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Sulcus Ulnaris Syndrom
Sammy, das Krankenhausfluchttier
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14.03. bis 20.03. Nachgedacht...

Samstag: Am Mittwoch war am Friedrich-Ebert-Platz die Uhr stehengeblieben. Und ich nahm die Hektik des Verkehrs und die Unruhe der Menschen um mich herum wahr. Unruhiges von einem Bein auf das andere trippeln, Zigarette anzünden, der nervöse Blick auf die Uhr oder die Minutenanzeige der Strassenbahn.

Einige überholen mich hektisch auf der Rolltreppe von der U-Bahn zur Strassenbahn. Es scheint, als würde die ganze Welt rennen. Warum? Wann hat das angefangen? Warum sind wir auf der Flucht? Kein Wunder, dass unser Nervensystem sich im physiologischen Fluchtmodus wähnt. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Wir richten uns nach dem Takt der Uhr. Unser ganzes Leben lang. Und sie scheint immer schneller zu ticken. Und unweigerlich fragte ich mich, was passieren würde wenn sie wie die Uhr am Friedrich-Ebert-Platz einfach mal stehn bleiben würde.

Einfach mal nix machen. Einfach nur sein dürfen. Einfach den Tauben am Himmel nachsehen, die Strassenbahn vorbeifahren lassen, den Gassigehern mit den Hunden im Park nebenan zusehen, dem Autofahrer an der roten Ampel beim Popeln beobachten. Die Welt ist so interessant.

Erst heut hab ich ein Eichhörnchen so nah wie nie zuvor gesehen. Ich bin einfach am Hallenbad stehengeblieben und es kam mir sehr nah. Possierlich hält es beide Vorderpfoten aufrecht stehend wie zum Gebet gefaltet. Es schnuppert. Sein Kopf wackelt und die feinen Härchen an den Ohren und der buschige Schwanz wippen.

Ich hatte die Frage gestellt, ob es überhaupt möglich ist, immer neue Perspektiven und Sichtweisen in Technik und Politik und Co zu berücksichtigen. Warum sollte es das nicht sein? Ist das nichts anderes als natürliches lernen. Lernen von und mit Menschen. Drum heisst es wohl Mitmenschen.

Dem natürlichen Prozess des Lernens aus Erfahrungen und an Sichtweisen von anderen Menschen steht jedoch der physiologische Stress und Druck und die immer schnelleren Veränderungen, die von der Digitalisierung vorangetrieben werden, entgegegen. Denn unter Druck und zwanghaftem Getriebensein entsteht Unsicherheit, Nervosität, Angst und Aggression. Und unter solchen Bedingungen kann man nicht lernen. Lernen kann man nur, wenn man enspannt ist.

Ein Dilemma. Das ist wider die Natur.

Warum lassen wir uns von der Technik so vor sich hertreiben? Warum geben wir uns solche Mühe uns ständig daran anzupassen? Sollte nicht die Technik zu UNS passen?

Ich lese grad Prechts Buch Jäger, Hirten, Kritiker - eine Utopie für die digitale Gesellschaft. Und auch er stellt die Frage: Warum soltten wir uns der Technik hin optimieren? Und nicht umgekehrt?

Warum sollen wir wider unsere Natur handeln? Was die Natur vorgesehen hat, hat ja auch einen guten Grund. Warum geht dann die Technik davon aus, dass der Mensch fehlerhaft ist? Optimierungsbedarf hat? Und nicht umgekehrt?

Anstatt dass wir uns mit Techniken wie Meditation und Achtsamkeit dahingehend optimieren mit der Technik und den immer schnelleren Veränderungen immer besser klarzukommen? Ich finde, das ist eine interessante und spannende Frage.

Ist nicht die Technik fehlerhaft, die nicht der Natur des Menschen entspricht und seine Sichtweisen, Erfahrungen und Bedürfnisse berücksichtigt?

Warum wird von Menschen erwartet, Software zu bedienen, die so komplex ist, dass Ihr Widerwille dagegen vorprogrammiert ist? Warum ist es selbstverständlich, dass wir dies mit einem immer mehr unserer Lebens- und Arbeitszeit bezahlen?

Wann habt Ihr es zuletzt erlebt, dass eine Software Prozesse vereinfacht hat oder mit der neuen Version einfacher zu bedienen geworden ist? Und das soll auch noch effizienter sein? Muss das so sein? Soll das so sein? Darf das so sein?

Wäre effizient nicht, die Technik auf die Lebenswirklichkeit der Menschen anzupassen anstatt umgekehrt?

z.B. hat mir ein Kollege von einem Gerät erzählt, das entwickelt wurde, um Schnürsenkel zu binden. Es funktionierte zwar, floppte jedoch, weil es gross und klobig war und laut obendrein. Ausserdem gab es ja schon viel praktischere analoge Alternativen wie Klettschuhe oder Schlupfschuhe.

Wieso will man auf Biegen und Brechen alles elektrisch machen? Auch dort, wo es keinen Sinn macht? Der Sinn von Laubbläsern wird sich mir niemals erschliessen.

Wieso versucht man neue digitale Lärmlösungen zu entwickeln anstatt weniger Krachmacher zu entwickeln? Ein weniger unnützer Geräte würde auch ein weniger Stromverbrauch bedeuten. Wieder steht die Symptombehandlung im Vordergrund. Ist das symptomatisch für unsere Gesellschaft?

Wäre Technik mit Sinn und Verstand, wo sie Sinn macht und Zeit spart, nicht mehr?

So erzeugt man immer mehr Arbeitsplätze für immer weniger Menschen, weil man den Grossteil irgendwann abhängt. Je komplexer die Prozesse, desto mehr Wissen braucht man und desto mehr eigenverantwortliches Handeln ist notwendig.

Sind Menschen damit überfordert, dann ist das Gegenteil von eigenverantwortlichem Handeln der Fall. Und wieder sind wir beim Stress, Angst, Überforderung und Hilflosigkeit.

Menschen werden immer mehr durch Maschinen ersetzt. Weil Maschinen auf diese Arbeit optimiert sind. Die Natur des Menschen ist es nicht.

Schaffen wir uns damit nicht selbst ab?

Wieso drehen wir den Spiess nicht um? Und gestalten die Technik human? Optimieren sie auf den Menschen und nicht umgekehrt?

Der eine Satz aus dem Buch sagt: Techniker haben den Menschen noch nie verstanden.

Dem würde ich teilweise zustimmen. Ich denke, in gewisser Weise gilt das für alle Menschen. Jeder Mensch (also auch jeder Techniker) sieht die Welt aus dem Tunnel seiner Erfahrungen und seines Wissens. Diese Erfahrungen sind aber nur ein Bruchteil des Wissens und der Erfahrungen aller Menschen. Jeder fährt irgendwie in seinem eigenen Tunnel.

Nur wenn man offen ist für die Erfahrungen und Blickwinkel anderer und sie berücksichtigt, dann kann ein menschliches Miteinander entstehen. Ansonsten treffen nur Tunnel aufeinander. Oder zwei Züge in ein und demselben, die sich entgegenfahren.

Ob uns das gelingt?

Heute war ich wieder im Städtle und durfte wieder ein paar neue Perspektiven dazulernen. In der Bäckerei war die dreiviertel Theke leer.
Ich:"Hamms Euch überfallen?"
Die Verkäuferin seufzt und sagt:"Was Greta nicht geschafft hat, das schafft Corona."

Das meinte auch gestern die Verkäuferin im Buchladen. Am Vortag war es zwar leer aber jetzt kaufen die Leut wieder mehr Bücher. Vielleicht haben sie wieder mehr Zeit dazu. Und mehr Zeit sich auf sich selbst zu besinnen. Das wäre schön.

Ich frag den Apotheker, ob bei ihnen auch mehr gekauft wird.
Er meinte:"Das verschiebt sich bloss. Wie beim Klopapier."
Ich:"Des wird dann vererbt. Ob man auch seine Facharzttermine vererben kann?"
Er meint:"In Berlin bei der KFZ-Zulassung sind die Wartezeiten so lang, dass sich Leute mit Nummern ziehen und dem Verkauf der Nummer was dazuverdienen."
Drauf ich:"Vielleicht werdn Facharzttermine bald bei ebay gehandelt."
Er schmunzelt.

Im Engelgarten ist ein Opa mit seinem Enkel. Er setzt ihn in die Schaukel und schiebt ihn an.
Ganz anders als das kleine Mädchen mit Schnuller, das ich im letzten Sommer gesehen habe, das mutig ganz allein, in das Kinderschaukelgestell hineingeklettert ist und dann alleine schaukelte. Ohne Erwachsenen. Die Kletterleistung war beachtlich, weil sie grad mit dem Kopf auf der Höhe der Schaukel war. Diese Selbständigkeit, das Selber-Machen-Wollen ist mir aufgefallen. Und das Strahlen im Gesichtchen wie es das alles allein geschafft hat. War das nicht früher mal selbstverständlich?

Ich hab mir an unserer Kleinkind-Holzschaukel an den Schiebeelementen immer die Finger eingeklemmt. Das hat mich auch nicht davon abgehalten, alleine schaukeln zu gehen. Das tut es heute noch nicht. Ich hab die Lizenz zum Schaukeln :)

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

Sonntag: Da sehen wir die Menschen im Mittelalter oder in früheren Zeiten als primitiv an. Weil sie an Götter und die Kirche glaubten. Dabei machen wir es doch heute noch ebenso. Nur dass die Götter und Religionen von heute Gesundheit, Schönheit, Jugend und Technik heissen. Auch sie wollen uns die Illusion einer Sicherheit geben, die es nicht gibt.

Das Leben ist nicht kontrollierbar und wird es nie sein. Corona, Naturkatastrophen, Klimawandel, Unfälle , Krankheit und Tod sind die natürlichen Risiken des Lebens.

Wäre es nicht viel sinnvoller diese Tatsache anzunehmen und das Leben mit all seinen Herausforderungen anzunehmen? Anstatt vor lauter Angst vor dem Leben die eigene Lebendigkeit zu verlieren und in der Monotonie der Handlungsmonokultur unserer Gesellschaft zu versinken? Das Leben wäre lebendiger und die Menschen auch, wenn sie sich von der Angst vor dem Leben befreien.

Angst ist ein Gefühl wie jedes andere auch. Es will wie Trauer, Freude, Liebe wahrgenommen und angenommen und ausgedrückt werden. Nur dann kann es sich auflösen.

Dadurch, dass wir unangenehme Gefühle pathologisieren und verdrängen, kommen sie nur in geballter Ladung immer stärker zu uns wieder zurück, Wei ein Rebound beim Basketball. Wie ein Bumerang. Iterativ. Und mit immer mehr Wucht. Ob nicht das auch die Ursache unserer Zivilisationskrankheiten ist? Das Herunterschlucken, Abwehren von unangenehmen Gefühlen?

Sie gehören zum Leben dazu. Und wollen beachtet, angenommen und verarbeitet werden. Denn nur so können wir Menschen Krisen meistern und daran wachsen. Nur so entstehen Menschen, die Verantwortung für sich und andere übernehmen und sie nicht an andere abschieben.

Wo kommen wir denn hin, wenn keiner mehr Verantwortung übernimmt? Wo jeder die Schuld beim anderen sucht? Entspannung und Potentialentfaltung ist garantiert nicht die Folge. Nein. Die Angst und die unangenehmen Gefühle verstärken sich Gesellschaftsweit. Deshalb steigt auch die Nachfrage nach Ablenkung und Symptombehandlung. Weil wir uns nicht mit der Ursache befassen wollen. Denn da geht es ans eingemachte. An uns selbst. Und in so manchem sieht es das sehr düster, trostlos, traurig und leer aus.

Doch in jedem steckt ein Funke - ich nenne es Grünkraft (weil er aus der Natur stammt und er ist mit den Selbstheilungskräften verbunden). Der Funke der Begeisterungsfähigkeit. Und der läßt sich in jedem entzünden. Ihr müsst nur endlich damit anfangen. Dann werdet Ihr aufwachen und die Welt mit anderen Augen sehen. Sie ist wunderschön. Ihr werdet die Kraft der unangenehmen Gefühle erkennen, denn sie machen Euch frei, sie zeigen Euch Eure Stärken und Eure Fähigkeiten und damit Euren Lebenssinn. Eure Berufung.

Woher will ausgerechnet ich das wissen? Weil ich den Weg mein Leben lang schon gehe. Wenn man so oft abgelehnt und ausgegrenzt wird wie ich, dann hat man genug Möglichkeiten Erfahrungen in der Bewältigung von Krisen zu sammeln. Und er ist wunderschön. Ja, es gibt schwierige, traurige Momente, aber all dies ist für etwas gut. Für die Veränderung. Die Veränderung in Euch und wie Ihr die Welt seht. Und sie ist wunderschön. Und auch die Menschen sind es, wenn man es auch nicht immer sieht, weil sie es nicht immer zeigen.

Vielleicht ist eine Krise wie Corona und allem anderen, was uns derzeit umtreibt, eine Chance. Eine Chance endlich aufzuwachen. Die Chance die Menschen wachzurütteln und ein Umdenken zu bewirken.

Warum soll das ausgerechnet jetzt funktionieren, wenn Greta damit gescheitert ist?
Weil das Virus uns selbst betrifft. Weil es an unsere eigene Substanz geht. Weil das Virus bei uns Gefühle erzeugt: Angst, Hilflosigkeit. Wir erfahren diese Krise mit allen Sinnen. Und nur, wenn wir Dinge am eigenen Leib erfahren, spüren, erleben, dann können wir auch daraus lernen und uns verändern.

Das ist der Unterschied zwischen Frontalunterricht und der Selbsterfahrung. Das ist natürliches Lernen. Das ist Leben! Das ist ECHTE Weiterentwicklung! Das ist der Grund, warum Wissen allein nicht reicht! Das ist der Grund warum wir auf die Wissenschaft und auf Greta nicht hören. Weil es uns nicht selbst berührt und nicht direkt betrifft.

Es besteht noch Hoffnung. Es ist an uns, an jedem Einzelnen diese Chance zu nutzen.

Demnach wäre die Technik wie sie derzeit eingesetzt wird, keine wirkliche Veränderung sondern nur Symptombehandlung. Sie dient dazu, dass wir uns gar nicht mehr verändern. Sie behindert echte Weiterentwicklung. Die Weiterentwicklung und Potentialentfaltung jedes einzelnen in der Monokultur der Konsum- und Spassgesellschaft.

Wollen wir das wirklich? Und ist es nicht seltsam, dass wir alle nach Veränderung schreien und gleichzeitig aber nicht sehen, dass wir uns immer weniger bewegen wollen? Sowohl im wortwörtlichen als auch im metaphorischen Sinn. Die Entscheidung liegt bei jedem einzelnen.
Egal wie sie ausfällt, sie wird Konsequenzen für alle, für den gesamten Planeten und die gesamte Menschheit haben.

Oder in anderen Worten wie es gestern im Kluftinger Krimi Seegrund hiess: "Wenn mer immer des machd, was mer immer machd, dann grichd mer a immer des, was mer immer grichd."
Es erfordert Mut. Es lohnt sich!

So ... grad wählen gewesen. Das war gar ned so einfach. Der eine Wahlzettel war ja fast größer wie ich. Und mit drei Kreuzen war es auch ned getan. Die konnt man dann hinterher machen, wenn man's überstanden hatte.

Der eine von der Wahlkommission wollt wohl erst gar ned glauben, dass ich ich bin. Die andern schon. Die wollten den Personalausweis dann gar ned seng.

Mit dem grossen Wahlzettel hab ich mich fast eingewördelt. Und ich hatte auch Probleme den Zettel mit meinen Dystoniehänden in den Griff zu bekommen. Aufmachen war auch schwierig und das zusammenfalten auch. Ausserdem war der Wahltisch , die Kabine zu klein für den grossen Zettel.

Wie ich das der Verkäuferin in der Bäckerei erzählt hab (ihr hab ich den Comic von heut ausgedruckt und vorbeigebracht, weil ich die Idee von ihr hatte), meint sie drauf:
"Früher hatten wir Landkarten. Heute haben wir google - maps. Früher hatten wir kleine Wahlzettel. Heute haben wir Landkarten. Merkst was?"

Da musst ich schmunzeln. Und die anderen Ansteher auch.
Sie hat gmeint, sie macht es dann bei der Wahl wie immer und sagt dann:"Ich wähl die blauen. psscht! Die Wahl is doch geheim! ICH WÄHL DIE BLAUEN!"
Und wenn der Tisch der Wahlkabine zu klein für den Wahlzettel ist, dann legt sie ihn auf den Boden. Des is ihr wurschd.

Diese Art der Wurschdigkeit find ich bewundernswert. So möcht ich auch mal werden, wenn ich gross bin.

Auf den Wahlschachteln lagen Zettel in weiss mit der Beschriftung der jeweiligen Stimmzettelfarbe. Gelb, grün, weiss und blau. Wobei weiss war der eine Stimmzettel ned. Der war grau. Die Wahlschachtelbeauftragte war derselben Meinung.

Heimwärts ist mir dann noch eine andere Nachbarin begegnet.
Sie hat mir einen Witz erzählt: "Vor kurzem hat man noch gehustet um einen Furz zu übertönen. Heute ist es umgekehrt."

Des is fei schee, dass ich so viele interessante Leut begegnen du. Jeder hat seine eigene Meinungen und Erfahrungen und seine eigenen Geschichten. Und ich kann sie dann mit meiner eigenen Geschichte und Erfahrung verspinnen und verknüpfeln. Und Ihr kennt sie jetzt auch.

D.h. es gibt nicht eine bzw. die richtige Art die Welt zu sehen und wahrzunehmen. Sondern jeder hat seine eigene. Und je mehr ich davon kennenlerne, desto bunter wird meine Welt durch diesen ganzen Strauss an unterschiedlichen Sichtweisen.

Ich hab immer gedacht, Ihr hättet keine Angst, weil Ihr nie so wirkt. Dabei versteckt Ihr das hinter den Rollen, die Ihr am Arbeitsplatz, im Supermarkt, in der Schule, auf dem Lehrgang ... spielt. Ist das nicht ungeheuer anstrengend?

Ich könnte mir das nie merken. Und da es sich für mich wie lügen anfühlen würde kommt sowas für mich gar nicht in Frage. Ich bin immer ich. Ich kann gar nicht anders. Wahrscheinlich tut Ihr Euch deswegen oft so schwer mit mir.

Das heisst, wenn Ihr rausgeht, legt Ihr Euch eine Art Rüstung an um gegen die Angriffe des Lebens gewappnet zu sein. Ich bin immer unbewaffnet unterwegs. Leider glaubt Ihr mir das nicht.

Was ich wiederum verstehen kann, wenn ich von Eurer Rüstungsdenke ausgehe. Von meiner entwaffneten Sicht aus, seid Ihr die, die schwer zu durchdringen seid. Kein Wunder bei Eurem Kettenhemd. Das ist ebenso unsichtbar für mich wie für Euch meine weisse Fahne.

D.h. auch meine Sicht ist nur wie die jedes anderen Menschen eine andere Art die Welt und die Menschen um sich herum wahrzunehmen. Meine ist halt ein bisschen mehr anders, wegen der anderen Basiskonfiguration. Wenn alle anders sind, dann kann es doch wurschd sein, dass ich noch ein bischen mehr anders bin. Ich teil gern meine Sicht mit Euch. Und würde mir wünschen, dass es umgekehrt auch so ist. Ich bin auch ganz zutraulich. Ich will nur spielen.

Kein Wunder, dass es dann zu dysfunktionaler Kommunikation kommt. Apropos dysfunktionale Kommunikation.
Gestern wurde ich Zeuge einer eben solchen zwischen Papa und Kleinkind. Das Kleinkind rüttelte an der Kindersicherungsumzäunung des Gartenteichs. Klar, ist ja spannend. Der kleine Forscher möchte das alles entdecken. Die Fische, das Wasser und das kleine Häuschen, das am Teichrand steht.

Der Papa :"Hör jetzt auf. Sonst fällst noch rein."
Das tat der Neugier des Kindes keinen Abbruch.
Papa schreit:"NEIN! NEIN! NEIN!"
Als nächstes plärrt das Kind.
Und dann plärren sie beide.

Ich frage mich, ob das Ergebnis dasselbe gewesen wäre, wenn der Papa gesagt hätte:
"Bitte hör auf damit, weil ich Angst habe, dass Du reinfällst und ertrinkst. Du kannst doch noch nicht schwimmen. Und dann ist der Papa ganz traurig."

Ich glaub nämlich, dass das Kind nicht verstanden hat, warum es damit aufhören soll. Weil der Papa es auch nicht gesagt hat. Aber ich weiss es nicht. Ich versteh ja nichts von Kindern. Vielleicht mag es ja ein Kinderbesitzer mal ausprobieren.

Aus der Bäckerei hab ich noch folgende Geschiche erfahren. Im Supermarkt gab es gestern fast eine Schlägerei WEGEN Klopapier!
Ein Mann wollte alles, was noch da war für sich haben. Eine alte Frau wollte nur eine Packung für ihren alltäglichen Gebrauch. Auf die ist er dann los. Die Polizei musste eingreifen.

Da lagen bei dem Mann aber ganz schön die Nerven blank. Nur am Klopapier allein kann es ja nicht gelegen haben. Das war nur der Auslöser. Traurig, dass sowas gestern bei uns passiert ist.

Also ausgerechnet wegen Klopapier möchte ich nicht sterben. So ein Gschiss.

Dienstag: Im Bus haben die Fahrer an den Stangen der ersten Sitzreihe Flatterband zur Absperrung angebracht. Sieht aus wie bei CSI. Hurri , Hurra, die Spurensicherung ist da....
Fehlt nur noch der weisse Umriss am Boden ...

Wenigstens die Miezekatze begrüsst mich seit gestern täglich, wenn ich heimkomme. Sie legt sich mitten auf die Strasse. Kommt ja kein Auto. Und will gestreichelt werden.

Ich war gestern noch am Etzelskirchener Weiher und hab eine Frau getroffen, die mir folgendes aus der Bäckerei erzählt hat.
"Die Politiker können es mit Corona keinem recht machen. Der eine Mann in der Bäckerei meinte, die übertreiben, eine Frau meinte, die sind viel zu spät dran und tun zu wenig. Die Senior-Chefin hat gesagt: Das ist mal gut, dass die unruhige Gesellschaft runtergefahren wird."

Kleine schwarze Entenvögel mit einem weissen Streifen auf dem Kopf ziehen auf dem Weiher ihre Kreise bzw. Dreiecke... Denn hinter ihnen wirft das Wasser V-förmig Wellen. Und dann treffen diese Wellen von zwei Vögeln aufeinander. Ich glaub, das ist wie bei uns.
Auch wir Menschen können durch unser Handeln grosse Wellen erzeugen und andere damit berühren - egal wie klein wir sind - und den Wellengang der Welt verändern.

Auf dem Feldweg lag ein Moosbüschel. Weich und warm von der Sonne. Moos, der Flokati des Waldes.

In der Strassenbahn bin ich einem Kollegen begegnet, der schon länger Software entwickelt als ich.
Den hab ich gefragt:"Warum soll sich der Mensch an die Software anpassen und nicht umgekehrt?"
Er:"Das hab ich mich auch gefragt."
Ich:"War das schon immer so?"
Er erzählt Geschichten von seinem früheren Arbeitgeber und der Software. Dass das damals eine war, die man noch auf den jeweiligen Kunden konfigurieren konnte. Nur mit jeder neuen Programmversion musste die Konfiguration wieder komplett neu gemacht werden.
Das deute ich mal als "Ja".

Nachgedacht... Hmm... Wenn ich meine physiologische Angst durch Neugier ersetzen möchte, dann muss ich der Angst mit Neugier begegnen und ohne zu werten beobachten, was sie in mir bewirkt. Was macht sie mit mir? Wie fühlt sie sich an? Das ist total spannend. Zumal das ja mein physiologischer Grundmodus ist. Und es funktioniert. Heut konnt ich die Schwitzerei damit besänftigen.

Wir haben jetzt auch die Option Homeoffice zu machen. Das ist ganz schön viel Veränderung auf einmal. Ich war heut gegen mittag sehr hibbelig. Mit so vielen Veränderungen tu ich mir sehr schwer. Ich scheine nicht die einzige zu sein. Auch andere haben anscheinend Angst vor der Technik und wenn was nicht funktionieren sollte, allein dazustehen. Irgendwie tröstlich. Ich versuch es mal als Abenteuer "Corona" zu sehen.

Dafür hatte ich heute unser 3-Mann-und-ich Büro für mich gaaaanz alleine! Die anderen Insassen hatten gestern abend die Aufforderung bekommen Homeoffice zu machen. Die sind in einer anderen Abteilung als ich. Das war sehr schön, mal das Büro ganz allein zu haben und die Türen zumachen zu können. Himmlische Ruhe. Der Traum jedes Autisten.

Die war heut auch draussen. Denn als ich das Fenster in Thon in Nürnberg öffnete, hörte man das Vogelkonzert. Ganz ohne den üblichen Verkehrs- , Flugzeug-, Hubschrauber- und Baulärm. Das war sehr schön.

Auch die Autobahn und die Strassen sind leerer. Da kaum jemand in unserem Bus noch mitfährt und einsteigt (nur hinten!), braucht er auch nicht so oft zu halten und ist sehr schnell. So schnell wie vor 10 oder 15 Jahren. Damals waren früh noch viel weniger Autos unterwegs als heutzutage. Gut, jetzt nicht mehr.

Ein Kollege kam heut rüber zu mir in mein Privatbüro und hat sich etwas bei mir von der Seele geredet. Auch über seine Erkrankung und dass die heut bei dem Wetter schlimmer wird. Das kann ich verstehen, denn meine beiden Hände sind heut extrem dunkel, kalt und schmerzen. Wahrscheinlich weil sie schlecht durchblutet sind. Sein Vertrauen ehrt mich. Da fühl ich mich wertgeschätzt. Und geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich glaub, er fühlt sich von mir verstanden. Zumindest physiologisch.

Mittwoch: Heut bin ich mit meinem Riesenrucksack auf Arbeit, weil wir Homeoffice machen sollen und ich meine Tastatur, Maus und die Kopfhörer auch brauche. Auch mein Spezialmousepad und die Handballenauflage hab ich mitgenommen. Die gehören mir auch. Die hat die Unfallversicherung bezahlt. Der kleine Monitor muss halt genügen. Auf Arbeit hab ich zwei und die brauch ich auch. Jetzt muss es halt mal mit dem kleinen einen gehen.

Wir werden immer weniger im Bus. Morgen bin ich auch nimmer dabei. Der Mann, der beim Stromversorger arbeitet , mein Bus-Vorsitzender, mit dem intensiv duftenden Rasierwasser, kann kein Homeoffice machen und er fragt sich auch wie es bei ihnen weitergeht.

Hab den Kollegen von gestern wieder in der Strassenbahn getroffen. Er macht kein Homeoffice. Er geht weiter in die Firma. Auch wenn er allein drinhockt.
Er hat schon mal früher Homeoffice gemacht und da wurde eine 24-stündige Erreichbarkeit vorausgesetzt. Tag und Nacht. Und wegen der schlechten Erfahrung von damals, macht er das nicht noch mal. Er meint, wenn der Arbeitgeber keinen Ort sicherstellen kann, dann ist das sein unternehmerisches Risiko. Ich kann seine Sichtweise nachvollziehen. Bin mir aber nicht so sicher, wie das rechtlich ist. Ob man dann nicht doch unbezahlten oder bezahlten Urlaub oder Überstunden, Gleitzeit nehmen muss.

Ich seh das eher als Chance, dass ich es halt mal ausprobieren kann. Wie das so ist. Denn wenn ich mal nicht reinfahren kann, weil wieder irgendwas ist, wär das ja auch eine Möglichkeit weiterhin arbeiten zu können. Mal sehen, wie die neue Erfahrung ist. Wie sich das anfühlt am Küchentisch in heimischen Gefilden zu arbeiten.

Ob alles klappt? Ob ich mich leicht ablenken lasse? Ob ich mich selber gut organisieren und disziplinieren kann? Ich bin gespannt. Und wenn was schiefgeht, will ich mal sehen, wie ich damit umgehe. Ob ich dann hibbelig werde oder ob ich die Ruhe bewahren kann. Ich mach halt, was geht. Und so gut wie es geht. Mal sehen, wie es läuft.

Meine Ergo hat mir vorhin eine Mail geschickt. Die Praxis ist seit gestern zu. Sie meldet sich, wenn ich wieder kommen darf.
Mein Chef macht das auch so.

Meine Physio tauscht mit einer Mutti die Schicht. D.h. ich hab jetzt jemand anderen.
Als ich meinen ersten Physiotermin machen musste und anrufen, hat mich das unendlich viel Überwindung gekostet. Hab sowas vorher noch nie gebraucht und gemacht.

Und dann fasst Dich jemand fremdes an! Das war extrem unangenehm. Man gewöhnt sich an viel. Inzwischen tut es richtig gut und hilft meiner Hand zu entkrallen. Der rechten.

Das sind ganz schön viele Veränderungen. Und ich bin mir nicht sicher wie gut oder schlecht ich damit umgehen kann. Ich werde sehen, was es mit mir und meinem Nervensystem anstellt.

Immerhin länger schlafen kann ich dann. 1,5 Stunden. Das sollte meinem Nervensystem ja zugute kommen. Und die Fahrerei fällt dann auch weg. Andererseits werd ich sie auch vermissen. Wegen den netten Mitfahrern, meinem Busnachbarn (der ist auch der letzte Mohikaner in seiner Firma) und den netten Busfahrern. Und der morgendlichen Meditationszeit. Und der lustigen und schrägen Geschichten. So hat alles mehrere Seiten.

Ich weiss auch jetzt schon, dass wenn es dann wieder mit der Fahrerei losgehen wird, es mir wieder unheimlich schwer fallen wird. Veränderungen sind nicht einfach für mich. Mal sehen wie es läuft. Ich erwarte erstmal nix und dann schau mer mal.

Passt gut auf Euch und Euer Nervensystem auf!

Freitag: Homeoffice ist eine interessante Erfahrung. Auch, dass es technisch so gut funktioniert. Ich war anfangs etwas hibbelig und skypte mit meinem Kollegen.
Er:"Und wie isses Dein erstes Homeoffice?"
Ich:"Ich bin ganz aufgeregt und hibbelig und meine Hände zittern."
Er:"Das macht ja nix. Sieht ja keiner."
Ich:"Das ist mir doch wursch, ob das einer sieht, aber ich erwisch die Tasten ned!"

Meine Mama kennt das ned. Das Skypen. Das war mir gar nicht bewusst. Dafür bin ich wieder betriebsblind.
Während ich mit meinem Kollegen rede, kommen von ihr ständig Kommentare und bringen mich vollkommen aus dem Konzept, weil ich nicht gleichzeitig zwei Leuten zuhören kann und ich trotz Kopfhörer ihre Kommentare nicht ausblenden kann. So ist das halt mit einem übererregtem Nervensystem bzw. mit zweien, die aufeinandertreffen.

Das mitteilungsbedürftige meiner Mama und meinem, dessen Reizfilter deaktiviert ist. Und das dann gar nix mehr versteht.

Hinterher hab ich zu ihr dann gesagt: Mama, ich kann doch nicht, wenn ich telefonier auch noch Dir zuhören!
Mama:"Ach Du hast telefoniert?!? Ich hab gedacht, Du redst mit Dir selbst. Wenn Du mit dem Telefonhörer in der Hand im Wohnzimmer sitzt, dann seh ich, dass Du telefonierst..."

Da seht Ihr mal, wenn ich jetzt böse auf meine Mama gewesen wäre, dann wär das ein komplettes Missverständnis gewesen. War ich ned. Mei hamm mir glacht!!!

Um unsere beiden Nervensysteme runterzufahren, verwenden wir ja daheim ätherische Öle wie Lavendel und Pfefferminze.
Meine Mama gestern:"Ich hab heut nacht so gut auf des Öl gschlafen, kannst mer des heut abend wieder gebm?"
Ich:"Klar. Ich geb Dir die letzte Ölung."

Meine Physio zur Klopapierkrise:"Corona ist doch keine Darmerkrankung."

Lachen und Humor ist eine tolle Möglichkeit das Immunsystem zu stärken. Also ist Humor auch eine Art heilsame Kommunikation. Ein Autor eines Buches, das ich mal zu Selbstheilung gelesen habe (ich weiss leider beim besten Willen nicht mehr welches das war, der Autor möge mir und meinem Nervensystem das nachsehen...) hat als er seine Diagnose bekommen hat, sich tagelang lustige Videos angeschaut. Er hat seine eigene Lach- oder Humortherapie gemacht. Es hat geholfen.

Auch bei dem Schmerzkongress vom letzten Jahr gab es Studien zum Zusammenhang zwischen Humorforschung und Heilung von Krankheiten. Es funktioniert.

Und deshalb möchte ich jetzt in dieser ernsten Lage meinen humorvollen Beitrag (auch mit einem schelmischen Blick zur Klopapierkrise) leisten.

Ich hab gestern am Etzelskirchener Weiher ein leeres Schneckenhaus und eine Hundewurst gefunden. Und das ist mir dann dazu eingefallen.

Ich hoffe, es funktioniert und ich kann Euch ein Schmunzeln oder auch ein lautes Lachen entlocken.
Humor beginnt da, wo einem das Lachen vergeht.
Passt gut auf Euch und Euer autonomes Nervensystem auf!

 
Die Glaa aus ERH - Ausnahmezustand Sandra Jaeger 2020
Die Glaa aus ERH - Hundekot + Schneckenhaus = ? Sandra Jaeger 2020
21.03. bis 27.03. Auch ein kleines Lichtlein kann einen grossen Schatten werfen ...

Samstag: Ausgangssperre. Autistische Zeiten sind angebrochen. Händeschütteln und Menschenansammlungen sind verboten. Spaziergänge und notwendige Fahrten wie Einkaufen, Arzt und Apothekenbesuche sind noch erlaubt.

Ich war heut wieder im Wald. Die Luft ist heut viel frischer und gehaltvoller. Mehr negativ geladener Sauerstoff. Positiv für unser Immunsystem.

Spielplätze sind gesperrt. Aber wer braucht die, wenn er den Wald als Spielplatz hat? Ich balanciere auf einem Baumstamm und versinke in die Trance meiner Gedanken und die Geräusche und Farben des Waldes.

Gestern hat mich meine Physio angerufen und die Termine erstmal bis auf weiteres abgesagt. Anstatt Ihre Angst um ihre berufliche Existenz und Verzweiflung wahrzunehmen, fällt meinem ängstlichen Nervensystem nichts besseres ein als sie zu fragen, ob sie sich wieder meldet, wenn es weitergeht. Erst heute (mein präfronteraler Kortex braucht dafür ja länger) ist mir eingefallen, dass sie wahrscheinlich gar nicht weiss, ob es überhaupt weitergeht.

Das fiel mir erst auf dem Baumstamm balancierend stehend, mit den Krücken abstützend im Wald ein.

Und jetzt hab ich das gemacht, was ich schon längst mal hätte tun sollen, ihr meine Wertschätzung und Dankbarkeit für ihre respektvolle und wertschätzende Behandlung zu schreiben. Schreiben kann ich einfach besser als reden. Da funkt mir mein Nervensystem nicht so in die Quere. Warum sagen wir den Menschen so selten, wie sehr wir sie und das, was sie für uns tun schätzen? Weil uns der Tunnelblick unserer Angst dazwischenfunkt. Unser aktueller physiologischer Angespanntheitszustand. Ich werd versuchen das zu ändern. Ich arbeite daran.

Und da ist mir bewusst geworden, dass es den kleinen Selbständigen hier , den aussergewöhnlichen und zähen und eigensinnigen und liebenswerten Menschen hier im Ort, ja allen so geht. Sie hatten ja schon vor Corona ums Überleben zu kämpfen. Und ihnen werden Kredite nicht helfen. Weil ja z.B. Eisdielen und Gaststätten aber auch Therapeuten die verlorenen Tische und Termine nicht nachholen können. Sie können ja nur mit dem Arbeiten was sie haben, wenn sie dann noch etwas haben. Viele hatten auch schon vorher mit Schicksalschlägen zu kämpfen und sich gerade davon erholt.

Deswegen hab ich jetzt einfach mal an die Stadt, die Zeitung und einen Lokalpolitiker, den ich bei den Wahlveranstaltungen auf dem Marktplatz getroffen habe, eine Art Brand-email geschickt. Ob es nicht möglich ist eine Art Fond Bürger helfen Bürgern einzurichten. Ich würde spenden. Denn ich möchte gerne etwas für die erfahrene Menschlichkeit der letzten 6 Jahre zurückgeben. Denn sie war heilsam.

Und ob nicht die Stadt bei den Mieten ihrer Gebäude Zugeständnisse machen könnte.

Angesichts der im Wahlkampf beschworenen Innenstadtbelebung könnte die Politik und jeder Bürger dabei mitmachen und zeigen, dass wir es ernst meinen und wie ernst uns damit ist.

Ich hab derzeit noch das Glück im Homeoffice arbeiten zu können. Ich würde gerne Menschen unbürokratisch unterstützen, die dieses Glück nicht haben.

Ihr denkt was kann denn ein kleines Lichtlein wie ich bewirken? Auch ein kleines Lichtlein kann einen grossen Schatten werfen, auch der kleinste Funke kann einen Grossbrand entfachen...

Wenigstens hab ich es versucht. Ich bin gespannt, ob ich irgendeine Reaktion bekomme. Und wenn ja welche.

Den heutigen Comic hab ich drangehängt. Mal sehen, was passiert.

Sogesehen kann dieser Shutdown (genau wie das Ausbremsen nach einem Arbeitsunfall oder wenn man eine chronische Erkrankung bekommt) heilsam sein. Er ist eine Chance für Vertrauen und Menschlichkeit und für Entscheidungen und pragmatische Lösungen, für ein besseres Miteinander statt immer mehr Gegeneinander. Mehr Verständnis, Authentizität und Offenheit statt Engstirnigkeit und Überbürokratisierung und Misstrauen.

Mehr Weichheit statt Reibung. Mehr Zufriedenheit und Frieden statt Neid und Gier. Mehr von dem, was wir im tiefsten inneren sind. Es könnte heilsam sein.

Warum erst jetzt? Weil es unsere Identität berührt und infrage stellt. Wer wir sind. Und wenn wir wissen, was und wer wir sind, können wir das werden, was wir sein könnten.... Das wäre dann echte Potentialentfaltung. Worauf wartet Ihr? Es könnte Spass machen!

Sonntag: Seht Ihr die Schönheit in der Natur? Die Sonne scheint. Frisches grün spriesst. Die Natur zeigt uns jetzt umso deutlicher denn je, dass jederzeit ein Neuanfang möglich ist. Dass jederzeit aus dem Dunkel das Licht entspringen kann durch das Wunder der Vielfalt: Krokusse, Forsythien, Tulpen, Vergissmeinnicht ... alles treibt mit grosser Kraft an die Oberfläche, dem Licht und der Wärme entgegen.

Unserer Gesellschaft ist die Wertschätzung der Vielfalt, das Licht und die Wärme abhanden gekommen. Warum? Weil uns die Wärme, das Licht und die Geborgenheit fehlt. Deshalb ist die Gesellschaft von heute hypernervös und ängstlich. Und wenn man Angst hat, dann macht einem Vielfalt Angst. Warum? Weil wir uns Sicherheit wünschen, weil wir Angst haben. Dabei möchten wir alle nur so angenommen werden, wie wir sind. Was wünschen wir uns also alle damit?

Diese Frage könnt Ihr Euch alle selbst beantworten. Aber ich verrate Euch die Antwort trotzdem. Wärme, Vertrauen, Geborgenheit, Verstandenwerden. Wir möchten uns in unserer Haut wieder wohlfühlen. Und wie nennt man das, was dazu notwendig ist, das zu bewirken? Liebe. Nächstenliebe. Auch für sich selbst. Ehrlich gesagt, muss man da auch den Anfang mit machen. Wenn ich mich selbst nicht mag und nicht verstehe, dann mag und versteht mich kein Mensch. Da kann ich auch keinem einen Vorwurf machen. Das ist ja verständlich und physiologisch vollkommen logisch. Und auch die Folge des Resonanzprinzips. Was ich aussende, das bekomme ich auch zurück. Wir sollten also viel nachsichtiger und liebevoller mit uns und mit unseren Mitmenschen umgehen.

Ich hab Euch Nicht-Autisten bisher immer für stark und gefestigt gehalten. Weil ihr Eure Rollen so überzeugend zu spielen versucht, dass Ihr selbst daran glaubt.

Doch hab ich immer gespürt, dass es nicht so ist. Ich hab es auch einigen auf den Kopf so zugesagt. Und damit wütend gemacht.

Es ist schon eine Krux: wenn man überängstlich ist, dann sind auch die Sinne geschärft, weil sie uns vor jeder Gefahr schützen wollen. Damit sind wir auch empfindsamer, wenn wir ängstlich sind.

Und deswegen sind wir in diesem Modus auch so widersprüchlich. Denn einerseits reagieren wir wegen dem Tunnelblick unsensibel auf unsere Mitmenschen , nicht absichtlich, sondern unbewusst. Weil unser autonomes Nervensystem sich im Überlebensmodus befindet. Und da geht es um uns. Ursache und Wirkung. Das Ergebnis ist das, was als Egoverhalten bezeichnet wird oder egoistisch. Ich würde es eher als überlebenskritisch bezeichnen. Wobei das in unserer Gesellschaft, die so viele Möglichkeiten bietet vollkommen unpassend ist. Nur kommen wir halt schlecht gegen dieses Urprogramm an.

Deswegen sind wir in diesem Modus auch äußerst sensibel und empfindlich auf Bemerkungen und das Verhalten von anderen. Weil unser Urprogramm dies als Gefahr für Leib und Leben deutet. Des is fei a ned grod as gsündeste. Eine Art kollektive Wahrnehmungsstörung der Gesellschaft.

Blöd ist das, wenn das alle bzw. die Mehrheit denkt. Sie erschafft damit eine kollektive Illusion der Angst. Eine Art Lemmingismus , der uns gesellschaftlich in die Erstarrung und damit in die Termination führt. Dem Lemingismus verfallen diejenigen, die dazugehören wollen. Also ist das wiederum das Ergebnis des sozialen Autopiloten. Der soziale Autopilot ergibt Sinn in Zeiten, in denen wir entspannt sind. In Zeiten, in denen wir alle von Angst dirigiert werden, funktioniert er nicht mehr, weil die Angst die Regeln der Normalität (Entspannung) ausser Kraft setzt. Physiologisch vollkommen logisch.

Schräg ist es dann, wenn sich ein Lemming (einer der anders denkt) mal querstellt und gegen die Terminierung rebelliert. Denn derjenige ist wie das kleine Kind, in des Kaisers neue Kleider. Er reisst Euch die Maske des Rollenverhaltens vom Gesicht, mit dem Ihr Eure Angst kaschiert und legt den Finger in Eure offene Wunde.

Kein Wunder, dass Ihr dann vor Schmerz zusammenzuckt und wütend werdet. Ginge mir ja auch nicht anders. Das tut weh. Das hat man nicht gern. Und man kann sich auch noch an Schmerz gewöhnen.

Kleine Kinder, die von ihren Eltern misshandelt werden, würden lieber bei ihnen bleiben als von ihnen getrennt werden. Das Stockholmsyndrom wird ähnlich funktionieren. Warum ist das so? Weil es eine Überlebenstaktik ist, sich an so etwas zu gewöhnen. Nur so können wir schlimme Situationen überstehen. Das hat die Natur doch fein eingerichtet. So schnell sind wir nciht kaputt zu kriegen. Wir halten ganz schön viel aus.

Und deshalb wehrt sich das Kind gegen die gut gemeinte Hilfe. Denn es ist die Härte des Elternhauses gewöhnt. Wie wir alle. Wir behandeln uns selbst nicht gut. Weil wir glauben, es nicht verdient zu haben.

Weil wir nicht mehr sehen, was für wunderbare Wesen wir von Natur aus sind! Kleine Kinder sind noch unschuldig. Sie sind noch wunderbar. Wir haben unsere Unschuld längst unter dem Schutt unseres harten Denkens vergraben. Es dauert bis man sie wieder ausgebuddelt hat. Sie ist noch immer da und wartet, dass Ihr sie seht! Dass Ihr sie wahrnimmt. Dass Ihr aufwacht! Wie Dornröschen oder Schneewittchen. Dass Ihr sie seht! So wie die Krokusse, die Tulpen und den Sonnenschein. Die Gesellschaft bringt uns bei uns mit anderen ständig zu vergleichen. Dabei sind wir unvergleichlich.

Apropos Lemingismus und Termination... Wie die Zugansage: "This train terminates here... "
Mit einer Wahrnehmungsillusion z.B. einem Interpretations - oder Übersetzungsfehler klingt das als würde der Zug gesprengt. Die Sichtweise erscheint lebensbedrohend.

Dabei besagt es nur, dass der Zug hier hält und dann in die Gegenrichtung zurückfährt. Die Sicht der Termination ist also völlig aus dem Kontext gerissen und maßlos übertrieben.

Hamsterkäufe sind die Folge solcher verzerrten Wahrnehmungen der gesellschaftlichen Angst. Auch, dass jetzt alle Leute Heizöl kaufen wollen. Meine Mama gehört auch dazu. Jetzt dürft ihr schmunzeln ;-) Ja, auch wir sind so.

Dieses nicht Zusammenpassen der Aussendarstellung und meiner Empfindung der Angespanntheit Eures Nervensystems hat mein Nervensystem irritiert. Denn das ist ja auch übersensibel. Und mich gewundert. Denn ich konnte Eure Anspannung spüren. Eure Nervosität. Das können auch Eure Liebsten, Eure Tiere. Sie werden dann auch nervös und ängstlich.

So überträgt sich also die Nervosität und Angst einer Führungskraft auf das ganze Unternehmen, die Nervosität der Eltern auf ihre Kinder, die Nervosität von Herrchen und Frauchen auf ihren Hund...

Ich glaube, Katzen mit Freigang (also mit artgerechter Lebenshaltung) können noch davon verschont bleiben. Denn die scheint nix aus der Ruhe zu bringen und sie haben ihren eigenen Kopf. Weil sie ihren eigenen Weg gehen.

In der Strasse zu meiner Ergo da wohnt der Zipfelhund. Erinnert Ihr Euch? Der bellt mich immer an und erschreckt mich fast zu Tode. Nicht gut für mein Nervensystem. Ich dachte, das liegt an mir und meinem Nervensystem , das er spürt. Ich habe keine Angst vor Hunden. Meine Amygdala dreht einfach auf. Doch auch wenn ich ruhiger war, blieb das Gebell nicht aus.

Neulich sagte meine Ergo: Der bellt bei jedem. Bei mir auch.
Neulich kam sein Herrchen nach Hause und brummte in dysharmonischem Ton :"Jetzt liegt der auch schon wieder draussen rum..."
Erst da wurde mir dann klar, dass die Übererregtheit, die Aggression des Hundes nicht auf mich, sondern auf sein Herrchen zurückzufülhren ist. Wow! Jetzt bell ich auch noch :)

Auch gestern am Waldrand hetzte eine Frau mit ihrem Hund an mir vorbei. Auch dieser Hund kläffte. Auch hier spiegelt sich das Nervensystem der Frau in dem ihres Hundes. Einerseits faszinierend, andererseits erschreckend wie dieses Virus unsere Beziehungen intoxifiziert.

Gibt es ein Gegenmittel, ein Antidote zur Angst? Denn hinter Nervosität, Irritation, Frustration, Wut und Aggression, Verzweiflung und Hilflosigkeit steckt nur ein Gefühl: Angst. Und dann erstarren wir, weil uns jede Veränderung Angst macht! Wir halten mit aller Macht an den Dingen fest, die uns Sicherheit geben. Egal wie unangenehm und schmerzhaft sie für uns sind. Wir halten aus Angst am Schmerz fest! Und je mehr wir das tun, desto grösser wird unsere Angst. Und sie macht uns krank und unser Umfeld auch.

Ja, es gibt ein Gegenmittel. Neugier, Offenheit, Authentizität, Ehrlichkeit, Frieden, Zufriedenheit und Vertrauen. Die basieren auch auf einem Gefühl: Liebe. Nächstenliebe. Für uns selbst und andere.

Das hört sich jetzt kitschig und romantisch an. Mit Romantik kann ein übererregtes Nervensystem nix anfangen. Genausowenig kann es Berührungen oder gar Händchenhalten ertragen. Ich kann nicht mal Umarmungen ertragen. Und doch wünsch ich mir nichts mehr als fest gedrückt zu werden. Gut , nicht von jedem. Manchmal gelingt mir das auch. Wenn ich enstspannt bin und mein Gegenüber auch. Also wenn alles passt. Noch ist das selten. Doch ich mache Fortschritte.

Aber diese Art von Liebe ist gar nicht gemeint. Denn ist Romantik nicht eine Erfindung der Filmemacher? Also wieder der Norm?

Übrigens ist das vollkommen "normal" wenn Ihr Euch mit dem Wort "Liebe" schwertut. Mir geht es ebenso. Ich schreib lieber Hallo in meinen Mails als lieber Herr xy.... Das fühlt sich derzeit noch nicht richtig an. Weil meine Amygdala noch was dagegen hat. Ab und zu ist es mir aber schon gelungen, dies mit Überzeugung zu schreiben und auch so zu meinen. Bei einem ausgewählten Personenkreis. Okay, vielleicht 2x . :)

Ich kann aber inzwischen sagen und schreiben: ich mag mich so wie ich bin und ich mag die Menschen. Am liebsten mag ich die mit Ecken und Kanten. Nur schade, dass sie sie immer verstecken. Die sind nämlich genau das, was sie liebenswert und besonders macht und von anderen unterscheidet. Eigensinn mag ich. Bin ja selber so. Sturheit und Hartnäckigkeit finde ich bewundernswert und nicht wie die gesellschaftliche Norm tadelnswert. Denn genau dort zeigen die Menschen ihr Innerstes. Da scheint es durch. Wo die aalglatte teflonartige Angepasstheit der gesellschaftlichen Norm-Monokultur durchbrochen wird. Das ist authentisch. Das ist echt. Und das mag ich.

Wer zu seinen Schwächen steht, seine Gefühle preisgibt, zeigt wahre Stärke. Nur wer in einer tiefen Krise steckt, kann die Kraft, die er daraus zieht positiv umlenken und zu einem Umdenken nutzen. So entsteht echtes Wachstum, Persönlichkeitsentwicklung und Heilung und ein Klima der Heilung für die Menschen, die in seinem Umfeld sind. Denn niemand heilt für sich allein. Der Weg geht durch Beziehungen in Beziehungen.

Es geht also um die Nächstenliebe. Das bedingungslose Geben aus eigenem inneren Antrieb. Ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Bitte verwechselt das nicht mit Aufopferung. Denn Aufopferung schreit ja geradezu nach einer Gegenleistung. Aufopferung kommt aus Schuldgefühlen aus Scham, aus Müssen (Verpflichtung) und nicht von wirklichem echtem und authentischem Wollen. Und dieses Wollen entspringt unserer Intuition, einem Gefühl von Vertrauen.

Ich kann es spüren. Wie kommt man dahin? Wie bin ich dahin gekommen? Ich bin dorthin gestolpert über Umwege bzw. wie Alice im Wunderland dort hineingepurzelt oder gestossen worden. Am Anfang fand ich das gar nicht schön.

Indem man sich mit sich selbst und mit den Mit-Menschen auseinandersetzt. Lernt erst sich so anzunehmen wie man ist, wertzuschätzen, nachsichtig und liebevoll und humorvoll mit sich umzugehen und das dann auf die eigenen Beziehungsschnittstellen anzuwenden.

Man lernt es durch ausprobieren und experimentieren. Das ist spannend und macht Spass. Man lernt jede Situation aus einer positiven Sicht zu deuten. Auch wenn etwas offensichtlich schiefgelaufen ist, läßt sich daraus viel lernen. Sogar erst recht dort!

Durch einen Perspektivwechsel. Damit tauche ich nicht die ganze Welt in rosarot. Das ist nicht das was ich meine. Sondern aus jeder Beziehungsproblematik lässt sich etwas lernen. Und damit mein ich nicht nur Paarbeziehungen. Sondern die Beziehung zu sich selbst und dem eigenen Umfeld.

Begegnen uns dieselben für uns als schwierig empfundenen Verhaltensweisen bei Menschen immer wieder, egal wohin wir gehen, dann ist die Ursache dafür in uns zu suchen. Physiologisch vollkommen logisch.

Man kann es auch mit den Worten aus dem Film: 6 Tage 7 Nächte wie Harrison Ford auf die Frage, ob sich hier Frieden und Entspannung finden lässt sagen: "Dies ist eine Insel, was man hierher nicht mitbringt, das findet man hier auch nicht."

Ebenso tragen wir das, was in uns ist, immer dorthin wo wir sind. Das ist das Resonanzprinzip. Was wir aussenden, das bekommen wir auch zurück.

D.h. jeder vermeindlich schwierige Mensch, der uns begegnet, ist unserer Lehrmeister. Und erst wenn wir es schaffen diesen Lehrmeister so anzunehmen wie er ist, das hinter der Maske des Rollenverhaltens zu sehen, was wirklich ist, und ihm mit Nachsicht und Wohlwollen und Verständnis begegnen, können wir wachsen und haben unsere Lektion gelernt.

Tun wir das nicht, geht es uns wie im Computerspiel und wir bleiben im selben Level stecken. Und kommen nicht weiter. Es begegnen uns immer wieder dieselben Verhaltensmuster, die unseren Schmerz triggern. Wenn wir uns mit dem Schmerz auseinandersetzen können wir ihn auflösen. Wenn wir die Wunde ansehen, anstatt sie zu verstecken, dann kann sie heilen.

Und dann folgt die nächste Lektion. D.h. jeder Mensch mit dem wir hadern , kann uns weiterbringen. Näher an das Potential, das in uns steckt. Denn Potentialentfaltung ist nichts anderes als immer mehr zu dem unschuldigen, authentischen , echten, aufrichtigen, wahren und wahrhaftigen und wunderbarem und wunderschönen und natürlichen, charismatischen Wesen zu werden, das wir wirklich sind und immer waren. D.h. es geht darum die Schutzschichten, Masken und Rollen abzulegen und wirklich und authentisch zu leben. Und nicht zu schauspielern. Erst dann werden wir zu uns selbst. Erst dann leben wir wirklich.

Unsere härtesten Lehrer sind die Menschen, die uns am nächsten stehen und wir selbst. Der eigene innere Kritiker. Wenn wir uns mit ihm und ihnen versöhnen und aussöhnen, dann können wir inneren Frieden und Zufriedenheit finden und zur Ruhe kommen. Anstatt uns in Unruhe wie in einer Weihnachtslichterkette immer mehr zu verheddern. Wir werden die Dinge klarer sehen. So wie sie sind. Wertfrei. Liebevoll und nachsichtig und wohlwollend.

Damit können wir Missverständnis und Unverständnis, den Schmerz in uns und der Welt heilen. Physiologisch ist das vollkommen logisch.

Ich weiss, das klingt alles etwas esoterisch und mystisch und weniger wissenschaftlich. Ihr seht also ich hab meinen Blickwinkel schon wieder verändert. Und noch vor einger Zeit wäre ich dafür auch noch nicht offen gewesen. Und hätte wahrscheinlich als erster gerufen: So ein Quatsch!

Doch inzwischen hab ich es erlebt. Mit allen Sinnen. Ich weiss nicht wie es geht, aber es funktioniert. Der Zweifel der Angst, lässt in mir nach. Denn wenn ich mich bisher geöffnet habe, dann war da immer noch hinterher der Zweifel, ob das richtig war. Der wird immer weniger. Das Vertrauen in das Gefühl der Intuition in mich selbst und meine Gefühle wird stärker.

Ich hab neulich im Bücherschrank das Buch "A return to love" von Marianne Williamson gefunden. Es hat mich fasziniert. Und vieles was dort steht, kann ich inzwischen aus eigener Erfahrung bestätigen.

Sie schreibt: "Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzuläglich sind, sondern dass wir keine Grenzen haben."

Wunder gibt es jeden Tag, wir müssen sie nur sehen. Denn Wunder geschehen im kleinen im Verborgenen und ziehen weite Kreise.

Schon seltsam... wenn die Amygdala physiologisch regiert, dann sucht man Sicherheit in Fakten, Daten, in Technik ... Und dann findet man sie an einem ganz anderen Ort. In der Intuition. Im Glauben an die Grünkraft der Natur, der Weisheit des Universums und im lieben Gott. Im Vertrauen auf die Menschen und auf sich selbst und einer höheren Macht.

Das hätte ich am allerwengisten erwartet. Ist wohl doch was dran an dem Spruch: "Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden als Eure Schulweisheit sich träumen lässt..."

Übrigens hab ich jetzt auch herausgefunden, warum ich nie wusste, was ich werden wollte. Es hat sich alles durch Zufall ergeben. Denn man kann nur seinen Weg und Sinn im Leben finden, wenn man sich mit anderen Menschen auseinandersetzt und in den Beziehungen wächst. Das erklärt einiges. Und inzwischen kann ich diese These auch aus eigener Erfahrung bestätigen.

Versteht mich nicht falsch: Nicht, dass ich immer weiss, wo es langgeht. Und ich hab keine Ahnung, was die Zukunft bringt. Doch im Moment bin ich präsenter und kann meiner Intuition und meinen Gefühlen und meinen Sinnen vertrauen. Gut.. mein präfronteraler Kortex braucht etwas Zeit für die Nachverarbeitung der Informationen. Doch dann, wenn ich ganz bei mir bin (das klingt auch sehr seltsam, wo soll ich denn sonst sein? Doch inzwischen weiss ich, dass dies der Zustand ist, in dem man sich in Frieden lässt, nichts will, keine Todo-Listen im Kopf kreisen, man entspannt ist), fällt mir dann die Lösung und das, was ich tun sollte und möchte ein. Und dann mach ich es einfach.

Zweifel bleiben immer mehr aus. Das ist auch schön. Ich gewinne also an innerer Festigkeit. D.h. aus Schmerz und Schwäche kann etwas neues wunderbares entstehen. Neue Stärke. Ein Neuanfang. Wie beim Phönix aus der Asche.

Die Physiotherapeutin hat geantwortet und war sehr gerührt von meiner Mail und meinem Mitgefühl. Da sag noch einer Autisten seien nicht zur Empathie fähig. Ja, ich kann es nicht immer und nicht gleich, bei mir dauert es halt ein bisschen länger, weil ich des öfteren auf der Leitung stehe. Kein Wunder, wenn die ununterbrochen funken. Kein Hirn kann mit einer Datenflut der Sinnesinformationen umgehen. Eures ja auch nicht.

Das fand ich sehr schön. Ein kleines Wunder. Und das geschieht jedesmal, wenn Ihr an andere denkt und für andere etwas tut. Es tut Euch gut. Es ist heilsam. Ihr schafft Euch selbst das heilsame Umfeld, dass Ihr zum Gesundwerden und Ganzwerden braucht. Ist das nicht einfach wunderbar?

Es kostet nix und ist nicht käuflich. Und es ist ungeheuer wertvoll. Jetzt stell ich mir grad bildhaft ein drachenartiges putziges Ungeheuer vor, dass "Wertvoll" heisst. ;-)

Apropos heilsam. In einem Versuch mit Mäusen hat man ihnen ungesundes Futter verabreicht. Alle Mäuse bis auf eine Gruppe wurden krank. Als man diese Anomalie-Gruppe genauer anschaute, stellte sich heraus, dass es an ihrem Pfleger lag. Der streichelte die Mäuse vor und nach dem Fressen. Obwohl ihnen also dieselbe Nahrung verabreicht wurde, hielt sie die Wärme und Geborgenheit gesund. Das gibt zu Denken.

War ja auch in der Frühchenmedizin so. Da dachte man die Babies haben alles, wenn sie mit der Technik des Brutkastens versorgt werden. Dann verglich man die Sterblichkeitsrate und stellte in einem Krankenhaus auf einer Station weniger hohe Sterblichkeitsraten fest. Und was war der Grund dafür? Eine Schwester, die die Kinder berührte und streichelte. Zuwendung und menschliche Wärme schenkte.

Menschlichkeit heilt und verhindert Krankheiten. Das ist wissenschaftlich erwiesen.

So das war jetzt mein Wort zum Sonntag. Und ich geb Euch den Tipp heut bei dem Wetter noch scpazieren zu gehen. Ist gut für Euer Immunsystem. Und eine Extra-Dosis Vitamin D kann ja nicht schaden.

Montag: Also soll man Wut mit Liebe ersetzen? Das soll funktionieren? Das fragt Ihr Euch sicher.

Erinnert Ihr Euch an den Streit, den ich mit meiner Mama mal hatte? Wo ich sie einfach fest umarmt habe? Es hat funktioniert.

Und heut als meine Schwester und meine Mama einen Streit hatten, weil sie sich nicht verstanden haben - dysfunktionale Kommunikation - konnt ich den auch so schlichten. Ausgangslage war, dass meiner Schwester schlecht war. Und meine Mama dann den Kaffee, den meine Schwester über alles liebt, weggeschüttet hat. Mama hat sich gesorgt, dass meiner Schwester dann noch schlechter wird. Das hat sie aber nicht gesagt. Meine Schwester war sauser, weil sie ihren gewohnten Kaffee nicht zuende trinken durfte. Also ihr eine Gewohnheit , ein Ritual verwehrt wurde. Ich hab das dann geschlichtet, meiner Schwester erklärt warum meine Mama das so gemacht hat und meine Schwester umarmt.

Warum ist es denn so schwer, das zu sagen, was man meint und sich klar auszudrücken? Uff... Seufz...

Es gibt ja auch so eine schöne Postkarte (zumindest hab ich die mal gesehen...): Wenn man den Feind umarmt, dann macht man ihn auch bewegungsunfähig. Und das Überraschungsmoment ist sicher auch nicht zu unterschätzen. ;-)

Mein einer Kollege bekommt nach 4 Tagen Homeoffice und 2 Tagen Wochenende zuhause mit seinen 3 Frauen (seiner Frau und seinen beiden Kindern) langsam einen Lagerkoller. Ich hab ihm geraten in Ich-Botschaften aus dem Kommunikationskurs zu kommunizieren und seine Gefühle (Ärger) nicht in sich reinzufressen. Denn ansonsten im- oder explodiert es dann irgendwann. Des is fei a ned grod as gsündeste.

So kann also heilsame Kommunikation Leben retten, weil sie deeskalierend wirkt und so Konflikten vorbeugt. Ich arbeite daheim auch daran.

Cool. Der Politiker hat sich auch gemeldet. Die Idee mit dem Fond für Höchstadter findet er gut und will sie auch einbringen. Ich freu mich. Schon erstaunlich... es funktioniert. :)

Auch cool. In den beiden Comicforen hab ich auch heilsame Kommunikation in Form von konstruktiven und netten Kommentaren bekommen. Ihr seid toll! Wisst Ihr das? Dann sag ich es hiermit nochmal!
Danke!!!

Dienstag: Ist Euch schon mal aufgefallen, wie schlecht sich viele Menschen selbst behandeln? Schimpft Ihr auch mit Euch: "Ich Depp..." wenn Ihr mal was vergesst? Da gehen wir schon ganz schön hart mit uns ins Gericht.

Probiert doch mal was neues aus: wenn Euch sowas passiert, dann geht doch mal liebevoll und humorvoll mit Euch um. Und guckt mal, was es mit Euch macht.

Es duftet nach Heizöl im Treppenhaus. Meine Mama ist glücklich. Denn das gibt ihr Sicherheit und beruhigt so ihr Nervensystem. Und 10 Cent billiger wie das letzte mal war es auch. Das gibt also auch noch Endorphine und Dopamin zur Belohnung. Und sozialer Kontakt auf 2 m Abstand zum Heizöllieferanten mit dem sie im Garten an der frischen Luft , im Sonneschein ein Schwätzchen gehalten hat. Vitamin D und Sauerstoff. Das sollte doch das Immunsystem stärken.

Er musste übrigens gar nicht klingeln , also der "Ölscheich" wie wir unseren Heizöllieferanten liebevoll nennen. Ich hab die Vibration von seinem Tanklaster schon gespürt wie er angefahren kam und dann hab ich ihn auch gehört. Das ist halt der Vorteil eines übererregten Nervensystems. Die Sinne sind geschärft. Jetzt kann ich das auch mal zu meinem Vorteil nutzen. Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Mein Kollege war dagegen ein wenig unglücklich im Skype-Telefonat, weil er jetzt die letzten 2 Wochen 2 x vergeblich in seinem Supermarkt wegen Klopapier (in seiner haushaltsüblichen Menge also unhamsterlich) war. Am liebsten würd ich ihm ein Carepaket mit einer Packung Klopapier und einer roten Schleife drumrum per Post von Höchstadt nach Fürth schicken. Wer hätte gedacht, dass man jemanden mal mit sowas glücklich machen könnte?

Ein Bekannter hat mir ein Video von einem Klopapierlied geschickt. Was es ned alles gibt.

Dabei ist es noch gar nicht lang her, da hab ich eine Rolle Klopapier vor unserem Büro auf dem Gehweg gefunden. Wisst Ihr noch? Die lag da 2 Taaage! Heut nimmer.
Und weil mein Kollege mir das nicht geglaubt hat, hab ich sie ihm am 2.ten Tag auf den Schreibtisch gelegt. Der war damals wenig begeistert. Heut wär das ganz anders. Wie sich die Zeiten ändern.

Apropos Skype und Homeoffice. Als ich mich letzte Woche am Küchentisch ausgebreitet habe und mit meinem Kollegen geskyped habe, redete meine Mama dauernd auf mich ein. Ich konnte den Kollegen kaum verstehen und mich auch nicht drauf konzentrieren. Sie hat mich damit ganz aus dem Konzept gebracht. Es grummelte in meinen Eingeweiden.

Wie ich fertig war mit dem Telefonat, sag ich zu ihr:"Du, ich kann mich nicht konzentrieren, wenn Du auf mich einredst, wenn ich telefonier."
Sie ganz erstaunt:"Was? Du hast telefoniert? Ich hab gedacht, du redst mit dir selber. Wenn Du im Wohnzimmer mit dem Hörer in der Hand dorthockst, dann seh ich dass du telefonierst."

Und puff! verwandelte sich mein Bauchgrummeln in einen Lachanfall :)
Ich bin echt vor Lachen am Boden gelegen...
Gut für das Immunsystem. ;-)

Denn daran hatte ich in meinem Tunnelblick (für mich ist das skypen ja normal) nicht gedacht. Und lustig war es dann ja obendrein. Hier seht Ihr also wieder ein Beispiel dafür wie man mit offener Kommunikation Missverständnisse, Wutanfälle und Streit auflösen und vorbeugen kann.

Wisst Ihr was ich toll finde? Die Menschen, die in der Krise ihre Energie in Kreativität umwandeln anstatt in hilflosen Aktionismus zu verfallen oder in Totenstarre. So bin ich von Herrn Geus gefragt worden, ob ich bei einem lustigen Büchlein über den Erlanger Schlot der ESTW meine Comics beisteuern würde. Freilich!

Das Büchlein ist jetzt fertig und er hat mich jetzt schon zur Lesung in Nach-Corona-Zeiten eingeladen. Da freu ich mich schon drauf.

Was gibt es derzeit noch positives zu berichten? Nebenwirkungen von Corona...
Zwei meiner Mailbekanntschaften haben unabhängig voneinander von der "himmlischen Ruhe" geschrieben, die jetzt herrscht. Ich meine sogar, die Natur atmet auf! Mir kommt es jedenfalls so vor, als würden die Vögel lauter singen. Und als wäre der Frühling noch bunter und farbenfroher als je zuvor!

Mich würde es gar nicht wundern, wenn es nach Corona wieder mehr Insekten und Vögel gäbe. Denn ich glaube, auch sie leiden unter dem Lärm, den wir täglich veranstalten.

Mein Fernschmerztherapeut berichtet, dass jetzt wegen Corona im Krankenhaus die Menschen die Notaufnahme meiden, weil sie Angst haben sich dort anzustecken. Somit hatte er endlich Zeit seine Aktenstapel abzuarbeiten, die sich die letzen 4 Wochen angehäuft hatten.

Die Rettungswache ist auch erstaunlich ruhig. Und die Sirene und Feuerwehrsirenen schweigen auch.

Meine Telefonatin von heute meinte, dass es nach Corona auch wieder mehr Kinder gibt. Ein Cartoonist bei toonsup.com hat das auch schon auf die Schippe genommen. Dort ruft eine Mama ihre Kinder im Sandkasten mit den Namen Covid und Corona.

Gestern beim Abendspaziergang (ich muss ein paar mal am Tag mit meinen Gedanken Gassi gehen) bin ich einem älteren Herrn in Begleitung seiner Enkelin und deren Hund begegnet. Er meinte, ihm geht die Berichterstattung im Fernsehen und Radio jetzt schon auf die Nerven.
Drauf ich:"Ich guck kein Fernsehen und hör kein Radio. Ich les Bücher."

Auch eine Nebenwirkung von Corona: die Fernseh - und Werbebranche freut sich über steigende Einschaltquoten.

Wenn Euer Bauch grummelt, versucht doch auch mal die Energie in etwas kreatives zu stecken, statt in etwas destruktives. Es könnte Spass machen!

So. Heut hab ich noch ein paar Leut, die ich kenn angemailt und ihnen gute Wünsche per Mail geschickt. Ich möcht jeden Tag ein bisschen Freude, Nächstenliebe und heilsame Kommunikation verbreiten. Ich hoffe, es gelingt mir. Ist auch gut für das Immunsystem. Das kostet nix und macht viel Freude. Ich frag mich, ob auch bei einer netten mail Serotonin und Oxytocin ausgeschüttet werden. Hat das schon mal jemand gemessen?

In diesem Sinne passt gut auf Euch und Euer autonomes Nervensystem und Immunsystem auf!

Mittwoch: Heut hab ich ein lustiges Homeoffice-Video gesehen :)
Ein Nachrichtensprecher von CNN glaub ich, berichtete von daheim. Dann ging die Tür im Hintergrund auf und ein kleines Mädchen kam rein und fuchtelte mit den Händen herum. Hinter ihr kam dann in erstaunlichem Tempo noch ein Baby im Laufwäggelchen angetappst. Und dann die entsetzte Mama hinterher. Sie hat sich die beiden geschnappt und dann halb liegend von aussen die Tür zugemacht.

Irgendwie hätte ich mir ja gewünscht, der Sprecher wär so entspannt gewesen, dass er sie beide auf den Schoss genommen hätte und weiter berichtet hätte.

Gestern kam ein Beitrag zu Corona aus Sicht der kleinen Betriebe. Ein Beitrag berichtete über die Inhaberin eines Friseurladens. Man konnte erleben wie ein älterer Mann (die Stimme war verfremded) einen Haarschnitt wollte und sich kaum abwimmeln liess und auch kein Verständnis zeigte. Sondern die Inhaberin auch noch beschimpfte. Sie war ziemlich frustriert und wütend und sagte:"Die jungen Leute haben Verstädnis und reagieren vernünftig. Aber gerade die Risikogruppe nicht."

Ich kann beide Seiten verstehen. Die Inhaberin, die den Anordnungen nachkommen muss und Angst um ihre Existenz hat. Und aus diesem Grund hilflos und verzweifelt ist.

Ich kann aber auch einen älteren oder kranken Menschen verstehen, der in dieser Situation umso mehr seine Rituale braucht, weil sie ihm Sicherheit geben. Zu denen auch der Friseurbesuch zählen kann. Und er fühlt sich dann hilflos und wird wütend, wenn ihm das verwehrt wird.

Ich war als Kind auch so, wenn ich meine Lieblingsserie nicht sehen durfte. Weil sie mir Sicherheit gaben in einer Welt, die für mich unerechenbar ist. Deshalb hab ich auch immer dasselbe gegessen. Senfbrot und Wela Hühnerbrühe.

Das hab ich heut noch, das mit demselben essen, wenn zu viele oder zu starke Veränderungen auf einmal passieren. Als meine Mama letztes Jahr mehrere Wochen im Krankenhaus war, haben meine Schwester und ich uns auch jeden Tag von Brot mit Butter und Erdbeermarmelade ernährt. Weil es einfach ist und nicht viel Energie kostet und Sicherheit gibt. Und damals war ich süchtig nach Navy CSI. Die regelmäßigen Folgen haben mich beruhigt und getröstet. Wie damals als Kind.

Ich hab heut eine Antwort zum Vortrag für den Schmerzkongress in Mannheim bekommen. Mein Vorschlag wurde leider nicht aufgenommen. Schade. Ich bin schon enttäuscht, denn ich hatte mich schon drauf gefreut, meine Erfahrungen mit anderen zu teilen.

Alternativ kann ich es jetzt noch mit einem Poster versuchen. Wär für mich vielleicht sogar besser. Wenn ich dort nur die Schmerz-Comics ausstellen dürfte auf dem Gang im Treppenhaus könnten sie sogar noch mehr Leute sehen und damit erreichen. Und ich müsste auch nicht die ganze Zeit vor Ort sein. Autistentauglich.

Ich hab jetzt mal das pdf mit den 4 erste Comics an die Veranstalter geschickt und angefragt, ob ich die dort an einem Posterstand ausstellen dürfte und ob die Dame vielleicht mal bei der Kommission nachfragen könnte. Immerhin: letztes Jahr gab es ja auch einen Theoriebeitrag zu Schmerz und Humor. Ich hätte jetzt den praktischen Teil dazu im Petto.

Ein paar lachende Gesichter auf einem Schmerzkongress statt lauter ernster Gesichter können ja auch nicht schaden.

Derweil schick ich Mails an Bekannte und frag wie es ihnen geht und schick ihnen ein paar Comics.
Eine hat mir heut geschrieben: "Hallo Sandra, mir geht es gut. Ich bin wieder im Krankenhaus."
Da war ich etwas irritiert...
Deshalb hab ich zurückgemailt:"Kopf kratz... Aber wenn man im Krankenhaus ist, dann geht es einem doch ned gut.Ich wünsch Dir gute Besserung!"

Ein anderer antwortet mit:"Danke der Nachfrage, es läuft so. Wie geht's Dir?"
Auf die Frage weiss ich nie, was ich antworten soll. Diesmal hab ich so geantwortet:"Ich wurschtel mich so durch. Ich bin Krisen ja irgendwie gewöhnt."
Es hat auch einen Vorteil, wenn man den Ausnahmezustand gewöhnt ist. Irgendwann gibt es keine Steigerung mehr. Und man gewöhnt sich dran.

Meine Physiotherapie-Praxis hat zugemacht. Keine Ahnung wie es weitergeht. Noch eine Veränderung und der Wegfall einer Routine. Alles bricht weg. Das fällt mir schwer.

Natürlich verstehe ich, dass sie zumachen müssen, auch damit weder sie sich noch andere angesteckt werden. Und dass das sein muss.

Heut im Wald ist mir klargeworden, dass man ja jede Arbeit und alles im Leben als ein Geben und anderen helfen definieren kann. D.h. es geht bei allen Interaktionen , bei jeder Kommunikation um Menschen. Naja, und wenn man die Perspektive auf ein gutes Auskommen mit den Mitmenschen legt, dann kann man an allem seine Freude finden. Naja gut, an fast allem. Und eine eintönige oder eingefahrene Arbeit kann dann sogar wieder Spass machen, weil ein neuer Blinkwickel dazukommt.

Mein Zeitungsreporter hat sich auch gemeldet: "Bei uns wird es auch immer komplizierter, wir müssen jetzt schon verringerte Umfänge machen. Wir versuchen, an allen Themen dran zu bleiben, es wird uns nicht immer gelingen. Zumal auch wir weniger Seiten machen können, und die Hälfte im HomeOffice arbeitet, was das Ganze nicht leichter macht."

Er hat versprochen, dass wir uns wenn alles vorbei ist mal wieder treffen. Das wäre schön.

Meldet Euch doch auch mal bei Leuten, von denen Ihr schon lang nix mehr gehört habt. Sie freuen sich bestimmt. Und haltet die Ohren steiff!

Donnerstag: Mir geht's seit gestern abend schon nicht so gut. Ich kann mich kaum konzentrieren und meine Hände zittern wie Espenlaub. So poetisch das auch klingt, tippen ist damit etwas schwer. Dinge halten auch. Überhaupt wenn sie flüssig sind. Denken mit Konzentrationsstörungen auch.

Aber das ist halt nun mal so. Ich tu was ich kann, um mich herunterzufahren.

Heute bin ich gereizter. Meine Schwester empfinde ich heut auch als anstrengender und rigider in ihren Routinen. Sie redet heut auch sehr viel. Meiner Mama geht es heut auch nicht so gut.

Trotzdem ist es mir gelungen mit einem anstrengendem Kollegen fest zu bleiben und einen konstruktiven Lösungsvorschlag zu machen. zu machen. Leider war dessen Nervensystem ebenfalls übererregt und so hat es dann trotzdem nichts genutzt. Es kam zu dysfunktionaler Kommunikation.

Ich hab es dann anderweitig geklärt. Im Endeffekt sollte ich etwas, was ich gestern schon mal gemacht hatte, heute nochmal machen. Und ich hab halt nicht verstanden, warum.

Mein Gegenüber war leider nicht enspannt genug, mir einfach den Grund zu nennen und sachlich und ruhig zu argumentieren. Stattdessen kam er mir witzig daher. Als ich gefragt habe, ob das jetzt täglich zu machen ist, meinte er : ja, das machen wir jetzt jeden Tag 3 x. Und das fand ich gar nicht lustig. Das hab ich ihm dann auch so gesagt. Das fand er dann anscheinend auch nimmer lustig. Jedenfalls beendete er die Unterhaltung dann mit den Worten:"Wenn es Dir zuviel Aufwand ist, dann lass es."
Ich blieb irritiert und genervt zurück. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Erst ein anderer Kollege, an den ich mich dann in meiner Hilflosigkeit (denn so läßt einen die Situation ja dann zurück) um Rat gefragt habe, hat mir dann den Hintergrund erklärt. Und den hab ich verstanden. Damit war es für mich auch okay. Mir hat schlicht und ergreifend der Grund dafür gefehlt.

Wir hatten heute viele Skype-Besprechungen und die finde ich auch sehr anstrengend. Überhaupt, wenn die Redner die Dinge nicht sachlich und direkt auf den Punkt bringen können. Was man da Zeit sparen könnte! Und Nerven!

Ich rede ja auch gern und verirre und verfranse mich in den Assoziationen meiner Gehirnwindungen, wenn ich zu übererregt und angespannt bin. Wie ein Duracellhase verfalle ich dann in einen Redefluss, der nicht mehr aufzuhalten ist. Das scheint auch vielen Rednern schwerzufallen. Und gibt mir sehr zu denken. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Dabei hatt ich heut früh noch so ein konstruktives Fachgespräch mit einem Kollegen, der nebenbei auch zugab, dass ihm sein gewohnter Arbeitsweg fehlt. So verschieden sind wir gar nicht. Ihr braucht die Routinen genausosehr wie ich.

Heut ist eher mein FI-Schalter angesprungen. Notbremse. Sparflamme. Nix geht mehr. Ich kann nimmer-Modus. Ich hab dann auch pünktlich Schluss gemacht und war superhungrig, hab mich gestärkt und bin dann raus. Weit bin ich nicht gekommen, weil ich nicht konnte. Jeder Schritt ist eine mentale Kraftanstrengung. Mein präfronteraler Kortex tut sich heut schwer.

Und dann tauchen auch schon negative Gedanken auf. Ich muss an das dysfunktionale Gespräch mit meinem Kollegen zurückdenken. Ich finde es traurig, dass sich die Menschen soviel missverstehen. An die Folgen möcht ich gar nicht denken. Frust, Wut, Neid, Krankheit, Gewalt, Krieg ...

Ich nehme wahr, dass sich meine Gedanken verdunkeln und versuche an etwas positives zu denken, was mir heute passiert ist. Ich denke an das Gespräch mit dem anderen Kollegen zurück. So ganz gelingt es mir aber noch nicht. Die Reizflut und die Amygdala sind heut stark.

Und dann guck ich in meine privaten Mails und habe auf die Mails von gestern and meine Bekannten ganz viele liebe Antworten bekommen. Und schon verdrängen Freudenstrahlen die Düsternis meiner amoklaufenden Amygdala.

Ein paar Auszüge möchte ich gerne als "Soulfood" mit Euch teilen :)

"Ich kann auch von meiner Seite sagen, dass ich es sehr schön finde mit Dir zusammen zu arbeiten. Du hilfst umkompliziert und kommunizierst toll! Außerdem mag ich Deine Leichtigkeit, man muss ja nicht alles so ernst nehmen, oder?"

"... ich hab heute auch schon an Dich gedacht. Gibt's Gedankenübertragung?
Ich wollte Dich auch fragen, wie Du die Corona-Krise erlebst.
Aber ich sehe schon, Du bist kreativ. Die Comics sind sehr süß!"

"Welch tolle Comics!
Ich bin begeistert.
Eine nette Idee mich so etwas aus dem üblichen Alltag zu entführen."

Noch was schönes hab ich gestern schon gesehen... Am Weg nach Etzelskirchen durch das Wäldchen am Altenheim vorbei hat jemand auf die Bänke und auch bei der Rettungswache auf einem Stein kleine weisse Engel postiert. Wer das wohl gewesen ist?

Und soeben kommt eine Dankesmail von Kay reingeschneit, der ich dabei geholfen habe, die Husky Beanie auf Babymützengrösse herunterzurechnen. Sie hat mir ein Bild von der Mütze geschickt. Niedlich. Das größte ist die Bommel :) Die neue Erdenbürgerin und Mützenbesitzerin Holly ist jetzt da. Hoffentlich gefällt sie ihr und hält sie schön warm.

Rückmeldung wegen der Poster-Comic-Anfrage zum Schmerzkongress hab ich auch bekommen:
"Leider muss ich auch hier die regulären Wege einhalten, möchte Ihnen aber gerne die Rückmeldung geben, dass wir uns ü,ber eine Poster-Einreichung mit diesen Inhalten (voraussichtlich ab 30.04.2020) sehr freuen würden."

Das klingt doch ganz gut. Jetzt muss ich nur noch lernen wie ich so ein Poster erstelle...

Ui! Grad ist noch eine Mail eingetrudelt.
"danke für Ihre schönen Bildgeschichten. Das wäre eine gute Postersession..."

Bleibt gesund und passt gut auf Euch und Eure Lieben auf!

Freitag: Der Tag vergeht heut wie im Flug. Hab nur ein kleines technisches Problem mit der Verbindung. Stellt sich dann aber, als ich die Ruhe behalten kann und nicht in Panik verfalle, einfach raus, dass das Netzwerkkabel am DSL-Modem etwas locker war. Die Arbeit macht Spass und ich kann mich auf jede Aufgabe gut konzentrieren.

Herausfordernd ist es trotzdem. Aber heute macht mir das kaum was aus. Ich hab heute kein Problem damit, jemandem um Hilfe zu bitten oder nochmal nachzufragen. Ich bin über mich selbst erstaunt.

Wir müssen eine Erklärung zu Sicherheitsvorkehrungen beim Arbeiten im Homeoffice lesen und bestätigen. Das ist die Version für Zuliefererbetriebe, die sie uns geschickt haben. Da steht viel zuviel drin. Auf englisch ist es auch noch und ich frage mich, was meine Kollegen machen, die kein Englisch oder es nicht so gut können.

Ich frage mich, warum es nicht möglich ist einfach in ein oder zwei deutschen Sätzen die daheim auch durchführbaren Anforderungen zusammenzuschreiben. Was das Zeit kostet, diesen Sermon durchzulesen. Wenn man es überhaupt versteht.

Nein, ich kann leider die Tür nicht zumachen und abschliessen, weil ich der Küche arbeite, Mitbewohner habe, die auch frühstücken und nicht verhungern möchten und mich mit Nahrung versorgen und mein DSL-Modem im Wohnzimmer steht und ich sonst das Kabel abknicken würde. Und nein, vergitterte Fenster haben wir daheim auch nicht. Ich wohn ja nicht im Gefängnis. Das schreib ich dann auch in die Lesebestätigungsmail hinein. Bisher hab ich keine Rückmeldung erhalten.

Mein Kollege erzählt mir, dass er in einer Besprechung war, wo beraten wurde, wie ein Projekt weitergehen soll, wenn das mit dem Corona noch 4 bis 5 Monate dauert. Sein Kommentar: Dann haben wir ganz andere Probleme.

Ich stell mir vor, wie der liebe Gott von oben herunterguckt und sich über diesen Irrsinn amüsiert. Was muss denn noch passieren, dass wir wieder das sehen, was im Leben wirklich zählt? Die Antwort bekomme ich, als mein Blick auf meine noch selig schlafenden Mitbewohner fällt.

Hinterher bin ich fertig. Ich brauch was zu essen und muss raus. Mit Essen werd ich von meinen Mitbewohnern versorgt. Fein. Im doppelten Wortsinn.

Meine Mama hat meine Schwester gebadet, denn dabei braucht sie Hilfe. Im Gegenzug fön und frisier ich meine Schwester. Dann braucht meine Mama das nicht zu machen. Wir sind ein gutes Team. Danach treibt es mich raus.

Ich hab einen neuen Lieblingsort im Wald entdeckt. Schattig und in Wassernähe mit einer sonnigen Lichtung. Da lass ich mich nieder und betrachte die Schönheit um mich herum. Weisse und gelbe Blüten. Das Wasser plätschert vor sich hin. Der Wind trägt eine kühle Brise vom Wasser. Es duftet nach Wasser und Pflanzen. Die Sonne kitzelt mir die Nase.

Zwei Pfauenaugenfalter vollführen ihren Paarungstanz. Und Zitronenfalter schwirren durch die Luft. Eine Hummel brummelt an mir vorbei. Wissenschaftler würden ihr erklären, dass sie rein physikalisch gar nicht fliegen kann. Es kümmert sie nicht. Gott sei Dank. Sie weiss es besser.

Wir sollten alle so leben wie die Hummel. Einfach losfliegen, egal was uns irgendwelche Spezialisten erzählen, was wir können und nicht können. Drauf gepfiffen. Wenn man es so betrachtet, ist die Hummel ein Paradebeispiel für Potentialentfaltung.

Ich nehm ein paar Bärlauchblätter mit, die ich auf dem Weg finde. Die schmecken gut. Die passen heut gut in die Suppe.

Als ich zurückkomm, versucht unser Nachbar mit mir Smalltalk zu machen.
Ein vergebliches Unterfangen.
Er:"Du gehst fleissig spaziern."
Ich sage:"Hm." und denke darüber nach, ob man auch faul spazierengehen kann und wie das dann wohl aussehen würde.

Dann setz ich mich daheim noch ein bisschen auf den Balkon. Ich beobachte 3 Elstern, die über die Dächer fliegen. Unser Nachbar schmiergelt mit einer Maschine einen Holztisch ab. Ein anderer mäht seinen Rasen lautstark elektrisch. Es dauert nicht lange und weitere Nachbarn schliessen sich dem Konzert der Elektrogeräte an. Schade. Man hört die Vögel fast nicht mehr singen. Und die singen heut so schön. Aber gegen den Elektroradau haben sie keine Chance.

Schon seltsam. Die Vögel begrüssen das schöne Wetter, den ersten warmen Frühlingstag mit ihrem Gesang. Wir Menschen begrüssen ihn mit dem Konzert aus Rasenmähern, Elektroheckenscheren, Gekreische von Ketten- und Kreissägen und sonstigen Krachmachern. Wir sind schon eine seltsame Spezies...

Mir persönlich ist der Gesang der Vögel lieber. Euch wohl nicht...

Was ich auch verblüffend finde, ist, dass wenn einer mit seinem Rasenmäher loslegt, die anderen sich ihm anschliessen. In stillem Einvernehmen wollt ich schon schreiben... nee, still is des ned.

Ist das auch dieser soziale Autopilot, der Euch dazu treibt? Weil der eine es macht, macht Ihr das auch? Das ist ja ansteckender als Corona.

Der Krach wird mir draussen zuviel und ich geh wieder rein und mach die Tür zu. Himmlische Ruhe.

Ich wünsche Euch ein himmlisches Wochenende! Passt gut auf Euch auf!

 
Die Glaa aus ERH - Wertvorstellungen Sandra Jaeger 2020
28.03. bis 03.04. Wer gibt, dem wird gegeben ...

Samstag: Irgendwie ist das total schön, soviele Mails mit so tiefen und lieben Gedanken und Worten zu verschicken und auch zurückzubekommen. Tut gut. Kann ich nur empfehlen.

Was ich als angenehm empfinde: es geht jetzt um Big Talk und nicht mehr um Small Talk. Das liegt mir auch mehr.

Kay hat mir noch ein Foto von Holly geschickt. Also mit Holly, dem Baby drauf. Nicht von Holly gemacht. Das Selfiealter hat sie noch nicht erreicht, obwohl das anscheinend immer früher beginnt. Gibt ja schon Ideen sowas in Menschen zu integrieren zu wollen. Mensch und Maschine zu verschmelzen. Performancesteigerung. Das finde ich eher gruselig.

Denn ebenso wie ein Schmetterling von Natur aus perfekt und schön ist, sind es auch die Menschen. Das ist das unschuldige, offene, weise Wesen mit dem wir alle auf die Welt gekommen sind. Leider sammeln wir im Laufe unseres Lebens da soviel Müll an, dass wir diese Unschuld darunter verschütten. Und dann verbringen wir den Rest unseres Lebens damit , sie wiederzufinden. Unser echtes authentisches und liebenswertes Wesen.

Viele verbergen dieses Wesen so geschickt unter den Zwiebelschichten der Rollen, die sie spielen, dass es nur selten hervorscheint. Doch wenn, dann strahlt es heller als die Sonne und gibt auch viel mehr Wärme. Soziale menschliche Wärme und Behaglichkeit. Wohlfühlauthentizität, Echtheit , Aufrichtigkeit. Da erwischt man mal kurz einen Blick auf die wahre Natur des Mitmenschen.

So machte ich heut wie immer vor dem Kreuz am Kellerberg Rast und redete mit dem lieben Gott. Da sprach mich ein Anwohner von der gegenüberliegenden Strassenseite an.
Er:"Den brauchen wir jetzt ganz dringend."
Ich:"Wir brauchen ihn immer."
Er:"Häh?!? Ich hab mein Hörgerät nicht drin."
Aha wieder ein übererregtes Nervensystem.
Also plärre ich meine Antwort nochmal über die Strasse. Wenigstens wird unsere Unterhaltung von keinen Autos gestört. Auch eine Nebewirkung von Corona, der Verkehrslärm fällt weg.

Er:"Wenn alle sich an die 10 Gebote halten würden, dann bräuchten wir keine weiteren Regeln. Nach Corona wird alles so weitergehen wie bisher."
Ich teile seinen Pessimismus nicht:"Ich denke schon, dass einige Menschen daraus etwas lernen und sich verändern."
Er ist nicht dieser Meinung, wünscht mir aber trotzdem einen schönen Tag und ich ihm auch.

Im Städtle treff ich noch eine Bekannte. Es geht ihr sichtlich besser als das letzte mal, als ich sie gesehen habe. Es treibt sie in den Garten. Nicht an den PC. Die Menschen haben Angst, sagt sie. Drauf sag ich, dass sie auch schon vorher Angst hatten und Amygdala gesteuert waren. Es nur nicht so wahrgenommen haben. Sie stimmt mir zu.

Sie sagt: "Sie haben Angst vor ihren Gefühlen, denn da muss man sich mit sich selbst auseinandersetzen. Sie merken,dass es keine Sicherheit gibt. Sicherheit ist eine Illusion."

Ich mein, dass das auch damit zu tun hat, dass sich die Menschen von heute über ihren Beruf definieren und darüber ihre Identität festlegen. Und wird man dort rausgeworfen, wie jetzt, durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Unfall oder andere Lebenskrisen, dann verliert man sie und damit den Boden unter den Füssen.

Dabei stimmt das ja gar nicht. Wir haben keine feste Identität. Sie ist wandelbar und flexibel. Sie wandelt sich durch das was wir tun und wie wir mit Krisen umgehen und was wir daraus lernen. Dazu gehört nicht nur die Arbeit, sondern auch unser Umgang mit unseren Mitmenschen, das , was uns bewegt, das was wir in unserer Freizeit machen, unsere Werte und Ziele und der eigene Lebenssinn.

Ich hab mal gelesen, dass sich einem der Sinn des Lebens erst durch Kontakte und Erlebnisse und Krisen mit Mitmenschen offenbart. Und kann es auch aus eigener Erfahrung bestätigen. Bei mir war es so. Bzw. ist es noch. Wer weiss schon wo die Reise noch hingeht?

Sie sagt: Viele suchen Ablenkung , manche sogar in der Meditation, da muss man aufpassen. Eine Gewisse Distanz und Schutzwall vor den Gefühlen anderer ist wichtig. Doch muss man aufpassen, dass man da nicht zu weit geht, sich zu weit von seinen Gefühlen und denen anderer abschottet. Sonst richtet sich das gegen einen selbst.

Ich glaube, ich weiss , was sie meint. Ich sage Ihr, dass ich sie lieb habe. Und dass ich sowas früher gar nicht sagen konnte. Und dann kommen mir die Tränen. Was ist das? Ich will doch gar nicht weinen. Ich wehre mich dagegen. Und sag:"Blöde Gefühlsgrenze..." (weil sie mir fehlt...). Sie sagt, dass das gut sei. Dann muss sie weiter. Und ich auch.

Die Träne kullert weiter, läuft über mein Gesicht. Ich spüre wie sie mein Kinn berührt. Was ist das bloss? Es ist kein Gefühl von aussen. Das kommt von mir. Ich schaue es neugierig an. Wieso wehre ich mich dagegen?

Was ist es? Ist das am Ende das Gefühl, das man (Nächsten-)Liebe nennt? Wenn man jemanden mag? Es fühlt sich komisch an... Ungewohnt. Es ist nix schlimmes. Irgendwie schön. Irgendie gut. Nicht, dass ich nicht meine Mama und Schwester nicht lieb habe. Aber über sowas ist bei uns nie geredet worden. Ist das bei Euch anders?

Nachdem ich das Gefühl neugierig betrachtet und beachtet habe, löst es sich auf. Aha. Interessant. Wieder was gelernt.

In der Bäckerei erzähl ich, dass jeder Mensch was Gutes in sich hat. Da widerspricht mir die Verkäuferin. Sie hatte gestern zweimal 50-jährige Radfahrer da, die keinen Abstand hielten und meinten sie machen aus der Corona-Zeit Urlaubszeit. Ich mein, das das Angst ist. Verdrängung. Sie meint, die sind schon immer so. Einfach schlechte Menschen. Und dann husten sie die hinter ihnen stehende Asthmatikerin auch noch absichtlich an. Nein, so ein Verhalten finde ich auch nicht schön. Gedankenlos. Gedanklosigkeit geht meiner Erfahrung nach mit Hilflosigkeit einher.

Radieschen und eine lustige Tomate, die wie ein kleiner Kürbis aussieht und eine Gurke bekomme ich am Wochenmarkt. Das ist fein. Bei uns geht Liebe durch den Magen. Ist das bei Euch auch so?

Und dann treff ich noch eine Bekannte, deren Mann grad Chemo bekommen hat. Sie erzählt mir begeistert von ihrem letzten VHS-Malkurs. Er muss demnächst wieder ins Krankenhaus und da wird er dann mit dem Auto fahren, weil sein Immunsystem geschwächt ist und die Busse nicht regelmässig fahren. Er könnte mit dem Taxi fahren, aber da ist ihm der bürokratische Aufwand bis er das von seiner Krankenkasse genehmigt bekommen hat, zu anstrengend. Dafür hat er derzeit keine Kraft. Das verstehe ich. Sie soll ihm einen schönen Gruss und gute Besserung ausrichten. Ich find das bewundernswert wie die beiden damit umgehen. Liebevoll. Man muss die beiden einfach gern haben.

Irgendwie hat die Krise auch was schönes. Die Menschlichkeit kehrt zurück. Die Tiefe in den Gedanken und im Denken und den Unterhaltungen oder Mails. Das finde ich eine sehr schöne Erfahrung.

Passt gut auf Euch auf! Geht raus und tankt Vitamin D! Ist genug für alle da!

Sonntag: Mir ist im offenen Bücherschrank am Samstag das Buch "Tun Sie's doch ..." von Irene C. Kassorla in die Hände gefallen. Tja, man kann mich nicht mal in Corona-Zeiten, in denen Buchläden geschlossen sind, fortschicken ohne dass ich mit einem Buch heimkomme. Genauer gesagt waren es sogar 3.

Ich bringe es auch fertig, mehr Bücher wieder mit heimzunehmen als ich losgeworden bin. Ja, darin bin ich ein Meister meines Faches. ;)

Ich hab mich immer gefragt, was der Unterschied zwischen meiner Bekannten, die ich gern mag und die mir vom Denken her auch sehr ähnlich ist, und mir ist. Warum krieg ich Sachen hin und ihr fällt alles so schwer bzw. es klappt einfach nicht?

Jetzt hab ich die Antwort in diesem Büchlein gefunden. Naja, ich wusste es schon irgendwie vorher, aber es war mir nicht bewusst. Der Groschen (wo auch immer der herkommen soll) ist erst jetzt gefallen. Wohin?

Der Unterschied zwischen uns ist, dass ich Dinge einfach mache. Und auch wenn es schwierig wird, nicht aufgebe. Nein, dann wird es für mich erst so richtig interessant. Das weckt erst meinen Ehrgeiz. Und wenn eine Tür zugeht (so wie jetzt beim Schmerzkongress, die Absage zu meinem Vortrag), dann geht ein Fenster auf, egal wie klein es sein mag. Wie jetzt die Möglichkeit mit dem Poster.

Wenn man in Hilflosigkeit erstarrt ist, dann gibt man bei der ersten Hürde auf. Dann vergibt man die Chance etwas dazuzulernen. Und so macht es leider meine Bekannte. Die ich sehr gern habe. Und so kann sie nichts dazulernen.

Auch wenn es nicht exakt so läuft, wie man es möchte und wie man es sich vorgestellt hat, wirft man die Flinte ins Korn. Was immer sie da auch soll.... Und so sieht man Chancen nicht, die sich einem bieten und kann sie auch nicht wahrnehmen. Weil man vor Hilflosigkeit erstarrt ist. Hilflosigkeit macht starr und unflexibel. Das ist blöd. Denn so behindert man sich selbst und nimmt sich alle Möglichkeiten. Das ist sehr schade.

Ja, ich war auch enttäuscht, dass es nicht so geklappt hat wie ich es mir vorgestellt habe. Doch wer weiss wofür es gut ist? Und vielleicht ist die Posteridee ja sogar noch besser mit mir kompatibel und ich kann so vielleicht sogar mehr Leute erreichen.

So hab ich jetzt also schon ein paar Leute gefragt, die schon mal so ein Poster gemacht haben, mit welchen Programmen ich sowas machen kann. Und dann werd ich das halt einfach mal ausprobieren und gucken wie weit ich komme. Dann kann ich wieder was neues dazulernen.

Meine Bekannte denkt, dass mir die Dinge leicht fallen. Dass ich begabt bin. Dass mir die Dinge nie in den Schoss gefallen sind, dass es das Ergebnis vieler Fehlversuche, Hürden, Lernerfahrungen, Mut und Überwindung und Zähigkeit und einem grossen Durchhaltevermögen ist, das sieht sie leider nicht.

Sie denkt mir wär das alles in den Schoss gefallen. Ich kann gut zeichnen, weil ich das schon im Kindergarten den ganzen Tag gemacht habe. Übung macht den Meister. Wenn man ein Problem damit hat mit anderen Kindern zu spielen, dann macht man halt was, was man allein machen kann. Also hab ich gezeichnet. Das ist mir nicht zugeflogen. Genausowenig das Programmieren. Ich hab ne Ausbildung gemacht und mich durchgekämpft. Mir daheim ein Netzwerk eingerichtet und vieles in meiner Freizeit einfach ausprobiert, was ich auf Arbeit und in der Berufsschule nicht machen konnte. Es hat mich ja auch interessiert. Und das hat dann auch Spass gemacht. Denn wenn man lernt, dann wird man auch belohnt. Dopamin und Endorphine. Ein kleiner Rausch, wenn mal was funktioniert.

Auf Anhieb funktionierte selten was. Und ich muss sagen, dass die schönsten Lernerfolge auch die waren, die am härtesten errungen wurden. Und wenn jemand sagt, das kannst Du nicht, dann motiviert mich das erst richtig.

Sie dagegen gibt auf sobald es etwas schwieriger wird. Und das finde ich unglaublich schade. Dann sagt sie, dass sie sowas halt nicht kann, weil sie so ist wie sie ist. Das ist Quatsch. Und Jammerschade. Bevor sie mit etwas anfängt, zweifelt sie schon, dass sie das überhaupt hinbekommt. Sie sabotiert sich selbst.

Weil sie an sich zweifelt. Ich war früher auch sehr gut darin an mir zu zweifeln. Und auch heute bin ich nicht immer davor gefeit. Wenn die Amygdala Amok läuft, dann ist das wohl die logische und physiologische Folge. Man vertraut sich selbst nicht. Und anderen dann freilich auch nicht. So entsteht Misstrauen allem und jedem gegenüber. Wer anderen misstraut, der tut dies meiner Erfahrung auch sich selbst gegenüber. Und mit dem Resonanzprinzip oder Karma oder wie auch immer ihr es nennen wollt, erzeugt man so genau das, was man selbst aussendet. Das heisst im Endeffekt macht man sich das Leben selbst schwerer als es ist und verstärkt die Probleme noch. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Wenn ich aber etwas unbedingt wollte, dann gab und gibt es keine Zweifel und kein Halten. Ich guck immer wie weit ich komme und fang einfach mal an. Ich erwarte nichts. Und wenn ich dann nicht weiterkomme, denke ich nach und überlege mir , ob ich jemanden fragen könnte. Machen will ich es dann immer noch selbst. Wenn man Profis um Rat fragt, dann freuen die sich auch, dass man ihren Rat schätzt und Ihr Wissen und sie teilen es gern. Ich tu das ja auch, wenn mich jemand um Rat fragt. Man lernt mit und voneinander. Es ist ein Geben und Nehmen. Keine Einbahnstrasse.

Bei Hilflosigkeit ist es leider so, dass man sich erstens nicht traut, andere um Rat zu fragen (man hält sich selbst und die Fragerei für lästig, so ging es zumindest mir), oder sie zuviel fragt, weil man so unsicher ist. Und dann vergrätzt man sie. Es entsteht ein Ungleichgewicht aus Geben und Nehmen. Man merkt es, wenn es anstrengend für eine Seite ist.

Ist es ausgewogen, dann ist es spielerisch. Es gewinnt an Leichtigkeit und Lebendigkeit. Es läuft von selbst und beide Seiten profitieren zu gleichen Teilen von dem Wissen und der Erfahrung des anderen. Das ist schön. Es macht Spass. Es gibt Energie.

Im umgekehrten Fall zehrt der Hilflose an den Kräften des Gebers solange, bis dieser nicht mehr kann oder nicht mehr mag. Hier greift dann der Selbstschutz des Gebers. Der dann auch die Verbindung beendet und dies auch zu seinem Schutz muss.

Meine Bekannte z.B. hat folgende Strategie. Wenn sie nicht weiter weiss (und das ist sehr oft der Fall, weil sie nicht ruhig genug ist, um die Optionen und Lösungsmöglichkeiten zu sehen, die sich ihr bieten), dann pocht sie auf ihr Recht, dass Ihr jemand helfen MUSSS! Dass sie es selber lösen könnte, wenn sie sich genug Wissen aneignet oder jemanden fragt, oder es erstmal alleine probiert, das kommt ihr nicht in den Sinn. Ihre Amygdala ist blind dafür. Um Optionen und Möglichkeiten sehen zu können, muss man nämlich schon etwas gelassen und entspannt sein. Es gibt Menschen denen gelingt das nicht mehr, z.B. weil sie krank sind oder sich im Laufe des Lebens zuviel Stress angestaut hat, was sich physiologisch im Verhalten sich selbst gegenüber und der Umwelt spiegelt. Stattdessen will sie die perfekte Lösung auf dem Silbertablett serviert bekommen. Ohne sich anstrengen zu müssen. So traurig das ist: Das funktioniert nicht!

Mach ich dann einen Vorschlag wie sie es angehen könnte, lehnt sie ihn ab, hat Einwände dagegen oder sagt: Das weiss ich schon. Dass zwischen Wissen und Können ein Unterschied ist, ist ihr leider noch immer nicht bewusst. Dass man auch lernen muss, das Wissen erst anzuwenden, damit man es verinnerlichen und anwenden kann. Und dass, genau das in ihrem physiologischem Modus nicht funktioniert, ist ja physiologisch vollkommen logisch. Die Amygdala ist nicht besonders hilfreich beim lernen. Lernt Ihr mal Bruchrechnen, wenn Ihr Euch vor Angst in die Hose macht. Funktioniert ned, gell?

So fühle ich mich nicht wertgeschätzt und vor den Kopf gestossen. Diese Abwehr (NEiN-Reflex) resultiert aus der amoklaufenden Amygdala und weil sie sich selbst nicht wertschätzen kann. Das hat nichts mit mir zu tun, sondern mit ihr.

Das hat lange gedauert, bis ich das begriffen habe. Genau das macht Unterhaltungen mit ihr so schwer, weil es bei mir eine Wunde aufreisst. Meine: dass mir Wertschätzung fehlt, weil ich mich nicht angenommen und abgelehnt fühle. Dabei tut sie das ja gar nicht absichtlich. Nein, im Gegenteil sie klammert sich ja an mich , an ihren vermeintlichen letzten Strohhalm. Ist mir das bewusst, kann ich versuchen anders damit umzugehen. Einfach ist es weiterhin nicht. Ich habe noch kein Patentrezept gefunden. Ich arbeite daran.

Inzwischen kann ich das trennen. Ihr Gefühl und meins. Meine Trigger und die Verantwortung für mein Gefühl und dessen Heilung selbst übernehmen. Ich geb zu, dass es nicht immer funktioniert und dass sie eine Meisterin ist, meine Verzweiflungs- und Hilflosigkeitsknöpfe zu drücken. Unbewusst und unabsichtlich natürlich. Denn wenn man hilflos ist, die Amygdala das Sagen hat, dann ist dieses Verhalten "normal".

Problematisch ist es halt, dass dieses Überlebensprogramm daueraktiv ist und der Situation, die ja nicht lebensbedrohend ist, überhaupt nicht angemessen. Ich sterbe nicht, wenn ich keine Lösung finde... nein, ich verstelle mir nur die Sicht auf einen Lösungsweg und verschärfe dann das Problem noch zusätzlich. Dann kann es durchaus sein, dass es existenzbedrohend wird. Durch mein Verhalten. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ich weiss inzwischen, dass das nicht mit Absicht passiert. Weil ich früher auch schon so reagiert habe. Wenn die Amygdala Amok läuft, dann hat man einen starken NEIN-Reflex. Denn die Amygdala will keine Veränderung! Sie lässt es nicht zu! Sie lässt nicht zu, dass wir lernen. Denn wenn wir flüchten müssen, dann ist lernen zweitrangig und unwichtig. Denn jede Veränderung sehen wir als Bedrohung an.

Es gab Zeiten, da wollte ich unbedingt eine Schokobanane in der Bäckerei. Hatten sie keine, dann war ich sauer. Denn meine Amygdala war da nicht flexibel, andere Möglichkeiten überhaupt in Betracht zu ziehen. Dass es noch Nougatringe, Spitzbuben, Eine Sahnerolle, Brezen oder andere Leckereien gab, dafür war sie nicht offen. Zu starr war ich im Denken. Das hab ich auch heut noch, wenn ich im Panik- und Angstmodus bin. z.B. wenn das Wetter wie derzeit Achterbahn fährt. Ich brauche meine Techniken, um das Listendenken in meinem Kopf, die Hindernis-und-Problem-Berge, die Negativsicht abzustellen. Ich muss das ganz bewusst machen, um nicht in die alten Muster zurückzufallen.

Gestern bin ich auch in die Bäckerei. Gut, Schokobanane war leider aus. Doch sie hatten so viele andere feine Sachen und am Ende war ich darüber auch glücklich anstatt mir mit meinem starrem Denken und dem NEIN-Reflex den ganzen Tag udn die Stimmung zu vermiesen. Denn entweder gab ich dann mir die Schuld (nicht eher in die Bäckerei gegangen zu sein) oder suchte die Schuld bei anderen. Des is fei a ned grod des gsündeste.

Wenn man zu allem NEIN sagt, dann probiert man auch nie was neues aus und kann so nichts neues ausprobieren und auch nichts dazulernen. Ursache und Wirkung. Das eine schliesst das andere aus.

Man kann nicht anders! Auch meine Bekannte nicht. Das ist ihre Realität. Und die muss ich anerkennen. Denn genauso bedrohlich nimmt sie die Welt wahr. Sie kann nichts dafür. Es ist jetzt im Moment genau so! Jeder Mensch hat seine eigene Realität, seine Sicht wie er die Welt wahrnimmt und die wird wiederum erzeugt durch unser Denken, durch unsere Sicht auf die Welt und auch durch unseren physiologischen Status, unsere Amygdala und unser limbisches System. Die widerum wird geprägt durch das Umfeld, in dem wir aufwachsen und durch unsere Eltern und Mitmenschen und wie sie mit sich selbst , mit uns und mit Problemen und Krisen umgehen und durch die Erfahrungen, die wir im Leben gemacht haben.

Zudem kommt noch erschwerend hinzu, dass wir den physiologischen Zustand und damit die Gene (Epigenetik) von unseren Eltern vererbt bekommen. Ist ja klar, wenn unsere Mama ständig im Berufsstress und Alltagsstress versinkt, dann überträgt sich das auch auf das Baby im Mutterleib. Das ergibt die Grundkonfiguration der nächsten Generation.

Berücksichtigt man noch, dass Elternwerden sich altersmässig weiter nach hinten verschiebt (Ende 30 , Anfang 40) und damit physiologisch schon einiges mehr an Stresserfahrungen verinnerlicht und physiologisiert wurden, dann verschärft sich dieses Erbe an die Kinder noch.

Dann wäre es kein Wunder, dass es immer mehr Kinder gibt, die sich schlecht oder gar nicht mehr konzentrieren können, die ständig abgelenkt sind und einen enormen Bewegungsdrang haben. Oder das genaue Gegenteil: zu wenig Reaktionen zeigen. Wo soll das noch hinführen, wenn wir in diesem Tempo weitermachen? Ist es da ein Wunder, dass schon bei den Kleinsten die psychischen Krankheiten zunehmen? Ist das nicht die Folge unserer Art zu leben?

Ein Kind, dass als Grundstock das übererregte Nervensystem einer 38-jährigen oder 40-jährigen vererbt bekommt, wird sich in im von uns genormten Leben entsprechend schwer tun. Überhaupt weil es noch keine Reizfilter besitzt bzw. diese auf Deaktiviert stehen bleiben! Ungeschützt und verletzlich soll es dem Leistungsdruck der Norm standhalten. Das kann doch nicht gutgehen! Erst recht, wenn das Umfeld kein Verständnis für das daraus resultierende Verhalten aufbringen kann und das Kind ablehnt. Wenn man es entmutigt und ihm immer nur sagt, was es nicht oder schlecht kann. Anstatt ihm zu zeigen, was es kann. Weil auch die Eltern so erzogen wurden. Das ist keine böse Absicht. Auch sie geben unbewusst die Muster ihrer Eltern an ihre Kinder weiter.

Könnte das nicht auch die Ursache dafür sein, dass Betriebe beklagen, dass eine grosse Anzahl der Jugendlichen von heute nicht ausbildbar oder für eine betriebliche Ausbildung geeignet ist? Ist das nicht vielmehr die Folge unseres Erbes unserer Wahrnehmung unserer vererbten Verhaltensmuster?

Wenn die Kinder von heute physiologisch anders veranlagt sind, müsste sich nicht dann das Umfeld, Schulen, Kindergärten, das Elternhaus, die Ausbildungsbetriebe, die Firmen dieser Veränderung auf diese Veränderung einstellen? Auf Angebot und Nachfrage stellen sie sich doch auch ein? Warum nicht auf die zukünftigen Mitarbeiter? Deren Potential doch so wichtig für die Fortentwicklung der Branchen, der Wirtschaft und der Gesellschaft ist?

Warum sucht man den Fehler bei den Kindern, Jugendlichen, bei den Menschen und nicht in den Systemen, die auf sie nicht eingestellt sind?

Da alles mehrere Seiten hat, hat auch die physiologische Veränderung der Kinder und Menschen eine positive Sicht. Der Vorteil eines deaktivierten Reizfilters ist nämlich, dass man ALLES wahrnimmt! Und eine gut geschulte Wahrnehmung kann auch ein ausserordentlicher Vorteil sein. Denkt mal an Spürhunde! Bei Lawinen oder Erdbeben retten sie Menschenleben.

Wenn ich früh wahrnehme, was in den anderen Menschen um mich herum vor sich geht, dann kann ich auch auf sie eingehen. Sprich genau diese erhöhte Wahrnehmung könnte, wenn wir ihren Nutzen erkennen, anstatt sie zu verteufeln, der Baustoff sein, der die Gesellschaft empathischer und mitfühlender macht.

Guckt doch: in Wien hat die Wahrnehmung der Bäcker mit dem hüpfenden Mehl die Stadt vor der Eroberung durch die Türken bewahrt. Was ist also schlecht daran an einer verstärkten Wahrnehmung?

Sind nicht die Menschen, die Empfindungen und Empfindsamkeit als Schwäche verurteilen nicht unempathisch und egoistisch gegen diejenigen, die von Natur aus übersensibel sind und deren Verhalten deswegen von denselben Menschen als unempathisch und egoistisch verurteilt wird?

Ist das nicht ein und dasselbe Verhalten, das man bei den anderen bemängelt, aber selbst an den Tag legt? Schon. Gell? Erstaunlich.

Also meine Frage: Warum sehen wir nicht das mehr an Gefühlen und Sinnesenpfindungen als Chance für eine empathischere und menschlichere Gesellschaft?

Was sagt es über eine Gesellschaft aus, die starr an Normen festhält, die längst nicht mehr gelten? Ist sie nicht genauso Amygdalagesteuert wie diejenigen, die sie mit dieser Norm verurteilt? Schon. Gell? Erstaunlich.

Wenn es keine Norm gibt, bzw. die einmal festgelegte Norm nicht mehr gültig ist, weil die Menschen sich verändern, muss man dann nicht die Norm auf die Menschen anpassen anstatt die Menschen an eine Norm, die sie nicht erfüllen können? Wäre es nicht unendlich menschlicher und weiser die sogenannte Norm als solche ganz abzuschaffen? Weil sie eine Illusion ist. Genau wie die Sicherheit im Leben. Ist Norm nicht genauso ein trügerisches Symbol der Sicherheit, das es gar nicht gibt?

Stellt Euch vor, Ihr tadelt Eure Kinder für Dinge, für die sie gar nichts können, die Ihr aber verursacht habt! Anstatt Verständnis und Liebe zu zeigen, straft Ihr ihr Verhalten, das ihr nicht versteht. Dieses Verhalten wenden sie aber an, um zu überleben! Physiologisch ist das also alles andere als Unsinn. Denn so beruhigen sie ihr Nervensystem. Wäre es Euch lieber Euren Kindern das Verhalten abzugewöhnen und sie erleiden dann weil sie sich Eurer Normierung anpassen einen Schlaganfall, wie es meiner Schwester passiert ist?

Was noch hinzukommt: Ihr verhaltet Euch selbst in ähnlichen Situationen genauso! Doch auch Eure Amygdala ist dafür blind. Sie sind Euch zu ähnlich. Und da Ihr dieses Verhalten bei Euch nicht seht und bei anderen nicht tolerieren könnt, weil Ihr es bei Euch selbst nicht annehmen könnt, könnt Ihr es bei Euren Kindern auch nicht. Das sollte uns nachdenklich machen...

Was ich traurig finde, ist, dass Kinder und Eltern sich so ähnlich sind, dass sie sich mit ihrem gleichen Verhalten gegenseitig auf die Nerven gehen können. Erkennt man das Verhalten an sich selbst bzw. den Grund dafür kann man Gelassenheit entwickeln. So geht es mir inzwischen mit meiner Mama und meiner Schwester. Ja, auch wir gehen uns hin und wieder noch auf die Nerven. Doch es gelingt uns immer öfter die Hintergründe des für die anderen "nervigen" Verhaltens zu erkennen. In uns selbst. Und dadurch verstehen wir uns immer besser. Die Streitereien werden weniger. Oft kann ich sogar schlichtend vermitteln. Das Familienklima wird für alle Beteiligten angenehmer und gesünder. Heilsamer.

Erstaunlich ist auch, dass sich das nicht auf das Famlienleben beschränkt. Das überträgt sich auch auf die Arbeit und den Bekannntenkreis. Auf das gesamte Umfeld. Das ist doch schön! Wunderbar! Und das ganze wirkt auch noch ansteckend!

Lernen wir als Kinder, dass wir nur lachen müssen, den Clown spielen, schauspielern müssen, damit die Erwachsenen uns loben, dann tun wir das oft ein Leben lang. Dieses Verhalten ist allerdings dysfunktional. Denn wenn wir erwachsen sind und Probleme weglächeln, uns über sie lustig machen, lösen wir sie nicht!

D.h. wir lernen auch nichts dazu. Wir wenden bei allen Problemen dieselbe Strategie an, die in der aktuellen Situation völlig unangebracht ist und uns nicht weiterhilft. Wir laufen also weiterhin mit dem Kopf gegen die Wand. Und tun uns und anderen weh. Weil sie dieses Verhalten nicht nachvollziehen und verstehen können. Weil es sie in die Verzweiflung treibt.

Am Ende redet keiner mehr mit uns. Und wir wissen beim besten Willen nicht, was wir angestellt haben. Weil wir uns dieser Mechanismen nicht bewusst sind. Läuft die Amygdala Amok dann können wir das auch nicht erkennen! Selbst wenn uns jemand das ins Gesicht sagt, halten wir an unserem dysfunktiolen Mustern fest. Weil sie alles sind, was wir kennen. Weil sie uns Sicherheit geben! Und Sicherheit braucht unsere Amygdala sonst läuft sie noch mehr Amok.

Soziale Isolation und Ausgrenzung ist die Folge. Des is fei a ned grod as gsündeste. Ich weiss das, denn ich hab es erlebt und passiert mir heute auch noch. Irgendwann findet man das dann normal. Versteht sich selbst nicht und verzweifelt an sich selbst. Des is fei a ned grod as gsündeste. Denn man erkennt diesen Mechanismus nicht. Nicht weil man es nicht will, sondern weil man es noch nicht KANN! Niemand macht das absichtlich. Es läuft wie das Autofahren, Kupplung treten, Gang einlegen, vollautomatisch und unbewusst ab.

Doch das kann man umprogrammieren. Wie ein PC-Programm. Es dauert etwas länger. Und Hartnäckigkeit und der Wille zur Veränderung sind wichtig. Und Nachsicht mit sich selbst zu lernen. Denn es wird Rückschläge und Rückfälle in die alten Denk- und Verhaltensmuster immer wieder geben. Doch wenn ich mich nicht ausschimpfe sondern mir vor Augen halte, was ich schon geschafft habe, also mich ermutige, dann kann ich auch weitergehen.

Beschimpfe ich mich davor (ich Depp), schiebe ich die Schuld auf andere ab (der Depp, die Dolln) dann verfalle ich wieder in die alten krankmachenden Muster. Wir sind ganz schön hart zu uns und zu unseren Mitmenschen. Würden wir uns dieses Verhalten: Du Depp! von einem anderen bieten lassen? Wohl eher nicht. Warum behandeln wir uns dann selbst so? Weil wir das von unseren Eltern genauso vorgelebt bekommen haben.

Ich hab heut meine Mama auch erst über sich schimpfen hören:"Etz habi des vergessen. Ich Depp..."
Früher ist mir das gar nicht aufgefallen. Inzwischen bemerke ich was für hartherzige entmutigende Kritiker wir uns selbst gegenüber sind! Unglaublich! Warum tun wir uns das an? Warum verletzen wir uns selbst und unsere Würde? Wir brauchen das nicht zu tun. Wir sind erwachsen. Wir können uns selbst ermutigen anstatt uns fertig zu machen.

Jeder Mensch ist mal auf der einen Seite oder der anderen. Ich war auch schon der, der andere genervt hat. Und dann bekommt man halt auch das entsprechende Resultat präsentiert. In einer Krise z.B., wenn zuviele Veränderungen auf einmal geschehen, dann kann es sein, dass man dort landet. Aber man muss nicht dort bleiben. Man kann sich daraus auch wieder herausarbeiten. Das ist nicht leicht, aber es macht Spass, wenn es dann mal in Schwung gekommen ist. Man kann daran wachsen und viel daraus lernen.

Sodala ein neuer Comic ist fällig ... :)
Und nachdem zwei Bekannte von mir genau dasselbe geschrieben habe, und ich auch dieser Meinung bin, hab ich aus diesem durchaus positiven Blickwinkel einen Comic auf die derzeitige Corona-Lage gemacht. Ich hoffe, er bringt Euch auch in diesen Zeiten zum Schmunzeln. Denn das ist meine Mission und die der Glaa aus ERH.

Mein Bekannter sieht das mit dem kollektiven Rasenmähen und der gartlerischen Betriebsamkeit nachsichtiger als ich. Er meint, dass er das irgendwie putzig und niedlich findet, wie betriebsam die Deutschen den Frühling begrüßen. Wenn man es so betrachtet... stimmt. Wieder ne neue Perspektive und Sichweise hinzugewonnen.

Vielleicht sollte ich das immer so machen: wenn mich etwas irritiert und verwirrt, es dann von der humorvollen liebenswerten Seite sehen. Denn was etwas seltsam und eigenartig wirkt, das ist ja auch irgendwie unheimlich menschlich.

Eine andere Bekannte hat mir erzählt, dass das Garteln und Wühlen in der Erde sie erdet. Im wortwörtlichen Sinn. Es tut ihr gut. Sie vergisst dabei alles um sich herum und geht ganz in der Gartenarbeit auf. Es ist keine Arbeit für sie sondern Vergnügen. Sie geniesst es. Und sie vergisst dort die Zeit. Bis ihr die Beine eingeschlafen sind und der Rücken wehttu. Irgendwie auch wieder sehr menschlich. Weil das mir ja beim Arbeiten am PC ähnlich geht. Wir sind ja gar nicht so verschieden. Nur die Ausprägung und Intensität unserer Eigenheiten unterscheidet uns. Ansonsten scheinen wir alle zu erstaunlich ähnlichen Strategien zu greifen. Das ist doch sehr erfreulich und tröstlich.

Mir sind ja die Gärten am liebsten, wo es etwas wild und unaufgeräumt und im Bau befindlich aussieht. So wie das Leben. Das ist ja auch im Bau und nie fertig. Alles ist ständig im Wandel begriffen.

Und die Natur ist ja auch herrlich unaufgeräumt. Werft doch mal einen Blick in den Wald heute. Da liegen abgebrochenen Baustämme, Äste und Zweige, Brombeeren, Efeu und allerlei andere Pflanzen wachsen und ranken scheinbar wild durcheinander. Der Boden ist von den noch nicht verrotteten Blättern des letzten Herbsts bedeckt.

Nur Chaos bringt neues Leben hervor. Ist das am Ende der ganze Trick? Dass man das Chaos aushalten kann und dessen Möglichkeiten und Chancen nutzen kann? Ist das der Trick der Potentialentfaltung? Wirtschaftlich könnte man das dann mit dem Maximalprinzip ausdrücken. Mit den gegebenen Mitteln in jeder Ausgangslage und Problemlage das maximale erreichen.

Der Mensch versucht Ordnung im Chaos zu entdecken und das scheinbare Chaos zu ordnen. z.B. durch die Mathematik. Die Fibonacci-Folge. Sie findet sich z.B. in der Anzahl von Blütenblättern von Pflanzen.

Ob wir da zuviel reininterpretieren, um uns in Sichheit zu wiegen und unser Nervensystem und unsere Geanken zu beruhigen? Oder ist dort wirklich eine Art natürliche Ordnung der Welt vorhanden? Oder bilden wir uns das nur ein? Hmm...

Was wäre, wenn wir das Chaos, die damit verbundene Unsicherheit und Angst, das Gefühl dahinter lernen würden auszuhalten und zu akzeptieren? Oder können wir das am Ende gar nicht? Brauchen wir wie unsere Vorfahren Erklärungen, irgendetwas um uns daran festzuhalten und nicht von Angst und Panik überrollt zu werden?

Warum ettiketiert man dann Menschen, die fixe Rituale brauche, weil ihre Amygdala Amok läuft, mit einer Krankheit? Wo verläuft denn die Grenze zwischen dem, was als gesund und gesellschaftlich für okay befunden wird und warum braucht es die überhaupt?

Wieso ist es akzeptabel, wenn jemand seinen Garten penibel trimmt und jedes zu hohe Gräschen und "Unkraut" beseitigt? Wieso ist es okay, wenn man jedem Stäubchen hinterherjagt? Aber unakzeptabel, wenn jemand dieses Verhalten nicht an den Tag legt bzw. gar nicht legen kann?

Braucht es denn überhaupt eine Norm? Oder ist diese Norm auch nur wieder ein Versuch uns vermeintliche Sicherheit vorzugaukeln? Die es gar nicht gibt... Hmm....

Was wäre, wenn wir alle lernen würden und könnten jeden Menschen so zu akzeptieren wie er ist? Seine Ticks und Eigenarten mit liebevoller Güte anzunehmen und ihn gerade deswegen zu schätzen. Also ich mag Menschen, die Ecken und Kanten haben. Wenn ich sie verstehe, weil ich sie ja auch in mir wiederfinden kann, dann fällt es mir auch immer leichter.

Ich möchte noch weiter an mir arbeiten, weil ich auch noch bei bestimmten Verhaltensweisen hilflos reagiere. Und das tut mir nicht gut. Dabei stell ich dann fest, dass ich dieselben Verhaltensweisen auch schon an den Tag gelegt habe. Und wenn ich erstmal lerne, das liebevoll und geduldig in mir anzunehmen, dann fällt es mir auch leichter mit diesem Verhalten umzugehen, wenn es mir begegnet.

Es erfordert Übung. Denn ich muss mir dessen gewahr und bewusst werden. Und dafür muss ich erstmal die Impulsivität der Amygdala und des limbischen Systems ausbremsen und den präfronteralen Kortex einschalten. Gelingt mir das, dann kann ich die Dinge gelassener sehen. Und das tut mir physiologisch und schmerztechnisch auch gut. Denn dann reg ich mich nicht auf. Und das ist ja sehr schön.

Ob es ein Leben lang immer wieder andere Menschen gibt, die die eigenen Wunden triggern? Ist das unser Ziel im Menschsein uns selbst so zu akzeptieren wie wir sind und damit auch unsere Mitmenschen?

Mit-Mensch.Das ist ein schönes Wort. Es gibt keinen Ohne-Menschen. Denn wir sind soziale Wesen und ohne soziale Kontakte sterben wir. Deshalb fällt vielen der Verzicht auf Berührungen auch schwer. Und ist schmerzhaft. Weil wir den brauchen.

Gut, mein physiologischer Status war noch nie scharf auf dieses Händeschütteln. Und diese Bussi-Bussis find ich widerlich. Ich bin gespannt, ob sich das noch ändert je länger ich an mir arbeite und mich verändere. Wenn ich es nicht probiere, dann werde ich das auch nie erfahren.

Was ich derzeit schon sagen kann, ist: wenn man sich auf diese Reise macht, dann wird das Leben liebenswerter und es bekommt auch mehr Leichtigkeit. Die Reibungsverluste lassen nach. Es ist energieschonender. Also angenehmer. Das ist doch schon was!

Macht Euch die Uhrumstellung auch so zu schaffen? Seufz. Jetzt war es endlich hell, wenn ich auf Arbeit gegangen bin. Jetzt ist es wieder finster. Und von einer Stunde länger hell haben doch auch nur die was, die solang durchhalten. Wenn ich früh schon beizeiten aufsteh, dann find ich es eher nervig, dass es, wenn ich schlafen möchte draussen noch hell ist. Mein übererregte Nervensystem braucht es nämlich stockfinster, damit es schlafen kann.

Ich kann aber auch Euch verstehen, wenn Ihr noch länger draussen sitzen mögt und die abendliche Stille und Ruhe und Euren Balkon und Garten geniessen möchtet.

So hat halt alles mehrere Seiten...

Apropos... grad eine Mail von einer Bekannten bekommen, die auch CRPS hat. Ihr hab ich den Comic per Mail geschickt. Sie hat sich darüber gefreut und schreibt ebenfalls etwas schönes, herzerwärmendes:
"Hab grad von einer Hundebekanntschaft eine selbstgenähte Schutzmaske geschenkt bekommen. Das ist doch sehr nett. ..."

Krisen bringen die angespanntesten, ängstlichsten und hilflosesten und ebenso die enspanntesten, mit-menschlichsten und empathischsten Seiten an uns hervor. All diese Gefühle und Seiten sind menschlich!
Es liegt an jedem einzelnen, wie er mit Krisen umgeht und welche Seiten er dabei zeigen möchte. Und jetzt noch hilflos agierende können ja morgen schon Menschen sein, die sich durch die Krise gewandelt und zu neuer Stärke und Mitmenschlichkeit gefunden haben.
Alles eine Sache der Perspekive...

In diesem Sinne.. wünsche ich Euch einen schönen Sonntag! Bleibt gesund!

Montag: Was ich mich schon immer gefragt habe ... ob bei Transplantationen auch der Status des autonomen Nervensystems des Spenders und Empfängers dort mithinein spielt?

Stellt Euch vor der Spender war ein entspannter Mensch und kam bei einem Unfall ums Leben. Dann erhält ein angespannter Mensch ein Organ des Verunfallten. Wäre es dann nicht denkbar, dass dann nicht nur Blutgruppe und Co sondern auch dieser Anspannungszustand bei der Abstossung oder Akzeptanz des Organs eine Rolle spielt?

Seid Ihr gut durch die Sommerzeitumstellung gekommen? Die Funkuhr meiner Mama geht jetzt 10 Minuten nach Sommerzeit statt vorher 10 Minuten nach Winterzeit. Mei Mama sieht des pragmatisch: "Ich rechn halt die 10 Minuten drauf. Do hobi mi scho dro gwöhnt. Dafür geht die Herduhr etz widder richtig."

Ach so... alle Menschen haben Angst, wenn sie was neues anfangen. Und jeder muss sich immer wieder überwinden. Und genau so kann man seine Angst minimieren, indem man sie überwindet. Immer wieder das tut, was einem schwer fällt und Überwindung kostet und sich was traut. Einfach macht!
Also, das was ich sowieso schon mache :)

Wisst Ihr, was das schöne ist? Damit müsste sich auch meine Amygdala auf Dauer weiter runterfahren lassen! Juchu!!! Das ist ja cool. Dann hat das einfach machen und auf meinen Bauch hören ja immer gepasst! Ich freu mich so!

Und ich dachte immer, ich hab von sozialem netzwerken keine Ahnung und kann das nicht. Allerdings hatte ich auch darunter dieses Facebook und Linkin und was es da ned alles gibt, verstanden. Nun hab ich festgestellt, dass echtes soziales netzwerken im echten Leben stattfindet. Im direkten Austausch mit Menschen und örtlichen Netzwerken wie unserem Höchstadter Gesundheitsnetzwerk.

Darüber hab ich im vergangenen Jahr viele interessante Menschen kennen- und schätzen gelernt. Und der ein oder andere Mailkontakt ist daraus entstanden.

Nun hat mir eine dieser Netzwerklerinnen den Hinweis gegeben, dass ich meine Comics (auch die Coroniten) mal an die verantwortlichen Damen vom Gesundheitsnetzwerk schicken soll. Hab ich gemacht. Und jetzt landet der erste Corona-Comic im Amtsblatt!!! Das ist ja cool!

Und sie haben Interesse an weiteren Comics. Da hab ich mich nicht lumpen lassen, denn mir sind heute wieder zwei ein- und aufgefallen. Das macht ja richtig Spass, dieses soziale netzwerken...

Ich hab auch wieder ganz viele liebe Rückmeldungen zu den Mails und Comics, die ich verschickt habe, bekommen. Darunter eine von meinem Fern-Schmerztherapeuten:

"Ich hoffe, dass Sie gut durch die nächsten Wochen kommen und von einer Infektion verschont bleiben. Humorvoller Weise kann man ja sagen, dass Sie es als IT-Spezialist zum Glück ja gewohnt sind, Virus-Attacken abzuwehren ;-)."

Es funktioniert! Ob man Menschen mit Humor gegen Krankheiten impfen kann? Firewallen? Lachen und Humor stärkt ja das Immunsystem. Und das Immunsystem ist nix anderes als unsere ganz persönliche Firewall.

Bei Norman Cousins hat das funktioniert. Der hat auf seine Todesdiagnose gepfiffen und Marx Brothers bis zum Abwinken geguckt. Und er hat sein Todesurteil überlebt. Und der ist nicht irgendwer, sondern ein Professor an der Fakultät für Psychiatrie und Bioverhaltenswissenschaften. Er hat auch einige Bücher darüber geschrieben wie "Der Arzt in uns". Er hat das geschafft mit einem Kombipräparat aus Humor, Hoffnung, Vitamin C, positivem Denken, Liebe, Freude und Glaube... Lachen hat ihm auch gegen seine Schmerzen und zu gutem Schlaf vergeholfen. Der menschliche Geist kann so seine eigenen Medikamente "herstellen". Er meinte: Wir können uns selbst zum Leben programmieren!

Seht Ihr? Und er war kein Fachinformatiker! Wenn der das kann, dann können wir das alle!

Humor schaltet seiner Erfahrung nach Panik AUS! Und wieder sind wir bei der Amygdala! Seht Ihr wie sich der Kreis schliesst? Cool! Dann kann ja bei Autismus, ADHS, chronische Schmerzkrankheiten und anderen neurologische Besonderheiten dieselbe Medizin nicht schaden. Und wisst Ihr was? Sie ist auch noch kostenlos und frei verfügbar. Sozusagen opensource!

Das ist der Weg, den ich mit der heilsamen und humorvollen Kommunikation (dem Blogschreiben und meinen Comics) gehen möchte. Mal sehen, wo er mich als nächstes hinführt. :)

Und wo wir schon dabei sind, hier ist dann wieder ein Comic zur aktuellen Corona-Lage. Weil man nimmer unter Leute darf, werkelt man im Garten umanand...

Hier ist der erste von zwei Gartencomics...

Dienstag: Kommt mir das nur so vor, oder sin die Leut heut a weng gereizter als sonst?

Draussen hab ich Schmetterlinge gesehen, die ich noch nie gesehen habe... Und mir kommt es auch so vor, als gibt es jetzt viel mehr Vögel. Am Ende rettet Corona noch das Klima.

Gestern hat mich meine Bekannte angerufen. Wir hatten einen Termin dafür vereinbart, weil ich Überraschungsanrufe nicht mag. Die Initiative ging von ihr aus.

Der erste Satz am Telefon von ihr, den sie mir ins Ohr schreit:"Können wir später telefonieren? Ich möchte raus. Es blüht so schön."

Ich bin irritiert, denn ich wollte ja gar nichts von ihr. Warum macht sie erst einen Termin aus, um sich als erstes nicht daran zu halten?

Ich fühl mich vor den Kopf gestossen:"Später hab ich was vor."
Jetzt ist sie anscheinen irritert. Es ertönt ein: "Oh.." am Ende der Leitung.

Ich:"Ich hab nix zu erzählen."
Es folgt noch ein: "Oh..."
Ich:"Du wolltest doch unbedingt telefonieren. Ich dachte Du hast was zu erzählen."
Jetzt wird es still am anderen Ende der Leitung und dann stammelt sie herum. Das ganze Gespräch bleibt so. Furchtbar unangenehm.

Ich versuch ihr klarzumachen, dass sie mit ihrem Verhalten unbewusst und unabsichtlich Menschen vor den Kopf stößt. Sie ist der Meinung, dass die anderen sie schlecht behandeln und vor den Kopf stossen. Sie schimpft über das egoistische und rücksichtslose Verhalten der Menschen um sie herum und sieht sich als Opfer.

Ich erklär ihr, dass es auch daran liegt, was sie aussendet.
Sie fällt mir ins Wort und erklärt mir, dass sie das schon weiss und dass sie an sich arbeitet. Es sei schon besser geworden.

Ich fühle mich hilflos und weiss jetzt gar nicht mehr, was ich sagen soll. Also sag ich ehrlich:"Jetzt weiss ich nicht mehr weiter."
Sie antwortet:"Ich auch nicht."
Dann beenden wir das Telefonat. Es hat keine 5 Minuten gedauert. Es war sehr seltsam und unangenehm und hinterlässt einen faden Beigeschmack. Dabei wollt ich Ihr helfen. Solange sie in ihrer Wahrnehmungswelt bleibt, wird sich nichts ändern.

Nun könnte man dieses Telefonat als totalen Fehlschlag interpretieren. Ich sehe darin aber bei mir einen Fortschritt. Denn ich hab mein Gefühl ausgedrückt, gesagt wie es mir damit geht. D.h. ich hab Verantwortung für mich und mein Gefühl übernommen. Und ich hab das unangenehme Telefonat schnell beendet und damit meine Energie gespart.

Seht Ihr? Es kommt immer darauf an, wie man die Dinge sieht.

Ich hab heut einen Kollegen einen Brief mit Comics geschrieben. Den bring ich noch zum Briefkasten.

Auf Arbeit bzw. im Homeoffice war es heut auch etwas seltsam. Ich wollte und sollte etwas testen. Doch bekam ich schon bei der Erstellung der Testumgebung eine Fehlermeldung. Das Programm hab ich geerbt. Deshalb holte ich mir bei einem Kollegen Rat, weil ich nicht wusste, ob und wo ich in der Konfiguration des Programms einen Fehler gemacht hatte. Ich konnte ihn nicht entdecken.

Erfreulicherweise nahm sich der Kollege dann Zeit für mich und mein Problem. Das weiss ich sehr zu schätzen und sag es ihm auch. Trotz einiger Versuche bekommt aber auch er die Umgebung nicht zum Laufen. Er meint, es läge am Datenbankzugriff und verweist mich an einen anderen Kollegen.

Auch diesen Kollegen kontaktiere ich und er recherchiert netterweise für mich, findet aber letztendlich auch keine Lösung für das Problem. Beim Standup-Meeting (im Sitzen) berichte ich von dieser Problematik und dass ich jetzt nicht mehr weiterkomme (I am stuck). Daraufhin bekomme ich von einem anderen Kollegen die Info, dass ich die Tests erstmal einstellen kann, weil sich der Test erstmal erledigt hat.

Früher wär ich sehr frustriert darüber gewesen. Denn ich finde es sehr unbefriedigend sehr viel Zeit in nichts und wieder nichts investiert zu haben.

Heute kann ich es von einer anderen Seite betrachten: erstens hab ich andere um Hilfe bitten können. Das kostet mich jedes mal Überwindung. D.h. es war nicht NICHTS. Ich habe also durchaus Erfolgserlebnisse aufzuweisen. Zweitens, konnte ich zwar das Problem nicht lösen, aber ich habe mein möglichstes versucht und gegeben. Dass die Kollegen mir geholfen haben, zeigt, dass sie mich schätzen. Und dafür bin ich dankbar. Und ich schätze sie natürlich auch, sonst hätt ich sie nicht um ihren Rat gefragt.

Inzwischen kann ich auch akzeptieren, dass man nicht immer eine Lösung findet. Das ist nun mal so. Manchmal findet man sie zufällig irgendwann später, wenn man gar nicht mehr danach sucht.

Und dann freu ich mich, dass mich plötzliche Wendungen nicht mehr komplett aus der Bahn werfen. Früher haben mich auch diese von Kollege zu Kollege - Weiterreisen wütend gemacht, weil ich sie so anstrengend empfand. Inzwischen kann ich damit wohl immer öfter (bestimmt nicht immer...) besser und entspannter umgehen. Das ist doch schon ein Fortschritt. Ich arbeite daran.

Eine Bekannte hat mir zurückgemailt. Sie war wilden Feldsalat an ihrem Lieblingssammelplatz pflücken.
Sie berichtet: "In einer Ruine lag ein toter Fuchs. Er sah noch jung aus, an was der wohl gestorben ist? so ein schöner Fuchs."

Und eine andere schreibt das hier:

"jaja, wir haben schon einiges geschafft im Garten...da bekommt man schön den Kopf coronafrei und man tankt Vitamin D. Das ist neben viel Vitamin C (empfohlen sind derzeit 3 Gramm am Tag! am besten in Kapselform) und Zink auch ganz wichtig. Und jeden Abend nehmen wir einen großen schluck Gin zum innerlichen Desinfizieren. Vielen Dank für die süßen Comics."

Das geht runter wie Honig... ich freu mich! Und strahle mit der Sonne um die Wette :)

Passt gut auf Euch auf!

Mittwoch: Corona treibt auch lustige Blüten....

Die Tochter einer Gassigeherin arbeitet in einem Altenheim.
Als ich sie neulich traf, meinte sie:"Wenn das Virus dort im Altenheim ausbricht, dann muss meine Tochter drinbleiben. Aber das wär ja Freiheitsberaubung. Hm... Aber daheim brauch ich sie dann auch ned...."

Ich treff unsere Nachbarin wie sie Einkäufe aus dem Auto läd.
Sie:"Etz mussi meiner Tochter eikaafen. Die is etz in Quarantäne, weil sie in am Risikogebiet Skifoarn woar. Die Dolln."

Mei Mama is a recht pragmatisch. Die hat gemeint, wenn mer Schutzmasken braung, dann zerschneid sie ihrn BH. Da hammer dann zwaa Stück.

Dafür muss man Menschen gernhaben. Dass sie so liebevoll, pragmatisch und gleichzeitig so ehrlich und authentisch und direkt sin. Irgendwie simmer scho eine putzige Spezies. Grad aufgrund unser Merkwürdigkeiten....

Ach so... jetzt weiss ich was ich noch aus dem seltsamen Telefongespräch gelernt hab. Also ich hab da echt Schwierigkeiten, in meinem Gegenüber das ermutigende zu finden und erwische mich dabei, dass ich weil ich mich mit dem Handeln des Gesprächspartners nicht identifzieren kann, auch dabei, wie ich es als negativ bewerte. Obwohl ich es ja nicht tun möchte. Doch da triggert und irritiert mich dieses Verhalten zu arg. Es macht mich dermassen hilflos, dass es mich wütend zurückläßt.

Ich mag den Menschen hinter diesem Verhalten sehr gern. Ich hab nur keine Ahnung wie ich mit ihrer Art umgehen soll. Also das Verhalten läßt mich ratlos zurück. Andere Menschen kann man nicht ändern. Das muss schon jeder selbst in die Hand nehmen.

Doch ich lerne daraus auch folgendes:
ich gehe ziemlich hart damit ins Gericht. Warum ist das so?

Weil man es mir so beigebracht hat. Meine Eltern. Und die haben das wiederum von ihren Eltern gelernt.

Bei ihr weiss ich mir derzeit nicht mehr zu helfen. Also werd ich das tun, was mir gut tut und Abstand nehmen. Sie ziehen lassen. Ignorieren.

Vielleicht bin ich irgendwann gelassen und geduldig genug, es mit ihr als Herausforderung wieder zu probieren und das mit dem Ermutigen anzugehen. Derzeit ist es noch nicht soweit.

Und weil sich dieses Bewertungsverhalten innerlich in mir auch spiegelt, gehe ich auch mit mir ziemlich hart ins Gericht. Das ist mir heut nach aufgefallen. Denn ich kann nur mich und mein Verhalten ändern. Und ich würde gerne noch gelassener und weniger Amygdalalastig werden.

Da darf ich ruhig noch nachsichtiger und liebvoller mit mir umgehen lernen. Da geb ich mir jetzt Mühe. Und somit sollte sich dann auch meine Amygdala und das CRPS beruhigen. Und dazu gehört auch sich mal selbst für was, was man gut macht auf die Schulter zu klopfen und zu loben. Also mich selbst zu ermutigen.

So wie gestern. Oder auch heute. Ich gebe offen zu, dass es mich im Homeoffice schon Überwindung kostet mich immer wieder hinzusetzen und für die Arbeit was zu machen. Diese Überwindung ist die Amygdala! Ich kann sie beruhigen, je öfter ich mich und damit sie überwinde. Das funktioniert genauso wie das immer wieder dem Reiz aussetzen bei Spinnen- oder anderen Ängsten. Je öfter man es macht, desto mehr nimmt die Angst und damit die amoklaufende Amygdala ab. Und da will ich ja hin. Denn damit senke ich das physiologische Stresslevel in meinem Körper und damit auch die Schmerzen und hoffe langfristig das CRPS zu heilen.

D.h. je öfter ich diesen inneren Schweinehund (meine Amygdala) überwinde, desto weiter sinkt das Amoklauflevel der Amygdala. Juchu! Der Weg ist das Ziel.

D.h. je mehr Veränderungen und Herausforderung ich mir suche, mich stellen muss und annehme, scheiterte aber auch bewältigen kann, desto besser für mich! Denn jedes mal beruhigt sich das Level meiner Amygdala. Und ich kann immer was aus der Situation lernen!
Cool!

Ein Bekannter hat mir gemailt:
"Ach ja, meine Frau hat auch schon Mundschutz aus BHs genäht. Und auch aus sonst allen möglichen Stoffresten. Es scheint die sorgsamen Frauen zu beruhigen, wenn man für die ganze Familie einen Atemschutz näht. Und wenn man fertig ist, gleich noch einen. Man muss ja auch wechseln. Hat ein bisschen was von Topflappen zu Weihnachten. Also ich liebe die Menschen. "

Menschen scheinen ja doch eine sehr liebenswerte Spezies zu sein :)

Soderla mei Mama und die Fraa vo meim Bekannten sin o dem Comic schuld ;-)

Donnerstag: Irgendwie war das heut schön mit der Arbeit. Es gibt viel zu tun und es macht immer mehr Spass. Irgendwie scheint mir dieses remote working zu liegen.

Man kann sich selbst organisieren. Man muss es sogar. Man muss lernen mit sich selbst zurechtzukommen. Und das hab ich ja in den letzten 6 Jahren ganz gut hinbekommen. Dafür muss man sich nämlich verstehen. Und lernen, was man braucht. D.h. man muss sich mit seinen eigenen Gefühlen auseinandersetzen.

Man muss sich die eigene Tages-Struktur selbst schaffen. Das ist eine grosse Freiheit. Erfordert aber sehr viel Disziplin.

Routinen sind auch wichtig. Man muss auf die Leute zugehen, wenn man Hilfe oder Unterstützung braucht. Und kann Ihnen natürlich auch welche anbieten. D.h. da kommt es auch auf ein ausgewogenes Gleichgewicht von Geben und Nehmen an. So hab ich heut etwas zu git dokumentiert. Weil wir das grad bei uns eingeführt haben. Momentan lernen wir noch damit umzugehen. Heut hab ich es geschafft einen Deadlock zu produzieren.

Was ich toll fand: ich konnt ihn anskypen, meinen Bildschirm sharen, das Problem via Skype schildern und in 8 Minuten war es geklärt und behoben.

Früher hätte ich dazu ellenlange Mails mit Screenshots geschrieben. Da ist diese Methode viel schneller. Und unmissverständlicher. Man schreibt nicht x-mal frustrierende E-mails hin und her. Das gefällt mir.

Und irgendwie hat das Gespräch auch noch Spass gemacht. Und das sag ausgerechnet ich. Ich korrigiere: Schreib ich.

Im Gegenzug hab ich mein Wissen mal in Confluence dokumentiert. Und teil den Link dann auch mit meinen Kollegen aus anderen Abteilungen, die sich auch grad erst in das git reinfieseln müssen und noch schwertun. Das ist schön. Und so schafft man auch die menschliche Nähe über grosse Entfernung aufrechtzuerhalten. Ich finde es sogar leichter als im Büro. Das hätte ich nicht gedacht. Dass mir das liegen könnte. Wow! Ne tolle Erfahrung. Und das, wo ich mich dagegen gesträubt habe, weil ich Arbeit und Daheim trennen wollte.

Ich kann das aber auch Daheim trennen. Konsequent und strikt. Regeln müssen sein. Nur muss man die sich hier dann selber setzen. Ich kommunizier eh lieber mit jedem einzeln. Das liegt mir mehr.

Erstaunlicherweise fühl ich mich sogar im Standup trotz Entfernung näher an den Kollegen von der anderen Abteilung. Das ist mir heute aufgefallen. Im Büro ist das nicht so. Komisch. Vielleicht liegt mir ja diese Art zu Arbeiten sogar mehr. Flexibler, agiler und selbstorganisierter, freier aber auch mit mehr Verantwortung für sich selber.

Homeoffice als Chance zur Potentialentfaltung...

Und als Nebenwirkung kann ich meine Amygdala weiterrunterfahren! So ganz nebenbei.

Klar kann man sich nicht jeden Tag gleich konzentrieren, aber das kann man im Büro ja auch nicht. Daheim bekomm ich wenigstens nicht nebenher noch alle Calls um mich rum mit. Also ich glaub, ich krieg daheim mehr hin. Obwohl ich das nicht gedacht hätte... Ich bin selber überrascht.

Ich hab heut Brot gekauft und bin an der Eisdiele vorbeigekommen. Dort kann man Eis mitnehmen. Und ein paar Leute hamm das auch gemacht.
Da hat mir der Besitzer gewinkt und mir gerufen. Er hat über das ganze Gesicht getrahlt.
Ich:"Du hast nicht viele Kunden."
Er:"Das macht nix. Wir werden es überleben. Mir geht's gut, meiner Familie geht's gut. Wir sind alle gesund. Wie geht es Dir?"
Ich:"Ich bin zufrieden. Du strahlst mit der Sonne um die Wette."
Er lacht und sagt:"Aus Deinem Brief hab ich viel gelernt."
Jetzt strahl ich auch.

Siggsdes a was positives: mer hat widder Zeit für tiefere Gespräche. Schee.

Da der Orthopädieladen offen hatte und nichts los war, hab ich meine Gummistopfer an den Krücken erneuern lassen. Mit Mundschutz hat er sie montiert. Und dann ist ihm der eine noch davongehüpft. Der war ein bisschen renitent der Gummi. Wie ich.

Immer fragn sie, ob ich die alten Gummis behalten will. Was soll ich denn damit?

Und in der Bäckerei hab ich die letzten beiden Schokobananen ergattert. :)
Und ein Bergbauernbrot. Komisch. Dabei gibt es bei uns keine Berge wenn man vom Kellerberg mal absieht. Und Bergbauern a ned.

Meiner Bekannten, die mir aus dem Krankenhaus gemailt hat und mit ihrer Mail etwas verwirrt hat, hab ich jetzt einen Comic da draus gezeichnet und ihn ihr als Gute-Besserungs-Comic geschickt. Hoffentlich hilft's und bringt sie zum Lachen.

Ich wünsch allen die grad krank oder im Krankenhaus sind mit dem Comic gute Besserung!

Corona hat noch was positives: Menschen haben wieder mehr Zeit einander zu schreiben, mailen oder anzurufen.

Beim Comicforum wittern die Kommentatoren meines gestrigen Comics, in meiner Idee einen neuen Modetrend. Na ich weiss ja ned.

Ich find den Trend, dass wir wieder mehr miteinander reden, einander zuhören und wieder viel besser verstehen und verstanden werden viel wichtiger. Mehr Vertrauen halt. Das tut uns allen gut.

Grad hat sich meine Ergo bei mir gemeldet. Es gibt ein Emoji mit Mundschutz. Wusstet Ihr das? Die Welt ist ganz schön schräg. Und auch lustig. Menschen sind schon irgendwie putzig... Digital und virtuell is der schnell verfügbar. Hm... Ob man Mundschutze, Mundschütze ???? auch per 3D-Drucker drucken kann...?

Freitag: Irgendwie schon interessant wie es trotz der Krise weitergeht. Wieviel kreatives Potential sich überall enfaltet. Warum erst jetzt?
Ob das so bleibt?

Mein Kollege ist skeptisch. Er meint, dass sobald es überstanden ist, viele wieder in ihre alten gewohnten Verhaltensmuster zurückfallen. Es gibt auch Menschen, die derzeit immer noch daran festhalten.

Was sagt das über sie aus? Dass sie verzweifelt sind. Weil sie verzweifelt an der vermeindlichen Sicherheit dieser Schutzmechanismen festhalten, die ihnen Sicherheit und Kontrolle vorgaukeln.

Aber die gibt es nicht. Was wäre, wenn wir das jetzt alle lernen könnten? Wenn wir uns auf das für uns wesentliche konzentrieren können?
So wie mein "Eis-Dealer"? ;-)

Auf ein Mit-einander, auf Mit-Menschlichkeit. Wär das nicht toll?
Es muss ja nix grosses sein.

z.B. unsere Seniorin-Nachbarin hat sich drüber gewundert wie schnell ich mit Hanni und Nanni unterwegs bin. Sie kommt ja nicht unter Leute.

Und da hab ich im Bücherschrank damals (das ist schon ein Weilchen her), einige Büchlein zu kleinen Gymnastikübungen gefunden. Die hab ich ihr dann zusammen mit einem VHS-Kursheft in den Briefkasten gesteckt.

Und beim hiesigen Buchladen hab ich jetzt zwei Bücher bestellt. Sie fahren sie aus. Bücherlieferservice.

Von nix kommt nix. Übung halt. Einfach machen.
Ich arbeite daran ;-)

In diesem Sinne wünsch ich Euch ein schönes Wochenende!

 
Die Glaa aus ERH - Corona Nebewirkungen Sandra Jaeger 2020
Die Glaa aus ERH - Begruessungsrituale Sandra Jaeger 2020
Die Glaa aus ERH - Der Buestenhalter Sandra Jaeger 2020
Die Glaa aus ERH - Verwirrt Sandra Jaeger 2020
28.03. bis 03.04. Wer gibt, dem wird gegeben ...

Sonntag: Ach so... das Rasenmähen, Klopapier-, Lebensmittelhamstern ... sind alles Verhaltensweisen, die Euch Sicherheit geben.

Und wegen dem sozialen Autopiloten wirkt das dann auch noch bei Euch so ansteckend, virulent sozusagen.

Ich bin heut am geschlossenen Fotogeschäft vorbeigelaufen und sehe die Fotos, wo Mädchen mit ihren Pferden posieren. Daneben stehen gestellte Familienbilder. Familienidylle. Gegen sowas bin ich allergisch. Damit kann ich nix anfangen. Ich mag es weder fotografiert zu werden noch verstehe ich den Sinn solcher inszinierter Szenen.

Ich glaube dass Fotos und Selfies für Euch auch so ein Sicherheitdings sind. Am Ende auch soziale Medien? Sie gaukeln Euch die heile und sichere Welt vor. Dass Ihr beliebt seid. Jedes Like , jeder Smiley schüttet Dopamin aus. Man wird süchtig danach.

Das ging mir am Anfang bei der Strickplattform und bei den Comicforen auch so. Dass ich immer wieder geguckt hab, wieviele sie schon angeklickt oder gefavt hatten. Inzwischen mach ich das nicht mehr. Ich mach mein Ding , lad es hoch und gut und dann fahr ich den Rechner runter. Und dann guck ich vielleicht am nächsten Tag mal rein und verfass einen Dankeschön-Kommentar. Es frisst nur Zeit und die ist mir am Bildschirm zu schade. Die will ich lieber mit dem "echten" Leben verbringen.

Diese Sicherheit gibt es nicht. Das Leben besteht aus Unsicherheit.

Das finde ich jetzt irgendwie lustig. Ihr schüttelt über meine seltsamen autistischen Verhaltensweisen, die mir Sicherheit geben und mein Nervensystem beruhigen, den Kopf und jetzt befindet Ihr Euch wie ich im krisenmodus und zeigt ebenfalls ein sehr bizarres Verhalten. Ihr hamstert Klopapier. Das finde ich jetzt sehr seltsam. Dito. Ihr seid auch alle komisch.

Und überlegt doch mal, wenn Ihr jemandem in vor Corona-Zeiten begegnet wärd, der Klopapier gehamstert hätte, den hättet Ihr doch auch schräg angeschaut oder zum Psychiater oder Psychologen geschickt.

Es ist derselbe Mechanimsus! Ist das nicht Schiessen? (Warum wird hier jetzt schon wieder geschossen?)

Ich kann es jetzt verstehen. Versteht Ihr mich jetzt auch? Warum es für mich wichtig ist, bestimmte Routinen zu haben? Ihr macht es nämlich momentan genauso. Das Garteln ist nichts anderes als Eure Flucht aus der Realität. Eure Hyperfokussierung auf eine Beschäftigung.

Es gibt einen Trost: je mehr Krisen man übersteht und sie aushält und die Verantwortung für sich und sein Handeln übernimmt auch wenn man selbst im Krisenmodus bleibt, dann gewöhnt man sich dran und wird resilienter. Krisenerprobter. Mit jeder Krise kann man dazulernen und so ein Stück weit über sich hinauswachsen.

Dann wirft einen so schnell nix mehr aus der Bahn. Man kann Gelassenheit lernen. Es wird nicht immer funktionieren, aber immer öfter. Man lernt damit umzugehen. Das geht allerdings nur, wenn man es schafft die Amygdala herunterzuregeln. Und dazu muss man sich mit sich selber auseinandersetzen und sich selbst kennenlernen und das eigene Verhalten verändern wollen und dann einfach damit anfangen.

In der Bäckerei sagt die Verkäuferin, dass sich jetzt viele Menschen Sorgen machen, weil sie Existenzangst haben. Viele sind in Kurzarbeit und nicht alle werden nach Corona weiter Arbeit haben. Sie haben gebaut, Kinder und Kredite.

Ich bin ihr für diese Sicht dankbar. Und teile mit ihr meine, dass die Gesellschaft doch auch gestärkt und rundumerneuert daraus hervorgehen könnte. Resilienter. Darauf hoffe ich.

Ich hab heut auf dem Marktplatz eine Bekannte aus einem VHS-Kurs getroffen, die sich auch in der Kirche engagiert. Sie hat heut Osterkerzen auf dem Marktplatz verkauft. Ich bewundere sie dafür dass sie soviel Energie in solche sozialen ehrenamtlichen Tätigkeiten investieren kann.

Sie sagt die Kirche gibt ihr Sicherheit. Aha. Ich erklär ihr, dass mir Kirchen unangenehm sind, weil sie zu reizintensiv sind. Die Kälte in den Gebäuden, die vielen Menschen (gut jetzt nicht), auch das Hand geben, die Gerüche. Vom intensiven Weihrauchgeruch wird mir schlecht.

Das ist ja auch kein Wunder, denn wenn man im Fluchtmodus ist, dann nimmt man erstens alles um sich rum, verschärft wahr - mit allen Sinnen. Und zweitens möchte man ja davonrennen und nicht mit Menschen kuscheln. Ob ich diesen Modus jemals erlange, keine Ahnung. Ich arbeite daran.

Deshalb ist für mich die wahre Kathedrale Gottes der Wald. Das versteht sie. Das finde ich schön mit ihr so ehrlich die Wahrnehmung auszutauschen. Sie zeigt mir ihre und ich ihr meine. Und so kann ich ihre Sicht verstehen und sie die meine.

In Corona-Zeiten ist es einfacher Bigtalk zu machen. Das kommt mir sehr entgegen. Ist auch kein Wunder, denn wenn alle im Amygdala-Modus sind, werden auch ein paar dabei sein, die meinem Modus ähneln. Endlich. Vorher hab ich die nur im Internet gefunden. Aber nicht im echten Leben. Na gut, ich bin ja auch nicht rausgegangen. Da stand mir meine Amygdala ja auch im Weg. Das kostete enorme Überwindung.

Ich hab sie gefragt, ob sie bei all den Dingen, die sie so macht, noch Zeit für sich selber hat. Sie sagt: Soviel wie zur Zeit, hatte sie noch nie. Ihr Mann und sie sind öfter zusammen. Und da hat sie gelernt, dass sie deswegen viel mehr Zeit für sich braucht. Sonst bekommt sie einen Koller.

Das kenn ich auch. Ich mag mein Rudel daheim, meine sichere Homebase. Aber ich brauche auch seeehr viel Zeit für mich allein.

Ich frag sie, ob sie meint, ob wir aus Corona lernen und uns und die Gesellschaft sich verändern wird. Sie ist optimistisch.

Ihr ist auch aufgefallen, dass die Luft klarer, es mehr Insekten und Vögel gibt. Und sie meint auch, dass es nach Corona wieder einen Babyboom gibt, wie nach dem Stromausfall. Dann verabschiedet sie sich und sagt, ich soll gut auf mich aufpassen. Ich geb mir Mühe.

Lustig: Die Störche klappern auf dem Marktplatz wie die Menschen... es scheint alles einen Tick ruhiger, langsamer und bedächtiger und stiller geworden zu sein. Das finde ich sehr schön und angenehm.

Ich laufe noch auf der Aischwiese hinter dem Kaufland rum. Es ist schön. Und es gibt neue Bänke und die erste probier ich aus und lass mir die Sonne auf die Nase scheinen.

Dann lauf ich weiter und mir steigt der Duft von Döner und türkischer Pizza in die Nase. Ich bekomme Hunger. Und zwar sofort. :)
Das ist der Vorteil eines übersensiblen Geruchssinns , dass man auch Wohlgerüche (Bratwürst mit Sauerkraut oder anderes nahrhaftes... ob das auch mit dem Überlebensinstinkt zusammenhängt, dass ich da hauptsächlich nahrungsmittelfixiert bin? Hmm... Möglich wär's. Auf der Flucht braucht man ja Energie) intensiver wahrnimmt.

Ich weiss also an der Aisch stehend, dass der Dönerstand am Kaufland offen hat. Und da geh ich hin und hol mir eine türkische Pizza zum Mitnehmen.

Ich erzähl dem Verkäufer, dass ich da bin, weil sein Essen so gut riecht. Das freut ihn sehr. Anscheinend hat ihm das noch keiner gesagt. Dann wird es ja mal Zeit.

Er wird gesprächig (das tun Menschen anscheinend, wenn man ihnen etwas positives wertschätzendes sagt und es auch ehrlich meint). Und erzählt mir wieviele Zutaten er auf die Pizza drauftut. Dass er neulich in Nürnberg auf einen Bekannten gewartet hat, sein Zug Verspätung hatte und er Hunger bekommen hat und sich dort eine türkische Pizza gekauft hat. Und da war bloss ein bisschen Fleisch und ein paar Salatblätter drauf und er hat 7 Euro gekostet. Sowas macht er nicht. Seine kostet 5 mit allem drum und dran. Er macht sie für mich mit viel Liebe.

Überhaupt als ich sag, dass wir die daheim zu dritt essen. Und sogar meine 77-jährige Mama, die ausländischem Essen eher skeptisch gegenübersteht, die gerne isst. Ich hab den Eindruck, er packt mir jetzt noch eine Extra-Ladung Dönerfleisch drauf. Vielleicht ist das ja damit gemeint, wenn man sagt: Liebe geht durch den Magen. Also wenn man jemanden für sein Essen lobt, dann bekommt man auch eine grössere Portion. Das ist ja fein.

Auf dem Weg heim, treff ich dann noch einen Nachbarn am Gartenzaun. Er ist auch chronisch krank. Sein Sohn bekommt jetzt auch schon einen Daheimkoller. Deswegen hat er sich im Garten ausgetobt. Und auch er selbst schätzt den Garten jetzt in der Coronazeit. Vorher war er ihm eher Last und jetzt kann er dort beim Rumwerkeln seinen Gedanken freien Lauf lassen.

Das mach ich, wenn ich mit meinen Gedanken Gassi gehe. Das versteh ich gut. Er sagt, er braucht viel Zeit für sich, braucht aber immer seine Familie in der Nähe. Das gibt im Sicherheit. Die Homebase. Versteh ich.

Er macht auch Homeoffice und geniesst das Mehr an Zeit, das er jetzt hat. Er lebt wie ich im Hier und Jetzt. Weil er ja auch krisenerprobt ist. Ich finde das schön mich mit ihm auszutauschen.

Er sagt, seit er krank ist, nimmt er den Regen wahr. Früher hat es ja auch geregnet, aber er hat ihn nicht gehört.

Spannend!

Mein Corona-Comic ist im Amtsblatt gelandet :)

über mein soziales Netzwerking... was ja mit Menschen funktioniert. Mitmenschen...

Apropos soziale Medien. Ich glaube, dass die jetzt in der Krise die Chance haben von egozentrierten zu echten mitmenschlichen Medien zu werden. Das wär doch mal ein Fortschritt! Einfach dadurch, dass man sie anders benutzt. Nicht um Likes und Aufmerksamkeit zu bekommen, sondern Hilfe, Mitgefühl, Menschlichkeit und echte Erfahrungen austauscht.

Was ich mich auch frage... soziale Kompetenz hiess doch bisher, wenn ich es recht verstehe, dass man sich sozial an die Mehrheit anpasst. Und die Mehrheit kreiste in nicht Krisenzeiten um ihr eigenes Ego, Leistungs- und Effizienzdenken und lenkte sich von mit allem möglichen von der Unsicherheit der Welt und des Lebens ab. Man lag mit jedermann im Wettstreit: mein Haus, mein Auto, mein Boot, meine Kinder und deren Berufe...

Das kann ich nicht. Aufgrund meines physiologischen Amygdalastatus und dem daraus resultierenden Fehlen des sozialen Autopiloten ist das für mich leider ein Ding der Unmöglichkeit.

Nun ist allerdings diese soziale Norm aus der Form geraten..
Die Krise wird grad zur Norm. Das kenn ich jetzt wieder, weil mir dieser Status ja nicht neu ist. Ich wurde in dem geboren.

Nun verändert sich die Definition von sozialer Kompetenz aufgrund der nicht mehr vorhandenen Norm. Bzw. stand das auch schon vor Corona in Büchern über soziale Intelligenz und emotionale Intelligenz. Die Wissenschaft hat das ja schon gesagt, aber damals hat man genausowenig auf sie gehört wie auf Virologen und Kliamforscher. Die Zeiten haben sich geändert.

Sozial kompetent ist jetzt jemand, der an andere denkt, ohne Hintergedanken gibt, auf sie Rücksicht nimmt, sich einfühlen kann. Empathisch ist. Aufrichtig, ehrlich, warmherzig, direkt, pragmatisch, offen, authentisch, echt.

Denn in Krisen werden die natürlichen Werte überlebenswichtig! Dass man sich auf andere verlassen kann!

Wohingegen in Nicht-Krisen das Misstrauen geschürt wird. Paradoxerweise. Das hab ich nie verstanden. Denn aufgrund meines Immer-Krisen-Modus bin ich immer offen, ehrlich und direkt. Und das wird einem dann leider des öfteren zum Verhängnis, weil man ja mit dem gängigen Normmodell und dessen Vorstellung von Autorität kollidiert. Denn im Krisenmodus zweifelt man alles an. Auch Authoritäten. Man verlässt sich auf sich selbst. Weil es wichtig ist die Kontrolle und Sicherheit in einer unsicheren Situation zu behalten. Und man folgt den Gesetzen der Logik. Und kollidert mit der Norm des sozialen gesellschaftlichen Autopiloten. RUMS! Des is fei a ned grod as gsündeste!

So ... vielleicht wird Euch jetzt aufgrund Eures physiologisch veränderten Status klar, wo mein Problem lag bzw. liegt. Wo Ihr Euch auf Euren sozialen Autopiloten (dem Gemeinschaftsdenken) verlassen konntet (der sehr energiesparend ist), analysiert mein Krisenmodus die Situation logisch. Über den präfronteralen Kortex. Und wir kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Ihr zu dem, was für Euch ein sozial annehmbares Verhalten ist (das habt Ihr zuhause gelernt) - das ist sozusagen Euer Cache-Modus - und ich komme zu logischen Schlussfolgerungen, die ich aus der aktuellen Situation und den mir vorliegenden Fakten und Daten berechnen muss. Sprich: Ihr greift auf ein erlerntes Ergebnis zurück während ich im Hier und Jetzt die Dinge logisch analysieren und berechnen muss.

Das sozial annehmbare Normverhalten ist leider nicht logisch. Dazu müsste man ja die Norm kennen, die diesem Verhalten zugrunde liegt. Und die kenne ich nicht und kann sie deswegen in meiner Analyse nicht berücksichtigen. Versucht doch mal Euer Verhalten logisch zu ergründen: warum macht Ihr bei Problem A das? Gibt es dafür eine logische Grundlage? Seht Ihr das Dilemma?

Jetzt in der Krise kann man auch in Talkshows diesen Paradigmen und Normenwechsel und damit auch physiologischen Veränderungsprozess beobachten. Ich konnte noch vor kurzem keine Talkshows anschauen. Es war eine Ich-Darstellung der Beteiligten. Es wurde viel geredet, meistens alles x-mal wiederholt, aber nix gesagt. Es fehlte die SACHAUSSAGE! Es fehlten die Fakten und die Logik.

Es wurde nach dem sozialen Autopiloten und der Anpassung an das Mehrheits-Normverhalten diskutiert. Mit Blabla kann ein Krisenmodus nix anfangen!

Ganz anders seit Corona. Jetzt regieren die Sachaussagen und Experten. Jetzt kann ich mir diese Diskussionen auch anhören. Finde sie sachlich, interessant und spannend. Die Experten sagen auch, dass ihre Ratschläge auf Schätzungen beruhen. Geben also Ihr Nichtwissen unumwunden zu. Das war doch vor Kurzem noch undenkbar!

Man sieht also auch die Wissenschaft ist keine 100 prozentige Sicherheit. Genauso wie gestellte Famlienfotos. Ehrlicher und authentischer ist der Schnappschuss. Auch wenn er verschwommen ist. Und deshalb ist uns auch der Wissenschaftler und Virologe, der unumwunden und ehrlich zugibt, dass er Dinge nicht weiss, viel sympathischer. Denn er ist ehrlich und authentisch.

Wo kommen diese ehrlichen und authentischen Menschen denn auf einmal her? Waren die schon immer so? Oder ist diese Verhaltensänderung auf ihren physiologischen Krisenmodus (unser Urprogramm auf Gefahr) zurückzuführen?

Ich kann diese Frage nicht beantworten, denn diese Menschen waren ja vorher in Talkshows nicht zu sehen. Bzw. hätte ich sie mir früher auch aus obigen Gründen nicht anschauen können.

Also ich finde diesen Zugewinn an Mit-Menschlichkeit, Authentizität und Ehrlichkeit sehr symphatisch.

Ich frage mich, ob ich deswegen früher so oft missverstanden wurde... Weil ich im ehrlich authentisch Krisenmodus den anderen Menschen, die im sozialen Autopilot, Gemeinschaftsnormmodus unterwegs waren, helfen wollte (ich wollte mein Wissen und meine Erfahrungen üer CRPS mit den Fachleuten teilen, damit sie anderen Betroffenen helfen können), habe sie aber mit meiner Penetranz und wohl aus ihrer Sichtweise anmassendem Verhalten (ich bin ja in ihr Fachgebiet eingedrungen) nur irritiert, hilflos oder wütend gemacht.

Ich hatte keine Ahnung, denn ihr physiologischer Modus war mir ja fremd.

Ich hab ja nur das gemacht, was ich immer getan habe. Versucht meine Problem selber zu lösen und die Verantwortung für mich und andere zu übernehmen. So kenn ich das von uns daheim. Jeder packt mit an und hilft. Das ist resilientes Krisenmodusverhalten. Ich wusste nicht, dass man das nicht darf! Bzw. dass man mit diesem Verhalten gegen Normen verstößt. Finde dieses Normverhalten aber jetzt, da ich es besser nachvollziehen (wenn auch immer noch nicht verstehen kann) ziemlich dumm. Also genau das, was man mir gern unterstellt hat.

Wieso ist ein Fachmann ausschliesslich ein Theoretiker? Der kennt doch nur die Theorie. Wieso vergisst man die Menschen dort miteinzubeziehen, die sich mit dem Problem am besten auskennen, weil sie ja damit leben? Die Praktiker. Da verschenkt man doch Chancen und Möglichkeiten! Und vertut die Chance Missverständnisse aufzuklären. Denn die Aussenansicht kann täuschen. Das ist eine Schätzung aus der Perspektive des Schätzenden.

Wieso fragt man nicht den Praktiker warum er etwas tut? Weil der Theoretiker denkt er weiss es besser? Tut er das denn? Aus meinen Fehleinschätzungen beim Streit mit meiner Mama würde ich sagen: Nein. Er kann sich irren. Er kann sogar Lichtjahre daneben liegen!

Ich hab mal meinem Busnachbarn auf der Vorletzten Vor-Corona Zugfahrt erzählt, dass man anhand des physiologischen Zustands die Menschen einschätzen kann. Er hat gesagt, wenn ihm was unklar ist, dann fragt er sie einfach. Gesunder Menschenverstand.

Niemand hat verstanden, was ich wollte. Ehrlicherweise muss ich zugeben, habe ich das auch nie so direkt gesagt, dass ich ihnen dabei helfen will, anderen CRPSlern zu helfen. Weil es aus meiner Sicht ja selbstverständlich war. Ist auch wieder logisch, denn wenn die Amygala übererregt ist, tut man sich schwer sich in andere hineinzuversetzen. Denn unsere Amygdala ist grad um unser eigenes Überleben besorgt. Ausserdem macht man sowas ja nicht. Dieses Verhalten ist der Norm fremd. Sie erwartet es nicht. Weil es nicht in ihrem sozialen Kontext vorkommt.

Ich komme aber VOR! Es gibt mich wirklich! Und es gibt auch andere Wahrnehmungen jenseits des Normdenkens. Die Norm ist eine Illusion! Eine Illusion Eures Sicherheitsdenkens!
Und die andere Wahrnehmung lernt Ihr jetzt alle mit Corona auch mal kennen. Willkommen in meiner Welt! Dysfunktionale Kommunikation war die Folge.

Des is fei a ned grod as gsündeste.

Werdet Euch bewusst, dass jeder Mensch in seiner eigenen Wahrnehmung lebt und mit seinen Sinnen und durch seine Erfahrungen und Prägungen die Welt anders wahrnimmt. Entspannte Menschen haben wohl (es tut mir leid, da war ich noch nie... also muss ich auf Hörensagen zurückgreifen) einen Blick für das Gesamtbild, sehen die Dinge vor sich scharf und sind präsent im Moment und können auch in Krisen entspannt bleiben und so Chancen, die sich bieten nutzen.

Angespannte Menschen haben geschärfte Sinne (denn alles kann ja Gefahr signalisieren!! Also werden die Reizfilter deaktiviert) und sehen und hören den kleinsten Laut, das kleinste Detail... Das Gesamtbild entgeht ihnen.

Alle Menschen befinden sich zwischen diesen beiden Extremen. Jeder woanders. Je nachdem wo er sich befindet, wird er vom Gesundheits- oder Krankheitssystem mit einem Etikett versehen. Wie AD(H)S, Autismus, dement oder der Norm entsprechend.

Ob die Norm jetzt ab Corona umnormiert wird? Müsste sie doch... Denn wenn jetzt eine Zunahme und immer schnellere Abfolge von Krisen erwartet wird , dann wird die Krise ja zur Norm. Dann haben Menschen, die an Krisen gewöhnt sind und Strategien entwickelt haben, damit zurechtzukommen, einen Vorteil.

D.h. die Norm wird auf den Kopf gestellt. Das was bislang von Vorteil war (soziale Anpassung auf die Masse) wird zum Nachteil. Und was ein Nachteil (Krisenmodus) war, wird zum Vorteil. Ich empfinde das nach all diesen Angeecke mit Systemen und Autoritäten als ausgleichende Gerechtigkeit.

Was bedeutet das für die Gesellschaft und ihre Systeme? Die Werte verändern sich. Nicht kostengünstig, effizient und der Wettbewerb sind überlebenssichernd sondern Empathie, miteinander, Mitmenschlichkeit. Nicht die Kosten und das Geld steht im Vordergrund sondern der schwächste Mensch müsste den Takt angeben. Steht ja schon in der Bibel: Was Ihr dem schwächsten unter Euch angetan habt, das habt Ihr mir getan.

D.h. mit unserem Denken müssen sich auch die Systeme ändern! Es fängt ja jetzt schon damit an, dass wir sehen, welche Berufe in der Krisenzeit wichtig sind! Jetzt bekommen sie die Wertschätzung , die sie verdienen (hoffentlich).

Denn alle Systeme sind ja auf die Vor-Krisen-Gesellschaft ausgerichtet. Und wenn die Krise zur Norm wird, dann sind die nicht mehr normgerecht.

Das ist nichts anderes als ein Komplettumbau unserer Gesellschaft unseres Denkens und unseres Verhaltens. Wow!
Ob und wie wir das hinkriegen und schaffen, hängt von jedem einzelnen ab.

Zum Virus möchte ich folgendes sagen. Der Virus macht ja auch nichts anderes als wir. Er will überleben!

Da wir ihm sein natürliches Überlebens-Umfeld nehmen, muss er sich neue Überlebensstrategien ausdenken. Genau wie wir.

So unterschiedlich sind wir gar nicht. Nur dass ein Virus agiler ist, weil ihn Systeme, Grenzen, Normen, Konventionen und Bürokratie wurschd sind. Wenn wir als Gesellschaft resilienter werden wollen, dann müssen wir schneller auf Gefahren reagieren lernen. Ob uns das zukünftig gelingt, wird sich zeigen.

Sonntag: Auch hier in Höchstadt ist diese Zeit geprägt von Kreativität und einem Mit-Einander und Mit-Menschlichkeit.

Ich hab zwar keine Antwort auf meine Mail nach einem Spendenkonto Höchstadter helfen Höchstadtern bekommen, aber im Amtsblatt stehen jetzt drei Spendenmöglichkeiten. z.B. bei der Raiffeisenbank IBAN DE35 7636 0033 0003 5185 07 oder bei der Sparkasse IBAN DE82 7635 0000 0430 0067 00. Ihr könnt auch Gutscheine kaufen und so Eure Helden unterstützen. Hab natürlich gleich gespendet. Ich hab ja schon drauf gewartet.

Keiner weiss, ob er morgen auch von der Krise betroffen ist. Niemand weiss wie es weitergeht. Ich vertrau auf die Kreativität, den Humor, den Glauben an das Gute in allen Menschen und die Lebensfreude.

Wenn Ihr gut nähen könnt, dann könnt Ihr auch die Lebenshilfe Herzogenaurach unterstützen. Die brauchen Mundschutz-Dinger. Ich weiss immer noch nicht wie der Plural korrekt lautet. Auf jeden Fall bitten sie Menschen, die Zeit haben, nähen können um Mithelfe und Spenden. Eine Nähanleitung findet Ihr z.B. bei der Feuerwehr Essen: HIER.

Aber auch sonst hat die Höchstadter Corona Kreativitätsseite viel zu bieten. Guckt Ihr HIER unter Höchstadt daheim - wir sind dabei..

Vom Streaming - Ostergottesdienst, über Fitnessvideos der hiesigen Sportstudios, einer musikalischen Mitmachaktion, zu einer Liste der Geschäfte mit deren Liefer- bzw. Einkaufsmöglichkeiten. Viele bieten zur Zeit Bringdienste an. z.B. die Bücherstube und der ein oder anderen Bäckerei und alle Apotheken.

Und da ist es doch selbstverständlich, dass man das auch nutzt und so die Geschäfte unterstützt. Denn wenn wir das jetzt nicht tun, dann brauchen wir uns über das Innenstadtsterben auch nicht weiter zu wundern. Ursache und Wirkung.

Und auch für Geschäftsleute ist es ja viel schöner, wenn sie die Wertschätzung spüren anstatt auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein. Jetzt könnt Ihr Euren Allltags und Systemrelevanten Helden Eure Wertschätzung beweisen. Sie haben sie Euch bisher erwiesen. Sie waren und sind für Euch da. Sie bedienen Euch freundlich und beraten Euch. Sind geduldig, auch wenn Ihr hektisch, anstrengend, gestresst, schlecht gelaunt oder ungeduldig seid. Sie sind Philosoph und Psychologe in einem. Psychologie findet nicht in Kliniken statt sondern unter Menschen. Jetzt könnt Ihr Euch dafür revanchieren und ihre Mühe anerkennen, indem Ihr solidarisch seid. Das ist eine Chance!

Es ist doch soviel schöner Dinge aus eigener Kraft zu erreichen. Mit dem Mittel der Wertschätzung der Kunden. Das ist Vertrauen. Das ist Zuversicht. Das ist Freiheit und Unabhängigkeit. Das ist gelebtes Miteinander, das ist Hoffnung.

In Zeiten, in denen jeder Arbeitsplatz bedroht ist, lohnt es sich auch mal darüber nachdenken, ob man nicht lieber dem einfachen Bankmitarbeiter seinen Arbeitsplatz weiter erhält, indem man seine Überweisung per Papier macht. Auch wenn es mehr kostet. Es hängt ein menschliche Existenz daran. Es könnte Eure sein.

Auch so könnt Ihr die Menschen, die in Euer örtliche Sparkasse oder Raiffeisenbank arbeiten, unterstützen. Und ihnen Eure Wertschätzung zeigen.

Denn geht der Trend zum online - und Smartphonebanking ungebremst so weiter, werden ihn Algorithmen und Softwarefirmen wie Google und Co übernehmen. Durch Automatisierung. Mit dem Automaten kann man kein Schwätzchen halten. Der wird Euch auch keine Wertschätzung entgegenbringen. Der Mensch im Schalterraum tut dies schon. Wollt Ihr darauf wirklich verzichten? Dann seid Euch auch der Folgen bewusst. Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz. Menschen, die Ihr kennt. Und werden von einem anonymen Algorithmus ersetzt, dem wiederum Ihr als Mensch herzlich wurschd seid. Ursache und Wirkung.

Die Osterkerzen werden pragmatisch am Marktplatz verkauft. Auch die Kirche ist in diesen Zeiten kreativ. Muss sie ja auch. Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, dann muss der Prophet halt zum Berg kommen....

Ja, ich weiss, der Spruch ist von der Konkurrenz. Aber ist sie das wirklich? Spielt das wirklich so eine grosse Rolle? Hauptsache ist doch, dass man glaubt. Denn Glauben und die Gemeinschaft des Glaubens gab und gibt Sicherheit. Die Krise könnte also eine Chance für den Glauben und alle Religionen sein mit gutem Beispiel Toleranz und Miteinander voranzugehen.

Auch unser Nähstübchen um die Ecke ist krisentechnisch kreativ und bietet selbstgenähte Mundschutzmasken an. Also wenn Ihr selbst nicht nähen könnt, dann könnt Ihr dort Eure Maske erwerben und diese Kreativität unterstützen. Im Gegensatz zum Internetkauf bietet sich so auch bei jedem Geschäftsinhaber die Möglichkeit sozialer Kontakte, die in dieser Zeit spärlich gesät sind. Also ein WIN-WIN! Alle haben was davon.

Chaos und Veränderung erzeugt Bewegung in den Köpfen und damit Kreativität. Und die ist überall spürbar. Und das ist etwas wunderbares!

Denn wie es auf einem Täfelchen im Engelgarten steht: "Jedes Übel hat auch seine guten Seiten". Alles eine Frage der Wahrnehmung und der Perspektive.

In unserer Nachbarschaft hängen Kinderzeichnungen mit Regenbogen und dem Satz: Alles wird gut! in den Fenstern. Auch ein paar Gullydeckel sind damit verziert und versprühen ein wenig Hoffnung und gute Laune. Schon witzig: in normalen Zeiten wäre man beim Versuch einen Gullydeckel mit Kreide zu verzieren auf dieser Strasse unter die Räder bzw. Reifen gekommen. Endecke die Möglickkeiten!

Und auch von mir gibt's in diesen Zeiten wieder was kreatives. Viel Spass!

Montag: Jetzt ist mir wieder ein bisschen Sicherheit weggebrochen. Meine 6-jährige Physio.

Die Praxis hat Corona-Panik bekommen und sich von allen Mitarbeitern getrennt. Auch von meiner Physio. Und von Patienten wie mir gleich mit.

Mein angefangenes Rezept wurde abgebrochen und abgerechnet. Das hätte man mir auch schon vor zwei Wochen sagen können, wo es hiess, die Praxis macht erstmal für zwei Wochen zu. Ich hätte mir hier Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit gewünscht. Was wäre denn dabei gewesen zu sagen: Ich habe Angst, ich weiss nicht wie es weitergeht und deshalb rechne ich das Rezept jetzt erstmal ab.

Da hätt ich ned extra heut auf Band sprechen und auf einen Rückruf warten müssen. Da ist es wieder: mein Gefühl nicht wergeschätzt zu werden und zurückgewiesen zu werden.

Mit Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Wertschätzung und Vertrauen hat das nix zu tun. Im Gegenteil: ich komm mir verarscht vor. Das ist schmerzhaft.

Ich hab grad einen Tritt in den Hintern für 6 Jahre Kundentreue und entgegengebrachtes Vertrauen bekommen. Zumindest fühlt es sich so an.

Auch das ist das Ergebnis dysfunkionaler Kommunikation.

Und die Mitarbeiter haben für ihren Einsatz der letzten Jahre auch die Arschkarte bekommen. Menschen, die mir in meinen schlimmsten Schmerzen beigestanden und geholfen haben. Das macht mich noch wütender.

Aber das sind alles meine Gefühle und für die muss ich die Verantwortung übernehmen. Dann kann ich sie verarbeiten und auflösen. Das ist gesünder als sie zu schlucken.

Ich kann zwar Panikreaktionen verstehen, doch überwiegt bei mir die Enttäuschung und die Wut. Warum?

Weil es mir um die Ex-Angestellten leidtut, die jetzt auf der Strasse stehen. Weil ich sie sehr gut kenne und mag. Ich hoffe, sie finden bald was neues.

Weil mir ein Mensch und eine Routine wegbricht, die mir Sicherheit gegeben haben. Und die ich sehr gern habe und schätzen gelernt habe. Eine langjährige Vertrauensbasis ist mir grad abhanden gekommen. Das macht mich hilflso und wütend.

Eins hab ich gelernt:
Wenn man in Krisen Menschen im Stich läßt, dann braucht man sich auch nicht drüber wundern, dass einen andere in Krisen ebenfalls im Stich lassen. Was man aussendet, bekommt man auch zurück.

Das hat nichts mit Rache zu tun. Das ist das Resonanzprinzip. Der Panikmodus macht einsam. Weil man unbewusst jeden, der einen mag und helfen will, vor den Kopf stößt. Einen Beliebtheitswettbewerb gewinnt man im Panikmodus nicht. Und gesund ist er auch nicht.

Ich habe langjährige Erfahrung in diesem Modus. Glaubt mir. Man macht sich selbst das Leben schwer. Man wird Spezialist darin. Und ist blind für Lösungsmöglichkeiten und die Optionen, die sich einem bieten. Man strengt sich an und reibt sich auf.

Schon schräg: der Modus in dem ich mich oft selber aufhalte, macht mich bei anderen hilflos und wütend. Dabei weiss ich ja, dass das keiner mit Absicht macht. Sondern dass hier unser Urinstinkt anspringt und uns zum Verhängnis wird. Ob ich das irgendwann hinbekomme, dass ich auch mal in solchen Situationen gelassen bleiben kann...? Ich arbeite daran. Immerhin kann ich das Gefühl inzwischen schneller verarbeiten auf gesunde Art und Weise.

Nachdem ich mich mich mit meinem Gefühl ausgesöhnt habe, kann ich die Sonne und den Garten und die Schaukel geniessen. Und eine Katze kommt zum Schmusen vorbei. So warm und weich das Fell. Ihr Schnurren becirzt mein Nervensystem. Die Ruhe der Katze überträgt sich auf mich.

Ich sitze im Gras und gucke dem munteren Treiben der Insekten zu. Es kommt mir so vor als wären sie dieses Jahr zahlreicher als sonst. Und der Vogelgesang ist ohrenbetäubend. Die Farbenpracht der Blütenexplosion ist atemberaubend.

Was ich erstaunlich finde... Menschen geben Sicherheit. Ja, auch mir.
Nicht nur Dinge wie meine Bücher oder Tätigkeiten wie Euer virulenter Rasenmähwettbewerb, den Ihr samstäglich austragt.

Menschen, die da sind, wenn es einem schlecht geht. Die zuhören. Die verstehen. Sie müssen gar nichts sagen. Es reicht eine Geste, ein Blick um zu trösten. Um Halt zu geben. Und genau das hat mir meine Physio damals gegeben, als das CRPS am heftigsten wütete. Als ich weder ein noch aus wusste. Das war das wertvollste und die heilsamste Form der Kommunikaton, die ich von jemandem in dieser Zeit bekommen habe.

Was wäre wenn sich jeder auf jeden verlassen könnte? Wenn wir Menschen uns gegenseitig immer und überall Sicherheit geben könnten, indem wir offen, ehrlich und authentisch miteinander umgehen? Bräuchten wir dann noch Sicherheit durch Dinge? Oder Versicherungen? Oder wäre all das dann überflüssig?

Ist das das Geheimnis, warum Menschen in ärmeren Ländern glücklicher und zufriedener sind als wir? Weil sie kaum etwas aber JEMANDEN haben, der sie so akzeptiert, unterstützt und mag wie sie sind? Weil sie Krisen gewohnt sind und man sich in Krisen aufeinander verlassen kann?

Dann haben sie uns den wahren Schatz voraus. Ob es deswegen Wert-Schätz-ung heisst? Weil dort ein Schatz versteckt ist? Sagt man deshalb vor lauter Begeisterung und Freude, wenn einem jemand hilft: Du bist ein Schatz... ?

Das könnte schon sein.

Dienstag: Hmm... wenn das Leben sich immer schneller verändert wegen der Technik und unserer Art zu leben und wir immer schneller Probleme und Krisen lösen wollen und müssen, dann müssen wir ja immer agiler und kreativer werden.

Denn nicht nur die Probleme kommen schneller auf uns zu sondern auch Krisen. Auch wegen unserer Art zu leben. Agilität heisst also dann dass wir problem - und krisenlösungskompetenter werden müssen.

Und das wird man , wenn man Krisen und Probleme löst. Mit jedem Problem und jeder Krise, die man löst, wird man kompetenter. Und damit gewinnt man an Sichheit. Und das ist dann Resilienz.

Resilienz ist nämlich, dass man aus dem Fundus seiner Erfahrungen, seiner Intuition, seinem Wissen und dem Glauben an seine eigenen Problemlösungsfähigkeiten und an die das Vertrauen in die Menschen um einen herum und ihre Fähigkeiten glaubt. Nur so kann funktionale Kommunikation, Perspektivaustausch und Kollaboration gelingen. Das geht nur im vertrauensvollen begeisterungsfähigen Miteinander auf Augenhöhe mit Respekt und Wertschätzung jedes Einzelnen.

D.h. Agilität geht nur mit Resilienz und das geht dann wiederum nur durch Übung und Erfahrung und den Erfahrungs- und Wissens- und Perspektivaustausch mit anderen Menschen. Den Mit-Menschen. Und die Währung in dieser Gesellschaft ist Vertrauen.

Es geht nicht Ohne-Menschen. Also allein kann man diese Probleme nicht lösen und auch nicht die Krisen.

So wie jetzt halt auch.

Das Vertrauen ist uns aber in den letzten Jahren beständig abhanden gekommen. Und das ist die Folge unseres immer gehetzteren Lebensstils, der unseren Urinstinkt von Kampf und Flucht triggert: unseren Überlebensinstinkt. Und so wiederum Misstrauen erzeugt.

Wie kommen wir nun aus dieser Nummer heraus? Wir müssen Vertrauen schaffen. Wie macht man das? Mit Nächstenliebe, Wertschätzung, Dankbarkeit ...
Und wo kriegen wir die her? Indem wir es üben. Einfach machen. Immer wieder. Das ist ein Umlern- bzw. Umkonditionierungsprozess. Eine weltweite Neuprogrammierung unserer Denk- und Verhaltensmuster. Indem wir das, was wir bisher getan haben, in Frage stellen. Auch uns selbst.
Ich arbeite daran. Macht Ihr mit? Es könnte Spass machen... ;-)

Ich les grad das Buch "Wer ist Violet Park" von Jenny Valentine. Das ist schön. Ein 16-jähriger Junge findet in einer Taxizentrale die Urne von Violet Park und lernt sie kennen. Und lernt viel über sich und seine Familie.

Er meint, dass er gar nichts über seine Eltern weiss. Irgendwie stimmt das schon. Weil sie einem vorleben, dass sie perfekt sind und immer alles richtig machen. Dabei ist niemand perfekt. Und genau das macht sie so liebenswert.

Warum muss man denn im Beruf und als Eltern perfekt erscheinen? Wenn man es doch ohnehin nicht ist und auch nie sein kann. Bzw. wer definiert denn was dieses perfekt ist und warum? Was hat er denn davon?

Wieso verstellen sich im Beruf die Menschen und versuchen jemand zu sein, der sie gar nicht sind? Ich kann das nicht. Und ich seh es auch gar nicht ein. Ausserdem könnte ich das gar nciht. Ich wüsste auch gar nicht, wie das gehen soll, weil ich keine Ahnung hab von den Vorstellungen und Erwartungen, die Ihr in Euren Köpfen habt.

Ich bewundere Euch ja, wie Ihr Euch diese Rollenbilder merken könnt. Warum benutzt Ihr diese sagenhafte Fähigkeit nicht für etwas sinnvolles?

Mein Gedächnis gibt das gar nicht her. Das lebt im Hier und Jetzt und hat, wenn ich eine Sache abgeschlossen habe, die ganze Angelegenheit schon vergessen. Vielleicht ist ein bisschen Vergesslichkeit ja gar nicht so schlecht, weil man nicht soviel Gedankenballast mit sich herumschleppen kann, der einen und damit das eigene Potential ausbremst.

Ihr baut Eurem Potential einen Käfig aus Euren Gedanken. Warum? Wozu ist das gut?

Einen Impfstoff für Corona gibt es noch nicht. Einen Impfstoff für diese seltsamen Gedanken und Vorstellungen scheint es dagegen zu geben.

Ihr trennt zwischen dem Menschen, der Ihr privat seid und dem wie Ihr Euch vor anderen präsentiert. Professioneller Abstand , Distanz heisst das.

Wozu soll der denn bitteschön gut sein?

Was ist an Distanz professionell? Wir sind alle Menschen mit unseren Unsicherheiten und damit verbundenen Gefühlen. Wäre es nicht professionell dazu zu stehen?

Wieso darf man nicht auf Augenhöhe kommunizieren?
Was ist denn falsch daran?
Weil man sonst den Profi gern haben könnte? Weil er genauso ist wie er ist? Mit all seinen Macken und Ticks und Vorlieben, all seinen liebenswerten Eigenschaften? Wieso habt Ihr Angst davor, dass jemand in Euch den liebenswerten Menschen in Euch sehen könnte, der Ihr seid? Habt Ihr Angst vor ihm? Habt Ihr Angst davor, dass es ihn gibt?

Dienen diese Rollen demselben Zweck wie das virulente Rasenmähritual, das Ihr samstäglich aufführt? Eure Unsicherheit zu verbergen? Geben Sie Euch Sicherheit?

Wo immer Menschen aufeinandertreffen kann es doch menscheln. Und das ist doch was schönes. Warum spielt Ihr Rollen und verstellt Euch? Ist das zu Eurem eigenen Schutz. Habt Ihr Angst Euch so zu zeigen wie ihr seid?

Ihr habt keinen Grund dazu: denn Ihr seid alle wunderschön. Warum seht Ihr das denn nicht? Wieso glaubt Ihr, dass Ihr so wie Ihr seid nicht liebenswert seid? Wer hat Euch das gesagt? Und wer sagt es Euch heute?

Nicht am Ende Ihr selbst? Warum hört Ihr nicht endlich auf mit dem Unsinn? Dann würde vieles leichter werden.

Denn woimmer sich Menschen auf Augenhöhe offen, ehrlich, authentisch begegnen, passiert etwas magisches. Das Wunder der positiven Resonanz. Funktionale Kommunikation. Mit-Menschlichkeit. Verständnis und Verstandenwerden.

Deswegen ist mir das so schwer gefallen, Menschen zu finden, mit denen ich mich verstehe. Weil die meisten Ihre Rollen so perfekt spielen, dass sie selbst dran glauben und man den wunderbaren und einigartigen Menschen, der hinter der Fassade versteckt ist, kaum noch erkennen kann. Ihr kennt ihn selbst nicht mehr.
Lernt ihn kennen, lernt ihn lieben, es könnte Spass machen! :)

Mittwoch: Gestern abend bin ich noch ne Runde gelaufen. Am Tag ist es mir zu hell, zu reizintensiv. Wenn ich im gleisenden Licht spazierengehe, dann kann ich nicht mehr und muss dauernd eine Pause machen. Dann geht es wieder. Weit komme ich in diesem Modus nicht. Denn dann kann mein Hirn die Reize nicht mehr verarbeiten und braucht eine Pause. Und dann ist selbst das Setzen von einem Fuss vor dem anderen mühsam und anstrengend. Da lauf ich dann lieber bei uns im Keller oder hinter dem Haus im Schatten auf und ab. Da kann ich auch schaukeln. Das ist reiz- und Ressourcen-schonender.

Auf dem Rückweg bin ich bei unseren Nachbarn vorbeigekommen. Die haben Federball gespielt. Und nix getroffen.

Sie:"Spielst mit? Mit dei Krücken triffst a ned schlechter wie mir mit die Schlächer..."
Und den Comic im Amtsblatt hat's a gseng.
Da hab ich mich sehr gefreut.

Gestern kam wieder so ein Corona - Bericht in dem es um die Freiheiten ging, die alle eingeschränkt sind. Versammlungsfreiheit, Aufenthaltsortfreiheit, Kontaktverbote , Besuchsverbote in Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen und Alten- und Pflegeheimen....

Freiheit: wie definiert man das?

Ist das nicht auch etwas sehr persönliches? Was davon man in welcher Dosis braucht, um gesund zu bleiben? Ich denke, auch dass hängt wieder von unserem physiologischem Modus und von unserer Amygdala ab.

Mir reicht es ja, Leute , die ich kenne 1 x im Jahr oder so zu treffen. Und zwar einzeln!
Euch wäre das wohl zu wenig, weil Ihr Euch in Gruppen wohlfühlt. Und sowohl die Nähe als auch die Berührung braucht. Wohingegen meine Amygdala weder auf körperliche Nähe noch auf Berührungen besonders scharf ist. Im Gegenteil!

Ich bin zufrieden, wenn ich mit jemandem nahen , also offenen und authentischen Kontakt herstellen kann. Das ist die Art von Nähe, die ich brauche.

Ihr scheint darauf nicht soviel wert zu legen, nach dem Rollenverhalten, das Ihr an den Tag legt.

Mit Festen und Feiern kann ich nicht viel anfangen. Es ist mir zu laut, zu eng, zu kontaktfreudig. Ich geh dann halt dorthin und hol mir was gutes zu Essen und verzehr es dann zuhause oder begnüge mich Euer mir fremdartiges und rätselhaftes Verhalten aus der Ferne zu beobachten. Ich würde es nämlich gerne verstehen. Dabei komm ich mir so vor wie ein Forscher, der einen fremden Volksstamm erkundet. Naja, im Endeffekt ist es ja auch so, wenn man vom anderen Ende des autonomen Nervensystems stammt.

Mir genügt der Kontakt mit einer Person beim Einkaufen und ich geniesse es auch draussen in Wald und Flur herumzulaufen ohne viele Menschen zu treffen und meinen Gedanken nachzuhängen. Einfach rumzulaufen ohne auf die Zeit zu achten, in meinen Lieblingstätigkeiten zu versinken und zu versumpfen.

Ihr seht also, das was ich zum frei sein brauche, ist immer noch da. Wohingegen Euer Verständnis von Freiheit derzeit ziemlich eingeschränkt ist.

Also ist auch der Begriff Freiheit eine Frage der Wahrnehmung und der damit verbundenen persönlichen Bedürfnisse. D.h. aktuell gibt es Menschen, die mehr unter den Einschränkungen leiden und andere kaum oder gar nicht, weil sie kein Bedürfnis nach den Dingen haben, die der sogenannten Norm wichtig sind.

Das finde ich sehr spannend und interessant.

Man kann also weder den physiologischen Status eines Menschen alleinstehend betrachten, weil jeder Mensch soziale Kontakte braucht, noch das Leben nach Fachbereichen wie Psychologie, Kommunikation, Philosophie, Soziologie, Pädagogik, Biologie, Ethik, Medizin, Wirtschaft, Klimaforschung, Geografie, Arbeit, Freizeit, regional, Familie ... trennen, weil alles ineinander greift. Und erst dieses ineinandergreifen macht es so wunderbar und macht ein grosses Ganzes daraus. Wenn alles für den einzelnen passt, dann dürfte Salutogenese und Zufriedenheit die Folge sein.

Ich hab mich noch was gefragt... wenn wir soviele Dinge (Singen, Nähen, Putzen, Kindererziehung, Altenbetreuung und Behindertenbetreuung ...) outsourcen, dann outsourcne wir doch auch die Ressource aus diesen Problemen, Krisenerfahrungen zu lernen.

Das ist wie mit der Steuererklärung. Macht man sie selber, dann kann das zwar nerven und anstrengend sein, aber man lernt auch immer wieder was dazu. Und irgendwie macht es am Ende sogar Spass, wenn man es geschafft hat, die Amygdala (den inneren Schweinehund) zu überwinden. Dopamin und Endorphine werden ausgeschüttet. Das ist was feines. Körpereigene Opioide. Ganz ohne schädliche Nebenwirkungen.

Wenn man alles, was einem unangenehm ist, outsourced, dann ist das nur kurzfristig gesund. Denn langfristig verlieren wir so die Gelegenheit aus diesen Erfahrungen zu lernen, weil wir sie gar nicht mehr machen.

Ich überleg grad, was ich alles schon so gemacht habe... und was nicht in meinem Lebenslauf steht. Warum eigentlich nicht?

Ich habe zwei verstorbene Hunde und einige Mäuse und Vögel im Garten beerdigt. Ich habe unsere Hunde geschert. Irgendwann war uns die Fahrerei zum Hundefriseur zu teuer und wir haben uns eine Schermaschine gekauft. Ich hab meine demente Oma mitgepflegt. Gewaschen, gewickelt und gefüttert. Das war ziemlich hart. Ich teile mir die Betreuung meiner behinderten Schwester mit meiner Mama. Und das ist nur kleiner Ausschnitt davon...

Bereue ich es? Nein. Ich habe viel gelernt. Manches würde ich heute anders machen oder zumindest versuchen. Aber egal, was ich gemacht habe, ich hab es immer so gut gemacht wie ich es damals wusste. Und mehr kann kein Mensch.

Wenn man das unangenehme nicht outsourced, sondern sich durchbeisst (Amygdala überwindet), jede Herausforderung nutzt, dann lernt man, wird krisen- und problemlösungserfahrener und resilienter.

Je weniger man sich Problemen stellt, sie z.B. auf andere abschiebt, outsourced, desto hilfloser bleibt man. Ist das nicht ein Problem unserer Gesellschaft, dass sie verlernt hat Krisen und Probleme als Herausforderungen und Lernerfahrungen zu sehen? Und sich den leichtesten und einfachsten Weg sucht?

Und so spezialisiert sich jeder in seinem eigenen Tunneldenken. Anstatt als Generalist die ganze Bandbreite der Möglichkeiten ausschöpfen zu können.

Ich glaube, dass eine höhere gesellschaftliche Resilienz mit einer Wiederentdeckung des Generalisten einhergehen muss. Nur so wird man kreativer und offener für neue Sichtweisen. Indem man selbst so viele wie möglich macht.

Wahrscheinlich sind wir auch deshalb so versessen auf Geschichten. Denn Geschichten (ob Märchen, Filme, Netflixserien...) sind ja nichts anderes als neue Sichtweisen. Sie machen die Welt bunter und reicher. Wertvoll. Und deswegen ist jeder Mensch eine Art Schatz, weil er mit seiner Sicht einzigartig ist, weil jeder Mensch seine eigene Wahrnehmung und Erfahrung, seine ganz eigene Geschichte hat.

Und wieder sind wir beim Schatz, beim wertschätzen angelangt... Ein Zufall? Ich glaube nicht ;-)

Freitag: Heut früh meinen Karfreitagspaziergang gemacht. War schön. Auf dem Hinweg bin ich unserem einen Nachbarn begegnet, der mit einem Eimer und mit einem Schäufelchen "bewaffnet" in das Wäldchen ist. Ich hab ihn gefragt, was er damit will. Humus holen.
Im Gegenzug hat er zu mir gesagt:"Bleibt gesund.... Haha ..."
Weil er weiss, dass bei uns daheim alle lädiert sind. Das fand ich lustig. Menschen sind schon putzig. Obwohl Galgenhumor ja auch einiges über sein autonomes Nervensystem verrät.

Dann bin ich noch einer Gassigängerin begegnet. Ihr ist aufgefallen, dass im Homeoffice die Telefonate mit Kollegen viel mehr Nähe beinhalten. Man fragt den anderen wie es ihm geht. Interessiert sich dafür und tauscht sich aus wie man mit der Situation umgeht. Das gab es im Büro nicht.

Ich erklär ihr warum das so ist. Weil bei 1 zu 1 Gesprächen der soziale Autopilot der Anpassung an die Mehrheit einer Gruppe wegfällt. Also findet authentischer, ehrlicher, aufrichtiger Kontakt statt. Das, was ich schon die ganze Zeit mache. Seht Ihr? Da muss erst ein Virus wie Corona kommen, damit Ihr merkt wie schön das ist. Wertschätzung halt. Das tut gut. Das kostet nix und macht viel Freude.

Mir fällt auf, dass ihre rechte Schulter schief nach unten steht. Sie ist angespannt. Sie sagt sie hat eine Fehlstellung an den Halswirbeln. Leider bekommt sie derzeit keine Massage. Ich frag sie, ob sie es schon mal mit Meditation oder Feldenkrais versucht hat. Beim Yogakurs war sie. Ich erzähl ihr, dass auf der Corona-Seite der Stadt Höchstadt auch ein Bodyscan als mp3 zu finden ist. Sie bedankt sich für den Tipp und will es mal ausprobieren.

Ihr ist auch aufgefallen, dass sich die Natur schon in den 3 Wochen erheblich erholt hat. Erstaunlicherweise. Es gibt mehr Bienen, mehr Hummeln, mehr Schmetterlinge und Vögel. Es sieht überhaupt so aus, als würde der Frühling viel mehr in Farbenpracht und Duft und Geräuschen explodieren. Das finde ich auch.

Menschen bräuchten nach so einem Kahlschlag (z.B. einem Unfall, einer Erkrankung) viel länger um sich zu erholen. Manche schaffen es gar nicht. Die Natur macht einfach. Mit ihrer Grünkraft.

Grünkraft ... hm.. Kraft... Nur frei für Rettungskräfte steht auf der Aufschrift auf dem Schild an der Rettungswache. Fachkraft. In allem steckt das Wort Kraft. Energie halt.. interessant.

Mit meiner Bekannten hab ich diesen Mittwoch auch wieder telefoniert. Also sie ruft an und redet und ich hör zu. Sie hat da was von einem D-Zug. Loghoroe eines übererregten Nervensystems. Sie ist ein Energiebündel und kann nicht stillsitzen. Stammt noch aus der Zeit, wo sie Literatur unterrichtet hat. Ich mag sie, weil sie interessante Geschichten zu erzählen hat.

Wusstet Ihr, dass das Essen auf Rädern, das das rote Kreuz hier im Ort verteilt , an der holländischen Grenze gekocht und dann eingefroren wird? Und dann in den Wagen wird es irgendwie erhitzt und dann warm ausgeliefert.

Sie hat einen Reizdarm, liebt Obstsäfte. Mit dünnflüssigem Ergebnis. Auch wegen dem Magnesium, das sie wegen ihrer Wadenkrämpfe nimmt. Nerven- und Wadenkrämpfe kommen bei übererregten Nervensystemen vor. Meine Schwester, meine Mama und ich haben die auch.

Jetzt kam der Doktor und dann meinte sie, dass der Durchfall von der Kombination vom Magnesium und vom Obstsaft und ihrem Reizdarm kommt. Sagt sie: "Jetzt muss ich mich zwischen Durchfall und Krämpfen entscheiden."
Da musste ich schmunzeln. Der Hausarzt wohl auch. Der hat ihr dann ein anderes Magnesium mitgebracht. Ich hoffe, es hilft.

Ich hab sie auch gefragt, warum die Deutschen ständig am Werkeln sind. z.B. im Garten. Auch jetzt. Ach, deswegen waren die Baumärkte solange auf. Das steht in direktem Zusammenhang zueinander.

Sie meinte, dass die Gallier damals nicht dort sesshaft wurden. Deren Nachfahren trifft man heute nur in entlegenen Regionen in den Bergen und die haben Blutgruppe 0. Und in Europa haben sich sonst die fleissigen Menschen niedergelassen. Die Gallier waren wagemutige und kämpferische und impulsive Menschen und denen war es wohl bei uns zu langeweilig.

Soweit ich weiss sind die Kaufleute in England entstanden und dann hat sich dieser Handel und die Marktwirtschaft und die damit verbundenen Normen (z.B. vom Wettbewerb) von dort aus über ganz Europa ausgebreitet. Das ist auch nur eine Wahrnehmung der Welt, die sich ausgebreitet hat. Man könnte die Dinge auch anders machen.

Ich komm heim und fön meiner Schwester die Haare. Das kann sie nicht selber. Und käm sie. Das kann sie auch nicht. Dabei fällt mir auf wie arg ihre rechte gelähmte Schulter und auch der Spastikarm unter Anspannung stehen. Das ist ja auch nix anderes wie bei mir! Und ich probier ein bisschen die Triggertechnik meiner Ergo an ihr aus. Ich kann spüren wie die Muskelanspannung etwas nachlässt. Ich hätte gern noch etwas weiterprobiert, aber das war ihr dann schon genug. Und dann muss man aufhören.

Aber wenn Spastiken und Lähmungen von zuviel an Muskelanspannung herrühren, dann muss man die doch auch mit Entspannung wegbekommen oder zumindest mildern können. Aber ob meine Schwester meditieren kann? Vor sich hinstieren wie ich , das kann sie auch. Und bei Wärme und im Wasser lockert sich die Spastik. Allerdings nur vorübergehend. Hmm... die Frage wär, was sie da selber für eine Technik anwenden könnte? Die sie sich merken (das Gedächtnis ist beeinträchtigt) und auch gerne machen würde...

Falls jemandem von Euch was einfällt, ich bin für jeden Tipp dankbar. Denn sie wünscht sich nichts mehr als die gelähmte Hand wieder benutzen zu können. Und das halte ich nicht für ausgeschlossen! Nicht nachdem was ich inzwischen erfahren und gelernt habe. Nur den Weg dahinzufinden... hm....

Hmm... ob der Papst jetzt mutterseelenallein den Weltsegen auf dem Markusplatz gibt?

Ich wünsche Euch frohe Ostern mit einem Comic.
Kommentar von einer Bekannten dazu: "Der Comic trifft's. Bis Ostern habe ich mir vorgenommen, nur noch Ostereier zu bestricken (ich habe immer noch den Sack voller Plastikeier, die ich vor drei Jahren geschenkt bekommen habe) und in der Nachbarschaft Sträuße damit zu verteilen. Vielleicht mache ich noch ein paar Eier mit Mundschutz. Die Idee hast Du mir gerade in den Kopf gesetzt und ich finde sie genial."

Am Ende bin ich schuld an einem neuen Trend... Hobbala...

Frohe Ostern! Bleibt gesund! Passt gut auf Euer Nervensystem auf!
Ich arbeite daran...

Sodala ... irgendwie sind mir die Worte meiner Bekannten nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Und das habt Ihr jetzt davon! Corostereier! :)

War mit meinen Händen eine ganz schöne Zitterpartie. Da war ich ein bisschen erschrocken. Ich hab auch dauernd was fallen lassen... aber das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen! Also mir gefällt's. Und meiner Mama und meiner Schwester auch.

 
Die Glaa aus ERH - Bewegungsphilosophie Sandra Jaeger 2020
Die Glaa aus ERH - Frohe Ostern 2020 Sandra Jaeger 2020
CorOstereier Sandra Jaeger 2020
CorOstereier Sandra Jaeger 2020
11.04. bis 17.04. Humor beginnt da, wo einem das Lachen vergeht ...

Samstag: Ein CorOsterei hab ich heut meiner Bäckereifrau geschenkt. Der Psychologin des Städtles. Die hat sich so arg gefreut, dass sie mir nur ein Brot eingepackt hat, obwohl ich 2 gesagt hab. Naja, mir werdn etz ned verhungern. ;-)

Auf dem Weg ins Städtle sind mir einige Nachbarn und andere Leut über den Weg gelaufen (6 Stück und 1 Hund) und denen hab ich auch allen vor lauter Begeisterung das CoronOsterei gezeigt. Die hamm alle gelacht. Gut für's Immunsystem. Der soziale Kontakt und das Lachen.

Im Städtle am Markt war wieder die katholische Kirche mit einem Stand mit Osterkerzen. Eine Frau hat eine gekauft und gemeint:"Ich bin evangelisch. Aber des macht doch nix?"
Das fand ich lustig und der Pfarrer und die Standmitarbeiter auch. Die hamm gesagt: nein, das ist schon in Ordnung.

Die Schlange am Gemüsestand erinnerte mich an die Queuingschlangen in den USA so ums Eck rum ging die 3 x. Sie war so lang wegen den 2 m Abstand. Den wahrten auch 3 Störche, die sich auf einem Haus mit drei Kaminen jeweils jeder auf einem anderen Kamin niederliessen. Darüber will ich noch einen Comic machen ;-)

Die Störche klapperten und umkreisten uns. So viele!!! Viele in der Schlange standen dort und guckten ihnen zu. Denn wir hatten ja nix besseres zu tun.

Apropos Störche... gestern beim Gassigehen bin ich einem Mann mit seinem Hund, Elvis begegnet. Gesungen hat er nicht. Nur gepinkelt. Der Hund. Beim Mann bin ich mir nicht sicher. Also wegen dem Singen. Da kreischte auch über uns ein Storch. Und die andere Gassidame von gestern rief:"Ein Storch!"
Drauf der Mann:"Da schau ich ned hin. Immer wenn ich früher an Storch gseng hab, dann is mei Fraa schwanger worn."

Ein Arzt in Zivil stand auch in der Marktschlange. Er achtete darauf, dass der Abstand in der Schlange hinter ihm penibel eingehalten wurde. Also er hat zu die Leut hinter ihm was gsachd. Begeistert hamms ned gschaut - er aber auch ned - , sin dann aber a weng auseinandergruckt.

In der anderen Bäckerei gab es wieder Schokobananen und Granatsplitter und die feine Straciatella-Sahnerolle. Ich hab gesagt:"Ihr habt lauter so feine Sachen."
Da hat sie glacht und gmeint:"Da kann Ostern kommen."
Ich:"Etz kömmer's krachen lassen."

Und an einem Garten hab ich dann meine Bekannte getroffen. Das war schön. Wir hamm uns dann etwas im 2 Meter Abstand durch den Zaun unterhalten. Ihre Weltreise wurde jetzt abrupt unterbrochen. Jetzt kampieren sie mit ihrem Bus im Garten und richten ihn her. Auch eine Art Abenteuer. Aber mehr nach innen.

Ich hab ihr gesagt, dass sie dort drinnen noch viele Schätze finden und heben wird. Also nicht im Garten. Bzw. das weiss ich nicht. In ihr selber.Denn so eng wie zur Zeit kommt man mit sich selbst ja im Alltagsleben nicht in Kontakt. Weil man da zu abgelenkt ist. Corona macht's möglich.

Ich hab sie gefragt, ob ich Menschen Angst mache, weil ich so bin wie ich bin. Und ned anders kann. Da meint sie, ich würde die Menschen verunsichern. Worauf ich meinte, aber dann haben sie ja Angst. Ich tu doch keinem was. Drauf sie: weisst es kann sein, dass sie Dich beneiden, weil Du einfach so bist wie Du bist. Worauf ich sagte: Dann haben sie aber eine sehr komische Art, das zu zeigen.

Juchu!! Ich hab heut noch einen Osterhasen bekommen! Aus Schokolade!
Das hab ich ganz vergessen. So sind meine Routinen durcheinandergeraten. Normalerweise kauf ich für meine Ergo und Physio und die Terminfee Osterhasen. Milka. Und nehm mir dann noch einen Nusshasen mit. Weil da die Scholade sooo dünn ist. Und die Nüsse so schön knacken und mein Nervensystem beruhigen. Jetzt hab ich keinen, weil ich ja weder Ergo noch Physio hatte.

Und mit den vielen Veränderungen war Ostern sooo schnell da... und so ganz anders als sonst...

Und meine Bekannte aus Aschaffenburg hat mir ein Paket geschickt. Corona-Care sozusagen. Da war ganz viel Schokolade und Süßkram drin, ein Zeitungsartikel zu Aspergerautisten in Coronazeiten, Gänseblümchen zum säen, Und dann ein gestrickter Coronavirus (Osterei zum Aufhängen)! Der ist cool! Hängt jetzt direkt neben meinen beiden CorOster-Eiern. :)

Als Füllmaterial hat sie Klopapier genommen. Das werden wir dann seiner natürlichen Benutzung zuführen.

Die Anleitung für meine CorOster-Eier bzw. auf Englisch Coroneggs hab ich heute handschriftlich erstellt und bei Loveknitting und Ravelry eingestellt. Ich musste dort halt entweder Stricken (knitting) oder Häkeln (crochet) auswählen, um es einzustellen. Ich hoffe, die Erde tut sich deswegen nicht auf und verschlingt mich...

Meiner teststrickenden Ärztin aus Dänemark hab ich die Anleitung als Ostergruss per Mail geschickt. Lustig auch: ich schreib ihr auf englisch und sie antwortet auf deutsch ;-)
Sie hat sich sehr gefreut:"Vielen dank für das Corona Osterei ;-)
Wir sind in Grönland hier ist kein Corona aber Frost und Sonne.
Ich arbeite 2 Monate und habe viel Zeit zum Stricken und wandern.
Bleib gesund."

Grönland und Deutschland sind gar ned so verschieden im moment. Überall hamm die Leut etzerdla Zeit zum Nachdenken. Siggsdes... Wer weiss wofür's gut is...
Schöne Ostern!

Sonntag: Heureka! Ach so ist das!

Weil meine Amygdala gestern abend und die ganze nacht wieder ganz schön gärbert hat, hatte ich die Möglichkeit die physiologische Angstreaktion zu beobachten.

Und mir ist klargeworden, wieso es soviele Regeln, Ordnung , Bürokratie, Normen ... gibt. Sie geben uns Sicherheit. Eine vermeintliche Sicherheit. Die gibt es nämlich nicht. Nicht nur in Coronazeiten sondern immer.

Mathematik z.B. versucht das vermeindliche Chaos um uns herum zu ordnen. Genauso gehen alle Wissenschaften vor. Sie versuchen Ordnung in die Welt zu bekommmen.

Warum tun wir Menschen das? Weil Wissen uns vermeindliche Sicherheit gibt. So bekommen wir den Eindruck die Natur und unsere Umwelt kontrollieren zu können. Sogar unsere Mitmenschen.

Dass das nicht funktioniert, seht Ihr in der Natur z.B. in Eurem Garten. Egal wie oft Ihr das Gras, die Büsche und Bäume zurechtstutzt (auf Norm trimmt, auch hier wenden wir Menschen dasselbe Verhalten an), egal wie oft wir das "Unkraut" auszupfen, alles kommt wieder. Denn die Natur lässt sich nicht zähmen.

Genauso funktioniert das mit der Norm, die in einer Gemeinschaft (egal wie gross oder klein die ist) gilt, an die sich die Masse dann angleicht. Menschen, denen das nicht möglich ist, weil sie von Natur aus ANDERS sind, haben damit ein Problem. Das Problem besteht nicht in ihren Köpfen, denn sie haben es ja dauernd mit Menschen in der Norm zu tun und sind sich der Unterschiede gewahr, sondern in den Köpfen der Normierten.

Das Problem ist, dass obwohl man weiss, dass es Ausnahmen von der Norm gibt und diese sich dort nicht einpassen lassen, die Norm nicht abändert. Die Norm an sich lernt nicht und wird nicht auf die Realität angepasst.

Das ist ein sehr seltsames Verhalten. Bedenkt man, dass Lernen genauso funktioniert, dass ich erst eine Regel aufstehe, die aus meinen Beobachtungen beruht und sie dann immer mehr auf die Ausnahmen anpasse und so daraus immer weiter lernen kann. So funktioniert Wissenschaft. Der Irrtum von morgen ist die Wissenschaft von heute...

Also man weiss, wie man es machen müsste. Tut es aber nicht.

Stattdessen unterstellt man den Ausnahmen von der Norm eine Anpassungsstörung. Sprich: man gibt ihnen die Schuld.

Das ist nicht besonders sinnvoll. Denn sie können sich nunmal micht an die festgelegte Norm anpassen. Es geht nicht!

Wie nennt man nun Menschen, die krankhaft an Regeln festhalten, die der Realität zuwiderlaufen? Wird hier nicht der falschen Gruppe eine Anpassungsstörung zugeschrieben?

Warum hält die Masse der Menschen dann an solchen Regeln und Normen fest, die immer weniger Menschen erfüllen können? Wo die Ausnahmen immer mehr werden?

Denn zur Ausnahme der Norm kann jeder werden. Jeder kann chronisch krank werden. Jeder kann den Menschen verlieren, den er liebt. Jeder kann mal am Leben verzweifeln. Und an den Normen...

Weil sie eine trügerische Sicherheit geben. Eine Sicherheit die die verunsicherte Masse (die Norm) braucht, um ihr Leben so weiter führen zu können, wie sie es tut.

Paradox in Zeiten wo der Ruf nach out-of-the-box thinking (Ausser-Norm-Denken) immer größer wird! Denn nur mit flexiblem Denken können wir Krisen überstehen und daraus lernen und unser Verhalten langfristig verändern. Auch dazu muss die Amygdala , der innere Schweinehund, überwunden werden. Und das fällt allen Menschen schwer. Sich aus alten liebgewonnenen Gewohnheiten und Verhaltensmustern zu lösen. Und die Herausforderung als Chance zum persönlichem und gesellschaftlichem Wachstum zu sehen.

Will jemand, der chronisch krank ist - also eine Ausnahme der Norm aus aktueller Sicht - ein lebenswertes Leben führen, dann muss er sich mit seiner Krankheit arrangieren. Sie akzeptieren. Sie als Chance begreifen. Darin einen Sinn finden. D.h. er muss sein Denken und Handeln verändern. Deswegen sind unter den vermeindlich Schwachen die Krisenerfahrensten Menschen zu finden. Man könnte sie in Krisen wie diesen ja mal um Rat fragen. Um ihre Meinung. Überhaupt sollte man die Meister ihrer Situation, also die Betroffenen um Rat fragen. Und tut das die Norm? Oder entscheidet sie nicht nach ihrer Sichtweise und Perspektive wie bisher? Dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn Dinge zwar gut gemeint sind, aber nicht gut. Weil sie die Lebenswirklichkeit der Betroffenen ausser acht lassen.

Regeln beruhigen das Nervensystem. z.B. das von dem Arzt in zivil gestern, der die hinter ihm anstehenden zu mehr Abstand aufgefordert hat. Aber wissen wir wirklich, ob 2 m Abstand oder 2,50 m oder 3 m oder mehr notwendig sind, um die Ansteckung zu verhindern? Auch das ist wieder so eine Regel, die uns Sicherheit geben soll.

Mich machen Rechtschreibfehler hibbelig und unruhig. Einfach weil es nicht ins Bild passt. Auch der Augenarzt mit seiner refraktiven Chriurgie. Ihr erinnert Euch sicher.

Ich kenne auch eine Lehrerin, die wenn sie Essen geht mit Hingabe die Rechtschreibfehler auf der Karte korrigiert. Sie meint es nicht böse. Es könnte aber so verstanden werden, wenn der Wirt nicht entspannt mit diesem Verhalten umgehen kann.

Noch ein Beispiel: ich hab ja gestern bei Ravelry auch meine Bastelanleitung eingestellt, mit dem Hinweis, das man dort auch ein gestricktes Rechteck verwenden kann. Und erklärt, dass ich wegen dem Tremor und der Erkrankung des zentralen Nervensystems das momentan leider nicht stricken kann.

Ich war ja gespannt, was passiert. Noch gestern erschien der erste Kommentar, was denn daran gestrickt sei. Ich erklärte nochmals, freundlich dass man ja auch ein gestricktes Stück statt dem Stoff als Mundschutz nehmen könne, ich das krankheitsbedingt derzeit leider nicht machen könne, ich aber soviel Spass daran hatte und es deswegen gerne mit anderen teilen möchte. Auch weil Humor und Lachen , wenn man es sieht, das Immunsystem stärkt.

Leider verstanden die beteiligten Nervensysteme keinen Humor und auch für meine Perspektive waren sie nicht offen. Und ich glaube auch nicht, dass sie mich und mein Anliegen wirklich verstanden haben. Regel ist Regel also wurde das Muster heute rejected ohne weiter Erklärung auf menschlicher Basis. Ich hätte mir gewünscht, dass mich derjenige dann anschreibt und auch auf meine Stellungnahme Bezug nimmt. Diese Möglichkeit wurde leider vertan. Denn es hätte Spass machen können. Das finde ich sehr schade.

Ja, klar mein Gefühl zurückgewiesen zu werden, wurde dadurch wieder getriggert. Das war keine böse Absicht des Handelnden. Dessen Nervensystem braucht zu seiner Beruhigung die Regel. Es stört ihn, dass ich diese Regel gebrochen habe. So wie mich Rechtschreibfehler unruhig machen. Ich benutze als Waffe Humor. Das ist gesünder.

Ich gehe also wieder diesem Gefühl in mir nach und beobachte wie es sich anfühlt.

Und dabei wird mir klar, dass all unsere Regeln und Normen, Wissenschaften ... genau das sind. Sie sind bestimmte Arten die Welt wahrzunehmen, zu interpretieren und zu ordnen. Jeweils aus einer Spezialperspektive. Sie können niemals das komplexe Ganze erfassen. D.h. all das ist ein Konstrukt. Ein menschen gemachtes Konstrukt, das uns Sicherheit gibt.

Das wird einem eher bewusst, wenn man in keines dieser menschen gemachten Konstrukte passt. D.h. wenn man die Ausnahme IST! Denn meine Sicht die Dinge zu sehen deckt sich sehr selten mit der Norm. Wobei ich das Normdenken inzwischen schon besser verstehen kann als früher.

Ich finde es aber schade, dass in der Norm meine Sicht gar nicht vorgesehen ist. Und die der anderen Ausnahmen auch nicht. Das tut weh. Ihr sperrt uns aus. Und Euch ein. Ihr verwehrt Euch wertvolle Einsichten, die Euch weiterbringen könnten. Ich finde es auch nicht fair, dass die Norm-Sichtweise den Vorrang bekommt. Es gibt immer mehrere Wege ein Ziel zu erreichen. Wieso gilt dann eine Sicht für alle? Wieso ist eine Sichtweise und Wahrnehmung mehr Wert als die anderen? Das finde ich nicht fair! Und es bildet in keinster Weise die Realität ab! Menschen sind doch keine USB-Schnittstelle!

Okay. Wenn man sich das bewusst macht, dass das alles künstliche Konstrukte (wenn man es recht betrachtet Kunstprodukte unseres Gehirns sind, das auf einfache Erklärungen zurückgreifen muss) sind, und solche Konstrukte immer nur die Sichtweisen der Menschen berücksichtigen, von denen sie stammen... , dann frage ich mich, ob es nicht umgekehrt einfacher wäre.

Also die Unsicherheit und die unbegreifbare Komplexität der Natur zu akzeptieren. Dann gäbe es nämlich keine Ausnahmen mehr.

Dafür müssten wir aber lernen, uns unserer Angst zu stellen und sie liebevoll anzunehmen. Wir müssten komplett umdenken lernen. Wir müssten wie Wissenschaftler ständig unser Wissen updaten und uns und unser Wissen täglich in Frage stellen. Das ist Lernen. Das ist Erfahren.

Die Folge wäre, dass wir keine feste Identität mehr hätten. Das geht. Wir würden uns nur durch unser Tun und Sein definieren. So hab ich das bisher gemacht. Das funktioniert erstaunlich gut.

Nicht durch unser Haben oder unsere Vorstellung von uns. Die nicht immer zu dem Bild passen will, das andere Menschen von uns haben.

So könnte jeder Mensch seine einzigartige Perspektive und Sichtweise und Wahrnehmung der Welt durch den gemeinsamen Austausch in die Gesellschaft einbringen.

Das funktioniert in Gruppen sehr schlecht dieser Austausch. Weil bei Gruppen wieder der soziale Autopilot des Sicherheitsdenkens (ich möchte zur Gruppe dazugehören, nicht abgelehnt werden) greift.

Tauscht Euch öfter in 1 zu 1 Gesprächen aus! Redet über das, was Euch grad beschäftigt! BigTalk statt Smaltalk! Ihr werdet den Unterschied spüren! Ihr werdet Geschichten hören, Dinge lernen, die Ihr nie für möglich gehalten hättet! Ihr werdet ein echtes und authentisches soziales Netzwerk bekommen! Das ist unbezahlbar! Ihr werdet wahre Schätze und Wunder in anderen und in Euch selbst entdecken!

Es kostet nichts. Jeder kann das täglich in jeder Kommunikation (egal , ob mit dem Finanzbeamten, dem Nachbarn, dem Gassigeher...) anwenden und ausprobieren. Es macht Spass! Es gibt soviel! Es lohnt sich! Weil Ihr es wert seid!

Denn auch Menschen sind Teil dieser unbegreiflichen Natur. Auch wir sind putzige Wesen, über die man schmunzeln und lachen kann. Komiker, Comedians, Kabarettisten, Cartoonisten, Comiczeichner leben davon!

Was wäre wenn wir wie die Tiere das Vertrauen in uns und die Natur um uns herum haben, dass alles an seinen Platz fällt? Dass wir unseren Lebens-Sinn finden.

Die Hummel fragt nicht die Fachleute, ob sie theoretisch fliegen kann, nein: sie macht es einfach! Weil sie es kann.

Habt Ihr schon mal eine Feldmaus im weissen Kittel gesehen? Oder Katzen? Sind sie verletzt, haben sie nur ein Auge oder einen verstümmelten Schwanz, werden sie dann griesgrämig? Sie bleiben entspannt. Sie halten sich selbst gesund.

Und wenn das in der Natur so vorgesehen ist, dann können wir das auch. Weil wir ein Teil davon sind. Wir haben das nur vergessen....
Wir haben vergessen und verlernt Vertrauen in uns selbst und in die natürliche Ordnung zu haben.

Und so seht Ihr, hab ich aus den letzten vermeintlichen "Zurückweisungen", Erfahrungen wieder was gelernt. Über mich, und über die Welt.

Ich glaube, wenn man die Welt kennenlernen möchte, dann muss man zuerst sich selbst kennenlernen.

Erstaunlicherweise musste ich dafür erst bis nach Frankfurt fahren. Um herauszufinden, dass ich daheim zuhause bin. Dass ich genau dort hingehöre. Hier ist meine Homebase. Ich weiss sie jetzt zu schätzen.

Jetzt versteh ich auch, warum mich meine Lieblingsautistin so wütend machen kann... weil sie für meine Wahrnehmung und Gefühle das personfizierte Chaos ist.
Liebenswert und wunderbar. Aber mit meinem erlernten Gefühl und meiner Sicht von Ordnung nicht kompatibel. Sie bedroht die Ordnung, die mir Sicherheit gibt. Darauf wär ich ohne die Erfahrungen der letzten Tage gar nicht gekommen. Denn ich wusste ja nicht mehr weiter.

Wenn ich mich mehr auf die Akzeptanz des Chaos, der Unbegreiflichkeit und Unberechenbarkeit und das Wunder der Natur und in uns allen einlassen kann, kann ich dann dieses Gefühl beruhigen und mindern?
Ich werde es versuchen. Es kann ja nix schaden ;-)

Habt Ihr jemals "das kleine Gespenst" gelesen? Dem geht es genauso. Es wünscht sich so sehr bei Tag mal ausserhalb der Burg unterwegs zu sein. Sein Wunsch wird ihm erfüllt. Und dann stellt es fest, dass es für die Welt dort draussen nicht geschaffen ist. Dass es genau dorthin gehört, wo es war. Es lernt das zu schätzen, was es hatte. Erst als es das verloren glaubte. Am Ende gibt es ein Happy End.

Das wünsche ich mir für jeden Menschen.
Ich würde mir wünschen, dass wir uns gegenseitig Sicherheit in Form von Menschlichkeit geben und ineinander finden.
Dann würden sich viele Probleme von ganz alleine lösen. Denn die natürliche Ordnung würde dafür sorgen, dass alles an seinen Platz fällt. Von ganz alleine.

Und zu den Gedanken und Erfahrungen und Erlebnissen und Geschichten von gestern und heut gibt's nu an Comic.
Vill Spass!

Frohe Ostern!

Montag: Der Politiker, den ich kenne, hat mir eine Ostermail geschickt und das Schlagwort soziale Nähe verwendet.
Was ist soziale Nähe?

Das kommt darauf an, wie man soziale Nähe definiert.

Ist es der enge Kontakt, Berührung von Menschen? Also die physische Nähe?

Oder ist es die menschliche Nähe, das Fallenlassen der Rollenhülle , das Zeigen von Gefühlen, von Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Authentizität?

Ich bevorzuge zweites. Auch weil ich Berührungen unangenehm und bedrohlich empfinde. Schönen Gruss von meiner Amygdala.

Und das kann in Krisenzeiten neu erblühen.
Das gibt echten Zusammenhalt, das Fundament, der Kitt, der die einzelnen Menschen auf menschlicher und empathischer und sozial intelligenter Ebene miteinander verbinden kann.

Das ist das, was man im Ehrenamt und sozialen Berufen findet, überall dort wo kein Leistungsgedanke vorherrscht.

Davon wünsch ich mir mehr :)

Und wie könnte sich das realisieren lassen? Wie wär es wenn wir uns da auch an der Natur orientieren? Und an unseren "Bauteilen"? In und um uns herum funktioniert das ja auch. Ganz natürlich. Wenn wir nicht reinpfuschen. Das Wunder der Selbstorganisation.

Die wirkt um und in uns. Unedlich ins grosse und unendlich ins kleine. Und wieder bin ich beim natürlichen Muster der Rekursion. Jaja, ich weiss: meine Art die Dinge zu deuten und wahrzunehmen ;-)

Gestern hat meine Schwester noch das eine Buch, das ich im Buchladen bestellt hatte, aus dem Briefkasten gefischt. Norman Cousins - The celebration of life. Passt irgendwie super zu Ostern und der aktuellen Zeit. Bin ncch nicht weit. Es geht z.B. um die Frage nach dem ewigen Leben. Und er beleuchtet es von einer ganz anderen Sicht. Von der Sicht der Menschlichkeit und Nächstenliebe. Es geht also nicht um ein individuelles sondern kollektives Weiterleben der Menschlichkeit (mankind). Spannend!

D.h. sie lebt schon lange vor uns und wird uns auch noch überdauern.. hoffentlich. Und auch wenn man keine eigenen Kinder hat, dann kann man diese "Fackel" weitergeben. Indem man es lebt. Und dann lebt es in den Menschen, denen man begegnet weiter. Und die geben es wiederum weiter. Ein schönes Bild eines ewigen Lichts... das grad in tiefster Dunkelheit am hellsten strahlt.

Heut früh hab ich die Überweisung für die Bücherstube im Städtle beim Spaziergang eingeworfen. Erstens damit ich es nicht vergesse. Dazu muss ich ja meine Amygdala meinen inneren Schweinehund überwinden. Und bei mir funktioniert das nur, wenn ich die dringenden Dinge gleich mache. Sonst vergess ich es. Auch dank der überaktiven Amygdala.

Wenn man viel vergisst, dann lernt man im Hier und Jetzt zu leben. Wo sonst? Alles andere kann ich mir ja nicht merken. Und mal ganz im Ernst: es ist ja auch die einzige Möglichkeit wo man leben und was bewirken KANN!

Auf dem Weg bin ich dem chronisch kranken Nachbarn begegnet. Der hatte Bluetooth in den Ohren. Das hätte ich auch nicht gedacht, dass sich jemand mal Zähne in die Ohren steckt. Naja, das muss jeder selbst wissen, was er sich in seine diversen Körperöffnungen einführt und einführen lassen will...

Warum heisst das denn Bluetooth? Die Dinger sind doch weiss... zumindest die, die ich bisher gesehen habe. Müsste es dann nicht Whitetooth heissen?

Er ist im Trainingsanzug mit seiner Limousine zum Trimm-Dich-Pfad gefahren. Um dort zu Laufen. Das hat er gesagt. Nachdem er die blauen Zähne rausgetan hat, hat er mich auch verstanden und ich hin auch. Das ist auch sowas, was ich nicht verstehe.... dass man irgendwo zum Laufen HINFÄHRT... Wenn ich gleich hinlaufe, dann bin ich schon warm, bis ich dort bin.

Im Städtle war es menschenleer. So mag ich das. Hätte noch ein Büschlein gefehlt, dass der Wind durch die leeren Strassen bläst...

Nachdem ich die Überweisung eingeworfen hatte und die Sonne so strahlte, hab ich auch spontan beschlossen Richtung Trimm-Dich-Pfad von der Realschule aus zu laufen.

Mei is des dort zuganga! Sovill Leut habi dort no nie gseng! Da hast gmaand im Wald gibt's was umasunsd!

Bin einer Familie begegnet. Mei sin die liebevoll mitanand umganga. Des kenni goar ned. So zuckersüß und pappig wie Zuckerwatte, dass meiner Amygdala schlecht davon wird.

Warum ist das so? Weil ich das nicht gewöhnt bin. Und anscheinend richtet sich dann der Organismus um überleben zu können, drauf ein ohne Wertschätzung und Liebe auszukommen. Des is fei a ned grod as gsündeste. Vielleicht kann man sich das etwa so wie beim Froschkönig vorstellen - ich glaub, das war der... - der eiserne Heinrich der Kutscher... bei ihm tat es dann immer wieder einen Schlag... Heinrich, Heinrich... der Wagen bricht! Nein mein Herr, das sind die eisernen Bänder um mein Herz, die gesprengt werden... oder so ählich.

Oder wie bei der Eiskönigin, da ist das Herz und herzliche etwas eingefroren. Und dann muss es erstmal auftauen. Das ist gar nicht so einfach. Gefrierbrand oder das Herz zerreisst dann noch wie unsere Regentonne, die wir mal im Winter aus versehen draussen vergessen haben... des is fei a ned grod as gsündeste.

Ich bin also mit vollkommen entspannten Menschen, die liebevoll miteinander und mit ihren Kindern umgehen derzeit nicht kompatibel. Oft bin ich mir auch nicht sicher, ob das dann wirklich echt ist... weil ich es nicht glauben kann.... Dann ist jeder Mensch nur mit Menschen kompatibel und kann mit diesen funktionale Kommunikation betreiben, die denselben An- bzw. Entspannunglevel haben. Spannend!

Genau das Gegenteil davon konnte ich neulich auch beobachten. Da war ein kleiner Junge. War er allein, dann spielte er geduldig und still und entspannt vor sich hin und beschäftigte sich glücklich und zufrieden, in sich versunken mit sich selbst. Sobald seine Eltern dazukamen, stellte er ständig was an. Denn er hat gelernt, dass er nur ihre Aufmerksamkeit bekommt, wenn er was anstellt. Dann schimpften sie und schrien rum. Alle drei. D.h. die Unruhe der Eltern (die man schon an der Stimme erkennen kann) überträgt sich auf den Jungen. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Es ist aber nicht so, dass er nicht gelobt wird. Schimpfen überwiegt. Und wenn er gelobt wird, dann in den höchsten Tönen. Da könnt mer fast neidisch werdn. Dabei hat er ja gar nichts so besonderes gemacht sondern das, was jedes Kind von sich aus aus innerem Antrieb und Neugier gemacht hätte. Ob er dann lernt vom Lob von Dritten abhängig zu werden? Das wär auch ned gsund. Denn so bekommt man keinen Selbstwert, wenn man sein Glück von der Anerkennung anderer abhängig macht.

Gut, das kann einem weniger passieren, wenn man nicht gelobt wird. Oder selten. Ned gschimpft is globt gnuch. Das kennen wohl die meisten.

Es gibt nämlich nur einen Menschen, der eine glücklich machen kann und das ist man selbst.

Ich bin nicht die ganz grosse Runde gegangen. Das hab ich nicht gepackt. Aber ich war überrascht, dass ich doch so weit gekommen bin. Denn ich hatte schon gedacht, das ginge gar nicht mehr. Heute ging es und ich freu mich drüber! Hallo liebes Dopamin und Endorphin!

Und als ich mich auf einer Bank ausgeruht hab und die Aussicht genossen, da entdeckten meine Amygdala-Detail-Bewegungssensoren (meine Augen) eine Bewegung... und da hab ich 3!!! Eidechsen gesehen! Zwei braun gestreift, gepunktete und eine war grün! So wunderschön!

Als ich klein war wohnten unter unserer Terrasse Eidechsen. Seitdem hab ich schon lange keine mehr gesehen.

Das muss eine Coronafolge sein. Denn es blüht viel mehr als sonst. Und es gibt in der Folge viel mehr Insekten. Und in der Folge auch mehr Vögel. Da Vögel nicht die einzigen sind, die Insekten fressen, wird auch die Zahl anderer Tiere angestiegen sein.

Ich zeige einem älteren Herrn mit Gehstock, der an mir vorbeikommt vor lauter Begeisterung die Eidechsen.
Sein Kommentar reflektiert den Stand seines Nervensystems: "Ja, es wird immer wärmer. Mediterranes Klima."
Als ich sage:"3 Eidechsen!!!"
Antwortet er:"Ja, die sind dezimiert worden."

So jetzt seht Ihr zwei herrliche unterschiedliche Sichtweisen. Beide kann ich nachvollziehen.

Als er aufgewachsen ist, gab es sicher noch mehr Eidechsen. D.h. für ihn sind 3 Eidechsen nichts besonderes. Und dass die Klimaerwärmung Auswirkungen auf unsere Vegetation hat (z.B. Fichtensterben) das will ich ja nicht bestreiten. Merkt Ihr, dass er eine Sicht hat, die durchweg negativ geprägt ist? Während meine genau das Gegenteil ist?
Schräg gell?

Was mir noch so beim Laufen eingefallen ist.... weil ich mich ja überwinden musste, um dorthin zu laufen und auch die Überweisung auszufüllen und einzuwerfen... Wenn die Amygdala und das limbische System der innere Schweinehund sind und uns daran hindern wollen gewohnte und vertraute Verhaltensweisen, Routinen und Muster (eingefahrene (auch neuronale) Gleise) zu verlassen, dann spielt die ja bei jedem Lernprozess eine Rolle.

Jeder Lernprozess ist ja mit einer Veränderung des Verhaltens verbunden. Wir probieren was neues aus. Und wissen noch nicht wie es geht. z.B. das mit dem Poster für den Schmerzkongress. Inzwischen habe ich gelernt, dass ich so ein Poster wohl mit jedem Open-Source-Office-Programm erstellen kann. Und ich hab mal die Grösse eingegeben, die das letzte Jahr dort angegeben war. Mein Comic ist da drauf verschwunden. Aber immerhin ich weiss jetzt wie ich es anfangen kann.

Dazu musste ich mir die Zeit nehmen und mit dem Programm spielen und dazu musste ich mich überwinden. Einfach hinsetzen und machen, obwohl ich nicht wusste, was dabei rauskommt. Und rumspielen. Als Erfolgserlebnis kann ich meine Amygdala beruhigen, ich hab den ersten Schritt Richtung Poster gemacht. Und es werden auch Endorphine und Dopamin ausgeschüttet. Das lindert auch Schmerzen. Wissen beruhigt. Denn jede neue Erkenntnis wirkt der überaktiven Amygdala und dem limbischen System entgegen.

D.h. man kann mit ständigen Lernen von neuen Dingen (einfach machen und gucken was passiert, sich neue Herausforderung suchen und angehen) die Amygdala auch langfristig beruhigen. Ich arbeite daran. So ist der Lernprozess also mit dem physiologischen Anspannungszustand verbunden.

Ist er sehr hoch, dann ist der Drang neues zu lernen und nach Wissen seeehr hoch!!! Vielleicht ist das der Grund, warum Autisten in ihren Spezialinteressen versumpfen. Tu ich ja auch. Oder Ingenieure. Die sind Autisten ja ähnlich. Chirurgen auch. Wahrscheinlich alles, was mit Technik oder Handwerk zu tun hat... Handarbeiten gehen in dieselbe Richtung.

Denn Wissen gibt Sicherheit und beruhigt so das Nervensystem. Und wenn man es praktisch anwenden kann, dann beruhigt es die Amygdala. Manche scheitern daran, weil die Amygdala so übererregt ist, dass sie sich in Aufgaben verzetteln. Dann bringen sie nie was zuende. Ein Lernprozess findet dann nicht statt. Und damit auch keine Beruhigung der Amygdala. Die Konzentrationsfähigkeit schwindet.

Wohingegen bei einem erfolgreichem Lernprozess eine Hyperfokussierung stattfindet. Durch den präfronteralen Kortex. Den Gegenspieler der Amygdala. Ist die Amygdala überaktiv dann kann man sich nicht konzentrieren. Oder nur auf bestimmte Dinge wie Spezialinteressen.

D.h. dass die physiologische Anspannung das Lernverhalten beeinflusst, weil es die Konzentration beeinflusst. Aber umgekehrt beeinflusst ein aktiver funktionaler Lernprozess auch den physiologischen Anspannungszustand. Und der Anspannungszustand beeinflusst wiederum die Konzentrationsfähigkeit.
Cool gell?

Na, sowas... jetzt bin ich wieder beim Homepageschreiben in meinem Gedankegespinnst versumpft. Jetzt wartet meine Schwester auf ihre Routine: Kaffeetrinken. Ich mach dann mal...

Nur noch kurz..
Is Euch scho aufgfalln, dass der Himmel etz streifenfrei is? Ohne jedwedes Putzmittel. ;-)

Und überall duften die Blüten von den Obstbäumen und Sträuchern! Der Duft ist nasenbestäubend!

Heimwärts komm ich an einem Spielplatz vorbei. Der ist gesperrt. Das steht auf dem Schild. Und dass bei Zuwiderhandlungen bis zu 5 Jahre Haftstrafe drohen. Das hätt ich auch ned gedacht, dass mer mal für's Schaukeln ins Gefängnis kummd.

Ich stell mir grad die Unterhaltung in der Zelle zwischen mir und meinem neuen Zellengenossen vor.
"Was hast'n ogstellt? Einbruch? Diebstahl? Körperverletzung?"
Ich:"Naa. Ich woar schaukeln."

Sodala ... ich hab nu an Comic zu Ostern... wecher die Verbote und Verbotsschilder... Ich hoff, er gfällt Euch!

Und last but not least hat a Bekannte vo mir an Corona-Zaun gmalt. Also Corona auf den Zaun. Gell... die Latten sin wohl nimmer alle am Zaun... aber die werdn scho dortn widder hikumma....

Etz regnt's. Etz machmer's uns schee daham! Ade! Blebd schee!

Ich kann ned andersch... Nachdem ich am Spielplatz des Verbotsschild gseng hab mit der Haftstrafe von 5 Jahren mussdi des etz einfach machen...

Ich schaukel etz zur Sicherheit dahamm. Hinterm Haus hammer su a 70iger Jahre Gedenkteppichklopfstanga mit Haeggel.
Servus mitnannd.

Dienstag: Etz habi's endlich mal widder gschafft a neue Seiten ozufanga.

Heut hab ich Urlaub ghabt und woar beim D-Arzt. Ich hab für mei Ergo und Physio ein Schreiben gebraucht, wo drinsteht, dass ich auch in den jetztigen Zeiten hindarf. Er hat mir a Attest gschriebm. Und ich hab a neus Wort glernt. Er hat diktiert: Beim Aussetzen der Therapie ist mit einer Schmerzzunahme , ggf. mit einer Dekompensation zu rechnen.

Da hab ich gefragt, was denn eine Dekompensation ist. Da hat er gesagt, dass die Schmerzen nicht mehr zum Aushalten werden.

Jetzt hab ich nochmal gegoogelt: da steht, das ist der Zustand, wenn man die Fehlfunktionen des Körpers nicht mehr kompensieren also ausgleichen kann, so dass die Symptome offen zu Tage treten. Also mer siggds dann ehra.

Für die Umwelt scheint das dann neu hinzukommen. Das ist aber nicht so. Nur dass man bisher das ganze Abfangen, Überdecken konnte.
So wie beim Aspergersyndrom. Da sieht die Umwelt auch nur, wenn was nicht funktioniert ohne zu realisieren wieviel Mühe es kostet, diesen Zustand aufrechtzuerhalten.

Oder bei meiner Schwester. Da war mir auch lange Zeit nicht bewusst, dass sie Dinge nicht absichtlich oder aus Schusseligkeit nicht kann (z.B. Stolpert sie oft, weil sie die Füsse nicht immer hochbekommt). Sogar meiner Mama geht das noch so, dass sie da eher schimpft als zu erkennen, dass sie es NICHT KANN! Mit sich selbst geht sie übrigens auch nicht nachsichtiger um, wenn was nimmer so geht wie früher.

Mir ist das erst bewusst geworden, weil es mir ja auch so geht. Ich hab Phasen (Tage , Tageszeiten) da bin ich schusseliger, vergesslicher. Da laufe ich gegen Türstöcke, bleibe an Treppen hängen. Das ist die fehlenden Kompensationsleistung, wenn zuviele Reize auf mich einströmen oder wenn mein Akku leer ist und ich den präfronteralen Kortex somit nicht mehr nutzen kann. Da geht die Körperwahrnehmung flöten, denn die muss bei deaktiviertem Reizfilter (alle Reize, also eine wahre Reizflut prasselt auf mein Hirn ein, ähnlich der Daten- und Nachrichtenflut des heutigen digitalen Lebens, nur dass ich das schon ohne dieses Zeug habe) über den präfronteralen Kortex laufen. Also ich muss mich bewusst für eine Reiz entscheiden, darauf konzentrieren.

Das geht allerdings nur, wenn noch genügend Konzentrationsfähigkeit und damit Energie vorhanden ist. Denn das ist ein sehr energiefressender Prozess.

Und wenn man eine Gehirnblutung hatte oder alt wird, dann scheint es genauso zu sein. Erstaunlich wie ähnlich wir uns in unserer Unterschiedlichkeit sind!

Und bei andauerndem Stress scheint das meiner Beobachtung auch so zu sein. Denn die Menschen um mich herum werden mir in Vergesslichkeit, geringerer Konzentrationsfähigkeit, zunehmender Ungeduld, Irritation und Wut, dysfunktioler Kommunikation, fehlendem Einfühlungsvermögen, Nicht-Zuhören können, ins Wort fallen, Loghoroe wenn sie über sich selber und ihre Interessen reden ... immer ähnlicher. Zumindest da, wo viele Menschen eng aufeinanderhocken.

Dekompensation gibt es aber auch bei der Softwareentwicklung (oder anderen Branchen), wenn zuviele Änderungen in zu schneller Abfolge vom Kunden hereinkommen, zu wenig Ressourcen vorhanden sind, dann kann der Zustand der Kompensation auch dort eine gewisse Zeit aufrechterhalten werden.

Auf Kosten der Menschen. Unter Einsatz von Überstunden und Workarounds. Und wenn der Zustand zu lange anhält bzw. sich dann noch weiter verschärft, dann kann man das nicht mehr ausgleichen. Und dann tritt das Dilemma offen zu Tage, weil immer mehr nicht zu funktionieren scheint.

Dabei wurde das bisher einfach überdeckt und somit nicht wahrgenommen.

Und wieder schliesst sich der Kreis zur Wahrnehmung.

Wahrnehmung dessen, der ausgleicht (kompensiert) und dem die Wertschätzung, Anerkennung der Mühe seiner Anstrengung niemand ansieht. Aussenwahrnehmung derer, die diese Kompensationsleistung als selbstverständlich wahrgenommen haben. Auch, weil sie selbst schon im Dekompensationsmuds fahren und es auch nicht bei sich selbst wahrnehmen. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Arbeitet jemand in einem solchen Umfeld, dann wirkt sich die Arbeitskompensation auch auf die physiologische Kompensation aus. Je mehr Dekompensation durch immer mehr Druck von aussen erzeugt wird, desto mehr physiologische Dekompensation tritt zu Tage.

Deshalb wäre es gut, solche Probleme durch das Reden mit den Menschen frühzeitig zu erkennen bzw. diese als Betroffener offen anzusprechen. Dafür wird eine feine Wahrnehmung solcher Unstimmigkeiten und funktionale Kommunikation benötigt.

Sind beide Parteien gestresst (sind sie beide im hohen Kompensations- bzw. bereits im Dekompensationsmodus) dann wird das nicht funktionieren. Denn dann kann keine offene Kommunikation stattfinden, weil beide Parteien angespannt sind und offene Kommunikation nur im entspannten Modus stattfinden kann.

Der Wetterwechsel hat mir eine anstrengende Nacht beschert, meiner Mama auch und mei Schwester hat heut früh gspeit. Sich übergeben. Also hat der Wetterwechsel unser drei übererregten Nervensysteme ganz schö gebeutelt.

Sodala und nach diesen Erkenntnissen gibt es heut noch an Comic vo mir.

Mittwoch: Vor dem D-Arzt hat wieder abends meine Angst vor Veränderung zugeschlagen. Also meine Amygdala hat Stepptanz aufgeführt. Ich hab mich an dem Tag drauf aber dann runterfahren können und nachts auch. Inzwischen hab ich ein paar Tricks gelernt. So auch aus der neusten Geo zu Yoga und Meditation und Co, dass man bei der Atemübung ein - aus - und dann nix machen soll. Und beim nix springt dann der Vagusnerv an. Der stottert noch ein bisschen bei mir. Jetzt funktioniert es mit der Starthilfe schon besser.

Hab ich gestern gelesen und dann gleich ausprobiert. Heut auch im Städtle (hatte meinen Liebesbrief ans Finanzamt noch aufzugeben und ich brauchte noch eine Packung Nudeln) an der Baustelle konnt ich es gleich ausprobieren. Wow! Ansonsten wär meine Amygdala bei dem Krach schon auf und davon gewesen. Und ich im Schweissausbruch ... Es ging. Das klappt tatsächlich. Also wenn ich das jetzt mehrmals am Tag so mache und versuche dran zu denken, wenn die Reize um mich rum extrem sind, dann kann ich den physiologischen Stresslevel herunterregeln bzw. aufhalten.

Wie so ein Regler am Radio. Cool. Ich hab einen Knopf für meinen Vagusnerv.

Ich war heut sehr mutig. Muss wohl am Vagusnervtrick liegen... Ich habe auf Arbeit mal einem von denen da oben geschrieben, weil inzwischen die Kommunikationsproblematik auch auf der Führungsebene angekommen ist. Also das Bewusstsein dafür, dass da ein Problem ist. Und nachdem das mein Spezialinteresse ist... ich hab mich getraut. Bin gespannt, was passiert. Ob die Welt untergeht und mich verschlingt.

Im Bioladen bei den Nudeln bin ich dann noch einer Bekannten begegnet. Sie hat mir erzählt, dass sie bei Schwierigkeiten immer davongelaufen ist. Auch in der Arbeit. Da gab es ja früher auch noch genug Jobs. Heute sei das schwer.

Ich erzähl ihr, dass ich das gar nicht kann, davonlaufen. Denn wenn alles andere, also Veränderung an sich furchteinflössender ist, als das, was man kennt, auch wenn es nicht angenehm ist, dann bleibt man halt mit einem übererregten Nervensystem dort. Bei dem was man kennt. Denn Veränderungen sind ja noch schlimmer , weil unbekannt.

Daher hab ich für mich gelernt die Kontrolle in solchen Schwierigkeiten zu finden. Mit Kreativität. Bei mir kommt dann was ganz anderes raus als bei den anderen. Da ich nix erwarte und einfach probiere und schaue wie weit ich komme, hab ich nichts gross zu verlieren.

Denn egal wie es ausgeht, ich nehm ja immer eine Lernerfahrung mit. Wenn es klappt, dann bin ich um ein Erfolgserlebnis reicher und wenn nicht, dann kann ich üben mit meinen Gefühlen klarzukommen und die Amygdala zu besänftigen. Alles eine Frage der Perspektive. Oder wie der Opa bei den Gilmore Girls (einer Fernsehserie) sagte:"Es gibt kein richtig oder falsch, wenn man lernt."

Darauf erwiderte meine Gesprächspartnerin folgendes:"Die dünnen laufen immer vor Problemen davon und die dicken halten dort aus."
Sie ist eine von den dünnen und gibt zu, dass sie fortrennt, sobald es schwierig ist.

Ich neige eher zum Bäuchlein. Ich glaube, das ist auch eine Folge des Cortisolspiegels bei Stress. Also wäre diese kleine Kugel dann ein Cortisolbäuchlein. Wenn ich jetzt den gestern gelernten Trick regelmässig mache (dabei spüre ich ein angenehmes Kribbel - als beim NIX im ganzen Körper, ob das der Vagusnerv ist? Ob das genauso funktioniert wie das Schnurren bei der Katze? Dass durch die Vibration die Zellen aufgeräumt und der Abfall hinausbefördert wird?) bin ich mal gespannt, ob sich das auch auf das Bäuchlein auswirkt. Soviel Lust auf Süsses hab ich im Moment schon nicht mehr.

Das wird ein spannendes Experiment.

Ich bin ihr sehr dankbar für diese neue interessante Sichtweise.

Der Buchfrau bin ich auch begegnet und hab mich für die Osterlieferung noch bedankt. Sie hat sich sehr gefreut. Sie hatte eine Ladung Bücher im Arm, die sie in der Apotheke abgibt. Denn die Apotheke und der Bioladen fahren ihre Bücher auch mit aus. Wieder eine positive Corona-Folge: es bilden sich neue Allianzen. Sie hat auch darüber gestrahlt. Mit der Sonne um die Wette.

Eine Zeitung hab ich auch mitgenommen, weil die Post ja im Zeitungsladen ist. Und da stand drin, dass der Comicsalon Comics zu Corona veröffentlicht. Von berühmten Zeichnern wie Flix und so. Naja, berühmt ist die Glaa noch ned, aber in unserer Region hat sie es ja schon auf die Facebookseite der Erlanger Stadtwerke und in den Lokalteil der Nordbayerischen Nachrichten und ins Höchstadter Amtsblatt geschafft. Und zwei Comicausstellungen hat sie auch schon hinter sich. Und in Mannheim zum Schmerzkongress will sie ja auch noch.

Also hab ich an die Mailadresse vom Comicsalon meine Corona-Comis und die CorOstereier geschickt und geschrieben:
"Zwar weiss ich nicht, ob man dafür ein gaaanz bekannter Zeichner sein soll, oder ob Lokal-Berüchtigkeit dazu auch ausreicht..."

Mal gucken, ob ich eine Rückmeldung bekomme. Wer sich nichts traut, der kommt zu nix.

Soderla... etz gibt's nu an Corona-Comic. Vill Spass!

Die Antwort vom Kulturamt kam sehr schnell...

"vielen Dank für Ihre Nachricht.
Tatsächlich ist "Zeich(n)en aus dem Homeoffice" ein kuratiertes Projekt, für das wir Comic-Zeichner*innen gebeten haben, uns grafische Lebenszeichen zur derzeitigen Situation zuzusenden.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihren Projekten."

Kuratiert musst ich erst nachschlagen. Heisst organisieren, betreuen. Wieder was gelernt.
Zwar hat es mit der Veröffentlichung ned geklappt, aber dafür hab ich ein neues Wort gelernt.
Alles eine Frage der Perspektive. :)
Ich weiss auch gar ned, ob die Glaa kuratiert werden will... klingt doch ein wenig seltsam. Daher dann auch das Wort Museumskurator. Aha... Der kuriert hobbala kuratiert dann die Ausstellungen. :)

Donnerstag: Sodala... nachdem ich morgen mal auf Arbeit fahre, dacht ich mir, näh Dir auch mal so ein Ding. So einen Mundschutz.

Ich hab gestern im Bioladen diese Variante gesehen und hab heute auch eine Anleitung bei Nähfrosch dazu gefunden. Es gibt auch ein Video dazu. Ist nicht schwer.

Zumindest das Nähen an sich ist kein Problem. Der Kampf mit der Nähmaschine und meinem vernebelten Hirn schon. Wenn man es denn richtig macht. Ich hab es hingekriegt und hab beim zweiten Schritt die Teile verkehrt zusammengenäht. Mit zickzack und Rückwärtsgang. Bis ich das wieder aufgetrennt hatte... Erst stieg Ärger und Wut in mir auf, dann dacht ich mir, das ist ne gute Gelegenheit Achtsamkeit zu üben und dann hat es auch funktioniert.

Allerdings ist es schon nervig und echt schwierig mit einem übererregten autonomen Nervensystem und damit Tremor in den Händen, fehlender Feinmotorik und Sehstörungen das ganze hinzubekommen. Meine Herrn.. aber irgendwann war ich dann doch mit dem Auftrennen fertig. Die Fäden sind immer noch sehr anhänglich. Ich finde ständig noch welche irgendwo...

Und danach war dann die Spule alle. Und bis ich herausgefunden hatte - hab ewig nix mehr genäht - wie man spult und es funktioniert hat, hat es wieder ewig gedauert.

Und dann wusst ich nicht mehr, wie man richtig einfädeln muss... Vom Faden in die Nadel gar nicht zu reden. Da seh ich nicht mal, wo an der Nadel das Loch ist. Und bis ich kapiert hab wie die Einfädelhilfe funktioniert, hat es wieder ewig gedauert.

Dann endlich geschafft, mit der vorletzten Naht losgelegt und Fadenkuddelmuddel erzeugt. War das Häuschen von der Spule nicht richtig drin. Da war ich dann erstmal fertig und bin zu meiner Ergo marschiert.

Meine Mama hat sich derbarmt und das Spulenhäuschenproblem erledigt und dann konnt ich endlich die letzten zwei Nähte verschliessen und die Bänder annähen. Fertig! Geschafft!

Und so sieht das Ding von beiden Seiten aus. Wale und Seesterne sind drauf.
Mundschutz
Ich werd meiner Mama und meiner Schwester auch noch eine nähen. Jetzt ist ja gespult ;-)

Statt Geradstich hab ich überall zickzack verwendet. Die Stoffreste stammen aus dem Bastel- und Nähfundus meiner Mama. Wenn man alle Handarbeiten schon mal ausprobiert hat, dann hat man sowas daheim.

Die Stecknadelschachtel haben wir nicht gefunden. Aber 4 Stecknadeln lagen noch im Nähkästchen. Die haben gelangt.

Meine Ergo meinte, das letzte mal, als sie was genäht hat, hat sie auch mit der Nähmaschine gekäpft und hätte sie am Ende am liebsten aus dem Fenster geworfen. Sie hat es dann aufgegeben.

So bin ich nicht konfiguriert. Was ich anfange, bring ich auch zuende.
Ich hoffe, Ihr habt heut auch was schönes gemacht. :)

Freitag: Der Comicsalon in Erlangen kuratiert diese Comics von bekannten Comiczeichnern zum Thema Arbeiten aus dem Homeoffice.

Gestern beim Heimweg von meiner Ergo eine Nachbarin beim Gassigehen getroffen. Sie meint, es wird Zeit, dass die Baumärkte wieder aufmachen.

Mit Bewegung und Aktionismus wie Garteln und Werkeln kann unser Organismus Stress abbauen. Und das seht Ihr jetzt überall. Überall sind die Leut im Garten am werkeln oder renovieren wie unsere Nachbarn ihre ganze Terrasse.

Eine Kollegin hat heut beim Skype-Standup verkündet, dass sie jetzt ihre ganze Wohnung renoviert.

D.h. Ihr wuselt jetzt auch umeinander und könnt nicht stillsitzen. Das geht mir und meinem Nervensystem schon immer so, weil es in diesem Modus auf die Welt gekommen ist.

Und wie Ihr jetzt seht, ist das ein ganz natürliches und normales physiologisches, psychologisches und biologisches Verhalten in einer nicht normalen Situation. Ich war und bin halt immer in diesem physiologischem Modus unterwegs, in dem Ihr jetzt auch angekommen seid. Irgendwie find ich das lustig und putzig. Überhaupt bei einigen, die mir früher mit Unverständnis begegnet sind und jetzt selbst dasselbe Verhalten an den Tag legen. Darüber muss ich schmunzeln.

Ihr habt alle ADHS!!! :)))
Weil Bewegung und Aktionismus Stress abbaut. Faszinierend.

Passt gut auf Euch auf, dass der physiologische Stresszustand ned chronisch wird. Des is fei a ned grod as gsündeste :)

In diesem Sinne ein schönes Wochenende!

Ich hab ein neues Spezialinteresse... also ich hab jetzt noch meiner Schwester einen genäht, meiner Osterpaketsenderin und meiner Ergo und ihrer Tochter. Meine Mama verträgt sowas nicht. Da reagiert ihr Nervensystem sehr abwehrend drauf, wenn da was vor ihrem Gesicht ist..

Und dann noch je eine für 2 CRPSlerinnen, die ich kenne und einer Bekannten. Es macht mir einfach Spass andern eine Freude zu machen. Und so kann ich meinem Ritual der Routine frönen, was mir Sicherheit gibt und es kommt noch was für andere dabei heraus.

Das ist das schöne, weil sich das dann immer wiederholt, aber jeweils mit anderen Stoffen sieht es wieder anders aus.

Hier ist meine heutige Mundschutzparade..

Je Vorder- und Rückseite. Und ja... ich hab auch ADHS! Ich hab auch noch Autismus und ein neues Spezialinteresse :) Jetzt muss ich aufpassen, dass ich mal wieder damit aufhöre...
Mundschutz
Mundschutz

 
CoronOstern 2020
Die Glaa aus ERH - Die Erkenntnis Sandra Jaeger 2020
Die Glaa aus ERH - Verbotsschilder Sandra Jaeger 2020
Corona - Zaun 2020
Corona - Verbrechensbekaempfung 2020
Die Glaa aus ERH - Fruehlingsduft liegt in der Luft 2020
Die Glaa aus ERH - Der Mindestabstand 2020
18.04. bis 24.04. Wie Hilflosigkeit, Irritation, Wut, Schmerz, Aggression und Trauer resilient machen und was Corona uns lehren kann ...

Samstag: Ist Euch bewusst, was gerade durch Corona weltweit stattfindet?

Klar, eine Krise werdet Ihr sagen. Und dass das aussergewöhnlich ist und nie dagewesen.

Wirklich?

Beim Ausmaß geb ich Euch recht. Aber an und für sich sind Krisen etwas vollkommen "normales"
Nur hat das unsere Gesellschaft verlernt. Weil sie das lernen verlernt hat. Weil sie gern die Verantwortung für alles und jedes nach aussen abgibt.

Es findet also gerade ein globaler Lernerfahrungsprozess statt.

Ich frag mich, war das schon immer so, dass wir das lernen verlernt haben?

Ist nicht jeder mal so?

Doch. Jeder ist mal hilflos und weiss nicht weiter. Jeder ist mal irritiert und wütend. Jeder, auch der sanfteste, ich hab Euch ja das Beispiel meines sanftmütigen Kollegen geschildert, der in eime Wutausbruch sondersgleichen explodiert ist, kann mal zornig, aggressiv und laut werden. Jeder ist mal traurig, weil er etwas verliert. Und jeder hat mal Angst und ist mal hilflos und weiss nicht weiter und wie er aus einer Situation wieder herauskommt.

Nur global wie jetzt war das bisher selten der Fall. Früher hat man das auch nur in seiner nächsten Umgebung mitbekommen und nicht die News von weltweit ins Haus geliefert bekommen. Das ist das Wunder des digitalen Zeitalters. Aber gegeben hat es das doch auch schon vorher. Bei der Influenza und der Pest war es sicher ähnlich.

Auch die Reaktionen der Menschen, die von unserem Urinstinkt unserer Amygdala, dem limbischen System in Gefahrensituationen getriggert werden, waren und sind dieselben.

Diese Gefühle sind vollkommen normal. Unnormal ist jedoch sie wie in der westlichen Welt zu unterdrücken und als negativ und unerwünscht, antisozial, unempathisch, egoistisch zu etikettieren.

Diese Gefühle gehören zu uns und helfen uns Probleme, Gefahrensitionen und somit Krisen zu überwinden und daran zu wachsen. Diese Gefühle gehören dazu und müssen wir auch durchleben, wenn wir resilient und damit krisenfähiger werden und sein wollen.

Sie sind nicht schlecht! Sie gehören zum Leben dazu! Nur diesen Anteil in uns verteufeln wir. Warum um Gotteswillen? Er ist weder gut noch schlecht. Genau wie Freude weder gut noch schlecht ist. Sie ist einfach da.

Wie? Das soll gut sein, dass grad Ältere und Jüngere aufeinander losgehen? Petzen? Wut? Verzweiflung?

Einen kleinen Moment, ich erkläre es Euch.

Treten Veränderungen ein, dann reagiert unsere Amygdala. Unser Angstzentrum. Unsere Muskeln spannen sich an, können dadurch auch schmerzen. Wir werden unruhig. Unsere Füsse zappeln. Wir werden hibbelig. Denn unsere Amygdala möchte, dass wir uns aus der Gefahrenzone so schnell wie möglich herausbewegen. Nur tun wir das heutzutage selten. Bzw. andauernd. Andauernd auf der Flucht zu sein is fei a ned grod as gsündeste.

Unsere Gesellschaft hat uns antrainiert in Situationen auszuharren, die für uns unangenehm sind (das wäre das, wo meine Bekannte von neulich meinte, da wird man dick... ). Oder wir laufen jedesmal davon. Das sind dann die dünnen.

Ich denke jeder Mensch ist mal auf der Flucht und mal harrt er aus. Es geht wohl drum ein gesundes Gleichgewicht zwischem beiden zu finden.

Meine Bekannte hat mir nach dem Gespräch übrigens eine Mail geschickt und sich für ihre Wut und Unruhe und dass sie mich soviel Energie gekostet hat, entschuldigt.

Worauf ich sie fragte, warum sie sich für ihr Gefühl entschuldigt. Es ist einfach da. Und das verstehe ich. Es hat nix mit mir zu tun. Sie ist ein wunderbarer Mensch und ich habe viel aus dem Gespräch gelernt. Sie beschimpft sich selbst und ich antwortete Ihr, sie solle doch bitte mit dieser Selbstgeisselung aufhören. Und sich bitte mal wieder loben! Und hab sie gefragt, wann sie das zuletzt gemacht hat.

Und dann hab ich ihr folgendes erklärt.

Ihr kennt doch die Geschichte vom Indianer, der seinen Enkeln vom schwarzen und weissen Wolf in uns erzählt. Sie tragen einen Kampf aus. Täglich. Und die Kinder fragten ihn welcher Wolf gewinnt. Der, den man füttert.

Wie passt das jetzt zu Corona? Perfekt. Denn hier findet gerade dieser Kampf weltweit statt. In jedem Einzelnen von uns. Das tut er sonst zwar auch. Aber dass man sowas weltweit mitbeobachten kann, ist neu. Das heisst man sieht alle Verhaltensweisen, die dem Weg zur möglichen Resilienz und der Persönlichkeits- und gesellschaftlichen Entwicklung vorangehen.

Ich muss kurz etwas ausholen: der schwarze Wolf symbolisiert die Anspannung: Gefühle wie Angst, Hilflosigkeit, Irritation, Wut, Zorn, Aggression, Neid, Trauer, Schmerz ...

Der weisse Wolf symbolisiert die Entspannung: Ruhe, Gelassenheit, Kreativität, Neugier, Freude, Nächstenliebe, Liebe, Hoffnung, Zuversicht ....

Wie funktioniert eine Krise? Zuerst sind wir mit einer Veränderung, einem Ereignis konfrontiert, das neu für uns ist. Ein Problem für das wir noch keine geeigneten Handlungskompetenzen haben. Die müssen wir erst lernen! Und lernen ist ein natürlicher Prozess!

D.h. das erste Gefühl ist Angst und Hilflosigkeit. Scheisse, was mach ich jetzt? Wie komm ich aus der Nummer raus? Wir agieren kopflos. Das war in Deutschland die Klopapier- und Hamsterphase. In dieser Situation überreagiert die Amygdala. Lernen ist unmöglich. Wir neigen zu Vergesslichkeit.

Wir reagieren also sehr rigide. Halten extrem an Routinen fest. Wir wollen es nicht wahrhaben. Werden wütend, wenn uns unsere liebgewonnenen Dinge genommen werden. Deswegen reagierte z.B. der eine ältere Mann mit Wut und Aggression als ihn seine Friseurin wegschickte.

Wir sehen Dinge in schwarz und weiss (0 und 1 Denken). Wir sehen zwei Menschen, die sich unterhalten und grätschen auf der Strasse dazwischen oder verpetzen unsere Nachbarn. Wir sind im Hirn und im Handeln erstarrt und rigide. Und nehmen die Dinge und Sprache wortwörtlich. Wir sehen keine Optionen und können nicht tolerant sein. Wir können anderen auch nicht zuhören und neigen zum Redefluss, wenn wir mal mit dem Schimpfen anfangen, dann hören wir nicht mehr damit auf. Wir geben anderen die Schuld für die Lage. Wir sehen die Welt in düsteren Farben. Wenn uns jemand hilft, dann sehen wir nur die vielen Menschen, die uns nicht helfen. Nicht den einen, der es tut.

Angst, Hilflosigkeit, Wut, Leugnen, Trauer (es ist nicht mehr wie vorher), Aggression haben wir also jetzt durch. Ich nehme an, dass ist auch der Totstellreflex. Ich mach weiter wie bisher und stell mich blind und taub. Ich mach mich mit Galgenhumor über die Situation lustig.

Das alles sind natürliche Verhaltensweisen und Gefühle, die wir durchleben müssen, um in die nächste Phase zu kommen. Um wieder handlungsfähig zu werden.

Dann greift die nächste Phase(hoffentlich). Wir akzeptieren, dass es jetzt so ist und verstehen die Notwendigkeit der Veränderungen. Und dann bewegen wir uns! Denn Bewegung baut Stress ab! Und so kommen wir aus der Anspannung langsam in die Entspannung. Wir verwandeln uns also vom schwarzen in den weissen Wolf.

Wir erwachen aus der Erstarrung. Im Hirn und auch physisch. Wir gehen spazieren, wir gehen im Wald laufen, wir fangen an zu garteln, entdecken das Kochen für uns. Oder nähen Schutzmasken. Das ist die Baumarkt-, Gartel- und ich-bastel-mir-eine-Schutzmaske-Phase.

Dann seh ich die Not anderer und deren Bedürfnisse. Sehe, dass andere Hilfe brauchen und unterstütze sie und setze mich für sie ein. Ich werde kreativ. Nähe also z.B. Schutzmasken für Menschen, die mir am Herzen liegen. Wir kaufen für sie ein. Wir telefonieren mit ihnen. Wir lassen uns allerhand einfallen...

Ihr seht derzeit sind beide Wölfe in der Gesellschaft vorhanden. Nicht jeder durchlebt die Phasen gleich schnell. Und es gibt Menschen, die auch in der Hilflosigkeitsphase feststeckenbleiben.

Wie kann man die aus dieser schwarze-Wolf-Phase herausbekommen? Indem man ihnen mit Ruhe und Gelassenheit, Offenheit und Authentizität und Nächstenliebe begegnet. Weiterhin. Trotz Ihrer feindseligen kräftezehrenden Reaktionen. Aber achtet dabei auf Euch. Der schwarze Wolf ist sehr ansteckend!

Es kann dauern bis sich die schwarzen Wölfe in weisse verwandeln. Wenn die überwiegende Anzahl der Wölfe weiss ist, dann kippt es. Und da müssen wir hin. Das ist ein natürlicher Prozess. Der natürliche Prozess der Selbstheilung der Gesellschaft sozusagen.

In unserem Körper laufen ähnliche Prozesse ab. D.h. solange unsere Amygdala den Ton angibt, regieren die Stresshormone. Cortisol z.B. Und das schwächt die Immunabwehr. D.h. es sollte im Interesse jedes einzelnen sein, sich selbst vom schwarzen zum weissen Wolf zu verwandeln und aktiv daran mitzuarbeiten. Und nicht in Passivität, Hilflosigkeit und Galgenhumor und Pessimismus, Neid und Wut und Depression zu versinken.

Denn wenn ich auf die Menschen, um mich herum schimpfe, dann spiegelt das, wie es in mir selbst aussieht. Dann schimpft der schwarze Wolf in uns. D.h. wir sollten uns dann nicht mit den Menschen um uns herum sondern mit uns selbst befassen. Je schneller wir das tun und mit uns nachsichtig werden, und ins reine kommen, uns selbst so behandeln und lieben lernen, wie wir selbst behandelt und geliebt werden wollen, desto schneller werden wir unsere Immunabwehr wieder hochfahren können.

Und genau das brauchen wir um dem Virus gewachsen zu sein. Das ist es, was jeder einzelne tun kann und was ihn aus der Hilflosigkeit und Handlungsunfähigkeit befreit. Also los! Worauf wartet Ihr? Es liegt an jedem Einzelnen! Jeder kann was tun!

Und heute ist mir ein sehr entspannter Mensch begegnet. Ein weisser Wolf. Eine 82-jährige Frau (sie hat 20 Jahre jünger ausgesehen, Entspannung hilft nämlich den Alterungsprozess zu verlangsamen, weil sie die Telomere verlängert), die mit neuer Hüfte mit Nordic Walking Stecken Richtung Trimm-Dich-Pfad unterwegs war!

Mit Begeisterung sprach sie von ihren Enkeln. Sie fehlen ihr. Denn sie halten sie körperlich und geistig fit. Es tut gut solche Menschen in diesen Zeiten zu treffen. Und auch Ihr könnt einer davon sein!

Welche Menschen sind Euch lieber? Die Miesepeter? Die angespannten? Die Lauten? Die mit der schrillen Stimme? Die, die überall das Haar in der Suppe finden? Die, die alles und jeden kritisieren? Denen man es nicht rechtmachen kann? Die, die jedes Geräusch und die Muggen o der Wänd stört? Die sich wie Kletten an Euch klammern, weil sie sonst niemanden haben? Die einen dauernd antatschen müssen? Die verkrümmten? Die auch innerlich verkümmert sind? Die Unruhestifter? Die über alles und jeden schimpfen? Denen man es nicht recht machen kann? Die man meidet, weil sie einem jedwede Energie aussaugen? Bei denen spannt sich jede Faser in Eurem Körper an und die Nackenhaare stellen sich auf.

Ich gähne bei ihnen oft und kann mich immer schlechter konzentrieren. (Sie ernten das, was sie säen) Die verkniffenen? Die auch krank aussehen? Und oft viel älter als sie sind aussehen? Die ihre Unruhe, Wut und Aggression auf ihr Umfeld übertragen?
Meine Bekannte Autistin, bei der ich nicht mehr weiter weiss, ist auch so.

Oder die, die Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen? Ein inneres Leuchten zeichnet sie aus. Man ist gern in ihrer Nähe. Nach einem Treffen mit ihnen ist man energiegeladen.

Wer wollt Ihr sein? Dann fangt damit an und tut alles dafür so zu werden!

Denn nicht nur Eure Gesundheit profitiert davon , sondern auch die Eures Umfelds. D.h. in der schwarze Wolf-Phase tut es für Euch, für Eure Gesundheit und für Euer Überleben!
Und in der weisse Wolf-Phase tut es für die Menschen, die Ihr liebt.

Und ich bitte die weissen Wölfe nachsichtig und liebevoll mit den schwarzen Wölfen umzugehen. Denn sie brauchen Eure Hilfe, Eure Wertschätzung, Eure Liebe zur Verwandlung. Verzeiht ihnen. Seid nachsichtig mit ihnen. Schenkt Ihnen Verständnis und Mitgefühl, ein Lächeln, einen Gruss , etwas von Eurer Zeit, leiht Ihnen ein Ohr ( okay das klingt nicht nur für mich als Autisten sehr seltsam... ich habe da ein sehr seltsames Bild im Kopf...), hört Ihnen ein wenig zu, schenkt Ihnen ein wenig Eurer Zeit, Eure Aufmerksamkeit, denn sie brauchen sie am nötigsten, auch wenn sie es selbst noch nicht wissen oder wahrhaben wollen und sich dagegen wehren. Auch damit müsst Ihr rechnen.

Denn ein schwarzer Wolf möchte am liebsten seine Probleme alleine lösen oder er redet sich ein, dass er keine hat. Denn andere um Hilfe bitten kann er nicht. Es fällt ihm zu schwer. Die Amygdala verhindert das. Denn solange die auf 180 läuft ist man nicht sozial kompatibel, weil man im Überlebensmodus unterwegs ist.

Glaubt mir, ich kenn den Modus gut. Hier bin ich mal der Experte. Es wär schön wenn Ihr diesmal auf mich hört.

Denn in jedem von uns rangeln tagtäglich diese beiden Wölfe um die Oberhand. Es geht hier wie bei allem im Leben um ein ausgewogenes Gleichgwicht , die Koherenz.

So das war mir jetzt wichtig. Jetzt geh ich wieder Mundschutzmasken für Menschen, die mir wichtig sind, nähen! Heut früh ist auch ein schwarzer Wolf in mir aufgewacht. Mein Nervensystem ist hypersensibel auf den Regen und wusste schon Bescheid. Denn der könnte ja Gefahr bedeuten. Klar, ich werd nass ;)

Ihr seht also, ich weiss, dass die Amygdala überreagiert, kann aber den schwarzen Wolf nur eingeschränkt umfärben. Bei meiner Mama merk ich es noch extremer. Die Stimme ist brüchig, schrill. Sie ist reizbar und schimpft viel. Ich war auf dem Markt und hab ihr Erdbeeren geholt :) Darüber hat sie sich riesig gefreut.

Ihr seht also, wenn Ihr mit den schwarzen Wölfen nicht zurechtkommt, dann reicht auch eine kleine Geste, ein Lächeln, ein gutes Wort, ein Gruss. Ihr müsst dabei nicht über Eure Grenzen gehen! Denn die Dosis der schwarzen Wölfe macht das Gift. Also setzt Euch Ihnen nur soweit aus, wie Ihr es vertragt. Dazu müsst Ihr Euch gut kennen :) Also nehmt Euch Zeit für Euch und lernt Euch mit jedem Tag immer besser kennen. Es lohnt sich! Ihr werdet einen Schatz in Euch finden... Und Euren Lebenssinn... Eure Berufung...

Dieser Umgang mit den schwarzen Wölfen (Eure verträgliche Dosis) hilft Euch resilienter zu werden. Weil Ihr wisst, wieviel Ihr Euch zumuten könnt. Je öfter Ihr mit den schwarzen Wölfen tanzt und sie zu nehmen lernt, desto mehr Handlungskompetenzen bekommt Ihr, desto reslienter werdet ihr. Und desto gesünder wird Euer Immunsystem und bleibt es dann auch.

Ihr erlernt Kompetenz. Das heisst die Bewältigung der Corona-Krise besteht aus der Bewältigung vieler Krisen und Probleme in jedem von uns. Auch bei jedem einzelnen der Probleme, die sich uns dabei wieder stellen (bei jeder Begegnung mit einem schwarzen Wolf und dem in uns selbst) durchlaufen wir die obengenannten Phasen und Gefühle. Und je öfter wir das machen, desto besser werden wir dabei. Desto mehr Gelassenheit und Ruhe und Handlungskompetenz und Kreativität und Gesundheit wird uns für zukünftige Krisen und Probleme zur Verfügung stehen.

So nun noch ein paar Beispiele für den Modus, in dem meine Bekannten stecken...

Meinem Kollegen hab ich auch mal ein Foto von den Masken geschickt.
Seine Antwort:"Die sehen echt gut aus wenn du da sagen wir so ca. 10000 am Tag machst wäre das ein neues Geschäftsmodell. :):):) "
Ihr seht also er ist im Galgenhumormodus. Sagen wir schwarz-grauer Wolf, weil ein paar Smileys dranhängen ;-)

Der Kommentar einer anderen Bekannten zu meinem neuen Spezialinteresse:

"das ist ja total cool wie Du das machst. Du schaffst echt alles. Die sind echt schön.
War heute das erste Mal mit Mundschutz einkaufen. Erstens ist dauernd meine Brille angelaufen und ich hab nichts mehr gesehn und zweitens hats mich hintern den OHren gedrückt (wahrscheinlich wegen der Brille). Das war irgendwie nicht so angenehm. Länger halt ich das nicht aus. Ich glaub ich brauch eine die hinter den Kopf geht. Mal schaun was ich da mache. Vielleicht werd ichs mal mit einem dünnen Schal probieren. "

Ihr seht sie bewegt sich schon und überlegt sich Lösungen, die für sie selbst passen. D.h. sie übernimmt die Verantwortung für sich selbst etwas zu tun. Und sie gibt mir positives Feedback. Wertschätzung.
Also grauer Wolf mit weissen Flecken ... ;-)

Und meine Ergo (weisser Wolf) :)
"Du bist ja lieb, die sehen toll aus ."

Übrigens trefft Ihr diese scharzen Wölfe nicht nur in Zeiten von Corona, sonder in jeder Lebenskrise: bei Arbeitsplatzverlust, bei Krankheiten, Unfällen, die Rehakliniken und Krankenhäuser sind voll von ihnen als Patienten.

Wenn Ihr bedenkt, dass sich das Umfeld auf die dort arbeitenden überträgt, dann seht Ihr erst, wieviel Wertschätzung Menschen wie Ärzt(in)en, Pflegekräfte, Lehrer, Sozialarbeiter ... bei der Arbeit mit ihnen verdienen. Denn dort sind die Ballungszentren.

Ich würde mir wünschen, dass alle Menschen mit mehr Mitgefühl, mit Nachsicht und Empathie aus diseser Krise herausgehen. Und dass zukünftig die weissen Wölfe mehr Verständnis und Rücksicht für die schwarzen Wölfe haben können und sie so wieder transformieren und heilen können und sich nicht von dem schwarzen Wolf in ihnen anstecken lassen.

Ich wünsche mir Toleranz und Neurodiversität. Eine Gesellschaft, die Rücksicht auf die schwarzen Wölfe nimmt und auf sie individuell eingeht und sie so in weisse Wölfe verwandeln kann.

Ich weiss, das das nicht immer funktioniert. Denn auch das ist harte Lerarbeit. Auch mein schwarzer Wolf bekommt mal die Überhand. Das ist menschlich.

Doch eins hat mich das Zusammeleben mit vielen schwarzen und grauen Wölfen gelehrt. Solange nur ein weisser Wolf in diesem Umfeld überlebt, kann er vermitteln, schlichten und Nachsicht, Liebe und Toleranz säen. Und was er sät das bekommt er auch zurück.

Denn auch hier bei uns daheim kommt es vor, dass zwei Leute vom schwarzen Wolf dominiert werden. Solange nur einer schlichtend dabeisteht, kann er schlichten. Es funktioniert. Ich spreche aus praktischer Erfahrung. Und die Rolle des weissen Wolfes wechselt. Mal ist es meine Mama, mal bin ich es, mal ist es meine Schwester. Jeder ist mal an der Reihe. Es funktioniert!

Auch meine Erfahrungen im Grossraumbüro zeigen mir, dass es funktioniert. Denn Helligkeit (Weissheit) ist ansteckend :) Das ist toll!

Wenn Ihr also krank seid oder Euch Menschen wünscht , die Euch wertschätzen, dann ist der erste Schritt, Euch selbst wertschätzen zu lernen (also Euch zu mögen). Dann werdet Ihr zum weissen Wolf. Und weisse Wölfe ziehen andere weisse Wölfe an :)

Natürlich wäre es schön immer nur von weissen Wölfen umgeben zu sein. Keine Ahnung, ob das klappt. Wir sind ja alle Menschen. Doch eins weiss ich, wenn Ihr weisse Wölfe um Euch rum haben möchtet, dann müsst Ihr erstmal damit anfangen, selber einer zu werden. :)

Denn Unruhestifter (schwarze Wölfe) neigen dazu Unruhestifter(schwarze Wölfe) anzuziehen und die weissen Wölfe zu verscheuchen.

Schöne Grüsse vom schwarzen Wolf mit vielen grossen weisssen Flecken! ;-)
Ihr seht also ich bin heut auch etwas im Galgenhumormodus :)

Sonntag: Erinnert Ihr Euch daran, dass ich die Definition von sozialer Nähe etwas anders als die Mehrheit der Menschen sehe?
Ich war ja letzte Woche am Trimm-Dich-Pfad und da inmitten der vor Grünkraft und Farbenpracht und tierischen Vielfalt und dem strahlend blauen Himmel stand ein Junge und eine Frau sich gegenüber (wohl Mutter und Sohn, oder Schwester und Bruder) und starrten auf ihre Handys. Sie hatten keinen Blick für die Natur um sie herum. Aber auch nicht für einander. Beides konnte nicht mit dem digitalen Medium konkurrieren. Der Sucht nach Dopamin und Glückshormonen bei jedem Ping, Like oder Kllingeln oder Vibrieren.
Das Bild ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Und daraus inkubierte dieser Cartoon. :)

Den hab ich jetzt auch mal dem Politiker geschickt. Mal sehen, ob er drauf reagiert und wie. Das finde ich immer super-spannend!

Meine Selbstgeiselungs-Bekannte hat sich auch per mail gemeldet. Sie meint, sie braucht dieses sich in Ihrem Elend suhlen jetzt so drringend wie ein Wildschwein oder Hausschwein das Suhlen im Schlamm und Matsch braucht. Es tut ihr gut.

Dann hab ich das falsch interpretiert. Sie hat mir also ihre Sichtweise gezeigt. Dann ist sie wohl grad in der Phase, wo man seine Wunden leckt und seine Wunden mit heilsamen Balsam für die Seele einreibt. Um dann im nächsten Schritt vor neuer (Grün) Kraft und Energie strotzend einen neuen Anlauf zu starten.

Auf einer Postkarte stand mal der passende Spruch: Wenn jemand sich geschlagen zurückzieht, kann es sein, dass er nur einen neuen Anlauf nimmt. Das ist wohl dann die natürliche Selbstgenerierungsphase. Die Phase der metnalen Selbstheilung. Nachdem mental und physisch miteinander verbunden sind, und das eine nicht ohne das andere funktioniert, hat mentale Heilungskraft auch physiologische Heilkraft. Ich arbeite ja daran.

In dieser Suhl - und Wundenleck- Regenerierungsphase scheinen momentan einige meiner Bekannten zu stecken. Ich bin gespannt, was nach der Inkubationsphase bei ihnen herauskommt. Vielleicht ist das ja auch wie die Geschichte vom Phoenix aus der Asche. Man "verbrennt" (das alte Selbst löst sich auf) und dann setzt man die Einzelteile zu einem neuen Bild zusammen und kommt umso gestärkter aus dieser Phase wieder mit neuen Sichtweisen über sich und die Welt zurück. So ist es mir ja nach meiner Reha und meiner Kollision mit dem Gesundheitssystem auch ergangen.

Dann gehört diese Phase des Wundenleckens also zum natürlichen persönlichen Wachstumsprozess einfach dazu. Cool. Meine hat nach dem Unfall 1,5 Jahre gedauert. Und dann hab ich mich so langsam wieder aus dem Loch herausgearbeitet. Sandra, die Wildsau :)

Leider versteht das die Medizin noch nicht so richtig. Die nennen diese Suhl-Phase Depression. Das ist dann aber ein natürlicher Prozess. Und jeder braucht dafür seine eigene Zeit. Denn es ist eine Zeit der Trauer, des Schmerzes und letztendlich der Akzeptanz der Veränderung, des neuen Zustands.

Erst wenn der abgeschlossen ist, kann man mit neuer Energie und Ideen Lösungen finden. Das ist der Weg von der Anspannung in die Erstarrung und von dort wieder in die Entspannung und Aktion zurück. Cool. Das ist dann vollkommen natürlich. Und man kommt als neuer und veränderter Mensch aus dieser Phase zurück. Gereift wie guter Käse. Mit Weissheit. Ein bisschen Edelschimmel.

D.h. wenn jetzt Gesellschaftsweit viele Menschen diese Phasen durchlaufen, dann tanken sie Energie für einen neuen Anlauf. Ein gesellschaftlilches Umdenken könnte stattfinden. Das hoffe ich. Und dann kann ein besseres Zusammenleben, mehr Menschlichkeit entstehen. Mit mehr Empathie und sozialer Intelligenz. In Folge dessen würde auch ein Umdenken mit der Natur stattfinden. Denn das eine ergibt sich aus dem anderen. Das ist auch ein natürlicher Prozess. Es wird nicht von heute auf morgen gehen, so wie die aktuelle Situation nicht von heute auf morgen entstanden sondern sich langsam eingeschlichen hat, wird es seine Zeit brauchen. Doch der Weg ist das Ziel.

Wie kann ich mir da so sicher sein? Weil ich es selbst erlebe und erfahre. Also wenn ich entspannter bin, dann hab ich weniger Hunger auf Fleisch, Süßigkeiten und Nahrungsmittel generell. Also ich esse weniger. Kann früher wahrnehmen, dass ich nur stressbedingt esse und mich anderweitig um die Unruhe kümmern.

Könnte es sein, dass der ungezügelte Fleischkonsum der westlichen Gesellschaften ein Produkt der hektischen westlichen Welt also ein Stressprodukt ist? D.h. wenn wir viel Stress haben, Schmerzen oder viel Arbeit und Druck, dann essen wir mehr und anders. Also zumindest ich ess dann mehr Süßes und Salziges und Fettiges und Fleisch.

Bin ich entspannter, dann hab ich keinen Hunger auf Fleisch und Salziges und Süßes. Dann mag ich frisches Obst und Gemüse. Und ich esse auch mengenmäßig weniger.

Ich merke aber auch umgekehrt, wenn ich Obst und Gemüse esse, dann hab ich mehr Energie. Während das Essen von Chips, Schokolade und Fleisch mir Energie raubt. Trotzdem kann ich in diesen Momenten oft nicht anders, weil die Amygdala und der Cortisolspiegel danach verlangt. Das Hirn braucht Energie... zumindest hab ich den Eindruck.

Wir sind ja eh eine Familie mit Mitgliedern, die am Rande des autonomen Nervensystems balanzieren. Also viel Zeit in der Anspannung verbringen. Und da stehn wir auf Dinge die Knacken. Wie Nüsse und Studentfutter. Die Rosinen decken den Heisshunger nach Süßem und die Nüsse krachen so schön, dass man den Stress damit abbauen kann. Kaugummi funktioniert wohl ähnlich, aber den find ich einfach widerlich.

In Coronazeiten ist meiner Mama aufgefallen, dass das Studentenfutterregal beim Aldi fast leer ist. D.h. Eure Nervensyteme reagieren unter Stress genauso wie unsere. Wieder ein Indiz.

Ausserdem hab ich letzte Woche in der Zeitung gelesen, dass der Umsatz der Süßwarenindustrie gestiegen ist. Auch das deutet wiederum darauf hin, dass meine Vermutung stimmten könnte.

Und in einem Bericht über Autismus, ist mir bei einer amerikanischen Familie mit autistischen Kindern ein Schloss am Kühlschrank aufgefallen. Jaja, mein Hirn registriert jede Auffälligkeit. Das macht eine überaktive Amygdala halt so. Das ist vollkommen natürlich.

D.h. nicht nur die Anspannung in Menschen überträgt sich auf uns, sondern auch die "Anspannung (Energie)" von Lebensmitteln, und auch die Energie der Umgebung (Anspannung , Entspannung) z.B. im Wald oder im Büro, in der U-Bahn, im Bus, zuhause ....

D.h. wir senden Energie an unsere Umwelt aus, mit den entsprechenden Konsequenzen, nehmen auch Energie aus der Umgebung und aus der Nahrung ... auf. Spannend! (also im wahrsten Sinne des Wortes ent- oder anspannend. Ich liebe Wortspiele! ;-)

Auch in der Geozeitschrift zu Yoga und Meditation steht, dass Menschen, die regelmäßig praktizieren, auch ihre ganze Lebensweise verändern. Weil sie die Welt dadurch anders wahrnehmen. Achtsamer wird das genannt. Man kann auch sagen, man ist mehr präsent im Augenblick und übernimmt für sich selbst, seinen Gesundheit, seine Gefühle, seine Mitmenschen die Verantwortung. Und kann so ein ausgewogeneres Gleichgewicht herstellen. Koherenz. Und die gelingt nur, in einer Umwelt, die zu uns und unserem Nervensystem passt.

D.h. wir erkennen, dass nicht wir uns an die Umwelt anpassen müssen, sondern dass wir unsere Umwelt an uns und unsere Bedürfnisse anpassen. Das ist total spannend bzw. entspannend. Denn damit können wir zur inneren Ausgeglichenheit finden und unser wahres Potential erkennen und entfalten. Weil wir dann offen sind für die Möglichkeiten, die sich uns täglich aufs Neue bieten. Im angespannten Zustand sind wir blind dafür. Denn da sind wir im Tunnelblick unseres Lebens gefangen. Da wir unter Anspannung körperlich und geistig erstarren. Des is fei a ned grod as gsündeste. Denn Erstarrung führt unweigerlich zum Ende allen Lebens.

Findet das Umdenken gesellschaftsweit und globalweit statt, dann werden wir flexibler im Denken und Handeln. Handeln präsenter im Augenblick und schaffen es auch langfristige Ziele zu erreichen, weil wir uns auf sie und deren Umsetzung konzentrieren können und uns nicht in kurzfristigem Aktionismus verzetteln.

Das halte ich für einen sehr wünschenswerten Zustand. Es liegt an jedem Einzelnen von uns , wie wir die Krise meistern und wie und ob es nach Corona weitergeht. Sind wir ein energiestrotzender Phönix aus der Asche? Oder bleiben wir der alte kranke gerupfte Vogel und machen weiter wie bisher?
Ich bin gespannt. Und versuche meinen Teil zu dieser Veränderung beizutragen. Denn ich wär lieber ein junger kraftstrotzender Phönix als ein altes krankes Huhn... Von den Telomeren und Schmerzwirksamen Substanzen will ich erst gar nicht reden :)

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

Montag: Soderla. Diese beiden Mundschutzdinger hab ich für zwei Leutchen gemacht, die ich kenne. Und sie kann die Gummis hinter den Ohren nicht vertragen, daher die Tunnelzugvariante mit einer Kordel. Die Kordel wird dann oben hinter dem Kopf einmal als Schlaufe rumgeführt und unten nochmal, aber dort wird die Kordel hinten verknotet.

Mit der Tunnelvariante ist sie jetzt flexibel und kann sich auch einen Gummi durchziehen und den dann fest verknoten. Ich weiss ja nicht wie gross Ihr Kopf ist. Und wenn sie ja noch eine Ohrenvariante mag, dann kann sie die auch damit noch machen. Jetzt hab ich erstmal ne Kordel durchgezogen, die hier bei uns so rumlag.
Mundschutz
Mundschutz
Mei des Wetter killt mich. In mir herrscht seid drei Tagen Aufruhr und Unruhe. Es ist schwer zu bändigen. Trotz meiner Tricks. Gleichzeitig bin ich total fertig.

Die Unruhe hab ich gestern auch auch am Etzelskirchener Weiher gespürt. Das Wasser kräuselt sich und die Frösche quaken. Open-Air-Konzert ala Corona. Die Vögel fliegen wild hin und her. Die spürn die Anspannung, das gwittrische auch. Der Wind ...

Ich begegne einem älteren Herrn. Er will Smalltalk machen.
Er:"Geht's?"
Ich guck irritiert.
Da beantwortet er seine Frage selber:"Muss geh..."
Es klingt mehr nach einer Frage als nach einer Feststellung...
Ich:"Ich kann keinen Smalltalk.... Wie erleben Sie denn die Krise?"
Etz wird er redselig:"Ach... mer kann nirgendwo hin. Nicht zum Einkaufen. Das macht mei Tochter. Und mir fehlt die Kneipen. Des Töpfla. Aber morgen geh ich amol widder zum Metzger, a zum Waafen."

Siggsded da wird einem erst bewusst, was mer zum Lebm braucht. Und des is gar ned soviel. Des is die Ansprach. Des sin andere Menschen. Dass einer einem zuhört. Und des hat mer bei Amazon halt ned. Des gibt's bloss im lokalen Einzelhandel.

Dann begegnet mir noch eine Frau mit einem jungen Hund. Der ist auch so müd wie ich. Brav isser auch. Die Ruhe seines Frauchens überträgt sich auf ihn und auf mich.

Sie erzählt mir, dass sie noch einen grossen Hund hat. Der hat seine Sturm und Drang Zeit längst hinter sich. Und neulich kam ihr eine Frau mit zwei angeleinten Hunden entgegen. Die Frau hat gebellt, dass sie ihren alten Hund anleinen soll. Und ihre zwei angeleinten Hund hamm auch gebellt.

Da hat sie gemeint, die soll ihre Hund erst amol richtig erziehn. Denn vill Leut kaufen sich einen Hund und meinen der kommt stubenrein und erzogen frei Haus.

Ich frag sie wie man denn einen Hund erzieht. Wie Kinder? Das gute loben und das schlechte ignorieren? Ja, genauso.

Schon komisch, wenn man sich so manchen Hund zulegt, braucht man einen Hundeführerschein aber Eltern kann man einfach so werden. Und wieder hab ich viel gelernt aus meiner homöopathischen Menschenkontaktdosis.

Dienstag: Gestern noch drei Mundschutzdinger genäht. Eins behalt ich selber, da hat mir die Musterkombi so gut gefallen. Es waren 10. 10 kleine Mundschutzdinger... 9 kleine Mundschutzdinger ... lalala.. Sorry mein Hirn hat sich grad in seinen Windungen vergaloppiert.

Jetzt kann ich das Ding im Schlaf nähen. Auch einfädeln und spulen hab ich wieder gelernt. Heute konnt ich beides ohne ins Handbuch zu gucken. Yeha! Dopamin und Endorphin!
Aber jetzt hab ich auch erstmal genug. Und alle Bekannten versorgt.

Es sei denn es meldet sich noch ein Nachzügler.

4 hab ich heut in den Briefkasten geworfen und das eine wollt ich persönlich zum Briefkasten nebenan tragen und einwerfen. Da wohnt nämlich eine Bekannte. Die hab ich dann genau in dem Moment getroffen. Und ihren Hund. Ich hab ihr das Päckchen gleich gegeben. Und sie hat es dann auch gleich aufgemacht.
Sie kämpft mit dem Klebeband.
Ich:"Ich hab es extra gut zugemacht."
Sie:"Das merk ich."
Dann hat sie es offen und reingespitzt und gelacht.
Sie:"Du kannst nähen?"
Ich bin verwirrt. Ich schweige. Ist das nicht offensichtlich?

Sie ist bei uns vorbeigekommen und hat gesehen, dass wir eine neue Terrassenüberdachung haben. Sie fragt, was sie gekostet hat und wer der Handwerker war. Das sag ich ihr.

Das ist ihr zu teuer.
Ich:"Das is halt was gscheits. Aber Deine Terrasse ist ja nur halb so gross. Dann kostets bei Dir vielleicht bloss die Hälfte."
Ich glaub, das findet sie lustig. Sie lacht.
Mission heilsame Kommunikation accomplished.
Und dann entschwinden sie und ich schleiche mich und drehe noch am Etzelskirchener Weiher meine Runde.
Ob bei einer Distanz-Begegnung auch Oxytocin freigesetzt wird? Hmm.... Also mir hat das auch gutgetan. Aber welches Hormon da im Spiel war, weiss ich nicht. Ins Gesicht hab ich ihr nicht geschaut, also dürften die Spiegelhormone aussen vor gewesen sein. Dafür war mein Nervensystem heut zu angespannt.

Ich bin total überreizt, weil die Sonne zu hell und der Wind zuviel Reiz auf mein Nervensystem ist.... ich muss ständig stehenbleiben und stiere durch die Gegend. Mein FI-Schalter ist mal wieder angesprungen. Die Frösche müssen auch so einen Schalter haben. Die quaken seit gestern durch.

Meine Schwester beruhigt ihr Nervensystem mit Schimpfen und meine Mama ist heut auch nicht besonders fit. Mir hamm was beinand. Aber mitnand schaff mer des scho. Jeder dud des was er ko. Und des hat allaweil nu glangt.

Die Artikel im Spiegel zeichnen ein ziemlich düsteres Post-Corona-Bild. Egoismus der Staaten. Die durchlaufen doch jetzt auch erstmal die Phase der Anpassung... und da gehört das doch erstmal dazu.

Wollt mir schon das Buch aus dem Artikel "Das Ende der Illusionen" bei uns im Buchladen bestellen. Aber der Klappentext liest sich schon so trocken und das Cover sieht auch nicht besonders spannend aus. Ich bin halt ein visueller Mensch. Ich überlegs mir nochmal.

In einem Artikel geht es um das Dilemma der Ärzte, wenn sie die Patienten fragen, was sie möchten. Kampf gegen Corona mit allen Mitteln oder Verzicht der invasiven Massnahmen. Und dass sie darauf dann oft keine eindeutige Antwort bekommen. Sondern ein vielleicht. Und das macht es ihnen auch nicht leichter.

Ich finde Vielleicht-Menschen auch sehr schwierig. Ich hab auch lieber eine Entscheidung. Kann aber auch verstehen, dass so eine Entscheidung auch sehr schwer fällt und dass man damit im Moment überfordert ist. Und das ist man meiner Erfahrung nach, wenn man Angst hat. Denn dann ist man ja unsicher. Also da issi widder die Amygala. Und die Unsicherheit und Hilflosigkeit spiegelt dann auch das Gegenüber. Weil sie sich überträgt.

Ich frag mich, ob das bei der Ansteckung in Krankenhäusern auch eine Rolle spielt. Also erstmal der Kostendruck und Personalengpass und dann auch dass man dort mit so vielen hilflosen und hilfesuchenden Nervensystemen zu tun hat. Also mit angespannten Nervensystemen. Und dann überträgt sich die Anspannung. Das wäre zumindest aus der Sicht von Ursache und Wirkung logisch.

Demnach ist die Idee der Professionalität unter Distanz von Gefühlen eine Illusion. Denn wo Menschen aufeinandertreffen sind die eh zugange. Darum kümmmert sich schon unsere Amygdala und das limbische System. Dann könnte man doch diesen Unsinn gleich lassen und für die eigenen Gefühle Verantwortung übernehmen. Wär auch gesünder.

Woher stammt denn diese Idee von der professionellen Distanz? Wer hat sich das ausgedacht? Und wozu? Faktisch ist sie unmöglich. Denn wo Menschen aufeinandertreffen, treffen zwangsläufig deren Anspannungzustände aufeinander und treten in Wechselwirkung zueinander. Ob wir das nun wollen oder nicht. Es passiert halt. Ist vollkommen natürlich. Professionelle Distanz ist dagegen vollkommen unnatürlich. Hmm...

Ach so... professionelle Distanz ist ja wieder das mit dem Rollendenken. Ach seid Ihr kompliziert. Hat das auch was mit Eurem sozialen Autopiloten zu tun? Wie könnt Ihr Euch das nur alles merken? Eure Gedächtnisleistung und schauspielerisches Talent scheint wirklich bewunderswert zu sein. Da kann meine amoklaufende Amygala nicht mithalten. Denn eine amoklaufende Amygdala verursacht Vergesslichkeit.

Ist aber auch logisch. Rennt Ihr mal vor dem Säbelzahntiger weg, dann werdet Ihr auch nicht den Hamlet geben, sondern die Beine in die Hand nehmen. Das ist auch wieder so ein seltsames Bild. Beine in der Hand... wo ich doch schon so alles fallen lasse... Also ehrlich... wenn ich die Beine in die Hand nehme, dann falle ich auf die Schnauze...

Apropos Vielleicht-Menschen ... Manche Menschen tun sich ja schon schwer, wenn sie irgendwo früher zum Essen hingehen und sich für ein Essen entscheiden sollen.... Hmm.... wenn ich so drüber nachdenk, sind das auch so unruhige Geister.. Da könnte also ein Zusammenhang bestehen. Die machen mich mich, wenn meine Amygala eh schon am randalieren ist, wahnsinnig... die Bedienung auch... Wenn ich die Amygdala mal zur Ruhe bringe, dann kann ich auch gelassener damit umgehen. Aber es bleibt eine anstrengende und ergieraubende Angelegenheit. Wie macht Ihr das denn? Kennt Ihr auch solche Leute?

Apropos Essen.. meine Bekannte hat letztes mal auch ziemlich langsam gegessen, weil sie immer soviel redet. Ich war schon lang fertig. Ich komm ja nicht zu Wort. Das ist dann essenstechnisch ein Vorteil. Da kam die Bedienugn und wollte schon den Teller abräumen.
Meine Bekannte:"Nein! Nicht wegtragen! Ich ess das noch!"
Die Bedienung lachend:"Nein, ich nehm Ihnen Ihr Essen nicht weg."

Menschen sind schon eine putzige Spezies.

Der erste Mundschutzversand vom Samstag hat sein Ziel erreicht und die Empfängerin hat sich gefreut und bedankt. Heilsame Kommunikation. Mission accomplished. :)

Und meine andere Bekannte (Sonderanfertigung Tunnelzug) freut sich auch schon auf Ihr Päckchen. Ich hab Ihr vorab Fotos von den Dingern geschickt. Ich hoffe, es passt und sie kommt damit zurecht.

Am letzten Freitag hab ich es das erste mal ausprobiert. Denn ich bin ins Büro gefahren. Nach Nürnberg. Gut, im Bus hab ich es nicht gebraucht. Die 2 anderen Fahrgäste haben sich grossräumig im Bus verteilt.

Im Zug war es auch recht leer. Aber da hab ich sie dann .. an- oder aufgezogen...
In der U-Bahn war ich ein bisschen froh drum. War auch früh noch schön warm. So als Schalersatz. Schon lustig: noch vor kurzem war Vermummungsverbot und jetzt laufen wir rum wie Jesse James oder Robin Hood. Mit dem Bild kann ich mich eher anfreunden. Ich mochte als Kind Western. Ich fühl mich mit dem Ding dann wie ein kleiner Bandit.
Manchmal auch wie ein einarmiger, wenn die Hand und der Arm sich wie nicht zu mir zugehörig anfühlt. Wie ein lahmer Flügel.
Tschuldigung... iher erkennt an meinem Galgenhumor die Überreizung meines Nervensystems.

Heimwärts konnt ich das Ding dann nicht mehr ertragen. Zu warm war es da. Das war meinem übererregten Nervensystem dann zuviel der Reize, die Halsmuskeln verkrampfen (Muskelanspannung) und ich hab wegen dem Ding zu husten angefangen und nimmer aufgehört. Mei. Wenn Blicke töten könnten...

Da frag ich mich aber schon, ob diese Feindseligkeit (Anspannung) der Umgebung dann eine Spiegelung meiner Anspannung ist. Also die natürliche Folge... Interessanter Frage. Dann hat das vielleicht gar nichts mit mir persönlich sondern nur mit meiner Wirkung meines Anspannunglevels zu tun.

Ich hab sie dann runter, dann ging's wieder. Ich hab mich entspannt, die Husterei hat aufgehört und die feindseligen Blicke wurden eingestellt. Entspannung bei mir bewirkt also Entspannung um mich herum. Faszinierend.

Wenigstens kann ich jetzt die Sichtweise meiner Mama nachvollziehen, die sowas gar nicht ertragen kann.

So hab ich auf der Fahrt also wieder was neues gelernt. Man lernt nie aus.

Was ich bei meinem D-Arzt auch schön fand: er hat mir diesmal nicht die Hand schütteln wollen. Juchu! Das kommt mir als Autisten sehr entgegen. Denn ich bin nicht besonders scharf auf Körperkontakt bzw. meine Amygdala ist es nicht. Ich kann ja auch nix dafür. Ich hab das nicht so konfiguriert. Das wurde so ab Werk mitgeliefert.

Jetzt versteh ich auch den Satz, den ich mal gelesen habe, dass der Körper eines Kindes, das Gehirn bekommt bzw. entwickelt, das zu ihm passt und umgekehrt. Weil meine Amygala schon immer im Alarmmodus war, sind meine Muskeln auf Daueranspannung. Eine spannende Sache sozussagen.

Ergebnis ist, dass ich schon als Kind Waden und Oberschenkel wie ein Profifussballer habe. Was hab ich die anderen um ihre schlanken Beinchen beneidet. Geht mal Hosenkaufen. Was ich eh nicht besonders gern tu. Jetzt versteh ich endlich, dass mein Körper gar nicht anders kann. Ursache und Wirkung. Und irgendwie find ich das jetzt total cool. Andere müssen für solche Beinmuskeln hart trainieren. Bei mir macht das die Amygdala von ganz alleine.

Erinnert Ihr Euch noch an das neue Wort, das ich letzte Woche beim D-Arzt gelernt habe? Dekompensation. Ich glaube, das passiert in unserer Gesellschaft auch überall grad. In den sozialen Berufen aber auch anderswo. Es hat schon vorher nur noch auf Kosten der Menschen, die dort arbeiten funktioniert, und jetzt sieht man erst, was sie bisher geleistet und ausgeglichen haben.

Waren wir dann vor Corona eine Kompensationsgesellschaft?
Und was für eine Gesellschaft wollen wir danach sein?

Mittwoch: MUNDSCHUTZ:
Gestern ist die erste Sendung in Nürnberg angekommen. Und meine Bekannte hat mir ein Foto von sich und ihrem Mann mit dem Ding geschickt.

Sie meint: man kommt sich vor wie ein Bankräuber.

Ich war noch nie einer, aber ihr Mann sieht mit seinem Bart und dem finsteren Blick, weil ihm das Ding doch sichtlich unangenehm ist, aus als wäre er der Verbrecherkartei entsprungen.
Darüber muss ich dann schon wieder schmunzeln, weil es so herrlich schräg ist.

Mein Fernschmerztherapeut hat zugegeben, dass ihm so ein Mundschutz auch nach einiger Zeit unangenehm wird. Er gibt den Tipp, dass wenn man genügend trinkt die Schleimhaut nicht gar so austrocknet und der Hustenreiz ausbleibt. Werd ich mal ausprobieren.

HEILSAME KOMMUNIKATION:
Hmm... wenn ich es mir recht überlege, dann funktioniert heilsame Kommunikation nur mit echter Authentizität. Und das geht nur wenn man entspannt ist. Da steht die professionelle Distanzrolle etwas im Weg herum.

VON SCHWARZEN UND WEISSEN WÖLFEN:
Ich hab noch einen Nachtrag von meiner Bekannten zu dem Thema bekommen, den ich Euch nicht vorenthalten möchte, weil er so schön geschrieben und so wahr ist.

"Vergiss nicht, dass auch der schwarze Wolf durchaus Qualitäten hat. Es sind Beharrlichkeit, Mut, Furchtlosigkeit, Willensstärke und großes intuitives Gespür, Aspekte, die Du in solchen Zeiten brauchst, wenn der weiße Wolf nicht mehr weiter weiß.

Auch der weiße Wolf hat nicht nur gute Seiten, sondern er hat auch seine Schwächen. Er möchte es jedem Recht machen. Er verliert schnell den Mut und ist nicht ausdauernd. Er ist ängstlich und eher introvertiert.

Du erkennst, dass der weiße Wolf den schwarzen Wolf an seiner Seite braucht. Sie gehören zusammen. Fütterst Du nur einen und dieser hungert wird er unkontrollierbar. Fütterst Du aber beide Wölfe in Dir, nutzt Du des einen Stärke und der andere greift mäßigend ein. Ein anderes Mal verhindert die vermeintliche Schwäche des weißen Wolfs, dass der Schwarze Wolf über das Ziel hinaus schießt.

Werden beide genährt, musst Du Deine Aufmerksamkeit nicht dem inneren Kampf in Dir widmen. Und ohne einen inneren Kampf kannst Du auf die Stimme der Weisheit des Universums hören, die Dir in jeder Situation den richtigen Weg weist."

Wow!

NACHGEDACHT:
Also wenn Kinder den Erregungszustand des Nervensystems der Mama erben, dann erhöht sich der Level mit jeder nachfolgenden Generation. Vielleicht sind wir jetzt an der Belastungsgrenze, Kompensationsgrenze angekommen, wo es so nicht mehr weitergeht. Also noch eine Dekompensation aus einer weiteren Sicht... Das würde den Umdenk- und Umlernprozess beschleunigen. Das wäre schön.

Soderla heut sind meine letzten 3 Mundschutzdinger angekommen.

Hab Fotos bekommen, eine nette Dankesmail und ein schönes langes Telefongespräch gehabt. Das war genug Sozialkontakt für heut.

Eine Lösung für meine Mama ist mir auch eingefallen. Sie hat so eine Puppe mit Schürze im Gang stehen. Mama braucht es unten offen. Und da hat sie sich jetzt mal die Puppenschürze über die Nase gebunden. Eine Nasenschürze sozusagen. Das funktioiert für sie. Also werd ich dann mal so ein Teil basteln. Bisschen ziehen mit Gradstich ... und dann an einen Bändel nähen. Das wird dann ne Eigenkonstruktion.

Scho schräch... da kommt Corona und ich bin aktiver denn je. Is aber ka Wunder.. denn ich bin Krisen ja gewohnt. Ich bin a Profi.

Bei uns gibt's heut einen Auflauf. Und dazu ist mir ein Comic eingefallen.
Ade blebd schee!

Mir is vorhin beim Meditieren a neuer Comic eigfalln. Der kann ned warten. Der muss etz naus!
Vill Spass!

Donnerstag:
MUNDSCHUTZ
Ich hab jetzt für meine Mama das Modell Sheherazade aus zwei Taschentüchern und Schrägband genäht. Zwei Taschentücher mit Gradstich in der Mitte zusammengenäht. Dann oben zweimal mit grossem Gradstich abgesteppt und dann in Falten gezogen. Dann das Schrägband darum gelegt (wie bei einer Schürze) und angenäht. Schrägbandmitte muss in Schürzenmitte sein!
Und so sieht es dann aus. Meine Mama ist happy. Wieder ein Problem gelöst.
Mundschutz Sheherazade

Und einen Comic dazu gibt es auch. Ist mir heut beim Kaffeekochen eingefallen. Mit der Idee war ich nicht die erste wie ich anhand der Warnung auf der Homepage des Filtertütenherstellers sehen konnte.

ACHTUNG!!! Der Hersteller rät dringend davon ab!

Und sie stellen jetzt Atemmasken her! Das ist doch cool!
Applaus!
Die Glaa darf des... ;-)

Im Amtsblatt war heut nicht nur ein Comic von mir (JUCHUUUU!!!) sondern auch ein Aufruf zum Mundschutznähen. Stoff wird von der Stadt gestellt. Ich hab mich mal gemeldet. Ein paar kann ich schon noch machen. Ich weiss ja jetzt wie es geht. Und es macht auch Spass, wenn ich es nicht übertreibe. Und es macht mir Spass anderen zu helfen.

Wenn Ihr auch mitmachen wollt, meldet Euch unter info[at]fortuna-kulturfabrik.[de].

Freitag: Gestern hab ich die Frau mit der verspannten Schulter und dem Hund wiedergetroffen. Ich hab sie am Hund erkannt. Mit Gsichter hab ich es nicht so.

Aber in Zeiten von Corona sieht man ab nächster Woche die Mimik eh nimmer. Und mit der Gestik schränkt Ihr Euch ja jetzt auch ein. Dieses wilde Rumgefuchtel weckt in mir eh nur meinen Fluchtinstinkt.

Die Frau meinte, dass sie sich jetzt auf Gespräche viel mehr konzentrieren muss. Und sie schneller davon erschöpft ist. Weil man die Mimik und Gestik nicht mehr hat.

Wisst Ihr warum, Euch das mehr anstrengt? Weil Ihr jetzt umlernen müsst und Euch der soziale Autopilot dabei nicht mehr helfen kann. D.h. jetzt greift auch Ihr auf den präfronteralen Kortex zurück. Genau wie ich. D.h. ab jetzt bin ich gegenüber Euch im Vorteil.

Da seht Ihr mal, dass das, was man als Norm bzw. normal und was man als Anomalie betrachtet nur vom Kontext abhängt. In der jetztigen Umgebung ist meine Art der Kommunikation klar von Vorteil. Das find ich total cool! :)

Hab auf meinen Maulkorb-Comic diese Antwort zurückbekommen:
"ich danke für die Wertschätzung mit Humor. Möge der Mundschutz mehr Freiheiten ermöglichen, die nötigen Dinge zu sagen."
Seht Ihr? Alles eine Frage der Perspektive :)

Und Melitta hab ich gestern noch den Filtertüten-Comic geschickt und diese Antwort bekommen:
"herzlichen Dank für Ihre Mail und den schönen Comic. Das hat mir ein Lächeln zum Start in den Tag beschert. Ich habe es direkt mit meinen Kollegen geteilt. Wir sind auch sehr stolz, dass die Melitta Group nun einen kleinen Beitrag gegen den Engpass an Masken besonders im medizinischen Bereich leisten kann."

Heut auch noch ne ganz andere neue Erkenntnis zu Corona bekommen...
Wir hatten eine online-Besprechung und die anderen Teilnehmer erzählten, dass sie jetzt öfter joggen und rausgehen.
Ich teilte den anderen Teilnehmern dann mein Fazit kurz und bündig mit:"Corona macht gesünder."

Und dann war da noch meine Kollegin, die mich angechattet hat und gefragt hat wie es mir geht. Ich hab mich bedankt und merkte an, dass ihre Frage ja Wertschätzung sei. Drauf meinte sie. Keine Wertschätzung. Sie mag mich einfach. Ich hab mich sehr gefreut.
Bin aber auch etwas verwirrt: Ist Wertschätzung und jemanden mögen ned dasselbe?

Von der Stadt wegen der ehrenamtlichen Maskennäherei hab ich Antwort bekommen. Über 10 Näherinnen haben bereits 400 Masken genäht und an Einrichtungen übergeben. Ich kann den Stoff bei der Stadt abholen. Ich wusste gar nicht, dass die wieder offen hat... und wann.. das hab ich dann noch gefragt und dann wollte er noch wissen wieviel Stoff 35x40 cm ich brauche. Mit den anderen Damen kann ich jetzt schon Dystonietechnisch nicht konkurrieren, aber ich hab mal um 6 Stoffe und Gummi gebeten. Mal sehen, wann ich das abholen und dann nähen kann. 6 Masken sind 3 Nachmittage nähen bei mir.

Und evtl. darf ich noch eine für einen lieben Bekannten , den Nachzügler machen. Wenn er mir mal seine Adresse schickt. Den kenn ich von der Selbsthilfegruppe. Ich würd ihm gern selbst helfen.

Wenn man es so sieht... sind dann Familien wie meine Mama , Schwester und ich, die sich meisten selber zu helfen wissen, nicht auch eine Selbsthilfegruppe?
Alles eine Frage der Perspektive :)

So und in diesem wunderbaren Corona-Erlebnis-Sinne wünsche ich Euch ein schönes Wochenende! Passt gut auf Euch und Euer Nervensystem auf!

 
Die Glaa aus ERH - Comics - Sandra Jaeger 2020 - Corona Nebenweirkungen Teil 2
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Social Distancing
Comics - Die Glaa aus ERH - Sandra Jaeger 2020 - Verbote
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Mundschutz - Ein Perspektivwechsel
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Die Filtertuete
25.04. bis 01.05. Neue Einblicke und Ausblicke ...

Sonntag: Am Engelgarten auf der Weide ist jetzt wieder die Stute mit einem Fohlen. So schee! Mir geht des Herz auf! Wenn ich den beiden zugucke, dann beruhigt sich mein autonomes Nervensystem. Cool.

Interessant fand ich zu den Pferden die Sichtweise eines ehemaligen ITlers, der jetzt in einer Schreinerei arbeitet, den ich gestern getroffen habe.

Er sagte:"Pferde sind Gemütstiere."
Das hat mich verwirrt. Weil ich dabei an ruhig und gelassen denken muss.
Und Pferde sind ja Fluchttiere. D.h. übersensibel.
Ich sag:"Wieso Gemütstiere? Das sind doch Fluchttiere."
Er:"Sie haben ein sensibles Gemüt."
Ja, so kann man das auch ausdrücken. Ihr seht also auch das ist wieder eine Frage der Wahrnehmung und damit der Perspektive.

Am Bücherschrank ist mir das Buch "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken." von Allan und Barbara Pease begegnet. Das ist ja spannend!

Wusstet Ihr dass alle Föten zuerst weiblich sind? Also war Eva vor Adam da ;-)

Erst durch den Hormoncocktail (der auch durch die Chromosom bestimmt wird), wird daraus das jeweilige Geschlecht entwickelt. Und je nach Cocktail gibt es dann weibliche und weiblichere männliche Gehirne oder auch mal männlichere weiblichere Gehirne oder männlich männliche Gehirne. Die Bandbreite ist natürlich entsprechend gross, weil die jeweilige Ausprägung von der Dosis der Hormone abhängt.

Nach den Tests im Buch denke ich eher männlich. Wäre auch logisch, denn wenn die Amygdala Amok läuft, dann werden die Stresshormone Cortisol ... und auch Testosteron ausgeschüttet. Das würde die dichte Behaarung meiner Beine erklären. Und die Männer-Waden-Muskeln natürlich auch.

Im Buch wird davon ausgegangen, dass diese Gehirnkonfiguration ab Werk mitgeliefert wird und sich nicht ändern lässt. Das glaub ich nicht. Ich glaube, dass das ein Irrtum ist.
Denn ich hab andere Erfahrungen gemacht.
Also ich hab früher (vor dem Unfall und bevor ich mit dem Meditieren angefangen habe) strikt in schwarz und weiss, logisch und analytisch gedacht, viel in meinem Hirn überlegt und war in mich gekehrt. Also eher männlich konfiguriert.

Mit meinem Autismus und meinem natürlichen FI-Schalter bekomme ich anscheinend Zugang zur weiblicheren Gehirnhälfte mit Kreativität, Redefluss und so... Das mit dem Redefluss bei Spezialinteressen ist auch bei autistischen Jungen so. Ob das dann die weibliche Gehirnhälfte ist? Mit dem Meditieren kann ich präsenter sein und mich mehr in andere Reindenken. Allerdings nur in Dinge, die ich auch schon erlebt habe. Intuitiv auf Situationen reagieren, mit denen ich selbst noch keine Erfahrung habe, kann ich nicht. Ob das noch kommt? Wenn ich noch längere Zeit meditiere? Mal sehen. Wird interessant.
Versuch am eigenen Modell :)

Wenn ich das im Buch so richtig verstanden habe, dann klingt das für mich so , als gibt es auch durch Neuroplastizität die Möglichkeit beide Hirnhälften zu benutzen. Sowohl die als weiblich definierten Spezifika als auch männliche zu nutzen.

Das würde erklären, warum ich einer Bekannten die Verhaltensweisen ihres Mannes so erklären kann, dass sie sie versteht. Weil ich beide Seiten erlebt habe und erleben kann...

Das müsste doch dann jedem Menschen möglich sein. Das wäre cool. Denn dann würden sich die Menschen viel besser verstehen. Da würd ich gern mal einen Hirnforscher dazu fragen...

Ich frage mich, wie das bei einem männlichen Autisten ist.... Hat der dann mehr Testosteron und Cortisol als ein Nicht-Autist? Und was bewirkt das dann?
Man könnte nun folgern, dass er Gefühlskalt werden würde.
Der Hirnforscher Markram, der selbst einen autistischen Sohn hat, hat aber überraschend festgestellt, dass sein Sohn die Welt intensiver , zu intensiv wahrnimmt. Also praktisch schmerzhaft intensiv.

Was wäre, wenn es gar nicht stimmt, dass man unter Stress (Cortisol, Testosteron) weniger empfindsam wird? Sondern wie ich es logisch erklärt habe, empfindsimer wird? Bei Gefahr (Angst, Adrenalin, Cortisol...) wäre es ja logisch, dass unser Betriebssystem auf Dauer-Alert schaltet. Also sein System auf jede kleinste Veränderung, Detail, Anomalie konfiguriert und anspringt. Denn sie könnte ja den Tod bedeuten.

Meine Theorie (und meine persönliche Erfahrung) ist eher die, dass man mit amoklaufender Amygdala diese Gefühle gar nicht wahrnehmen kann. Man muss es ja auch nicht. Denn im Kampf und auf der Flucht kommt es auf die Fluchtreaktion oder den Totstellfreflex an. Also wenn der Säbelzahntiger vor uns steht und wir erst nachdenken müssen, was fühl ich denn da? Dann wär das unser letzter Gedanke gewesen...

Was ist, wenn Stresshormone und die Amygdala und das limbische System alle Empfindungen intensivieren (durch Deaktivierung des Reizfilters, das ist ja auch die Wirkweise des Cortisols) und wir sie nur unbewusst, instinktiv wahrnehmen, aber nicht bewusst wahrnehmen können?

Ich bin mir sicher, dass das so ist.

Das würde auch erklären, dass die Schmerzpatienten, die mit mir auf Reha waren, alle nicht von den Entspannungstechniken profitieren konnten. Weil die Muskelanspannung sooooo hoch ist, dass erstens der Effekt nicht spürbar ist und zweitens die amoklaufende Amygdala samt Stresshormonen verhindert, dass wir eine Linderung der Anspannung (die evtl. minimal vorhanden sein könnte) nicht wahrnehmen (erfahren) können! Denn mit einer amoklaufenden Amygdala kann man nicht lernen! Das geht nicht!

Daraus würde ich folgern, dass erst die Anspannung, die Stresshormone soweit heruntergeregelt werden müssten, damit man überhaupt etwas lernen kann. Erst dann würde ein Entspannungskurs, Reha... Sinn machen. Denn ansonsten, bedeutet sie nur Stress! Und noch mehr Stress und Stresshormone verstärken die Schmerzerkrankung.

D.h. es muss erst in einer Umgebung, in der man sich wohlfühlt und mit Therapeuten ein Vertrauensverh&aumL;ltnis aufgebaut werden. Das ist natürlich sehr schwer mit einer amoklaufenden Amygdala und mit Stresshormonen, die allem und jedem misstraut.

Das Misstrauen ist aber nicht persönlich zu nehmen. Der Schmerkranke kann nichts dafür! Er tut dies nicht absichtlich! Er kann nicht anders!!! Und aufgrund der Stresshormone kann er auch nicht wahrnehmen, dass er sich feindselig und abwehrtechnisch verhält.

Das Problem ist aber, dass die Therapeuten das nicht wissen! Und so überträgt sich die durch eine Entgleisung der Stresshormone verursachte Unruhe, Hilflosigkeit, Wut, Aggression vom Schmerzkranken auf die Therapeuten. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Es kommt zu Missverständnissen! Zu Misstrauen! Zur Verzweiflung und HIlflosigkeit und Wut. Weil man das nicht erwartet. Man erwartet, dass sich ein Schmerzpatient normal verhält. Mit einer amoklaufenden Amygdala geht das aber nicht!!!! Wenn sich Therapeuten und Ärzte dessen bewusst sind, dann können sie ihren eigenen Stresshormonen entgegenwirken. D.h. es wäre viel sinnvoller, wenn die Ärzte und Therapeuten in dieser Phase einen Achtsamkeits-, Meditations- , oder progressive Muskelentspannungskurs bekommen würden. Die Therapeuten und Ärzte müssten zu allererst lernen entspannt zu bleiben!

Dann könnten sie lernen damit umzugehen und den chronisch Kranken so helfen und nicht dessen Stresshormone noch zusätzlich rekursiv durch ihre eigene Hilflosigkeit, Unsicherheit und Wut - also ihre eigenen Stresshormone - noch weiter anzufeuern. Denn genau das passiert. Anstatt dass die Situation für den chronisch Kranken dann nach der Reha besser ist, verschlechtert sie sich. Und das versteht dann keiner von beiden mehr. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Genau das ist mir passiert!! Genau das hab ich erfahren. Und dann fühlt man sich dann nach so einer Reha (die ja in den besten Absichten durchgeführt wurde) noch hilfloser und fällt in ein Loch...

Es wird also durch Un- und Missverständnisse noch mehr Öl ins Feuer gegossen! Was passiert? Das CRPS brennt wie Zunder! Es breitet sich aus. Der Zustand verschlechtert sich.

Das passiert jetzt nicht nur auf Reha, sondern überall wo menschliche Stresshormone im Spiel sind. Also auch im Grossraumbüro. Dort möchte man ja auch kreativ und innovativ sein. Das gelingt dann aber immer weniger bis gar nicht mehr. Weil die Stresshormone jede Lernerfahrung, jede Persönlichkeits- und Weiterentwicklung und damit auch die Entwicklung von neuen Ideen verhindern.

D.h. jeder kann davon profitieren, wenn er lernt entspannter zu werden. Je entspannter er dabei ist, desto leichter ist es. Je mehr Stresshormone feuern, desto schwerer ist es aus dieser Phase wieder herauszukommen. Es dauert. Man braucht Zähigkeit und Hartnäckigkeit und Disziplin. Das bringt nicht jede amoklaufende Amygdala zustande.

Ich kann das, weil ich das gewöhnt bin. Da kommt mir meine lebenslange Stresshormonerfahrung zugute. Denn ich habe gute Kompensationstechniken. Ich war mir derer nur nicht bewusst. Ich habe sie aber instinktiv angewandt. Bewusst wurde mir das erst, als ich es öfter geschafft habe, meinen Stresslevel runterzufahren. Mit dem Meditieren, mit Daumen-Yoga , mit Feldenkrais.

Wow! So funktioniert das! Spannend!

Und jetzt frage ich mich, ob Potentialentfaltung auch damit zu tun hat, dass wir lernen unsere beiden Gehirnhälften logisches, analtytisches Denken und Empathie und soziale Intuition miteinander zu verbinden. Aus meiner Erfahrung heraus sage ich : ja!

Ein solches Denken (Intuition, soziale Intelligenz und Logik) ist das, womit wir resilienter werden. In Zeiten wie Corona und den Krisen, die darauf folgen werden, ist das ein klarer Überlebensvorteil!

D.h. eine Anomalie wird zum Überlebensvorteil. Cool! Das gab es in der Evolution schon öfter. Wenn aus Flossen Füsse wurden...

Der Unterschied ist, dass wir das selbst gestalten können! Denn dieses Umdenken kann man LERNEN! Wir können unser Hirn neuroplastisch um- und mitgestalten!

Bisher tun wir das unbewusst. Jetzt würden wir das bewusst tun! Das unterscheidet uns von den Tieren.
Wow! Das ist eine ganz neue Perspektive.

Und wo wir bei anderen Perspektiven und Sichtweisen sind... heut gibt's den Homeoffice-Comic.
Schönes Wochenende!

Montag: Auch bei den Firmen gibt es Unternehmen, die resilienter sind als andere. Die handlungsfähig bleiben und kurzentschlossen ihre Prduktion umstellen. z.B. Mey, Melitta oder Trigema.

Und viele kleine Firmen, die nicht gross in der Presse stehen.

Es entstehen auch neue Geschäftsideen. Drei Herzogenauracher wollen jetzt ins Designermasken-Geschäft einsteigen. Das wollen jetzt alle. Besonders kreativ und innovativ find ich das jetzt nicht. Haben nicht inzwischen alle eine gebastelt, genäht oder geschenkt bekommen? Oder in der Apotheke gekauft? Aber vielleicht ist das wieder so ein Lemmingismus-Massenverhalten, das ich nicht verstehe.

Ist Maskendesigner jetzt der neue Superstar? Ein neuer Hype? So wie vor kurzem noch jeder Influencer werden wollte? Warum sollte man andere Menschen beeinflussen wollen? Können die sich keine eigene Meinung mehr bilden?

Klar, ich frag andere um Rat. So lernt man. Aber meine Entscheidung, die treffe ich dann immer noch selbst. Ich respektiere den Rat und die Kritik des anderen und seine Erfahrung, sonst würde ich ihn ja nicht fragen. Doch seine Entscheidung muss noch lange nicht die richtige für mich sein. Vielleicht bringt sie mich weiter. Zeigt mir einen neuen Blickwinkel, den ich vergessen hatte. Dann bin ich dankbar dafür und ber&uumL;cksichtige ihn in meiner Entscheidung. Ich muss auch nicht mit ihm einer Meinung sein. Eine gesunde Diskussion macht Spass! Ohne eigene Meinungen geht sowas gar nicht.

Da leb ich lieber den Gedanken von Open source. Gebe und Dir wird gegeben. Das ist schön, tut gut und stärkt das Immunsystem und das soziale Netzwerk. Das echte. Nicht diese Illusion eines Netzwerks von 1000enden von Freunden. Nein, ich rede von echten Menschen, die man wirklich kennt, mag, respektiert und nicht nur das Avatarbild. Kein virtuelles Fake. Sondern authentisch, wahr, aufrichtig und echt. Die kann man auch im Netz kennenlernen, aber die findet man in Foren, wo es um Wissensaustausch geht. Völlig unentgeltlich. Da wo Lernen im Netz gelebt wird. Humor auch.

Resilienz: Auch die "Erfolgsgeschichte" eines 89-jährigen, der sich von Corona erholt hat, stand in der Zeitung. Sein Geheimnis? Seine Lebenslust. Und dass er ein Stehaufmännchen ist. Und Krisenerfahren. Er hat schon einige Schicksalsschläge hinter sich. D.h. er hat aus Krisen gelernt und ist so resilient geworden.

Was ist das Geheimnis resilienter Firmen?
Da jeder Organismus das Produkt seiner kleinsten Einheiten ist und die wieder auf Selbstorganisation beruhen, wird das wohl auch das Geheimnis sein. D.h. wenn die kleinsten Einheiten resilient sind, dann wirkt sich das auch auf den Organismus aus.

Die Zellen erneuern sich auch immer wieder. D.h. auch ein gesundes Gleichgewicht der Erneuerung muss im Organismus vorhanden sein. Und Neurodiversität. Unser Organismus braucht sowohl Leberzellen als auch Hirnzellen usw.... D.h. eine Monokultur aus Leberzellen allein, sichert uns sicher nicht das Ü,berleben. Sondern ein "gesundes" Gleichgewicht.

Alle müssen dasselbe Ziel haben. Das Überleben.

Und alle müssen die Nährstoffe bekommen, die sie zum Wachstum brauchen und eigenverantwortlich auf Krisen und Ungleichgewichte reagieren können? Autonom. Selbstverantwortlich. Voila: kurze Entscheidungswege machen flexibel und agil.

Gilt dann nicht dasselbe für agile und flexible , resiliente Firmen?
Schon oder? Da geht man pragmatisch vor. Nicht panisch. Behält die Ruhe und kann so bedachte Entscheidungen fällen.

Man kann so auch jederzeit nachjustieren.

Es ist Teamwork. Und das gibt es nur dort, wo sich Geben und Nehmen die Waage halten. Da wo keiner überlastet, überfordert oder hilflos zurückgelassen wird. Wo die Lasten gerecht verteilt sind. Wo jeder Verantwortung übernimmt und seinen Teil am Gesamtwesen beisteuert.

Es könnte auch mit der Unternehmensgröße zusammenhängen, dass es in grossen Betrieben weniger gut funktioniert. Einer meiner Kollegen meinte, je kleiner, desto weniger kann sich ein Dampfplauderer, der die Verantwortung an andere abschiebt, halten. Denn solche Exemplare kann sich ein kleiner Betrieb nicht leisten.

Die Strukturen sind flacher in kleinen Firmen. Es gibt mehr Transparenz. So kann verhindert werden, dass an mehreren Stellen derselbe Prozess ausgelöst wird ohne dass die andere Stelle das mitbekommt.

In kleineren Firmen braucht es weniger Regelungen. Man kann ja auch mal direkt den Chef fragen. Und der kann dann flexibel entscheiden. D.h. auch die Strukturen, Regeln sind klarer und bei Unsciherheit schneller geklärt. Weil man auch weiss, wen man fragen kann.

In grossen Betrieben dauert es schon ewig bis man herausgefunden hat, wen man fragen kann. Wer zuständig ist. Auch sind die Prozesses dann so komplex und bürokratisch, dass sie sehr teuer werden.

Ein Beispiel: Tastatur hab ich selber gekauft und mir die Kosten dann (weil es ein Arbeitsunfall war) von der Berufsgenosscneschaft erstatten lassen.
Meine ergonomische Maus hat damals kurzerhand der Admin besorgt.

Dann wollte ich so wie es sich gehört, die Berufsgenossenschaft veranlassen das Geld für die Maus zu übernehmen. Ich war eine ganze Woche mit diversen Telefonaten und Mails damit beschäftigt in unserer Firma die Kontonummer herauszubekommen, wo die BG das Geld hinüberweisen könne.

Im Endeffekt hab ich also mit Telefonaten und Recherche viel mehr Geld (meine Arbeitszeit) gekostet, als die Maus gekostet hat. Und das ist ziemlich unsinnig.

Und solche Dinge, sind dann eher die Regel als die Ausnahme. Weil die Ausnahme die Regel ist.
Ich frage mich ob und wie man das besser hinbekommen kann.... pragmatischer. Auch im Grossen...

Ich denke eine klare Strukturierung der Verantwortlichkeiten wäre schon mal ein Anfang. Und wenn es einfach nur eine Stelle im Unternehmen g&aumL;be, die man einfach fragen könnte und die das auch weiss.

Denn sonst endet man wie Asterix und Obelix in dem Amt und läuft von Pontius bis zu Pilatus und ist am Ende nur frustriert, enttäuscht und steht immer noch unverrichteter Dinge da. Des is fei a ned grod as gsündeste. Denn genau das sorgt für die Ausschüttung von Stresshormonen.

Resiliente Unternehmen haben schon etliche Krisen hinter sich. Sie haben jedes mal daraus gelernt und sind st&aumL;rker und verwandelt daraus hervorgegangen.

Ich denke wie resiliente Menschen, rufen sie nicht gleich andere zu Hilfe sondern überlegen wie sie aus eigener Kraft aus der Nummer wieder herauskommen. Das macht sie sehr symphatisch. Und so bleiben sie auch unabhängig vom Gutdünken anderer. Sie übernehmen die Verantwortung, analysieren die Situation und überlegen sich wie sie aus der Nummer wieder herauskommen. Und dann fangen sie einfach damit an. Und dazu braucht es Mut!

Und es braucht auch den Mut den Kurs gegebenenfalls zu korrigieren. Mut wird man in Firmen, in denen Stress, Unsicherheit und Hilflosigkeit herrscht, nicht finden. Höchstens den Mut der Verzweiflung. Dauerhaft ist der sicher nicht empfehlenswert.

Deswegen kann man resiliente , gesunde Unternehmen auch an der Gesundheit der Mitarbeiter erkennen. Denn ein Mitarbeiter ist ein zartes Pflänzchen, das das richtige "Betriebsklima" zum Wachsen und Entfalten braucht. Und wächst jeder Mitarbeiter des Unternehmens, dann w&aumL;chst auch das Unternehmen an Resilienz, Kompetenz, Erfahrung und Persönlichkeit.

So ein resilientes Unternehmen ist sehr em- und symphatisch.

Und etzerdla gibt's nu an Comic zur Resilienz.

Vom Pfarramt Michelfeld hab ich eine Anfrage wegen meiner Comics für's Gemeindeblatt bekommen.
Das ist cool!

Der Herr von der Stadt wegen dem Material für das ehrenamtliche Maskennähen hat sich nicht mehr gemeldet. Da bin ich ja gespannt, ob das noch was wird.

Aber wenn einem Freiwilligenarbeit so schwer gemacht wird, dann frustet das schon und man verliert die Lust. Da würd ich mir echt einfachere pragmatischere Lösungen wünschen.

Dafür hab ich grad für den Nachzügler, der sich dann doch gestern noch bei mir gemeldet hat, eine in rot-weiss-kariert und blau genäht und zum Briefkasten gebracht. Sollte dann in den nächsten Tagen ankommen. Da hätt ich locker noch eine ehrenamtliche mitnähen können. Seufz.

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? ;-)
Aber so sind die Menschen halt. Der eine pragmatisch, der andere ein Umstandskrämer. Jeder ist beides mal zu unterschiedlichen Zeiten. Insofern ist das auch wieder eine putzige Seite an uns Menschen.

Sind wir entspannt, dann sind wir offen und pragmatisch. Sind wir unsicher, dann wollen wir uns auf allen Seiten absicihern und machen alles unnötig kompliziert. Auch kommen wir in unserem starren Denken dann nicht auf die naheliegensten einfachsten Lösungen. Das Hirn funktioniert halt mit einer gekidnappten Amygdala nicht so gut. :)

Unflexibilität im Denken und Handeln deutet auf Unruhe und Unsicherheit hin. Der arme Kerl. Ob ich ihn schon überfordert hab? Dabei wollt ich mich doch nur an der Aktion beteiligen, mitmachen und einbringen.

Auch schräg, diese Unruhe und Unsicherheit bewirkt bei mir Frust und Unlust. D.h. sie überträgt sich ohne dass ich den Menschen persönlich kenne...

Ich bin erwartungsfrei. Mal schauen, ob er sich noch meldet und ob und was noch draus wird. :)

Dienstag: Noch nix gekommen. Die Stadt macht erst am 04.05. wieder auf. Etz komm ich mir etwas veralbert vor...
Auch weil das Ergebnis der Nähaktion schon an die Mittelschule übergeben worden ist. Stand in der Samstagszeitung. Hab ich erst gestern gesehen. Brauchen die jetzt noch was? Oder nicht? Ich bin verwirrt.

Ich hab jetzt einen neuen Physiotherapeuten und eine neue Praxis und war heut zum ersten mal da. Vormittags, weil nachmittags derzeit noch keine Termine frei sind. Ich war sehr aufgeregt und hibbelig.

Was mir schon gefallen hat, war der Hund, der entspannt vor der Praxistür lümmelte und schlief und sich auch genüsslich ab und zu geräkelt hat. Wenn der Hund entspannt ist, dann sind die Leut das auch.

Wie der Herr so as Gscherr.
Und so isses auch. :)

In der Praxis wo ich vorher war, hat die Inhaberin auch seit kurzem einen Hund aber der ist alles andere als ruhig. Wie die Besitzerin.

Erst war ich etwas erschrocken weil der Therapeut mit einem grünen OP-Kittel herumgelaufen ist. Das weckt meinen Fluchtinstinkt vor Krankenhäusern. Mit denen hab ich es nicht so... Aber der ist echt okay.
Der kann mit den Händen sehen. Und das hab ich ihm auch gesagt.

Ich hab halt solange mit den Beinen geschaukelt und mit den Händen gefuchtelt.

Das erste mal Physio mit Maulkorb. Bei meiner Ergo ist das ja schon eine Weile.

Der hat ihm gefallen und er hat zwei Töchter und die lernen grad nähen und da hat er mich gefragt, wo ich die Anleitung herhabe. Das hab ich ihm dann gesagt.

Am Samstag hab ich noch jemanden getroffen, der mir erzählt hat, dass er sich jeden Tag etwas vornimmt, was er verändert. Und das macht er dann auch. Dann lernt er jeden Tag was neues.

Und dann ist da noch meine autistische Bekannte, die wie ein rotes Tuch für mich ist. Und die ich gleichzeitig furchtbar gern habe. Doch ihre Reaktionen und Antworten verwirren mich und lassen mich hilflos zurück. Wenn ich eine Frage habe, dann bekomme ich so Wischiwaschi-Antworten anstatt einem konkreten Beispiel. Ich weiss nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Es bringt mich zur Verzweiflung. Sie kann sich nix merken. Das kann ich nachvollziehen. Geht mir ja auch so.

Ich frage sie, wie sie sich in einer Situation verhält. Was sie da konkret macht, bzw. damit umgeht. Konkret hab ich sie danach gefragt, wie sie mit Kritik umgeht. Mir macht das ja immer noch was aus.

Ihre Antwort:"Ich kann das nur allgemein beurteilen. Ich arbeite ständig daran, versuche niemanden zu verurteilen und mich nicht von Umständen und Personen abhängig zu machen. Also z.B. dass mein Glück nicht davon abhängt, dass ein bestimmter Umstand eintreten muss, oder, dass sich eine Person so verhalten muss, wie ich das meine."

Ich retoure: "Damit kann ich nix anfangen. Was machst Du den konkret? Gib mir doch bitte mal ein konkretes Beispiel."

Ihre Antwort:"Leider kann ich Dir nicht genau beschreiben, wie ich das mit der Kritik mache, da ich solche Dinge nicht in Worte fassen kann und ich es mir auch nicht merken kann. Da kann ich Dir leider nicht weiterhelfen. Aber eigentlich, weißt Du ja alles und musst es nur noch anwenden. "

Die Antwort macht mich wüten. Warum?

Ich schreib zurück:"nein, weiss ich nicht. Denn Wissen ist noch lange nicht Können. Können lernt man nur am Beispiel von anderen.
Und erst wenn man es kann, dann hat man es auch gelernt.
Das ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.
Und genau das "Wie wende ich das an?" ist mein Problem und da brauch ich jemanden von dem ich aus der Praxis lernen kann.
Das hiesse dann , dass ich von Dir leider nichts lernen kann.
Das kann ich gar nicht glauben.
Denn wenn ich von jemandem nichts lernen kann, dann hab ich auch keine Austauschbasis...
Das wäre sehr traurig...
Ist das so? Ich bin verwirrt. Und schon wieder ein wenig wütend. "

Als mir klar wird, warum ich wütend geworden bin, schreib ich ihr:
"jetzt weiss ich warum ich wütend bin.
Weil ich Dich um Hilfe gebeten habe. Und eine Floskel , die ich als Zurückweisung empfinde zurückbekommen habe.
Hm....
Und jetzt?"

Gibt es wirklich Menschen, die kein Praxiswissen haben? Von denen man nicht lernen kann?
Weil sie alles nur theoretisch wissen?
Und wie sieht es in diesen Menschen aus? Leer? Sind die lebendig? Oder innerlich schon tot? Waren die je am leben? Wissen sie wie das ist und sich anfühlt?

Ich bin voller Ideen, voller Fragen und ständig auf der Suche nach Antworten und Menschen oder Büchern (die ja von Menschen geschrieben werden und somit wieder in Kategorie I fallen), von denen ich lernen kann. So dass ich mir meine Fragen dann selber beantworten kann...

Andererseits, wenn die Amygala im Amoklauf ist und man sich nichts merken kann, dann kann man einerseits nichts lernen, weil man sich auch nix merken kann.. Und wenn man nichts lernen und sich nichts merken kann, dann hat man auch nichts im Austausch mit anderen zu bieten. Und damit ist man dann für andere Menschen nicht interessant, weil ein jeder gern von anderen lernt.

Ich glaube, dass eine Beziehung nur durch einen Austausch von Wissen und Praxiserfahrung, durch ein ausgeglichenes Geben und Nehmen wachsen kann. Denn dann wächst jeder. Weil jeder vom anderen lernt.

Wenn nur einer lernt, dann entwickelt sich nur der eine weiter und irgendwann ist der andere dann für den Partner nicht mehr interessant. Auch wenn die Interessen im Laufe des Lebens wechseln, wechseln dann deswegen die Bekanntenkreise. So ist das zumindest bei mir.

Und nachdem ich jetzt in einer Arbeitsgruppe mit einer jungen Kollegin aus einem anderen Bereich bin, das sich mit dem Thema Talentförderung (nein, es geht nicht um den singenden Superstar, sondern Fähigkeiten und Fertigkeiten im Arbeitsleben) und dem Halten von solchen Talenten in der Firma befasst, bin, habe ich diese Woche gelernt, dass es nicht nur mir so geht!

Auch der jungen Kollegin geht es so. Sie wurde erst in steiler Lernkurve angelernt und jetzt ist sie enttäuscht, dass sie sich nicht weiterentwickeln kann. Nur noch tägliche Routinen abarbeiten soll.

Auch einen Kollegen, der noch nicht lange bei uns ist, habe ich gefragt, was ihm wichtig ist.
Lernen von und mit den Kollegen, Weiterentwicklung, Spass an der Arbeit und was bewirken.

Das ist auch das, was mich antreibt.

Und meinen älteren Kollegen, der schon lange jammert, dass er schon zu lange ein und dieselbe Arbeit macht, geht es auch so. Er sagt auch, dass er gerne mal was anderes und neues machen würde. Aber er steckt fest. Er möchte auch raus aus der Routine.

Dann geht es doch den Menschen gar nicht so sehr ums Geld. Eine faire Bezahlung ist natürlich wichtig. Aber sie ist nicht alles!
Viel wichtiger ist, Sinn, Spass , Endorphine und Dopamin und Oxytocin (also eine Ladung Glücks- und Geselligkeitshormone). Denn die senken auch das Stresslevel.
Wow!
Dann bin ich ja gar nicht so exotisch! Dann ist das, das was alle möchten und sich wünschen und brauchen. Warum machen wir es dann nicht einfach alle? Und gehen den Themen auf Arbeit nach, die uns interessieren? Keine Zeit? Wenn Ihr Euch die Zeit nie nehmt, dann werdet Ihr sie auch nie haben! Und dann werded Ihr auch nie dorthin kommen, wo Ihr hinwollt. An die Themen, die Euch interessieren und Spass machen.

Dann werdet Ihr weiterhin Arbeiten erledigen, die Euch frustrieren und Energie kosten. Denn Arbeit die Spass macht und einen interessiert (wie die Arbeit mit der jungen Kollegin) macht Spass! Und gibt Energie!!! Genau wie gesundes Essen Energie gibt (ich vermute das alles wirkt sich auf unser Stresssystem und die Hormone aus), geben auch Menschen, die man interessant findet und von denen man lernen kann und Arbeit, die einen interessiert Energie!!!

Und genau dieses Energie (wenn alles passt) gibt uns ein heilsames (Betriebs-) Klima. Rundum. Da will ich hin! Denn durch die Antistresswirkung dieses Klimas, werden auch Schmerzen gelindert. Ich war am Montag nach der Besprechung mit der Kollegin "high" vor Energie! Vor Elan. Weil es Spass macht!

Mir ist doch neulich die ältere Frau mit den Nordic WAlking Stöcken begegnet. Sie sagte, sie macht nur noch das, was sie gern macht. Alles andere gibt sie an andere ab.
Warum machen wir das erst mit 80? Warum nicht gleich?
Ich arbeite daran. Wie schaut's mit Euch aus?
Denn das ist der Weg zur Reslienz und zur Zufriedenheit. Einfach machen.

Bei meiner Firma haben sie die Gehaltsabrechnung auf ein neues System umgestellt. Das neue System hat mein Gehalt um 50 Euro gekürzt. Das werd ich morgen reklamieren. War sicher ein Versehen. Das scheint der Stand vor der letzten Gehaltserhöhung zu sein. Mal sehen wie agil das Problem behoben wird. Wieder ein Experiment. Je inagiler, desto mehr Achtsamkeit und Geduld kann ich lernen. Alles eine Frage der Perspektive.

Man muss sowas auch in Relation zu der Realität sehen: ich darf ich im Homeoffice arbeiten und bekomme ein Gehalt. Andere sind arbeitslos oder in Kurzarbeit.

Warum soll ich da meine Amygdala stressen? Mir geht es doch gut. Ich hab zu Essen, ein Dach über dem Kopf, zu trinken, Menschen, die ich mag um mich rum und Kontakt zu Bekannten und Kollegen. Eine Arbeit, die mir Spass macht, meine Hobbies und meine Physio - und Ergotherapie bekomme ich auch. Ich hab doch alles, was ich brauch. Und an das CRPS hab ich mich gewöhnt und damit arrangiert. Ich bin schwierige Situationen gewöhnt. Ich glaub, ich mag sie sogar. Ich mag Herausforderungen. Ich glaub, ich such sie sogar... Interessant. Das hätte ich gar nicht gedacht. Weil es mir Spass macht. Weil es mich reizt...

So jetzt ist mir doch noch was für meine autistische Bekannte eingefallen... Mein Analyseergebnis ...
"also wenn ich es richtig verstehe, dann kannst Du derzeit nix lernen (damit meine ich Praxiserfahrung, nicht theoretisches Wissen(das hast Du ja)), weil Deine Amygdala so auf 180 ist. Solange Du nix lernen kannst, bist Du auch für andere nicht interessant, weil sie von Dir ja nix lernen können (auch hier rede ich von der Praxis). Damit es also für Dich klappt, müßtest Du versuchen Deine Amygdala und Dein Nervensystem soweit zu beruhigen, herunterzufahren, dass Du praktisch etwas lernen kannst. Dann wirst Du auch praktischerweise durch das neu erworbene Praxiswissen wiederum für andere interessant.

Das eine bedingt das andere...
Kannst Du mir folgen?
Das ist nicht bös gemeint. Das ist lediglich eine sachliche logische Analyse Deiner Situation.
Wie die da rauskommst, weiss ich nicht.
Denn genau das musst Du ja praktisch lernen durch Ausprobieren und Experimentieren.
Ich hab Dich gern.
Jetzt hab ich zwar nicht von Dir aber durch Dich etwas gelernt.
Denn mir war diese gegenseitige Abhängigkeit nicht klar.
Das ist ganz schön verflixt.... "

Da gibt es wohl noch mehr Menschen, die so sind wie meine Bekannte... Ich hoffe, sie finden eine Lösung für ihr Problem. Das finden sie nur durch selberausprobieren. Das weiss ich aus Erfahrung. Nur damit tut man sich in dem Modus halt schwer. Doch da wir Menschen ja zum Problemlösen geboren sind, sollte das jeder Mensch, wenn er sich auf den Weg macht, auch hinbekommen. Der Weg ist das Ziel. Und der Weg ist ein wunderschönes Abenteuer. Und je mehr man dazulernt, desto mehr beruhigt sich das Nervensystem, weil ja jedesmal Anti-Stress-Hormone beim Lernerfolg ausgeschüttet werden.

Das hiesse auch, dass eine resiliente Firma aus lernfreudigen Mitarbeitern bestehen sollte. Denn die sind gesund, weil sie ihren physiologischen Stress durch das Lernen voneinander und durch das Lernen von Dingen, die sie interessieren durch das praktische Ausprobieren, regulieren. D.h. je mehr Spass die Arbeit macht, desto mehr Energie sie gibt, desto gesünder die Menschen, die dort arbeiten und desto gesünder und agiler und flexibler ist das Unternehmen.

Wie in der Natur: je gesünder die einzelne Zelle, desto gesünder und agiler, flexibler und damit resilienter der gesamte Organismus.
Saucool!

Denn mehr Anti-Stress-Hormone bewirken auch wieder eine Stärkung des Immunsystems. Und das kann man nicht nur in Zeiten von Corona gut gebrauchen. Voila. Quod erat demonstandum. Was zu beweisen war.

Is ja alles ganz einfach, wenn man weiss wie es geht.

Meiner autistischen Bekannten hab ich nun folgendes noch geschrieben (ich bin ja sehr hartnäckig dank meiner Amygdala).
"Und praktischerweise wirst Du durch jeden neuen praktischen Lernerfolg auch Antistresshormone ausschütten.
D.h. mit jedem Lernerfolg wird Dein Nervensystem und Deine Amygdala auch immer weiter runtergefahren.
Das geht nicht von heut auf morgen. Das kann ich Dir aus der Erfahrung der letzten 6 Jahre sagen.
Du musst halt einfach mal damit anfangen.
Auch wenn es am Anfang nicht alles klappt.
Dann den Blick auf das positive wenden: Du hast es versucht!
Und damit boostest Du dann deine Anti-Stress-Hormone.
Beides in Kombination eingenommen, wirkt dann den Stresshormonen entgegen und macht Dich gesünder und lernfähiger.
Langfristig.

Du brauchst Disziplin und Zähigkeit. Immer wieder probieren. Nicht aufgeben.
WEnn Du mir von Deinen Versuchen erzählst, kann ich Dir vielleicht dabei helfen, die positive Sichtweise auf den Versuch zu finden.
Das, was Du daraus gelernt hast!
Denn Du lernst aus Misserfolgen! Und zwar nur durch Misserfolge lernst Du wie es geht!
Also fang einfach an.
Du machst das schon.
Du kannst ja nicht verlieren. Entweder schaffst Du es oder Du lernst.

Schon witzig neulich hab ich jemandem eine Postkarte mit diesem Spruch drauf geschickt. Jetzt versteh ich, was damit gemeint ist. Bzw. hab ich es jetzt erfahren. Es hat jetzt klick gemacht. Also ist grad der praktische Lernerfolg eingetreten.

Achso... dann ist es ja ganz egal, ob etwas klappt oder nicht. Wichtig ist nur dass man die Sicht auf den Lernerfolg, das positive richtet. Dann werden auch im Nicht-Erfolgsfall Glückshormone ausgeschüttet. Deswegen macht eine positive Sichtweise auf die Dinge (also andere Blickwinkel, nicht die rosarote Brille!) gesünder. Weil es eine Anti-Stress-Hormonale Wirkung hat!

Apropos Sicht... Ich hab an meinen Oberschenkeln ja so komische offene kleine Wundstellen gesichtet. eine Ur-Oma von mir hatte mal ein offenes Bein. Zum Arzt mag ich nicht. Die hamm immer so wenig Zeit und sind so im Stress und ausserdem mach ich sie mit meiner chronischen Erkrankung ja noch hilfloser und füge ihnen noch weiteren Stress zu. Ich bin also eine Gesundheitsgefahr für sie. Das möchte ich ihnen nicht antun, sie hamm es ja schon mit den ganzen bürokratischen Regelungen nicht leicht.

Deswegen bin ich heut zum Apotheker. Der hat Zeit und kennt sich aus. Der hat mir Mirfulan (Lebertransalbe) empfohlen und verkauft. Die soll ich 2x am Tag draufschmieren. Sie brennt nicht. Ist so eine schmierige weisse Wund - und Heilsalbe. Stinkt auch nicht. Mal sehen, ob es weggeht.

Anfangs bin ich ganz erschrocken als ich das gesehen hab und mein Panikmodus ist mal wieder angesprungen. Die Bilder in meinem Kopf wie das weitergehen könnte (negativ) überstürzten sich. Dann konnte ich das wahrnehmen, dass ich im Panikmodus bin und konnte Gegenmassnahmen ergreifen.

Denn wenn ich den Panikmodus (Befürchtungsmodus) weiterlaufen lasse, dann wird es sich auch verschlechtern. Das nennt man auch eine Selbsterfüllende Prophezeiung (selffullfilling prophecy).

Warum? Na, weil meine Amygdala mit dieser Denke Stresshomrone en Masse produziert. Und die schwächen das Immunsystem. Und so nimmt die Wundheilung ab bzw. die Wundheilungsstörung zu. Weil Stress die Wundheilung stört. Je mehr Stress, desto größer die Störung.

Und aus der Nummer will ich ja wieder raus. Drin war ich schon. Das reicht mir erstmal.

Wie macht man das? Indem man den Vagusnerv aktiviert z.B. mit Meditation oder Entspannungsübungen oder indem man Dinge tut, die einem Spass machen! Neues lernt und ausprobiert! Sich konzentriert (der präfronterale Kortex beruhigt die Amygdala), singt, tanzt, sportelt (Bewegung wirkt den Stresshormonen entgegen)..., Achtsamkeit (dass man rechtzeitig merkt, wenn man in alte Denkmuster verfällt)... indem man den Blick auf den positiven Aspekt richtet.

Ach ist das dann der Placebo-Effekt? Ich sehe das gute, bleibe positiv, glaube, dass es wieder wird, dass ich wieder gesund werde. Dann werden Anti-Stress-Hormone ausgeschüttet und damit das Immunsystem gestärkt und die Amygdala und das autonome Nervensystem beruhigt. Und dann heilt man .. so langsam...
Doch das wäre logisch, dass das so funktioniert. Cool! Unsere Gedanken steuern also unseren Hormonhaushalt und wirken sich so auf unsere Gesundheit und auf unser Umfeld aus. Denn Hormone steuern, ob wir entspannt oder angespannt sind. Und genau das kann ich fühlen und wahrnehmen.
Alles eine Frage ein der Wahrnehmung und Perspektive :)

Ich kann Euch noch ein praktisches Beispiel geben bzw. sogar zwei.
Also meine Mama war ja letztes Jahr im Krankenhaus. Der Pflege, den sie nett und symphatisch fand, hatte kein Problem beim Blutabnehmen.
Dann kam der Stationsarzt und der war ihr von anfang an unsymphatisch. Sie konnte nicht sagen, warum. Ich denke mal, das lag daran, dass der Arzt selbst angespannt war. Vielleicht nimmt er nicht gerne Blut ab und es graust ihn davor. Auf jeden Fall kam es dann auch so, dass der Arzt keine Vene fand. Entweder hat sich die Anspannung meiner Mama auf den Arzt ausgewirkt oder umgekehrt oder beidseitig. Wer ist nun die Henne und wer das Ei?

Zweites Beispiel auch meine Mama und der Demenztest. Sie geht ja wie ich auch ungern zum Arzt. Also sind da schon von Vornherein die Stresshormone und die Anspannung im Spiel. Kommt nun noch etwas unerwartetes dazu, wie dass sie sich von der Sprechstundenhilfe mit einem Demenztest überfahren fühlt, dann ist da noch mehr Stress. Entsprechend aggressiv wird sie reagieren.

Sicher hat sich da die Anspannung der Sprechstundenhilfe (Stress der vollen Praxis) auf meine Mama übertragen. Aber auch umgekehrt. So schaukelt es sich hoch. Und es kommt zu dysfunktionaler Kommunikation.

Wäre meine Mama dort entspannt reingegangen (was ich leider selber nicht kann), hätte sie vielleicht einfach sagen können: Das ist lieb, dass Sie sich Sorgen machen, aber ein Demenztest ist nicht nötig. Dann hätte die Sprechstundenhelferin sicher anders reagiert.
Das ist halt die Krux. Jede Anspannung in uns, wirkt sich auf unser Umfeld und dieses wiederum auf uns aus. Was wir aussenden, das bekommen wir auch zurück. Physiologisch, neurologisch, psychologisch und biologisch vollkommen logisch.

Was mich betrifft: Meine Mission ist mein Nervensystem und meine Amygdala weiter runterzufahren. Ich arbeite daran! :)
Im Endeffekt ist das die lebenslange Aufgabe jedes Organismus um lebendig und damit am leben zu bleiben.
Drum macht lernen Spass! Anti-Stress-Hormone! Yippie!

Cool! Dann kann man Falten und den Alterungsprozess durch Lernen aufhalten, weil das jung hält, weil es Anti-Stressorisch und Immunsystemstärkend wirkt. Hirn und Gstell. Und lernen kostet auch noch viel weniger als ein Besuch beim plastischen Chirurgen. Und gesünder als jede Botox-Spritze ist es auch. Und rezeptfrei ist es auch noch. Sogar für Arztmuffel wie mich ist das was :)
Also worauf wartet Ihr?

Mittwoch: LEBERTRAN
Was ist denn Lebertran? Ach das ist Fischöl. Aus der Leber von Schellfisch und Kabeljau. Anscheinend hilft's. Die Stellen sind schon heller geworden und kaum noch offen. Das ist doch schön.

RESILIENZ
Heut mit einem Kollegen telefoniert und ihn gefragt, warum mir denn keiner mehr eine einfache Antwort geben kann. Er meinte, weil alles immer komplizierter wird anstatt das man es wieder einfacher macht. Komplizierter macht man es meiner Erfahrung nach, wenn man unsicher ist. Weil man dann alles 100 prozentig richtig machen will. Und dann passiert eins: man macht es viel komplizierter als es ist. Und macht sich und anderen unabsichtlich das Leben schwer.

Ein agiles, flexibles und resilientes Unternehmen braucht also einfache Prozesse. Denn nur wenn sie einfach sind, bleibt es handlungsfähig. Aonsten verstrickt man sich mit sich selbst und macht sich handlungsunfäig und ist am Ende nur noch mit sich selbst beschäftigt. Ich stell mir da immer ein Wollknäuel vor, in das sich die Mitarbeiter heillos verwickelt haben. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ich krieg das ja in meinem Panikmodus auch immer wieder hin, dass ich die Dinge dann versehentlich so kompliziert mache, dass ich Mühe hab, das ganze wieder hinzubekommen und aufzulösen. Stresshormone sind dabei im Spiel.

NACHGEDACHT
Hmm.... ob das mit der weiblichen Hirnhälfte (Kreativität, soziale Intelligenz) und der männlichen (analytisches Denken und Logik) wirklich so geschlechtspezifisch trennen läßt? Ich halte Geschlechterrollen ja eh für eine unsinnige Erfindung, weil ich nix damit anfangen kann.

Was ist wenn die eine die Entspannung widerspiegelt (Kreativität, soziale Intelligenz) und die andere die Anspannung (analytisches Denken und Logik) ist? Ersteres wird im entspannt(er)en Zustand und Hormone wie Endorphine, Oxytocin ... aktiv und das zweite durch Stresshormone wie Cortisol, Testostron, Adrenalin, Noradrenalin...

Dann würden beide Gehirnhälften auch die beiden Wölfe repräsentieren. Und wenn es bei den beiden darum geht, eine Kohärenz zu schaffen, dann gilt das erstens für den inneren Hormoncocktail und der hat dann in der Folge auch Auswirkungen darauf, welche Fähigkeiten uns zur Verfügung stehen.

Sind wir ausgeglichen, könnten wir beide Anteile Kreativität, soziale und emotionale Intelligenz und analytisches Denken und Logik gleichzeitig nutzen. Wäre das nicht die absolute Potentialentfaltung? Beide Hirnanteile bestmöglich durch eine ausgeglichene Balance der Stress- und Kuschelhormen zu nutzen?

KOLLEGENWOHL
Mein Kollege hat auch einen "lahmen Flügel". Und damit kann er sich schlecht einen Mundschutz basteln. Bzw. inzwischen hat er schon ein Taschentuch, einen Socken zur Maske umfunktioniert. Die Socken hat er vorher gewaschen. Ich weiss das, weil ich ihn gefragthabe.

Aber das ist ja auch ned so doll. Jetzt hab ich ihn heut gefragt, ob er einen von mir haben möchte. Ich hab noch zwei hier rumliegen. Das Angebot hat er gern angenommen. Und mit den Gummis tut er sich leichter mit einer Hand als mit den Dingern zum Binden. Ich hab's vorhin zusammengepackt und in den Briefkasten gesteckt.

WETTERFUEHLIG
Mei bin ich allaweil fertig! Mich könnder wechschmaassen.
Ade! Blebd schee!

Donnerstag:
FORTBILDUNG: DIGITAL LEADERSHIP BEI DER VHB
Da war jetzt gestern auch die Rede von einem fixed mindset: starr, was ja dem Anspannugnsmodus mit seinen Stresshormonen physiologisch entsprechen dürfte und einem growth mindset, flexibel, zuversichtlic und neugierig ist. Das dürfte dann dem Entspannungsmodus entsprechen, bzw. einem ausgewogenem Gleichgewicht.

PHYSIO
Lustig wir hatten es doch vom schwarz-weiss gefleckten Wolf als das Bild von der physiologischen und psychologischen Koherenz (Gleichgewicht). Der Hund in der Physiotherapie ist schwarz-weiss. Das kann doch alles kein Zufall sein :)

Auf dem Heimweg hörte ich einen Hund schreien. Der lag auf der Strasse und sein Frauchen kam angerannt. Der war in ein Auto gelaufen.
Das Auto hat weiter vorne angehalten, der Fahrer steigt aus und redet mit der Frau, die den Hund im Arm hält. Sie gucken auf sein Handy, suchen wohl die nächste Tierarztpraxis und steigen ein und fahren los. Sie kommen nicht weit. Als er zum Abbiegen den Blinker setzt, bleibt das Auto blinkend stehen. Es ist zu spät.

Es dauert noch bis die Frau mit dem Hund im Arm aussteigt. Schlaff und leblos, weil die Totenstarre noch nicht eingesetzt hat. Tränenüberströmt kommt sie mir entgegen.

Mir laufen die Tränen auch über das Gesicht. Ich weiss nicht warum. Ich kann nicht anders - Corona hun oder her - ich muss sie umarmen und fest drücken. Diese Umarmung senkt den Stresslevel und wirkt Corona entgegen. So hab ich das auch neulich bei einer Pflegerin im Pflegeheim im Fernsehen gesehen. Sie hat auch gesagt, manchmal geht es einfach nicht anders. Und so ist das hier auch.
Sie fragt mich, ob ich gesehen habe, was passiert ist. Sie sagt der Fahrer konnte nix dafür. Ihr Hund hat den Hund auf der anderen Seite begrüssen wollen und ist losgerannt... Dann sagt sie: Danke.

Das ist komisch: Schmerz und Liebe ist das dasselbe? Es gehört zusammen. Zumindest wohnt das Gefühl in der Brust. Da spür ich es zumindest. Ist das Schmerz? Ist das Ihr Schmerz oder der des Hundes? Ist es einfach die Trauer? Ich weiss es nicht. Ich weiss nur eins: Ich hab das richtige getan. Ich hätte gar nicht anders gekonnt.

Vielleicht kann ich es nur nachvollziehen, weil wir auch schon 3 Hunde hatten. Es war jedes mal schwer, wenn einer gestorben ist. Mit Pragmatismus , Grab im Garten ausheben und beerdigen haben wir das hinbekommen. Man kann was tun und durchbricht die Hilflosigkeit und die Erstarrung der Trauer und des Schmerzes. Und dann haben wir uns lustige Geschichten von dem Verstorbenen erzählt und viel gelacht. Das war bei der Beerdigung von meinem Papa auch so.

Ich finde es viel schöner, wenn man das so macht: lacht anstatt zu weinen.
Meine Ergo meint: Lachen ist die Vorstufe von Schmerz. Das weiss ich nicht.

Ich weiss: Lachen hilft die Trauer und den Schmerz zu überwinden. Physiologisch ist das logisch, weil Lachen Glückshormone ausschüttet und so den Stresshormonen und der Amygdala entegenwirkt.

Wenn ich mal sterbe, dann wünsch ich mir auch, dass die Menschen sich lustige Geschichten über mich erzählen und viel lachen. Damit sie schnell wieder "gesund" werden. Denn es reicht ja schon, wenn ich zu Lebzeiten eine Gesundheitsgefahr gewesen bin.

Ich brauche auch keinen Ort zum Trauern. Denn man lebt ja in den Erinnerungen der Menschen, die an einen denken, weiter. Das ist doch schön.

Ausserdem verschwindet ja nichts. Es verwandelt sich nur. Im Wäldchen bei Etzelskirchen liegt eine tote Feldmaus. Erst kommen die Fliegen, dann die Maden und sonstiges Getier und tut sich gütlich. Bis nur noch die Knochen und das Fell übrig sind. D.h. aus dem Tod entspringt neues Leben. Die Energie verwandelt sich. Sie verschwindet nicht. Und dann frisst wieder ein Vogel die Made oder die Fliege oder füttert seine Jungen damit. Der Kreislauf des Lebens.

Es gibt sogar Kulturen, wo der Tod gefeiert wird und dafür eine Geburt betrauert wird. Denn bei der Geburt hat der Mensch noch die ganze Mühsal und die Aufgaben seines Lebens vor sich. Bei der Beerdigung ist er davon erlöst und das wird dann gefeiert.
Seht Ihr? Auch wieder alles eine Frage der Perspektive.

Ui! Im Amtsblatt sind heut drei Comics von mir :)
Und auf der Corona-Künstlerseite der Stadt ist auch ein Comic von mir und ein Link zu toonsup.com.

Und ein Dankesschreiben von der Stadt für die Corona-Spende hab ich auch bekommen. Wertschätzung. Soviel davon!

Mein Nachzügler hat seinen Mundschutz bekommen und freut sich. Er passt. Ich freu mich auch.

Ich wünsche Euch einen schönen 1. Mai und ein schönes Wochenende!

Freitag: Das unruhige Wetter wirkt sich auf meinen physiologischen Anspanungszustand aus. Die Unruhe überträgt sich auf mich mit Stresshormonen. Interessant. Faszinierend.

Ich merke es daran, dass ich mehr Muskelanspannung in mir spüre und damit auch unbeweglicher bin. Mir Entspannungsübungen wieder schwerer fallen, mein Humor eher unterirdisch, also wortwörtlicher und galgenhumoriger ist.

Ich merke es daran, dass ich weniger offen für andere Sichtweisen bin. z.B. hab ich meine Corona-Notfall-Physiotherapie diese Woche nur vormittags bekommen können. Ab nächster Woche ist es wieder nachmittags.

Nun war die Frage, darf ich das ausnahmsweise wie einen Arztbesuch in meine Zeiterfassung eintragen oder muss ich das als Freizeit rechnen und von meiner Gleitzeit abziehen?

Ich habe im Sekretariat nachgefragt. Und die Sekretärin hat bei der Personalabteilung per Mail nachgefragt. Telefonisch ist bei uns leider keiner bei der Personalabteilung erreichbar. Kurze Wege fallen also weg. Nach zwei Tagen kam die Rückmeldung, dass man sich erkundigt und das ganze klärt. Und dann hab ich nix mehr gehört.

Ich muss aber die Zeit ja eintragen. Meine Amygala möchte das unbedingt jetzt wissen! Sie kann nicht länger warten! Und dann fiel mir ein, warum frag ich nicht einfach meinen Chef? Hab ich getan und da kam einfach die Antwort ist in Ordnung. Kurze Wege, klare Entscheidungen. Das ist agil.

Allerdings war ich mit meinem Denken vorher noch in der starren Denkrichtung dass es da klare Regeln gibt (wobei ich auf Bürokratie ja allergisch bin). schon seltsam: reagieren die Stresshormone dann wünscht man sich klare Regeln. Allerdings ist man dann die Ausnahme der Regel (weil die Regel ja für den entspannten Zustand definiert wird) und sie nützen einem nix! Des is fei a ned grod as gsündeste.
Starres Denken reflektiert meinen starren physiologischen Zustand und spiegelt daher die Stresshormone.

Früher hätt ich 100 x nachgefragt (zig mails geschrieben) und wäre total frustriert und ärgerlich gewesen. Und der Gegenpart ebenso. Ich weil das so lange dauert. Der Gegenpart, weil ich ihn mit Arbeit überhäufe und mit meiner Unruhe und mit meinem Misstrauen wahnsinnig mache. Anstatt dass mir selbst eine Abkürzung oder Alternative eingefallen wäre. Ihr seht also, ich mache auch im starren Zustand Fortschritte. Durch die Übung. Mir wird sowas bewusster.

Und Ihr seht, dass man selbst immer Alternativen hat! Auch in einer starren Organisation, die in Unsicherheit und Überbürokratisierung gefangen scheint, kann man flexibel agieren. Das geht aber nur, wenn man selbst offen und halbwegs entspannt bleibt! D.h. es liegt an der eigenen Einstellung und daran wie man sich selbst um seine eigenen Stresshormone und die Stressoren kümmert. Hier kommt wieder die eigene Resilienz ins Spiel.

D.h. je resilienter der Einzelne ist, desto resilienter kann er auch in einem starren Umfeld reagieren. Und schafft somit um sich herum ebenfalls eine Auflösung der Erstarrung. Denn wer ruhig bleibt, der wirkt auch beruhigend auf sein Umfeld. Faszinierend! Physiologisch und biologisch aber vollkommen logisch.

Ich bin mir also derzeit meiner starreren Denkweise, meiner höheren Vergesslichkeit bewusst. Das ist auch schon ein Fortschritt. Ich muss über mich schmunzeln. Ich finde mich inzwischen ganz putzig. Und da andere Menschen dieselben Eigenschaften und Eigenarten zeigen, finde ich sie auch immer liebenswerter und putziger. Ich arbeite daran.

Im Seminar der vhb zu digital transformational leadership wird als Kernkompetenz agiler, flexibler und resilienter Unternehmensführung und das gilt ja auch für die Resilienz des einzelnen Menschen, Empathie, soziale Intelligenz, also dass man generell: Menschen mag, als Grundvoraussetzung genannt. Und dann ist man an langfristigen Zielen und Visionen interessiert, die die Interessen der Mitarbeiter und deren Gefühle miteinbeziehen. Und wo jedem Mitarbeiter sein Anteil klar ist. Also jeder weiss, wie er sich einbringen kann. Und das Ziel und die Werte des Unternehmens spiegeln sich auch in den Zielen und Werten der Mitarbeiter. Spannend! Physiologisch vollkommen logisch.

Im Endeffekt kann man es wohl so zusammenfassen: ein resilientes Unternehmen hat ein klares Ziel, das es auch verständlich auf die Mitarbeiter herunterbrechen kann und das auch die Interessen der Mitarbeiter (intrinsische Motivation) miteinbezieht. D.h. alle wollen dasselbe. Dieselben Werte, dieselben Ziele. Unternehmen und Mitarbeiter machen sich zusammen auf zu einem kollektiven Lernprozess um das Ziel zu erreichen! Und das gelingt, wenn jeder Mitarbeiter sein Potential entfalten kann. Denn dann kann es auch das Unternehmen. Cool! D.h. jedes Unternehmen, jede Gemeinschaft von Menschen lebt davon sich weiterzuentwickeln, sowohl als Gemeinwesen als auch einzeln, das geht nur zusammen, durch das praktische Lernen! Genau da will ich hin!

Diese Erkenntnis spiegelt auch die Mail an Melitta, wo ich nach dem Geheimnis der Resilienz der Melitta-Group gefragt habe. Ich habe eine nette, ehrliche , authentische Antwort innerhalb von wenigen Tagen bekommen.

Ich glaube, auch daran kann man resiliente Unternehmen erkennen. Sie antworten auf Mails oder Beschwerden empathisch , mit Mitgefühl und nicht mit Aggression oder gar nicht.

Beim VGN hab ich eher die Variante Aggression gespürt, wenn ich mich darüber beschwerte, dass ein Bus ausgefallen ist. Hier wurde kein Mitgefühl dafür aufgebracht, dass ich eine Stunde lang auf den nächsten Bus warten musste, obwohl ich 180 Euro im Monat für die Fahrkarte zahle.

Stattdessen nahm die Mitarbeiterin meine Beschwerde persönlich und reagierte mit Wut, die ich deutlich spüren konnte. Sie sah mich als Kunden als Feind. D.h. anstatt deeskalierend und empathisch sich in meine Sichtweise einfühlen zu können und mir Verstädnis entgegenzubringen, schob sie die Schuld ihrer verletzten Gefühle (Hilflosigkeit, Wut) auf mich ab. Sie übernahm nicht die Verantwortung für ihre Gefühle und die unerfüllten Bedürfnisse dahinter. Ihre Amygala reagierte auf mich als wär ich der Säbelzahntiger persönlich.

Nun bin ich noch jemand, der nur irritiert ist, weil mich ein solches Verhalten verwirrt und ich Zeit zur Nachverarbeitung brauche, weil mein präfronteraler Kortex dies nicht in Echtzeit verarbeiten kann. So dass ich dann zwar hinterher irgendwann die Situation verstehen und erklären kann, allerdings ist dann der "Zug abgefahren". Welcher Zug? Und wo fährt er hin? Kurzum: Es ist zu spät.

Ebenso erging es mir als ich das Zeitungsabonnement gekündigt habe. Die Chefin, der Austräger rief bei mir mehrmals an (was ich sehr nervig und anstrengend empfand), wollte mich dazu bringen , von der Kündigung zurückzutreten. Was ich nicht einsah, denn ich hatte einfach keine Lust mehr, für ein Abo mit LIeferung zu bezahlen und dann die Zeitung mind. 2 x wöchentlich in der Stadt abholen zu müssen und oftmals dann gar keine mehr zu bekommen. Ich sah nicht ein, dass ich mich jedes mal darüber beschweren sollte, damit es registriert wurde. Sprich warum soll ich noch mehr Arbeit der Firma übernehmen? Das Ziel des Abos ist mir Zeit zu sparen. Nicht mir Zeit und Energie zu kosten.

Ich widerholte sachlich, dass das ein Abos, das nicht funktioniert, mir zu anstrengend ist. Sie dagegen warf mir vor, dass ich nicht jedes mal per Mail oder per Internet eine Beschwerde bei Nichtlieferung eingereicht hatte. Sie sah nicht ein, dass mir das zu anstrengend war. Das ist einfach nicht mein Job!

Sie war so von ihren Stresshormonen (evtl. stand ihr Job auf dem Spiel) überwältigt, dass sie zu keiner offenen Diskussion bereit war. Sie sah mich als Feind. Nicht als Kunde.

Am Ende war sie - die ja mich angerufen hatte und davon überzeugen wollte, das Abo weiterlaufen zu lassen - so wütend auf mich, dass sie einfach mitten in meiner sachlichen Argumentation auflegte.

Ich blieb verwirrt zurück.

Wieso ist dieses Telefonat so schiefgelaufen?

Weil die Aboverkäferin so von Stresshormonen gesteuert war, dass sie nur ihren Blickwinkel und Sichweise wahrgenommen hat. Sie hat ihr Misstrauen auf mich übertragen. Bedenkt man dass Vertrauen die Basis jeder erfolgreichen Beziehung ist, erkennt man, wie fatal das ist. Sie war so von der Amygdala gesteuert, dass sie meinen sachlichen Argumenten und der Logik nicht zugänglich war.

Ebenso wie die Dame von der VGN sah ihre Amygdala dank Stresshormonüberflutung ihres Gehirns in mir den Säbelzahntiger und reagierte auf mich mit Flucht. Auflegen ist nix anderes. Sie hat sich der Situation durch Flucht entzogen. Und liess mich verdattert und verwirrt (mit erhöhtem Stresshormonhaushalt , denn ihre Wut übertrug sich auf mich) zurück. Des is fei a ned grod as gsündeste! Denn dadurch befeuerte sie meine chronische Stresserkrankung. Das ist alles andere als kundenfreundlich.

Da sie Feindlichkeit und Hilflosigkeit aussendeten, bekommen sie das von ihren Kunden auch zurück. Sie fühlen sich vermutlich von Deppen umgeben. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Erfolg werden sie mit dieser ich-suche-den-Sündenbock-Taktik nicht haben. Nur unzufriedenen Kunden oder Ex-Kunden. Sie werden eher dazu beitragen, dass die Kunden das Abo kündigen. Und auf ihre Kollegen und ihre Familie werden sie diese Unruhe und Wut auch übertragen. Ein toxisches , giftiges Klima umgibt sie dann überall. Wohin sie auch gehen. Selbst wenn sie die Firma wechseln. Denn solange ihr Verhaltensmuster gleich bleibt, werden sie auch dieselben Reaktionen hervorrufen. Sie werden ihre Wahrnehmung davon, dass die anderen alle Deppen sind, selbst durch das immer wieder selbe Verhaltensmuster bestätigen. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Dabei haben sie es selbst in der Hand bzw. im Hirn diese Situation zum positiven hin aufzulösen. Indem sie ihrer Wut und dem dahinterliegenden Bedürfnis auf den Grund gehen und sich darum kümmern. Verantwortung für sich selbst und ihre Gefühle übernehmen. Und in den Beziehungen zu sagen, was sie brauchen. Und welche Gefühle das Verhalten der anderen bei ihnen auslöst. Dafür muss man allerdings statt wie gewohnt (und im Verhalten einprogrammiert) nicht den Grund im Aussen suchen, sondern im Innen. Und das fällt einem von Stresshormonen überfluteten Organismus sehr schwer.

Wie fängt man das an? Mit dem ersten Schritt. Man fängt einfach damit an. Und versucht es zu leben. Und wenn es nicht funktioniert, dann probiert man es am nächsten Tag wieder und wieder. Es ist ein Lernprozess. Ein ganz natürlicher Umlernprozess. Und mit jedem Tag des Anwendens und Ausprobierens ergeben sich neue Erkenntnisse, Lösungen und wir werden Tag für Tag besser. Das hat die Natur doch wunderbar eingerichtet!

Auch das Problem der Eltern, die über die Probleme der Coronaverursachten Eigenbeschulung klagen, könnte man mit diesem Konzept lösen. Warum lässt man die Kinder nicht das Lernen lernen? Also Dinge recherchieren und ausprobieren, die sie interessieren? Praktisches experimenteiren und lernen mit Begeisterung. Anstatt einem Lehrplan zu folgen, der das Bullemielernen zum Ziel hat? Das Normieren des Lernens. Das in einem Frontalunterricht endet.

Dabei weiss man doch inzwischen aus der Wissenschaft, dass das Prinzip des Frontalunterrichts nicht funktioniert. Eltern sollten das doch "eigentlich" wissen! Praxiswissen ist nicht via Trichter von Person A auf Person B übertragbar! DAs geht NICHT!
Jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen! Und das geht nur durch das Ausprobieren und Anwenden!

Nur Theoriewissen lässt sich durch Frontalunterricht vermitteln. Und da das nicht mit GEfühlen und Hormonen (man lernt über Endorphine und Oxytocine, Dopamin ....) also nur mit Gefühl und mit der Wahrnehmung (Hören, Fühlen, Sehen, Riechen, Spüren, Tasten) bleibt dieses Theorie-"Wissen" nicht hängen.

Es gibt Ausnahmen! Welche sind das? Lehrer, die ihren Stoff in spannende Geschichten verpacken können und so die Begeisterung und intrinsische Motivation und das Interesse der Kinder wecken können! Davon habe ich in meiner Schulzeit nur 2-3 getroffen. Die meisten Lehrer waren frustriert. Sie hatten genug damit zu tun die Klassenrowdies im Griff zu behalten. Und waren mit drei Schülern der über 40-Kinderklasse überfordert. Der Rest der Klasse ging unter.

Na gut ich fiel wohl auf. Weil ich mich zu wenig meldete oder Dinge tat, die die Mehrheit der Menschen verwirrte. Mir ging es ebenso. Mich verwirrten alle anderen und ich war mit dem Umfeld aus Reizflut so überfordert, dass ich mich heute noch darüber wundere, dass ich das alles überlebt habe.

Mir waren auch die Lehrer suspekt, die auf Kumpel machten. Denn diese Art der Freundlichkeit ist meine Amygala nicht gewöhnt. Sie empfindet sie als falsch und unecht. Pappsüss und gekünstelt wie Zuckerwatte. Einfach widerlich und unangenehm. Heute verstehe ich das.

Physiologisch sah ich mich den ganzen Schultag lauter Säbelzahntigern gegenüber. Und die findet man halt nicht nett. Misstrauen ist die Folge. Und verstehen konnte ich dieses Verhalten auch nicht. Denn in meinem physiologischen Modus ist das alles andere als normal. Am Rande des autonomen Nervensystems reagiert man halt nicht entspannt. Weil man es nicht kann!

Kein Wunder, dass Lehrer meinten, ich mach das mit Absicht. Ja, von wegen. Ihr habt gar nicht gesehen wieviel Mühe mich das alles gekostet hat, so zu funktionieren. Ich möchte mal sehen wie entspannt Ihr Euch verhaltet, wenn Ihr den Löwen zum Frass vorgeworfen werdet. Dieser Vergleich ist keineswegs übertrieben! Ihr glaubt gar nicht wie oft ich vor Angst in der Schule fast gestorben bin! Des is fei a ned grod as gsündeste! Und es hat nicht mal jemand gemerkt, geschweige denn meine Mühe gewürdigt.

Stattdessen bin ich von Schülern und Lehrern gemobbt worden, wenn ich beim spontanen Aufrufaktionen starr vor Angst physiologisch und auch im Hirn gelähmt war und die falsche Antwort gab, dann zog so mancher Lehrer über mich her, wie dumm ich sei und was ich auf der Schule zu suchen hätte. Die anderen Kinder lachten mich aus. Dem physiologischen Stress wirkte dies weiter förderlich. Ich zog mich noch mehr zurück wurde immer unsicherer und machte noch mehr Fehler. So funktioniert übrigens auch Eure Amgdala. Bei Euch hat es nur 30 Jahre länger gedauert, bis Ihr mein Level erreicht habt. Willkommen in meiner Welt!

Was hab ich dadurch gelernt? Resilienz. Denn ich bin Krisen gewöhnt. Jede weitere Hürde, die ein Lehrer oder andere Schüler vor mir aufbauten, habe ich bezwungen. Auf kreative Art und Weise. Unkonventionell. Ist ja physiologisch logisch. Da wo andere sich beim Malen mal eine Farbe vom Nachbarn ausleihen, habe ich mit meinem 6-Farben-Malkasten mischen gelernt. Welche Lösung ist nun die bessere?

Meine basiert auf Unabhängigkeit. Eure auf Kooperation. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Ich bin unabhängig, Ihr seid sozial. In einer Umgebung, die immer weniger sozial ist, weil die Nervensysteme immer übererregter reagieren, ist meine Variante im Vorteil. Denn es macht mich resilient, weil ich mir selber helfen kann.

In einer sozialen, empathischen Umgebung eher die Eure. Und? In welcher befindet Ihr Euch?

Das Frontalwissen kann physiologisch nicht mit dem Körper und Hirn verknüpft werden. Man lernt nur aus intrinsischer Motivation. Also das, was einem grad auf den Nägeln brennt. Man möchte die Probleme lösen, mit denen man grad konfrontiert ist. Nur so funktioniert lernen!

Wäre es nicht cool, wenn Kinder die Corona-Freizeit nutzen könnten um das natürliche lernen wieder lernen zu könnnen? Ich fände das toll! Und würde mir das auch sehr wünschen. Denn ich erinnere mich noch an die frsutrierende Schulzeit, wo ich Dinge lernen musste, die mich überhaupt nicht interessiert haben. Weil sie überhaupt keinen praktischen Anknüpfungspunkt für mich in meinem Leben hatten.

Selbst Lehrbücher könnten heute viel spannender und interessanter mit lebendigen Beispielen aus dem echten Leben verknüpft werden. Stattdessen sind viele Lehrbücher immer noch so theoretisch , staubtrocken wie eh und je. Obwohl wir inzwischen wissen, dass unser HIrn so nicht funktioniert!

Agil ist das nicht. Wir lernen von Beispielen aus dem echten Leben! Und nur so! Wie kann ich das theoretische Wissen anwenden? Solange Theorie fern von der Praxis existiert, wird sich in der Praxis nichts ändern und keine Anwendung finden. Weil keiner weiss WIE ES GEHT!

Wie hätte nun die Aboverkäufern reagieren können? Sie hätte wahrnehmen können, dass sie Angst hat und unter Stress steht. Dass sie wütend ist, weil sie z.B. Angst um ihren Job hat.

Dann hätte sie sich um dieses Gefühl kümmern können. Sich sagen, dass das ganze nicht lebensbedrohend ist und sich eine sachliche Strategie überlegen können wie sie damit umgeht. Sie hätte z.B. mit jemandem über das Problem reden können. Sagen, wie es ihr geht. Sich auskotzen. Ausweinen. Das baut Stress ab. Sich Rat holen von jemandem in ihrem Team oder dem Chef.

Dann hätte sie z.B. dem Chef vorschlagen können, dass sie die Situation analysieren will. Herausfinden, aus welchen Gründen die Abonennten kündigen. Also die Menschen einfach fragen. Ihnen zuhören. Sie ernst nehmen. Das ganze zusamemntragen. Das Ergebnis dem Chef präsentieren und auch schon Lösungs-Vorschläge mitliefern. Da könnte sie auch die Kunden fragen, was würden Sie sich denn wünschen?

z.B. könnte ein Gutschein oder eine Gutschrift die Kunden halten. Um sie milde zu stimmen, zu versönen. Und sie damit vielleicht nochmals ein leitztes mal bei der Stange zu halten. Vielleicht so eine Art "Probezeit" einräumen.

In dieser Zeit, die Kunden kontaktieren (nicht bei ihnen die Arbeit abladen... ) und sie fragen, ob sie zufrieden sind oder wieder Probleme auftauchen.

Sprich: die Diskussion (Sachinformationen) vom Kunden konstruktiv nutzen! Offen für Ideen sein. Diskutieren , Lösungen sehen und finden, funktioniert übrigens nur, wenn man entspannt ist. Je entspannter, desto flexibler ist man im Denken.

Denn jedes Nein, ist nicht das Ende der Diskussion sondern erst der Anfang! Das geht aber nur, wenn mindestens ein Nervensytem entspannt ist. Und im professionellen Umfeld, sollte das dann zumindest der Verkäufer , der Kundenbetreuer sein!

Ansonsten überträgt er seine Unruhe und Befürchtungen und Ängste auf den Kunden. Den ganzen Stress. Und dem geht es dann nach einem solchen Telefonat richtig schlecht. Und genau das bleibt ihm in Erinnerung. Denn das hat er jetzt gelernt, dass man ihm die Schuld für nicht funktionierende Prozesse im Unternehmen in die Schuhe schiebt.

Und? Würdet Ihr bei einem solchen Unternehmen als Kunde bleiben, das Euch aufregt, verärgert, Schmerzen und Kummer verurscacht? Euch wütend macht? Euch nicht zuhört? Zu keiner sachlichen Diskussion fähig ist? Ihr erfahrt das Gegenteil von Wertschätzung. Misstrauen, Wut, Ärger! Stress. Und das wirkt sich dann auch auf Eure Stimmung aus.

Seid ihr z.B. chronisch krank wird es Euch nach so einem seltsamen Gespräch auch beschwerdetechnisch schlechter gehen.

Ich finde, Menschen sollten sich bewusst werden, dass sie mit ihrem Verhalten, Auswirkungen auf die Gesundheit auf andere Menschen haben. Besonders im Umgang mit kranken Menschen sollte man sich dessen bewusst sein.

Denn verstärke ich mit einem solchen (unbewussten, und unabsichtlichem) Verhalten, den Stress in meiner Umgebung, z.B. in einem Krankenhaus, dann brauch ich mich nicht über ein giftiges Arbeitsklima mit den Kollegen zu wundern und auch nicht darüber dass meine Patienten nicht gesund werden. Das Gegenteil wird der Fall sein.

Ich hab erlebt (erfahren, praxis), dass dann gern der Patient als Sündenbock herhalten muss. Der kann da gar nichts dafür.

Wenn ich möchte, dass es den Menschen um mich herum gut geht, dann muss ich dafür sorgen, dass es mir gut geht! Und für meine Gefühle und Bedürfnisse Verantwortung übernehmen und mich um sie kümmern. D.h. Selbstfürsorge kommt vor der Fürsorge für andere. Ansonsten landet man dabei sich selbst für andere aufzuopfern. Und versteht nicht, warum die anderen das gar nicht sehen, geschweige denn verstehen. Wie könnten sie auch?

Das ist die Sicht und Wahrnehmung der sich aufopfernden Person und ihre Entscheidung. Redet man mit anderen darüber, dass man sich so fühlt, wird man dann von ihnen erfahren, dass sie das gar nicht wollen, dass sie sich für sie aufopfern.

Das ist schwer. Ein ausgewogenes Gleichgewicht , Koherenz zu finden. Das ist das tägliche Auf - und Ab im Leben. Kriegen wir das gut hin, dann können wir denk ich beide Gehirnhälften optimal nutzen und gelangen so zur Potentialentfaltung. Und da will ich ja hin.

Wir werden resilient. Und erholen uns von Schicksalsschlägen schneller. Natürlich wie ein Weidenzweig. In der Wissenschaft wird immer der exotische Bambus angeführt. Ihr wisst schon dass wir bei uns auch die Weide haben. Deshalb wird sie auch zum Korbflechten verwendet. Und ihre Rinde war die Vorversion von Aspirin. Gegen Kopfweh halt.

Ihr seht also warum es wichtig ist, wie Ihr die Welt seht! Und deshalb verändert sich die Welt, wenn Ihr Euren Blick auf sie verändert. Alles eine Frage der Perspektive. Denn die hat Einfluss auf Euren Hormonhaushalt und auf Eure Stimmung, Gesundheit und auf die Eures Umfelds. Hormone sind ansteckend.

Soderlein. Ich gebe Euch heute wieder einen Einblick in meinen hormonellen Status. Wieder etwas mehr Humor der Holzhammermethode im Galgenhumorbereich deutet auf eine höhere Muskelanspannung und mehr STresshormone hin. Mehr Schmerzen inklusive als Folge. Das ist bei mir dem Unruhigen Wetter geschuldet. Dann ansonsten geht es mir prima. Ich hab mich seltsamerweise noch nie so wohl in meiner Haut gefühlt wie aktuell. Das ist sehr befremdlich aber auch sehr erstaunlich.

Es ergeben sich ständig neue Möglichkeiten. Eine Bekannte, der ich einen Mundschutz genäht habe, hat mich gefragt, ob ich ihr noch ein paar machen kann. Sie bezahlt dafür. So erschliessen sich neue Einnamequellen. ;-) Alles eine Frage der Perspektive. Früher hätt ich dazu gleich NEIN gesagt. Das war der starke NO-Reflex der starren Stresshormonbedingten nicht Veränderungshaltung. Inwzischen bin ich da doch ein bisschen flexibler. Nicht immer, aber immer öfter! :)

Mein Physiotherapeut hat mir von den Gaben des heiligen Geistes erzählt. Das hat mich neugierig gemacht. Da überschneidet sich viel mit Achtsamkeit und Meditation bzw. den Ergebnissen davon. Und ich glaube, dass das auch der Weg zur Potentialentfaltung über die optimale Nutzung beider Gehirnhälften ist. Also es gibt viele Sichtweisen darauf. Je nachdem aus welcher Richtung man kommt. Das ist total spannend.

Da steht z.B. auch dass man Beraterunktion einnehmen kann. Mir war noch nicht bewusst, dass ich das ja auch schon in einer gewissen Art und Weise tue, dadurch, dass ich mit und von anderen Menschen lerne. Das ist dann so eine Art Co-Produktion. Faszinierend!

Jaja, ich klinge wie Mr. Spock von der Enterprise. Als Kind hatt ich auch immer so einen furchtbaren Pony. Weil andere das nett fanden. Inzwischen bin ich entponyt. Ich weiss nicht so was akkurates genormtes passt einfach nicht zu mir. Dann lieber ein bisschen wirr frisiert oder mal das kämmen vergessen (ja , auch das kommt bei einer überaktiven Amygdala ab und zu vor). Das spiegelt dann eher meinen Character :)

Wisst Ihr was seltsam ist? Trotz Kontaktsperre lerne ich immer mehr Menschen kennen. Ich glaub sogar, genau das ist der Grund dafür. Erstaunlich!

In diesem Sinne mit neuen Erkenntnissen und Perspektiven einen schönen ersten Mai!

Ich hab Kopfweh gehabt von dem Wetter. Kopfweh ist nix anderes Muskelanspanung im ganzen Gesicht. Bin spazierengegangen und danach waren mein ganzes Gesicht taub. Das Kopfweh ist dann vom Hirn in die Kiefermuskulator gezogen. Interessant.

Dann war mir langweilig bzw. die angespannte Energie muss irgendwohin. Und ich hab noch die zwei Masken für meine Bekannte genäht. Eine hatt ich noch in Reserve. Ich wollte den neuen Stoff ausprobieren, der gestern von Buttinette gekommen ist. Sieht schön aus.

Und das Kopfweh bwz. die zugrundeliegende Muskelanspannung ist durch das Konzentrieren auf das Nähen (Benutzung des präfronteralen Kortex) auch weniger geworden. Das ist doch schon ein ganz schöner Erfolg. :)

Mundschutz Mundschutz

Mein Kollege hat seine auch heute gefunden und mir folgendes gemailt :)
"war gerade den Bio-Müll rausbringen und hab bei der Gelegenheit in den Briefkasten geschaut.
Die Maske ist schon da, das ging ja echt schnell. Passen tut sie als wär sie für mich gemacht und die Farben sind auch klasse.
Auch der Hund auf der Anti-Stresskarte ist toll hab ich mal zur der Dackelkarte gestellt, ja ich hab die aufgehoben!
Ich hab mich wirklich ganz ganz toll gefreut.

Vielen vielenh lieben Dank, du bist super

Bleibt gesund in eurem Weiberhaufen :-)"

Das tut gut. Ich hab mich auch sehr über seine Mail gefreut :)

Jetzt schreib ich noch meiner Bekannten, die die drei Mundschutz-Dinger haben möchte, dass sie fertig sind. Dann können wir die Übergabe regeln :)

Dann hab ich den Tag der Arbeit ja gut genutzt. Obwohl ich heut erst um 12:00 Uhr aus dem Bett gekommen bin. Die Wärme hat heut früh so gut getan bei dem Wetter. Da waren meine Muskeln noch etwas entspannter. Allerdings musst ich mich am Fensterbrett aus dem Bett ziehen. Die Morgensteiffigkeit halt und die wetterbedingte Muskel-Anspannung.

Viele Grüsse von meiner Amygdala. :)

 
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Homeoffice
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Resilienz
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Sprachbarrieren
02.05. bis 08.05. Kunterbuntes Abenteuer des Lebens...

Samstag: Der Corona Mundschutz treibt seltsame Blüten...
Ich hab gestern im Comicforum auch die Fotos von den drei neuen Mundschutzdingern eingestellt. Einfach weil mir das Spass macht und weil ich es auch schon geschafft habe, jemanden dazu zu bringen auch selbst zu nähen. Also ich will meine Lernerfahrung und den Spass teilen und andere dazu bringen, konstruktiv und kreativ mit der Krise umzugehen.

Und daraufhin hat mich einer kontaktiert, der Betreiber eines Automarkenfanforums ist und der für seine Mitglieder 500 Masken mit der Marke vorndrauf haben wollte.

Das geht natürlich nicht. Denn das verstösst gegen das Marken- und Patentrecht. Der Post wurde inzwischen auch gelöscht. Nicht dass ich 500 Masken nähen wollte...
Wieso artet alles so in Geschäftsdenken und Massenproduktion und im Geldverdienen aus?
Ich mach das aus ganz anderen Motiven. Weil ich es gern mache. Weil ich Menschen mag und gern helfen möchte. Und weil ich lernen möchte.

Ratzfatz verwandelt sich diese wunderbare Do-it-yourself -Lern und Kompetenzaneignungsmöglichkeit, Krisenbewältigungsstrategie in eine kapitalistische Idee. Es geht wieder nur ums Geld.

Die Selbstwirksamkeit verpufft. Es ist wieder das alte Kauf-Denken. Gepaart auch noch mit dem Markengedanken. Zugehörigkeit zu einer Gruppe durch das Tragen der richtigen Marke.

Damit konnte ich noch nie etwas anfangen. Ich zieh das an, was weich ist, nicht juckt, sich angenehm anfühlt. Und was halbwegs passt. Ich komm mir vor wie von einem anderen Stern.

Allerdings wenn dieses Bedürfnis des Zugehörigkeits- und Markengefühls auch in der Krise noch da ist, dann könnten hier die Autohersteller ja selber reagieren und es auch nutzen. Wäre eine interessante Alternative dazu nach staatlichen Hilfen zu rufen.

Ich habe diese Idee bzw. dieses Bedürfnis (auch wenn ich es nicht verstehe) mal an einen Autohersteller per Mail weitergeleitet. Ich bin gespannt, ob und wie er drauf reagiert. Auch das wird mir verraten, wie agil und resilient das Unternehmen ist.

Apropos Mundschutz. Es gibt noch eine andere Sichtweise auf dieses Ding. Das inzwischen immer mehr Menschen zu nerven scheint. Meine Mama kann das Ding ja nicht wirklich ertragen. Es juckt, die Nase läuft, der Mund ist trocken, sie muss husten. Klar, denn das Ding stellt einen Zusatzreiz auf das Nervensystem dar.

Ist man jetzt eh schon angespannt (chronisch krank, oder durch die Krise mitgenommen, war vorher schon gestresst), dann wird man reizempfindlicher und kann den Mundschutz nicht ertragen bzw. wird dadurch gereizt und grantig. D.h. der Mundschutz setz dem ganzen noch eine Schippe drauf. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Sicher schützt er auch zu einem bestimmten Grad, aber er wirkt auch durch die Wahrnehmung auf unser Nervensystem. Es ist ein Zusatzreiz, den ein ohnehin angespanntes krisengebeuteltes Nervensystem dann noch zusätzlich verarbeiten muss.

Mehr Reize bedeuten mehr Stress. Und das wirkt sich auch auf unser Immunsystem aus. Auf unsere Laune auch. Und da beide (Anspannungszustand und Laune) ansteckend sind, auch auf unser Umfeld. Hmm...

Und wie löst man dieses Problem? Also ich würde mir wünschen, dass jeder für sich in Eigenfürsorge aber auch aus Rücksicht auf andere Menschen handelt und selbst die Verantwortung übernimmt.

Leider funktioniert das nur im entspannten Modus. Ein angespanntes Nervensystem ruft nach Regeln und Bürokratie. Denn es ist verunsichert und es braucht zuerst Sicherheit. Es misstraut alles und jedem und braucht erstmal wieder Vertrauen. Selbstvertrauen und Urvertrauen.

Wie kommen wir also raus aus der Nummer?
Indem wir uns um unser Nervensystem kümmern, um unsere Gefühle und Bedürfnisse. Indem wir lernen, was uns guttut und was wir brauchen. Und dann werden wir wieder Vertrauen in andere Menschen und in uns selbst bekommen. Es wird sich auch auf unser Umfeld auswirken. D.h. jeder ist gefragt. Jeder kann handeln. Sonst wird das nix.

Erst wenn wir uns selbst sicher fühlen, können wir Empathie und Rücksicht auf andere empfinden. Ihr merkt es auch an den Äußerungen von so manchem Politiker, der meint, die Schwachen dürften nicht über alles gestellt werden. Denn ein 85-jähriger würd ja eh bald sterben. Kann er hellsehen? Woher will er das denn wissen? Und würde er das genauso sehen, wenn er selbst 85 wäre? Kann er das seinem eigenem Grossvater ins Gesicht sagen?

Es ist ein Lernprozess. Mich sorgt, dass die Hektik wieder auf den Strassen und auch im Supermarkt zunimmt. Anrempeln ist an der Tagesordnung. Das finde ich sehr bedenklich. Wir brauchen Ruhe in dieser Situation. Nicht Unruhe und Anspannung.

Ich hab meine Sichtweise des Mundschutzes mal an zwei Virologen per Mail geschickt. Ich bin gespannt, ob ich eine Antwort bekomme. Auch das wird mir zeigen, wie entspannt diejenigen sind. Das hilft mir dann wieder was neues dazuzulernen. Nie war es so spannend wie heute.

Die Krise ist eine Chance zum Umdenken. Wollen wir wirklich so weitermachen wie bisher? Zurück zur alten Normalität? Gibt es die überhaupt noch? Und wie soll die aussehen?

Wenn wir so weitermachen wie bisher, dann verschliessen wir weiterhin die Augen vor der Realität. Das wäre sehr traurig und folgenreicher als Corona.

Ein selbstgenähter Mundschutz, den man jemanden schenkt, den man mag, ist mit Liebe gemacht. Und mit Empathie und das spürt der Empfänger auch. Denn dann ist der Mundschutz nicht einfach ein Geschenk, sondern ein Symbol für Wertschätzung und Nächstenliebe. Etwas ganz besonderes. Ich durfte das auch erfahren, weil mich eine Empfängerin angerufen hat und gesagt hat, dass sie vor Freude geweint hat. Noch nie hat sie sowas schönes bekommen. Damit ist jetzt nicht das Mundschutzdings gemeint. Auch wenn es hübsch aussieht. Wer freut sich schon darüber, dass er jetzt mit sowas herumlaufen darf? Sondern das wofür es steht. Dass ich sie mag und an sie denke und sie gern habe. Und das kann man mit Geld nicht kaufen. Das kann man nicht im Internet bestellen.

Noch was positives zum Abschluss... diesen netten und wertschätzenden Kommentar hab ich heut auf Ravelry bekommen.

"I was looking for daschund-related patterns and your profile came up. I needed to tell you how much I love your designs. They're wonderful. Thank you for your generosity in providing some for free, as we're tight on money and purchasing patterns is tough to justify right now. Just wanted you to know! "

Meine Mühe, meine Muster werden wertgeschätzt. Das tut gut. Mehr als alles Geld der Welt. :)
Das wirkt sich auch positiv auf mein Immunsystem aus :)
Ich hoffe, ich kann Euch anstecken mit Positivismus mit der Begeisterung für das Lernen und Neues auszuprobieren. :)
Es macht Spass! Es gibt Freude und man findet Freunde. Das sind die wahren, echten und authentischen Werte im Leben. Und das Beste: es wirkt dem Stress entegegen (mit Dopamin, Oxytocin, Endorphinen und wie sie alle heissen) stärkt Euer Immunsystem und hält Euch gesund und resilient. Und das kann man in diesen Zeiten doch wahrhaft gebrauchen :)

In diesem Sinne, bleibt gesund! Passt gut auf Euch und Euer Nervensystem auf und habt ein schönes Wochenende!

Sonntag: Mein Bekannter hat mich neulich gefragt, wie man eine Mundschutzmaske in der Apotheke oder im Baumarkt bekommt, wenn man doch nur mit Mundschutzmaske hineinkommt. Also das eine das andere bedingt.

Ich hab gestern in der Apotheke einfach gefragt. Die Apothekerin meinte, dass sei bis jetzt noch nicht vorgekommen, aber wenn, dann würden sie schon eine Lösung finden. Das spricht für eine entspannte Offenheit in dieser Apotheke. Weil es keine strikte Regelung gibt. Das ist mir sehr symphatisch.

Weil mich meine Mama losgeschickt hatte, mal zu gucken, ob es evtl. in der Apotheke ein Modell gibt, das unten zu ist (bei ihrem Nasenschürzenmodell wurde von einer Fachärztin bemängelt, dass es unten offen ist... , anscheinend sind sich die Ärzte auch nicht einig, denn mein Fernschmerztherapeut meinte, Mamas Modell genüge den Vorschriften... - anscheinend zeigt auch das wieder den Entspanntheitsgrad des Aussagenden) und dünner ist, bin ich noch in eine zweite Apotheke.

Dort stand auf dem Aufsteller vor der Tür, dass Menschen ohne Mundschutz an der Nachtpforte klingeln sollen. Hier ist es also geregelt. Das lässt auf ein angespannteres Nervensystem schliessen.

Auch der Apotheker war derselben Meinung wie die Fachärztin, dass ein Modell, das unten offen ist, damit meine Mama Luft bekommt, nicht geeignet ist. Er vertrat also eher die starre Haltung. Das lässt wiederum auf ein angespanntes Nervensystem schliessen.

Nach den starren Haltungen soll meine Mama lieber einen vorschriftsmässigen Mundschutz tragen und daran ersticken... Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ich erinnerte mich daran, dass eine ältere Frau, die ich neulich getroffen hatte, mir von einer dünneren Baumwollvariante aus dem Bioladen erzählte. Da hab ich dann eine geholt. Dennree macht jetzt auch Mundschutz. Faszinierend. Also auch noch eine resiliente Firma, die sich agil auf eine veränderte Situation umstellen konnte.

Auffallend ist, dass es sich bei den resilienten Firmen, die mir derzeit untergekommen sind, um inhabergeführte und deshalb langfristig plannende Unternehmen handelt. Sie legen Wert auf Werte, wie Nachhaltigkeit, Qualiltät und schätzen den treuen Kunden. D.h. sie setzen auf Vertrauen als Währung.

Während Automobilhersteller den Wert des Bestandskunden nicht erkennen und nur auf den Neuweagenverkauf aus sind. Schon seltsam, dass Autohäuser und Baumärkte eher wiederöffnen dürfen als Kirchen, Altenheime und Kindergärten. Und dass sogar Dinge wie die Bundesliga wichtiger zu sein scheinen...
Was sagt das über unsere Gesellschaft aus?

Aktien-basierte Unternehmen orientieren sich weiterhin am Geldwert. Zu dessen Inflation sie dann noch selbst beitragen, weil auch sie um staatliche Hilfen bitten. Obwohl sie in den letzten Jahren gut verdient haben. Andere zahlen ihre Miete nicht mehr. Das finde ich doch sehr seltsam.
Ihr nicht?

Resiliente Unternehmen nutzen die Krise zuerst als Chance Vertrauen aufzubauen und zu zeigen und auch ihre Resilienz auszubauen. Nicht-resiliente Unternehmen nutzen als erstes die staatlichen Hilfsprogramme. Jemand, der immer zuerst nach Hilfe ruft, der wird aber nie resilient. Weil er es so auch nicht lernt. Meine autistische Bekannte ist auch so. Ihre Hilflosigkeit macht mich jedesmal wütend. Genauso machen solche Unternehmen den Steuerzahler wütend.

Physiologisch verständlich sind beide Verhaltensweisen. Jeder verhält sich mal auf die eine und die andere Weise. Ist man im Panikmodus (Amygdalalarm) ist man hilflos, hat keine Ressourcen, keine Mittel mit der Situation umzugehen, dann wünscht man sich Hilfe von aussen und klammert sich verzweifelt daran.

Hat man mit Krisen Erfahrungen, weil man sie schon aus eigener Kraft bewältigt hat, dann gerät man nicht so leicht in Panik. Man ist offen für Chancen und Möglichkeiten, die sich einem bieten und kann sie ergreifen.

Im Endeffekt war auch ein resilientes Unternehmen mal im Panikmodus. Wahrscheinlich. Es hat aber gelernt selbst Lösungen aus eigener Kraft zu finden.

Bei den Menschen ist es genauso. Es gibt die, die sich zu helfen wissen, weil sie schon viel erlebt und viele Probleme gelöst und Krisen überstanden haben und jedes mal was daraus gelernt haben und damit ihre Problemlösungskompetenz aufgebaut haben, auf die sie nun in der neuen Krise zurückgreifen können und so dem Stress (der Amygdala und dem Panikmodus) entgegenwirken können.

Und es gibt die, die im Panikmodus gefangen bleiben, das vermeintliche Glück haben, dass ihnen geholfen wird (von aussen). Unglücklicherweise lernen sie so nie dazu. Denn sie erlernen keine Stressbewältigungs- , Krisenbewältigungs- und Problemlösungskompetenzen. Und verhalten sich dann bei der nächsten Krise, beim nächsten Problem genauso wieder. Denn genau das haben sie gelernt! Sich auf Hilfe von aussen zu verlassen! Denn es hat ja wieder funktioniert. Also lerne ich auch nichts neues. Dass man im Unsicherheitsmodus nicht lernen kann, trägt seinen Teil dazu bei.

Nicht selten nehmen diese Aussenhilfekompetenten diese Aussenhilfe dann als Selbstverständlich wahr. Sie wissen sie oft gar nicht mehr zu schätzen. Im Gegenteil: es ist möglich, dass der Helfer und Helfende noch beschimpft wird. Denn das Anspruchsdenken ist hoch. Man möchte ja genau die Hilfe von aussen, die genau zu einem passt! Denn der Geist ist in Unsicherheit gefangen und damit sehr unflexibel. D.h. er ist auch für Hilfsangebote, die nur teilweise weiterhelfen undankbar. Zumindest wirkt er so auf den Aussenstehenden, der nur ungläubig mit dem Kopf schütteln kann. Denn er , der in seiner Hilflosigkeit und Unsicherheit gefangen ist, ist sich dieser Sichweise des undankbar seins, gar nicht bewusst. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn sein Organismus sich grad im Überlebenskampf wähnt. Da gibt es keine Rücksicht um Verluste. Es geht ums Überleben.

Was kann man tun? Vielleicht kann man den Käpfenden und Hilflosen sanft vor Augen führen, wie sein Verhalten auf Aussenstehende wirkt. Und was es bedueten würde, wenn sich alle so verhalten würden. Sprich: die Konsequenzen des Handelns aufzeigen. Aber auch die Sicht auf die Möglichkeiten, die sich bieten weiten.

Vielleicht muss man solche Menschen, Organisationen einfach wie ein kleines Kind bei der Hand nehmen und ihm beibringen, wie es geht. Jemand, der Werte hat, entspannt ist und geduldig. Und so wie das Kind bei des Kaisers neue Kleider den Finger in die Wunde legen und einfach die Wahrheit sagen kann und darf und so den Blick auf neue Handlungsfähigkeiten und vorhandene Kompetenzen freigeben.

Der Hilfebitter kann aber da gar nichts dafür. Er ist es ja erstens so gewohnt (hat ja Erfahrung damit) und zweitens bewirkt die Unsicherheit und Amygdala, dass er sich dessen gar nicht bewusst ist, wie unverschämt seine Anspruchshaltung auf Aussenstehende wirken kann.

Damit tun sie sich keinen Gefallen. Denn so sind sie (sowohl die Geschäftsführung als auch jeder Mitarbeiter) einem erhöhtem Stress ausgeliefert, der sich auch im Gesundheitszustand jedes einzelnen und im Krankenstand des Unternehmens ablesen lässt.
Kurzum: Des is fei a ned grod as gsündeste!

Ihr seht es doch grad an der Automobilindustrie. Es gab zuletzt die Kaufanreize um Neuwagen zu kaufen. Das haben die Autobauer gelernt. Und jetzt wundern sich im Ernst alle, dass sie genau dassele wieder möchten? Sie haben sich ja daran gewöhnt. Es hat das letzte mal funktioniert. Warum sollten sie ihr Verhalten ändern?

Solange resilientes Verhalten nicht gewürdigt und wertgeschätzt wird, und stattdessen das Aussenhilfeverhalten gefördert wird, wird sich daran auch nichts ändern!

Ich sage nicht, dass es keine Hilfen geben sollte, aber sie sollten Hilfe zur Selbsthilfe sein! Und als Ziel einen Lernprozess und eine Verhaltensänderung haben. Nur dann sind sie sinnvoll und nachhaltig angelegt.

Wie war es denn bei Unternehmen wie Holzmann? Künstlich hielt man kurzfristig am Leben, was langfristig nicht überlebensfähig war. Wie wäre es ausgegangen, wenn man in diesem Fall Hilfe zur Selbsthilfe gegeben hätte? Wenn das Unternehmen zusammen mit eigener Anstrengung wieder auf die Beine gekommen wäre. War nicht sogar die Abhängigmacherei, das "Anfixen" am Ende das, was dem Unternehmen den Todesstoss versetzt hat?

In der Entwicklungshilfe hat man doch auch gelernt, dass Hilfe zur Selbsthilfe der beste Weg ist. Weil es der Weg aus der Abhängigkeit in die Selbstverantwortung und Unabhängigkeit ist!

Noch ein Experiment. Der Mensch aus dem Forum, dessen Post gelöscht wurde, dessen Forumlink hab ich ja als Mail bekommen. Und jetzt mal per Kontakt in dem dortigen Auto-Fan-Forum angeschrieben. Ich bin mir sicher, er war sich in seiner Begeisterung für seine Lieblingsautomarke einfach nicht im Klaren, dass er damit zu einer Patent- und Markenverletzung aufgerufen hat.

Er hat sich einfach was nettes für die Coronazeit gewünscht, was sein Nervensystem beruhigt. Nun hab ich ihn darüber aufgeklärt, dass das eine Urheber- und Markenverletzung wäre, was er sich da wünscht. Das ist ihm sicher nicht klar. Weil er in seiner Begeisterung für die Marke einfach nicht daran gedacht hat. Betriebsblind oder Tunnelblick nennt man diesen Modus.

Ich hab ihm geraten, sein Anliegen einfach an den Autohersteller zu schicken. Ich bin gespannt, wie das Experiment ausgeht. Wie der Autokonzern darauf reagiert. Denn hier wäre ja die Möglichkeit das Vertrauen der Markenfans zu bestätigen. Also das Gegenteil von der Anvisierung der Neuwagenkunden. Also der entgegengesetzte Blickwinkel. Je nach Antwort oder dem Ausbleiben derselben, ist dann ersichtlich, wie offen der Hersteller ist (Anspannung- bzw. Entspannungslevel) und wieviel Wert ihm das Vertrauen seiner Fans ist. Also derer, die schon Kunden sind. Der treuen Stammkundschaft.

Denn vor Corona war ein treuer Stammkunde meistens der Dumme. Der, der mehr zahlen darf für seine Tarife (Strom, Versicherung, Internet und Telefon...). Ist das immer noch so? Oder nutzen die Firmen nun in Zeiten von Corona dieses ungenutzte Potential? Ich bin gespannt. Auch ob ich vom Forenbetreiber überhaupt was höre. Also wieder ein Experiment. Eine neue Erfahrung. Hoch 2.

Gestern ist mir unsere Nachbarin begegnet. Sie hat wieder zu rauchen angefangen und hatte wohl gleich ein schlechtes Gewissen. Denn sie sagte zu mir:"Schimpf mich nur...!"
Ich hatte nicht die Absicht. Ich stelle Dinge lediglich fest. Fakten halt.
Sie hat viel Stress in den letzten Wochen gehabt, weil sie im Landratsamt in den Katastrophenschutz einberufen wurde und dort für die Beschaffung der Krankenhausschutzbekleidung und Schutzmasken zustauml;ndig war. Weil die sehr zeitknapp vom Bund geliefert wurde (was aber doch funktioniert hat), war es stressig.

Ich versichere ihr, dass ich ihren Griff zur Zigarette nachvollziehen kann, um ihr Nervensystem bei Stress zu beruhigen. Das ist halt das, was sie dazu tut.

Allerdings frage ich mich, was Stress an dieser Situation, die man eh nicht beeinflussen kann, bewirkt. Die Fakten ändert es nicht. Die Auswirkungen auf ihren Körper, ihre geistige Verfassung , Denkfähigkeit und Gesundheitszustand sind offensichtlich. Ich merke es daran, dass sie schon wieder eilig zum Einkaufen "MUSS", sehr hibbelig und unruhig ist (die Zigarette in den Fingern nicht stillhalten kann), die Füsse fluchtartig weg von mir stehen und sie nicht stillstehen kann. Aus ihrem Mund ergiesst sich sogleich ein Redeschwall der Rechtfertigung. Dabei braucht sie sich vor mir gar nicht zu rechtfertigen. Ich kann das alles nachvollziehen. Ich würde es halt nicht so machen. Aber das ist ja ihre Sache. Sie kann das ja auch nlernen und eine gesündere Art ihr Nervensystem zu beruhigen und den Stress zu mildern, erlernen.
Aber gerade ist sie sichtlich nicht in diesem Lernmodus. Denn lernen kann sie grad nicht. Das geht nicht wenn man so hibbelig ist.

Hätte sie sich keinen Stress gemacht (bewusst gemacht, dass sie daran nichts ändern kann, durchgeatmet, nach Dingen gesucht, die sie beeinflussen kann), hätte sich dann etwas an den Fakten geändert? Nö. Aber sie wäre jetzt weniger hibbelig und resilienter. Und wahrscheinlich würde sie nicht wieder rauchen. Also wäre sie auch weniger eine Gesundheitsgefahr für sich sowie für ihr Umfeld, auf das sie ihre Unruhe überträgt.

Hallo Mr Gott Hier spricht Anna... hab ich im offenen Bücherschrank gefunden. Das ist toll!
Sie sagt, dass die Menschen jeweils nur einen Standpunkt haben. Jeder seinen eigenen. Das deckt sich ja mit meinen Erfahrungen. Der liebe Gott hat sie alle! Alle Standpunkte!

Allerdings glaube ich, dass ein Mensch von anderen Menschen neue Standpunkte hinzlernen kann, weil wir voneinander lernen können. Das ist dann wohl das was man Empathie oder soziale Intelligenz nennt. Glaub ich zumindest...

Das würde erklären warum in der Natur , in der Schöpfung alles optimal aufeinander abgestimmt ist. Und die kleinste Verschiebung so massive Auswirkungen hat! Weil dann dieses filigran und genauestens ausgeklügelte Gleichgewicht aller aus dem Gleichgewicht gerät, bei der kleinsten Verschiebung.

Und wir Menschen sind ja gut darin, Dinge zu unserem "Vorteil" gut gemeint verändern zu wollen. Wir möchten anderen helfen. Leider bewirken wir durch die fehlenden Sichtweisen und Einsichten, die neben unserer eigenen Sichtweise existieren, genau das Gegenteil. Gut gemeint, ist deshalb nicht immer gut gemacht.

Erst wenn wir akzeptieren, dass verschiedene Wahrheiten und Wahrnehmungen (wohl unendlich viele) neben unser eigenen existieren, dann kommen wir dort weiter. Dazu müssen wir aber offen für die Meinungen und Sichtweisen anderer Menchen, anderer Lebensformen (Pflanzen und Tiere, Bakterien, Vieren ...) sein. Und das ist man nicht im Tunnelblick der Panik und der amoklaufenden Amygdala. Also angespannt und innovativ passen gar nicht zusammen! Weil sie nicht zusammen vorkommen können. Erst wo Entspannung ist, kommen auch kritikfähige Diskussionen zustande!

Wo Anspannung herrscht regiert das Patriarchat oder das Matriarchat. Deswegen södert es in Bayern derzeit vor sich hin. Weil es in Krisen auch jemanden braucht, der Verantwortung und klare Entscheidungen treffen kann. Weil angespannte Menschen (Angst, Unsicherheit) ein Bedürfnis nach Sicherheit haben. Und das bekommen sie dann durch klare Regeln. Allerdings können diese klare Regeln dann auch wieder nicht allen gerecht werden, weil sie nur die Sichtweisen einbeziehen, die sie kennen. Da kein Mensch alle Sichtweisen einbeziehen kann, kann er es nie allen recht machen. Er kann nur flexibel nachbessern. Und das versucht die Politik ja derzeit.

Allerdings ist die Frage, ob wenn die Ausnahme die Regel ist, eine solche Regel überhaupt Sinn macht. Ich denke, am Ende bleibt doch wieder der ein oder andere auf der Strecke. Aus obengenannten Gründen.

In einer resilienten Gemeinschaft, die gemeinsam an einem Strang zieht, übernähme jeder einzelne Verantwortung für sich selbst und die Mitglieder seiner Geimeinschaft. Von allein! Aus intrinsischer Motivation. Das geht aber nur, wenn jedes Mitglied über genug Resilienzressourcen verfügt oder vom anderen lernen kann... Das ist auch eine Resilienzressource. Da müssen wir langfristig hin. Wenn jeder das tut, was er kann. Denn jeder kann etwas tun! Meistens ist er, sie sich dessen halt noch nicht bewusst. Wird Zeit das zu ändern.

Demokratie baut also auf physiologischer Entspannung auf. Interessant. D.h. Politiker sollten zuallererst mal entspannt bleiben...

In der Natur funktioniert es, weil alle Wechselwirkungen und damit die Sichtweisen jedes Einzelnen berücksichtigt SIND! Und genau das müssten wir uns von der Natur abgucken. Das ist dann der Weg zu Potentialentfaltung. Zum lebenlangen Lernen. Zum persönlichen und gesellschaftlichen Wachstum. Auch Resilienz genannt. Cool!

Der Mensch (schlaue Köpfe) versucht die Natur zu imitieren. Wie z.B: den Lotuseffekt oder den Stacheldrahtzaun.

Doch der Mensch hat das Problem, dass er nur seine Sichtweise kennt. Also nur die des Programmierers oder des Anwenders oder der betroffenen Abteilungen. D.h. jeder agiert aus seiner eigenen Sicht ohne die Sichtweisen der anderen zu berücksichtigen und so kommt dabei etwas heraus, was die Ausnahmen nicht berücksichtigt, vollkommen ungeeignet für den Anwender und den Prozess ist oder was so gar nicht gewollt ist. Weil man sich missversteht.

D.h. die Lösung von solchen Problemen in der Zukunft kann nur gelingen, wenn in die Problemlösungsfindung die Sichtweisen möglichst aller Betroffener und Beteiligter einfliessen. Denn sonst wird irgendetwas wichtiges vergessen. Und am Ende ist ausser Spesen nix gewesen. Es kommt etwas dabei heraus , mit dem keiner zufrieden ist. Frustration, Wut und weitere Konflikte sind die Folge. Man versteht sich nicht.

Dabei sit fraglich, ob es Menschen je gelingen wird alle Sichtweisen einzubeziehen. Das wird schwer. Denn es gibt immer noch einen Blickwinkel, den man noch nicht kennengelernt hat. Deswegen hört lernen auch nie auf.

Deswegen sind Begegnungen und andere Menschen so wichtig. Weil wir von und mit ihnen lernen. Denn jeder schenkt uns seine Sicht. Seine ganz spezielle und besondere. Und nur wenn wir bereit dazu sind diese mit Wertschätzung zu aktzeptieren, dann sind wir offen für die Diskussion und offen Lösungsfindung der aktuellen Probleme. Spannend!

Vielleicht ist Empathie und soziale Intelligenz auch nichts anderes als dass man akzeptiert, dass die Sichtweisen anderer Menschen der eigenen gleich zu setzen sind! Gleichwertig! Ebenso echt und real. Auch wenn man selbst ganz andere Erfahrungen gemacht hat.

Ich denke, das ist der Grund, warum ich wütend werde, wenn man mir nicht zuhört oder meine Meinung ablehnt. Denn man lehnt damit meine Sichtweise, meine Erfahrungen, meinen Lebensweg, meinen Schmerz, meine Zuversicht ab. Und das ist das was mich ausmacht. Mich als Wesen, mich als Mensch. D.h. ich fühle mich vom anderen zurückgewesen. Ich glaube, das geht nicht nur mir so.

Wertschätzung ist wohl genau das Gegenteil davon. Aktives Zuhören, sich einlassen und das akzeptieren und anerkennen der Sichtweise des anderen und seiner Lebenserfahrungen. Er hat sie sich hart erworben. Wie kann ich mir anmassen, sie anzuzweifeln? Damit greife ich die Identität des Menschen an. Da brauch ich mich dann über eine entsprechende Antwort bzw. ausbleiben derselben nicht zu wundern.

Dann bleibe ich mit meiner Sichtweise allein bzw. finde nur Menschen, die meine Sichtweise teilen. Damit bleibt die Sicht auf die Welt und die Menschen sehr beschränkt. Also man beschränkt und beschneidet sich damit selbst und die eigenen Möglichkeiten. Und somit bleiben mir Lösungen aus anderen Blickwinkeln verborgen.
Des is fei a ned grod as gsündeste.

Doch auch hier sage ich Euch, dass jeder von uns mal in diesem Modus unterweges ist. Immer wieder. Wenn wir angespannt sind. Dann sind wir im Tunnelblick und nicht offen für die Sichtweisen anderer. Und jeder von uns wird sich immer wieder darin finden. Das können wir gar nicht verhindern. Denn wir lernen ja täglich. Und wenn wir noch nicht genug Antistresskompetenzen in einer Situation, bei einem Problem haben, dann verfallen wir automatisch (Urinstinkt) in dieses Muster. Es hat uns ja in der Vergangenheit auch gute Dienste erwiesen. Sonst gäbe es die Menschheit heute gar nicht mehr.

Nur in der heutigen Zeit, ist dieser Instinkt nicht mehr in dieser Weise dienlich. Er behindert uns und er wirkt sich auch negativ auf unser Umfeld aus. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Wie können wir damit umgehen?
Ich denke, indem wir uns einfach dessen bewusst werden, lernen mit diesem Mechanismus umzugehen und ihn steuern zu lernen. Zu bemerken, wann andere in diesem Modus sind und von ihnen nicht unseren S&aumL;belzahntiger triggern zu lassen, sondern sie geduldig und verständnisvoll darauf hinzuweisen und dort wieder herauszuführen.

Und immer wieder neue Sichtweisen kennenzulernen und uns auf andere , neue Menschen einlassen zu lernen. So lernen wir Tag für Tag neue Sichtweisen hinzu. Sie sind wertvoll. Und dieses Wissen können wir dann zum Wohle anderer uns uns selbst einsetzen. Auf das die Menschen zufriedener, gesünder, ruhiger, liebevoller und friedlicher werden, sich besser verstehen und Konflikte ausräumen können bevor Mensch und Natur darunter leidet. Das wünsch ich mir.

Apropos wünschen... mir ist jetzt grad beim Schreiben klargeworden, dass sich meine autisische Bekannte wie die Autobauer verhält. Interessant. Ich hab Ihr jetzt das mal als Vergleich geschrieben und Ihr so den Spiegel vorgehalten. Ich hab sie sehr gern. Und ich kann einfach nicht mehr dabei zuschauen, wie sie jeden Tag in ihr Unglück rennt. Unbewusst. Vielleicht hilft es sie aufzuwecken und aus diesem eingebrannten Muster herauszubekommen. Vielleicht hab ich sie jetzt auch als Bekannte verloren. Das kommt drauf an, wie arg die Amygdala die Oberhand hat. Ich geh das Risiko ein. Ich kann nicht anders.

Ich hab versucht es nicht mit dem Holzhammer zu machen. Manchmal möchte ich sie einfach nur schütteln und zur Vernunft bekommen. Das funktioniert aber nicht wenn die Amygala das Sagen hat. Es kann sein, dass sie diese Kritik persönlich nimmt und verletzt ist. Dann kann ich es nicht ändern. Denn für mich ist es schmerzhaft ihr weiter dabei zusehen zu müssen wie sie sich ihr Leben so schwer macht und andere durch ihr amygdalagesteuertes Verhalten immer wieder vor den Kopf stößt. Dafür hab ich sie einfach zu gern.

Ah.. wieder was gelernt. Dann sind Liebe und Schmerz doch miteinander verbunden. Sie gehören wohl doch zusammen.

Es kann auch sein, dass es erst seine Zeit braucht, um zu wirken und ich erst nach Jahren wieder was von ihr höre oder überhaupt nicht mehr. Das ist ein Experiment. Eine neue Lernerfahrung.

Ihr seht, ich arbeite daran.Was ist mit Euch?

Auch heute gibt es wieder eine neue Sichtweise zu Corona. Viel Spass!

Montag: ERLEBNISSE
Gestern war ich im Wald.
Da kam erst ein Radfahrer angesaust, von der einen Richtung und von der anderen eine Familie mit kleine Kindern. Das eine Kind hörte ich schon von weitem rufen:"Hier darf man doch gar nicht radfahren!"
Dem Radfahrer war es wurschd.
Das lässt viel über den Anspannungszustand der sich begnenden Nervensysteme schliessen. Das Kind schien vom Spaziergang auch wenig begeistert.

Die Mama war in Parfümnebel gehüllt.

Das muss mir auch mal jemand erklären, warum man den wunderbaren Waldduft nach frischem Grün und den Frühjahrsblühern und dem feuchten Waldboden mit chemischen Duftstoffen verpesten muss...

Die Vögel zwitschern wunderbar. Als ich an einer Bank vorbeikomme, plärrt ein Radie, so dass man von den Vögeln gar nix mehr hört.

Wieso geht man raus und übertönt und überduftet alles, was das Nervensystem beruhigen könnte?

Ich werde auch nie Joggerinnen oder Nordic Walkerinnen verstehen, die in Parfüduft gehüllt draussen umeinanderrennen. Sie riechen doch hinterher sowieso nach Schweiss. Und das ist ganz natürlich. Darf Natur nimmer? Warum? Hat das jemand verboten? Und warum?

Ich geh doch raus, damit ich die Natur um mich habe. Das ist zumindest meine Sichtweise dahinter. Vielleicht kann mir ja mal jemand die anderen Sichtweisen erklären.

UNENDLICHE SCHNITTSTELLEN
Also wenn ich nochmal das von Anna aufgreifen darf, dann gibt es in der Natur unendlich viele Schnittstellen und damit Sichtweisen wie Dinge und Lebewesen, Elemente ... aufeinander einwirken und voneinander abhängig sind. D.h. es sind unendlich viele Sichtweisen, die aufeinander einwirken.

Das muss man sich dann vorstellen wie ein multi-dimensionales Puzzleteil mit zillionen Andockstellen (Armen und Halb-Löchern).

Da ist so ein Computer mit ein paar Schnittstellen gar nix dagegen. Und da ist es oft auch nicht selbstverständlich, dass das funktioniert.

Wie schafft man es dann einer künstlichen Intelligenz möglichst die als richtig empfundenen Sichtweisen lernen zu lassen? Also wie lernt KI das richtige bzw. in die richtige Richtung... und nicht das, was wir auf keinen Fall möchten?
Muss man der KI dann als erstes die Werte beibringen, nach denen sie lernen soll?

So wie ein Unternehmen sich erstmal mit den Werten identifizieren muss, für die es steht? Und mit denen sich dann auch die Mitarbeiter identifizeren können? Hmm...

Ich bin neulich einem Ex-ITler begegnet, der gesagt hat, dass ihn Sicherheitstechnik zwar interessiert, er aber mit dem Sicherheitsgedanken nichts anfangen kann. Er ist ein gedanklicher Open Source Anhänger, also dem Teilen und dem voneinander lernen verschrieben.

Warum braucht man das überhaupt? Was treibt Menschen dazu andere zu hacken? Welches unbefriedigte Bedürfnis steckt dahinter? Wäre es nicht sinnvoller die Ursache zu beheben, als Symptombehandlung zu betreiben? Oder sind Menschen einfach so, dass das so sein muss. Also dass wir Symptombehandlung brauchen....

Was ich auch verwirrend finde, sind Spezialisten, die gegen ihr eigenes Fachwissen handeln. Also Entspannungslehrer, die bei der kleinsten Unterbrechung in die Luft gehen und aus der Haut fahren (ich stelle mir gerade eine Schlange bei der Häutung vor) oder einen Allgemeinarzt, der raucht. Das regt meinen Kollegen immer auf. Der sagt zu einem Arzt, der raucht, geht er nicht hin. Dem glaubt er ned.

Ich hab inzwischen verstanden, dass das einfach nur menschlich ist. Trotzdem verwirrt es mich noch. Ich versuche dann die Situation hinterher mit dem präfronteralen Kortex logisch zu analysieren und dann geht es wieder.

Schon irgendwie spannend wie widersprüchlich wir Menschen durch unsere Urinstinkte sind. Dabei haben sie uns ja erst soweit gebracht. Ohne sie wären wir heut gar nicht mehr am Leben. Und in der modernen Gesellschaft führen sie zu Missverständnissen und werden uns zum Verhängnis.

Widersprüche sind lustig, schräg und menschlich und das Futter jedes Cartoonisten und Comiczeichners, Kabarettisten ...

NACHGEDACHT
Vielleicht sind Menschen wie Musikinstrumente. Und wenn die Seiten länger nicht gestimmt werden, je länger das her ist, dann sind sie verstimmt. Wenn zwei gleich verstimmt sind, dann sind sie auch wieder im Gleichklang.

D.h. die gemeinsame, gegenseitige Mit-Schwingungsfähigkeit ist vom gleichen Verstimmtheitsgrad abhängig.

UNENDLICH
Wenn es unendlich viele Möglichkeiten der Sichtweisen (gegenseitigen Wechselwirkungen) gibt, dann muss es doch auch unendlich viele Möglichkeiten geben, ein Problem zu lösen. D.h. es gibt unendlich viele Möglichkeiten, die Dinge zu sehen.

Ist deswegen das Symbol für Neurodiversität das Unendlichzeichen (die liegende 8)? Denn Neurodiversität ist ja nichts anderes als alle Sichtweisen zusammengenommen. Und die ist ja unendlich.

Dienstag: NACHGEDACHT
Also wenn jeder und damit auch jedes Problem unendlich viele Wechselwirkungen auf andere und anderes hat, dann ergeben sich zusätzlich durch die jeweiligen unendlich vielen Interpretationsmöglichkeiten einer Wechselwirkung Unendlich hoch unendlich viele Möglichkeiten eine Sache zu sehen und somit gibt es ebensoviele Lerneffekte.

Ich hab heut mal jemanden gefragt wie man sicherstellen kann, dass eine KI das richtige lernt. Der meinte, man muss ausgewogene Sätze von Beispielen liefern. Und es gibt Prozesse, wo man reingucken kann, was die KI lernt. Es gibt aber auch welche, wo das nicht geht. Ich frag mich, ob dann nicht doch das ein oder andere mal genau das Gegenteil von dem rauskommt, was man sie lernen lassen möchte.

Denn auch wenn ich Beispiele habe, sehe ich doch bei mir, dass ich oft zu ganz anderen Schlüssen komme als andere, weil ich eine andere Sicht auf die Dinge habe.

Also z.B. mit dem Video von Anna, die mit den ganz schlimmen CRPS-Dystonien. Ich denke alle anderen sehen nur: Oh Gott! So schlimm! Ich nicht: bei mir blieb am Ende nur hängen, dass es reversibel war. Dass es also umkehrbar ist. Das sind ziemlich gegenteilige Sichtweisen. Meine ist positiv und die andere negativ. Obwohl wir beide die gleichen Grundlagen , das Video als Beispiel hatten. Deswegen bin ich unsicher, ob das mit den Beispielen so funktioniert.

Im Buchladen hat mir die Inhaberin letzte Woche ein Buch mit lustigen Häkelfiguren rausgesucht. Es heisst "Helden der Kindheit". Und Mama hat jetzt schon zwei davon fertig :)
Ich schick jetzt an den Buchladen mal das Bild und bin gespannt.

Gestern hab ich meiner Bekannten die drei Mundschutze vorbeigebracht. Und im Gegenzug hat sie mir so Chirurgendinger für meine Mama mitgegeben. Die liegen immer ihren Medikamenten bei. Das ist schön. Gegenseitige Wertschätzung, auch Nächstenliebe genannt mit einer Spur Pragmatismus. Sie braucht die Dinger nämlich nicht.
Haekelfiguren
Schon lustig... es gibt wohl kaum eine Handarbeit, die meine Mama noch nicht gemacht und ausprobiert hat. Sie ist für mich die Handarbeitsqueen.

Auf Arbeit hab ich dafür die Powerpoint-Queen getroffen :)
Die macht ganz tolle Powerpoints. Nicht zig Seiten sondern auf den Punkt und die Grafiken und das Bunte heben die Bedeutung noch hervor.

Nicht so wie bei anderen, wo einen die vielen Seiten gleich erschlagen. Sie kann das mit dem KISS (Keep it short and simple) richtig gut mit Powerpoint.

Die Antwort vom Buchladen kam prompt :)
" ....die sind ja wirklich süß geworden! Ganz schön flott war Ihre Mutter mit der Produktion."

Mittwoch: HERDENTRIEB
Ist Euch schon mal aufgefallen, dass wenn man mit einer Person im 1:1 Gespräch zusammen ist (ob per Skype, MS Teams oder in echt) die Qualität der Unterhaltung eine ganz andere ist, als wenn das Gespräch in einer Gruppe aus mehreren Teilnehmern stattfindet?

Weil da das Anpassungsverhalten an die Gruppe wegfällt. Mir ist das ja eh ein Rätsel. Inzwischen hab ich gelernt, dass das den Grund hat, dass man sich soziale Streicheleinheiten abholt. D.h. der Informationsaustausch, die Sachinformation (Gesprächs-Qualität) ist hier zweitrangig bzw. gar nicht vorhanden.

Es geht in erster Linie bei diesen Gruppenkontaktverhalten darum, das Bedürfnis nach Kontakt zu befriedigen. Der Inhalt ist egal. Dazu wird dann in der Gruppe Small Talk verwendet.

Da ich mit Small Talk nichts anfangen kann und auch dieses Bedürfnis nach sozialen Kontakten in diesen hohen Dosen nicht habe, die bei mir zu einer Überdosis führen, bin ich damit nicht kompatibel. Und konnte es auch lange nicht verstehen.

Ich verstehe es nun von der analytischen wissenschaftlichen Seite her, verstehen im Sinne von erlernen kann ich es jedoch nicht. Das ist mit einer übererregten Amygdala viel zu energieraubend und zu anstrengend, weil es zu reizintensiv ist und ich es mit dem präfronteralen Kortex auch noch verarbeiten müsste, weil mir der dafür nötige soziale Autopilto fehlt.

Je älter man wird, desto weniger hat man auch dieses Gruppen-Soziale-Streicheinheiten-Bedürfnis. Das nimmt nämlich indirekt proportional mit dem im Alter ansteigenden Cortisolspiegel ab.

Ich hab mich vorhin mit einer Nachbarin unterhalten und die sagte, dass sie dank der Unterhaltung über dieses Thema mit mir jetzt kein schlechtes Gewissen mehr hat, wenn sie ihrem eigenen Bedürfnis nach sozialem Rückzug nachgibt anstatt wie von anderen erwartet, noch überall aktiv dabei sein zu müssen.

Das freut mich, dass ich ihr helfen konnte.

Erstaunlich fand ich wie sie erzählt hat, dass sie während ihrer Berufszeit auch unter dieser ständigen Anpassung an die Kollegen gelitten hat. Es allen recht machen zu müssen und zu wollen. Nicht aufzufallen. Wie die anderen zu sein.

Das hat mich jetzt doch sehr erstaunt. Denn ich hatte angenommen, dass dieses Gruppenhpänomen wenigstens von den Beteiligten gern gemacht wird. Dies ist anscheinend nicht immer (?) der Fall.

Für mich kommt mit meinem Amygdalaresultierendem schwarz-weiss-Denken dieses Verhalten dem Lügen gleich. Weil es für mich nicht echt und authentisch ist. Jetzt dachte ich, dass es aus der Sicht von Nicht-Autisten doch irgendwie üblich und für sie auch gefühlt natürlich ist.

Jetzt bin ich mir da gar nicht mehr so sicher. Ist dieses Verhalten nun dem Sicherheitsinstinkt geschuldet, weil die Gruppe Sicherheit bietet oder ist es kulturell antrainiert? Oder eine Mischung aus beidem?

Was treibt Euch bloss dazu? Das würde mich echt mal interessieren. Vielleicht mag es mir einer von Euch erklären. Und wenn es Euch gar nicht gefällt und auch nicht guttut, warum macht Ihr dann damit immer noch weiter? Warum hört Ihr nicht einfach damit auf? Ist das am Ende wie Rauchen? Eine schlechte Angewohnheit?

Ich finde es jedenfalls lustig, wenn meine Mama versehentlich den Mülleimer am falschen Tag rausstellt, dann dauert es nicht lange und alle Mülleimer der ganzen Strasse stehen draussen. Das letzte mal hat meine Mama dann wie sie ihren Irrtum bemerkt hat, den Mülleimer reingeholt wie es dunkel war.

Und die infektiöse Rasenmäheritis am Wochenende ist auch symptomatisch dafür.

Macht einer seine Terrasse neu, dann erneuert der Nachbar seine auch. Muss irgendwie ansteckend sein.

Der Markenzwang bei Jugendlichen gehört auch dazu. Mit dem konnt ich auch noch nie was anfangen. Erfüllt eine Marke dann denselben Zweck ein Gefühl der Zugehörigkeit und Sicherheit zu vermitteln wie der Gang in die Kirche und die Mitgliedschaft in einem Verein? Dann fällt Fan einer Fussballmannschaft zu sein, auch da rein.

Ist das der Grund warum das alles so dringend jetzt wieder anlaufen soll? Weil Euch das Sicherheit gibt?
Im Ernst? 22 Mann auf dem Rasen und alles ist gut? Wow!
Glaubt Ihr auch noch an den Weihnachtsmann? Das wäre genauso unlogisch... Der wär mir allerdings sympathischer, weil er allein und nachts kommt und ein paar Rentiere mitbringt... Ein Nachtschichtarbeiter. Mir ist die Nacht reiztechnisch eh lieber als der Tag und ich mag Tiere, weil sie sich nicht verstellen, lieber als Menschen.

Das ist etwas irritierend für mich, weil ich mir nichts schlimmeres vorstellen kann als so ein Gwerch und die Reizflut in einem Fussballstadium. In der Kirche ist es ähnlich. Kalt, voll, fremde Menschen um einen herum, die Türen zu ... das weckt in mir den Fluchtinstinkt. Körperkontakt, Nähe.. igitt... das findet mein Nervensystem unangenehm und gruselig. Das gibt Euch Sicherheit?

Ich hab heut gelesen, dass den jungen Menschen in Coronazeiten Werbung ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Weil es etwas gewohntes ist. Das würde dann wohl auch in dieses Bild passen.

Verstehen tu ich das nicht. Denn Werbung kommt für mich mit meinem schwarz-weiss-Denken dem Lügen gleich. Weisser als weiss... was soll denn das sein?

Ihr seid alle komisch.
Irgendwie seid Ihr da schon ziemlich putzig. Vielleicht muss man Euch grad deswegen mögen. Ich muss noch etwas darüber nachdenken...

Ist Euch schon aufgefallen, dass die Corona-SONDERsendungen jetzt durch ihre Alltäglichkeit gar nichts beSONDERES mehr sind?
Wieso heissen sie dann noch so?
Ist das eine Anpassungsverstörung? ;-)

Donnerstag: Hmm... 1:1 Beziehungen sind also Sachqualitätsmäß ergibiger, weil da die "Anpassungsörung" wegfällt, und somit das Gespräch authentischer und aufrichtiger ist.

Wenn dem so ist, wäre es dann nicht sinnvoll mehr Gepräche im 1:1 Kontakt zu führen? Denn nur so kann man ja auch lernen. Beide beteiligten lernen voneinander. Und Missverständnisse lassen sich so viel schneller aufklären. Das hab ich heut wieder live erlebt. Gespürt und mit Endorphinverstärkung gelernt.

Ich hab von einer lieben Kollegin eine Mail mit viel zu viel Info bekommen. Sie wollte nix vergessen und hat alles reingepackt, was ihr aus ihrer Detailansammlungssicht wichtig war. Obwohl ich das für die Arbeit gar nicht alles konkret gebraucht habe.

Ich muss dazu sagen, dass ich wenn meine Amygala auf 180 ist, auch dieses Verhalten zeige. Also bei Stress neige ich dazu. Und ich scheine damit nicht allein zu sein. Viele Details kommen mir total wichtig vor und ich muss allen Abzweigungen folgen... Inzwischen kann ich solche Abzweigungen leichter mal identifizeren und weglassen und so die Info auf das nötigste verkürzen.

Das, was ich tun sollte war dann irgendwie hinten so drangehängt an die Informationsflut, dass mir gar nicht klar war, worauf es sich bezieht und was sie jetzt wirklich von mir wollte. Also was soll ich konkret machen?

Dann hab ich glücklicherweise den Kollegen von ihr erwischt, der mir das konkret sagen konnte und auch noch einige Missveständnisse ausräumen konnte.

Ich hab aus dieser Erfahrung gelernt, dass erstens durch zuviel Information die wichtigen Infos gar nicht mehr von der Zielperson wahrgenommen und verstanden werden, weil sie dort untergehen.

Zweitens hab ich gelernt, dass man Missverständnisse am schnellsten ausräumen kann, wenn man den anderen anruft. Also per sprachlichem Direktkontakt, weil sich so im Gespräch ergebendes Nichtverstehen schon offenbart und man es gleich klären kann. D.h. es geht schneller als wenn man ewig lang Mail-Ping-Pong spielt. Und es produziert damit viel weniger Informationsmüll in schriftlicher Form.

Ich neige ja auch dazu, Menschen mit meinem Wissen zu überfahren. Ich werd versuchen das nächste mal dran zu denken - sofern es meine Amygdala zulässt - und werde versuchen mich auf die wichtigen Informationen zu beschränken und den anderen nicht gleich in der Informationsflut zu ersäufen.

D.h. da kann man auch selber viel tun. Und ich hab mir im Gegenzug auch von meinem Kollegen gewünscht, dass er mir zukünftig kurz und knackig nur die Infos schickt, die ich brauche. Denn sonst finde ich sie in dem Wust gar nicht mehr. Das hat er eingesehen. Siggsdes... mer braucht bloss sagn, was mer braucht, dann grichd mer's a. Und dann freuen sich zwei, denn wenn ich schneller verstehe, was ich machen soll, dann bin ich auch früher damit fertig.

Und wenn doch noch was unklar ist, dann kann ich ja immer noch nachfragen. Also eher weniger als zuviel sollte dann in Mails drinstehen.

Trotz der Missverständnisse - der Kollege , der im Thema drin war, hat nämlich lustigerweise die Mailinformationsflut seiner Chefin auch falsch verstanden ;-) - war das Gespräch erfrischend. Denn es klärte mein Hirn... und löste meine Verwirrung und Verunsicherung auf. Und da scheinen dann auch beim "AHA-Erlebnis" - jetzt hab ich verstanden, was Du von mir willst - Endorphine und Glückshormone ausgeschüttet zu werden. Interessant.

Anstrengend find ich aktuell, dass man an langfristigeren Themen nicht dranbleiben kann, weil man durch dringende Adhoc-Aufgaben, immer wieder rausgerissen wird. Wenn es geht, dann nehm ich mir die Zeit und bleib an einem Thema dran. Denn das ist weniger anstrengend als ständig switchen zu müssen. Das hat übrigens nix mit Autismus zu tun. Das kann unser Hirn generell nicht so gut bzw. es kostet viel Energie. Und deshalb ist man dann hinterher recht müd und ausgelaugt nach solchen Tagen.

Mir ist auch aufgefallen, dass es immer mehr Orga-Kram gibt. Und auch weil die Prozesse immer komplexer werden, die Anzahl der Schnittstellen (sowohl Programme als auch Menschen) zunehmen. Das macht auch die Kommunikation komplexer. Je mehr Informationsflut dort herrscht, desto mehr Verwirrung stiftet sie. Also das, was ich am eigenen Leib erlebe, das wirkt sich dann nicht nur auf mich sondern auf andere Kollegen und Prozesse auch aus. Und wenn die im Stress stecken und nicht nachfragen, weil sie denken mit ihrer Sichtweise schon alles richtig verstanden zu haben, es letztendlich aber dann doch nicht so war, dann sind alle frustriert.

Ergo sollte man direkter und knapper kommunizieren. So einfach wie möglich und kurze Wege und immer den Direktkontakt suchen.

Braucht es dann wirklich diese Massenmeetings noch?
Meine Erfahrung damit ist halt, dass es dort dann passiert, dass sich die Menschen der Mehrheit anpassen, einfach um nciht anzuecken und dass dann in solchen Gruppen auch nichts klar definiertes herauskommt. Und wenn es zu viele verschiedene Meinungen gibt, ist eine Einigung umso unwahrscheinlicher je mehr Teilnehmer es gibt. Es heisst ja auch: viele Köche verderben den Brei.

Diese Woche z.B. waren wir in Gruppenarbeit aufgeteilt. In den 2er Teams kam etwas fassbares und konkretes heraus. In den Teams mit mehr als zwei Leuten hatte ich den Eindruck, dass dort unklarerere Ergebnisse herauskamen. Je mehr Leute desto schwieriger fällt es auch sich auf etwas zu einigen.

Was mir auch auffiel war, dass in der Gruppe mit mehr als zwei Mitgliedern alle was sagen wollten (vielleicht weil der wahre Punkt und ihr wahres Anliegen doch nicht in der Zusammenfassung genauso drin war, wie sie es sich wünschten?) und sich die Präsentation des Ergebnisses auch in die Länge zog. Es war anstrengend.

Während die kurze Zusammenfassung der anderen zwei Gruppen von einer Person vorgetragen wurde und auch die Ziele und Ideen klarer und konkreter waren. Ob das daran liegt, dass in einer aus mehr als zwei Menschen bestehenden Gruppe es immer Menschen gibt, die sich nicht ihre Meinung zu sagen trauen? Irgendwie hab ich schon den Eindruck dass das eine Rolle spielt. Ich kann es nur noch nicht ganz einordnen.

Dann wäre aber mein Fazit, dass gezielte Meetings mit klarem Thema (Problembeschreibung) jeweils mit der jeweiligen direkten Schnittstelle (Mensch) mehr Sinn macht als alle Schnittstellen eines Projekts zusammen in ein Meeting zu stecken und zu versuchen dort alles auf einmal zu klären.

Dann würde es Sinn machen ein Projekt in die Einzelthemen Schnittstellenbezogen herunterzubrechen. Und wenn es dann schnittstellen zwischen unterschiedlichen Schnittstellen gibt, dann würde es ja mehr Sinn machen, dass diese sich wiederum direkt miteinander austauschen.

Das dürfte viel Zeit sparen. Und man käme auch schneller ans Ziel.

Denn mir geht es so, dass ich wenn ich in einer Besprechung sitze, sobald ich nicht mehr direkt angesprochen bin, mit den Gedanken abschweife. Das Zuhören bei Themen von denen ich keine Ahnung habe, fällt mir extrem schwer und es ist ungeheuer anstrengend.

Ausserdem könnte ich in dieser Zeit ja auch was anderes machen. Was mir Energie geben würde. Sprich meine Zeit ist dann viel besser eingesetzt. Und meine Energie natürlich auch.

Das will ich mal ausprobieren... naja.. ich kann das ja schlecht, denn ich bin bei solchen Massenmeetings nicht dabei.

Alternativ reicht es ja bei einer ersten Sitzung die Schnittstellen ausfindig zu machen und anstatt alle möglichen Beteiligten nur einen Vertreter der jeweilig evtl. involvierten Abteilung einzladen. Dann konkret und kurz zu schildern worum es im Projekt geht, die Einzelschnittstellen zu identifizieren.

Und dann könnte der Prozess ja wieder mit Meetings auf die direkten Schnittstellen heruntergebrochen werden. Der Initiator braucht dann natürlich Rückmeldung zum aktuellen Stand. Wird bei Bedarf direkt von den Schnittstellen kontaktiert und bleibt ansonsten aussen vor.

Das klingt doch ganz vernünftig und wäre ein Gegentrend zur Meetingkultur des Grauens. Wo immer dieselben Vertreter der Abteilungen bei mehreren Meetings des Tages alle zusammensitzen und so verhindern, dass sie ausser zu den Meetings noch zu etwas anderem kommen.

Sprich: ich glaube so könnte man Stress vorbeugen und Zeit sparen bzw. vernünftiger nutzen.
Muss meine Sichtweise mal mit anderen austauschen wie die das sehen und dazu stehen. Also ich tu mir mit 1:1 Kontakten einfach einfacher. Ich nehme an, weil diese Rollenspielebene wegfällt. Das, was für mich die Sache anstrengend macht.
Und wie ich gestern gelernt habe, geht es ja zumindest einigen von Euch auch so.

Was auch in kleinen Teams toll war, war, dass sich erstens jeder einbringen MUSS! Es kann sich nicht einer zurücklehnen und mittreiben lassen...wie ich es in größeren Gruppen oft erlebt habe. Glaubt mir, ich hab schon oft die Arbeit gemacht und die anderen sich einen faulen Lenz. Und hinterher hamm sie dann das, was ich gemacht hab auch noch kritisiert.

Klar war ich auch genauso oft auf der anderen Seite und habe mich geduckt und in der Masse versteckt. Eine amoklaufende Amygala sucht darin die Sicherheit. Nur nicht auffallen. Das geht mir so in solchen RingelpiezmitAnfassenveranstaltungen deren Sinn sich mir einfach nicht erschliessen lässt. Wenn die Amygdala Amok läuft, dann machen die auch keinen Sinn! Nur wenn man enstpannt ist und einen das Thema interessiert. Okay wenn ein Thema interessant ist, kann ich meine Amygdala auch damit beruhigen..

Das sind dann dann diese Zwangsveranstaltungen, wo bei Fragen des Vorträgers angespanntes Schweigen der Zuhörerschaft herrscht. Seltsamerweise war ich dann doch einer der wenigen, der sich mit Amoklaufender Amygdala doch mal gemeldet hat. Nur wenn dann oft die anderen lachen, macht man das auch kein zweites oder drittes mal mehr. Denn das kostet sehr viel Übewindung. Und dann reicht zwei bis dreimal auch...

Dieses Einbringen-Müssen! ist auch ein Vorteil, weil nämlich so jeder seine Stärken einbringen und auch zeigen kann! D.h. sowas ist auch eine Gelegenheit mal anderen Menschen zu zeigen, was in einem steckt. So hatte ich das Glück, das die Powerpoint-Queen sich mir anschloss. Freiwillig. Es hat anscheinend zwischen uns gepasst. Wir waren auf dem selben Level und haben uns miteinander wohlgefühlt. Es spielt also auch Sympathie bei sowas eine grosse Rolle. Ich denke das ist dann die Anziehung oder Abstossung des Ent- bzw. Anspannungszustands der Nervensysteme.

Ich hab es nicht mit Powerpoint. Ich kann schon mit dem Programm umgehen, aber es richtig verwenden, so dass es die Informationen verdeutlicht und unterstreicht, das ist nicht meine Stärke. Bei mir kommt da eher eine sachliche unaufgeregte Gliederung von Stichpunkten dabei heraus. Und das könnte ich ebensogut mit Word machen.

Meine Teamgenossin hat diese Fähigkeit, die ich sehr bewundere. Meins ist das nicht und ich hab auch nicht das Bedürfnis und den Bedarf, das können zu müssen oder zu wollen. Ich würde einen Vortrag ohne das halten wollen. Und einfach meine Worte durch lebendige Beispiele unterstreichen. Das liegt mir viel mehr. Und das ist halt meine Art sowas zu machen.

Ihr hat die Zusammenarbeit mit mir auch gefallen. Ich hab ein bisschen die Orga übernommen. Das kann ich ganz gut. Dafür hat sie dann die Powerpoint präsentiert. Mit Begeisterung. Man hat diese Begeisterung im Vortrag gemerkt. Das war cool! Das war echt, authentisch. Das kann sie echt toll!

Sprich: sie konnte zeigen, was sie kann! Und es hat ihr Spass gemacht. Und die Zusammenarbeit mit mir auch. Mir auch. Ich hab viel gelernt. Also z.B. dass Gruppenarbeit Spass machen kann. Dieses Erlebnis blieb mir bisher verwehrt. Dann liegt es gar nicht an mir sondern an den Rahmenbedingungen. Es muss zu mir passen. Und bei Euch ist das wahrscheinlich auch so. Je besser der Rahmen zum Bild passt, desto heller leuchten die Farben!

D.h. wenn ich die Rahmenbedingungen kenne, dann kann ich auch mein Potential besser nutzen. So wie meine Powerpointqueen das getan hat. Echt cool! Beeindruckend! Vielleicht ist sie ja damit auch den "Grosskopferden" aufgefallen. Denn das kann nicht jeder. Ich glaub schon.. :)
Ich würd mich auch sehr drüber freuen, weil sie derzeit ein wenig in ihrer Alltagsarbeit frustriert ist. Und ich fände es auch sehr schade, wenn man dieses Potential nicht nutzen würde.

Nicht so wie diese langweiligen Powerpoints bei der Betriebsversammlung wo ich mich zusammenreissen muss, um bei der Sache zu bleiben oder aufpassen, dass mir nicht die Augen zufallen.

Ich mag Teamarbeit nicht besonders. Dachte ich. Nun stell ich fest, dass ich Teamarbeit in 2er Gruppen einfach bevorzuge. Und mir grosse Gruppen halt nicht liegen. Ich kann das auch. Cool.

Und wenn ich mir die größer Gruppe so anschaue, dann hat mich das doch sehr an meine früheren nicht so tollen Gruppenerfahrungen erinnert. Liegt es einfach an der Gruppen-Grösse? Dann könnte man das Problem ja leicht beheben.

D.h. wenn man etwas nicht kann, egal wieviel Mühe man sich gibt, dann kann es durchaus sein, dass einfach das Umfeld nicht zu einem passt und man deshalb keinen Zugriff auf das eigenen Potential bekommt und hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Dann kann man es ja mal mit einem anderen Umfeld ausprobieren. Wenn ich das nicht gemacht hätte, wüsste ich das immer noch nicht. Spannend!

Gestern hab ich meinen Posterbeitrag beim Schmerzkongress eingereicht. Mal sehen, wie es diesmal läuft. Wenn es diesmal auch nix wird, dann soll es wohl nicht sein. Dann freu ich mich auch, denn dann mach ich in der Woche Urlaub daheim statt in Mannheim ;-)

Habt Ihr gesehen wie schön der Flieder blüht?
Ich hab einen Comic dazu gemacht. Viel Spass damit!

Hui! Grad ist mein neues Buch: Thomas Strong - The Poewer of Neurodiversity - Unleashing the advantages of yoour differently wired brain gekommen. Bin schon ganz neugierig und gespannt, was ich noch so alles mit meinem Hirn anstellen kann :)

Freitag: Unsere Teamasstentin hat mir erzählt wie irritiert sie war, wie sie einer tanzenden und gut gelaunt quasselnden junge Chefin begegnet ist. Für sie ist Arbeit Ernst und der Spass gehört in die die Freizeit.

Ist das wirklich so, dass die Sichtweise junger und älterer Menschen von der Arbeit so stark abweicht?
Sehen ältere darin vor allem die Pflicht und dass man dort keine Spass haben darf? Und dass man deshalb Arbeit und Freizeit strikt trennt?

Und junge Menschen trennen dazwischen gar nicht mehr? Wollen sie Spass auf Arbeit haben? Und sie nicht als Pflicht zum Lebensunterhalt allein sehen?

Da bin ich dann schon eher den jüngeren ähnlich. Komischerweise, obwohl ich doch gar nicht mehr so jung bin. Ich möchte genau wie sie was schaffen, was Sinn macht und Spass macht. Ich möchte wie sie von anderen lernen und wünsche mir auch, dass sie von mir lernen können. Also eine Gegenseitigkeit. Und ich wünsch mir auch ein Umfeld, das zu mir passt und in dem ich mich wohl fühle und die Leut um mich rum auch. Das düfte dann ein Umfeld sein, das gesund macht und jung hält. Innerlich und äußerlich. Gibt es sowas? Und wie bekommt man das hin?

Die ältere Sichtweise ist also extrinsisch motiviert.
Die jüngere intrinsisch.
Da treffen Welten aufeinander.

Wahrscheinlich befinden wir uns auch deswegen grad in so einer spannenden Zeit.
Dann wäre es doch optimal, wenn die älteren von den jüngeren den Spass an der Arbeit und die jüngeren von den älteren aus deren Erfahrungen lernen können. Dann wär es doch perfekt. Dafür muss dann die Mischung stimmen. Und es muss gegenseitige Offenheit und Neugier aufeinandertreffen.

Und das ganze nicht dem Stress, Druck und der Arbeitslast, oder gar dem Pessimismus und dem Frust zum Opfer fallen.
Wie man das wohl hinbekommt?

Im Buch "The power of diversity" geht es darum, dass man sich als Autist oder ADHSler oder mit einem sonstig etwas anders konfiguriertem Gehirn ein Umfeld suchen bzw. selber schaffen muss, das zu einem passt. Und sich die Unterstützung dafür suchen muss, die man braucht und ebenfalls zu einem passt. Dann findet man seine Niesche. Ich arbeite daran.

Dann bekommt man auch Zugang zu seinen Potentialen. Und wenn Menschen aufeinandertreffen, die ihre Potentiale entfalten, dann unterstützen sie sich gegenseitig dabei und dann profitiert auch das Unternehmen davon.

Ich glaube, dass das für jeden Menschen gilt. Denn jeder ist ja ein bisschen anders und braucht bestimmte Voraussetzungen um sich wohlzufühlen. Und wenn die vorhanden sind, dann kann man seine wahren Stärken erst zeigen und ausbauen.

Wie jedes Bild braucht also auch jeder Mensch den richtigen Rahmen. Ohne richtigen Rahmen gibt es keine Potentialentfaltung und somit kein Persönlichkeitswachstum. Ein nicht passendes Umfeld ist dann sogar schädlich. Denn es offenbart die Schwächen anstatt die Stärken an die Oberfläche treten zu lassen.

Da nur jeder Mensch selber wissen kann, was er braucht, kann man auch von niemandem anderen (Behörden, Instutionen, Arbeitgeber..) erwarten, dass sie einem genau das geben, was man braucht. Das muss man schon selbst erstmal herausfinden. Und dann schauen, welche Angebote dann für einen sinnvoll sind.

Man muss sich also sein Wohlfühlumfeld selber schaffen, damit man seine Stärken optimal entfalten und zeigen kann. Und da kann man gar nicht zwischen privat und Arbeit oder sonstigem trennen. Es muss insgesamt passen. Denn ein Mensch entwickelt sich ja nicht in getrennten Schubladen weiter. Erweitert er sein Wissen, wird er auch selbstbewusster werden. D.h. mehr Arbeits- Fachwissen wirkt sich auch auf das Wesen des Menschen aus.

Das ist gar nicht trennbar! Sind die heutigen Jungen dann nicht den älteren schon weiter voraus? Wenn sie das genauso sehen, schon.
Wenn sie sich in einer Arbeit verausgaben, die ihnen Spass macht und Energie gibt, dann wird das funktionieren. Aber wenn sie sich in einer Arbeit verausgaben, die keinen Spass macht, die Energie raubt, dann wird es nicht funktionieren. Denn im zweiten Fall geht die intrinsische Motivation schnell verloren.

Viele Menschen verlieren auch mit der Zeit, die sie in ein und derselben Firma jahrzehntelang denselben Job machen, diese intrinsische Motivation. Liegt das am Ende daran, dass sie nichts neues mehr dazulernen und sich in ihrer Routine langweilen bzw. dass immer mehr Aufgaben bei ihnen landen, die sie gar nicht interessieren?

Hmm... und wenn ja, wie kann jeder einzelne das ändern? Ob jeder Mensch wie ich eine neue Sichtweise auf seine Arbeit finden kann? Warum nicht einfach zu seinem Teamleiter gehen und sagen, was einen interessiert und schon mal einen Vorschlag machen, wo man hin will. Das wär dann schon mal ein Schritt in Richtung Selbstorganisation.

Ist nicht eine interessante neue Tätigkeit , ein interessantes neues Projekt auch eine neue Sichtweise auf das Altbekannte? Oder ist das unter bestimmten Bedingungen gar nicht mehr möglich. Wenn die Unsicherheit und das Misstrauen zu gross geworden ist? Ihr könnt es ja mal ausprobieren und mir von Euren Erfahrungen berichten.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

 
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Das Froschkonzert
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Flieder - ein Gedicht
09.05. bis 15.05. Lebst Du schon selbst oder wirst Du gelebt?

Samstag: Norman Cousins Sicht von der Unendlichkeit bzw. der Unsterblichkeit des Menschen ist spannend. Denn er sieht die Unsterblichkeit , Undendlichkeit schon heute in der Gegenwart indem er den Blick in die Vergangenheit des Menschen richtet.
Vom heutigen Zeitpunkt aus gesehen sind wir also die Unendlichkeit bzw. die Unsterblichkeit der allerersten Menschen. Denn die Unendlichkeit, Unsterblichkeit besteht in den Genen und Eigenschaften, die sie uns vererbt haben und in uns weiterleben.

Ich teile mit ihm die Ansicht, dass die nächste Transformation des Menschen die Entdeckung und Benutzung des freien Willen ist. Vom Gelebt werden zum lebendigen Menschen mit all seinen Facetten. In diese Richtung geht ja auch der Gedanke der Neurodiversität.

Wenn jede Art zu sein in unserem Genpool überlebt hat, dann gibt es auch einen Grund dafür. Und da wir gestern ja schon festgestellt haben, dass es auf das Umfeld ankommt, ob man seine Stärken nutzen kann und es darauf ankommt, sich selbst seine eigene Niche zu schaffen, sind wir damit auch wieder beim freien Willen und beim eigenen Denken angekommen.

Sprich selber Verantwortung für sich selbst und seine Mitmenschen zu übernehmen und sich ein heilsames Umgebungsklima zu schaffen. Pflanzen können dies in gewisser Art und Weise auch. Sie machen Photosynthese, sie locken mit Duftstuffen Bestäuber an oder wehren sich mit Stinkstoffen oder Stacheln oder Giftstoffen gegen Schädlinge. Eine Pusteblume nutzt den Wind, um ihre Samen zu verteilen.

Und sowas können wir auch. Wir können sogar die Umgebung wechseln, wenn sie uns krank macht.

In unserer Gesellschaft kommt es leider auf eine sehr "beschränkte" Sicht an. Denn eine Gesellschaft, die Wissenschaft auf das Lesenkönnen setzt, schliesst all die aus, die eher bildhaft denken. Bildhaftes Denken ist für Innovationen und Erfindungen unentbehrlich.

Unsere Gesellschaft bevorzugt ernste Menschen. Erwachsensein ist nämlich kein Kinderspiel. Da kann einem das Lachen vergehen. Da verstehen sie keinen Spass.

Stimmt das wirklich? Ist das wirklich so? Kindlichkeit, Spielfreude, kindliche Neugier und Entdeckerlust bis ins hohe Alter halten fit. Geistig und körperlich. Einstein hat sich seine Kindlichkeit bewahrt. Aufgrund dessen hat er Fragen gestellt und seine wissenschaftlichen Erkenntisse gemacht.

Wieso hält dann unsere Gesellschaft , Schule an dieser nicht-natülrlichen, vollkommen willkürlichen Konformität fest? Und behindert damit sich selbst, weil sie sich die Bereicherung der Andersdenkenden vorenthält? Genau derjenigen, die es braucht, um Veränderungen und ein Umdenken in Gang zu setzen? Denn nur Kinder und Andersdenkende sind in der Lage Dinge in Frage zu stellen, die Ihr als richtig, passend gelernt habt.

Allerdings war das richtig und passend in einer anderen Zeit. Die Zeiten haben sich geändert. Das, was früher passend war, ist es heute längst nicht mehr.

Wenn ich nur eine Art des Denkens fördere, dann brauch ich mich doch nicht darüber zu wundern, dass neue Denkansätze fehlen. Wo sollen die denn bitteschön herkommen?
Die kommen doch nur von Andersdenkenden, die mit Eurem Denken nichts anfangen können, es nicht verstehen oder versuchen Eure Denkweise zu verstehen, damit sie sich auf Euch einstellen können. Aus ihrer täglichen Praxis, sich der Quadratur des Kreises anzupassen.

Schon schräg, dass die Gesellschaft den sich an dieses nicht-für-sie-gemacht-klima-anpassenden dann das Etikett einer Anpassungsstörung verpasst. Dabei passen sie sich an Euch so gut sie können (mit viel Aufwand und Energie) an und ihr nehmt das nicht einmal wahr. Denn Ihr beurteilt sie nach Euren Masstäben , nicht nach ihren. Und so seid Ihr blind für ihre Stärken und das gesellschaftliche Potential, das darin liegt.

Also gibt es Betriebsblindheit nicht nur in Betrieben sondern auch in Gesellschaften und ihren Institutionen.

Wer sagt denn dass Eure willkürlich definierte Art die Welt zu sehen, die sogenannte Norm , die richtige Sichtweise ist? Solange die Umstände passen, mag sie das für Euch sein. Doch sie ändern sich. Durch das Handeln der Menschen in den bisherigen Gesellschaften verändert sich die Welt, das Klima, kommen neue Viren wie Corona ...

Wenn wir jetzt so weitermachen wie vor Corona, dann haben wir alle eine Anpassungstörung. Einge gewaltige!

Wacht doch bitte endlich auf und denkt endlich selber! Benutzt Eurer Hirn, dafür ist es nämlich da. Rennt nicht wie die Lemminge in Euer eigenes Verderben allen anderen hinterher sondern übernehmt die Verantwortung für Euch und Euer Leben und denkt endlich selbst. Hinterfragt, was passiert. Verlasst Euch nicht blind darauf, dass andere es schon besser wüßten. Sie tun es nämlich nicht!

Wieso ist die Meinung eines Virologen mehr Wert als der gesunde praktische Menschenverstand eines Passanten? Jede Sichtweise ist gleich wertvoll. Sie sollten sich ergänzen und nicht bekämpfen. Eine Demokratie lebt vom verantwortungsvollen Meinungsaustausch und nicht vom Meinungsdiktat der Unsicherheit.

Gerade jetzt wird doch offenbar, das Unsicherheit das einzig sichere im Leben ist. Wieso wehren wir uns dagegen anstatt es einfach zu akzeptieren? Halten an nicht mehr der Zeit entsprechenden Verhaltensweisen fest, nur weil wir es schon immer so gemacht haben. Das sagt man übrigens Autisten nach. Selbst ich hab meine Wela-Hühnerbrüh und Senfbrotphase mal überwunden und was neues ausprobiert bwz. hatte mal die Nase voll davon.

Ihr wollt weiter mit immer mehr von denselben alten Rezepten aus einer längst vergangenen Zeit , die Zukunft kochen. Das funktioniert nicht mehr, weil es die Zutaten gar nicht mehr gibt.

Ich kann nachfühlen wie sich das für Euch anfühlt. Ich hatte mich grad an eine Shampoo-variante gewöhnt, jetzt ist es alle und entweder hat es jetzt eine andere Verpackung, eine andere Zusammensetzung oder es gibt es jetzt nicht mehr! Oder sie haben wieder mal das Regal im Supermarkt umgeräumt! Ja, das verwirrt mich jedes mal. Ich kann Eure Verwirrung und Wut und Trauer also durchaus verstehen.

Doch es ändert ja nichts daran! Jetzt kann ich entweder an meinem Nichtwahrhabenwollen, mener Wut, Trauer festhalten, was sehr unproduktiv ist und physiologischen Stress erzeugt oder ich kann die Veränderung akzeptieren. Inzwischen kann ich mich öfter für das letztere entscheiden. Das ist ein Willensprozess. Mit Achtsamkeit gelingt er immer besser. Dann bin ich offen für die Möglichkeiten und entdecke vielleicht ein Shampoo, das ich schon immer mal ausprobieren wollte. Oder eine neue Sorte, die viel besser riecht.

Eine Veränderung ist immer die Chance etwas besseres zu finden als das altbekannte!

Momentan verhaltet Ihr Euch wie ich und bleibt kopfschüttelnd vor dem Regal stehen. Agil ist das nicht. Und weiter kommt Ihr damit auch nicht. Im Endeffekt macht Ihr damit die Probleme ja noch schlimmer. Denn wenn Ihr bei Ladenschluss immer noch dort verharrt, dann wird das Personal sicher dafür wenig Verständnis haben. Deswegen sind Eure Kinder dann wütend auf Euch und gehen für ihre Zukunft auf die Strassen und protestieren mit Greta. Weil sie sonst keine mehr haben. Bzw. suchen eine alternative Lebensform in tiny houses und Co.

Warum fällt das Euren Kindern leichter? Weil auch sie immer weniger in die von Euch definierte Norm passen. Und vielleicht auch, weil sie NOCH anders denken können bzw. selber denken. Weil es ihnen noch nicht im gesellschaftllich verordneten Lernprozess abgewöhnt wurde.

Denn von ihnen wird lebenslanges Lernen erwartet! Lebenslanges lernen bedeutet, dass man immer wieder den Status Quo in Frage stellt.

Ist es nicht widersinnig, dass eine Gesellschaft erst ihrem Nachwuchs das natürliche Lernen, Neugier und das Fragenstellen ablernt, genau dieses natürliche Lernen, Neugier und das Fragestellen dann von ihrem Nachwuchs fordert? Wäre es nicht sinnvoller, das natürliche Lernen durch dem Nachgehen eigener Interessen, Lösen von Problemen, die grad akut sind, fördert? Also erst gar nicht abgewöhnt? Das wäre doch weitaus weniger verwirrend und zeit- und kostensparender.

Wieso probiert Ihr nicht mal was neues aus? Macht etwas ein klein bisschen anders als bisher und schaut was passiert? Geht die Welt unter? Tut sich die Erde auf und verschlingt Euch?

Ich kenne Menschen, die jammern mir immer dasselbe vor. Ändern nichts an der Situation. Sie verhalten sich weiterhin genauso wie immer. Dann wird sich auch nichts ändern. Ausser dass der Mensch irgendwann sehr einsam wird, weil sich sein ewiges Gejammere keiner mehr anhören mag, weil es einen wahnsinnig viel Energie kostet!

Sprich dieser Mensch schafft um sich herum ein feindseliges Klima. Unbewusst. Irgendwann mag keiner mehr mit ihm reden. Weil es so anstrengend ist. Auch weil er mit seiner Einstellung jede positive Sichtweise, die einem der Gesprächspartner zeigen will, im Keim erstickt. Das ist frustrierend und entnervend.

Und dann gibt es noch diejenigen, wo man den authentischen Menschen unter der Maske, die sie zur Schau tragen, gar nicht mehr entdecken kann. Sie verkleiden sich. Sie wollen anscheinend nicht der Mensch sein, der sie in Wirklichkeit sind. Dabei finde ich den viel liebenswerter und schöner, wenn er doch mal hervorspitzt, als die Maske, der jede tiefe fehlt.

Hm... ich glaub die Frauen, die mir authentisch begegnen, tragen kaum Makeup oder gar keines. Vielleicht braucht man das nicht, wenn man weiss wer man ist und sich mag. Und man riecht auch ihre Parfümwolke nicht drei Meilen gegen den Wind. Das ergäbe Sinn, denn dann kann man sich ja riechen. Jemanden riechen können heisst ja, ihn zu mögen. Und wieder ist die Sprache der Wissenschaft weit voraus. Der Volksmund halt. Wieso ist ein Volksmund weniger Wert als ein Wissenschaftler? Beides sind gleichwertige Sichtweisen, die Welt zu sehen. Es sind beides Erfahrungen von Menschen. Nur aus unterschiedlichen Perspektiven. Sie können sich gut ergänzen. Und das sollten sie auch.

Ob das bedeutet, dass man Menschen, die vorgeben jemand zu sein, der sie gar nicht sind, schon von aussen erkennen kann? Wenn ich von meiner Erfahrung auf andere schliessen darf, dann dürften das Menschen sein, die sich in ihrer Haut nicht wohlfühlen. Und das sieht man ihnen dann ja auf die ein oder andere Weise an.

Wie soll die Welt nach Corona aussehen? Wäre es nicht schön, wenn sie menschlicher würde? Einfacher? Bodenständiger? Wenn wir wieder die wahren Werte hochhalten würden? Was wäre, wenn wir die "Norm" abschaffen würden und offen für alle Sichtweisen werden würden? Würde nicht eine Vernetzung und Kombination von Praxislern und Theoretikern aus unterschiedlichen "Welten" die Welt viel bunter, menschlicher machen und nicht auch viel bessere und neue Lösungen hervorbringen? Ich glaube daran und ich arbeite daran.

Die Baumassnahmen am Krankenhaus gehen weiter. Das Baustellenschild am Kreiskrankenhaus ist zwar jetzt weg. Dafür bauen die Störche auf dem Krankenhausschornstein ein Nest. Das find ich lustig.
Gibt es viele Krankenhäuser mit einem Storchennest?

Die Handarbeitsqueen hat wieder zugeschlagen :)
Haekelfiguren 2

Sonntag: ERLEBNISSE UND ERKENNTNISSE
Zur Zeit arbeitet mein Nervensystem ganz schön. Liegt einerseits am unentschlossenen Wetter mit der damit verbundenen Reizflut: zu warm, zu hell, zu feucht, zu wechselhaft andererseits auch daran, dass mein neuer Physiotherapeut ziemlich extrem an meinen verklebten Faszien rumgearbeitet hat. Jaua!

Was mir auffällt, wenn er mich nach der Schmerzstärke fragt, weiss ich nicht, was ich sagen soll. Ich kann mir darunter einfach nichts vorstellen. Und anscheinend geb ich das wohl zu niedrig an. Zumindest tut mir heut immer noch alles extrem weh und arbeitet nach.

Er meinte, seine Finger tun ihm jetzt auch weh. Was soll ich denn bitteschön sagen?

D.h. ich kann mich über andere Reize vom Schmerz ablenken oder muss erstmal aus der ganzen Reiz- und Informationsflut um mich herum , den Schmerzreiz herausfieseln und mich drauf konzentrieren. Und dann weiss ich wieder nicht, was ich dazu sagen soll...

Er will von mir wissen wie stark der Schmerz ist. Und da erst fällt mir auf, dass ich das einfach nicht sagen kann. Es tut seeehr weh! Aber welche Zahl entspricht meinem seeehr? Ich habe nicht die leiseste Ahnung. Und so sag ich etwas willkürliches. Einfach damit der andere Ruhe gibt.

Ich kann einfach eine Zahl nicht mit einer Schmerzintensität als Bild verbinden. Was funktioniert ist, wenn mich jemand fragt, wie der Schmerz ist: schneidend (wie ein Messer), brennend (wie Feuer), stechend (Messer), ziehend (da seh ich ein Tau oder eine Sehne - wie beim Bogenschiessen - vor mir, die zum zerreissen gespannt sind...)

Ob das anderen Menschen auch so geht, dass sie sich unter dieser Numerierung nix vorstellen können 1 - 10?
Ich hab da einfach kein Bild für einen Vergleich - keine Übersetzung der Zahl in ein Bild - im Kopf. Da ist Leere. Bzw. nur ein Abbild der Zahl. Und mit der kann ich nix anfangen. Mit der kann ich rechnen. Aber ich kann sie nicht in ein Bild für eine Schmerzstärke übersetzen.

Vielleicht ist das so ähnlich wie in Grönland, wo es für die verschiedenen Arten von Schnee viele verschiedene Wörter gibt. Würde man Euch diese Wörter als Skala für Schneeflocken vorgeben, dann wüsstet Ihr auch nicht welches davon der deutschen Schneekonsistenz entspricht.

So geht es mir halt bei der Schmerzskala. Es gibt auch so Gesichterschmerzskalen. Wenn man der Mimik nicht mächtig ist, fehlt mir auch hier die Übersetzung. Das ist dann wie bei der Französischklausur, wo man das Französisch-Französisch-Wörterbuch verwenden darf und das unbekannte Wort, das man nachschaut mit weiteren unbekannten Wörtern erklärt wird. Es bringt einen nicht weiter.

Mit Smileys kann ich eher was anfangen, aber da gibt es für mich beim Schmerz halt auch nur den Strich als Mund oder den nach unten gebogenen Mund. Das wären dann zwei Schmerzstärken. Vielleicht noch einen Smiley mit heruntergebogenem Mund und Tränen. Da komm ich aber nicht bis an 10 Schmerzgrade heran. Zumindest mir würd da jetzt nicht mehr einfallen...

Vielleicht wenn man den Smiley noch mit einem Messer für stechend oder einer Flamme für brennend kombiniert. Und mal mit oder ohne Tränen.... das ergäbe noch ein paar Kombinationen. Damit könnte ich eher was anfangen. Aber könntet Ihr damit was anfangen? Da bräuchte es ja wieder eine Übersetzung in Euer 1 - 10.

Und dann wär ja auch nicht sicher, ob Eure Zahl meinem Smiley entspricht. Dafür bräuchte man einen Menschen, der beider Sprachen mächtig ist. Ob es das gibt? Menschen, die sowohl in Zahlen und Worten denken können und in Bildern? Mir hat mal jemand sowas erzählt, dass er es könnte. Aber selbst dann... hat er eine andere Erfahrung, ist anders aufgewachsen, hat ein anderes biologisches Geschlecht ... ist es dann wirklich das gleiche? Hmm...

Das sind also auch wieder Kommunikationsprobleme. Interessant. Kommunikationsprobleme zwischen Menschen, die in Zahlen und Wörtern denken und denen, die in Bildern denken.

Ob es noch andere Formen gibt als Bildern und Worten? Denen geht es dann ja auch so, dass sie nix verstehen oder missverstanden werden. Oder dass ihnen die Übersetzungen fehlen. Wie behelfen die sich dann?

Das heisst, auch wenn man dieselbe Muttersprache spricht, muss man noch lange nicht dasselbe mit den Wörtern verbinden können. Wow! Deshalb ist Kommunikation so kompliziert. Deshalb gibt es so viele Missverständnisse. Weil unsere Wahrnehmung unser Art zu Denken, die Art wie unser Gehirn funktioniert und auch ob wir entspannt oder angespannt sind, die Kommunikation beeinflusst.

Dann findet Kommunikation ja auf noch viel mehr Ebenen statt! Nicht nur auf der Sach (Worte)- und persönlichen Ebene (Gefühle), sonder auch auf der Erfahrungsebene, der Funktionsebene des Gehirns und auf der Umgebungsebene (ob man sich da wohlfühlt).

Um einem Schmerzlevel von 1 - 10 ein Bild zuordnen zu können, müsste mir schon jemand mit einem Ereignis kommen, das ich selber erlebt habe, damit ich ein klares Bild vom Schmerz vor mir sehe. Leider scheitert das dann wieder an der Vergesslichkeit, die meine Amygdala verursacht. Ich leide also an amygdalabasierter Demenz.

Das war mir auch nicht bewusst. Dass andere nicht abends schon vergessen haben, was es zum Mittagessen gegeben hat. Oder was gestern passiert ist. Wenn was vorbei ist und abgeschlossen, dann vergess ich es sehr schnell.

Ist meine Amygdala auf 180 dann gelangt die Informationen erst gar nicht mehr ins Gedächtnis. Da ist dann Aufnahmestopp. Das sieht dann so aus, dass ich nicht mehr weiss, dass mir jemand was gegeben und wo ich das hingesteckt habe. Ist mir im Krankenhaus mit dem Verletztengeldzettel passiert. Ich kann nicht gleichzeitig zuhören und mir dann noch merken, was ich tue und was passiert. Ich war dann hinterher jedesmal am suchen: wo hab ich das nur hingetan? Und völlig durch den Wind.

Der Arzt war dann sauer, weil er ihn mir ja schon gegeben hatte. Ich konnte mich aber leider nicht mehr daran erinnern. Ganz zu schweigen, wo ich ihn dann hingetan hatte. Ich hab ihn dann im Rucksack wiedergefunden und mich entschuldigt. Ich kann nix dafür. Da kann ich mir einfach nix merken.

Was glaubt Ihr, wo ich schon überall meinen Busausweis versehentlich hingesteckt habe? Was ich den gesucht hab. Da wär ich im Leben nicht draufgekommen. Gefunden hab ich ihn dann in meiner Verlust-Panik natürlich schon dreimal nicht. Erst irgendwann später durch Zufall, wo ich ihn gar nicht mehr gesucht hatte und schon aufgegeben hatte.

Deshalb geb ich verlorene Busausweise, die mein Detailblick findet, beim Busfahrer ab. Weil ich weiss wie froh ich gewesen wäre, wenn das jemand für mich getan hätte.

Vielleicht ist es deswegen für Autisten so schwer eine Schmerzstärke einzuordnen. Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass ich mich auf den Schmerzreiz dann konzentrieren muss. Und das geht mit einer Amoklaufenden Amygala auch nicht besonders gut. Denn wenn man im Krankenhaus ist, dann muss ich mich ja auf den Arzt konzentrieren. Auf das, was er sagt und fragt. Ich kann mich nicht auf zwei Dinge auf einmal konzentrieren. Das kann mein präfronteraler Kortex nicht. Es kostet ja schon ungemein viel Energie, den Desinfektionsgeruch, das Neonlicht, die Stimmen und Geräusche im Hintergrund auszublenden. Ob das Eurer wohl kann? Es ist nicht unbedingt ein Vorteil, wenn man den Arzt im Nebenraum genauso deutlich versteht , als den im Zimmer und beides dann mühsam auseinanderfieseln muss.

Klar in einer Gefahrensituation, dann ist es ein Riesenvorteil, dass ich sowas kann! Denn dann kann ich die Gefahr aus dem Nebenraum schon viel früher wahrnehmen.

Dass ich dazu noch mit scheinbar unbeteiligtem Gesichtsausdruck dabei bin, macht es auch nicht einfach. Inzwischen versteh ich es, kann es nicht ändern. Ich kann es erklären. Wenn mir jemand zuhört. Viele haben dazu keine Zeit, weil sie im Stress sind.

Ich bin nicht unbeteiligt! Ich bin sogar sosehr dabei, dass alle Muskeln angespannt sind!!! Macht Ihr mal mit angespannten Muskeln ein entspanntes Gesicht und Mienenspiel! Geht nicht!

Und wenn Ihr einer Gefahr gegenübersteht, dann ist Gestik und Mimik das letzte, was man braucht. Also fällt sie halt instinktiv oder automatisch weg.

Bis vor einem Jahr, wusst ich gar nicht, dass es sowas gibt. Dieses Gestikuliere und wilde Herumgefuchtel ist für mich nicht hilfreich. Da schwingt für mich keine nonverbale Kommunikation mit. Wieder eine Sprache, die ich nicht spreche: nonverbale Kommunikation. Also auch wieder eine Kommunikationsebene, die die Sache weiter verkompliziert. Und derer die sie sprechenden sich gar nicht bewusst sind.

Dieses wilde Gefuchtel weckt nur meinen Fluchtinstinkt. Wenn jemand so wild mit den Händen herumfuchtelt, dann möchte meine Amygdala von mir, dass ich wie ein scheues Pferd davonrenne. Macht Ihr das mal. Das kommt nicht besonders gut an. Also bleibt man halt sitzen. Innerlich ist man in Aufruhr und nach aussen wirkt man unbeteiligt. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Mimik kann man wohl auch nur lesen (ich nehme es zumindest an, weil ich es nicht kann), wenn man das Gesamtbild , also das ganze Gesicht erfassen kann. Das kann ich mit meinem Detailblick nicht. Dafür kann mich dann eine weisse Haarsträhne oder ein Detail im Gesicht so sehr fesseln und faszinieren , dass ich von der Kommunikation dann gar nichts mehr mitbekomme. Weil es mich hypnotisiert. Es ist dann so ein Trancezustand, in dem ich lande. Nicht willentlich und wissentlich. Ich kann nicht anders.

Zuhören und Zuschauen sind zwei Dinge auf einmal und das kann zumindest mein Hirn mit seiner amoklaufenden Amygala einfach nicht! Entweder oder. Da müsst Ihr Euch schon entscheiden. Deshalb fällt es mir viel leichter zuzuhören oder selbst etwas zu sagen und mich dabei zu konzentrieren, wenn ich irgendwoanders hingucke. Denn ein Gesicht lenkt mich nur ab. Dann verlier ich den Faden bzw. höre nicht mehr zu. Nicht, weil ich nicht will, sondern weil ich nicht kann! Es geht nicht!

Gut, dass kann ein Vogel oder ein Flugzeug, dass ich aus dem Augenwinkel am Fenster entlangfliegen sehe auch. Oder ein Kollege, der vorübereilt. Jede Bewegung aus dem Augenwinkel kann ja wieder Gefahr bedeuten. Deshalb nehme ich sie wahr. Und sie lenkt mich ab. Denn sie zieht wie in Urzeiten meine Konzentration auf sich. Weil mein Nervensytem in dem Hypervigilantmodus ist. Mit einem Grossraumbüro ist das nicht besonders kompatibel.

Meine Basiskonfiguration war sicher in gefährlichen Zeiten von Vorteil. Denn wenn man jede kleinste Veränderung, jedes kleinste Geräusch wahrnimmt, dann ist man ein idealer Wächter oder Späher. Einer dem nix entgeht. Der die anderen warnen kann. Immer in Hab-Acht. Kein Detail entgeht mir.

Dass man in so einem Job auf Instinkte und nicht auf Gestik und Mimik hören kann, ist logisch. Sprich so eine Konfiguration ist in bestimmten Umgebungen sehr sinnvoll und ein überlebenstechnischer Vorteil. Es war in dieser Situation auch unwichtig, welches Geschlecht man hatte. Viel Stresshormone ergeben nämlich ein männliches Gehirn. Damit wird man keine Nesthüterin und Empathin. Macht auch keinen Sinn, der Gefahr empathisch ins Auge zu blicken. Sie tut es nämlich auch nicht.

Deswegen fühl ich mich als Neutrum. Das stört mich auch nicht. Ich war ja schon immer so.

Mit einer hyperaktiven Amygdala (derzeit ist es wieder schlimmer) neige ich dazu bei Erzählungen mich in Details zu verstricken. Ist ja aus obiger Sicht klar. Denn aus denen ergibt sich meine Weltsicht. Ich sehe die Welt in Details, weil ich eien Detailwahrnehmung habe. Es war mir lange nicht klar, dass andere Menschen eine andere Wahrnehmung haben. z.B. den Wald als Wald sehen. Als Einheit. Ich sehe immer die einzelnen Bäume, das Reh am Waldrand, das Unterholz, die weggeworfenen Kippen, das Bonbonpapier, das Taschentuch....

Deswegen verwundert mich immer, was die Menschen so alles verlieren. Mein Weg ist gepflastert mit ihren Hinterlassenschaften, die ich alle registriere. Manches nehme ich mit, anderes werfe ich weg, weil es in der Natur nichts zu suchen hat.

Sprich: ich sehe Dinge, die andere nicht sehen. Sie nehmen sie nicht wahr. So springt mir jeder Tippfehler direkt ins Auge. Euer Hirn scheint die Fähigkeit zu haben, darüber hinwegzusehen. Das hab ich in Hirnforschungsbüchern gelesen. Meins kann das nicht. Es bleibt genau an diesem Punkt, wo es die eine Unstimmigkeit wahrnimmt "hängen".

Ich kann es nicht ignorieren. Es stört mich und macht mich hibbelig. Bedenkt man, dass jede Unstimmigkeit eine Gefahr in früheren Zeiten bedeuten konnte, ergibt das auch Sinn.

Deshalb muss ich Fehler korrigieren. Sie machen mich wahnsinnig. Und so hab ich den Fehler in der Aufgabenstellung meiner Englischlehererin korrigiert. Ich kann nicht anders.

Erzähle ich, dann tun sich bei jedem Wort assoziative Abzweigungen auf. Wie Türen. Und dann gelang ich in den nächsten Gang und auch dort zweigen wieder unzählige Türen ab. Das führt dann dazu, dass ich den Faden verliere und mich in meinen Details im Hirn verlaufe. Die übrigens in Bildform dort drin vorliegen.

Ich denke in Bildern. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das ist in Worten zu denken. Wenn ich an ein Wort denke, dann sehe ich bildhaft die Buchstaben vor mir. Was seht Ihr? Ansonsten seh ich bildhaft vor mir, was das Wort repräsentiert. Also beim Wort Hund kommt eine ganze Reihe von Hunderassen mitsamt ihren Geschichten vor mein geistiges Auge geschossen: Weimaraner (gross und grau) , der wohnt da in Etzelskirchen beim Altenheim und will immer spielen, der Dackel Wanda einer Altenheimbewohnerin, die ich oft beim Gassigehen getroffen habe, Blacky , der schwarze Mischling einer Nachbarin ... ich könnte endlos so weitermachen.

Bei einem Wort oder einer Metapher laufen bei mir wahre Filme oder Bilderketten ab. Deswegen lache ich dann öfter über Dinge, die andere sagen, die die Leute selber gar nicht lustig finden. Wisst Ihr eigentlich wie lebendig und bildhaft die deutsche Sprache ist? Sie arbeitet mit Bildern. Und dann hab ich einen Film im Kopf. Das kann dann ziemlich lustig aussehen. z.B. das Wort rückläufig. Da stell ich mir einen rückwärtslaufenden Menschen vor.... der ist rückläfig. Und dann erscheint als nächstes schon ein rückwärtsfahrendes Auto. Ist das dann rückfahrig?

z.B. wenn man sich freut wie ein Schneekönig dann seh ich das ganze sehr plastisch vor mir. Und das sieht dann ulkig aus. Dann muss ich lachen und mein Gegenüber versteht das nicht, weil in seinem Kopf leider ein anderer Film läuft oder der Projektor gleich ganz ausgefallen ist. Ich weiss es nicht genau... Vielleicht könnt Ihr es mir erklären.

Mir war lange gar nicht klar, dass andere Menschen anders "funktionieren". Auch heute noch passiert es mir, dass ich von mir oder von einer gelernten Sache auf andere schliesse oder eine Verhaltensweise aus einem Kontext einfach in einem anderen anwende, wo man sie nicht anwenden darf. Ich weiss leider nicht warum. Denn das sagt mir keiner. Denn man denkt ich mach das mit Absicht falsch. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, warum man es in diesem Kontext anders machen sollte.

Apropos Muskelanspannung... ich steh nämlich immer unter Strom! Meine Amygdala schläft nie. Sogar nachts beim leisesten Knacken weckt sie mich. Ein Gewitter kann ich dagegen ganz gut verschlafen.

Ich mag die Dunkelheit und die Dämmerung weil es da reizärmer ist. Sommer und helles Sonnenlicht mag ich weniger. Ich bin ein Schattenkind. Ich werde nie verstehen, warum man sich freiwillig in die Sonne legt um seine Pigmentierung zu verändern. Und was daran so toll sein soll, weiss ich auch nicht.

Mein Physiotherapeut hat mir erklärt, dass wenn die Muskeln immer unter Anspannung stehen, die Flüssigkeiten (Lymphfluss) nicht abfliessen können. Deswegen ist das gar nicht so gut. Und dass das Gewebe, dass zwischen Muskeln und Haut und Knochen ist, die Faszien dann total verkleben.

Die hat er dann versucht zu lösen. Und das ist schmerzhaft. Ich hab heut noch was davon. Am Freitag war ich von den Schmerzen noch gereizter als sonst. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Er hat ganz schön gearbeitet und hat es trotzdem nicht geschafft, das feste locker zu bekommen. Ich glaub, er konnt das gar nicht richtig glauben. Sowas wie mich hat der auch noch nicht gehabt.

Ach deswegen hat die CRPS-Frau aus der Rehaklinik damals diese Faszienrollen bekommen. Die sollte auch ihre Muskelanspannung behandeln und sollte damit die Faszien und die Anspannung lösen! Meine Ergo hat mir auch mal so ein Ding mitgegeben. Diese Rolle ist mit meiner Grobmotorik und Wahrnehmung meiner Körpergrenze und meinen Handspastiken nicht kompatibel.

Ach dazu ist das da. Ob ihr das auch jemand so erklärt hat, warum sie das Ding benutzen soll? Ich muss das ja erst verstehen, damit ich weiss, was das ganze Trara soll.

NACHGEDACHT
Oi! War grad draussen im Wald und hab mir in Ruhe die verwildete Natur angeguckt. Da wachsen filigrane Farne, Brennesseln in Büschen, Löwenzahn mit riesigen Pusteblumensamenköpfen und unendlich vielerlei Arten wild drucheinander. Da ein filigranes farnähnliches 3-Blatt mit einer zartrosa 5-er Blüte. Käfer, Fliegen, Bienen und unendlich viele Insekten schwirren durch die Lüfte. Der Ruf des Kuckuck sticht aus dem Vogelgezwitscher laut hervor. Ein schöner Ruf, weil er sich wiederholt. Ein autistischer Vogel.

Am Waldrand hat anscheinend ein Steinmetz seinen Lagerplatz. Dort liegen Steinblöcke und Grabsteine, grossteils hat die Natur schon Besitz von ihnen ergriffen. Moose und zarte Farne mit pastellfarbenen Blüten überwuchern sie bereits.

Fällt Euch was auf? Mir schon. Ich bin umgeben von Resilienz in Reinform. Das ist nichts anderes als Die Anpassung an die Gegebenheiten. Ob natürlich oder vom Menschen geschaffen.

Und hier findet jedes Kraut und "Un"kraut seine Nische und Daseinsberechtigung. Wieso hat ein Kraut das Un verdient? Jedes Kraut ist doch für was gut, sonst gäbe es es doch nicht. So wie jeder Mensch auch für was gut ist. Da fällt mir auf: es gibt ja auch das Wort "Unmensch". Ist das dann dasselbe wie Unkraut? Also dasselbe Prinzip?

Und dann gibt es noch den Mitmenschen. Gibt es auch den OhneMenschen?

Denn alle Pflanzen ergänzen sich. Und nicht nur die Pflanzen, auch die Insekten und Tiere... Die Mischung ist wunderschön und wunderbar. Sie halten den Waldboden bedeckt so dass sich Regenwürmer und andere Bodenlockerer dort austoben können und profitieren wiederum davon. Auch der Schatten der Laubbäume verhindert die Austrocknung. Die Luft schwirrt von winzigen Wasserdampftropfen. Es herrscht ein angenehmes Klima.

Ganz anders als draussen auf dem unbeschatteten Feldern oder beim Weiher, um den herum gerade erst alles abgerodet wurde, weil er neu befestigt worden ist.

Der Löwenzahn mit seinem einzigartigem SamenverbreitungsFallschirmbattallion und die unberührbare Brennessel mit ihrem cleverem Schutzmechanismus, deren wahre Schönheit innen liegt bilden das Grundgerüst. Denn sie können auch unter ungünstigsten Bedingungen wachsen. Vielleicht sind sie ja sogar die Wegbereiter für diese Pflanzenvielfalt.

Wenn ich mir Pflanzen und Menschen so anschaue, dann sind sie sich doch auch irgendwie ähnlich. Da gibt es die empfindlichen Rosen, die aussen sehr schön sind, dann aber doch mit ihren Stacheln verletzen können. Das könnte der Sorte Mensch entsprechen, die äußerlich wunderschön zu sein scheinen, wo aber wenig Substanz dahinter ist. Sie sind die empfindsamsten, denn sie verbergen ihre Unsicherheit hinter dieser Schönheit. Setzt man Unsicherheit , Empfindsamkeit gleich, oft sind solche Menschen sehr empfindlich gegenüber Kritik, dann würde das ganz gut hinkommen.

Und Mimosen gibt es ja auch auch unter den Menschen.

Dann wären ADHSler vielleicht der Löwenzahn. Zäh und hartnäckig und als nervig empfunden. Sie wollen überall dabei sein und deshalb nutzen sie alle Gelegenheiten , die sich ihnen bieten. Das könnte der Verstreuungsfreudigkeit und der Cleverness der Samenverbreitungsmethode der Pusteblume entsprechen. Und den Erfindungs- und Kreativitätsreichtum.

Dann wäre ich als Autist wohl am ehesten einer Brennessel vergleichbar. Unberührbar, doch mit heilsamen Kräften. Einer, der die Dinge repariert und in Ordnung bring. Hartnäckig, aber der Bodenbereiter für meine Mitpflanzen. Es ergeht dem Löwenzahn und der Brennessel wie ADHSlern und Autisten: sie werden als Unkräuter im künstlich angelegten Garten gesehen und man rückt ihnen mit Stecher oder Unkrautvernichter zu Leibe.

In einer Gesellschaft, die aus Rosen besteht, die eine Rosenknospe erwartet, kann halt eine Brennessel und ein Löwenzahn seine Stärken nicht ausspielen. Denn mit dem Klima von Rosen kommen wir nicht zurecht. Und als Brennessel oder Löwenzahn kann man sich noch so sehr anstrengen, man wird niemals eine Rose tragen. Ausser ich stülp sie mir über. Das wäre dann allerdings für mich Lügen und das geht für eine autistische Brennessel wie mich gar nicht! Ausserdem braucht man für Lügen ein gutes Gedächtnis und damit bin ich nicht gesegnet.

Doch eine Gesellschaft, die sich auf die Monokulturzucht von Rosen spezialisiert hat und Rosen erwartet, sieht die Stärken und Cleverness eines Löwenzahns und einer Brennessel nicht. Auch nicht die Schönheit einer Sonnenblume... Finden sie jedoch eine Nische (wenn ich jetzt die Sonnenblume mit menschlicher Körpergrösse interpretiere) dann werden sie durchaus bewundert. z.B. beim Basketball.

Was macht eine ausgeglichene Gesellschaft aus? Dasselbe was eine ausgeglichene Natur ausmacht. Die Mischung! Die Nutzung der Stärken jeder Art. Das Ergänzen, das voneinander lernen, das aufeinander abstimmen. Die Harmonie.

Was stört die Harmonie in der heutigen Gesellschaft? Die Lautstärke.
Die Nervosität, die Unsicherheit, die Hilflosigkeit drückt sich in einer tsunamiflutartigen Explosion von Worten und Schrift aus. Eine ganze Gesellschaft hat Logorhoe. Sprechdurchfall. Die Nachrichten, Talkshows, die Meetingkultur, der Ruf nach Arbeitskreisen und Ausschüssen... Es wird zuviel geredet! Es wird alles zerredet. Und zu wenig gehandelt.

Dabei ist Sprache nicht die einzige Art zu kommunizieren. Sie hat sich in unserer Gesellschaft durchgesetzt. Mit Mimik und Gestik. Das mir ebenso wildgeworden erscheint. Wenn ich einen Politiker beim reden bzw. seinen Händen beim wilden Gestikulieren zuschaue, dann bekommt meine Amygdala Angst. Denn das ist ihr zuviel! Zu intensiv! Zu arg. Geht das nicht ruhiger? War das schon immer so? Und wenn nicht, wann hat dieses Gezappel und der Sprechdurchfall angefangen?
Ist das nicht das Verhalten, dass Ihr den Löwenzahn-ADHSlern vorwerft?
Ihr seid doch selber schon so... Habt Ihr noch alle Blütenblätter in Eurer Rose?

Betrachtet mal ruhige Gemüter. z.B. alte Ehepaare, die sich noch lieben. Die reden nicht viel. Die verstehen sich blind und ohne Worte. Denn dort herrscht Vertrauen.

Das ist doch spannend.
Wo Aufgeregtheit, Unsicherheit, Hilflosigkeit und Misstrauen herrscht, da herrscht der Redefluss der Logorhoe, Schreibdurchfall und die Gestikulitis.
Wo Vertrauen herrscht, da versteht man sich blind und ohne Worte mit klaren und minimalen ruhigen Gesten.

Spezialeinsatzkommandos benutzen auch minimale klare Gesten oder Taucher. Auch dort muss man sich blind aufeinander verlassen können.

Die Sprache und Schrift hat sich mit dem Buchdruck als Kommunikationsform durchgesetzt.

Doch wir kommunizieren auch über Dufstoffe. z.B. Pheromone.

Und mit Bildern. Denn die Gesten, die z.B. Taucher und Sondereinsatzkommandos nutzen, gleichen eher Bildern als Worten.

Und ein Bau-Dir-Selber-Dein-Möbelstück-Zusammen-Konzern setzt auch auf Bilderanleitungen anstatt auf wortreiche Handbücher. Warum? Weil sie jeder versteht. Egal welche Sprache er spricht.

Sind Bilder die Kommunikationsform der Entspannung? Bzw. besser für schwierige und komplexe Zeiten geeignet? Die Sprache sagt es ja auch: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Und wer soll die 1000 Worte heute noch lesen? Wo wir von Newslettern und Apps und sonstigen Dingen, die uns als für uns lebenswichtig verkauft werden, zugschissen werden?

Ich habe gelernt, dass wenn ich eine Anleitung mit Screenshots und wenig Text schreibe, es selbst wieder besser verstehe , aber auch andere es viel besser verstehen, als wie wenn man einen ganzen Roman schreibt.

Bei Arztbefundberichten ist dies übrigens ähnlich. Jede Fachrichtung spricht hier noch ihre eigene Sprache. Das hat mich damals sehr verwirrt. Deswegen heisst es beim einen Spastik und beim zweiten Dystonie. Es kann sein, dass der, der von Spastik spricht gar nicht weiss, was eine Dystonie ist. Weil sie in seiner Fachrichtung nicht vorkommt. Also das Wort.

D.h. auch Ärzte täten sich leichter, wenn sie in allgemein verständlicher Sprache miteinander kommunizieren würden. Vorteil wäre auch, dass der Patient es auch versteht ohne einen Übersetzer, Lexikon oder seinen Arzt um Hilfe zu bitten.

Ich hab mal eine Bekannte gefragt, die im medizinschen Bereich arbeitet, warum man das nicht so macht. Also wieso so kompliziert? Mit der Gefahr von Missverständnissen? Die hier ja auch fatal sein können.

Sie meinte, dass sich jeder Fachbereich profilieren will. Das versteh wiederum ich nicht. Ich dachte die Fachbereiche sind für den Patienten da und nicht zum Selbstzweck. Vielleicht kann mir das ja mal jemand erklären. Das ist wieder sowas, was man mit Logik nicht verstehen kann.. oder? Dann bin ich raus.

Wir ersaufen im Tsunami der Informationsflut der Worte und Fakten. Kein Wunder, dass wir alle den Durchblick verlieren. Und was das alles Zeit kostet! Nicht nur die Unternehmen. Unsere Lebenszeit! Warum seid Ihr damit alle einverstanden?

Ich kann mich nur mit Mühe über Wasser halten... kein Wunder, dass so manche Information ihr Ziel gar nicht erreicht. Wenn da soviel Informationstreibgut angeschwemmt wird ... das auch nicht mehr priorisierbar ist. Irgendwann macht man den Hafen halt dicht. Oder die Schotten. Lustig... diese Wasservergleiche... das ist bildhafte Sprache. Das mein ich.

Wieviel Zeit würden wir durch klare, direkte , zielgerichtete Kommunikation (so viel wie nötig, so wenig wie möglich, so bebildert wie möglich) sparen? Hat das schon mal jemand ausgerechnet!
Hier herrscht ein enormes Kosten- und Zeiteinsparungspotential!

Die Schrift ist nur eine Art und Weise zu kommunzieren. Sie hat sich in unserer Gesellschaft und der Wissenschaft durchgesetzt. Die Schrift ist die Sprache des Theoriewissens.

Praxiswissen wurde früher (und hoffentlich auch noch heute an der ein oder anderen Stelle) von Generation zu Generation weitergegeben. Durch zeigen und nachmachen und selbermachen. Also durch Lernen! Und diese Prozesse (z.B. im Handwerk) wurden dann von jeder nachfolgenden Generation weiter perfektioniert, angepasst und erweitert. Denn wenn man weiss wie etwas geht, dann kann man den Prozess auch abwandeln und auf geänderte Bedingen reagieren. Dafür braucht man aber das praktische Wissen. Man muss also erstmal wissen wie es geht. Durch selbermachen. Denn nur so lernt man das.

D.h. dieses natürliche Lernen durch Zeigen, begleitetes Selbermachen und anschliessendes Alleinmachen und Verbessern, ist nichts anderes als das Anpassungsverhalten der Pflanzen in der Natur durch Ausprobieren und Experimentieren.

Deshalb hat die dualistische Ausbildung in den Handwerksberufen so einen guten Ruf. Auch im Ausland. Weil hier beides zusammen noch gelebt wird.

Und im Studium? Ist dort nicht eher das Lernen von Wissen aus Büchern die Regel?

Nur wenn ich jemandem etwas zeige, wenn ich Dinge ausprobiere, dann kommt Praxiswissen zustande. Das dann verinnerlicht, und in erfahrungen, neurologischen Verknüpfungen, Glückshormen, Endorphinen, Genen und anderen Dingen auch physiologisch weitergegeben wird. Und psychologisch hilft uns alles, was wir so lernen als Mittel gegen Stress. Denn je mehr Dinge wir wissen wie sie funktionieren und selbermachen können, desto unabhängiger sind wir von anderen. D.h. es wirkt der Hilflosigkeit entgegen. Das ist dann ein Antistressor. (ich glaub so hiess es..)

Eine neue Technik wird so in gewisser Weise "vererbt". Wir können das Wissen sogar anderen Nicht-Nachkommen weitervererben. Soweit ich weiss, können Pflanzen das nicht.

Die Natur macht es ja so. Anpassung wie das Moos sich am Felsblock ausbreitet, das ist die praktische Anwendung von Wissen. Anpassung ist nichts anderes als praktisches lernen. Das Moos hat gelernt, dass es dort wachsen kann. Wahrscheinlich einfach durch Zufall. Durchs Ausprobieren.

Und wenn wir eine Gesellschaft des schriftlichen Theoriewissens sind, dann ist es ja kein Wunder, dass wir verlernt haben uns anzupassen. Weil wir die Praxis verlernt haben.

Wir schreiben lieber viel und ausschweifend die Theorie auf, anstatt auszprobieren , ob es so funktioniert.

Nicht alle sind so. Ein Forscher des Ulnarisnervs hat ihn sich sogar selber durchtrennt, um zu sehen, was dann passiert. Ihm verdanken wir wertvolle Erkenntnisse.

Die, die ihre Theorien selbst ausprobieren an sich oder in ihrem Umfeld, das sind die, die neue Dinge entdeckt und erfunden haben.

Heute wärmt man die Erkenntnisse von gestern wieder auf. Denn vieles - wie die praktischen Erkenntisse des Gladiatoren-Arztes Galen, dass der Geist den Körper, die Krankheit und den Erfolg oder Misserfolg oder die Heilung macht - entdeckt man heute wieder.

In der Schule lernen die Kinder aus Büchern anstatt dadurch die Dinge selbst auszuprobieren. Das ist staubtrockenes lernen. Warum baut man nicht einen Minilimes aus Naturmaterialien anstatt darüber zu lesen? Oder baut Pfeil und Bogen aus dem was man im Wald so findet? Und probiert wie man damit auf einer Scheibe trifft? Draussen findet das Leben statt, nicht im Klassenzimmer.

Psychologie wird studiert, um sie im klinischen Umfeld anzuwenden. Dabei findet Psychologie bei jeder Begegnung von Menschen im echten Leben statt. Da nennt man es Menschenkenntnis. Jeder erfolgreiche Selbstständige und Handwerker hat die. Denn er muss seine Kundschaft ja kennen und verstehen.

Was kommt dabei heraus? Psychologen, die sich vom Verhalten ihrer Patienten, wegen dem sie bei ihnen ja in Behandlung sind, persönlich beleidigt sind. Weil sie ihre eigene Theorie nicht anwenden können. Das haben sie nicht gelernt. Es funktioniert auch nicht immer, wenn man es kann, denn das hängt auch wieder vom physiologischen Status (Stress) ab. Doch wenn man sich dessen bewusst ist, kann man Verantwortung für die eigenen Gefühle übernehmen und die Situation positiv auflösen und als neue Lernerfahrung nutzen. Auch für sich selbst. Denn bei jeder Begegnung mit Menschen ist man sowohl Lehrer als auch Lernender. Warum begegnet man sich dann nicht gleich auf Augenhöhe?

Entspannungslehrer, die aus der Haut fahren, wenn mitten im Kurs einer Nachzügler die Tür aufreisst oder zu spät kommt. Entspannt ist das nicht.

Wieso sollen wir überhaupt von Theoretikern lernen und nicht von Praktikern? War das schon immer so? Und wenn nicht, wann hat das angefangen? Mit der Durchsetzung der Schrift?

Was wäre, wenn der Buchdruck nie erfunden worden wäre und das Wissen weiterhin von Person zu Person weitergegeben werden würde? Wäre die Welt dann anders?

Wahrscheinlich hat beides seine Daseinsberechtigung. Doch Theorie ist doch nur in Verbindung mit der Praxis nützlich. Nur so kann es angewandt werden.
Wäre es dann nicht geschickt und clever beides miteinander zu kombinieren?

Und jeder Fachbereich existiert nicht losgelöst für sich allein sondern ist mit allem und jedem verknüpft. Durch die Spezialiserung werden diese Wechselwirkungen aber gar nicht mehr berücksichtigt. Dabei sind sie essentiell! Auch hier schlummert noch unentdecktes Potential. Ein Schatz, den es zu heben gilt.

Zusammen mit der Kombination der Praktiker (Ärzte lernen auch von ihren Patienten, ob ihre Theorien stimmen, oder ob es sich dort um Aussenansichtmissverständnisse handelt) ist hier ebenfalls noch unheimlich viel Potential zu finden und zu heben.

Wäre dann nicht das Ziel eine stillere und ruhigere Gesellschaft zu bekommen, die klarer, allgemein verständlicher und harmonischer miteinder kommuniziert, auf der Basis von Vertrauen statt Misstrauen? In der "jedes Pflänzchen" sein Plätzchen findet?

Ich würde mir das wünschen.

Eine Frage hab ich noch... also ich lern ja aus Büchern, indem ich erst die Theorie lese und es dann praktisch ausprobiere und sie überprüfe. Ich bin davon ausgegangen, dass Ihr das auch so macht...

Allerdings würde das die Buch- und Lebenscoachflut erklären ... weil es nicht alle so machen. D.h. man liest es und wendet es dann nicht an. Weil einem die Amygdala in Form des inneren Schweinehunds und die neuronal eingefahrenen Verknüpfungen (alte Muster) immer wieder in die Quere kommen.

Aber wenn man alles immer so macht, wie man es immer gemacht hat, dann ändert sich doch nichts. Nur weil ich das Buch gelesen habe. Das wäre in etwa so, als würde man täglich gegen die Wand rennen , in der Erwartung die Wand würde eines Tages beiseite springen. Das wäre unlogisch... Warum nehmt Ihr nicht mal die Tür? Die ist doch gleich daneben... Ach.. die seht Ihr ja nicht, weil Ihr dafür nicht offen genug seid... Hmm...

Lustig... ich hab grad selber Sprech- bzw. Schreibdurchfall... Da seht Ihr mal wieder den heutigen Zustand meines autonomen Nervensystems und meiner Amygdala. Hat trotzdem Spass gemacht! :)
Also Ihr seht bzw. lest hier grad, was so ein übererregtes Nervensystem alles produzieren kann. Ich kann darüber schmunzeln und Ihr hoffentlich auch. Denn wir sind alle so. Das macht uns so menschlich und so widersprüchlich. Mal mehr mal weniger. Im Wald war ich ruhiger ;-)

Und jetzt gibt es noch einen Comic. :)

Montag: Heut bin ich etwas ernüchtert, weil ich festgestellt hab, dass es mehr Leute gibt, die das Lernen verlernt bzw. noch nie gelernt haben. Also das praktische. Das ist ihnen nicht bewusst. Und ich weiss leider auch nicht wie das passieren konnte.

Vielleicht passiert das, wenn man zu lange dasselbe macht. Dann gewöhnt man sich dran, alles immer auf dieselbe Art zu machen. Und kommen dann Veränderungen, kann man sich nicht mehr anpassen bzw. eine Lösung dafür finden. Weil man nicht mehr weiss wie das geht. Oder noch nie wusste.

Dann sind die Menschen verunsichert und machen immer mehr von dem , was sie schon kennen. Weil sie nix anderes mehr kennen. Also immer mehr von den Lösungen, die schon die ganze Zeit nicht funktionieren. Das funktioniert natürlich nicht. Logisch.

Anstatt die Ursache zu erkennen, doktern sie an den Symptomen herum. z.B. fordern sie in Unsicherheit noch mehr Regeln und noch mehr Informationen.

Und geht darin unter. Damit macht man sich dann noch handlungsunfähiger.

Denn das, was man bräuchte, wäre ja klarere, direktere und knappigere und knackigere Information, die auch die entsprechenden Ansprechpartner erreicht und sie nicht ersäuft.

Ist man verunsichert, produziert man mehr Dokumentation. Das schürt Missverständnisse, Verwirrung und das Misstrauen. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Es braäuchte als weniger Informationen, die auch ankommen. Nicht ein mehr von zielloser und nicht zielgruppengerichteter Kommunikation. Sondern genau das Gegenteil. Weniger ist mehr.

Denn weniger an Information führt zu weniger Stress, zu klarerer Arbeitsweise und Abstimmung und mehr Zufriedenheit.

Auch hier greift man dann zur Symptombehandlung. Denn die hat unsere Gesellschaft ja gelernt. Anstatt sich mit einer Schmerzursache zu befassen, lieber eine Schmerztablette nehmen. Das ist angelernt. Und wie beim Hund, den man am Tisch was zu essen gibt, kriegt man so eine schlechte Angewohnheit sehr schwer wieder raus.

Schon bedenklich, dass eine ganze Gesellschaft unter dieser Problematik zu leiden scheint. Wie und wo finde ich jetzt Leute, die noch wissen wie es geht und bei denen ich mir Rat holen kann wie man das wieder umkehrt? Einfach wird es nicht. Und seine Zeit wird es auch brauchen. Schon seltsam, da ist soviel in der DSM drin... aber diese Problematik sucht man dort vergebens. Naja, andererseits auch logisch. Denn das ist anscheinend das als normal definierte Verhalten... Dann bliebe ja kein gesunder mehr übrig... Hm....

Dienstag: Interessant.. wenn man sich in einer Gruppe oder Situation nicht wohlfühlt, dann sagt man nix. Da zieht man sich eher zurück und hält den Mund. Da traut man sich dann nicht eine andere Meinung zu haben. Dabei liegt es nicht daran, dass ich davor Angst habe, sondern einfach, dass mich irgendwas in mir daran hindert. Instinktiv und unbewusst.

So wie in der Gruppe letztes mal. Wo die Gruppenanpassung stattgefunden hat. Vielleicht ist das ja ein Ur-Instinkt-Schutzmechanismus. Denn wenn man eine Gruppe gegen sich hat, dann ist das ja nicht so gut für den Einzelnen.

Mir ist das erst Stunden später überhaupt aufgefallen.

Aus Teambuildingseminaren kenn ich das auch. Machen die dann überhaupt Sinn, wenn man sich nicht wohlfühlt? Hmm... Das könnte zumindest erklären warum solche Veranstaltungen aus meiner Erfahrung nicht besonders viel gebracht haben.

Das scheint bei mehr als zwei Teilnehmern automatisch zu passieren. Unbewusst. Ob das auch ein Urinstinkt ist? Wenn ich mich der Gruppe anschliesse, dann steigen meine Überlebenschancen... oder ist das was kulturell-bedingtes?

Das ist ja spannend! Ist Gruppenarbeit mit mehr als zwei Teilnehmern überhaupt möglich ohne dieses Gruppenangleichen? Hm...

Wie kann man ein Gruppenklima schaffen, in dem sich alle wohlfühlen? Da muss ein Klima des Vertrauens vorhanden sein. Wenn sensible Menschen in so einer Gruppe sind, die kriegen das mit, wenn jemand still wird und sich zurückzieht. Ob diese Menschen die Stillen wieder miteinbinden können? Sie ermutigen, ihre Meinung und Sichtweise kundzutun?

Bis ich das mit dem präfronteralen Kortex merke, ist die Besprechung vorbei ;-)

Gut, ich könnte dann hinterher auf denjenigen zugehn und ihn beiseite nehmen und fragen, warum er auf einmal so still geworden ist.

Geht das dann in grösseren Gruppen üerhaupt dieses Anpassungsphänomen zu verhindern? Denn ansonsten bekommt man wieder nur dieselben Meinungen und Sichtweisen. Und die, die andere zu bieten und was zu erzählen hätten, bleiben still und fühlen sich ausgeschlossen oder überrannt.

Des is fei a ned grod as gsündeste.... Das wär auch wieder ein Grund für die 1:1 Kommunikation.

Wieder was gelernt. Und wieder eine neue Frage gestellt.

Soderla noch ein Mundschutz-Comic.

Freitag: Nachgedacht... Was macht denn Stress? Was macht Druck?

Erstens die eigene Erwartungshaltung, meine Anforderungen an mich selbst. Und die hab ich ja in meinem Leben von und durch mein bisheriges Umfeld gelernt. Also durch alle Probleme und wie ich damit bisher umgegangen bin, die mir bisher im Leben begegnet sind. Also hab ich durch meine Lernerfahrungen gelernt wie ich mit Probleme umgehe und somit wie ich lerne.

Zweitens meine Interpretation des Verhaltens meines Umfelds basierend auf meiner eigenen Erwartungshaltung und meinen Anforderung an mich selbst, weil ich die auch auf mein Umfeld projeziere.

Das Verhalten der anderen ist wiederum ein Ergebnis ihrer Erfahrungen,Erwartung und Anforderungen an sich selbst. Auch sie haben das durch ihr Umfeld gelernt.

D.h. wie wir uns verhalten ist erlernt. Dann kann ich auch umlernen. Und jeder Mensch hat da seine eigenen Strategien. Sie können sich mit anderen überschneiden. Denn wir sind ja doch sehr ähnliche Wesen.

Seltsamerweise nehmen wir oft gar nicht wahr, dass wir ein Verhalten, dass uns an anderen stört, selber zeigen. D.h. wir mögen das an uns selbst auch nicht und sind dann blind dafür, dass wir uns genauso verhalten. Wären wir uns dessen bewusst, könnten wir den anderen eher verstehen und Verständnis mit ihm haben. Und könnten auch nachsichtiger und liebevoller mit uns selbst umgehen. Aber auch mit den anderen.

Denn jeder zeigt die Verhaltensweisen, die einen an anderen stören auch selber. Vielleicht in einem anderem Maß. Doch sie sind da. Je nachdem wie entspannt oder gestresst wir sind.

Wären wir uns dessen bewusst, nachschiger mit uns selbst , wären wir das auch mit den anderen. Und uns wäre dann auch klar, dass sie diese Dinge nicht absichtlich tun. Sondern dass das alles nur Verhaltensweisen sind, die sie unbewusst erlernt haben. Sie können nicht anders! Sie geben ihr Bestes!

Nur genau das sehen wir dann nicht! Nein, wir nehmen ihr Verhalten, ihre Worte persönlich. Dabei können sie doch gar nicht wissen, wo unser wunder Punkt liegt! Sprich die Reaktion von Menschen auf Worte, Verhalten von anderen Menschen hat mit ihnen selbst zu tun und nicht mit dem anderen. Würden wir der Ursache auf den Grund gehen, warum uns das Verhalten , die Worte des anderen so treffen, dann würden wir die Ursache erkennen und könnten daran arbeiten. Das versuch ich ja in der täglichen Praxis.

D.h. nicht, dass Ihr nicht mehr traurig, frustriert oder verärgert und wütend sein dürft. Das wäre ungesund. Nein, es heisst, dass Ihr Euch der Ursache dieser Gefühle stellt und daran arbeitet.

Damit geht ein Infragestellen der bisherigen eigenen Verhaltensweise einher. Denn wenn ich den Grund kenne, dann macht meine bisherige Reaktion gar keinen Sinn mehr. Und dann verhalte ich mich auch anders. Bzw. ich erkenne neue Möglichkeiten mich zu verhalten. Denn nur wenn ich auch etwas verändere, dann wird sich auch mein Umfeld und seine Reaktion auf mich verändern.

Wir sollten überhaupt viel mehr Dinge in Frage stellen, die wir als selbstverständlich oder die Regel betrachten. Sie sind es nämlich nicht. Nur weil man etwas schon immer so gemacht hat, heisst das nicht, dass das für die aktuelle Situation und das aktuelle Problem auch die richtige Art und Weise ist, etwas zu machen und das Problem zu lösen.

Andere Zeiten erfordern auch andere Methoden.

Dabei steht uns aber unser innerer Schweinehund (Amygdala) im Weg. Denn jede Veränderung ist mit Änsten und Unsicherheit verbunden. Und so verharren wir lieber in der Felswand, wenn wir uns verstiegen haben, als nach dem Rettungsseil zu greifen. Weil wir uns daran gewöhnt haben. Vielleicht sehen wir das Seil nicht mal. Das nennt man dann Betriebsblindheit. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Wie schafft man ein Lernumfeld?
Indem man abstrakten Konzepten durch konkrete Beispiele, professionelle Distanz (soziale Kälte) durch Offenheit, Ehrlichkeit, Authentizität und somit soziale Nähe(Wärme) , Irritation durch Neugier, Kompliziertheit durch Einfachheit, Undurchsichtigkeit durch Transparenz , innere Freiwilligkeit und intrinsische Begeisterung statt äßeren Druck ersetzt.

Erst in einem Umfeld, wo sich alle wohlfühlen, traut sich jeder seine Meinung und Sichtweise zu offenbaren. Erst dort gelingt ein fruchtbarer Austausch. Eine konstruktive Diskussion. Erst dort traut man sich kritische Fragen zu stellen.

Und kritische Fragen, Dinge in Frage zu stellen führen zum Umdenken und Umlernen. Und damit zur Anpassung an Veränderungen. Und jede Anpassungsleistung fürt zu einer verbesserten Resilienz. Und damit wird mit jedem gelösten Problem auch das Lernklima besser. Denn es prägt sich auch neuronal ein. Wir gewöhnen uns um. Wir lernen das lernen neu.

Agilität ist nichts anderes als Resilienz und die bekommt man durch praktisches Lernen.

Um Probleme lösen zu können, muss man nachdenken können. Zum Nachdenken braucht man Zeit. Wo keine Zeit ist, Zeitdruck herrscht werden keine neue Lösungen gefunden, weil man dort nicht Nachdenken kann.

Da man niemanden Wissen eintrichtern kann, praktisch lernen muss jeder für sich, versagten Seminare wenn das, was dort gelehrt wurde, keine Anwendung in der Praxis findet.

Das ist genauso wenn Ihr eine Schulung für ein Programm bekommt, dann aber nicht mit dem Programm arbeitet. Dann ist die ganze Schulung vergebens und nur rausgeschmissene Zeit und Geld. Weil Ihr ja erst lernt, wenn Ihr Theoriewissen in der Praxis anwendet. Und genau das fällt dem Druck der modernen Zeit zum Opfer.

Deswegen musste ich neulich etwas schmunzeln als ich hörte wie eine Firma mit Druck und noch mehr Regeln und Bürokratie das lebenslange Lernen einführen will. Das wird nicht funktionieren. Das eine schliesst das andere aus.

Kreativität und Menschlichkeit lässt sich nicht in Böxchen sperren... Denn Stress vergiftet das Lernklima bzw. es entsteht erst gar nicht.

Irgendwie sind die Menschen da schon putzig, dass sie mit noch mehr vom altbekannten - was ja bisher auch nicht funktioniert hat - versuchen das neue zu erzwingen.

Das ist so als renne ich jeden Tag gegen die Wand. Dann tu ich es stündlich. Dann minütlich. Und erwarte, dass die Wand zur Seite geht. Die Tür einen Meter neben der Stelle gegen die ich anrenne, sehe ich dann nicht. Und dass ich sie nur zu öffnen bräuchte.... Ja, das ist halt die Krux der Amygdala und der Verunsicherung...

Wie kommt man da raus? Gute Frage...

Ich denke man muss ähnlich vorgehen wie ich bei meinem eigenen Problem dem CRPS.

Man muss sich Menschen suchen, die auf demselben Erfahrungslevel oder darüber sind. Und zwar diejenigen, die ihr Wissen aus der Praxis haben. Nur durch Beispiele von denen sie erzählen , kann ich lernen!

Und mit ihnen reden und dadurch von ihnen lernen um selber weiter voranzukommen. Deren Wissen ist nicht 1:1 übertragbar , doch wenn ich mit ihnen rede oder schreibe, dann werde ich immer wieder Wissenspuzzleteile bekommen, wo meine eigenen Puzzleteile andocken können. Also wo sich Übereinstimmungen und ein gutes Gefühl ergeben. Denn lernen tut man nicht mit dem Kopf allein. Der "Bauch" spielt die entscheidende Rolle für die praktische Lernerfahrung. Und die muss jeder selber machen. Das kann ihm niemand abnehmen.

Also in gewisser Art muss man seine eigene "Selbsthilfegruppe" oder sein Expertenteam aufbauen. Und je unterschiedlicher die sind, desto besser. Denn je mehr unterschiedliche Sichtweisen, desto mehr kann man lernen.

D.h. man braucht ein Unterstützungs- und Lernnetzwerk. Ich hab z.B. lose Kontakte mit Menschen, die ich einmal persönlich getroffen habe. Die ich einfach um Rat frage oder denen ich von meinem Problem erzähle oder schreibe. Das ganze basiert auf Freiwilligkeit und aus gegenseitigem Interesse. Aus Neugier und Lernlust. Weil wir dasselbe oder ein ähnliches Problem haben bzw. schon hatten.

Und schon beim Schreiben oder erzählen oder aus Puzzleteilen ihrer Kommentare bekomme ich neuen Puzzleteilinput für mein eigenes Lebenspuzzle.

Das Lebenspuzzle jedes Menschen ist also etwas sehr individuelles. Es gibt gemeinsame Puzzleteile oder ähnliche mit anderen Menschen, aber kein Lebenspuzzle gleicht exakt dem anderen. Ihr könnt es auch als bunten Flicketeppich sehen. Auch ein sehr schönes Bild.

Ich kenne z.B. die Chefin einer Selbsthilfegruppe. Sie muss auch mit schwierigen Menschen zurechtkommen. So wie ich. Das haben wir gemeinsam. Nun kann ich sie fragen, welche Techniken sie dabei anwendet, damit sie das ganze nicht so auslaugt.

Oder einen Psychologen fragen, was er in dieser Situation tun würde. Erstaunlicherweise fällt mir dann sogar selber was ein. Wo er ratlos ist.

Dann tausche ich mich noch mit einer Bekannten aus, die ebenfalls CRPS hat. Also dasselbe Problem wie ich. Sie ist mir ziemlich ähnlich und hat auch eine Dystonie, Spastik in der Hand. Ich bin ihr ein paar Jahre voraus. D.h. wir lernen voneinander.

D.h. es ist keine Einbanhstrasse sondern ich lerne von allen anderen und sie (hoffentlich) auch von mir. Es beruht auf Gegenseitigkeit.

Man kann von allen Menschen, denen man auf einem Spaziergang oder beim Einkaufen begegnet, etwas lernen. So wie das mit dem weissen und schwarzen Wolf. Das hab ich im Bioladen gelernt bzw. danach als die Erkenntnis dann in meinem Hirn angekommen ist. Das dauert immer ein bisschen.

Dann gibt es noch Menschen vom Gesundheitsjahr, die ich getroffen habe. Da kann ich auch den ein oder anderen mal was fragen.

Und ich hab ja auch keine Scheu irgendwelche Koriphäen mal anzumailen. Manchmal bekommt man eine Antwort. Und wenn man keine bekommt, dann hat das nichts mit mir zu tun.

Wenn ich Menschen aus demselben Kontext widerwillig zusammensperre (auf einem Teambuildingworkshop) dann werde ich sicher nur dieselben Lösungsansätze bekommen. Erstens ist die Situation dann angespannt. Was man merkt, weil viele dann gar nix sagen.

Zweitens bringt man ja keinen neuen Input in die Situation hinein. Und der wäre bitter nötig. Z.B: jemanden aus einer anderen Firma oder anderen Abteilung, die das Problem schon gelöst haben oder gar nicht haben. Was machen die denn anders?

Drittens findet das in einem theoretischem Umfeld statt. Warum macht man das nicht in der Praxis? Nur dort lernt man. An praktischen Beispielen. An Dingen, die einem an dem Tag passiert sind, Problemen, die man zu lösen hat.

Vielleicht könnte man ja jemanden von aussen mal zum Zugucken und Zuhören in die Abteilung setzen und ihn fragen, was ihm auffällt. Was ihn irritiert. Was er nicht versteht. Neulinge in der Abteilung bringen so wichtigen Input mit. Und fühlen sich damit auch gleich von Anfang an wertvoll.

Wenn man Berater engagiert, die entscheiden wo Mitarbeiter und wieviele abgebaut werden, warum holt man sich nicht auch Berater in die Firma, die wissen wie so eine Transformation in ein agiles Unternehmen funktioniert?

Oder gibt es die nicht?

Was nicht funktioniert, ist einen Prozess und die Softwaretools von einer Firma auf die andere zu übertragen. Warum? Na, weil bei jeder Firma ganz andere Menschen arbeiten. Es arbeiten doch nicht dieselben dort! Jede Firma hat auch andere Kunden und Zulieferer. Auch diese müssen in den Prozess integriert werden. D.h. die Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeiter müssen berücksichtigt werden!

Denn wenn ich die Menschen mit meinen Prozessen überfordere, dann wird das Problem sich verschlimmern und nicht verbessern.

Wir sind im Zeitalter angekommen, in dem das Umfeld auf den Mitarbeiter angepasst werden muss und nicht mehr der Mitarbeiter auf das Umfeld. Das funktioniert mit dem Wissensarbeiter nämlich nicht mehr. Der braucht ein Umfeld, in dem er sich wohlfühlt. Ansonsten kann er nicht lernen.

Und je besser das Umfeld zum Mitarbeiter passt , desto mehr wird er seine Stärken einbringen könenn. Voila. Da haben wir sie: die Potentialentfaltung.

Ihr werdet sicher sagen: Meinem Chef ist doch wurschd, ob ich mich wohlfühle. Und was ist mit Euch? Ihr habt mehr Möglichkeiten als Ihr glaubt Euch ein individuelles Umfeld zu schaffen, das zu Euch passt. Aber dafür müsst IHR die Verantwortung und die Initiative übernehmen. Es wird keine gute Fee mit dem Zaubersab wedeln... Das müsst Ihr schon selber tun. (Na toll! Jetzt seh Euch mit einem Zauberstab herumfuchteln... das hat man dann davon, wenn man in Bildern denkt)

Manchmal reichen schon Kleinigkeiten. Ohrstöpsel z.B. um in einem lauten Büro doch noch konzentriert arbeiten zu können. Wobei ich mich schon frage, welche Arbeit man ohne Konzentration machen kann... ich weiss keine..

Wenn Euch die Tür im Rücken stört, vielleich kann man ja den Schreibtisch umstellen oder Platz tauschen? Ihr müsst es halt ansprechen. Und fragen, ob es geht. Und wenn nicht, dann findet Ihr eben eine andere Lösung. Dafür habt Ihr ja ein Hirn! Es freut sich wenn es benutzt wird. Davon wird es besser.

Dafür müsst Ihr Euch wieder mit Euch selbst auseinandersetzen. Wissen, was Ihr braucht und was Ihr Euch wünscht. Und dann guckt doch mal, was sich da im Rahmen der Möglichkeiten in Eurem Betrieb machen lässt. Sprecht es an. Manchmal merkt man es auch erst, wenn man dazu gezwungen wird. Also dass mir Homeoffice gefallen könnte, das hätte ich nicht gedacht. Es kommt mir und meiner Art zu arbeiten sehr entgegen.

Vergesst, dass irgendjemand das doch wissen müsste! Es gibt nur einen, der das überhaupt wissen kann und das seid Ihr selbst. Also worauf wartet Ihr?

Und da jeder Lernprozess einer Organisation mit dem Lernprozess jedes einzelnen Mitarbeiters, seiner Zulieferer und Kunden und allen weiteren Beziehungen steht oder fällt, müssen diese alle individuell zusammengebracht werden. Es muss alles zusammenpassen. Man muss alle Schnittstellen mitnehmen!

Passt es nur an einer Stelle nicht, dann hat man immense Reibungsverluste. Passt es an vielen Stellen nicht, dann geht noch viel mehr Energie und Potential verloren. Die Folge ist STress und ein hoher Krankenstand, dass junge Talente das Unternehmen nach kurzer Zeit wieder verlassen, eine Überalterung der Mitarbeiterstruktur. Die gesunde Mischung von jung und alt fehlt. Durch die Überalterung kommen kaum noch neue Ideen auf, man verharrt in der "das haben wir schon immer so gemacht-, Das-macht-doch-eh-keinen-Sinn -"-Mentalität.

Das Unternehmen ist krank und mit ihm auch die Mitarbeiter. Ursache und Wirkung.

Es kommt zum Erstarren des Unternehmens. Weil kaum noch Anpassung (Lernen) stattfindet. Und jede Erstarrung führt in der Natur unweigerlich zum Tod. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Es gibt wieder ein paar Mundschutzdinger. Mit Einhorn und Elefanten. Hat Spass gemacht.

Mundschutz Mundschutz
Mundschutz Mundschutz
Ich wünsch Euch ein schönes Wochenende!

 
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Die Demo
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Der Mundschutz
16.05. bis 22.05. Unterschiede...

Sonntag: Ich hatte neulich an einen Autohersteller geschrieben, weil mir das mit den Mundschutzmasken mit Autologo ja als Wunsch angetragen wurde. Also den, von dem wir unser Auto haben.

wir fahren einen xyz , der ist mittlerweile schon 25 Jahre alt und immer noch topfit. Das ist der Grund warum wir AUTOMARKE sehr schätzen.

xyz ist zuverlä;ssig und treu. Sprich er strahlt Vertrauen und Heimeligkeit aus.
Ich hab für ein paar Bekannte Mundschutzmasken genäht und hab Fotos davon auf eine Website gestellt. Einfach um ein Zeichen zu setzen, dass es auch in Coronazeiten positive Nachrichten gibt. Dass es Mesnchen gibt, die für andere was tun. Und da sind.

Daraufhin kam die Nachfrage, ob ich nicht Mundschutzmasken mit einem Logo eines Autoherstellers nähen kann. Das verstößt natürlich gegen das Marken- und Urheberrecht. Es handelte sich um die Marke z und der Frager leitet ein z Forum. Und er hat nach 500 Masken gefragt.

Wenn Menschen in solchen Zeiten solche seltsamen Bedürfnisse haben, ihr Nervensystem zu beruhigen, dann wird es sicher auch Menschen geben, die gern mit einer IHREMARKEN-Maske herumlaufen würden. Einfach um der Krise mit Humor ihren persönlichen Stempel aufdr¨cken zu können.

Also eine Art Krisenstrategie.

Ich hab früher in Prospekten auch solche Dinge in dieser Richtung schon von mit Ihrem Log gesehen. Deshalb wollt ich das einfach mal an Sie weitergeben, vielleicht ist das ja etwas, womit Sie in der Krise ihre Kunden bei der Stange halten können.

Ausserdem könnten Sie damit ein positives Zeichen setzen. Dass Sie auch selbst produktiv werden und nicht nur nach Hilfen vom Staat rufen. Ich fände das gut. Es wäre ein Zeichen von Firmenresilienz.

Wir hoffen, unser Auto hält noch ein paar Jahre durch. Wir haben uns so an ihn gewöhnt.

Die Antwort war nüchtern und sachlich.

E-mail:
in der Anlage senden wir Ihnen unsere Antwort zu Ihrer Anfrage.

pdf-Inhalt: Atemschutzmasken mit Markenlogo Sehr geehrte Frau Jäger, vielen Dank für Ihre E-Mail. Wir freuen uns, dass Sie uns schon so viele Jahre die Treue halten und danken Ihnen, dass Sie uns Ihre Idee geschildert haben.
Seien Sie versichert, dass alle Anregungen unserer Kunden durch unsere Fachbereiche sorgfältig gesichtet und intern ausgewertet werden.
Viele Grüße und bleiben Sie gesund

Wenn ich das mit der Antwort der Dame von Melitta vergleiche, liegen Welten zwischen der Art und Weise der Kommunikation dieser beiden Firmen.

Merkt man die Resilienz also schon in so einer einfachen Antwortmail?
Was war in der Antwort des resilienten Unternehmens anders?
Erstens: die Antwort stand direkt in der Mail. Da hat direkt die adressierte Dame geantwortet.
Zweitens: die Antwort enthielt Herzlichkeit , Humor, echtes Interesse, menschliche Wärme also Gefühl!
Ich hab mich bei Ihr verstanden gefühlt. Wir konnten aneinander andocken.
Die Antworten von Melitta enthielten menschliche Wärme und Nähe. Die Antwort vom Autohersteller ist eher von sachlicher kühle und Distanz geprägt.
Das fühlt sich bei der Antwort von dem Autokonzern nicht so an. Das ist eine rein sachliche und nüchterne Antwort. Ich muss dazu sagen, dass ich früher Anfragen zu meinen Strickmustern auch in einem ähnlichem Stil beantwortet habe. Und tue dies wohl auch heut noch abhängig von meiner Stresshormon-Tagesform :)

Und die Floskel: dass alle Anregungen unserer Kunden durch unsere Fachbereiche sorgfältig gesichtet und intern ausgewertet werden.." hört sich ja so an, als hätte ich den richtigen Ansprechpartner noch gar nicht erreicht. Es ist also eine wir leiten die Info weiter-Antwort. Hier konnte ich also gar keine Kontakt herstellen, weil es noch der falsche Kontaktpartner war. Wieso leitet man die Info nicht an die Fachabteilung weiter und die antwortet dann? Schade.

So bin ich entmutigt. Einen weiteren Vorschlag werde ich dort sicher nicht hinschicken. Bedenkt man, dass genau solcher Input , soziales Austauschen in Netzwerken im Zeitalter 4.0 immer wichtiger werden, um neue Sichtweisen in die Betriebsdenke zu integrieren und somit die Basis für Agilität und Resilienz zu schaffen, erkennt man auch hier von aussen, schon einen Unterschied.

Es fehlt die Offenheit. Es fehlt die Agilität. Man handelt so wie man es vor 20 Jahren getan hat. Flexibel ist das nicht.

Bei Melitta hab ich mich verstanden gefühlt und gefreut. Bei der Antwort vom Automobilkonzert war ich irritiert. Freude kam da keine auf. Bzw. nach lesen des Inhalts war die sehr schnell verflogen. Da macht sich Enttäuschung und Entmutigung breit.

Deshalb hab ich auch Melitta noch in einer zweiten Mail gefragt, was sie anders machen. Und auch da noch eine Antwort bekommen. An den Automobilkonzern würd ich nicht mehr schreiben. Denn der ist ja nicht offen dafür.

D.h. Agilität, Flexibilität geht auch mit menschlicher Nähe und Wärme einher. Denn beides schafft Vertrauen.

Und was löst die Antwort vom Automibilhersteller in Euch aus? Vertrauen? Also ich bin nach wie vor irriert, vewirrt und enttäuscht. Das ist das Gegenteil von Vertrauen.

Ich frage mich in wie weit das auch davon abhängt, ob das Firmendenken männlich ist und Männer in der Führung dominieren. Sprich: wenn Vertrauen auf Basis von Gefühlen und Verständnis und Verstandenwerden Kontakt und Nähe und ein sich Verstandenfühlen aufbaut, ist das nicht eher eine Stärke von Frauen im Zeitalter 4.0?

Dann wäre es das erste mal in der industriellen Revolution, dass Männer sich was von Frauen abschauen können. Denn bisher ist es eher so, dass sich Frauen auf eine von Männern geprägte Arbeistwelt anpassen müssen.
Wird 4.0 das Zeitalter der weiblichen Intelligenz? Denn auch bei Remote-Arbeitern bedarf es neuer Techniken , um ein WIR-Gefühl, ein famliäres Klima zu erzeugen, um das volle Potential nutzen zu können.

Gestern war ich schon irgendwie unruhig und unzufrieden. Obwohl ich gestern viel unterwegs war, einen externen sozialen Kontakt hatte, und abneds mit meinem Rudel ferngesehen habe. Und mich nachmittags in der Badewanne (Samstags ist Badetag) entspannt habe.

Heut früh bin ich erst nicht aus dem Bett gekommen. Ich konnte mich nicht aufraffen. Die Muskeln waren angespannt. Und in meinem Hirn herrschte mal Gedankenruhe. Es war zu ruhig!Mein Bauch gebläht. Dann hab ich mich doch aufgerafft und bin aufgestanden. Und dann waren meine Beine unruhig und ich auch. Also bin ich raus und hab mich bewegt. Und siehe da , auch mein Hirn kam in Bewegung. Sonst hätte ich heut auch gar nix geschrieben.

Draussen bin ich Elvis und seinem Frauchen begegnet. Sie arbeitet im sozialen Bereich mit Jugendlichen und da hab ich sie was gefragt, was mir gerade im Kopf herumgeht.

Ich merke, dass ich wenn ich freiwillig etwas für jemanden tue, mir das unheimlich viel Energie gibt. Wenn ich gegen Geld etwas tue (also "muss oder soll"), dann ist das oft nicht so. Warum? Weil man dann eher was tut, was man nicht mit Herz und Bauch tut? Bestimmt.

Aber auch, weil ich schon oft, über meine Grenzen gegangen bin. Nur um anderen zu helfen. Kann man helfen und in sozialen oder den Gesundheitsberufen arbeiten, ohne sich zu verlieren? Ohne seine Grenzen zu überschreiten?

Mir ist auch bei den Gesundheitsarbeitern (vom Gesundheitsnetzwerk) aufgefallen, dass es ihnen ähnlich geht. Dann kommt es auch bei ihnen zum Burnout. Des is fei a ned grod as gsündest.

Und auch in Firmen, die nichts mit Gesundheit zu tun haben, passiert es, dass man den Kunden dann als Feind wahrnimmt. Seltsam. Denn er ist anstrengend geworden. Bzw. es haben sich in der Firmen-Kundenbeziehung auf beiden Seiten Verhaltensweisen eingeschlichen (sind also von beiden Seiten erlernt worden), die ihnen nicht guttun und damit beiden Seiten Kraft kosten und sie unfrieden machen.

Warum ändern sie dann nicht einfach ihr Verhalten? Weil sie es gar nicht mehr merken und weil sie sich dran gewöhnt haben und auch nicht wissen wie sie aus der Nummer wieder herauskommen. Es ist wieder wie mit dem Bergsteiger, der in der WAnd hängt. Es ist bequemer da zu bleiben, wo man ist, denn daran hat man sich ja gewöhnt. Das Seil zu greifen und sich zu bewegen, das würde Mut und Anstrengung erfordern.

Man verharrt also und fühlt sich dann lieber weiterhin hilflos und ausgeliefert. Denn das kennt man ja. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ein Ungleichgewicht zwischen geben und nehmen ist entstanden. Und da dies bei jeder Beziehung zwischen Menschen oder jeder Art von Organisation oder Institution passieren kann, holt es uns also überall ein.

D.h. wir selbst müssen immer und überall dafür sorgen, dass wir uns nicht verausgaben. Woran erkennt man ungesunde Beziehungen? Sie kosten einen unheimlich viel Energie! Sie verurscachen Stress und jagen unsere Stresshormone in die Höhe. Unser Blutdruck steigt. Unsere Muskeln verspannen sich. Kein Wunder, dass wir auf den Beziehungspartner wie auf den Säbelzahntiger reagieren. Denn für uns ist er es auch!
Auf Dauer wirkt sich dies schädlich auf unsere Gesundheit aus.

Gesunde Beziehungen geben einem Energie! Sie setzen Glücks-, Schmerzlinderungs- und Bindungshormone frei! Jippie! Auch sie wirken sich auf unsere Gesundheit aus. Positiv. Sie halten uns jung und agil und flexibel. Denn sie sorgen für Entspannung!

Ihr werdet jetzt sagen: Aber ich kann doch nicht um schwierige Menschen einen weiten Bogen machen... es gibt doch immer welche. Und es hängt ja auch bei mir von der Tagesform ab, wie ich drauf bin und bei anderen ja auch.

Stimmt. Und da Ihr die Stimmung eines anderen Menschen nur bedingt beeinflussen könnt, gibt es nur eine STelle, an der Ihr arbeiten k&oumL;nnt. An Euch selbst! An Eurer Einstellung und wie Ihr mit Stress umgeht. Und da kommt wieder Achtsamkeit, Bewegung, Meditation, Humor und energiegebende soziale Kontakte ... ins Spiel. Da jeder Mensch eine einzigartige Hormoncocktailmischung in seinem Hirn und Körper hat und damit auch jeder individuell andere gesunde oder toxische Dosen verträgt, muss das jeder Mensch für sich selbst herausfinden und sein Gleichgewicht selber finden. Vergesst das mit der Norm! Die gibt es nicht.

Allerdings werdet Ihr herausfinden, dass je entspannter Ihr in schwierigen Beziehungen bleiben könnt, was dann das ERgebnis Eurer Bemühungen ist, auch eine Auswirkung auf diese schwierigen Beziehungen hat. Das heisst, durch Euer verändertes Verhalten, durch Eure entspanntere Art, verändert Ihr auch die Beziehung.

Denn Ihr seid ja kein Vakuum. Wenn Ihr Euch verändert , verändert sich auch alles um Euch herum. Verändert Eure Sicht auf die Welt und die Welt wird sich verändern.

Ich arbeite in einem extrem toxischem Klima und daheim ist es auch nicht immer einfach. Doch mit deiner Veränderung der Einstellung gewinnt das Leben überall an Leichtigkeit. Klar gibt es auch immer wieder Momente wo ich mein Gegenüber solange schütteln möchte bis er endlich Vernunft annimmt (die "ja, aber - Fraktion"), aber sie werden weniger.

Ich denke, es geht in einem lebenswerten Leben auch darum anderen zu helfen. Allerdings im Gleichgewicht. Geben und Nehmen. Denn nur so funktionieren Gemeinschaften. Wenn alles im Lot ist. Weil wir Menschen nunmal hormongesteuert sind, ist das eine tägliche Herausforderung. Und mit dem Alter verändert sich auch noch der Hormoncocktail. D.h. wir müssen uns auch verändern. Denn wir ändern uns ja schon durch die Hormone sowieso.

Weniger weibliche Hormone im Alter bewirken, dass wir mehr männliche haben und dann wächst halt mal ein Damenbart. Wenn die männlichen Hormone aus dem Gleichgewicht geraten, können auch Ihre Brustwarzen Milch erzeugen. Habt Ihr das gewusst?

Habt Ihr gewusst, dass Sport die Erfindung und der Ersatz für die fehlende Jagd- und Sammelbewegung im Wald ist, mit dem unsere Vorfahren die meiste Zeit des Tages beschäftigt waren?

Und dass Cheerleader dazu da sind, den Testosteronspiegel zu erhöhen und somit den Wettkampf anzuheizen? Sie tun dies hormonell! Erstaunlich! Ob Hitzewallungen dann auch einen Überschuss männlicher Geschlechtshormone zurückzufüren sind?

Heutzutage sitzen wir im Büro und denken. Wissensarbeit.

Unser Körper ist aber auf Bewegung programmiert. Er stammt ja noch aus der Zeit, wo wir den Tag mit der Nahrungssuche im Wald verbrachten.

Damals brauchten wir das Testosteron also für die Nahrungssuche oder bauten es dort und auf der Jagd ganz natürlich ab. Heute sitzt man im Büro und hat Hals - Rücken und Nackenschmerzen wenn man heimkommt. Weil man seine Muskeln nicht so benutzt hat, wie sie es gerne möchten.

Warum möchten sie sich denn bewegen? Ja wegen den Hormonen. Hormone haben nämlich unser Überleben im Sinn. Also steuern sie unseren Jagd- und Nahrungssuchantrieb und das Sexualverhalten. Denn sonst wären wir schon lange ausgestorben.

Nun hocken wir also mit unserem ererbten Hormoncocktail im Büro , fahren sitzend heim und sind dann fertig , weil uns alles weh tut. Dann sitzen wir vor dem Fernseher oder PC und fallen ins Bett.

Die Hormone werden also nicht abgebaut. Sie sammeln sich in uns an. Die moderne Arbeitsweise (ARbeistverdichtung, Lärm, Klimaveränderung, Städtische Lebensweise, Pendleritis, Ballungszentren ...) verstärkt den Stress noch. Also könnte es sein, dass wir heute mit mehr Stresshormonen als unsere Vorfahren zu kämpfen haben.

Die wir aber nicht abbauen! Was passiert damit? Wir vererben den Cocktail an unsere Nachkommen. Somit steigt der Hormoncocktail mit jeder Generation an. Wenn sie das Verhalten ihrer V&äter und Mütter lernt. Und das tun ja die meisten. über ERziehung. D.h. wir erlernen ein nichtartgerechtes Verhalten und geben es weiter. Weil wir das für normal halten.

Gut, der ein oder andere macht Sport. Der ein oder andere hat einen Beruf, wo er sowieso den ganzen Tag auf den Beinen ist. Z.B: Handwerker. Die haben aber meist auch eine eher nicht natürliche Belastung.

Doch im grossen und ganzen benutzen wir die Hormone nicht mehr für das, wofür sie vorgesehen waren. Und bauen sie auch nicht ab. Und so wundert es dann nicht, dass sich zwei Büroinsassen an die Gurgel gehen, dass bei Nichtigkeiten der Kollege in die Luft geht. Das hatten wir ja schon.

Denn im Büro regieren die Stresshormone! Genauso wie in der Massentierhaltung. Denn auch dort können die Tiere ihrem natürlichen Verhalten der Nahrungssuche und der Bewegung nicht mehr nachgehen. Und das führt dann zu nvervösen und aggressiven Hühnern und Schweinen. Und dasselbe passiert dann halt in einem Grossraumbüro.

Deshalb nehmen psychische Krankheiten zu. Denn sie sind die Folge unseres Stress-Hormonstaus. Aber nicht nur: denn ein Stress-Hormonstau bahnt sich ja auch im Körper seinen Weg. Bluthochdruck, Kreislauferkrankungen, Herzerkrankungen, Schlaganfälle, Asthma, Diabetes ...unsere ganzen Zivilisationskrankheiten sind die Folge.

Ein Ernährungsmediziner meinte mal, dass ein Mann im Busch ja auch im Alter schlank ist, und wenn man sich anders ernährt auch jeder Mann in unserer westlichen Welt im ALter schlank bliebe.

Da betrachtet er die Welt aus seinem ernährungsmedizinschen Tunnelblick.
Würde er den schlanken älteren Herrn aus dem Busch in unsere Zivilisation verpflanzen, würde er vermutlich an einem Kulturschock sterben. Und damit an physiologischem Stress. Denn unser hektisches und stressiges und artfremderes Leben ist er nicht gewohnt!

Würde er dies überleben, dann würden ihm seine sozialen Kontakte fehlen, seine Nahrung und seine Bewegungsgewohnheiten (Busch, Wald) auch seine Art der Nahrungsbeschaffung würde sich ändern. Also seine gesamte Art und Weise zu leben!!!! Er würde vermutlich sehr schnell Krankheiten entwickeln und versterben.

Solche Experimente macht man heute nicht mehr, denkt Ihr? Ihr macht das bei jeder Urlaubsreise.

Früher zu Ritter von Spix - Zeiten, wo der Amazonas vermessen wurde, brachte man Brasilianische Ureinwohner auch nach Deutschland. Sie starben bald darauf. Obwohl sie jung und fit waren. Was glaubt Ihr denn, was ein Kulturschock ist? Es ist nichts anderes als eine Stressreaktion des Körpers.

Heutzutage reisen wir innerhalb von ein paar Stunden in andere Klimazonen mit dem Flugzeug. Da muten wir uns und unserem Körper auch eine Menge zu. Von der Sonne Australiens in die Eiseskälte Deutschlands in 2 Tagen. Und da wudnert Ihr Euch, dass Euer Immunsystem servus sagt? Und Ihr nach der Reise erstmal krank werdet?

Schon mal an den Zusammenhang gedacht, dass dies Stress für Euch und Euren Körper ist und somit Eure Stresshormone in Wallung kommen? Bei jeder Reise! Dass Stresshormone das Immunsystem schwächen, sollte Euch auch klar sein. Dann noch in Shorts und T-shirt in den Winter Deutschlands und die Viren und Bakterien feiern eine Party!

Ihr behandelt also Euch selbst und Euren Körper wie die damaligen Forscher die unschuldigen Indios. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Einmal untersuchten in einem Krankenhaus in der Stadt Forscher einen sehr alten Mann. Sie wollten rausfinden, warum er so alt geworden war. Er starb kurz darauf. Der Verdacht liegt nahe, dass diese Reise und die Untersuchungen für diesen Mann soviel Stress gewesen sein, dass er gleich danach verstorben ist. Beweisen kann man es nicht. Denn man kann ja auch argumentieren, dass er ja schon soooo alt war und da ist es dann kein Wunder... Ein Gschmäckle bleibt trotzdem.

Eine Bekannte hat mir von einem Hochsensiblen-Seminar erzählt. Da geht es darum sich das Umfeld zu schaffen, das man braucht. Es gibt Interviews. Ich hab versucht mir eins davon anzugucken. Ich bin zu ungeduldig. Sie reden und reden ... und reden. Ich wünschte mir einfach, sie würden schnell zum Punkt kommen.

Die Menschen in diesen Kursen, wollen alle anderen helfen. Also glücklich machen Menschen anscheinend menschliche Beziehungen. Unglücklich aber auch, wenn man dabei über die eigenen Grenzen geht. Ob die Interviewer so klug sind und ihre Grenzen kennen? Ich hoffe, es. Ansonsten ist der nächste Beruf, der sie frustiert ihr Traumberuf. Denn er wird zum Albtraum.

Könnte sein, dass sie dann genau den Menschen die Schuld geben, denen sie helfen wollen. Das sind dann wieder die Stresshormone, die aus ihnen sprechen. Solange man sich nicht selber ändert wird das immer so bleiben, egal welchen Beruf man ausübt und in welcher Gemeinschaft man ist. Denn diese Einstellung macht ja auch in der eigenen Familie, der Selbsthilfegruppe (die man leitet) oder im Verein nicht halt. Egal wo ich bin, immer bin ich der Depp. Warum? Wenn ich mich als Depp bezeichne, dann spricht das nicht grad für einen liebevollen Umgang mit mir selbst. D.h. ich mach mir schon mal selber physiologischen Stress, weil ich etwas an mir nicht leiden kann und ablehne.

Und zu seiner Situation gehören immer zwei. Solang ich mich nicht verändere, wird sich auch an den Situationen nichts ändern. Denn ich werde mich ja egal wohin ich gehe, genauso verhalten. Weil ich es so gelernt habe. Verlernen ist schwierig. Doch es geht. Es kostet Energie. Doch langfristig spart es sie. D.h. langfristig reduziere ich Stress. Und das merk nicht nur ich, sondern auch meine Umgebung.

Schon vor dem Briefwechsel (oben) zum Thema Vertrauen, hab ich mich gefragt, wie man Vertrauen aufbaut.

Denn bei uns auf Arbeit sind viele verunsichert. D.h. es fehlt an Vertrauen. Dann müsste man als erstes Vertrauen aufbauen.
Wie macht man das?

Ich kenne eine Pferdeflüsterin. Die hab ich mal gefragt. Und dann hab ich mir Bücher von zwei Hundeflüserern besorgt.

Bei Pferden und Hunden läuft es über Berührung. Denn Tiere sprechen ja nicht die menschliche Sprache. Miteinander kommunizieren sie also nonverbal. z.B. rempeln sich Hunde an. Also geschieht hier die Kommunikation über Berührung. Sie ist echt und authentisch.

D.h. die Sprache des Vertrauens kommt ohne Worte aus. Sie besteht aus dem Handeln. Tun Sie es einfach! So sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende zu mir: Man muss, das was man sagt und von anderen fordert auch leben! Also sich an seine Werte halten.

Oder wie meine Gruppenarbeitskollegin meinte: ich mag Menschen nicht, die nur über Dinge reden anstatt sie einfach zu machen.

Menschen kann man doch nicht nur körperlich berühren (z.B. als ich die Frau umarmt hab, deren Hund überfahren wurde, das war echte und authentische Berührungs-Kommunikation ohne Worte) sondern auch mit Worten. Wenn man mit der Sprache Kontakt zum anderen herstellen kann. Man findet also einen Anknüpfungspunkt und somit Zugang zu jemand anderen. Weil er sich verstanden fühlt.

So sagte ja der eine Ehrenamtliche mal zu mir als Führungskraft musst Du Mama, Papa und Beichtvater sein.

Das wird man über Nähe und Offenheit und Authentizität und Ehrlichkeit. Und weil es stimmt, dass ich nur das zurückbekomme, was ich auch selbst aussende, muss ich mit gutem Beispiel vorangehen. D.h. ich muss offen, ehrlich, authentisch und nah sein.

Okay, das letzte krieg ich hin, weil ich eh nicht anders kann. Und ich hab auch schon viele positive Erfahrungen gemacht.

z.B. letzte Woche hat ein Kollege angerufen und ich konnte den Ärger in seiner Stimme hören. Das klingt dann schon so angespannt und gehetzt. Ärgerlich halt.

Ich hab nicht daran gedacht einen Wert in der Datenbank bei einer Aktion auf der Datenbank auf einen bestimmten Wert zu setzen. Und da ist sein Prozess aus der Kurve geflogen.

Er hat es mir auch schon mal erklärt, deswegen war er sehr verärgert.

Ich hab ihm einfach ehrlich gesagt, dass ich mir die ganzen Workarounds, die wir haben (und die aus Zeitnot und Stress nicht anders behoben werden), sie mir nicht mehr merken kann. Ich schreibe mir alles auf, aber ich kann das nicht mehr alles jedesmal lesen! Ich versuche alles richtig zu machen. Ich mach das nicht absichtlich!

Daraufhin änderte sich seine Tonlage. Es wurde stiller und weicher. Er gab dann zu, dass es ihm ebenso geht, dass er sich auch nicht mehr alles merken kann. Und er weiss, dass ich das nicht mit Absicht mache. Er machte dann den Vorschlag, dass ich ihm das nächste mal einfach Bescheid geben soll, wenn ich diese Aktion wieder durchführe, damit er es sich dann gleich ansehen kann, ob es passt.

So konnte ich also durch meine Offenheit und Ehrlichkeit eine stressige Situation entschärfen. Deeskalatierend. Ich wusste nicht mal, dass ich sowas kann... Einfach indem ich ihm den Hintergrund erklärt habe und gesagt habe, wie es MIR geht! Und weil es IHM genauso geht, hab ich zu ihm Kontakt bekommen.

Weil es an sein Gefühl andocken konnte. Weil er sich genauso fühlt. Hier konnte ich also mit Sprache "berühren.". Drum sagt man wahrscheinlich auch, bei einem schönen Lied oder Gedicht, bei dem man weinen muss: Das hat mich berührt.

Es ist sogar eine konstruktive Lösung dabei herausgekommen! Denn er konnte meine Sichtweise verstehen!

Zurück zum Hundetrainer. Er kritisiert, dass Hundeschulen Hunden mit Leckerlies und x-maligem Wiederholen Dinge beibringen wollen. Er sagt, damit verletze man die Intelligenz des Tieres. Denn damit unterstellt man dem Hund ja, dass er dumm ist.

Ausserdem reagiert ein Hund situationsabhängig. Deshalb würde das mit Leckerlies angelernte auch nur in eben diesem Umfeld funktionieren. Sobald ein Hase über den Übungsplatz rennt, stünde das Herrchen sehr allein mit seinem Leckerli da.

Weil Hunde das Wissen auch nicht übertragen können. Das erinnert mich an das, was man von Autisten sagt. Aber auch an meine Erfahrungen mit Menschen. Auch sie wissen theoretisch wie es geht, aber an der praktischen Umsetzung und Anwendung im Alltag scheitern sie trotzdem. Schrägerweise ist es ihnen oft ja nicht einmal bewusst. Wie die unentspannte Entspannungslehrerin. (Ja, ich weiss, das ist menschlich. Auch sie wurde Opfer ihrer Stresshormone. Wahrscheinlich hab ich als Teilnehmer, der sie irritierte auch noch meinen Teil dazu beigetragen. Allerdings kann ich ja nix für ihre Gefühle und Hormone. Ich kann mich nur um meine eigenen kümmern. Und das hab ich dort auch. Es hat nur nichts bei Ihr genutzt. Weil sie es nicht wahrgenommen hat. Sie hat mich in ihrer betriebsblindheit in ihre Autisten-sind-schwierig-Schublade gesteckt. Damit ist ihr leider entgangen, was für ein wunderbarer lieber Mensch ich bin. Denn sie war dafür leider nicht mehr offen durch das bereits bestehende Urteil, was ja nichts mit mir zu tun hatte. )

Das ist doch nicht nur bei den Hunden so! Das ist doch wieder dasselbe Prinzip: umlernen muss man im normalen Leben, in Alltagssituationen. In der Praxis halt! Das gilt nicht nur für den Hund. Das gilt für jedes Lebewesen!

Der Hundeflüsterer sagt: Wenn ein Hund einen Menschen nicht versteht, wenn er in normaler Lautstärke spricht, dann wird er ihn auch nicht verstehen, wenn er es 100 x macht oder wenn er zu schreien anfängt.

Das kann ich auch aus eigener Erfahrung berichten. Wenn ich etwas nicht verstehe, dann wiederholen z.B. Ärzte auch gerne, das gerade gesagte nochmal. Wenn ich es beim ersten mal nicht verstanden habe, werde ich es auch beim zweiten und dritten mal nicht verstehen. Dann wäre es gut, wenn der Adressat es anders formulieren würde. Also eine andere Sprache wählen würde. Wenn man mich anschreit, bin ich nur noch verwirrter und verängstigt obendrein. Denn ich habe keine Ahnung, was ich jetzt schon wieder angestellt habe.

Inzwischen verstehe ich den Adressaten besser. Er meint, ich mach das mit Absicht oder ich bin dumm. Das ist nicht besonders schön für mich. Er bewertet mich also anstatt dass er auf die Idee kommt, dass das Kommunikationsproblem an ihm liegen könnte. Da ich nicht weiss, wo der Irrtum liegt, kann ich das Missverstädnis , was ja ein Übersetzungsproblem ist, nicht aufklären. Und auch, weil ich durch den Hormoncocktail von Stresshormonen, die meine Amygdala nun durch diese Irritation und Verängstigung durcheinandergebracht haben, auch gar nicht physiologisch dazu in der Lage wäre.

Wieso versucht es dann der Adressat nicht einfach mal in einer anderen Sprache? Also wieso versucht er es nicht mal mit anderen Worten? Erklärt seine Sicht und macht sie mir verständlich? Ich kann doch nicht hellsehen! Ich hab mit meiner Hyperakkusis und durch die stresshormonbedingten Reizfilterdeaktivierung mit der hellhörigkeit schon genug zu tun!

Noch ein Beispiel für ein solches Missverständnis?
Eine Psychologin in der Schmerztherapie hat mal gesagt ich soll die Augen zumachen und sagen, was ich alles höre. Das war sehr viel, weil ich die Hunde im Park bellen hörte und die Mücke an der Wand für mich in Düsenjetlautstärke brummt, und der Wasserhahn ebenso laut tropft...

Sie schrieb in den Befundbericht, dass es an meiner Aufmerksamkeit und Achtsamkeit nicht liegen könne. Sie hat leider übersehen, dass ich ALLES mitbekomme! Gleichzeitig! Und das ist sehr wohl etwas, was einem bei der Achtsamkeit und Aufmerksamkeit in die Quere kommt! Das ist nämlich Ablenkung pur!!!!

Auch beim Neruologen wird ja nur gemessen, ob die Nerven zu langsam leiten. Was ist, wenn das Gegenteil der Fall ist? Was wäre, wenn sie zu schnell leiten? Wenn jeder Reiz intensiver und schneller durch die Reizfilterdeaktivierung wahrgenommen wird? Weil in Gefahrensituationen jeder Reiz viel schneller verarbeitet werden muss?

Auch das ist aus der jeweiligen Perpektive eine nachvollziehbare Sichtweise. Doch es existieren noch unzählige andere daneben, die man eben NOCH nicht kennt.

Ich kann doch nicht davon ausgehen, dass meine Sicht der Welt die einzige richtige und gültige ist. Wenn ich weiss, dass jeder Mensch die Welt anders wahrnimmt, dann KANN das auch gar nicht sein!

Unsere Sprache ist also sehr missverständnissanfällig. Weil egal was wir sagen, wir aus unserer eigenen eingeschränkten Sichtweise kommunizieren und diese implizieren. Wenn der Empfänger unserer Botschaft damit nichts anfangen kann, dann liegt das doch nicht an ihm! Sondern am Absender.

Handlungen oder Bilder sind viel einfacher zu verstehen als Worte.

Und genau das bildet auch Vertrauen: Taten!

ich glaube, dass Menschen in jeder Organisation auch wie Hunde in einem Rudel sind. Sie möchten verstanden werden und sich verstehen und ihren Platz im Rudel finden und sich dort sicher fühlen.

Eine Führungskraft muss also in einer Situation so handeln, wie sie es sagt. Und Ärzte sind ja auch nix anderes als solche Führungskräfte.

D.h. auch ihre Basis ist das Vertrauen. Wenn ich meinen Patienten oder Mitarbeiter anbluffe oder anschreie, dann werde ich dieses Ziel sicher nicht erreichen. Da fühlt man sich nicht wohl. Da wird man krank. Das betrifft übrigens beide Seiten.

Denn hier entstehen ja Stresshormone auf beiden Seiten. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Widersprüchlies Verhalten und Handlungen werden von Verunsicherten, Verängstigten übrigens aufgrund des durch die Stresshormone deaktivierten Reizfilters intensiver wahrgenommen.

Wo ein entspanntes Nervensystem über einen Tippfehler hinwegsehen kann, oder wenn auf einem Rezept statt Bruch des Ellbogens, Bruch des Handgelenks steht (was aber für die Abrechnung gar keine grosse Rolle spielt, also da gar nicht tragisch ist), kommt ein angespanntes ganz schnell aus der Spur. Weil es das nicht versteht. Weil sein Nervensystem das als Anzeichen für Gefahr intepretiert. Vorsicht! Hier stimmt was nicht!

Das macht draussen in der Wildnis sicher Sinn, aber nicht auf Reha im Krankenhaus in der Schmerztherapie. Allerdings macht unser Nervensystem und unsere Stresshormone, die bei chronischen Schmerzen ausgeschüttet werden, hier keinen Unterschied!
Und DAS IST DAS MISSVERSTÄNDNIS!!!
Übrigens ist das auch der Grund, warum man sich nichts merken und nichts lernen kann und warum man nicht dort hin findet, wo man hingeschickt wird. Auch damit kann man Menschen zur Verzweiflung treiben, die die Hintergründe nicht kennen. Die denken dann: Gott! Stellt der sich an! Der kann nix dafür. Euch würde es unter denselben Bedingungen genauso ergehen.

Der Patient ist also weder bösartig, noch frech, noch dumm sondern einfach im Dauerverteidigungsmodus. Die Krux ist: er weiss es selber nicht! Trifft er dann noch auf gestresstes Krankenhauspersonal dann stehen sich zwei urzeitliche Säbelzahntiger gegenüber. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Wenn man es anders formuliert, aufmerksamer ist , anders fragt, nachhakt, dann hat man als Sender die Möglichkeit das Missverstädnis aufzulösen. Denn ein veränstigter, irritierter Empfänger kann das nicht. Das ist in dem Zustand gar nicht möglich.

Enstpannt sich also der Sender und nimmt das Verhalten und die Antwort des Empfängers nicht persönlich , ist nachsichtig, dann hat er die Chance den Grund für das Missverständnis zu finden und erspart sich damit auch jede Menge Stress. Des wär fei des allergsündeste. Weil davon ja auch alle im eigenen Umfeld profitieren. Denn gute und schlechte Laune sind ansteckend. Das heisst dann also, dass unsere Hormone ganz schön virulent wirken.

Verunsicherte Menschen, Autisten, ADHSler... und auch chronisch kranke Menschen brauchen Verläßlichkeit und Zuverlässigkeit!
Nur in einem Umfeld, in dem Vertrauen herrscht, verschlimmern sich ihre Symptome nicht. Erst dort können sie zeigen was ihnen steckt und gesünder werden. Da herrscht Offenheit und nicht das Vorurteil. Dort stellt man Dinge immer wieder in Frage und kommt so zu neuen Erkenntnissen und Innovationen. Im Unternehmen, der Gemeinschaft oder im Krankenhaus.

Übrigens Entschärfung beginnt mit positivem Feedback. Also sagt doch ein paar Menschen einfach wie toll sie sind! Aber nur, wenn Ihr das ehrlich meint.

Es liegt an jedem Einzelnen von uns. Ich arbeite daran :)

Noch ein Beispiel für unterschiedliche Sichtweisen ...
Neulich hat mir jemand gemailt, ich solle meine Gedanken besser strukturieren. Meine Gedanken sind strukturiert nur halt nicht in in der Art und Weise wie er es erwarten würde.

Mein Stresshormongesteuertes Hirn funktioniert nämlich etwas anders. Es liebt Details. Das wisst Ihr ja inzwischen, dass bei hohem Stresshormonpegel der Reifilter deaktiviert wird, weil jedes Detail das anders ist, Gefahr bedeuten kann und da ist es gut, wenn man dann auch jedes Detail mitbekommt.

Wenn ich einem Gedankengang folge (auch hier beim Schreiben), dann fange ich mit einer Idee an, dann gerate ich an ein Detail und muss ihm folgen. Lande wiederum beim nächsten Detail und folge wiederum ihm und am Ende hab ich mich in meinem Gedankengang verlaufen bzw. muss erstmal wieder lesen, wo ich eigentlich losgegangen bin.

Wenn ich was erzähle ist das ähnlich. Dann verliere ich allerdings eher den Faden, weil sich eine Amoklaufende Amygdala ja auch nicht merken kann, wo sie losgelaufen ist.

So einen Gedankengang könnt Ihr Euch so vorstellen wie einen Flur (Gang) von dem viele Türen abzweigen. Entspannte Geister werden den Flur einfach durchqueren. Das gelingt mir auch, wenn ich fokussiert bei einem Thema bleiben kann. Das gelingt mir aber nicht immer.

Dann muss ich der ersten abzweigenden Tür folgen und lande dort wiederum auf einem Flur , wo rechts und links unzählige Türen abzweigen. Auch hier muss ich die erste Tür nehmen und das kann dann endlos so weitergehen. So funktioniert halt ein assoziatives Gehirn. Es springt von einem Gedankengangs zum Detail und dort wieder zum nächsten usw. Bis ich mich in meinen Gedanken verlaufen habe. D.h. ich bin nicht verloren. Ich weiss ja zumindest, was ich als letztes erzählt habe, aber wo ich angefangen habe, vor der ersten Tür, das weiss ich dann nicht mehr.

Vielleicht ist das die Folge eines Hirns, das jede Kleinigkeit mitbekommt und auch (oft unbemerkt von mir) registriert und irgendwo hinräumt. Auf einen Haufen schmeisst , nur damit die nächste Info verarbeitet werden kann. D.h. mein Hirn ist schnell und mit Informationen bis zur Decke voll, aber nicht sehr aufgeräumt. Denn es hat ja gar keine Zeit dafür. Euer Hirn kann die Informationen des Tages in der Nacht entrümpeln und sortieren.

Meines weckt mich mit mitten in der Nacht mit einem Heureka - Moment! Denn dann hat es die Informationsflut verarbeitet und etwas wichtiges in dem Informationswust gefunden. Und das muss es mir dann unbedingt mitteilen und schüttet ganz auf- und erregt Stresshormone aus. Die wecken einen dann mitten in der Nacht ist man dann hellwach. Ich muss es dann gleich aufschreiben, sonst hab ich es gleich wieder vergessen. Das ist manchmal, wenn man einfach mal durchschlafen möchte doch sehr nervig.

Das mit dem Aufräumen bekommt es leider nicht hin. Das zieht sich bei mir so durch. Wenn das mein Hirn nicht kann, dann ist es kein Wunder, dass es mir auch seeehr schwer fällt.

Und wenn man sooo viele Informationen (Details) im Hirn behält, dann braucht man auch findige Suchalgorithmen um etwas zu finden. Ich hab also Big Data im Hirn.

Data Mining ist ja auch keine einfache Angelegenheit. Denn aus wildem Datenwust sinnvolle Informationen zu gewinnen, braucht es schon gute Algorithmen.

Anscheinend hat mein Hirn sowas. Ob das bei allen Autisten und ADHSlern so ist? Denn die müssen ja alle mit der auf das Hirn einprasselnden Informationsflut irgendwie umgehen.

Schon witzig: unser Hirn kann nur mit einer bestimmten Menge an Informationen gut umgehen. Trotzdem sind wir begierig nach immer mehr Informationen und Big Data. Wir wollen immer mehr wissen. Mir geht es ja auch so. Denn Wissen ist eine Art und Weise sich resilient zu machen und der Unsicherheit und dem Stress des Lebens gewappnet zu sein.

Aber unser Hirn ist für Big Data gar nicht gemacht. Andererseits haben Menschen immer lebenslang gelernt sonst gäbe es uns ja gar nicht. Fällt dann immer wieder Information aus unserem Hirn heraus? Werden dann die Speicher durch andere überschrieben? Die Neuroplastizität sagt ja.
Ich frag mich nur, ist das bei mir auch so? Denn in meinem Hirn sind ja immer wieder Informationen zu finden, an die ich mich gar nicht erinnern kann.

Und es gibt auch Menschen, die nichts vergessen können. Die leiden übrigens sehr darunter.
Bei mir ist das umgekehrt.

Daher werde ich nie Menschen verstehen, die wenn sie älter werden über ihr schlechter werdendes Gedächtnis jammern. Hey! Seid froh, dass Ihr sowas mal hattet!

Seid dankbar, dass es so lange so gut funktioniert hat. Freut Euch drüber.

Meins hat sich noch nie was merken können. Im Gegenteil: teilweise war ich als Kind (in einem Umfeld, dass viel zu reizintensiv für mich war) noch verlorener. Ich hatte Albträume davon meine Büchertasche vergessen oder verloren zu haben. Die hab ich manchmal heute noch.

Der neue Stundenplan jedes Jahr war für mich jedes mal eine Herausforderung. Kaum hatte ich mich an den Stundenplan des letzten Jahres gewöhnt, da gab es schon einen neuen!

Jeden Tag wechselten die Fächer UND die Räume! Was bin ich rumgeirrt und hab mir vertraute Gesichter gesucht, denen ich hinterherlaufen konnte. Macht das mal mit Gesichtsblindheit!

Einige meiner Klassenkameraden hab ich eher von hinten erkannt. So wie K. mit ihren goldblonden Korkenzieherlocken. Sie saß im Mathe-LK vor mir. Bei dem Anblick bekam ich immer Hunger, weil mich ihre Frisur an Nudeln erinnerte. Ja ein assoziatives Gedächtnis wirkt sich auch im Mathe-LK sehr kreativ aus und ist keiner Ablenkung der Gedankengänge abgeneigt.

Dies führte dazu, dass mich mein Mathelehrer, nachdem ich in der ersten Klausur eine 1 und in der zweiten eine 5 geschrieben hatte (das lag nicht am Lernen, das lag an der Aufgabenstellung, mit Textaufgaben bin ich noch nie zurechtgekommen, weil sie für mein Hirn genausogut auf chinesisch verfasst sein hätten können. Damals wusste ich das leider noch nicht), fast jede Stunde an die Tafel zitiert. Ich bin dort jedesmal fast gestorben. Einmal war ich weiss wie ne Wand. Da hat man mich mal rausgeschickt. Allein. Das war schön.

Ich hatte oft die falschen Bücher oder Hefte dabei. Aus dem Grund nahm ich irgendwann immer alles mit. Aus Angst! Das geht auf's Kreuz. Ich war schon als Kind gramgebeugt, weil ich mir nix merken konnte! Das geht mir heute noch so, dass ich oft zuviel herumschleppe. Erstens weil ich mir das einpacken nicht merken kann. Eh ich es vergesse, nehm ich also lieber zuviel mit. Zweitens weil mir und meinem Hirn die Energie zum Aus- und Aufräumen fehlt. Und drittens: weil ich mir schwer tue, Dinge zu verändern und mit Veränderungen zurechtzukommen. D.h. ich brauche für Veränderungen Vorlauf (eine Vorwarnung) , Zeit und Überwindung. Den Routine und Rituale geben mir Sicherheit. Nimmt man mir eine Routine oder ein Ritual, dann bin ich hilflos verloren. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Grad Ihr Bundesliga-Corona-Befürworter solltet das verstehen!

Der Lateinlehrer nahm meine Vergesseritis des Lateinbuches persönlich und hielt mir eine Predigt. Es half nix. Denn eine zusätzliche Dosis Stresshormone ist für eine Amoklaufende Amygdala auch nicht gedächtnisfördernd. Nein. Es wird dann noch schlimmer! Jetzt hat man nämlich auch noch Angst vor dem Lehrer und der Lateinstunde!

Es kann nicht schlimmer kommen, denkt Ihr... Ich bekam den Lateinlehrer auch noch in Deutsch. Mobbing in Deutsch und Latein durch Lehrer und Schüler kann man übrignes auch überleben. So wartete er immer, bis sich ein andere Schüler meldetet, wenn ich mich mal gemeldet hatte und nahm den dann dran. Das war dann etwas demotivierend und stresshormonsteigernd. Es hat alles noch schlimmer gemacht.

Mein Sportlehrer hielt mich für einen Komplettversager, weil ich erstens die 1,50 Latte (das war die Einstiegshöhe im Leichtathletikgrundkurs, ich bin 1, 57m und hätte zum Überqueren der Latte eine Leiter gebraucht) beim Hochsprung bei allen drei Versuchen riss und zweitens dann zum Stabhochlegen abkommandiert (ich war ja sowieso da, da konnt ich mich auch nützlich machen) nicht in der Lage war die Schrauben richtig heraum raus - bzw. reinzudrehen. Das kann sich mein Hirn nämlich leider auch nicht merken.

Ein wütender brüllender Sportlehrer, der dem fassungslos gegenüberstand und anscheinend meinte, ich stelle mich absichtlich so dumm oder ich sei es tatsächlich - erhöhte meine Stresshormondosis noch um ein vielfaches. Ich wusste nicht mal mehr ob ich ein Weiblein oder ein Männlein bin. Da ich es eh nicht richtig machen konnte, tat ich gar nix mehr. Ausser heulen. Das geht dann, wenn ich gar nix mehr verstehe, ganz gut.

Einmal hab ich versehentlich den Badeanzug meiner Mama dabei gehabt statt meinen. Den hat sie eingepackt. Ich hätte wahrscheinlich sogar den Beutel vergessen. Denn alles am Schwimmen war mir unangenehm. Denn ein Hallenbad erzeugt ja noch mehr Geräusche bei einer ganzen Schulklasse und das Wasser ist auch ein Zusatzreiz, vom Chlorgestank will ich gar nicht reden! In der 4.ten im Hallenbad. Ich bin fast gestorben, so verzweifelt war ich.

Ich wusste dann nicht, was ich tun sollte. Keine Ahnung wer mir dann geholfen hat. Und wie. Oder was passiert ist. Das hat mein Hirn längst vergessen. Anscheinend merkt es sich nur Dinge, die entweder mit zuviel Angst oder sehr wenig verknüpft sind. Oder es hat eine ganz andere Logik oder gar keine. Wie gesagt: der Big Data Algorithmus meines Hirns ist mir leider noch unbekannt. Ich weiss nur, dass es irgendwie funktioniert. Denn ich bin noch am Leben. Das ist ja schon mal was.

Den Fahrradführerschein hab ich mit meiner Grobmotorik ( da muss man eine Schranke aufmachen im Fahren! Mehrere Dinge auf einmal! Das kann ein stressüberflutetes Gehirn umgeben von ca 40 4.t Klässlern nicht!) nur mit Müh und Not geschafft. Noch heute gruselt es mich vor dem Fahrradfahren.
Ich bin heut noch davon überzeugt, wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass wir fahren, hätt er uns Räder und keine Füsse gegeben.

Und was ist mit anderen neurologischen Besonderheiten? Ist es da auch so? Oder funktioniert das Gehirn da wieder ganz anders? Ich würd gern mal jemanden fragen, wie das da so abgeht.

Oft weiss ich gar nicht, was da drin so alles rumfliegt. Es kommt dann erst bei den assoziativen Gedankenprozessen wieder zum Vorschein. Ich bin oft selbst erstaunt, was ich alles weiss. Leider versumpft dieses Wisssen dann gleich wieder genau da wo es war. Bis zum nächsten mal, wo es sich wieder assoziativ einklinken kann.

Ein übersichtliches Zuhause hat man halt auch nur, wenn man nicht soviel Zeugs hat. Zuviele Informationen kann das Hirn dann halt auch nicht mehr verarbeiten. Das merkt Ihr ja weil Ihr selbst inzwischen unter der Informationsflut leidet.

Bei mir ist das chronisch und konfigurationsbedingt. Ich hab halt auch ein Betriebssystem, das damit zurechtkommt. Und entsprechend seh ich auch aus und verhalte ich mich. Alles eine Sache von Ursache und Wirkung.

Da meine Überlebensfähigkeit intern vorrang hat, ist es für mein Betriebssystem also logischerweise auch wichtiger mit mir zurechtzukommen , als dafür zu sorgen, dass ich mit meiner Umwelt konformiere.

Das sind ja gleich zwei Wünsche auf einmal. Das geht nun wirklich nicht!

Also tut es, was es kann, wenn es zwischen dem Einwerfen von Informationsfragmenten mal Zeit findet, mit mässigem Erfolg. Denn leider sieht ja niemand was da drin los ist. Nach aussen wirke ich dann ja auch noch ruhig. Dass das daran liegen kann, dass innen einfach zuviel los ist und dann für äßere Signale keine Energie mehr zur Verfügung steht, darauf kommt leider die Umwelt, in die ich mich nach Leibeskräften einzupassen bemühe nicht.

Unsichtbare Schnelligkeit im Hirn kann also zu einer Verlangsamung der Reaktion ausserhalb führen. Ich reagiere als zu langsam oder halt anders. Als es die Umwelt gewöhnt ist. Da kann ich doch nix dafür. Ich bin ja schon froh, dass es so gut funktioniert wie es das tut.

Das wäre in etwa so, als würde ich aufgrund der Schnelligkeit mit der sich ein Programm auf zwei Rechnern (einen Server und einen Desktop) starte, auf die CPU und den ARbeitsspeicher des jeweiligen REchners schliesse ohne dabei mit einzubeziehen, dass auf dem Server 1000 Programme gleichzeitig laufen und auf dem Desktop nur 1.

Irrtümlich nehme ich dann an, dass der Desktop mehr Leistung hat. Was ich nicht sehe, ist dass der höher ausgestattete Server ausgelastet ist. Das kommt halt dabei raus, wenn man erwartete bekannte Sichtweisen auf Dinge anwendet, die diesen Sichtweisen nicht entsprechen und gar nicht mit ihnen vereinbar sind. Irrtümer.

Die Wissenschaft lebt davon und weiss es auch. Die Wissenschaft von heute ist der Irrtum von morgen. Warum wird dann Wissen als harte unumstössliche Währung hergenommen, deren Verfallsdatum doch eher erwartbar ist? Wäre es nicht besser die Unwissenheit (im Zweifel für den Angeklagten bzw. für das Ungewisse) auf (noch) nicht erklärbares anzuwenden? Es wäre viel gerechter und fairer. Aber welcher Gutachter wird schon beauftragt, wenn er sagt: er weiss es nicht. Das wÄre dann zwar ehrlich, aber nicht gerade sehr profitabel.

Was man nicht erklären kann, das lastet man dem Patienten an. Irgendeinen psychologischen Grund findet man überall. Und dagegen wehren kann man sich dann auch nicht mehr. Weil: was man nicht sieht, kann man auch sehr schlecht widerlegen. Und wenn ich eins gelernt habe in den letzten Jahren, ist es dass Befundberichte unfehlbar sind. Jedenfalls werden sie nicht nochmal in Frage gestellt. Das was da einmal drinsteht, bekommt man nicht wieder los.

Und eine Wissensgesesllschaft wie unsere geht leider nach dem Prinzip vor: was ich nicht sehe, das gibt es auch nicht. Das ist nicht sehr wissenschaftlich. Früher hat man Dinge beobachtet und um zu verstehen, wie sie funktionieren. Heute seziert man sie. In meinen Augen ist das alles andere als fortschrittlich.

Es wäre viel fortschrittlicher davon auszugehen, dass, was ich nicht sehe, einfach noch nicht verstehen kann. Anstatt davon auszugehen, dass es das nicht gibt.
Das ist ein bisschen so wie das kleine Kind, dass sich verstecken soll und die Augen zuhält und davon ausgeht, das weil es nix sieht, die anderen es auch nicht sehen...
Betriebs- und tunnelblind halt.

Ich hab noch ne neue Sichtweise hinzugelernt. Fliegen fand ich als Kind sehr interessant und spannend. Denn sie waren meine Spielkameraden. Sie setzten sich auf meine Hose und ich beobachtete sie.

Wenn sie nachts in gefühlter Düsenjägerlautstärke um mich herumsausen, find ich sie lästig. Das liegt dann wieder an den Stresshormonen, denn sie machen mich ja mit ihrem Gesurre und wenn sie sich dann auch noch mitten in mein Gesicht setzen wütend.

Nun hab ich neulich in einem Krimi gelesen (Simon Beckett die Chemie des Todes), dass Fliegen ja die Leichenbestatter der Natur sind. Das ist ein sehr ehrenwerter Beruf. Und heute konnte ich sie auf dem Weg in Etzelskirchen auch bei ihrer Arbeit beobachten. Da lag ein toter Vogel und sie machten sich sofort ans Werk. Seht Ihr alles in der Natur hat einen Sinn. Und wenn Ihr ihn noch nicht kennt, dann heisst das noch lange nicht, dass es ihn nicht gibt.

Früher als es noch nicht so viele Menschen gab, sind sie bestimmt auch von der Natur verräumt worden und so dem natürlichen Kreislauf wieder zugeführt worden. Wenn man Leichen beerdigt, dann hält man sie auch diesem Prozess vor.

Natürlich kann ich auch die andere Sicht verstehen. Wenn man jemanden lieb hat und der wird dann so augeräumt, dann ist das ja kein schöner Anblick. Zivilisiert Kulturen haben also ihre Toten begraben und ihnen auch einige Grabbeigaben mitgegeben.

Doch Wachsleichen in Särgen, die ewig nicht verwesen, sind ja auch keine Lösung. Und mit all den Ersatzteilen, die wir heutzutage so in uns tragen, sind wir auch nicht mehr vollständig ökologisch aubbaubar.

Sei es wie es will... Fliegen sind also die Bestatter der Natur. Gäbe es sie nicht, dann sähe die Welt anders aus. Denkt nächstes mal dran, wenn Ihr eine Fliegenklatsche in die Hand nehmt. Ihr ermordet ein Mitglied des Bestattungswesens. Und der macht das ganze auch noch kostenlos.

In der Menschenwelt ist Sterben ganz schön teuer geworden.

Soderla und etzerdla gibt's noch einen Comic :)
Viel Spass!

Montag: Wie ich neulich die letzten Mundschutze verteilt hab, hab ich der Abnehmerin erzählt:"Ich hab ein männliches Gehirn."
Drauf sie:"Is des besser?"
Ich:"Es is anders."
Da hat sie gelacht.

Und gestern hab ich ja die Hundebesitzerin gefragt, wie man Vertrauen schafft. Sie meinte spielerisch gelingt das am besten. Sie arbeitet mit Jugendlichen.

Das gilt denk ich nicht nur für Jugendliche oder Kinder. Das mit dem spielerischen. Ich mag ja auch Sparringpartner für meine Überlegungen und Sichtweisen suchen und mit ihnen mailen oder diskutieren. Das macht Spass. Das ist auch spielerisch. Diskutieren, wenn man es richtig macht ist ein Spiel. Gewinnen können alle: neue Sichtweisen und neue Lösungsansätze und Ideen auf die man alleine gar nicht gekommen wäre. Das ist wohl auch das, wo es mit Remote-Working und 4.0 Arbeit in digitalen Welten hingeht. Das könnte Spass machen.

Jetzt versteh ich auch, warum es in modernen Bürowelten, Spielzimmer und Rückzugsräume gibt. Die sollen genau das fördern. Das muss man aber auch mögen.
Meins ist das nicht, weil es zu laut und reizintensiv ist. Ich spiele lieber im 1:1 Kontakt.
Die Idee dieser Dinge: Es geht drum, dass man Leute trifft, die man sonst nicht trifft und sich austauscht. Das ist jetzt ein Kulturwandel der da stattfindet. Alle wollen es so machen wie google. Die junge Generation ist da eher begeistert. Die älteren finden das doch sehr seltsam. Denn sie haben verinnerlicht, dass Arbeit ernst ist und der Spass nach der Arbeit kommt. Und das bedarf ein Umlernen.

Und diese beiden Sichtweisen kollidieren dann. Ist ja klar, dass man sich schief ansieht und misstraut. Wenn man sich trauen würde aufeinander zuzugehen und es einfach mal auszuprobieren und sich auch mal gegenseitig (jung und alt) auszutauschen, würden sie sehen, dass sie auch Gemeinsamkeiten haben, trotz aller Unterschiedlichkeiten. Das könnte Spass machen.

Das Problem ist dass sich die ältere Generation dafür keine Zeit nimmt. Denn die fühlen sich ihrer echten Arbeit verpflichtet. Dabei könnte genau der Austausch neue Ideen und Sichtweisen für den eingeschleiften Arbeitsalltag bringen und ihn wieder lebendiger machen. Ich arbeite ein bisschen daran den einen oder anderen aufzuwecken. Es ist ziemlich zäh. Die Überzeugung der Ja-Aber-Fraktion.

Hmm... also das mit dem Playstationspielzimmer oder Kicker ist nicht so meins, da brauch ich eher ein Spezialinteresse, also z.B. ein Problem, das ich nicht allein lösen kann. Wo ich nicht allein weiterkomme. Und dann such ich in Foren z.B. nach Lösungen oder Menschen, die dasselbe Problem haben oder hatten. Erfahrungsaustausch und lernen halt auf Sachebene. Das ist auch eine Art von "Spielen".
Wenn mich ein Problem interessiert, dann macht es ja auch Spass.
Toll wäre es, wenn man auf Arbeit immer den Problemen nachgehen könnte, die einen interessieren. Also intrinsisch.
Aber wenn man wenigstens ein bisschen Zeit am Tag mit sowas verbringen kann, dann ist das auch ganz schön. Weil man sich dann drauf freuen kann.

So hat mich meine Modelleisenbahn meine Kind- und Schulzeit überleben lassen. Ich wusste egal wie lange ich lernen muss, wie anstrengend und bescheiden der Tag war, nachmittags ist da meine Modelleisenbahn, an der ich basteln kann. Und das hat mich über die Runden gebracht.

Ich hab der Hundeausführerin gestern für ihre Antworten gedankt und gesagt:"Danke! Du bist mein soziales Netzwerk."
Da hat sie sich gefreut.

Überhaupt freuen sich die Leute über Feedback. Positive Rückmeldung halt. Wenn man ihnen sagt, was sie gut machen. Oft haben die Leut nämlich im Arbeitsfrust selber vergessen, was sie gut können. Und zweifeln an sich. Und so entsteht Stress und schlechte Laune. Also die Toxizität, die den Alltag durchtränkt.

Dabei ist es doch ganz einfach, wenn einem was positiv auffällt oder wenn einem jemand geholfen hat, mal Danke zu sagen. Und demjenigen zu schreiben, dass man dies und das toll fand.

Ob das nun das lustige T-shirt ist, das mein Kollege trägt, oder die Poloshirtkollektion meines anderen Kollegen. Sowas hat Charakter und bringt Persönlichkeit ins Spiel. Wenn wir das alle wahrnehmen, sehen würden, schätzen und rückmelden würden, dann hätten wir auch was davon. Erstens gibt sowas positive Energie. Eustress. Danach muss ich eine Runde Trampolin hüpfen gehen, um die Hormone abzubauen.

Zweitens bekommt man es ja dann auch zurück. Weil wir uns spiegeln. Und drittens lerne ich so meine eigenen Stärken kennen. Weil mir die gar nicht bewusst sind. Das muss mir immer ein dritter sagen. Ich weiss ja nicht wie das bei euch ist, aber mir muss man sowas öfter als 1 x sagen, damit ich es auch glaube und es bei mir ankommt.

So schrieb mir neulich eine Bekannte, dass ich poetisch und philosophisch schreiben kann. Eine andere meinte, ich hätte eine schöne einzigartige Gesangsstimme. Wahrscheinlich weil sie so tief ist. Eine tiefe Frauenstimme beruhigt nämlich das Nervensystem. Deswegen hab ich immer gesungen, wenn mir was schlimmes passiert ist. Ich musste es ja irgendwie als Kind verarbeiten. Und dabei sind meine Refrainlieder herausgekommen, die Ihr im Extras-Bereich findet.

Und wenn man was immer wieder macht, dann wird man auch besser darin. Ohne Kurs und Theoriestunden. Mein Papa z.B. hat Fahren mit dem Traktor gelernt. Der musste aber damals trotzdem den Führerschein machen. Also Fahrstunden nehmen. Obwohl er das ja schon konnte. Er ist damals mit dem Auto zur Fahrstunde gekommen. Da seht Ihr mal wie unsinnig viele Regeln sind.

Heutzutage gilt es nicht, wenn man etwas durch das Tun gelernt hat. Nein, man muss es studieren oder die entsprechende Ausbildung vorweisen können. Das ist doch Quatsch!

Dadurch, dass ich etwas immer wieder tue oder mir Fachwissen auf einem Gebiet im Eigenstudium mit eigenen Beobachtungen erarbeite (autodidaktisch halt) kann ich genauso schlau werden wie ein studierter oder jemand, der die Ausbilung gemacht hat. Wahrscheinlich bin ich sogar noch besser, weil ich es durch selbsterfahrung gelernt habe. Und meine intrinsische Motivation mein Antrieb ist.

Eine Gesellschaft, die den Wandel zum lebenslangen Lernen propagiert sollte das Autodidaktentum fördern oder zumindest als gleichwertig zulasseen. Das kann allerdings nur in einer offenen Gesellschaft und in offenen Organisationen passieren. Solange bei uns noch die Überbürokratisierung und Regleritis ihr Unwesen treibt , weil die Menschen durch die schnellen Veränderungen verunsichert sind, müssen sich solche Selbstverantwortungslerner immer noch gegen den Strom durchschlagen.

Ist schon ein bisschen schizophren, dass man diejenigen, die heute schon das leben, was man heute von zukünftigen Generationen fordert, das Leben so schwer macht. Handwerker und Selbsständige können davon ein Liedchen singen. Sie sind das Rückgrat Deutschlands. Das sollte man nicht brechen und nicht zerbröseln.

Ich hab neulich in einem Buch gelesen: "Der Mensch ist das einzige Lebewesen, der ohne Rückgrat aufrecht gehen kann."
Das war eine Metapher, weil Rückgrat ja auch für Mut steht. Mutige Menschen in einer unsicheren Situation sollte man unterstützen. Denn das sind die resilienten. Die Weiden unter den Bäumen. Was tut die Politik, die Medizin, die Wissenschaft....? Sie legt ihnen noch mehr Hürden in den Weg.

Wisst Ihr was dann passiert? Durch die Überwindung der vielen Zusatzhürden werden sie noch resilienter. Alles eine Frage der Perspektive.

Schon lustig, dass das die, die die Resilienz fordern, nicht sehen. Die erkennen leider keinen Resilienten wenn er vor ihnen steht. Denn der sieht ja nicht so aus wie sie. Der verhält sich auch nicht wie sie. Der macht ihnen Angst.

Sprich, wenn Ihr Menschen begegnet, die Euch verwirren, Angst machen, weil sie anders sind, dann nutzt doch mal die Chance, redet mit ihnen und lernt von ihnen. Es könnte Spass machen. Denn sie machen Eure Welt durch ihre Sichtweise(n) bunter. Also ich mach das immer so. Menschen, die mich irritieren oder mir auffallen, dadurch, dass sie nicht mit dem Strom schwimmen, ziehen mich magisch an.

Und wenn Ihr ehrlich seid, ist das bei Euch genauso. Warum sonst hättet Ihr Harry Potter gelesen? Ein Mobbingopfer, ein Underdog, der es allen zeigt. Star Wars ist genau dasselbe. Lauter Nicht in die Normpassende tun sich zusammen gegen das Imperium. Das haltet Ihr für Science Fiction? Das hab ich tagtäglich, weil ich anders bin! Willkommen in meiner Welt.

Und ich denke, dass solche Filme und Bücher auch genau so sind wie sie sind, weil die Menschen, die sie geschaffen haben, auch so sind. Anders. Wieviel ärmer wäre unsere Welt, wenn es sie nicht gebe! :) Denkt mal drüber nach.

Und wenn Euch das nächste mal jemand irritiert, dann redet doch mal mit ihm. Seid neugierig und lasst ihn was über sein Leben erzählen. Denn wir lernen nur voneinander, aus solchen Geschichten. Das ist lebenslanges Lernen. Das lernen neuer Sichtweisen. Also worauf wartet Ihr noch?
Viel Spass dabei!

Dienstag: Gestern war ich noch unterwegs.
Am Parkplatz am Etzelskirchener Friedhof seh ich einen Mann mit einem langen Schwanz... am Kopf.

Der Mülleimer von unseren Nachbarn um die Kurve hat einen Schnörpfel. Eine Ausstüpung nach vorne wie ein Säckchen. Da hams wohl mal was heisses nei und dann issi gschmolzen. Sieht aus als hätt der Mülleimer an Penis. Wenn etz morgn des Müllauto kummd, is des dann Müllverkehr?

Eine zierliche Frau mit kleinem Pinscher begegnet mir.
Ich:"Sie sin genauso zierlich wie Ihr Hund."
Sie lacht:"Er heisst Cäsar."
Ich:"A ganz schö grosser Name für su an glann Hund."

Ich war am Aischparkcenter und hab mir das Treiben dort angesehen. Viele Einkaufswagenabstellplätze sind mit Absperrband verbunden. Es ist weniger los. Und die Leut in den Märkten, die ich durch die Glasscheiben sehen konnte, tragen alle Mundschutz. Irgendwie sieht das ungewohnt aus.

Schon schräg. Da hamsi wegen dem Aischpark viel Asphaltiert und gepflastert und viele Pflanzen sind dem zum Opfer gefallen. Und jetzt steht dort ein Gartenmarkt, wo die Pflanzen hinter Gittern sind.

Anstatt das im Garten wachsen zu lassen, was da von Natur aus wächst, kaufen wir exotische Pflanzen, weil sie schön sind und die sind dann mit dem eigenen Garten oft wenig kompatibel und gehen ein.

Bin an einem Garten wegen meiner Krücken vom Gartenbesitzer angesprochen worden. Der hat mich auf Morbus Sudeck angesprochen. Der ist Arzt im Ruhestand. Der hatte auch mal eine Bekannte, die das hatte und die ist aus der Negativspirale leider nicht mehr herausgekommen und auch ihre Ehe ist dran gescheitert. Da hab ich wohl negative Erinnerungen geweckt. Das tut mir leid.

Ich versuch ihm zu erklären, dass man damit ganz gut leben kann, wenn man positiv denkt und sich nicht unterkriegen läßt. Aber leider kommt das nicht so ganz an.

Er will nicht weiter drüber reden und wollte nur nett sein. Ich entschuldige mich.

Ob das allen Ärzten so geht, dass sie irgendwann von den Menschen genug haben? Das kann ich gut verstehen. Ich kann ja auch ziemlich anstrengend sein.

Wenn man von viel Negativität umgeben ist und von viel Stress, dann fällt das schwer, die Menschen zu mögen. Geht mir ja auch oft so.

Aber inzwischen muss ich dann oft schmunzeln. Überhaupt wenn ich dann feststelle, dass ich ja auch oft so bin. Und dann find ich es schon wieder lustig und auch irgendwie putzig.

Wenn man das immer schaffen würde bei solchen Irritationen die Absurdität und die Widersprüchlichkeit von uns Menschen zu sehen und einem selber, dann könnte man sich viel Stress ersparen und in positive umwandeln.

Das Leben ist eine einzige Aneinanderreihung von Transformationen. Der Tod auch.

Apropos Veränderungen. Ich hatte einen netten Mailkontakt, so ne Art Sparringpartner. Nun will er sich anderen Projekten widemen. Das versteh ich ja auch, weil ich auch immer wieder neue Sachen finde, die mich interessieren und dann vergesse ich alles um mich rum und dann vergess ich auch Bekannten zu mailen.

Es tut trotzdem weh und ich bin traurig. Das ist mein Gefühl, des Zurückgewiesenwerdens, das sich da meldet. Interessant. Ob das weniger wird, je öfter die Bekanntschaften und Bekanntenkreise wechseln?

Seltsamerweise empfinde ich jetzt vor diesem Hintergrund auch die Mail einer Bekannten, die mir eine kurze Rückmeldung gibt, weil sie jetzt zu ihrer Tochter fährt, auch das genauso.

Dann sind da wohl schon wieder Stresshormone im Spiel. Das hätte ich nicht gedacht. Gut, jetzt hab ich mir das Gefühl angeguckt. Ich kenn es ja. Hallo, da bist Du also wieder. :)

Und jetzt kann ich schon wieder drüber schmunzeln. Humor baut nämlich Stress ab.

Hm... das bedeutet aber, dass ich wenn ich in meine Projekte am PC oder in Freier Wildbahn unterwegs bin und nicht zum Essen heimkomme, dasselbe Gefühl und den Stress auch bei meiner Mama auslöse. Dann werd ich versuchen, da achtsamer zu sein und pünktlicher, mich zu bessern. Das war mir gar nicht bewusst. Wieder was gelernt. Denn wenn ich ihr Ärger erspare, dann geht es ihr auch besser. Und dann sind wir alle zufriedener, weil wir alle davon profitieren.

Das mich mit meinen Spezialinteressen zu beschäftigen entspannt mich, reduziert also meine Stresshormone. Nur, wenn ich dabei die Bedürfnisse von anderen vergesse (und das kommt im Tranceähnlichen Flowzustand gerne vor), dann erzeuge ich Stress bei anderen. Gar nicht so einfach, da das Gleichgewicht zu halten.

Ich kann meiner Mama auch einfach mal sagen, dass ich das zum Entspannen brauche und das Nicht-Hören oder "Ja, gleich..." nicht absichtlich mache. Sondern weil ich mich so schwer aus diesem Zustand, den ich brauche , losreissen kann. Dann kann sie das nächste mal gelassener damit umgehen, weil sie ja weiss, dass das keine böse Absicht ist und nimmt es nicht persönlich. Denn so ist es ja nicht gemeint.

Genausowenig, wie die beiden Mailer das persönlich meinen. Das hat überhaupt nix mit mir zu tun. Meine Traurigkeit hat nur mit mir und meinem Gefühl was zu tun. Und dafür kann ich ja die Verantwortung übernehmen. Und dann ist es auch gut. Denn wir sind ja eh alte Bekannte.

Und noch was hab ich zu erzählen. Eine Bekannte von mir arbeitet in einem Amt und die arbeiten derzeit wegen Corona 7 Tage die Woche 15 Stunden durch. Das ist heftig! Ohne Fahrtzeit. Und ohne Homeoffice.

Da weiss man dann bei der eigenen Arbeit wieder was man hat. Und schon ist man wieder zufriedener. :)

Donnerstag: Nachgedacht. Mut gibt es in zwei Ausprägungen.
Den Mut der Verzweiflung, wenn man in Panik ist und einem keine andere Wahl mehr bleibt. Dann wird man auch ruhig und macht dann das, was man tun muss.

Und den Mut, wenn man sich sicher und seiner Stärken bewusst ist und seinem Ziel entgegengeht. Wenn man also genau weiss, was und warum man etwas tut.

Schon spannend!

Nachgedacht2. Ein Organismus lernt also erstmal von sich selbst (Eigensicht). Das praktische Wissen kann er dann auch im Aussen anwenden. Er lernt aber auch aus dem Aussen Dinge für seine Innenansicht.

Was ich damit konkret meine: wenn ich mich verstehe, dann kann ich auch das Verhalten von anderen Menschen um mich herum verstehen. Und aus dem Verhalten von anderen (das ich auch an mir selbst erkenne und wahrnehme) kann ich im Gegenzug auch Rückschlüsse auf mich selber ziehen. Also ich verstehe mich dann selbst auch durch neu erworbene Sichtweisen von Aussen Innen besser. Das ist ja cool!

Ich war vorhin wieder im Wald an dem Platz wo alles wild durcheinanderblüht. Da sind riesige Brennesselbüsche und auch die Pusteblumen sind viiiiel größer! Aber auch alles andere ist viel reichhaltiger! Viel mehr und unterschiedlichere Insekten. Und daher auch viele Vögel! Auch einen Kuckuck kann ich im ohrenbetäubendem Vogelgezwitscher dort hören. Ein Echalolievogel ;-)

Es gibt hier auch viel mehr Schmetterlingsarten als anderswo. Und Mücken auch. Und deshalb auch mehr Vögel.

D.h. je günstiger das Umfeld für den Organismus, desto prächtiger kann er sich entfalten. Und mit ihm der Artenreichtum um ihn herum. D.h. das ist ein Wechselspiel. Kollaboration.

Das heisst also je bessere Entwicklungsbedingungen und Wachstumsbedingungen ein jeder Mensch in einer Organisation (Familie, Schule, Kindergarten, Unternehmen, Verein...) vorfindet, desto prächtiger wächst nicht nur er, sondern auch die Organisation. Denn sein Wachstum wirkt sich auf sein Umfeld auch wachstumsfördernd aus. Potentialfentfaltend halt.

Gestern war ich bei einem Team-Meeting dabei zur Mitarbeiterentwicklung. Meine Arbeitsgruppenkollegin und ich und jemand, der sich wegen Job Rotation bzw. Schnuppern in anderen Abteilungen neugierig auf uns war und der die Idee schon mal umsetzen wollte, aber bisher gescheitert ist. Nun wittert er seine Chance.

Es soll also sowas wie ein Firmeninternship geben. Die Möglichkeit mal eine Woche oder so in eine andere Abteilung, einen anderen Bereich hineinzuschnuppern um neue Sichtweisen kennenzulernen. Warum diese Begriffe (ship, onboarding, auf Kurs halten...) immer aus der Seefahrt kommen, weiss ich nicht. Vielleicht kann mir das ja mal jemand erklären.

Ich hab den Vorschlag gemacht, dass doch auch ein Externship eine gute Idee ist. Damit wir unsere Kunden besser verstehen, wäre ein Praktikum bei ihnen auch super.

Da meinte er jedoch, dass da die Gefahr bestünde, dass die Mitarbeiter dann dort bleiben. Also hat er Angst, vor dem Verlust von Mitarbeitern. Da bin ich anderer Meinung. Denn wenn ich als Schüler nach England zum Schüleraustausch gehe, dann bleibe ich doch auch nicht in England und lasse mich dort adoptieren. Ich war ziemlich froh wieder heimzukommen. Denn da weiss man dann auch wieder was man hat.

Ebenso könnte also auch die Firma profitieren. Da spricht jetzt wieder die Unsicherheit und das Misstrauen aus seiner Befürchtung. Denn wenn ich schätze, dass ich sowas machen kann, dann werde ich doch bei der Firma bleiben, die genau sowas ermöglicht und einem das Vertrauen entgegenbringt...

Das war ein Gespräch (Telefon) zu Dritt und es war ausgeglichen. Ich konnte mich auch beteiligen. Weil es um Sachinformationen ging. Mit Smalltalk hab ich es nicht. Da bin ich dann stiller geworden. Denn der kam am Ende doch noch. Da ist allerdings meine Kollegin in die Bresche gesprungen und so haben wir uns gut ergänzt.

Wir haben das Problem mit dem Silodenken angesprochen, deswegen machen neue Einsichten und Perspektiven viel Sinn. Besonders in Abteilungen wo die gesunde Mischung zwischen jung und alt fehlt. Da kommen dann auch nicht viele neue Ideen rein. Und wenn, können sie die jungen , da sie in der Minderheit sind, oft dann nicht gegen die Mehrheit der älteren durchsetzen, die das ja schon immer so gemacht haben. Das ist sehr schwer, eine eingelernte und gewohnte Sichtweise zu durchbrechen.

Im Wald ist mir noch ein natürliches Biofeedback eingefallen. Es gibt ja bei so schwülem , wechselhaftem Wetter und am Wasser und im Wald viele Mücken. In den letzten Jahren schienen sie es auf mich abgesehen zu haben. Ich wurde sie nicht los. Sie schienen mich zu stalken und absichtlich in meine Nase und Augen zu fliegen. Sie attakierten mich. Es war nervig!

Nun bin ich ja inzwischen mit Meditation und Achtsamkeit mehr vertraut bzw. kann ich es bewußter einsetzen. Ich laufe also durch den Wald und werde von Mücken umschwirrt. Ich bleibe ruhig. Nehme wahr, dass ich nicht wie früher gereizt auf sie reagiere. Was passiert? Sie scheint mich kurz zu beschnuppern... und dann verliert sie das Interesse.

Ich war mal mit einer sehr energetischen (hibbelig, sie redet in einer Tour, kaum zu bremsen) Bekannten in einem Ausflugslokal. Sie wurde von Wespen heimgesucht. Die schienen ihre Anspannung zu spüren. Mich liessen sie da vor einem Jahr schon in Ruhe.

Wenn Ihr einen Hund habt, dann könnt Ihr ja auch am Verhalten des Hundes ablesen, wie es um Euch bestellt ist. Ist der Hund unruhig und hibbelig , gehorcht nicht, dann seid Ihr selbst auch unruhig bzw. Euer Nervensytem ist es.

An Kindern kann man auch den Nervensystemstatus ihrer Eltern ablesen. Sind sie ruhig und gelassen, sind es auch die Eltern. Sind sie hibbelig und aufgedreht und unruhig, sieht es in ihren Eltern ebenso aus.

Ich lese grad Oliver Sacks Buch : Der Tag an dem mein Bein fortging. Das ist total spannend! Weil er der Arzt hat einen Unfall und reisst sich eine Sehne. Er wird dann zum Patienten und merkt wie unsicher er wird. Dass der Umgang mit ihm als Patient auch etwas mit ihm macht. Und auch das Kranksein. Denn das ist auch er wie ich es damals war , nicht gewöhnt.

Die Sehne wird in einer OP wieder angenäht. Aber sein Nerv will nicht. Offen sagen tut das keiner. Er ist selbst verwirrt und hilflos und verzweifelt. Also wie ich damals. Und fühlt sich auch von niemandem verstanden.

Er nimmt das Bein nicht mehr als zu sich zugehörig wahr. So ging es mir mit meinem Arm auch. Und inzwischen hab ich dieses Wahrnehmungsproblem mit allen 4en.

Im Austausch mit einem russischen Arzt, den er sehr schätzt , stellt sich heraus, dass solche Wahrnehmungs- und Fremdempfindungen gar nicht selten sind. Sie kommen sehr häufig vor.

Da er wieder gesundet , bin ich also gespannt, wie er das schafft.

Im Wald ist mir dazu aber auch eine mölgiche Lösung eingefallen. Wenn sich Vertrauen von innen nach aussen und von aussen nach innen auswirkt, dann dürfte das ja auch für das Vertrauen in den eigenen Körper gelten. D.h. wenn ich ihm nicht vertraue, dann wird er mir dies als selbsterfüllende Prophezeiung auch spiegeln und mich im Stich lassen.

Vertraue ich ihm wieder mehr und mehr, dann sollte er auch wieder mehr und mehr funktionieren. So die Theorie. Das werde ich weiter ausprobieren. In gewisser Weise scheint das auch automatisch in Folge von mehr innerem Vertrauen und Vertrauen nach aussen ohnehin einzutreten.

Denn Verschlechterungen konnte ich bisher immer sehr schnell wieder abwehren. Weil ich, wenn ich mir und meinem Körper vertraue auch das Immunsystem stärke. Die offenen kleinen Wunden sind inzwischen nur noch rote Male. Auch dank Salbe, die ich mir in Eigeninitiative in der Apotheke geholt habe.

Hätte ich mich jetzt da in Panik reingesteigert, sähe es garantiert anders aus! Nachdem ich jetzt aber dank Achtsamkeitsübungen, Feldenkrais und Meditation und meiner Auscheckauszeiten diese Panik erkennen kann, kann ich auch aktiv gegensteuern. Und so den Stress rausnehmen.

Apropos Panikmodus. Dienstag ist Mama zum Friseur nach Erlangen gefahren. Die mag nur den dort. Das ist ihre Routine. Normalerweise ist sie dann bis 14:00 Uhr daheim, wenn sie früh losfährt. Diesmal nicht. Kein Muh, kein Mäh. Es wurde 15:00 Uhr und immer noch war von ihr weit und breit nichts zu sehen.

Schon läuft in meinem Hirn, der Panikmodus an. Was ist, wenn sie bei der Hitze mit dem Munschutz umgefallen ist? Und unruhig schau ich auf die Uhr und mal mir schon die größten Schreckenszenarien aus. Ja, da ist mein Hirn spitze drin!

Dann nehme ich das wahr. Und sag mir: ich kann jetzt eh nichts machen. Ihr ist bestimmt nichts passiert. Es ist ja noch nicht mal 16:00 Uhr. Abwarten. Und ich mache meine Runterfahrübungen. Ich werde ruhiger. Und dann trudelt sie doch noch ein.

Es klärt sich dann auf. Sie braucht jetzt beim Friseur einen Termin und diesmal haben sie sie ausnahmsweise nachmittags noch reinschieben können. Deswegen hat sie auch nicht angerufen. Es war ja aus ihrer Sicht nix passiert.

Aber wisst Ihr was?!?! So hab ich mich schon lang nicht mehr gefreut!!! Ich hab sie vor lauter Freude und Erleichterung umarmt und gedrückt wie schon lang nimmer. Und sie hat sich gefreut.

Da hab ich also gelernt, dass man erst wieder weiss, was man aneinander hat, wenn man mal denkt, dass es nimmer da ist. Ich hätte ja jetzt auch sauer sein können auf sie. Aber das war ich nicht. Ich hab ihr halt gesagt, dass ich mir Sorgen gemacht hab. Und das war ihr halt nicht klar. Nächstes mal will sie anrufen.

Ähnlich erging es mir, nachdem ich letztes mal traurig über den Verlust eines Sparringpartners war. Erst schrieb mir eine Bekannte eine Postkarte und dann fragte ein anderer Bekannter, ob er damit gemeint war. Erst da wurde mir klar, dass ich ja meine langjährigsten Sparringpartner total vergessen hatte!! Und da hab ich mich total gefreut, dass ich sie habe!!!

Ihr seht also auch so habe ich wieder etwas positives aus einem Verlust gelernt. Nämlich erneut zu schätzen, was ich bereits als selbstverständlich wahrgenommen und deswegen vergessen hatte! Ich war also Tunnelblind!

Seid ich besser verstehe und darauf achte wie mein Hirn funktioniert, kann ich seine Fähigkeiten besser nutzen. Das finde ich doch sehr erstaunlich.

Ich hab eine lange Mail wegen der Verbesserungsideen an meine Arbeitsgruppenkollegin geschickt. Ebenso wie der Ex-Sparringpartner neulich, meinte sie, ich solle das doch besser strukturieren.

Anstatt mich wie früher klein und zurechtgewiesen zu fühlen, bin ich zu mir gestanden. Und habe ihr wie dem Ex-Sparringpartner geschrieben, dass mein Hirn anders strukturiert , nämlich assoziativ! Sie gehen auch unbewusst davon aus, dass Ihre Art zu Denken und Dinge zu ordnen die einzig wirkliche ist! Das ist es nicht!

Nein. Meine Art zu Denken hat genauso ihre Daseinsberechtigung wie ihre. Beide haben Vor- und Nachteile. Mein Denken ist immens schnell und Detailfixiert und assoziativ und bei grossen Datenmengen klar im Vorteil. Ihres geht vom Gesamtzusammenhang aus. Sie sehen den Wald. Ich jeden einzelnen Baum. Beide Sichtweisen zusammen können sich optimal ergänzen und beide Stärken nutzen!

Eine Bekannte von mir hat mich darauf hingewiesen. Sie hat gemeint, als ich ihr berichtet hab, dass die anderen mir sagen, dass ich mein Denken und mein Schreiben umstrukturieren müsse... und dass ich mich immer in meinen Gedankegängen verlaufe und nie weiss, wo ich am ende lande.
Wieso? Vielleicht ist es genauso gut wie es ist und soll genauso sein.

Das hat mir dann auch ordentlich zu denken gebeben. Sie hat recht. Wer sagt denn , dass es nur eine Art zu Denken gibt? Nur weil die meisten derzeit davon ausgehen. Vielleicht gibt es je Mensch eine völlig individuelle. Und die kann man nur nutzen, wenn man versteht wie man denkt. Wie denkt Ihr denn? Wie funktioniert Euer Hirn? Schaut ihm doch mal beim Denken zu! Denn je besser Ihr versteht wie es funktioniert, desto besser könnt Ihr seine Fähigkeiten nutzen! Und das ist toll! Ich fang grad damit an! Und es macht Spass! Es ist als hätte ich ein neues Spielzeug entdeckt, das ewig im Schrank lag. Nun versteh ich endlich was für ein Schatz das ist. Wenn es bei allen Menschen genauso wäre, dann liegt da noch unheimlich viel Potential!

Apropos Bäume... Die Teichwirte beklagen sich ja über die Trockenheit. Die grossen Weiher in Etzelskirchen scheinen jetzt schon weniger Wasser zu haben als der im Wald. Weil dort Schatten herrscht. Warum pflanzt man nicht einfach um die Weiher Bäume? Die würden die Verdunstung doch dann verringern.

Ich hab heut an meine Sonnenbrille gedacht. UV-Filter. Orangelichtig laufe ich durch die Gegend und mir fällt auf, dass mein Nervensystem aufatmet. Alles ist weniger grell! Weil dieses weiss wegfällt und in ein sanftes Orange getaucht wird. Weiss ist eine sehr grelle Farbe für übererregte Nervensyteme. Warum verwendet man sie dann im Krankenhaus? Und nicht was beruhigendes wie dunkelrot, blau oder dunkles grün?

Auf jeden Fall fällt mir auf, dass mit Brille auch die Schattenlose Ebenen wie Beschattet wirken...! Das hiesse dann doch auch, dass der Wald nicht nur Schatten spendet (und somit den Boden feucht hält), die Luft und das WAsser filtert und aufbereitet, sondern auch als UV-Lichtfilter fungiert! Erstaunlich! Das wusste ich noch nicht!

Auch spannend finde ich, dass sich mit der orangelastigen Brille auch die Farbwahrnehmung verändert. Aus weiss wird orange aus pink wird rot ... Alles eine Frage der Wahrnehmung.

Apropos Farbwahrnehmung: ein Kollege von mir hatte mal zwei unterschiedliche Monitore und dort seinen Bildschirm aufgeteilt. Auf dem einen wirkten die Farben z.B. das grün viel heller (oliver). Das konnte er nicht wahrnehmen. Ich schon! Ob das auch am Reizfilter liegt?

Es könnte auch an der Umgebung hängen. Völker, die im Wald wohnen haben z.B. mehr Bezeichnungen für Grüntöne. D.h. sie können sie besser unterscheiden. Wo wir keinen Unterschied erkennen können.

Gestern war ein schöner Tag, weil ich jetzt meine Sparringpartner wiedergefunden habe, eine Postkarte bekommen und eine Steuerrückerstattung von meiner Steuererklärung bekommen habe!! Und mein Oliver Sacks Buch hab ich gestern auch abholen können! cool!

Habt Ihr gestern auch noch Jurassic World geguckt? Wir haben den Anfang geschaut. Solche Filme haben auch immer dasselbe Muster. Spannend fand ich, dass die Tante , die auf die Jungs aufpassen sollte, auch ein ganz schönes Nervenbündel und Energiebündel war. Die hat also auch ein übererregtes Nervensystem gespielt.

Noch spannender fand ich, dass der Dominus Rex aggressiv wurde, weil er nicht wusste, was er ist und auch keine Spielkameraden hatte. Er bzw. sie konnte sich nicht mit anderen identifizieren. Das kann ich ihr nachfühlen. Also, dass das Nervensystem übererregt ist, weil man nicht weiss wer man ist. Weil man anders ist und sich ziemlich allein auf der Welt fühlt. Da geht es einem nicht gut. Ihr ja auch nicht. Und dass man dann auf alle anderen, die sich amüsieren wütend ist, kann ihr auch gut nachfühlen. Deswegen nennt man Autismus auch das Wrong Planet Syndrom. Darunter hat die Saurier-Frosch-Tintenfischzüchtung ganz sicher auch gelitten.

Wir waren dann aber so müde, dass wir ins Bett sind.

Dann hat gestern noch ein Kollege einen Vortrag über maschinelles lernen gemacht. Da gab es einen Riesenrechner, den haben sie in kurzer Zeit zum Go-Meister gemacht. Ab und zu hat er den menschlichen Go-Meister auch besiegt. Nicht immer. In kurzer Zeit hat man das geschafft, weil man die Maschine ja schneller als einen Menschen trainieren kann.

Die Maschine konnte auch nur Go spielen. Sie konnte keine Ampelschaltung erkennen, nicht über die Strasse gehen ... So ähnlich ist das ja mit den Spezialinteressen von Autisten auch.

Allerdings weiss eine Maschine nicht, wie sie mit Situationen umgehen soll, die sie nicht erwartet und die in ihren Lernbeispielen nicht vorkommen. So hat man einer Maschine beigebracht auf ein Tor zu schiessen. Nun warf sich der Torwart auf den Boden und zuckte wild umher. Dieses Verhalten kannte die Maschine nicht und so warf sie sich dann auch auf den Boden und zuckte wild umher.

So geht es mir mit sozialen Situationen ja auch, die ich nicht deuten kann. Dann tu ich, was mir logisch erscheint. Allerdings ist dies nicht das, was das Gegenüber erwarten würde. Also versteh ich das Problem der Maschine ganz gut. Sie reagiert auf eine logische Art und Weise.

Das ist auch das Problem beim autonomen Fahren. Was tut ein autonom fahrendes Auto, wenn es einen Unfall sieht? Fährt es dann auch noch hinein? Weil es die Situation nicht kennt. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Dass wir anders denken, wurde auch in einem Beispiel klar. Da zeigte mein Kollege aus Zahlen erzeugte Kurven. Also die grafische Darstellung des Werteverlaufs. Sie wollten anhand der Zahlen eine Annährerung für eine Vorhersage für Wertausreisser (Drops) zum maschinellen Lernen verwenden. Ich dagegen sah in der 6er Bilderreihe 3 Bilder, deren Ausreisser nach unten sich sehr ähnlich sahen. Und brachte daher einen Bildervergleich der Grafischen Darstellung ins Spiel. Darauf war bisher noch keiner gekommen.

D.h. ich konnte meine andere Art zu Denke ausspielen. Und konstruktiv in die sachliche Diskussion als möglichen Lösungsansatz einbringen. Das ist für mich schon mal ein Fortschritt. Überhaupt in einer Diskussion mit mehr als 2 Teilnehmern.

Ich wünsche Euch einen schönen Feiertag!

Freitag: Oliver Sacks hatte ein Skotom. Zumindest hat er zwischen seiner Migräne-Linksseitenblindheit (Gesichtsfeldausfall) , einem Skotom und seiner inw6auml;ndigen Beinamputation diesen Vergleich gezogen.

Ist dann Neglect und Skotom dasselbe? Denn auch da vergisst das Hirn z.B: das Bein im Laufvorgang. Was dazu führt dass man sich dann auf dem Boden wiederfindet. Das hab ich unterhalb der Kellertreppe schon praktiziert. Ist mir eine Zeit lang dauernd passiert.

Meiner Schwester ist es erst vorgestern wieder passiert. Sie bekommt den gelähmten Fuss dann nicht hoch und bleibt hängen - auch auf ebenem Boden - und stolpert und fällt hin. Ist das dann alles dasselbe? Und wird nur künstlich in verschiedene Diagnosen und Krankheitsschubladen einsortiert? Für mich ist es praktisch gesehen alles identisch.

Nur weil es unterschiedliche Körperbereiche betrifft, bezeichnen es die Spezialisten unterschiedlich? Wär es dann nicht gut, wenn sich die Spezialisten mal zusammensetzen und ihre Puzzleteile miteinander abgleichen? Dann käme doch sicher ein schönes Puzzlebild dabei heraus. Oder stell ich mir das zu einfach vor?

Übrigens ergeht es Sacks wie mir. Auch er wird nicht ernst genommen, mit einem, es ist alles in Ordnung ,da ist nix abtropfen gelassen und schafft es mit dem Chefarzt zu kollidieren. Ja, das hab ich auch hinbekommen. Irgendwie ist das sehr tröstlich, dass es so einem bekannten Menschen, der noch dazu Neurologe ist und sich mit sowas auskennt, auch im Krankenhaussystem nicht besser ergangen ist. Auch ihm wurde die Kommunikation zum Verhängnis.

Auch er bedauert bereits, dass er dem Kollegen nicht als Mensch auf Augenhöhe begegnen durfte sondern auf die Patientenrolle festgelegt war. Diese Rollenverteilung gibt es auch noch heute. Er hat sich damals schon gewünscht, dass beide Seiten voneinander lernen und hat das auch versucht zu praktizieren.

Auch nach einem Schlaganfall kann wie bei einer Migräne übrigens eine komplette Seite der Welt fehlen. Das würde ebenfalls daraufhin deuten, dass ein Skotom und ein Neglect dasselbe sind.

Mein rechter Arm schlief nach dem Unfall auch 2 Jahre ausbettig auf einem Extra Kissen. Weil er nicht zu mir gehörig war und noch immer nicht wieder ist und wegen der schmerzhaften Berührungsemfpindlichleit. Schon die Bettdecke auf dem Arm hat höllische Schmerzen verursacht. Das tut es heute am ganzen Körper, aber irgendwie kann ich es ausblenden. Keine Ahnung ob das auch eine Folge der Neglects und der Umstrukturierung der Regionen im Hirn ist, wo die Körperwahrnehmung liegt.

Das versucht man ja mit der Spiegeltherapie wiederhinzubekommen. Also Dein Hirn wieder mit Deinem abhanden gekommenen Bein oder Arm bekannt zu machen. Irgendwie hat das bei mir nicht funktioniert. Mir ist davon nur schlecht und schwindelig geworden. Mein Hirn hat also reagiert, aber nicht so wie es soll. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Und dass mir mein Autismus da mal mit der selektiven Wahrnehmung zugute kommt, ist ja auch ganz schön.

Neulich bin ich einer Frau begegnet, die grad die Zeitung geholt hat. Sie hat so einen Stützgürtel um den Bauch und R&uumL;cken. Da hab ich sie gefragt, was sie da gemacht hat. Ob sie verletzt ist. Da hat sie gemeint, nein, sie pflegt ihren Mann der hat einen die hat mir erzählt, dass sie ihren Mann pflegt. Er hat auch einen Teilneglect. Kann die Beine nicht mehr bewegen. Und sie hat den Gurt wegen der Heberei. Es war ein interessantes Gespräch und ich hatte den Eindruck es hat ihr auch Spass gemacht, weil sich mal jemand für sie interessiert hat.

Sie musste dann aber wieder rein, weil ihr Mann auf dem Klo saß.

Da seht Ihr mal was Angehörige (meistens Frauen) so leisten. Der größte Pflegedienst der Nation.

Eine Bekannte mit CRPS ist jetzt von einer Zecke gebissen worden und es hat sich entzündet. Sie meinte sie ist schon öfter von Zecken gebissen worden, aber nie ist was passiert. Jetzt hat sie Borreliose und bekommt ein Medikament. Das ist rot und sieht entzündet aus. Jetzt frag ich mich, ob das auch mit dem wegen dem CRPS geschwächtem Immunsystem zusammenhängen kann.

Wenn Fliegen und Wespen auf übererregte , angespannte Nervensysteme losgehen (und mich der eine Nachbarshund anbellt... und Hunde ja auch Krankheiten riechen k&oml;nnen), dann könnte es doch auch sein, dass das auch Zecken wahrnehmen und dann eher zubeissen. Und wenn dann das Immunsystem aufgrund einer Krankheit geschwächt ist, hat die Borreliose (Bakterien) dann leichtes Spiel. Wäre logisch.

Ob die Zecken (Fliegen...) auf die Stresshormone (z.B. bei einer Erkrankung oder auch bei zuviel Arbeitsstress ...) reagieren? Wenn Hunde Krankheiten riechen können, vielleicht können Insekten das auch?

Und dann kommt durch die Stresshormone noch ein geschwächtes Immunsystem dazu und die Bakterien machen ne Party. Möglich wär's. Klingt irgendwie logisch.

Mir kommt halt auch komisch vor, dass immer mehr Menschen auf Pflanzen allergisch reagieren, die es ja schon ewig gibt. Das kann ja dann nicht an den Pflanzen liegen. Das muss ja an einer Veränderung in uns Menschen liegen. Wenn es nun die Stresshormone wären?

Ob man irgendwie noch verlgeichen könnte ob unsere Vorfahren früher mehr Stresshormone als wir im Körper hatten? Sie waren kleiner als wir. Aber das liegt ja nur teilweise an den Stresshormonen. Es liegt auch an der Nahrung und der Verfügbarkeit derselben. Hm... Interessant wär es schon.

Nachgedacht... also wenn mein Gehirn nur mit Details arbeitet, dann kann es ja gar nicht in der Struktur des Gesamtbilds arbeiten. Weil die da drin gar nicht vorkommt. Also ist es auch kein Wunder, dass ich mit der Linearen Denk- und Aufgabenstruktur von Fragebögen und Textaufgaben und Schulaufgaben nicht zurechtgekommen bin. Sie passen nicht zu meinem Hirn! Weil es anders funktioniert.

Deswegen sehen Fragebogen und Aufgaben, die ich bisher gelöst habe, immer sehr kreativ aus. Das Blatt reicht nie, ich schreibe um die Ecke herum, ergänze mit Sternchen oder Numerierungen.... weil alle Infos auf einmal herauswollen. So funktioniert nunmal mein Hirn!

Leider ist diese Art zu Denken weder im Schulsystem noch der Gesellschaft bisher vorgesehen. Wie ist es mit Eurer? Denkt Ihr in Bildern und könnt mit Textaufgaben nichts anfangen? Könnt Ihr eher mit einem Bild von 5 Hunden etwas anfangen als der Zahl 5?

Dann ist meine natürliche Struktur die Aneinanderreihung und Querverlinkung von Details. So ähnlich wie das im Internet mit der Verlinkung von Webseiten funktioniert. Da kann man sich ja auch drin Verheddern und verirren. Dann ist die Struktur, in der mein Gehirn arbeitet eher eine Art Verlinktes assoziatives Netz also wie das Internet. Kein Wunder, dass ich da drin so gut zurechtkomme. Mein Hirn arbeitet genauso. Und es speichert genausoviel quatsch ab. Das Internet vergisst nie... ob das auch für mein Hirn gilt?

Ja, ich weiss, es ist schon schräg einerseits kann ich mich nicht daran erinnern was es gestern zum Abendessen gegeben hat, und andererseits schreib oder erzähl ich was, kommen Details und Geschichten aus meinem Hirn heraus, an die ich mich aus dem Stand nicht erinnern kann. Die ich nur 1 x gelesen habe. In meinem Scanner-Lesemodus. Schon erstaunlich dieses Gehirn. Und es gehört ganz allein mir :)
Meine Special Effects!

Es kommt mir dann schon so vor, dass ich nach aussen wie Dudu dieser Käfer mit den Special Effects bin. Aussen sieht man es mir nicht an.

Wow! Ich hab grad den TED-Talk von Emilie Wapnick (mit deutscher Übersetzung! ) über Multipotentialisten gesehen! Wow!
Ich bin auch so! Ich programmiere, ich hab einen Blog, wurschtel an meiner Website rum, zeichne Comics, mach Vorträge und Ausstellungen, mach Strickanleitungen, Bastelanleitungen ...
Meine Mama ist genauso!
Und es gibt noch mehr von uns!

 
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Vergissmeinnicht
23.05. bis 29.05. Fremdgeworden...

Samstag: Gestern war ich sehr gereizt. Wegen dem Wetter. Ich kann es wahrnehmen und entsprechend gegensteuern. Meine Beine waren schmerzhaft angespannt. Noch mehr als sonst! Ich bin also ins Städtchen. Der Ausflug war anstrengend, weil ich ständig stehenbleiben musste, weil ich nicht mehr konnte. Ich musste immer dazwischen mal "auschecken" dann ging es wieder.

Da ist an Sport nicht zu denken, um die Beine zu beruhigen und die Anspannung und den physiologischen Stress abzubauen, weil es NICHT GEHT!

Ich sah auch verschwommen und schlecht. Das merkte ich auch im Buchladen, da hab ich eine Zeitung und eine Bestellung geholt. Ich liebe es zu stöbern und in den Büchern zu versinken. Das ging gestern nicht. Der Mundschutz macht mich wahnsinnig. Er juckt und schiebt sich in meine Augen und ich seh eh schon schlechter als sonst. Ich merke, dass ich noch gereizter werde und gebe das Lesen auf.

Okay, was hab ich getan? Ich hab mein Kopfkissen im Bett ans Fussende und hab mich mit den Beinen gegen die Wand gestemmt. Und angespannt und entspannt. Also das Feldenkrais-Prinzip mit meinen Beinen gemacht. Es hat funktioniert. Das merkte ich auch weil ich dann im Oliver Sacks Buch weiterlesen konnte, ohne dass die Buchstaben vor mir tanzten. Juchu!

Ein kleines Mädchen lief mit seiner Mutter und einen Roller schiebend vor mir den Berg hinauf. Plötzlich stolperte es und lag auf der Strasse. Und jetzt frag ich mich, ob das auch ein Neglect gewesen sein kann. Wenn Kinder reizoffener sind, dann kann so ein anstrengendes Wetter wie gestern so schwül und drückend mit hoher Luftfeuchtigkeit sicher auch eine Auswirkung auf das Nervensystem und Gehirn haben.

Meine Mama erzählt ja auch, dass meine Schwester als sie noch gesund war auch sehr schusselig war und viele Unfälle hatte. Einmal ist sie auf's Tor gerannt und hatte ne Platzwunde. Sie sind dann zum Arzt und im Wartezimmer hat die Sprechstundenhilfe sie ewig warten lassen. Bis meine Schwester das ganze Wartezimmer vollgekotzt hat. Dann ging es auf einmal sehr schnell. Meine Mama hat hinterher zu ihr gesagt: das hast du gut gemacht.

Der Krankenwagen ist gestern auch dauernd gefahren. Und einen Unfall muss es wohl auch gegeben haben, weil die Polizei Richtung Nackendorf mit Sirenengeheul gefahren ist.

Gestern hat mich keiner über die Strasse gelassen. Alles scheint wieder wie vor der Coronasperre zu sein. Gestern kam es mir sogar noch schlimmer vor.

Heute ist mir was passiert, was ich nur aus einem Witz kenne... ich stand auf dem Gehweg gegenüber vom Krankenhaus und guckte zum Storchennest auf dem Kamin vom Krankenhaus hinüber. Da wollte ein Autofahrer unbedingt (er winkte aufdringlich mit seinen Händen im Auto herum), dass ich über die Strasse gehe und hat drauf gewartet, dass ich mich in Bewegung setze. Dabei wollt ich das gar nicht. Merke, nicht jeder, der mit Krücken auf der Gehweg gegenüber einem Krankenhaus steht, will da auch hinein.

Nein, danke, ich hatte schon das Vergnügen. Das sind wieder so Erwartungshaltungen. Zum Schluss war der Autofahrer dann noch böse auf mich. Ich hab das nicht gleich realisiert, ich hab ja nicht in seine Richtung geguckt. Mich haben ja die Störche interessiert. Dann hab ich schon mit dem Kopf geschüttelt.

Ich war früher im Bus genauso verwirrt, wenn ich einem älteren Mann oder einer Frau wie meine Oma es mir beigebracht hatte, den Platz angeboten habe und die wollten den dann nicht! Ich kann also seine Verwirrung durchaus nachvollziehen. Inzwischen hab ich aber gelernt, damit umzugehen. Die Senioren von heute sind viel fitter als ich. Inzwischen bieten sie mir ihren Platz an ;-)

Es gibt schon komische Wörter: An - lieger : an was liegt er denn und warum?
Zu-wider-Handlung: das Wort ist mir schon zuwider

Stute und Fohlen sind wieder am Engelgarten. Als ich vorbeilaufe, trinkt das Fohlen gerade von der Zitze der Stute. Die Milchbar ist eröffnet.

Und neue Erkenntnisse von Oliver Sacks hab ich auch bekommen. Der hatte auch einen Gips nach seinem Unfall. Und sein Bein fühlte sich auch nicht mehr zu ihm gehörig an. Wie inwändig amputiert. Das deutet darauf hin, dass der Homunkulus, unsere innere Wahrnehmungskarte durcheinandergeraten ist. Bzw. dort das Bein abhanden gekommen ist.

Sowas ist erstaunlicherweise gar nicht selten. Das kommt sogar sehr oft vor. Leider wird man damit nicht ernst genommen. Es ist ja auch komisch, wenn man sagt: mir ist mein Arm, Bein abhanden gekommen und es ist noch dran.

Das passiert wohl, weil das Bein, der Arm ruhiggestellt wird. z.B. mit einem Gips. Das war bei mir ja auch so. Denn der Körper bewegt sich ja als ganzes , bewegt man ein Bein, dann bewegen sich ja auch andere Körperteile mit, man nimmt es nur nicht wahr. Und dieser Bewegungsfluss ist mit Gips gestört. Und dann scheint es wohl dazu zu kommen, dass dann das Hirn denkt, dieses Körperteil sei abhanden gekommen.

Beim Phantomschmerz ist es umgekehrt. Da ist das Körperteil weg, aber die Karte im Hirn denkt, es ist noch da.

Dann wäre es gut, wenn man ein zu amputierendes Körperteil erst durch Gipsen entfremded und dann amputiert. Dann würden Hirn und Körper zusammenpassen.

Meine Körperlandkarte ist auch ganz schön durcheinandergeraten. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob sie vorher je so richtig funktiniert hat. Denn wenn alle Reize ungefiltert auf das Hirn treffen, dann muss ich mich ja bewusst auf mein Gstell konzentrieren, um es wahrzunehmen. D.h. ich glaube, das hat bei mir noch nie funktioniert.

Und ich war schon immer etwas tollpatschig und grobmotorisch. Denn irgendwie scheine ich noch nie ein Gefühl dafür gehabt zu haben, wo ich anfange oder aufhöre. Ich bin auch schon als Kind in Türrahmen und gegen Hindernisse gelaufen.

Das liegt bei uns in der Familie.

Okay, was wäre also, wenn mein Körperschema schon vorher nicht richtig vorhanden war? Dann könnte mir durch den Gips auch noch der Rest abhanden oder noch mehr durcheinandergekommen sein. Und so sieht es ja auch aus. Irgendwie spannend.

Ob ich das auch wieder hinbekommen kann? Ich hoffte also einen entsprechenden Hinweis in dem Buch zu finden. Und es gab einen.

Denn Sacks selber konnte zwar irgendwann wieder gehen (sein Nerv erholte sich innerhalb von 14 Tagen), aber das fremdartige Gefühl für sein Bein wurde zwar besser , aber es blieb. Dann ging er zu einem Orthopäden, der das Phänomen kannte und der fragte ihn, was er am liebsten täte. Schwimmen war die Antwort.

Also rief ihm der Arzt ein Taxi und schickte ihn ins Schwimmbad. Dort stiess der Bademeister (der vom Arzt instruiert worden war) den zögernden Sacks ins Wasser und rief ihn zu einem Wettschwimmen auf. Der war daraufhin wütend und überrascht, schwamm dann aber doch um die Wette. Als er herauskam, lief er ohne in die Schonhaltung zu verfallen. Er hatte zu seinen natürlichen Bewegungs-Rhythmus zurückgefunden. Und das Bein fühlte sich anschliessend wieder ihm zugehörig an.

Die Erklärung ist einfach: Nur durch eine spontan initierte Bewegung, findet das Hirn und der Körper zu seinem natürlichen Bewegungsrhythmus zurück. Nun bin ich am Überlegen wie das bei mir funktionieren könnte. Und bei meiner Schwester. Die wüscht sich ja auch ihre Hand wieder bewegen zu können. Und damit müsste das ja möglich sein, wenn die Bewegung spontan initiert werden kann.

Dieser Trick entstammt der Wissenschaft der Neuropsychologie. Das wird wohl nun mein nächstes Spezialinteresse. Denn nur wenn ich etwas verstehe, kann ich mich daran machen ein Problem zu beheben.

Was Sacks ebenfalls auffiel wie mir auch, dass diese Institutionalisierung im Krankenhaus , die Abgabe der Identität bedeutete. Bei Eintritt in die Krankenrolle wurde er zum hilflosen Kind. Und fühlte sich auch so. Ärzte und Pflegepersonal wurden zum Elternersatz.

So hab ich das noch nicht betrachtet. Das mit der Hilflosigkeit konnte ich auch beobachten. Und dass man in seiner Krankenrolle dann neidisch und auch teilweise boshaft auf die gesunden reagiert.

Man wird extrem misstrauisch. Das konnte ich auch um mich herum im Krankenhaus beobachten. Meine Mitstationierte Zimmergenossin sagte: Psst! Die Wände haben Ohren!

Da ich mir das bildhaft vorstelle, fand ich das sehr lustig aber auch verwirrend.

Chronisch kranke kommen aus diesem Modus oft nicht mehr heraus. Sie wirken toxisch auf ihr Umfeld.

Und Sacks beging noch den Faux-Pas bei der Chefarztvisite aus seiner Krankenrolle in die Rolle des Neurologen zu schlüpfen und verstiess so gegen die Regel der Krankenhaushierarchie zu folgen. Ebenso wie ich fiel er aus seiner Krankenrolle, was ihm den Unmut des Chefarztes einbrachte.

Da ich mit diesen Rollenkonzepten nichts anfangen kann, kollidierte ich ebenfalls. Mehrfach. Denn ich verstehe auch nicht, dass wenn ich mir autodidaktisch Fachwissen angeeignet habe, dies nicht in meinem Genesungsprozess einbringen darf. Weil es unlogisch ist. Mir war nicht klar, dass hier ein Rollenkonzept Patient muss geduldig die Anweisungen ausführen, einzuhalten erwartet wird. Ich habe klar gegen die Patientenrolle verstossen. Nur hatte ich leider keine Ahnung von derselben. Ihr mit Eurem Rollendenken... Egal, wo ich hingeh, ich bin immer ich. Wer sollte ich auch sonst sein?

Ich bin also wie gewohnt aus der Rolle und damit wieder mal aus dem Rahmen gefallen. Wieso gibt es auch solche seltsamen Konstrukte? Die machen doch heutzutage in Zeiten des Internets und dem Ruf nach einem selbstverantwortlichen Patientenkonzept gar keinen Sinn mehr... Ich dachte ich sollte nicht die Hilflosigkeit sondern Resilienz und Eigenverantwortung lernen. Und wenn ich das dann tue, dann ist es auch wieder nicht recht. Könnt Ihr Euch bitte mal entscheiden?

Sacks Theorie ist, dass durch den Identitätsverlust die Hilflosigkeit ausgelöst wird und dadurch auch das Misstrauen. Klar. So hab ich das ja auch erfahren und erlebt. Wie gestrandete auf einer Insel kamen mir die Rehaler um mich herum vor. Aus Ihrem Alltag gerissen. Ich ja auch.

Wenn man seine Identität aus der Arbeit zieht und jetzt auf einmal nicht mehr arbeiten kann, weil man verletzt ist, dann fühlen sich viele wertlos. Und somit verliert man dann sein Selbstbewusstsein. Und in Folge dessen auch sein Urvertrauen. Beides besteht nur zusammen und ist voneinander abhängig. Woher ich das weiss?

Weil mein Problem ein anderes war: ich hatte auch vorher keine Idenität, kein Selbstwertgefühl und auch kein Urvertrauen.

Im Endeffekt war unser Modus also ähnlich. Nur dass ich mich ja schon daran gewöhnt hatte. Schon lange vorher und deswegen auch Copingstrategien wie Humor dagegen hatte. Damit war ich selten allein, denn andere Rehaler zog das magisch an. Ich wirke dann wie eine lebendig gewordene Auskotztüte. Weil sie sich von mir verstanden fühlten. Seltsamerweise. Ich verstand gar nichts.

Daher reagierte ich anders als die anderen: analytisch, direkt, offen , authentisch. Und wenn man anders reagiert, dann bekommen die anderen Angst vor einem. Denn das triggert wiederum deren Hilflosigkeit. Wir waren also nicht miteinander kompatibel. Und es kam zu vielen Missverständnissen weil man mir Dinge unterstellt hat, von denen ich keine Ahnung hatte. Ich wäre aber auch nicht in der Lage gewesen sie aufzuklären. Auch wenn ich es trotzdem versucht habe. Das funktiniert in diesem Modus nicht. Die Amygala läuft Amok, wenn man nicht versteht, warum einen alle auf einmal so komisch behandeln. Ich hatte nicht die leiseste Ahnung, was ich falsch gemacht hatte.

Mit dem Identitätsverlust kommt es auch zu einer Veränderung der Wahrnehmung seiner selbst. Dem Ich. Also auch der inneren Landkarte. Das hängt zusammen.

Schon spannend wie das alles zusammenhängt!

Ausserdem seh ich die Parallelen zur Institutionalisierung auch in Firmen. Auch in unserer Abteilung. Da sind die, die schon seit langer Zeit in der Firma sind und meinen, die Firma wird bzw. soll sich weiterhin wie Papa und Mama um einen kümmern. Auch hier kann ich Erstarrung und Verbitterung in Abteilungen erkennen wie bei chronisch Kranken.

Sacks Idee ist ein familiäres Klima in den Kliniken zu schaffen. Und das hat er auch gelebt. Durchgesetzt hat es sich leider bisher nicht. Er wünscht sich einen Kontakt zwischen Arzt und Patient auf Augenhöhe. So dass beise Seiten voneinander lernen können.

Institutionalisierung findet auch in der Kindererziehung statt. Und in vielen Familien auch, wo das Patriarchat oder Matriarchat gelebt wird.

Ich glaube auch, dass resiliente Firmen eine Art familiäres Klima haben. Da wo der Chef Papa ,Mama und Beichtvater ist.

Und findet nicht auch gerade in der Coronazeit auch eine Art Institutionalisierung statt? Die Regeln, die staatlich aufgestellt werden? Man gibt die Verantwortung für sich selbst freiwillig ab. Anstatt selbst zu denken. Inzwischen werden die Kritiker immer mehr. Was richtig oder falsch ist, weiss noch keiner. Hinterher ist man immer schlauer.

Am Krankenhaus ist ja ein Storchennest. Hab einem Bekannten heute davon erzählt. Der hat das noch nicht gesehen.
Der hat dann gefragt:"Gibt's dann wieder ne Entbindungsstation im Krankenhaus?"
Da musste ich schmunzeln.

Ent-Bindung... das ist auch wieder so ein komisches Wort. Ob das mit dem Abbinden der Nabelschnur zu tun hat? Weil da die physische Verbindung zwischen Mutter und Kind getrennt wird? Aber die Mutter-Kind-Bindung setzt sich doch danach erst richtig fort. Hmm..

Wisst Ihr was schön ist? Der Luftraum über den Städtla gehört den Störchen und Schwalben! :)
Schönes Wochenende!

Sonntag: Wenn sich mit der Wahrnehmungsveränderung auch das Sebstbewusstsein und in Folge dessen auch das Urvertrauen verändert, ist das dann auch umgekehrt?

Also wenn ich an meinem Selbstvertrauen arbeite, nimmt das Urvertrauen zu. Verändert sich damit auch wieder die Körperlandkarte? Kann ich dann meine löchrige, schwammige Version stabilisieren? Und am Ende auch das CRPS besänftigen?

Anstatt mit Spiegeltherapie und Perfetti? Perfetti dürfte übrigens nach dem Buch von Sacks nicht funktionieren. Weil mit dem Verschwinden oder der Veränderung der Körperlandkarte auch die Erninnerung an dessen natürliche Bewegung verlorengegangen ist.

Sportler machen es ja wie Perfetti. Sie stellen sich die Übungen im Kopf immer wieder vor. Rennfahrer gehen die Strecke auch immer wieder im Kopf durch. Da nennt sich das dann Mentaltraining.

Das funktioniert allerdings nur für Bewegungen, die ich und meine Körperlandkarte, mein Körper kennen.

Die sind aber bei einem Neglect (Veränderung der Körperlandkarte) gar nicht mehr da! Über spontan initierte Bewegungen können sie jedoch zurückkommen.

Da mir zu dieser spontan initierten Bewegung grad nichts einfällt... werd ich weiter den Weg über den Aufbau von Selbst- und Urvertrauen gehen. Also mir meiner Stärken bewusst zu werden, mutig zu sein und diese auch einzusetzen.

So wie Buck, der Pferdeflüsterer. Hab gestern die DVD über ihn geguckt. Sogar meine Mama ist dabei nicht eingeschlafen. Das war spannend. Ich hab zwar nicht verstanden, was er da genau tut, aber er baut Vertrauen zum Pferd auf. Zu Pferden die verängstigt und verunsichert sind. Und die sind das, was ihre Besitzer auch sind. Ist der Besitzer ein unruhiger Geist und Gesell, dann ist es das Tier auch. Gilt auch für Hunde und Kinder. Und im Arbeitsumfeld mit den Kollegen ist es genauso. Ihr könnt es also auf jede Art von Beziehung übertragen. Das tut es nämlich auch. Eigene Unsicherheit überträgt sich in Form von Misstrauen. Sie wirkt ansteckend.

Deswegen hat ein misstrauischer paragraphenreitender Arzt auch scheinbar unfolgsame Patienten, die ihn zur Verzweiflung treiben. Seine Unsicherheit, sein Misstrauen überträgt sich auf sie. Physiologische Übertragung von Stresshormonen. Und so braucht sich der Arzt dann über Patienten nicht zu wundern, die zur Blutabnahme doch nicht wie vereinbart nüchtern kommen. Ursache und Wirkung.

Vertrauen tut dies aber auch! D.h. man kann das eine durch das andere ersetzen.

Tief beeindruckt hat mich im Film ein Pferd, das leider nicht zu bändigen war. Das Problem war nicht das Pferd sondern das Verhalten seiner Besitzerin. Das Pferd musste, weil es bissig und unberechenbar und somit gefährlich war (so wird man, wenn man Angst hat und alles um sich herum nicht versteht, ähnlich wie der Dominus Rex in Jurassic World) eingeschläfert werden.

Das Pferd konnte nichts dafür. Es kam mit einem Gehirnschaden auf die Welt und hätte eine sichere, vertrauensvolle Hand gebraucht. Nicht jemanden, der selbst total verunsichert ist.

Vertrauen statt Unsicherheit und Misstrauen. Das hat sich von seiner Besitzerin auf ihn übertragen. Mit den entsprechenden Folgen. Erinnert Ihr Euch noch an den Film Systemsprenger? Dasselbe Prinzip. Das Mädchen hätte jemanden gebraucht, der verlässlich und sicher ist. Sein Erzieher war selbst unsicher. Und das führte dann zur Katastrophe.

Auch Autisten können scheinbar aggressiv reagieren, wenn sie plötzlich angefasst werden. Einfach weil es mir unangenhm ist. Es ist schmerzhaft. Weiss man das, dann tut man das nicht. Man hat Verständnis dafür und handelt entsprechend bzw. nichthandelt entsprechend.
Und das ist auf eine überempfindliche Amygdala zurückzuführen. Das ist keine Bösartigkeit, sondern ein natürlicher Reflex.

Und jeder Mensch, der im Stress ist , verhält sich genauso! Da reicht eine Kleinigkeit und das Fass läuft über. Ein schönes Bild.

Das ist auch nichts anderes. Denn auch dort regiert die Amygdala. Ihr reagiert also genauso, wenn Ihr unter Stress seid! Und der ist heutzutage eher die Regel als die Ausnahme.

z.B. das Beispiel mit meinem explodierendem Kollegen. Hinterher konnte ich die Situation und das Missverständnis auflösen. Hier würde niemand daran denken, den aufbrausenden Kollegen wegen Bissigkeit einzuschläfern. Denn wir sind Menschen und können miteinander reden. Wenn sich die Gemüter beruhigt haben.

Inzwischen bin ich als Autist ruhiger als so mancher meiner Kollegen. Das ist doch sehr erstaunlich. Weil ich mich besser wahrnehmen kann. Und jetzt besser damit umgehen kann.
Klar mir passeirt es auch ,dass ich mal meine Schwester anfahre. z.B. wenn sie mich mit ihrer Keksschachtelraschelei bei einem Homeoffice-Telefonat in den Wahnsinn treibt! Doch diesmal hab ich es gemerkt und wahrgenommen und mich hinterher entschuldigt. Es ist ja nicht persönlich gemeint. Das hat nur mit mir zu tun. Dass ich grad überreizt war.

Zu Mut hab ich ein schönes Zitat gelesen: "Wie kann jemand mutig sein, der keine Angst hat?"(Tove Jansson)
Tove Jansson schuf die Mumins, deren Mitglieder ihrer Familie nachempfunden waren.

Nicht anders mach ich es mit der Glaa aus ERH.
Das Buch heisst Rebel Artists. Jetzt endlich finde ich Vorbilder. Menschen, die anders sind. Deswegen ziehen mich wohl auch Bücher magisch an. Denn sie sind von ebensolchen besonderen Menschen geschrieben worden!

Jetzt gibt es immer mehr Bücher über Menschen, die anders sind. Rebell Girls und Boys. In unserer Buchhandlung sind einige davon zu finden.

Wo wir grad bei Menschen sind, die anders sind... dieses TED-Video ist mir grad über den Weg gelaufen... Hier redet ein Mann, der sich nur 3 Minuten in seinem Kurzzeitgedächtnis merken kann. Für ihn ist dieser TED-Talk die Tour de France, weil es so anstrengend ist. Und er kann sich nur an Dinge erinnern, die mit Emotionen verbunden sind. Er hat ein soziales Umfeld, dass ihn unterstützt und so annimmt wie er ist. Sein Umfeld hat sich auf ihn angepasst, nicht umgekehrt. Wie es so oft noch bei uns praktiziert wird. Er lebt in Dänemark.Da sind uns die Dänen da schon um einen gewaltigen Schritt voraus.
Sein Humor und die Art und Weise wie er damit umgeht ist ansteckend!
So aufrichtig, ehrlich und authentisch zu sprechen: Das ist Mut!

Wobei ich weiss, dass er auch gar nicht anders kann. Denn zum Lügen braucht Ihr eins: ein gutes Gedächtnis. :)
Wenn man das wie er , meine Schwester, meine Mama und ich nicht hat, dann kann man auch nur authentisch sein.

Und auch uns kosten solche Dinge, wie Vorträge deswegen ungeheuer viel Energie.

Vielleicht versteht Ihr es mit diesem Video noch ein bisschen besser. Denn auch seine Sicht auf die Welt ist einzigartig und bereichert. Damit wir uns alle besser verstehen können.

Identität, was ist das eigentlich? Wir sind das, was wir tun. So würde ich das definieren. Da sich das im Laufe des Lebens verändert, ist unsere Identität nichts festes sondern flexibel.

Der Vorteil flexibler Menschen (die haben eine flexible Identität) ist, dass sie nicht brechen. Das sagte die Ziehmutter von Buck, dem Pferdeflüsterer. Eine weise Frau. Denn mit diesen einfachen und wahren Worten beschreibt sie nichts anderes als Resilienz, die Widerstandsfähigkeit eines Menschen. Denn auch Buck ist viel schlechtes in seiner Kindeheit widerfahren. Doch er hat es geschafft, die Kette zu durchbrechen und dieses Verhalten nicht an die nächste Generation weiterzugeben.

Er ist wegen seiner Erfahrungen das, was er ist. Denn dadurch, dass er seine eigenen Ängste und seine eigene Unsicherheit verstanden hat, versteht er Pferde und ihre Besitzer und nur so konnte er zum Pferdeflüsterer werden. D.h. er ist nicht trotz dem, was ihm widerfahren ist, das geworden, was er ist, sondern nur deswegen!

Er setzt dieses Wissen für seinen Sinn im Leben ein! Und das macht den Unterschied.

Ob etwas was Euch im Leben widerfahren ist also eine Schwäche oder eine Stärke ist, hängt davon ab, was Ihr draus macht! Man kann also nicht per se sagen, dass schlechte Erfahrungen nur negativ zu sehen sind! Nein: das hängt von Eurer Sichtweise darauf ab! Und wieder sind wir bei der Wahrnehmung angelangt.

Das ist es ja , was ich auch im Krankenhaus auf Reha und in der Schmerztherapie nicht verstanden habe, dass einem bestimmte Erfahrungen oder Umstände dort automatisch negativ ausgelegt werden. Als Belastung!

z.B. meine behinderte Schwester. Das wunderbarste Wesen, das ich kenne. Sie hat mich viel gelehrt. Sie ist wunderbar. Doch das Gesundheitssystem sieht in ihr eine Last! Wie kann es nur! Wie können Menschen, die meine Schwester nie getroffen haben, solch ein verheerendes Urteil fällen? Sie sogar als Belastung in einem Gutachten erwähnen!

Jetzt versteh ich warum sie das tun: Weil das ihre Erfahrungen und Ihre Sichtweise ist. Es tut mir für sie leid, dass sie anscheinend durchweg negative Erfahrungen gemacht haben! Aber das gilt doch nicht f&uul;r alle Menschen! Das kann ich doch nicht verallgemeinern. Und ausserdem sind in dieser einseitigen Meinung bestimmt auch noch zahlreiche Missverständnisse enthalten. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

Auch dass ich mit meiner Mama zusammenlebe und wir ne Art WG haben, wird oft negativ aufgefasst. Du arme. Ich bin nicht arm! Ich bin reich! Weil sie mit ihrer Sichtweise mein Leben bereichert. Alle beide tun das. Aus meiner Sicht seid Ihr die armen, bedauernswerten Menschen, die Ihr in uns seht. Das tut mir leid. Es muss sehr schwer und hart sein,Euer Leben. Ich möchte nicht mit Euch tauschen.

Ihr tut mir leid. Und mit Eurer Sichtweise haltet Ihr Euch für empathisch und sozial intelligent. Und Menschen, die wie ich anders als Ihr seid, sprecht Ihr das ab. Das finde ich sehr traurig. Wer von uns beiden ist denn nun empathischer?

Und heut gibt's auch wieder einen Comic von den Geschehnissen dieser Woche!
Viel Spass!

Montag: Soderla hab eine nette Bekannte mit Comics versucht aufzumuntern.

"... Menschen ohne Narben haben nicht gelebt und nix erlebt

Ich muss feststellen du hasts immer noch drauf, unerschöpfliche Comics zu zeichnen und mit Texten zu versehen, sodas man einfach grinsen/lachen muss!!!!!!!!!!

Es ist dir auch bei mir gelungen Danke das du an mich denkst."

Hat funktioniert! Heilsame Kommunikation halt.

Ebenso ist ein Comic von mir ins Gemeindeblatt von Michelsberg gekommen! Amtsblatt, NN, ESTW-Facebookseite und jetzt noch in ein Gemeindeblatt!

Neulich meinte ein Bekannter zu mir: "Bei der Partei ist ja alles widersprüchlich. Da heisst sie junge Liste und besteht aus lauter alten Säcken."

Apropos Widersprüche: warum heisst es eigentlich Gesundheitssystem aber Krankenhaus? Müsste es dann nicht Gesundungshaus heissen? Oder Genesungshaus? Genesungswerk würd dem mechanischen Gedanken auch Rechnung tragen. Da geht man ins Krankenhaus und lässt was reparieren.
Rechnung tragen... eine eigenartige Formulierung... wer trägt die und wo trägt er sie denn hin? Und warum eigentlich?

Eine Ravelrerin hat ein Muster von mir mit dickerer Wolle machen wollen.
Dann hab ich ein bisschen in meinen Muster gestöbert und es mal schnell durchgerechnet. Da hat sie mich dann gefragt, ob ich bei Mensa bin.
Ich war mir erst nicht sicher, ob sie dieses IQ-Dings meint. Also die Mensa, wo man zum Essen hingeht, wenn man studiert, kann sie ja nicht gemeint haben. Hab aber auch nicht verstanden, was das jetzt mit einem Strickmuster zu tun haben sollte... also hab ich sie halt gefragt.

Ihre Antwort hat mich ein bisschen verblüfft. Anscheinend ging es mir mit meiner ersten Antwort genauso ;-)

"I was just impressed with your intellectual agility in answering my question and re-writing a bespoke pattern within seconds of receiving my email Sandra, many thanks "

Wow! Etz habis schriftlich. Ich bin agil! :)

Die offenen Stellen am Bein sind wiedergekommen bzw. immer noch nicht verheilt. Okay, dann schmier ich halt wieder. Die Haut fühlt sich dort auch rauher an. Anders halt. So wie an den Händen auch. Jetzt frag ich mich, ob eine Hautveränderung immer eine Entzündung ist oder eine Folge davon oder ob beides unabhängig voneinander auftreten kann. Denn bei der Borreliose von meiner Bekannten, sieht man ja auch die Entzündung am Bein.

Sie meinte letztens:
"danke, es geht schon besser. Das Rote ist jetzt etwas dunkler geworden und es tut auch nicht mehr weh. Aus irgendeinem Grund sind jetzt auch meine Hüftschmerzen besser geworden. Was das jetzt bewirkt hat weis ich nicht so genau. Ich kann jetzt wieder besser laufen. Das ist schön. "

Da seht Ihr mal wie das alles miteinander zusammenhängt.
Damals als sie gegen das CRPS Cortison bekommen hat, war das dem CRPS wurschd. Aber ihr Asthma ist besser geworden.

Da ist es dann besonders lustig, weil die Fachrichtungen und Ärzte ja getrennt sind. Teilweise laufen sie über unterschiedliche Kostenträger. Da seht Ihr mal wie sinnvoll das ist. Das könnt Ihr schon machen, aber das wird halt so nicht funktionieren, weil wir nicht so funktionieren. Ihr ja auch nicht.

Dienstag: War gestern nachmittag beim Hausarzt und hab Rezepte für meine Mama und Schwester abgeholt. Diesmal haben die Rezepte das erste mal auf Anhieb gestimmt. Juchu!

Als ich das meiner Mama erzählt hab, hat sie gesagt:"Des darf doch ned woar sei! Des is a Wunder!"
Ich:"Ich bin ja auch wunderbar, da werden Wunder wahr."

Gestern hab ich gelernt, dass Wut ein sehr nützliches Gefühl ist. Weil Wut die Energie ist, die Veränderungen vorantreibt. Denn nur, wenn man mit einer Situation unzufrieden ist, dann bewegt man sich auch, um sie zu verändern. Warum wird das denn so negativ bewertet?

Ich les grad das Buch "Speak out! Die Kraft weiblicher Wut".
Das war mir gar nicht bewusst, dass bei Frauen Wut gesellschaftlich nicht akzeptiert wird. Frauen dürfen nur weinen, wütend werden sollen sie nicht. Männer dürfen das. Warum?

Mir ist das ja wurschd. Ich kann mit den Geschlechterrollen ja eh nix anfangen.

Gestern hab ich noch drei tolle TED-Talks gesehen.
Einen über Design thinking. Die Sprecherin ist gehörlos und ihre Gehörlosigkeit macht sie kreativ, weil sie damit die Welt auf ihre ganz besondere Art wahrnimmt und so auf Lösungen kommt, auf die andere so nicht kommen.

Und hier war eine junge Inderin kreativ auf einfache Art und Weise um ihrem Lieblingsonkel mit seinem Parkinson zu helfen.

Und wer einmal Temple Grandin erleben will, der sollte sich diesen TED-Talk angucken. Hier redet sie über Autismus und dass die Welt viele unterschiedliche Arten zu Denken braucht, um die Probleme von heute zu lösen.

Von meiner Arbeitskollegin hab ich heute folgenden Spruch gelernt:"Jeder spinnt auf seine Weise. Der eine laut, der andre leise."
Der gefällt mir.

Mittwoch: Heut bin ich mal ins Büro gefahren. Ins neue Gebäude. Also bis zur S-Bahn. Ab da gelaufen. Und weil ich gesagt hab, dass es für mich wie ins Nichts zu farhen ist, haben mich 2 nette Kolleginnen abgeholt und wieder zur S-Bahn geleitet. Geleitet, gelitten. Ich hoffe, das haben sie nicht.

Den Rückweg bin ich voran, weil ich mir den Weg so besser merken kann. Das war sehr schön und sehr lieb von ihnen. Hab mich dafür auch bedankt.

Das Gebäude ist gross, hell und noch nicht fertig. Bei den Lockern mit Zahlenschlössern hab ich zwei Kollegen gezeigt wie es geht, das einzustellen. Ich war also heute im Facility Management tätig. Ich bin nützlich! Und total agil.

Ich selber kann mit dem Locker leider nix anfangen, weil ich mit meinen Fingern die Zahlen nicht einstellen kann. Das ist zu klein. Das geht nicht mit CRPS-Dystoniehänden.

Dann hab ich meinen Umzugskarton noch ausgepackt.

Jetzt darf man im VGN-Bus wieder vorn beim Fahrer einsteigen. Damit hatt ich nicht gerechnet. Deshalb hab ich etwas nach meinem Fahrschein gekramt. Das scheint anderen genauso gegangen zu sein. Bei der ESTW darf mer immer noch bloss hinteen einsteigen. Das finde ich etwas verwirrend. Ich hoffe, ich renne da nicht gegen die Tür wenn ich das nächste mal zum D-Arzt fahr.

Wir haben jetzt auch zwei Karten für die Firma. Die alte brauchen wir noch für die Drucker. Die neuen für die Zugangsberechtigung. Das war mir heut eine Karte zuviel. Mir ist es zweimal passiert, dass ich die Tür mit der verkehrten Karte aufmachen wollte.

Wie wir aus Höchstadt rausgefahren sind, sind wir an dem Katzen-Krimskrams-Geschäft vorbeigefahren. Die haben Kratzbürsten. Manchmal bin ich auch eine. Und manchmal hab ich auch zwei daheim. Oder auch drei, wenn ich mich mitzähle.

Den Mundschutz muss mer etz im Bus, Zug und am Bahnsteig aufhaben. Ich war gespannt, wie die Raucher damit rauchen. Die nehmen ihn ab. Es hat sie aber keiner verhaftet.

An der S-Bahn heim kam ein Mann dazu mit einer Maske mit einem aufgedruckten Reissverschluss. Das fand ich lustig und das hab ich him gesagt. Da hat er sich gefreut. Dann hat er mir vor lauter Freud noch die Masken seiner restlichen Familie beschrieben.

Er hat einen Bart. Und reinwärts in der S-Bahn hab ich auch schon einen Bartträger mit Maske gesehen. Da wollt ich wissen, ob das gut funktioniert. Oder nicht. Da hab ich den Mann mit dem Reissverschluss gefragt. Der meinte mit Bart ist es luftiger, weil die Maske nicht so eng anliegt. Das hab ich meiner Mama daheim gesagt, weil ihr das doch auch immer zu eng ist unten.

Drauf meint sie: "Meinst, dass ich mir jetzt an Damenbart wachsen lass?"
Wenn's hilft...

Er hat mir erzählt, dass er vor Corona keinen Bart hatte. Da hat er sich immer rasiert. Aber daheim war es ihm dann zu anstrengend. Und dann nach drei Tagen nichtrasieren, hat er ihn einfach wachsen lassen. Seiner Frau gefällt's. Und er sagt, bei ihm im Büro hamm jetzt alle einen Bart.
Ich hab also heut gelernt: Corona macht bärtig. Es gibt jetzt also nicht nur einen Schlüsselbart sondern auch einen Coronabart. Er hat gmeint, es könnt etz a mehr Langhaarerde gebm. Schau mer mal.

Bei uns im Büro woarn's rasiert. Ich hab ihn dann noch gefragt, warum er sich denn früher rasiert hat. Er hat gemeint, das war er halt so gewohnt. Dann hat er etz umgelernt. Corona macht agil.

Weil meinen Testosteron-Oberschenkeln keine Hose lange gewachsen ist, hab ich mir heut, wo ich eh in Erlangen war, zwei neue Hosen gekauft. Des langt etz amol widder für a Joahr.
Ich mag des ned. Die Hosenobrobiererei. Ich kaaf ned gern ei. Bloss wenni muss. Und etz mussi, weil alla mei Husn scho Löcher hamm und die Löcher hammer sogor nu mit su Bügelflicken überbrückt. Überbrückungsflecken sozusagen. Und etz hamm die Flicken von die Löcher a scho Löcher.
Die Flicken hamm ned lang ghalten. Des hadsi ned rentiert.

Früher wie ich das mit den männlichem Hormonüberschuss, also die Ursache der Fussballerbeine noch nicht gewusst habe, fand ich das Hosenkaufen immer so schlimm. Weil ich da ja entsprechend Platz brauch. Und entsprechend gross muss die Husn dann sei. Etz is mer's wurschd. Ich kann ja nix dafür dass sowas in der Normgrößen ned vorgsehn is. Was wiederum den Unsinn von auf Menschen angewandte Normen verdeutlicht. Weil es keinen Normmenschen gibt!

Ich bräucherd a Husn für ein weibliches Gehirn mit viel Stresshormonen, das männlich denkt und augrund der Hormonüberproduktion Fussballerwaden und Oberschenkel entwickelt hat. In den Konfektionsgrössen ist diese Neurodivers-Konfiguration leider nicht vorgesehen. Ehrlich, ich hab schon Probleme eine Hose zu finden wo meine Wade reingeht! Lange Stiefel scheiden deswegen auch aus. Dann nimmt man halt kurze. So hoch liegt der Schnee ja bei uns auch nicht im Winter.

Die Konfektionsnorm ist binär. Mann oder Frau. So einfach ist es halt nicht. Und die Normfrau hat schlanke Beine. Die hatt ich noch nie.

Männerhosen hab ich auch schon durch. Die wären zwar weit genug untenrum aber zu weit obenrum. Und ausserdem sind sie viel zu lang. Wenn ich die umkrempel hab ich ne Ziehharmonika. Und abschneiden und umnähen ist mir zuviel Arbeit. Das hab ich lang gemacht. Ich mag nimmer.

Dabei gibt es da ja aufgrund der Hormone viel mehr Varianten. Macht doch mal Hosen für alle Varianten! Also erweitert das binäre Geschlechtersytem auf die echten natürlichen Diversitäten. Eine Hose für jeden Typ. Das wär doch mal ein Fortschritt. Dann find ich auch mal eine Hose die passt. Oben und unten.

Und mit einer Kollegin hab ich mich über das Thema unterhalten, dass sich ja in Gruppen von mehr als zwei Menschen, die Menschen angleichen. Das ist ja auch so eine Sicherheits-Copingstrategie. Ich hab sie gefragt, ob man das nicht irgendwie verhindern kann. Da hat sie gelacht. Ich fände das sehr praktisch.

Die Kaffeemaschine ist einfach zu bedienen. Einfacher wie die letzte. Da ist einfach ein Symbol, ein Bild für das, was man will. Siggsdes Kommunikation in Bildern statt in Worten! Sag ich doch, dass das ein Vorteil ist.

Eine Kollegin hat gsachd: Sie hat gar nicht gewusst, dass es zwei Sorten Latte Macchiato gibt. Einen kalten und einen warmen. Da hab ich gesagt: Siggsdes, etz weisst des. Etz hastes glernt. Etz bist agil. Da hat sie gelacht.

Ich weiss auch wo das Klo ist! Gleich gegenüber vom Aufzug! Juchu!

Ich hab mir einen strategisch günstigen Platz nicht weit vom Klo und vom Ausgang und am Fenster ausgesucht. Ich bin ja behindert. Ich darf das. Und einen Krückenabstellplatz hab ich da auch. Nennt sich Wand.

Neiwärts mit der Mundschutzkollektion im Bus is mir eigfalln, dass des ja a etz a Konvention unserer Gesellschaft is. Und der BH a. Des ist a su a Stück Stoff, des einen gesellschaftlichen Zweck erfüllt. Brauchen däd mer's ned. Genau wie den Mundschutz.

Und des habi dann meine Kolleginnen gsachd. Die eine hat gemeint, wie sie etz dahamm war, hat sie auch keinen angehabt. Und die andere hat gemeint, na zum Sport braucht sie ihn schon und zum Reiten. Sie hat a Pferd. Sonst wackelt des Zeuch die ganze Zeit rum und des stört sie.

Drauf ham sie nu Sport-BH-Tipps ausgetauscht. Widder was glernt. Siggsdes. Mussi ned dumm sterbm.

An einem Briefkasten in Erlangen stand:"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

Stimmt. Denn wer sich sich zu seiner Sicherheit einengt und begrenzt, der ereicht Abhängigkeit und Unsicherheit und Misstrauen und Neid.
Das könnt Ihr derzeit auch bei Corona bobachten. Die "Petzer" z.B. Aber das seht Ihr auch in grossen Unternehmen oder in Ämbern.

Es gibt aber auch eine Gegenbewegung dazu...
So wenig Regeln wie nötig und soviel Freiheit wie möglich.

z.B. mit dem Multipotentialists oder der Renaissancepersönlichkeit. Da folgt man seinen Leidenschaften und setzt sie im Beruf ein. In Zeiten, wo Arbeitsplätze immer fragiler, flexibler und agiler werden, ist der im Vorteil, der nicht nur in einer Sache Spezialist ist,sondern der, der ein Generalist ist. Und zwischen seinem Wissen und Können flexibel wechseln kann und die Fähikgkeiten aus einem Bereich auf einen anderen übertragen kann.

Solche Persönlichkeiten gab es schon immer, die sich nicht auf einen Beruf festgelegt haben. z.B: Leonardo da Vinci, Benjamin Franklin ...

Zukünftig werden die klar im Vorteil sein. Weil je unsicherer die Welt wird und je mehr Sicherheit man aus sich selber schöpfen kann (durch Wissen und Können und Erfahrungen), desto flexibler , resilienter wird man. Und wenn man sowieso gewöhnt ist, immer wieder neue Dinge zu lernen und von neuem ein Anfänger zu sein, desto flexibler und resilienter ist man. Denn man vertraut auf sich selbst und hat keine Angst davor immer wieder neu anzufangen. Man kann sich den Geist des Anfängers bewahren.

Wissen ist eine Ressource gegen Unsicherheit und Veränderungen. Deshalb sind Autisten ja so versessen darauf. Ausserdem wird Dopamin ausgeschüttet und das beruhigt das Nervensystem und wirkt schmerzlindernd. Und des ganz ohne Nebenwirkungen.

Als wir an der alten Aischbrücke und am Schloss vorbeigefahren sind, hat uns ein Storch im Flug begrüßt. Das war schön! Da weisst gleich, etz bist dahamm.

Passenderweis zum Hosenkauf ist heut des Buch Neurotribes gekommen. Der Oliver Sacks war ganz schö agil. Der hat do a scho widder as Vorwort gschriebm.

Freitag: Meine Neurologin hat mir einige Fragen beantwortet. Also ein Neglect und ein Skotom unterscheiden sich von der Ebene her. Bei einem Skotom sieht man getrübt wie durch einen Nebel und möchte drum rum schauen. Bei einem Neglect sieht man ja den Arm oder das Bein, aber man empfindet es als nicht zu einem gehörig. Also vom Sehaspekt her unterscheidet es sich.

Bei meiner Bekannten verschwand ja durch das Antibiotika, das sie wegen der Borreliose bekommen hat die CRPS-Probleme mit dem Laufen in den Beinen. Weil das Antibiotikum auch darauf gewirkt hat. Da lag dann wohl eine Entündung vor. Es ist aber nicht so, dass bei CRPS immer ein Antibiotikum was bringt. Und man kann auch nicht immer mit Antibiotika behandeln, weil man sonst resistent wird. Das ist ja auch nix.

Sie meinte ich soll mal bei pubmed gucken, ob es zum Zusammenhang CRPS und Antibiotika Studien gibt. Das werd ich mal machen.

Zu den offenen Stellen am Bein meint sie, soll ich wenn es schlimmer wird zu einem Hautarzt gehen. Momentan hab ich es ja mit der Creme aus der Apotheke im Griff. Die Heilung dauert halt wegen dem CRPS länger.

Nicht jeder Hautveränderung liegt eine Entzündung zugrunde. Aber da das CRPS ja die Haut-Nerven betrifft und die schlechter versorgt sind, kann sich (wie auch bei Diabetikern) die Haut verändern. z.B. papierartig dünner werden , rauher. Meine ist am Bein an der Stelle rauher. Als fehlt der Schutzüberzug. Und das tut er dann wirklich. Die Haut ist ja die äußere Barriere des Körpers gegen Viren und Bakterien. Und wenn die dann nicht mehr richtig dicht ist, dann können Viren und Bakterien leichter eindringen und dann kann es zu Entzündungen kommen. Es ist also umgekehrt. Wenn die Haut schlechter versorgt wird, dann kann es zu Entzündungen kommen.

Ich würd ja gern Leuten, die mit Einschränkungen gut zurechtkommen (egal, ob Parkinson, Demenz, Alzheimer, Autismus, CRPS, Dystonien, Spastiken, Schlaganfall, ADHS, MS, Diabetes ...) und ihre Familien mal erzählen lassen, wie sie so mit ihrer Krankheit umgehen. Was sie anders machen als andere. Wie sie es so gut im Griff haben können. Diese Copingmechanismen könnte ich dann sammeln und auch durch die Gemeinsamkeiten in den Unterschieden, liessen sich Schlüsse auf neuropsychologische Funktionsketten erkennen. Hm.. nur wo find ich solche Leut, die mit mir reden wollen? Und die mit ihren Geschichten anderen helfen wollen? Und die die Zeit und Energie für sowas haben...

Dann könnte man diese Daten auch zusammenführen (natürlich anonym) und so auch in den neuropsychologischen Funktionsketten, die Areale (durch die Ausfall- bzw. Kompensationsmuster) erkennen, die betroffen sind. Das ist nämlich gar nicht so einfach. Denn ein Areal einer Funktionskette ist auch Teil anderer Funktionsketten. D.h. nur durch die Analyse was geht, wie geht es und was geht nicht, müsste ableitbar sein, wo die genaue Ursache zu finden ist. Denn das ist dann die Schnittmenge dieser Funktionsketten.

Cool wär dann natürlich ein Programm, das Neurologen und andere Ärzte und auch die Patienten selbst dann verwenden könnten, wo sie Symptome und Ausfall- und Kompensationsmechanismen eingeben könnten und dann das oder die möglichen Funktionskettenaareale, die ursächlich dafür sein können, angezeigt bekommen würden und sie so neue Kompensationsstrategien von Mitbetroffenen ausprobieren und lernen können und damit wieder flexibler, zufriedener und selbstständiger leben können.

Dazu müsste das Programm aber erstmal mit der notwendigen Datenbasis gefüttert werden. Und dafür braucht man Patienten, die bereit sind, dabei mitzumachen.

Mit dem Ziel, dass die Patienten damit Workarounds, mögliche Kompensationstrategien und Workarounds aufgezeigt werden können. Neben der medikamentösen Unterstützung. Damit sie wieder mehr Lebensqualität und unabhängiger und freier leben können.

Da könnten sie vor allem von Menschen profitieren, die mit einer ähnlichen neurologischen Besonderheit geboren wurden und natürlich Kompensationsstrategien entwickelt haben. Kinder kompensieren anders als Erwachsene. Wenn man etwas noch nie hatte, wenn etwas noch nie so funktioniert hat , dann geht man sowas anders an!

Das sollte natürlich auch kein statisches System sein. Es müsste immer neuen Input von Betroffenen bekommen. Auf diese Weise würden viele unterschiedliche Sichtweisen und Kompensationsstrategien mit Krankheiten, Besonderheiten und Einschränkungen zu leben zusammengeführt werden. Das ist eine ungeheuer spannende Sache!

Die Frage ist: wie geht man sowas an? Wo findet man Betroffene, die da mitmachen bei so einer besonderen Lernplattform?

Also etwas, das alle Menschen gemeinsam haben, ist also die Unsicherheit. Und jeder Mensch geht anders damit um. Der eine sucht Zuflucht in Gemeinschaften(Vereine, Kirchen, Theatergruppen ....), der andere in Hobbies und Spezialinteressen, in Wissen, der andere schaut fern, der dritte streamt, der vierte feiert Parties, gehen Shoppen oder ist Fan einer Fussballmannschaft, andere suchen Zuflucht in der Arbeit oder in Routinen und Ritualen.... Damit lenken wir uns von dieser Unsicherheit ab. Es ist einfacher sich abzulenken, als sich der Unsicherheit zu stellen. Denn da muss man sich sich selbst stellen und mit den eigenen Ängsten auseinandersetzen.

Ein neues Wort gelernt: Ontogenese ist die Entwicklung eines (Einzel-) Organismus.

Heut nacht hat mich mein Hirn wieder mit Heureka! geweckt.
Da ist mir der Spruch am Rathenauplatz aus der U-Bahn in Nürnberg eingefallen. Den hab ich im Vorbeifahren oft gelesen.
"Denken heisst vergleichen.(Rathenau)"

Den hab ich jetzt ewig nicht mehr gesehen und auch gar nicht mehr dran gedacht. Ich wusste nicht mal, dass ich mir den gemerkt habe. Mein Hirn geht schon seltsame Weg.

Jetzt versteh ich, was damit gemeint ist. Nur wenn man Dinge vergleicht, lernt man neue Sichtweisen hinzu. Und nur durch neue Sichtweisen verändert und erweitert sich die eigene Sicht.

Also lernt man nur DURCH das Vergleichen!
Wenn ich einem anderen Menschen zuhöre, wenn er seine Meinungen und Erfahrungen mit mir austauscht und sie mit meinen bzw. den bereits von mir angesammelten anderen Sichtweisen vergleiche, entdecke ich Schnittmengen. Muster. Und gegensätzliche Sichten. Also etwas ganz neues dazu.

z.B. habe ich erst gelernt zu schätzen, was ich daheim habe, weil man mich weit weg (für mich zumindest) auf Reha und zur Schmerztherapie geschickt hat.

Eine Kollegin von mir, die ein Jahr im Ausland war, sagt jetzt weiss sie erst zu schätzen wie gut es uns in Deutschland geht. Das hat sie nur dadurch gelernt, dass sie mal woanders hin ist.

Auch neulich, wo meine Mama später als sonst heimkam und ich mir Sorgen gemacht habe, habe ich gelernt, das zu schätzen, was ich an ihr habe. Das ist einem im Alltag oft gar nicht bewusst. Es geht einem irgendwann verloren. Weil man sich daran gewöhnt hat. Dabei ist nichts davon selbstverständlich.

Derzeit macht mir wieder das Wetter zu schaffen. Ich bin unruhig und hibbelig. Die Sonne ist zu warm und zu hell. Die Geräusche zu laut und zu nervig. Die Gedanken schiessen in Wharp-Geschwindigkeit durch meinen Kopf. Ideen rumpeln im Sekundentakt durch meine Synapsen. Die Schmerzen sind unterirdisch. Wahnsinn! Dann scheint es so zu sein, dass bei einem zuviel an Reizen mein Hirn den Turbo eintschaltet. Bei allen Prozessen... des is fei a ned grod as gsündeste.

Soderla... jetzt hat mir noch eine zweite CRPSlerin mitgeteilt, dass ein Antibiotika bei ihrem CRPS , das gegen eine Entzündung im Darm verordnet worden ist, ebenso wie bei meiner Bekannten mit CRPS und Borreliose zu einer Besserung des CRPS geführt hat.

Studien dazu hab ich keine gefunden. Und auch meinem Fernschmerztherapeuten sind keine Studien zu CRPS und Antibiotika bekannt.

"Beim CRPS handelt es sich um eine sogenannte a-bakterielle Entzü,ndungsreaktion, an der keine Bakterien beteiligt sind. Darum spricht das CRPS auch nicht auf eine antibiotische Therapie an. Somit gibt es dazu sicher auch keine Therapiestudien - höchstens Verlaufsbeobachtungen, wenn jemand bei vorliegendem CRPS aufgrund einer anderen bakteriellen Erkrankung ein Antibiotikum bekommen hat."

Hm... das sind jetzt ganz schön widersprüchliche Aussagen. Zwei Sichtweisen, zwei Aussagen.

Und wenn das Antibiotikum nicht wegen der Wirkung sondern wegen der Nebenwirkungen bei CRPS eine Besserung bewirkt? Manchmal werden Medikamente (im Notfall) gezielt wegen ihrer Nebenwirkungen verabreicht. Zumindest erinnere ich mich mal davon gelesen zu haben, dass in bestimmten Fällen darauf zurückgegriffen wird.

Und welche könnte das jetzt sein? Grad mal recherchiert. Eins ist mir ins Auge gestochen. Blutdruckbfall. Das könnte passen... denn wenn CRPS physiologischen Stress und Anspannungsdauerzustand bedeutet, dann geht das ja auch mit einem höherem Blutdruck einher. Passt auch zur Reizbarkeit. Könnte dann nicht ein Blutdruckabfall ein Entspannen des CRPS bewirken? Versehentlich...

Jetzt hab ich mal Autismus und Antibiotikum in die Suchmaschine eingegeben. Und das hier gefunden:
"In einer früheren Studie gab man den Betroffenen einfach ein Antibiotikum, das die Darmflora eliminierte. Kurzfristig kam es sodann zu Verbesserungen - sowohl der Verdauungsbeschwerden als auch der Autismus-Symptome."

Das ist eine Gemeinsamkeit! Bei Autismus ist ebenso das Nervensystem übererregt wie bei CRPS. Das würde auch darauf hindeuten.

Es gibt auch Bestrebungen Antibiotika bei Depressionen einzusetzen. z.B. Hier. Was wäre wenn Depressionen, Autismus, CRPS alle auf ein übererregtes Nervensystem zurückzuführen sind? Irgendwas müssen sie ja dann gemeinsam haben, wenn sie auf Antibiotika ähnlich reagieren.

 
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Die Glaa Die Begegnung
30.05. bis 05.06. Hui!

Samstag: Mein Physiotherapeut hat versucht die Faszien an meinen Füssen und Beinen aufzudehnen. Das war eine sehr schmerzhafte Angelegenheit. Jetzt gibt er es auf. Gott sei Dank! Ich hab um Gnade gewinselt.

Er meinte dann immer: Ja, mir tun die Hände jetzt auch davon weh. Und hat weitergemacht. Das hat mich nicht besonders getröstet. Ich hab ihn gefragt, ob er ein Sadist ist. Da hat er nur gegrinst.
Sowas verklebtes wie mich hat er noch nie gehabt. Und dann hat er mit dem Kopf geschüttelt. Und jetzt weiss er, warum ich die Krücken brauche. Das ist doch schön.

Aber wenn das CRPS jetzt in meinen Füssen so schlimm ist, will es mir ja auch was sagen. Bzw. meine Füsse wollen das mit ihrer Steiffheit.

Nun stand ja in dem Buch über die unterschiedlichen Neurodiveritäts-Gehirne, dass der Sport erfunden wurde, dass Stresshormone abgebaut werden können.

Weil wir diese Hormone ja nicht mehr durch die Nahrungssuche und der damit verbundenen Bewegung, was ja früher mal unsere natürliche Haupttagesbschäftigung war, abbauen.

Heut fahren wir mit dem Auto zum Supermarkt und der Weg zum Kühlschrank ist nicht weit. Im Homeoffice ist der sogar noch gechrumpft. Und da die Bewegung im Homeoffice mit dem Arbeitsweg schrumpft, steigt der Stress. Und deswegen steigt der Nahrungsmittelkonsum und die Süßwarenindustrie freut sich auch.

Man hat zwar den Arbeitswegstress nicht mehr, aber man bewegt sich damit auch weniger.

Das sind also weitere Profiteure von Corona. Wir essen mehr. Weil wir mit Essen Stress abbauen. Ich hab auch zugenommen ;-) Mein Cortisolbäuchchen :)

Wer profitiert noch von Corona? Wohnmobile gehen weg wie warme Semmeln. Denn das sind ja die eigenen 4 rollenden Wände. Sie geben Sicherheit. Und deswegen ziehen sie viele dem Hotel vor. Man bleibt unter sich. 13 Dinger pro Tag verkauft ein Händler hier in der Region. Stand in der Zeitung. Wenn die gebeutelten Autohersteller jetzt auf Wohnmobile umrüsten täten und auf Mundschutzmasken, dann wären sie doch fein raus.

Und die Outdoor-Industrie profitiert auch. Woher ich das weiss? Ich war heut drin. Weil es ein neues Klettercomic-T-shirt gibt und das hab ich im Schaufenster gesehen. Und jetzt hab es mir geholt. Weil ich dachte, jetzt kannst Du von der Steuerrückerstattung auch den regionalen Händel unterstützen.

Und da hab ich den Ladeninhaber gefragt, ob er Corona spürt. Er ist positiv überrascht. Soviele Schuhe wie seit der Ladenöffnung hat er schon lange nicht mehr in einem Monat verkauft. Auch Hosen und Hemden gehen, weil die Leut seit Corona zugenommen haben und dann die alte Hose und das Hemd zwickt. Und jetzt wollen sie sich bewegen. Und das machen sie dann halt in der Region. Wenn's ned fortfahrn könna.

Corona macht also durch die Stresshormone dicker, aber auch bewegter.

Und jetzt sind wir auch schon wieder da, wo Streshormone durch Sport abgebaut werden. Aha. Dann hat Fussball also nicht nur eine sicherheitsgebenden und sozialen Charakter (wenn man selber spielt) sondern dient auch dem Stressabbau.

Mit dieser neuen Sichtweise auf den Sport und auf mein Cortisolbäuchlein und auf meine steiffer werdenden Dystoniefüsse hab ich mich heut entschlossen, diesen Stressabbau anzugehen. Also wenn meine Füsse immer steiffer werden, dann wollen sie sich offensichlich zum Stressabbau bewegen. Denn die Ursache der Versteifung ist die immere schmerzhafter werdende Muskelanspannung. Und die führt dann dazu, dass die Füsse nicht mehr mit genug Nährstoffen versorgt werden können und dass die Flüssigkeit (Lymphe) nicht abtransportiert werden kann. Denn das kann nur in einem entspannten Muskelzustand passieren.

Spazierengehen und Besorgungen und zur Ergo und Physio laufen allein reicht anscheinend nicht. Also bin ich heut auf den Crosstrainer gestiegen. Ich hab das Fenster aufgemacht. Dann ist es fast wie draussen. Der Crosstrainer hat zwei Vorteile: er hat Stecken. Also kann ich mich gut festhalten, was bei mir notwendig ist. Und: ich kann jederzeit aufhören. Das könnte ich ja draussen nicht. Wenn ich nicht mehr kann und zu weit von daheim weg bin, dann hab ich ein Problem. Dieses umgehe ich so. Steckerleslaafen amol andersch.

Ich stelle den Crosstrainer auf leicht und gehe es langsam an. Werd ich zu schnell und übertreibe, dann dreht nur mein Nervensystem auf und schüttet Stresshormone aus. Weil es denkt, ich bin auf der Flucht. Also muss ich darauf achten einen langsamen angenehmen Rhythmus zu finden. Und dann schau ich nicht auf die Uhr und auch sonst nix. Sondern beobachte meine Muskeln, die Anspannung und die Schmerzen lassen beim Laufen nach. Geil! Angenehm! Wie damals bei den Bauchkrämpfen als ich noch meine Periode hatte! Dasselbe Prinzip.

In diesem Rhythmus kann ich ewig laufen. Ich nehme wahr, wie und wo sich abwechselnd in meinem Körper die Anspannung löst. Und meine Gedanken ziehen an mir vorbei wie Wolken am Himmel.Schön. Das ist wie bei der Meditation. Ein sch&oumL;nes Gefühl. Ich könnte ewig so weitermachen... Ein Trancezustand wie beim Meditieren jetzt beim Laufen... Wie beim Flowzustand wenn ich Comics zeichne oder schreibe... Ist das das Runners High? Dann ist das ja alles ein und dasselbe. Einfach glücklich und zufrieden im Hier und Jetzt sein und den Moment geniessen.

Und da fällt mir ein, genau das hab ich ja damals mit dem Gipsarm gemacht! Da bin ich auch auf den Crosstrainer, weil ich diese Unruhe in mir gespürt hab. Und auf Reha hab ich mich so darüber gefreut, dass die einen Crosstrainer hatten, dass ich mich an dem 2 Stunden lang abreagiert habe. Ich war im Flow. Leider hat das niemand erkannt. Also dass mein Nervensytem hier Stresshormone abbauen musste. Mit so einer Aktion fällt man auf. Man irritiert die Menschen. Nur leider wurde es nicht als Stärke und Copingstrategie erkannt. Das ist schade. Ich glaube, es ist mir sogar zum Verhängnis geworden. Weil ich zuviel gemacht habe. Nur für mich war das immer noch nicht genug. Das wusste leider damals keiner. Dann hab ich ja immer das gemacht, was ich gebraucht habe! Cool! Unbewusst. Siggsdes!

Apropos... das mit dem Rhythmus vom Laufen gibt es ja auch so ähnlich beim Handarbeiten oder Handwerk. Auch beim Stricken (2 rechts, 2 links oder 2 Maschen blau, 2 weiss im Mustrrapport) oder beim Knüpfen, Weben oder Korbflechten gibt es so einen Rhythmus. Auch da gerät man in diesen Flowzustand. Dass man immer weiter stricken könnte.... Man geht ganz in seiner Tätigkeit auf.

Ach deshalb werkeln wir wie die Weltmeister am Wochenende im Garten oder am Haus herum! Weil wir da auch Stresshormone mit diesem Flowzustand abbauen können. Aha: deswegen profitieren Baumärkte von Corona. Und die Do-it-yourself-Szene bestimmt auch. Mundschutz selber nähen ist ja schon ein Trend geworden.

Dessous sind in Coronazeiten nicht gefragt. Obwohl ich das nicht ganz verstehe. Denn auch sexuelle Betätigung baut Stress ab. Vielleicht hat sich das ja noch nicht bis in den Dessousladen rumgesprochen. Auch da verbrennt man Kalorien. Der Laden macht nämlich zu, weil die Kunden ausbleiben.

Vielleicht liegt es an der mit den Stresshormonen verbundenen Ungeduld. Also, dass man sich das Auspacken und Verpacken spart. Das mach ich ja mit Geschenken auch so. Weil ich das mit den Händen auch gar nicht mehr hinbekomme.

Und warum soll ich Geld in eine Verpackung stecken, die dann sowieso in der Ecke liegt? Stresshormone machen pragmatischer. Direkter. Das könnte eine Erklärung sein.

Ich bin mal gespannt wieviele Coronababies es ab Dezember gibt. Ob die Zahl steigt? Wahrscheinlich schon.

Das nächste Experiment ist auch schon im Gange. Und ihr seid die Versuchskaninchen. Dazu habt Ihr Euch freiwilllig gemacht. Also diejenigen, die verreisen. Da bin ich gespannt, ob im Anschluss dann die Coronazahlen wieder steigen. Weil ich glaube, dass die durch Stress ansteigen. Und Reisen ist ja Stress. Wenn ich schon ans Packen und Auspacken denke!

Das merkt Ihr ja an dem ein oder anderen Kollegen, der nach dem Urlaub krank wird. Und das ist dann Erholung?

Ich frag mich eh, ob Coronaviren nicht vielleicht wie Herpesviren funktionieren, die erst bei Stress ausbrechen. Also vielleicht haben wir die alle schon intus und das Virus bricht erst aus, wenn wir Stress haben.

Warten wir mal die Nach-Urlaubszahlen ab. Ich finde halt verdächtig, dass in Altenheimen, die ja extrem abgeschottet wurden, auf einmal Krankheitsfälle ausbrechen. Auch hier im Altenheim ums Eck war es so.

Da würde es eher Sinn ergeben, dass der Virus durch den Stress, der durch dieses Eingesperrtsein und Besuchsverbot entsteht, der in den Menschen schlummert, ausbricht.

Also was wäre, wenn der Virus die ganze Zeit schon da war? Aber halt ned aktiv. Und erst durch die Umstände und Umgebung aktiviert wurde?

Ist nur eine Theorie. Nix gwiess was mer ned. Aber des weiss mer sicher, dass mer nix weiss.

Mein Kollege meinte, er bleibt jetzt auch erstmal im Homeoffice, weil er nicht ins Grossraumbüro möchte. Denn er hat gelesen, dass in offenen Räumen die Ansteckungsgefahr am größten ist.

Das wäre auch für meine Theorie schlüssig, weil viele Menschen in einem Raum ja auch Stress bedeuten. Jeder Mensch sendet ja Reize aus. Und viele Menschen sind dann viele Reize. Also Stress.

Das weiss ich weil ich Autist bin und mir Menschenmengen wegen der Reizflut unangenehm sind. Ich vertrage Menschen nur in homöpathischen Dosen.

Ich bin also gespannt, was die Wissenschaft so alles herausfindet. Nachher sind wir schlauer. Das ist man ja immer.

Die Stimmen der Mundschutzgegner werden immer lauter. Abstand reicht. Kann das auch verstehen, weil das Ding doch auch eine Reizquelle ist. Und jetzt im Sommer wird es noch unangenehmer mit dem Ding rumzulaufen oder zu arbeiten.
Da gewinnt man ganz neuen Respekt vor Ärzten und Pflegekräften, bei denen diese Dinger zur Berufsbekleidung gehören. Ich könnt das nicht aushalten. Respekt!

Sonntag: Ich hatte ja neulich meine Kolleginnen mein Problem mit dem ins Nichts fahren geschildert und sie hatten mir dann angeboten mich von der Haltestelle abzuholen und wieder hinzubringen.

Das fand ich sehr schön und es hat mich ungemein beruhigt. Ich habe mich also auf diesen Tag gefreut anstatt mich davor zu fürchten. Weil ich mich auf meine beiden Kolleginnen gefreut habe und darüber, dass sie so entgegenkommend und lieb waren.

Früher wäre ich vor lauter Amygdalaamoklauf nicht mal auf diese Idee gekommen. Einfach mein Gefühl mitzuteilen und mein Problem zu schildern. Ich konnte dadurch an das Gefühl meiner Kollegin andocken. Denn als ich das erklärt habe, hat sie zugegeben, dass sie sich auch oft verfährt, wenn sie neu wohin muss.

Ich konnte also an ihr Gefühl andocken. Weil ich eine Gemeinsamkeit in den Unterschieden zwischen uns gefunden habe. Und das war sehr erfreulich. Es war ein toller Tag. Es war trotzdem anstrengend aber so wurde Stress abgebaut und vorgebaut. Und das ist toll. Ich fühlte mich verstanden. Und sie verstand mich. Das ist etwas wunderschönes.

Hier fand Kommunikation auf derselben Sende- und Empfangssequenz statt. Das ist nicht selbstverständlich. Eher die Ausnahme als die Regel.

Warum und wie ist es uns gelungen? Durch die beiderseitige Offenheit und Ehrlichkeit. Durch Authentizität. Durch Vertrauen.

Ist die Amygdala im Amoklauf, dann tut man sich ungemein schwer jemandem zu vertrauen. Es geht einfach nicht. Man will dann alles selber machen, selber die Kontrolle haben. Denn so kann man Stress entgegenwirken. Da man in diesem Amygdalamodus auch nicht offen ist (weil man ja angespannt statt entspannt ist), ist man auch für mögliche Alternativen, Optionen blind! Man macht alles mit sich selbst aus. Offenbart sich nicht. Man misstraut sich selbst. Und dann kann man auch keinem anderen vertrauen.

Früher hab ich also nichts gesagt und grosse Ängste ausgestanden. Meine Gedanken liefen Amok und waren Katastrophisierungsweltmeister. Das kann ich auch heute noch gut, wenn das Wetter umschlägt und die Reize zuviel werden.

D.h. ich habe mir ausgemalt, was alles schiefgehen könnte. Damit befeuert man den Amygdalaamoklauf noch! Man giesst also noch Öl ins Feuer. Aus einem Funken des Zweifels ensteht so ein Grossbrand.

So bin ich vorher oft im Probelauf an Orte gefahren, wo ich hinmusste. Einfach um dann im Ernstfall zu wissen, wo ich hin muss. Das geht natürlich nur, wenn das in der Nähe ist. Ein Probelauf der Fahrt nach Mannheim ging nicht. Doch auch da, hab ich über Google Earth und den ÖPNV schon vorher Plan A bis Z und Umgebungspläne ausgedruckt.

Wenn ich ausser der Reihe fortfahre oder wo länger nicht war, muss ich das planen wie einen Feldzug. Ich brauche auch immer noch Reservepläne. Weil ein Hirn im Amygdalamodus nicht flexibel auf Veränderungen reagieren kann.

So bin ich eben immer zu früh bei Verabredungen. Was ich da schon auf diverse Mitmenschen warten musste. Heute würde ich das eher kommunizieren. Dass ich eher zu früh dort bin, und wenn die anderen mit zu grosser Verspätung eintreffen, ich mir Sorgen mache... und Katastrophen ausmale, was schiefgelaufen sein könnte. Wenn ich das tue, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Treffpartner pünktlicher kommt. Zumindest wenn seine Amygdala es zulässt.

Ich habe meine Kolleginnen gefragt, ob das nicht zuviel von ihnen verlangt ist, dass sie mich abholen. Das haben sie ja von sich aus angeboten. Und ich wusste, dass sie ohnehin schon viel Arbeit haben und wollte ihnen nicht zur Last fallen. Eine überaktive Amygdala macht einen nämlich lasterhaft. Also zur Last. Man fühlt sich minderwertig und hat wenig Selbstvetrauen. Man tritt nicht für die eigenen Belange ein bzw. macht schnell Rückzieher und zweifelt ständig an sich.

Eine Stärke einer überaktiven Amygdala ist, man ist gut darin an sich zu zweifeln. Man traut sich selbst nicht und man traut sich nichts zu. Und wenn man sich nicht traut, dann misstraut man auch den anderen. Das spiegelt sich. Was man aussendet, das bekommt man auch zurück.

Sie sagten: Nein. Das ist nicht zuviel verlangt. Es wäre nur zuviel verlangt, wenn ich nichts dazulernen würde und dies z.B. täglich und andauernd brauchen würde.

Sie führten das Beispiel einer Kollegin an, die Angst vor Spinnen und Aufzügen hatte. Anstatt selbst die Zimmerbuchung (Ebenerdigkeit) bei Kongressen und Ausserhausterminen zu übernehmen, hat sie immer erwartet, dass sich andere darum kümmern und daran denken. Und ihr Zimmer liess sie immer von den Kollegen auf Spinnen untersuchen. Sie gab also die Verantwortung für ihre Bedürfnisse und Gefühle an andere ab. Damit machte sie sich von anderen abhängig und blieb hilflos. Denn sie lernte ja nicht für ihre Gefühle Verantwortung zu übernehmen. Sie lernte nicht dazu.

Im Gegenteil: wurde im Eifer des Gefechts von dem Kollegen, von dem sie sich abhängig machte, ihr Bedürfnis nicht erfüllt, z.B. einfach weil er, sie es vergessen hat und nicht hellsehen kann oder es ihm zu anstrengend war, dann wurde sie wütend. Weil Hilflosigkeit erst irritiert, dann frustriert und dann wütend macht.

So fügte sie sich also selbst Stress zu. Der kam dann noch zur ohnehin amoklaufenden Amygdala (Ängste) hinzu. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Die Kollegen wussten dann oft gar nicht, was sie jetzt schon wieder hatte... Wieso geschehen diese Missverständnisse? Weil erstens die Kollegen nicht hellsehen können und zweitens, weil man mit amoklaufender Amygdala sich selbst nicht vertraut, man traut sich keine Kompensationsstrategien zu, man traut sich nicht sich seinen Ängsten zu stellen. Und das strahlt man aus und bekommt es zurückgespiegelt. Weil man das Verhalten das man aussendet auch wieder zurückbekommt.

Ich kann diesen Zustand nicht ertragen. Weil er die Amygala befeuert. Also übernehme ich so schnell es geht die Verantwortung für mich und mein Gefühl. Ich ziehe mich zum Nachdenken zurück (mal kürzer oder bei der CRPS-Geschichte auch länger), versuche die Situation zu erfassen und zu analysieren und zu verstehen, um dann eine Lösung zu entwickeln.

Und dann greife ich an. D.h. ich stelle ich der Gefahr. Ich glaube ansonsten würde es mich nicht mehr geben. Wahrscheinlich ist es das, was man den Mut der Verzweiflung nennt.

Damit bin ich immer gut gefahren. Bisher hab ich alles mit mir selbst ausgemacht. So wie meine Mama auch immer. Das weiss ich noch nicht so lange. Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, anderen meine Gefühle und mein Problem zu schildern, geschweige denn sie um Hilfe zu bitten.

Eine amoklaufende Amygdala tut sich nämlich sehr schwer damit andere um Hilfe zu bitten. Weil sie ja auch nicht denken kann. Daher fällt es auch so schwer zu sagen, was man braucht und was man sich wünscht. Dafür muss man die Amygdala erstmal runterregeln und nachdenken. Und das ist einfach mit einer amoklaufenden Amygdala sehr schwer. Sie kann nicht lernen!

Ich hatte diese Nachdenk- und Lösungsstrategienfindung schon immer praktiziert. Das ist also eine meiner Stärken. Es war mir nur nicht bewusst. Und meine Gr&uumL;belei und das Nachdenken, wurde irrtümlich als Gedankekreisen und etwas negatives von einer Psychologin interpretiert. Heute verstehe ich das: Sie hat ihre Sicht auf die Welt auf mich projeziert. Denn sie kann ja nur mit ihrer Sicht auf die Welt versuchen meine zu verstehen.

Was sie nicht wissen konnte, war , dass ich die Welt ganz anders wahrnehme. Dass ich nicht mal ein weibliches Gehirn wie ihres habe. Sie hat also Dinge in mein Verhalten und meine Sachaussagen hineininterpretiert, die ich so nie getan oder gesagt habe.

Inzwischen verstehe ich das. Das kann man nur verhindern, indem man jede Sichtweise jedes Menschen als individuelle und dessen Wahrheit die Welt zu sehen anerkennt. Denn sie ist genauso wahr wie die eigene. Sie ist durch Erfahrung und die Umgebung und die Gene entstanden. Es gibt keine Norm oder objektive Sichweise der Welt. Das ist eine Illusion!

Weniger Missverständnisse würde es also geben, wenn die Meinung und Sichwweisen von anderen einfach als deren Wahrheit akzeptiert. Als gleichwertige zu der eigenen. Denn so kann man dann aus den Sichtweisen der anderen ihre Art und Weise die Welt zu sehen erlernen und seinen Gesamtblickwinkel erweitern.

Dabei gibt es kein falsch oder richtig. Es gibt nur unterschiedliche Sichtweisen, die geprägt sind von der Erfahrung, vom Umfeld, von den Genen jedes einzelnen.

Und es gibt auch nur eine gesunde Lösung wie man mit Irritationen, Frust und Wut umgehen kann. Sie wahrnehmen, das Gefühl und das Bedürfnis dahinter identifizieren, annehmen und sich drum kümmern und dafür Verantwortung zu übernehmen.

Das kann erstmal dadurch geschehen, dass ich nachsichtig zu mir bin, dem Gefühl auf den Grund gehe (Trigger identifiziere) und es akzeptiere ohne es zu bewerten. Und liebevoll und nachsichtig mit mir umgehe. Das nimmt mir den Stress.

Zweitens kann ich dem anderen Rückmeldung geben, dass und warum ich irritiert, frustriert oder wütend bin. Aus der ich-Perspektive.

So gebe ich dem anderen die Möglichkeit darauf zu reagieren. Denn es kann sein, dass er weder meine Irritation, Frustration noch meine Wut wahrgenommen hat. Bei mir dauert es ja eh länger, bis ich mir dieser Gefühle überhaupt bewusst bin. Wie soll dann ein anderer diese identifizieren können? Auch weil viele Menschen , vor allem Frauen (aufgrund des Rollenbilds) Wut unterdrücken. Hellsehen kann kein Mensch!

Das heisst nur, wenn ich klar sage, wie es mir geht und warum und damit Verantwortung für mich und mein Gefühl übernehme, hat der andere eine Chance dies überhaupt zu bemerken und sich zu erklären. Denn in den meisten Fällen wird es sich aus meiner Erfahrung um ein Missverständnis handeln. Ein Kommunikationsproblem. Weil wir nicht aneinander andocken können. Wir missverstehen uns. Das passiert umso häufiger je mehr verunsicherte Menschen (Zweifler, Misstrauen) aufeinandertreffen. Oder einfach unterschiedliche Denkweisen. z.B. die männliche und die weibliche.

Ich verstehe nur Dinge, die man mir direkt sagt. Also reine Sachaussagen. Und ich spreche auch nur in der Sprache der reinen Sachaussage. So wie ich es sage, meine ich es auch.

Viele Frauen scheinen eine Art codierte Sprache zu sprechen. Die kann ich leider nicht decodieren. Sie reden in Rätseln. Sie reden in indirekter Kommunikation. Und dann erwarten sie, dass männlich konfigurierte Gehirne, die nur die Sachebene decodieren können, diese verstehen.

Da Frauen in unserer Gesellschaft Wut nicht zugestanden wird (warum um HImmelswillen?! Das ist total ungesund alles in sich hineinzufressen), drücken sie sie anscheinend als Copingstrategie in indirekter Kommunikation aus. Genauso gut könnten sie chinesisch reden.

Ich verstehe diese Sprache nicht! Sagt doch bitte einfach was Ihr braucht und Euch von mir wünscht. Tut Ihr das nicht, dann habe ich keine Ahnung, dass Ihr wütend seid. Im besten Fall (und dazu muss ich entspannt sein und dann gelingt es meinem präfronteralen Kortex auch nur mit zeitlicher Verzögerung) nehme ich eine Irritation wahr. Die Anspannung in Euch. Ich habe damals auch nicht bei meiner Mama erkannt, dass sie wütend war. Ich hatte nicht die leiseste Ahnung, was ich falsch gemacht habe. Sagt es doch einfach! Ich kann doch nicht hellsehen!

Vielen Ehemännern geht es genauso. Denn ihr Gehirn funktioniert ähnlich wie meines. Deswegen verstehe ich mich mit den meisten Männern besser als mit Frauen. Weil wir dieselbe Sprache sprechen. Weil die meisten direkt kommunizieren.

Ein Beispiel für das nicht Offensein für Optionen kann ich Euch auch erzählen. Einmal kam der 203er nicht. Also bin ich in den 205er gestiegen. Da kam uns dann auf der Fahrt der 203er entgegen. Ich geriet in Panik. Scheisse. Hätt ich nur länger gewartet...

Dann drückte ein anderer Fahrgast auf den Stop-Knopf und erst dann dämmerte mir, dass ich ja an der nächsten Haltestelle umsteigen konnte... Seht Ihr? Betriebsblind dank Amygdala.

D.h. ich habe diese Woche gelernt,dass es vollkommen okay ist, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen und sie klar und offen zu kommunizieren. Denn nur so hat das Gegenüber die Möglichkeit mich zu verstehen und mein Problem nachzuvollziehen. Und wie in meinem Fall sich sogar damit zu identifizieren. Und erst dadurch hat mir das Gegenüber Hilfe angeboten. Die ich dann nicht (wie sonst mit übererregter Amygdala aus Kontrollgründen: was passiert, wenn sie mich vergisst abzuholen? ....) ablehnte sondern annahm. Ich hatte also Selbstvertrauen in mein Handeln und bekom Vertrauen zurück. Und so konnte ich meinem Gegenüber vertrauen und sein Angebot annehmen. Es wirkte so dem Stress entgegen. Und ich denke, dass dadurch auch Oxytocin und Serotonin ausgesschüttet wurden. Denn auf einmal hatte ich keine Angst mehr, sonder freute mich auf die Fahrt.

Und ich habe auch gelernt, dass es vollkommen okay ist um Hilfe zu bitten, solange das nicht zur alleinigen Copingstrategie wird. Wenn ich mir angewöhne mich immer auf andere zu verlassen, dann bedeutet das, dass ich mir selbst nichts zutraue. Also misstraue ich mir. Das sende ich dann auch aus. Und bekomme es zurück.

Ausserdem mache ich mich von anderen abhängig. Ich erlerne also die Passivität. Erlernte Hilflosigkeit nennt man das. Damit steigert man langfristig das eigenen Stresslevel und die amoklaufende Amygdala. Und zwar nicht nur die eigene sondern auch die des Umfelds. Weil sich das spiegelt. Was ich aussende, das bekomme ich auch zurück.

Denn jemand, der immer auf die Hilfe von anderen pocht und sich drauf verlässt, ist für sein Umfeld immens anstrengend. Und kostet das Umfeld wahnsinnig viel Energie. Deshalb sind solche Menschen dann oft sehr einsam. Denn das hält man nicht lange aus.

Mit meiner Autistenfreundin geht es mir genauso. Ich hab sie sehr gern. Doch sie hat gelernt, sich auf andere zu verlassen. Sie würde sich jeden Tag wieder verlaufen. Ich versuche mir den WEg zu merken und gehe ihn zurück selbst. So kann ich ihn mir merken, habe aber durch die Begleitung die Sicherheit, das ich nicht allein bin.

Ausserdem male ich mir den WEg dann nochmal auf. D.h. ich wende Copingstrategien an, um beim nächsten mal alleine zurechtzukommen. Ich lerne also.

Meine Bekannte kann das nicht. Sie macht das nicht absichtlich. Ihre Amygdala lässt nicht zu, dass sie neue Copingstrategien lernt. Denn lernen kann man nur, wenn man sich wohlfühlt und entspannt ist. Das eine schliesst das andere aus.

Ich hatte noch ein Missverständnis durch indirekte Kommunikation und unterdrückte Wut. Nein, nicht die meine.

Ich war bei einer Bekannten in einem Gesundheitskurs und sagte als ich bezahlte, dass sich das komisch anfühlt dafür zu bezahlen. So wie ich es auch komisch finde Kirchensteuer zu bezahlen, um mit dem lieben Gott sprechen zu d6uuml;rfen. Auch weil es so ein wie ich dachte freundschaftliches offenes Verhältnis war.

Das war vor über einem halben Jahr. Ich hatte hier nur eine Sachaussage über mein Gefühl gemacht. Ich hatte auch noch nie so einen besonderen , komischen Kurs. Das war was ganz besonderes. Er war so besonders, dass ich es seltsam fand ihn mit Geld zu bezahlen. Weil es ihm nicht gerecht wird. D.h. ich habe ihn sehr wertgeschätzt.

Erst jetzt hat sie mir geschrieben, dass sie diese Aussage verletzt hat. Weil sie sich nicht wertgeschätzt fühlt. Sie hat in meine Aussage hineininterpretiert, dass der Kurs nichts wert ist. Also genau das Gegenteil von dem, was ich aus meiner Sicht gesagt hatte. Meine Aussage hat sie also wütend gemacht.

Ich hatte nicht die leiseste Ahnung. Denn sie hat nichts gesagt. Ich verstehe auch nicht, dass sie es nicht gleich getan hat. Denn dieses Missverst&aumL;ndnis hätte sich leicht aus der Welt räumen lassen.

Zumal ich ihr ja erklärt habe, dass ich mit meinem Autismus und dem männlichen Gehirn keine indirekte Kommunikation verstehe. Wenn es mir nicht gepasst hätte, dann wäre ich ja gar nicht erst hingegangen. Ich hätte es offen und ehrlich gesagt.

Ich war offen und habe einfach mein Gefühl in Worte gefasst. Das hatte nicht das geringste mit ihr zu tun. Meiner Offenheit begegnet sie nun mit Misstrauen.

Das passiert mir oft. Das ist nicht schön, wenn Du unbewaffnet mit erhobenen H&aumL;nden auf andere zugehst und sie stechen dann von hinten mit dem Messer auf Dich ein.

So fühlt sich dieses Misstrauen, das einem da entgegenschlägt nämlich an. Ich komme in Frieden und ihr attackiert mich. Weil er sich von mir angegriffen fühlt. Dabei stehe ich mit erhobenen Händen da. Und habe keine Ahnung, was ich angestellt habe. Der andere interpretiert seine Sichtweise in meine Worte hinein. Ich kann aber nicht hellsehen!

Inzwischen tu ich mir leichter damit, weil ich den Mechanismus verstehe. Es wird mir immer wieder passieren, weil ich nun mal so bin wie ich bin. Und mein Hirn nunmal nicht anders funktioiniert. Ich muss die Dinge analysieren mit Logik um sie zu verstehen. D.h. ich kann die Verantwortung für mein Gefühl, mein Bedürfnis und meine Meinung und Sichweise übernehmen.

Was ich nicht tue, ist die Verantwortung für das Gefühl des anderen zu übernehmen. Es gab Zeiten, da hatte ich dieses Art von Schuldbewusstsein so internalisiert, dass ich mich für lales und jedes schuldig fühlte. Schon allein für meine Existenz. Das ist inzwischen vorbei. Und ich arbeite weiter an mir.

Wahrscheinlich entstehen so viele Kriege: durch Missverständnisse. Weil man indirekt kommuniziert und die Verantwortung für die eigenen Gefühle auf den anderen abläd und ihm die Schuld gibt.

Ich kann das Verhalten trotzdem verstehen, weil ich ja auch nicht davor gefeit bin. Es ist menschlich. Auch wenn ich angespannt bin, kann mir sowas passieren. Wenn ich unsicher bin und an mir zweifle. Dann gehe ich sehr hart mit mir ins Gericht. Und das passiert, wenn die Amygdala Amok läuft. Ich zweifle an mir und sende das auch auf mein Umfeld aus. Und das bekomme ich dann auch zurück.

In dem Buch "Speak out! Die Kraft der weiblichen WLut" wird die These aufgestellt, dass diese Art mit Wut umzugehen, den Rollenbildern zuzuschreiben ist.

Wütende Frauen gelten als hysterisch oder haben einen Badscher. Sie verwirren Ihr Umfeld..Weil sie nicht so reagieren, wie das Umfeld das erwartet.

Deshalb hätten sich Frauen angewöhnt bzw. bekommen schon Mädchen anerzogen ihre Wut zu unterdrücken. Da diese Wut sich nicht auflöst, staut sie sich auf. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Es gibt sicher auch Männer, die dieses Verhalten zeigen. Das ist ungesund.

Doch bei der Männerrolle ist Wut akzeptierter. Sie haben es leichter solche Gefühle loszuwerden. Denn hier werden sie nicht negativ sondern positiv bewertet.

Also sind wir wieder bei der Bewertung von Gefühlen und Erwartungen. Etikitten. Binäres Rollenbild. Wir sollten es einfach abschaffen. Es schadet doch mehr als es nützt!

Wut und Schmerz werden Frauen abgesprochen. Sie sind doch so hübsch und geschminkt. sie können gar keine Schmerzen haben. Deshalb werden Frauen oft nicht ernst genommen und auch fehldiagnostiziert. Die Folge kann tödlich sein.

Weil Schmerz und Wut (sie gehören übrigens zusammen, Schmerz macht wütend, Wut macht Schmerzen weil ja da die Muskelanspannung zunimmt), bei Frauen in der Mimik schlecht abzulesen sind. Sie wird gar nicht erkannt. Ich denke auch weil man Frauen unbewusst beibringt, sich zurückzustellen und für andere zu sorgen.

So bekommen Frauen nach Operationen deutlich weniger Schmerzmittel als Männer. Im Buch stand dass sie sogar anstatt Schmerzmitteln, Beruhigungsmittel bekommmen. Beruhigungsmittel helfen aber nicht gegen Schmerzen. Sie dämpfen nur die Wahrnehmung.

Das würde auch zu meinen Erfahrungen passen. Wenn ich sagte, dass ich Schmerzen habe, dann fühlte ich mich selten ernst genommen, und bekam Hilflosigkeit zurück. Das hat mich sehr verwirrt. Ich war sehr wütend bei den ersten Gutachten. Und damit hab ich mein Umfeld auch w&uumL;tend gemacht. Die Wut wurde aber nicht als das erkannt was sie war. Die Folge des Schmerzes.

Das sind faszinierende Einsichten.

Ist dann die indirekte Kommunikation von Frauen eine Copingstrategie für die unterdrückte Wut? Sie funktioniert nicht! Weil sie mit männlicher Denkweise nicht kompatibel ist. Deswegen verstehen viele Ehemänner nicht, ja merken oft nicht mal, dass und warum ihre Frau wütend ist!

Wenn es so nicht funktioniert, warum sagt Ihr es ihnen denn nicht einfach direkt?
"Ich bin wütend, weil...."
Das würde viele Missverständnisse und Frust und Wut und Krankheiten und Scheidungen mit den Folgen für die Kinder verhindern. Es würde das Leben sehr viel einfacher machen, wenn wir einfach sagen, was los ist.

Jemand, der seine Wut offen zeigt, kommt viel eher ans Ziel. Diese Erfahrung hab ich auch gemacht.
Es ging um das Unfallversicherungsgutachten. Der Auftrag dazu lag über einem Jahr im örtlichen Krankenhaus herum. Ich bekam drei Termine, an denen ich mir frei nahm, die dann alle immer kurzfristig (am Termintag) abgesagt wurden. Das machte mich wütend. Ich verstehe wenn einmal etwas dazwischenkommt, aber selbst dann erwarte ich, dass man mir rechtzeitig Bescheid gibt und absagt. Das erste mal war ich auch noch geduldig. Aber dreimal! Das war zuviel. Zumal jetzt schon ein ganzes Jahr vergangen und nichts passiert war.

Ich bin ein sehr geduldiger Mensch. Meistens. An dem Tag bin ich geladen ins Krankenhaus marschiert. Am Tresen am Eingang erklärte man mir dann, dass der heutige 3.te Terminversuch kurzfirstig abgesagt werden musste. Und da bin ich explodiert. Vor Wut! Ich bin laut geworden und habe geschrien:"Das können Sie nicht mit mir machen! Ich bin doch ned Ihr Depp! Ich wll den Chef sprechen!"

Daraufhin wurde es mucksmäuschenstill. Alle vermieden den Blickkontakt.

Den Chef holte sie dann. Sie bugsierten mich dann in ein Nebenzimmer. Ich hatte mich inzwischen etwas beruhigt und verlangte eine Erklärung und eine Lösung. Ich bekam weder eine Entschuldigung (ich hatte mir immerhin 3 x umsonst für dieses Kasperletheater freigenommen! ) noch war der Chefarzt für eine gangbare Lösung offen. Ich wäre es immer noch gewesen. Ich wurde wie ein kleines Kind behandelt. Ich dachte, das liegt an meinem Autismus. Aber inzwischen denke ich, dass es vielen Frauen so geht. Dass es mit der Frauenrolle und dem Frauenbild zu tun hat.

Das finde ich sehr erschreckend!

Wie endete nun das Gespräch? Es kam zur Eskalation. Denn der Chefarzt nahm mein Verhalten persönlich. Dabei ging es mir ja nicht um ihn sondern um die Art und Weise wie man mich behandelt hatte.

Er sagte:"Wir haben nur einen Orthopäden und der ist nicht da. Wir machen am Montag einen neuen Termin."
Als ich mich darauf nicht einlassen wollte (ich hatte mich lang genug verarschen lassen) und sagte:"Wenn Sie keine Zeit dafür haben Gutachten zu machen, dann dürfen Sie sie halt nicht annehmen. Ich will ihren Chef sprechen."
Bekam ich als Antwort ein süffisantes Lächeln:"Ich bin der Chef."
Darauf ich nur noch geladener:"Dann geh ich zur Verwaltung und beschwer mich über Sie."
Daraufhin drehte er sich um, flatterte mit seinem weissen Kittel davon und sagte:"Wir legen keinen Wert auf Ihr Gutachten."
Ja, das hab ich inzwischen auch gemerkt und antwortete wütend:"Ich auch nicht." und stürmte in Richtung Verwaltung davon.

Dort hab ich mich dann beschwert. Der Verwaltungsmensch wollte mich informieren, es sollte eine Stellungnahme dazu geben. Ich habe nie wieder etwas davon gehört. Allerdings hat mir eine Bekannte erzählt, dass sich wohl auch andere beschwert haben und das dann zur Folge gehabt hat, dass auch andere Versicherungen reagiert haben.

Ich habe das Problem selbst in die Hand genommen und anderweitig gelöst. Ich habe dne Auftraggeber angerufen und ihm erklärt, dass wenn er das Gutachten weiter dort liegen lassen würde, wir beide schon lange tot, verwest und zu Staub zerfallen sein werden, wenn er das Gutachten weiterhin dort belässt. Ich brachte als Gegenvorschlag und ALternativlösung, dass das Gutachten ja mit dem BG-Gutachten in einem Rutsch mitgemacht werden könne. Da hat die Versicherung den Auftrag im hiesigen Krankenhaus zurückgezogen.

Ich sag ja: es gibt immer einen Weg. Und nur durch die Wut habe ich den Mut gefunden so aufzutreten und das anzugehen. Ich bin über mich hinausgewachsen. Ehrlicherweise hätte ich mir selbst sowas gar nicht zugetraut. Erstannlich wie einen Wut beflügeln kann.

Ich frage mich allerdings jetzt, ob sich der Chefarzt genauso verhalten hätte, wenn ich ein Mann gewesen wäre. Vermutlich nicht. Denn ein wütender Mann wird ernst genommen. Eine wütende Frau nicht. Und das finde ich sehr traurig und auch sehr bedenklich. Dass das in den heutigen Zeiten noch passieren kann.

Inzwischen ist dieser Arzt im Ruhestund. Auch wenn er einen harten Tag hatte, rechtfertigt dies in keinster Weise das Verhalten.

Und auch in der Rehaklinik machte ich eine ähnliche erstaunliche Erfahrung. Ich hatte mit meinem Berufsgenossenschaftsrehaverantwortlichen vereinbart, dass ich heimwärts mit dem Gipsarm ein Taxi nehmen darf und nicht mit Riesenrucksack und Oberarmgips mit diversen Zügen umeinanderfahren muss.

Das hatte ich schriftlich zugesagt bekommen. An dem Tag der Entlassung sprach ich dieses Thema an und bekam als Antwort:"Die von der BG versprechen viel."
Daraufhin war ich wütend. Ich stellte mich zwar schnell darauf ein mit dem Zug zu fahren und ich weiss, dass Mitfahrende mir sicher mit Türen geholfen hätten, denn Bahnfahrer sind einfach ein nettes freundliches und gelassenes Völkchen, doch mein binärdenken war irritiert , frustriert und wütend. Ich hatte extra die Kontrolle übernommen und dem Stress durch die Vereinbarung mit dem BGler entgegengewirkt und nun das!

Ich sagte nochmals, dass wir das vereinbart haben und man verwies mich auf das BG - Büro. Da wollte ich gerade hinmarschieren, da hiess es auf einmal, es kommt doch ein Taxi. Nun konnte man mich anscheinend nicht schnell genug loswerden.
Am Ende weil ich unbequem war? Ich konnte nicht mal mehr mit den anderen das bezahlte Mittagessen verzehren. Das erste, was ich auch bestellt hatte. Mir war die Heimfahrt eh lieber.

Ist auch da dasselbe passiert? Wollte man mich loswerden, weil ich Wut offen gezeigt habe? Und nicht wie andere der Norm entsprechend konditionierte Frauen unterdrückte um der Harmonie und des lieben Friedens willen?

Seht Ihr jetzt, dass Wut nichts schlechtes ist? Im Gegenteil. Sie beflügelt. Sie bringt Euch dahin, wo Ihr hinwollt. Und sie rauszulassen ist viel gesünder als sie zu schlucken. Da bekommt man nur Bauchweh und Schmerzen von.

Also lasst Eure Wut heraus. Sagt, wenn Ihr wütend seid und warum. Steht dazu. Steht zu Euch und steht für Eure Bedürfnisse und Gefühle ein! Denn nur wer gut für sich selber sorgen kann, kann auch gut für andere sorgen. Und auf diesem Fundament basiert jede Gemeinschaft. Und nicht auf der Selbstausbeutung, Aufopferung von Einzelnen. Die führt langfristig zu Krankheit und Misstständen. So wie es jetzt schon in der Pflege und den sozialen Berufen ist.

Ich wünsche Euch noch schöne Pfingsten mit einem Comic :)
Viel Spass!

Montag: Hmm... nachgedacht... freilich kann es sein, dass der Chefarzt an dem Tag Patienten verloren hat und er deshalb erschöpft war. Und dass er erheblichem Kostendruck und Stress ausgesetzt ist, will ich auch gar nicht bestreiten. Er hat Verantwortung für seine Patienten, für seine Mitarbeiter und für das Betriebsergebnis. Aber dafür hat er sich ja freiwillig entschieden! Niemand hat ihn dazu gezwungen.
Im Gegensatz zu mir.

Mein Kollege selbst seit Geburt an behindert, er kann seinen Arm nicht gebrauchen, berichtet von ähnlich unempathischen Reaktionen von Ärzten. Er hat Arthrose in der anderen Hand und im Knie. Da diese eine Hand die andere kompensiert, ist ein Ausfall der letzten noch verbliebenen Hand für ihn existenzbedrohend. Identitätsbedrohend. Er war bei einem Orthopäden. Und der meinte lapidar, dass das Verschleiss ist und halt normal. Er hat nicht die besondere Situation meines Kollegen erfasst.

Er ist der Ansicht, dass Krankenhäuser und soziale Tätigkeiten nicht gewinnorientiert sondern auf Mneschlichkeit basieren müssen.

Geht die Menschlichkeit auf Kosten der Effizienz und des Kostenfaktors verloren?
Sicher: denn Menschen, die diesen Beruf ergreifen, wollen ja nicht kosteneffiziente Maschinenpflege im Akkord machen, sondern mit Menschen arbeiten. Nur deshalb entscheiden sie sich für diesen Beruf. Kein Wunder, dass sie nachdem die Realität sie in diesen Berufen eingeholt hat, nicht lange bleiben. Das läßt sich auch am Nachwuchs- und Imageproblem ablesen.

Stress, Druck vergiftet das Arbeitsklima. Es wirkt toxisch. Sissiphusarbeit zieht ein. Der Sinn der Arbeit kommt abhanden. Und damit die Zufriedenheit. Und das wirkt sich wiederum auf das Betriebsklima aus.

Die Effizienz wird über die Menschlichkeit gestellt. Auf Kosten der Identität, Menschenwürde, Unversehrtheit und der Privatsphäre von Personal und Stationierten (Kranken).

Das passiert nicht absichtlich. Aber es geschieht. So wurde ich Zeuge , wie ein Neurologe eine ältere Frau im Nachthemd also halb nackt auf dem Krankenhausflur untersuchte, weil kein Behandlungszimmer frei war!

So werden frisch - operierte oder zu operierende auf dem Krankenhausflur bereits oder noch im halbnarkotischem Nachdämmerschlaf zwischengeparkt. Zwischen Leitern und Handwerkern, die an den Deckenplatten werkelten. Das ist mir selbst passiert.

Wo die Identiät und die Menschenwürde verlorengehen, braucht man sich über einen hohen Krankenstand des Personals und eine schlechtere Gesundwerdungsquote der dort Stationierten nicht zu wundern. Denn das ist die Folge. So funktioniert nunmal unser Nervensystem. Stress überträgt sich. Und Stresshormone schwächen unser Immunsystem. Wir werden krank.

Hinter all diesen Entscheidungen stecken Menschen. Menschen, die sicher alle in guter Absicht handeln. So will der Betriebswirtschaftler das Krankenhaus rentabel (oder zumindest nicht zu grosse Verluste einfahren) und damit weiter für die Menschen in der Region erhalten. Das ist ein heheres und verständliches und vernünftiges Ziel. Und deswegen muss er sparen, wo er kann. Und so entsteht Kostendruck.

Die Krankenkassen setzen auch nur die Vorgaben der Politik um und müssen ebenso mit den Geldern auskommen. Alle meinen es also gut. Warum kommt dann immer weniger gutes dabei heraus?

Einsparungen gehen zu Lasten der Beschäftigen und Patienten. Das ist wie beim Handwerker: wenn er kein gescheites Arbeitsgerät und Material hat und zu wenig Zeit, dann leidet halt die Qualität. Shit in, shit out.

Arbeitsmittel sind ja nicht nur Sachmittel an sich sondern zeigen auch die Wertschätzung für die Mitarbeiter. Bekomme ich nur Kulis von der Firma gestellt, die zwar billig sind, aber kaum schreiben, dann bin ich frustriert. Ich bin es, weil ein neuer Kuli, der nicht schreibt nicht in mein binäres Weltbild passt. Es ist unlogisch. Also es geht mir gegen mein Hirn.

Meine Kollegen sind es aber, weil der Kuli als Arbeitsgerät auch ein Gefühl der NIchtwertschätzung in ihnen auslöst. Das geht ihnen gegen ihr Herz.

Das war mir bisher nicht bewusst. Vielleicht ist es das ja den Einsparoptimierern auch nicht. Vielleicht denken die ja so wie ich!

Aber das kann auch nicht sein, denn wenn sie einen Kuli benutzen würde es ihnen doch auffallen und sie wahnsinnig machen... Also, was sind das dann für Menschen? Ohne Herz UND Hirn?

Druck erzeugt Reibung und Stress. Erhitzte Gemüter treffen immer öfter aufeinander.

Eine Bekannte war im Delir und wehrte sich. Sie wusste nicht, was sie tat und die Pflegekräfte waren überfordert. Sie landete auf einem Zimmer und wurde nicht weiter medizinisch versorgt. Weil sie schwierig war. Weil der Stress das Personal glauben liess, dass meine Bekannte sich absichtlich so verhielt!
Daran ist die Überforderung abzulesen.

Nur durch das Eingreifen der Tochter, die eine Verlegung gegen den Widerstand des dortigen Krankenhauspersonals durchsetzte, besserte sich ihr Zustand. In der Verlegungsklinik war man über den Zustand meiner Bekannten entsetzt. Ihr wurde versichert, dass wenn ihre Mutter in der Klinik geblieben wäre, sie dies nicht überlebt hätte.

Die Situation und der Druck und der damit erzeugte Stress und das Aufeinandertreffen von Menschen in Extremsituationen (Anspannung) führt dazu, dass Menschen sterben oder vernachlässigt werden. Das sind die, die keine Lobby haben. Wo keine Familie zu Besuch kommt und sich kümmern kann. Die, die sich nicht wehren oder wehren können. Weil sie schwierig sind , entsteht irrtümlich der Eindruck, dass hier Absicht dahintersteckt. Und Böswilligkeit. Das ist nicht der Fall!

Und es kann zur entsprechenden Gegenreaktion kommen.

So berichtete mir eine Arbeitskollegin, dass ihr Vater eine Medikamentenunverträglichkeit hatte und sie diese auch beide dem Personal gemeldet hatten. Ihm wurde dann zur Beruhigung genau dieses Medikamnet verordnet! Und dann verhielt er sich auffällig und sonderbar. Dabei waren diese Wirkungen auf ihn im Vorfeld bekannt! Auch hier gab man dem Vater und der Tochter die Schuld.

Eine Bekannte von mir war mit Nervenschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert worden, weil sie weder Laufen noch mit Händen etwas machen konnte. Nicht mal mit dem Rollator konnte sie mehr gehen. Die Ärzte waren ratlos. Das Essen wurde ihr einfach hingestellt, obwohl sie es ja weder schneiden noch die Gabel halten konnte und wieder weggetragen. Wenn nicht ihr Mann gekommen und sie gefüttert hätte, wäre das böse ausgegangen.

Einmal hab ich miterlebt wie ein schwerbehinderter Patient vom Rettungswagen eingeliefert wurde. Er konnte sich nicht artikulieren. Der vorbeilaufende Arzt fragte die Sanitäter, was er mit dem Patienten machen soll. Die sagten: das wissen wir nicht. Wir haben nur den Auftrag ihn hier abzuliefern. Und da lag er dann stundenlang auf dem Gang mitten in der Notaufnahme halb nackt unter menschenunwürdigen Bedingungen herum und wurde von allen ignoriert.

Ich unterstelle hier niemandem eine böse Absicht, aber genau so etwas passiert, wenn Druck und Stress auf kranke Menschen treffen. Anstatt im Krankenhaus gesund zu werden, geschieht das Gegenteil. Nicht nur die Patienten werden nicht gesund, auch das personal wird krank, weil es unter diesen Zuständen leidet.

Schon lustig, dadurch, dass Ihr Gefühle durch das Effizienz - und Kostendenken unterdrückt und verdrängt, entladen sie sich im Arbeitsalltag, der durch den Effizienzdruck erzeugt wird. D.h. die Gefühle und Bedürfnisse an denen das Effizienzdenken spart, bahnen sich dann bei der Ausübung und Anwendung desselben ihren Weg. Die Natur findet immer einen Weg. Denn genau die durch den Druck unterdrückten Gefühle werden jetzt zum Problem! Ihr erntet also das, was Ihr sät.

Demnach wäre wenigstens der Name Krankenhaus passend. Denn es produziert jetzt Kranke.

Ich frage mich nur, wie man dieses Problem lösen kann! Das ja ein menschliches ist. Hier werden menschliche Bedürfnisse und Gefühle verletzt. Es kommt zu einer Entmenschlichung.

Ich sage nicht, dass das überall und zu allen Zeiten passiert. Vielleicht kenne ich nur die Ausnahmen. Vielleicht sind aber die Ausnahmen inzwischen die Regel? Ich weiss es nicht. Ich hoffe, es ist nicht so.

Sind die Prozesse so entfremdet wie bei dem Witz mit der Akkkordarbeit, wo ein Arbeiter ein Loch schaufelt, und der zweite es wieder zuschaufelt, und ein Mann vorbeikommt und fragt was die beiden da machen und sie sagen: "Akkord, akkord. Der , der den Baum setzt ist heute krank." ???

Fällt denn niemanden auf, dass diese Entfremdung das ganze Vorhaben (Baum setzen, Behandlung und Heilung der Patienten) ad absurdum führt?
Denn es scheint aus dem Rahmen gefallen zu sein. Klamm und heimlich. Aus dem Kostenrahmen. Es geht nicht mehr um ihn.

So wird er entpersonalisiert und entidentifiziert. Er bekommt ein Bändchen mit einer Nummer und wird wie ein Artikel bei Aldi eingescannt. Ja, es ist effizient. Und es hat auch den Grund, Verwechslungen vorzubeugen und es macht auch Sinn, wenn jemand nicht mehr ansprechbar ist. Es hat Vorteile. Es hat aber auch Nachteile.

Auch bei manchen Firmen kommt es mir so vor, als haben sie ihren Sinn und den Kunden schon lange aus den Augen verloren. Sie besch&aumL;ftigen sich so effizent mit der eigenen Effizienzsteigerung, dass der Kunde und der damit verbundeee Unternehmenssinn keinen Platz mehr hat. Wo isser denn hin? Und dann ruft's plötzlich laut: wir müssen clientcentric werden! Nachdem der Kunde, Patient totgeritten wurde, soll er plötzlich wiederbelebt werden? Und auch der Firmengeist (wobei ich an Hui - Buh, das Scholssgespenst denken muss...) soll plötzlich wiederbelebt werden! Der Firmengeist ist nichts anderes als die Begeisterung der Mitarbeiter für ihre Arbeit, für ihren Kunden. Leider ist der auch dem Effizienzdenken zum Opfer gefallen.

Hmm.. und jetzt? Wie lösen wir das Problem?

Die Mitarbeiter sind verunsichert, haben schon innerlich gekündigt. Wenn es brennt, dann funktioniert die Zusammenarbeit noch. Dieser Funke verglimmt, sobald der Alltag sie einholt. Oder wenn die Brandsituationen zum Dauerfeuer werden. Denn dann gewöhnt man sich daran. Das lernt man dann. Brennt man weiterhin für seinen Beruf, dann brennt man aus. Burnout. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Viele verunsicherte Menschen wünschen sich, dass jemand ihr Problem lösen möge. Vorzugsweise "die da oben". Ob das nun Chefs, Manager oder CEOs oder die Krankenhausleitung ist. Der Ruf nach noch mehr Regeln und noch mehr Sicherheit in Form von mehr Bürokratie und Regelungen wird laut.

Funktioniert das?
Wenn die Effizenz schon dafür gesorgt hat, dass Unternehmen sich nur noch mit sich selbst beschäftigen statt mit dem Kunden, Patienten, was wird dann noch mehr Bürokratie bewirken?

Noch mehr von demselben kann nicht die Lösung sein. Also zumindest logisch betrachtet. Wenn Ihr ein Gegenbeispiel habt, dann nur her damit. Ich lerne gerne neue Sichtweisen dazu. Jederzeit.

Zumal das Unternehmen sich auf die Fahne geschrieben hat mehr clientcentric und agiler werden zu wollen. Also resilienter um zukünftig flexibler auf Kunden und Ihre Wünsche reagieren zu können.

Wird man mit mehr Bürokratie flexibler? Das wäre mir neu.

Die logische Folge sollte sein, Bürokratie abzubauen, damit wieder mehr Zeit für die eigentliche Unternehmenstätigkeit bleibt.

Hmm... aber die Verunsicherung ruft doch nach immer mehr Bürokratie, weil man sich dadurch Sicherheit verspricht.
Stimmt das tatsächlich? Bringt mehr Bürokratie auch ein mehr an Sicherheit?
Ist das nicht genauso eine Illusion wie die, dass 22 mann auf dem Rasen und ein Ball die Welt wieder in Ordnung bringen in Form von Geisterspielen?

Gut, ein Geist ist dann wieder da. Gestern sah ich sogar Pappgesichter in den Zuschauerrängen. Eine neue Marktlücke ist entstanden! Ich war doch sehr verwundert und irritiert. Der Sinn diesr Pappgesichter geht mir ab. Geben sie den hochbezahlten Bundesligaspielern noch mehr Sicherheit als ihr Gehalt? Während ihre Fans in Kurzarbeit oder arbeitslos nur in die (Bild) Röhre gucken?

Ich würde das Problem logisch angehen. Also mit was verdient ein jedes Unternehmen und dazu zählt ja auch ein Krankenhaus sein Geld? Mit einer Währung: Vertrauen.
D.h. wir brauchen erstmal wieder Vertrauen. Und als erstes das Vertrauen der Mitarbeiter.

Denn das Vertrauen und die Begeisterung der Mitarbeiter bildet das Selbstvertrauen des Unternehmens.

Das Vertrauen der Mitarbeiter überträgt sich in Form der Beigeisterung für die Kunden und ihre Bed&uumL;rfnisse, auf die Kunden.

Der Selbstwert des Unternehmens ist also abhängig vom Selbstwert der Mitarbeiter. D.h. ich muss den Selbstwert der Mitarbeiter wieder aufbauen. Sie identifizieren sich nicht mehr mit den Werten des Unternehmens. Sie erkennen sich dort nicht wieder.

Ihnen vermitteln (z.B. durch Rückmeldung), dass sie wichtig sind! Dass sie grossartiges leisten. Und ich glaube, dass das nur im 1:1 Austausch funktioniert. Und nicht mit einem Rundumschlag per E-mail: You are fantastic!

Weil da der Bezug, das Andocken an den Mitarbeiter und sein Gefühl fehlt.

Mitarbeiter in diesem Stadium zur Verbesserung von Prozessen im Unternehmen zu befragen und einzubinden, ist schwierig. Viele haben innerlich gekündigt und aufgegeben. Meist gab es schon verschiedene Versuche, die nicht geklappt haben. Sie haben also schon gelernt, das wird eh nix. Sie sind gebrannte Kinder und zu Recht misstrauisch.

Wie bekommt man also das Vertrauen von misstrauischen Tieren und Menschen zurück? Bzw. wie bekommt man es überhaupt?
Dadurch, dass man etwas Tut und etwas verändert! Nur durch Taten gewinnt man Vertrauen. Reden kannste lange.

Ich war etwas skeptisch, als mir mien Kollege neidisch davon erzählte, dass die Firma seiner Schwester allen Mitarbeitern, aus Dankbarkeit, dass sie im Homeoffice weiterarbeiten, ein persönliches Dankesschreiben und eine Packung Merci geschickt hat. Ich bin doch schon gross, ich kann mir meine Schokolade selber kaufen. Und mein Cortisolbäuchlein ist ja schon gross genug.

Jetzt ist mir erst aufgegangen, dass es ja nicht um die Schokolade geht! Also nicht um die Sache. Sondern um das damit verbundene Gefühl, das man bei einem Geschenk (unerwartete scheinen bei Nicht-Autisten eine größere Wirkung zu haben) hat.

So verstand ich auch jüngst nicht, dass eine Bekannte als ich ihr einen selbstgenähten bunten Mundschutz schickte, in Tränen ausgebrochen ist. Ich hatte gedacht, sie freut sich. Jetzt weint sie. Was hab ich jetzt wieder falsch gemacht?

Dann sagte sie etwas erstaunliches:"So ein schönes Geschenk hab ich noch nie bekommen."
Naja so toll, war der Mundschutz jetzt auch nicht. Aber meine Mama hat sich über die Bügelmaschine zu Weihnachten ja auch nicht gefreut. Dann hat mir meine Bekannte erklärt, dass sie sich so drüber gefreut hat, weil ich an sie denke. Und mir die Mühe gemacht habe. Und es mit Liebe gemacht habe.

Ich hab es gern und extra für sie gemacht. Weil ich sie gern hab und aufmuntern wollte. Und praktisch denke und es ja keine zu kaufen gab. Ist das dann Liebe? Ich weiss es nicht. Es macht mir Spass und gibt mir Energie. Ist Energie gleich Liebe?

D.h. es ging nicht um den Mundschutz , die praktische Sache sondern um das Gefühl dahinter. Wertschätzung. Liebe. Nächstenliebe.

Dasselbe hatten übrigens meine Oma und mein Papa im Sinn als sie meiner Mama eine Bügelmaschine zu ihrem ersten Weihnachtsfest, als sie verheiratet waren, machten. Sie dachten praktisch wie ich. Das kann sie brauchen. Das spart ihr Zeit. Das ist auch Liebe. Halt auf praktische autistische Art und Weise. Es war in praktischer Weise lieb gemeint.

Bei Hubert und Staller schenkt Hubert seiner Ex-Frau auch nach ihrem Fahrradsturz einen Fahrradhelm. Keine Blumen , kein Schmuck. Für mich auch ein sehr vernünftiges und logisches Geschenk. Denn er macht sich um sie Sorgen und möchte nicht, dass sie sich nochmal verletzt. Also mir wär der Fahrradhelm an ihrer Stelle lieber. Aber ich hab es nicht so mit dem Fahrradfahren.

Blumen blühen auf der Wiese viel länger als in der Vase und so können sich viel mehr Menschen daran erfreuen. Abgeschnitten sind sie tot. Und Schmuck... was findet Ihr nur alle daran Metall auf Eurer Haut zu tragen? Ich weiss es nicht. Mich ekelt es davor. Denn die Berührung von Metall und Kälte ist mir unangenehm. Ausserdem zwickts da oft die Haare ein. Deshalb hab ich eine Uhr mit einem Kautschukband.

Ebenso verwirrend find ich es, dass Ihr Euch mit dem Metall noch diverse Löcher machen lasst oder Körperöffnungen verziert. Ich bin der Meinung, die Natur hat uns Löcher genug gegeben.

Tattoos sind auch so eine Sache. Wenn mir Wölfe gefallen, dann häng ich mir halt ein Wolfsposter an die Wand. Aber es sich auf die Wade tattowieren lassen? Warum? Wenn mir das Poster nicht mehr gefällt, dann mach ich es ab. Macht das mal mit Eurer Wade. Also ich empfehle es nicht, weil es Eure Körperwahrnehmungskarte durcheinanderbringen könnte. Ich hab ja schon einen inwändig amputierten Arm. Also dass man sich freiwillig verstümmelt, das will mir nicht in den Kopf.

Sich freiwillig verstümmeln aber Vorbehalte gegen Menschen, die anders sind, haben. Irgendwie passt das nicht zusammen. Einerseits wollt Ihr anders sein als die anderen und Euch abheben (tut das dann indem Ihr ähnliche Dinge wie alle anderen tut) und grenzt Menschen, die von Natur aus anders sind (also sich nicht freiwillig verstümmelt haben) aus. Könnt Ihr mir Eure Logik bitte mal erklären? Oder ist die nicht vorhanden? Ist das so ein Herdentriebdings?

Es ist also alles eine Gefühlssache. Je mehr man etwas unterdrückt und verdrängt, desto mehr bahnt es sich dann seinen Weg. Ursache und Wirkung.

Unterdrückte Gefühle erzeugen Druck und wenn der Druck zu hoch wird, dann entladen sie sich. So wie Mamas erster Schnellkochtopf. Der ist in der Küche explodiert. Noch heute sieht man die Flecken und Folgen davon an der Decke.

So funktioniere wir Menschen nun mal!Weil wir Menschen sind! Und keine Maschinen! Wir lassen uns weder wie Maschinen reparieren , noch können wir unter Maschinenbedingungen arbeiten! Weil wir Gefühle haben! Und das ist auch gut so. Denn das unterscheidet uns ja von Maschinen. Oder wollt Ihr sagen, Maschinen sind die besseren Menschen?

Wie wäre es, wenn wir unsere Menschlichkeit als neue Ressource entdecken? Irgendwie glaub ich nicht, dass es dann teurer w&uumL;rde. Im Gegenteil: da wo die Energie aus Veränderungswilliger Wut und die Begeisterung für die eigene Tätigkeit den Anschub geben, da sind Spitzenleistungen möglich! Da gibt es nämlich keine Grenzen! Aber was weiss denn schon ein Querdenker wie ich? Ihr könntet es ja einfach mal ausprobieren.

Apropos ausprobieren: im Spiegel war ein Bericht über den bekannten Virologen (dessen Namen mir gerade entfallen ist) und eine Covid-19 Krankengeschichte eines Pflegers. Wusstet Ihr, dass man die Patienten bäuchlings lagert und beatmet?

Das hat mir keine Ruhe gelassen. Also hab ich mich heut früh auch mal auf den Bauch gelegt und in mich reingefühlt. Das beruhigt das Nervensystem!!! Ich wusste ja, dass Druck diese Wirkung hat. Aber warum ist es dann auf dem Bauch intensiver als auf dem Rücken? Das könnte am Vagusnerv liegen. Der verläuft ja da vorne bis in den Bauch hinein. Für mich fühlt es sich so an, als würde der dadurch stimuliert. Ich werde es weiter ausprobieren.

Meiner Mama hab ich auch davon berichtet. Wir reden nicht soviel wie andere Menschen miteinander. Die reden ja auch über das Wetter. Wir tauschen Sachinformationen aus. Und da hat sie gesagt:"Als Du ein Baby warst, war es in, dass Babies auf dem Bauch schlafen."
Meine Schwester hat auf dem Rücken geschlafen. Ist das vielleicht der Grund, warum sie als Kind einen Schlaganfall bekommen hat und ich nicht? Weil mein Nervensystem als Baby durch das auf dem Bauch schlafen beruhigt wurde?

Die Frage ist, ob die Bauchlage (der Druck) dann bei allen Menschen zur Linderung und Besserung führt oder ob das wieder etwas individuelles ist. Denn wenn man etwas an einem oder ein paar Menschen beobachtet, muss das ja nicht für alle gelten.

Meine Schwester hat gesagt, sie probiert es erst aus, wenn ich das mache.
Und Mama hat gesagt: "Das macht sie doch schon!"
Mal sehen, ob wir damit ihre Begeisterung und Neugier wecken können. Denn ich denke, dass sie damit auch ihr Nervensystem beruhigen könnte und die Handspastik lösen könnte. Wir werden sehen. Sie kann sich halt nicht soviel merken.

Wobei in dem Video des Schlaganfallpatienten neulich , der ja gesagt hat, dass er viel vergeisst. aber die Dinge, nicht, die bei ihm Gefühle ausgelöst haben. Also gefühlsmä&zlig;ig andocken konnten. Dann könnte das ja bei meiner Schwester genauso sein.

Vielleicht ist das generell bei allen Menschen so.... bzw. so lernen wir ja. D.h. das Lernen würde dann ja noch funktionieren. Nur das einfache Kurzzeitgedächtnis ohne Gefühlsbezug nicht. Aber dieses Wissen könnte sie dann ja auch gezielt nutzen. Und es würde bedeuten, dass auch meine Schwester noch neues lernen kann! Und auch jeder andere Schlaganfallpatient.

D.h. wenn wir gezielt mit Gefühlen das Gedächtnis ansprechen, dann kann sie es sich auch merken. Ich weiss noch nicht wie das geht.. mir fällt jetzt grad kein Beispiel ein... aber die Idee klingt einleuchtend. Vielleicht gibt es ja schon Betroffene, die diese Art Life-Hack einsetzen?

Ihr könnt Euch auch über einen Stuhl legen. Als Kind hab ich mich mit dem Bauch auf die Schaukel gelegt. Das tun kleine Kinder heute auch noch. Anscheinend wissen Kinder noch unbewusst, was ihnen guttut und wie sie ihren Vagusnerv stimulieren.

Der Virologe sucht ja immer noch nach Erklärungen warum Kinder mildere Symptome als Erwachsene haben. Vielleicht ist das das ganze Geheimnis. Kinder stimulieren ihren Vagusnerv noch automatisch unbewusst. Niemand hat ihnen diese Verhaltensweisen als kindisch oder nicht rollengerecht abgewöhnt. Kinder rennen sobald es ihnen ein bisschen besser geht, schon herum. Stehen auf. Bewegen sich. Und dadurch werden Stresshormone abgebaut. Wenn bei einer Virusattacke dieselbe bwz. ähnliche physiologische Reaktion wie beim Angriff eines S&aumL;belzahntigers abläuft, ist es dann logisch, dass sich so der Organismus schneller erholen kann oder gar nicht so schlimm erkrankt.

Die Erwachsnen haben sich ja abgewöhnt, instinktiv auf ihre Gefühle zu hören. Weil man so vieles, was man als Kind noch darf, als Erwachsener nicht mehr tut. Warum eigentlich? Kinder sind glücklicher und zufriedener als viele Erwachsene, die ich kenne. Viele, die unkonventionell und anders sind, sind glücklicher und zufriedener als die Normerwachsenen. Weil sie sich anders verhalten. Vielleicht weil sie alle noch diese Instinkte haben, die sie gesund erhalten oder schneller wieder gesunden lassen?

Mir ist das Buch "Behindert" von Ernst Klett in die Hände gefallen. Es geht kritisch mit dem Umgang von Behinderung und Behinderten in unserer Gesellschaft um.

Denn eine Behinderung wird als Defekt erlebt. Und mit Scham, Schuldgefühlen und Wut verbunden. Und mit Angst. Die Angst vor den Behinderten. Von den Menschen, die nicht der Norm und dem Leistungsgedanken entsprechen.

Behinderung wird als Stigma erlebt. Ja, auch für meine Eltern muss das schlimm gewesen sein. Darüber hab ich noch nie nachgedacht. Da gab es Gerüchte: meine Schwester hätte zuviel lernen müssen oder wär vom Stuhl gefallen. So ein Quatsch!

Da gab es Nachbarn, die gaffend wie bei den Affen im Zoo am Zaun hingen, wenn der Rettungswagen meine Schwester abholte und zurückbrachte. Da gab es Nachbarn, die das Hinken meiner Schwester nachäfften.

Warum heisst es eigentlich nachäffen? Da tut man den Affen übrigens grosses Unrecht. Die gehen nämlich mit ihrem behinderten Nachwuchs sehr liebevoll um.

Da wurde meine Mama von einer Oberschwester angefahren, dass sie sich an die Besuchszeiten zu halten hätte , als meine Schwester ein halbes Jahr im Koma lag und meine Mama sich zwischen Familie , Arbeit und Krankenhaus aufrieb. Ohne Arbeit wäre sie verrückt geworden. Die hat sie abgelenkt.

Mama hat sich das nicht gefallen lassen und dann mit dem Arzt gesprochen. Und der hat der Schwester dann gesagt:"Die Frau Jäger kann jederzeit zu mir kommen.". Danach hat sie kein Wort mehr mit meiner Mama geredet.

Wenn man eine Behinderung oder ein behindertes Kind hat, dann fällt man aus der Norm. Die Norm sieht das als Makel, Stigma, Defekt.

Als Eltern hat man etwas falsch gemacht. Gerüchte kommen auf. Andere Kinder und Bekannte und Nachbarn ziehen sich zurück. Dabei ist Behinderung nicht ansteckend. Ihr seid schon ein seltsames Völckchen. Bei Covid-19 feiert ihr Ansteckungsparties aber mit einem Behinderten am gleichen Tisch im Restaurant oder das Hotel zu teilen, haltet Ihr für eine Zumutung!

Da wird gestarrt, sich weggesetzt. Wir sind nicht im Panoptikum, das ist das Leben. Warum reagieren Menschen so irrational?

Ist es die Angst davor, dass es einen auch selbst jederzeit erwischen kann? Ein Unfall, eine chronische Krankheit, ein geplatztes Blutgefäß im Gehirn und alles ist anders?

Wisst Ihr? Wir beissen nicht. Viele Behinderte sind ausgesprochen zufriedene, fröhliche und ausgeglichene Menschen. Nicht alle. Aber das seid Ihr ja auch nicht.

Von Behinderten erwartet man, dass sie sich an die Nichtbehinderten anpassen. Etwas, was sie ja aufgrund ihrer Einschrännkungen nicht können. Umgekehrt verlangt das kein Mensch. Das wäre nämlich durchaus machbar. Warum denn nicht?

Kennt Ihr die Geschichte von dem Dorf in dem nur Bucklige und missgestaltete Menschen lebten? In dieses Dorf kam ein Mensch, der keinen Buckel oder Makel hatte. Die buckligen zeigten mit dem Finger auf ihn und lachten ihn aus. Und sagten:"Der ist aber häßlich."

Na, wie fändet Ihr das?
Obwohl ich zugeben muss, dass es mir so mit dem Topmodel geht. Lange, dünne Menschen, die aussehen, als wären sie vorm Verhungern, denen die Knochen herausstehen, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen. Wie die Reihenhäuser. Ohne Macken. Ohne Persönlichkeit.
Und das soll schön sein?!?!

Diesen Mädchen würd ich gern ein paar Klösse spendieren. Bei uns im Bus gab es mal eine ältere Frau, die hat mir mal zwei Mark für eine Breze gegeben, weil ich beim Schnupperpraktikum nichts verdient habe, zu dem ich fuhr. Die hätte diesen Mädchen bestimmt auch Geld für was gscheits zum Essen in die Hand gedrückt.

Ich hab ja gelernt, dass Identität gesund macht und gesund erhält. Eine eigene Identität wird vielen Behinderten aber vorenthalten. Weil sie stigmatisiert werden.

Ich habe einen Grosscousin, der Spastiker ist. Ich bin mit Behinderten aufgewachsen. Für mich ist das normal. Er kann weder gehen noch etwas in der hand halten. Er sitzt im Rollstuhl.

Umso erschrockener war ich in der Schule als sich Kinder als "Spast" beschimpften. Wisst Ihr überhaupt was das ist? Und wieso wünscht man jemandem diese Krankheit? Das würde ich niemandem wünschen. Nicht mal den Chefärzten mit denen ich andeinandergeraten bin.

Das Buch ist aus den 80igern. Umso erstaunter bin ich, wie wenig sich geändert hat.

Man spricht von Inklusion, kann aber nicht normgerechte Kinder nicht schnell genug in Sonderschulen entsorgen. Wäre ich als Kind mit Autismus diagnostiziert worden, wäre ich wohl auch dort gelandet. Dann würde ich diesen Blog nicht schreiben.
Und jetzt erst wird mir klar: Ich habe ein unheimliches Glück gehabt!

Denn da ich nicht auffiel, bin ich nicht ausgesondert worden. Vielleicht hab ich deshalb auch diese Vorliebe für alles "fehlerhafte" wie Mängelexemplarbücher oder die Adidas-Fehldrucke aus dem Werksverkauf. Von diesen T-shirts hab ich noch ein paar.

Vielleicht ist genau das der Reiz, dass es nicht wie ein Ei dem anderen gleicht. Das macht es nämlich besonders.

Meine Mama musste mit Lehrern streiten, sich an das Kultusministerium wenden, damit meine Schwester auf eine Schule gehen durfte! Es scheint sich bis heute nicht viel geändert zu haben. Das ist traurig und macht mich wütend.

Behinderte werden nicht eingestellt, dabei haben viele weniger Krankentage als ihre nichtbehinderten Kollegen. Weil sie das durchbeissen gewönt sind. Weil sie nichts geschenkt bekommen. Ganz im Gegenteil. Weil sie sich so hart abstrampeln müssen, weil ihnen immer wieder Hürden in den Weg gelegt werden, genau deshalb sind viele von uns so resilient. Denn an jedem Problem, dasm man bewältigt, wächst man auch. Und desto reslienter wird man.

Und das könntet Ihr von Behinderten lernen. Denn sie enthindern sich jeden Tag!

Meine Schwester kann eine Mineralwasserflasche oder eine Zahnpastatube mit einer Hand halten und öffnen. Könnt Ihr das auch?

Sie hat in der einen rechten noch verbleibenden Hand soviel Kraft entwickelt (der Körper kompensiert das), dass sie für meine Mama und mich Flaschen aufmachen kann, die wir allein gar nicht aufbekommen hätten!

Da jeder Mensch nur dadurch, dass er mit seinen eigenen Stärken gesehen und anerkannt wird, seine Identität entwickeln kann, diese aber durch die Sichtweise der Behinderung statt der Enthinderung (disablement) also der Anerkennung der Stärken des Einzelnen verhindert , behindert wird, können viele keine Identität und auch keinen Selbstwert entwickeln.

Statt das Gefühl für die Stärken zu wecken und damit ein Selbstbewusstsein zu schaffen, wird dies mit der Sichtweise des Defekts und des nicht-produktiven-Leistungsgedanken in Scham transformiert. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Und es kann jeden von Euch jederzeit treffen! Denn die wenigsten Behinderungen sind angeboren. Das heisst, es wäre auch in Eurem Interesse, und in dem Eurer Angehörigen und Kinder, auf eine Veränderung der Sichtweise hinzuarbeiten.

Inzwischen tun sich auch sogenannte "normale" Kinder immer schwerer damit Schritt zu halten. Die Norm schwindet. Ist sie schon in der Minderheit?

Sind die Nicht-der-Norm-entsprechenden schon in der Mehrheit? Wenn ja, warum machen wir das Spiel noch mit? Wieso ändern wir dann nicht die Spielregeln?
Wenn die Mehrheit als krank abgestempelt wird, kann es dann nicht sein, dass nicht etwas mit den Menschen nicht stimmt, sondern mit der Sichtweise, die diesem Denken zugrundeliegt?

Schon jetzt sind die angeblichen "Defekten" Aspergerautisten, diejenigen die die technische Entwicklung vorantreiben. Das Silicon Valley wimmelt von ihnen. Wenn sie etwas können, was die sogenannten "Normalen" nicht können, sind sie dann defekt?

Ist es nicht eher so, dass sie sich ein Umfeld geschaffen haben, in dem sie ihre Stärken ausspielen können? Und wenn das für diese Menschen gilt, warum soll das nicht für alle Menschen gelten? Und hat nicht jeder Mensch ein Recht darauf sein Potential entfalten zu können? Profitieren würden davon alle. Die gesamte Gesellschaft.

Dienstag: Nachgedacht... In dem Buch "Speak out! Die Kraft der weiblichen Wut" steht, dass das Stresslevel von Frauen höher ist als dass der Männer. Das hat man gemessen. Weil bei Frauen der Stresslevel auch steigt, wenn sie heimkommen. Denn auch dort wartet die Arbeit auf sie. Denn Hausarbeit und Kinderbetreuung wird immer noch hauptsächlich von Frauen gemacht.

Männer haben pro Tag 2 Stunden mehr Freizeit.

Neulich sah ich ein kleines Mädchen. Das trug ein pinkes Kleid und steuerte einen Puppenwagen. Schon im Spielzeug wird somit das Rollenverhalten vererbt.

Ich bin Kettcar und Dreirad oder Roller gefahren. Damals noch mit eigener Fussantriebskraft. Die waren auch nicht pink. Sondern geschlechtsneutral.

Mancmal frage ich mich aber auch, wieviel davon hausgemacht ist. Am Wochenende gab es wieder Diskussion mit meiner Mama. Sie war auf dem Sofa eingeschlafen. Also haben wir die Wäsche in die Waschmaschine gesteckt. Wir hatten es gut gemeint.

Und natürlich haben wir was falsch gemacht. Weil wir es anders gemacht haben als sie es machen täte. Erstaunlicherweise ist die Wäsche trotzdem sauber geworden. Wenigstens hat sie sie diesmal drin gelassen.

Auch das Vorhangwaschen hat sie integriert. Das muss man machen. Ich sehe keinen Sinn in Vorhängen. Wir haben doch Rollos... Und heutzutage gibt es so Klemmdinger für das Fenster. Die muss man nicht waschen. Das find ich viel praktischer.

Verwunderlich ist das aber nicht. Denn sie hat das ja so gelernt. Und das ist dann halt drin in den neuronalen Verknüpfungen. Und solche Routinen und Rituale geben einem ja auch Sicherheit. Aus dieser Sicht kann ich es dann wieder verstehen.

Sind alle Mamas so, dass sie schwer was aus der Hand geben können? Ich würd ja gern das eine oder andere übernehmen, aber wenn ich es ihr nicht rechtmachen kann, dann macht es keinen Spass. Und dann lass ich es.

Wie geht Ihr denn damit um?

Ich frage mich, ob wenn man bei Männern den Stresslevel auf denselben Wert wie bei Frauen erhöhen würde, ob sie dann dieselben Krankheiten entwickeln würden? Dafür müsste dann die Freizeit natürlich auch entsprechend bei Mann und Frau gleich sein. Denn sonst hätte ja der Mann längere Erholungsphasen. Und das würde das Bild verfälschen.
Also auch mehr Autoimmunerkrankungen, CRPS, chronische Schmerzen, Fibromyalgie ... also die Krankheiten, bei denen derzeit die Frauen in der Überzahl sind.

Oder ob bei ihnen dann andere Krankheiten zunehmen täten.

Denn nur bei gleichem Stresslevel wär das vergleichbar.

Würden dann dieselben Krankheiten auch bei Männern zunehmen, dann wäre nämlich nicht das Geschlecht sondern die Stresslevelhöhe für die jeweilige Erkrankung ausschlaggebend.

Vielleicht gibt es gar keine typischen Frauen- und Männerkrankheiten (mal von den geschlechtsspezifischen Teilen abgesehen).

Was sich unterscheidet, ist wie beide damit umgehen. Das weiss man ja inzwischen vom Autismus her. Bei Mädchen fällt der nicht so auf. Weil die halt stiller sind. Und die stillen übersieht man. Und die lauten fallen auf. Da hab ich ja Glück gehabt, dass man mir nicht geholfen hat.

Apropos... geholfen da fällt mir das Beispiel aus dem Buch "Behindert" von Ernst Klett ein. Da war ein Junge mit Lernschwierigkeiten. Erst liess ihn seine Mutter alleine lernen. Dann dauerte es ihr zu lange und sie wurde ungeduldig und mischte sich in den Lernvorgang ein.
Der Junge bemerkte hinterher:"Wenn sie sich nicht eingemischt hätte wäre es schneller gegangen."

Ich erinnere mich an die Ärtzin, die mir wegen meiner Hände die Tür aufgehalten hat. Ich hab zu ihr gesagt:"Nein, danke. Ich will das selber machen."
Dass sie irritiert war, fällt mir grad erst auf. Das Lächeln ist ihr aus dem Gesicht gefallen. Also der Mund hat sich von halbrund nach oben offen nach unten gespiegelt.

Also wenn man alleine zurechtkommen möchte, was ja eine resiliente Einstellung ist, dann verstößt man damit wohl gegen eine soziale Regel, dass man wenn man behindert ist, sich helfen lassen muss.

So ein Quatsch! Damit wird doch gerade die Hilflosigkeit erlernt. Von der hat der andere Schmerztherapeut immer gesprochen. Ich erhalte mir doch die Selbständigkeit nur dadurch, dass ich lerne alleine zurechtzukommen. Gleichzeitig wird aber in der Klinik erwartet, dass man HIlfe annimmt. Das passt doch nicht zusammen. Das ist doch total unlogisch! Könnt Ihr Euch bitte mal entscheiden?

Ich kann mir vorstellen, dass es so eine Art Stresslevel - Krankheitskorrelation gibt. Und dass bestimmte Krankheiten erst ab einer bestimmten Stresshöhe auftreten. Wenn Frauen weniger Freizeit haben, und sich in der Zeit auch nicht erholen sondern sie mit anderer sozialer Arbeit füllen und zudem noch generell einen höheren Stresslevel haben, dann könnten bei ihnen Krankheiten vorkommen, die bei den Männern noch gar nicht erreicht werden. Weil deren Hormonpegel noch hinteherhinkt.

In einem Krimi hab ich mal gelesen, dass Komapatienten auch Krallenhände entwickeln. Die werden jetzt sicher nicht alle ein Sulcus Ulnaris Syndrom entwickeln. Das dürfte doch dann auch eine Folge des physiologischen Stresslevels im Körper sein. Denn wenn man reglos herumliegt, dann baut man Stress durch natürliche Bewegung nicht mehr ab!

Und wenn schon meine Schwester und ich damit bei Bewegung unsere Probleme mit Spastiken haben, dann dürfte die Problematik zunehmen, je weniger man sich bewegt bzw. bewegen kann. Ob es auch helfen würde Komapatienten auf den Bauch zu legen? Wie bei den Covid-19?

Dann müsste bei Komapatienten auch die Muskelanspannung höher sein. Zumindest, wenn sie eine Krallenhand entwickelt haben. Die Krallenhand (ob man das Spastik oder Dystonie nennen mag) wird ja durch ein zuviel an Muskelanspannung verursacht. Und die wiederum dürfte eine Folge der Nerven sein, die nicht richtig funktionieren. Ob jemand schon mal bei Komapatienten die Stresshormone gemessen hat?

Mein Grosscousin mit seinen Spastiken ist sehr oft operiert worden. Da ist mit Sicherheit der Stresslevel bei jeder neuen Operation weiter angestiegen. Dann dürften die Spastiken eher zugenommne haben, weil mit höherem Stresslevel auch die Muskelanspannung zunimmt. Zumindest war das bei mir so und bei meiner Mama auch. Ob bei Dystonien und Spastiken also dieselben Tricks wie bei CRPS und Autismus helfen? Ich nehme es an. Probiert es halt mal aus. Ich stehe jederzeit für Rückfragen zur Verfügung.

Balanzieren auf so einem Balancebrett (so ein rundes Ding, wo unen rund ist) entspannt mich und llindert die Schmerzen übrigens auch. Warum? Aus zwei Gründen: erstens, weil Druck an den Füssen mein Nervensystem beruhigt und der ist ja da, wenn ich auf dem Ding stehe. Zweitens: weil beim Balancieren ja unterschiedliche Muskelgruppen an- und entspannt werden. Da arbeitet es ganz schön. Und jede Bewegung baut Stresshormone ab. Also entspannt man.

Einem Kollegen (der letztes Jahr eine Krebserkrankung hatte und unter Diabetes und Konzentrationsproblemen leidet) habe ich einen Sitzball für das Homeoffice empfohlen. Er vergisst nämlich aufzustehen und Pausen zu machen. Das geht nämlich mit einer überaktiven Amygdala nicht. Die neigt ja zu Vergesslichkeit.

Mit dem Sitzball und der Balanziererei darauf wäre sein Körper die ganze Zeit in Bewegung. Das dürfte einiges an Stresshormonen abbauen.

Mittwoch: Hmm... wenn man den Gendergap bei Krankheiten schliessen möchte , dann darf man aber nicht unberücksichtigt lassen, dass alleinstehende Männer wahrscheinlich einfach nicht zum Arzt gehen. Wenn die wie ich sind, ist das logisch. Das ist ja jedesmal ziemlich anstrengend. Wenn es geht, spar ich es mir. Weil es einfach Stress ist.

Alleinstehende Frauen wahrscheinlich schon. D.h. auch hier ist noch eine Variable in der Gleichung nicht berücksichtigt.

Verheiratete Männer werden ja auch deswegen älter, weil sie die Frau zum Arzt schickt. Und für ihn sorgt. Alleinstehende haben mehr Stress durch das Einsamsein.

Das kann ich heute sogar als Corona-Homeoffice-Fazit vermelden. Kollegen mit Familie gefällt Homeoffice viel besser als Alleinstehenden beiderlei Geschlechts.

Bei meinem einen Kollegen, der allein wohnt, hat man es schon gemerkt, dass es ihm zu schaffen macht, allein daheim zu sein. Dass ihm die Ansprache gefehlt hat. Da sprudelt es nur so aus ihm heraus. Einsamkeits-stressbedingte Logorhoe (Redefluss).

Und heute hat mich eine alleinlebende Kollegin angerufen und gesagt:"Ihr fällt daheim die Decke auf den Kopf."
Das sah ich dann gleich bildhaft vor mir... Des is fei a ned grod as gsündeste!

Gestern hat mich eine Frage beschäftigt: Warum helfen Menschen anderen Menschen?
Weil es Spass macht, anderen dabei zu helfen zu eigenständigen Lösungen zu gelangen. Das ist Hilfe zur Selbsthilfe. Die basiert auf Vertrauen.

Ich traue also demjenigen zu, dass er sein Problem selber lösen kann und lasse es ihn selbst versuchen. Bin aber da, wenn er Fragen hat oder mit jemandem Ideen austauschen möchte. Das gibt Energie!

Dann gibt es aber noch die andere Hilfe. Wie gestern bei dem Jungen, dem die Mama beim Lernen helfen wollte und er meinte, ohne ihre Hilfe wär er schneller fertig gewesen. Das klingt frustriert und ist es auch. Also hat er sich über die Hilfe nicht gefreut. Im Gegenteil.

Warum? Weil diese Form der Hilfe (nicht-selber-probieren-lassen) auf Misstrauen basiert. Und Misstrauen erzeugt Misstrauen und mindert so das Selbstbewusstsein, das Selbstwertgefühl des Geholfenwerders. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Jemand, der auf diese Weise immer wieder frustriert wird, wird irgendwann auch nicht mehr mögen. Er lernt also, dass er nichts wert und defekt ist und auf Hilfe angewiesen ist. Und dann versucht er es auch nicht mehr alleine. Damit wurde die Hilflosigkeit erlernt.

Diese Art der Hilfe kostet enorm viel Energie! Zeit und Nerven! Denn sie bedeutet Stress für beide Seiten. Weil sie auf Misstrauen basiert. Sich selbst und den anderen gegenüber. Denn misstraut man sich selbst, misstraut man auch den anderen. Jedenfalls ist das bei mir imemr so, wenn meine Amygdala mal wieder druchgeht.

Gestern war es wieder soweit. Die Nacht war schon sehr heftig. Ich hatte einen Gleittag und bin zum D-Arzt. Mei war ich beinand! Alles war zuviel. Das Licht, die Sonne zu grell und zu heiss, die Geräusche zu laut und die Schmerzen aufgrund der Muskelanspannung unbeschreiblich und in meinem Gehirn läuft Dominoday. Ein Gedanke stupst den nächsten an...

Trotz aller Schutzmaßnahmen wie Ohrstöpsel, Sonnenbrille, viel Wasser trinken, auf der Busfahrt meditieren, nahm ich wahr, wie ich auch Menschen feindselig empfand.

Es war mir alles zuviel! Das ist schon interessant. Aber nicht verwunderlich, weil es bei einer vermehrten Stresshormonausschüttung zu einer weiteren Deaktivierung des Reizfilters und somit Übersensibilisierung des autonomen Nervensytems kommt.

Und diese vermaledeite Mundschutzmaske als Zusatzreiz! Ich seh nix mit dem Ding! Es juckt in den Augen, die Nase läuft, der Mund ist trocken.... ich merke, dass mich das Ding noch reizbarer macht. Spannend!

Meine Mama wird mit dem Ding auch immer ganz fuchtig.

In dem Hypervigilanzmodus stört mich alles, was nicht passt. So machte mich das verkehrt herum getragene Namensschild meines D-Arztes wahnsinnig. Ich konnte mich kaum konzentrieren.

Das Ergebnis war, dass wir gestern keine Verbindung, keinen Kontakt zueinander aufbauen konnten. Wir haben zwar miteinander geredet, aber auch viel aneinander vorbei. Da übertrug sich meine Unruhe auf ihn. Dabei wollt ich das gar nicht.

Trotzdem hab ich es geschafft, mit meinem Ergorezept rauszukommen. Sprich: ich hab nichts vergessen! Cool! Dann hab ich es trotzdem besser im Griff als früher! Und ich kann die Missverständnisse auch gelassener hinnehmen. Ich nehme sie wahr. Richtigstellen ist mir in diesem Modus unmöglich. Ich sehe es mir nach und ihm auch. Das ist auch neu, dass ich das hinbekomme! Juchu!

Sogar als der Bus mir vor der Nase weggefahren ist, konnte ich ruhig bleiben und bin dann halt mit dem nächsten gefahren.

Als ich heimkam, war ich dann fertig und hab erstmal 3 Stunden geschlafen. Die Zusatzlast der Reizverarbeitung geht so auf's Hirn, dass man todmüde ist.

Und dann ist mir eine Idee gekommen... Also wenn Antibiotika durch die Nebenwirkung des Blutdruckabfalls, Stresshormone senken und man den Blutdruck auch mit Kneippen (Kalt-Wasser-Waten) senken kann, dann probier ich das doch gleich mal aus!

Es funktioniert! Meine Hand wird dabei lockerer und meine Füsse auch. Gut, hält noch nicht lange an... aber wenn ich das regelmäßig jeden Tag mache, dann sollte es langfristig mein Nervensystem herunterfahren.

Ergänze ich noch stehendes balancieren auf meinem Balancebrett oder einem Sitzball (den werd ich mir als neues "Spielzeug" im Homeoffice besorgen), dann sollte auch das noch seinen Teil dazu beitragen. Denn dabei bewegt man sich ja dauernd und weil jede Bewegung Stress abbaut, sollte das auch noch dabei helfen. Ach so funktioniert das! Und deswegen! Warum erklärt einem das denn keiner? Also den Hintergrund? Jetzt versteh ich die Zusammenhänge!

Noch ne Runde Schaukeln obendrauf, gern auch mal bäuchlings und der Vagusnerv freut sich! Die Hängematte muss ich auch noch ausprobieren! Denn die dürfte durch den Druck auch den Vagusnerv stimulieren und somit schmerzlindernd wirken.

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass die ganzen Geräte in der Reha nix anderes sind als Varianten von Kinderspielzeugen? Ihr könnt also genausogut Kinderspielzeuge verwenden! Das kann sogar günstiger sein.

Nochmal zurück zum Helfen. Dann dreht sich doch das ganze Leben darum, dass sich Menschen in Gemeinschaften gegenseitig dabei helfen, ihre eigenen Stärken auszubauen und damit selbsständig Probleme zu lösen. Und das ist dann ja schon wieder die Potentialentfaltung!

Es geht im Leben immer um's Lernen, weil es andauernd darum geht sich im Leben an Veränderungen anzupassen. Und das geht nur durch Lernen. Und Lernen tun wir mit und durch andere. Aber immer nur selbst. D.h. jeder muss selber lernen! Man kann nicht lernen lassen. Das funktioniert nicht.

Es geht immer um das Lösen von Problemen. Und mit jedem Problem, das wir lösen, haben wir wieder neue Stärken für die zukünftige Problembewältigung dazugelernt. Und so entfaltet man sich... wie eine Raupe, die zum Schmetterling wird. Cool!

D.h. jeder IST in seinem eigenen Leben Forscher UND Entdecker! Auf seinem ganz persönlichen Lern- und Lehrpfad der Persönlichkeitsentwicklung. Und durch sein Verhalten inspieriert und begleitet er auch andere und hilft ihnen, Zugang zu ihrem eigenen Potential zu bekommen.

Das ist der Funke der Begeisterung, der in jedem von uns steckt. Und wo er nur noch schwach glimmt, kann man ihn neu entfachen! Und dieses Miteinander ist ein Zusammenspiel. Wir Erwachsenen sollten wieder lernen miteinander zu spielen! Spielerisch zu lernen!

Ein Kollege von mir meinte, dass ein gutes Gespräch wie ein Musikstück ist und einen angenehmen Rhythmus hat. Ich hatte dabei eher an ein Tennis- oder Tischtennisspiel gedacht, wo sich beide Seiten gegenseitig die Bälle zuspielen. Also es geht um den Spass am Spiel, es möglichst lange in Bewegung zu halten, nicht darum den anderen mit Schmetterbällen zu besiegen.

Dann ist die Formel für Potentialentfaltung: Mit den gegebenen Mitteln das maximale erreichen. Und bei diesem Prozess ergeben sich bei jedem Schritt immer wieder neue gegebene Mittel. Weil immer wieder neue Stärken hinzukommen, von denen man gar nichts wusste und ahnte. Weil man das unterwegs auf seinem Weg gelernt hat. Oft passiert das ganz nebenbei. Und man nimmt es dann erst wahr, wenn einem jemand von aussen darauf hinweist.

Ich glaube auch dazu brauchen wir andere Menschen. Denn wir können uns unserer Stärken nur bewusst werden, wenn uns andere auf sie hinweisen! Zumindest ist das bei mir so. Bei Euch nicht?

Ach so! Auch Ärzte können nur Begleiter und Ratgeber auf diesem Weg sein. Sie können nicht Euer Problem lösen. Das müsst Ihr schon selbst tun! Es steht Euch auch frei, den Rat des einen abzulehnen oder gar entgegengesetzt zu handeln, weil es sich für Euch richtig anfühlt. D.h. Ihr entscheidet! Denn der Arzt kennt zwar die Krankheit, aber er kennt nicht Euch. Ihr kennt Euch am besten! Das heisst, ihr müsst entscheiden, was zu Euch passt und welchen Rat ihr annehmt und welchen nicht.

So hab ich ja auch oft genug in meinem Leben genau das Gegenteil von dem getan, was mir geraten wurde. Weil es sich für mich nicht richtig angefühlt hat. Und ich bin gut damit gefahren.

Cool! Wievielen coolen inspirierenden Menschen ich auf meinem Weg schon begegnet bin! Bin gespannt, wer da noch alles kommt. Einige begleiten einen nur eine Zeit lang, andere bleiben länger und gehen den Weg mit einem zusammen. Das ist wie bei einer Busfahrt. Da steigt ja auch der eine aus und der andere zu. Die Busfahrt des Lebens.

Soderlein und einen Comic gibt es heute auch noch! Das Bild bekomm ich sonst nimmer aus dem Kopf! :)

Donnerstag: Heut nur kurz. Ich bin müd. Heut isses anstrengend mit dem Regen und dem Wetterwechsel.

Reaktion einer Bekannten auf den gestrigen Comic. Die Ruhe des Lockdowns hat ihr gutgetan. Und jetzt tut sie sich schwer, sich wieder an den "normalen" Wahnsinn zu gewönen. Was die Frage aufwirft: Warum betrachten wir diesen Wahnsinn als "normal"?

"Die Decke ist mir nicht auf den Kopf gefallen, aber momentan fehlt mir etwas der Boden unter den Füßen."

Ich hab heute gelernt, dass Smileys auch Wertschätzung ausdrücken. Also sie übermitteln ein Gefühl. Weil mir mein Kollege ein Danke mit einem Teddybärchen geschickt hat. Der ist in den Smileys bei MS Teams dabei.

Ich brauch jetzt ein Nickerchen. Ade, blebd schee!

 
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Die Glaa aus ERH Nachwuschkraefte
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Die Glaa aus ERH Homeoffice Nebenwirkungen
06.06. bis 12.06. Allmächd!

Sonntag: Wir haben in den Organisationen gar kein Fachkräfteproblem! Wir haben ein Generalistenproblem!
Wie komm ich da drauf? Ich erklär es Euch.

Was ist ein Generalist? Ein Generalist, ist jemand, der Fachwissen in mehreren Bereichen hat und so die Schnittstelle zwischen verschiedenen Spezialisten bildet. Er vermittelt, übersetzt zwischen den Spezialisten und kann das theoretische Wissen der Spezialisten praktisch anwenden. Sprich: er ist der Praktiker. Der, der das ganze zusammenhält. Er ist auch der, der das Wissen aus verschiedenen Fachbereichen zu neuen Erkenntnissen verknüpft. Was ich gerade auch tue.

Er ist still, beweist sein Können durch Taten. Auf ihn ist Verlass. Er springt in die Bresche wenn es brennt. Er stellt das Gemeinwohl über sein eigenes.

Unsere Gesellschaft wird von den lauten geführt. Also von Spezialisten. Die sehen die Welt aus ihrer jeweiligen Spezialistenperspektive. Im Ganzen. Logisch. Ihre Wahrnehmung ist auch physiologisch genauso ausgerichtet.

Spezialisten brauchen Zeit um zu neuen Erkenntissen zu kommen. Das heisst Spezialisten sind eher starr veranlagt. Es braucht alles seine Zeit. Sie brauchen also entsprechend Zeit und Ruhe, um ihre Arbeit zu machen. Mit Corona könnt Ihr ja sehen, was Druck in der Wissenschaft anrichtet. Er schadet. Weil zu schnell Daten publiziert werden. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Dagegen sind Generalisten wahnsinnig flexibel. Sie sind die Verbindungsstellen zwischen den Spezialisten und Fachbereichen. Sie kennen die Bereiche, die sie verbinden sehr gut. D.h. sie kennen mehrere Sichtweisen. Je mehr Sichtweisen man kennt, desto flexibler kann man auch auf eine Situation reagieren.

Ihre Wahrnehmung ist anders. Sie ist detaillorientierter. Sie sehen also die Gemeinsamkeiten in den Unterschieden. Ihnen fallen Dinge auf, für die die Spezialisten (betriebs-)blind sind. Das liegt auch daran, weil sie von Natur aus mit einem sensibleren Nervensystem ausgestattet sind, dass diese Details wahrnimmt. Sprich: es liegt auch in ihrem Nervensystem. Das finde ich sehr spannend. Denn das prägt unsere Wahrnehmung.

Leider hat die Leistungsgesellschaft von heute (die westlichen Länder) genau diese Tatsache übersehen. Generalisten haben es hier sehr schwer , ihren Platz zu finden. Sie müssen in der Gesellschaft von heute oft gegen den Strom schwimmen, weil sie nicht für sie gemacht ist!

Sprich unsere Gesellschaft nagt selbst am Kitt, der sie zusammenhält. Mit verheerenden Folgen.

Bildlich ausgedrückt: stellt Euch den Eiffelturm vor. Die Längsstreben sind die Spezialisten. Die Querstreben sind die Generalisten. Was passiert, wenn man die Querstreben einspart (entlässt, outsourced)? Was passiert, wenn man die Querstreben nicht wartet (wertschätzt)?

Die verbliebenen Querstreben müssen immer mehr Druck standhalten. Da Generalisten sehr still und anpassungsfähig und auch aufgrund des Gewöhntseins gegen den Strom zu schwimmen, sehr flexibel (resilient) sind wie ein Chamäleon, können sie das auch sehr lange Zeit kompensieren. Weil sie still sind und sich daran gewöhnt haben, dass sie mit Druck und Reibung zurechtkommen müssen, ist ihnen gar nicht klar, was sie da leisten. Sie springen in die Bresche, wenn es brennt. Sie tun es zum Wohle aller.

Das geht also lange Zeit gut... scheinbar... denn Generalisten haben auch noch eine weitere wichtige Aufgabe. Sie stellen das Grundgerüst des Vertrauens in einer Organisation. Denn sie gewinnen Vertrauen durch ihr Handeln. Durch Ihre Zuverlässigkeit. Sie halten Termine ein , sie halten was sie versprechen. Und wenn nicht, dann haben sie einen guten Grund dafür.

Dieses Vertrauen sorgt für das Klima, in dem das zarte Spezialistenpflänzchen gedeihen kann.
Was passiert jetzt, wenn Generalisten wegbrechen, eingespart werden?

Die Spezialisten werden verunsichert. Sie finden kein Wohlfühlklima mehr vor. Sie verheddern und verzetteln sich, weil die wichtigen Schnittstellen zu anderen Spezialisten und Fachabteilungen plötzlich fehlen. Denn die Generalisten kümmern sich um die Kommunikation zwischen den Abteilungen. Sie sprechen beide Sprachen fliessend und übersetzen die Fachsprache der einen Abteilung in die Fachsprache der anderen.

Spezialisten ist nicht mal bewusst, dass sie verschiedene Sprachen sprechen!!!! Was passiert? Sie missverstehen sich. Die Missverständnisse nehmen also signifikant zu. Das wird teuer. Denn das kostet Zeit, Nerven und Kunden und in der Folge viel Geld. Mehr Geld, als man durch die Reduzierung der Generalisten eingespart hat. Das heisst, die Einsparung kommt uns teuer zu stehen! Weil wir uns nicht mehr verstehen. Die Kommunikationsprobleme nehmen zu. Diese werden wiederum durch die zunehmend verunsicherten Spezialisten mit noch mehr Kommunikation bekämpft. Was zu noch mehr Missverständnissen führt. Physiologisch vollkommen logisch.

Es kommt zur Meetingeritis. Und viele Spezialisten (aus Unsicherheit werden immer alle eingeladen! Man könnte ja jemanden vergessen! Und Spezialisten wissen ja nicht wen sie einladen müssten, denn das wussten ja nur die Generalisten, die nicht mehr da sind) sitzen den ganzen Tag in Meetings und kommen nicht mehr zu ihrer eigentlichen Arbeit. Das erzeugt noch mehr Druck auf die Spezialisten. Endlosschleife. Deadlock. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Das ist den Spezialisten aber nicht bewusst. Denn die Arbeit, die die Generalisten machen, machen sie ja still und leise. D.h. die Spezialisten sind sich deren Arbeit gar nicht bewusst. Und weil sie es nicht besser wussten, sind ja einige von ihnen erst auf die Idee gekommen die Generalisten einzusparen. Aus ihrer Sicht vollkommen logisch.

D.h. die Spezialisten sägen also an dem Ast auf dem sie sitzen. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Verunsicherte Spezialisten verhalten sich wie kleine Kinder oder ADHSler. Weil ihnen nicht bewusst ist, wo die Ursache des Problems liegt, Spezilisten denken symptomorientiert (Generalisten denken ursachenorientiert), versuchen sie also das Problem symptomatisch zu lösen. D.h. sie versuchen mit mehr von dem, was bisher nicht funktioniert hat, das Problem zu lösen. Sie kennen keine andere Lösung. Und sie sind auch nicht gut darin bestehendes in Frage zu stellen (das ist ein Stärke der Generalisten). Bei uns wird ein Softwaretool nach dem anderen neu eingeführt. Da die Spezialisten aber ihr Verhalten nicht ändern , nur das Tool, verschlimmert sich das Problem und die Situation mit jedem neuen Softwaretool.

Auch für die Generalisten, denn die müssen die Scheisse ausbaden. Wenn jemand versucht aufzuräumen und der Lage Herr zu werden, dann sind es die Generalisten. Doch die sind in der Minderheit. Sie kommen gegen die Übermacht der choaosstiftenden und chaosschaffenden Spezialisten nicht an! Nicht ansatzweise!

D.h. die Spezialisten rennen nun nicht mehr jeden Tag gegen die Wand, sondern stündlich, in der Überzeugung, dass dann die Wand doch nachgeben sollte. In ihrem Tunneldenken sind sie also für andere Lösungen betriebsblind.

Ein Generalist sieht die Tür, die einen Meter neben der Wand ist. Und könnte den Spezialisten an die Hand nehmen und ihn durch sie hindurchführen. Leider hat man ihn wegrationalisiert oder er wird inzwischen mit dem immer-mehr-an-immer-gleichen-Spezialistenprozessen so in seiner Arbeit behindert, dass er nicht mehr dazu kommt. Spezilisten neigen auch dazu, dass sie ihr liegengelassens Spielzeug nicht aufräumen. D.h. es kommt immer mehr neues dazu, ohne dass das alte beendet wird, von dem aber noch andere Fachabteilungen betroffen sind. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Die verbliebenen Generalisten werden immer frustrierter. Sie kommen mit der Situation noch weniger zurecht, weil die Übermacht der Spezialisten jedes neue Softwaretool als die eierlegende Wollmilchsau durch das Dorf jagt. Dabei übersehen die Spezialisten, dass sie die eierlegende Wollmilchsau ja gerade outgesourced oder entlassen haben oder mit immer neuen Regelungen und Bürokratie, die die Spezialisten für ihre Sicherheit vermeintlich brauchen, das flexible Handeln den Generalisten unmöglich gemacht haben. Sprich: die Spezialisten verschlimemrn durch ihre Unsicherheit die Situation für die verbliebenen Generalisten auf hochpotente Art und Weise!

Was passiert? Durch die Überbelastung fliegen einzelne Querstreben aus dem Eiffelturm. Sie kündigen und verlassen die Firma freiwillig. Oder sie brechen (Burnout, Krankheit). Des is fei a ned grod as gsündeste!

Das Konstrukt wird noch instabiler , wackelt und fällt letztendlich in sich zusammen. Die Sprache sagt es auch ganz eindeutig: Viele Köche verderben den Brei. Den Magen auch. Also wird nicht nur der Spezialist und der Generalist krank sondern die ganze Organisation.

Dasselbe zeigt die Coronakrise mit den systemrelevanten Berufen. Denn das sind Berufe, die man nicht macht, um viel Geld zu verdienen. Sondern aus anderen Motiven. Weil man Menschen helfen möchte. Das hat man nun davon: keine Wertschätzung, Outsourcing und eine Verschärfung der Last. Anstatt Menschen zu helfen, wird man selbst hilflos. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Wie lösen wir nun das Problem?
Indem wir ein Bewusstsein für den Generalisten schaffen. Es gibt natürlich auch Mischformen. Wahrscheinlich ist es ein Spektrum zwischen absolutem Spezialist und absolutem Generalisten. Und die Wahrnehmungen unterscheiden sich entsprechend. Und die Sichtweisen.

Indem wir den Generalisten ein Selbstbewusstsein geben! Und seine Daseinsberechtigung. Also Wertschätzung! Und entsprechende Lebens- und Arbeitsbedingungen für ihn schaffen.

Generalisten müssen mit Spezialisten zusammen nach Lösungen suchen. Gemeinsam! Sie dürfen sich nicht im stillen Kämmerlein verkriechen. Das werden sie auch nicht mehr tun, wenn ihre Meinung gewürdigt und wertgeschätzt wird. Das kommt dann von ganz alleine. Das kommt auch, wenn es ums Überleben geht. Auch dann werden wir mutig und gehen auf die Spezialisten zu. Leider sind derzeit nicht nur betriebsblind sondern auch noch taub für uns und unsere Sichtweise. Weil sie so verunsichert sind, weil wir um sie herum fehlen!

D.h. das Fehlen der Genralisten wirkt sich rekursiv auf die Spezialisten und auf die Generalisten aus. Eine Rekursion ohne Abbruchbedingung. Eine Endlosschleife. Wenn Ihr das am Rechner macht und programmiert, dann stürzt er ab. Einer Organisation passiert dasselbe. Sie fällt auseinander. Oder zusammen. Je nachdem wie Euer Blickwinkel ist.

Einen Rechner kann man neu booten und das Programm korrigieren. Das sollten wir auch tun.

Deshalb möchte ich heute an dieser Stelle Euch Generalisten dazu aufrufen, Euch in Euren Firmen, Organisationen aktiv einzubringen! Denn nur MIT EUCH kann eine Lösung aus den jetzigen und zukünftigen Krisen gefunden werden! Durch Eure einzigartige Sichtweise! Durch Euer Wissen! Durch Euer Wissen wie man das theoretische Wissen fachübergreifend anwedet! Ihr seid wichtig! Genauso wichtig wie die Spezialisten! Nur zusammen können wir das packen!

Wisst Ihr , ich bin es ja gewohnt gegen den Strom zu schwimmen, aber ich ganz allein, werd das nicht sicher nicht hinbekommen. Ich brauche Eure Hilfe! Und Ihr wisst verdammt gut, wieviel Überwindung und Mut es mich , einen der Euren kostet, Euch darum zu bitten! Also bitte: Bringt Euch ein, da wo Ihr seid, da wo Ihr Euch auskennt! Wenn Ihr es nicht tut, wird es niemand tun.
Danke!

Denn wer weiss, es könnte ein Generalist sein, der eine Lösung für das Coronavirus findet. Indem er unterschiedliche Sichtweisen von vielen Fachbereichen miteinander verknüpft.
Also worauf wartet Ihr? Traut Euch!

Ich tus ja auch. Und was soll schon gross passieren? Dass sich die Erde auftut und Euch verschlingt? Ich hab es jetzt schon mehrfach gemacht und das ist bisher noch nie passiert... Also...

Donnerstag: Die letzten Tage waren sehr lehrreich. Ich hatte damit zu tun, mein Nervensystem zu beruhigen. Denn die Wetterachterbahn macht ihm ganz schön zu schaffen. Gestern abend und heut nacht war es am schlimmsten. Ich hab also wieder tief in die Trickkiste gegriffen:

Viel Leitungswasser getrunken (die Kohlensäure macht es schlimmer, also verzichte ich drauf), bin viel spazierengegangen, war im Wald und an der frischen Luft auf Besorgungs- oder Physiotour. Ich bin zufriedener, wenn der Spaziergang einem Zweck dient. Und dann bin ich ganz froh, wenn ich ein Päckchen aufgeben kann oder eine Schale Erdbeeren aus dem Bioladen (der Duft liess mir gleich das Wasser im Mund zusammenlaufen...) mitnehmen kann. Auch als Liebesbeweis für meine Mama. Die steht derzeit auf Erdbeeren. D.h. ich kann ihr damit auch gleichzeitig eine Freude machen. Und das ist sehr schön.

Denn das ist ja auch Beziehungsarbeit. Ich dachte ja früher immer, dass die um mich herum, die wie magisch miteinander interagierten, sich auch immer verstehen und dass das Beziehungsarbeit ist.

Nun stell ich aber fest, dass der soziale Autopilot ja nichts anderes ist, als das, was man als Kind in seinem Umfeld vorgelebt bekommt. Daher übernimmt man so unbewusst das Verhalten der Eltern, die das wiederum von ihren Eltern übernommen haben. D.h. wenn man jung ist, möchte man nie so werden wie seine Eltern, doch irgendwann stellt man dann fest (meistens muss das einem aber sagen, weil man ein völlig anderes Bild von sich hat, weil man es ja immer gut gemeint hat) , dass man sich genauso verhält wie die Eltern.

Das ist mir auch passiert. Und als ich das mal meiner Mama gesagt habe, da war sie erst sehr sauer. Denn damit hat sie sich ja persönlich angegriffen gefühlt. Das verstehe ich inzwischen. Das ist allerdings ihr Gefühl und hat mit ihr zu tun. Nicht mit mir. Also fühl ich mich jetzt nicht mehr für ihren Ärger in solchen Situationen verantwortlich. Was nicht heisst, dass ich ihn nicht nachvollziehen kann. Weil es mir ja auch so gegangen ist.

Mir hat eine Krankenschwester im hiesigen Krankenhaus gesagt, dass ich wie mein Papa bin. Und das hab ich überhaupt nicht verstanden. Weil ich ja gar nicht wie mein Papa aussehe. Eher wie meine Mama. Das hat sie aber gar nicht gemeint. Sondern, dass ich die meisten Eigenschaften von meinem Papa habe. Das fand ich anfangs sehr irrtierend und verwirrend, weil ich nicht verstanden habe, wo ich ihm ähnlich sein soll.

Im Gegenteil, er hat mich ja nie so akzeptieren können wie ich war. Ich konnte ihm nichts recht machen. Alles was ich sagte, war falsch. Also hab ich dann halt nix mehr gesagt. Was ich gemacht habe auch. Ich habe immer mein Bestes gegeben. Doch es wurde nie so wahrgenommen. Das hat mich sehr verunsichert. In der Schule war das nicht anders. Wenn ein Mensch Dich anschreit, und Du keine Ahnung hast, was Du falsch gemacht hast, dann ist das halt nicht hilfreich, ein Selbstbewusstsein aufzubauen. Deswegen hatte ich keines. Und damit auch kein Urvertrauen.

Das ist ja klar, wenn die Umwelt auf einen, egal wie gut man es meint und wieviel Mühe man sich gibt, nur mit Irritation, Wut und Aggression reagiert, dann ist es ja logisch, dass man allem und jedem misstraut. Denn die Umwelt verhält sich aus meiner Sicht ja total unberechenbar.

Heute verstehe ich, dass ich nicht anders konnte, weil mein Hirn anders funktioniert. Es nimmt die Welt sehr fragmentiert wahr. Das wusste ich halt nicht. Denn ich hatte ja keinen Vergleich. Anders wie der Mann, der im zweiten Weltkrieg im Frontallappen eine Kugel abbekommen hat und dann mit massiven Wahrnehmungsveränderungen zu kämpfen hatte aus dem Buch: The man with a shattered world von A.R. Luria.

Der hat nämlich den Vergleich zu vorher und nachher. Soweit ich es verstehen kann, hat er vorher in Wörtern gedacht und die Welt im Ganzen erlebt. Also seine Wahrnehmung war ganz anders als meine. Damit kann man sich einfacher in der Welt zurechtfinden. Und auch im Raum. D.h. es spiegelt sich auch in der Körperkoordination. Weil im Frontallappen die Wahrnehmungen automatisch miteinander verbunden werden.

Ist der Frontallappen geschädigt, dann funktioniert das nicht mehr. Er nimmt die Welt nur noch in Fragmenten wahr. Und das ist bei mir auch so. Auch viele Dinge, die ihm Schwierigkeiten machen, die er beschreibt, habe ich auch. So wie dass ich mein Denken nicht in Worte fassen kann. Das kann ich im Schreiben viel besser als beim Reden. Weil die Kommunikation zwischen meinem Hirn und meinem Mund nicht immer funktioniert. Bei ihm ist es ähnlich.

D.h. ihm ging es auch oft wie mir, dass ihn jemand was gefragt hat, er aber nur verzögert antworten konnte oder gar nicht. Auch weil er oft die Frage schon nicht verstanden hat bzw. in seinem Hirn die Frage analysieren musste und sie logisch keinen Sinn ergab.

Das gleiche Problem hatte ich mit Textaufgaben in der Schule. Hinzukommt noch ein Kurzzeitgedächtnis, dass sich nur den letzten "Buffer" (Sprach-Block) merken kann. So kann er genauso wenig wie ich Kopfrechnen. Wenn wir es aufschreiben können, dann geht das. Ansonsten nicht.

Warum? Weil man dazu ein gutes Kurzzeitgedächtnis braucht.
Rief z.B. ein Lehrer : Was ist 2 x 2?
Dann war in diesem Moment der letzte Block: die letzte 2 in meinem Hirn. Alles andere das x und die erste Zahl kann sich mein Hirn nicht merken.

Mit dem Endergebnis, dass ich in der Schule (wo die Umgebung laut und angespannt war und ich mit der Frage auch noch überrascht wurde) als Ergebnis: 2 herausstotterte. Logisch, weil das der Inhalt des letzten Blocks war. Das letzte Zeichen sozusagen. Nur das war ja noch in meinem Hirn vorhanden.

Das Ergebnis war, dass mich der Lehrer vor der gesamten Klasse fragte, was ich hier in der 7. Klasse im Gymnasium zu suchen hatte. Er machte mich vor der gesamten Klasse fertig. Das war sehr entmutigend. Ich glaube, heute würde man das auch Mobbing nennen. Denn sowas macht man einfach nicht. D.h. ich hörte sowohl daheim von meinem Papa, dass ich zu nichts nutze war als auch in der Schule. Und die meisten anderen Schüler liessen mich mein Anderssein auch spüren. Und so konnte ich mich selbst nicht verstehen und nicht annehmen wie ich war. Denn die meisten in meinem Umfeld vermittelten mir ja, dass ich so wie ich war, nicht okay war. Nur hatte ich keine Ahnung was ich falsch machte, denn ich tat ja immer mein Bestes. Und dann zweifelt man an sich selbst und zieht sich nur noch mehr in das Schneckenhaus zurück. Das passt ganz gut, weil man ja auch dauernd zur Schnecke gemacht wird.

Mit dem Sportlehrer ging es mir ja ähnlich. Weil mein Gedächtnis sich leider nicht merken kann, wie man Schrauben rein oder rausdreht und ich auch mit der Zusammenführung der Wahrnehmung Probleme habe (ich muss das ja zu Fuss über den präfronteralen Kortex machen, das ist viel langsamer und kostet viel mehr Energie, weil das Wahrnehmungszentrum bei mir nicht funktioniert) und damit auch mit der Fein- und Grobmotorik (ich bin sehr ungeschickt), und auch mit der Unterscheidung von rechts und links enorme Probleme habe, und damit meinen Körper im Raum wahrzunehmen (deswegen laufe ich gegen Türrahmen und Wände oder bleibe an Türklinken hängen), und mir vom Gesagten auch nur immer das letzte Bruchstück aufgrund der Kurzzeitgedächtnisproblematik merken kann, wurde ich angefaucht.

Wenn ich ein was gelernt habe, dann dass ich aus unerfindlichen Gründen angeschrien werde. Das ging mir ja auch auf Reha so. Man gewöhnt sich irgendwann dran. Das ist das, was man dann lernt. Dass man falsch ist. Obwohl man der aufrichtigste und ehrlichste Mensch ist. Denn mir fehlt ja die Fähigkeit zu lügen. Denn dazu braucht man ein gutes Kurzzeitgedächtnis. Und das habe ich nicht. Deshalb sage ich immer die Wahrheit. Leider mag die in unserer Gesellschaft keiner hören.

Und das zweite Problem ist die, dass ich nur in Sachinformationen kommuniziere. Mimik und Gestik ist mir nicht möglich. Auch eine Prosoidie (Stimmmelodie) habe ich nicht. Meine Stimme klingt ruhig und monoton. Mein Hirn zwingt mich dazu. Nur glauben Menschen eher der Mimik und Gestik und der Prosodie und dem Blickkontakt. Tja und das alles überfordert mein Hirn. Das kann es nicht!

Weil es mit Details arbeitet. D.h. wenn ich etwas ansehe, z.B. meinen PC-Monitor, dann zieht ein Detail meinen Blick an. Also seh ich nur den Einschaltknopf oder das Symbol darauf oder das grün leuchtende Licht daneben. Ich sehe nie den gesamten Monitor! Ich nehme die Welt also in Bruchstücken wahr!

Und muss sie dann mühsam im Hirn wie ein Puzzle zusammensetzen und daraus einen Sinn ableiten. Das alles über den präfronteralen Kortex anstatt wie viele von Euch über die automatische Wahrnehmungszentrale. Die ist bei mir kaputt. Da sitzt wahrscheinlich auch der soziale Autopilot, mit dem Ihr Euch in der sozialen Welt zurechtfindet, denn die soziale Interaktion ist ja stark mit den Wahrnehmungen verknüpft. Also muss es ja so sein.

Ihr seid Euch nicht bewusst wieviel Sicherheit Euch diese Fähigkeit der Wahrnehmungszentrale gibt. Denn sie arbeitet ganz automatisch unbewusst. Energieeffizient. D.h. Euch machen soziale Interaktionen Spass! Euch macht es Spass, wo Krach und Lärm ist. Weil ihr anders konfiguriert seid.

Für mich ist das alles enorm anstrengend. Weil ich es mit dem präfronteralen Kortex durch analysieren und verstehen, verarbeiten muss. Das kostet sehr viel Energie!

Da mein Hirn mit der Detailflut umgehen muss, arbeitet es sehr schnell und muss die Daten entsprechend anders ablegen. Es kann sie nicht im ganzen strukturieren und in einer Struktur ablegen. Das funktioniert mit Massendaten nicht. Sonst hätte man auch im Internet eine Einstiegsseite und würde sich von dort aus in linearer Struktur weiterklicken. Das macht bei Massendaten auch gar keinen Sinn. Dort ist die Struktur die Assoziation! Die ist da klar im Vorteil.

Deswegen weiss ich auch, welche Begriffe ich in eine Suchmaschine eingeben muss, um Treffer zu finden. Da ist Euch Eure lineare Denkstruktur im Weg. Denn das Internet denkt so nicht! Es muss ja in einem Wust an Informationen mit entsprechenden Schlagworten schnell etwas finden. Genauso funktioniert mein Gehirn. Auch ich muss mich durch viel mehr Informationen (als in einem Worddokument) hindurchwühlen.

Älteren Menschen geht es auch so. Denn auch sie haben mehr Daten durch ihre Lebenserfahrung im Gehirn. Und dann dauert die Suche nach bestimmten Inhalten halt länger. Das ist bei jeder Datenbank auch so. Enthält sie wenige Daten, dann ist auch die Suche schneller. Je mehr Daten drin sind, desto länger dauert die Suche. Deshalb sollte man sich auch bei Big Data auf das, was man finden will, konzentrieren und nicht alle Daten sammeln.

Snowden sagte das auch so schön:"If you collect everything, you understand nothing."

Das gilt auch für das Gehirn. Je grösser die Datenflut, desto grösser die Unsicherheit. Das merkt Ihr ja auch an der Nachrichtenflut. Sie verunsichert die Menschen. Weil die Flut an Informationen auch widersprüchlich ist. Das ist aber wiederum logisch, weil ja jeder Mensch eine andere Wahrnehmung und somit eine andere Sichtweise hat.

Früher kam man aber nur mit einer handvoll Menschen an einem Tag in Kontakt. Und da kann das Gehirn die neuen Sichtweisen auch mengenmäßig eingruppieren und daraus lernen.

Mit der Nachrichtenflut bekommen wir eine Überdosis an verschiedenen Sichtweisen frei haus geliefert. Zuviele Sichtweisen kann aber unser Gehirn nicht auf einmal verarbeiten.

Die Woche hab ich das auch gemerkt. Ich hatte viele Besprechungen seit Montag. Und aus jedem Gespräch hab ich wieder viel gelernt. Soviel, dass mein Gehirn Schwierigkeiten hatte, mit der Nachverarbeitung (Gedankenrasen) hinterherzukommen. Deswegen hab ich auch so lange gebraucht, bis ich das hier zusammenschreiben kann. Erst wenn die Gedanken und Sichtweisen eingeordnet worden sind und ihren Platz gefunden haben, kann ich sie auch herunterschreiben. Das geht dann schneller. Das gehört anscheinend zur Verfestigung des Gelernten noch dazu. So macht das auch Euer Gehirn. Aber nicht ganz so extrem wie meins. Wenn Ihr auch so seid, dann würde ich Euch gerne kennenlernen und mich mit Euch und Euren Überlebensstrategien mal austauschen.
Es könnte Spass machen! :)

D.h. ich glaube, dass unser Gehirn für die Grösse der Gemeinschaften und der Meinungsflut unserer westlichen Gesellschaft einfach nicht geschaffen ist. Das ist zuviel!

Wow! Ich hätte nicht gedacht , dass ich hier bei dieser Erkenntnis lande. Das ist der Vorteil eines assoziativ strukturieren Gehirns und des Internets... man geht von einem Startpunkt aus und folgt den Hinweisen wie bei einer Schatzsuche. Das Indiana Jones Prinzip. Das passt ja auch namentlich zu mir. D.h. wir sind Jäger der Informationen und Informationen enhalten ja die Sichtweisen desjenigen, der sie zusammengestellt hat, also sind wir immer auf der Jagd nach neuen Sichtweisen und erweitern so unser Sichtfeld. Und somit wachsen wir als Persönlichkeit und entwickeln uns weiter.

Allerdings glaube ich auch nicht, dass der Lehrer das absichtlich und mit böser Absicht gemacht hat. Sein sowieso schon strapazierter Geduldsfaden ist gerissen. Es war gedankenlos. Es war sein Überlebensinstinkt. Anscheinend hat er sich in der Klasse auch nicht wohl gefühlt.

Und da konnte er halt nicht empathisch reagieren. Er konnte meine Not und Angst nicht sehen. Dafür war er betriebsblind. Wahrscheinlich hatte er einen harten Tag. Ständig andere vertreten und so grosse laute Klassen zu unterrichten mit so vielen Kindern, die alle unterschiedliche Fähigkeiten und Problemen haben, ist ja auch nicht einfach.

Ich glaube aber, dass es einfacher für ihn werden könnte, wenn er seine Sichtweise auf die Fähigkeiten der Kinder anstatt auf ihre Defizite richten würde. Denn wenn mich jemand ermutigt, dann kann verbessern sich die Defizite nämlich auch. Weil das dann automatisch schon passiert, wenn ich mich in Sicherheit und wohl fühle und weil ich dann auch erst lernen kann.

Wenn man Angst hat und entmutigt ist, dann geht das nämlich nicht. Also müsste ein Lehrer jeden einzelnen Schüer mit seinen Stärken wahrnehmen, nicht mit dem was er nicht kann.

Also ist jede Arbeit oder jede Gemeinschaft nur so gut wie die Qualität der Beziehungen zwischen den einzelnen Mitgliedern. Nur wenn sie auf Vertrauen fusst (warum nicht händet? Oder armt?), gelingt die Potentialentfaltung und die Persönlichkeitsentwicklung. Ansonsten stagniert die Weiterentwicklung. Wir lernen nichts dazu.

D.h. jede Gemeinschaft (egal ob Familie, Ehe, Abteilung, Firma, Verein, Partei, Staat, Stadtrat, Selbsthilfegruppen, Hobbygruppen ...) basiert auf Beziehungsarbeit. Nur wenn wir aufeinander offen zugehen und unsere Gefühle in Worte fassen und dem anderen damit sagen, was wir brauchen, kann der uns verstehen. Denn wir leben ja in unterschiedlichen Wahrnehmungswelten und somit in unterschiedlichen Wahrheiten. In Parallelwelten sozusagen. Wir können nur über unsere Taten Vertrauen aufbauen und anderen signalisieren, dass sie sich auf uns verlassen können und dass wir sie mögen.

z.B. bekam ich gestern einen netten Kommentar im Strickforum zu meiner pony chart:

"Thank you so kindly for this chart.
I modified it slightly to make socks for a friend injured after a riding accident and they mean so much to her.
THANK YOU so very much for your beautiful work."

Ich antwortete: "Hi xyz, thanks for this lovely comment!
I hope your friend gets well soon! This is so kind of you to cheer her up! She will therefore get well much quicker!
Because friendship and care boosts the immune system and the healing powers!

Give her a get well from me, too!
You are a great friend!
Many greetings from Germany to.... "

Das weckt Erinnerungen an mein erstes Sockenmuster, das ich kostenlos eingestellt habe. Ich wollte eine Kollegin aufmuntern, der es damals nicht so gut ging. So gut kannte ich sie nicht. Nur auf Arbeit hatte ich mit ihr Kontakt. Ich hab sie gefragt, ob ich ihr mit einem Paar selbstgestrickte Socken eine Freude machen könnte. In meinem Kopf kreiste die Vorstellung von einem Paar aus selbstringelnder Sockenwolle. Das ist auch schon viel Arbeit, aber einfacher als jedes Strickmuster.

Sie war dann ganz begeistert und rief:"Welche mit Rentieren drauf!"
Oje! Dass hatte ich jetzt nicht erwartet. Und es irritierte mich auch, dass sie soviel Arbeit von mir einzufordern schien. Nun hatte ich es aber angeboten und stand zu meinem Wort. Das Ergebnis war eines meiner meistheruntergeladenen und gestricken Sockenmuster.

Ich lernte dabei Fair Isle stricken, die Technik mit der linken Hand den einen Faden zu halten und mit der rechten den anderen. D.h. ich nutzte das ganze als Chance. Und es war dann meinen Eintrittskarte in die Welt der Fair Isle und Strickmuster. Denn im Anschluss konnte ich meine Muster viel schneller stricken. Die Fair Isle Technik beschleunigt nämlich (durch Automatisierung des Strickens durch einen speziellen Rhythmus) ähnlich wie das 10 - Finger - System beim Tippen den Arbeitsprozess.

Erst gestern hab ich gelernt, dass ich auch anders hätte reagieren können. Diese Option sah ich damals allerdings nicht. Und es war ja auch gut so, weil ich sonst nie mein Kleingewerbe angefangen hätte. Also für meine Persönlichkeitsentwicklung war also das, was ich getan habe, genau richtig.

Ich hätte nämlich (allerdings braucht mein präfronteraler Kortex länger dazu das Gespräch zu analysieren) auch sagen können, dass das, was sie sich da wünscht mir zuviel Arbeit ist. Sie war sich dessen nämlich gar nicht bewusst. Sie war sich nicht bewusst, was sie das von mir verlangte. Denn als ich von selbstgestrickten Socken redete, entstand in ihrer Vorstellung halt nicht die selbstringelnde Socke sondern das Bild von kuscheligen weihnachtlichen Norwegersocken.

Das war ja nicht böse gemeint. Es war auch nicht frech. Hier trafen einfach verschiedene Sichtweisen, Wahrnehmungen und Erfahrungen aufeinander. Nur ich als Absender hätte es aufklären können.

Nur konnte ich das halt damals auch nicht. Weil ich noch nicht soweit war.

Das hab ich erst gestern verstanden, weil ich meine Freude über die immer besser werdende Zusamemnarbeit mit zwei Kolleginnen mit ihnen teilte. Und ich ihnen sagte, wie toll ich das finde.

Vor dem Hintergrund erklärte mir meine Kollegin, dass ihr gar nicht klar war, wieviel Arbeit mein Vorgänger ihnen abgenommen hat. Das war ihnen gar nicht bewusst! Das war sehr befreiend für beide Seiten. D.h. sie dachten die ganze Zeit, weil mein Vorgänger nicht gesagt hat, wie es ihm mit der vielen Arbeit ging und weil er die Arbeit meinen Kolleginnen nicht zutraute und er selbst die Kontrolle dafür übernahm, dass sie schon ganz viel machen!

Hätte mein Kollege einfach gesagt, wie es ihm mit der Arbeit geht und dass es ihm zuviel und zu anstrengend wird und mit der Kollegin zusammen nach einer für beide Seiten ausgeglichenen Geben-Nehmen-Lösung gesucht, dann wäre diese Schieflage eher aufgefallen, bewusst geworden und es wäre viel Leid und Ärger und Hilflosigkeit und Wut erspart geblieben.

Es wäre viel gesünder gewesen!

Jetzt bin ich total froh, dass wir dieselbe Sprache gefunden haben. Sicher werden wir uns auch wieder missverstehen, aber wenn das Vertrauen da ist, dann werden die Beteiligten Probleme frühzeitig ansprechen. Denn das tut man halt, wenn man jemanden vertraut. Denn den kennt man dann ja und dann traut man sich auch mal nachzuhaken. Anstatt Angst davor zu haben, ihm zu Nahe zu kommen.

Wieso hat man eigentlich Angst davor, Menschen zu nahe zu kommen? Das ist doch was schönes. Das IST doch Vertrauen! Komisch. Ist das auch wieder so eine soziale Regel, die irgendjemand mal aufgestellt hat? Warum? Wozu ist die gut?

Obwohl... eine Bekannte von mir, sagte mir neulich, dass ich ihr zu nah gehe. Das verstehe ich, weil ich es ja auch unangenehm finde, wenn man mich ungefragt berührt. Also ohne meine Erlaubnis.

Neulich hat mir ein Gassigeher gesagt, ich soll seinen Hund nicht am Kopf berühren und streicheln (kleine Kinder wollen das immer), und dann wird der Hund böse. Er meinte, das ist ja natürlich, denn ich möchte ja auch nicht von jedem Fremden am Kopf getätschelt werden.

Seltsamerweise machen das aber viele Menschen bei kleinen Kindern. Oder dieses Armtätscheln. Das machen bei mir viele Menschen. Nur bei Menschen, die imich gut kennen, finde ich es nicht unangenehm.

Vielleicht machen Kinder das, weil es ihnen selber nicht besser geht? Weil sie gelernt haben, das zu ertragen, obwohl es ihnen unangenehm ist. Meine Mama hatte mal Bekannte, die immer Küsschen auf die Wange gaben. Uns auch. Das ist mir unerträglich. Weil ich das als übergriffig empfinde. Genauso geht es mir mit Umarmungen. Da muss die Chemie stimmen.

Die Chemie ist ja auch von den (Stress)hormonen gesteuert. Phermomone sorgen für gegenseitige Anziehung. Oder Abstossung. man kann sich dann wirklich nicht oder sehr gut riechen. Das sagt ja schon die Sprache.

Sein Hund hat mich schon weitem gesehen und mir die Einwilligung durch den Blickkontakt und sein Interesse gegeben. Er hat es mir erlaubt, ihn am Kopf und der Schnauze zu kraulen und hinter den Ohren auch. Das hat der Mann aber nicht gesehen. Denn er kann nicht so gut riechen und sehen und wahrnehmen wie sein Hund.

Ich glaube, dass mein Nervensystem dafür bessere Antennen hat. Das sieht jetzt bestimmt lustig aus. Vielleicht fühl ich mich deshalb so oft wie ein Ausserirdischer. Die werdne ja auch gern mit Antennen gezeichnet. ;-) Fühler... kommt ja auch von fühlen... und Antennen sind ja immer auf Empfang von Botschaften. Und die werden halt auch in Form von Dufstoffen, Geräuschen und elektrischen Spannungen vermittelt. Und anscheinend kann ich diese unterschwelligen Botschaften lesen.

Das ist der vorteil eines hypervigilanten Nervensystems. Es nimmt Details und Botschaften auf, die andere nicht wahrnehmen können.

So roch ich einmal bei einem Gewitter als Kind als einzige Brandgeruch. Es hatte in unseren Kamin im Dachgeschoss eingeschlagen. Es hat Vorteile. Deshalb vermute ich, dass die Vererbung dieser empfindlichen Art der Wahrnehmung der Menschheit immer wieder ihr Überleben gesichert hat. Denn diese Fähigkeit prädestiniert Menschen wie uns ja zu Wächtern und Hütern.

Vielleicht ist deswegen auch unsere Hilfsbereitschaft und Sorge um Andere so ausgeprägt. Weil das unsere natürliche Aufgabe ist.

Wobei ich nicht glaube, dass die Sorge und Hilfsbereitschaft so wie sie aktuell in der Gesellschaft in Berufen ihren Niederschlag (Regentropfen, die an Dein Fenster klopfen... so still und leise, auf ihre Weise ....) finden, gesund ist.

Natürliche Gemeinschaften sind Famlien und Dörfer und kleine Städte. D.h. die Anzahl der Menschen und Beziehungen war sehr überschaubar. Und somit auch für unser Gehirn handlebar (ist das nicht wunderbar?).

Nun leben immer mehr Menschena auf immer engerem Raum (Grossstädte und Ballungszentren) zusammen. Auch im Grossraumbüro sind mehr Menschen als unser Vorfahren in einem Jahr getroffen haben!

Das ist ein künstliches Konstrukt unserer aktuellen Gesellschaft. Genauso wie Altenheime oder Krankenhäuser und Kindergärten und Schulen.

Früher war man ein Teil dieser Grossfamilie. Und jeder darin hat seinen Teil zur Gemeinschaft beigetragen. So gut er konnte. Konflikte wurden ausgetragen und so lernten alle dazu. Man war gezwungen an seinen Beziehungen zu arbeiten und wusste, was man an ihnen hatte.

Man lief nicht davon. Wo hätte man auch hinsollen? Denn genau diese Menschen, dieser Ort sind unsere Wurzeln und unsere Heimat. Sie geben uns Sicherheit.

Heute gibt es das nur noch selten. Deshalb suchen Menschen Sicherheit in anderen Dingen. Konsum, Karriere, Urlaubsreisen, Ablenkung ...

Mit dem Outsourcing der Alten, Kinder, Kranken haben wir auch diese Sicherheit outgesourced. Das ist die Folge davon.

Eine Bekannte von mir hatte auch ihre Mutter in einem Pflegeheim untergebracht. Sie hatte schon mal vor Corona versuch mit ihr unter einem Dach zu leben. DAs hat nicht funktioniert. Und deshalb sah sie damals keine andere Möglichkeit als das zu tun, was viele taten. Sie wusste keine bessere Lösung und konnte damals auch nicht mehr. Weil sie über ihre Grenzen gegangen ist.

Nun bei Corona liess man sie gar nicht mehr zu ihr. Infolge von corona hat sie sich nun entschlossen, ihre Mutter wieder heimzuholen. Sie hat ihre Meinung geändert.

Das ist auch eine Folge von corona. Denn ohne Corona wäre sie jetzt mit ihrem neuen Freund auf Weltreise in einem Wohnmobil. Sie war also grad auf der Suche nach Sicherheit im Aussen.

Corona liess sie Umdenken und auch die veränderte Situaton (ihr Freund will sie dabei unterstützen) liess sie ihre Entscheidung überdenken und verändern. Sie hat eine neue Sichtweise hinzugewonnen.

Früher war also die Anzahl der Beziehungen, die man pflegte überschaubar. Es gab keine Menschen, die sich nur um andere kümmerten. Das gibt es aber heute z.B. in den Pflegeberufen.

In den Grossfamilien war also das Geben und Nehmen im Gleichgewicht. Wer was am besten konnte, übernahm freiwillig (ohne Zwang) die Führung bei der jeweiligen Aufgabe. So war jeder mal an der Reihe. Weil jeder seine Stärken einbringen konnte. D.h. es gab keine Schieflage im Geben und Nehmen wie es derzeit in der Gesellschaft durch die Aufteilung in die sozialen und anderen Berufe der Fall ist!

Ich lern das grad bei uns mit meiner Schwester und meiner Mama wie das geht. Und werd mir bewusst, dass wir das auch früher ausch schon so gehandhabt haben. In Krisen funktioniert es nämlich automatisch. Da handelt man und springt in die Bresche. Man tut, was getan werden muss! Aus intrinsischer Motivation!

Mittlerweile reden wir mehr miteinander über unsere Gefühle und ich werde auch besser sie um mich rum wahrzunehmen, weil das Klima des Vertrauens mir Sicherheit gibt. Es ist ein Prozess. Liese und still. Achtsam.

Er kommt nicht laut angepoltert...

Und so funktioniert die Kommunikation zwischen uns auch in Nicht-Krisen-Zeiten immer besser. :)
Erstaunlich. Mir war gar nicht klar, dass ein jeder von uns seine Gefühle und Probleme immer mit sich selbst und allelin ausgemacht hat. Und wieviele Missverständnisse es gab. Und wieviele schädliche Gefühle sich dadurch auf- und angestaut haben. Sehr viel Wut. Die musste sich auch anfangs erstmal in Konflikten entladen. Denn die muss ja irgendwohin. Die verschwindet ja nicht.

Nichts verschwindet auf dieser Welt. Wassertropfen verdampfen und werden zu Wolken und dann wieder zu Regen. Dinge verwandeln sich, sie verändern ihre Form, aber verschwinden nicht. Das ist die natürliche Ordnung.

Ich bin zwar immer noch nicht gut darin meine Gefühle oder die von anderen zu lesen, weil ich die ja über den präfronteralen Kortex mit Logik entschlüsseln muss und mir nur die Wahrnehmung von Details und die Spannung des anderen auffällt, aber inzwischen weiss ich, dass damit ja auch andere ihre Probleme haben. Ich bin nicht allein.

Und dass genau das, meine Stärke ist! Denn wenn wir, die sensiblen, Dinge analysieren, dann können wir durch die Analyse von Sichtweisen auch unsere Meinung durch daraus neu hinzugewonnenen Erkenntnissen sehr schnell verändern! Schneller als andere Menschen! Und genau das ist es, was die Gesellschaft und all die Gemeinschaften, in denen wir leben, aktuell braucht.

Ihr braucht keinen Krach zu machen. Tut einfach das, was Ihr Generalisten gut könnt. Nehmt die Stimmungen anderer wahr. Hört ihnen zu. Hört auf Eure Gefühle, Euren Bauch (Intuition) und Euren Verstand! Und handelt danach. Tut einfach das, was sich für Euch richtig anfühlt. Denn Worte haben noch nie Krisen gelöst. Nur Taten.

Wendet Ihr Euer Wissen und Könenn in Euren 1:1 - Beziehungen an (an den Schnittstellen , mit denen Ihr sowieso zu tun habt), dann werdet Ihr merken, dass sich Euer Umfeld verändert. Es wird leichter, angenehmer. Es macht Spass! D.h. Ihr werdet es fühlen!

Vertraut auf Euch! Vertraut darauf, dass sich die Dinge nat&uumL;rlich fügen werden.
Oder mit den Worten aus Jurassic Park: Die Natur findet immer einen Weg.

Dass mein Kurzzeitgedächtnis nicht gut arbeitet, wird mir auch bei Spielen zum Verhängnis. Sie machen mir keinen Spass. Weil ich mir die Regeln nicht merken kann.
>
Der kleine Bruder einer Freundin meiner Schwester hat mir vergeblich versucht das Schachspielen beizubringen als ich klein war. Ich konnte mir die Regeln nicht merken!

Ich habe meiner Schwester an einem Abend mal 3 Lektionen Englisch aus meinem Englischbuch in der 5.ten Klasse beigebracht. Einen ganzen Abend lang. Das hat Spass gemacht und sie konnte sich das an dem Abend merken.

Am nächsten Tag war wieder alles weg. Da war ich sehr traurig und enttäuscht. Weil ich das nicht verstanden habe. Ich suchte wie sonst auch, den Fehler bei mir. Das hat mir ja mein Umfeld so beigebracht.

Meine Mama mag wegen dem Problem mit dem Kurzzeitgedächtnis und weil sie schlecht sieht, auch nicht gerne lesen.

Liest sie aber Häkelanleitungen, dann macht ihr das nichts aus. Denn da konzentriert sie sich und hat eine intinsische Motivation und beides beruhigt das Nervensystem. Deswegen klappt es da! Der Häkelrhythmus und die Bewegung beruhigt dsa Nervensystem noch zusätzlich.

Kennt Ihr Hörbe mit dem grossen Hut?
Das ist ein Kinderbuch von Ottfried Preußler. Hab ich im offenen Buchschrank gefunden.
Es passt derzeit sehr gut ins Bild. In meine natürliche Ordnung ;-)

Hörbe ist ein Hutzelmann und er ist ein wenig anders. Denn er geht an einem Werktag mal einfach in den Wald und auf Wanderschaft. Anstatt seiner Arbeit (Preiselbeereinkochen) nachzugehen.

Dabei gerät er in den Wörlitzer Wald. Und dort soll ein Ungeheuer hausen.

Als ihn ein paar Ameisen um Futter fragen, gibt er bereitwillig was von seiner Vesper ab. Dann kommen immer mehr Ameisen. Ameisen fressen Hutzelmänner und da bekommt Hörbe Angst und flieht.

Ein ähnliches Szenario hab ich mal im Kindergarten erlebt. Da hab ich auch Süßigkeiten dabei gehabt und mit den anderen geteilt. Irgendwann hatte ich keine mehr und da waren die Kinder, die keine bekommen hatten, böse auf mich. Das hab ich damals nicht verstanden. Denn ich hatte es ja wie Hörbe nur gut gemeint.

Und eins der Kinder hat mir versprochen, dass ich am nächsten Tag auch mal mit dem Holzlaster spielen dürfe. Das hat es am nächsten Tag wieder vergessen gehabt. Das hab ich auch nie verstanden, dass Menschen einem etwas versprechen und es nicht halten. Das hat die Welt auch nicht sicherer für mich gemacht. Als ich das Kind drauf ansprach, reagierte es wütend und lachte mich aus. Die umstehenden ebenso. Ich ging dann traurig von Dannen... (was ist eigentlich dieses Dannen?).

Hörbe ist wie ich, sehr erfinderisch und als er auf der Flucht vor den Ameisen an einem Fluss landet, verwendet er seinen Aussenhut als Floss und setzt sich hinein und treibt in die Wörlitzer Wälder hinein.

Dann gerät er in einen Strudel und ertrinkt fast. Doch er wird gerettet. Zunächst meint er, das sei das Ungeheuer. Aber das ist ein Waldschrat. Der sehr einsam ist. Und so werden beide Freunde.

Als ein Unwetter die beiden überrascht, überleben sie das beide in Horbes Zauberaussenhut, der als Unterschlupf und Schutzhütte dient. Sie schlafen Rücken an Rücken dort selig und vertraut ein.

So hat jeder von beidem dem anderen das Leben gerettet. Das Geben und Nehmen der Gemeinschaft ist ausgeglichen. Und so ist Vertrauen und die Freundschaft zwischen den beiden entstanden.

Am Ende zieht der Waldschrat zu Hörbe in sein Hutzelmannhaus und wird von der Gemeinschaft der 12 anderen Hutzelmänner, die schon nach Hörbe gesucht und sich Sorgen gemacht haben, freundschaftlich aufgenommen.

Obwohl er anders ist. In dieser Gemeinschaft der Hutzelmänner wird jeder mit seinen Eigen- und Besonderheiten wertgeschätzt. Sie helfen einander. Und sind offen für Neues und andere Sichtweisen. Ich wünschte mir, das wäre überall so.

Und deswegen versuche ich das in Echt umzusetzen. Denn nur wenn ich Vertrauen und Zutrauen aussende, bekomme ich es auch zurück. Und nur wenn man sich vertraut, versteht man sich blind. Dann braucht es keine Worte. Weil man sich gut kennt.

Dann würde weniger auf der Welt geredet und mehr gehandelt. Und dann gäbe es auch in Folge des Wenigers an Worten, weniger Kommunikationsprobleme und Missverständnisse. Dann könnten wir friedlicher zusammenleben.

Und würden die Sicherheit nicht im Aussen suchen. Die ja ins Innere - zu unseren Wurzeln - gehört. Wahrscheinlich muss deshalb jeder Mensch erst im Aussen nach ihr suchen. Und wenn er dann gelernt hat, dass sie da nicht ist, sucht und findet er sie im Inneren. Und dann wird alles gut. Weil dann die natürliche Ordnung ihren Lauf nimmt.

Pflanzen kämen ja nie auf die Idee sich selbst umzutopfen oder umzupflanzen. Menschen tun das. Und dann wundern sie sich, wenn sie dort nie heimisch werden. Können sie ja nicht, wenn ihre Wurzeln ganz woanders liegen.

Einen alten Baum verplfanzt man ja auch nicht. Der würder eingehen. Wir Menschen gehen auch ein, wenn wir ausgehen... Ein sehr schönes Wortspiel. Das gefällt mir.

Und noch eine Weisheit enthält die Geschichte von Hörbe. Die Geschichte vom Ungeheuer .... Und dann stellt sich heraus, dass es das gar nicht gibt und dass der Waldschrat wohl versehentlich damit gemeint ist.

D.h. hier gab es ein Vorurteil. Autisten sind Dämonen ist auch so eins... oder wie Rainman. Nein, ich bin nicht Dustin Hoffman.

Doch Hörbe ist offen und neugierig und so kann er ein Vorurteil in Frage stellen und stellt beim überprüfen fest, dass es gar nicht stimmt. Auch hier könnten wir uns an Hörbe und seinen Freunden ein Vorbild nehmen.

Und am Ende kommen wir eh alle wieder nach Hause. Denn da ist es am schönsten. Bei den Menschen, die uns am besten kennen. Denn Zuhause ist nicht nur ein Ort sondern auch ein Gefühl. Das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit.

Apropos Helfersyndrom... das ist ja ein Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen... ich glaub nicht, dass das natürlich ist. Ich hab gestern einer jungen Kollegin erzählt wie mein Hirn funktioniert. Dass es mit Details arbeitet und die Struktur also die Assoziation ist. Und deshalb muss ich auch der Gedankekette folgen udn weiss nie wo sie hinführt.

Sie meinte (ihre Wahrnehmun) , ich müsse trotzdem die Informationen in eine ihr verständliche Struktur (kurze Zusamemnfassung) nach nochmaligem Durchlesen meines "Ergusses" (wie ein Regenguss ergiessen sich meine Gedanken über die Tastatur in die E-mail oder die Homepage) fassen.

Dass ich dafür dann keine Energie mehr habe, und das ich das auch nicht kann, aufgrund der Verdrahtung in meinem Hirn, hat sie nicht verstanden. Ich konnte da nicht an ihre Sichtweise andocken. Das fand ich sehr schade.

Auch weil ich ihr sage, was sie gut macht. Weil ich meine Sichtweise dahingehend geändert habe. Ich ermutige sie also. Das funktioniert jetzt schon viel besser als früher. Anscheinend lernt das mein Hirn gerade.

Sie dagegen betrachtet mich (aber auch ihre Kollegen) durchgehend aus der Defizit-Sicht. Sie sieht nicht wieviel Mühe ich mir gebe, noch erkennt sie meine Sichtweise (Wahrheit) als gleichwertig mit der ihren an. Das hat mich zusammen mit dem Wetter doch sehr traurig gemacht. Zuerst. Dann hab ich wahrgenommen, dass sie ja noch sehr viel jünger als ich ist und damals hab ich auch noch ganz anders als heute gedacht.

Sie wird es schon noch lernen. Hoffe ich. Ihr Weg ist ja noch länger als meiner.

z.B. bei einem Kollegen, der einen Vortrag vor vielen Menschen hielt und der anscheinend sehr aufgeregt war und deswegen herumstotterte und länger als geplant, brauchte, nahm sie sein Stottern und seine Unsicherheit wahr. Und sprach es als Defizit an.

Ich dagegen nehme wahr, dass er aufgeregt war und vielleicht noch nicht so oft vor so vielen Menschen präsentiert hat. Und trotztdem hat er sich getraut. D.h. er lernt gerade etwas neues! Und das ist doch famos! Und wenn man was neues macht, dann muss man ja auch erst lernen wie das geht und mit der Zeit bekommt man dadurch und durch das immer öfter machen auch Sicherheit.

Auch eine Kollegin von mir, eine Generalistin, die am liebsten alles selber macht (in einem unrihigen Umfeld), sendet ja so an ihre Mitarbieter aus, dass sie ihnen nichts zutraut. Also sendet sie Misstrauen aus. Unbewusst. Mit ihrer Verhaltensstrategie mit einer unsicheren Situation umzugehen.

sie meinte gestern, dass das schon besser geworden ist. Dass sie jetzt auch mal Kontrolle abgibt. Aber dass sie es halt furchtbar findet, wenn sie jemandem eine Aufgabe zeigt und übergibt und der macht Fehler.

Drauf hab ich ihr erklärt, dass ja nur so lernen funktioniert. Nur durch das Fehler machen, wird die neue Aufgabe ja angenommen und übernommen.

Sie sagte auch, dass sie frustriert sei, wenn dann ihr Mitarbeiter sich über den Prozess beschwert. Woraufhin ich erklärte, dass ja ein Prozess, mit dem sie zurechtkommt und den sie übergibt, noch lange nicht mit der Arbeits- und Denkweise des Mitarbeiters kompatibel sein muss. Und deshalb muss man immer den Prozess auf die Menschen (beide Seiten) anpassen. Und nicht die Menschen auf den Prozess.

Das hab ich noch nie verstanden, dass wir Menschen uns auf die Software und die Umgebung anpassen sollen. Das funktioniert nämlich nicht. Das kann ich Euch aus meiner 47-jährigen Erfahrung sagen. Ein Quadrat passt halt nicht in ein rundes Loch. Und trotzdem will man es mit Gewalt und Druck dort reinquetschen. Also verbiegt man es. Und dann ist es ein zerknautschtes Quadrat (kaputt, defekt), aber immer noch kein Kreis.

Wieso lässt man das Quadrat nicht seine Quadratstärken ausspielen? Das wäre weniger schmerzhaft für das Quadrat und das Umfeld.

Das zieht sich leider im Denken der heutigen Gesellschaft noch durch.

Ich hab ihr dann erklärt aas ich brauche, weil mein Gehirn in Details denkt, dass sie mich bitte nicht mit der Gesamtinformationsflut aus ihrem Denken überfordert. Das hat sie dann verstanden.

Überhaupt als ich gesagt hab, dass ich gerne verstehen würde wie ihr Gehirn funktioniert. Weil sie sowohl Gesamt- als auch Detailwissen hat. Also beides. Sie kann auch mehrere Dinge gleichzeitig machen. Etwas, wozu ich nicht fähig bin. Dafür sehe ich die Gemeinsamkeiten in den kleinsten Unterschieden, weil mein Gehirn auf detailwahrnehmungsebene unschlagbar ist.

Ihre Antwort (lachend):"Das wüsste ich auch gern!"

Wisst Ihr, es irritiert und verunsichert mich immer wieder, wenn Menschen mir sagen wollen wie ich funktionieren soll. Und wenn ich dann sage, dass ich das nicht kann und ihnen erkläre warum, stelle ich fest, dass sie noch nicht offen für meine Sichtweise sind.

D.h. ich lerne, dass es nicht an mir liegt. Dass sie noch nicht soweit sind. Und dann ärgere ich mich nicht mehr drüber. Denn den Fehler, mit dem missionieren und übertragen wollen der eigenen Sichtweise auf andere, den mache ich ja auch immer mal wieder. Also kann ich dann auch über mich schmunzeln.

Wir Menschen sind halt widersprüchlich. Und das werden wir auch bleiben. Aber wir können lernen damit umzugehen und darüber zu lachen, anstatt davon krank zu werden und uns zu grämen und zu ärgern oder wütend zu werden.

Und ein Kollege hat mir erzählt, dass er die Verunsicherung und zunehmende Regulierung auch im Verkehr nicht versteht. Es werden immer mehr Schilder aufgestellt. Da kommt ein Kurvenschild und untendrunter steht 50.
Und er sagt halt:"Das ist doch logisch, dass wenn da eine Kurve kommt, dass ich da langsamer fahre... "

Und eine liebe Bekannte von mir meinte neulich zu den vielen Regelungen zu Corona:"Es wäre schön, wenn die Menschen wider selber denken würden."

Am Sonntag bin ich am Weiher einer Frau begegnet, die sehr erregt war. Sie zog mich in ihren Redefluss.

Der Weiher ist ja so dreckig und sumpfig. In Seefeld bei Bamberg, da wär es viel schöner... Auch daran erkennt man ein übererregtes Nervensystem. Es ist nie da zufrieden, wo es ist.

Als Kind hatte ich das auch: Wenn ich allein war, wollte ich gerne unter anderen Menschen sein. Leider ertrug das mein Nervensystem nicht. Und sobald ich unter Menschen war, wollte ich also am liebsten daheim alleine sein, weil es mir zuviel war.

Mittlerweile hat sich das geändert. Ich mag den Weiher. Ich frag mich halt, wenn es ihr hier nicht gefällt, warum fährt sie dann nicht einfach heim anstatt mir die Ohren vollzuquatschen?

Dann erzählt sie mir noch von den Regelungen in den Supermärkten mit Corona und so. Dass sich da jeder einen Wagen nehmen muss und sie regt sich über Leute auf, die das nicht tun.

Ich sag, dass ich das auch nicht kann. Mit den Krücken. Das versteht sie nicht. Ich muss es ihr erst erklären. Sie meint ein Einkaufswagen böte Halt. Dass der Rollen hat und davonrollt und ausserdem mein Rücken davon krumm wird und mir Schmerzen bereiten würde das hat sie nicht bedacht. Weil sie gesund ist. Zumindest soweit ich es sehen kann und wenn man von ihrem übererregten Nervensystem absieht.

Sie könnte unter Bluthochdruck leiden... so hibbelig wie sie ist... Ich schaffe es eine Pause in ihrem Redefluss zu nutzen, um zu sagen, dass ich jetzt weiter muss. Das war ganz schön anstrengend. Dabei wollt ich nur in den Wald und meine Ruhe haben.

Worauf ich hinauswollte mit dem Geben und Nehmen und den sozialen Berufen... und der Gesellschaftsstruktur des Outsourcings... Ich glaube, dass die nicht natürlich ist. Ich glaube, dass wir dazu geschaffen sind, in Gemeinschaften zu leben, wo ein ausgeglichenes Geben und Nehmen herrscht. Auf der Basis der Freiwilligkeit. Wie in einem Wolfsrudel.

Und dass soziale Berufe für niemanden gesund sind. Mein Kollege meinte sogar, die soziale Absicherung in Deutschland wäre auch schuld an dieser Misere. Denn so lagert man seine persönlichen Krisen und Probleme und deren Lösung an eben diese sozialen Berufe aus. Und dann lernt man nichts dazu. Und entwickelt sich nicht weiter. Man erlernt die Hilflosigkeit. Und das erzeugt physiologischen Stress.

Ich kenne einen 65-jährigen, der aufgrund einer chronischen Erkrankung im Altenheim lebt. Er wirkt um Jahrzehnte älter als meine 12 Jahre ältere Mama. Die werkelt, kauft ein, putzt und kocht. Das alles wird ihm abgenommen. D.h. er verlernt für sich selbst zu sorgen. Bzw. lernt es zu verlernen. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Denn das erzeugt weiteren physiologischen Stress. Meistens wenn ich ihn besucht habe, sah er nur das schlechte in den Menschen. Er ärgerte sich ständig. Seine Wahl der Beruhigung seines Nervensystems war dann zu schimpfen und sehr derbe Witze zu erzählen. Denn auch der Humor spiegelt die Anspannung wieder. Sein Verhalten wirkt auf die, die ihm helfen, sicher undankbar. Er kann nix dafür. Denn er kann nicht sehen wieviele Menschen sich mit ihm Mühe geben. Und wie schwer er es ihnen macht.

Diese laute negative Art kann mein Nervensystem, das am Rande balanciert, nicht lange aushalten. Es wirkt sich auf meines aus. Und auch auf die in seinem Umfeld. D.h. durch seine toxische Art vergiftet er das Klima um sich herum, unbewusst und somit auch seinen Körper. Und so wird er immer kränker. Das ist schade. Denn wenn er seine Sichtweise auf die Welt verändern würde, würde sich auch seine Welt und seine Lebensqualität verändern. Seine Lebensfreude würde zurückkommen. Die Menschen wären wieder gerne mit ihm zusamemn. Er würde sie nicht mehr wie mich damals vor den Kopf stossen.

Ich hab seitdem nichts mehr von ihm gehört. Seit der Dominosteinaktion im November. Doch ich habe gelernt, dass ich nicht für das Wohl jedes Menschen, der mir begegnet verantwortlich bin. Das ist jeder selbst.

Und ich beschränke mich jetzt auf die Menschen, die mir nahestehen und mit denen ich täglich oder öfter zu tun habe. Das reicht und überfordert mich nicht. Das habe ich aus der Sache gelernt.

Im Endeffekt kann man es auch so sagen: Wenn jeder für sich selbst sorgt, dann ist für alle gesorgt. Oder wie der Chefarzt damals brüllte: "Schauen Sie wie Sie mit Ihrem Leben zurechtkommen."

Was nix anderes heisst als, selbst Verantwortung für sich selbst und sein Leben zu übernehmen. Denn dann ist man nicht hilflos und auf andere angewiesen. Denn man vertraut sich selbst und den Menschen in seinem Umfeld. Und das ist was ganz schönes: Familie und Freundschaft. Vertrauen.

So... das war mein Fazit der Woche... mir sind wieder viele Sichtweisen über den Weg gelaufen und ich hab glaub ich noch nicht alle verarbeitet. Ich arbeite daran...

 
13.06. bis 19.06. Detailüberflutung!

Sonntag: Zur Zeit passiert soviel. Soviel schönes, spannendes, lehrreiches und interessantes. Ich komm mir vor wie Kalle Blomquist. Nur halt in Höchstadt und im Homeoffice.

Weil mein Hirn mit der Reizflut aufgrund der Wetterachterbahn derzeit am Rande des autonomen Nervensystems balanciert, hab ich nicht die Energie zum Schreiben. Ich muss mich entscheiden, was grad das wichtigste ist. Also mach ich an jedem Tag, das, was mir grad am wichtigsten ist. Von den Werten her. Denn stellt Euch vor, ich versäume das , was mir wichtig ist, zu tun, dann bereue ich es ja hinterher.

Da ich nicht alles auf einmal machen kann, muss ich mich also auf das wichtigste beschränken. Weniger ist mehr.

Ich hab gelernt, dass wenn ich die UV-Filter Sonnenbrille aufsetze, ich damit dann mehr gesamtes wahrnehmen kann als sonst nur das kleinste Detail. Logisch, weil der Filter ja Reize von meinem Hirn fernhält und dann hat es mehr Zeit für andere Dinge. D.h. die Warteschlange im Eingang des Wahrnehmungsfoyers wird kürzer. Dann kommt der Empfang auch mal zu anderen Dingen als Reize reinzulassen und zu verräumen! Kleine Ursache, grosse Wirkung! Wow!

Heute wird mir das nicht gelingen, weil mein Nervensystem sehr hibbelig ist aufgrund der Wetterei. Meiner Mama und meiner Schwester geht es ähnlich. Entweder stiere ich in mich versunken (in Trance) durch die Gegend und entspanne mich und mein Nervensystem (Not-Aus), oder ich verfalle in einen nichtstoppbaren Tatendrang und Redefluss oder Schreibfluss.

Die Datenverarbeitung dauert ja in meinem Hirn aufgrund der Informationsdetailflut bis in die Nacht hinein. Und dann weckt es mich, wenn es was gelernt hat. Mittlerweile hab ich gelernt damit umzugehen. Ich stehe auf, schreibe es auf und dann geh ich wieder ins Bett. Dann lässt mich mein Hirn auch weiterschlafen. Tu ich das nicht, dann nervt es mich...

Naja irgendwie hat es ja auch recht. Da hat es sich schon die viele Mühe und Arbeit gemacht und viel Energie dabei gebraucht und sich also sehr angestrengt, da möchte es auch, dass ich die Früchte dieser Arbeit bekomme und dass ich das alles wertschätze. Das tue ich dann also, wenn ich einfach aufstehe und es aufschreibe. Danke liebes Hirn für das Dopamin und die neuen Erkenntnisse!

Wir waren ja beim Thema Vertrauen angelangt. Sowohl in der Arbeitswelt als auch in der Familie und erst recht in Zeiten von Corona ist das wieder brandaktuell.

Vertrauen gaben uns früher die Menschen in den Gemeinschaften (Familien), in denen wir lebten. Diese Gemeinschaften gibt es in der modernen Zeit immer weniger. Im Single steckt auch viel Geld. Denn je mehr Haushalte, desto mehr Produkte können mehrfach verkauft werden. Während in einer einer Familie ein Gut geteilt würde. Die Nachfrage wäre also geringer.

Das war die Sichtweise meines Kollegen. Hm... wo kam der Single denn her und warum? Also wie ist der denn entstanden?

Ich denke ein Grund ist der, dass wir Wurzellos geworden sind. Weil wir der Arbeit hinterherziehen. Früher hat man da gearbeitet wo man lebte. Bzw. man hat ja nicht für andere gearbeitet sondern sich und für die Familie Nahrung gesucht.

Jetzt könntet Ihr sagen: aber da zogen wir ja noch umher und waren Nomaden. Waren wir da nicht auch wurzellos?

Kommt drauf an wie man "Wurzel" und "Heimat" und "Daheim" definiert. Ich glaube, das sind die Menschen, mit denen man sich wohlfühlt und die einen am besten kennen. Familie halt. Seit wir sesshaft geworden sind, neigen wir dazu ein Heim zu bauen , weil uns das Sicherheit in unsicheren Zeiten gibt. Und somit ist die Familie auch ein fester Ort.

Daher ist meine Antwort: es kann , muss aber nicht, dass beides zusammenfällt.

Und wie ist das heute? Viele sind rastlose Arbeitsnomaden ohne Familie und ohne festen Ort. Also fehlt beides! D.h. diese Sicherheit, die aus diesen Urstrukturen erwächst, ist uns abhanden gekommen.

In einer Zeit, die immer schneller getaktet daherkommt. D.h. in der wir uns immer schneller auf neue Veränderungen einstellen müssen, brauchen wir aber auch Sicherheit!

Wir sind ambivalent. Wir brauchen immer beides: im für uns ausgewogenen Maß. Genauso wie wir ein gesundes Ma&slig; an Entspannung und Anspannung im für uns ausgewogenen Maß brauchen... Genauso wie Nahrung, Wasser brauchen wir Zuwendung, Gewohnheiten, Rituale, den Austausch und Kontakt mit Menschen ...

Im Meer der Unsicherheit brauchen wir eine Insel der Sicher- und Glückseligkeit, auf die wir uns in schwierigen Zeiten immer wieder zurückziehen und Kraft tanken können. Einen Ort mit Menschen des Vertrauens und der Sicherheit. Wo man so sein darf wie man ist.

Leider haben wir verlernt uns so sein zu lassen wie wir sind. Also treffen wir auch am Ort der Sicherheit (Familie) auf Unsicherheit. Wo die wohl hergekommen ist? Ist sie den beiden Weltkriegen geschuldet? Oder liegt sie noch tiefer und weiter zurück?

Naja, ändern können wir das eh nicht. Also wo es herkommt. Und ob ich es nun weiss oder nicht, es hilft zwar verstehen, aber zur Lösung kann es nichts beitragen. Also kann ich es einfach mal so akzeptieren wie es ist.

D.h. Status Quo wir haben keinen sicheren Rückzugsort mehr, wo wir einfach sein dürfen. Sicher ist das nicht bei allen der Fall. Es gibt auch Menschen, die so einen Ort noch haben. Bewahrt ihn! Es ist Euer größter Schatz!

Wenn es ihn nicht mehr gibt, dann müssen wir ihn uns wieder schaffen. Also Ärmel hochkrempeln und los geht's.

Und wie macht man das jetzt? Zuerst mal indem Ihr Euch selbst so akzeptiert wie Ihr seid. Mit allen wenns und abers. Ihr seid jetzt halt einfach so. Und das ist gut so. Denn Ihr seid das Ergebnis der Erfahrungen und Umstände und habt einen weiten Weg hinter Euch. Ihr habt alles, was Ihr bisher getan habt , immer nach bestem Wissen und Gewissen getan. Mehr kann kein Mensch machen.

D.h. Ihr reflektiert Euch erstmal selbst und lernt Euch neu kennen. Wer bin ich eigentlich? Was sind meine Werte? Was brauche ich und wo will ich hin?

Und während Ihr das lernt, wird sich auch schon Euer Umfeld verwandeln. Denn wenn Ihr Eure Sicht auf Euch selbst verwandelt und nachsichtiger und liebevoller mit Euch umgeht, dann bekommt Ihr das auch gespiegelt.

D.h. Ihr bekommt gleich zwei Wünsche auf einmal erfüllt. Euer Selbs-Bewusstsein (ihr seid Euch Eurer selbst mehr bewusst) wächst und mit ihm Euer Bewusstsein für die Welt. Je mehr Ihr Euch vertraut, desto mehr vertraut Ihr der Welt.

Je mehr Ihr Euch vertraut, desto mehr vertraut Ihr Eurem Körper. Des is fei des allergsündeste!

Salutogenese. Was ist denn etz des scho widder für a neumodisch Zeuch? Gar ned neu. A alter Hut (warum eigentlich Hut und nicht alte Socke, Unterhose?).

Salutogenese (die Lehre von der Gesundheit) ist das Gegenteil von Pathogenese (Lehre von der Krankheit). Die Medizin geht derzeit leider immer noch von der Pathogenese aus und beschreibt und behandelt Krankheiten.

Dreht Ihr den Spiess um und fragt Euch, was brauch ich denn um gesund zu werden und zu bleiben, dann landet Ihr bei der Salutogenese. Das hat der Antonovsky mal zusammengeschrieben. Das Buch hab ich mir schon bestellt. Das ist der nächste Brotkrumen, den ich auf meiner Schnitzeljagd des Lebens folgen werde :).

Es gibt drei Bausteine:

  1. ich muss die Dinge, die geschehen, verstehen können
  2. ich muss die Dinge, die geschehen, beeinflussen können
  3. ich muss in den Dingen, die geschehen und die ich beeinflussen kann einen Sinn sehen können
Daran arbeite ich ja. Im Endeffekt ist das ja das, was ich schon von Natur aus die ganze Zeit gemacht habe. Ihr braucht ja bloss wieder zurückzublättern, dann merkt Ihr das schon. Ihr kennt mich ja inzwischen gut genug.

D.h. erst musste ich verstehen, warum ich missverstanden wurde, was ich falsch gemacht hatte, welche Krankheit das ist und wie sie funktioiniert. Damit hab ich den Punkt: Dinge verstehen erledigt bzw. auch das ist ein Prozess, der nie aufhört, weil ich ja derzeit verstehen möchte wie ein heilsames Umfeld gestrickt sein muss und wie ich es stricken muss....

Zweitens: das Beeinflussen, das mache ich ja dadurch, dass ich hier mein Wissen zusammenschreibe, Dinge ausprobiere und anwende. Also Theorie in die Praxis übertrage und anwende. Und aktiv am Prozess mir ein heilsames Umfeld zu schaffen, teilnehme. Wobei sich das, durch die Selbstreflexion und Nachsicht und Nächstenliebe zu einem selbst dank der Spiegelneuronen des Umfelds auch wieder positiv auf mich zurückspiegelt. D.h. die Dinge fallen ganz natürlich an ihren Platz, wenn man sie lässt. D.h. auch LOSLASSEN muss man lernen. Kontrolle abgeben. Vertrauen in die natürliche Ordnung, den Selbstheilungsprozess und die Menschen und die Natur haben.

Mein Sinn, ist, dass ich gesund werden möchte und auch meiner Schwester dabei helfen will , ihren Arm wieder gebrauchen zu können und dass meine Mama auch gesünder wird und meine Kollegen auch. Ein Kollege meinte neulich, dass in unserer Abteilung schon wieder ein paar Stents dazugekommen sind. Und dass er sich Sorgen macht. Ich mache mir zwar auch ab und zu Sorgen aber nur so lange bis mir eine Idee kommt, was ich konkret tun kann.

z.B. bei meiner Mama, der es bei dem Wetter auch nicht so gut geht. Jetzt hab ich Ihr einige meiner Tricks gezeigt, unter anderem Pfefferminzöl und dass sie früh auf Kaffee verzichtet. Und voila, sie wendet es jetzt selber an. D.h. ich muss dann auch loslassen und ihr vertrauen, dass sie selber schon das nutzt, was ihr guttut und eigene neue Wege findet. Und von denen kann ich dann hoffentlich auch was lernen. Also von ihr.

Und darauf freu ich mich. Gestern hat sie auch gleich einen Tee zum Frühstück getrunken. Darüber hab ich mich gefreut, es wahrgenommen und es ihr auch gesagt. Damit habe ich sie ermutigt.

Früher hab ich an ihr (wie sie an mir und miener Schwester und wie sie es auch von ihrer Mama gelernt hat) rumkritisiert. Das entmutigt und funktioniert NICHT! Weil man dem anderen damit sagt: Ich trau Dir nix zu! Und man will auch nicht loslassen und die Kontrolle abgeben. Und das erzeugt dann Misstrauen statt Vertrauen und verunsichert das Umfeld und macht es somit hilflos. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Stattdessen nehm ich sie bei der Hand, mache und zeige Ihr, wenn ich einen neuen Trick habe. Und dann überlass ich es aber ihr selber, ob sie ihn nutzt oder nicht. Evtl. kann ich sie dran erinnern und stell Ihr dann das Pfefferminzöl hin, aber mehr tu ich nicht. Ich mache also und lass das Reden sein. Des is fei gar ned so einfach mit einem übererregten Nervensystem, das zu Logorhoe neigt... ;-)

Und es funktioniert. Hätte ich nur auf sie eingeredet, hätte ich nichts bewirkt. Nur Frust und wut auf beiden Seiten. Das kann ich mir sparen. Denn das ist ja Stress. Und der ist ja nicht gut für mich. Für Euch auch nicht.

D.h. meine Mama lernt grad, dass sie den Schmerzen nicht hilflos ausgeliefert ist. Sondern dass sie selber was tun kann. Und ich bin überzeugt davon, dabei wird sie immer besser werden. Sie is ja ned bleed!

Und wisst Ihr was das Beste daran ist? Meine Mama sieht inzwischen meine Schwester und das was sie tut auch mit anderen Augen! Rein metaphorisch. Sie hat immer noch dieselben, die sie von der Natur bekommen hat.

D.h. auch sie sieht jetzt viel öfter, was meine Schwester gut macht! Trotz ihrer Einschränkungen und Handicaps! Und bei mir auch! Und so entsteht nur dadurch, dass ich meine Sichtweise angepasst habe und durch mein Handeln ein immer heilsameres Umfeld für alle in dieser Gemeinschaft. Und sogar nach Aussen hin. Denn wir gehen ja auch mal Einkaufen oder so. Und auch da spüren wir das!

So war ich am Freitag in der Apotheke (Pfefferminzöl besorgen) und hatte einen netten Plausch mit dem Apotheker. BigTalk halt. Denn ich sende ja Vertrauen aus. Ausserdem kann ich das mit dem Smalltalk nicht. Dafür fehlt mir ja die Wahrnehmungszentrale, die leider die eingehenden Signale nicht mehr sortiert bekommt.

Ich hab gesagt: ich brauch Ibuprofen, Arnikasalbe, Pfferminzöl und für meine Schwester ein Kinderpingui.
Da hat er gelacht und gemeint, dass sie keine Nahrungsmittel haben.
Warum eigentlich nicht? Der Aldi hat doch auch Gesundheitsprodukte. Und wenn das, was die Ernährungsdocs im Fernsehen immer erzählen, dass Nahrung Medizin ist, stimmt, dann gibt es zwischen Nahrungsmitteln und Gesundheitsmitteln doch gar keinen Unterschied bzw. eine Schnittmenge.

Meine Argumentation, dass die Apotheke in Erlangen bei meinem D-Arzt auch Briefmarken verkauft, wollte er nicht ganz folgen. Ich war und blieb trotzdem der Ansicht, dass alles immer generalistischer wird. Dass diese Trennungen, Schubladen, Etiketten wegfallen. Sie sind ja auch vollkommen willkürlich.

Genauso willkürlich ist es, dass ein vor dem Tod eines Menschen eintreffender Arzt noch die Krankenkasse zahlt, nach dem Tod eingetoffen, muss man es selber zahlen.

Allerdings ist für mich die Frage, warum braucht man zum Sterben überhaupt einen Arzt? Sterben ist ein natürlicher Vorgang. Kein bürokratischer. Das mit den Attesten ist dasselbe.

Anscheinend vertrauen die Menschen , die diese Systeme ersonnen haben, den Angehörigen und Kranken nicht. Also muss der Arzt Dinge tun, die mit seiner eigentlichen Tätigkeit gar nichts zu tun haben. Auch Atteste für höhenverstellbare Schreibtische und Co fallen da rein. Warum kann man dem Menschen, der sagt, dass er das braucht, dass er noch 2 Tage zum Auskurieren braucht (leider sind bei der Krankenkasse in diesem Fall nur 1 Tag vorgesehen), der den Sterbefall mitteilt, nicht einfach glauben und ihn ernst nehmen?

Das Argument: es wird ausgenutzt. Aber wird das von einem Attest wirklich verhindert? Dann holt man sich halt noch eins. Und dass jemand seinen Tod vertäuscht, kommt sicher auch sehr selten vor.

Die Bürokratie, die mit dem Sterben verbunden ist, sucht ihresgleichen. Vielleicht ist es ja auch gut gemeint und soll die Angehörigen bei der Trauerarbeit unterstützen. Bei uns hat das so auf jeden Fall funktioniert wie meine Oma und mein Papa gestorben sind. Bedenkt man zudem noch, dass das damit verbundene Schimpfen und Fluchen Stress abbaut, dann wirkt die Bürokratie an dieser Stelle sogar entstressend. Natürlich erst nachdem man sich drüber aufgeregt hat... Ob sich das ausgleicht? Hmm...

Auch eine Sichtweise :)
Sichtweisen sind also was total spannendes! Und je mehr man nebeneinanderlegt, desto größer wird der Handlungsspielraum. Desto mehr neue Ideen bekommt man und man "befruchtet" sich durch den Austausch gegenseitig. Eine Ideen- und Erkenntnisbestäubung sozusagen.

Und eine solche neue Sichtweise kann einem dann bei einem ganz anderen Problem auch helfen. Zumindest wenn man nicht in Schubladen denkt und eine Sichtweise, das neu gelernte von einem Problem auf ein anderes übertragen kann. Das ist doch famos!

D.h. wir sollten uns über jedes Problem, jede Krise freuen, weil wir so viel neues dazulernen und neue Sichtweisen und Fähigkeiten erwerben können und über uns hinauswachsen können. Dopamin, Oxytocin und Serotonin feiern ne Party und stärken unser Immunsystem. Es hält gesund und macht Spass!

Und es macht krisenfest. Denn die neuen Fähigkeiten und Sichtweisen lassen sich in zukünftigen Krisen auch wieder einsetzen. Das ist doch toll! Und genau DAS IST LERNEN! Der natürliche Anpassungsprozess.

In der Natur gibt es das nicht, dass eine Pflanze sich um die anderen kümmert bis zur Aufopferung. Das wäre dann ein Kümmerling. Und der dud dann verkümmern. Weil er sich zuviel um andere kümmert.

In der Natur ist das Geben und Nehmen ausgeglichen. So trinkt eine Stute vor ihrem Fohlen. Denn instinktiv weiss sie, dass wenn sie das Fohlen zuerst trinken liesse und selbst nichts mehr bek&aumL;me, das auch das Schicksal ihres Fohlens besiegeln würde.

Menschen handeln nicht mehr so. Also zuerst für sich und ihre Gesundheit zu sorgen und erst dann für andere da zu sein. Bzw. nur, wenn sie nicht mehr anders können. Das wird dann egoistisches Verhalten genannt. Dabei findet es unbewusst statt. Weil man selbst grad ums Überleben kämpft. Sprich wir warten immer erst bis es nicht mehr anders geht. Und dann wundern wir uns über dieses seltsame Verhalten, was unter diesen Umständen ganz natürlich ist!

Und dem verpasst dann die Pathogenese eine nette Schublade mit einem hübschen Etikett. Des is fei a ned grod as gsündeste! Würde die Pathogenese die Ursache erkennen, könnte viel Zeit, Nerven, Energie und Kosten bei der reinen Symptombekämpfung (Kampf! Dabei liegt der Gegner doch schon am Boden!) gespart werden. Auf allen Seiten.

Denn wie soll denn der überforderte Körper und Geist sonst noch zu seinem Recht und zu seiner Lebensrettung kommen? Er hat ja bereits vorher schon sein gesamtes Arsenal (Muskelanspannungen, Schmerzen, Entzündungen, Erkrankungen ...) ausgeschöpft! Aber wir ignorieren ja alle Warnlampen! Und dann greift er halt zum letzten Mittel.

Kennt Ihr den Spruch:"Fighting for peace is like fucking for virginity."
Das passiert auch grad im Moment in Coronazeiten.
Benjamin Franklin drückt es etwas dezenter aus:"Wer Sicherheit durch Einschränkung der Freiheit erreichen will, wird am Ende beides verlieren."

Beide besagen, dass man nicht mit Druck, Stress(Anspannung), Kontrolle und Misstrauen zum Ziel kommt, sondern nur mit Offenheit, Ruhe, Freiwilligkeit und Ver- und Zutrauen. Das ist doch vollkommen logisch. D.h. wenn man Vertrauen aufbauen möchte, muss man lernen Kontrolle abzugeben, loszulassen, andere ermutigen und anderen etwas zutrauen. Das lernen wir alle gerade.

Wenn wir wieder lernen würden auf unsere Warnlämpchen zu hören, sie wahrzunehmen, dann könnten wir uns das alles sparen. Es gäbe weniger Missverständnisse, mehr Vertrauen, mehr Miteinander. Da wäre allen geholfen. Gleiches gilt für uns selbst: Nur wenn wir unserem Körper und Geist zutrauen, vertrauen, dass er heilen kann, wird er das auch tun.
Ich arbeite daran.

Lustiger Auszug aus einer Betriebsrats-E-mail:
"Diese Regelung gilt bis zum Ende der Pandemie. Das Ende der Pandemie wird von geeigneter Stelle bekannt gegeben."
Na dann hoffen wir doch, dass die Pandemie sich an die Regel hält.

Sichtweise meines Bekannten dazu:
" ... Na hoffentlich ist die geeignete Stelle dann auch so geeignet, dass sie in der Lage ist das Ende der Pandemie festzustellen und zu geeigneter Zeit dann auch bekannt zu geben. Stell dir mal vor die Pandemie ist zu Ende und es weiß keiner.
Ich kann nicht mehr. ;-)"


So, das war jetzt mein Wort zum Sonntag und hier ist noch ein Corona-Comic. :)

Montag: Ich hab den Apotheker gefragt, ob etzerdla mehra Leut bei ihm in der Apotheken rezeptfreis Zeuch kaafen, wo sie doch weniger zum Arzt genga. Do hadder gsachd, dass des nod asu is. Dass etz aber a weniger Rezepte eiglösd wern, weil die Leut weniger zum Arzt genga. Weil die Leut sich etz mit Corona ned so oft ogsteckt hamm mit dem wo si si suns ogsteckt hamm. A Darm- und Magen-medikamente verkaffd er weniger. Womit des zammhänga dud, habi ned verstandn. Vielleicht weil sie die Leut etz nimmer so oft seng und dann muss mer ned sovill schlucken und dann schlächts a ned asu auf'n Mogn...

Wemer alles in sich nei frissd oder schluckt, dann grichd mer's im Bauch Darm und Mogn und wenn mer a zu grosses Herz hat, dann grichd mer a Herz-Kreislauferkrankung.

Ich hab dann zum Apotheker gsachd: "Corona macht gesünder."
Da hat er glacht und gmaand:"Teilweise."

Blind und taub macht Corona a mit dem bleedem Fetzen im Gsicht!
In der Rewe bei der Post habi die Fraa hinterm Schalter bal ned verstandn und si mich a ned.

Und mit der Sunabrilln und dem Fetzen im Kaufland (des dud die Reize rausfiltern, sunsd sichi goar nix mehr), woari am Kühlregal blind.
Die Kassa habi im Nebel sung müssn.
Des is fei a ned grod as gsündeste.

Aber an der Wurschtheken habi nach der Baguettesalami gfrachd. Die hads ned ghabt. Bloss a ungarischa.
Do habi sie gfrachd ob die recht scharf is.
Do hads mi gfrachd, obi brobiern mog. Do habi gfrachd obi des derf.
Do hods mer zwaa Scheibli aufgspiesst und o so an gaaanz langa Spiess noglangd.
Siggsdes Corona macht kreativ und erzeugt Kundennähe auf Distanz. Die Fraa woar mir mit ihrm Pragmatismus sehr sympatisch.
Ich hab die Wurschd dann a kaffd. Und sie hadsi gscheid gfreid. Die Verkäuferin. Ned die Wurschd.

An der Eisdiele hamm a zwaa Leut im Auto ihr Eis gessen. Ich hab goar ned gwusst, dass die Eisdiele etz an Drivein-Schalter hod.
Siggsdes Corona macht erfinderisch.

Ich hab Euch doch erklärt wie mei Hirn funktioniert, dass wenn ich was erzähl oder schreib ich einfach ofang und ned weiss, wo ich hinten rauskumm...
Des is manchmal wie wemer aufs Klo geht... manchmal kummd halt a a rechter Scheiss raus. Und manchmal ko mer do aus Scheisse Gold machen. Im metaphorischen Sinn.
Vielleicht hamms deswegn as Klobabier ghamsstert... vielleicht woar des a kreatives Bedürfnis?

Ich glaab des is die Definition für Kreativität.
Kreativität is wemer einfach losläffd und ned was wu mer dann rauskummd....

Und manchmal kummd halt su a Gschmarri wie heit dabei raus.

Ich frag mich, ob Oxytocin auch bei persönlicher Nähe aus der Distanz ausgeschüttet wird. Ich glaub schon. Mein Erlebnis mit der Wurstwarenverkäufern woar schee. Ungarische Wurschd mit Gefühl. Phsysiche und persönliche Nähe können aber müssen ned in Kombination auftreten.

Servus mitnand!

 
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Die Glaa aus ERH - Kartenzahlung
20.06. bis 26.06. Denk- und Wetterkapriolen

Sonntag: Das Wetter ist derzeit sehr anstrengend für mein Hirn und das autonome Nervensystem. Es fährt genauso Achterbahn wie das Wetter. Mir Helferein wie Meditieren, Feldenkrais, Ringelblumen- und Arnikasalbe (beruhigt) und Franzbranntwein auch, halt ich mich über Wasser.

Trotzdem is mein Hirn momentan kaum zu bremsen... also innerlich. Nach aussen wirke ich ruhig und bin auch ausgebremst. Da muss ich alle Schritt eine Pause machen und versumpfe in mich. Ob das bei Parkinsionismus genauso ist? Liest sich ähnlich.

Dann wär der Unterschied, wann der Puffer überläuft bzw. die Dekompensation einsetzt, wie man es nennt.

Aus der Sicht der Salutogenese gibt es sowas wie absolute Gesundheit nicht. Weil ja ständig unser Immunsystem mit Eindringlingen fertig wird und wir gar nix davon mitbekommen. Dann müsste man einfach das Autismusspektrum auf ein Gesundheits bis Krankheitsspektrum erweitern. Dann wäre alles inklusive. Und es liesse sich auch alles erklären.

Mir sind neulich beim Spazierengehen lauter kleine Schnecken mit Häuschen aufgefallen. Die profitieren von der Trockenheit, hat eine Bekannte gesagt.

Eine Zeit lang sah man ja nur noch die roten Nacktschnecken. Ich finde die mit Häuschen viel praktischer. Wenn die im Weg sind, dann haben die einen "Griff" zum Umsiedeln ohne dass man schleimige Hände bekommt.

Im feuchteren Wald (der hält die Feuchtigkeit länger, weil es da schattiger ist - Mischwald - und weil der Boden bedeckt und nicht wie eine offene Wunde auf den Feldern daliegt) sah ich dann wiederum Nacktschnecken.

Es gibt sie also derzeit beide. Warum? Weil jede das für sie selbst passende Umfeld hat. Die mit Haus können auf den offenen Wiesen besser überleben und die Nacktschnecken im feuchten Wald.

Und wir Menschen sind genauso unterschiedlich wie diese Schnecken. Keiner gleicht dem anderen. Nun stellt Euch mal vor, jeder findet seine Nische, die die zu ihm passt. Dann könnten wir wie die Schnecken unsere Stärken und Potentiale entfalten und optimal nutzen. Wär das nicht fein?

Auch die Älteren finden darin ihren Platz. Weil sie ihre Erfahrungen und ihr Wissen an die nachfolgende Generation weitergeben können. In Altersheimen gelingt dies nicht. Hier finden sie nicht die natürliche Umgebung einer Gruppe vor, wo sie diese Rolle einnehmen können. So fehlt ihnen der Sinn und eine Aufgabe. Beides braucht man um gesund zu bleiben (Salutogenese). Und dass Einsamkeit krank macht, weil die Stresshormone Party feiern, ist ja auch bekannt. Also kommt ein toxischer Cocktail dabei heraus. Anstatt in der Praxis ihr Können zu zeigen und fit zu bleiben, finden Gruppenspiele statt. Die sind leider mit einem Hirn mit Stresshormoncocktail nicht kompatibel. Ich mag sowas auch nicht. Deswegen!

Ich versteh nicht, warum ich in einer künstlich geschaffenen Umgebung etwas künstlich machen soll. Ich möchte das in Echt ausprobieren! Denn das ist echtes Lernen und echtes Dopamin und Endorphin und das dezimiert die Stresshormone. Also hat das einen guten Grund, warum ich das genauso mache, wie ich es tu.

Wenn es Ältere gibt, dann hat das evolutionstechnisch ja auch einen Sinn. z.B. junge Elefanten würden sich verlaufen und sterben. Also bleiben die Alten da. Weil sie den Weg kennen.

Und den Weg kennen ja auch ältere und erfahrenere Menschen, weil sie ihn schon gegangen sind. Deshalb sind sie als Ratgeber unersetzlich. Denn wir lernen nur von und durch Menschen.

Ältere Elefanten zeigen also den jüngeren den Weg. Vielleicht ist es bei den Menschen genauso?

Ich lerne viel aus Büchern, vielleicht ist das der Ausgleich dafür, dass ich weniger aus sozialen Kontakten bzw. weniger soziale Kontakte aushalten kann. Weil ich weniger davon vertrage.

Doch Bücher stammen ja auch von Menschen. D.h. auch so erlerne ich deren Sichtweisen. Und dabei kann ich von den Besten auf ihren Gebieten lernen. Also ist das ja auch ein Vorteil. Viele leben auch schon lang nicht mehr. Es wäre doch schade, wenn es ihre Bücher nicht gäbe. Denn so bleibt ihr Wissen erhalten und Menschen wie ich können von und durch sie lernen. Das ist doch wunderbar! Und sogar Corona-kompatibel! Der offene Bücherschrank ist zur Zeit so gut bestückt wie es vor Corona nur selten der Fall war.

Ich habe diese Woche gelernt: Corona macht blind und taub und Kopfweh.
In der Lottostelle sagte eine Verkäuferin, dass sie jetzt froh sei, nicht mehr andauernd den Mundschutz tragen zu müssen. Weil sie Kopfweh davon bekommt. Logisch, weil das Ding einen Zusatzreiz auf das Nervensystem darstellt. Also zusätzlich Stresshormone auslöst. Die Wärme, die Berührung , die Feuchtigkeit, das schlechter Luft kriegen all das ist Stress.

Und am Postschalter in der Rewe hat die Verkäuferin so leise gesprochen, dass ich sie nicht verstanden habe und mehrmals nachfragen musste. Sie hat mich im Gegenzug auch durch den Lappen nicht verstanden.

Das lässt sich auch erklären, dass man leiser spricht. Denn wenn das Hirn mehr Reize verarbeiten muss, weil wir den Lappen im Gesicht tragen und weil der Lappen zu einer Erhöhung der Stresshormone zu einer weiteren Deaktivierung des Reizfilters und damit zu einer noch höheren Reiz- und damit Informationsflut auf das Hirn führt, reagieren einige überreizte Nervensysteme dann als Kompensation mit dem leiser werden. Weil nicht mehr ausreichend Energie für das laute Sprechen zur Verfügung steht. Ich kann dann einfach nimmer. Wobei meine Stimme generell zu leise ist. Da seht Ihr mal, was mein Hirn so alles kompensieren muss.

Und meine Mama hat drüber geschimpft, dass sie im Supermarkt nix gesehen hat, weil ihre Brille mit dem Mundschutz dauernd angelaufen ist.
Mer sichd ja nimmer, wo mer hilaffd!
Des is fei a ned grod as gsündeste!

Hmm... ich bin ja grad in einer Arbeitsgruppe zum Thema Weiterentwicklung bei uns in der Firma. Erst dacht ich , ich wär der einzige Generalist in der Gruppe, weil ich die einzige war, die mehr Freiheiten und weniger Bürokratie und Regeln wollte, alle anderen wollten mehr Regeln.

Nun hab ich die Woche einige Mitglieder der Gruppe besser kennengelernt. Sie haben mir mehr von sich erzählt. Und ich stelle erstaunt fest, wie unterschiedlich ihre Hintergründe sind. Und habe festgestellt, dass es sich bei ihnen auch um Generalisten handelt. Sehr verunsicherte anscheinend. Aber mutig genug, zu versuchen hier nochmal was zu reissen.

Nun frage ich mich: Gibt es überhaupt noch Spezialisten? Oder sind wir nicht längst durch den Siegeszug des Computers und der Digitalisierung zum Generalisten geworden? Denn vieles was früher Spezialisten machten (Tippen z.B.), ist ja jetzt Stnadard in allen Berufen.

D.h. jeder von uns macht mehr Aufgaben, die er früher nicht hatte bzw. die in früheren Zeiten Spezialisten einnahmen.

z.B. arbeiten wir in immer komplexer werdenden Projekten (weil die Realität auch immer komplexer wird aufgrund der Digitalisierung) mit immer mehr Menschen zusammen. D.h. auch das soziale Können ist nun nicht mehr auf Spezialisten beschränkt. Es durchdringt alle Bereiche.

Die Folge ist, mehr Stress, weil auf den einzelnen immer mehr Aufgaben zukommen. Die Grenzen zwischen Berufsbildern verschwimmen. Und zukünftig kann ich mir vorstellen, dass sie sich so schnell wandeln, dass der Begriff des Berufsbilds an sich oboslet wird.

Wie entlohnt man dann solche Berufe? Das Problem haben wir ja heute schon. Denn das alte Hierarchiemodell ist schon längst nicht mehr fair. Weil es nicht mehr zeitgerecht ist.

Wir haben uns weiterentwickelt. Nicht nur berufstechnisch. Auch unsere Gehirne haben sich durch die steigende Anzahl von STresshormonen gewandelt. Und durch die schneller werdeneden Veränderungszyklen.

In der Folge ist das Denken schneller geworden. Doch wenn es zu schnell wird, dann wird das ganze kritisch. Dies schnelle Verdrahtung können wir nämlich nur zu unserem Vorteil nutzen, wenn wir entspannt sind bzw. unserem hyperschnellen Hirn Auszeiten gönnnen. Tja, und wann sind wir das heute noch?

Die Folge sind Schlafstörungen, Gedankenkreisen, Depressionen und andere Zivilisationskrankheiten.

Hmmm.. und wie kommen wir aus der Nummer raus? Indem jeder sein eigenes Tempo und seine Nische findet. Also das Umfeld auf sich und seine Bedürfnisse anpasst.

Ein schnelles Hirn ist leider auch schnell ablenkbar und kann sich dann nicht gut konzentrieren. Stress verschlimmert das ganze noch. Also kann ein ruhigeres Umfeld schon Wnder bewirken.

Einige von Euch werden das sicher dank Corona bemerkt haben. Wer von Euch arbeitet im Homeoffice konzentrierter und entspannter? Wem macht es da mehr Spass?

Ja, mir auch. Und das obengenannte ist der Grund dafür.

Dafür braucht es Selbstorganisation und Selbstverantwortung. Das wird einem leider in der Schule und Ausbildung oft aberzogen. Jetzt müssen wir es wieder mühsam lernen. Naja, was soll's.. das ist ja genau die Stärke unseres Hirns. Wir können umlernen, denn es ist flexibel. Also worauf wartet Ihr?

Denn ansonsten ist die logische Folge, dass die Stresshormonsteigerung sich fortsetzt. Mit verheerenden Folgen. Denn Eltern vererben ihren Stresslevel schon an ihre Kinder. Bedenkt man, dass Mütter heutzutage älter sind als die Generationen davor und der Stresslevel der Mütter dann noch dieses Extraplus enthält, dann ist es nicht verwunderlich, dass immer weniger Kinder in die starren hierarchischen Schul- und Ausbildungsformen passen!

Die Lernschwierigkeiten nehmen zu, weil ihr Gehirn von Stresshormonen überflutet wird. In einer Umgebung, die alles andere als ideal für sie ist und den Stresslevel noch erhöht, ist die Folge : noch mehr Stress.

Und mit Stresshormonen lernt es sich schlecht. Das freut die Nachhilfestundenindustrie. Wann ist die eigentlich entstanden? Ob das mit dem Computerzeitalter zusammenfiel? Oder war das schon vorher?

Doch mit noch mehr Druck durch Nachhilfe und Eltern, die dem Kind vielleicht auch noch Absicht unterstellen, entsteht noch mehr Druck. Tja und dann lernt es sich gar nicht mehr. Und man mag auch nicht mehr, wenn keiner sieht, wieviel Mühe man sich gibt.

Dabei muss man sich gar nicht anstrengen um zu lernen, wenn das Umfeld passt und man sich dort wohlfühlt und Dinge lernen darf, die einen interessieren, funktioniert es nämlich. So sind wir konfiguriert.

Was wäre also wenn wir Corona als Chance sehen, das starre hierarchische Schulsystem hin zu einem eigenverantwortlichem den Interessen ausgerichtetem Lernvergnügen umzubauen?

In den Firmen versucht man das ja jetzt auch. Da gibt es viel mehr online-Schulungen oder Videokurse. Da hab ich die Erfahrung gemacht, dass manche zu kurz sind. Wo es spannend wird, da hören sie auf. Blöd.

Doch diese Art des Lernens funktioniert nur mit Menschen, die schon eigenverantwortlich lernen können. Und sich damit auch die Zeit dafür nehmen.

Im Zeitalter der immer größeren Arbeitslast hab ich an manchen Tagen schon Probleme die Arbeitsrechtlichen Schulungen zeitnah durchzuführen. Die sind inzwischen online und das kommt mir sehr entgegen. Andererseits weiss ich damit aber nicht, ob ich mit meinen Dystoniehänden auch einen Feuerlöscher bedienen könnte. Denn das ich dann aus dem onlievideo weiss wie es theoretisch geht, nützt mir ja nix, wenn mir die Kraft fehlt, das Ding zu halten und den Sicherheitsdings zu lösen. Vielleicht hätte ja bei einem Echt-Ausprobiertest der Schulungsleiter einen Tipp für mich, wie ich das auch mit dieser Einschränkung hinbekomme. Leider fehlt hier die Feedbackmöglichkeit.
Ob sich die noch einbauen liesse?

Derzeit haben wir also noch relativ starre hierarchische Strukturen aus denen unser Hirn und der Mensch von heute längst herausgewachsen ist. Wie schaffen wir nun langsam und umsichtig den Wandel von starr hierarchisch zu flexibel, agil und Eigenverantwortlichkeit?

Was meint Ihr?

Bei uns in der Firma wurden extra Räume (Marrakesch z.B. mit Sitzkissen und ein Alpenraum im Berghüttenstil) als Kreativitäts und Auszeitoasen geschaffen.

Das ist sicher gut gemeint. Wie der tägliche Arbeitsplatzwechsel. Such Dir einen Platz der frei ist und finde neue Freunde und Nebenplätzler.

Allerdings ist die Umgebung so sehr steril. Und statt in einem mit Bäumen tapezierten Raum zu sitzen, laufe ich lieber durch den Wald. Das entspannt mich. Ich weiss ja nicht wie es bei Euch ist.

Warum die Kopie, wenn ich auch das Original haben kann? Draussen findet sich leider nur ein verlorener Baum im ansonsten gepflasterten Hof. Der fühlt sich dort wahrscheinlich genauso deplaziert wie ich im agilen neuen Raum- und Arbeitsplatzkonzept.

Warum? Weil es nicht zu mir passt. Weil sich Kreativität nicht erzwingen lässt. Weil Kreativität auch aus einem gewissen Maß aus Chaos und Unordnung entsteht. Und zwar ganz natürlich. Deshalb begünstigt Natur oder das, was in der Natur des jeweiligen Menschen liegt dessen Kreativität.

Und weil Kreativität gleichzeitig ein bestimmtes Maß an Sicherheit, Routinen und Rituale braucht. Und das ist bei jedem höchtst individuell. Das kann man nicht normieren. So wie manche Pflanzen im Schatten gedeihen und andere viel Sonnenlicht brauchen, so ist das auch bei uns Menschen.

Wenn ich ein Schattenpflänzchen (introvertierten) ins gleissende Sonnenlicht stelle (extrovertiert) dann wird es eingehen. Umgekehrt ist es ebenso.

Die Idee dahinter ist die der Garagen der berühmten ITler nachempfunden. Des Provisoriums. Nur das hatte einen Unterschied. Es war ECHT!

Dagegen ist mein Homeofficeplatz am Küchentisch umgeben vom Küchenduft, meiner illustren Damenschaar , der Puzzleschachteldeckel auf dem ich meinen Laptop parke, ein echter provisorischer Arbeitsplatz.

Wahrscheinlich hab ich es deshalb geschafft mich in die Arbeitsgruppen einzuklinken. Auch bin ich daheim im Gewusel meiner Lieben viel weniger aufgeregt und kann mich trotzdem auf meinen Gesprächspartner konzentrieren. Erstaunlich.

Kreativität kann man nicht durch Druck erzeugen. Kreativität läßt sich auch nicht normieren. Denn Kreativität ist was ganz natürliches. Und deshalb gedeiht sie nicht im künstlich geschaffenem.

Kreativität erfordert dass man auch mal Irrwege geht ... sie braucht Zeit und Ruhe. Also das Gegenteil von Druck und Stress. Kreativität ist, wenn man einfach losgeht und sich überraschen lässt, wo man hinkommt...

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein schönes Wochenende!

Montag: Was wäre wenn man bei den Fleischverarbeiterbetrieb mit den vielen Coronafällen mal die Menschen herausfiltern würde, die nicht infiziert oder nur geringe oder keine Symptome aufweisen?

Ob sich dabei die Salutogenesprinzipien als gesunderhaltend identifizieren liessen? Ich denke schon. Leider liegen mir keine Daten vor. Ich fände das sehr spannend.

Ich habe auch mal versucht, auf diese Weise gesundete CRPSler zu finden. Ich wollte gerne herausbekommen, wie sie gesundet sind. Ich habe in einem Forum und hier auf der Website gepostet. Leider bekam ich keinerlei Rückmeldung. Das fand ich sehr schade. Damals kannte ich das Prinzip der Salutogenese noch nicht. Doch es erschien mir logisch, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Denn wenn man von der Krankheitsseite nicht weiterkommt, dann macht ja der umgekehrte Ansatz Sinn. Vielleicht treffen sich ja beide dann in der Mitte.

Irgendwann stiess ich dann auf ein Buch zu CRPS und da ging eine Amerikanerin genau diesen Fällen auf den Grund. Und auch die bestätigten meine Annahmen und das sind die der Salutogenese.

Also wäre ein zweiter Ansatz zum Impfstoff, den Salutogenese-Ansatz zu folgen und zu verfolgen. Und zwar Gesellschaftweit. Das setzt ein Reduzierung der Stresshormone voraus. Also ein Umfeld, in dem der Einzelne die Dinge versteht, einen Sinn entdeckt und selbst mitwirken kann. Soziale Kontakte gehören auch noch dazu und eine Prise Humor.

Apropos Humor... hier ist Homeoffice-Comic Nr. 3. Viel Spass!
Ihr seht also: Corona macht kreativ.

Ich war am Samstag auf dem Spielplatz schaukeln. Und dann saßen auf der Bank beim Sandkasten ein Mann mit seinem 12 oder 13-jährigem Sohn. Jeder in identisch gebeugter Stellung mit dem Handy in der Hand. Gespielt haben sie anscheinend schon zusammen. Da bekommt das Wort Spielplatz auch eine ganz neue Bedeutung.

Dann kam ein junges Paar mit einem Kleinkind. Da machten die beiden anderen die Bank frei, weil das Pärchen Förmchen und Schaufel in den Sandkasten kippte. Das Kleinkind fand den Sandkasten nicht lange spannend und wurde vom Klettergerüst magisch angezogen.

Obwohl die Stufen dort halb so hoch wie das Kind waren, zog es sich in erstaunlichem Tempo dort hoch und hatte Spass neues auszuprobieren. Die Hängebrücke machte ihm sehr viel Spass.

Die Eltern hatten etwas Angst und kamen angerannt, um abzusichern. Es fiel kurz hin, plärrte und stand wieder auf und lachte.

Dann hoben sie es auf die Rutsche, die letzten 2 Meter krabbelte es alleine hoch. Vergnügt rutschte es dann die Rutsche hinunter und weil es so leicht ist, flog es in einem kleinen Bogen von der Rutsche und landete auf dem bepampersten Hintern. Und quietschte vor Vergnügen.

Das Paar lachte und filmte dann den zweiten Rutsch-Lauf. Wo es ebenso vergnügt auf dem Hintern landete. Eine Pamperslandung.

Ich finde Worte ja immens spannend...
Am Gasthof im Städtle prangt der Schriftzug "Fremdenzimmer".
Gästezimmer ist ja dasselbe. Aber wo fühlt man sich willkommener? Da wo man Gast sein darf oder Fremder?

Ach herrje! Etzerdla hamms bei Ravelry des ganze Design vo der Websiten umgstellt. Grelles aggressives türkis statt augenfreundlichem grün. Vorher war das Reply-Fenster ordentlich gross. Jetzt ist es verkleinert und größer ziehen kann man es auch nicht. Seufz!

Das nervt genauso wie wenn's im Supermarkt dauernd des Zeuch umräuma...

Dienstag: Ich hab nachgedacht... Warum geht soviel Kommunikation schief?
Weil das Feedback fehlt. Weil der eine denkt, der andere hätte seine Botschaft verstanden und sie wär angekommen. Und der andere sie komplett missverstanden hat, aber davon ausgeht, dass er sie richtig verstanden hat.

Oder wie es mir oft schon erging (warum nicht sieging): der Empfänger denkt, dass der Absender schon wüsste, was er angestellt hat. Und der Absender hat keine Ahnung, weil er eine komplett andere Botschaft gesendet hat. Hellsehen kann er nämlic ned.

Und so gehen auch Zuständigkeiten verloren. Denn wenn jeder denkt, der andere kümmert sich, dann verkümmert die Zuständigkeit, weil sich dann gar keiner mehr zuständig fühlt. Das ganze endet dann im Chaos. Anscheinend stecken wir da schon mittendrin.

Nicht dass die Natur das Chaos nicht lieben würde. Allerding hat das Chaos der Natur eine Ordnung. Die natürliche Ordnung. Alles fällt an seinen Platz. Magisch und ganz von allein. Man muss die Natur nur machen lassen und drauf vertrauen.

Nur wir Menschen glauben, dass wir den Wald und die Natur aufräumen und kontrollieren müssten. Das hat noch nie funktioniert. Leider lernen wir nicht dazu.

Das ist alles schon spannend. Und da denken wir, dass Sprache so fortschritlich ist.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Und gute Teams verstehen sich blind. Weil sie sich die Bälle zuspielen. Das können sie weil sie sich gut kennen und aufeinander verlassen können.

So wie meine Mama, meine Schwester und ich.

Wenn man nur auf Arbeit und auch sonst im Leben auch überall die gleiche Sprache sprechen würde. Und ich meine hier nicht Dialekte oder Fremdsprachen.

Und die ganzen Fachbegriffe, die jedes Fachgebiet, Abteilung anders nennt, macht es auch nicht einfacher. Da braucht man auch in der Firma gute Übersetzer und Dolmetscher, die diese Sprachen sprechen.

Es gibt heut einen Comic über das Comiczeichnen.
Ich hab also gelernt: Corona macht kreativ.
Viel Spass!

Da hat mich ein Bekannter aus dem Comicforum in Richtung Komplexitätsreduktion gestupst. Da sollten wir wieder hin. Zu weniger Informationen. Nämlich zu denen, die für uns wichtig sind. Und nicht alles sammeln zu wollen.

Ich muss mich auch immer beherrschen, wenn ich draussen rumlaufe und Mundschutze finde. Einen hab ich mit heimgenommen. Jetzt hab ich wieder 2 auf der Strasse gesehen. Ich hab sie liegenlassen, weil Mama sagt, ich soll ned immer alles heimschleppen. Wer weiss, was ich da alles heimschleppe...

Immer kann ich der Versuchung nicht widerstehen. Deswegen kann ich Euch voll und ganz verstehen, dass Ihr die Nachrichten aus aller Welt aufsaugt. Doch das ist inzwischen soviel Information, dass ich da lieber absteniere.

Ich beschränke mich auf Dinge, die ich ändern und beeinflussen kann. Macht ja auch Sinn. Und versuche das dann auch.

Wahrscheinlich wird unser Hirn mit immer mehr Datenflut immer verwirrter, denn Datenflut bedeutet physiologischer Stress. Und auch das Gefühl, man könnte ja was verpassen. Und selbst wenn... geht dann die Welt unter? Tut sich die Erde auf und verschlingt mich?

Komplexitätsreduktion hat ja auch Herr Snowden schön zusammengefasst:"If you collect everything, you understand nothing."

Man kann es noch einfacher ausdrücken: Konzentrier Dich auf das Wesentliche.

Apropos... das Wesentliche. Mir ist aufgefallen, dass im Homeoffice die Gespräche länger werden. Ob das dran liegt, dass man einsam ist und den Stresshormonen geschuldet ist? Die verursachen bei mir ja auch Logorhoe. Nicht nur bei mir.

Treffen zwei Redeflüssler (ach das klingt ja putzig! Wie ein neues Insekt!) aufeinander, dann kann es dauern.

Zumindest war das die Erklärung einer Kollegin, die ich gefragt hab, warum ich nie mal schnell jemanden anrufen kann, weil alle in Microsoft Teams als rot (im Gespräch) angezeigt werden.

Jetzt versuch ich mich kürzer zu fassen. Denn sonst verhindere ich ja auch die Erreichbarkeit von zwei Personen.

Und dann hab ich heute gelernt, dass man so ein Telefonat mit Bildschirmpräsentation auch zum aktiven Meinungsaustausch und zur Diskussion nutzen kann. Also um im Moment zu mehreren einem Problem auf die Spur zu kommen.

So hab ich das noch gar nicht gesehen. Und Ihr?

Ich bin über die Arbeitsgruppe und ein paar Umwege bei der Verantwortlichen für die neue Thematik Neurodiversität bei uns in der Firma gelandet. Wir hatten ein sehr angenehmes Gespräch. Okay, hauptsächlich hab ich geredet. Mein Spezialinteresse. Sie fand es spannend. Ich bin gespannt, was draus wird.

Jetzt versuch ich noch ein paar Mitstreiter (warum heisst das eigentlich so? Streiten will ich ja da gar nicht, sondern gemeinsam eine Lösung finden...) zu finden und hab ein paar Leute kontaktiert. Mal sehen, ob sich was ergibt.

Eine Kollegin hat mir gleich abgesagt. Zuviel zu tun und sie hat auch kein Interesse dran. Das kann ich verstehen. Doch das Gespräch war trotzdem nicht vergeblich, weil ich durch sie auf jemanden gekommen bin, an den ich nicht gedacht hätte. Die Welt steckt voller Möglichkeiten und jede Kommunikation auch. Wenn man dafür offen ist. Ich arbeite daran.

Und dann bin ich noch zu einer Buchlesung eingeladen worden. Da geh ich mal hin. Ich war noch nie bei sowas. In dem Buch sind nämlich auch Comics von mir drin. Der Erlös kommt Coronaleidenden Künstlern zugute.
Das ist doch eine feine Sache!

Mittwoch: Also ich glaub, dass mein Nervensystem so ist, wie das von einem kleinen Kind. Das hat ja auch noch keinen Reizfilter. Und entsprechend mach ich mir jetzt Einschlafrituale. Wie es in der Brazelton Methode beschrieben wird. Ich glaub, ich kann spüren wenn mein Vagusnerv anspringt. Das kribbelt so von oben bis in die Zehenspitzen.

Heut nacht hat mich mein Hirn wieder geweckt um mir neue Erkenntisse mitzuteilen.
Wie löst die Natur Probleme und Konflikte?
Mit Wissen , also mit Erfahrung und durch Ausprobieren und eine Portion Glück und Zufall. Also durch Vertrauen.

D.h. zu einer erfolgreichen Anpassung, Konfliktlösung gehört ein ausgewogenes Gleichgewicht aus Wissen (Erfahrungen), kreativen Ideen und dem Nutzen der sich ergebenden M&oumL;glichkeiten - ergo Vertrauen. Vertrauen und Wissen.

Wissen hab ich ja jetzt genug. An der Komponente Vertrauen (Urvertrauen und Selbstwert) happert es noch ein bisschen. Ich arbeite daran.

Vertrauen ist auch Glauben. Denn der Glaube versetzt bekanntlich und auch sprichwörtlich Berge. Das hatten wir auch schon: Der Placeboeffekt oder selbsterfüllende Prophezeiung. Und das Prinzip, dass das, was man aussendet auch zu einem zurückkommt.

Ihr glaubt mir nicht? Ihr wisst schon dass das Bankensystem und die Börse genauso funktionieren. Denn wenn Ihr alle den Banken misstraut und alle gleichzeitig losrennt und Euer Geld abheben wollt, wei ihr glaubt, mit der Bank geht's bergab oder es kommen schlechte Zeiten, dann wird das auch eintreten. Weil alle daran glauben.

Glauben die Menschen, dass die Kurse steigen werden, kaufen Menschen Aktien. Und da sich das dann rumspricht und auch der Herdentrieb dabei eine Rolle spielt (wie beim Bankenbeispiel auch, der Nachahmereffekt halt), dann werden die Kurse tatsächlich steigen. Weil dann ein immer geringeres Angebot einer immer größeren Nachfrage gegenüber steht.

Des Menschen Glaube ist sein Himmelreich. Wenn meine Mama den Mülleimer rausstellt, weil sie glaubt heut kommt die Müllabfuhr, dann tun es die anderen Nachbarn auch. Auch wenn das gar nicht stimmt.

Als meine Mama weil die Spritpreise zu Coronabeginn niederig waren, Heizöl gekauft hat, weil sie geglaubt hat, auch das Heizöl ist billiger (sie hatte auch recht damit), machten das die Nachbarn auch.

Ihr seht also was der Glaube so alles bewirken kann. Er ist allgegenwärtig und bestimmt unser Leben. Und das was uns passiert. Und im Endeffekt auch wie gut wir mit Krisen umgehen können. D.h. er ist für unsere Resilienz sehr wichtig.

Wissen, Glauben, Vertrauen, soziale Kontakte, Können und Sinn helfen uns unseren Weg im Leben zu finden. Ich arbeite daran.

Ich möchte jetzt auch nach Coronazeiten weiter im Homeoffice arbeiten, weil mir das liegt und meine Spastiken durch den geringeren Stress (Fahrerei und grosses Büro) und damit auch weniger Schmerzen reduziert wurden.

Das hätt ich mir einfacher und unkomplizierter vorgestellt und auch gewünscht. Hier greoft jetzt doch wieder die bürokratische Regelung. Ich brauche dann einen offiziellen Homeofficevertrag. Seufz...

Nützt ja nix, wenn ich dran verzweifle also auf zur Attacke nach vorn und ich hab gefragt, wie ich das jetzt in die Wege leiten kann. Denn das möcht ich jetzt nicht mehr hergeben. Weniger Schmerzen ist echt schön. Auch wenn man nach der Arbeit noch Energie hat.

Das ist nämlich auch der Potenzialentfaltung sehr förderlich. Ihr seht also: ich arbeite weiter an dem Umfeld, das zu mir passt. Ich übernehme die Verantwortung und die Initiative. Und alles andere wird sich finden. Ich glaub jetzt ganz fest daran.

Und die Bürokratie meint es ja auch gut. Agil ist sie leider nicht. Da muss mer halt durch. ich hab schon schlimmeres überlebt.

Zum gestrigen Comic meinte ein Bekannter, der wär : CORONATIV :)

Dinnerstag: Hmm.... ich war gestern bei einer Besprechung etwas ernüchtert. Ich hatte gedacht, wir wollen eine Definition festlegen und meine vorbereitet.

Die anderen redeten nur über die nächsten Schritte und wollten alles durchplanen. Konkret gemacht haben wir nichts. Stattdessen wurden Hausaufgaben verteilt. Ich dachte, das wollten wir in der Gruppe in der Besprechung klären.

Ich plan nie was durch. Ich mach halt dann mal den ersten Schritt und schau dann was dabei rauskommt und ob ich noch nachjustieren muss. Lustigerweise ist das wohl der agile Ansatz. Also mein Hirn denkt von Haus aus agil, wenn es nicht von Stresshormonen geflutet wird und in Handlungs- und Denkunfähigkeit und Sprechunfähigkeit versinkt.

Die anderen scheinen Sprache ganz anders zu benutzen als ich. Als eine Art sozialen Gesellschaftstanz. Ich dagegen um Sachinformationen auszutauschen. Ich stehe dann staunend und irritiert daneben und höre und sehe ihnen dabei zu als hätte ich eine neue Spezies entdeckt. Mit meiner scheint die nicht viel gemeinsam zu haben.

Die Loghoroe greift um sich. Ich kenn das ja auch von mir. Also versteh ich das schon, dass das mal sein muss. Aber alle auf einmal, dass ist so energiezehrend.

Nun weiss ich ja aufgrund der Regeln, die sich die meisten wünschen, dass sie sehr verunsichert sind. Und ich frage mich, ob Menschen soviel reden, weil sie sich nicht verstanden fühlen und ob das auch der zunehmenden Verunsicherung geschuldet ist.

Oder gab es das schon immer? War das schon immer so anstrengend?

Bei uns daheim wird viel weniger geredet. Wir verstehen uns ohne Worte. Und bei älteren Paaren ist das ja auch so. D.h. wenn man sich versteht, dann braucht es keine Worte oder zumindest nicht gar so viele.

In der Zeit wo die Leut soviel reden und so wenig sagen, hätte man das ganze meistens schon gemacht. Kopf kratz...

Ich glaub, wir brauchen alle eine Komplexitätsreduktion: einfach mal wieder auf die wirklich wichtigen Dinge und Werte besinnen.
Ob dann alle daheim bei ihrem Rudel landen? Corona macht's möglich.

Ui! Meine Corona-Comics sind auf der Homepage der Stadt Höchstadt gelandet ;-).
Wieder eine neue Verbreitungsquelle. Entdecke die Möglichkeiten. Ich freu mich. Hatte gar nicht damit gerechnet. Cool!
Ich bin etz Kulturgut! :)

Ich hab einen Scrum-Master gefragt, wie er das mit Gruppen hinbekommt, dass die einzelnen Teilnehmer beim Thema bleiben. Also wie man diese soziale Gruppendynamik verhindern kann. Er hat gesagt, dass geht indem man eine Struktur (System) vorgibt. Also zu Beginn das Ziel des Gesprächs definiert. Erstmal eins vorschlägt und sich dann zusammen auf ein gemeinsames Ziel einigt. Denn es bringt ja nix, wenn es nur das Ziel eines einzelnen ist. Die ganze Gruppe muss dahinterstehen.

Man braucht also ein Format für eine Besprechung. z.B. für einen Projektrückblick.
Was ist passiert?
Hintergründe?
Aktionen einleiten (Ursachen beheben)

Die Hintergründe muss man verstehen, weil man sonst die Ursachen nicht beheben kann. Dann betreibt man nur Symptombehandlung. Und dann tritt das Symptom das nächste mal halt in einer anderen Variante auf, weil die Ursache immer noch nicht behoben ist. Das ist logisch.

Ich hab ihn gefragt ob es Beispiele gibt oder Bücher wo man sich das anlesen kann. Da hat er mir diesen Link zu Retromat.org gegeben.
Und nach "agile retro format" soll ich auch mal googeln.

Das will ich mir mal durchlesen. Spannend!
Ich will das auch mal nächste Woche ausprobieren.
Mal sehen, ob ich es damit schaffe, andere zu irritieren oder ob ich sie "abholen" kann.

Ich glaub beim Thema Homeoffice hab ich mir wieder ein Eigentor geschossen. Ich versuch mal die Verwirrung, die ich erzeugt habe, aufzulösen. Ihr kennt mich gut. Ich bin echt spitze drin, mir selber über die Füsse zu fallen.

Wisst Ihr da treff ich halt wieder auf die starre Bürokratie, die es gut meint. Aber leider bin ich nicht mit ihr kompatibel wie die ersten 42 Jahre meines Lebens ja bewiesen haben. Ich passe in kein System. Und meiner Ansicht nach tut das kein Mensch. Ich versuche jetzt mein Umfeld auf mich anzupassen als andersherum. Denn ich weiss ja inzwischen, dass das nicht funktioniert. Gut gemeint ist halt nicht immer gut gemacht.

Ich hab auch versucht den Prozess-Beteiligten meine Probleme und warum das für mich halt nicht funktioniert zur schildern. Und dass der angedachte Prozess nur noch mehr Hindernisse für mich bedeutet. Das ist blöd. Ich hab jetzt nochmal probiert das ganze aus meiner Sicht zu schildern und zu erklären und so Missverständnisse auszuräumen. Mehr kann ich nicht tun.
Denn beim Gespräch war ich irritiert und dann dürften es die anderen auch gewesen sein.

Meiner Mama hat als sie das letzte mal den Film "Walk the line" gesehen hat, die Musik so gut gefallen. Bei ihr wird eine Band immer "a Kapelln" sei... Johnny Cash gefällt ihr. Heut ist die CD gekommen, die ich bestellt hab. Und ich muss sagen, seine Stimme und die Gitarrenmusik fährt mein Nervensystem herunter. Die Schmerzen lassen nach. Und das alles wegen der schönen ruhigen tiefen Stimme und den Gitarren-refrains. Ich liebe ja Wiederholungen. Das könnte es erklären. Die Wiederholungen in der Melodie wirken den Stresshormonen entgegen. Meine Nackenschmerzen sind jetzt weg. Und mit den Muskelverspannungen bin ich heut früh schon aufgewacht.

Und des alles ohne Nebenwirkungen...

Bei uns in der Firma haben Führungskräfte von einer Schulung berichtet, wo sie authentisches Reden und Storytelling gelernt haben. Das finde ich sehr widersprüchlich. Also man bleibt in einer künstlichen Rolle und will authentisch erscheinen. Das kann meiner Ansicht nach nicht funktionieren.

Wenn ich authentisch bin, dann kann ich auch authentisch Geschichten erzählen. Das geht dann ganz von allein. Denn das hab ich ja bei meinem Vortrag beim Gesundheitsjahr im letzten Oktober gemacht.

Und zum Thema Storytelling hab ich auch dieses Schulungsvideo gefunden. Das ist echt toll! Schon schräg: ich find die Videos und Tipps erst nachdem ich das schon gemacht habe... das kommt ganz von alleine, wenn man soweit ist. Spannend!

 
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Die Glaa aus ERH - Kreativitaetsdefinition
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Die Glaa aus ERH - Homeoffice Nr. 3
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Die Glaa aus ERH - Der Corona-Comic
27.06. bis 03.07. Ausgebremst...

Sonntag: Derzeit bin ich etwas ausgebremst. Ich kann nicht so, wie ich gern möchte. Bis mittags geht es und dann bin ich alle.

Das CRPS scheint in Kombination mit dem anstrengenden Wetter meinen Stoffwechsel runterzufahren. Und jetzt versuch ich das ganze wieder in Gang zu bringen.

Durch mehr Bewegung analog. Und mehr Bewegung im Hirn. Denn viel gelesen hab ich in letzter Zeit auch nicht mehr. Da war auch Schicht im Schacht.

Ich frag mich immer wie das mit dem Cortisolspiegel zusammenhängt. Also wenn ich ganz hibbelig bin, dann ist er hoch. Denn da kann ich gar nicht stillsitzen.

Jetzt frag ich mich, ob dann irgendwann ein Tippingpoint erreicht ist, wo das hibbelige in Ausgebremstheit umschlägt. Da kommt dann auch die Traurigkeit. Das passiert übrigens auch wenn man älter wird. Neulich hat mir eine Bekannte davon erzählt, dass es ihr jetzt im Alter genauso geht. Und dann geht sie raus und eine Runde an die frische Luft und in der Natur spazieren und dann geht es wieder. Sie scheint allerdings da mehr Energie zu haben als ich derzeit.

Ich komm nicht weit. Derzeit brauch ich für die Strecke ins Städtchen , für die ich früher 25 - 30 Minuten gebraucht habe, ne Stunde. Weil ich andauernd stehenbleiben muss. Das ist wie Seitenstechen aber in der Mitte. Dann kann ich nimmer und muss stehenbleiben. Stiere etwas vor mich hin (Abschalt- Entspannungsmodus, Trancezustand) und dann muss ich mich wieder aufraffen, dass ich weitergehen kann.

Ich hab derzeit noch größere Probleme als sonst eine Tätigkeit zu beginnen oder damit wieder aufzuhören. Erst steht mir die Amygdala (der innere Schweinehund) im Weg und macht es mir schwer. Und wenn ich damit angefangen habe, bin ich im Flow und kann mich schlecht wieder draus lösen.

Ich frag mich, ob das bei anderen CRPSlern auch so ist. Oder ob das eine Besonderheit meines Autismus-CRPS-Kombination ist.
Und ist das bei Parkinson genauso? Da gibt es ja auch dieses Einfrieren der Bewegung, die erst durch einen Gegenreiz gelöst werden kann.

Bei mir ist das die Bewegung der Bäume im Wind, ein Auto das vorüberfährt oder ein Geräusch. Auf ebener Fläche fällt es mir schwerer weiterzugehen. Wenn ich den Bordstein zum Balancieren nehme, dann geht es, weil da der Reiz anders ist. Da kann ich mich dann auch wieder flotter fortbewegen.

In dem TED-Video mit den Life Hacks für den Parkinsonkranken Lieblingsonkel hat die Nichte das Problem ja mit einem zebrastreifen-Teppich gelöst, der eine Treppe imitiert. Und da konnte ihr Onkel wieder schneller laufen.

Ich glaub dieser Trancemodus ist eine Art Schutzreaktion des Körpers. Wenn die Reize (Detailinformationen), die auf das Hirn einströmen zuviel werden, dann schaltet es auf Notbetrieb um, um schlimmeres zu verhindern. Und dadurch kommt es zum Ausbremsen.

Da fährt nicht nur das Hirn runter sondern der gesamte Stoffwechsel. Dann klappt auch die Verdauung nimmer so gut.

Gestern hab ich das das erste mal bewusst wahrgenommen (das ist nämlich in dem Modus seeehr schwer, wegen der Abschaltung), dass ich da was machen muss, um da wieder rauszukommen.

Angefangen hab ich mit Kneippen in der Badewanne und damit, dass ich mich wieder mehr bewege. Gut, auf dem Crosstrainer kann ich nicht lange. Deswegen mach ich Intervalle. Drei Einheiten (so lang wie ich halt kann) und dazwischen lauf ich solang ich mag im Gang auf und ab und schlenker mit dem Armen rum. Das mach ich jetzt nach der Arbeit, nach dem Essen. Denn da hab ich noch Energie. Nachmittags ist davon nimmer viel da. Das hab ich die Woche auf dem Weg zur Physiotherapie gemerkt.

Auch zu Treffen mit zwei Bekannten kann ich mich nicht aufraffen. Alles zu anstrengend. Will ich aber wieder machen.

Und dann mach ich noch ne Einheit auf dem Wackelbrett. Und beim Fernsehen abends tret ich entweder in das Fussradfahrdings oder ich stell mich auf das Wackelbrett dabei. Denn die kleinste Bewegung baut ja Stresshormone ab. Und ich glaube, dass ich das machen muss.

Gestern hat es funktioniert, denn ich hatte wieder Lust was zu machen. Und hab mir jetzt so ein Ball-Balance-Sitzkissen bestellt. Dann beweg ich mich auch wenn ich am PC sitze. Hoffentlich stinkt es nicht zu sehr.

Und zwei Bücher über Do-it-yourself-Lymphdrainage hab ich auch bestellt. Und ein Selbsthilfebuch zu Lipödem und eins zu PCOS. Die Krankheiten hängen auch mit dem Cortisolspiegel zusammen. Dann kann ich davon was lernen. Und neues ausprobieren.

Momentan bin ich auch sehr ungeduldig. Gestern tanzten die Buchstaben vor meinen Augen und das lesen fiel mir schwer. Momentan geht es wieder etwas besser.

Ich hab mir weil ich in der Arbeitsgruppe zu IDP bin , mal IDP-Prozesse und Templates angesehen. Und selber je eins gebastelt. Ich bin dann bei einem Kreis-Diagramm gelandet. Und dann hab ich mich gefragt: Warum heisst es eigentlich Lernkurve? Lernen geschieht doch in einem Kreislauf.

Lernen geht doch so: Ich möchte ein Problem lösen. Dann mache ich mich zu dem Thema schlau, lerne also schon dazu (Wissenssammlungsphase), probiere Dinge aus, lerne was funktioniert und was nicht, stosse ich auf einen neuen LINK (neue Informationen, Richtung), der wiederum mein Interesse weckt und auch dem gehe ich wieder nach, lese alles zu dem Thema, probiere aus, lerne was funktioniert und was nicht, stosse wieder auf einen neuen Querlink usw....

Und so nähere ich mich dann iterativ in einer Art Kreislauf der Lösung an. Wahrscheinlich ist mein Lebensziel herauszubekommen wie ich mein Hirn im Gleichgewicht halte. Im Endeffekt hat das ja schon 47 Jahre geklappt, sonst wär ich gar nicht mehr hier.

Und Rückschritte sind auch ganz natürlich. Und dieser Kreislauf des Lebens findet lebenslang statt. Es ist der natürliche Anpassungsprozess an Veränderungen.

Und der ist flexibel. Agil. Von Haus aus. D.h. wenn wir uns das nicht abgewöhnt hätten, dann bräuchten wir das jetzt nicht wieder neu zu lernen in einer Zeit, in der Stresshormone uns das sehr schwer machen.

D.h. wenn wir mit dem langfristigen planen aufhören würden und präsent im Moment die Möglichkeiten wahrnehmen könnten, die sich uns bieten, würden wir am Besten fahren. Wieso eigentlich fahren und nicht gehen?

Dann würden wir im Augenblick leben und wären zufriedener und ruhiger. Sagt die richtige ;-)

Ich arbeite daran.

Und im Endeffekt tut das ja jeder lebenslang. Der eine bewusster, der andere unbewusster.

In Gruppen gelingt uns das noch nicht so gut. Hier sollen uns Techniken wie kanban oder scrum dabei helfen, dies zu leben. Ein Scrum-Master hat mir verraten, dass man sich zuerst auf ein Ziel in einer Gruppe einigen muss. Und dieses Ziel muss von allen getragen werden.

D.h. um die Gruppendynamik (gesellschaftlilches Rollengeplänkel) einzudämmen, damit alle ihre Sichtweisen und Erfahrungen einbringen können (das verhindert nämlich die Gruppendynamik), einigen sich alle Beteiligten auf ein gemeinsames Ziel. Denn wenn nur wenige es tragen, dann werden sich nicht alle engagieren. Die Hintergründe und Motive der Einzelnen können durchaus verschieden sein.

Das macht aber doch nur Sinn, wenn die Gruppe freiwillig zusammenkommt? Also aus intrinsischer Motivation. Sonst wird das doch nicht funktionieren. Bei uns hat es das auch nicht.
Also macht es keinen Sinn jemanden zu einer Aufgabe zu verdonnern. Es wäre also sinnvoll die Leute zu fragen, ob sie da mitmachen möchten. Denn wenn ich etwas gern tue und eigenes Interesse mitbringe, dann bringe ich mich auch ein. Was mir sonst nicht gelingt.

Ich muss da grad an Teambuilding-Tage denken.... Da kann man die Anspannung deutlich spü,ren, das angespannte Schweigen, wenn sich niemand oder nur dieselben 3 Leute immer wieder auf Fragen der Teambuilding-Moderatorin melden. Ich fand die immer furchtbar. Weil sie im künstlichen Raum stattfinden in einer küstlichen Situation.

Ich würde mir sowas im echten Arbeitsleben wünschen. Also integriert. Wenn man es braucht. Und da reicht auch nicht ein einmaliges Treffen einmal im Jahr. So ein Lernprozess ist iterativ und dann macht es ja auch Sinn genauso iterativ zu fragen, wo gibt es Probleme? Wie können wir sie lösen? Dass jeder zu Wort kommt... und dann kriegen wir das auch gemeinsam hin. Ob es dazu jemand externen braucht? Der kennt doch weder uns noch unsere Prozesse?

Würde es da nicht Sinn machen, wenn es einer aus der Gruppe macht, der uns und die Prozesse kennt? Selbsthilfe statt Nürnberger Trichter. Und wir probieren dann das aus. Als Experiment. Und dann treffen wir uns wieder und gucken, was es gebracht hat, wo wir noch nachjustieren müssen oder ob wir einen anderen Ansatz brauchen. Wär das nicht viel sinnvoller?

Spass zusammen bei einer gemeinsamen Fortbildung kann doch erst aufkommen, wenn man sich gut versteht. Also erst wenn das mit der Zusammenarbeit klappt und wir gelernt haben wie wir Konflikte unter uns selber lösen können.

Konflikte sind natürlich und die Reibung lässt uns wachsen. Denn nur wo wir Herausforderungen und Verändernungen bewältigen , gibt es auch persönliches und Teamwachstum.

Dann müssen wir zuallererst unsere Sichtweise auf Fehler verändern. Solange Fehler nicht vorkommen dürfen, wird es weder mit dem Teambuilding noch mit dem persönlichen Wachstum funktionieren.

Im Gegenteil, um einen Wettbewerbsvorteil zu bekommen, müssten wir viel schneller viel mehr Fehler als die anderen machen. Denn nur so lernen wir. Allerdings darf dies nicht unter Anspannung stattfinden. Denn dann lernen wir gar nix. Dann machen wir nur Symptombehandlung und die Ursache bleibt weiter bestehen. Des is fei a ned grod as gsündeste.

D.h. es gibt kein falsch oder richtig wenn man lernt. Entweder lernen wir, dass etwas funktioniert oder wir lernen, dass es nicht funktioniert und können dann eine andere Lösung versuchen. Beides gehört zum Lernen dazu.

Verschwendung ist, wenn ich nicht aus Fehlern lerne und sie immer wieder auf's neue mache, weil keine Zeit zum nachdenken und zur Ursachensuche zur Verfügung steht. Dies bezahlen wir dann teuer damit, dass wir denselben Fehler immer wieder machen.

Sprich wir haben die Wahl unter Stress Symptombehandlung zu machen, kurzfristig Stress zu senken und uns langfristig immer mehr damit zu stressen oder uns die Zeit zu nehmen, Ursachenbehebung zu betreiben und damit den Stress langfristig zu senken.

Ersteres auf Dauer führt steil abwärts. Die Qualität wird sinken, die Fehlerquote steigen und die Mitarbeiter verzweifeln und krank werden oder kündigen. Das beste Team fällt also langfristig durch diese Taktik des kurzfristigen Denkens langfristig auseinander. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Nur wenn alle an einem Strang ziehen, die Meinung aller gleich viel Wert ist, die Sichtweisen und das Wissen aller berücksichtigt werden, wird ein funktionierendes Team, Familie, Verein, Selbsthilfegruppe .... entstehen. Andernfalls fällt sie auseinander.

D.h. in immerwiederkehrenden Zyklen müssen sich die Beteiligten zusammensetzen und ihr Ziel bzw. ihre Ziele prüfen und neu definieren. Und sich gemeinsam drauf einigen. Nur dann werden sie langfristig stabile Beziehungen zueinander aufbauen und erhalten und damit auch langfristig die Ziele gemeinsam tragen und erreichen können.

Ansonsten bremsen wir uns gegenseitig aus und die Organisation fällt auseinander.

In einem Team müssen die schnelleren auf die langsameren warten. Nur wenn alle mitkommen, wird es gelingen. Das kommt jedem einzelnen zugute. Ja, auch ich bin ja oft ungeduldig und auch ich steh mal auf der Leitung und verstehe als letzter was andere wollen oder sagen möchten ... und genau deshalb macht es ja Sinn. Weil wir alle ambivalent sind. Wir sind alle mal das eine oder das andere. Und deshalb braucht es für dieses Unterfangen und Experiment viel Geduld.

Und eine offene Konfliktkultur. Denn nur wenn Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse offen angesprochen und geklärt werden, lassen sich kreative Lösungen finden und es entstehen keine neuen Abgrenzungen in der Gruppe. Einfach ist das nicht.

Denn um offen mit Konflikten umgehen zu können, muss man entspannt bleiben. Oder zumindest einer in der Gruppe sollte das sein. Vielleicht kann ja wechselseitig so einer eine Art Vermittlerrolle zwischen den Streitern spielen. Wenn jeder seine Sicht offen vorträgt mit den Hintergründen, dann ist schon viel gewonnen.

Dafür müssen alle Mitglieder einer Gruppe mitreifen. Sich mit- und weiter-entwickeln. Das erfordert Geduld. Und beständige Arbeit am und im Team. Irritationen und Frustrationen müssen offen angesprochen werden, bevor sie sich als Wutausbruch ihren Weg bahnen.

Das wird nicht immer gelingen. Auch dann gilt es mit Wutausbrüchen umgehen zu lernen und diese auszuhalten. Und im Anchluss aufzuklären, zu lösen um sie zukünftig zu verhindern.

Sprich: wir sollten uns über jeden Wutausbruch freuen, weil wir so klar erkennen können dass hier noch Entwicklungspotential liegt! Genauso ist es mit Konflikten. Wir sollten uns über jeden Konflikt freuen, weil wir daran wachsen und uns weiterentwickeln können. Dazu brauchen wir Menschen, die anhand der Worte, der Stimme, der Mimik, Gestik oder anderer Anzeichen erkennen können, dass etwas nicht stimmt und nicht stimmig ist. Denn diese Unstimmigkeitsdetektoren können dann die Dinge schon frühzeitig klärend ansprechen und somit Eskalationen und ihre Auswirkungen auf die Gruppe und deren Arbeit und Ziele verhindern.

Hier können Menschen, die hochsensibel sind, ihre Nische finden. Denn wir können das wahrnehmen. Ich an der Stimmlage und an dem wie jemand etwas sagt und was er sagt, ihr an der Gestik und Mimik. Und dann können wir die Dinge aktiv ansprechen und so vermitteln. Deshalb braucht es auch leise Menschen in Teams, weil das deren Spezialität ist. Sie wirken im Verborgenen. Und genau das ist ihre Stärke. Sie sind der Kitt, der alles zusammenhält.

Im Endeffekt ist das nichts anderes als den Kreislauf des Lernens auf Gruppen auszuweiten. Denn je besser uns das in den Gruppen gelingt, in denen wir Mitglied sind, desto gesünder sind wir alle. Ich bin gespannt, ob uns das gelingt. Ich arbeite daran.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Montag: Heute gibt's a weng was lustiges vo letzter Wochen.

Ich hab etzerdla widder mei alte Physiotherapeutin. Neue Praxis alte Therapeutin.
Mein D-Arzt hat gmeint, sowas hätt er a no ned ghabt, dass einer die Praxis aber ned den Therapeuten wechselt.
Siggsdes! Amol is immer des erschde mol.

Vorher hat ich ja einen Therapeuten, der mich mit Faszienentzerrung gequält hat.
Do hadder an Kurs ghabt und da isser etz so begeistert, dass er alles damit behandeln dud.

Mei Ergo versteht des dodal. Sie hat gmaand des gibt sich scho widder. Sie war ja letztes Jahr auf ihrem Triggertherapie-Trip. Sie hat gsachd, des geht am jeden so. Erst is mer total begeistert von dem neuen und irgendwann merkt mer dann, dass mer doch wieder amol was anders machen sollerd. Und dass des ned immer so gut is.

Am Markt war ich am Samstag a. Ich hab 6 Eier mitbringa solln und an Karton mitbracht.
Die Marktfrau:"Gebm's her! Ich mach Ihna 6 Eier."
Ich irritiert:"Des möcherdi segn."
Do had's dann glacht und gsachd:"Ich a!"

Anscheinend gehn nimmer vill Leut zum Hausarzt.
Jedenfalls hadder no nie bei uns ogrufn. Am Freitag um 18:15 Uhr des erste mol. Do wollt er mei Schwester. Die is seid Jahrzehnten nimmer hin. Sie hamm etz widder normal offen.

Ich hab mich bedankt. Und dann hat's gleich widder gschellt des Telefon. Aber ned lang. Do hadder sich anscheinend numal verwählt.

So freundlich kenni na goar ned. Wenni früher dortn woar, hadder mi immer zammgschissen.

Und heut hadder numal ogrufn. Do wollt er die Frau Neuner sprechen. Die gibt's bei uns ned.

Mei Mama hat gsachd, wenn er etz numol orufd, dann sachds zu ihm, dass er orufen ko solang er mog, sie gehd deswegn etz a ned hi.

Dann hab ich noch zwei Comics an einen Bekannten geschickt mit dem folgenden Text:
"ich möchte Dir ein Lächeln schenken.
Oder auch zwei..
Ich hoffe, es funktioniert. "

Heut kam a Antwortmail mit zwei Smileys. Hat funktioniert!

So und für Euch habi heut a nu an Comic! Vill Spass!

Dienstag: Etz hat mir des Gschichtla mit meiner Mama sovill Spass gmacht, dassi glei nu an Comic draus gmacht hab.
Vill Spass!

Heut früh vom Balkon seh ich eine Katze durch die Gärten tigern. Siggsdes, die is voll agil und resilient. Die nimmt das Leben wie es kommt. Lebt im Moment und geniesst ihn.

Wir tauchen den Hauptteil des Tages in eine Art Paralleluniversum ab. Jeder in seins. Und dort trifft er Menschen, die imselben Paralleluniversum arbeiten auf seiner Umlaufbahn. Das Paralleluniversum der Arbeitswelt.

Doch ohne Arbeit fehlt dem Tag Struktur.
Aber wenn ich so die Kollegen immer öfter schimpfen höre, dann frag ich mich nicht, ob wir den Tag nicht auch mit Arbeit , die uns guttut füllen könnten. Die salutogensische Variante, die Energie gibt, anstatt sie zu rauben.

Andererseits nehme ich meine Kollegen immer wieder anders wahr und so gewinne ich neue Sichtweisen. Die menschliche nämlich dazu.
Und die ist auch sehr schön. Denn wenn sich einem jemand öffnet und von seinem Kummer erzählt, dann fühlt er sich bei einem ja wohl.
Also ist das auch ein Kompliment.
Und wenn er sich abschliessend doch wieder lachend verabschiedet, dann komm ich mir sehr nütlich vor. Ich habe das Gefühl damit mehr bewirkt zu haben als mit allem anderen was ich getan hab.

Ich hab heut von meinem Vorgesetzen das Okay bekommen, dass ich das mit dem mobil-und-Vorort-Arbeiten prakmatisch handhaben darf. Er hat von sich aus gemeint, dass das neue Grossraum-Büro wohl eher nix für mich ist.
Also hat er Empathie gezeigt. Das hat gutgetan. Ich habe mich wertgeschätzt und verstanden gefühlt. Im BEM-Gespräch war das nicht der Fall. Er versteht was ich brauch. Darüber hab ich mich sehr gefreut.

Ernüchtert und irritiert und verwirrt war ich heut aber auch. Weil im Intranet ein Talent-Entwicklungstool drin stand. Und ich sehe hier keinen Unterschied zum IDP. Das ist doch dasselbe. Auch hier spricht man iterativ mit dem Vorgesetzten. Wieso haben wir soviele Prozesse dafür? Reicht da nicht einer? Ein prakmatischer?

Ich blick echt nimmer durch. Und meinem Kollegen, der sich heut bei mir entkummert hat, geht es genauso. Da ersaufen wir in Arbeit und jetzt sollen wir auch noch immer mehr Self-Service machen. Wann denn?

Ich versteh auch die andere Seite, die uns mehr Eigenverantwortung lehren möchte, aber dafür brauch ich ja erstmal den notwendigen Spielraum.

Ich werd mal heut nachmittag in der Arbeitsgruppe nachfragen, wo da der Unterschied sein soll. Vielleicht verstehen sie ihn.

Urks... diese Handspastik... zusammen mit meiner Vergesslichkeit ist die echt ein super Team. Jetzt hab ich mir extra die Punkte für heute heut früh notiert und jetzt kann ich den dritten Punkt nimmer lesen. Ich konnte mal Schönschrift. Die Zeiten sind vorbei.

Das hat aber auch Vorteile. Meine Mama bittet mich nicht mehr, Dinge auf ihren Einkaufszettel zu schreiben, weil sie es eh ned lesen kann.

Mittwoch: Heut hab ich mal den Scrum-Master interviewt. Was er alles können muss.

Er muss Menschen mögen, kreativ sein (Meetings ansprechend und spannend gestalten), Konflikte lösen können (mediative Fähigkeiten), muss empathisch sein (muss Stimmungen wahrnehmen können), flexibel im Denken sein (Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten können), Menschen ermutigen und einladen können, damit sie eigenverantwortlich wachsen und gedeihen und über sich hinauswachsen können und selbstreflektieren können. Und er braucht einen Blick über das Gesamte.

Seine Verantwortung ist es, jeden im Team die bestmöglichen Wachstumsmöglichkeiten zu ermöglichen und Hindernisse aus dem Weg zu schaffen. Dabei muss er das gar nicht selber tun. Sondern er spielt den Ball an seine Teammitglieder zurück. z.B. in Form von Fragen. Und so kommt das Team selbst zu den Lösungen. Und Lösungen, die man selber findet und gut findet, setzt man auch mit intrinsischer Motivation und Spielfreude um.

Ganz anders ist es wenn der Chef eine Lösung toll findet, der Mitarbeiter aber nicht und sie trotzdem umsetzen muss. Das kenn ich auch. Das macht keinen Spass. Das kostet viel Energie, weil es viel Überwindung kostet.

Kennt Ihr das auch, dass die Leut, die sich erbarmen und Dinge übernehmen, weil keiner da ist, nur noch mehr so Zeug anziehen? Die Ausputzer vom Dienst. Spass macht der Job nicht. Denn Wertschätzung bekommt er nicht und immer nur die Scherben aufzuklauben, ist auf Dauer auch nicht sinnstiftend. Man möchte ja auch mal was schönes machen.

Sagt einer sowas, dann solltet Ihr hellhörig werden. Hellhörig... gibt's auch dunkelhörig? Obwohl hellhörig könnte ja mit der Stimme zu tun haben. Wenn jemand sich beklagt oder jammert oder seinen Frust ablässt, dann ist die Tonlage ja aufgrund des Stresslevels verändert. Also höher. Dann trifft es die Sprache mal wieder auf den Kopf. Man kann sie also durchaus wie ich wortwörtlich nehmen.

Schliesslich braucht man sich doch nicht zu wundern, wenn Mitarbeiter, die Aufgaben machen müssen, die sie nicht gern machen und in denen sie keinen Sinn sehen, frustriert und entmutigt werden. Das ist die natürliche Folge. Zuviel Ausputzeritis macht auf Dauer krank. Jeder braucht eine gesunde Mischung von Aufgaben. Auch welche, die er mit Freude und gerne macht. Ihr könntet sie ja einfach mal fragen, was sie gerne machen und was ihnen Spass macht. Dann werden sie es schon sagen, denn jeder freut sich, wenn man sich für ihn interessiert. Das nennt sich Wertschätzung.

Einfach jemanden zu einer Aufgabe zu verdonnern, ist das Gegenteil davon. Das ist sehr unempathisch.

Dann sollte ein Chef gar nicht auf seine Idee einer Lösung insistieren, sondern den Mitarbeitern vertrauen, dass sie schon eine Lösung für das Problem finden.

Eigenverantwortung der Mitarbeiter funktioniert in hierarchischen Strukturen deshalb auch nicht. Weil sie es nicht zulassen. Weil sie mit Druck einengen und nicht die Freiheit geben sich selbst entfalten zu können.

Mit Druck die Eigenentwicklung der Mitarbeiter (z.B. durch Spiegelung des die Führunsgkraft "störenden" Verhaltens , Krtiik) erzwingen zu wollen, funktioniert nicht. Das muss er schon selber wollen.

Ein Schmetterling, der man aus ihrem Kokon hilft, wird als Schmetterling nicht fliegen können, weil er dadurch die zum Fliegen benötigten Muskeln nicht ausbilden kann. Die bilden sich beim Entpuppen heraus.

Das ist das Nürnberger Trichterprinzip. Jeder muss seinen Weg zur nächsten Stufe der Erfahrung selber finden. Das kann mit neuen Sichtweisen von anderen erfolgen. Aber es wird nicht funktionieren, dass ein Chef den Mitarbeiter auf eine höhere Stufe zwingt. Denn er muss erst alle vorherigen Lernstufen durchlaufen, um dorthin zu kommen. Und das tut jeder Mensch in seinem eigenen Tempo. Von ganz allein. Wenn das Umfeld passt. Und Druck passt nicht. Weil wir unter Stress nichts lernen können!

Ich dachte ja diese iterativen Meetings sind immer gleich aufgebaut. Ein fester Rahmen. Da sagte er, nein, er muss sie auch interessant und spanned gestalten, damit die Teilnehmer bei der Stange bleiben. Zumindest für die Nachbesprechungen gilt das.

Also ich war einmal bei einer solchen Nachbesprechung dabei und ich fand sie anstrengend und furchtbaaar laaaang. Und dann bin ich nimmer hin. Ausserdem findet das Treffen jetzt immer nachmittag statt und da arbeite ich nimmer. Nachmittags kann ich mich eh schlechter konzentrieren.

Hmm... ob es vielleicht Sinn machen würde die Leut zu fragen, wann sie sich am besten konzentrieren können und das Meeting dann auf diesen Zeitraum zu legen?

Ich hab den Scrum-Master gefragt wie wir aus der Misere der ständigen Üerlastung und kurzfristigen Symptombehandlung rauskommen zur langfristigen Ursachenbehebung.

Seine Anwort war erstaunlich logisch und simpel. Da hauml;tt ich auch selbst drauf kommen können ;-)

Einfach mal anfangen. Und es zur Gewohnheit machen. Also 1 mal im Monat so ein Projektrückblickstreffen machen und Hintergründe und Ursachen identifizieren und dann auch abstellen. Einfach mal mit der ersten Ursache anfangen. Und 1 x im Monat wird sich ja eine Stunde Zeit finden lassen. Und der Termin darf auch nicht kippen. Er muss zur Gewohnheit werden.

Klar! Weil das ja auch ein Umlernen ist diesen neuen Rhythmus anzufangen. Das ist genauso wie wenn Ihr Euch vornehmt jetzt mit Sport anzufangen. Macht Ihr keinen festen Termin und zieht es immer wieder durch, dann verläuft es im Sande. Warum eigentlich im Sand und nicht im Supermarkt?

Jetzt hab ich heut mal einen Kollegen, der für so eine Idee ein offenes Ohr hat, angerufen und gefragt, bei wem man das am besten eintüten könnte. Ein paar Freiwillige würde ich schon zusammenbekommen. Zumindest kann ich ein paar Leute fragen. Mal sehen, ob und was dabei herauskommt.

Selbst wenn es im Sand verläuft, werd ich was draus lernen. Dann lern ich, dass es so nicht funktioniert und muss mir was anderes einfallen lassen. Also, was hab ich zu verlieren?

Und Ihr könnt das ja auch mal ausprobieren.

Denn wenn wir so weitermachen wie bisher, dann wird es immer öfter zu Wutausbrüchen kommen. Und die Verzweiflung und Hilflosigkeit der Führungskräfte wird zunehmen. D.h. der Druck auf sie wird noch weiter zunehmen. Denn der Druck den sie an die überlasteten Mitarbeiter abgeben , wird sich nun nach dem Prinzip : Ihr erntet, was Ihr sät entladen. Konflikte werden zunehmen.

Treffen zwei Säbelzahntiger aufeinander, dann geht das nicht gut.
Des is fei a ned grod as gsündeste.

Solange wie es noch Mitarbeiter gibt, die das abfedern können (und die letzte Bastion sind die Generalisten) , funktioniert das noch. Es geht lange gut, weil sie sehr leidensfähig sind. Doch sie sind auch die stillen und sagen nicht, wenn sie an ihre Grenzen kommen oder wie es ihnen geht. Und dann gehen sie halt.

Führungskräfte , die im Sandwichdruck von oben und unten im Dauerfeuer stehen, nehmen dieses Problem nicht wahr. Sie sind in ihrem Tunnelblick gefangen. Dabei könnten sie die Signale erkennen, wenn sie darauf achten und den Mitarbeitern zuhören würden. Nur im Stressmodus funktioniert das nicht. Obwohl dann der Reizfilter heruntergefahren wird und man sowas viel besser wahrnehmen könnte.

Und so denkt der Mitarbeiter, dass der Chef das doch mitbekommen müsse. Doch der Chef tut es nicht, weil er selbst bis über beide Ohren in der Tinte sitzt.

Sprich: bis es ankommt (wenn das überhaupt passiert9, ist die Situation schon sehr verfahren. Und wenn dieses Fundament , das die Sicherheit für die Spezialisten bietet, zusammenbricht, dann wird es seehr schwer.

Der Scrummaster meinte, da liegt viel Arbeit vor uns. Das seh ich auch so. Jetzt kommt es drauf an, ob wir die Ärmel hochkrempeln und einfach anfangen.
Ich arbeite daran.

Donnerstag: Gestern ist mein Ballkissen gekommen. Das Ding ist toll! Und es stinkt nicht.
Hat 30 Jahre Garantie. Die gibt's auf mich nimmer. ;-)
Die Pumpe war auch dabei allerdings hat die Spitze gefehlt. Wir hatten aber noch eine von einem ADIDAS Volleyball im Schrank pappen. Die hat genau auf die Pumpe gepasst. Siggsdes da kummd die Sammelleidenschaft doch mal ganz gelegen.

Gestern war ich mit einer Bekannten in einem Freiluftcafe. Das war sehr schön.
Sie hat viel und laut geredet (über ihren Frauenarzt, der am Gleitmittel spart und über die Vorzüge der Vagisan Feuchtcreme) und ich gegessen. Flammkuchen. Hmmm...

Ich geh ja immer noch am liebsten wohin zum Essen zwecks Nahrungsaufnahme. Weils schmeckt.

Das erste mal unter Coronabedingungen. Weil es länger gedauert hat bis jemand kam , bin ich halt selber zur Tat geschritten. Ich kann das halt Stresshormonbedingt ned, auf andere angewiesen zu sein. Selbst ist das Neutrum. Des häddi wohl besser ned machen sollen. Mit mir fällt mer halt überall auf. Mit ihr aber auch. Mir hamm dann trotzdem an Tisch grichd.

Meiner Bekannten fehlen die sozialen Kontakte und die physische Nähe. Das Problem habe ich nicht. Ich bin ganz froh, dass derzeit Menschen von Umarmungen Abstand nehmen und einem nimmer so arg auf die Pelle rücken. Die sind meinem Nervensystem eh unangenehm bis schmerzhaft.

Deshalb war sie auch sehr aufgedreht. Sie käpft seit Corona ständig mit Entzündungen und Allergien. Weil ihr Dinge fehlen. Viel bewegen tut sie sich ja schon. Sie erinnert mich immer ein bisschen an den Duracellhasen.

Diesmal hat sich ihre Erregung gar nicht so auf mich übertragen wie die letzten male. Dann bekomme ich doch meine Stresshormone etwas besser in den Griff. Ich arbeite daran. Auch das Nachverarbeiten der Daten dauerte nicht wieder x Stunden. Und ich war diesmal auch nicht wie sonst komplett k.o. Obwohl mir die Wetterwechsel schon zu schaffen machen.

Morgens ist die Anspannung noch recht hoch und ich brauche, bis ich sie herunterbekomme. Je nach Anspannung bin ich dann mal mehr oder weniger empathisch.

Als dann heut nacht mein Hirn mit der Verarbeitung und Auswertung der Daten fertig war , hat es mich mit einem Heureka - Moment aufgeweckt. So war ich dann um 3:00 Uhr früh ein sehr aufgewecktes Kerlchen und hab die Erkenntisse zusammengeschrieben, damit ich sie nicht vergesse. Vorher gibt mein Hirn keine Ruhe und läßt mich nicht wieder einschlafen. Also mach ich ihm die Freude.

Also hohe Anspannung (Druck) führt zu Handlungsunfähigkeit. Einem Deadlock. Nix geht mehr. Das ging mir letzte Woche so. Da konnte ich mich kaum zu etwas aufraffen. Ich war dauernd müd.

Wenn man seine Fähigkeiten und Talente nicht leben kann, dann muss diese Energie ja auch irgendwohin. Und die bleibt dann in einem drinnen und wendet sich gegen einen. Aufgestaute Energie im- oder explodiert dann irgendwann. So wie beim Schnellkochtopf meiner Mama. Der ist ja auch explodiert. Die Decke war Zeuge.

Deshalb kann ein Nicht-Ausleben der Talente und des Potentials einen auch innerlich zerstören. Weil die Energie nicht raus und abfliessen kann. Ob das das Chi ist? Und Feng shui? Dann ist der Durchfluss und der Abfluss verstopft.

Der Stau ist dann auch innerlich. Lymphabfluss findet nicht mehr statt. Ein Stau verstopft die Strassen. Bei uns führt das zu diversen anderen Arten der Verstopfung. Stoffwechselverlangsamung.

Aber wenn man umlernt und Dinge anders macht, dann kann alles wieder in den Fluss und in Bewegung kommen. Das versuch ich ja auch grad wieder hinzbekommen. Ich arbeite daran.

Der Physiotherapeut (der Faszienquäler) wollte das erste mal als ich bei meiner alten Physio war, wissen ob es nach seiner letzten Behandlung bei mir besser geworden ist. Die Illusion hab ich im genommen. Es ist aber auch schwer zu verstehen, dass es nicht immer gleich ist. Da tut er mir schon leid. Aber ich kann ihn ja nicht anlügen. Nicht dass ich das überhaupt könnte. Denn das würde ja ein gutes Gedächtnis erforden. Sowas hatte ich noch nie. Jedenfalls nicht in der Art. Assoziativ kreativ überraschende spontane Detailsverknüpfung und Hirnakrobatik auf Knopfdruck: das kann ich, wenn ich mich wohlfühle so wie hier.

Ich hab halt ehrlich gesagt:"Naja, des is ja nur Symptombehandlung."
Da ist ihm das Gesicht runtergefallen.

Eine andere Autistin hat mich gefragt, ob ich nicht auch versuche den Erwartungen anderer zu entsprechen. Welche Erwartungen? Ich hab ja genug damit zu tun , zu überleben. Ich hab immer das gemacht, was ich konnte. Ich kann nicht anders als ich sein. Mich hat erstaunt, dass Ihr nicht so seid. Weiter bin ich mit meinem Hirn in der Entwicklung nicht gekommen. Dass man wenn man authentisch und echt ist, nicht der Mehrheit entspricht war mir nicht klar. Ich konnte ja auch keinen Kontakt zu ihr herstellen. Ich wüsste auch nicht warum und wozu ich jemand anders sein wollen sollte. Ausserdem könnte das mein Hirn ja gar nicht leisten, weil die Verarbeitung der Detaildatenflut, die es leisten muss, auf Kosten der Merkleistung geht. Ich könnte mir also gar nicht merken wer ich wäre. Ursache und Wirkung.

Seltsamerweise gab es bei uns auf Arbeit einen Kurs für einige Führungskräfte, damit sie authentisch werden. Das kann ich mir sparen. Ich war schon immer so.

Sie haben dort authentisches Storytelling gelernt. Da hab ich gefragt, wozu man so einen Kurs braucht. Wenn man authentisch ist, dann kommt das von ganz allein.

Zu dem Hausarzt-Comic hab ich einige Rückmeldungen bekommen.

1: "Wenn meiner hier anruft kann er mir mal einen Krankenschein für die nächsten 4 Wochen ausstellen. ;-)"
2:"Du machst ja wirklich aus allem was. Toll. Bei uns hat der Hausarzt noch nie angerufen. Ich glaub der ist froh wenn nicht so viel kommen."
3: "Du hast ja einen "lustigen" Hausarzt :)"

Heut hat er mir gewunken, als er im Auto an mir vorbeigefahren ist. Ich hab ihn grad noch erkannt. Mit Gesichtsblindheit ist das nicht so einfach. Ich erkenn die meisten Leut entweder kontextbezogen oder am Nummernschild.

Ich hab zurückgewunken. Nicht mit der Krücke. Mit der Hand. Meine Mama hätte das mit der Krücke gemacht, aber dann hätt ich ne Bauchlandung gemacht. Die bin ich ja auch gewöhnt. Auf einmal mehr oder weniger kommt es inzwischen auch nimmer an.

Kaum war ich heut draussen auf der Strasse auf dem Weg zur Ergo hat mich eine Autofahrerin aufgesammelt. Schau ich so mitgenommen aus, dass mich so vill Leut mitnehmen wollen? Das war sehr nett und das hab ich ihr gesagt und mich bedankt. So hab ich es auch noch pünktlich zu meiner Ergo geschafft, weil ich zu spät dran war. Ich bin wieder mal versumpft. Hier auf der Homepage bei Tippen.

Schon lustig, ich befinde mich den Grossteil des Tages im Flow, im Konzentrationsmodus und im Trancemodus um mein Nervensystem und die Stresshormone zu bändigen. Das hat mir keiner beigebracht. Das macht das Hirn von ganz alleine.
Soviel könnt Ihr gar ned meditieren wie ich da am runterfahren bin.
Nur schad, dass das keiner auf Reha gemerkt hat. Nö, da bin ich ja genau deswegen angeeckt. Das ist herrlich schräg. Dabei macht mein Hirn ja genau das, was es soll. Schon von Haus aus in der Basiskonfiguration.

Das Höchtstadter Gesundheitsnetzwerk fängt etzerdla a widder mit einem Treffen an. Mal schauen, ob ich hingeh. An dem Tag hab ich schon einiges. Neugierig wär ich schon. schau mer mal...

Ich hab das letzte mal unterwegs zwei Erdbeerfächser (Ableger), die durch einen Zaun auf den Gehweg hingen mitgenommen. An denen hingen auch noch Kinderfächser.

Inzwischen sind die beiden bekommen. Ein komischer Satz. Ihr wisst was ich meine. Sie stehen jetzt von allein im Pflanztopf. Die Kinderfächser sind inzwischen vertrocknet, die Verbindung ist braun und spröde geworden.

Da musste ich an die Führungskäfte denken, die ihre Mitarbeiter, wenn es um ihr eigenes Überleben geht (Stress), auch am ausgestreckten Arm verhungern lassen. Das Bild passte jetzt so schön. Auch das ist physiologisch vollkommen logisch. Denn eine Erdbeerpflanze macht es ja genauso.

Und da war da noch die Kollegin, die ihrer Tochter zum Homeschooling ein Scrum-Board mit Post-its gebastelt hat, um einen Überblick über die Mailzusendungen der Lehrer und die Abgabentermine zu behalten.
Der Tochter gefällt's. Die ist jetzt total agil. Und so habe ich heute gelernt: Corona macht agil.

Freitag: Gestern hatte ich eine Mail in der Inbox, mit einer mp3-voice-Nachricht in der nix drin war. Es wär schon hilfreich, wenn Leut, die einen nicht erreichen, da drauf sprechen würden und sagen worum es geht, damit ich mich in Ruhe drauf einstimmen und vorbereiten kann.

Stattdessen hatte ich dann noch eine Chatnachricht vom selben Kollegen:"Kannst Du mich bitte dringend zurückrufen?" mit zugehöriger E-mail mit dem Link zum MS-Teams-Chat in meinem Posteingang.

Das kostet mich meine Zeit und ist anstrengend. Einmal hätte ja genügt. Dass er nix auf das Band mp3 gesprochen hat, hat die Sache auch nicht simplifiziert. Das war zwar sehr lang, aber ich konnte nix drauf hören.

Sowas ist anstrengend und frustierend. Ineffiziente Kommunikation.

Ich kann ihn aber auch verstehen, weil er in Panik war. Da mach ich auch solche Sachen. Da hab ich noch ganz andere Dinge hinbekommen. Ich schaff es ja schon im entspannten Zustand mit meiner unverblümten Ehrlichkeit für Verwirrung zu sorgen.

Das war es aber noch nicht mit den Kommunikationskanälen. Es gab auch noch ein Bug-Ticket dazu. Den Link dazu hat er mir leider nicht geschickt und es stand auch nicht auf mich. Das hätte mir sehr geholfen. Denn dann hätt ich mir den Sachverhalt schon mal in Ruhe anschauen können.

Nix macht mich mehr fertig als wenn ich auf Arbeit komme und von Nachrichten überfallen (so fühlt es sich nämlich dann an, weil die Stresshormone Party feiern) werde, die unklar sind. Weil mich das hilflos macht. Ich kann nix tun. Weil ich NICHTS weiss. Da wäre es sinnvoller sich die Mail oder den Anruf zu sparen. Weil es mir dann letztendlich an mein autonomes Nervensystem geht und die Muskelanspannung verschlimmert und so Schmerzen auslöst. Wahrscheinlich muss ich ihm das einfach mal so sagen.

Das ist ja nicht nur bei mir so. Nichts erzeugt mehr Stress als unklare Kommunikation. Allerding sversteh ich auch, dass jemand, der im Stress ist , weil er grad ein Problem hat und seine Arbeit nicht machen kann und sich deswegen hilflos und unter Druck fühlt, nicht klar kommunizieren kann. Wie lösen wir nun das Problem?

Was kann ich tun?
Meine erste Reaktion war wie Ihr wohl auch reagieren würdet. Mein Nervensytem ist in die Verteidigungshaltung gegangen. Empathie war damit nicht möglich. Ich hatte auch schlecht geschlafen und spürte das Wetter. D.h. die Vorbelastung macht es auch nicht leichter. Das konnte ich auch an meiner krächzenden Stimme hören. Ich musste oft husten weil die Muskeln angespannt sind.

Ich sah mir dann als er (ich hinterliess eine Nachricht mit der Bitte um Rückruf mit dem Bezug auf seiner Voicemail, weil ich ihn nicht erreichen konnte) mir den Bug-Eintrag nannte (dabei hab ich mich dann dank Stresshormonflut auch noch vertippt...), den Screenshot von der Fehlermeldung an. Das hätte ich auch schon vorher tun können, wenn er mir zugänglich gewesen wäre und ich gewusst hätte dass es ein Bug-Ticket dazu gibt.

Leider war der nicht aussagekräftig. Dafür hätte ich das Programm (eins dieser herrenlos gewordenen Programme, mit denen ich mich herumschlagen muss) debuggen müssen solange der Fehler auftrat. Inzwischen war er weg. Angeblich hat niemand etwas gemacht. Bei komplexen Systemen ist das sehr schwierig. Weil ja damit auch so viele Menschen gleichzeitig arbeiten.

Ich vermute einen Datenbank-Timeout. Ich habe inzwischen erfahren, dass an dem Tag auch ein Kollege einen Dump gezogen hat. Weiss aber nicht , ob dies im gleichen Zeitraum geschehen ist. Wenn ja, könnte das durchaus die Problematik erklären.

Das ist halt so, wenn man an einem lebenden System arbeitet.

Genauso schlimm finde ich Meldungen wie: Das Programm geht nicht. Meistens heisst es noch Dein Tool. Ja welches denn? Und wieso ist das meins? Ich hab es nur programmiert in Auftrag gegeben haben es andere.

Welches Programm? Was geht nicht? Was hast Du denn eingegeben? Was ist dabei herausgekommen? Klare Fehlerbeschreibungen und Hintergründe nehmen mir diese Hilflosigkeit. Dann kann ich nämlich was tun und mir die Sache schon mal anschauen.

Fehlen diese, wäre es besser gar nichts zu schreiben. Denn das wäre der Sache dienlicher. Klar mit Stresshormonparty im Hirn ist das leicht gesagt.

Da wäre es gut, inne halten zu können , mal kurz durchschnaufen und die Sache aus der Perspektive der Scheisse an der Wand betrachten. Die Scheiss-die-Wand-an-Perspektive kann nämlich sehr hilfreich sein, um die Dinge mit der nötigen Ruhe zu Betrachten und diese Ruhe zu bekommen. Das kann man lernen. Erfordert Übung, Geduld, Nachsicht und eine gute Prise Humor.

Also im ersten Moment trafen also unser beiden Säbelzahntiger aufeinander. Ich erklärte dem Kollegen also, dass ich leider mit der Fehlermeldung nichts anfangen kann und jetzt wo der Fehler nicht mehr auftritt, ihn auch nicht mehr debuggen kann. Mehr konnte ich im ersten Gespräch nicht sagen. Ich hatte ja den Bugeintrag auch erst grad gesehen. Also für meine Begriffe war ich da schon entspannt und agiler als früher. Da hätte ich erstmal rumgestammelt, den Bugeintrag gar nicht erst gefunden, weil sich meine Unruhe mit seiner gepaart und zu einer ganzen Unruhfamilie versammelt hätten.

Unruh so hiess doch die Uhr in Disneys die schöne und das Biest...

Er überschlug sich mit Worten, wiederholte sich, verabschiedete sich dann relativ schnell. Er war nicht zufrieden. Denn sein Problem bestand ja nach wie vor. Wenn es wieder auftritt, was soll er dann machen? Ich hatte sein Bedürfnis nicht verstanden. Er konnte es aber auch nicht so kommunizieren. Klar, mit Stresshormoncocktail denkt er sich, das ist doch klar. Aus seiner Sicht.

Doch die ist nicht die meine. Und unter diesen Umständen finden die beiden Sichtweisen auch nicht zusammen. Das konnte ich aber erst nach dem Gespräch wahrnehmen. Ihr wisst ja mein präfronteraler Kortex braucht etwas Zeit zur Nachverarbeitung.

Als mir das bewusst wurde, dass ihm damit ja nicht wirklich geholfen war, denn sein Problem dieser Hilflosigkeit erneut ausgeliefert zu sein, blieb ja weiter bestehen, weil es jederzeit wieder auftreten konnte. Und davor hatte er Angst. Er hat sich von mir sicher nicht verstanden gefühlt. Ich konnte das in dem Moment ja nicht.

Da fiel mir eine Möglichkeit ein, wie er in diesem Fall einen Schritt weiterkommen könnte und das trug ich dann im Bug ein, weil ich es sonst vergesse und er vermutlich auch.

Und dann hab ich ihn nochmal angerufen und ihm genau das gesagt. Dass ich verstehe, dass er frustriert ist, weil sein Problem ja weiterhin besteht. Auch die andere Fachabteilung reagierte mit dem Abwehrreflex , Fehler nicht mehr nachvollziehbar und schloss den Bugeintrag. Damit hat sich die Situation für ihn nur verschlimmert. Logisch, dass er wütend war.

Er hat sich dann bei mir bedankt, dass ich nochmal nachgedacht habe (ja, mit Stresshormonparty geht das halt nicht) und sich dann nochmal bei mir auschweifend Luft gemacht und ausgekotzt. "Ausgeweint". Dies Logorhoe (Redefluss) signalisiert mir also, dass er sich von mir verstanden fühlt. Auch wenn ich das als sehr anstrengend empfinde. Er wertschätzt mich damit. Also war die Zeit in diese Form der Kommunikation sinnvoll investiert. Das habe ich intuitiv und analytisch gemacht. Also in Kombination. Es war eine Aktion , die durch analytisches Nachdenken intiutiv ausgeführt wurde.

Das ist spannend. Ich hatte das ja nicht von vorn bis hinten so geplant. Das ginge auch nicht. Ich habe nur durch Nachdenken den nächsten für mich logischen Schritt mit Unterstützung des Bauchgefühls (ich musste das einfach machen, es hat sich richtig angefühlt) gemacht.

Ich glaube so sieht agiles Handeln aus. Das ist mir erst heute früh beim Nachdenken und Meditieren bewusst geworden.

Mein Bauchgefühl möchte das auch als Aufhänger nehmen , um die Kollegin , die den Bug geschlossen hat, darauf hinzuweisen, dass sie gar nicht auf das Problem des Problemstellers eingegangen ist. Sie hat ihn gar nicht verstanden. Er möchte ja aus seiner Hilflosigkeit herauskommen und bittet deswegen um Hilfe. Ihr ist das aber auch gar nicht bewusst. Sie agiert genauso wie ich im ersten Moment. Ich überleg noch, wie ich es ihr verständlich machen kann, ohne dass sie in ihre Verteidigungshaltung geht.

Denn solche Antworten kenn ich auch. Sie machen mich wütend. Denn das Problem ist ja nich gelöst. Das Problem des Ticketschreibers besteht nach wie vor! Nun werdet Ihr sagen, dann soll er sich doch klarer ausdrücken. Das ist zwar ein logisch richtiger und sinnvoller Wunsch, aber das funktioniert halt nicht, wenn die Amygdala das Sagen hat. Denn derjenige denkt: das ist doch logisch. Er sieht nur seine Sicht! Er kann nicht erkennen, dass der andere diese Sichtweise nicht erahnen kann.

Wenn ich beiden die Sichtweise des anderen nahebringe, dann können sie sich hoffentlich nächstes mal besser verstehen. Und ich hoffe, ich werde das nächste mal auch besser verstanden. Denn solche Tickest hab ich auch schon geschrieben, die dann ewig herumlagen oder wo dann nach ein paar Jahren mal jemand fragt, ob es sich inzwischen erledigt hat. Na, meint Ihr nicht, dann hätte ich es inzwischen zugemacht? Traut Ihr mir das nicht zu? Und schon haben wir wieder den Angriffsmodus erreicht. Und der geht mit Misstrauen einher.

Ach drum heisst es gewaltfreie Kommunikation. Weil bei Stresshormonparties die Kommunikation als Überfall oder Angriff empfunden wird. Und da reagiert dann unser Instinkt mit Verteidigung, Rückzug oder Totstellreflex. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Dann erkennt man authentische entspannte Kommunikation daran, dass sie einem Tänzchen gleicht. Elegant, stil- , niveauvoll, mit Empathie und es kommt auch was dabei heraus. Und sie macht Spass und ist humorvoll.

Wohingegen Stresshormonparties einer Kampfhandlung gleichen. Ein Schlagabtausch. Gestern in den Nachrichten schrie ein Bundestagsabgeordner auch herum. Ich dachte immer, die können diskutieren. Anscheinend wurde dort auch eine Stresshormonparty gefeiert.

Dann bin ich also derzeit dabei so eine Mischung zwischen Kampf und Tanzeinlage als Kommunikationsart bei Stresshormonparties einzusetzen. z.B. kann ich einen Angriff ja auch ins Leere laufen lassen. Und die Energie des Gegners in eine positive Richtung umlenken und so nutzbar machen. So wie bei Aikido. Also lerne ich grad Kommunikations-Aikido.

Darunter kann ich mir eher was vorstellen als unter gewaltfreier Kommunikation. Das klingt so, als wäre in Kommunikation immer Gewalt enthalten. So ist das ja auch nicht.

Hier die Definition von wikipedia.
"Aikido gilt als friedfertige Kampfkunst. Der Aikidoka versucht in der Regel, den Angreifer nicht zu verletzen, sondern ihn in eine Situation zu führen, in der sich dieser beruhigen kann.

Somit soll dem Angreifer die Chance gegeben werden, Einsicht zu erlangen und von einem weiteren Angriff abzusehen."

Ja, genau so möchte ich das auch machen.

Stresshormonparties kann ich also auch vorbeugen, wenn ich Stress wahrnehmen kann, einen Schritt zurücktreten , die Dinge aus der Scheiss-die-Wand-an-Perspektive betrachten kann und mich dann für EINE Art der Kommunikation entscheide. Und zwar die, die am geeignetsten und sinnvollsten ist. Und dort alle für die Problemanalyse notwendigen Informationen hinterlege. Dafür braucht es Ruhe, sonst vergess ich die Hälfte. Umd das ist dann auch empathisch, weil ich mich dabei ja frage, was der andere braucht, um mir helfen zu können. Das erfordert Übung. Ich arbeite daran.

Das mit der Wahl der geeigneten Kommunikationsform nennt sich auch Zielgruppenkonformität. Nur mit Stresscocktail im Blut gelingt das nicht. Denn da bin ich in meinem Tunnelblick gefangen. Da schliesst sich dann wieder der Kreis zur Achtsamkeit oder Selbstberuhigung mit Ritualen und Routinen. Das will ich lernen. Ich arbeite daran.

Mein Chef kam gestern vom Urlaub zurück. Seine Urlaubsstimmung war schon beim ersten Anruf bei mir verflogen. Das konnte ich an seiner gereizten Stimmlage hören. Die klingt dann schmerzhfat in meinen Ohren. So rauh wie ein Reibeisen. Die Anspannung. Stresshormone. Was war geschehen? Das übliche. Man kommt zurück, macht sein Postfach auf und wird von einer wahren Aufgabenflut, einem Tsunami erschlagen. Daher der Angriffsmodus.

Es dauerte etwas, bis er sich wieder beruhigt hatte. Das schaffte ich , indem ich ihm die Hintergründer erlärte. Allerdings fiel meinem Hirn das aufgrund der Wetterumschwungsreizflut und der damit verbundenen Stresshormonparty auch sehr schwer. Es konnte sich nicht richtig konzentrieren und ich hatte immense Wortfindungsprobleme. Sucht ihr mal in einer Datenbank die alles speichert. Da wartet Ihr auch ewig auf das Ergebnis.

Am Ende der Unterhaltung wusste ich, was ich als nächstes machen muss und er wusste, was noch offen ist. Und damit war alles geklärt. Und seine Stimme wurde wieder angenehmer und weicher. Und meinen Gleittag heute hab ich auch bekommen. Meine Wortfindungsstörungen habe ich ihm auch erklärt. Da stottere ich halt herum. Ich kann es auch nicht ändern.

Das als Störung zu bezeichnen (das findet ihr auch in Medikamentenbeipackzetteln), ist eine Sichtweise. Nämlich die Sichtweise: es geht nicht, das ist bestimmt kaputt. Das Hirn arbeitet nicht mehr richtig. Es arbeitet zu wenig.

Aus meiner Sicht und der meines Hirns ist das natürlich absoluter Quatsch. Denn es muss ja mehr arbeiten, weil es viel mehr Detailinformationen hereinbekommt und alles mitbekommt. Und aufgrund der Überlastung treten dann diese Effekte auf. Denn das Hirn ist grad mit anderen Dingen ausgelastet und findet nicht mehr die Energie und die Zeit Gedanken in Worte zu übersetzen. Und bei einer ausgelasteten Datenbank dauern halt weitere Zugriffe länger. Das ist logisch. Und nicht pathologisch!

Im Endeffekt geht es also meinem Hirn so wie der Datenbank bei dem Fehler , den mir mein Kollege gemeldet hat. Wenn sie schon am Limit ist, dann geht halt nix mehr. Wenn sie sich dann wieder eingekriegt hat, die Auslastung überwunden hat, dann funktionierte es auch wieder. Und so ergeht es unserem Hirn halt auch. Dasselbe Prinzip.

Im Buch Die Führungskraft als Mediator bin ich grad bei einer interessanten Stelle. Es geht um Konzentration.
Denn die geht ja mit Stresshormoncocktail flöten. Warum nicht fiedeln? Bumsfidel.. nein, das ist man mit Stresshoromoncocktail im Blut nicht wirklich. Eher geladen wie eine abschussbereite Waffe oder angespannt wie ein Flitzebogen.

D.h. wenn ich mich beruhigen will, dann kann ich an meiner Konzentration arbeiten. Das ist ja logisch, weil bei Konzentration der präfronterale Kortex benutzt wird und der beruhigt die Amygdala. D.h. je besser ich mich konzentrieren kann , desto entspannter kann ich werden.

Dazu kann schon das Umfeld beitragen. Je besser es zu mir und zu meinen Bedürfnissen passt.

Mir war nur nicht klar, dass sich Menschen nicht konzentrieren können und trotzdem Dinge tun können. Das kann ich nämlich nicht. Und ich dachte ja immer, das ist dann bei anderen genauso. Ich muss alles über den präfronteralen Kortex bewusst machen und mich konzentrieren, sonst klappt es nicht. Sonst laufe ich mit meiner Zahnpasta in die Küche statt ins Bad. Ich verirre mich und verliere mich in den unergründlichen Windungen meines Gehirns.

Wenn ich mich nicht konzentrieren kann, dann krieg ich auch nichts zustande bzw. tue Dinge, an die ich mich dann nicht mehr erinnern kann. z.B. will ich dann den Abfall in meinen Rucksack stecken (wenn ich in dem Moment aus meinen Gedanken an der Oberfläche auftauche). Was ich meinen Busausweis schon verzweifelt gesucht habe!!! Ich hab ihn an Orte gesteckt, an die ich mich nicht erinnern konnte.

Im Krankenhaus ist mir das mit dem Verletztengeldzettel ja auch mal passiert. Da hat der Arzt ihn ausgefüllt, weiter auf mich eingeredet und ich hab ihn dann anscheinend eingesteckt. Nur weiss ich das dann auch nicht. Weil mein Hirn ja keine freien Kapazitäten hat, um das abzuspeichern. Es kann ihm entweder zuhören ODER was wegräumen.

Übrigens ein Phänomen, das ich auch bei dem Arzt dort beobachten konnte, als er den letzten Befundbericht gelesen hat. Wenn ich in dem Moment etwas sagte, hat er es auch nicht gehört. Deswegen auf eine Taubheit zu schliessen, wäre ebenso unsinnig. Er konzentriert sich so sehr auf das Lesen, dass sein Gehirn für die auditive Wahrnehmung nicht offen ist und meine Worte in einen Datenbank-Timeout seinerseits laufen. Also wären wir damit schon quitt gewesen.

Beim Datenbankzugriff tritt hier eine Timeout-Problematik auf. Das Informationsablagezeitfenster verstreicht und dann kann die Info auch nicht im Hirn oder der Datenbank abgelegt werden. Sie kommt erst gar nicht soweit. Also hab ich viele Dinge gar nicht erst vergessen, sie kommen erst gar nicht soweit, dass ich sie mir merken könnte. Deshalb kann man unter Stress nicht lernen. Datenbank-Timeout. Das Ablegen der Information im Hirn funktioniert nicht.

Jetzt werdet Ihr sagen, aber die Detailinformationen kommen doch an! Die haben ja auch Vorrang. Denn sie könnten Gefahr bedeuten. Ausserdem landen die irgendwo auf einem Haufen und werden nur loose miteinander verknüpft. Einer linearen Struktur folgen sie nicht. Und daher sind sie auch nicht so einfach wiederzufinden. Sondern nur, wenn die assoziative Verknüpfung anspringt. Wie in einer Datenbank halt auch. Da müsst Ihr auch den Verknüpfungen der Datenbanktabellen folgen, um an die Informationen zu kommen, die ihr braucht. Also ihr müsst erst den Weg gehen, um auf sie zu stossen. Also funktioniert mein Hirn natürlicherweise genauso!

Wenn Ihr wo anruft, könnt Ihr das mit dem Besetztzeichen oder der Info: "Kein Anschluss unter dieser Numemr" oder "Der Teilnehmer ist zur Zeit nicht erreichbar" vergleichen.

Also mein Hirn ist für diese Art von Informationen zur Zeit nicht erreichbar. Genau wie die Datenbank. Die hatte auch wichtigeres zu tun. Die war anderweitig ausgelastet. Das ist halt die Folge, wenn man zuviele Informationen hortet und dann mehrere Prozesse parallel drauf zugreifen wollen. Es funktioniert nicht!

Weder auf unserer Datenbank noch in meinem Hirn und auch nicht in Eurem, wenn Ihr im Stress und angespannt und gehetzt seid.

Und als ich dann nochmal danach gefragt habe, wurde der Arzt sauer. Weil es für ihn ja unlogisch war. Er hat mir das Ding ja gegeben. Ich hab es dann auch noch gefunden und mich entschuldigt. Ich kann da nix dafür. Ich mach das ja nicht mit Absicht. Das tut kein Mensch. Es passiert halt.

Ich bin mir sicher, ihm geht es in anderen Situationen genauso wie mir.

Bei Demenz wird es wohl ähnlich sein. Das Gehirn kann dann die Reizflut nicht mehr verarbeiten und da hat es halt keine freien Kapazitäten mehr. So wie halt die Datenbank bei uns aur Arbeit auch. Big Data bedeutet deswegen auch big problems. Ursache und Wirkung. Big Data im Hirn is fei a ned grod as gsündeste.

Mein Papa war auch so. Was haben wir mal seinen Schlüssel überall in Taschen und Co gesucht. Und wo war er? Auf dem Klo am Fensterbrett. Und gebt's zu: Euch passiert das auch schon mal. Nämlich wenn Ihr unter Stress steht.

Dann stellt Euch mal vor, wie das Leben unter Stresshormondauerfeuer ist. Genauso!

Das hätte ich jetzt auch nicht gedacht, dass ich heute noch Mitgefühl und Empathie für unsere arme gebeutelte Datenbank aufbringen werde. Da bin ich jetzt auch nur gelandet, weil ich den Verknüpfungen in meiner Hirndatenbank gefolgt bin. Ach drum ist unsere Datenbank dauernd am Limit. Der geht es ja wie meinem Hirn! Jetzt kann ich sie verstehen.

Auf der anderen Seite ist das auch nicht verwunderlich, denn wenn lauter Menschen, die ständig am Limit arbeiten, eine Datenbank befüllen, dann kommt die auch an ihr Limit.

Wie löse ich das Problem? Indem mich mich konzentriere. Auf das was im Moment wichtig ist. Ist dann die logische Folge, dass auch unsere Datenbank sich nur auf die wichtigsten Dinge konzentrieren sollte?

Das wäre logisch. Also dürften wir nur die Informationen reinkippen, die wir auch wirklich brauchen.

Das ist leicht gesagt, wenn die Datenbank von Menschen befüllt wird, die im Stresshormonpartymodus unterwegs sind.

D.h. nicht die Datenbank, die Software und die Kommunikation ist das Problem, sondern die Art und Weise wie wir sie benutzen!

D.h. wenn wir unser Verhalten ändern (umlernen), uns auf das wichtigste konzentrieren, dann funktioniert auch die Kommunikation, das Zusammenspiel und die Tools.

Bisher war es immer so, dass immer wenn alles total im Chaos endete und verfahren war, man ein neues Tool entwickelt oder verwendet hat. Das sollte dann die Lösung sein. War es natürlich nicht. Denn wenn alle Beteiligten ihr Verhalten beibehalten, endet jedes Tool im Chaos. Zyklisch landen wir also immer wieder an derselben Stelle. Und zyklisch wird ein neuer Allheilsbringer durch's Dorf getrieben. Ach halt, das war ja eine Sau.

Und es wird solange weiterscheitern und so weitergehen bis wir am Ende entweder uns damit erledigt haben - die Stresshormonparties fordern immer mehr Opfer, die Stentanzahl in meinen Kollegen nimmt beständig zu, der Krankenstand und die Behinderungen auch.

Oder bis wir unser Verhalten endlich ändern und wieder zur Besinnung und von der Stresshormonpary runterkommen. Dazu müssen wir umlernen! Und das geht mit Stresshormonparty nicht. Ich arbeite an letzterem.

Wenn ich Erfolg habe, wird auch das Gesundheitssystem davon profitieren. Denn dann benötigen meine Kollegen es weniger, weil sie wieder gesünder werden. Und ich hoffentlich auch. Weil das, was ich betreibe Ursachenbehebung ist. Ich reduziere die Stresshormonparties in meinem Umfeld. Das hab ich ja die ganze Zeit am Gesundheitssystem nicht verstanden, dass es nur kurzfristig denkt und Symptome behandelt.

Auf Schmerztherapie lernte ich z.B. eine Arztgattin kennen. Also eine Fachfrau. Sie hat auch in der Praxis ihres Mannes gearbeitet. Vor ihrer Schmerzkarriere.

Sie bekam auf Reha verschieden Therapien und Schmerzmedikamente und wurde dann wieder nach Hause geschickt.

Ich hielt dann noch eine Zeit lang losen Kontakt. Irgendwann erfuhr ich, dass sie jetzt aufgrund der langzeitigen Schmerzmedikamenteneinnahme und der hohen Stresshormonparty (dann versagt die Wundheilung und das Immunsystem) eine offene Bauchwunde entwickelt hat.

Das hat mich sehr traurig gemacht. Das meine ich mit Symptombehandlung. Die Symptombehandlung macht langfristig die Dinge nur schlimmer. Es ist gut gemeint, aber es funktioniert nicht.

Will man eine Verbesserung erreichen, dann muss man an die Ursachen ran. Und das ist ein langfristiger Prozess. Eine kurzfristige Reha greift da also viel zu kurz.

Hier braucht es Menschen vor Ort, die zuhören, die empathisch sind, die Zeit haben und sie sich nehmen und die Menschen begleiten und ihnen auf ihrem individuellen Lernprozess beistehen mit Rat und Tat und den Ball immer wieder an den Menschen selbst zurückspielen. Ihn neugierig machen und ihm die Dinge erklären.

Ihr könnt es auch so sagen: wir brauchen langfristig erstmal Gehhilfen, die uns solange beim Gehen unterstützen bis wir wieder alleine laufen können und wissen wo es lang geht. Diese Gehilfen (bitte beachtet das feinsinnige Wortspiel ;-) brauchen Geduld und sind die Vermittler , die Empathen, die Scrum-Master des Lebens. Die brauchen wir alle.

Das kann ein Arzt sein, eine Bekannte aus der Selbsthilfegruppe oder deren Leiterin, Euer Mann, Eure Frau, Euer Kind, Euer Enkelkind, Euer Freund, Eure Freundin ...
Oder eine Autistin aus dem Internet.
Ich arbeite daran.

Wow! Heut hab ich gelernt, dass sich andere Menschen nicht andauernd wie ich konzentrieren müssen! Ihr seid zu beneiden. Allerdings hat mein Hirn auch sehr viele Vorteile, die ich nicht missen möchte. Die Kreativit&aum;t aufgrund der assoziativen Funktionsweise z.B. Sonst könnte ich das hier gar nicht schreiben.

Jetzt versteh ich auch warum ich so schnell müd werd. Macht Ihr mal alles über den präfronteralen Kortex , dann geht Euch das auch so!
Cool, was ich alles lernen darf. Und ich habe heute gelernt Corona macht schlau!

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

 
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Comics - Sandra Jaeger 2020 - Die Glaa aus ERH - Pusteblume No. 3
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Die Glaa aus ERH - Der Corona-Anfruf
04.07. bis 10.07. In Schwung kommen ...

Samstag: Ich hab gestern einen Notarzt, den ich kenne gefragt, ob sein Beruf recht stressig ist. Das hatte ich mir so vorgestellt. Er meinte, da ist jede Menge Routine dabei auch im Alltagsgeschäft im Krankenhaus.

Da muss ich ihn nochmal fragen, wie er Routine definiert.

Denn in meinem Job mach ich jeden Tag was anderes. Also ich weiss nie, was an dem Tag kommt. Wir sind den ganzen Tag am Feuerwehr spielen.

Oder dabei Workarounds noch weiter aufzubohren. Inzwischen ist da viel Spaghetticode dabei. Ein Programm, das ursprünglich für einen bestimmten Zweck gedacht war, wird dann immer mehr zur eierlegenden Wollmilchsau. Und so schaut der Code dann auch aus. Ich hab keine Ahnung wie und ob sich das eindämmen lässt.

Wir sind also ständig am reagieren. Agieren können wir selten. D.h. ich muss die ganze Zeit hochkonzentriert bei der Arbeit sein. Und merke inzwischen auch, wenn ich Pausen brauche, weil die Anspannung zu stark wird und die Konzentration nachlässt. Dann stell ich mich auf mein Balancebrett mit geschlossenen Augen oder lauf 10 Minuten auf und ab. Oder springe mal auf dem Trampolin herum.

Routinearbeiten dienen dazu, dass wir uns erholen können. Wenn die jetzt aber wegfallen, weil die von automatischen Prozessen übernommen werden, dann bedeutet das, das bald viele Bereiche so wie wir arbeiten.

Das ist eine riesige Umstellung! Sowas gab's noch nie!

Diese Art zu Arbeiten ist viel anstrengender. Weil wir dazu (ja auch Ihr!) den präfronteralen Kortex benutzen müssen! Und zwar dauernd!

Deswegen tu ich mir damit leichter. Weil ich das ja auch bei sogenannten Routineaufgaben machen muss. Weil ich mir nix merken kann Für mich besteht da also kein Unterschied.

Für Euch schon! Denn Ihr könnt jetzt keine Aufgaben mehr im Autopiloten erledigen, weil es keine mehr gibt. Und damit fällt die Entspannung, die bei diesen Tätigkeiten für Euch einsetzte, weg.

D.h. Ihr könnt von mir lernen, wie man damit umgeht, weil ich damit ja schon Erfahrung habe.

Kein Wunder, dass bei uns einer nach dem anderen dem Herzinfarkt erliegt. Die Arbeit selber hat sich mit der Digitalisierung schleichend verändert. Die Entspannungsphasen der Routinearbieten fallen weg. Sie fallen der Rationalisierung zum Opfer.

Das Arbeiten unter Hochkonzentration mit dem präfronteralen Kortex ist viel anstrengender. D. h. wir brauchen mehr Pausen. Denn die Entspannungsphasen durch die Routinearbeit fallen ja weg.

Ich denke, dass wir auch langfristig die tägliche Arbeitsdauer reduzieren müssen. Denn das ist sehr anstrengend. Und wir müssen die Entspannung ja dann in der Freizeit machen, die aus der Arbeit verschwunden ist.

Sprich die Entspannung verlagert sich aus der Arbeit in das Privatleben hinein. Bei uns gibt es auch einen Fitnessraum und Entspannungsräumlichkeiten. Doch wenn ich meine Kollegen anschaue, dann sehe ich, dass das bei ihnen jetzt schon nicht mal funktioniert, dass sie täglich eine Mittagspause machen. Oder pünktlich Schluss. Von kleinen Pausen will ich gar nicht erst reden.

D.h. es funktioniert NOCH nicht. Das ist auch eine Transformation , Umstellung, Lernprozess , in dem wir uns befinden.

WOW! Kann es wirklich sein, dass ein Büroangestellter mehr Stress hat als ein Notarzt? Bzw. dass Büroangestellte den ganzen Tag im Notarztmodus oder Feuerwehrlöschmodus unterwegs sind?

Na, dann ist es ja kein Wunder, dass sie ausbrennen! Boah! Das hätt ich jetzt nicht gedacht.

Wäre aber auch logisch. Ja, ich weiss bei uns stehen keine Menschenleben auf dem Spiel, nur Kundenwünsche. Durch den Druck den der Kunde macht und wir uns gegenseitig, sorgen wir also für die Arbeit des Notarzts. Für dessen Nachschub. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ein Notarzt muss nicht zu 4 oder mehr Einsätzen gleichzeitig. Er hat eine Leitstelle. Wir nicht immer. Ich hab einen Chef, der die Priorisierung für mich übernimmt. Vieles muss ich selber eintüten. Also selbst meine eigene Leitstelle spielen. Das ist nicht einfach. Überhaupt wenn man gleichzeitig adhoc-Geschäft macht und auch Entwicklungsaufgaben hat, dann kann man nix planen. Das tu ich auch nicht.

Am schwierigsten ist es für mich und meine Amygala wenn ich mehrere Sachen gleichzeitig reinbekomme, die alle sofort gemacht werden sollen. Also gleiche gleichhohe Prio. Im Notarztvergleich schickt ihr ihm also 3 - 4 Einsatzstellen alle gleich wichtig. Das würde auch nich funktionieren. Wieso gehen dann alle davon aus, dass das in der IT funktioniert?

Also bräuchte ich für sowas eine Leitstelle, die mir das vorfiltert. Dass ich nur den Blick auf den einen Adhoc-fall habe und nicht durch die anderen abgelenkt werde. Das klingt doch sehr vernünftig.

Ihr könnt ja auch nicht mit einem Löschfahrzeug an zwei Brandstellen fahren. Das ist physikalisch unmöglich. Es sei denn Ihr könnt es klonen und die Besatzung gleich mit.

Stellt Euch vor, die Besatzung muss selber entscheiden zu welcher Einsatzstelle sie fahren soll. Sie müsste abwägen. Ihr liegen nicht alle Informationen vor und sie trifft dann unter Umständen die falsche Entscheidung. Und was macht das mit unserem Hirn? Es macht es verrückt. Und genau das machen wir im Büro. Das Ergebnis ist, dass wir zum nächsten Einsatzort des Notarztes werden. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Und wofür? Erinnert Ihr Euch noch an das, was Euch vor einem Jahr in den Stress getrieben hat? Lasst mich da bitte aussen vor, ich hab ja schon vergessen, was ich gestern gemacht habe. Die Antwort wird bei Euch auch nicht anders sein. Oft rennt unsere Amygala wegen nichts und wieder nichts los. Weil sich das ganze dann auklärt. Oder Ihr könnt gar nichts tun. z.B. wenn ein Datenbank-Timeout das Problem ist, warum Euer Programm nicht funktioniert.

Ich mach an dem Tag, was ich kann. Kleine Aufgaben zieh ich gern vor (allerdings stellen die sich dann meist auch als komplexer heraus, weil unser System komplex ist), einfach damit ich mal was abschliessen kann und die Todo-Liste nicht noch länger wird, was sie sowieso tut. So kann ich wenigstens ein oder zweimal am Tag einen Schuss Dopamin bekommen, wenn ich was fertig habe.

Bei den anderen Aufgaben lerne ich grad mich darüber zu freuen, was ich an dem Tag geschafft habe anstatt die noch offene Liste zu sehen. Das wäre nämlich sehr deprimierend. Denn die wächst stetig an. In einem von unserem Nervensystem als feindlich wahrgenommenem Umfeld der Unruhe springen halt die alten Urinstinkte (Kampf-, Verteidigung-, Totstellreflex) an. Da reagiert unser Nervensystem halt auch so.

Ich versuche ihm beizubringen (zu lernen) das es das nicht tun muss. Dass mich die Kollegen nicht beissen (zumindest hoffe ich es, bis auf einen Wutausbruch ist es auch noch nicht weiter vorgekommen) und versuche Angst und den inneren Schweinehund (in Form meiner Amygdala) durch Neugier zu ersetzen. Ich arbeite daran.

Ich hab mehrere solcher Umfelder. Daheim ja auch. Doch ich merke, dass es langsam etwas weicher, runder wird. Je mehr ich auch lerne meine eigenen Bedürfnisse anzusprechen. Und ihnen dann auch nachzukommen. Es nützt ja nix, wenn ich mich für andere solange verbiege bis ich breche. Dann bin ich nämlich kaputt. Und ich will mich ja wieder reparieren. Ich arbeite daran.

Bei Scrum gibt es als Leitstellenersatz das PI-Planning. Dort kommen die Punkte rein, die in einem bestimmten Zeitraum erledigt werden können. Wenn sie nicht geschafft werden, landen sie im nächsten Zeitraum. Deswegen heisst es ja agil.

Hier ist das ganze als Zugfahrtprozess sehr schön bildhaft beschrieben.
Im Endeffekt ist PI-Planning eine Etappe eines Lernprozesses.

Es gibt auch noch andere Kollegen, die im PI-Planning eingeplant sind, gleichzeitig aber Adhoc - Aufgaben reinbekommen. Und das geht an ihre Substanz. Das bekommt inzwischen die Führungskraft zu spüren.

Wenn ein Notarzt entweder reiner Notarzt ist, dann macht er ja nur Adhoc und ist nicht gleichzeitig in der Klinik für Patienten zuständig. Oder er fährt an einigen Tagen Notarzt und ist an den anderen Tagen in seiner Praxis oder in der Klinik. Aber nicht beides parallel.

Wenn das bei Ärzten so ist und funktioniert, dann sollten wir das doch auch bei uns so machen.
Also entweder nur Adhoc und keine festen Aufgaben mehr. Oder festen Wechsel zwischem beidem.

Ach ja und eine Leitstelle sollte es auch noch geben, die die Prioritäten festlegt. Denn wenn 4 Notfälle auf einen Adhocler kommen, dann funktioniert das ja auch nicht. Ich muss mal den Scrum-Master fragen, ob er als Scrum-Master und das PI zusammen diese Leitstelle sind.

Wenn ja, dann scheint das bei uns noch nicht richtig zu funktionieren.

Hmm... ich glaub das liegt auch daran, dass in einer Abteilung noch klassisches Projektmanagement betrieben wird. Und das wird dann in Scrum eingekippt. Kopf kratz... Das kann doch gar nicht funktionieren... weil hier Flexibilität (Scrum) und Starre (geplante Projekte) aufeinandertreffen.

Das Ergebnis ist, dass die geplanten Projekte beim PI-Planning nicht angenommen werden. Müsste dann nicht die Projektplanung auch agil werden? Sprich: zusagen kann ich doch dann erst etwas, wenn es im PI angenommen wurde. Und nicht wie bisher vorher.

Dann muss ich doch Projekte ganz anders angehen. Hm... Beides zusammen funktioniert nicht. Entweder ganz agil oder ganz klassisch starr. Eine Mischung endet anscheinend in der Kollision mit vielen Kollateralschäden. Die Gesundheit vieler Kollegen bleibt auf der Strecke. Naja, das passt ja wieder zum Release-TRAIN. Dann ist es ja kein Wunder, dass wir uns so oft wie vom Zug überrollt fühlen, weil wir gar nicht an Bord sind...

Sonntag: Sodalein dem erlahmten Stoffwechsel rück ich jetzt mit neuen Erkenntnissen auf die Pelle.
z.B. mit auf Zehenspitzengehen. Das enstaut nämlich das Lymphsystem. Und der Druck entspannt meine Füsse und Oberschenkel. Also die ganzen Beine.

Dank Feldenkrais hab ich mich ja von oben nach unten gearbeitet. Die Schultern sind nicht mehr so steiff und schmerzen nicht mehr so sehr und der Rücken auch nicht mehr.

Derzeit ist mein Problem der Bauch, der zu Wassereinlagerungen neigt, weil der Lymphabfluss nicht funktioniert. Weil der Stoffwechsel sich mit dem ständingen Wetterwechsel verabschiedet hat. Wegen zuvielen Reizen, zuvielen Informationen findet der Stoffwechsel und damit der Lymphfluss aufgrund des Hirn-Datenbank-Timeouts derzeit nur noch minimal statt.

Meine Beine sahen ja schon immer so aus. Das scheint dasselbe Problem zu sein. Das hab ich in dem Lipödem-Selbsthilfebuch gelesen. Daher tut auch Druck beim Lipödem gut. Denn Druck beruhigt das Nervensystem. D.h. die Kompressionsstrümpfe wirken nicht nur lokal auf die Lymphe sonder auch auf das Nervensystem. Auf die Lymphe anregend, auf das Nervensystem beruhigend.

Mein D-Arzt wollt mir auch schon wegen dem Lymphödem einen verschreiben und Lymphdrainage auch. Das wär leider für mein CRPS und meinen Autismus nur noch mehr Stress. Also kontraproduktiv. Also muss ich das anders machen. Nachdem ich diese Beine schon eine Zeit lang habe und noch keine Elefantenhaut, muss ich ja irgendwas richtig machen. Und damit erklärt sich auch, dass ich schon in allen Gewichtsklassen gespielt habe. Denn am Rande des autonomen Nervensystems befinde ich mich entweder in absoluter Hibbeligkeit und Unruhe und Unrast und steter Bewegung. Dann hab ich Durchfall. Dann ist es zuviel Bewegung. In diesen Zeiten funktioniert dann der Lymphfluss besser und deswegen bin ich dann auch mal untenrum dünner.

Oder das Hirn schaltet aufgrund des Zuviel an Reizen und Informationen in den Sparmodus. Damit verlangsamt sich der Stoffwechsel und damit der Grundumsatz. Ich werde dann auch träge. Denn mein Hirn sagt ja: das ist alles zuviel. Da wieder rauszukommen und in Bewegung ist schwer. Denn die Amygdala (der innere Schweinehund) sagt: ach nö

Umlernen ist in diesem Modus deshalb so schwierig. Ich hab es schon diverse mal geschafft. Und seit einer Woche mach ich wieder Sport.

Und dabei hab ich endlich gelernt auf dem Crosstrainer auf mich zu hören und mein individuelles Tempo zu finden. Anstatt dem immer schneller, länger-Prinzip wie schon so oft vorher zu verfallen. Das ist nämlich gar nicht gut. Zumindest für mich. Ich muss langsam machen. Und dann spür ich beim Laufen in mich hinein, immer an die Stelle, wo es grad weh tut und sorge für Abhilfe, z.B. indem ich die Hände vom Griff nehme und eine natürliche Arm und Handhaltung einehme. Das Festhalten verstärkt nämlich die Handspastik. Das hab ich gestern gelernt.

Wusstet Ihr, dass bei Atemmeditation (wohl bei jeder Art von Mediation) auch die Lymphe in Fluss kommt? Das könnt Ihr hören. Es gluggert in Eurem Bauch. Und wenn ein Schiess geht, dann freut Euch. Das zeigt nämlich auch, dass da unten endlich wieder was in Bewegung kommt.

Zusätzlich kneippe ich noch ein bisschen in der Badewanne. Auf Zehenspitzen im kalten Wasser hin und her laufen hat mir heute nacht geholfen, den Schmerz im rechten Bein zu lindern. Bis er mich nicht mehr gestört hat. Druck und Wasser und Bewegung. Gleich drei Mittel auf einmal. Ihr könnt auch zu Lavendelöl greifen und das Schlafzimmer gut durchlüften. Fernseh und Kaffeekonsum einschränken.

Mir ist aufgefallen, dasss der Bauch sich jetzt eher kühl anfühlt. Wäre logisch. Denn wo keine Bewegung ist, da ist auch keine Wärme. Jetzt kann ich mal den Tipp mit der Wärmflasche wieder ausprobieren. Und warmes Wasser und Tee trinken. Dann sollte das ja wieder in Schwung kommen.

Essen spielt auch eine Rolle. Meine Mama hat gestern Baggers (Kartoffelpuffer) gemacht. Obwohl ich sie mit Gemüse gegessen hab und einem Bio-Italienischen Aufstrich , was sehr fein war, lag mir das doch recht fette Essen schwer im Magen. Und da liegt es wohl noch herum. Klar, weil da unten Sparflamme herrscht. Und sich nix bewegt.

In den Lympdrainagebüchern sind ein paar Griffe beschrieben, wie man Lymphdrainage selber machen kann. Den Pump - und Schöpfgriff hab ich mal ausprobiert. Leider war die Beschreibung in Textform statt in Bildern. Deswegen frag ich am Dienstag mal meine Physiotherapeutin, ob ich das richtig mache. Es hat gegluggert. Dann wird es schon gepasst haben.

Ich will endlich lernen auf mein Hirn zu hören und verstehen wie ich funktionere. Dafür muss ich gut beobachten und zuhören können. Ich arbeite daran.

Manchmal wünschte ich mir schon, dass mit der Geburt eine Bedienungsanleitung für das eigene Hirn mitgeliefert werden würde. Jetzt muss ich das halt selber schreiben.

Wenn Ihr Selbsthilfebücher lest, werdet Ihr Euch sicher wundern, dass oft Dinge bei Euch nicht funktionieren. Das ist ja logisch. Denn kein Hirn ist gleich. Und damit in der Folge auch kein Körper. Ihr könnt Euch dort Anregungen holen. Und das ein oder andere wird funktionieren.

Deswegen funktioniert das missionarische Vortragshalten nicht. Weil jeder anders ist. Auf dem Trip war ich auch mal. Das geht wohl jedem so. Auch meinem letzten Physiotherapeuten. Zur Verteidigung: wir meinen es nur gut. Es dauert halt bis wir verstehen, dass es nicht bei jedem funktioniert. Ich kann Euch nur auf Eurem individuellem Lernweg begleiten und Ihr mich. Das ist ja auch ganz schön. Ich würde mich im Gegenzug über Tipps von Euch auch freuen. Vielen Dank schon mal.

Nochmal nachgedacht...
Meine Bekannte vom Freiluftcafe (sie ist über 70) und ich saßen an einem Tisch. Neben uns kamen dann ein junges Paar mit der Oma von ihr.
Die war bestimmt auch nicht älter als meine Bekannte. Aber was für ein Unterschied! Die Oma wirkte still, wackelig, ruhig, unselbständig und hilfsbedürftig.

Die Enkelin fragte sie: "Omilein, was magst Du denn für einen Kuchen? Magst Du Sahne? Du warst heut in der Tagepflege, was habt Ihr denn gemacht?"

Omilein:"Ach... so Spiele..."

Der Unterschied zu meiner sprudelnden lebensfrohen Bekannten ist unglaublich!
Weil sie sich noch selbst versorgt. Ihrem Leben nachgeht. Sie versorgt sogar noch einen Verwandten und fährt Auto. Sie fährt langsam und vorsichtig. Wir werden oft überholt und so mancher gestikuliert wild.
Sie freut sich drüber, dass die Menschen ihr zuwinken.

Seht Ihr da geht das Gespräch um Spiele in der Tagespflege und bei uns geht's um Gleitmittel und Vagisan Feuchtcreme.


Sie hat mir mal erzählt, dass sie ein Bekannter gefragt hat, ob sie sich schon ein Altenheim ausgesucht hat. Sie hat gesagt: "Um Gotteswillen! Was soll ich denn da? In sowas pass ich doch gar nicht rein."

Und das glaube ich ihr auf's Wort. ;-)
Ich bewundere ihre Agilität, Lebendigkeit, Ihren Eigensinn und ihre Unabhängigkeit.
So möcht ich auch mal werden.

Meine CRPS-Bekannte, die auch derzeit mit dem Wetterwechsel zu kämpfen hat, hat gesagt, dass sie jetzt auch einen kalten Bauch hat. Sie war mit ihrem Mann bei einer Ernährungsberaterin und sie sollen kaum Süßes essen. Sie essen jetzt viel Kartoffeln mit Bratröllchen oder Kartoffeln mit Spiegeleiern. Sie isst nur, wenn sie Hunger hat. Und ab 16:00 Uhr gar nix mehr. Und früh hat sie keinen Hunger. Erst um 11:00 Uhr.

Das muss ich auch erst lernen. Und Hunger und Bewegungsdrang voneinander zu unterscheiden auch. Also im Zweifel erstmal bewegen und wenn ich danach immer noch meine Hunger zu haben, dann wird es wohl auch so sein. Das Ausschlussprinzip.

Bei uns kocht ja meine Mama. So als wär der Papa noch da. Und das war noch nie meins. Nur wie sag ich es ihr ohne ihr weh zu tun? Ui! Ich bin empathisch.

Ich hab ihr heut gesagt, dass ich keine Baggers mehr essen kann, weil mir das nicht guttut. Und dann ess ich halt was anderes, wenn sie wieder welche macht. Das ist gar nicht so einfach, auf sich selber zu hören und noch in einer Gemeinschaft zu leben, wo eine Koch- und Essweise erlernt wurde, die einfach nicht zu mir passen will. Es ist ja nicht immer so. Sie kocht viel gesünder als früher. Aber für sie ist halt Wurstsalat ein Salat. Wurst ist für sie kein Fleisch.

Während bei mir kein Fleisch , halt Fisch oder Gemüse oder Hülsenfrüchte und Obst sind. Alles eine Frage der Definition.
Ihr seht nicht nur Fachleute, auch Generationen sprechen unterschiedliche "Sprachen".

Und dann hab ich unserem Eis-Dealer (warum heisst es eigentlich Eis - DIELE und nicht Eis - Dealer?) noch gesagt, dass er lacht wie die Sonne.
Und dann hat er noch viel heller gestrahlt.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Montag: Noch eine kleine Anekdote von meiner Vagisan-Bekannten.
Sie verträgt die anderen Mundschutze nicht. Und so läuft sie mit einem ziemlich grossen Ding herum, dass sie mal als Schutzmaske gegen das Antischimmelmittel im Einsatz hatte.
Als sie damit das erste mal in die Apotheke ist, hat der Apotheker ausgerufen:"Da kommt die Frau vom Katastrophenschutz!"

Ah.. wenn ich Sport in meinem Tempo mache und dabei eine Art Bodyscan (tut's wo weh? Wenn ja reagiere ich drauf), dann ist das wie Meditation und Bewegung in einem. Ich bin hinterher zwar trotzdem schweissnass und schwitze aber ich bin erfrischt, also nicht müde. Stinken tu ich natürlich schon. Das hat Schweiss halt so an sich. Dafür kühlt er ja auch und hält uns am Leben. Das hat die Natur doch sehr fein eingerichtet.

Und das "innere Brummen" (ich vermute vom Vagusnerv) hält nach dem Sport auch noch an. Und Dopamin (ich hab es gemacht!) und Endorphine werden auch noch ausgeschüttet! Das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal.. ;-)

Beim Zehenspitzenlaufen funktioniert das auch. Überhaupt nachts um die Schmerzen oder das Jucken und Zucken im Bein weg zu bringen. Ein bisschen auf Zehenspitzen gehen und ich kann wieder ins Bett.

Ob wir bei chronisch aktiver Stressachse die natürliche Benutzung des Vagusnervs verlernen? Ich denke schon. Denn Kinder wissen ja noch wie das geht. Nur im Zuge des Erwachsenwerdens wird uns das als sozial nicht konform aberzogen und geht uns verloren. Dann wäre eine chronische Erkrankung am Ende ein Vagusnerv-Syndrom. Weil er dann nimmer anspringt. Mit Bewegung kommt er wieder in die Gänge. Aber nur, wenn die im eigenen Tempo ist. Zuviel wirkt stressfördnernd. Und ab geht die Luzi.

Deswegen kann ich früh nur langsame Bewegungen machen, sonst geht meine Amygala durch. Nachmittags kann ich dann schon etwas flotter vorgehen. Das ist spannend.

Ich hatte ja die letzten Wochen auch Schwierigkeiten mich aufzuraffen. Jetzt hab ich wieder mehr Energie. Schaut gut aus. Ich arbeite daran.

Mein Fernschmerztherapeut meinte, dass wenn ich früh meditiere ich auch Vorrat Reserven für den Datenbank(Hirn)-Timeout anlegen könnte. Das funktioniert leider nicht. Das wär so als würd ich einen SQL-Report wenn noch nix auf der Datenbank los ist , dort laufen und würde dann davon ausgehen, dass er auch läuft, wenn die Datenbank mit Anfragen voll ist.

Die Datenbank (und mein Hirn) wird ja davon nicht grösser oder schneller. Ich kann nur besser wahrnehmen, wann eine Reizflut stattfindet. Das konnte ich früher nicht. Und dann zur Sonnenbrille, Geräusschutz oder anderen Massnahmen greifen. D.h. ich bleibe dann handlungsfähig.

Als würde man früh versuchen den Stau auf der Autobahn vorzuüben. Das geht nicht. Klar kann ich mal wenn Zeit ist, den Weg abfahren, aber ich kann nicht davon zehren, wenn ich im Stau stehe, dann steh ich da halt. Was ich beeinflussen kann, ist wie ich mich im Stau verhalte. Weil ich den Stress jetzt wahrnehmen kann. z.B. gelassen zu bleiben.

Gestern ist mir der Corona-Baum begegnet. Den Comic gibt's heut auch.
Und noch einen zweiten.

Und hier ist Michael Hübler's neues e-Buch : Gesellschaftliche Konflikte in der Corona-Krise.

Comics - Sandra Jaeger 2020 - Die Glaa aus ERH - Begeisterungsstuerme
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Die Glaa aus ERH - Das seltsame Telefonat
Comics - Sandra Jaeger 2020 - Die Glaa aus ERH - Die Kastanie
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