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Sulcus Ulnaris Syndrom
Sammy, das Krankenhausfluchttier
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12.09. bis 18.09. Smile-Bombing ...

Samstag: So... wird mal wieder Zeit für eine neue Seite. Hab mich jetzt mal aufgerafft.

Derzeit ist mein Hirn etwas verwirrt. Mag an dem bevorstehenden und aktuellen Wetter liegen und daran, dass meine Ergo getriggert hat. Danach sah ich schlechter und alles krieselte so wie im Fernsehen früher auf den Kanälen , wo nix kam. Das gibt's ja heut nimmer. Sendeschluss. Alles ist rund um die Uhr verfügbar. Auch wegen der Globalisierung, die die Technik ja erst ermöglicht hat. Und diese Unruhe und Unrast überträgt und manifestiert sich auch in unserem Nervensystem.

Ich versteh dabei allerdings nicht, warum wir zwar inzwischen das Artensterben um uns rum wahrnehmen, aber dass wir selber ja auch davon betroffen sind und es bereits Anzeichen und Auswirkeungen davon auf unsere Art gibt, übersehen. Für mich ist das offensichtlich.

Gestern ist mein linker Fuss dann auch auf ebenem Boden mal wieder umgeknickt. Neglect. Da war mein Hirn grad in einem Datenbank-Timeout und überlastet von den Reizen.

War gestern auch gleich geschwollen und ich hab Arnikasalbe draufgeschmiert. Konnte erstmal keine Kleidung und keine Bettdecke ertragen. Inzwischen geht es wieder etwas besser. Das ist das Sprunggelenk, dass mir schon im Frühjahr auf dem Weg zur Arbeit umgeknickt ist. Jetzt lamentiert alles wieder. Ich arbeite daran es runterzubekommen. Merke aber, dass ich dadurch doch wieder zurückgefallen bin. Also das Nervensystem ist dadurch wieder eine Alarmstufe sensibler geworden. Das eine bedingt dann das andere.

Einerseits brauch ich Bewegung um mein Nervensystem zu beruhigen und die Muskelanspannung und die daraus resultierenden Spastiken im Griff zu behalten, andererseits bedingt eine Reizüberflutung halt auch solche Unfälle. Und die steigern dann im Nachgang wieder die Muskelanspannung und die Reizfilterüberempfindlichkeit.

Wenn Ihr jetzt meint, sich hinsetzen und nix tun, wär das Beste, dann irrt Ihr Euch. Denn grad jetzt brauch ich die Bewegung ja noch mehr, um das ganze wieder runterzuregeln und im Griff zu behalten. Das ist ja die Krux.

Seit ich das verstehe, kann ich auch damit umgehen. Denn für solche Unfälle kann ich nix. Ich kann ja nicht alle Rahmenbedingungen wie das Wetter kontrollieren oder die Menschen, die mir begegnen oder was mir grad für Situation begegnen.

Ich bin dann auch wieder rigider im Denken.
z.B. brauch ich dann mehr Rituale und Routinen. Da bin ich dann sehr strikt drin und wieder weniger offen für neues oder anderes. Und jede Kleinigkeit, die nicht zusammenpasst, fällt mir auf, weil die mein Nervensystem als Gefahr wahrnimmt.

z.B. vorhin hab ich eine Bekannte getroffen. Sie sagte:"Ich geh jetzt zum Friseur."
Und dann ist sie in ihr Auto eingestiegen und fortgefahren. Sie ist also nicht gegangen sondern gefahren. Und das irritiert mein Hirn heute immens.

Da vorgestern der Zwetschgenkuchen so gut war , hab ich heute wieder einen geholt, weil mein Gehirn dieses gute Gefühl wiederholen will. Also hängt es heut auch sehr an Ritualen. Ich bin also derzeit nicht besonders flexibel. Das ist irgendwie auch spannend und interessant. Faszinierend. Ich bin also in gewisser Weise mein eigenes Forschungsobjekt.

Ich hab es trotzdem geschafft, heute ein Buch in den offenen Bücherschrank zu stellen. Es ist mir aber unheimlich schwer gefallen. Ihr wisst ja, Bücher sind für mich Erfahrungen und Freunde so wie bei Euch echte Freundschaften und Freunde in Menschenform. Deswegen fällt es mir schwer mich von ihnen zu trennen.

Ihr ladet Eure guten Freunde ja auch nicht irgendwo in der Stadt ab und fahrt dann wieder heim.

Ich steh also momentan auf Wiederholungen. Kleine Kinder tun das ja auch. Das ist der Grund dafür. Ein offener Reizfilter und die damit verbundene Unsicherheit. Also der Wunsch nach Sicherheit und Verlässlichkeit. Routinen und Rituale (immer dasselbe essen, lesen, gucken, tun ...) gibt Sicherheit und beruhigt das Nervensystem.

Wenn Ihr jeden Samstag gartelt oder werkelt oder zum Friseur geht, dann macht Ihr das auch. Es ist Euch nur nicht bewusst. Die Rasenmäheritis ist wohl eine Mischung aus gruppendynamischem Verhalten, Anpassung an die Norm und Ritual und Routine. Damit versucht Ihr und Euer Gehirn Ordnung herzustellen, um nicht in der Unsicherheit des Chaos zu versinken.

Unser Gehirn versucht immer Ordnung zu machen und Muster im Chaos zu erkennen. Damit es Sicherheit bekommt und sich beruhigen und somit überleben kann und damit Ihr.

Momentan finde ich Sicherheit in den "Achtsam morden..."-Büchern. Die kann ich wie die vom Rosie-Projekt (Don Tillman-Reihe) auch immer wieder lesen. Quer, vorne , hinten. Das fühlt sich wie heimkommen an. Wenn ich in einen Wald gehe, ist es ähnlich. Das klingt für Euch sicher komisch. Aber ich finde ja auch vieles, was Ihr so tut ebenso seltsam und komisch.

Deswegen erklär ich es Euch, damit Ihr mich und Euch und andere besser verstehen könnt. Denn von Zeit zu Zeit tut Ihr auch solche Dinge. Ihr seid Euch dessen bloss nicht bewusst. Achtet mal drauf. Jeder Mensch hat autistische Züge. Weil das natürlich ist. Wenn Ihr unter Stress steht und sich Euer Geist und Körper in Gefahr wähnt. Das ist vollkommen natürlich.

Ich steh ja auf dem Standpunkt, dass auch wir als Art uns täglich verändern. Genauso wie die Blautannen und Blaumeisen. Denen geht es grad nicht so gut. Die Blaumeise leidet auch unter einer Art Virus ähnlich wie die Menschheit an dem Coronavirus und wird davon bedroht und die Blautannen leiden unter dem Wetter. Die haben alle Nadeln abgeworfen und sehen zum derbarmen aus.

Meine These ist ja, dass wir immer angespannter werden. Guckt einfach mal auf die gebogenen Rücken (Rundrücken) und die V-förmige oder dachförmige Fussfehlstellung, die allerorten anzutreffen sind. Vielleicht braucht Ihr auch einfach nur in den Spiegel bzw. an Euch heruntergucken.

Meine Bekannte meinte, dass es auch bei der Geburt so ist. Dass die immer schmerzhafter wird, weil die Menschen immer angespannter werden. Geburt ist ja was natürliches. Tiere bekommen das ganz alleine hin ohne Hebamme und Arzt und Krankenhaus.

Woran liegt das? Also meiner über 70-jährigen Bekannten nach, ist es bei den Urvölkern so, dass die weniger Schmerzen haben, weil sie das als natürlichen Vorgang ansehen und von Haus aus entspannter sind und dort hüpfen die Frauen auf und ab und dann rutscht das Baby raus.

Ob das so stimmt, weiss ich nicht. Doch ich denke schon, dass Endometriose und die ganzen Zivilisationserkrankungen mit unserer Anspannung zusammenhängen. Weil wir immer verkrampfter werden und sind. Im Denken als auch im Körper. Da nehm ich mich gar nicht aus. Im Gegenteil.

Erinnert Ihr Euch noch an den Arzt, der Atteste mit dem ATW-Syndrom ausstellte? Das Alles-Tut-Weh-Syndrom ist nix anderes als Schmerzen in Folge der Muskelanspannung in uns. Denn wenn die Muskeln zu angespannt sind, dann tun sie auch weh.

Kennt Ihr Smile-Bombing? Bringe täglich 5 Leute, die angespannt gucken, dazu zu lächeln, indem Du sie anlächelst. Und wenn sie nicht lächeln, dann überlegt Ihr Euch, was sie daran hindern könnte. Welche Sorgen sie grade haben, oder ob sie grade in Gedanken sind.... So lernt Ihr ganz praktisch emotionale Intelligenz. Ich arbeite daran.

Ich praktiziere Smile-Bombing aber auch noch parallel mit meinen Comics, in der Zeitung, im Amtsblatt und im Internet und per Mail. Mail-Smile-Bombing sozusagen. Ich schicke Euch so eine Dosis Oxytocin, Dopamin und Endorphin. Glückshormone. Denn die sind bei emotialer Intelligenz beteiligt. Das kostet nix und macht viel Freude. Und ich näh und verschenk lustige Mundschutze im Überraschungsmodus.

Derjenige schmunzelt dann, wenn er die Maske bekommt und auspackt und jedes mal, wenn er sie aufsetzt und benutzt. Und wenn er anderen begegnet, die das Muster auf der Maske wahrnehmen, dann schmunzeln die auch. Ich mache Oxytocin-Bombing in Schmunzelform. Also durch die Schmunzelei aller Beteiligten wird Oxytocin ausgeschüttet. Wenn ich dazu zur Beruhigung des gesellschaftlichen Nervensystems beitragen kann, umso besser. Humor beginnt da, wo einem das Lachen vergeht. Des is as allergsündeste.

Wo ich das mit dem Smile-Bombing her habe? Aus diesem TED-Video. Der Redner hatte einen Unfall als er jünger war und hat auch eine Gehirnverletzung davongetragen. Er tat sich vorher mit Lernen leicht und auch mit dem Erinnern und nach dem Unfall ging das nicht mehr.

Also musste er sich eine andere kreative Lösung einfallen lassen, um in der Schule und im Studium weiter bestehen zu können. Und da ist ihm von Dale Carnegie das Buch "How to win friends and influence people" in die Hände gefallen. Und die Ratschläge hat er einfach praktisch angewendet.

Also im Endeffekt hat er es auch so gemacht, wie ich es mache. Einfach ausprobieren. Und jetzt gibt er dazu sogar Coaching-Kurse. Da seht Ihr mal!

Und Ihr merkt Ihm seinen Unfall gar nicht mehr an. Oder? Also hilft Smile-Bombing und auf Leute zuzugehen, sich für sie zu interessieren, offen zu sein und Fragen zu stellen, um wieder gesund zu werden, indem es das Nervensystem beruhigt. Und da will ich ja auch hin.

Warum soll das funktionieren?
Das ist ganz einfach: Euer Nervensystem ist übererregt. (Meins und das von dem Referenten nach dem Unfall auch)
Was braucht es also? Sicherheit.

Was gibt Sicherheit? Gute vertrauensvolle Bindungen also Beziehungen zu Menschen. Interaktion. Das ist auch wieder voneinander lernen. Hier schliesst sich also wieder der Kreis. Unser Gehirn lernt also durch das auf-andere-Menschen-zugehen um und wir beruhigen es durch bessere uns vertrauensvollere, sichere Beziehungen.

Und das könnt Ihr überall praktizieren. Auf Arbeit, in der Familie und mit Freunden und Bekannten. Im Endeffekt hab ich Euch das ja schon bewiesen.

Denn entspannt werdet Ihr nur in einer Umgebung sein, in der Ihr von Menschen umgeben seid, mit denen Ihr Euch wohlfühlt. Und da ich an mir und meinen Beziehungen arbeiten kann, hab ich da einen grossen Handlungsspielraum. Und das funktioniert über das Feedbackspiel.

Und wenn Ihr ein heilsames Umfeld habt (Betriebsklima, Familien und Freundes- und Gesellschaftsklima) dann bleibt bzw. werdet Ihr auch gesund. Das ist dann wieder die Salutogenese. Der Kreis schliesst sich. Oder das unendlich - Zeichen in Form der liegenden 8. Wusstet Ihr, dass die liegende 8 auch das Zeichen für Neurodiversität ist?

Allerdings ging für mich so eine generelle Anlächlerei auch mal nach hinten los.
Weil ich dann leider nicht kommen sehe, wenn jemand das versehentlich falsch interpretiert. Und da ich keine Mimik und Gestik lesen kann, kann ich das leider auch nicht erkennen, dass etwas schief läuft.

So war ich auf Reha nett zu einem Mit-Rehaler und zum Pizzaboten. Und dann hat mich der Mit-Rehaler (für mich vollkommen unvermittelt und erschreckend!!!) geküsst! Meine Amygdala fand das gar nicht toll. Pfui! Igitt! Und dann noch ein Zungenkuss! Bähhhh!

Meine Amygdala steht nicht auf sowas... leider sehe ich den Zug auch nicht kommen... Erst beim Zusammenstoss.
Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ein Freukannter hat für diese Kreativität einen schönen neuen Begriff erfunden: verhaltensoriginell. Das gefällt mir!

Der Pizzabote zu dem ich nur "nett" war sass dann irgendwann auf meinem Rehabett. Da hat mich meine Zimmergenossin gerettet, die dann vom Wochenende zurückkam. Sie hat ihn verscheucht. Er hat mir vorher noch all seine familiären und Arbeitsprobleme erzählt. Und ich dachte, ich hab Probleme. Manchmal glaub ich andere brauchen die Reha viel notwendiger als ich.

Ich hab also irgendwie als Ausgleich für meinen Autismus und die damit verbundene soziale Blindheit oder Kurzsichtigkeit wenigstens Glück oder so eine Art Schutzengel. Der muss bei mir ganz schön Überstunden machen.

Ihr werdet wahrscheinlich da drüber schmunzeln. Und das ist auch okay. Ich möchte einfach, dass Ihr das spielerisch und humorvoll versteht.

Ich stamme halt einfach aus einer anderen Kultur. Der Kultur des chronischen Säbelzahntigermodus. Da kann ich nix dafür. Und Euren Kindern und Enkeln kann es genauso oder ähnlich gehen. Euch auch, wenn Ihr älter werdet. Versteht Ihr das, dann könnt Ihr viele Missverständnisse vermeiden und auflösen und Euch Konflikte und Stress ersparen. Und des wär fei des allergsündeste!

Apropos älter.... Die Krankenkassen-Zeitschrift, die ich bekomme, ist für junge Frauen. Nun bin ich ja Jahrgang 73. Und frag als ich heute Zwetschgenkuchen kaufe (Sicherheits- und Ritualbedürfnis) die Bäckereifrau, wie lange man denn für die Krankenkasse eine junge Frau ist.

Ihre Antwort war erst , dass das ja vom eigenen Gefühl abhängt. Okay, danach werde ich mich wohl immer als Kind fühlen. Darauf insistierte ich, dass ich das auf die Krankenkassenzeitschrift bezogen hatte.
Da meinte sie verblüffend einfach:"Das musst Du die Krankenkasse fragen."
Das werde ich jetzt mal tun. Bin gespannt, ob und welche Antwort ich bekomme.

Im Comicforum hab ich mal die Frage gestellt, wie die Leut dort andere Menschen aufmuntern oder trösten. Scherze, normal behandeln (???? damit ist mir jetzt nicht besonders gedient, weil ich nicht weiss, was damit gemeint ist) war eine Antwort.

Ein zweiter meint, dass es sich dann in dem von mir geschilderten Fall eher um einen Bekannten statt um einen Freund handelt, weil er meine Eigenheiten nicht kennt. Aber wenn einer von einem Bekannten zum Freund wird, dann muss er die ja erst kennelernen. Und ich lerne von ihm. Vielleicht sind wir ja irgendwo unterwegs zwischen Bekanntschaft und Freundschaft...? Wie nennt man das dann? Bereundschaft? Freukanntschaft?

Umarmumngen gibt es nur bei Freunden sagt der Dritte. Also ich hab die Frau, deren Hund überfahren worden ist, ja auch umarmt. Und das hat sich in dem Moment richtig angefühlt. Und die kenn ich nicht. Gibt es dann auch Ausnahmen von diesen Regeln? Und wie lauten die? Das finde ich sehr verwirrend. Also meine Amygdala...

Er tröstet keine Bekannten. Naja, das würde dann wieder dafür sprechen, dass wenn ich jemanden trösten möchte, er kein Bekannter sondern ein Freund ist. Zumindest mein Bauch sieht das dann so und mein präfronteraler Kortex scheint damit einverstanden zu sein.

Zwei weitere zeichnen ein Bild oder einen Comic und verschicken das dann analog per Post im Umschlag. Das tu ich ja auch. Bzw. verschicke Comics auch per Mail und schräge und humorvolle (also aus der Sicht meiner Amygdala und meines präfronteralen Kortex) Gschichtli.

Oder es wird telefoniert. Das kann ich bei Bekannten definitiv nicht. Also das geht nur mit Menschen mit denen ich mich sauwohl und von denen ich mich verstanden fühle. Das sind nicht viele.
Und bei meiner Autistin ist das Telefonat deswegen immer sehr kurz, weil ich beides leider immer weniger verspüre.

So einfach scheint das also nicht zu sein. Dann sind meine Fragen dazu ja durchaus berechtigt.

Sei es wie es will. Gestern hab ich Mundschutze genäht. Das Foto ist sehr verwackelt , weil mein Nervenystem überregt ist (noch mehr als sonst) und meine Hände soviel zittern.

Auch das Ausschneiden war gestern eine Zitterpartie. Ich hab Pausen dazwischen gemacht und mehr als die 4 hätt ich nicht ausschneiden können. Das macht meine rechte Hand nimmer mit.

Meine Amygdala findet es sehr beruhigend ein bekanntes Muster aus neuen lustigen Stoffen zu nähen. Ich wollte schon immer einen Dinosaurier-Mundschutz haben. Und der mit dem Hai und den lustigen Fischen ist auch einer meiner neuen Lieblingsmundschutze. Jetzt hab ich genug, wenn ich mal vergesse einen in die Wäsche zu stecken. Das vergisst meine Amygdala immer mal wieder.

Den Erdmännchen-Mundschutz hab ich gestern mit einer Karte verschenkt und in den Briefkasten geworfen. Heute kam schon eine Mail als Antwort darauf. Sie hat sich sehr gefreut. Und ich freu mich auch! Soviel Oxytocin, Dopamin und Endorphin! Das ist genau das, was mein Nervensystem und meine Amygdala grad brauchen!

Davon kann man nie genug haben!
In diesem Sinne, wünsche ich Euch einen sch¨nnen Samstag!
Etzerdla gibt's Zwetschgenkuchen.

Mundschutzparade

Sonntag: Gestern gab's schon Lebkuchen in der Bäckerei.
Da war ich a weng erschrocken, weil die ned zum Wetter passen....
Unsere Bäckereifrau hat dann gsachd, dass sie etz a nu an Christbaam aufstelln dud.
Ich weiss ned, ob des Ernst oder Spass woar....

In der Zeitung stand gestern ein Artikel zu dem Thema: Was ist daheim?

Ich hätt gsachd: Daheim ist da, wo mer sich wohlfühlt. Wo die Leut bassen und an versteh dun. Also wo ein heilsames Umgebungsklima herrscht. Das der Salutogenese.

Hab gestern wieder drei Mundschutze ausgeschnitten und genäht. Also der dritte war schon grenzwertig, weil ich die Kontrolle über meine Hände verloren hatte. Stecknadeln, Schere das war dann irgendwann nimmer handlebar...

Und trotzdem sind sie sehr schön geworden.

Mundschutzparade2

Die werd ich verschenken. Da freu ich mich schon drauf... und dann stell ich mir wieder die Gesichter beim Auspacken vor...

Auch diese Woche gab es wieder Irritationen mit Kollegen. Kolleginnen um genauer zu sein.

Was ist passiert? Also eine Kollegin einer anderen Abteilung hat vor ihrem Urlaub (das war am vorvorletzten Freitag) ein Bugticket auf mich gestellt. Und das hab ich dann gleich am Montag nach meinem Urlaub auf der Testdatenbank eingespielt, damit sie es sich ansehen kann. Und dann wie sie es mir als Kommentar ins Ticket reingeschrieben hatte, auf ihre Vertretungskollegin mit einem entsprechenden Kommentar gestellt.

Der Test dauert nur 5 Minuten. Am nächsten Tag wird die Test-Datenbank auch wieder überschrieben. Also muss der Test an demselben Tag durchgeführt werden.

Tja... und da stand der Eintrag dann zwei Wochen lang herum, bis die Kollegin aus ihrem Urlaub wieder da war.

Als die Kollegin dann auf mich erneut zukam , war ich alles andere als begeistert, weil ich viel zu tun habe, und Arbeit doppelt zu machen, nicht für effizient halte. Ich habe sie dann darum gebeten, solche Einträge erst auf uns zu stellen, wenn auch die notwendige Testkapazität bei ihnen da ist. Ich habe also meinen Frust geäussert. Und den Konflikt (mein Bauchweh) angesprochen. Denn ich merkte, dass deswegen mein Stresslevel anstieg. Und das ist nicht gut, weil das einem heilsamen Umfeld ja entgegenwirkt. Und ich bat sie darum doch nächstes mal eine entsprechende Urlaubsübergabe an ihre Kollegin zu machen.

Daraufhin erklärte sie mir, dass sie bereits diesmal eine Urlaubsübergabe gemacht hatte und der Kollegin auch explizit die Dringlichkeit mitgeteilt hatte. Auch, dass der Test nur 5 Minuten dauert. Es hat nix genützt. Meine Frustration und Wut auf sie verpuffte daraufhin. Da ich lernte, dass sie ihr bestmöglichstes getan hatte.

Stattdessen erkannte meine Amygdala, dass das Problem in der Zusammenarbeit bzw. der nichtvorhandenen oder abhandengekommenen Zusammenarbeit der Mitarbeiter in ihrer Abteilung lag. Diese führt zu erheblichen Reibungsverlusten nicht nur mit unserer Abteilung. Denn diese Arbeitsweise wirkt sich auch auf andere Abteilungen aus.

Sie klagte mir dann ihr Leid, dass sie ja schon alles versucht habe. Ihre Amygdala war immens frustriert. Daher ihre Logorhoe, ihr Redefluss. Da ich weiss, dass sie dadurch ihr Nervensystem beruhigen kann, liess ich sie reden und hörte zu. So lernte ich auch ihre Hintergründe und eine neue Sichtweise kennen.

Ich sagte dann zu ihr, dass sie ihre Bedürfnisse und die Problematik mit ihrer Kollegin bzw. beim Abteilungstreffen ansprechen soll. Daraufhin meinte sie, dass sie das schon x-mal gemaht hätte und es nichts gebracht hat. Hmm....

Daraufhin habe ich diesen Doppelt-Arbeits-Vorfall mit meinem Chef besprochen und gefragt, ob er nicht eine Idee hat die besagte Abteilung etwas an die Hand zu nehmen. So eine Art Tutor - oder Mentoringship. Warum sind wir jetzt schon wieder bei der Seefahrt? Verwirrend...

Also ob er eine Idee hat, wie wir den Kolleginnen in dieser Abteilung Hilfe zur Selbsthilfe geben können, dass sie wieder einen Überblick über ihre Prozesse und die Verantwortung dafür übernehmen. Denn diese Problematik zieht sehr weite Kreise auch in andere Abteilungen hinein. Es ist eine Schieflage entstanden. Die zu vielen Reibungsverlusten in allen Abteilungen führen, die mit der Dodo-Abteilung zusammenarbeiten. Des is fei a ned grod as gsündeste.

D.h. wenn diese Abteilung ihre Prozesse wieder kennen würde und die Verantwortung dafür übernehmen würde, könnten sie auch die Überarbeitung , Review ihrer Prozesse in Angriff nehmen und in Auftrag geben und diese effizienter gestalten. Die so gesparte Zeit haben sie dann wieder für neue Prozesse zur Verfügung. Derzeit sind sie unter Druck, weil durch das fehlende Aufräumen der alten Prozesse, keine Zeit für neue mehr bleibt. Die Zeit wird also für jeden einzelnen Handlungsschritt immer knapper. Sie läuft ihnen davon.

Die bisherige Strategie war dann neue Leute einzustellen. Diese glichen ihre Strategie der Umgebung an und adaptierten das Verhalten der Abteilung der Handlungsunfähigkeit. Des is fei a ned grod des gsündeste.

Da somit der Druck weiterhin zunahm (aufgrund der nur kurzfristig wirkenden Symptombehandlung, weil die Ursachen ja unverändert anhielten, weil sich darum niemand kümmerte, weil dafür niemand die Verantwortung übernahm), sourcte die handlungsunfähige aufgestockte Abteilung immer mehr Prozesse in andere Abteilungen aus. Und machte diese dadurch und ihre handlungsunfähige Kooperation mit den Serviceabteilungen ebenfalls handlungsunfähig.

Jetzt war nicht nur die Ausgangs-Abteilung gelähmt und erstarrt, nein, jetzt bremste dieses Nicht-Handeln und so weiter machen wie bisher-Verhalten auch noch andere Abteilungen aus und lähmte sie ebenfalls.

Deshalb ist es wichtig, solche Abhängigkeiten und Tendenzen systemweit zu sehen und aufzulösen!

Das ist wie in unserer Apfelschüssel im Keller. Ein fauler Apfel, wenn er in der Schüssel bleibt, bewirkt dass auch die anderen "gesunden" Äpfel faulen. Deshalb hab ich gestern zwei raus. Allerdings hab ich sie bevor ich auf das Trampolin ging, nur daneben gelegt und dann vergessen mit hoch zu nehmen.

Das führte dann zu einem erhöhten Stresslevel meiner Mama, die die danebengelegten Äpfel sah und nicht verstand, warum die derjenige, der sie herausgenommen hat und danebengelegt hat, nicht gleich auch entsorgt hat.

Meine Amygdala hat dies schlichtweg vergessen.

Wie bei den Äpfeln gibt es auch bei der Situation auf Arbeit keinen Schuldigen! Die Problematik liegt im System. Bzw. im fehlenden Systemdenken.

Ich bin mir sicher, dass die Kolleginnen dieser Abteilung ihr bestes geben. Und wir und die Kollegen der anderen Abteilung tun dies auch. Und egal wie sehr sich alle Seiten anstrengen, es wird immer schlimmer und nicht besser!

Die Abteilungen sind aufeinander sauer. Weil sie den Konflikt nicht ansprechen und die Ursache nicht angehen. Das findet meine Amygdala äußerst verwirrend und frustrierend.

Selbst wenn es jemand versucht, rennt er gegen Wände. Weil er bzw. sie allein, die Ursache nicht beheben kann! Das geht nur, wenn alle zusammenarbeiten und gemeinsam nach einer Lösung suchen, dazulernen und ihre Einstellung und ihr Verhalten verändern.

In den heutigen Zeiten, wo immer mehr immer schneller obendrauf kommt, komm ich mit der Denkweise von vor 20 Jahren nicht mehr zurande. Ich kann nicht Dinge planen wollen, die sich nicht mehr planen lassen! Das funktioniert nicht! Also muss ich mein Denken verändern. Und damit mein Handeln.

Derzeit sind leider viele Kollegen so in ihrem Abteilungsdenken gefangen, weil es ihnen ähnlich geht. Alle haben dasselbe Problem. Ein Systemproblem. Leider wird es nicht als solches erkannt! Und angegangen.

Um Zeit für neue Dinge zu haben, muss ich mir die Zeit freischaufeln. Und das geht nur, wenn ich alte Prozesse aufräume. Dafür muss ich sie aber verstehen! Und wenn ich den Überblick über die Prozesse verloren habe, weil ich noch in der alten planerischen Denkweise gefangen bin, die einfach nicht mehr funktioniert, ich das aber dann amygdalabedingt und stressbedingt nicht erkennen kann, dann kann ich die Situation auch nicht verändern!

Das eine schliesst das andere aus.
Ich glaube, dass dieses Problem in kleineren Firmen nicht so gross ist, weil sich dort Menschen nicht hinter der Anonymität des Abteilungsdenkens verstecken können.

Ab einer bestimmten Betriebsgrösse schlägt diese Problematik aber erbarmungslos zu. Denn mit einer erstarrten und gelähmten Struktur (das Ergebnis übererregter Amygdalas und angespannter Muskeln ist ja die Lähmung, seht Ihr ja an mir: Spastik und Dystonie ist nichts anderes als eine Lähmung und Erstarrung und damit ist man dann auch körperlich und physiologisch in der Handlungsfähigkeit eingeschränkt, denn Stress lähmt das Gehirn und die Auswirkung davon sind dann dann auch körperliche Lähmungen. Geistige Lähmung wäre dann das Burnout.) kann ich nicht flexibel und resilient auf immer schnellere Veränderungen reagieren. Das funktioniert nicht!

So sieht jede Abteilung die andere als schuldigen an. Dabei ist das ganze hausgemacht. Ein Systemproblem. Das sich aus den veränderten Umständen ergibt und so langsam eingeschlichen hat.

Eine ähnliche Problematik haben wir ja in den Krankenhäusern. Da klagte mir ein Mitarbeiter auch sein Leid, dass die Krankenhäuser ja nicht dafür vorgesehen sind und waren die Verschiebung der Alterungspyramide aufzufangen. Das ist ein gesellschaftliches Systemproblem! Der Pflegekräftemangel ist ein Symptom davon. Und dass wir das Problem mit dem Abwerben von Ärzten und Pflegekräften aus dem Ausland beheben wollen, ist auch nur reine Symptombehandlung. Das Problem verschiebt sich nur sowohl zeitlich (bei uns) als auch regional (im Ausland, da wo die Ärzte dann herkommen, die wir abgeworben haben.).

Das ist auch die Ursache, warum ein Patient, der auf Reha nicht heilt, zum Sündenbock degradiert wird. Ihr seht es daran, dass der Patient sich Mühe gibt, alle Therapien mitmacht und der Arzt tut, was das System zulässt. Beide tun also ihr bestes und doch ist das Ergebnis niederschmetternd und enttäuschend. Doch es funktioniert nicht, weil der Patient nicht unter diesen Umständen gesund werden KANN!

Da der Arzt ja irgendwie mit dieser Situation umgehen muss, bleibt ihm nix anderes übrig (das System lässt ihm auch keine andere Wahl, das beruht aber noch auf den "alten Rahmenbedingungen" die längst nicht mehr gegeben sind) , als den Patienten zum Sündenbock zu machen. So wird man dann schnell zum Hypochonder (keiner glaubt einem), zum Simulanten oder zum psychisch beeinträchtigten Menschen erklärt. Was man damit bewirkt , ist Misstrauen und im Misstrauen kann kein Mensch gesund bleiben oder werden. Das ist physiologisch , biologisch und logisch nicht möglich. Und die Fachkräfte, die ihren Beruf nach ein paar Jahren der Frustration aufgeben, wissen das ja auch.

Das Wissen ist also da, dass es nicht funktioniert, aber es wird ignoriert. Stattdessen gibt es Gelder für neuen technischen Schnickschnack. Weitere Symptombehandlung, denn die Arbeitsrahmenbedingungen verändern sich dadurch ja nicht. Ausser, dass dann die noch verbliebenen auch noch lernen müssen wie man mit diesen neuen Geräten umgeht. Zum Dank dürfen sich sich dann um noch mehr Patienten oder im Betrieb um Kunden kümmern. Bei gleichbleibendem oder sinkendem Gehalt. Hier fehlt die Wertschätzung für den Mitarbeiter. Wo es keine Wertschätzung für den Mitarbeiter gibt, gibt es auch keine Wertschätzung für den Kunden. Dann wird er amygdalabedingt als Schuldiger oder Feind betrachtet. Des is fei a ned grod des gsündeste.

Laut meinem Scrum-Master, den ich mit Fragen nerven darf, muss man 25 Prozent der Aufwände für Aufräumaktionen verwenden, weil sonst das Projekt im Chaos untergeht. Wenn ich mir die Bücher- und Kleiderstapel in meinem Kinderzimmer ansehe, dann kann ich das durchaus verstehen. Denn da habe ich ja dieselbe Problematik.

Ich kann aber auch verstehen, dass das nicht einfach ist! Allein funktioniert das nicht. Ich habe daheim meine Mama und auf Arbeit meinen Chef, die mir bei der Ordnerei helfen. So dass ich eben nicht im Chaos versinke. Ich arbeite daran.

D.h. solange auf Arbeit jeder im Einzelkämpfermodus sein Heil sucht (Kontrolle und Angriff oder Verteidigung, Wegducken durch Flucht oder Totstellreflex), werden wir die Ursachen nicht beheben können und weiterhin nur Symptombehandlung betreiben. Die wirkt immer kurzfristiger.

Die Lösung läge also wie von mir vorgeschlagen darin, dass jemand, den die Kolleginnen nicht als Bedrohung ansehen (das ist wohl das größte Problem, wenn man im physiologischen Überlebensmodus drinsteckt und das scheint heute der Normzustand zu sein, weil mir eine Bekannte aus dem Landratsamt und eine aus einem Bauamt ähnliches berichtet hat), sie an die Hand nimmt und ihnen Hilfe zur Selbsthilfe gibt.

Das ist für mich die Lösung. Nur weiss ich nicht wie man das jetzt praktisch und taktisch und emotional intelligent und empathisch angehen kann. Wisst Ihr das?

Wenn ich ein neues Projekt habe, dann ist das am Anfang kein Problem. Je länger ein Projekt läuft, je länger die Leute da drinstecken, desto schwieriger wird das. Denn da fehlen dann neue Sichtweisen von aussen. Oft stimmt auch die Mischung der Mitarbeiter nicht.

Solange die , die Dinge in die Hand nehmen und Ursachen beheben noch in der Mehrheit sind, funktioniert das ganze noch. Solange sie das ausgleichen können, was in den erstarrten und gelähmten Abteilungen ausgleichen können.

Doch bei uns ist es so, dass jetzt auch viele, die eben für diesen Ausgleich sorgten, selber im Überlebensmodus drinstecken, weil auch ihnen alles zuviel wird. Sie kommen auch nicht mehr mit ihrer Einstellung über die Runden.

Die Folge ist, dass das Unternehmen selbst immer mehr gelähmt wird und erstarrt. Weil der Tipping-Point längst erreicht ist.

Umgekehrt bedeutet es aber auch, dass wenn genügend Leute ihre Einstellung und Sichtweise und damit verbunden auch ihr Handeln verändern (bzw. wieder ins aktive Handeln kommen!), auch das Unternehmen wieder handlungsfähiger wird!!!

Das ist eine Riesenchance!!!

Laut meinem Scrum-Master, den ich mit Fragen bombardieren darf und der sie mir auch beantwortet, darf man da aber nicht zu lange warten. Wenn die Legacy-Prozesse (die Sachen, die zu lange nicht überarbeitet wurden und für die sich niemand mehr verantwortlich fühlt) sich zu einer unüberwindbar hohen Wand auftürmen, dann ist laut ihm irgendwann der Zustand erreicht, wo man die Situation nicht mehr retten kann.

Hmm.. Ihr kennt mich ja, ich glaub an das Gute in den Menschen und im System. Denn das ist ja von Menschen gemacht. Und wenn Menschen die Systeme machen, und wenn sie ihre Haltung und Sichtweise verändern, dann verändern sie auch die Systeme bzw. sie verändern sich auch von alleine mit. Die sogenannte Norm verändert sich damit auch. (Ich hab nach wie vor mit dem Begriff Bauchweh... denn für mich suggeriert er, dass es etwas festes gibt. Das feste gibt es aber nicht! Es gibt nur eins, das sicher ist: den Wandel! Wandeln wir und die Umwelt sich, dann kann die Norm nicht beim alten bleiben. Das ist ja das, was ich grad beschrieben habe, das nicht funktionieren KANN!)

Ich weiss nur nicht, wie wir die Leut dazu bringen, das zusammen anzugehen.

Parallel ist auch noch der Trend da, dass die frustrierten Menschen, mit der Sichtweise, die Ursachen angehen zu wollen, kündigen und die Stellen nicht nachbesetzt werden! Aufgrund des Silodenkens der Abteilungen fallen also mit dem Weggang enes solchen Generalisten (das ist für sie auch typisch, dass sie die Dinge selber in die Hand nehmen und wenn sich etwas nicht ändern lässt, dann gehen sie, weil sie sich auch nicht weiterentwickeln können. Das lernen sie dann.) dann noch mehr Legacy-Programme an.

Das Problem potentiert sich. Ein Kollege, der geht, sagte, er tut es, weil er sich nicht weiterentwickeln kann. Ein zweiter Grund war, dass er nicht verbittert werden will, wie so viele andere Kollegen. Verbitterung ist die grosse Schwester der Irritation , Frustration und Wut. Sie wird begleitet von der Handlungsunfähigkeit und resultiert im Dienst nach Vorschrift und der innerern Kündigung.

Ihr erkennt das auch daran, wenn die Kollegen um Euch herum die ganze Zeit von ihrer Rente reden. Furchbar, sag ich Euch! Oder nur noch vom nächsten Urlaub. Oder vom letzten. Das heisst ja, dass sie sich auf Arbeit nicht wohlfühlen. Also die Arbeit ist der letzt Ort wo man sein will.

Ich kann das einfach nicht verstehen. Denn erstens weiss ich ja nicht, ob ich die Rente, den nächsten Urlaub noch erlebe und zweitens seh ich nicht ein, dass ich auf Arbeit nicht lebendig und liebenswert sein darf. Also einfach ich und mich voll und ganz einbringen kann und darf.

Meine Erfahrung ist auch, was Ihr im Alltag nicht hinbekommt, das macht Ihr wenn Ihr in Rente geht, auch nicht. Manche tun ja nicht mal im Urlaub das, was sie sie gross angekündigt haben. Das finde ich dann sehr traurig. Ich kann doch nur das hier und jetzt ändern also jetzt handeln. Und das tu ich dann auch. Ich finde es sehr verwirrend, dass viele Menschen das anscheinend nicht so handhaben.

Auf der ersten Reha war es auch so. Die Physio- und Ergotherapeuten sprachen nur über die Rente und ihren Urlaub. Das gibt mir grad zu denken. Also haben die sich selber auf Arbeit nicht wohlgefühlt. Dann ist es ja kein Wunder, wenn sich ihre Anspannung auf die Patienten überträgt. In der logischen Folge, werden sie dann nicht gesund sondern spannen sich enbenfalls immer mehr an. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Misst dann der Therapeut abschliessend die Beweglichkeit ist er frustriert, weil der Bewegungsardius sich nicht verändert oder sogar in der Behandlung schlechter geworden ist. Das ist für ihn dann noch frustrierender. Ah... jetzt versteh ich das. Und mit meiner Frage:"Wird's wieder, wenn ich nochmal auf den Arm fall?" hab ich seiner Amygdala dann noch den Rest gegeben. Der arme Kerl. Also ich glaub, wenn wir es gut mit den Mitarbeitern im Krankenhaus meinen, dann sollten wir einfach dran arbeiten, dass wir da gar nicht erst reinmüssen. Ich arbeite daran. Dann hamm sie weniger Arbeit und sind entspannter. Also tu ich dem Arzt was gutes, wenn ich gar nicht hingeh. Weil dann erspar ich ihm und seinem Nervensystem Stress (den Stress von meinem Nervensystem) und das ist dann auch gesünder für die anderen Patienten.

Damit würde ich auch dem Pflegekräftemangel entgegenwirken, weil ich dann nicht der Grund dafür bin, dass einer wegen mir kündigt. Damit nehme ich mir auch Stress und übernehme so Verantwortung für die Gesundheit des Pflegepersonals und für mich.

So seh ich das inzwischen. Ja, ich weiss, meine Sichtweise entspricht nicht der Norm. Dann passt sie ja zu mir.

Da ist mir erst bewusst geworden, wieviele Kollegen, wenn ich mich 1:1 im Homeoffice mit ihnen unterhalte und auch sie offen sprechen können, ihren Frust bei mir abladen. Inzwischen kann ich ihn bei demjenigen belassen. Und von seiner Sichtweise etwas lernen. Das ist gesünder. Ich brauche nicht mehr so lange , um mich davon zu erholen. Teilweise ist es jetzt echt so, dass mir diese Gespräche neue Sichweisen und M¨glichkeiten und Chancen aufzeigen. Ich fühl mich danach auch nicht mehr ausgelaugt. Teilweise hab ich danach sogar Energie. Positive. Und wenn einer sehr "kotzt" dann "kotze" ich auch. Dann bleibt es ausgeglichen. Denn dann kann ich auch etwas von meinem Stress loswerden. Wahrscheinlich ist lästern deswegen so gesund. Es tut der Seele gut und damit auch dem Körper.

Wobei ich versuche nicht über andere zu lästern, sondern meine Probleme schildere und dann versuche mit dem Kollegen eine Lösung für das Problem zu finden oder mir einen Rat einzuholen. Oft erzählt mir dann der Kollege aus der Sicht des anderen, warum der derzeit so Land unter ist und dann kann ich das besser verstehen und nachsichtiger sein. Und wenn man die Dinge versteht dann ist das ja der erste Schritt der Salutogenese.

D.h. in den erstarrten Abteilungen steigt durch die Symptombehandlung Neueinstellung die Gruppendynamik (es scheint so zu sein, dass dort auch immer ähnliche Menschen eingestellt werden, und die reagieren dann auch ähnlich, deswegen ist Neurodiversität in einer Abteilung auch so wichtig!!! Dass genau diese gruppendynamische Anpassnung NICHT! passiert!) die Anzahl der Mitarbeiter die in Handlungsunfähigkeit und Erstarrung und in der Symptombehandlungshaltung gefangen sind! Das sind die Fachabteilungen. Zumindest bei uns. Also Fachleute werden weiterhin eingestellt. Die werden als wichtig angesehen.

Generalisten dagegen verschwinden, die sich eher nicht von der gruppendynamik anstecken lassen (wenn sie noch jung sind und anderweitig auf dem Arbeitsmarkt eine Chance sehen). Die Generalisten, die bleiben, sind schon so lange dabei oder gehen bald in Rente oder meinen woanders eh nix mehr zu bekommen und die landen dann irgendwann auch im Selbsterhaltungs- und Überlebenskampf.

Traurigerweise werden Generalisten nicht nachbesetzt. Weil sie ihre Arbeit heimlich still und leise machen. Und weil die Sichtweise wohl noch vorherrscht, dass Fachleute und Fachwissen immer noch wichtiger ist als das Generalistenwissen bzw. die Fähigkeit flexibel zu sein und neues zu lernen on the job by doing.

Tja ... und so wird dieser Prozess der Schieflage auch noch verschärft.
Also wäre ein Schritt erstmal zu prüfen, ob das Einstellen von neuen Fachleuten bisher zum gewünschten Ergebnis einer Verbesserung langfristig!!!! (nicht kurzfristig!) geführt hat. Hat sie es nicht, dann sollten dort keine neuen Fachkräfte eingestellt werden. Denn das ist anscheinend nicht die Lösung des Problems.

Stattdessen würde es viel mehr Sinn machen , Generalisten einzustellen. Die die Fachabteilungen bei der Hand nehmen können und ihnen zeigen können wie sie ihre Prozesse effizienter gestalten. Dazu müssen Spezialisten UND Generalisten zunächst die Legacys anpacken. Das ist nicht schön. Das ist schwierig. Weil das Wissen ja weg ist. Also muss man es sich neu erarbeiten. Da führt kein Weg daran vorbei.

Doch wenn man das einmal getan hat, wird die Fachabteilung auch verstehen wie wichtig es ist, dieses Wissen bei sich zu halten. Weil die Wiedererarbeitung ein aufwendiger Prozess ist. Dafür muss sie aber auch hierzu in die Pflicht genommen werden!!! Sonst lernen es die Kollegen dort nie! Und machen so weiter wie bisher.

Jedes so weitermachen wie bisher verschlimmert aber nur die Situation. Wie bei den faulen Äpfeln setzt sich dann der Fäulnisprozess fort. Wenn Ihr neue Äpfel in die Schüssel dazu tut (neue Mitarbeiter), dann werden die ja auch braun...

Erst wenn Ihr die braunen Äpfel aussortiert, dann verhindert Ihr die weitere Ansteckung.

Das Aussortieren entspricht in unserem Beispiel dem Umdenken und Umlernprozess und des neuen Erlernens der Verantwortung und der Prozesse.

Ihr macht also den Apfel immun gegen die Ansteckung. z.B. indem Ihr die Stellen herausschneidet. Das tut man ja auch bei Tumoren. Allerdings ist das schmerzhaft und ich glaube, dass es auch anders geht. Indem wir unseren eigenen Salutogeneseprozess anstossen und andere dabei mitnehmen.

Ihr seht also wie ein krankes Unternehmen entsteht. Heilen kann es nur, wenn auch die Mitarbeiter heilen und gesunden. Und das geht nur, wenn die Einstellung und Sichtweise gesundet. Indem sich die Mitarbeiter und Kollegen, die sich in ihrer Tunnel- und Silosicht der Amygdala (Angst- und Stressgesteuert) des Überlebenskampfs jeder gegen jeden, was einer Entfernung voneinander enspricht, wieder aneinander annähern. Und das gelingt nur, wenn wir unsere Sichweise verändern. Das Gegenüber nicht als Schuldigen und uns als Opfer identifizieren, sondern als Kollegen und unser Sichtweisen gemeinsam nutzen, um die Konflikte und deren Ursachen zu beheben.

D.h. Annäherung ist die Lösung! Und damit sind wir wieder bei der Beziehungsarbeit in Form des Feedbackspiels. Denn nur, wenn ich mich unter den Kollegen und in der Zusammenarbeit mit den Kollegen wohl und sicher fühle, dann wird meine Amygdala nicht instinktiv mit Angriff , Verteidigung oder Lähmung reagieren. Erst dann kann der präfronterale Kortex, unser Gefühl und unsere Intuition zu einfachen gemeinsamen Lösungen für die komplexen Probleme von heute kommen.

Ein Kollege von mir meinte, man kann nicht einfach die Mentalität der Amerikaner auf Deutschland übertragen. Amerikaner wären eher so Pi mal Daumen. Ach das passt schon so.

Deutsche glänzen mit ihrer Genauigkeit, Pünktlichkeit und ihrem Perfektionismus. Daher der gute Ruf der Ingenieurskunst.

Er meint, dass deswegen ein Grossraumbüro bei uns in Deutschland nicht funktioniert.

Hmm... wenn Amerikaner entspannter sind und das Rudel im Grossraumbüro tatsächlich als Sicherheit und "Familie" betrachten, dann kann er da recht haben.

Mit dieser Sicht tu ich mir allerdings schwer, weil meine Amygdala aufgrund ihrer Hyperaktivität Menschen, die mir im Rücken sitzen und Geräusche, die ich höre , aber nicht sehen kann, als Bedrohung wahrnimmt. Da eine Hyperaktivität der Amygdala auch mit gesteigertem Perfektionismus und Kreativität und analytischem und logischem Denken einhergeht und das ja die Basis des Ingenieursdenkens und der Informatik und Technik ist, vermute ich, dass er aus diesem Grund mit seiner Meinung recht haben könnte.

Also wenn die Stärke der Deutschen Perfektionismus, analytisches Denken und Kreativität ist, dann wäre logisch, dass die Grundlage dafür eine hyperaktive Amygdala ist. Und unter diesem Hintergrund macht ein Grossraumbüro da keinen Sinn, weil die Amygdala das dann als Gefahr wahrnimmt. Angespannter Rücken mit Rückenschmerzen, Wutausbrüche, mehr Krankheiten wären dafür symptomatisch.

Nur wenn wir uns (bzw. unsere Amygdala) sich im Grossraumbüro wohlfühlt, dann können wir unser Potential und unsere Kreativität entfalten.

Doch selbst wenn wir entspannt sind und die uns umgebenden Nervensysteme in Form unserer Kollegen nicht, wird das nicht funktionieren. Weil sich die Anspannung des einzelnen ja auf die Kollegen überträgt.

Schlechte Laune ist ansteckend. Gute aber auch!

Damit wäre aber die Antwort auch einfach, wie man ein entspanntes Grossraumbüro hinbekommt. Indem jeder einzelne, der dort arbeitet , entspannt ist. Und dazu kann jeder selbst etwas beitragen. Ich arbeite daran.

Übrigens habe ich mit meinem Kleingewerbe sowohl Amerikaner als auch Engländer kennengelernt. Eine englische Designerin. Mit der hab ich ein Forum eröffnet. Sie selbst ist auch chronisch krank. Und damals hat sie sich bei mir ausgekotzt und das Gespräch gekidnappt. Denn meine Mama war an dem Tag ins Krankenhaus gekommen und die andere damische Designerin hatte mir mein Muster geklaut. Ich war komplett durch den Wind.

Also ich hab mich dann wieder derfangen und hab eine complaint gegen die damische Dame gemacht und das mit meiner Mama hat sich dann auch aufgelöst.

Ich habe mit der Engländerin dann ein Forum gegründet. Damit wir unsere Stärken bündeln können. Sie hat nicht einen Beitrag geschrieben. Sie hat gar nichts gemacht. Sie hat mich nur als Auskotztüte wie schlecht es ihr geht, benutzt. Also auch in England gibt es sehr angespannte Menschen.

Und eine Amerikanerin , die ich kenne, hat Diabetes und die will sich immer bei mir melden und tut es auch nie. Soviel dazu, dass die Menschen in anderen Ländern entspannter sind.

Mein Fazit: Da wo hyperaktive Amygdalas im Spiel sind, spielt die Nationalität keine Rolle!
Da verhalten sich die Menschen gleich. Egal , wo sie herkommen und hinwollen. Das letztere wissen sie dann übrigens auch nicht. Sie wollen nur so weitermachen wie bisher. So wie es die ganze Zeit schon nicht funktioniert hat. Und das versteht mein präfronteraler Kortex absolut nicht. Weil des is fei a ned grod des gsündeste.

ich bin dann zwar auch durch den Wind und brauche etwas, bis ich mir eine Entscheidung abringe und die fällt mir ein, wenn ich mich bewege, aber ich könnte nie in dieser Opferrolle und Hilflosigkeit verbleiben.
Denn dann würde es mich nicht mehr lange geben.

Ich habe gelernt, dass ich viel tun kann, damit es mir besser geht.

Ich habe auch gelernt, dass ich anderen nicht beibringen kann, was ich herausgefunden habe. Da müssen sie selber hinkommen. Sie müssen das verstehen.

Und so bin ich doch das ein oder andere mal, wenn mir eine CRPS-Bekannte wieder von einer neuen Methode erzählt oder mir einen Link schickt, irritiert und verwirrt, weil ich dachte, sie hätte endlich begriffen, dass es das nicht braucht. Es braucht nicht noch mehr technische Symptombehandlungen.

Ich muss nur lernen auf mich selber zu hören und dann kann ich mir selber ein heilsames Umfeld schaffen. Das ist dann manchmal etwas frustrierend. Aber wenn ich es dann sacken lasse, auch wieder lustig und schräg. Es zeigt wie widersprüchlich die Menschen sind.

Vielleicht braucht sie auch diesen Hoffnungsschimmer, weil sie das Licht in sich selber noch nicht anknipsen kann.

Also was mich betrifft, finde ich es schön, statt im Dunkeln herumzutapsen (ohne die Autismusdiagnose) jetzt den Lichtschalter gefunden zu haben und mich und die Menschen um mich herum , besser zu verstehen.
Und wenn ich das nicht kann, dann kann ich die Menschen ja fragen. Leider sind sie nicht immer offen genug mir eine Antwort zu schreiben. Wären sie das, und entspannter, dann wären sie erstens gesünder und entspannter und hätten Zeit und wir würden uns alle viel besser verstehen.
Da will ich hin. Ich arbeite daran.

So.. heute gibt es noch einen neuen Comic. Schönen Sonntag!

Montag: Hab grad dieses TED-Video zu Ängsten bei Kindern geguckt. Also wieder ein Beitrag zu hyperaktiven Amygdalas.

Interessant fand ich, dass die Referentin sich ebenfalls als Kind gegen einen Arzt mit Händen und Füssen gewehrt hat. Ich hing ja auch am Ärmel vom weissen Kittel, so dass meine Mama Angst hatte, dass ich ihn zerlege. Der Arzt war ein weitschichtiger Verwandter. Der hat das entspannt gesehen.

Und beim Friseur als ich alles zusammengeplärrt hab, war es ja auch so.

Sie weiss also wovon sie spricht. In der Schule ging es ihr auch ähnlich. Da fand sie auch keinen Anschluss. Ihre Eltern haben sie trotzdem hingeschickt und durch die Impfung musste sie auch durch. Sie hat sie als sie erwachsen war gefragt, warum sie das denn gemacht haben? Weil sie das furchtbar fand.

Und da sagten ihre Eltern, dass es ihnen das Herz gebrochen hat, aber sie wussten, dass sie da durch musste und selbst lernen musste, sich mit ihren Ängsten auseinanderzusetzen und neue Kompetenzen und Lösungsmöglichkeiten zu erwerben.

Das ist nix anderes, als was man Konfrontationstherapie nennt. Das hab ich ja auch mit der Brennessel gemacht. Da bin ich meiner Amygdala mit der Brennessel mal experimentell auf die Pelle gerückt.

Hmm.... ähnlich hab ich auch schon gedacht... Ich hätte mir ab und zu jemanden gewünscht, der mir hilft. Und im selben Zug hätte meine Amygdala sich gegen jede Hilfe von aussen gewehrt. Das ist natürlich, wenn die Amygdala das sagen hat.

Ich frag mich ja immer noch, was der Unterschied zwischen meiner Autistin und mir ist.
Ob es auch das ist? Sie hat wohl sehr oft Menschen gefunden, die ihr Dinge abgenommen haben und geholfen haben.

Das ist mir selten gelungen. Und wenn, dann hat das meine Amygdala nicht mitbekommen.

Wenn mir was Angst machte, dann hab ich mich der Angst gestellt. z.B. meiner Angst vor Computern. Also hab ich eine Ausbildung zum Fachinformatiker gemacht. Ich hatte noch in meiner Ausbildung grosse Angst die Dinger kaputt zu machen. Mit Endlosschleifen mit fehlender Abbruchbediung habe ich auch wunderschöne Systemabstürze inszeniert. Da war selbst mein Azubi-Kollege, der von IT schon Ahnung hatte, beeindruckt, was ich da alles hinbekam. Doch es war nichts, dass sich nicht mit einem Neustart des Rechners nicht beheben liess.

Was so ein verbogener C-Zeiger nicht alles anrichten kann... schon erstaunlich.

Mein Azubikollege schoss das Mainboard (versehentlich, weil er sich nicht geerdet hatte) und ersäufte seine Tastatur in Orangensaft. Mich schickte er dann vor, dass ich die defekte Tastatur reklamierte. Weil ich so gucken kann. Naja, viel gesagt, hab ich damals nicht. Das fiel mir noch sehr schwer.

Also ich hab mir wohl immer sowas gesucht... und mich meien Ängsten wohl damit gestellt. Das war mir aber damals gar nicht bewusst. Weil ich gar nicht wusste, dass das Angst war. Damit tu ich mir heute auch noch schwer.

Aber Euch scheint es ja inzwschen auch nicht viel besser zu gehen.

Der Grundkurs Leichtathletik fiel auch in diese Kategorie. Ist Masochismus dann eine konstruktive und kreative Art und Weise sich seinen Ängsten zu stellen? Hmm... Da sucht man sich ja auch das Leid aus. Allerdings bleibt man dann auch da. Das ist wohl der Unterschied. Während ich bei meinen Aktionen daraus etwas gelernt und daran gewachsen bin und neue Kompetenzen erworben habe. Im Leichtathletikkurs hab ich gelernt, dass ich die 800 Meter laufen kann. Nicht schnell, aber ich bin ans Ziel gekommen. Und damit hab ich mich selber überrascht.

Hmm... aber meine Autistin tut das doch auch, wenn sie auch wenn sie nicht gut schwimmen kann, auf Kajaktour geht oder eine neue Ausbildung startet. Dabei überwindet sie sich ja auch.

Wo ist dann der Unterschied?
Ob sie immer jemanden findet, der ihr hilft, weil sie so lieb ist und das dann zum Bumerang wird?

Ist der Unterschied, dass ich die Dinge allein durchgezogen habe? Weil meine Amygdala andere eher auf Abstand gehalten hat? Gegen alle Widerstände?

Denn ansonsten finde ich schon, dass wir uns ähnlich sind. Vom Wissen und der Logik her. Und vom Autismus.

Naja, aber im Beruf fährt man halt sehr selten Kajak oder geht ein Leben lang in die Schule.
Nur metaphorisch... in die Schule des Lebens.

Meine 70-jährige Bekannte, mit der ich darüber gesprochen habe, meinte, dass meine Autistin wohl am liebsten bis zur Rente in die Schule gehen möchte.

Ich suche immer noch nach einer Lösung dieses Problems. Und nach einem Zugang oder offenen Fenster oder einer angelehnten Tür. Derzeit ist mir noch nichts dazu eingefallen.

Nur, dass ich anfangs in meiner ersten Arbeitsstelle wahrscheinlich ähnlich verhaltensorginell aufgefallen bin und die Nervensysteme um mich herum verwirrt und irritiert habe. Da habe ich sehr wenig verstanden. Ausser Bahnhof. Da wusste ich aber auch nicht warum.

Meine Autistin weiss warum. Und doch hilft Ihr das nicht weiter. Sie kann das Wissen nicht nutzen und anwenden. Das finde ich sehr schade. Und es macht mich traurig.

Erst da, wo ich mich alleine ums Netzwerk und um den Server kümmern durfte, blühte ich auf. Denn da konnte ich im Serverraum unterm Dach die Tür zumachen und war mit Linux allein. Das war fein. Ich verbrachte wunderbare Stunden mit Samba (das ist ein File-Mounting-Programm und kein Gesellschaftstanz! Mit letzterem habe ich heute noch Probleme, wenn man Normverhalten als gesellschaftlichen Tanz betrachtet. Beim Tanzen nat&uumL;rlich auch, denn mit Muskelanspannung wirkt man eher ungelenkig und eckig und tapsig und nicht elegant.), Sendmail, Procmail , dem Cronjob, PHP, Apache, Inn und Co. Und es war herrlich!

Ich lernte also von alleine. Mit Hilfe von Büchern und dem Internet und by doing. Ich wusste nicht dass ich das kann und es ist mir auch erst jetzt bewusst geworden, dass ich das ganz alleine gemacht habe. Ich bekam eine halbstündige Übergabe vom Admin und dann konnte ich ab und zu noch die ein oder andere Frage loswerden. Ansonsten war ich allein auf mich gestellt. Doch ich hatte gar keine Angst. Im Gegenteil. Das war toll!

Dann durfte ich noch scheme lernen. Ein Lisp-Dialekt. Das lernen viele an der Uni. Ich hab das mit einem CMS-System gelernt by doing. Hat Spass gemacht. Bei den Klammern musste man höllisch aufpassen, dass man keine vergass und sie an der richtigen Stelle zumachte, sonst tat das Programm was ganz anderes, als man beabsichtigt hatte.

Auf Schulungen war ich damals 2 x. Einer Lisp-Schulung für das CMS-System. Ich stellte meine Fragen, die mir grad auf der Seele brannten und erarbeitete mir die Lösung (ich verstand es auch!) im Kurs. Da hatten die anderen Kursteilnehmer anscheinend schon aufgegeben, denn die waren zum Rauchen und Reden auf die Terrasse gegangen , während ich in mein Problem vertieft war. Ich habe Dopamin mit heimgenommen.

Die anderen anscheinend Oxytocin. Die schienen am Fachwissen gar nicht soviel Interesse zu haben. Und fanden das, was ich spannend fand, gar nicht spannend.

Das hat mich immens verwirrt. Denn ich dachte eine Schulung sei dazu da etwas zu lernen. Die anderen Teilnehmer schienen sie zur Kontaktaufnahme und sozialen Interaktion zu nutzen. Damit konnte ich nichts anfangen.

Die zweite Schulung, die ich hatte, ich wurde dorthin geschickt, war eine C-Sharp Schulung. Die machte da allerdings keinen Sinn, weil ich die Jahre vorher bereits C-Sharp in einem Projekt learning-by-doing gelernt hatte. Deswegen verwirrte mich die Schulungsteilnahme schon mal generell. Denn ich brauchte sie ja nicht. Anscheinend kam es meinen Chefs nicht auf das Fachwissen und die praktischen Fähigkeiten sondern auf die Urkunde an. So beeindruckend sah die auch nicht aus.

Ausserdem waren in dem Kurs, neben einem jungen frisch der Uni-Entsprungenen , nur ältere Männer dabei (dass ich in allen Kursen, die einzige Frau war, fällt mir grad erst auf.... war mir nie wichtig...). Der junge Mann war noch sehr lerneifrig, konnte dem Tempo des Lehrers aber nicht folgen. Also fragte er mich um Rat. Ich half ihm, meine Hilfe wurde allerdings vom Lehrer als störendes Schwätzen empfunden. Als ich klarstellte, dass der Mitlernende den Anschluss verloren hatte, bekam ich einen Anpfiff, dass wir ihn dann fragen sollten. Tja, wir wollten halt die anderen nicht beim Lernen stören. Wie man es macht, ist es verkehrt.

Allerdings störte mich mehr, dass das Handy eines der älteren Männer ständig bimmelte. Das schien den Kursleiter nicht zu stören. Heute würde ich darum bitten, dass sowas ausgeschaltet wird, weil ich mich dann nicht auf die teure Schulung konzentrieren kann.

Das ständige Handyklingeln und Hinausgerenne des Teilnehmers störte den Kursleiter anscheinend nicht. Das fand ich auch sehr verwirrend. Also diese unterschiedliche Wertung der Störungsbeiträge. Ich vermute es lag daran, dass der Angeklingelte und ständig hinauslaufenden Mr-Ich-Bin-So-Wichtig-Und-Deswegen-Ständig-Erreichbar ein Stammkunde bei dem Unterrichtenden war.

Das wundert mich nicht. Denn wenn ich dauernd mit Abwesenheit glänze - sowohl körperlich als auch im Hirn - dann kann ich ja auch nix lernen. Die Amygdala lässt es nicht zu. Die Abwesenheit auch nicht.

Die älteren Herren schienen mehr am fettigen Mittagessen (Grieche) als an den Lerninhalten interessiert zu sein. Jedenfalls war ihnen das immer superwichtig. Es kam mir bei dem Ständigtelefonierer so vor, als wäre die Schulung für ihn so eine Art Statussymbol. Da er stolz erklärte, wieviele Schulungen er hier schon gemacht habe.

Ich glaube nicht, dass von dem Wissen etwas hängengeblieben ist. Wenn ja, würde es mich sehr überraschen. Beim Essen wurde ich überstimmt. Ich wollte nichts fettriefendes. Das macht mich müde und hinterher kann ich dann gar nichts mehr lernen. Dem Bauchumfang und der nachmittäglichen Gähnerei meiner Mitlernenden nach, ging es ihnen auch nicht anders.

Ich war damals noch nicht gut auf mich zu hören, aber das Essen fand ich widerlich. Das war im Schulungspreis inbegriffen. Belegte Brötchen wären mir lieber gewesen. So ein kackiges Gürkchen hat mir dann doch gefehlt. Ein kleiner Frischekick. Aus diesen Erfahrungen hab ich gelernt, dass mir Schulungen zuwider sind. Ich lern lieber aus Büchern und on - the - job. Learning by doing. Ich bin eher die Praktiker. Ich konnte mit Schule im Gegensatz zu meiner Autistin noch nie was anfangen.

Dann hat mir also dass, das ich mich allein durchschlagen musste, geholfen! Das hatt ich jetzt nicht gedacht. Weil ich so unabhängiger und selbständiger wurde. Es dauerte natürlich seine Zeit. Mit der &Uul;bung und dem Verstehen konnte ich mir auch Techniken und Lösungsmöglichkeiten aneignen. By doing halt. Also ist da genau das, was ich brauche.

Ich habe auch schon solche Diskussionen in meinem Beisein über mich ergehen lassen müssen. "Ja, aber sie war für diese Arbeit doch gar nicht qualifiziert!" (wobei "sie" ich war. Das verwirrt mich auch, wenn über mich in meinem Beisein (bei Ärtzen hab ich das auch schon erlebt) in der dritten Form geredet wird. Wertschätzend empfindet meine Amygdala das also nicht. Sonst wär sie ja nicht verwirrt und irritiert. Warum macht man das dann? Um Menschen zu verunsichern? Und dann wundet man sich, dass sie nicht gesund werden und verschreckt reagieren? Wie findet Eure Amygdala das denn?

Schrägerweise hab ich genau da drüber mit einer Ärztin, die sehr nett war und mir den Ultraschall am Arm erklärt hat (in der Dystoniesprechstunde) geredet und sie hat gesagt , sie findet das auch furchtbar, wenn es ihr mit ihrer Hautkrankheit so ergeht. Dann kam die Oberärztin rein und auf einmal redeten beide über mich in der dritten Person.

Das hat mich sehr verwirrt. Da hat die Amygdala der Ultraschallärtzin auf die Oberärztin reagiert. Die Anspannung hat sich da wohl von A nach B übertragen. Sie kam mir sehr getresst vor. Wohingegen die Ultraschallärztin vor wenigen Minuten noch entspannt gewirkt hat. Da komm ich mir dann wie ein kleines Kind vor. Ich fühle mich dann nicht ernst genommen. Das passiert mir eh sehr selten. Wenn ich sage: ich bin Autist, dann scheint das den Menschen nämlich nicht zu helfen, mich besser zu verstehen sondern ihre Verunsicherung steigt. Also ich bin und bleibe ein Gesundheitsrisiko für die Amygdalas in meiner Umgebung. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Die ehrliche Antwort war dann:"Ja, aber sie hat die Arbeit doch gemacht!"

Das scheint für mich symptomatisch zu sein. Ich mach einfach. Ich mach auch Dinge, die ich nicht kann. Denn nur, wenn ich Dinge mach, die ich nicht kann, dann lerne ich sie zu können. Das ist logisch. Das scheint die Norm jedoch anders zu sehen. Und das verstehe ich nicht. Weil lernen ja nur durch anwenden und verstehen funktioniert!!!

Nur weil ich einen Wisch aus einer Schulung habe , heisst das ja noch lange nicht, dass ich dieses Wissen auch anwenden kann. Also besagt so ein Wisch gar nichts. Und das verstehe ich nicht, dass die Norm genau auf solche Wische wert legt. Und nicht auf die Erfahrung und die Praxis. Aber ich bin ja auch verhaltensorginell und finde die Norm und Normdenken allenfalls verwirrend.

D.h. genau diese Art , die Dinge so anzugehen, praktisch und lösungsorientiert und einfach mal zu machen, hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin. Das ist ja erstaunlich. Einfach, weil ich das tue, was ich am besten kann. Wenn das jeder machen würde, anstatt sich normgerecht zu verhalten, würden wir uns alle erheblich leichter tun.

Alles soll vergleichbar sein. Dabei ist jeder Mensch per se unvergleichlich.

Dann waren die Lehrjahre also alle für was gut. Sonst wär ich heut nicht da , wo ich bin. Faszinierend. Also Hilfe zur Selbsthilfe ist gut, weil man so selbständig wird und Selbstvertrauen bekommt. Aber Hilfe, die in Abhängigkeit endet ist schlecht, weil sie zur Unselbständigkeit führt.

Dasselbe ist ja auch in der Dodo-Abteilung passiert.

Jetzt muss ich mich mal bei meiner Mama dafür bedanken, dass sie sich nicht eingemischt hat. Und mich meine Probleme alleine regeln und lösen hat lassen.
Es gab auch Ausnahmen, wo sie eingreifen musste, weil ich damals zu gutmütig und unerfahren war. Weil ich mir schwer damit tue die Absicht von Menschen zu deuten. Manchmal ist das auch ein Schutz, wenn man nicht den ganzen Mist um sich rum , mitbekommt.

Hmm... hab nochmal über das von gestern nachgedacht... Also wenn ich einen Bogen um Ärzte und Krankenhäuser mache, weil meine Amygdala nicht mit ihnen kompatibel ist und weil ich eine Gesundheitsgefährdung für die dort insassigen bin, dann kann ich so zu einer Entlastung und Gesundung der im Gesundheitswesen arbeitenden beitragen.

Hmm... wenn das jetzt alle Kranken machen, dass sie sich um sich selber kümmern, aus Rücksicht auf die Amygdalas der im Gesundheitssystem arbeitenden und deren Gesundheit dann wär das für das Gesundheitssystem auch nicht gesund. Weil dann würde da ja kein Geld mehr verdient werden.... Hmm...

Für mich wäre das jetzt aber die einzige Lösung, zu der ich aktiv was beitragen kann. So kann ich das Gesundheitssystem und die dort arbeitenden gesundheitlich entlasten, indem ich mich ihnen erspare.

Nur, wenn es so ist, dann müsste ich auch jeden Kontakt zu anderen Menschen einstellen, weil ich ja auch eine Gesundheitsgefahr für sie darstelle durch meine Amygdala und meine Verhaltensorginalität. Das wär allerdings dann nicht gut für meine Amygdala... Hmm... Und jetzt?

Da fällt mir dann nur ein, dass ich dran arbeite, meine Amygdala herunterzuregenln. Dann ist meine Amygdala im Kontakt zu anderen Menschen auch weniger gesundheitsgefährdend... und vielleicht auch heilsam. Ich arbeite daran.

Seifenblasen find ich wunderschön! Das mach ich gern. Das entspannt. Ich mag es die schillernden Blasen zu beobachten, wo sie hinfliegen bis sie zerplatzen. Bei Wind fliegen sie viel weiter. Obwohl sie so zerbrechlich wirken. Und wenn sie auf nassen Untergrund landen, wie auf unserem Anti-Rutsch-Teppich auf dme Balkon, dann bleiben die Halbkugeln noch eine Zeit bestehen.

So kann also etwas, das so zerbrechlich wirkt , ganz schön widerstandsfähig sein.

Ich wollte doch mal wissen, ob man auch ein amputiertes Körperteil beerdigen darf.
Hier gibt es Antworten. Ich muss da immer noch an den Film Green Fried Tomatoes denken. Da war das ganze kein Problem.

Mich interessieren ja neue Sichtweisen...
Wollt Ihr die Welt mal aus der Sicht von zwei Blinden sehen? Das klingt schon wieder komisch und seltsam. Erleben, erfahren trifft es wohl eher.

Die erste arbeitet daran mit technischen Geräten unabhängig zu werden und der zweite benutzt Sonartechnik und zeigt bzw.

TED-Talk1
TED-Talk2

Diese Sichtweise ist auch toll!
Der Redner ist total cool! Wir können unser Hirn umprogrammieren... Nix anderes tu ich ja schon seit einigen Jahren. Ich arbeite daran.
Seine Todos:
Also dankbar für drei Dinge am Tag sein und aufschreiben, was einem tolles begegnet und passiert ist.
Bewegung
Meditation
Gesten (wie Dankeschön-Emails, Postkarten, Zeichnungen...) für andere.

Kommt Euch das bekannt vor? Klar, weil ich das schon seit Jahren praktiziere. Es funktioniert!

Ich hab mich sogar vom letzten Umknicken schneller erholt! Okay, die Arnikasalbe hat sicher auch etwas dazu beigetragen.

Also nix anderes, als dass unser Denken unser Handeln bestimmt. Wenn wir dankbar sind, für das was wir haben, wirkt sich das auch auf unser Handeln aus. Warum? Na, weil das die Amygdala beruhigt.

Macht Ihr Euch in der agilen Transformatioen Sorgen um Euren Arbeitsplatz, dann erzeugt das Stress. Seht Ihr die Transformation und den Wandel als Chance, dann beruhigt das Euer Nervensystem und damit könnt Ihr klarer denken. Und dann könnt Ihr auch Dinge in die Hand nehmen und entsprechend handeln. Ihr tretet also aus der Opferrolle und Hilflosigkeitsrolle heraus und tut, was Ihr könnt, um mit dem Wandel mitzukommen.

Ist ja auch physikalisch logisch. Denn jeder Widerstand (auch gegen eine Veränderung) erzeugt Reibung. Und das kostet Energie. Das ist so, als würdet Ihr versuchen gegen den Wind zu segeln. Das funktioniert nicht. Die Vögel können ja auch nur mit dem Wind fliegen. Nennt sich Thermik. Und genauso könnt Ihr auch die Thermik (Energie) des Wandels als Rückenwind nutzen.

Wenn Ihr gegen den Wind anlauft, dann kostet Euch das Energie. Bei der Tour de France wissen das die Radrennfahrer auch. Nennt sich Windschatten... Das ist dasselbe Prinzip.

Am schönsten fand ich das mit der Norm. Die Norm ist Durchschnitt. Und wer will das schon sein? Wollt Ihr nicht auch der Punkt jenseits der Norm und verhaltensorginell sein? Es könnte Spass machen! :)

Also worauf wartet Ihr? Ich arbeite daran.. ;-)

Dienstag: Die Morgendämmerung sieht wunderschön aus! Im Osten rötelt sich der Himmel während der Westen noch in dunkelblau herumnächtelt.

Die A3 zischt im Frühmorgenverkehr vor sich hin.
Höchstadt-Süd liegt noch im Morgennebel und die Strassenlaternen sehen aus wie Sterne, die vom Himmel in die Nebelsuppe gefallen sind.
Die Amseln zwitschern. Eine Elster keckert.
So schön kann Homeoffice in Zeiten von Corona sein.

Und die Sirene heult dazu.... Ned lang danach sind die Martinshörner der Feuerwehrfahrzeuge zu hören. Was da wohl wieder passiert is?
Danach is widder Ruh...

Die Sirenen findet meine Amygdala ja nicht so toll... weil das sehr reizintensiv ist. Aber wenn ich mir dann vorstelle, dass da Ehrenamtliche ausrücken um anderen zu helfen, kann ich die Sichtweise meiner Amygdala etwas korrigieren, die den Krach ja zunächst als Bedrohung wahrnimmt.

Wenn ein Krankenwagen mit Geplärre an mir vorbeifährt , dann muss ich mir trotzdem die Ohren zuhalten.

Heut gab's auf Arbeit einen regelrechten Hindernislauf. Irgendwie war das aber auch alles spannend. Also ich wollte von A nach B. Das sah nicht so schwer aus.

Dann gab es aber auf den Etappen von A nach B diverse Hindernisse, die ich umschiffen (schon wieder diese Seefahrtsbegriffe...) musste. Also ich musste erst über Z, dann über R und dann über C. So könnt Ihr Euch das bildlich hoffentlich besser vorstellen an den Buchstaben vom Alphabet und ihrer Reihenfolge.

Ich bin erstaunt wie ich das hinbekommen habe. Allerdings muss ich wirklich einen ziemlich grossen Umweg machen, bis ich dann da hingekommen bin, wo ich hinwollte. Weil soviel nicht so funktioniert hat, wie es funktionieren sollte.

Das ist IT. Ich rumpelte von einem Schlagloch ins nächste.... aber ich konnte das ganze dann doch irgendwie lösen. Ich versteh jetzt auch mehr die Hintergründe (weil ich gefragt hab, und sie mir auch jemand erklärt hat) , auch wenn ich manche Entscheidungen nicht nachvollziehen kann.

Das sind Dinge, die ich nicht ändern kann. Ich kann jetzt eher verstehen, warum es so zäh ist. Also die Dinge identifizieren, die ich ändern kann. Und mich und meine Energie darauf konzentrieren.

Hab heut mit 5 unterschiedlichen Leuten telefoniert, um das ganze zu klären und den Weg zu gehen. Das liegt an der Komplexität der Dinge. Ob es immer so kompliziert sein muss, sei mal dahingestellt.

Ich fand das ganze sehr spannend. Und bin erstaunt, wie ich das doch dann noch hinbekommen habe. Also ich war heut voll agil... Dazwischen freilich auch etwas angespannt und ich musste auch mal Dampf bei meiner Mama ablassen. Das hält das Nervensystem gesund. Doch ich konnte es klären, die Sichtweisen, die dem entgegenstehen, verstehen und meine Sichtweise auch argumentativ vertreten. Und fühle mich ernst genommen. Das ist mir bisher noch nicht so oft gelungen. Also hab ich das heute auch wieder on the job und on the fly gelernt und geübt. Durch's Ausprobieren.

Morgen seh ich , ob es funktioniert hat. Ich bin guter Dinge.

Schön fand ich auch, dass mir so viele Leut helfen. Trotzdem zeige ich Wege auf, die ich für überflüssig halte. Also ich hab heut mehrere Symptome gefunden (zum wiederholten mal) und die konnte ich dann auch mit Workarounds umgehen, allerdings finde ich solange die Ursache nicht behoben ist, das ganze sehr unbefriedigend.

Denn so werden dieselben Fragen oder andere, in derselben Richtung immer wieder auftauchen und Ressourcen auch bei den Kollegen blockieren. Das heisst eine Behebung der Ursache wäre sowohl für sie als auch für mich ein Gewinn. Ein Win-Win sozusagen. Das hab ich dann halt in den Bug reingeschrieben.

Und jetzt scheint es so zu sein, dass doch überlegt wird, das im nächsten PI einzuplanen. Das fände ich richtig gut. Weil ich auch ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich da immer wieder nachfragen muss. Das kostet halt viel Zeit auf allen Seiten. So investiert man die einmal um die Ursache zu beheben und dann verschwinden die Symptome auf Dauer. Ich hoffe, es klappt.

Also es war heut irgendwie sehr schön UND spannend. Ich hab wieder einiges gelernt. Und das schöne ist, die Leut nehmen mich auch Ernst. Das kenn ich aus anderen Zusammenhängen ganz anders.

Heut probier ich später noch aus, ob ich an meinem Rechner an einer zoom-Besprechung teilnehmen kann. Das ist dann schon mal ein Vortest für den online Schmerzkongress. Ich bin gespannt. Installiert hab ich es grad auf meiner etwas älteren Kiste. Ich hoffe, es funktioniert.

Also auch hier hab ich wieder was gelernt.

Donnerstag: Also das mit dem Zoom hat auf meinem Rechner funktioniert. Gut, ein Headset wär jetzt doch ganz gut. Denn nur chatten und tippen, das ist etwas mühselig.

Bei dem Thema um das es ging, ist mir aufgefallen, dass sich die Beteiligten nicht verstanden haben. Sie haben aneinander vorbeigeredet. Im grossen Bogen. Jeder war in seiner Sicht gefangen und hat sich auf die Sicht des anderen gar nicht erst einlassen können. Das fand ich sehr verwirrend.

Ich hab auch eine Frage gepostet und auch ich wurde missverstanden. Okay, ich bin das ja gewöhnt. Wären die anderen Beteiligten offener gewesen, dann glaub ich, dass das nicht passiert wäre. Jede "Seite" interpretierte in meine Frage ihre Sicht hinein. Das ist zwar aus psychologischer Sicht faszinierend aus menschlicher sehr frustrierend und irritierend.

Diskussionen machen doch nur Sinn und können auch nur fruchtbar sein, wenn die Beteiligten offen sind für neue Sichtweisen. Andernfalls brechen Grabenkäpfe aus. Weil alle Amygdalas im Verteidigungsmodus unterwegs sind.

Das konnte ich also live erleben. Ich war sehr verwirrt, weil ich mir das irgendwie anders fruchtbar und nicht furchtbar vorgestellt hatte. Was so ein kleiner r-Verrutscher nicht alles anrichten kann.

Auch dass der eine Teilnehmer dann die Diskussion kidnapped kam vor. Ich wusste gar nicht, wo die Entführung hinging. Weil ich die Sichtweise des Kidnappers nicht verstand. Oder heisst das dann Diskussionsnapper?

Ich musste die Diskussion auch früher verlassen. Meine Amygala hat es nicht länger ausgehalten. Die Anspannung war meiner Amygdala zu stressig.

Nachdem ich mein Hirn und das Erlebte sortiert hatte, hab ich überlegt, was machst Du jetzt..
Und dann hab ich mich dafür entschieden eine Mail mit dem Missverständnis und meiner Frage nochmal an den Fragenbeantworter zu schreiben.

Ich habe mir sehr viel Mühe gegeben , mich diesmal klar auszudrücken. Ich habe mich für die Einladung bedankt, meine Verwirrung geschildert und dann das Missverständnis aufgeklärt und meine Frage nochmals gestellt und noch einen Comic drangehängt in der Sandwitchtechnik.

Ich bekam am nächsten Tag dann eine Mail. Aber keine Antwort. Für den Comic hat er sich bedankt und er bestätigte auch, dass bei dem Call viel aneinander vorbeigeredet wurde. Ich konnte immer noch nicht an den Adressaten andocken.

Das war sehr frustrierend. Aber nach zwei Fehlversuchen gebe ich es jetzt auf. Anscheinend ist der Adressat einfach nicht offen. Da kann ich machen was ich mag. Es liegt nicht an mir. Jetzt lass ich es erstmal dabei bewenden.

Wisst Ihr, manchmal ist es so jammerschade, da wedeln Leute mit dem Zaunpfahl und könnten dem anderen neue Einsichten bringen, ein voneinander lernen wäre möglich, nur leider sieht der andere diese Gelegenheit gar nicht. Er nimmt sie gar nict wahr, weil er so in seiner eigenen Sichtweise drinsteckt, dass er für alle anderen blind ist.

Ich kann das aber sehr gut nachvollziehen, weil ich in diesem Tunnelblindmodus ja auch immer wieder unterwegs bin. Ich arbeite daran.

Was mich auch verwirrt hat, war dass einer der Teilnehmer am Anfang gleich erzählt hat, wann er gehen muss. Das klingt dann für den ein oder anderen so, als wolle er schnellstmöglich da wieder weg. Warum kommt er dann überhaupt?

Und dann ist mir eingefallen, dass ich auch schon derjenige war, der es genauso gemacht hat. Erinnert Ihr Euch? Ich wollte mich mit einem Ex-Kollgen treffen. Und ich hatte Angst wie ich zum Treffpunkt hin und wieder von dort wegkomme. Das war mir sehr wichtig, von dort wieder rechtzeitig wegzukommen, dass ich meinen Bus erwische.

Damals hat mich der Ex-Kollege auch gefragt, warum es mir so wichtig ist, dass ich so schnell wieder von ihm wegkomme, wo ich ja noch nicht mal dort bin. Ob ich mich dann mit ihm überhaupt treffen will... also er hat es missverstanden und persönlich genommen. Dabei hatte das ja nichts mit ihm sondern mit meiner Angst meinen Bus zu verpassen und wieder heimzufinden zu tun.

Und so muss das wohl dem Teilnehmer auch gegangen sein. Er hatte Angst einen Anschluss(termin) zu verpassen.

Jetzt muss ich drüber schmunzeln. Ihr hoffentlich auch. Dann bekommt Ihr schon mal Dopamin. Euer Immunsystem freut sich.

Ein anderer Teilnehmer informierte uns in regelmässigen Abständen, dass sein Akku am Laptop gleich alle sei. Das hab ich auch nicht verstanden, wozu das gut sein soll. Meine Amygdala fand das sehr nervig und verwirrend.

Da hat mir meine 70-jährige Bekannte aber dann später in unserem wöchentlichen Telefonat erzählt, dass sie auch jedem wenn sie ihr Handy benutzt, das sagt, weil sie nie weiss, wann der Akku alle ist (sie sieht es nicht) und nicht dass der andere dann böse auf sie ist und meint sie hätte das Telefonat dann absichtlich abgebrochen.

Mit ihrer Erklärung konnte ich also diese Sichtweise verstehen. Dafür war ich ihr sehr dankbar und das hab ich ihr auch gesagt.

Damit hat sich einige Verwirrung hinterher gelegt und der physiologische Stresslevel auch schneller wieder beruhigt. Auch dank des Lerneffekts : Dopamin und Endorphin sei Dank!

Schade finde ich trotzdem, dass so eine Gelegenheit so in die Binsen gegangen ist. Und was macht sie da?

In die Binsen gehen stammt aus der Jägersprache (wie passend ;-). Wenn eine Ente , die der Jäger ins Visier genommen hat, in die Binsen geht, dann kann er sie nicht mehr sehen. Ergo ist sie verloren. Und das ist damit gemeint. Aus der Sichtweise der Ente ist das freilich ein Glücksfall. Sie überlebt und freut sich.

Apropos einseitige Sichtweise und Tunnelblick... Heut ist mir in der Höchstadter Innenstadt (!) ein komischer Heiliger begegnet. Der ist mir schon mal in der Erlanger Innestadt über den Weg gelaufen. Die sind bei mir immer sehr zutraulich.

Der wollte mich bekehren und missionieren und mir seine Sicht aufdrängen. In Erlangen war meine Amygdala damals neugierig.

Da war er heut bei meiner Amygdala an der falschen Adresse. Erstens wollte meine Amygdala zu meiner Physio und zweitens war sie heut eh schon sehr aufgedreht (wegen dem Wetterumschwung) und drittens hab ich seit der letzten Begegnung gelernt mich und meine Sichtweise besser zu behaupten.

Meine Amygdala war ja heut schon verwirrt als mein Kollege später in ein MS-Teams-Meeting kam und mich anchattete mit:
Ich komm ein bisschen später.
Woraufhin ich zurückchattete: Wie lange ist ein bisschen?
Daraufhin kam er ins Meeting.

Ein anderer Kollege wollte mir einen Termin schicken. Jetzt dacht ich , er hätt ihn mir schon geschickt und hab ihn angechattet: Kannst Du mir den Termin nochmal schicken. Ich hab den verbummelt.
Da chattete er zurück: Den hat jemand anderer verbummelt. Und einen Smiley dahinter gesetzt.

Ob ich an Jesus glaube, hat er gefragt. Also der komische Heilige. Nicht mein Kollege. Ich hab gesagt, ich glaub an die natürliche Ordung der Dinge. Da hat er gemeint, dass wär als würd ich an das Brötchen glauben aber ohne den Bäcker als dessen Schöpfer zu würdigen.

Dann ist ein Hubschrauber über uns hinweggeflogen (da waren heut viel unterwegs) und da hab ich dann nach oben geguckt. Meine Amygdala ist derzeit leicht ablenkbar. Mein Reizfilter ist beim Teufel.

Er wollte bei Jesus für mich beten. Da hab ich gesagt, ich komm ganz gut zurecht, das braucht er nicht.

Als ich ihm gesagt hab, dass er eine sehr einseitige Sicht auf die Dinge hat, war er schneller weg als ich gucken konnte. Dass heisst, ich hab heut gelernt, mit dieser Sichtweise kann ich solche nervigen Missionierer-Menschen loswerden.

Die sind nämlich für andere Sichtweisen nicht offen und wenn sie mit einer anderen konfrontiert werden, dann verflüchtigen sie sich. Das ist aus verhaltenspsychologischer und physiologischer Sicht durchaus spannend. Also hab ich auch hier wieder einiges gelernt. Dopamin und Endorphin.

Denselben Effekt hab ich auch auf Reha bei dem Physiotherapeuten "erzielt" als ich ihn gefragt hab, ob der Arm wieder wird, wenn ich nochmal drauf fall. Ich hab ein Talent dafür hyperaktive Amygdalas zu verwirren und in die Flucht zu schlagen.

Das mit dem Oxytocin hat ja nicht so geklappt. Das funktioniert nur, wenn ich andocken kann und mich verstanden fühle. Das war hier nicht der Fall.

Das merkt Ihr auch da dran, dass eine offene Diskussion gar nicht erst stattfinden kann. Genau wie bei der zoom-Veranstaltung. Faszinierend.

Ich konnte dann aber bei meiner Physiotherapeutin und im Nachgang bei meiner Bäckereifrau und einer Bekannten vom Gesundheitsnetzwerk meine Dosis Oxytocin noch abholen. Das war super! Weibliche Superkraft. Auch wenn mich meine Bekannte vom Gesundheitsnetzwerk zum Kneippen missionieren will, sie ist da doch meinen Sichtweisen gegenüber auch aufgeschlossen. Wir lernen voneinander. Das ist der Unterschied. Deswegen funktioniert das bei uns auch mit dem Oxytocin. Und Dopamin auch weil wir zusammen lachen.

Sie:"Da in dem bunten Auto hat Dir einer gewunken. Kennst Du den?"
Ich:"Och mir winken viele. Ich weiss aber meistens nicht wer das ist."
Sie:"Das macht doch nix. Wink einfach zurück."
Dann hab ich ihr erzählt , dass das zu versehentlichen Zungenküssen führen kann und dann hat sie gemeint, ich soll halt neutral gucken. Woraufhin ich sie gefragt hab, wie das geht. Da hat sie gemeint, so wie immer halt. Und dann hat sie gelacht.

Meine Ergo hat mich heut auch gefragt, ob ich sie neulich gesehen hab, wie sie mir aus dem Auto gewunken hat. Da hab ich gesagt, ich hab Dich am Auto und am Nummernschild erkannt. Mit Gesichtern hat es meine Amygdala ja nicht so. Macht im Angesicht auch keinen grossen Sinn zu erkennen, wie der Säbelzahntiger jetzt genau ausgesehen hat.

Apropos Gesundheit ... Ich les grad das Buch "Big potential" von Shawn Achor. Da geht es darum, dass wir Menschen unser volles Potential nur im Team , also im Zusammenspiel mit anderen entfalten können. Und zwar dadurch, dass wir das Potential von anderen entfalten. Und daran wachsen auch wir. Also wenn wir anderen etwas geben. Heute hab ich einen Mundschutz mit einer lustigen Karte verschickt. Ihr seht.. ich arbeite daran.

Kennt Ihr die Framingham Heart Study? (die Framingham Herzstudie) Also eine der Erkenntnisse der Studie ist auch, dass wenn man sich mit Menschen umgibt, die einem gut tun und die fröhlich und zufrieden sind, man auch selber fröhlich und zufrieden ist und auch gesund bleibt oder gesund wird. Da arbeite ich ja auch dran.

Indem ich mir mein heilsames Umfeld schaffe. Und das kann ich ja , indem ich das Potential in anderen entfalte. Dann mach ich ja nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen alles richtig. :)
Ich arbeite daran :)
Und Ihr könnt das auch.

Freitag: Hmm... nachgedacht. Also ich glaub, jeder Organismus und jede Organisation und jede Organisationseinheit braucht einen Teil, der aufräumt und Dinge ordnet. Ansonsten häuft sich zuviel an.

In uns ist das z.B. das Lymphsystem oder das Gliasystem. Die beiden sind solche Aufräumer. Unser Darm sicher auch... Und der Schlaf ist auch so ein durchputzer, weil er die Geschehnisse des Tages verarbeitet und so lernen wir.

Und wenn man zu angespannt ist, weil die Amygdala Amok läuft, dann funktioniert das auch nicht mehr in uns drin. Bei hyperaktiver Stressachse funktioiniert die Aufräumaktion in uns drin nimmer.

D.h. wenn wir aussen nicht aufräumen können , dann funktioniert das in uns auch nicht. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Bei mir hat der Lymphabfluss wohl noch nie funktioniert. Trotzdem schafft es unser Organismus das zu kompensieren. Das ist doch sehr erstaunlich. Wie im innen so auch im aussen und umgekehrt. D.h. unser Verhalten gibt Aufschluss über unseren Gesundheitszustand. Hättet Ihr das gedacht? Naja, das ist ja wieder diese natürliche Ordnung der Rekursion. Spannend!

Legacy-Programme, Gerümpel oder Bücher oder KLeidungsstücke oder Nahrungsmittel oder andere Vorräte. Oder Dosen und Flaschen, wenn man sich nicht aufraffen kann, sie zum Container zu bringen.

Aha... Aufräumen und ordnen hält also gesund. Denn zuviel Chaos wirkt sich stress-steigernd auf uns aus.

Mit den Büchern gibt es bei mir eine Lösung mit der Ordnungseinheit in unserer Heimorganisation. Meine Mama hat ein paar Bücherregale in Auftrag gegeben. Das ist cool, denn dann hab ich sowas wie eine Bibliothek. Das hab ich mir schon immer gewünscht.

In mir gibt es auch immer öfter einen Ordnungsdrang. Ich arbeite daran, organisierter zu werden und der Stressachse entgegenzuarbeiten. Nein, immer klappt es nicht.

Gestern hab ich es mal geschafft, gleich meine Notizen ins Outlook in die Aufgabnnliste einzutippen anstatt es erst auf einen Zettel zu schreiben. Das spart Zeit und Energie. Und hinterher war ich auch stolz auf mich. Das muss ein Dopaminstoss gewesen sein. Weil ich es endlich mal anders gemacht habe. Und der Zettelwirtschaft und meiner unleserlichen Handshrift wirkt es auch entgegen. Das ist cool!

Mein D-Arzt macht das auch so. Dort wird gleich alles in den PC getippt. D.h. sie haben keine Nachverarbeitungsaufgaben mehr. Es häuft sich nix an, weil es gleich gemacht wird. Da kann ich viel davon lernen. Ergo und Physiorezept bekomm ich gleich ausgedruckt und in die Hand gedrückt. Und das funktioniert.

Beim Hausarzt ist das ganz anders. Da werden die Rezepte aussen ausgedruckt und dann erst wenn der Arzt oder die Ärztin wieder aus ihrem Sprechzimmerle rauskommt, unterschrieben. Telefonisch vorbestellen geht auch nimmer.

Im Krankenhaus beim Ellbogenbruch hat der Arzt immer alles erst ins Diktiergerät gesprochen. So hat er die Arbeit angesammelt, weil das musste dann ja erst wieder getippt werden. Von A nach B. Ob sich da ein Spracherkennungsprogramm rentieren würde? Ob die so gut sind, dass sie so lateinische Fachausdrücke und leise Stimmen verstehen? Mit meinem Dialekt hatte das MS-Teams bei der Aufzeichnung eines Anrufs schon erhebliche Probleme.

War erst Dienstag beim Hausarzt, weil ich für meine Mama Rezepte abholen sollte. Die haben sie dann nicht gefunden, weil sie sie schon in die Apotheke geschickt hatten. Das hat etwas gedauert. Da frag ich mich, ob sich das nicht besser organisieren liesse. Wen ich das gewusst hätte, dann hätte ich ihnen ja keine Zeit gekostet, nur der Apotheke. Das hätte die Situation in der Praxis enstresst. So waren alle Beteiligten erstmal verwirrt. Das kostet Zeit und Energie. Unnötig.

Heut auf Arbeit hab ich viel gelernt. Denn auch da ist mir aufgefallen, wie wir unser Problem des Chaos lösen könnten. Wenn es in jedem Bereich eine Institution des Aufräumens gäbe, dann könnte sich das langfristig ordnungs- und enstressungsfördernd in allen Bereichen auswirken.

Langfristig sollten dann alle Teams neurodivers aufgestellt werden, so dass in jedem Team auch eine Ordnungsinstitution enthalten ist. Das versteh ich jetzt. Denn dann kann jedes Team selbst seine Prozesse überarbeiten und ordnen. Und das ist bei immer schnellerem Wandel unerlässlich, weil man sonst im Chaos landet.

Dann sieht es in den Projekten und im Gehirn der Mitarbeiter so aus wie in meinem Zimmer. Chaotisch. Und das wirkt sich dann auf die Nervensysteme und Amygdalas der Mitarbeiter aus. Und da diese nicht für sich alleine arbeiten, sondern mit anderen Mitarbeitern aus anderen Bereichen und den Kunden interagieren, überträgt sich das von Nervensystem zu Nervensystem. Und mit Ordnung und Struktur und Ruhe kann man dem entgegenwirken.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

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