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Sulcus Ulnaris Syndrom
Sammy, das Krankenhausfluchttier
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14.04. bis 20.04. Physiologische Zustände erkennen

Sonntag: Mir ist in dieser Woche noch einiges zum physiologischen Zustand ein- bzw. aufgefallen. Bei körperlichem Stress, ist man weniger kuschelfreudig. D.h. Berührungen sind einem unangenehm und man berührt andere auch nicht so gern. Autisten geben z.B. deswegen nicht gerne die Hand und meiden Umarmungen wie der Teufel das Weihwasser. Das wird bislang fälschlicherweise als soziale Verhaltensauffälligkeit gedeutet. Das ist natürlich vollkommener Quatsch.

Stellt Euch vor, vor Euch steht grad der Säbelzahntiger. Dann seid ihr Euch nicht im Kuschelmodus. Und das ist ja auch gut so!

Bei Autisten ist der körperliche Stresslevel deswegen besonders hoch, weil sie Reize nicht filtern können. Normalerweise filtert der Reizfilter schon vor, was überhaupt im Hirn ankommt. Beim Autisten kann unwichtiges vom wichtigen nicht mehr getrennt werden, weil der Reizfilter nicht aktiviert ist. D.h. ALLES!!! kommt gleichlaut! gleichwertig! im Hirn an! Das Hirn muss viel mehr Reize verarbeiten. Kein Wunder, dass es sich ab und zu ne Auszeit nimmt. Der Autist zieht sich instinktiv zurück. Nur so, kann er sich vor schlimmerem (wie epileptischen Anfällen, Schlaganfall ...) schützen! D.h. er handelt intuitiv richtig!! Auch die Stimmingstrategien (mit den Händen wedeln, schaukeln, repititive Bewegungen, Balancieren ...) dienen zu seinem Schutz. Denn sie beruhigen das Nervensystem!

Dieses Verhalten wird von der Umwelt, weil sie nicht versteht, was im Autisten vor sich geht, als störend empfunden. Und so ist die Therapie Autisten, diese für andere störenden Verhaltensweisen abzuerziehen. Genausogut könntet Ihr jedoch einem Rollstuhlfahrer den Rollstuhl wegnehmen und ihn die Treppe runterschubsen und ihm hinterherrufen: Es geht doch!

Nur weil man ein Verhalten nicht versteht, wird es als Störung und Krankheit etikettiert. Schrägerweise wirft man Autisten dann auch noch vor, nicht anpassungsfähig zu sein. Dabei sind sie es doch schon!!!! Sie sind schon am Limit der Anpassungsfähigkeit und keiner sieht es! Wenn dann noch eine Veränderung obendrauf kommt, dann können sie das nicht mehr kompensieren. Deshalb brauchen sie Routinen. Sie geben ihnen ein bisschen Sicherheit in einer für sie völlig chaotischen und schmerzlauten Welt! Wahrscheinlich heisst es AUtismus, weil die Welt so weh tut!!

Um den Reizen nicht hilflos ausgeliefert zu sein, entwickeln autistische Kinder instinktiv Anpassungsmechanismen. Und das ist, das was Autismusexperten unter den Begriffen: Stimming, Spezialinteressen und Co zusammenfassen. Es sind ihre Überlebensstrategien!

Den physiologischen Zustand eines Menschen hört man auch, wenn er spricht. Denn auch die Stimme verändert sich. Ich seh das grad an meiner aus dem Krankenhaus zurückgekehrten Mama. Sie wird monoton. Sogar krächzig. Es fehlt die Prosodie (Betonung). Auch das kennt man bereits von Autisten. Wie melodiös wäre denn Eure Stimme, in einer Gefahrensituation?

Bei Menschen, die aus anderen Gründen unter Stress stehen, passiert das alles auch. Unter Stress ist man übrigens auch schon bei einer Erkältung. Auch dann will man nur noch eins, heim und ins Bett. Es drängt einen bei einem Schnupfen doch nicht unter Leute. Man will seine Ruhe und sich erholen.

Die Stimmlage verändert sich. Der Ton wird gereizter. Die Stimme ist weniger melodiös oder gar monoton. Das passiert auch bei chronischen Erkrankungen bzw. sind sie wohl auch die Folge eines chronischen körperlichen Stresses.

Meine Stimme ist z.B. ziemlich monoton. Das ist mir gar nicht aufgefallen. Wenn ich laut aus einem Buch lese, dann klingt das so unmelodiös wie bei einem kleinen Kind, das grad lesen lernt. Dabei habe ich aber mit dem Lesen an sich keine Schwierigkeiten. Es liegt nur an der Stimme. Die Stimme verrät also den physiologischen Zustand des Menschen und somit dessen körperlichen Stresslevel. Spannend!

Ich denke, dass (chronischer?) Stress ab einem gewissen Zeitpunkt zu einer Deaktivierung der Reizfilter führt. Es könnte allerdings auch umgekehrt sein. Aber das halte ich für wahrscheinlicher.

Sodala.. heut gibt es noch einen Comic zum Thema Stress. Der passt ja ganz gut dazu. Viel Spass!

Hab wieder zwei Beispiele für misslungene Kommunikation für Euch.
Das erste stammt von gestern mit meiner Schwester.
Ich:"Magst a Butter oder a Leberwurst auf dei Brot?"
Sie:"Ja."

Auch mein Hirn ist heut etwas wirr. Das CRPS mag das Wetter nicht besonders. Zuviele Reize. Ich vergesse dauernd Dinge und bekomme die Gedanken nicht in Worte... Trotzdem bin ich heute auf den Markt gegangen. Bewegung hilft. Allerdings war der für mich von der Reizflut heut eher wie ne Achterbahnfahrt. Bunt, laut und intensiv.

Im Cafe hatt ich mich auf einen Milchkaffee gefreut. Die Verkäuferin auf meinen Wunsch:"Ich glaub da ist nix mehr frei."
Ich deute auf die freine Plätze hinter ihr.

Sie (ich kann sie bei der Lautstärke im Cafe kaum verstehen):"Da ist glaub ich reserviert."
Mein Hirn funktioniert nicht und schon kommt von mir:"Dann trink ich meinen Kaffee halt daheim."

Wäre ich in einem achtsamen entspanntem Modus gewesen (den verhindert heute leider mein chronisches CRPS), hätte ich auf die Idee kommen können ihn draussen zu trinken. Die Tische draussen waren frei. Ich brauch ja allein keine Stund dazu. Und ich empfand es auch nicht als so kalt wie die meisten andern Leute. Seltsam. Vielleicht heizt mir mein CRPS aber auch einfach heute gut ein. Der Thermostat is ja auch defekt. Die Verkäuferin ihrerseits befand sich ebenfalls wie ich im physiologischen Stresszustand, da hinter mir noch drei weitere Kunden im Laden standen und das Cafe voll war.

Daher war es auch ihr ihrerseits unmöglich eine alternative Lösungsmöglichkeit des Problems anzubieten. Es kam zu einem Konflikt. Es grummelte auch kurz in meinem Bauch. Wut. So waren beide Parteien unzufrieden. Ein Paradebeispiel für schiefgegangene Kommunikation.

Auf dem weiteren Weg hab ich dann die Situation entsprechend analysiert, die physiologischen Stresszustände meines CRPS und der der Verkäuferin (die kein CRPS hat) waren identisch. Deshalb war eine lösungsorientierte für beide Seiten befriedigende Lösung nicht möglich. Bedenkt man, dass Stress heutzutage in allen Firmen an der Tagesordnung ist und auch Kunden ihrerseits unter Stress stehen, so zeigt dieses kleine Beispiel beeindruckend, wozu dies führt. Zu Frustration, Missverständnis und Wut auf beiden Seiten. Des is ja a ned grad as gsündeste.

Nach der Analyse konnte ich das Bauchgrummeln meinerseits beseitigen, da ich die Ursache dafür logisch erfassen konnte. Die Verkäuferin hat nicht absichtlich so gehandelt, sondern war aufgrund ihres physiologischen Zustands (Stress) nicht in der Lage anders zu reagieren. Das kann ich verstehen. Denn mir geht es ja heute genauso.

Ich bin dann in die Buchhandlung, wo ich schon mit den Worten begrüßt wurde:"Ach Frau Jäger! Auf Sie hab ich schon gewartet."
Ich muss schmunzeln :) Ich fühle mich verstanden, wertgeschätzt und willkommen. Ganz anders als wie im Cafe vorhin.

Somit war schon das Vertrauensverhältnis geschaffen. Ich habe auch wieder ein Buch gefunden. So schafft man glückliche Kunden. Eine Osterkarte hat sie mir auch noch dreingegeben. Und eine nette Unterhaltung hatten wir auch noch. Das war dann ein Beispiel für gelungene Kommunikation. Und das zeigt auch, dass obwohl ich im selben chronischen Krankheitsmodus (physiologischen Zustand) in beiden Geschäften war, durch den physiologischen Zustand der Gegenseite, völlig entgegengesetzte Ergebnisse erzielt wurden. D.h. beide Seiten machen die Musik.

Hat man nur unzufriedene und blöde und nervige Kunden oder Patienten, könnte das also zu einem grossen Teil auch an einem selber liegen. Am eigenen physiologischen Zustand, der eine offene achtsame Unterhaltung und eine konstruktive Problemlösung verhindert. So sabotiert uns Stress auch im Alltag. Interessant.

Und nun stellt Euch dasselbe Szenario wie mit der Verkäuferin im Cafe in einem Krankenhaus vor. Ein gestresster Arzt, ein verängstigter Patient. Wenn man ins Krankenhaus geht, dann ist man ja auch schon in einem Ausnahmezustand. Ich zumindest. Wenn ich schon einen weissen Kittel sehe und das Desinfektionsmittel rieche, wird mir schon schlecht. Deswegen bringen mich keine 10 Pferde da freiwillig rein. Seit der Reha des Grauens habe ich noch mehr Schiss davor. Das hat es nicht besser gemacht. Obwohl ich ja mit einer positiven Erwartung dort reingegangen und rangegangen bin. Sieht man es nun aus dem obigen Beispiel kann ich nun nachvollziehen, dass auch hier die Kommunikation ordentlich schieflief. Und warum. Schöner macht es das auch nicht. Ich kann das Verhalten jetzt nachvollziehen, das Verständnis dafür fehlt mir jedoch. Dass Heilung auf Basis einer solchen Fehlkommunikation nicht stattfinden kann, ist vollkommen logisch.

Denn es fehlt ja an der Basis. Am Vertrauen. Und traurigerweise auf beiden Seiten. Beide Seiten sind frustriert, wütend und im schlechtesten Fall wird der Patient zum Sündenbock abgestempelt. Die Suche nach dem Schuldigen hat noch nie ein Problem gelöst. Ich denke, wenn man soweit ist, dann sollte der Behandler mal an seinem physiologischen Zustand arbeiten und sich an der eigenen Nase fassen. Denn wenn mir das mit meinen Patienten immer wieder passiert, dann liegt das Problem nicht an den Patienten, sondern an mir.

Vertrauen ist die Grundlage jeder erfolgreichen menschlichen Kommunikation. Deswegen geht's also so oft schief. Da fehlt schlichtweg das Vertrauen. Und wohl oft auch das Selbstvertrauen. Nur beides zusammen kann zu konstruktiven Problemlösungen führen. Spannend!

Ihr könnt ja auch mal im echten Leben solche Situationen beobachten und aus dieser neuen Perspektive betrachten. Ihr werdet vieles besser verstehen. So könnt Ihr Experimente im echten Leben durchführen :) Das macht Spass! Man lernt unheimlich viel in freier Wildbahn :)

Donnerstag: Die Woche war sehr lehrreich und interessant und irgendwie spannend. Mein Leben ist grad eine einzige Experimentierphase.

Am Montag is a roter Ziehharmonikabus kumma.
Mei Haltestellenbekanntschaft:"Allmächd! Mit was für an Bus kummd er denn heit?"
Ich:"Mit dem kummd er doch in Klebheim goar ned um der Kurven rum."
Er parkt vorsichtig an der Haltestellenbucht ein.
Ich:"Siggses. Beim Eiparken hadder scho Probleme."

An der Don Bosco steigt eine Frau ein und sagt:"Des is a anderer Bus wie sonst. Der is höher. Und länger isser a. Aber schö warm is herin."

Des bassd zu meim Knöchel. Der brennt a wie Feuer.

Das VAG-Quiz verrät mir, dass 44 Prozent der Eltern sich mehr Zeit zum Kochen wünschen. Ja und warum nehmen sie sich die dann nicht?

In Erlangen auf meinem Weg zum Schmerztherapeuten kommt mir ein Junge auf einem Fahrrad entgegen.
Auf seinem Käppi steht:"I AM YOUR FATHER"
Das möcht ich etz doch stark bezweifeln.

Ich frag mich ja schon immer, warum immer nur kurzfristige Ziele und Lösungen anvisiert werden, die dann langfristig gar nicht so sinnvoll sind, oft sogar schädlich. Warum macht man das?

Ich denke, das liegt an unseren hektischen und stressigen Zeiten. Denn wenn mein CRPS am Rad dreht (körperliches Stresslevel auf Anschlag), dann bin ich auch nicht zum langfristigen Denken fähig. Da bin ich eher lahmgelegt. So wie der Verkehr auf der A3 die Woche.

Unser einer Busfahrer meinte schon den Autobahnbus könners etz abschaffen. Do kammer eh ned nauffahrn, weil's dauernd dicht is. Das ist ja die Politik auch. Bis da mal ne Entscheidung fällt. Brexit. Aber bei uns gibt's a genug Beispiele: die Lebensmittelampel z.B.

Weitsichtig handeln, kann halt nur der, der ned kursichtig denkt.
Und dafür braucht es ein entspanntes Umfeld. Denn nur da können Ideen durchdacht werden und Innovationen erst entstehen. Wenn Ihr auf der Flucht seid, weil das Cortisol und der Säbelzahntiger zuschiessen, dann seid Ihr logischerweise nur an kurfristigen Lösungen interessiert. Da macht es ja auch Sinn. Aber doch ned im Büro und in der Politik!

Nur in einem entspannten Umfeld, kann Begeisterung und wahres und wahrhaftiges Teamwork und Freude an der Umsetzung, Spass entstehen. Genau das wünsch ich mir. In der Bürokratie, Politik und am Arbeitsplatz. Berufung statt Beruf. Das wär schön. Ich arbeite daran.

Ich frage meine Bushaltestellenbekannte woran es scheitert, dass sie ihre Rückenübungen macht. Ob's die fehlende Zeit is.
Sie:"Ned amol. Eher die Bequemlichkeit. Machmal isses aber a einfach Vergesslichkeit."

Die Bequemlichkeit kommt Mensch teuer zu stehen. Sitzen ist das neue Rauchen. Weil es die Ursache vieler Gesundheitsschäden ist. Denn wir sind für die Bewegung geboren. Jetzt auch noch E-Scooter einzusetzen, ist auch wieder ein falsches Signal.

Ob dann auch irgendwann auf jedem Stuhl der Warnhinweis wie auf den Zigarettenpackungen steht:"Sitzen ist tödlich" Einige Bilder (die vom Herzinfarkt und Schlaganfall..) könnte man da sicher von der Zigarettenpackung weiterverwenden.

Nur haben die bisher auch ned viel genützt. Am schrägsten finde ich dann, dass es bei Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten und es doch wissen sollten, auch nichts nützt.

Warum ist das so? Weil vieles dem Stress zum Opfer fällt. Und wenn man sich nicht das gönnt, was der Körper braucht, dann neigt man zu Ersatzbefriedigungen. Ob das nun Rauchen gegen Stress, Frustessen oder der Frustkauf ist... Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ich hab mei Haltestellenbekannte gfragt:"Däd's was helfen, wenn Du auf Ärbert weniger Stress hättst?"
Sie:"Ich denk scho."

Am Dienstag will ich auf einen Vortrag an einem anderen Firmenstandort. Jetzt frag ich mich, ob man da immer das schnellste Verkehrsmittel nehmen muss, oder auch einen Achtsamkeitsspaziergang dorthin als Dienstgang machen dürte.

Die Antwort: Es ist zumindest bei uns nicht verboten. Es ist aber eine Grauzone.

So könnte man untertags beides unter einen Hut bringen. Warum wird in der Erwachsenenwelt eigentlich alles in Kategorien und mit Etiketten versehen? Damit beschränkt man doch seinen Blick. Guckt man offenherzig und offenen Blickes in die Welt, dann sieht man erstaunliche Dinge und Gelegenheiten, die sich bieten. Wo bleibt die Neugier und der Entdeckergeist? Wann habt Ihr zuletzt eine Meinung, die Ihr über eine Sache oder jemandem hattet, in Zweifel gezogen und nachgeprüft, ob sie überhaupt stimmt?

So gibt es unzählige Fachärzte, aber keinen Austausch. Ich hatte ja keine Ahnung vom Gesundheitssystem. Ich dachte immer die sind alle miteinander vernetzt und würden sich auch im Sinne der Patienten untereinander austauschen. Ich hab gehört, dass es geht. Erlebt hab ich es noch nie. Warum ist das so?

Ich glaub auch grad, dass chronisch Kranke von so einer Vernetzung profitieren würden. Und auch den ein oder andere Ärztemarathon verhindern könnten. Und so auch wieder Kosten. Bisher war es immer so, wenn ich einen Termin in einer Spezialsprechstunde gemacht hab, erst hinterher wusst ich, das war wohl nix. Vielleicht könnte man ja sowas und solche enttäuschenden Erfahrungen verhindern. Denn Enttäuschung ist bei chronischen Erkrankungen auch ned grad as gsündeste...

Ich wünsch mir Ärzte (mir würde auch einer reichen!), die mit mir meinen Weg gehen und mich begleiten. Sich über die Richtung , wo ich hinwill z.B. dass ich weiter nach der Ursache des CRPS suchen möchte , schlau machen und mir den Weg weisen. Also die richtigen Adressen. Wenn das nicht geht, weil das System es aus Kostengründen nicht zuläßt, fände ich einen Patientenlotsen schön, der einen den Weg durch den Krankheitsdschungel weist. Und der individuell auf einen eingehen kann. Menschlich und mit Zeit. Der auch schräge Ideen nicht abtut. Der einen ernst nimmt. Das wär schön.

Stattdessen ist man auf sich allein gestellt. Im Gesundheitsdjungel wünsch ich mir manchmal ne Machete zum durchkommen durch das Gestrüpp der Bürokratie und des praxisfernen Denkens...

Zum Thema schiefgelaufene Kommunikation kann ich auch wieder was erzählen. Also ich war nach 2 Stunden Wartezeit doch mit meinem CRPS am Montag sehr am Limit. Es ist nicht das Warten, das mich fertig macht. Patient kommt ja von geduldig sein. Es scheint das Wetter und die Wärme zu sein, die meinem CRPS zusetzt. Das Ticken der Uhr treibt mich in den Wahnsinn. Das Neonlicht ist so grell, dass ich mir die Kapuze über die Augen ziehe. Ich werde gereizter... und kann leider auch schlechter reagieren. Meine Kommunikationsfähigkeit nimmt in diesem Zustand dann so ab, dass ich kaum einen zusammenhängenden Satz herausbekomme. Tja und wie das auf den Arzt dann wirkt, könnt Ihr Euch sicher denken. Es ist nicht besonders gut gelaufen. Denn in diesem Zustand kann man mich anscheinend nicht ernst nehmen. Zumindest hab ich mich nicht ernst genommen gefühlt. Da werden dann eher Witzchen gemacht. Ich denk , er wollt mich aufmuntern. Nur war genau das Gegenteil der Fall. Es hat mich wütend gemacht. Im Nachhinein kann ich es verstehen. Das, was man pyhsiologisch aussendet, so wird man auch behandelt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Beim nächsten Arzt mal hab ich dann daran gedacht, weil es mir bewußt war und hab es doch mit Entspannungsübungen etwas besser hinbekommen. Ich hab trotzdem wieder was vergessen. Ich kann also noch dran arbeiten. Und es scheint nicht nur mir so zu gehen, sondern allen anderen Menschen auch.

Sodalein.. noch neues vom CRPS. Also ich hab da einen Verdacht. Denn am Bein hab ich nun ein Lymphödem. D.h. ich hab jetzt das, was man beim CRPS am Anfang haben sollte. Die entzündliche Phase. Da gibt man normalerweise Cortison. Nein, bei mir nicht mehr. Ich bin ja schon bei den Fortgeschrittenen.

Nun hatt ich am Anfang ja den Muskelabbau, der im klassischen Verlauf (der muss aber nicht immer vorliegen , wei bei mir) am Ende kommt. Ich glaube, dass das was mit dem Cortisolspiegel zu tun hat. Denn ist er zu hoch, dann kann es zur Glukoneurogenese kommen. D.h. es wird Zucker aus den Muskeln bezogen und deswegen die Muskeln abgebaut. Das kennen Sportler. Und genau das könnte auch bei CRPS eine Rolle spielen. Dann wäre bei der nichtentzündlichen atrophen Phase der Cortisolspiegel zu hoch.

In der entzündlichen gibt man dagegen die Cortison-Stoss-Therapie, weil man zu wenig Cortisol hat. Cortisol wirkt nämlich antientzündlich. Warum jetzt die einen Menschen anfangs einen hohen Cortisolspiegel und die anderen einen zu niedrigen haben, weiss ich noch nicht. Stress spielt auf jeden Fall eine Rolle. Denn wenn die Nebenniere zuviel Stress hat, kommt sie irgendwann mit der Cortisolproduktion nicht mehr nach und erschöpft. Dann ist der Cortisolspiegel zu niedrig.

Es scheint auch so zu sein, dass man beides zu unterschiedlichen Zeiten bei CRPS haben kann. Denn es gibt CRPSler, die sowohl eine Dystonie mit Muskelabbau an einem Arm oder Bein haben als auch an einem anderen Körperteil die geschwollene Variante...

Ob dann der Cortisolspiegel die Ursache oder die Folge (nur ein weiteres Symptom) ist, das weiss ich noch nicht. Wie gesagt, dass sind keine fundierten Tatsachen, sondern nur meine Beobachtungen und Überlegungen. Jetzt will ich den Cortisolspiegel mal messen lassen. Mal gucken, was dabei rauskommt.

Euch wünsch ich, frohe Ostern! Erhaltet Euren Entdeckergeist!

Freitag: Gestern waren wir ja dabei, das die Bequemlichkeit in Kombination mit Zeitmangel und Stress die Ursache vieler Probleme ist. Bewegungsmangel, gesundes Essen, genug Auszeiten für sich selbst und Erholungsphasen für den eigenen Körper sind Mangelware. Und die physiologischen und damit korrelierenden psychologischen Folgen hatte ich ja bereits früher beschrieben. Je mehr Stress die Menschen sich machen (und den machen wir uns selber, niemand zwingt uns dazu), weil wir immer schneller, immer mehr erreichen und haben wollen bzw. denken zu brauchen, desto mehr Missverständnisse gibt es. Nicht umsonst geht es in den meisten Krisengebieten um den Streit um Ressourcen.

Aber nicht nur dort hat es eine Auswirkung. Gucken wir doch mal in die Natur. In unseren eigenen Vorgarten, sodenn wir einen besitzen. In vielen Vorgärten brummt es unablässig. Der Automower ist unterwegs. Der automatische Allesfresser. Der sorgt nicht nur dafür, dass unser Rasen akkurat kurz geschnitten ist, sondern verhindert auch jede Art anderer unerwünschter Besiedelung.

Gänseblümchen, Löwenzahn und Klee werden so zur Mangelware. Sie werden wie so mancher Mensch auch zu Problempflanzen erklärt. Auch Unkraut genannt. Ich glaube nicht, dass es sowas wie Unkraut wirklich gibt. Brennessel z.B. haben durchblutungsfördernde Wirkung und wirken auch schmerzlindernd. Und nichts anderes als diese Unkräuter und Heilkräuter sind die Basis unserer heutigen Medikamente. Vielleicht wirkt auch heute noch das analoge Mittel direkt vom Wegesrand, das artgerecht aufwuchs, besser als die entsprechende Pille, die noch reichlich Zusatzstoffe und Nebenwirkungen enthält. Denn die Phytotherapie (so heisst die Pflanzenheilkunde heute) wird grad wieder modern. Freilich haben auch Pflanzen Nebenwirkungen. Die sollte man auch immer beachten. Denn mit allem ist es ja so: Die Dosis macht das Gift.

Mancher geht noch einen drastischeren Weg und füllt seinen Vorgarten mit Kies und Schotter. Es haben derzeit also viele Menschen in Neubauten wortwörtlich viel Kies und Schotter vor der Hütte.

Das bleibt nicht ohne Folgen für die Insekten. Denn die finden dort keine Nahrung. Und vom Automower zerhäckselt zu werden, ist ja auch keine schöne Aussicht. Vom Lärm von etlichen Gartengeräten und auch Strassengeräten wie Laubsaugern mal ganz abgesehen. Selbst ich suche dann das Weite. Denn dieses Geräusch ist toxisch für mein CRPS. Aufgrund der Hyperakkusis verursacht mir das Geräusch dieser Geräte schon körperliche Schmerzen und damit körperlichen Stress. Des is ja a ned grad des gsündeste.

Insekten wird es sicher auch nicht anziehen. Die Vögel finden immer weniger zu fressen und werden auch weniger. Bzw. verändert sich unsere Vogelpopulation. Früher hab ich bei uns kaum Eichelhäher gesehen. Jetzt gibt es viele davon. Das wird wieder zu Lasten anderer Arten gehen.

Der Sinn von Laubbläsern geht mir ohnehin ab. Was macht es denn für einen Sinn das Laub von der einen Ecke in die andere zu blasen? Beim nächsten Windhauch ist es doch eh wieder da, wo es vorher war. Warum kehrt man es nicht zusammen? Auch dafür hat der Mensch wieder Maschinen entwickelt, die wie ein Kinderwagen vor sich hergeschoben werden. Nur auf dem Markt (z.B. Ostermarkt) finden sich noch analoge Besen. Die kehren sicher immer noch so gut wie früher.

Schon seltsam einerseits stimmen wir für die Bienen ab, andererseits nehmen wir ihnen immer mehr natürlichen Lebensraum. Ich kann ja verstehen, dass jeder ein Häuschen möchte. Damit geht aber auch die Verringerung der Wälder und Felder mit all ihren Konsequenzen einher. Immerhin in einigen Regionen muss der Häuslebauer dann eine bestimmte Anzahl und Sorte von Bäumen und Sträuchern pflanzen. Dass man das vorschreiben muss, finde ich aber schon wieder traurig.

Garten macht Arbeit. Als Kind hab ich die Kartoffelkäferklauberei gehasst. Das ist halt auch wieder eine Konsequenz. Ursache und Wirkung.

Ich bin jedesmal aus dem Häuschen und total erstaunt, wie ein Löwenzahn mit der Kraft der Natur es schafft, eine von Menschen geschaffene Asphaltdecke zu durchbrechen. Das traut man dem unscheinbaren kleinen Plfänzchen gar nicht zu. Und der Samenverbreitungsmechanismus (Biomechanik) per Fallschirm ist doch einfach genial! Und dieses Wunder der Natur bezeichnet man dann als Unkraut. Seufz. Man kann es sogar als Salat essen. Es ist sogar sehr gesund. Oder Hasen damit füttern.

Alles wird in Kategorien eingeteilt. Sogar die Natur. In Nutz-, Zier-, Heilpflanzen und Unkraut. Tiere ebenso. Nutztiere. Die verputzen wir. Verputztiere wäre demnach der sprechendere und treffendere Name. Muss denn immer alles einen Nutzen haben? Ist eine Blume, die einfach schön ist, denn nutzlos? Denn auch an ihr kann ich mich doch erfreuen, ihren Duft einatmen und geniessen. Und nur, weil wir den Nutzen einer Sache im Moment nicht sehen, heisst es doch nicht, dass er nicht da ist. Vieles blüht wortwörtlich im Verborgenen.

Nur wer entspannt ist, in sich selbst ruht, nimmt die Schönheit eines unscheinbaren Löwenzahns, eines Schmetterlings (ich hab gestern das erste Pfauenauge gesehen! Freu!), eines Feuerkäfers (ja, auch die sind grad wieder unterwegs) sehen. Wann habt Ihr Euch zuletzt die emsigen Ameisen auf Eurer Terrasse und im Garten beguckt. Ich finde es auch herrlich am Etzelskirchener Weiher zu sitzen und auf das Wasser zu gucken und die Enten zu beobachten, den Wind und die Sonne auf der Haut zu spüren. Ein Erlebnis für die Sinne. Genau wie der Duft des Waldes. Waldboden hat einen ganz eigenen Geruch. Nach Erde und Holz. Die Kronen der Giganten des Waldes wiegen sich im Wind. Beeindruckend. Berauschend. Wenn man mit geschlossenen Augen im Wald steht, dann ist es dort immer angenehm temperiert. Nicht zu warm und nicht zu kalt. Auch im Winter ist es dort wärmer als auf dem Feld. Steht man neben dem Weiher, dann riecht die Luft nach Wasser und sie ist kühler. Die Enten quaken und die Haubentaucher stossen ihre Schreie aus. Schee... die Wellenbewegungen des Wassers beruhigen meinen Geist. Ich fühle mich zuhause. Ich muss nirgendwo hin. Ich geniesse dort das hier und jetzt. Wunderbar! Und nicht selten wünschte ich, ich könnte ewig dort bleiben.

Das geht freilich nicht, denn auch ich muss mir meinen Lebensunterhalt verdienen. Warum eigentlich muss? Und nicht darf? Das hat wieder mit der Begeisterung zu tun. Macht man seinen Beruf mit Leidenschaft, weil er kein Leiden schafft (das gefällt mir ;-), dann wird der Beruf zur Berufung. Ansonsten spricht man von Arbeit.

Ich war die Woche bei einem Vortrag. Da sagte der Vorträger auch, dass Ihr Projekt so gut läuft, weil in dem Projekt kein Manager mitmischt. Also alles auf Augenhöhe abläuft. Jeder darf seine Ideen einbringen, ohne Druck, Stress. Spielerisch halt. Und die Begeisterung merkt man dem Vorträger an. Das will ich auch! Ihr nicht? Oder lebt Ihr es schon? Dann herzlichen Glückwunsch an Euch. Ihr seid wohl noch in der Minderheit. Aber dabei muss es ja nicht bleiben. Ich arbeite jedenfalls daran. Denn nur in einem gesunden und heilsamen Umfeld kann ich auch wieder gesund werden oder zumindest mal die Krankheit aufhalten. Das wär doch auch schon was.

Auch Arbeit ist eine künstliche Trennung von unserem Privatleben. Wieder Kategorien. Wäre es nicht schöner wenn beides eine Einheit bilden würde? Wenn sich beides ergänzen würde? Schon. Gell?

Die Frage ist: wie bekommt man das hin.. ? Hmmm...
Und da kommt wieder die Kommunikation und das Erkennen des eigenen physiologischen Zuständs und der der Umgebung ins Spiel. Denn ich sende immer physiologische Signale aus. Ob ich will oder nicht. Völlig unbewusst. Und die Physiologie bestimmt dann die Körperpsychologie. Denn wenn ich entspannter bin, dann funktioniert es sogar bei mir mit Mimik und Gestik und Prosodie (Betonung) besser. Mein Hirn hat Spielraum zum Denken. Ist mein CRPS-Trafohäuschen auf Anschlag dann wirkt mein Gesicht wie eingefroren, meine Gestik ist faktisch nicht vorhanden und meine Stimme monoton und vom Denken will ich gar nicht erst reden! Ist ja klar, auf der Flucht oder in Erstarrung oder im Kampf brauch ich das ja alles nicht. Wozu? Da ist das letzte was ich will und auch in dieser Situation gar nicht kann: Kommunizieren!
Da ist es auch vollkommen klar, dass ich mich in dieser Lage auch nicht in den anderen hineinversetzen kann! Des geht nämlich unter Stress genauso wenig! Und deswegen ist es auch logisch, dass man dann andere wortwörtlich nimmt. Ein Beispiel folgt noch...

Je nach physiologischen Zustand des Gesprächspartners ist darauf die Reaktion. Ist der ebenfalls in Kampfesstimmung, Flucht- oder Erstarrungsmodus ist das der Worst Case in der Kommunikation. Denn aus eigener Erfahrung weiss ich, dass einem dann wortwörtliches als frech, oder unverschämt sein, ausgelegt werden kann. Des is fei a ned grad as gsündeste! So wird es missverständlicherweise vom Gegenüber interpretiert! Dabei hat man das ja gar nicht so gemeint und gesagt. Dass diese Kommunikation nicht gut gehen kann, ist somit logisch. Und auch tragisch.

Ihr werdet Euch fragen: Kann man nicht das Missverständnis aufklären?
Ich war dazu bisher nicht in der Lage. Denn ich war dazu einfach nicht fähig. Da ich meinerseits dieses Dilemma und Missverständnis nicht im Augenblick (mangels Hirnfunktion, die ist ja grad mit Flucht, Erstarrung beschäftigt) erfassen kann. Ich bin dafür blind. Mein Gegenüber ist dagegen für meine Lage blind. Zwei Blinde können halt ned sehen.

Wenn es einem gelingt (dazu braucht es sicher viel Übung) sich in einer solchen Situation zu entspannen, dann besteht die Möglichkeit, das einem dieses Missverständnis bewußt wird. Dann kann man mit gewaltfreier Kommunikation und Sicherheitssignalen versuchen die Situation zu klären. Ob das gelingt, hängt aber auch vom Gesprächspartner ab. Wenn der stressbegründet dicht macht, dann werdet Ihr sicher auf Granit beissen.

Ich habe auch mal versucht so eine Situation hinterher zu klären. Ich hatte auch da noch nicht verstanden, dass ich einen sozialen Faux-Pax, ja sowas kommt in dieser Situation auch vor (das Hirn ist ja grad mit anderen Dingen beschäftigt), begangen hatte. Da die Gegenseite (eine dritte Vermittlerin) sich aber meines physiologischen Zustands nicht bewußt war, war es ihr ihrerseit nicht möglich zu erkennen, dass ich keine Ahnung hatte, was ich falsch gemacht hatte. Die Situation wurde für mich nicht klarer sondern nur noch verwirrender. Verwirrung ist ja nichts anderes als Hilflosigkeit, die erzeugt wiederum Wut und die wiederum Stress. D.h. dieser Klärungsversuch war sogar kontraproduktiv. Und er hat sich auch negativ auf mein CRPS ausgewirkt. Was wiederum die Gegenseite (in Unkenntnis meines physiologischen Zustands) nicht verstanden hat, wiederum zu Verwirrung, Ratlosigkeit, Hilflosigkeit, Stress und Wut führte. Eine physiologische Rekursion sozusagen. Des is fei a ned grad as gsündeste.

Nur bei unserem Stress im Alltag wirkt sich dieses Nicht-Kommunizieren-Können nicht so gut aus. Denn wir sind im Büro, auf der Arbeit, daheim im Garten und ärgern uns über unseren Kollegen, Chef oder Nachbarn und nicht den Säbelzahntiger. Sprich die Reaktion steht in keinem Verhältnis mehr zu der Ursache.

Lustigeweise wurde mir das erst gestern wieder bewußt. Da war ich bei der Hausärztin. Die mag ich. Die find ich cool. Warum? Weil ich mich da ernstgenommen fühle. Mein physiologischer Erstarrungsmodus, in dem ich mich oftmals aufgrund des CRPS befinde, wirkt auf meine Umgebung. Und dann spielt in die Kommunikation auch immer der physiologische Zustand des anderen Gesprächsteilnehmers mit herein. Sind beide gestresst (ich aufgrund des CRPS), der andere , weil er zuviel Arbeit und schon einen langen Tag und viele anstregende Patienten oder Kunden hatte, dann läuft diese Unterhaltung oft auf viele Missverständnisse hinaus und nicht besonders gut. Ich hatte Euch ja schon einige Beispiele genannt.

Muss aber nicht. Denn Ihr könnt zwar den Zustand Eures Gegenübers nicht beeinflussen, aber Euren eigenen. Das funktioniert auch bei mir nicht immer. So am Montag beim Schmerztherapeuten. Da war mein ZNS einfach am Limit. Ich hab versucht, es mit Entspannungsübungen runterzufahren, aber es hat halt nicht geklappt. Sellerie (C'sest la vie).

Beim D-Arzt hat es dann besser geklappt. Gestern bei der Hausärztin war ich auch am Limit. Der Tag war lang und anstrengend. Aber es lief trotzdem gut. Weil sie entspannt war. Sie ist zwar auch viel hin und hergelaufen und war bestimmt auch leicht gestresst, aber es lief so ab.

Ich:"Mein linkes Bein ist geschwollen. Ich war beim D-Arzt und der hat gesagt ich hab ein Lymphödem. Das Bein ist am vorletzten Freitag abend auf einmal ganz dick geworden."
Sie:"Wo war das denn?"
Ich:"Am Kanapee."
Drauf bricht sie in schallendes Gelächer aus. Es ist ansteckend. (Ich stecke mich übrigens lieber beim Hausarzt mit einem Lachen als mit einer Erkältung an ;-)
Als sie sich wieder gefangen hat, sagt sie:"Nein, ich meinte, bei welchem D-Arzt Sie waren."

Ihr seht also, dass obwohl mein physiologischer Zustand am Limit war und somit mein Hirn Sprache nurmehr wortwörtlich nehmen konnte, diese Kommunikation deswegen gut lief, weil das Gegenüber entspannt drauf reagiert hat.

Mein Schmerztherapeut geht damit anders um. Aufgrund meines Niedlichkeitsfaktors, der in diesem Zustand wohl zu Hochtouren aufläuft, möchte der mich anscheinend trösten. Er spielt dann das, was ich habe ein wenig herunter. So wie manche Erwachsene mit kleinen Kindern umgehen. Das ist ja nicht so schlimm. Dann berührt er mich noch am Arm. Leider ist das im Erstarrungsmodus (der ja eine Kampf-Flucht-Erstarrungs-Reaktion (Stressreaktion) auf den Säbelzahntiger ist) keine besonders gute Idee. Denn das, was man in dieser Sitation am Allerwenigsten vertragen kann, sind Streicheleinheiten!!! Von der Allodynie (schmerzhafte Berührungsempfindlichkeit) will ich gar nicht erst reden! Das verwirrt mich schon, dass ein Schmerztherapeut anscheinend nicht weiss, was das bedeutet. Das weiss anscheinend wieder nur der Neurologe. Den hat das bisher aber auch wenig gestört. Mich schon!

Eine Katze, die den Nacken sträubt, streichelt Ihr doch auch nicht. Ihr werdet es zumindest kein zweites mal machen. Bei Menschen tut man es aber. Es ist aber dieselbe Reaktion und dasselbe Prinzip. Wehrt sich dann der chronisch Kranke (der ja (unbewußt) im Kampfmodus ist ), dann wird diese Reaktion nicht verstanden. Obwohl sie doch total logisch ist.

Treffen zwei gestresste Parteien aufeinander, dann kann sich das ganz schön hochschaukeln. Wut, Hilflosigkeit und Missverständnisse sind die Folge. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Wo wir bei Achtsamkeit in Wald und Feld und am Weiher waren..., ist Euch aufgefallen, dass ich endlich mal wieder eine neue Seite geschafft habe? Jippie! Und habt Ihr es auch gemerkt? Oder seid Ihr Ihr unachtsam? Befindet sich Euer physiologischer Zustand gar im Kampf-, Flucht- ,Erstarrungsmodus also im Stresszustand?

Und noch was. Der Blutzuckerspiegel hängt auch mit dem Cortisolspiegel zusammen. Ich hab ja auch oft Heisshunger auf Süßes. Denn im Kampf-, Flucht- , Erstarren-Modus aktiviert das Cortisol die Zuckerreserven. Denn er braucht die Energie ja jetzt, sofort. Er baut sie sogar bei der Glukoneogenese aus den Muskeln ab. Im modernen Leben ist Stress auch in der Gesellschaft und auf der Arbeit schon chronisch. Unser Körper überreagiert. Und da wir nicht loslaufen, weglaufen - uns also nicht bewegen (deshalb ist Bewegung auch bei Stress und chronischen Erkrankungen so wichtig) , bleibt der Stresslevel hoch und kann sich nicht mehr durch die Flucht, den Kampf runterfahren. Weil der ja ausbleibt.

Deswegen hilft Bewegung bei chronischem Stress und chronischen Erkrankungen. Und deshalb ist wohl Zucker dann auch so fatal für uns. Er verschlimmert dann das Problem. Allerdings ist der Hunger auf Zucker auch logisch, weil wir uns ja in dem Zuckerbereitstellungsmodus befinden.

Ob eine artgerechtere Lebensweise für uns Menschen das Problem lösen kann? Das muss jeder wieder selbst entscheiden. Doch auch hier sabotiert uns wieder der Faktor Stress. Wie meine Haltestellenbekanntschaft so schön gesagt hat. D.h. es ist nicht einfach aus der Nummer wieder rauszukommen. Auch weil in den Zeiten der industriellen Nahrungsmittelverarbeitung Zucker in allen Nahrungsmitteln vorkommt. Er ist nämlich billig. Und er macht durch den Stress auch süchtig. In anderen Ländern gibt es deswegen schon eine Zuckersteuer oder eine Nahrungsmittelampel. In Deutschland setzt die Politik auf freiwillige Zugeständnisse der Nahrugnsmittelindustrie. Glaubt Ihr wirklich die schlachten die Kuh, die sie melken? Wohl kaum. Muh!

Deshalb liegt es an jedem einzelnen, ob er dieses Spiel mitspielen will. Ob er Gesundheit vor Bequemlichkeit setzt. Einfach ist es nicht. Die Versuchungen sind gross und zahlreich. Ich fall auch immer wieder auf sie herein. Mit mehr Wissen darüber fällt es aber schon mal leichter dem zu widerstehen. Denn nur, wenn wir unser Kaufverhalten ändern, wird sich auch die Nahrungsmittelindustrie umstellen. Der Konsument bestimmt die Nachfrage. Ursache und Wirkung.

Manchmal frag ich mich, ob es möglich wäre, sich nur von dem zu ernähren, was man so im Wald und auf den Wiesen findet. Ich rede jetzt nicht davon Obstbauern ihre Ernte zu klauen oder Bauern ihre Felderträge. Obwohl.. der Wald gehört ja auch wieder jemandem. Gibt es überhaupt noch was, was keinem gehört? Und warum soll alles dem Menschen gehören? Und nicht auch den Pflanzen und Tieren. Damit ist das schon mal gar nicht so einfach....

Aber gehn wir mal davon aus, ich geh raus, auf Feld, Wiese und Wald und vergreife mich nicht an Monokulturen sondern an natürlich gewachsenen Pflanzen wie Brennessel und Löwenzahn, wilden Brombeeren, Pilzen, Wurzeln... Könnte man davon heute noch leben? Oder gibt es schon jetzt zu wenig solche Flächen?

Wäre als Alternative zum Rasenmäher ein Leihpferd, Leihschaf denkbar, dass den Rasen im wahrsten Sinne des Wortes MÄÄHT?

Schee wär's scho. Und wär es zukünftig denkbar, dass wir in natürlicheren Behausungen leben? Aus Plfanzen geformt, gewachsen? Häuser, die mitwachsen und sich nach unserem Ableben selber kompostieren? Die selbst-wartbar sind, selbst nachwachsend bei Löchern im Dach oder anderen Defekten. Häuser mit Lotuseffekt?

Wenn wir weniger verbrauchen, dann brauchen wir auch nicht mehr soviel zu verdienen und nicht mehr soviel arbeiten. Andererseits wenn Arbeit Spass machen würde , wäre das auch gar nicht so wichtig.

Und wovon träumt Ihr? Fangen wir doch endlich an, unsere Träume zu leben. Dann brauchen wir auch keinen Urlaub in weiter Ferne, der uns auch wieder Reisestress verursacht, sondern wir hätten auch die Erholung dort wo wir sind. Weil wir alles anstrengende aus unserem Leben verbannen könnten. Das wär doch fein.

Wo wir schon beim Stress sind. Gestern war ein Artikel in der Zeitung (die liegt bei meiner Ergo aus), dass auf der A3 aufgrund einer Baustelle am Fürther Kreuz, derzeit Dauerstau und Dauerunfälle passieren. Die A3 ist also täglich Richtung Nürnberg bei uns dicht. Wie Perlen einer Perlenkette aneinandergereiht, stehen Lastwagen an Lastwagen. Fröhlich bunt sieht das von weitem aus.

Ihr seht also auch unser Verkehr ist bereits vor Stress gelähmt und steht fast vor dem Kollaps. Es zieht sich so durch unser Leben und unsere Gesellschaft, unser ganzes Ökosystem und unser Nervensystem hindurch. Des is fei a ned grad as gsündete.

15 Unfälle in 14 Stunden gab es am Vortag. Die Polizei kommt nicht nach und auch gar nicht hin, deshalb kommt sie bei Blechschäden schon gar nicht mehr. Eine Polizistin gibt folgendes als Grund an:"Die Fahrer sind überfordert. Die Aufmerksamkeit ist nicht gegeben."

Die Aufmerksamkeit wird durch eine Zunahme von Stress nicht gesteigert. Ganz im Gegenteil. Das weiss ich auch aus meiner eigenen Erfahrung. An Trafohäuslehochzeiten bin ich dauernd am suchen und weiss nicht, wo mir der Kopf steht. Den würd ich wahrscheinlich auch noch verlegen, wenn er nicht angewachsen wäre. Meine Aufmerksamkeit hat sich grad mal ne Auszeit genommen.

Dabei spielt es ja keine Rolle, wie wir im Stau stehen. Ob wir uns Stress machen oder entspannt im Auto sitzen und die Zeit und Ruhepause geniessen, der Stau löst sich deswegen auch nicht schneller auf. Aber vielleicht kommt es uns im entspannten Modus gar nicht so lang vor. Vielleicht kommen wir dann sogar erholt aus der Zwangspause. Es wär ne Überlegung wert. Es würde Nerven schonen und vielleicht auch Leben retten.

 
Die Glaa aus ERH - Moderne Zeiten Sandra Jaeger 2019
21.04. bis 27.04. Nachdenkliches zu Ostern

Ostersonntag: Gestern musst ich lachen. Im Städtle neben dem Outdoorladen gibt es ja einen Springbrunnen. Aus 9 Löchern (Fontänen) schiesst abwechselnd das Wasser. Hunde finden das faszinierend. Gestern stand einer da und versuchte immer in den grad hochschiessenden Wasserstrahl zu beissen. Den Wasserstrahl zu fangen. Das war so lustig anzuschauen. Wahre Begeisterung und Spielfreude. Irgendwie scheint die den Menschen ab einem gewissen Alter abhanden gekommen zu sein. Wo geht die hin? Und kann man sie von dort auch wieder zurückholen?

Komisch... Mir fällt es schwer Lob anzunehmen. Wahrscheinlich weil ich das nicht gewöhnt bin. Ich bin es gewöhnt, dass man mir nichts zutraut und Steine in den Weg legt. Mir sagt:"Das kannst Du nicht."
Deshalb motiviert mich nichts mehr, als dieser Spruch. Denn das sind nicht meine Grenzen, sondern die desjenigen, der das sagt. Derjenige, der das sagt und denkt, baut sich selbst den Käfig, der seine Fähigkeiten einsperrt. Warum um Gotteswillen tut man sowas? Und probiert es nicht einfach mit der Neugier eines Kindes erstmal aus und guckt wie weit man kommt? Und wenn es nicht beim ersten mal klappt, dann gewinnt doch das Spiel erst seinen Reiz. Je schwieriger es wird, desto interessanter ist es.

Lustigerweise gibt es sogar Spruchkarten (ich sag ja die Philosophen von heute arbeiten in der Spruchkartenindustrie) mit diesem Satz:
"Sie sagten alle: Das geht nicht. Und dann kam einer, der wusste das nicht und der hat es gemacht."
Jeder von Euch kann der eine sein ...

Nun hab ich festgestellt, dass das anscheinend einigen Frauen, die ich getroffen habe, so geht. Also das mit dem Lob annehmen. Auch meiner Mama. Aber auch jüngeren Frauen. Ob das ein Problem des Frauenbilds noch aus früheren und längst vergangenen Zeiten ist? Ein Relikt, das das weibliche Selbstbewußtsein immer noch unterdrückt...

Und seltsamerweise sind es die Mütter, die dieses Relikt an ihre Töchter weitergeben. Ich kann meiner Mama nix recht machen. Ihr auch nicht, gell? Meinem Vater schon gleich dreimal nicht. Und da soll man dann ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln? Ja, wo soll das denn herkommen?

Doch. Es kann sich seinen Weg bahnen, wenn Ihr es lasst. Aus Eurem innersten Antrieb, aus Eurer Begeisterung. Denn die kann niemand aufhalten und bremsen. Das ist die intrinsische Motivation. Die Kraft der Natur. Und was die ausrichten kann, seht Ihr ja jedes Jahr bei Stürmen, Vulkanausbrüchen aber auch in der Kraft des Frühlings, die sich grad wieder ihre Bahn bricht. Und genau diese Kraft steckt in uns allen. Wir müssen nur den inneren Zugang zu dieser Kraftquelle finden. Dann lassen wir uns nicht entmutigen, denn dann folgen wir der Spur des Herzens. Unser Leben hat einen Sinn. Wir haben eine Mission.

Gestern kam auf SWR ein Spielfilm zu Aenne Burda. Und da wurde mir dann klar, woher das alles stammt und dass das noch gar nicht so lange her ist, dass eine Frau, sobald sie heiratete ihren Beruf aufgeben musste. Weil der Mann es so erwartetet. Damals war das "normal". Der Mann musste das arbeiten seiner Frau erlauben.

Auch heute erlebe ich es noch, dass wenn eine Frau kritische Fragen stellt, von Männern nicht ernst genommen und belächelt wird. Diese Frauen imponieren mir. Denn sie geben nicht auf und sind mit einer Hartnäckigkeit gesegnet, von der sich so mancher eine Scheibe abschneiden könnte. Stattdessen etikettiert man sie mit negativen Wörtern wie eigensinnig und stur. Aber ist Eigensinn denn nicht etwas Wunderbares? Ein sich treu sein und bleiben. Und ist Sturheit nicht auch gleichzusetzen mit Hartnäckigkeit, das uns ebenfalls Bewunderung abverlangt? Denn nur wer hartnäckig an einer Sache dranbleibt, kann auch sein Ziel erreichen.

Auch meine Mama ist so eine und sich dessen und ihrer Stärken wenig bewußt. Meistens muss man sie auf diese Stärken erst aufmerksam machen, damit sie sie sehen. Denn für sie ist ihr Handeln selbstverständlich. Dabei ist es das überhaupt nicht!

Als meine Schwester nach einem halben Jahr im Koma nach der Gehirnblutung wieder sprechen und gehen gelernt hatte (damals gab es keine Ergotherapie, keine Reha für Kinder, das mussten die Eltern auch noch obendrauf neben dem Beruf leisten), da weigerten sich die Schulen (in den 60iger Jahren waren die noch eine Männerdomäne) meine nun behinderte Schwester wieder aufzunehmen. Wie eine Löwin und mit Schreiben and das Kultusministerium und etlichen Streitgesprächen mit Studienräten, Lehrern und Direktoren hat sie gekämpft und durchgesetzt, dass meine Schwester die Schule fertigmachen konnte. Sie hat damals schon Inklusion gelebt und dafür gekämpft, da gab es das Wort noch nicht mal!

Eine Frau soll hübsch und dumm sein. Ich bin weder das eine noch das andere. Dann wird man schnell mit einem Etikett versehen. Dabei gibt es doch das schöne englische Sprichwort:"Never judge a book by its cover." (Beurteile ein Buch niemals nach dem Einband)

Das passiert jedoch in unserer Gesellschaft ständig. Ist es Euch denn noch niemals passiert, dass Ihr jemanden einer Kategorie zugeordnet habt, ja auch ich tu das, das ist nämlich menschlich, und dann festgestellt habt, dass dieser Mensch ganz anders ist und Ihr Euch total in ihm getäuscht habt? Mir passiert das oft. Zum Guten wie zum Schlechten. Denn in Menschen hineinsehen, kann niemand. Auch kein Psychologe. Der kann nur das Verhalten beurteilen. Meiner Ansicht kann man das aber nur korrekt deuten, wenn man auch die Ursachen und Gründe dafür kennt, die diesem Verhalten zugrundeliegen. Und das erschliesst sich nicht aus Mimik und Gestik. Das erschliesst sich mit näherem vertrautem Kontakt zu diesem Menschen. Aus Gesprächen und indem man kluge Fragen stellt. Denn hellsehen können die wenigsten von uns. Auch wenn sie es gern glauben. Es ist nichts schlimmes daran, jemanden bei der ersten Begegnung in eine Kategorie zu stecken. Das tun wir alle. Unbewusst. Um Menschen einschätzen zu lernen. Ihn dort zu belassen, wenn er gezeigt hat, dass diese Kategorie nicht auf ihn zutrifft, ist es schon! Und freilich wäre es schöner, wenn wir dieses Kategorien - und Etikettendenken wie Kinder in ihrer Neugier und Entdeckungsfreude gar nicht brauchen würden. Ob wir es uns auch wieder abgewöhnen können? Ich werd's versuchen.

Aenne Burda ist trotzdem bzw. grad deshalb erst recht und trotz aller Hindernisse (und das waren nicht wenige) ihren Weg gegangen. Eine beeindruckende hartnäckige und zähe Frau. Dabei ist sie nicht die einzige. Denn nichts anderes haben die Trümmerfrauen geleistet und nach ihr die Generation von Frauen, die arbeiten ging und seitdem versucht Haushalt und Beruf unter einen Hut zu bringen. Die Frauen, die die Pflege ihrer Angehörigen übernehmen und die Misstände der Gesellschaft ausbaden. Das sind meine Heldinnen. Sie sind nicht laut. Sie lassen sich nicht feiern. Sie wirken im Stillen. Lassen sich viel zu viel aufbürden. Oft bis zum eigenen Zusammenbruch. Denn man hat sie gelehrt, sich immer hintenanzustellen und immer hilfsbereit und nett und für die anderen da zu sein.

Nur ist das nicht gesund. Denn diese Frauen kümmern sich am wenigsten um sich und um ihre eigenen Bedürfnisse. Oft solange bis es zu spät ist. Weil sie gelernt, vorgelebt und gelehrt wurden, sich immer hintenanzustellen. Es wird Zeit das zu ändern! Denn in einer Zeit, in der alles schneller, hektischer und stressiger wird, und dieser stille Gruppe der Gesellschaft stillschweigend immer mehr aufgebürdet wird - durch die wirtschaftliche Leistungsgesellschaft selbst, die immer mehr ihrer Aufgaben outsourced und so Kosten spart - auf Kosten derer, die dann in die Bresche springen. Denn wenn die Liegezeiten in Krankenhäusern immer kürzer werden, sind die Menschen, die entlassen werden, noch lange nicht gesund. Wer kümmert sich um sie? Meistens diese stillen Frauen. Diese Stillen durchziehen alle Geschlechter. Sie sind der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält.

Kann Wissen in der Schule von den Lehrern (aus Zeit- und Termindruck und Leitungsdruck) nicht an die Kinder vermittelt werden, wer sitzt dann mit Ihnen bei den Hausaufgaben? Diese Stillen.

Die Mehrheit der chronisch Kranken und pflegebedürftigen Menschen wird zuhause gepflegt. Auf wessen Rücken und Kosten geht das? Auf der der Stillen.

Wer engagiert sich im Ehrenamt in der Palliativmedizin ...? Ihr könnt die Liste gerne fortführen.

Da ist es traurig zu sehen, dass diese Relikte heute noch Auswirkungen auf uns Frauen haben. Aber auch kein Wunder, denn unsere Mütter und Grossmütter sind ja noch damit aufgewachsen und indoktriniert worden. Und deshalb müssen wir Stillen uns unserer Stärken und dem, was wir leisten, erst bewußt werden. Denn nur so kann unser Selbstbewußtsein erst entstehen. Und an dem mangelt es uns. Dabei haben wir gar keinen Grund dazu.

z.B. einer jungen sympathischen und engagierten Ärztin, die ich sehr schätze und die mein Vertrauen gewonnen hat, habe ich eine Osterkarte letztes Jahr geschickt. Weil sie in der Schmerztherapie arbeitet, hatt ich die Karte extra themenbezogen ausgewählt. Es befanden sich zwei Schoko-Osterhasen darauf. Der eine war am Bein angebissen, der andere am Ohr. Vielleicht kennt Ihr die Karte ja.
Der eine Hase (ohne Bein) sagt zum andern:"Mein Bein tut so weh!"
Der ohne Ohr antwortet:"Was hast du gesagt?!?"

Sie hat sich per mail bedankt und ich konnte spüren, dass Ihr diese Karte unangenehm war. Dabei kam dieses Gefühl von mir aufrichtig und ehrlich aus vollstem Herzen. Das hat mich traurig gemacht, dass sie es nicht annehmen kann.

Einer anderen Ärztin aus der Schmerzambulanz in Erlangen hab ich ein Dankeschönpäckchen gepackt. Weil sie mich ernst genommen hat. Und ich mich verstanden gefühlt habe.
Dann kam eine Mail, in der sie schrieb, dass sie das gar nicht verdient hätte. Ich hab dann zurückgeschrieben: Doch, weil sie mich ernst genommen und verstanden hat. Und dass das nichts selbstverständliches ist.

Seltsamerweise hatte ich letztens dieses Gespräch mit einem Kollegen.
Ich:"D.h. wenn jemand zu Dir sagt, das kannst Du nicht, dann probierst du es nicht einmal?"
Er:"Nein. Dann hab ich gar keine Lust mehr."

Das hat mich erstaunt und erschreckt. Denn ich könnte nie so handeln. Genau das würde bei mir genau das Gegenteil bewirken. Dann wäre mein Spieltrieb und mein Ehrgeiz erst geweckt worden. Hier ist erstaunlicherweise das Gegenteil der Fall.
Kann es sein, dass viele Männer mehr zu extrensischer Motivation erzogen wurden? In dem Maße, in dem die Mehrheit der Frauen das Gegenteil (unabsichtlich) anerzogen wurde?

Dann sind wir für wahr eine sehr schräge Gesellschaft. Und was für ein Potential steckt dann noch in uns?!? Viel mehr als wir denken. Unsere Gedanken bauen den goldenen Käfig, in dem wir festsitzen. Es liegt an jedem einzelnen von uns sich daraus zu befreien. Denn frei sein, heisst sich selbst so annehmen wie man ist, sich kennenzulernen, sich seiner Stärken uns Schwächen bewußt zu werden und damit und daran zu arbeiten und sich weiterzuentwickeln. Denn nur dann entwickeln wir die Fähigkeit "zu fliegen" und wirklich frei zu sein. Denn dann sind wir frei von den Erwartungen, der Kritik und vom Lob anderer und ruhen ganz in uns selbst. Und sind uns uns selbst bewußt. D.h. erst dann haben wir wirklich wahres und wahrhaftiges Selbstbewußtsein.

Heut gibt es einen fröhlichen Comic mit meinen beiden. Die Natur platzt vor Energie und meine beiden auch. Denn das ist einfach ansteckend! Ein schöner Virus. Virulente Natur sozusagen. Mich hält es kaum drinnen. Ich will raus in den Wald und an den Weiher. Da sind gestern ein paar Schwäne zu den Stockenten dazugekommen.

Über dem Wald und über den Weihern kreist ein Greifvogelpärchen. Welcher weiss ich noch nicht so genau. Die brüten da. Mal gucken was die da so ausbrüten ;-)
Frohe und besinnliche Ostern!

Oster-Montag: Mein Trafohäuschen brummt wieder mehr. Jetzt ist es wieder so wie vor ein paar Monaten. Ich schwitze und friere abwechselnd. Die Muskelabbauschmerzen sind auch wieder da. Das würde jetzt aber wieder auf einen zu hohen Cortisolspiegel hindeuten. Oder liegt es am ACTH?

Wie kann es sein, dass ich früh und untertags dauernd platt und erschöpft bin? Das würde auf einen zu niedrigen Cortisolspiegel hindeuten. Aber das kann doch nicht alles beides am gleichen Tag zu unterschiedlichen Zeiten der Fall sein. Oder doch? Und wenn ja, wie und warum?

Das Ödem hat zwar seit dem Freitag vor zwei Wochen etwas nachgelassen, seitdem bleibt es nun unverändert. Bewegung tut gut. Sobald ich stehenbleibe, spüre ich überall die Schmerzen. Ruhe killt mich und auch das Ödem wird dann schlimmer und tut ein wenig weh. Irgendwie passt das auch alles nicht wirklich zusammen. Aber es muss ja ne logische Erklärung dafür geben. Und ich will sie auch finden.

Komisch... chemisch. Neurotransmitter. Das Buch mit dem gleichlautenden Titel hab ich mir auch geholt. Das liegt voll auf meiner Wellenlinie. Dort steht das Thema Cortisol und ACTH gleich im ersten Kapitel drin. Beim Klang des Wecker des Freundes. Mehr verrat ich nicht. Wie sagte ein Bekannter von mir... : "Bücher sind zum Lesen da."

Apropos nachdenken... Mir ist aufgefallen, dass auch das Leben eine Art Strickmuster-Rapport hat. Ihr werdet nun berechtigterweise fragen, welcher soll das denn sein?
Ganz einfach.
Es besteht aus: Veränderung. Ein Zustand, an den man sich gewöhnt hat, verändert sich. z.B. in der Automobilindustrie oder bei den Missbrauchsfällen in der Kirche könnt Ihr es im grossen Stil sehen. Im kleinen persönlichen aber nicht minder wichtigen Umfeld passiert, das beim Tod , schwerer Krankheit , Unfall eines nahen Angehörigen. Oder wenn man wie ich mit einer chronischen Krankheit leben muss. Aber auch wenn man vom Arbeitgeber an einen anderen Arbeitsort versetzt wurde oder ein neues Büro beziehen muss, neue Kollegen bekommt. Oder sich gar als Einzelner in ein schon bestehendes Team einfinden muss. Es gibt zahlreiche Beispiele. Denn wie oben geschrieben, ist es der Strickmuster-Rapport des Lebens, der sich immer wieder wiederholt.
Zunächst ist es natürlich diesen Zustand erst zu betrauern und dann zu leugnen. Man will es nicht wahrhaben. Das sagt auch schon das Wörtchen muss in damit Leben müssen.

Nicht jeder kommt darüber hinaus. Der nächste Schritt ist dann die Akzeptanz.

Geschieht dieser Schritt, dann ist eine Veränderung, Neuorientierung und weitere positive Entwicklung möglich. Und diesem Strickmusterrapport folgt unser ganzes Leben. So kompliziert ist es also gar nicht. Es kommt drauf an, was wir draus machen. Was wir aus uns machen. Wie wir in die Welt hinausgehen und wirken. Denn das bekommen wir dann auch (Spiegelneuronen sei Dank) zurück. Man kann es auch Karma oder Aura nennen. Denn was Ihr tut und wie Ihr handelt, zieht auch Menschen an, die ebenso wirken und handeln. So kann dies positiv als auch negativ wirken. Einfaches Ursache und Wirkungsprinzip.

Im Prinzip ist das genau die Osterbotschaft. Erst kommt die Veränderung, die negativen Erfahrungen, das Leid, dann die Auferstehung und die Neugeburt. Phönix aus der Asche ist ein ähnliches Bild. Ihr seht also: nie war es aktueller denn je.

Apropos Stress...
Der Steuerbescheid war diesmal schnell da. Dafür war ein Fehler drin. Und ich hab Widerspruch eingelegt. Die haben da was durcheinandergebracht. Ein Missverständnis. Hätte sich auch vorher klären lassen, wenn mich jemand gefragt hätte. Das hat man sich gespart. Nun muss ich ihnen mit dem Widerspruch noch mehr Arbeit machen, die sie sich sicher stressbedingt sparen wollten. So kann der Schuss auch nach hinten losgehen. Scheint sypmptomatisch für die digitale Gesellschaft zu sein.

Nun doktorn wir wieder wie in der Medizin halt auch nur an den Symptomen herum, anstatt die Ursache zu suchen und dort das Problem zu beheben. Das ist kurzsichtig gedacht. Denn langfristig macht uns das so mehr Arbeit in weniger Zeit und führt wiederum zu mehr Stress. Ein Teufelskreis. Es zieht sich so durch. Eine Rekursion, bei der jemand die Abbruchbedingung vergessen hat. Sie führt letztendlich zum Systemabsturz. Arbeiten wir daran, dass es nicht soweit kommt!

Ich les grad ein spannendes Buch zur Kommunikation. Ich hatte mich neulich in Nürnberg in eine Fachbuchhandlung verirrt. Ich glaub, das war kein Verirren. Das war Fügung. Sonst hätt ich dieses Buch nie gefunden. Bzw. es mich. Es ist von Volker Mauck : Die Brain-to-Brain-Connection. Und es geht um den Zusammenhang des physiologischen Zustands und dysfunkionaler und funktionaler Kommunikation. Er baut auf die Polyvagaltheorie von Stephen Porges auf! Funktionale, heilsame Kommunikation kann nur erfolgen, wenn beide Kommunikationspartner in der Parasympathikusdominanz sind. D.h. er ist entspannt und fühlt sich im Moment, in seinem Körper und in der Situation und mit dem anderen wohl. Sind sie in der Sympathikusdomimanz ist die Unterhaltung von Stress (Flucht, Kampf) geprauml;gt. Denn dann fühlen sich beide weder in ihrem Körper noch in der Situation und mit dem Gesprächspartner wohl Ist ein Gesprächspartner in der Parasympathikusdominanz und der andere nicht, dann kann er aber durch Sicherheitssignale den Zustand des anderen auch in die Parasympathikusdominanz bringen.

Leider klammert er hier den Erstarrungsmodus (unkontrollierten Parasympathikus) aus. Den streift er nur. Und ich glaube, in diesem Modus befinden sich chronisch Kranke, deren autonomes Nervensystem dauerübererregt ist. Sie kommen da nicht raus. Also nicht innerhalb einer Kommunikation. Vielleicht in Jahren, wenn sie Meditation, Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen machen. Und deshalb gibt es mit uns soviele Missverständnisse, weil wir selbst durch unseren Parasympathikuszustand zum Missverständnis werden und dieses verursachen. Bitte habt Geduld mit uns! Und beachtet dies in Eurer Kommunikation mit uns!

 
Die Glaa aus ERH - Lebensfreude Sandra Jaeger 2019
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