikation blieb jedoch aus. Anstatt die Chance zu sehen, ja, es gibt einen Zusammenhang mit der Darmflora, konzentrierte sich das Echo nur darauf, dass beim Absetzen die alten Symptome wieder auftraten. Das war aber nicht DER PUNKT!

Ein Rattenversuch (Ratten sind sehr sozial Tiere) hat ergeben, dass die Tiere bei Verabreichung von Proprionsäure autistisch wurden. Prprionsäure überwindet die Blut-Hirnschranke, wenn ich es richtig verstanden habe. Sie verändert die Gehirnfette. Das läßt sich auch im Blut von Autisten nachweisen. Sobald das Mittel abgebaut war, schliefen die Ratten und wurden wieder sozialer.

Ich denke, dass nicht nur Antibiotika sondern auch die Nahrung und andere Medikamente (Schmerzmittel...) die Darmflora verändern. Das zeigt ja auch der Erfolg der Ernährungsdocs.
Die Frage ist nur, ob die Darmfloraveränderung die Ursache oder nur ein Symptom ist. Für mich sieht es eher so aus, als wird bei chronischen Erkrankungen das Nervensystem übererregt und übererregbar. Als würde es nicht in sein altes Gleichgewicht, einen entspannten Zustand zurückfinden. Gleiches vermute ich bei Autismus. Denn sowohl chronisch Kranke (z.B. Krebskranke) als auch Autisten können sehr geräuschempfindlich sein. Was ja wieder auf den Cortisolspiegel und die Cranialnerven zurückzuführen sein könnte. Und dass Schmerzmittel und andere Medikamente die Darmflora verändern, könnt Ihr ja auf dem Beipackzettel nachlesen. Wenn da Durchfall oder Verstopfung steht, viele Schmerzmittel (Neuroleptika, Antidepressiva (die werden in geringer Dosis auch als Schmerzmittel eingesetzt) haben entweder das eine oder das andere als Nebenwirkung zur Folge. Vielleicht ist die Wirkung gar nicht so daneben.
Ist die veränderte Darmflora jetzt die Henne oder das Ei des Problems? Ursache oder Wirkung (Symptom)? In der Folge könnte es sogar zu einem Aktivieren oder Deaktivieren von bestimmten Genen kommen. Wir wissen noch viel zu wenig darüber wie der menschliche Körper im Zusammenspiel funktioniert. Die Wissenschaftler konzentrieren sich wie mir scheint meist auf eine spezielle Thematik und lassen das Drumherum ausser acht. Ein Test unter Laborbedingungen. Wie aussagekräftig ist der? Wo bleibt die Praxis? Ist das in der Praxis und unter Realbedingungen überhaupt testbar? Müssten Fachärzte nicht viel mehr inderdisziplinär zusammenarbeiten, um die aktuellen Krankheiten in den Griff zu bekommen? Auch mal über den Tellerrand schauen? Es ist schön da!

In der Schmerztherapie hat man das auch schon mit dem multimodalem Ansatz erkannt. Das ist schon mal ein Anfang. Funktioniert hat es bei mir trotzdem nicht. Ich konnte beobachten, dass es einigen meiner Mit-Schmerzis ebenso ging.

Ich glaube nicht, dass sich das auf eine einzige Ursache zurückführen läßt. Dazu ist der Mensch zu komplex. Bedenkt doch, dass emmigrierte Kinder auch aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen wurden. Dass dort auch die Umwelt ganz anders aussieht und noch nicht westlich geprägt ist. Der Westen unterscheidet sich ja nicht nur durch die Nahrung. Sondern auch durch den Verkehr, die Gewohnheiten, die Bräuche, das Schulsystem ... Und vergesst nicht, mit einzubeziehen, was sie in ihrem Heimatland und auf dem Weg in den Westen alles erlebt und erduldet haben.

Auch bei einem chronisch Schmerzkranken treffen mehrere Faktoren zusammen. Oft ging der Krankheit ein Unfall voraus. Das kann sehr belastend sein. Kann und darf man weiter arbeiten? Denn Arbeit gibt dem Tag Routine, Struktur und einen Sinn. Und die ist wichtig. Wird man aufgrund der Krankheit gar entlassen? Erfährt man Unterstützung durch die Fammilie und Freunde? Oder ist man sozial isoliert?
D.h. auch chronisch Kranke wurden am Beginn der Krankheit aus dem gewohnten Umfeld gerissen. Das ist eine Parallele zu den somalischen Kindern. Sind Erwachsene wirklich resilienter als Kinder? Vielleicht geht es weniger darum, ob man Kind oder Erwachsener ist, sondern um genetische Veranlagungen. Veranlagung in der Grundausstattung jedes Menschen.

Als ich auf Reha in einem Krankenhaus war, kam ich mir wie ein Gestrandete unter Gestrandeten vor. Plötzlich aus dem Alltag aus ihren Routinen gerissen. Hinzu kommt die Unsicherheit wie es weitergeht. Der Zweifel, ob man den Ärzten und der Versicherung in der Klinik wirklich trauen kann. Am Ende der Reha die Enttäuschung, wenn die Beschwerden und Einschränkungen blieben. Man ist weit weg von zuhause und seinen Lieben, die einen allerhöchstens am Wochenende besuchen können. Wenn überhaupt. Einem Mann verboten die Ärzte, das Krankenhaus zur Beerdigung seines Vaters zu verlassen. Hilflosigkeit und Verzweiflung stellt sich ein. Die Vertrauensbasis für den Heilerfolg fehlt. Dazu kommt noch das erdrückende Prinzip der der heutigen Leistungsgesellschaft. Wir sollen funktionieren. Und was ist, wenn das nicht geht? Wer weiss, was solche Ausnahme.Situationen an biochemischen und sonstigen Prozessen in unserem Körper auslösen? Darin wird der Schlüssel liegen. Dabei darf man auch nicht den Fehler machen, zwischen Geist und Körper zu trennen. Denn beide beeinflussen sich gegenseitig. Soviel ist inzwischen klar. Bildgebende Verfahren dazu sucht man aber leider noch vergeblich. Und was man nicht sieht, das glaubt man nicht. Apropos nicht glauben... Das hat mir am meisten zu schaffen gemacht. Dass man mir nicht geglaubt hat. Gesund werden kann man aber nur, wenn alles passt. Wenn man sich wohlfühlt und in gegenseitigem Vertrauen und Respekt.

Ein weiteres Beispiel dafür findet Ihr im Hospitalismus bei Zootieren. Das habt Ihr sicher auch schon beobachtet. z.B. im Eisbärgehege, bei den Raubkatzen oder Elefanten. Die Gehege sind viel zu klein und die Tiere können sich nicht wie in Freiheit in ihrem riesigen Territorium bewegen. Die Folge sind repetitive Verhaltensweisen. Sie laufen oder wiegen sich hin und her. Das erinnert mich stark an autistische Kinder. Auch sie wurden aus ihrem natürlichen Lebensraum gerissen. Dort ist es in der Regel stiller als im Zoo. Im Zoo finden sie sich lärmenden Besuchermassen ausgesetzt. Oft ohne viel Rückzugsmöglickeit. Autistischen Kindern, die in der Klasse von den lärmenden Mitschülern umgeben sind, geht es da ähnlich. Den autistischen Kindern tun vom Lärm sprichwörtlich die Ohren weh. Zuhalten dürfen sie sie nicht. Weglaufen dürfen sie auch nicht. Und in so einer Situation sollen sie etwas lernen? Da wundert Ihr Euch? Wie soll das funktionieren?

Sodalein... genug herumthesiert. Etz gibt's Gschmarri vo gestern.

Mir gucken gestern die Wildkatzen-Doku auf BR3. Der Canada-Luchs jagt grad einen Schneeschuhhasen.
Ich:"Gibt's auch einen Schlittschuhhasen?"
Mei Mama lachend:"Einen Skihasen!"

Es gibt auch einen Beitrag über einen Schneeleoparden im Himalaya. Er ist auf Single und auf Partnersuche. Also der Schneeleopard.
Der Erzähler:"Er markiert bis zu 20 x pro Stunde."
Mei Mama:"Der muss ja öfter wie ich!"
Ich:"Vielleicht markierst du a?"

Und hier ist noch ein Comic.
Den lachen ist die beste Medizin. :)
Also los! Lacht a weng!

Samstag: Das muss ich jetzt einfach mal runterschreiben.

Also mir ist in der Bücherei ein Buch über Restless Legs von Trias in die Hände gefallen. Und da sind mir die Ähnlichkeiten zu CRPS aufgefallen. Direkt unheimlich. Da ich beides selber habe, das Beinzucken und jucken schon im Babyalter (es gibt Fotos), kenn ich beides. Es ist fast unheimlich. Denn sie verhalten sich gleich. Tagsüber geht es nämlich meistens einigermassen. Aber nachts kommen die Probleme. Die Unruhe in den Beinen und beim CRPS kommt die Unruhe und die Schmerzen nachts auch am stärksten. Genau dann, wenn man sich nicht mehr bewegt.

Mir sind auch schon vorher Ählichkeiten von CRPS zu Autismus/ADHS aufgefallen. Und dass es auch Parallellen zu anderen neurologischen Erkrankungen wie MS, Fibromyalgie und chronischen Schmerzerkrankungen ... gibt.

Meine These ist ja, dass die Ursache ein überschiessendes autonomes Nervensystem ist. Und das kann man soweit ich es verstanden habe, mit HRV-Geräten (Heart Rate Variability) messen.

Jetzt wär es ja mal interessant zu gucken wie sich der HRV-Wert im Laufe eines Lebens verändert. Und wenn er sich verändert, dann wäre doch nicht nur das Hirn neuroplastisch sondern auch das Nervensystem.

Kann man messen, ob Nerven hypersensibel sind? Bei mir wurde immer nur gemessen, ob der Nerv noch leitet. Aber wie gut? Kann man das im Aktionspotential sehen? Das wär mal interessant.

Wenn Autisten und ADHSler missverstanden werden, weil sie sich mündlich nicht äußern können, weil sie in Situationen von Reizen überflutet und das autonome Nervensystem im Dauer-Alertmodus ist, kann das nicht auch bei anderen Krankheiten vorkommen?

Auch ältere Menschen, die ja schon viele chronische Erkrankungen haben, berichten mir, dass sie auf bestimmte Gerüche übersensibel sind (z.B. bei Lungenkrankheiten) , aber auch eine bestimmte Geräuschfrequenz nicht ertragen können (wie bei Autisten: Staubsauger, Laubbläser, hochstimmiges kreischendes Kindergeschrei ...). Obwohl sie ansonsten schlechter hören. Dann kann das nicht am Gehör an sich, sondern muss am Nervensystem (Cranialnerven) liegen. Oder? Ich muss mal fragen, ob es ihnen auch schwerer fällt Geräusche aus anderen herauszufiltern. Also ob sie z.B. in einem belebten und lauten Cafe den Gesprächspartner am Tisch überhaupt noch verstehen können. Damit hab ich nämlich massiv Probleme. Ich bekomme immer alle Wortfetzen um mich rum mit und kann mich auf das eigentliche Gespräch gar nicht mehr konzentrieren. Geht es chronisch Kranken auch so?

Ich hab mal gelesen, dass Schmerz dumm macht. Das glaube ich nicht. Ich glaube eher dass ältere Menschen, chronisch Schmerzkranke und Menschen mit chronischen neurologischen Erkrankungen sehr wohl noch intelligent sind, aber es einfach nicht rüberbringen können. Weil sie von Reizen aufgrund des hypersensiblen Nervensystems bombardiert werden und das Hirn dann einfach nicht mehr richtig funktioniert.

Ist es Zufall, dass manche ältere Menschen wie manche Autisten lautieren, echalolieren, versessen auf Routinen sind? Ist es nicht wahrscheinlicher, dass hier eine gemeinsame Ursache zugrunde liegt?

Das würde bedeuten, dass viele Menschen weil sie missverstanden und ihre geistigen Fähigkeiten unterschätzt werden und sich mündlich nicht mehr ausdrücken können, keine Mimik und Gestik mehr zeigen und auch nicht lesen können, ständig frustriert sind und deswegen depressiv werden. Nur wissen sie auch nicht, warum sie immer wieder frustriert werden, warum man sie nicht versteht. Und schlimmer noch: die Schublade, in die man sie steckt, passt überhaupt nicht. Nur leider können sie sich wegen der Reizüberflutung im Hirn auch nicht dagegen wehren! Gruselig!

Noch gruseligeres vom CRPS.
Mehrere CRPSler aus der Gruppe haben berichtet, dass ihr Smartphone in der Hand brennt wie Feuer.
Heut wollt ich Fotos für die Website machen. Meine Digitalkamera macht das auch! Die brennt genauso! Und meine Hand zittert auch mehr, wenn ich das Ding in der Hand habe. Das ist unheimlich. Ob CRPS auf Elektrosmog hypersensibel ist? Das könnte die Erklärung sein.

Ein Mit-CRPSler hat mich drauf angesprochen, dass bei CRPS auch zu übermäßiger Hornhautbildung kommen kann. Die hab ich. An der rechten Hand und am rechten Fuss. Ist mir bisher gar nicht aufgefallen.

Sonntag: Es wird noch gruseliger und unheimlicher.

Oh mein Gott!
Wenn es älteren Menschen und Behinderten genauso geht wie Autisten, dann haben sie ein intensives geistiges Innenleben und können es nur nicht nach außen mitteilen. Und aufgrund ihres auffälligen Verhaltens, neurologischer Deformitäten wie Krallenhände und Füsse (Dystonien), gekrümmte Körperhaltung wirken sie auf andere Menschen auch noch abschreckend.

Ich weiss wie das ist, ständig missverstanden zu werden. Es ist frustrierend. Wenn das Verhalten aufgrund des überschiessenden Nervensystems und der damit verbundenen Reizüberflutung seltsam und auffällig wird, grantig, sogar aggressiv.

Das ist ja dann wie lebendig begraben.
Da fällt mir ein, es gibt ja diesen Zustand Wachkoma, Locked-in. Was ist, wenn das auch ein überschießendes Nervensystem ist?
Es fäL;llt in die gleiche Kategorie. Wow! Unheimlich. Gruselig.
Ich kann mich ja wenigstens schriftlich ausdrücken.

Aber wie verzweifelt, hoffnungslos ist die Lage, wenn man kein Körperteil mehr bewegen kann? Und Wachkoma und Langzeitkomapatienten entwickeln ja auch diese Krallenhände und Krallenfüße. Das sind doch auch Dystonien. Und von denen weiss man doch auch, dass das Hirn noch funktioniert, aber sie maximal noch die Augen bewegen können. Über die Augen hat man doch schon Kontakt mit solchen Menschen aufgenommen.

Meine Schwester (hatte mit 7 einen epileptischen Anfall und eine Gehirnblutung, ist seitdem halbseitig gelähmt.) hat ja auch eine Dystonie am rechten Fuss und an der rechten Hand. Die Hand geht nachts in Entspannung aber auf. Nur am Tag, krallt sie sich mit aller Kraft zusammen. Und sie kann nichts dagegen machen.
Das passt zusammen!

Ich habe bei der Selbsthilfegruppe auch erfahren, dass mein letzter Schub ein Neglect war. Das Wegsacken des rechten Beins. Das Hirn ist mit Reizen so überflutet, dass es zum Selbstschutz versucht, dem Einhalt zu gebieten. Indem es Verbindungen kappt. Deshalb schwindet bei CRPS die Kraft in Händen, Füssen, Armen und Beinen. Deswegen fallen uns Dinge einfach aus der Hand, sacken Beine einfach beim Laufen weg, kommt es zur Taubhaut in Händen, Beinen, Füssen und Armen. Kommt es zu eiskalten, sich wie absterbend anfühlenden Gliedmassen. Das ist ein Schutzmechanismus.

Unsere Finger und Hände sind so kalt, dass nicht mal mehr Smartgeräte (Smartphones, Tablets) auf unseren Fingerdruck reagieren. Für die sind unsere Finger tot! Weil sie nicht mehr die körperliche Aktivität aufweisen, die zur Bedienung dieser Geräte notwendig ist. Nicht nur bei Smartgeräten ist das der Fall. Ich habe immer Probleme mit den Drückschalten an Ampeln. Die registrieren meinen Hand- und Fingerdruck auch nicht mehr!!!! Ich dachte immer die Ampel ist kaputt. Dabei sind es meine Hände.

Und Digitalkamera und Handy in der Hand brennen und verstärken bei mir auch das Zittern in der Hand.
Da ich seit ich CRPS habe, auch das MRT 3 Stockwerke unter unserem Büro höre und fühle, glaube ich, wir sind auch hypersensibel auf elektro-magnetische und elektronische Strahlung und die Vibrationen.

Wow! Wir sind X-Men! X-Women! Die bionischen Männer und Frauen!

Ich habe auch eine starke Hornhautbildung an der rechten Hand und am rechten Fuss. Darauf hat mich ein anderer CRPSler aufmerksam gemacht. Links ist es nicht so stark. D.h. nicht nur Nagelwachstum und Haarwachstum, sondern auch Hornhautwachstum können anders sein. Ein zu schnell feuerndes Nervensystem kann man inzwischen über den HRV-Scan (es gibt diverse Messgeräte) messen. Ich will das mal ausprobieren.

Ob bei mir der HRV-Scan, das wiedergibt, was mein inneres Trafohäuschen mir sagt? Ich geh davon aus.
Wahrscheinlich bin ich inzwischen so hypersensibel und die Nerven feuern so schnell, dass ich das autonome Nervensystem in mir spüren und hören kann! Wenn man bedenkt, dass ja das Feuern von Nerven auch nichts anderes als elektronische Impulse sind, ist das vollkommen logisch! Der Neurologe misst und liest ja auch das Aktionspotenzial vom Nerven in der Nervenleitgeschwindigkeit.
Kann er auch lesen, wenn der Nerv zu schnell leitet? Oder sieht er nur, ob er leitet oder eben nicht?

Auch bei Hochbegabung (Dummerweise hochbegabt - Agnes Imhof) feuern die Nerven zu schnell!

Deswegen konnt ich im Krankenhaus in Frankfurt auch nicht schlafen, weil meine Bettnachbarin den Fernseher, die ganze Zeit durchlaufen hat lassen. Ich hab die Augen mit meinem Arm gegen das Fernsehlicht meiner Nachbarin abgeschirmt. Der Blauanteil im Fernsehlicht, der stört das Schlafhormon Melatonin, deswegen soll man abends auch nicht mehr vor dem PC arbeiten. Eine Augenmaske kann ich am Gesicht nicht ertragen, das juckt, brennt und macht mich wahnsinnig. Wegen meiner Reizüberempfindlichkeit. Ich konnte trotzdem nicht schlafen, weil ich den Fernseher noch gehört (trotz Kopfhöreraktivierung, ich dachte zweitweise, sie hat da gar keine dran!) und gespürt habe! Das ist ja der Hammer!

Und die Lichtempfindlichkeit und die Beleuchtung in Krankenhäusern sind ja auch nicht miteinander kompatibel. Da wäre dämmbares Licht von großem Vorteil, statt der Neonröhren, deren Geflacker übersensible ja wahrnehmen können. Das macht sie reizbarer. Das macht sie aggressiv. Und dann noch der Gestank von Desinfektionsmittel! Im Krankenhaus ist man einem wahren Reizfeuerwerk ausgesetzt! Deswegen ist es dort schlimmer geworden! Das war wie bei den Tieren im Zoo im Käfig. Kein Wunder! Die können da ja auch nicht einfach davonlaufen.

Auf der Intensivstation is ja auch viel "Blaulicht". Ich mein jetzt nicht Tatütata sondern die Monitore. Soweit ich mich erinnern kann, als ich meine Mama auf der Intensivstation besucht habe, schimmerten dort alle Monitore bläulich. Ich frage mich jetzt, wenn auf der Intensivstation viele Menschen liegen (mit Schlaganfall oder Herzinfarkt), deren Nervensystem noch übersensibler ist, wie meins, ob dann diese Monitore nicht den Zustand noch verschlimmern... und auch der Geruch... Ob es auch geruchsloses Desinfektionsmittel gibt? Oder muss man diese "Sauberkeit" riechen? Mir wird davon immer schlecht. So wie bei Weihrauchgeruch. Da könnt ich speien. Und statt Neonlicht gedämpftes Licht. Bei Computermonitoren kann man den Blaulichtanteil ausschalten. Das müsste doch im Krankenhaus auch funktioneren. Oder nicht? Bei Migräne verträgt man ja auch kein Licht und keine Gerüche und keinen Lärm.

Heut hat es Sauerbraten gebm.
Mei Mama:"Ich hab ehtu a weng vill Essig derwischd."
Ich:"Heißt ja Sauer-Braten."

Gschmeckt hadder fei trotzdem.

Ich war vorgestern in der Bücherei und hab mit der Ausleihdame gred.
Ich hatt diesmal 7 Bücher gfundn. Abgebm habi 6.

Ich:"Des sin scho widder mehra woarn. Lesen Sie a soviel wie ich?"
Ich bin logischerweise einfach davon ausgegagen, dass wer in einer Bücherei arbeitet, auch gerne Bücher liest.
Sie:"Nein. Ich les bei neuen Büchern ab und zu die Klappentexte und denk mir, das wär amol was. Aber dann les ich doch lieber online."

Übrigens ein Papierbuch ist auch reizärmer als ein E-Book. Blaulichtanteil. Aber ich könnt mit meinen Fingern ohnehin nimmer beim E-book umblättern. Apropos. In Nürnberg bei den Nürnberger Nachrichten hatten sie auch eine Zeit lang solche Touchscreens zum virtuellen Zeitungsblättern und im Siemens Med Museum hatten sie auch so Touchwände. Deswegen haben die bei mir nicht funktioniert! Und deswegen hatte ich auch Probleme mit dem I-Pad, das ich für den Rundgang dort bekommen habe! Ach SOOO! Allmächd! Ich bin gar ned zu blöd für die Bedienung. Des geht einfach mit meinen CRPS-Fingern nimmer! Weil die für die Sensoren tot sind!

Jetzt wär die Frage wie solchen Touchscreens , Ampeln und Co den Fingerdruck messen. Juchu, ich hab jemanden, der mir die Frage beantworten kann und auch möchte. Er schreibt es mir zusammen. YEAH!

 
Die Glaa aus ERH - Neujahr Sandra Jaeger 2018
Die Glaa aus ERH - DerGuteRat Sandra Jaeger 2018
20.01.19 bis 26.01.19 Und ab geht die Luzie!

Sonntag:
Wahnsinn! Es ist soviel passiert die letzten Wochen. Im real life!

1. Nehm ich grad an einem Ölmalereikurs teil und 2.tens hab ich tolle neue Leute kennengelernt. Das ist der Hammer!

Ich weiss jetzt auch, welche Frage in Schmerzfragebögen drinstehen sollte.
Verstehen Sie in einem lauten Cafe, was Ihr Tischnachbar erzählt?
Jetzt fragt Ihr Euch bestimmt warum. Ganz einfach.

Wenn es so ist, dann funktioniert nämlich der Mittelohrmuskel nicht mehr richtig. Der wird vom Mittelohrnerven gesteuert. Und der wiederum vom autonomen Nervensystem. Und wenn er nicht funktioniert, dann könnt Ihr Umgebungsgeräusche nicht mehr herausfiltern. Gesunde können das. Ich konnte das leider noch nie ;-)
Beantwortet man diese Frage also mit "Ja" bedeutet es nicht automatisch, dass Ihr schwerhörig seid, sondern es ist ein Zeichen dafür dass Euer autonomes Nervensystem nicht mehr im Gleichgewicht ist und nicht richtig funktioniert.

Dann ist folgendes passiert. Diese Woche an der Haltestelle saß im Bushäusle neben mir eine alte Dame mit Stock und neben ihr eine jüngere Begleiterin. Zu hören ist das "Toc - toc - toc ..." für Menschen mit Sehbehinderung und Blinde. Ich höre es auch.
Die alte Dame:"Dieses Geklopfe geht mir auf die Nerven."
Ihre jüngere Begleitung: "Das hörst Du?!?! Ich hör das gar ned."

Die jüngere Begleiterin konnnte also das Geräusch noch herausfiltern. Bei ihr funktioniert der Mittelohrnerv noch. Ich stelle weiterhin fest, dass wir ohne funktionierenden Mittelohrnerv in der Überzahl sind. Und schon stellt sich mir die Frage, ob das auch im Großen und Ganzen so ist. Wenn ich mir aber auf Arbeit, die Kollegen und ihre Zipperlein so ansehe, dann gehe ich stark davon aus, dass sich die funktionierenden Mittelohrnerven in der Minderheit befinden. Frage: Sollten wir da nicht mal langsam was tun? Bevor keiner mehr übrig ist? Übrigens kein Wunder, dass sich diese beiden Gruppen nicht mehr verstehen. Das ist ja wirklich und wortwörtlich der Fall. Kommt es vielleicht deshalb in Unternehmen und der Gesellschaft zu immer mehr Missverständnissen. Weil wir uns nicht nur vom Kontext und Hintergrunderlebnissen, sondern auch von Hardware und Software (Physisch und Physiologisch) nicht mehr verstehen können? Das würde einiges erklären. Das würde auch erklären, warum wir trotz immer mehr elektronischen Möglichkeiten der sozialen Kommunikation immer weniger direkt miteinander sprechen und uns immer weniger verstehen. Faszinierend! (So würde es Spock vom Raumschiff Enterprise wohl ausdrücken).

Bei Blinden weiss man ja inzwischen, dass sich das Nervensystem neu organisiert. Das Hirn arbeitet ja nach dem use it or loose it Prinzip. Unser Körper und Nervensystem ist dann so schlau und bildet automatisch Umgehungslösungen (Workarounds) aus. Z.B. Wird der Geruchssinn und Hörsinn bei Blinden geschärft. Ist ja klar. Damit können sie den Verlust vom Sehen kompensieren.

Älteren Menschen geht es genauso. Mit dem Alter verabschiedet sich auch diese Fähigkeit. Wäre dann die Frage, ob das auch bedeutet, dass das autonome Nervensystem sich im Alter langsam von seiner Funktionsfähigkeit verabschiedet. Wahrscheinlich schon. Denn wie ein altes Auto hat man dann halt schon einige Jahre auf dem Buckel und die kleinen Problemchen summieren sich.

Ob man das auch wieder rückgängig machen kann? Können Vagusnervübungen, Entspannungsübungen und Co auch das Altern hinauszögern oder kann man dadurch sogar wieder "jünger" werden?

Wenn es bei chronisch Kranken funktioniert, dann könnte das schon sein. Denn ätlere Menschen sind ja oft auch chronisch krank. Sie bilden sozusagen eine Schnittmenge. Und da ja nicht ein Körperteil unabhängig vom restlichen Körper funktioniert und versagt, sondern wie bei einem Auto auch immer die ganze Funktion eingeschränkt wird bzw. sich verändert, wirkt sich ja eine OP mehr am Körper auch auf den ganzen Rest aus.

Bildlich könnt Ihr Euch das so vorstellen. Ihr habt eine Marionette. Die hängt ja an vielen Schnüren. Dann schneidet mal eine Schnur durch. Was passiert? Nicht nur der eine Teil, an dem der durchgeschnittene Faden hängt, sondern die gesamte Puppe gerät in Schieflage. Genauso ist es bei unserem Körper. Das bildhafte Beispiel hab ich übrigens von meiner Ergo. Hiermit nochmal ein ganz liebes Dankeschön.

D.h. im Alter läßt also nicht nur die Hardware (man hört generell schlechter, die Gelenke, Knochen verschleissen, die Muskeln bauen ab...) nach, sondern auch die Software (das Nervensystem) verändert sich. Dann ist nicht nur das Hirn neuroplastisch sondern auch das Nervensystem.
Alles, was neuroplastisch ist, kann der Körper aber auch selber wieder umbauen. Dann müsste das doch auch für das Nervensystem gelten.

Auch der Filter für Gerüche verändert sich im Alter. Woher ich das weiss?
Im Bus saß neulich neben mir eine ältere Nachbarin.
Sie erzählt:"Seit der Seniorensport in der neuen Turnhalle ist, kann ich nicht mehr mitmachen. Der Boden riecht so arg nach Gummi, dass ich Atemprobleme bekomme. Und ich bin nicht die einzige, der es so geht."

Das Problem kenn ich noch aus meiner Schulzeit. Sobald ich die Turnhalle betrat, überfiel mich der eklige Turnhallenbodengestank. Es war fürchterlich. Einmal habe ich mich in der Halle übergeben. Das konnte den Geruch auch nicht verbessern. Und oft flüchtete ich mit den Worten: "Mir ist schlecht." in die Kabine.
Man trifft hier übrigens auf wenig Verständnis von Sportlehrern und Mitschülern.

Und wenn sowohl der Geruchsfilter als auch Hörfilter nicht mehr funktioniert, dann wird das bei den restlichen Sinnen auch so sein. Fühlen, schmecken, und bei Gefühlsempfindungen wie Trauer, Wut oder Schmerz. Das ist ja logisch. Und wenn ein Filter über das Nervensystem gesteuert wird, dann doch sicher die restlichen anderern auch.

Das heisst die einen haben es schon als Kinder, der Rest bekommt es erst im Alter zu spüren. Aber entkommen tun wir dem nicht. Dann werden Menschen mit unterschiedlichem Status des Nervensystems geboren und verändern ihn auch im Laufe ihres Lebens.

Ist das nur bei westlichen Kulturen so? Wenn ja, dann dürfte es an unserer westlichen Lebensweise liegen. Ernährung (Antibiotika schon in Tieren), zu wenig Bewegung ....
In nicht westlich geprägten Ländern verläßt man sich auf sein Bauchgefühl. Wir auf die Logik und die Wissenschaft. Ist das wirklich immer das Richtige? Weiss wirklich die Wissenschaft besser was mir persönlich und meinem Körper guttut? Wußtet Ihr, dass das Bauchgefühl in der rechten Gehirnhälfte wohnt? Lustig...

Ich hatte neulich einen kleinen Denkfehler in der Poly-Vagal-Theorie. Sie besagt nämlich nicht, dass wir, wenn unser Nervernsystem und unser Körper entgleist (auch ein sehr schönes Bild... vielleicht handelt es sich auch um eine Gleisbelegungsstörung oder Zugstörung ;-) im Kampf-Flucht-Modus sind. Dem ist mitnichten (und mit Tanten) so. Uns ergeht es wie einer Maus , wenn sie sich im Maul einer Katze befindet. Sie erstarrt. Fällt in Ohnmacht. Das ist ein normaler physiologischer, überlebenssichernder Effekt. Denn, wenn die Maus Glück hat, verliert die Katze an einem bewegungslosen "Spielzeug" ihr Interesse. Und die Maus kann den Moment nutzen und fliehen. Es ist also ein durchaus sinnvolles und richtiges Verhalten.

Meine Physio hat mir von einer Maus erzählt, die beim Anblick einer Katze Tod umfiel. Da hat der Mechanismus nicht so gut funktioiert. Es zeigt aber, wie es auch dem Menschen in ähnlichen Situationen ergehen kann. Vielleicht färbt aber auch schon die westliche Lebensweise durch die veränderte Umwelt auf die Tierwelt ab. Wir sollten das im Auge behalten. Vielleicht hat sich die Maus auch wirklich wieder hinterher derappelt.

Es ist also ein physiologischer und kein psychologischer Prozess. Der kommt vom "alten Reptilienvagusnerv". Der sichert unser Überleben. Bei Reptilien macht der ja noch durchaus Sinn, wenn sie im Winterschlaf oder in Schockstarre die Atmung anhalten. Bei Säugetieren ist dies natürlich nicht so toll. Auf Dauer verheerend. Bei chronisch Kranken klemmt der Schalter, der den Modus wieder in den Wohlfühl und Sicherheitszustand zurückversetzt. Des is a ned grad des gsündeste.

Irgendwie schafft es der Körper dann nicht mehr aus diesem Modus herauszukommen. Die Reizfilter funktionieren nicht mehr. Wie bei einem Computer, an dem zu viele Fenster (Programme) offen sind, trifft auch auf unseren Hauptprozessor (Gehirn) zuviel Information ein. Der Prozessor kann sie nicht mehr verarbeiten. Er friert ein oder stürzt ab. Beim Menschen wäre ein solcher Systemabsturt dann Migräne, Epilepsie, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Kleine Anekdote: Das habe ich auch so meinem Busnachbarn erzählt. Ja, ich neige dazu die Menschen um mich herum, mit meinen neuesten Erkenntnissen todzuquatschen. Daführ gibt es sogar einen medizinischen Fachausdruck: Loghorroe. Was es ned alles gibt...
Er arbeitet in der Erwachsenenbildung und sie machen die Kurse alle am Computer.
Er:"Beim nächsten Rechnerabsturz sag ich: Der hat jetzt einen Schlaganfall. Ich bin auf die Gesichter gespannt."

Da man überreizt ist, ist man schneller erschöpft. Man braucht viele und lange Erholungsphasen. Ein PC muss ja dann auch neu booten. Man zieht sich zurück. Man hat keine Energien für soziale Kontakte. Da soziale Kontakte den guten Vagusnerv stimulieren, behindern wir damit auch den guten Vagusnerv daran, seine Funktion wieder aufzunehmen. D.h. der Reptilienvagus (unterhalb des Zwerchfells) läuft auf Hochtouren und der gute Vagusnerv (oberhalb des Zwerchfells) kommt nicht in die Gänge. Damit der gute Vagus anspringt, müsste man sich rundum wohlfühlen. Chronisch Kranke fühlen sich häufig weder von der Umgebung, noch von Ärzten oder Gesundheitssystem besonders ernst genommen. Auch kein Wunder, wenn man in die psychologische Ecke geschobenen wird. Bei einem physiologischen Problem!
Warum ist das so?

Da wir chronisch Kranken uns in einem physiologischen Zustand der Gefahrenlage (Maus im Maul der Katze) befinden, ist es uns gar nicht möglich mit anderen zu interagieren. Redet doch mal auf die Maus im Maul der Katze ein. Sagt Ihr, ist doch ned soooo schlimm. Das wird schon wieder. Seht Ihr?

Unsere Mimik wird weniger, flacher. Die Maus reagiert ja auch nicht. Logisch. Wir können gar nicht.
In diesem Modus schickt man uns dann auf Schmerztherapie. In ein Krankenhaus. Das die Maus im Maul der Katze nund auch noch zusätzlich mit Neonlicht, Phenollösung, mehrmaligen Nachtweckattacken von Krankenschwestern, Einfall einer Horde von Ärzten (Visite), mit fremden Zimmergenossen und ihren Problemen, keiner Privatsphäre malträtiert! Das ist so ziemlich genau das Gegenteil von sicher und geborgen. Ich kenne jedenfalls keinen, der sich in einem Krankenhaus wohlfühlt.

Nicht einmal die Ärzte.
Eine kleine Anekdote.
Nach dem Armbruch fragte mich der Arzt schon zum 3.ten mal, warum ich denn so blass wäre.
Diesmal schaffte es meine Maus etwas aus dem Maul herauszukrabbeln, wollte ihm die Frage beantworten und erwiderte:"Ich geh ned gern ins Krankenhaus."
Arzt:"Ich auch nicht."

Es gibt ja auch die Weisskittelhypertonie. Sprich bei einem weissem Kittel, spielt das Nervensystem verrückt. A ned grod as gsündeste, wenn einem der Arzt dann Betablocker verschreibt. Das kuriert ein Symptom. Er sollte mal lieber seinen weissen Kittel ausziehen. Manchmal tut es auch schon ein grüner Kasak. Ich mag grün. Ob das mit der Reaktion auf das Weiss auf einer visuellen Reizüberempfindlichkeit liegt?

Und der Psychologe erklärt der Maus, dass wir uns im Maul einer Katze befinden (chronischer Schmerz). Ich glaub nicht, dass das die Maus in ihrer Lage irgendwie interessiert.

Ausserdem wird die fehlende Mimik und Gestik der Maus (sie liegt ja immer noch faul im Maul der Katze rum) sehr oft fehlgedeutet. Mit fatalen Folgen. D.h. die Maus wird komplett missverstanden!

Es kommt vor, dass die Maus als Hypochonder beschimpft wird, oder mit dem Etikett einer psychischen Störung die Klinik wieder verlässt. Einmal durchgenudelt bittesehr. Geholfen hat es gar nicht sehr. Denn jetzt ist die Maus zu allem Überfluss auch noch traumatisiert und traut niemandem mehr. Was ihr dann auch wieder negativ ausgelegt werden kann. z.B. als Depression oder PTSB. A ned grod as gsündeste.

Die feindliche Reaktion im Krankenhaus ist übrigens auch ein physiologischer Prozess. Auch bei Psychologen. Ich habe mich doch neulich drüber gewundert, dass Psychologen, die das doch studiert haben, bei emotionaler Intelligenz so versagen.
Das ist menschlich. Bzw. tierlich. Oder wie sagt man... es ist natürlich.

Hier trifft ein Säugetier in Abwehrhaltung (Maus , Patient) also auf ein anderes Säugetier (Psychologe). Da das andere Säugetier die Abwehrhaltung der Maus wahrnimmt, reagiert es physiologisch entsprechend. Es verfällt in den Verteidigungsmodus. Eine sehr verfahrene Situation.

Oder einfacher gesagt: So wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Gut, die Maus ruft jetzt nicht, aber sie signalisiert (nicht absichtlich) dass sie an einer Unterhaltung nicht besonders interessiert ist. Der Gegenpart erwartet aber ein "gesundes" Verhalten der Kommunikationsbereitschaft bei einem kranken Menschen. A ned grad des gsündeste. Einleuchtend, dass das nicht funktionieren kann.

Sicherheitshalber gebe ich noch ein Mausbeispiel.
Der Psychologe hält also der Maus im Maul der Katze ein Stück Käse vor die Nase. Er erwartet, dass sie den Käse frisst. Die Maus ist dazu nicht in der Lage. Der Psychologe deutet das Verhalten der Maus als Nahrungsverweigerung. Damit hätte sie seiner Ansicht nach eine Ess-Störung. A ned grod as gsündeste.

Was ist die Lösung?
Die Maus aus dem Maul der Katze zu holen.

Und wie macht man das mit einem chronisch Kranken? Man muss ihn aus seinem Abwehrmodus herauslocken. Wie? Durch Sicherheit und Privatsphäre.Man muss sein Vertrauen gewinnen. Das bekommt man nämlich nicht geschenkt. Das muss man sich verdienen. Ihn verstehen lernen. Und ihm seine Krankheit nicht zum Vorwurf machen.

Dann wird er auch langsam aus dem Maul der Katze herausgucken. Je sicherer er sich fühlt, desto bereiter ist er zu interagieren. Und je mehr er interagiert, desto mehr wird der gute Vagusnerv angeregt.

Es geht sicher nicht schnell. Es dauert ja auch bis zu 10 Jahre oder länger um sich vollständig von einem Schlaganfall zu erholen. Das Nervensystem wird sich neuroplastisch auch nicht schneller erholen. Es muss sich ja wieder umbauen. Je länger jemand in diesem Mausmodus war, desto länger wird es sicher auch dauern. Leider ist dafür in Krankenhäusern keine Zeit. Das ist ja nicht wirtschaftlich. Das ist zu kurz gedacht. Bezöge man Ausfallzeiten und gesellschaftliche Folgekosten und Folgeerkrankungen von pflegenden Angehörigen mit ein, würde die Rechnung gleich anders aussehen.

Die schlechte Nachricht ist: es kostet Zeit und Energie.
Die gute: Man kann selber daran arbeiten. Man muss sich selber ein Umfeld schaffen, in dem man sich wohlfühlt. Ich sage nicht, dass das einfach ist. Aber ich arbeite daran. Und ich glaube daran. Denn der Glaube versetzt bekanntlich Berge und warum sollte ich den Placeboeffekt nicht nutzen? ;-)

Übrigens den Mittelohrnerven kann man mit Musik stimulieren und trainieren. Ja, genau Muskeln kann man trainieren. Auch mit selber singen. So kann ein Kirchenbesuch mit Gesang durchaus heilsam sein. Andere werden lieber Coldplay hören. Ich persönlich steh wie der Junge aus "Siri, willst Du mich heiraten?" eher auf Laurie Berkner. Ich habe in der Selbsthilfegruppe rumgefragt. Da muss jeder auf sein Ohr und seinen Bauch hören und sollte das anhören, was ihm/ihr guttut.

Bliebe die Frage, ob wenn ein Mensch oder ein Säugetier es Zeit seines Lebens schafft, immer auf seinen Bauch zu hören und die meiste Zeit im Sicherheitsmodus zu verbringen, womöglich ewig leben könnte. Will man das wirklich? Das hiesse auch, immer neues lernen, immer flexibel bleiben. Neue Techniken bis ins Alter lernen. Hat man davon nicht irgendwann genug...? Und was für ein Leben wäre es dann? Wäre das dann auch noch lebenswert?
Geht der Lebenswert denn nicht schon heute und jetzt verloren?

Mittwoch: Beim letzten mal bei meiner Ergo kommt aus ihrm Behandlungszimmer vor mir ein junges Pärchen raus. Er und sie. Besonders hilfsbedürftig hat kanner vo die zwaa ausgschaut.
Wie mich mei Ergo begrüßt, frag ich:"Machst Du etz auch Paartherapie?"

Im Bus neulich tönt's auf amol hinter mir:"Aber morgn dürfen's die Krücken ned nehma! Do werd's glatt!"
Ei solli etz dahamm bleibm, bloss weil Winter is?
Ich erzähl des hinterher meiner Physio.
Sie hätt gsachd:"Ohne is a ned besser."

Neulich an der Haltestelle. Mit Krücken kannsd was derlebn. Neber mir sitzt a älterer Mo. Er hat Sandalen o. Ich frag ihn, ob's ihn ned friert.
Er hat an eitrigen Zeh ghabt, des hams operiert und etz isser verbunden und passt ned in an normalen Schuh. Die normalen Schuh hat er sogoar in am Beutel dabei. Wir tauschen Krankengeschichten aus.

Er is im Sommer gstürzt und hat a a Hirnblutung ghabt. Dann hams ner auf Reha gschickt. Sei Gepäck hat er mit'm am Zusteller vorausgschickt, weil er's mit'm Rollator ned hätt tragn könna. Er is mit'm Zug gfahrn. 5 mal hat er umsteign müssen. Die Unterlagn hat er dahamm am Küchentisch vergessen.

Den Busfahrer hat er gfrachd wo er hi muss. Der hat gsachd, er sachd ihm Bescheid, wenn er aussteign muss. Dann is ner doch a weng lang vorkumma. Isser zum Busfahrer vier (vor). Der:"Was machen Sie denn noch da?"
Er:"Sie wollten mir doch sagn, wann ich aussteign muss. Des hamms ned gmacht."
Etz soll er aussteign und mit dem Gegenbus widder a Haltestell retour fahrn.

Dann isser in der Klinik, aber kanner kennt ner. Man erzählt ihm, dass es hier mehrere Rehakliniken gibt. Die Dame ist so nett und telefoniert umeinander und findet die richtige und bestellt ihm ein Taxi. Dann war er richtig, aber sei Gepäck, woar ned do. Des is scho am Freitag vorher kumma und des hat kanner ognumma. Etz woar's beim Zusteller im Lager. Er hat ka Waschzeuch und bloss des dabeighabt, was er oghabd hat.
Er lacht. Ich kennerd a Buch drüber schreibm.
Ich sag, er soll's machen.

Die Ölmalerei-Lehrerin von der VHS fragt mich:"Können Sie zeichnen?"
Ich:"Ich glaub schon."

Zur Zeit werden wohl die neuen Busse überholt. Wir haben wieder öfter alte rote Busse ohne Gurt. Neulich im Bus drückt mein Gegenüber schon auf der Autobahn auf den Stopp-Knopf. Es ertönt ein lautes Klingeln statt ein Pling.
Ich:"Sin des etz die Glocken von Rom?"
Sie:"Wie ich das letzte mal schon auf der Autobahn gedrückt hab, ruft der Busfahrer, wer denn jetzt hier auf der Autobahn aussteigen will..."

Lustig... Mir hamm etz Winter. Am Weingartsgraben bin ich am Haus von Familie Winter vorbeigekommen. Familie Sommer wohnt an der Lehmgrube. Etz fehlt bloss nu der Frühling.

Donnerstag: Meine Krücken hab ich getauft. Hanni und Nanni.
Apropos getauft. Ich hab einen Spitznamen von einem Kollegen bekommen: Humpelstilzchen.

Ach so... dann ist die Abwehrhaltung auf alles neue, ein physiologischer Reflex. Und dient uns zum Schutz.
Als Beispiel ist mir ein Bekannter mit seinem Hund eingefallen. Also als ich noch krückenlos war, bin ich Hund und Herrchen auch schon begegnet, wobei mir aber mehr der Hund in Erinnerung geblieben ist. Ich hab's ned so mit Gsichter. Ich durft ihn auch streicheln. Den Hund.

Dann hatt ich meine Kücken und bin den beiden wieder begegnet. Da hat mich der Hund angebellt. Sein Herrchen meinte, der bellt nicht mich an, sondern die Krücken, weil er sie noch nicht kennt. Dann hat er sie in Ruhe beschnuppert, festgestellt, dass sie ned beissen und ließ sich von mir auch wieder streicheln.

Wenn's bei den Menschen bloss auch so einfach wär. Aber viele trauen sich ned zu schnuppern. Und bleiben bei der vorgefassten Meinung. Deshalb gibt es so viele Vorurteile. Vorurteile basieren aber nicht auf Fakten sondern auf Meinungen. Und Meinungen müssen nicht stimmen. Oft sind sie falsch. Fortgeschrittene schaffen es wenigstens ihre einmal vorgefasste Meinung zu revidieren. Die sind aber leider in der Minderheit. Das dürfte dann aber was psychologisches sein.

Wo hört Physiologie auf und fängt Psychologie an? Oder sind die Grenzen fliessend? Gibt es gar keine? Wenn jeder Mensch individuell reagiert, dann wär auch das wieder höchst individuell.

Der Schwerbehindertenausweis Gdb heisst auch Nachteilsausgleich. Ich halte ihn eher für einen Vorurteilsausgleich. Habt Ihr Euch schon mal als Schwerbehinderter bei einer Firma beworben? Wie hat mein D-Arzt neulich gsachd: Schwierig.

 
27.01.19 bis 02.02.19 Ich wunder mich alla Dooch...

Sonntag:
Heut zeig ich Euch mal einen Zwischenstand von meinem Ölmalkurs - Bild. Es wird in der Lasurtechnik, der Technik der alten Meister gearbeitet.

Früher muss Maler so ein Lehrberuf wie Fachinformatiker gewesen sein. Bloss analog halt. Da gab es ja noch keine Fotokameras und Smartphones. Da hat man noch gemalt. Ob die damals auch schon gephotoshopt haben? Und die eine oder andere Falte weggemogelt haben? Bestimmt. Denn wenn der Auftraggeber nicht zufrieden war, dann gab's kein Geld.

Obwohl geschickte Künstler wie Leonoardo Da Vinci schon mal in der Auftragsarbeit des Vatikans eine Religions- und Systemkritik versteckten. Wahrscheinlich ist die wahre Kunst, nicht dabei erwischt zu werden. Und wahre Künstler wollen mit ihrer Kunst auch etwas bewirken. Etwas sagen. Er hat dabei Kopf und Kragen riskiert, weil er das System, für das er arbeitete, kritisiert hat. Gibt es diesen Mut heute noch?

Ja! Wenn Ihr mir nicht glaubt, dann schaut Euch den Dokumentarfilm: "Der marktgerechte Patient an.".
Den hab ich im Höchstadter Kulturkino gesehen. Das Kino ist klein und fein und wird von einem Ehepaar geführt. Es gab eine kleine Einleitung zum Film durch den Hausherrn persönlich und anschliessend eine spannede Diskussion. Da werden Euch im wahrsten Sinne des Wortes die Augen aufgehen!

Lest Bücher! Anstatt blind Twitter, den Nachrichten und Co zu vertrauen. Macht Euch selbst ein Bild, indem Ihr genug Wissen über die Dinge ansammelt. Aus verschiedenen Perspektiven. Und aus verlässlichen und seriösen Quellen! Und bildet Euch dann selbst eine Meinung. Drum heisst es ja Meinungsbildung. Nur mit entsprechend Wissen (also Bildung) kann man sich eine Meinung bilden.

Und viele der heute berühmten Maler, hatten zu ihren Lebzeiten kein Auskommen mit ihrem Einkommen. Und heute sind ihre Werke unbezahlbar und zu Spekulations- und Anlageobjekten geworden. Was würden sie wohl darüber denken? Wäre das in ihrem Sinne? Wieviele wunderschöne Bilder liegen wohl verschlossen in Tresoren und verchlossenen Türen, anstatt der Öffentlichkeit zugänglich zu sein?

Das Schönheitsideal war damals ein anderes. Wer wohlhabend war, dem sah man es auch an. War mollig oder dick. Heut ist das anders. Die Strassenbahn mit der Werbung einer Schönheitsklinik gibt da ein anderes Bild. D.h. sogar Ästhetik ist der Mode unterworfen.

Warum eigentlich? Warum darf man nicht einfach so sein wie man ist? Einerseits wird alles konformiert andererseits predigen Ratgeber-, Psychologie-, Gesundheits-, Hirnforschungs- und Glücksbücher, Lebenscoaches den Individualismus, den Mut zum Nein-Sagen, den Mut zum gesunden Egoismus.

Die Regale in den Buchhandlungen sind voll damit. Das ist anscheinend auch wieder eine Konformismusbewegung. Bin gespannt, was als nächstes kommt.

Liest man mal diese Ratgeber quer, erzählen die auch nix anderes, als altbekannte Sprichwörter. Wenn ich mir als Kind etwas wünschte, das auch die andern hatten, dann bekam ich immer die Antwort:"Wenn die anderen alle von der Aischbrücke springen, springst du hinterher?"

Das könnte man auch als Anti-Lemmingismus bezeichnen ;-)
Oder wie ein Schauspieler und Umweltkämpfer schrieb: Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche.

Damit war der Käs gessen und das Thema erledigt. Und so haben meine Eltern die Weisheit der heutigen Ratgeber in einen Satz gepackt. :) Ist das nun echte Weisheit oder nicht einfach gesunder Menschenverstand? Instinkt? Und wenn es das zweite ist, scheint uns derselbe inzwischen abhanden gekommen zu sein. Warum? Wo isser denn hin? Wo isn des Hirn? Das fragt man sich spätestens, wenn man einen Smoothie im Supermarkt kauft - ist dann ein Stück Obst am Stück ein Hardie? - und auf der Verpackung zu lesen ist:"Bitte erst schütteln und dann öffnen.".

Wo bleibt der Instinkt oder das Bauchgefühl? In westliche Kulturen hat die Logik und die Wissenschaft längst dem Bauchgefühl den Rang abgelaufen. Wir glauben nur das, was wir auch sehen oder messen können. Wer mir nicht glaubt, kann sich im Selbstversuch mal eine seltene neurologische Erkrankung zuziehen. Da seltene Krankheiten nicht rentabel sind (weder für Pharmafirmen noch die Wissenschaft), werden sie nicht erforscht und deswegen werden auch keine Tests entwickelt, mit denen man sie nachweisen kann. Von Heilen ganz zu schweigen. Nicht selten haben solche Erkrankten wahre Ärzte-Odysseen hinter sich. Da meist die Krankheit, wenn überhaupt, nur über Ausschlussdiagnosen festgestellt werden kann. Eine Negativtestung dauert noch viel länger! Das ist viel aufwendiger! Die Patienten machen das nicht zum Spass und um das Gesundheitssystem zu ärgern. Sie möchten einfach wieder ein bisschen Lebensqualität und die Hoffnung auf Heilung, Verständnis. Sie sind für das Gesundheitssystem langwierig, unrentabel und teuer.

Ist Euch eigentlich klar, dass die Krankheiten und Unfallfolgeschäden unseres Landes von Versicherungen (Krankenkassen, Berufsgenossenschaften ...) definiert werden? Sprich: nicht ein Arzt entscheidet, welche Krankheit ihr habt oder ob eine nach einem Unfall bleibende körperliche Beeinträchtigung eine Unfallfolge ist, das bestimmten die Vorgaben der Versicherungen. Habr Ihr das gewußt?
Habt Ihr eine seltene Krankheit, die es laut Versicherung gar nicht gibt, weil es noch keine Definition dafür gibt, dann könnt Ihr schauen, wo Ihr bleibt. Das hatte ich mir ganz anders vorgestellt.
Auf meiner wundersamen Schmerz-Reise sind mir auch andere Weggefährten begegnet, die dann meinten:"Jetzt habe ich endgültig den Glauben ans deutsche Gesundheitssystem verloren."
Zu der Anspielung mit dem Glauben und dem Gesundheitssystem komm ich weiter unten nochmal zurück ;-)

Wie sozial ist unser System, wenn wir den Menschen, die Hilfe brauchen, diese aufgrund von Definitionen und Bürokratie verwehren oder aus Kostengründen gar nicht mehr leisten können? Wenn es sich für das System nicht mehr rechnet. Und wie sozial und fair ist dieses System den eigenen Mitarbeitern gegenüber? Die Notfallbehandlung gehört da heute schon dazu. 33 Euro pro Patient bekommt ein öffentliches Krankenhaus für einen Notfallpatienten. Viel zu wenig. Denn die Geräte, Ärzte, Pflegepersonal, Krankenschwestern und Infrastruktur müssen ja rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Wie kommt man aus den roten Zahlen? Man spart am Personal. Auf Kosten der Gesundheit der überarbeiteten und überforderten Pfleger, Krankenschwestern und Ärzte. Das ist das perfideste am Gesundheitssystem. Dass es nicht mal gesund ist, für die eigenen Mitarbeiter.

Private Kliniken picken sich die Rosinen des Systems heraus. Notaufnahmen findet man dort nicht. Ist das noch solidarisch? Ist das noch sozial?

Ohne Hoffnung können wir nicht leben. Die Wirtschaft spielt mit unserer Hoffnung. Die Werbung weckt in uns die Hoffnung, dass, wenn wir ein bestimmtes Produkt kaufen, genauso glücklich und gesund werden, wie die Menschen in ihren Werbespots. Die Gesundheitsindustrie lebt auch ganz gut davon.

Hilflosigkeit sowohl des Patienten als auch des Arztes führt auf beiden Seiten zu Hilflosigkeit oder zu Wut. Das ist übrigens eine ganz normale physiologische Reaktion. Wenn die allerdings zur Normalität wird, ist das alles andere als Normal. A ned grad des gsündeste. Das Fallpauschalen-System verschärft diese Problematik noch.

Logik und Wissenschaft? Ist es wirklich so einfach? Können wir es usn wirklich so leicht machen? Was ist mit Gefühlen? Was ist mit unseren Empfindungen? Was ist mit unserem Bauchgefühl? (Wußtet Ihr, dass das Bauchgefühl in der rechten Gehirnhälfte wohnt? Das finde ich besonders lustig :)
Die gibt es doch auch? Die kann man nicht messen. Psychologen benutzen dafür Fragebogen. Aber die sind auch nur so gut, wie der, der sie gemacht hat. Und wie gut kennt der uns? Wie gut kennt der sich selbst? Und wie klar und unmissverständlich sind sie formuliert?

Ihr glaubt mir nicht?
Ein kleines Beispiel.
Ein Patient in einem Krankenhaus hat einfach ein unglaublich gutes Gehör, so dass er auch Geräusche und Gespräche im Nebenraum wahrnimmt.
Nun ist er auch noch ein sehr ehrlicher Mensch, vielleicht auch etwas naiv und glaubt an das Gute in allen Menschen und auch verzweifelt. Er denkt sich: "Ich muss den Fragebogen ehrlich ausfüllen, dass man mir mit meiner Krankheit auch helfen kann." Er hat aufgrund eines Unfalls ein chronisches Schmerzsyndrom entwickelt, befindet sich auf Schmerztherapie und füllt gewissenhaft den Fragebogen der Psychologen (die gehören zu einer Schmerztherapie dazu) aus.

Die Frage lautet:
"Hören Sie Stimmen?"
Antwort: Ja/Nein
Da er die Stimmen aus dem Nebenraum klar und deutlich wahrnehmen kann, kreuzt er hier "Ja" an.

Und was denkt Ihr, wird nun passieren?
Er bekommt ein Etikett. Leider ein völlig falsches.

Aus seiner physischen und physiologischen Fähigkeit und Stärke sehr gut zu hören, wird ein psychisches Problem gemacht.

Hat er Glück und empathische Ärzte , oder die Fähigkeit das Missverständnis zu erkennen und sich zu wehren, kann er vielleicht das Missverständnis noch aufklären.
Leider kann genau das Erkennen einer solchen Situation für einen Schmerzkranken aufgrund der Schmerzerkrankung (das Hirn ist mit den Schmerzreizen überfordert und funktioniert nicht immer richtig) das Problem sein. So erkennt er es nicht und hat einfach Pech gehabt. Evtl. erfährt er erst aus den Befundbericht, den man ihm in einem Umschlag wortlos mitgibt von dem Irrtum und wundert sich im weiteren Verlauf der Schmerztherapie über eine etwas seltsame und komische Behandlung...

Ich hab mich schon oft gefragt, was passieren würde wenn Jesus heute nochmal auf die Welt käme, über's Wasser wandeln , Gelähmte, Blinde und andere Kranke heilen würde. Meine Ergo meinte, er würde sich den Zorn der Gesundheitsindustrie zuziehen und sehr schnell in der Versenkung verschwinden. Sprich in der Psychiatrie verschwinden.

Eine traurige Vorstellung. Gut ein bisschen komisch ist sie auch.. ;-) Ich glaube, sie hat leider recht.
Zumal ich irgendwo mal gelesen habe, dass man den derzeitigen Gesundheitswahn auch als Gesundheitsreligion bezeichnet. Und Jesus hat ja auch die Händler und Geldwechsler aus dem Tempel geworfen. Irgendwie gleichen sich die Bilder...

Anders formuliert: "Früher is mer zum Arzt ganga, wenn mer krank war. Heute geht man hin, um gesund zu bleiben..."

Warum ist das Missverständnis passiert?
Weil Kommunikation nicht nur aus Worten besteht. Weil Kommunikation viel komplexer ist und nicht nur Logik, physiologische Reaktionen, psychologische Reaktionen, sondern auch Gefühle, Umstände und andere Befindlichkeiten eine Rolle spielen. Sprich: es ist kompliziert! Weil die Frage aus dem Kontext gerissen ist. Bzw. in einem anderen Kontext einen völligen anderen Sinn ergibt. Weil man sie deswegen missverstehen kann. Jeder Fragebogen ist nur so gut, wie dessen Fragestellung. Ich glaub, hier ist noch Luft nach oben. Eindeutig Verbesserungsbedarf.

Wer erstellt denn eigentlich solche medizinischen Fragebögen? Mediziner? Forscher? Wissenschaftler? Oder Fachleute für Kommunikation und Fragebogenerstellung? Eine Komission von allen Seiten zusammen? Meine Ansicht nach könnte man solche Fragebogen auch verbessern, wenn man mal die Patienten befragt, bei welchen Fragen sie Probleme hatten, bzw. welche zu Problemen und Missverständnissen mit ihren Ärzten führten.

Wie kriegt man denn einen guten Fragebogen mit klaren und unmissverständlichen Fragen hin? Oder ist das gar unmöglich, weil jeder die Frage anders verstehen könnte je nach Kontext, seinem aktuellem Befinden, äußeren Umständen (Stimmen im Nebenraum), körperlicher Verfassung, ob man grad hungrig oder durstig ist, den Fragebogen schnellstmöglichst hinter sich bringen möchte, weil man ihn am letzten Tag eines Einstufungsaufenthalts ausfüllen darf, und man eigentlich viel lieber endlich daheim wäre?

Müsste man dann nicht zuerst mal für alle Antwortenden dieselben entspannten Bedingungen zum Ausfüllen herstellen? Was ist mit Leuten, die unter Prüfungsangst leiden? Kann man deren Antworten mit anderen vergleichen? Welche Vergleichbarkeit hat sonst ein solcher Test? Kann man überhaupt einen Test erstellen, der für alle Menschen gleich aussagekräftig ist?

Da geistert grad das Wort Individualmedizin durch mein Hirn.... Wie ist es damit bestellt? Soll nicht genau dort die Zukunft liegen? Wenn dem so ist, dann braucht man keinen generalisierten missverständlichen Fragebogen sondern ein Gegenüber, das einem einfach richtig zuhört und auch die entsprechende Zeit und Empathie mitbringt. Mit der aktuellen Fallpauschale (DRG) wird das nicht zu machen sein.

Denn wir sind Menschen und kein Auto, dass man, wenn es kaputt ist, in die Werkstatt bringt, an diverse Fehlererkennungssysteme und Messysteme anschließt und dann das fehlerhafte Teil austauscht. Mal ganz davon abgesehen, dass das jetzt schon bei Autos aufgrund der digitaleren Komplexität der Komponenten auch immer weniger funktioniert.

Wenn Ihr mir nicht glaubt... wir hatten mal ein "Hupf-Auto".
Das hatte folgendes Problem. Auf offener Strecke ohne ersichtlichen Grund fing ers an zu Bocken wie ein wilder Hengst beim Rodeo. Weder ein Tritt auf's Gaspedal noch auf die Kupplung, noch Schalten brachte es zur Räson. Wir Insassen wurden jedesmal ordentlich durchgeschüttelt. Der Fehler trat nur spontan auf und hörte auch von allein wieder auf. Er war nie von langer Dauer, brachte uns aber das ein oder andere mal in gefährliche Sitationen.

Wir brachten das Auto also in die Händlerwerkstatt. Die sollten sich ja damit auskennen. Trotz mehrmaliger "stationärer" Aufenthalte, konnten sie den Fehler leider nicht finden. Noch viel schlimmer: man bestritt, dieses Problem. "Das kann gar nicht sein."
Ähnlich ergeht es Schmerzkranken. Hätte nur noch gefehlt: "Das bilden Sie sich ein."

Ich warte auf den Tag, an dem eine Werkstatt den Halter eines solchen Problem-Fahrzeugs an einen Psychiater oder Psychologen verweist. ;-)

Ein Boschtechniker hat den Fehler dann übrigens gefunden und das defekte Teil einfach ausgetauscht. Und wenn es nicht gestorben ist, dann fährt das Auto heute noch und bockt nie wieder...

Wenn mein Knie beim Joggen schmerzt, will mir mein Körper doch damit etwas sagen.
Das ignorieren wir komplett. Vielleicht braucht es nur Ruhe. Vielleicht will es uns einfach mitteilen, dass es unsere Leidenschaft für jahrelange tägliche Marathonläufe nicht teilt bzw. nicht mehr leisten kann.

Was tun wir? Hören wir ihm zu?
Im Gegenteil. Ich habe einen Fernsehbericht darüber gesehen, dass vor Marathonläufen viele Läufer Schmerzmittel nehmen. Damit sie den "gesunden" Schmerz nicht spüren und über ihre Grenzen gehen können. Wie gesund kann es sein, über seine Grenzen zu gehen? Ganz zu schweigen davon, Schmerzmittel zu nehmen, wenn man sie nicht unbedingt braucht. Schon mal den Beipackzettel gelesen?

Im Bericht hat die Frau, deren Knie schmerzte, sich am Knie operieren lassen. Danach lief sie weiter wie bisher ihre Joggingrunde.

Der Körper schickt dem Hirn Signale, dass etwas nicht stimmt. Und unser Hirn ignoriert es. Anstatt unser Leben zu ändern, "lassen" wir reparieren und machen dann weiter wie bisher. Des is a ned grod as gsündeste.

Oelbild
03.02.19 bis 09.02.19 Wunderbares!

Sonntag:
Letzte Woche hab ich ja die Frage mal in den Raum gestellt, was passieren würde, wenn Jesus heute nochmal auf die Welt käme und anfinge die Leute zu heilen.

Da hat mir eine Bekannte vom Gröning Phänomen geschrieben. Gröning war ein geborener Heiler. Der konnte das einfach. Er wollte damit auch kein Geld verdienen sondern nur helfen. Die Ärzteschaft ist Sturm gelaufen. Die Presse hat sich wie Hyänen auf ihn gestürzt. Er wurde als Scharlatan beschimpft. Die Kranken sind trotzdem in Schaaren zu ihm gepilgert. Und er hat auch die Skeptiker unter ihnen geheilt. Das Ende vom Lied: er bekam Berufsverbot und weil er seine Gabe nicht anwenden durfte, hat sie ihn zerstört. Es gibt eine Doku über ihn. Die könnt Ihr bei youtube gucken.

Meine Bekannte meinte: Wir sind Kleingläubige, weil wir nicht an unsere eigenen Heilkräfte glauben.

Momentan scheint sich das aber wieder zu ändern. Überall boomen grad Gesundheitskurse, die sich mit diesem Thema befassen. z.B. in Höchstadt auch beim Gesundheitsjahr. Das finde ich wahnsinnig spannend!

Auch weil man z.B. mit dem HRV-Scan diese Dinge auch mal sichtbar machen kann. Gelassenheit durch Meditation und "Rumatmen" kann man sehen! So manchen buddhistischen Mönch hat man auch ins MRT gesteckt um zu verstehen, was bei der Mediation mit den Menschen passiert und wie sie funktioniert. Sowas sehen, was man fühlen kann, kann man z.B. auch mit der Qiu - Kugel. Brauchen tut man so ein Ding nicht. Aber ich fand es einfach spannend mal das zu sehen, was ich fühlen kann.

Biofeedback wird wohl ähnlich funktionieren. Das kann ich aber nicht beurteilen, weil ich das noch nicht ausprobieren durfte. Seltsamerweise stand das aber als durchgeführt im Psychologen-Roman drin. Sicher ein Kopierfehler. Die müssen ja massenhaft Berichte schreiben. Ich hatte ja auch Schwierigkeiten, die ganzen Leute, die man auf Reha trifft, auseinanderzuhalten. Vielleicht geht es Psychologen ja ähnlich. Die sind ja auch nur Menschen. Und wo Menschen sind, passieren Fehler. Jeder Fehler ist eine Chance zu lernen. Leider wird dies allzu selten genutzt. Das heisst man verbaut sich den Weg zum Lernerfolg. Wenn Edison so vorgegangen wäre, hätten wir heute noch Kerzen. Er hat es so formuliert: Er hat 100 Wege gefunden, wie man eine Glühbirne nicht bauen kann. Das heisst, er hat die Fehlschläge positiv bewertet. Denn sie haben ihn ja weitergebracht. Und nur so und mit diesem Wissen hat er dann den Weg gefunden, wie es funktionierte. Heutzutage stecken wir beim ersten Fehlschlag den Kopf in den Sand. Auch ein schönes Bild. Liegt es daran, dass wir immer mehr Stress haben? An den sich immer schneller wandelnden Anforderungen? An der zunehmenden seelischen Belastung? An der Digitalisierung?

Und was würde passieren, wenn wir die Digitalisierung und die Irrungen und Wirrungen derselben als Lernerfahrung verbuchen und einfach weiter unserem Bauchgefühl folgen? Ich glaub, da kommen wir weiter... Ein paar Versuche isses doch Wert :)
Ihr seid es und ich bin es auch.. wert. Wertvoll... Jeder Mensch ist wertvoll.

Denn in der Medizin ist es leider noch oft so, dass man nur das glaubt, was man auch sieht. Sprich, was man nicht auf einem MRT, CT sehen oder mit der Nervenleitgeschwindigkeit anhand von Aktionspotenzialen messen kann, bildet man sich immer noch ein.

Das tut Ihr nicht.

Wußtet Ihr übrigens, dass Messtechniken wie Nervenleitgeschwindigkeit, aber auch Blutuntersuchungen bei verschiedenen Ärzten nicht 1:1 vergleichbar sind? Sprich: es kommt nicht dasselbe raus!
Das kann einerseits an den Geräten und Methoden liegen, andererseits auch am Patienten selber. Denn wenn man sich bei dem ersten Arzt wohlfühlt und vom zweiten eingeschüchtert ist oder gar Angst hat (z.B. wegen einer Weisskittelphobie), dann sieht man das auch im Ergebnis. Auch wenn Ihr vorher was gegessen habt oder hungrig seid, wird sich das ja im Ergebnis niederschlagen. Niederschlagen ein schönes Wort. Der Niederschlag.. draussen regnet's. Aber auch einen Aufstand kann man niederschlagen. Und dann kann man bei dem Niederschlag auch noch niedergeschlagen sein...

Der Stressanalyse Kurs von precisionworks.de war echt lustig und spannend. Lustig, weil wir auch viel gelacht haben. z.B. beim Aufblasen von Smiley-Luftballons ohne zu Hilfenahme der Hände. Also nur mit den Zähnen und Lippen. Ich hab es nicht besonders weit gebracht. Mir musste man schon immer als Kind den Luftballon voraufblasen. Bis der erste Widerstand vom Luftballon 1 x überwunden war.

Wer das mit dem Atmen nicht hinkriegt, weil er nicht die Geduld dafür aufbringt, weil seine innere Anspannung, sein Trafohäuschen einfach noch zu hoch ist, der kann alternativ Luftballons aufblasen. Ob Luftmatratze auch geht? Da bin ich besser als bei Luftballonen.

Singen könnt Ihr natürlich auch. Denn auch da müsst Ihr eine Atemtechnik anwenden. Sonst klingt Euer Gesang sehr gedrungen, gedrückt und Eure Stimme dünn, weil Euch beim Singen schnell die Luft ausgeht.

Wenn Ihr dann noch beim Luftballonaufblasen ohne Hände einen Heidenspass (was haben eigentlich die Heiden damit zu tun? Gibt es auch einen Christenspass? Katholikenspass? ...) habt und Euch vor lauter Lachen die Tränen in die Augen steigen, dient dies auch der Entspannung und der Stärkung vom Vagusnerv. Vom guten. Also: ran an die Luftballons! :)

Cool fand ich, dass auch einer der Kursleiter auf Ohrstöpsel gegen Stress schwört. Yey! Endlich mal einer, der mich versteht! Die Krankenkasse tut dies übrigens nicht. Sie haben meinen Widerspruch zur Kostenübernahme des Gehörschutzes wegen meiner Hyperakkusis jetzt zum zweiten mal abgelehnt. " Der Medizinische Dienst hat in seiner Stellungnahme vom 22.01.2019 entschieden, dass die medizinischen Voraussetzungen für einen Gehörschutz nicht erfüllt sind."

Die Begründung haben sie nicht mitgeschickt. Da hab ich dann angerufen und gefragt: warum?
Antwort: Weil das eine interne Begründung ist. Aber ich hab doch extern Widerspruch eingelegt und meine Begründung war auch extern. Dann sollte doch auch die Begründung für die Ablehnung des Widerspruchs extern erfolgen. Das verstehe ich nicht... Wieso ist das alles so unlogisch und so kompliziert?

Sie schicken sie mir jetzt zu. Darauf bin ich mal gespannt. Es ist also der Krankenkasse lieber die kleinere Investition für einen Gehörschutz zu sparen. Da zahlen sie lieber die Folgekosten, wenn man aufgrund der Reizüberflutung und dem Stress dann ohne Gehörschutz einen Schlaganfall wie meine Schwester bekommt. Das ist total unlogisch. Mit dem Arbeitsaufwand, den ich Ihnen in der Zeit gemacht habe, habe ich sicher auch schon ordentlich deren Arbeitszeit verbraten. Wahrscheinlich hätte man davon auch schon den Gehörschutz bezahlen können.

Jetzt werd ich abwarten, was als Begründung drinsteht und dann entscheiden, was ich mache.

Habt Ihr auch manchmal oder sogar oft das Gefühl Ihr seid im falschen Film oder gar auf dem falschen Planeten gelandet?
Ich habe diese Woche diesen wunderbaren Satz gelesen. :)

"Wenn Du das Gefühl hast, dass Du nicht in diese Welt passt, dann liegt das daran, dass Du hier bist, um eine bessere zu erschaffen." (Urheber unbekannt)

Die Woche hab ich erstaunliches festgestellt. Ich war ziemlich deprimiert und traurig und konnte mich zu nichts aufraffen bzw. wenn, dann kostete mich es sehr viel Energie. Es war als würde über meinem Kopf eine schwarze Wolke schweben. Und die Menschen um mich rum, habe ich als feindlich wahrgenommen. Ich war grantig. Wusste aber nicht warum. Es gab keinen Auslöser dafür. Entspannungsübungen, lesen, zeichnen, spazierengehen brachte nur kurzfristige Linderung.

Dann hab ich mich dran erinnert, dass es zwei CRPSlern, die ich kenne schlechter ging, als sie obendrauf noch einen Unfall hatten bzw. Unfallzeuge wurden. Eine Frau im Auto vor ihr wurde beim Unfall getötet und ihr Arm lag abgetrennt auf der Strasse. Der Schock, das Gefühl hat den Schmerz und das CRPS verstärkt. Es gab einen neuen Schub. Eine bekam daraufhin eine Dystonie in der Hand.

Das heisst Gefühle verstärken den Schmerz. Überhaupt schmerzhafte. Da bei schmerzhaften Gefühlen (wie Trauer, Wut, Hilflosigkeit..) die gleichen Prozesse im Hirn ablaufen wie bei körperlichem Schmerz, ist das kein Wunder. Deswegen helfen Schmerzmittel z.B. auch gegen schmerzhafte Gefühle. Wird natürlich nicht empfohlen. Neueste Forschungen haben gezeigt, dass Schmerzmittel (wie Paracetamol) die Empathiefähigkeit herabsetzen.

Die Fayu (Ein Stamm von Ureinwohnern aus dem Buch "Das Dschungelkind") und auch Menschen wie Herbert Grönemeyer verarbeiten ihre Gefühle durch Singen. Sie machen ein Lied darüber. Das ist eine gesündere Variante. Denn so verarbeitet man die Gefühle gleich und tut dies auf konstruktive und kreative Weise. Sprich: sie helfen einem zu wachsen.

Wenn man dann mit solchen Liedern auch noch seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, ist das sicherlich was wunderbares. Deswegen berühren solche Lieder auch und lösen wiederum Gefühle bei uns aus. Eine Kettenreaktion. Deswegen kann ein Lied auch die Welt "bewegen". Ich mach das ja auch so. Wisst Ihr ja aus den Liedern im Extras-Bereich. Ausserdem stimuliert singen den Vagusnerv und Singen ist wegen der Atemtechnik auch eine wunderbare Alternative für Menschen, die sich mit Atemtechniken, Meditieren und Yoga schwertun.

In Nürnberg könnt Ihr Euch sogar zum "Rudelsingen" (kein Scherz! Ich hab das zuerst auch nicht geglaubt!) anmelden. Die günstigere Alternative (Rudelsingen kostet was) ist ein sonntäglicher Kirchenbesuch. Da könnt Ihr Rudelsingen. Oder heisst das in der Kirche dann Herdensingen? Der Pfarrer mit seinen Schäfchen... Dann wäre das Rudelsingen das Singen bzw. Heulen der Wölfe...? Ich lass das jetzt mal. Mein Hirn ist grad auf sehr schrägen Assoziationswegen... Ich muss es mal kurz bremsen. Brrr brauner brrr..

Nun zu meiner Theorie aufgrund meiner Erfahrung dieser Woche. Wenn ein Gefühl bei chronischen Schmerzen Schmerz auslösen kann ... kann es dann nicht auch sein, dass bei chronischem Schmerz auch der Schmerz ein Gefühl auslösen kann? Das würde mein Phänomen von dieser Woche erklären. Denn wenn Schmerzen und negative Gefühle miteinander verschaltet oder bei chronischem Schmerz fehlverschaltet sind (z.B. über eine fehlerhafte Körperlandkarte und über eine Fehlverschaltung der sensorischen und physischen Körperlandkarten), warum soll die Fehlschaltung nur in eine Richtung funktionieren? Dann wäre es ja logisch, dass die fehlerhafte Verknüpfung auch in die umgekehrte Richtung genauso fehlerhaft ist. Für mich wäre das total logisch.

Muss ich mal meinen Schmerztherapeuten fragen. Das interessiert mich.

Das hiesse dann für Schmerzpatienten, dass sie auch Schmerzmittel nehmen könnten, wenn sie grundlos in diesem dunkleWolken-Modus festsitzen. Dann wäre das Gefühl der Seismograph für den Schmerz, den nächsten Schmerzschub. Der Schmerz, Schmerzschub kündigt sich quasi vorher an. Das Gefühl wäre dann eine Art "Wettervorhersage" für den kommenden Schmerzschub.
Die Ansagefee würde dann sagen:"Heute ist es trüb und bewölkt und abends erwarten wir ein steigendes Schmerzrisiko."
Muss ich mal im Auge behalten, ob das immer so ist.

Damit könnten Schmerzpatienten dem Schmerz, Schmerzschub vorab entgegenwirken, wenn sie dann das Schmerzmittel oder eine höhere Dosis nehmen. Ich probier das grad aus. Denn heut war auch wieder so ein Tag (mein Schmerz ist ja auch noch Wetternsensibel, da hat wohl auch meine sensorische Körper-Wetterlandkarte einen Treffer abbekommen), wo ich mich kaum zu etwas aufraffen konnte. Fast wär ich nicht aufgestanden. Dann ist mir die Idee mit dem Schmerzmittel gekommen. Momentan fühl ich mich gut. Das merkt Ihr ja, sonst würd ich das hier ja nicht schreiben. Einen Comic hab ich auch gezeichnet. :) Oder mit den Worten von Yoda: "Glücklich ich bin.". Neugierig übrigens auch.

Immer wenn ich die STARWARS - T-shirts sehe, habe den Drang mir ein T-shirt mit der Glaa aus ERH und dem Text ""ICHWARSNICHT" in der gleichen Schriftart zu machen. ;-)

Apropos... wäre es nicht wunderbar, wenn wir krankmachende Angst und Stress durch eine gesunde Portion Neugier und Humor ersetzen könnten? Ich fände das herrlich. Ich arbeite daran... Das wär auch mal eine Idee für ein T-shirt. Die Glaa am Schreibtisch in ein Problem vertieft... und drunter diesen Satz. ;-)
Und wenn mich dann jemand fragt, was mein CRPS und meine Heilung macht, könnte ich einfach auf den Spruch zeigen. :)

War gestern bei einer Trigger-Punkt-Therapie Gurine (Guru in weiblich). Hat 120 Euro für eine Behandlungsstunde gekostet. Sie hat meinen ganzen Körper zum Reagieren gebracht. Und wollte meine Empfindungen von mir auch hören. Also das, was mir Ärzte immer nicht geglaubt haben, wo ich mich dann gar nicht mehr getraut habe, das überhaupt noch zu erwähnen. Als sie am Arm getriggert hat, gurgelte es in meinem Bauch. Das ist kein Grund sich zu schämen, sondern ein Zeichen dafür, dass ihre Methode wirkt und der Körper sich entspannt. Das hab ich erst gestern begriffen. Beim Yoga und Meditieren hab ich das Bauchgurgeln auch schon hinbekommen. Dann funktioniert das ja. Dann ist das der richtige Weg.

Sie meinte, dass man es wiederhinbekommen kann. Davon war und bin ich eh überzeugt. Sie sagte aber auch: Dass ich aber grad einen kompletten Systemabsturz habe. Sag ich doch. Mir glaubt nur keiner. Die Blockkade liegt an einem Armmuskel, an dem sie gestern rumgearbeitet hat. Hinterher fühlte sich die Hand so gut wie seit Ewigkeiten nicht mehr, an. Hat leider nicht lange angehalten. Sie meinte, das muss man öfter machen und dann ändert sich auch wieder die fehlerhafte Verschaltung im Hirn und dann wird es auch wieder. Ich muss aber viel Geduld haben.

Momentan ist mein Körper wie ein Haus, bei dem man die Toilettenspülung betätigt und das Licht angeht. Also im Endeffekt könntet Ihr unseren Schmerzpatienten-Körper mit einem defekten Smart Home vergleichen. Irgendwas an der Verkabelung ist schebs. Und wie bei technisch komplizierten Sachverhalten dauert es auch im Hirn lange, bis die fehlerhafte Verschaltung gefunden und wieder behoben werden kann. Es dauert Zeit!

Und da wir noch komplexer sind wie ein Smart Home, dauert es erstmal sehr lange den Fehler auch zu lokalisieren und zu debuggen. So manches chronische Smart Home Syndrome wird aus der multimodalen Schmerztherapie mit einem Lichtschalter, bei dem sich das Garagentor öffnet, entlassen. Des is ja a ned grad as gsündeste. Wir sollen lernen damit zu leben. Würdet Ihr das wollen? Klar kann man sich dran gewöhnen das Garagentor mit dem Lichtschalter zu öffnen. Aber wie sinnvoll ist das denn? Und damit weiss ich ja immer noch nicht wie ich das Licht anbekomme! Damit will ich mich nicht abfinden. Und Ihr sicher auch nicht.

D.h. ich hab diese Woche "visuell" und sensorisch (Bauchgurgeln) gezeigt bekommen, dass, was ich mache auch funktioniert und zum Ziel führt. Ich gebe zu, dass Geduld nicht meine Stärke ist. Auch daran arbeite ich. Es bleibt mir auch gar nix anderes übrig.

Denn leider hat unser Körper samt Hirn nicht wie mein PC einen Ausschalter, auf den ich nur lang genug drücken muss, um das System neu zu booten (starten), wenn es sich aufgehängt hat. "Der Rechner hat sich aufgehängt." sagte die Sprechstundenhilfe beim Neurologen. Wenn ich mir das bildhaft vorstelle, ist das schon wieder wahnsinnig lustig ;-)

Die Trigger-Gurine sagte, wir müssen den richtigen Schalter noch finden. Sie drückt (triggert) ja bestimmte Muskeln und Nerven. Also sucht sie schon in gewisser Weise den Ausschalter um das System neu zu starten.
Oder wie einer meiner Fachinformatiker-Ausbilder mal sagte:"Reboot tut gut." ;-)

Und lustiges Bürogschmarri von letzter Woche gibt's heut auch noch ;-)
Mein Kollege und ich sind schon Mittwoch früh total frustriert.
Ich hab gestern was fertig gemacht, was sehr eilig war. Deshalb hab ich mich beeilt und es gestern fertig gemacht. Gestern abend kamen schon wieder neue Änderungswünsche dafür. Ich versteh einfach nicht, warum man sich nicht vorher mal Gedanken darüber machen kann.
Es wird auch nicht das letzte mal gewesen sein. Seufz.
Ich:"Kann mich bitte jemand erschiessen?"
Mein Kollege: "Mich auch. Mich auch!"
Mein Kollege: "Stell Dir vor bei uns käme ein Amokläufer rein und alle rufen "Nimm mich! Nimm mich!""
Jetzt liegen wir alle lachend am Boden. Sogar unser Büro-Lilalaunebär.
Dafür war's wert Mittwoch reinzukommen ;-)

An Comic habi heut amol widder für Euch. Seit ich mit Krücken "Hanni und Nanni" unterwegs bin, hab ich keine Hand mehr frei und lass mir, wenn ich in ein Geschäft geh, alles hinten in den Rucksack stecken. Funktioniert einwandfrei!

Apropos Krücken.... Diese Woche bin ich zweimal auf meine Achselstützkrücken angesprochen worden. "Wo haben Sie DIE denn her?!? Sowas kenn ich noch aus dem Krieg.."

Und da war letzten Sonntag noch eine ältere Frau im Beck in Höchstadt im Cafe mit ihrer Clique.
Eine aus der Clique zu ihr:"Deine Haare glänzen heut so schee!"
Antwort der Frau:"Gell?!? Ich hab heut früh statt a Haarspray an Essich (Essig) derwischd."
Zu Risiken und Nebenwirkungen .... ;-)

Schönen Sonntag miteinander!

Dienstag: Heute hab ich einen 10-Euro Schein auf der Strasse gefunden. Manchmal hat es doch was für sich, wenn man Dinge wahrnimmt, die anderen nicht auffallen.
Da sag noch einer, das Geld liegt nicht auf der Strasse. ;-)

Im Zug ist heut mein Blick auf eine Arbeitshose gefallen. Drauf ist ein Strauss abgebildet. Als mei Vadder no gärbert hod, hadder sei Zeuch bei der Krähe kaffd. Naja, ob Strauss oder Krähe, Vogel bleibt Vogel.

Mittwoch: Früh im Bus begrüßt der Busfahrer mei Bushaltestellenbekannte mit den Worten:"Morgn Sechs Zwanzich!"
Drauf ich zu ihr: "Du hast aber an komischen Namen."

Ich treff meine aus der Ukraine stammende Kollegin auf dem Weg zur Arbeit. Sie friert.
Ich:"Ich hab gedacht in der Ukraine ist es viel kälter."
Sie:"Da liegt Schnee. Das ist eine feuchtere Kälte. Die kommt einem nicht so kalt vor. Es ist bei uns auch meistens nicht kälter als in Deutschland."

Widder was glernt. Mussi ned dumm sterbm.

Noch was hab ich die Woche gelernt. Wusstet Ihr, dass Ihr für den Erwerb bestimmte Pflanzen (z.B. welche die Effidrin enthalten) ein Attest vom Arzt braucht? Des hat mir unsere Bäckereifrau erzählt. Was ned alles gibt.

Gestern hab ich im Buch "Welcome to your brain" gelesen:
Forscher der University of New York haben folgendes herausgefunden:
Akkustische Signale (Geräusche) laufen vom Thalamus in die Amygdala in Regionen rechts und links, wo auch die emotionale Reaktion gesteuert wird. Ist der Mensch in einer Gefahrensituation oder im Erstarrungsmodus einer chronischen Krankheit, dann ist man auf auditive Reize viel empfindlicher (evtl. auch auf Gerüche, Geschmack). Logisch, die Gazelle, die den Löwen nicht kommen hört, oder wittert (auch der Geruchssinn ist dann überempfindlich) lebt ned lang. Bei Menschen ist dieses Urverhalten auch einprogrammiert.

Interessant. Wahrscheinlich kommt daher auch die enge Verknüpfung zwischen Gefühlen und Schmerzen. Sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.

Donnerstag: Ein Nichtraucher steht heute am Bahnsteig neben meinem Busnachbarn im Raucherquadranten.
Ich:"Guck mal. Ein Falschparker!"
Der Mann guckt jetzt schon ganz irritiert.

Irritiert war ich gestern auch, als mich eine Frau in der dritten Person angeredet hat. Okay, bei Ärzten ist mir das auch schon passiert. Das finde ich immer doof. Wenn sie zu mehreren sind und dann so über einen reden, als wär man gar nicht da.

Die Frau hat mich noch nicht mit Krücken gesehen. Wie üblich kann ich mich nicht an sie, aber sie sich an mich erinnern.
Sie: "Was hat sie denn gemacht?"
Erinnert mich an den Sissi-Film, wo die Mutter des Kaisers den Polizeimeister fragt: "Und wo war er?"
Er:"Wer?"
Sie:"Er."
Er:"Ach.. ich???"
So ähnlich kam ich mir gestern auch vor.

Mein Busnachbar erzählt von seinem Auszubildenden, der bei uns ein IT-Praktikum gemacht hat. Das hab ich ihm vermittelt.
Er:"Der Praktikant hat jetzt seine Prüfung."
Ich:"Ich hatte meine bei der Telekom."
Jetzt grinst er. Ich hab keine Ahnung warum.
Ich: "Vor mir waren die Prüfer alle ganz ernst. Als sie nach mir rauskamen, haben sie alle gelacht.
Mein Azubikollege hat mich gefragt:"Was hast du denn mit denen gemacht?"
Nix. Mein Azubikollege trug Anzug und Krawatte. Da hab ich ihm gesagt, dass er ausschaut wie ein Versicherungsvertreter. Sonst isser nie so rumgelaufen."

Im Zug gehen wir getrennte Wege, weil wir an unterschiedlichen Türen stehen, als der Zug hält. Kommt daher das Wort Türsteher? Hihi...
Ich ergattere einen Klappsitz gleich neben der Tür und dem Klo. Strategisch sehr günstig, weil man wie bei der Kinderüberraschung gleich zwei Wünsche und Bedürfnisse auf einmal erfüllt werden.

Kurz vor Fürth saust ein Anzugträger mit Geldbeutel auf's Klo. Dabei is des doch im Zug ganz umsonst. Des Klo.

Apropos wisst Ihr warum Kannibalen gerne Schwangere essen? Wegen der Kinderüberraschung und der Extraportion Milch. Den Witz hab ich mal im Schulbus gehört.

&nbps;
Die Glaa aus ERH - Die zwei Schimmel Sandra Jaeger 2018
10.02.19 bis 16.02.19 Erfahrungen

Sonntag:
So.. der Malkurs ist gestern zuende gegangen. Es war sehr schön. Und ich hab einiges gelernt. Das Bild ist zwar noch nicht fertig, sieht aber schon ganz gut aus.

Die Begründung der Krankenkasse für die Ablehnung des Gehörschutzes hab ich auch bekommen. Es gäbe keine anatomischen oder anderen Besonderheiten, warum ich keinen handelsüblichen Gehörschutz verwenden könne. Da gibt es anscheinend noch ein Missverständnis. Denn ich habe sehr wohl sensorische und schmerztechnische Besonderheiten. Denn mit der Allodynie kann ich in den Ohren handelsüblichen Gehörschutz nicht ertragen, weil er schmerzhaft ist. Und zweitens hab ich keine handelsüblichen Hände aufgrund der Krallenhandstellungen der beiden durch die Dystonien. Und mit den Händen kann ich keinen handelsüblichen Gehörschutz greifen, einsetzen geschweige denn wieder raustun. Das habe ich jetzt nochmal zusammengschrieben und warte auf Antwort.

Beim Lidl gibt es ab Montag ein Trampolin mit Seilen. Da bei meinem alten die Federn schon fast alle durchgebrochen sind, ist das die Gelegenheit für ein neues. Das hilft nämlich gegen die Schmerzen und mein ZNS zu beruhigen. Auf's Zusammenbauen freu ich mich weniger. Weil das mit meinen Dystoniegriffeln eine ganz schöne Herausforderung wird.

Und dank der CRPS Selbsthilfegruppe darf ich im September zu einem Kurs über das autonome Nervensystem, der sonst nur Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und anderen Heilberufen vorbehalten ist. Das wird auch spannend.

Montag: Es kam bei odysso auf SWR letzte Woche ein Beitrag über Schlafstörungen und Schlaf. Dass Schlafstörungen das Herz schädigen können. Es gibt also einen Zusammenhang zwischen schlechtem Schlaf und Herzerkrankungen.

Auch bei CRPS, Restless legs, Autismus, Diabetes und anderen neurologischen Erkrankungen kommt es zu Einschlaf- und Schlafproblemen. Ich nehme an, weil das innerer Trafohäuschen aufgedreht ist. Der Vagusnerv unterhalb des Zwerchfells.

Ach so : und am Samstag kam noch ein Beitrag auf Arte zur Menopause und auch dem Ding bei Männern... den Begriff hab ich vergessen. Auch bei der Menopause hat man Schlafstörungen, schwitzt, Herzrasen ... wie bei CRPS.. ob das ein Zufall ist? Oder laufen dort einfach dieselben Mechanismen ab...? Das halte ich für wahrscheinlicher.

Letzten Donnerstag war ich mal kurz die Bienen retten...
Um 17:00 Uhr im Höchstadter Rathaus reih ich mich in die Schlange vor dem Bürgerbüro ein. Die hamm da so ne Art Ampel vor der Tür. Immer wenn das frei-Licht grün wird, ansonsten ist das besetzt-Licht rot, verschwindet wieder einer im Zimmer. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Pragmatischer und ned so bürokratisch. Ich dachte, da hängt ne Liste und man zeigt kurz seinen Ausweis und trägt sich ein. Naa. So schnell geht des ned.

In der Ecke auf dem Gang steht eine Schefflera mit 3 verbliebenen Blättern. Die wart a scho länger. Auf's giessen.

Neben mir stupst der Mann seine Frau, deutet in Richtung Pflanzenrestbestand und sagt:"Na, wenn die do drin genauso motiviert sin wie die Pflanzen ..." Ich muss schmunzeln.

Es wird immer voller im Gang. Da guckt einer nur kurz rein und fragt:"Seid Ihr alla wecher die Biena do?!?"
Wir nicken. Er:"Na. Des dauert mir zu lang. Do kummi lieber morgn früh widder."

Irgendwann komm ich dann dran. Leserlich soll ich meinen Namen schreiben. Ich richt's der Dystonie gern aus. Glaub aber ned, dass vill nützt. Sum.. sum.. sum..

Bus-Nachtrag vom Freitag:
Ich war ziemlich fertig am Freitag. Und sag zu meim Busnachbarn:"Morgn nochmal Ölmalereikurs und dann isses vorbei. Wenn ich nochmal an Kurs buch, dann mussi nächstes mal gucken, wie lang der geht."

Mei Busnachbar:"Was lernt man denn in einem Ölmalereikurs?"
Ich:"Portraitmalerei."
Er:"Und das lernt man in 4 Tagen?"
Ich:"Da lernt man wie man Haut malt. Das macht man in Lasurentechnik in Schichten. Da muss mer immer warten bis die letzte Schicht trocken ist."
Er schmunzelt:"4 Tage, 4 Schichten..."

Dienstag: Neulich habe ich in einem Buch diesen hübschen Satz gelesen.
"Wenn Du das Gefühl hast, dass Du nicht in diese Welt passt, dann liegt das daran, dass Du hier bist, um eine bessere zu erschaffen." (Urheber unbekannt)

Oelbild2
16.02.19 bis 23.02.19 Überraschungen...

Samstag:
Sodalein. Die Krankenkasse hat sich jetzt erweichen lassen und die Kostenübernahme meines Gehörschutzes genehmigt. Ich freu mich riesig!

Heute hat mich ein verspielter Weimaraner an den Händen abgeschleckt. Hunde können Krankheiten ja spüren. Und ich hab gelesen, dass Wölfe auch ihre verletzten Kameraden im Rudel abschlecken. Der Speichel hat heilsame Inhalte. Krankenpflege unter Wölfen sozusagen. Da Hunde ja von Wölfen abstammen, bin ich jetzt gespannt, ob es auch bei mir funktioniert ;-)

Ich glaub einfach dran. Dann ist der Placeboeffekt gleich mit dabei :)

Heute hab ich im Städtle erst einen Handschuh auf einem Zaunpfosten mit einem in den Himmel gestreckten Mittelfinger, dann einen Socken beim Kaufland und oben am Kellerberg ein halbes angebissenes Wienerle gefunden.

Und dann ist mir auch noch ein Smart begegnet, auf dem die Aufschrift HERKULES prangte. Des is fei a ganz schee grusser Name für su a glaans Kitschla ... (Auto)

Es wird Frühling. Die Schwäne balzen auf dem Etzelskirchner Weiher und machen dabei a ganz scheens Gschrei! Ui, des reimt sich ja. Und was sich reimt, is gut. Etz gibt's dann bald Eier und dann junge Schwäne.

Und die Schneeglöckli habi a scho in am Garten am Kellerberg nunter blüha seng. :)

Des Trampolin is fei schee. Mei Bekannte, die mir des empfohln hat, hat gmaand: "Gell? Do will mer goar nimmer ro."

An Comic habi heit a widder für Euch!
Des woar kurz vor Weihnachten am Kellerberg. Des Plflaster könnt Ihr heid nu bewundern.
Scheens Wochenend!

Sonntag: Spannend! Am Donnerstag kam ein scobel-Beitrag zum Thema Epidemie Einsamkeit. Es gibt nämlich einen Zusammenhang zwischen Einsamkeit, Krankheit und höherer Sterblichkeit. Denn wer chronisch krank ist, zieht sich zurück und fühlt sich oft einsam. Und wer einsam ist, wird oft auch krank.

In der englischen Stadt Frome versucht man dem entgegenzuwirken. z.B. gibt es eine Werkstatt, wo sich einsame Männer treffen können. "Stell 10 einsame Männer in einen Raum und Du hast Schweigen. Stell einen kaputten Rasenmäher in die Mitte und frag, wer ihn reparieren kann und Du hast 10 Freunde."

Ausserdem besuchen Ehrenamtliche einsame Menschen (die das möchten und nicht rauskommen oder können) zuhause und fragen sie ob sie was brauchen.

Eine 3-jährige Studie konnte belegen, dass die Anzahl der Notfalleinlieferungen in das örtliche Krankenhaus um 17 Prozent sank, während es im Umland im gleichen Zeitraum um 29 Prozent stieg.

Ein Palliativmediziner merkt an: "No other interventions on record have reduced emergency admissions across a population."
Hier findet Ihr den Artikel.

Damit würden auch Rettungsdienste, Notärzte und Notaufnahmen und die Krankenkassen entlastet.

Die Einsamkeit betrifft übrigens nicht nur Ältere und chronisch Kranke sondern auch Erwerbstätige, die immer flexibler sein müssen. Ich kenne sogar jemanden, der sich in einem Grossraumbüro einsam fühlt.

So kann man auch mit kleinen günstigen Sachen, der Gesundheit eine Freude machen...

Montag: Ich kram noch in meiner Hosentaschen nach dem Busausweis... Mit zwaa Krucken is des goar ned so einfach. Da bräucherd mer nu a dritta Händ. Aber des wär a nix, die hätt dann a nu an Sudeck (CRPS). Ka Mensch braucht drei Krallenhänd.
Do ruft der Busfahrer scho zur offenen Tür naus:"Bassd scho geh rei!" (Das passt schon. Komm rein.)
Wie sie mei Bushaltestellenbekannte gegenüber vo mir hihockt, sach ich zu ihr:"Ich hab et an neua Nama. Bassdschogehrei."

Rasierwasserduft erfüllt die Busluft. Ich glaab mei Vorsitzender hat a weng zuvill davo derwischd. Des is ja a ned grod as gsündeste. in jeder Kurven weht mir ein neuer Duftschwall in die Nase. Etz kanni den Spruch: "Ich kann di ned riechen." verstehn. Wobei ned riechen ja falsch is. Also es riecht zvill!

Gestern is mir im Städtla a Fraa mit Kinderwagn entgegekumma. Die woar a parfümiert. Ich konnte ihrer Duftspur noch ein ganzes Stück folgen. Vielleicht darf ich a bald a Umschulung zum Spürhund machen. Dank CRPS werd ich nämlich immer geruchsempfindlicher. Des is fei a ned grod as gsündeste. Schnupperhund hat neulich aana zu mir gsachd, weil ihr des richtige Wort ned glei eigfalln is. Ob spürn oder schnuppern is doch schnuppe.

Ned amol mei Busnachbar mit seim Räucherduft kann gecher des Rasierwasser was ausrichten. Dafür zeigt er mir a Kärtla. e-ticket steht drauf und sei Name. Ich hab's zuerst für sei Visitenkartn und dann für sei Bankkarten ghalten. Naa. Des is der neue Ausweis für's Umweltjahresabo. Ich hab nu kann grichd. Ich hab nu den alten Lappen. Babier. Wer den scho alles in der Händ ghabt hat... Und so schaut er a aus... Ich hab mir amol an neua machen lassen, weil er so schlimm ausgschaut hat. Es hat ka Woch dauert, hat er genauso ausgschaut wie der alte. Etz bini gspannt, obi a su a Kärtla griech.

Gestern habi auf dem Bänkla vor dem Altenheim a ältere Fraa troffen. Sie raucht Zigarillo.
Ich:"Darf ich Sie fragen wie alt Sie sind?"
Sie:"89."
Ich:"Dafür schaua Sie aber no gut aus."
Sie:"Früher hab ich besser ausgesehen."
Etz mussi schmunzeln.

Ein Pärchen um die 60 läuft an uns vorbei.
Sie:"Die dürfen sich a langsam um an Altersheimplatz umschaua."

Überhaupt is vill a Sache der Perspekive.
Des is mir neulich bei meiner Physio aufganga. Wir reden über denselben Menschen.
Sie:"Der ist klein."
Für mich ist der groß. Des liechd aber do dran, dass mei Physio 1,80 gross ist und ich bloss 1,59. Mir langt des. Ich muss ned überall vorna dro sei.
Deswegn grichd die Polizei bei Zeugenaussagen bestimmt immer widersprüchliche Angaben. Weil des a jeder a weng anders gseng hat. Alles eine Frage der Wahrnehmung.

Ich hab doch neulich mal die Frage gstellt, warum manche Leut, die ich einzeln super find, so schlecht zammärbern könna. Etz is mer die Antwort eigfalln. Des liechd an am Ungleichgewicht aus Geben und Nehmen. Wenn des Gleichgewicht bassd, dann funktioniert's. Is ka Gleichgewicht do, des heißt einer gibt mehr als der andere oder der andere nimmt bloss, dann gibt's a ka Zusammenarbeit. Des werd bei jeder Beziehung su sei. Drum heißt's ja Beziehung. Biziehung.. ned Monoziehung..

Heimwärts sitzt dem Steinkarpfen Fridolin im Karpfenkreisel eine Blaumeise auf dem Kopf. Die pfeift ihm wohl grad was.

Mein Busfahrer hat auch Schmerzen. Rückenschmerzen vom vielen Sitzen. Aber etz hadder Feierabend. Den wünsch ich Euch auch!

Dienstag: 5:35 Uhr Im Bushäusla.
Mei Haltestellenbekannte:"Gestern war Vollmond."
Ich:"Ja! Voll schön!"

Unser Zug hat heute ca. 10 Minuten Verspätung. Das sehen wir schon unten wie wir zur Treppe gehen bzw. krückeln.
Mit den Krücken brauch ich für die Treppen immer a weng länger.
Mei Busnachbar guckt mich an und sagt:"Lass dir Zeit."

Am Gegengleis hat die nächste S1 ca. 5 Minuten Verspätung. Kurz darauf ist es umgekehrt. Bei uns stehen die ca. 5 Minuten Verspätung bei unserem Zug angeschrieben und am Gegengleis die 10. Vielleicht wechselns etz amol lustig durch.

Habt Ihr gwusst, dass Verspätungsanzeigen und Haltestellenanzeigen wie die Anzeige der nächsten Strassenbahn was psychologisches sind? Die hamm a beruhigende Wirkung. Also dass man des sieht. Sin wohl die meisten Leut visuell veranlagt. Des bin ich a. Ich muss was erst sehen, um es zu verstehen.

Ebenso psychologisch geht es bei den Verspätungsbegründungen zu. Denn wenn es einen Grund für eine Sache gibt, wird die Sache viel schneller akzeptiert.

Auf unserem Bahnsteig steht neben uns ein Mädchen mit Coffee2Go - Becher in der Hand und Ohrstöpsel drin. Das Kabel für die Ohrstöpsel scheint aus dem Kaffeebecher zu kommen. (Des täuscht aber)
Mein Busnachbar nickt in ihre Richtung und sagt:"Musik aus der Dose."
Ich:"Das heisst doch Konserve. Aber des is doch a Kaffeebecher. Vielleicht is Kaffeehausmusik."

Ich guck auf die Verpätungsanzeige. Mein Blick fällt auf das "+" und sinniere...
"Bei der Bahn gibt's kein Minus. Da braucht mer bloss addieren zu können."

Mein Busnachbar:"Alle regen sich auf, dass die Züge zu spät sind. Sollen sie sie doch 5 Minuten früher fahren lassen. Dann beschwert sich keiner mehr."

Im Zug ist es heut kurzfristig mal zappenduster, weil das Licht ausgeht. Tut irgendwie gut.
"Der letzte löscht das Licht..." schiesst es mir in den Kopf.

In Fürth lächelt mich ein Aussteiger wie jeden Tag an. Ich freu mich.

Heimwärts is mir noch was schönes bassierd. Ich beiss in meine Paprika und an der Bisstelle sieht die Paprika von vorne aus wie eine Blume. Mit 3 Blütenblättern. Schee...

A Gschichtla vo meim Schmerztherapeuten habi nu für Euch.
Ich hab mir im Internet amol so a CBD-Öl (Hanf-Öl) bestellt. Des grichd mer bei so Shops wo mer a Eiweisszeuch und sowas grichd.
Ich:"Des CBD-Öl hilft gegen mei Schmerzen. Des schmeckt aber wie Heu. Als wenn mer ins Gras beissen dud."
Drauf der Schmerztherapeut:"Na soweit is noch nicht."

Und dann habi heut nu am Schaufenster vom ehemaligen Küchen Jakob in Höchstadt folgenden Zettel entdeckt.
Drauf steht:

Das ist eine Kurzgeschichte für Hundebesitzer, die ihren Hund an die Stele neben der Einfahrt pinkeln lassen.
Der Hund kann NIX!!!! dafür!


Dann kommt das Bild eines vergnügten kleinen Comic-Hunds, der durch die Gegend hüpft.
Drunter steht der Satz:
Besitzer dieses Hundes nennt man Herrchen oder Frauchen.

Dann kommt das Bild eines Comic-Hunds, der das Bein hebt und pinkelt.
Drunter steht der Satz:
Besitzer dieses Hundes nennt man Drecksau.

Ich hab so glacht. Des woar mei Highlight des Tages :)

Mittwoch: 5:35 Uhr an der Haltestelle.
Mei Haltestellenbekannte:"Do woar doch so a Messerattacken in Nürnberg. Am Montag lauf ich in Erlangen am Gericht vorbei, do steht su aaner. Der is mer dann a nu a Stück nachgloffn. Do habei fei Angst grichd. Do habi die Füß in die Händ gnumma."
Ich muss schmunzeln:"Des stelli mer grod bildlich vor."
Etz lacht sie a.

Wieder Vollmond. Wenn Vollmond voll schön ist, ist dann Halbmond halb so schön?

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass es viele medizinische Vergleiche und Metaphern im Alltag gibt? Bei der Hauptstrasse spricht man von der Lebensader. Wird die beruhigt, dann spricht man davon, dass sie abgeschnitten wird und die Innenstadt deswegen ausblutet. Und dann versucht man sie irgendwann wiederzubeleben...

Lebensabschnitte vergleicht und metaphorisiert man mit Bildern aus der Natur.
Ins Gras beissen und sich die Radieschen von unten angucken. Warum eigentlich ausgerechnet Radieschen und nicht gelbe Rüben oder anderes Wurzelgemüse?
Und dann gibt es noch Menschen, die das Gras wachsen hören... Des muss a Hyperakusis sei! Mein lieber Mann!

Dann kann jemand noch eine treulose Tomate sein. Was kann denn die Tomate dafür? Und man kann durch die Gegend gurken oder durch die Botanik dübeln ...

Seltsamerweise kann man Geld wie Heu haben, aber dumm wie Stroh sein. Und dann trennt sich wieder die Spreu vom Weizen. Weizen soll doch gar ned so gsund sei...

Donnerstag: Alle schlafen im Bus. Heut fährt widder der Entertainer.
Kurz vor dem Busbahnhof ertönt folgende Durchsage:"Bitte alles aufwachen! Wir erreichen in Kürze den Busbahnhof. Ich wünsche noch einen angenehmen Tag!"

Am Bahnsteig steht mein Busnachbar im Raucherquadranten. Da der Wind mir seinen Qualm ins Gesicht bläst und ich das nicht mag, wechsel ich die Seite und stell mich knapp hinter ihm rechts ausserhalb der Markierung hin.
Mein Busnachbar schmunzelt:"Das war knapp."

Da ertönt die Ansage:"Das Rauchen ist nur in den gekennzeichneten Raucherbereichen gestattet.."
Mein Busnachbar:"Das Nichtrauchen ist nur ausserhalb der gekennzeichneten Raucherbereiche gestattet. Sonst fühlen sich die Nichtraucher nicht angesprochen und diskriminiert."
Ich muss schmunzeln.

Auf der A3 bei uns war gestern ein Unfall. Leim oder Kleber war auf der Fahrbahn und die Aufräumarbeiten haben bis in den Abend noch gedauert. Die LKWs stauten sich. Da fällt einem erst auf wieviele das sind. Die hingen gestern auch fest. Ich hoffe, sie konnten es mit Gelassenheit ertragen. Denn man kann sich ja immerhin damit trösten, dass man noch gsund und unversehrt ist.

Ich hab zwei Kollegen im Büro, die sich dauernd kabbeln. Die letzte Zeit fand ich das sehr anstregend.
Heute hat sich die Perspektive verschoben. Sie erinnern mich an ein altes Ehepaar. Ich musste an die zwei Streithähne aus Hawaii 5-0 denken. Nur wegen der Zankerei hab ich das früher überhaupt angeguckt. Hier im Büro bekomm ich das ganz umsonst. Ich schmunzel in mich hinein.

Da schimpft Kollege1 wieder über Kollege2. Ich lachend... "Du ich find Euch zwei heute einfach herrlich... Ihr seid wie die zwei Alten aus der Muppetshow."
Jetzt muss er auch lachen...

Humor ist für mich die Waffe gegen Missverständisse, Ärger und Streit.
Ich hab mal den schönen Satz gelesen: "Wenn man seinen Feind umarmt, macht man ihn auch bewegungsunfähig.."
Ob man das hinbekommt? Dass einem im Anflug eines Streits immer was unerwartetes witziges einfällt, dass das Gegenüber entwaffnet?
Das wär ja mal ein Abrüstungsabkommen...

Stellt Euch vor, jemand beschimpft Euch. Eure Mama, Euer Papa, euer Kollege, eure Frau, euer Mann, euer Freund, eure Freundin... Und dann holt ihr in Seelenruhe eine Bratpfanne aus dem Küchenschrank und haltet sie einfach vor Euch.
Wenn der Beschimpfende dann fragt:"Was willst Du mit der Bratpfanne?"
Dann sagt Ihr einfach:"Die ist zu meinem Schutz. An Teflon perlt alles ab."
Wenn Euer Gegenüber dann nicht schmunzeln muss, ist ihm glaab ich nimmer zu helfen...

Freitag: Heut früh begrüßt mich der Busfahrer mit:"Ner weiter. Des bassd scho."

Mei Haltestellenbekante erzählt mir, dass bei ihr auf Arbeit immer weniger Leut im operativen Gschäft ärbern. Und immer mehra in der Beratung.

Gestern habi ghört wie sie zwaa Busfahrer unterhalten hamm.
Der eine:"Bei uns in der Verwaltung und im Vertrieb arbeiten mehr Leut wie Fahrer."

Des scheint a genereller Trend zu sei. Ich frag mich, ob die ganze Verwaltung und Bürokratie sei muss...
Gestern kam ein Beitrag auf dem WDR zum Thema Stress und Digitalisierung.
Ein Mann erzählt, dass er früher zu 70 Prozent für den Kunden gearbeitet wurde und zu 30 Prozent mit der Verwaltung beschäftigt war. Heute sei es umgekehrt.
Der Stress komme auch vom Wandel der Arbeitswelt. Dass alles immer schneller, flexibler, agiler und digitaler wird.
Erstaunlicherweise ergab eine Umfrage , dass 58 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass die Digitalisierung ihnen die Arbeit nicht erleichtert. Wird manches nicht auch unnötig verkompliziert? Oder ist das Leben genereller komplexer geworden und läßt sich das gar nicht aufhalten oder ändern? Oder schiessen wir doch des öfteren mit Kanonen auf Spatzen? (Was können die armen Spatzen dafür?) Und hätte es nicht ein bisschen weniger Bürokratie auch getan?

Sicher ist vieles durch die Globalisierung komplexer geworden. Das Internet hält sich nicht an Grenzen. Zumindest meistens... Und dazu gibt es ein rechtliches Wirrwarr. Das macht es auch nicht leichter.

Besteht nicht auch die Gefahr, dass durch zuviel Bürokratie und Verwaltung die Flexibilität und Agilität der Digitalisierung flöten geht? (Warum eigentlich flöten und nicht trompeten oder schlagzeugern?) Und wie finden wir das richtige Gleichgewicht?

Das Arbeitsaufkommen wächst. Die Anzahl der Mitarbeiter schrumpft wiederum im Gegenzug, um global wettbewerbsfähig zu bleiben. Noch höheres Arbeitsaufkommen mit noch weniger Mitarbeitern und immer häufigeren Umstrukturierungen sind die Folge.

Beständigkeit hat bloss der Wandel.

Gestern hab ich mit meinem Chef darüber gesprochen.
Ich:"Ich muss erst noch lernen mit den immer schnelleren Änderungen umzugehen."
Drauf er:"Das geht nicht nur Dir so."

Im TV-Beitrag ging es um die immer höhere psychische Belastung, die gesundheitlichen Folgen aber auch neue Arbeitszeitmodelle. Es wurde z.B. eine Firma vorgestellt, in der die Mitarbeiter einen 5-Stunden-Tag haben. Bei 8 -Stunden Entlohnung. Das hat man so geregelt, dass man die Zeitfresser wie Meetings, Smalltalk in der Kaffeeküche zusammengestrichen hat bzw. Besprechungen straffer organisiert. Die Mitarbeiter haben mehr Freizeit aber dafür auf Arbeit weniger soziale Interaktion. Ist das die Lösung? Birgt das nicht auch die Gefahr, dass man bei nicht klarer Kommunikation noch mehr Missverständnisse erzeugt? Zumal ich erst vor kurzem festgestellt habe, dass in der Kaffeeküche auch mal Firmenpolitik gemacht wird. Freizeit ist aktuell vielen wichtiger als das Gehalt. Die Zeiten ändern sich.

Wo wird die Reise hingehen? Es bleibt spannend.

Heimwärts steht auf mein Bus nix drauf. Also ned wo er hiefährt. Aber ich kenn die Leut, die drinhocken. Der fährt heut inkognito.

Ich wünsch Euch ein schönes Wochenende!

 
Die Glaa aus ERH - Der Wasserrohrbruch Sandra Jaeger 2018
23.02.19 bis 02.03.19 Experimente...

Samstag:
Die Woche war spannend und lehrreich. Ich habe ein paar Experimente gemacht. Und mir ist einiges neue klargeworden.

Nämlich dass sich der physiologische Zustand eines Menschen in seinem Verhalten und seiner Haltung, die er ausstrahlt, widerspiegelt und sogar ansteckend ist. Warum ist das so? Ist das autonome Nervensystem im Entspannungszustand, dann ist man auch offen für Begegnungen und Interaktion mit anderen Menschen. Wir fühlen uns unter Menschen wirklich wohl. Und das sieht man uns auch an.

Ist es aus dem Gleichgewicht geraten, dann wollen wir lieber unsere Ruhe haben. Unter Menschen fühlen wir uns dann nicht wohl. Das seht Ihr schon, wenn Ihr mal eine Erkältung habt. In letzter Zeit soll das ja öfter vorgekommen sein. Denkt auch an den Männerschnupfen. Soweit ich weiss ist daran bis heute noch keiner gestorben ;-)
Wie verhält man sich dann? Jammert man nicht etwas und man hätte am liebsten seine Ruhe? Mir geht es jedenfalls so. Der Körper signalisiert mit Kopfweh und Übelkeit und Niesen, dass er jetzt Zeit zur Regeneration braucht. Ist ja klar, er ist grad damit beschäftigt einen Eindringling wie Virus oder Bakterien zu bekämpfen.

Da muss ich jetzt an eine Unterhaltung denken, als ich vor einem Jahr einen Infekt hatte. Ich kam grad vom Arzt und der Apotheke und hatte Medikamente verschrieben bekommen, begegnete einer Bekannten und erzählte ihr davon.
Sie:"Da brauch ich ka Medikamente. Da koch ich mir eine Hühnersuppe."
Da muss ich schmunzeln. Denn Hühnersuppe wird mit Liebe gemacht und die schmeckt man. Das greift lustigerweise die Pharmaindustrie auch in der Werbung auf: Mit Liebe und Wick Wapurup .. oder so ähnlich.
Ob man mit Hühnersuppe, Liebe und ausreichend Zeit weniger schnell gesund wird? Ich glaube nicht ;-)

Warum? Die selbstgemachte Hühnersuppe wärmt uns und sie gibt uns auch ein Gefühl von Wärme und Sicherheit. Und dies stärkt wiederum die Selbstheilungskräfte des Körpers, weil sich dieses Gefühl von Wärme und Sicherheit auch auf unser autonomes Nervensystem auswirkt. Es kann wieder ins Gleichgewicht kommen.

Sind wir im Wärmemodus, lächeln wir, hören aufmerksam zu, unterbrechen unser Gegenüber nicht, sind offen für unerwartete Wendungen im Gepräch. Im Gegenzug fühlt sich das Gegenüber auch wohl, weil es sich verstanden fühlt. Es herrscht also ein Wohlfühlklima, ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit auf beiden Seiten.

Ist man dagegen unruhig, gehetzt, gestresst, mit anderen Dingen im Kopf beschäftigt, und schenkt dem Gesprächspartner nicht seine ganze Aufmerksamkeit, weil man nebenher noch eine Mail schreibt, oder bei jedem Klingeln des Telefons rangeht, wirkt sich das auch auf das Gegenüber aus. Es fühlt sich nicht wirklich angenommen und wahrscheinlich auch sehr unwohl. Gegenbenenfalls kommt man sich als Störfaktor vor. Auch die Unruhe kann sich übertragen. Das erzeugt kein Wohlfühlklima. Es überträgt sich auf das Gegenüber.

Wie Pflanzen so brauchen aber genauso Menschen das richtige Wohlfühlklima um gedeihen und wachsen und um wieder gesund werden zu können. Sonst gehen sie ein. Pflanzen werden ja auch krank, wenn sie zuviel oder zu wenig Wasser bekommen. Ebenso bei zuviel oder zu wenig Licht. Zuviel oder zu wenig Wärme. Genauso ergeht es Menschen. Da unterscheiden wir uns gar nicht so sehr von den Pflanzen. Wir brauchen auch einen Lebensraum wie jedes andere Säugetier, wo wir uns wohlfühlen können.

Denn fühlen wir uns nicht wohl, dann kommt unser Nervensystem und damit unser ganzer Körper aus dem Gleichgewicht.

Was bedeutet unsere heutige Arbeitswelt unsere heutige Art zu leben für unseren Körper und unser Nervensystem? Es ist eine RIESIGE Herausforderung! Warum? Weil wir in immer mehr Aspekten unseres Lebens das Gefühl von Wärme und Sicherheit zu verlieren drohen.

Deshalb ist Lachen ansteckend. Und Gähnen wahrscheinlich auch. Gähnen entspannt. Lachen und Gähnen haben also eine positive Wirkung auf unser Nervensystem. Leider wirkt die Ansteckung auch bei den negativen Emotionen. Denn wir reagieren und interagieren auch immer mit und auf unsere Umgebung und unsere Umgebung wiederm auf uns. Und wir reagieren immer zuerst physiologisch (automatisch, autonom - daher auch autonomes oder vegetatives Nervensystem) und erst später psychologisch.

Arbeiten wir z. B. in einem Grossraumbüro, dann ist unsere Umgebung laut. Wir können uns nicht so einfach zurückziehen, wenn wir das natürliche Bedürfnis nach Ruhe und Sicherheit haben. Denn ein Grossraumbüro ist für unser Säugetiernervensytem nun mal kein sicherer Ort. All die Geräusche, Bewegungen, die wir aus dem Augenwinkel wahrnehmen, wenn wir mit dem Rücken zu Kollegen sitzen, all das ist in der Säugetierwelt eine Umgebung, die Gefahr signalisiert. Was passiert mit Säugetieren, die ständig in einer Umgebung sind, die feindlich erscheint? Wenn sie nicht fliehen können, werden sie hypervigilant. D.h. sie werden noch sensibler auf Reize. Das Nervensystem ist aus dem Gleichgewicht geraten. Es hat sich an die Situation angepasst. Das ist ein normaler physiologischer Prozess. Ein Warnsignal unseres Körpers. Es ist positiv zu sehen. Hier kommt der Warnhinweis vor dem Tsunami. Negative Auswirkungen hat erst unser Handeln darauf bzw. dass Nicht-Handeln. Denn dann werden wir krank.

Wie reagieren die Menschen in einer solchen Umgebung? Interagieren sie mehr? Umfragen haben genau das Gegenteil ergeben. Sie schreiben mehr mails als direkt miteinander zu reden. Sie schotten sich gegen ihre Umgebung mit Kopfhörern und Schrankburgen ab. Fehlt nur noch die Zugbrücke. Der eine oder andere hätte gerne eine solche. Eine gereiztere Stimmung ist oft die Folge. Streit über die Raumtemparatur (Wärme und Wohlfühlfaktor) und das Lüftungsverhalten sind an der Tagesordnung. Man sieht es also schon im kleinen. Es wird mehr geschimpft. Oder man erlebt, dass einem immer mehr Kollegen auf dem Klo oder in der Kaffeeküche oder auf dem Gang ihr Leid klagen. Sie leiden. Weil sie die Situation nicht ändern können. Das denken sie. Das stimmt aber nicht ganz :)

Gepaart mit dem immer mehr zunehmenden Arbeitsdruck und der Arbeitsverdichtung kommen dabei schlaflose Menschen heraus. Menschen, die auch daheim nicht mehr abschalten können. Und dass Schlaflosigkeit und innere Unruhe zu Krankheiten führt, ist inzwischen bekannt.

Okay. Und nun? Wir können doch nicht die Umgebung ändern? Wir sind doch hilflos. Wir fühlen uns ausgeliefert.

Da ich nur in einem gesunden Klima wieder gesund werden kann, arbeite ich daran, ein solches um mich rum zu schaffen. Wie geht das? Erstmal muss ich für mich sorgen und auf meinen Körper hören. Erstmal sind praktische Lösungen gefragt, die sofort wirken. Reize mildern. Ist es mir im Grossraumbüro zu laut, kann ich vielleicht mit meinem Laptop in ein anderes Zimmer ausweichen? Zumindest zeitweise? Oder kann ich ab und zu Homeoffice machen oder Mobile Home? Geht das nicht, dann kann ich mir Ohrstöpsel oder geräuschstillende Kopfhörer besorgen.

Ihr werdet sehen, schon das hilft! Ich spreche aus Erfahrung.
Auch wenn Ihr Eure Lieblingsmusik bei der Arbeit hört (vorausgesetzt, das ist erlaubt), beruhigt dies Euer Nervensystem. Weil es für Wohlfühlatmosphäre sorgt.

Wenn Euch das Licht zu hell ist, vielleich könnt Ihr eine andere Lampe bekommen, sie dimmen oder Euren Schreibtisch oder die Lampe umstellen. Auch hier zählen praktische Dinge. Sitzt Ihr mit dem Rücken zur Tür oder zu Kollegen, sprecht doch mal mit Eurem Vorgesetzten und mit den Kollegen, ob man nicht die Tische so umstellen kann, dass es für Euch angenehmer ist. Vielleicht profitieren auch Kollegen davon, die das bisher noch nicht angesprochen haben und nicht auf die Idee gekommen sind. Sie werden Euch dankbar sein.

Geht nach der Arbeit in die Natur. Sie holt Euch runter. Geht Hobbies nach und umgebt Euch mit Menschen und Dingen, die Euch guttun. Mir z. B. hat die Selbsthilfegruppe sehr geholfen. Denn dort fühl ich mich verstanden. Und damit wohl. Deshalb funktionieren sie auch.

Und dann ist Eure Einstellung dran. Arbeitet an Euch, dass Ihr gelassener werdet. Die meisten Dinge sind nicht so persönlich gemeint, wie man sie nimmt. Sie sind einfach. Lernt die Dinge zu beobachten und nicht zu bewerten. Versucht auch vergangene Dinge neu zu bewerten. Zu oft versteht man andere falsch und wird selber missverstanden. Sprecht Eure Bedürfnisse an. Dabei geht es nicht darum, dem anderen zu sagen, was er böses getan hat. Sondern darum, Euer eigenes Bedürfnis wertzuschätzen und anzuerkennen. Das kann man mit emotionaler Intelligenz auch gewaltfrei kommunizieren. Okay. das muss man üben. Da tu ich mir auch noch schwer. Wie bei allen Dingen ist es aber so, dass sie immer besser werden, je öfter man es übt.

Erkennt Euer Gefühl und das Bedürnis, das dahinter steht und sprecht es an. Dass ihr Euch dadurch verletzt gefühlt habt oder dass Ihr irritiert ward. Meist liegt das eigentliche Problem und Missverständnis nicht im Aussen sondern im Innen. Der Sender der Nachricht hat gar nicht das geschickt, was ihr als Botschaft empfangen habt.

Oft hilft ein klärendes Gespräch. Macht Euch auch klar, dass es immer Missverständnisse geben wird. Weil dabei viele Faktoren eine Rolle spielen. Weil das Leben und die Menschen komplex sind. Jeder hat für sein Verhalten seine Gründe. Auch, wenn Ihr sie nicht kennt. Es gibt immer eine Erklärung. Verständnis hilft.

Unverständliche und missverständliche Reaktionen erzeugen wiederum Unverständnis und Missverständnisse. Das ist nun mal so. Ihr werdet sagen: Wir können doch nicht hellsehen, was im Gegenüber vor sich geht.
Aber Ihr könnt nachfragen. Warum hat er so reagiert? Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht. Sagt, dass Ihr irritiert wart. Und fragt, was denn da war... Seht es als Experiment an. Und wie bei jedem anderen Experiment könnt Ihr dabei etwas lernen, wenn Ihr offen und ohne Erwartung an die Sache herangeht. Wahrscheinlich kommt es auch zu Rückschlägen. Es muss aber nicht sein. Selbst Edison hat erst zahlreiche missglückte Versuche gebraucht, bis ihm die Glühbirne geglückt ist. Ihr lernt auf jeden Fall was neues dazu. Und dann seid Ihr das nächste mal schon schlauer. Jeder Fehler ist eine Möglichkeit zu lernen. Fehler sind menschlich und keine Katastrophe. Es gibt niemanden, der sich nicht mal irrt. Das wäre der perfekte Mensch. Und perfekte Menschen mag kein Mensch. Wir finden doch gerade die Menschen am liebenswürdigsten, die zu ihren Schwächen stehen. Und im Gegenzug zu den Schwächen und Macken hat - die übrigens jedes Lebewesen hat - hat auch jeder einen ganzen Strauss Stärken, die diesen gegenüberstehen. Und beide sind höchst individuell. Das macht Menschen auch so interessant. Jeder ist anders. Und das ist auch gut so!

Aufkommende Streitigkeiten lassen sich sogar mit Humor entschärfen. Wenn man dem Angriff die Schärfe nimmt.
Dadurch, dass ich meine Kollegen mit einem alten Ehepaar und den beiden alten aus der Muppetshow verglichen habe, konnten sie auch darüber lachen. Die Atmosphäre im Büro war den Rest der Woche viel angenehmer und entspannter. Ich hoffe, es hält noch weiter an.

Und das zeigt, dass auch Ihr es in der Hand habt, ein Wohlfühlklima für Euch und Eure Mitmenschen zu erzeugen. Gute Stimmung ist ansteckend. Schlechte allerdings auch.

Es gibt eine (ich glaube indianische Geschichte). Jeder Mensch hat zwei Wölfe in seiner Brust. Den schwarzen Wolf, der die Dinge immer negativ sieht und die Welt feindlich wahrnimmt und den weissen Wolf, der der Welt und seinen Mitmenschen mit Wohlwollen, Nachsicht und Geduld begegnet.
Welcher Wolf gewinnt? Der, den Ihr füttert.

Jetzt ergibt der Satz: Alles ist mit allem verbunden einen Sinn. Denn welchen Wolf Ihr füttert, bestimmt nicht nur Eure Sicht auf die Welt sondern auch die in Eurer Umgebung.

Anders und etwas drastischer ausgedrückt (das hab ich aus einer Fernsehserie "Mom"): "Wenn Euch immer nur Arschlöchern begegnet, kann es nicht sein, dass Ihr selbst eins seid?"

Denn Widerstand erzeugt Reibung. Und Reibung kostet Energie.
Ohne Reibung, könnt Ihr Eure Energie für andere wertvolle Dinge nutzen.

Noch viel besser ist allerdings, dass wenn Ihr Offenheit und Wärme ausstrahlt, auch auf Menschen trefft, die ebenso sind. Mir sind in letzter Zeit einige davon begegnet. Wäre ich ihnen früher begegnet, hätte ich sie nicht erkannt und übersehen.

Man bekommt immer das zurück, was man selbst aussendet. So eine Art Repeater. Man spricht deshalb auch vom Resonanzprinzip.
Also: welchen Weg wollt Ihr gehen? Welche S(ea)ite wollt Ihr in anderen Menschen zum Klingen bringen? Ihr habt es selbst in der Hand.

So .. genug "gepredigt" und erklärt :)
Hier ist noch eine Portion Humor für das Wochenende.

Eine Bekannte von mir macht heute einen Orientierungslauf. Sie hat einen schlechten Orientierungssinn. Mir geht es übrigens ebenso. Setzt mich in Nürnberg irgendwo in der Fussgängerzone aus, wo keine U-Bahnhaltestelle ist und ich finde nimmer heim. Meine Bekannte hat mir gestanden, dass sie schon diverse male im Dunkeln stundenlang im Wald rumgeirrt ist.

Ich frage mich, ob Menschen, die wegen Ihrer Krankheit Orientierungsstörungen haben - wieso heisst das jetzt schon wieder Störung? Gleich macht man daraus wieder einen Makel. Nennen wir es doch Desorientierungsfeature. Das klingt viel netter. Liebenswürdiger und sympathischer...

Also.. wo waren wir grad? Also ob die Krankenkasse wohl die Teilnahme an einem Orientierungslauf bei Desorientierungs-Feature Versicherten übernehmen würde? Andererseits würden wir uns so wieder abhängig von Dritten machen. Nehmen wir es doch lieber selbst in die Hand. Sie hat mich gefragt, ob ich auch mal bei sowas mitmachen würde. Ich will erst wissen, wie sowas abläuft, weil ich mir noch nix drunter vorstellen kann.

Und hier ist noch ein Wochenendcomic :)

 
Die Glaa aus ERH - Nundergrutschd Sandra Jaeger 2018
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