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Sulcus Ulnaris Syndrom
Sammy, das Krankenhausfluchttier
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30.11. bis 06.12. Adventliche übererregte Nervensysteme ...

Sonntag: Macht Euren Nervensystemen das Wetter auch so zu schaffen? Bei uns merkt man Wetterumschünge schon am Vortag. Und heut erst recht.

Mama und ich haben die letzten Nächte nicht besonders gut geschlafen. Wir sind mehrfach aufgewacht. Ich konnte mein Nervensystem mit Feldenkrais beruhigen (kleine Bewegungen), sie ist aufgestanden und hat Fröbelsterne in der Küche gebastelt. Beides schult den präfronteralen Kortex und beruhigt so die amoklaufende Amygdala.

Morgens merkte es man daran...
Meine Schwester schimpft mehr als sonst, meine Mama hat Herzrhythmusstörungen und meine Muskeln sind total angespannt. Ich hab zwar Feldenkrais im Bett gemacht und konnte es etwas runterfahren, aber dann hatte ich innerlich eine solche Anspannung, dass ich sie erst mit Trampolinhüpfen abreagieren musste.

Dabei gluckerte es dann in meinem Bauch und dann konnte ich auf's Klo. Daran merkt man, dass sich der Organismus entspannt. Meine Mama hört ihre Amigos. Die haben die Herzrhythmusstörungen beendet. Cool. Denn die Musik beruhigt das Nervensystem. Sogar meins fährt es runter. Ich werd bei der Musik irgendwie lätschig... Nicht, dass ich darauf stehe. Der Effekt ist dennoch erstaunlich.

Und jetzt nutze ich den präfronteralen Kortex, um die Zusammenhänge zu erklären.

Okay, bei innerer Anspannung (physiologischer Stressmodus) sind auch die Muskeln angespannt. Und im Normalfall laufen wir ja bei Stress los um der Gefahr zu entkommen. Sprich: wir bewegen uns.

Dabei ist es egal wie klein die Bewegung ist. Jede Bewegung baut Stress und damit die Anspannung ab. Probiert es aus. Autisten und ADHSler nutzen das automatisch. Um zu überleben. Deswegen haben sie einen unheimlichen Bewegungsdrang.

Auch bei diesen ergonomischen Gummibällen auf denen man sitzt, macht man sich das zunutze. Denn durch das Ausbalanzieren ist der Körper kaum merklich immer in Bewegung. Deswegen lieben ich und mein Nervensystem auch balanzieren. Gut, dabei konzentrier ich mich auch, sonst lieg ich unten. D.h. ich nutze dabei auch wieder mit der Konzentration den präfronteralen Kortex.

Meine Mama kenn ich nur in Bewegung. Wie ein Brummkreisel. Ständig am Wuseln und Werkeln. Stillsitzen kann sie nur beim Fernsehen und selbst da hat sie irgendeine Handarbeit in der Hand. Die Handarbeit nutzt wiederum den präfronteralen Kortex und der besänftigt die Amygdala und das limbische System. Und genau das ist gut so! Aus eben diesem Grund. Bewegung besänftigt also das autonome Nervensystem. Oder hochkonzentriertes, hyperfokusiertes Arbeiten, Hobbies.

Für den Hyperfokus sind Autisten mit ihren Spezialinteressen bekannt. Die nutzen also den präfronteralen Kortex schon lange. Intuitiv.

D.h. ADHSler und Autisten sind die Experten auf diesem Gebiet, das sich die Schmerzforschung und die Medizin erst jetzt beginnt zunutze zu machen.

z.B. nach Eingriffen am Bauch (als ich mein Myom und meine Gebärmutter loswurde) kam auch eine Physiotherapeutin vorbei und zeigte mir , dass ich mit den Füssen kreisen sollte. Das soll Thrombosen oder anderen Komplikationen vorbeugen.

Das hab ich nicht verstanden. Ich bin doch am Bauch operiert worden und nicht an den Füssen...

Jetzt kann ich es erklären: jeder Eingriff, auch jede Narkose ist ein Eingriff in die Kohärenz (ja diesmal schreib ich es mit ä) des Organismus. D.h. er reagiert damit wie auf den Säbelzahntiger und bei einer Erkältung. Mit physiologischem Stress und Muskelanspannung. Ich nehme an, deshalb bekam meine Mama als sie zuletzt im Krankenhaus lag, immer Kreuzschmerzen. Weil die Muskeln verspannt sind. Und man sich dann nicht bewegt.

Man wird dann auch wie beim Schnupfen reizbarer. Meine Mama begrüsste mich bei meinem Besuch mit den Worten: "Das Kissen macht mich wahnsinnig!"
Worauf ich erwiderte:"Ja, ich freu mich auch Dich zu sehen."

Dabei spielt es keine Rolle, ob man mit den Füssen kreist, mit den Händen fuchtelt oder mit dem Arsch im Bett wackelt. Jede Bewegung beruhigt das Nervensystem und baut die Anspannung ab. Und erst dann, wenn die Entspannung greift, wird auch das Immunsystem aktiviert und somit kann dann erst der Organismus heilen.

Bio-, physiologisch also alles vollkommen logisch.

Ihr könnt ja mal bei der nächsten Erkrankung (der nächsten Inkohärenz) in Euch hineinhorchen (achtsam sein , also Euren präfronteralen Kortex nutzen), ob Ihr die Muskelanspannung spürt. Wenn Ihr Schmerzen habt, dann kommen die daher. Im schlimmsten Fall können dann die angespannten Muskeln sogar Nerven einklemmen. Und das tut dann noch mehr weh.

Ich frage mich, ob nicht einige OPs (oder vielleicht sogar alle?) am Nerv vermieden werden könnten, wenn man vorher Entspannungsübungen macht. Nutzt ein Osteopath nicht genau dieses Prinzip?

Hat man einen Unfall, dann ist das auch eine Inkohärenz für den Organismus. Denn viele Menschen defnieren ihre Idenität und sich selbst ja durch die Arbeit.

Durch einen Unfall werden sie dort hinauskatapultiert. Kann man hernach seine Arbeit nicht wie vorher ausführen, dann bedeutet also so ein Unfall oder eine Krankheit einen Identitätsverlust.

Man verliert sein Selbstwertgefühl und auch sein Urvertrauen. Des is fei a ned grod as gsündeste. Das autonome Nervensystem reagiert auf diese inkohärente Situation mit Abwehr, Kampf, Nicht-Wahrhaben-Wollen und man kann genau wie meine Mama gereizt reagieren. Denn es läuft ja genau wieder dieser Ur-Reflex ab.

Diesen Reflex können wir nur mit Hilfe des päfronteralen Kortex stoppen. Denn es gibt einen Zeitpunkt zwischen Emotion und Reflex-Reaktion, den wir nutzen können. Hat allerdings das limbische System und die Amygdala unseren Organismus fest im Griff, ist das nicht so einfach. Denn die Amygdala-Route (Reflexpfad) hat sich zur Autobahn ausgebaut.

Wir müssen erst mühsam den Weg zum präfronteralen Kortex durch das Dickicht finden. Dazu müssen wir aber erstmal bereit sein, dorthin loszulaufen. Und auch daran hindert uns die wildgewordene Amygdala. Denn wir haben ja Angst vor jeder Veränderung!

Das ist ganz natürlich. Fühlt man sich bedroht, dann braucht man Sicherheit. D.h. man verkriecht sich in der heimischen Höhle. Bei mir in Büchern, die mir lieb und teuer sind. Wir machen uns garantiert nicht in diesem Modus auf den Weg in ein neues Abenteuer.

Oder geht Ihr, wenn Ihr eine Erkältung habt , krank seid, los und springt mit einem Fallschirm ab? Oder macht einen Bungeesprung? Oder geht Ihr auf einen Kongress, um dort neues zu lernen? Mal davon abgesehen, dass die anderen sich über eine Ansteckung freuen würden...

Selbst wenn Ihr neues lernen wolltet, es geht in dem Modus schlicht und ergreifend nicht. Wir können nicht lernen, wenn wir Angst haben. Ganz im Gegenteil. In dem Amydalagesteuertem Modus werden wir auch noch vergesslicher.

Aber in der Schmerztherapie erwartet man, dass Patienten in diesem Modus, etwas neues lernen. Es geht nicht. Sie können das gar nicht. Erst muss der Sicherheitsaspekt erfüllt sein. Ein menschliches Grundbedürfnis. Die Kohärenz.

Erst dann kann Vertrauen entstehen. Da braucht man sich nicht wundern, wenn die Patienten den Institutionen, Ärzten und Psychologen misstrauen. Das ist vollkommen normal in einer unnormalen Situation!

Ich hab auch diese Woche wieder ein trauriges Beispiel für dysfunktionale Kommunikation. Meine Mama war beim Hausarzt. Weil es mir auf mein Nervensystem gegangen war, jedes mal, wenn ich ihre Rezepte geholt habe, danach gefragt zu werden, ob sie mal wieder zum Blutnehmen vorbeikommt.

Schon der Gang zum Hausarzt ist für Mama Stress. Kein Wunder, denn wie ich passt sie nicht ins System und fühlt sich eher vom System bevormundet. Und das finden wir nicht besonders schön.

Meine Mama ist da auch nicht anders wie so manche Männer, deren Frau in der Praxis das Rezept des Ehemanns abholt und zu der die Sprechstundenhilfe sagt, dass Ihr Mann doch mal wieder vorbeikommen müsste.

Müssen erzeugt Widerstand. Widerstand erzeugt Reibung. Einfach Physik. Das erzeugt wiederum Stress (eine Bedrohung der Kohärenz) des Ehemanns oder meiner Mama.

Ich geb gern zu, mir geht es genauso. Wenn ich einen Termin habe oder in die Sprechstunde wegen dem gelben Zettel, der rosa ist, muss, bin ich hinterher fertig mit der Welt. Es ist anstrengend. Das Neonlicht, die weissen Wände, die kranken, hustenden Menschen im Wartezimmer, der Geruch nach Desinfektionsmittel, all das hagelt auf mein Hirn ein, dass mit der Verarbeitung einfach überfordert ist.

Bedenkt man, dass nicht nur bei chronisch Kranken sondern auch bei älteren die Reizfilter meilenweit offenstehen, kann man sich ausmalen, woher der Widerstand kommt. Es erklärt dann auch, warum der Blutdruck meiner Mama dann noch höher ist als sonst. Ist ja klar. Sie befindet sich physiologisch im Feindesland. Das geht mir auch so, obwohl ich weiss, dass mir dort (hoffentlich) keiner was tut. Meinem autonomen Nervensystem ist leider mit Argumenten nicht beizukommen. Das ist Reflexgetriggert von der Reizflut.

Bedenkt man, dass ältere auch oft chronisch krank sind, dann dürfte dasselbe Problem auch sie betreffen.

In solchen Situationen fühlt sich unser Organismus also in seiner Autonomie bedroht. Und um die kämpfen wir dann mit allen Mitteln. Ausserdem sind wir da auch schnell überfahren von einer Situation. Sprich: ich wirke nicht besonders intelligent. Und meiner Mama ging es da wohl diese Woche ähnlich.

Was ist passiert? Nach dem Blutdruckmessen (der für mich nicht überraschend - hoch war), gab ihr die Sprechstundenhilfe einen Zettel zum Ausfüllen. Sie sollte eine Uhr mit Zahlen versehen und Fragen beantworten. Sie verstand zuerst nicht , was sie machen sollte. Auf die Idee zu fragen, warum , kam sie gar nicht. Sie war überrollt.

Erst nachdem sie es ausgefüllt hatte, merkte sie, dass das wohl ein Demenztest war. Den einfach so untergeschoben zu bekommen, fand sie gelinde gesagt nicht besonders toll. Also reagierte sie mit einem empörten:"Ich bin doch ned bleed und mach Euern Debberlestest!"

Im Endeffekt ist meiner Mama dasselbe passiert wie mir. Unser Verhalten wird fehlgedeutet. Des is fei a ned grod as gsündeste. Wenn das uns passieren kann, dann kann es auch jedem anderen passieren. Das find ich traurig, dieses Schubladendenken.

Wüsste der Arzt, dass Mama sich grade einen neuen Touchscreen-Herd gekauft hat und damit neue Plätzchenrezepte ausprobiert, erst vor kurzem das Heureka-Erlebnis des Fröbelsternbastelns erfahren hat, wäre er vermutlich nicht auf diese Idee gekommen.

Ich möchte damit nur eines sagen: "Never judge a book by its cover."
Beurteilt einen Menschen nie allein nach dem äußeren ersten Eindruck. Die Chancen stehen gut, dass Ihr Euch täuscht. Denn Ihr vergesst den Kontext der Begegnung und den physiologischen Status des Gegenübers zu berücksichtigen. Ein Arzt wird sich in seiner Praxis (hoffentlich) wohlfühlen. Ein Patient tut dies noch lange nicht.

Was ist das Ergebnis dieser unachtsamen Vorgehensweise? Der Patient - also meine Mama - ist verärgert. Sie schimpft heut noch. Dem Blutdruck hat das sicher nicht geholfen. Also im Endeffekt hat der Praxisbesuch meiner Mama physiologisch geschadet. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ich bin mir sicher, dass hier keine böse Absicht dahinterlag. Nur ändert das nichts am Ergebnis. Denn jetzt wird meine Mama sicher noch unwilliger in die Praxis gehen. Oder sie kommt gar nicht mehr und sucht sich einen neuen Hausarzt.

Da seht Ihr mal, was dysfunktionale Kommunikation anrichten kann. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Mittwoch: Erst Feldenkrais dann Frauenkreis....
Wisst Ihr, was das ist? Ich wusste das auch nicht. Deswegen bin ich hin. Ich war neugierig. Ich arbeite ja daran Angst durch Neugier zu ersetzen und so meine Amygdala zu bändigen.

Neues Lernen überschreibt auch noch die "Festplatte" und damit das Schmerzgedächtnis.

Es waren lauter spannende Frauen dort. Und sie zeigen sich mal von der anderen Seite. Der echten , authentischen. Es geht im Frauenkreis um das Auflösen alter Muster, um das Verstehen , um das Erkennen der eigenen Identität und um die Entwicklung der Persönlichkeit. Auch der Frage: warum hab ich immer wieder dieselben Probleme? wird auf den Grund gegangen.

Am Montag war eine Schnupperveranstaltung dazu. Da bin ich halt mal hin. Hab gleich vergessen die Schuhe auszuziehen. Als man es mir dann sagte, hab ich zwar Mütze und Jacke aufgehängt, die Schuhe hatte ich immer noch an, weil ich es schon wieder vergessen hatte. Ich musste über mich schmunzeln. :)

Das Wetter macht mir mit seiner Reizflut sehr zu schaffen. Ich kann mir nix merken. Deshalb schreib ich ständig Zettel und suche Stifte, die ich grad noch in der Hand hatte. Inzwischen kann ich darüber lachen.

Ich hab gestern sogar meiner Schwester versehentlich die Ketchupflasche verräumt und aufgeräumt, obwohl sie noch am Essen war und noch welches brauchte. Mein Hirn hüpft von Gedanken zu Gedanken wie ein kleines Äffchen im Urwald von Ast zu Ast. Ich komm nimmer hinterher.

Ein Satz hat mir besonders gefallen, den die Veranstalterin sagte:"Frauen sind ja sooo empathisch. Zu allen. Ausser zu sich selbst. "

Ich fand die Frauen sehr cool und äußerte dies auch. Mir wurde ebenso coolness beschieden. Irgendwie cool.

Ich glaub aber mein physiologischer Status ist mit einer 6-frauigen Gruppe doch noch nicht kompatibel. Da ist mein Autonomiebestreben einfach größer. Auch mit Regeln hab ich es nicht so.

Ich hab es nicht so mit Regeln.. und Autoritäten...

Schon seltsam: jeder hat das Bedürfnis irgendwo dazuzugehören aber auch nach Autonomie. Der eine mehr, der andere weniger. Es gilt, das richtige Maß für sich zu finden. Und das ist wohl bei jedem anders und auch noch vom physiologischem Status (also von der jeweiligen Tagesform) abhängig.

Beim heilsamen Umfeld-Schaffen mach ich langsam ein paar Fortschritte. Ich mach Beziehungsarbeit. Das hört sich seltsamer an als es ist.

Stellt Euch eine Familie , Verein, Firma, Abteilung .... als lebenden Organismus aus lauter Zellen vor. Die Zellen kommunizieren miteinander um alles so zur Verfügung zu haben, was sie für ihre Arbeit brauchen. Im Körper geschieht dies z.B. über Botenstoffe, Neurotransmitter.

Bei uns Menschen ist dieser Botenstoff dann die Kommunikation zwischen zwei Menschen. Und je nachdem, ob zuviel Botenstoff ausgeschüttet wird, oder zu wenig, kommt es zur dysfunktionalen Kommunikation. Dann kriegt die Zelle nicht mehr was sie braucht. Ihre Kohärene ist gestört, sie gerät in Stress und versucht die Kohärenz wiederzuerlangen. Sie wendet eine Zeit lang Workarounds an... und wenn das nicht mehr geht, dann erfolgt der Zelltod.

So ähnlich ist das auch bei uns Menschen. Wir können unter widrigen Umständen lange überleben, doch auf Kosten unserer Gesundheit.

Deshalb ist dieser Botenstoff das Schmiermittel zwischen den Rädchen im Getriebe so wichtig. Denn läuft es nicht rund (fehlendes Schmiermittel - nein, ich rede hier nicht von Schmiergeld sondern von funktionaler Kommunikation!), dann gibt es zwischen den Rädchen Reibung, Widerstand und das kostet enorm viel Energie.

Mit dem richtigen Schmiermittel kann also so Energie gespart werden. Die Rädchen laufen rund, die Transmitterstoffe werden ausreichend ausgeschüttet , die Zellen sind zufrieden und können ihre Aufgaben mühelos erledigen.

Bricht man es auf die Organisation in der Familie oder der Firma herunter, dann bedeutet das, das die einzelnen Beziehungen der Zusammenarbeitenden geschmiert werden müssen. Je besser sie sich also verstehen, die Bedürfnisse des anderen kennen und ihre eigenen und ihre Wünsche wie z.B. für Zulieferungen aussehen, dann geht es den beiden Mitarbeitern gut. Die Arbeit fällt leicht.

Stößt einer der Mitarbeiter auf Widerstand bei der Verrichtung seiner Arbeit, dann erfolgt Reibung und ein enormer Energieverlust. Die Beteiligten sind gefrustet, genervt und unzufrieden. Und erschöpft.

D.h. im Umkehrschluss, wenn ich meine Kollegen gut kenne, dann kann ich besser schmieren. Denn wenn ich ihre Bedürfnisse kenne, dann kann ich ihnen besser entgegenkommen. Und sie mir auch. Und das versuch ich grade.

Derzeit geh ich mal mit dem ein oder anderen Kollegen mal Mittagessen, um ihn zu beschnuppern. Ich bekomme interessante Einblicke. Neue Perspektiven tun sich auf. Das ist spannend! Wobei ich sagen muss: wir machen Big Talk. Es geht ans Eingemachte. Das, was uns umtreibt, was uns bewegt. Das kommt mir sehr entgegen, weil ich mit Smalltalk ohnehni nix anfangen kann.

Allerdings gibt es auch eine Krux, die es nur beim Menschen gibt. Ein Problem, das Zellen nicht haben. Eine Zelle würde sich nie auf Kosten einer anderen das eigene Überleben sichern, denn dann wäre der gesamte Organismus bedroht. Und damit das Schicksal aller Zellen besiegelt.

Menschen tun das schon. Das Ergebnis für den Gesamtorganismus ist letztendlich aber dasselbe. Überhaupt sind menschliche Gefüge einer Veränderung der bisherigen Ordnung nicht besonders aufgeschlossen. Denn verändert sich eine Position, dann müssen sich zwangsläufig auch die anderen Positionen mit verändern. Ist man im physiologischen Inkoheränzmodus, dann ist man gestresst und gegenüber Veränderungen nicht besonders offen. Es ist also mit Menschen komplizierter.

Da könnten wir uns ein Vorbild am Eichelhäher nehmen, der nebenbei auch noch für die Pflanzung neuer Bäume sorgt. Das nenn ich mal Arbeitsteilung zwischen Baum und Tier! Neurodiversität at its best!

Da könnten wir uns eine Scheibe davon abschneiden.

Krisen erzwingen Veränderungen. Jede Veränderung geht aber auch mit einer Trauerphase einher. Man muss sich von liebgewonnen Dingen, Verhalten verabschieden. Erst wehrt man sich dagegen. Erst nach Abschluss der Trauerphase folgt (hoffentlich) die Akzeptanz. Und erst dann ist der Weg offen, die Veränderung als Chance zu nutzen.

Krisenerfahrene Menschen haben da einen Vorteil. D.h. je mehr Scheiss einem begegnet und wenn man damit einigermassen klarkommt, hat dieser Scheiss auch einen Vorteil. Denn der Scheiss muss ja kein Scheiss bleiben. Es liegt immer im Auge des Betrachters. Es kommt drauf an, was Ihr draus macht.

So ist das auch bei einer Krankheit. Bei CRPS z.B. D.h. auch da gibt es ein Licht am Horizont. Wenn ich nämlich anfange nach Lösungen zu suchen und mir Strategien zulege, damit umzugehen. So ist es bei jedem Problem. Bei jeder Krise. Bei jeder Veränderung. Diesen Prozess nennt man lernen. Hier gibt es kein falsch oder richtig. Nur ein Ausprobieren und Experimentieren. Hinterher ist man immer schlauer ;-)

Donnerstag: Huschala! Is des kold....

Der heimfahrende 30iger Bus hatte solche Rauchschwaden bei der Kälte um sich rumwehen, da dachte ich schon unser Bus brennt. Des is fei a ned grod as gsündeste...

Den Geist, die wild durcheinander purzelnden Gedanken, die die Amygdala durch das Hirn bläst wie Blätter im Herbst, zu zähmen, ist gar nicht so einfach.

Obwohl... der Fernmeldetechniker meinte damals als ich ihn gefragt habe, ob sein Beruf kompliziert ist: Es ist ganz einfach, wenn man weiss wie es geht.

Also mit Konzentration oder Bewegung. Das eine baut die physiologische Anspannung ab und das andere stärkt die Anti-Stress-Achse (den präfronteralen Kortex) und schwächt so die Amygdala.

Pferde- und Hundeflüsterer machen doch genau dasselbe...
Ich kenn eine, da will ich mal zugucken, wie die das macht. Ob sich ihre Technik auch bei Menschen anwenden läßt? Das kann ich dann ja mal ausprobiern... Ob man auch Menschenflüsterer werden kann?

Apropos Vermenschlichung von Tieren... ich hab die Woche ein Auto mit der Aufschrift "Physiotherapie für Tiere" gesehen. Was es ned alles gibt...

Gestern hab ich eine Bekannte getroffen, die sogar selbst Entspannungstrainerin ist. Sie hat gestern festgestellt, dass sie zwar weiss wie es geht, aber es trotzdem nicht anwenden kann. Ich hab ihr dann ein paar Tipps gegeben, als sie mich mal zu Wort kommen liess. Ich bin zwar keine Trainerin, aber ich weiss dafür wie es geht. Ich bin halt ein Praktiker. Dafür hat sie mich zum Mittagessen eingeladen. Wertschätzung in Naturalien ist was feines.

Ihr wisst ja Logorrhoe gehört zu einem übererregten Nervensystem dazu. Es kann aber auch genau das Gegenteil sein. Wenn jemand gar nix mehr herausbringt. Kann bis zu Mutismus gehen. Das ist mir auch schon passiert. Ich kann beides recht gut zu unterschiedlichen Zeiten.

Gestern war das Netzwerk bei mir ausgefallen. Nein, diesmal nicht in meinem Hirn sondern am Arbeitsplatz. Früher hätte mich sowas sehr genervt. Diesmal bin ich eher einem Kollegen auf die selbigen gegangen. Der ist Systemadmin und konnte da leider auch nix machen. Der war auch betroffen, also sein Rechner.

Dafür hab ich gelernt, dass es auch bei ihm so ist, dass das Spektrum an Aufgaben, das er abdecken muss immer größer wird. Also man wird immer mehr zum Generalisten, weil alles immer komplexer wird.
Er meinte:"Man soll immer mehr machen, aber keiner zeigt einem wie es geht."

Dafür hat er mir seine Nicht-lustig-Tasse mit Lemmingen gezeigt, die an Leitern seine Kaffee-Tasse erklimmen und sich dann hineinstürzen. Galgenhumor hat offenbar Konjunktur.

Heute hat ein weiterer Kollege das mit der Generalisierung und Komplexität bestätigt. Ich meinte, dass ich mir das alles gar nicht mehr merken kann. Da meinte er, ihm geht's genauso. Und ich dachte bisher immer, das geht nur mir so.

Und ich hab die Ursache, den Fehler bisher immer bei mir gesucht, dabei liegt es daran, dass alles immer komplizierter und komplexer wird. Diese neue Sichtweise ist sehr befreiend. Jetzt kann ich die Dinge gelassener sehen.
Das sind meine dieswöchigen Aha-Erlebnisse.

Und welches sind Eure?

Freitag: Mei sin die Leut heut anstrengend... muss am Wetter und der damit verbundenen Reizüberflutung liegen.
Mei Mama spürt's a. Und ich bin etz a ferdich.
Heut hab ich den Hauptteil des Tages damit verbracht, irgendwelchen Menschen was zu erklären. Das finde ich sehr anstrengend. Und das scheint immer mehr Zeit in Anspruch zu nehmen, je komplexer die Prozesse sind, je gestresster die Leut sind, mit denen man redet und welche Copingstrategien sie haben. Heut war ich darüber etwas erschrocken.

Und dann hängt's freilich noch davon ab, wie ich drauf bin. Zu dem, was ich machen wollte, bin ich kaum gekommen. Vor lauter Abstimmungen und Aufklärung von Missverständnissen.

Mit chronisch übererregtem Nervensystem wäre es wünschenswert von geduldigen entspannten Menschen umgeben zu sein. Die scheinen aber immer weniger zu werden. Das kannste knicken.

Manchmal komm ich mir noch am gelassensten vor. Da schaut es dann um mich rum auch gesundheitstechnisch bei meinen Um- und Mitmenschen zappenduster aus... Des is fei a ned grod as gsündeste.

Besonders irritiert hat mich ein Kollege, der heut richtig laut und wütend wurde, weil er was nicht verstanden hat. Dann frag ich halt nach und wurschtel nicht einfach weiter und liefer irgendwas ab, mit dem keiner was anfangen kann.

Sowas ist ungeheuer anstrengend. Hat mich 1,5 Stunden gekostet, das Chaos zu sichten und dann noch eine Stunde es zu klären. Dabei hab ich es vor 4 Wochen ausführlich erklärt. Und es kamen auch seitdem keine Nachfragen. Hellsehen kann ich leider nicht. Steht auch nicht in meiner Jobbeschreibung. Ich kann mich aber noch daran erinnern, dass der Kollege sich parallel noch mit meinem Kollegen unterhalten hat. Ich hatte mich damals schon gewundert, dass er mir gleichzeitig zuhören kann. Ich kann das jedenfalls nicht.

Ich kann ja verstehen, dass wenn man sich nicht zu helfen weiss , man in Stress gerät und gar kein Land mehr sieht. Dann muss ich halt winken und um Hilfe bitten. Auch wenn es mir schwer fällt. Das ist ja kein Weltuntergang, wenn man was nicht gleich versteht oder nochmal nachfragen muss. Das geht mir doch auch so. Aber wenn ich die Leut, die mir helfen könnten, anfahre, dann steh ich bald allein da und bin noch hilfloser. Und das erzeugt dann noch mehr Stress. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Das ist die Reibung, über die ich gestern geschrieben habe. Sie hat mich heut ungeheuer viel Energie gekostet.

Und ich sehe auch wie schwierig es ist, unterschiedliche Sichtweisen in Einklang zu bringen. Ich versuche den Leuten die Hintergründe zu erklären. Doch so mancher Spezialist will das gar nicht sehen und lieber in seiner altgewohnten heimeligen Ecke verbleiben. Nur geht das nicht mehr, wenn die Arbeit immer weiter komprimiert und die Prozesse immer komplexer werden. Da muss jeder wissen was er tut und warum. Denn sonst kommt es zu immensen Reibungsverlusten und einer ungeheuren Energieverschwendung.

Letztendlich hat er sich dann wieder beruhigt und ich habe es nochmal erklärt. Das zehrte wiederum an meiner Geduld. Ich hab es aber irgendwie hinbekommen gelassen zu bleiben. Ich habe ihm auch angeboten es am Ende nochmal in seinen eigenen Worten zusammenzufassen. Das wollte er wiederum nicht. Jetzt bin ich gespannt, ob der nächste Anlauf klappt.
Und wenn nicht dann nehm ich das Nagerprinzip: langsam nährt sich das Eichhörnchen.

Ich kann nur mein mögliches versuchen und auf mein Verhalten achten und versuchen entspannt zu bleiben. Ich hab ja auch ein ureigenes Interesse daran: denn wenn ich es nicht schaffe, dann habe ich noch mehr Schmerzen und die motorischen Einschränkungen (Dystonien) an Händen und Füssen nehmen dann auch zu. D.h. es ist auch im Interesse meiner Kollegen, dass ich gesund bleibe, denn ansonsten kann ich ihnen auch nicht mehr helfen.

Ausgleichenderweise muss ich sagen, dass ich auch noch drei Abstimmungen mit anderen Kollegen hatte und die liefen lösungsorientiert und verständnisvoll ab. Von beiden Seiten. Diese Art von Kommunikation macht sogar Spass und gibt Energie. Ich würde mir wünschen, das könnte immer so sein. Entspannt wohlwollend und dann sieht man auch Optionen und Lösungswege und kann es gleich beim Gespräch umsetzen. Hab ich heut auch gemacht. Ihr seht also, es hängt von beiden Seiten ab, ob Kommunikation mühsam, energiezehrend oder entspannt, offen sein und Spass machen kann.

Kommunikation ist, was Ihr draus macht.

Das Verhältnis steht also heut 3:1.

Trotzdem zehrt das ermünderndere Intermezzo an meinem autonomen Nervensystem. Liegt wahrscheinlich daran, dass die Irritation die Amygdala triggert. Und das ist ja die Achse, die auch mein CRPS befeuert.
Ich hoffe, dass ich durch die Klärung heute die Reibungsverluste zukünftig minimiert habe.

Da programmier ich lieber am Rechner vor mich hin. Das entspannt mich. Und Endorphine krieg ich obendrein, wenn ich dann die Lösung gefunden habe und etwas funktioniert.

Heut früh is die U3 später kumma. Unfall. Dafür habi dann am Bahnsteig a Bekannte getroffen.

Die sagt auch, dass bei ihr immer noch mehr Arbeit oben drauf kommt. Mehr Geld oder eine Beförderung bekommt sie nicht.

Sie hatte Besuch aus der Ukraine. Ihre Freundin mit Familie. Der ukrainische Besuch hat ein neues Wort gelernt: circa.
Sie dachten in Deutschland würde alles funktionieren. Made in Germany halt. Und Züge und Busse hätten überhaupt keine Verspätung.

In der Ukraine steht bei einer Verspätung 30 Minuten angeschrieben. Verspätet er sich weiter, wird die Anzeige entsprechend aktualisiert. Z.B. auf 40 Minuten. Und dann kommt der Zug oder Bus auch um die Zeit.

Am Bahnhof waren sie dann erstaunt, dass es in Deutschland anders ist. Dort stand ca. 15 Minuten Verspätung. Der Zug kam dann mit einer Verspätung von 30 Minuten.

Darüber musste ich schmunzeln ;-)
Das war mein Tageshighlight. Da seht Ihr mal wie erfrischend und belebend so ein Blickwinkel aus einem anderen Kontext sein kann.

Ich war schon ziemlich fertig heute, also bin ich heut mal ne Stunde früher gegangen. Hab auch noch Überstunden, die ich abfeiern kann. Tu Dir was gutes, dachte ich....

Dann war der 30iger Bus schon sehr voll und im 203er stieg eine ganze 29-köpfige Schulklasse ein. Es war ungeheuer laut. Die Ohrstöpsel dämpften es etwas. Von der Lautstärke her kam es an die Fussballfans heran, die bis Fürth fuhren und den ganzen Waggon zum Beben brachten.

Das hat mir heut grade noch gefehlt. Und dann setzte sich auch noch ein Mann neben mich, der nach Urin duftete... Soviel zu, ich tu mir was gutes und fahr dafür eher heim... damit ich entspannt heimkomme. Der Mensch dachte und Gott lachte. Der hatte heute sicher seinen Spass.

Ich musste fast laut loslachen. Reizüberflutungsalarm. Mein autonomes Nervensystem jubilierte. Es war so herrlich skurril. Da weiss man echt nicht, ob man lachen oder weinen soll.

Auf der Autobahn war ein kleiner Auffahr-Unfall und es zog sich etwas. Auch wieder ein paar überregte Nervensysteme.

Und der Busfahrer fuhr an der Haltestelle, an der ich gedrückt hatte , einfach vorbei und an der nächsten machte er die Tür nicht auf.

Ich hoffe, Euer Tag war besser. Und wenn nicht: morgen kommt ein neuer! :)

Gestern hab ich festgestellt, dass CRPS und Fingerhandschuhe inkompatibel zueinander sind. Ich brauche fast 10 Minuten, um die Finger auseinander und einzeln in die richtigen Finger zu bekommen, weil mein Hirn die Landkartentechnisch nicht mehr auseinanderbekommt. Sie sind miteinander verschmolzen. Das kommt bei CRPS vor. Irgendwie war es aber sehr lustig.. skurril halt. Meine Phyiso hat auch gelacht, wie ich es ihr erzählt habe.
Ein Hoch auf die Fäustlinge!

Sodala... war im Wald und der hat mein Nervensystem endlich runtergefahren. Auf dem Rückweg bin ich dann noch einer netten jungen Frau mit Golden Retriever begegnet. Der war ganz wild auf mich. Streicheleinheiten für alle :)
So ist der heutige aus-häusige Tag doch noch mit einem Lächeln und mit einem Schwanzwedeln ausgeklungen.

Mit einem Schmunzeln verabschiede ich mich für diese Woche von Euch.
Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende! Und passt gut auf Euer Nervensystem auf!

07.12. bis 13.12. Weihnachtswunsch: Gesehen werden ...

Samstag: Wow! Gestern Gerald Hüthers Buch Etwas mehr Hirn, bitte zuende gelesen.

Auch er ist der Meinung, dass das Umdenken von UNTEN beginnen muss und wir , also jeder einzelne selbst für einen wertschätzenden respektvollen Umgang miteinander sorgen muss. Nur so geht es jedem Einzelnen und auch den Menschen in seinem Umfeld gut.

Und erst dann gibt es weniger Reibungsverluste in der täglichen Kommunikation und unseren Organisationen, und damit ein innovationsförderndes angenehmes Wohlfühl-Betriebsklima (Neudeutsch auch : Spirit genannt) . Warum? Weil ein angenehmes Betriebsklima, also wenn man sich wohlfühlt, erst die Potentialentfaltung fördert. Denn seine Stärken und Fähigkeiten kann jeder nur in eine Gemeinschaft einbringen, wenn er sich wohlfühlt und als Mensch akzeptiert, wertgeschätzt und respektiert wird. Physiologisch also vollkommen logisch.

Also so geht Potentialentfaltung.

Soweit bin ich ja inzwischen auch. Aber wie funktioniert das genau? Was muss ich praktisch tun? Ich arbeite ja bereits an der Umsetzung. Was muss man denn da genau tun?

Ich hab mir mal aus meiner Erfahrung heraus dazu Gedanken gemacht und diese Anleitung ist dabei herausgekommen.

Schritt 1:
Zuerst mal muss man bei sich selber anfangen und wohlwollend und wertschätzend und liebevoller und geduldiger mit sich selbst umgehen lernen. Das fängt schon damit an, dass wenn ich etwas nicht gleich verstehe oder noch nicht auf Anhieb hinbekomme, nicht zu mir: "Ich (Du) Depp!" sage. Sondern nachsichtig und liebevoll mit mir umgehe. Und auch darüber lächeln, lachen oder schmunzeln kann.
Das kann dann so aussehen: Hmm.. so funktinioniert das nicht. Das ist kein Wunder, es ist kompliziert. Das ist nicht schlimm, dass Du nochmal nachfragen musst. Wenn kann ich fragen? Wer kann mir weiterhelfen?

D.h. ich suche den Fehler nicht bei mir. Denn an mir liegt es selten. Entweder liegt es daran, dass es sehr komplex und kompliziert ist oder es meinem Gegenüber noch nicht gelungen ist, es mir so zu erklären, dass mein Hirn es versteht. Sprich: ich habe noch keinen Zugang zu der Lösung gefunden. Oder wie meine Handarbeitslehrerin immer sagte: Es hat noch nicht gschnaggelt.

Das liegt auch nicht an meinem Gegenüber. Es liegt an unseren unterschiedlichen Perspektiven, Sichtweisen, die wir in unserer Kommunikation miteinander synchronisieren (in Einklang bringen) müssen. Das gelingt uns im Alltagsstress allerdings immer weniger, weil wir dort nicht offen für die Sichtweisen des anderen sind. Denn dazu braucht man Zugang zum präfronteralen Kortex und den blockiert der Stress. Wenn ich mir das bewußt mache, dann kann ich hier auch wieder nachsichtig mit dem Kollegen und mir sein. Sprich: nicht die Zellen des Organismus sind das Problem sonder der Transmitter , der Botenstoff. Also die Art und Weise WIE wir miteinander kommunizieren.

Das wirkt sich auf unsere Haltung aus: wir werden entspannter. Und wenn wir entspannter sind, dann können wir dies auch im Schritt 2 anwenden. Beide erfolgen übrigens parallel und verstärken sich gegenseitig.

Sobald der präfronterale Kortex greift (ich also Zugang zu ihm bekomme) kann ich auch neue Entspannungstechniken (z.B. MBSR, Feldenkrais ...) lernen. Aber ERST!!! DANN!
Vorher kann ich nur auf altbekanntes zugreifen. Und das tun wir dann auch ganz unbewußt. Wir setzen unsere bisherigen Nervenberuhigungsstrategien ein.

Als Nebenwirkung tritt wachsendes Urvertrauen und Selbstvertrauen auf. Denn wir können nun mit Veränderungen leichter umgehen, sie akzeptieren und sie als Chance sehen und nutzen. Wir werden offener und sehen auch die Chancen und Möglichkeiten, die sich uns bieten. Meist kommen die Problemlösungen genauso daher. So nebenher, wenn man gar nicht daran denkt. Nur gestresst (bei Amoklaufender Amygdala) sehen wir sie nicht. Sie sind da, aber wir würdigen sie keines Blickes, weil unser Tunnelblick uns davon abhält über den Tellerrand zu blicken. Es ist übrigens schön da.

Nebenwirkung Nr. 2: wir fangen wieder an zu lernen und zu experimentieren und empfinden das Leben als lebendiger. Es macht Spass. Wir haben wieder mehr Lebensfreu(n)de. Nebenwirkung Nr. 3: Wir spiegeln das auch in unserer Haltung (wir laufen aufrechter und nicht mehr so verkrampft. Verkrampfungen kommen von angespannten Muskeln und die resultieren von physiologischem Stress) und wirken so viel einladender auf andere Menschen. D.h. wir ziehen auch entsprechende Menschen an und können neue Freundschaften und Kontakte knüpfen. Und soziale Kontakte besänftigen die Amygdala noch weiter. D.h. es potenziert sich.

Schritt 2:
Wertschätzend, respekt- , würdevoll und nachsichtig auch mit den Menschen, mit denen ich in Beziehung stehe, umgehen. Durch die Erfahrungen im Umgang mit mir, kann ich ähnliches Verhalten und Hintergründe an anderen Menschen erkennen, und mit ihnen ebenso gut umgehen wie mit mir.

Als Nebenwirkung sollte dann auftreten, dass Ihr mehr über und miteinander lachen könnt. Wahrscheinlich lachen deshalb kleine Kinder mehr als Erwachsene. Weil sie genau dies noch praktizieren. Das können und wollen wir wieder lernen.
Nebenwirkung Nr. 2: es macht Spass. Es wirkt spielerisch. Die Arbeit und unsere Beziehungen werden leichter, angenehmer. Die Reibungsverluste vermindern sich. Kommunikation gibt uns Energie und Freude und wirkt sich positiv auf unseren Körper aus, denn die Stressachse wird weniger oft getriggert. Aus Streitgesprächen werden fruchtbare Diskussionen. Wir lassen andere zu Wort kommen, nehmen sie mit ihren Gefühlen (wie z.B. Ängsten, Irritationen, Hilflosigkeit, Wut) wahr und an und können Konflikte und Missverständnisse auflösen und kommen sogar zusammen auf bessere Lösungsmöglichkeitn als allein. Sprich: wir entfalten gegenseitig unsere Potentiale! Cool!
Mir wird grad bewußt, dass ich das diese Woche schon 2 x erleben durfte. Wow!

Sagt Eurem Gegenüber dann auch (mir war das ein unheimliches Bedürfnis!) wieviel Spass die Zusammenarbeit mit ihm Euch macht! Das ist der Hammer! Und er sagte zu mir , ihm geht es auch so. Er strahlte richtig. Wow!

3.Schritt:

Respekt, Wertschätzung , Nachsicht auch für sich selbst bei anderen einfordern!
Daran muss ich noch arbeiten, weil es auch nicht so einfach ist, wie man Irritationen, wie der gestrigen umzugehen. Dafür muss ich mir zuerst darüber klar werden, was mich irritiert, frustriert, geärgert hat?

Bei meinem Kollegen waren das drei Dinge:
1. Dass er mir als ich ihm Dinge erklärt habe, nicht seine volle Aufmerksamkeit geschenkt hat. Dies empfinde ich als Respektlosigkeit meinerseits.
2. Dass er nicht gesagt hat, dass er es nicht verstanden hat. Das ist eine Respektlosigkeit seinerseits sich selbst gegenüber.
3. Dass er mich angefahren hat und laut geworden ist. Denn auch das war eine Respektlosigkeit seinerseits.

Wie reagiert man auf die Reizbarkeit eines Kollegen?
Wie reagiert man auf einen Kollegen, der einem nicht die volle Aufmerksamkeit schenkt?

Zunächst mal muss ich mir bewußt machen (und das kann ich aus meiner eigenen Erfahrung mit mir selbst), dass der Kollege dies nicht absichtlich tut. Und ich mich auch manchmal so verhalte oder verhalten habe. Das kann ich akzeptieren. Damit stelle ich eine Gemeinsamkeit zu ihm her. Ich kann also sein Verhalten verstehen. Das kann ich damit rational nachvollziehen. Das ist für mich wichtig. Also mit dem präfronteralen Kortex. Dafür muss ich aber entspannt sein, weil Stress die Verbindung zum präfronteralen Kortex und damit zum Denken und zur Lösungsfindung blockiert.

Mir wird das im Nachgang (also nach einem Gespräch) erst bewußt. Zu spät meint Ihr? Vielleicht ist das ganz gut, denn wahrscheinlich würde eine sofortige Reaktion meinerseits egal wie wohlwollend sie ist beim Gegenüber das Reflexabwehrverhalten bzw. Angriffsverhalten nur noch weiter triggern.

Vielleicht ist also ein bisschen Zeitversatz (dann hat sich seine Amygdala beruhigt) ganz gut. So kann ich mir im Nachhinein also klarwerden, was mich irritiert hat.

1. Dass er mir nicht seine volle Aufmerksamkeit geschenkt hat.
2. Dass er gleich explodiert ist, als ich nur die Fakten (das hatte ich Dir doch neulich alles erklärt) nannte.
2. erzeugte bei meinem Gegenüber aufgrund der amoklaufenden Amygdala einen Angriffsreflex. Er war nicht in der Lage seinen präfronteralen Kortex einzuschalten, denn der wird ja gerade von der Stressachse blockiert. Deshalb reagiert er auf mich als wäre ich der Säbelzahntiger persönlich.

Ich kann das am besten schriftlich. Deshalb werde ich versuchen (und das habe ich auch schon bei anderen gemacht und damit gute Erfahrungen gemacht), in einer Mail zu beschreiben, was das mit mir gemacht hat und was ich mir wünschen würde.

Hallo x,
Ich war am Freitag total erschrocken als Du so heftig reagiert hast. Ich brauchte bis abends um mein Nervensystem wieder zu beruhigen. Das hat meiner chronischen Stresserkrankung so sehr zugesetzt, dass ich aufgrund der damit verbundenen Muskelanspannung mehr Schmerzen und stärkere Bewegungseinschränkungen in den Händen und Füssen bekommen habe. Ich würde mir wünschen, wir könnten zukünftig ruhig, besonnen, respektvoll und wertschätzend bei Problemem miteinander umgehen. Damit lassen sich meiner Erfahrung nach auch Konflikte besser lösen. Denn wenn Dein Säbelzahntiger meinen triggert, ist keinem geholfen.

Weiterhin würde ich mir wünschen, dass Du mir, wenn ich mir die Zeit für Dich nehme und Dir Dinge erkläre, auch Deine gesamte Aufmerksamkeit schenkst. Ich fand das nicht besonders schön, dass ich mit dem Kollegen um Deine Aufmerksamkeit kämpfen musste. Das ist sehr anstrengend und kostet mich viel Energie.

Falls es Dir schwerfällt, dann können wir die Erklärungen auch in kleineren Einheiten aufteilen. Hierzu brauche ich Dein Feedback. Auch wenn Du etwas nicht verstehst, würde ich mir wünschen, dass Du weiter nachhakst und es mir mitteilst. Denn sonst gehe ich davon aus, dass Du es verstanden hast und bin Wochen später frustriert darüber, dass es nicht so ist. Es hat mich 1,5 Stunden Zeit gekostet, das Missverständnis zu entwirren. Sprich: es kostet mich sehr viel mehr Energie und Zeit als wenn wir Missverständnisse frühzeitig klären.

Früher war mir das Nachfragen auch peinlich, weil ich den Fehler bei mir selbst gesucht habe. Das ist aber nicht so! Die Prozesse sind inzwischen so komplex, dass man es nicht auf Anhieb verstehen kann.

Mir ist auch klar, dass ich mich nicht in Deine Perspektive und Sichtweise hineindenken kann, weil ich zu tief in meiner Denke drinstecke. Und so setze ich wahrscheinlich oft Dinge voraus, die für mich selbstverständlich sind. Das ist mir nicht klar. Daher würde ich mir wünschen, dass Du mir da auch Einsicht in Deine Sichtweise schenkst. So können wir beide voneinander lernen. Sei hier bitte geduldig mit mir. Mir fällt das auch nicht leicht.

Viele Nachfragen kommen auch erst, wenn man mit der Arbeit anfängt. Und da bitte ich Dich gleich nachzufragen, weil genau das erheblich Energie, Frust und Arbeit spart.

Da Stress für keinen von uns beiden gesund ist, möchte ich den in jeder Zusammenarbeit minimieren.

Deshalb ist mir sehr daran gelegen, Missverständnisse frühzeitig zu eliminieren.
Ich hoffe, wir können zukünftig entspannter und damit besser zusammenarbeiten, denn ich schätze Dich als Kollegen sehr und würde mich freuen auch von Dir viel lernen zu können.

Danke!

Sonntag: Gestern ist wieder eine 0815 - Antwort von der Krankenkasse auf mein Anliegen gekommen. Man könnte meinen dort sitzt ein Roboter. Der einen einfach nicht verstehen kann. Und nur immer wieder denselben Text wiederholt. Der aber in keinster Weise auf mich und mein Problem eingeht, geschweige denn mit einer Lösung aufwarten kann.
Sprich: ich werde weder als Mensch noch mein Anliegen und Problem gesehen.

Ich hatte schon überlegt dem neuen Schreiben einen Comic beizufügen, in dem die Glaa vor einem Tresen auf und ab hüpft und "HIER!"ruft,. Ich möchte die Briefschreiber "wachrütteln" oder "wachschütteln".

Es scheint so als liegen die Mitarbeiter vieler Organisationen im Dornröschenschlaf und warten darauf wachgeküsst zu werden. Leider ist die Dornenhecke, die sie um sich herum inzwischen aufgebaut haben so hoch, dass ich gar nicht durchkomme. Ich komme mir vor wie Don Quixote, der gegen Windmühlen kämpft. Was übrigens weder ihn noch mich dazu bewegen wird, damit aufzuhören. Denn mein Anliegen hat einen Sinn.

Übrigens obwohl ich im zweiten Brief, der der Antwort vorausging, explizit nochmals auf mein Problem eingegangen bin und dem was ich mir wünschen würde. Es hat den Anschein, dass dies gar nicht gelesen oder überlesen wurde. Das ist mir beim Gdb-Antrag damals auch aufgefallen. Da ging es mir ähnlich. Da macht man sich nochmal die Mühe und schreibt explizit rein, wo man Hilfe bräuchte und dann liest es noch nicht mal jemand! Das ist frustrierend, weil ich es als nicht respektvoll und wertschätzend mir gegenüber empfinde. Dabei finanzieren wir als Kunden doch diese Organisationen.

Diese mangelnde Kundenwertschätzung, Unmenschlichkeit spiegelt sich in einem Grossteil der Unternehmen darüber, dass Kundentreue nicht wertgeschätzt wird. Der Neukunde ist viel interessanter. Warum? Einer der auch gleich wieder beim nächsten Schnäpchen kündigt, ist doch langfristig gar nicht rentabel. Kopf kratz... Wo ist denn da die Logik? Wo ist denn da das Hirn? Wo ist denn da bitteschön der Sinn? Auf und davon mit dem präfronteralen Kortex und dem Verlernen des Lernens. Dem Verlernen wie wir Probleme mit Denken selbst lösen können.

Sie spiegelt sich auch darin, dass immer mehr Serviceaufgaben der Organisationen auf den Kunden abgewälzt werden und ihm dann noch als toll und innovativ verkauft werden. Das haben sie schon kunstvoll drauf. Das muss man ihnen lassen.

Wer profitiert davon? Die Investoren, die Unternehmen. Die Ressourcen Mitarbeiter und Kunde haben das Nachsehen. Der Kunde zahlt mit einem sehr hohen Preis: seiner Freizeit. Die ohnehin immer knapper wird. Damit mit Stress und Krankheiten, die aus dem Stress resultieren. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Die Mitarbeiter werden aufgrund dieses Outsourcings ihrer Tätigkeiten an die Kunden immer weniger benötigt. Und die noch übrig bleibenden bekommen immer mehr Aufgaben aufgehalst. Dennoch macht die Mehrheit dabei mit. Und sägt an dem Ast, auf dem er, sie sitzt.

Warum soll man auch Menschen (Mitarbeiter) für eine Leistung bezahlen, wenn ander Menschen (die Kunden) sie freiwillig und kostenlos erledigen? Warum in aller Welt machen wir das mit? Warum lassen wir uns unsere Lebenszeit und unsere Lebensqualität und unsere Gesundheit stehlen? Warum sind wir bereit diesen hohen Preis zu zahlen?

Das Schreiben der Krankenkasse klingt als würde ein Roboter mit einem Filteralgorithmus drübergehen und das herausfiltern, was er versteht. Also nur seine Perspektive. Meine bleibt weiterhin unberücksichtigt und ich mit meinem Problem weiterhin ohne Lösung. Ich fühle mich weiterhin nicht gesehen. Und genau das macht eine Gesellschaft krank: das der einzelne, das Individuum nicht mehr gesehen wird.

Wenn das so funktionieren soll - z.B. aus Kostengründen - könnte man übrigens die Mitarbeiter auch durch automatische Algorithmen ersetzen. Derzeit würde man keinen Unterschied merken. Das wäre sehr kosteneffizient.

Ein denkender Mitarbeiter ist empathischer und schafft Kundenvertrauen - das wichtigste, was ein Unternehmen haben kann. Ein denkender Mitarbeiter ist unersetztlich. Der nichtdenkende Mitarbeiter schafft sich selbst ab. Denn er ist ersetzbar. Durch KI , AI oder Algorithmen.

Da ergibt auch der Spruch: Behörden und Ämter dürfen gar nix annehmen, nicht einmal Vernunft, einen Sinn. Der Satz sagt ja nix anderes, als dass Behörden und Ämter in der Autobahn-Spur der Amygdala verbleiben und ihren präfronteralen Kortex nicht mehr einsetzen können. Da sieht man mal wieder, dass unsere Sprache der Wissenschaft weit voraus ist.

Warum ist es so, dass Systeme, Institutionen und Organisationen und Firmen nicht mehr den Kunden , Mitarbeiter, Menschen und sein Anliegen und seine Potentiale und Stärken verstehen und sehen und darauf eingehen können und keine Herausforderung mehr darin sehen, eine individuelle Lösung für ein Problem zu finden?

Also kurzum: wo isn des Hirn?
Das ist auf der Strecke geblieben: denn amygdalagesteuerte Ressourcen (Mitarbeiter und Kunden) sind die Folge dieser Hetzkampagne. Und die bleiben dann halt auch auf der Strecke. Und in Folge dessen auch die Organisationen in denen sie arbeiten. Das ist die logische Folge. Physiologisch und biologisch also vollkommen logisch.

Wieso also reiben sich Manager und Investoren nun auf einmal verwundert die Augen? Das sind die Geister, die sie riefen. Die Box der Pandorra, die sie geöffnet haben.

Einige schaffen es sogar Flexibilität und Agilität von den Ressourcen zu fordern, selbst vorleben Fehlanzeige. Wie kann das sein? Weil sie selbst das Lernen verlernt haben. Auch sie sind Amygdalagesteuert.

Sie bestreiten das? Okay, ist Ihr Rücken verspannt? Leiden Sie unter Rückenschmernen, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Migräne, chronischen Erkrankungen des autonomen Nevensystems, Bluthochdruck, Schlafstörungen? Sind sie ungeduldig, unwirsch, gehetzt, unruhig, tigern bei Präsentationen auf und ab? Fahren Sie bei Kleinigkeiten aus der Haut? Kreisen die Gedanken nur in den gleichen Bahnen? Sie können sich gar nicht mehr entspannen?

Sie lassen keine andere Meinung als Ihre gelten? Sie halten Ihre Mitarbeiter für faul, unmotiviert und dumm? Ihre Arbeit macht Ihnen gar keinen Spass mehr? Sie kostet sie wahnsinnig viel Energie? Sie sind erschöpft und ausgebrannt? Reagiert bei Ihnen der Galgenhumor? Sehen Sie nur noch das, was nicht funktioniert? Sie haben keine Freizeit mehr und auch keine Freunde mehr?

Sehen Sie jede Veränderung als Bedrohung? Sie wünschen sich, dass alles so bleibt wie es ist? Sie sind meist im Laufschritt unterwegs und haben das Gefühl trotzdem zu langsam zu sein?

Die Arbeitslast scheint Sie zu erdrücken? Sie haben nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung, die anstehenden Aufgaben zu erledigen? Es fällt Ihnen schwer andere um Hilfe zu bitten oder Hilfe anzunehmen? Es fällt Ihnen schwer, eine Schwäche zuzugeben? Sie können sich selbst nicht leiden?

Ihre Stimme klingt laut und schrill. Nicht angenehm? Sie bekommen schnell Erkältungen oder Krankheiten ziehen sich ewig dahin? Sie haben Ihr Selbstbewusstsein verloren? Sie misstrauen allem und jedem? Sie müssen alles und jeden nachkontrollieren? Sie können keine Aufgaben abgeben, obwohl sie unter der Last zusammenbrechen?

Sie haben den Eindruck eine Rolle spielen zu müssen und hohen Ansprüchen zu genügen? Sie schimpfen auf Ihre Mitarbeiter, Kunden und Kollegen?

Obacht! Dann regiert Ihre Amygdala. Dann können Sie im Moment gar nicht lernen. Sie müssen genau wie chronisch Schmerzkranke erst lernen, sie zu besänftigen. Und ihren präfronteralen Kortex stärken.

Achtung: Sie schaffen sich ein krankheitsförderndes Umfeld. Ihre Gesundheit steht auf dem Spiel! Und auch die Ihrer Mitarbeiter und Mitmenschen um Sie herum. Denn Ihre Stimmung wirkt sich auch auf Ihr Umfeld aus. Krankheitsfördernd.

Sind Sie dagegen die Ruhe selbst, strahlen diese auf andere aus, sind geduldig, humorvoll, entspannt, auch wenn Konflikte oder Probleme auf sie zukommen, sind Sie kreativ und offen? Hören Sie sich auch Meinungen anderer an und sind für neue Perspektiven offen? Sie lachen viel und gern? Die Arbeit macht Ihnen Spass und auch Ihre Freizeit, Familie und Freunde kommen nicht zu kurz? Sie nehmen sich Zeit für sich und können entspannen und auch von der Arbeit abschalten? Sie sorgen gut für sich und Ihre Mitmenschen? Sehen Sie die schönen Dinge in den kleinen Dingen, die Ihnen täglich passieren?

Sehen Sie Veränderungen als Herausforderung, als Möglichkeit und Chance neues zu lernen? Ihre Ruhe überträgt sich auch auf Ihre Mitarbeiter und Ihre Familie und Freunde und hält sie gesund. Sie sind ausgeglichen, gelassen und gesund? Ihre Stimme klingt dunkel und angenehm und strahlt Ruhe aus? Ihre Haltung ist aufrecht, Ihre Muskeln sind entspannt? Sie hetzten nicht durch die Flure, sondern nehmen sich Zeit. Sie haben alle Ressourcen, die sie brauchen um anstehende Probleme zu bewältigen? Sie sind optimistisch und zuversichtlich? Es fällt Ihnen leicht, andere um Hilfe zu bitten und auch Hilfe anzunehmen?

Sie machen alles so gut wie Sie können und können dann loslassen? Sie haben kein Problem damit, zuzugeben, etwas nicht zu können. Sie mögen sich. Sie können Aufgaben abgeben und schenken demjenigen, der sie übernimmt auch Ihr Vertrauen. Sie lassen die Menschen in Ihrem Umfeld wachsen und gedeihen und ihre Potentiale entfalten. Sie loben andere und bedanken sich bei Ihnen. Sie sind ehrlich und aufrichtig, wahrhaftig und authentisch.

Sie haben ein gesundes Selbstvertrauen und Urvertrauen. Und die Menschen vertrauen Ihnen und vertrauen Ihnen Ihre Probleme, aber auch Lösungsideen an. Herzlichen Glückwunsch! Dann reagiert Ihr präfronteraler Kortex! Sie schaffen sich ein heilsames Umfeld. Sie haben sicher auch Spass an der Arbeit und schätzen Ihre Mitarbeiter und Kunden und zeigen es ihnen auch.

Ihr erinnert Euch an die Strickplattform? Obwohl ich schon das SQL vor einiger Zeit hingeschickt habe, habe ich keinerlei Lösung, ja noch nicht mal eine Antwort über den bisherigen Stand bekommen. Hier geht es mir genauso wie bei der Krankenkasse: ich fühle mich weder als Mensch noch als Kunde mit meinem Anliegen gesehen. Das ist anscheinend die Regel.

In kleinen Unternehmen funktioniert dies noch. Je größer, desto schwieriger ist es. Und auch je länger Mitarbeiter schon in ihrem Tunnel feststecken.

Ein Beispiel: Wir hatten in einer Fachabteilung eine Aushilfe, der ich einen Prozess erklärte. Sie kam frisch von der Uni. Sie fragte solange nach, bis sie es verstanden hatte und auch wenn sie irgendwo nicht weiterkam. Sowas empfinde ich als normal. Von ihr bekam ich auf Anhieb die Dateien so angeliefert wie ich es brauchte. Es klappte sehr gut. Wie geschmiert.

Warum? Weil ihre neuronalen Verschaltungen im Hirn noch nicht eingefahren sind. Dort haben sich noch keine Automatismen gebildet. Der Tunnelblick der Fachabteilung fehlte ihr. Sie lernte. Sie nutzte den präfronteralen Kortex. Die high road. Sie denkt selbst. Und kommt an.

Während der Kollege vom Freitag die Autobahn des limbischen Systems und der Amygdala nahm. Die low road. Er rast die ashaltierte automatische Prozessautobahn entlang. Leider führt die in die falsche Richtung. D.h. er ist zwar schnell unterwegs, kommt aber nicht an. Deshalb ist frischer Wind in einer Firma gut. Deshalb machen job rotation Sinn. Weil sie diese neuronalen Autobahnen verhindern bzw. überschreiben. Deshalb ist es gar nicht so gut: jahrzehntelang oder sogar sein ganzes Leben lang ein und denselben Job zu machen! Weil unser präfronteraler Kortex verkümmert und die Amygdala (Stressachse) uns sogar krank machen kann. Wohingegen der Weg über den präfronteralen Kortex uns jung, fit und gesund erhalten kann.

D.h. also aktuell scheinen Systeme den Menschen nicht als Kunden sondern nur als Ressource zu nutzen. Wie sind wir da nur hineingeraten? Wann hat sich das eingeschlichen? Die Systeme waren doch einmal so konzipiert, dass sie den Menschen in seiner Lebenswirklichkeit verstehen und helfen sollten.

Mittlerweile scheint es so zu sein, dass die Instituitionen um ihrer selbst willen bestehen und sich mit sich selbst beschäftigen. Finanzieren soll dies aber weiterhin der Kunde, der im Handeln der Institutionen aber leider gar nicht mehr wahrgenommen wird. Denn wie kann eine Organisation weiter auf Regeln und Gesetze bestehen, die mit der Lebenswirklichkeit des Kunden gar nichts mehr zu tun haben?

Da spricht man von Agilität und Flexibilität. Die Menschen (sowohl die Kunden als auch die Mitarbeiter) sollen immer flexibler werden. Wie kann es dann sein, dass die Organisationen, in denen so flexible Menschen arbeiten, immer starrer werden? Und sich gar nicht mehr bewegen wollen? Sie scheinen paralyziert zu sein. Verstrickt in der eigenen Handlungsunfähigkeit. Sie haben das Lernen verlernt!

Denn würde ich erkennen also lernen, dass ein Kunde nicht in Regel xyz fällt, dass er eine Ausnahme von der Regel ist (was übrigens der Normalfall ist!), dann muss ich sie doch ändern!
Bei Benutzung des präfronteralen Kortex aktualisiert sich unser Hirn und stellt eine Ausnahme von der Regel auf. Das ist normal.

Nun hab ich mir Gedanken darüber gemacht, warum das so ist und mit der Situation bei uns in der Firma verglichen. Wenn das schon bei uns so ist, dass man aufgrund der langjährigen gleichen Tätigkeit einen sehr leidensfähigen Tunnelblick entwickelt, wie muss es dann in solchen Institutionen wie Ämtern und Behörden erst aussehen?

Noch schlimmer... Denn dort ist das Hirn ja durch die neuronalen Autobahnen und Automatismen so auf dieses behördenhafte Tunneldenken und Fachiditiontum, Spezialisierung eingefahren, dass man gar nicht mehr links und rechts gucken kann. Guckt doch bitte mal über den Tellerrand! Es ist schön da!

Sprich das läuft alles über die low road des limbischen Systems und der Amygdala ab. Bedenkt man, dass dort auch Fachkräftemangel und eine höhere Arbeitslast (aufgrund der höheren Amygdala und limbischen Systemsteuerung der Nervensysteme der Kunden dieser Systeme) auftritt, sieht man das Dilemma.

Hier treffen also die Mitarbeiter, die die Organisation genauso wie die Kunden als Ressource nutzt im Säbelzahntigermodus auf Kunden im Säbelzahntigermodus. Das Ergebnis ist das, das, was ich in den letzten zwei Schreiben als Antwort bekommen habe: dysfunktionale Kommunikation. Übrigens kam die Antwort zu noch größerer Verwirrungsstiftung jedes mal von einem anderen Mitarbeiter, anstatt dass man das Anliegen be ein und demselben belassen würde. Das verschärft die Situation noch weiter.

Denn wenn Menschen unter Stress stehen, dann brauchen sie ein beruhigendes Umfeld. Also weniger Wechsel. Dinge, auf die sie sich konzentrieren können. D.h. es würde in solchen Fällen die Dinge leichter machen, wenn man bei einer Sache ein und denselben Ansprechpartner hätte.

Das Problem hat man auch in Krankenhäusern. Es ist nicht besonders heilsam für Patienten, wenn sie bei jedem Einbestellen mit einem anderen Arzt konfrontiert sind. Denn Ihr Organismus befindet sich ja im physiologischen Stressmodus.

Das Nervensystem des Arztes und seine Stressachse würden auch davon profitieren, wenn er nicht ständig neue Patienten betreuen müsste, sondern auch mal einen ganzen Fall betreuen kann. Denn dann hat er auch mal ein Erfolgserlebnis, wenn derjenige wieder gesund wird. Und in der heutigen Situation kann es sein, dass er zwar Anteil an der Heilung hat, aber dass ihm das Erfolgserlebnis dann verwehrt bleibt. Und das ist ja der Grund, warum Menschen Arzt geworden sind.

Mir als Entwickler geht es ja auch so. Ich freu mich, wenn ich sehe, wenn das Programm dann im Einsatz ist und funktioniert. Wenn ich nur einen Teil dessen programmiere, dann geht mir dieses Erfolgserlebnis flöten. Was in einer Unzufriedenheit münden kann. Physiologisch vollkommen logisch. Und dann werden keine Endorphine ausgeschüttet und es bildet sich kein Heureka-Moment und damit keine neuen neuronalen Verknüpfungen durch die Problemlösung in unserem Gehirn.

Noch schlimmer sogar: Damit sabotieren wir auch unser Urvertrauen und unser Selbstvertrauen. Denn wir nehmen usneren Selbstwert durch die Zerstückelung gar nicht mehr wahr. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ist es da ein Wunder, dass viele Menschen Mitte der 40iger ausbrennen oder in eine Krise geraten? Durch den Beruf? Nein, gell?

Denn wir werden um die Früchte unseres Lernprozesses betrogen. Wir sabotieren also mit der immer weiteren Spezialisierung das Lernen.

Cool! Grad fällt mir noch ein Beispiel aus der Praxis ein.
Meine Mama hat sich vor 20 Jahren einen Herd von einem bekannten Hersteller gekauft. Der Einbau lief leider vom Techniker, den die Firma schickte, nicht optimal ab. Der Herd leuchtete kurz seeehr hell auf und dann war Ende und nix ging mehr.

Der Techniker hatte wohl noch kein solches Modell angeschlossen und der Lernprozess war nicht erfolgreich. Wahrscheinlich auch, weil er gehetzt war und keine Unterstützung bekam.

Bei diesem neuen Herd telefonierte und stritt meine Mama sich ein dreiviertel Jahr mit dem Hersteller herum. Der Techniker, der ein paar mal kam, wurschtelte alleine herum. Er hat weder Unterstützung gesucht noch schien er welche zu bekommen.

Der Chef oder die Geschäftsstelle, mit der Mama so langwierig herumdiskutieren musste, wollten Ihr den Herd nur reparieren. Man wollte also das Problem auf den Kunden outsourcen.

Meine Mama war damit verständlicherweise nicht einverstanden: "Ich hab einen neuen Herd gekauft und keine neuen reparierten."
Nach und nach fielen die Knöpfe ab (ich hab damals auch ein Foto davon eingestellt). Die Bleche waren ziemlich lumpig und schon neu krumm und verbogen.

Wenn Mama was backte, war eine Seite des Gebäcks oder der Plätzchen immer dunkler als die andere. Auch bei Schweinebraten waren die Knackserli auf einer Seite steinhart und nur auf einer Seite knusprig. Ja, das Produkt war auf den ersten Blick günstiger. Auf den zweiten Blick hatte das alles seinen Preis. Denn er kostete viel Zeit, Energie und Nerven! Und wird somit auch dem Blutdruck meiner Mama nicht zuträglich gewesen sein. Letztendlich wirkt sich dieser vermeindlich günstige Herd also auf Kosten der Gesundheit des Kunden aus.

Hallo lieber Herdhersteller, wollen Sie das wirklich? Dass sich Ihre Kunden mit Ihnen zu Tode ärgern? Nur zur Erinnerung: tote Kunden kaufen keine neuen Produkte. Und wenn sie das Produkt überleben, kaufen sie das nächste garantiert woanders. Ist das wirklich das, was sie wollen? Wollen Sie wirklich das Vertrauen in Ihre Firma und Ihre Produkte verlieren? Das Vertrauen in Ihre Marke? Das wichtigste, was Sie haben? Dann möchte ich Ihnen sehr herzlich gratulieren, denn genau das haben Sie ganz hervorragend geschafft.

Bei Ämtern, Behörden, Krankenkassen kommt mir eine ähnliche Frage. Denn auch dort zahlen wir Beitrags- und Steuerzahler die Gehälter. Wenn ich mich todgeärgert habe, dann kann ich sie leider nicht mehr bezahlen, was in einer Stellenkürzung resultieren wird.

Bei Krankenkassen finde ich es noch perfider: Sind Sie nicht daran interessiert Ihre Mitglieder gesund zu erhalten? Denn so können Sie doch langfristig Kosten sparen. Wenn wir uns bei Ihnen nicht verstanden fühlen, dann ärgern wir uns und unser Blutdruck steigt. Und damit steigen auch die Gesundheitsausgaben. Ursache und Wirkung. Dass Sie das nicht sehen, ist mir klar, denn das kann man nur, wenn man den präfronteralen Kortex benutzt. Und nachdenkt. Das ist Ihnen aber nicht möglich, weil sie unter dem Kostenspardruck im Amygdalamodus festhängen. Das ist ein ganz schöner Schlamassel.

Sprich die Qualität in der Kundenwertschätzung bzw. das nicht-vorhanden-sein derselben, zeigte sich auch im Produkt bzw. in den Resultaten, die sie erzielen. Es spiegelte genau dasselbe Verhalten. Das Produkt war nicht für die Bedürfnisse des Kunden geeeignet. Man könnte es auch so ausdrücken: das Produkt war nicht mit Liebe gemacht. Und das merkt man einfach.

Jetzt hat sie sich einen neuen Herd gekauft. Von Miele.
Auch da klappte es mit dem Anschluss des ersten Herds nicht auf Anhieb. Der funktionierte einfach nicht.
Dort reagierte man aber ganz anders als beim alten Herd.

Der Techniker sah, telefonierte mit seinem Chef, versuchte das Problem zu lösen, und als das nicht funktionierte, entschied der Chef direkt am Telefon:"Die Frau bekommt einen neuen Herd."

Diese Qualität des Denkens und Handelns, des Berücksichtigen des Kundenbedürfnisses spiegelt sich auch im Produkt! Schon allein die Bleche sind von besserer Qualität. Gut die zahlt man auch. Die zahlt man aber auch gern, wenn man mal ein dreiviertel Jahr rumtelefoniert hat, nur um sein gutes Recht zu bekommen. Aber dafür bekommt man das, was man braucht. Es funktioniert.

Sprich: da wo sich der Kunde verstanden fühlt, da scheint auch ein gutes Betriebsklima zu herrschen. Und das spiegelt sich dann im Vertrauen, das dem Unternehmen entgegengebracht wird. Und das ist der größte Wert eines Unternehmens. Dann ist man als Mitarbeiter auch stolz auf das Produkt. Was man im ersteren Fall freilich nicht sein kann. Kein Wunder.

D.h. dass es sich für ein Unternehmen auszahlt, wenn es kundenorientiert und mitarbeiterorientiert denkt und handelt. Dann stellt sich der Erfolg ganz von allein über die Marke und nichts anderes als die Marke ist das Vertrauen der Kunden und Mitarbeiter wider. Wow!

Nun ist zwar Produkt A (der erste Herd) billiger, weil dort an allem gespart wird , auch an der Wertschätzung der Mitarbeiter und Kunden, aber für welches Produkt würdet Ihr Euch entscheiden?

Also wir würden uns jederzeit wieder für B entscheiden. Weil es hält, was es verspricht. Weil der Kunde hier im Mittelpunkt steht und nicht der Profit. Und das ist das ganze Erfolgsgeheimnis. Weil es angenehmer und energiesparender ist. Weniger Reibungsverluste in der Kaufabwicklung. Und damit ist es auch gesünder.

Hier regiert der präfronterale Kortex. Und nicht die Amygdala. Und das macht den Unterschied. Erstaunlich. Aber physiologisch und biologisch vollkommen logisch.

Von der Hausarztpraxis hab ich übrigens eine netten Erklärungsbrief bekommen. Ab 70 wird ein Demenztest angeboten. Man muss ihn aber nicht machen. Da ist wohl was in der Kommunikation mit meiner Mama schiefgelaufen. Sie weiss, dass meine Mama nicht dement sondern einfach nur wie ich ist. Dann ist ja alles gut.

Damit will ich Euch zeigen, dass es sich rentiert, auf solche Missverständnisse aufmerksam zu machen. Denn hier ist keine böse Absicht vorhanden. Es handelt sich lediglich um Missverständnisse im hektischen Betriebsablauf des Lebens.

Ich hab meiner Mama geraten den Brief aufzuheben und wenn sie sich wieder anfangen sollte über den Hausarzt zu ärgern, den Brief erneut zu lesen. Der solte als Nervenberuhigungsmittel funktionieren. Blutdrucksenker ohne Rezept sozusagen. Das ist das Wunder der heilsamen Kommunikation!

Montag: Mein Busnachbar raucht inzwischen nimmer analog. Der hat so ein E-Zigaretten-Leuchtdings. Leuchtet blau statt rot.

Heut stellt er sich auf den Bahnsteig und raucht gar nicht.
Ich:"Rauchst heut gar nicht?"
Er nickt in Richtung des überfüllten Raucherquadranten und sagt:"Kein Platz mehr."
Ich schmunzel und sag:"Wegen Überfüllung geschlossen."

Apropos Leuchtdings... ich war beim letzten VHS-Kurs im Dunkeln an der Aisch. Und da hat einer seinen Hund mit so einem Leucht-Halsband (also der Hund) ausgeführt. Teilweise war es so stockdunkel da unten, dass man nur das hüpfende leuchtende Halsband gesehen hat. Das sah lustig aus. Wie ein Geisterhund. Erinnert ein bisschen an Harry Potter ... da schwebte und hüpften ja auch Gegenstände durch die Luft.

Das mit der Mail hat funktioniert! Wow!

Er fand die Mail, die ich geschrieben habe, toll. Er hat grad soviel um die Ohren und war selbst über sich erschrocken und hat sich bei mir entschuldigt. Und zukünftig will er auch darauf achten.
Dann wär erstmal die beidseitige schmerzfreie Kommunikation sichergestellt. An der heilsamen arbeite ich noch ...

Jetzt hab ich 7 Weihnachtskarten geschrieben, jetzt tut meine Hand weh.. etz magi nimmer.
Eine davon war sehr lustig: Wenn die stille Zeit vorbei ist, dann wird es auch wieder ruhiger.
In diesem Sinne: Ade! Blebbd schee!

Dienstag: Gestern war es echt übel. Feucht, nass und windig da reagiert mein ZNS allergisch und das CRPS dreht den Schmerzregler hoch. Hab mich in die Badewanne mit einem ätherischem Öl geflüchtet. Im abgedunkelten Bad. Reizarm. Das hat es dann runtergefahren.

Allerdings war mein Hirn trotzdem von Reizen überlastet und ausgelastet. Ich hab ständig was gesucht oder vergessen.

Abends rief dann auch noch einer vom Telefonanbieter an. Um die Essenszeit. Ich war sehr einsilbig. Mehr ist am Rande des autonomen Nervensystems nimmer drin.

Ich leicht genervt:"Ja?"
Er:"Sind Sie die Anschlussbesitzerin?"
Ich:"Ja."
Er:"Nutzt ausser Ihnen noch jemand Internet?"
Ich:"Nö."
Er:"Nutzen Sie WLAN?"
Ich:"Nein."
Er:"Sind Sie an einer besseren Telefonie und schnellerem Internet interessiert?"
Ich:"Nein."
Da konnt er mich dann nicht schnell genug loswerden. Ich hab ihn aber dann nochmal kurz gestoppt und gefragt, was das ganze sollte... Es bleibt jetzt alles beim alten. Mehr will ich ja auch nicht. An solchen Tagen bin ich für Veränderungen gar nicht aufgeschlossen.

Teilweise haben meine Hände und auch der Rest von mir so gezittert, als würd ich grad Rolltreppe fahren. Das Bett ist zu warm, das Kopfkissen juckt, die Decke juckt, also haben Mama und ich uns wieder beim Fröbelstern-Sit-in in der Küche nachts um 1:00 Uhr getroffen.

Ein Gedanke stößt den andern an, mein Hirn feiert Domino-Day.

Ich hab mich dann irgendwann auf das Brummen in mir konzentriert und irgendwie hat mich das dann beruhigt und ich bin eingeschlafen.

Mir ist Schritt 4 eingefallen: Wenn Euch das Verhalten eines Menschen irritiert, dann fragt nach dem Grund, warum er sich so verhält. Ihr werdet über die Antwort überrascht sein. Sie wird nämlich nicht Euren Erwartungen und Schubladen entsprechen.

Unser Bus hat sich heut verfahren. Statt untenrum zum Busbahnhof in Erlangen ist er obenrum gefahren. Der Fahrer hat es erst gemerkt, als eine Frau, die am Bahnhof ausgestiegen ist, es ihm gesagt hat.
Man konnte es an seinem Ausruf:"Allmächd!" hören, dass er selbst davon überrascht war. Wenn sie nix gsachd hätt, hätt er's am End goar ned gmerkt.

Apropos verfahren...
Der Spruch ist mir heut nacht eingefallen und bassd dazu...
Wenn man eingefahren reagiert, ist man zwar schnell unterwegs aber mer verfährt sich.

Und dann kamen mir noch diese Gedanken... hab ich heut nacht aufgeschrieben, sonst hätt ich es vergessen.
Was ist Krankheit?
Ist nicht jede Erkrankung der Versuch die Kohärenz wiederzuerlangen? Dann wär das ja was positives! Anpassung an eine Veränderung. Und völlig normal, weil es in der Natur ständig passiert.

Wir definieren das als krank oder nicht funktional , was ein in unseren Augen nicht wünschenswerter Zustand ist. Also ein Anderssein. Es ist also eine gesellschaftliche Erwartungshaltung.

Und wie jede Haltung sollte man sie mal wieder auf Richtigkeit überprüfen. Es könnte nämlich sein, dass sie gar nicht stimmt.
Fakt ist, dass Autismus, ADHS , neurologische und psychische Auffälligkeiten ganz normale Verhaltensweisen in der Wiedererlangung der Kohärenz sind.

z.B. der Bewegungsdrang. Nur halt in verstärkter Form. Doch wenn ein Nervensystem sensibler ist, dann braucht es doch eine höhere Dosis des Beruhigungsmittels. Das ist doch vollkommen logisch. Dann braucht man mehr Zeit allein. Dann braucht man längere Erholungsphasen.

Oder man braucht genau das Gegenteil: viel mir Anreize, weil das Nervensystem sich mit Reizen beruhigen läßt.

Jeder verhält sich auf die ein oder andere Weise so, wenn die physische Kohärenz bedroht ist. Überschreitet ein solches Verhalten ein bestimmtes Maß wird es pathologisiert. Warum? Warum kann man nicht einfach akzeptieren, dass die Menschen unterschiedlich sind und deshalb auch ein unterschiedliches Maß brauchen. Weil auch ihre Nervensysteme unterschiedlich sind. Und die Dosis kennt nur jeder selbst. Hoffentlich.. Denn nur wenn er sie kennt, kann er wieder seine Kohärenz herstellen.

Jeder trägt diese gesellschaftlich unerwünschten Anteile in sich. Jeder verhält sich dann und wann so. Unbewußt. Aber nicht grundlos. Das ist normal.

Pathologisiert man damit nicht normales Verhalten?

So halten wir diese gesunden Anteile, die wir brauchen, um die Kohärenz wiederzuerlangen , für falsch und unterdrücken sie. Dann können wir sie auch nicht wiedererlangen. Verlieren unser Lachen, unsere Fröhlichkeit und unsere Lebensfreude.

Und diese Haltung geben wir an unsere Nachkömmlinge weiter. Auch ihnen signalisieren wir, dass dieses natürliche Verhalten nicht erwünscht ist. Weil wir das Verhalten als falsch brandmarken. Macht uns nicht viel mehr genau diese Haltung und Erwartung krank? Weil so gesundes Verhalten zur Erlangung der Kohärenz unterdrückt wird?

Weil wir das als Schwäche oder Fehlfunktion sehen?

Würden wir diese Verhaltensweisen und Schwächen an uns annehmen und lieben und schätzen lernen und als das sehen, was sie sind, dann würde dies zu einer menschlicheren und natürlicheren Gesellschaft führen. Und zu einer gesünderen auch. Und zu einem liebevollen Miteinander. Zu mehr Verständnis und Vertrauen. Denn damit könnten wir jeden so annehmen wie er ist.

Stattdessen vergleichen wir uns mit Maschinen, die entweder reibungslos funktionieren oder defekt sind. Wenn alle gleich sind, dann gibt es kein Andersdenken, keine Kreativität, keine Kunst, keine Kultur, keine Innovation.

Würden wir umdenken, würde das unser ganzes bisheriges Zusammenleben, unsere Organisationen, unsere Art zu Denken , unsere Art uns gegenseitig wahrzunehmen, über den Haufen werfen.

Das ist wiederum eine Veränderung. Und auch mit dieser Veränderung müßte unsere Kohärenz Schritt halten.

Denn wenn jeder Mensch Freundschaft und Werte anders definiert, dann wird dies nicht das einzige sein, was an uns individuell ist. Wenn wir alle davon ausgehen, dass jedes Nervensystem unterschiedlich reagiert, dann ist das eine Folge davon.

Das hiesse, dass man kein Lebewesen , auch keine Menschen mit einer Norm über eine Kamm scheren kann. Wir sind ja nicht identische DIN-normierte USB-Anschlüsse sondern lebendige Wesen, jeder mit seiner eigenen individuellen Geschichte. Wir sind und wir bleiben lebende und lebendige und sich ständig verändernde und anpassungsfähige Organismen.

Und wie die Anpassung (das Wiedererlangen der Kohärenz bei einer Veränderung) aussieht, ist höchst individuell. Das ist nicht bei allen gleich. Das wär ja auch langweilig und wenig kreativ und innovativ. Die einen brauchen länger, die anderen sind schneller unterwegs.

Wenn man weiss wie sich ein Mensch an die Veränderung anpasst, dann weiss man wie sich EIN Mensch daran anpasst.
Man kann keine globale Aussage treffen, weil jeder anders ist und deshalb auch anders reagiert, andere Ressourcen, Stärken und Copingstrategien hat. Sowas fällt mir nachts um 1:30 Uhr ein, wenn meine Gedanken nicht stillstehen wollen...
Früher hätt ich mich darüber geärgert, jetzt weiss ich das zu schätzen. :)

Mittwoch: Kennt Ihr Hot desking? Da gibt es keine festen Arbeitspätze mehr in einem Unternehmen und jeder Mitarbeiter sucht sich, wenn er kommt einen, wo Platz ist.

Wird einerseits als flexibel und näher gepriesen, andererseits gibt es auch Stimmen, die sagen, dass das Konzept physiologischen Stress bedeutet. Weil Menschen Sicherheit brauchen und ein fester Arbeitsplatz mit eigenen Dingen , wie Karten, Fotos würde so eine Sicherheitszone sein.

Hygienische Aspekte werden auch als Kritikpunkte genannt. Und weil man den Arbeitsplatz so hinterlassen soll, wie man ihn vorfinden möchte, packt man seine Sachen dann wenn man kommt aus und dann wieder alles zusammen.

Das klappt schon auf öffentlichen Toiletten (auch in Zügen) nicht. Ich bin gespannt, ob das bei uns klappt. Und ob nicht doch irgendwann Schilder aufgehängt werden: Bitte hinterlassen Sie den Arbeitsplatz so wie Sie ihn vorfinden möchten.

Hmm... Vielleicht sind Menschen einfach physiologisch nicht dafür gemacht so dicht zusammenzuleben... Oder Lebewesen generell... Bzw. wie sieht artgerechte Menschenhaltung denn aus?

Es gibt ein Happy End zu Weihnachten von der Strickplattform! They cracked it! Yeah! Was lange währt, wird endlich gut. Und jetzt kenn ich Ella, die Ihr Team chased.. Sie ist kein Scrum-Master und Product owner und arbeitet im anderen Projektteam. Bei ihnen ist es auch so wie bei uns, dass das Techteam zu klein ist und mit zu vielen Aufgaben befasst ist. Das kann ich absolut verstehen und nachvollziehen. Schön, dass sie so ehrlich ist. Kontakt erfolgreich hergestellt. Wir beide wurde von der anderen Seite gesehen und fühlen uns verstanden und wertgeschätzt. Also wieder mal ein Wunder der heilsamen Kommunikation. Das macht ja richtig Spass!

Jetzt stellt Euch doch mal vor, jeder würde das machen. Bei Behördenschreiben und Institutionen sich nicht einfach 0815 abfertigen lassen, sondern so lange keine Ruhe geben, bis jeder vom Gegenüber wahrgenommen, gesehen und wertgeschätzt wird. Und stellt Euch vor, Ihr habt es in der Hand. Ihr wisst ja jetzt wie es geht. Ich mach auf jeden Fall weiter. Das gefällt mir.

Ach ja... ich hab Euch noch gar nicht erzählt, dass ich mich getraut habe, einen Workshop beim Schmerzkongress einzureichen. Titel: Growth from pain - individuelle Stärken nutzen, Potentiale entfalten
Ich hab reingeschrieben, dass ich von der anderen Seite komme und ihnen gern mal eine anderer Perspektive zeigen würde.

Mein Fernschmerztherapeut hat zwar gemeint, dass dort wohl nur studienbasierte Vorträge genommen werden, ob er recht hat, werd ich dann ja sehen. Wenigstens hab ich es probiert.

Weil ich beim Gesundheitsjahr mitgemacht hab, bin ich zum Neujahrsempfang der Stadt eingeladen. Neugierig bin ich schon... ich überleg noch.

Gestern war ich noch auf dem Weihnachtsmarkt in Höchstadt. Nachdem ich am Dienstag vor meiner Physio schon um die Karpfenchips rumgschlichen bin, habi mir gestern welche gegönnt. Fein!

Die am Stand ham sich Schnee gwünscht. Und dann hat's gschneit.
Wie ich heut heimgfahrn bin und die verschneite Landschaft seh, denk ich:"Weißheit"

Servus mitnand.

14.12. bis 20.12. Trag Sonnenschein im Herzen...

Samstag: Kennt Ihr das Nein-Horn? Das ist mir gestern über den Weg gehuscht. Im Buchladen. Ist sofort in meinen Rucksack gehüpft. Das Nein-Horn ist anders als die Einhörner. Deswegen passt es so gut zum Thema anders-sein und physiologische Reaktionen der autonomen Nervensysteme. Es sagt immer NEIN.

Das kann seine Umgebung nicht verstehen. Das ist dem Neinhorn aber wurschd. Und so macht es sich auf den Weg und findet ebenso andere Freunde den NaHund (Na Und - Hund) und die KönigsDochder (Doch). Und sie werden die besten Freunde.

Sie stehen zu ihrem anderssein und akzeptieren einander so wie sie sind. Das wäre mein Wunsch zu Weihnachten: dass das überall so wäre.

Irgendwie komm ich mir auch so vor wie das Neinhorn. Anders und auf dem Weg sind mir die letzten Jahre wunderbare und ganz besondere Menschen begegnet. Dafür bin ich sehr dankbar.

Deswegen finde ich, das Buch ist nicht nur was für Kinder.

Die Glaa aus ERH hat es heute auch in die Nordbayerischen Nachrichten geschafft. Darüber freu ich mich auch sehr und bin sehr dankbar.

Mein Nervensystem ist aufgrund der Überreizung durch das Wetter sehr erregt. Nachts bin ich mehrfach aufgewacht, konnte mich aber mit meinen bisher erlernten Strategien wieder beruhigen und bin wieder eingeschlafen. Und als ich dann endlich aus dem warmen Bett herausgeschält war (ja, das Aufstehen fällt mir sehr schwer, wenn es so ist), bin ich ins Städtle. Ich brauchte den Auslauf um mein Nervensystem zu beruhigen.

Da hat es auch kurz mal aufgehört mit dem Regen und das war ganz schön. Diverse Leute winkten mir aus dem vorbeifahrendem Auto zu. Ich gebe zu , ich habe nicht alle erkannt. Und ich bin mir oft auch nicht sicher, ob die wirklich mich meinen. Inzwischen mach ich mir da keinen Kopf mehr und wink einfach zurück.

Der Sanker fuhr auch schon mehrfach heute. Da muss ich mir die Finger in die Ohren stecken. Denn das ist zuviel für mein Nervensystem.

Eine lustige Karte hab ich für meine Mama beim NKD entdeckt. Da steht drauf:"Oben fit und unten dicht, mehr wünsch ich mir für's Alter nicht."

Die hat ihr sehr gut gefallen und jetzt hängt sie (also die Karte ned mei Mama) am Kühlschrank.

Ausserdem passt sie wunderbar zum Thema übererregte autonome Nervensysteme.

Die ersten meiner Fast-Hand-Abfall-Weihnachtskarten sind angekommen :)

Das Feedback fiel positiv aus. Ich freu mich also wie ein Schneekönig. Was immer das sein mag. Derzeit wohl eher Regenköng. Neptun... Und schon wieder laufen meine Gedanken Amok... Ihr seht also den Status meines übererregten Nervensystems. Stopp!

Ich hab die Woche eine Schamanin getroffen. Und von ihr hab ich neue Ansichten gelernt. Sie meint alle Menschen hätten eine natürliche Grenze. Das ist mir neu. Denn ich scheine keine zu haben. Daher stammt wohl auch mein Problem, dass ich dieselbe bei anderen übertrete. Wenn man nicht weiss, dass es sowas gibt, woher soll man es dann wissen?

Jetzt kann ich das eher verstehen. Also mein autonomes Nervensystem ist offen und nimmt alles wahr. Und ich ging davon aus, dass das bei allen Menschen so ist. Mittlerweile weiss ich, dass es bei jedem Menschen anders ist und dass es da wohl meistens sowas wie eine Grenze , einen Schutzwall gibt.

Jetzt hat sie mich gefragt, ob ich mal ausprobieren möchte, ob sie mir dabei helfen kann so eine Schutzfunktion aufzubauen, oder ob das so vom lieben Gott gewollt ist, dass ich da nix hab. Das juckt mich schon. Ich bin ja neugierig. Ich werd das ausprobieren.

Und zum Neujahrsempfang hab ich auch zugesagt. Ich möchte ja Angst durch Neugier ersetzen. Ich arbeite daran.

Gestern hab ich mein erstes Weihnachtsgeschenk bekommen. Ich werd es erst an Weihnachten auspacken. Das Papier hab ich allerdings schon versehentlich mit dem Reissverschluss vom Rucksack eingerissen. Aber mer sieht noch nix. Es ist was weiches. Ich mag weich.

So. Hier noch der Comic aus den Nordbayerischen Nachrichten.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Sonntag: Gestern hab ich ein Fahrschulauto mit roter Plüschbommel mitten auf dem Kühlergrill und mit Rentiergeweih an den hinteren Fenstern gesehen. Und mich gefragt, ob die Fahrstunde damit mehr als sonst kostet, weil es ein Weihnachtsspecial ist...

Ist Euch auch aufgefallen, dass die Kinder heut mit 3 oder 4 schon so gross sind wie wir früher mit 5 oder 6? Ob es uns wie den Dinosauriern geht? Als die keine Feinde hatten und gut im Futter standen, wurden sie auch immer größer. Und dann sind sie ausgestorben...

Ich hab ein paar coole Frauen getroffen und die haben eine ganz eigene Wahrnehmung der Dinge. Eine sagt, sie sieht an der Art wie Menschen ihre Hände halten, ob sie was zu verbergen haben. Also wenn sie die Hände verstecken, dann wär das so.

Sowas seh ich nicht. Ich bin ja schon mit der Mimik überfordert. Da kann ich nicht auch noch auf die Hände gucken.

Erinnert Ihr Euch noch daran, dass eine Frau in der Erlanger Fussgängerzone mal meine Aura lesen wollte? Da bin ich geflüchtet. Ob das mit der Aura vielleicht einfach eine andere Art der Wahrnehmung ist?

Bei mir ist das eher so ein Bauchgefühl, ob mir jemand sympathisch oder unsympathisch ist. Ich glaube, ich spüre, ob ich Kontakt zu demjenigen bekomme. Also authentischen, echten Kontakt mein ich damit. Also nach der Erklärung von der Schamanin und vom Buch "Wer ist hier eigentlich autistisch?" müsste ich also spüren, ob ich durch die Grenze eines Menschen Kontakt zu seinem inneren Kern bekomme. Irgendwie cool.

Das ist wohl meine Art der Wahrnehmung. Wie funktioniert denn Eure? Würd mich echt mal interessieren. Das ist wohl auch bei jedem anders, weil jeder eine andere Wahrnehmung durch seine einzigartige neuronale Verschaltung im Hirn hat. Und der physiologische Status der Reizfilter (wie aktiv oder deaktiviert sie sind) spielt auch eine Rolle. Cool! Dann ist jeder Mensch ein Original und etwas ganz Besonderes. Das ist ja cool!

Apropos Wahrnehmung... am Freitag abend hab ich gesehen, dass der Schlot der Erlanger Stadtwerke wieder beleuchtet ist. Lila und hellgrün gestreift war er da. Und dazu ist mir jetzt ein schöner Weihnachtscomic eingefallen. Heut hab ich ihn gezeichnet und an die ESTW geschickt. Ich bin gespannt, ob er Ihnen gefällt und es noch auf die Facebookseite schafft. Wär ein schöner Abschluss.

Und zwei Weihnachtscomics sind mir auch noch für die Nordbayerischen Nachrichten eingefallen. Hab ich heut auch noch verschickt. Ich brauch immer was zu tun. Ich brauch Struktur auch am Sonntag. Sonst geh ich unter und ein. Denn das beruhigt mein autonomes Nervensystem. Das ist für mich vollkommen normal :)

Heut ist noch der Weihnachtsmarkt. Wenn es nicht so heftig schüttet, geh ich später nochmal nei ins Städtle. Es gibt Langos und Karpfenchips. Jaja, ich bin nahrungsfixiert.

Der Weihnachtsmarkt bei uns ist was besonderes. Denn der wird von den Vereinen gestemmt. Wie das Altstadtfest auch. Allerdings hab ich neulich beim Schnabbolieren der Karpfenchips mithören können, dass sie der Meinung sind, dass immer die gleichen die Arbeit machen. Sie hamm gesagt, dass wenn man die Leut nicht direkt anspricht, dann bekommt man keine Reaktion. Und wenn man es tut, dann ist die 99 prozentige Antwort: Keine Zeit. Ich bin im Stress. Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Das ist dasselbe wie bei uns auf Arbeit.

Wenn die Leut immer nur keine Zeit haben, wir aber soviel Freizeit wie noch nie zuvor eine Generation, wo geht die Zeit denn hin? Nimmt man sie sich wirklich für die richtigen Dinge? Wär sie nicht anders sinnvoller investiert?

Denn irgendwo ist sie ja hin. Oder ist es so, dass die Anforderungen, die wir meinen an uns stellen zu müssen und die Gesellschaft auch vorgibt, viel zu hoch sind? Warum können wir dann so schlecht nein sagen? Bzw. warum fällt es uns so schwer, die Wertschätzung uns gegenüber von anderen einzufordern? Und dabei auch hart zu bleiben? Gesünder wär es für uns und unser autonomes Nervensystem. Und ausserdem wär es auch ein wunderbares Experiment um zu überprüfen, ob unsere Meinung von uns (wir sind unersetzlich) und von anderen (die machen das eh nicht) überhaupt stimmt. Nur wenn Ihr es mal ausprobiert, werdet Ihr sehen, ob das was Ihr denkt, stimmt. Und meiner persönlichen Erfahrung nach, tut sie das nicht.

Probiert es doch einfach mal aus.

Wenn jeder Mensch neuronal anders verschaltet ist und auch noch dazu einen anderen Reizfilter-Offenheitsstatus hat, und damit als Folge auch eine andere Wahrnehmung, dann ergäbe es Sinn, dass Menschen Dinge wie Freundschaft, Nähe und Co auch anders definieren. Denn jeder ist ja praktisch anders konfiguriert. Wenn das Nervensystem empfindlicher ist und die Reizfilter deaktiviert, dann braucht man mehr Autonomie und Sicherheit. So wie ich. Dann hat man es mit der Nähe nicht so sehr. Sondern hat recht schnell genug davon oder die Dosis ist zu hoch. Deshalb vertrag ich Menschen auch nur in homöopathischen Dosen. Dann ist das vollkommen natürlich und die Folge der Basiskonfiguration jedes Menschen.

Mit diesen Erkenntnissen, wünsche ich Euch einen schönen Sonntag!

Die Glaa aus ERH - Berufswuensche 2 Sandra Jaeger 2019
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