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Sulcus Ulnaris Syndrom
Sammy, das Krankenhausfluchttier
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11.08. bis 17.08. Bei uns is wos los!

Samstag: Gestern war ich noch im Städtle. War ja kühler. Endlich kammer mol widder naus zum Loch.

Auf der Aischwiese an der Aischbrücke ist ein Zeltlager. Seltsam und dunkel gewandete Gestalten huschen durch den Engelgarten und das Städtchen. Diesmal sins die Besucher vom Mittelalterfestival. Die Wiesn werd des Joahr goar ned kalt. Letzte Woch war ja des Kulturfeuerwerk und a Bühna, Bierbänk und der Klowagen drauf gstandn.

Am Marktplatz bei am Gschäft hänga zwei Suchplakate. Einer sucht sei Katz. Und der ander sei Brilln. Auch in gebrochenem Zustand. Die Brilln. Kummd a gebrochene Brillen a zum Gibsen ins Kreiskrankenhaus?

Heute kam eine Katze zum Streicheln und wir haben gegenseitige Vagusnervstimulation betrieben.
Dann habi im Städtla Mohnzöpfli und a Salzstanga ghuld und bin danach nein Engelgarten. Zum Schaukeln und Trampolinhupfen.

Vom Trampolin aus seh ich im Gebüsch was rots steh. Ich muss dann gucken, was des is. Sins zwei rote Behälter, auf dena Erdgas steht. Entweder hat's aaner vergessen oder entsorgt. Was maxd etz? Telefon habi kans dabei ghabt. Also bini in die Bäckerei und hab die Verkäuferin bedn bei der Polizei ozurufn. Hadsi dann a gmacht. Ned dass nu wos explodiert. Des Mittelalterfestival im Schloss is ja ned weit davo wech. Is ja des Altenheim, a Seniorentruppenübungsplatz (Seniorenparcours), Sunnaliegn und a Kinnerspielplatz und as Krankenhaus a glei danebn. Des is ja a ned grod as gsündeste...

Was mich wundert... neber mir war a Fraa mit am Hund und die is vill näher o dem Gebüsch vorbeikumma wie ich. Dass die des ned gseng hat... Mir fällt scho immer alles auf... Ich muss ned unbedingt immer bei ich sehe, was, was du ned siggsd gwinna. Ich hab doch goar ned midgmachd...

Mei Mama sachd ja immer: "Mit dir fällt mer überall auf."
Ich mach des doch nicht mit Absicht. Des is mei Karma. Oder mei Aura. Oder mei Aua. Obwohl des habi scho immer ghabt. A scho davor.

Sonntag: Mich treibt grad eine Frage um..
Wie Ihr wisst, bin ich ein Querdenker und stelle gerne Dinge in Frage. Dabei macht man sich übrigens meistens nicht besonders beliebt. Nur weil man etwas schon immer auf eine bestimmte Art und Weise gemacht hat , heißt das ja nicht, dass es gut ist, geschweige denn, dass es anders nicht noch besser ginge.

Wieso geht man bei Krankheiten immer von der Top-Down - Methode aus?
Also man geht vom Kranken und der Krankheit aus und versucht mit Trial und Error (Forschung) herauszufinden, was helfen kann ...
Warum geht man nicht von denen, die von der Krankheit geheilt wurden aus und schaut sich deren Heilungsverlauf an?

Wenn ich zwei Software-Programme habe, die ähnliches tun sollen, eins davon tut aber nicht dasselbe, wie das andere, dann vergleiche ich die doch auch, um so dem Denkfehler auf die Spur zu kommen. Beyond-Compare und anderer Tools sei dank, kommt man so auch oft zur Lösung.

In der Medizin fallen aber die Gesundeten aus den Studien raus. Studien sind immer nur über die Kranken. Warum? Mir ist das aufgefallen, weil ich grad das Buch: "Scrum - The Art of doing twice the work in half the time" lese.

Scrum ist ein Projektmanagementkonzept, das auf Agilität und Flexibilität statt auf sture und starre Planung setzt. Denn in vielen Grossprojekten (auch IT, aber auch in allen anderen Bereichen (Bauprojekte)) ist ja jahrzehntelang viel Zeit und Geld mit Planerei verschwendet worden und am Ende wurden die Projekte wegen Erfolglosigkeit oder weil sie nicht mehr finanzierbar waren, eingestellt. Der BER ist ja auch so ein Projekt. Aber auch der Start von Toll-Colllect , die Software der Bundesagentur für Arbeit, die damals eingestampft wurde, nachdem die Kosten aus dem Ruder liefen.

Nebenbei: Scrum kann man sicher auch hervorragend für Projekte in der Medizin einsetzen. Und tut es sicherlich auch.

Dabei sind die Methoden nicht neu. Die Scrum-Menschen haben sich nur die Methoden in Firmen, in denen Projekte funktionieren angeschaut und mit denen von Firmen, deren Methoden nicht funktionieren verglichen. Das, was sie herausgefunden haben, haben sie dann zusammengeschrieben und Scrum getauft.

Bei Krankheiten müßte man doch genauso vorgehen. Aber das ist leider im Gesundheitssystem so nicht vorgesehen. Weil nur die Krankheiten abrechenbar und wirtschaftlich sind. Die CRPS-Studien und Dystoniestudien, die mir untergekommen sind, wurden auch nur auf der Basis von Kranken und nicht von Geheilten gemacht. Aber es gibt sie! Es gibt die Leute, bei denen die Krankheit irgendwann "ausbrennt". Wo nach Jahren der Verschlechterung auf einmal eine Besserung eintritt.

Da liegt doch noch jede Menge ungenutztes Potential! Warum nutzt man das nicht? Jetzt kommt mir bitte nicht, mit: Das haben wir schon immer so gemacht!
Und wenn, dann wird's ja höchste Zeit, das mal zu ändern!
Selbsthilfegruppen basieren ja schon auf diesem Konzept. Man lernt von der Praxis und von andern Praktikern. Und nicht nur von den Theoretikern. Die Theorie ist nämlich in der Praxis ganz anders.

Wenn alle CRPSler wie ich gestrickt sind, dann bin ich heilfroh, wenn ich dem Gesundheitssysstem endlich entfliehen kann und selber eine Lösung für das Problem gefunden haben. Ich würde dann kein Fass aufmachen. Ich bin ohnehin nicht der Typ von Mensch, dem andere zuhören. Weil ich einer von den Stillen und Ehrlichen bin. Keiner von den Guten.
Auch wenn ich es immer gut meine, kommt oft genug genau das Gegenteil bei meinem Gegenüber an.

Die "Norm" denkt in Schubladen. Ich lasse mich nicht in Schubladen stecken. In Schubladen findet man nur das, was man dort hineingetan hat. Neue Ideen, Ansätze lassen sich dort sicher nicht finden. Auf der einen Seite werden wir in der Schule und Arbeit durchnormiert, sollen aber der Wirtschaft neue Ideen und Innovationen bringen. Des bassd ned zamm!

Deshalb suche ich hiermit Menschen, die das CRPS überwunden haben. Schreibt (mailt) mir bitte Eure Geschichte! Wie waren die Umstände? Was und wer hat Euch begleitet? Jede Kleinigkeit , auch die, die Euch unwichtig erscheinen, können eine grosse Rolle spielen! Ich bin gut in Mustererkennung. Ich möchte Eure Geschichten analysieren und die Muster, die ich finde, zusammenschreiben (ähnlich wie es die Begründer von Scrum gemacht haben), und das Wissen anderen zur Verfügung stellen, damit auch sie davon profitieren und wieder gesund werden können.
Natürlich nicht ganz uneigennützig ;-) Ich bin ja selber betroffen.

DAS!!! gehört zu meiner Schmerztherapie. Leider gibt es viele Krankheiten, die so selten sind, dass sich Forschung wirtschaftlich nicht rentiert. Und wo kein Markt ist, da wird auch nicht geforscht. Da bleibt nur den Betroffenen die Sache selber in die Hand zu nehmen. Und das versuch ich hiermit. Keine Ahnung, ob ich damit weit komme. Aber wenn ich es nicht versuche, werde ich es auch nicht herausfinden.

Ich suche nach einer Lösung und nicht nach einem Schuldigen. Und ich suche nach Menschen, Ärzen, Wissenschaftler, Forscher, die mich auf dieser Suche begleiten. Nennt mich Indiana Jones. Auf der Suche nach dem Heiligen CRPS-Gral. Kommt mit auf das Abenteuer!
Don Tillmann hat sein Rosie-Projekt. Ich mein CRPS-Projekt!

Für andere Krankheiten wäre der bottom-up Ansatz sicher auch von Vorteil. Denn der Körper heilt sich ja selber , wenn ihm günstige Umstände zur Verfügung stehen. Und wenn etwas nicht mehr funktioniert, dann entwickelt er ganz von selbst Workaroundlösungen (Umgehungslösungen). Wir haben da schon ein Wunderwerk und sind uns dessen so wenig bewußt! Wahnsinn!

Da widmen Menschen dem Smartphone soviel Zeit und vernachlässigen dermassen das eigentliche Meisterwerk der Technik und Präzision unseres Körpers.
Schade! Aber die Einstellung könnt Ihr ja jetzt ändern! :)

Montag: Des blaue Wunder kummd.
Heut is a anderer Busfahrer, aber a a netter.

Die Tür is scho zu, da kommt eine schwerbepackte Frau angerannt.
Sie atemlos:"Ich fahr nach Nürnberg."
Unser Busfahrer:"Da freu ich mich."

Mein Busnachbar hat heute das erste mal wieder eine Jacke an.
Ich:"Oh! Scho Herbst?"
Er:"Bei 10 Grad muss man sich das schon überlegen."

5 Asylwildenten stehen bei Buch auf dem Feld.
Am Bucher Berg stehen auf einer Weide 2 Pferde und frühstücken.

Der "Kapuziner" fährt auch wieder mit.
Mein Busnachbar unkt:"Der hat ne Klappsense im Rucksack."
Er ist schwarz gekleidet. Die Hose ist zu kurz. Dreiviertel oder Hochwasser... Das stört ein bisschen das seriöse Bild.

Manchmal sind meine Gedanken wie Vögel. Dann fliegen sie davon und verschwinden aus dem Blickfeld.

Eine Katze sitzt hinter Hannberg neben dem Feld und hält nach Mäusen Ausschau.

Im Zug belegt ein Kontrabass zwei Sitzplätze. Er kann sitzen bleiben. Wir finden einen leeren 4-er.

Vor Unterfahrnbach sitzen Vögel auf der Stromleitung. Die stehen auf der Leitung. Manche Menschen machen das ja auch.

Lustig. Kurz vor Nürnberg schlüpft ein Mann in seine Regenjacke. Der Schlüpfer (Mann, der hineinschlüpft) verheddert sich dabei. Den linken Arm erwischt er noch. Den rechten findet er nicht, weil er sich mit dem linken am Klettverschluss verklettet hat. Jetzt sieht es aus wie eine Zwangsjacke. Ah! Etz hadders!

In der U-Bahn hat eine Frau ihre Strickjacke verknöpfelt. Etz hängt sie an einer Seite weiter runter. Die is tiefer glechd.

Komisch... hamm sich heut die Jacken gegen ihre Besitzer verschworen?!?

Und an Comic gibt's heit amol widder! Viell Spass!

Dienstag: Am Schillerplatz steht an der Haltestelle gegenüber ein Mann mit Mütze und dicker Jacke. Gewandet wie im tiefsten Winter. Dem is wohl etz scho kalt. Was macht der denn im Winter?

Der Kapuziner is a widder da. Die Kapuze setzt er erst im Bus auf. Er trägt Brille. Jetzt macht er die Augen zu, um zu schlafen.
Mein Busnachbar:"Die Brille könnt er auch runtertun. Nutzt sich bloss ab."

Die Aisch liegt dampfend im Nebel...
In Niederlindach führt einer ein Pferd Gassi. Des is wohl zu schad zum Reiten.

Man merkt, dass es Richtung Herbst geht. Im Bus wird wieder vermehrt gehustet. Das reinste Hustkonzert.

Apropos Herbst. Vor uns fährt ein Laster mit offener Ladefläche. Auf dem Nummernschild steht LAU - B
Das finde ich lustig :).

Am Bahnsteig zündet sich mein Busnachbar im Raucherquadranten eine Zigarette in 2.ter Reihe an. Vorn raucht schon einer eine e-zigarette.
Ich stelle daraufhin fest:"Du rauchst noch analog."
Er schmunzelt.

Ein Pärchen mit Riesenrucksäcken kommt die Bahnsteigtreppe hoch.
Ich zu meim Busnachbarn:"Des is Meterware."
Im Geiste seh ich den Mann mit dem Rucksack umfallen und dann wie eine Schildkröte auf dem Rücken liegend mit den Beinchen strampeln.

Im Zug haben wir einen 4-er. Die Frau im Sitz neben mir, bückt sich, um ihre Schuhe zuzubinden. Ich kann tief blicken. Hinten! Das will ich gar nicht. Sie ist sehr groß und hat sehr lange Beine. Wahrscheinlich hat der Stofff dann oben nimmer glangt.

Seit es modern ist tiefsitzende Hosen zu tragen, kann man Unterhosen auch bei Tageslicht in der Fussgängerzone sehen. Ned, dass des braucht hätt.

Die Zwangsjacke von gestern is a widder dabei. Er hat sie um seine Beine geschlungen, wie einen Schlafsack. Ich würd mich ja beim Aufstehen damit derenna.

"Frisch gedacht..." steht auf einem Plakat in Fürth. Dann is des Gegenteil davon wohl, altes Wissen neu aufgewärmt.

Die Zwangsjacke ist unfallfrei aufgestanden. Sie macht sich schon kurz hinter Fürth für den Absprung in Nürnberg bereit. Vielleicht isses gar ka Jacke. Vielleicht is a Fallschirm. Hoffentlich gibt's beim Absprung ka Schleuderdrama.

Rothenburger Strasse. Klick. Ansage:"Sehr geehrte Fahrgäste." piepst ein weibliches Stimmchen. Klick. Und das war's dann. Die Ansagen im Zug wern a immer seltsamer...

Am Bahnsteig vor der Treppe zum Mittelausgang tropft es wie in einer Tropfsteinhöhle. Komisch. Sovill hat's doch gestern goar ned gregnd. Da hammer ja Glück ghabt, sunsd wär mer etz dersuffn.

Wortfetzen an der Straßenbahnhaltestelle: "Zwecks Behandlung ...."
Da wird mir schlagartig klar: ich möchte lieber handeln als behandelt werden...

Bürogschmarri...
Kollege:"Alles ist agil. Alles ist im Fluss. Das hat schon Euklid gesagt."
Ich:"Man sollte bloss ned im Fluss dersaufen..."

Irgendjemand nennt mich bei uns im Büro: das beste Pferd im Stall, weil ich derzeit der einzige Entwickler bei uns im Büro bin, der da ist.
Vor meinem geistigen Auge sehe ich einen abgemagerten, alten und kranken dreibeinigen Gaul.
Und wenn man dann der einzige Gaul is, is des fei a ka Kunststück.
Ich glaub des war a Scherz....

Heimwärts im 30iger Bus seh ich auf der Anzeige folgenden Text:"In der S-Bahn rservieren pro Zug nur 40 Menschen Sitzplätze"
Wie?!? In der S-Bahn kann man Sitzplätze reservieren?!?

Lustig. Gestern lag in der Kerschensteiner Straße ein Kirschkern also ein Kerschenstein... ;-)

Und an Comic gibt's heit a nu! Bevor der Summer goar rum is ... Sunsd kannin eigrabm, wie den Gaul...

Mittwoch: Der Bus is heut früh an der Haltestelle Bechhofener Weg scho angfahren. Da kommt noch ein Mann mit riesigen Kopfhörern angerannt. Unser Busfahrer is so nett und hält extra nochmal.
Mei Busnachbar:"Der hat hat den Wecker nicht gehört wegen den Kopfhörern."

Am Erlanger Bahnhof hängt ein Plakat der Frankfurter Messe: "Auf nach Frankfurt. Die Welt wartet schon."
Lass sie warten. Was soll ich denn in Frankfurt?

In Fürth hängt ein Plakat mit dem Spruch:"Wo Wein und Honig fließen."
Do babbds.

Ein zweites Plakat wirbt für eine Pferdeshow. Auf dem Bild ist ein Schimmel und eine Frau mit langer Mähne. Die könna vor lauter Fransen alla zwaa bal nimmer aus die Augn schaua. Die hamm wohl denselben Friseur.

An der Fürther Stadtgrenze sieht man vom Zug aus die U-Bahn. Do kannst a Grenzerfahrung machen. Grenzen er"fahren". Die ist dort eine O-Bahn.

Die Anschlusslitanei ertönt heut in tiefstem Sächsisch. Wir erfahren, dass der Zug endet.

Am Zugausstieg hängen Flyer:"Bayern hat über 200 Seen. Alex entdeckt sie alle."
Alex muss ganz schö dreckig sei...

Vor der U-Bahn wartet ein Mann mit grossen Kopfhörern. Ein Haar auf seinem lichten Kopf steht dazu in die Höhe. Sieht aus wie die Radioempfangsantenne. Der hat wohl da unten an guten Empfang...

Die Frau in der U3 mir gegenüber stiert vor sich hin. In Nürnberg is des ka Problem, aber bei uns auf dem Land kann das mit den Stieren schon mal ins Auge gehen...

Heut is der unentschlossene Feiertag. In Erlang (do is ka Feiertag. Die sin evangelisch) geht's zu. Mir sin hamwärtsi bal ned nauskumma. Dafür is in Höchstadt (do is Feiertag. Mir sin katholisch) der Hund gfreggd.

Mei Mama fragt mei Schwester:"Is heut ka Post kumma?"
Mei Schwester:"Naa. Woar nix drin."
Ich:"Heut kummd doch bei uns ka Post. Is doch Feierdooch!"

Ich wünsch Euch an scheena unentschossena Feierdoooch! Servusla!

Donnerstag: An der Haltestell is widder mei Haltestellenbekanntschaft.
Sie:"Du bist ja mutig.Ohne Jacke!"
Ich:"Die habi gestern auf Ärbert vergessen."
Sie lacht.

Sie:"Neulich hat mi mei Freund mit'm Auto abgholt, damit ich mal widder alle Jacken von der Arbeit mit heim nehmen kann."
Ich ungläubig:"Du hast sovill Jacken, dass du sie mit'm Auto abholen musst?"

Unser Bus kommt. Der Fahrer ist gut drauf.
Mei Bekannte:"1 x Erlangen."
Er:"Was?!? Su weit? 6000 Euro."
Etz lachen sie alla zwaa.

Am Schillerplatz steht wieder die Frostbeule im Winteroutfit.

Ein Einsteiger braucht a Monatskarten. Des dauert. Des geht ned so schnell. Der 205er überholt uns.

Deshalb simmer am Bechhofener Weg a a weng später dran.
Mei Busnachbar:"Wo is'n der Kopfhörer?"
Ich:"Vielleicht isser mit'm 205er gfahrn."
Er:"War er diesmal zu zeitig dran."

Der Himmel sieht schön aus. Wie ausgeflockte Buttermilch mit blauen und roten Milchsäurebakterien.
Der Nebel liegt wie eine weisse Fleecedecke auf den Feldern.

Auf der A3 fährt das BIM-Putztuch an uns vorbei. Ui das reimt sich ja ;-)

Vor Klebheim liegt die Entenschaar noch im Schilfbett.
Der Wald liegt dunkel und still. Bis mir durchgerumpelt kumma...
Vagusnervmassage... Nie war sie so wertvoll wie heute.

"Nächste Haltestelle Klebheim."
Willkommen bei den Pappenheimern.

Wir werden von einem überholenden Cabrio angehupt. Die letzten zwei Tage hatten wir scho 2 Beinaheunfälle. Die fahren allaweil an Stiefel zamm, die Leut. Warum heisst des eigentlich "Stiefel"? Die fahrn doch Auto und kann Stiefel... Des wär dann ja a Rollschuh... Die hätten a kann Stiefel zammgfahrn sondern unsern Bus.

Erst hamms sie's total eilig und dann fahrn sie numal extra Retour bloss um unsern Fahrer wüst zu beschimpfen.
Der hat sie aber neulich ned aus der Ruh bringa lassen und gsachd:"Etz fahr hald zu!"

In Dechsendorf freut sich ein Landwirt auf einem Plakat über "jedes Knöllchen"

An der Haltestelle langer Johann in Erlangen steht wieder der Lockenhippie vom letzten mal. Der ausgschaut hat wie der vo dem Baumumarmungsplakat. Heut fährt er aber ned mit. An der Haltestelle is a a neus Plakat:"Love is all around". Da bassd er a dazu. Gibt's scho widder a 70iger Jahre Revival?

Am Busbahnhof sind Einfahrtsverbotschilder. Drunter ist ein kleineres Schld mit einem Bus. Auf dem steht das Wort "frei". Seufz. Frei hätt ich heut gerne auch.

Am Bahnsteig ruft jemand meinen Namen. Ich reagier erst beim 2.ten mal. Ich brauch immer a weng länger. Da steht ein grosser Mann vor mir und fragt mich:"Kennst Du mich noch?"
Ich hab's ned so mit Gsichter und sag:"Ja, aber ich weiss ned, wo ich Dich hinstecken soll..."
Er war beim Comiczeichenkurs dabei. Ah! Er will wissen, was ich so mache. Und ich erzähl ihm von der Comicausstellung und dass ich jetzt auch Comics für die Zeitung mache. Er freut sich.
Ich:"Hattest Du nicht einen Bart?"
Er:"Nein. Das war der Lehrer."
Der Lehrer hatte einen Bart?!?
Er guckt sich meine Comics immer auf toonsup an. Aha. Der ist das! ;-)
Als der Zug kommt, verabschieden wir uns. Smalltalk ist ganz schön anstrengend.

In Fürth stehen wir wieder vor dem Pferdeshowplakat.
Ich zu meim Busnachbarn:"Guck amol! Man trägt wieder Pony!"
Dabei sehe ich Pippi Langstrumpf vor mir , die ihren kleinen Onkel (das war ihr Pferd) mit den Armen in die Höhe stemmt. Des is schee doppeldeutig. Das gefällt mir. Da muss ich noch einen Comic zeichnen.

Auf der U2 kommt es zu Verzögerungen aufgrund der Auslösung einer Sicherheitseinrichtung. Ich überlege, was das wohl zu bedeuten hat.... Was ist denn eine Sicherheitseinrichtung?

Auch lustig. Die Frau von der Ansage in der U3 verkündet die nächste Haltestelle bevor man sie auf dem Haltestellenmonitor sieht.
Frauen waren halt der Technik schon immer einen Schritt voraus.

Mei Chef gestern lachend:"Jeder kann parallel arbeiten und mehrere Dinge gleichzeitig machen."
Ich:"Ich ned. Do musst Dir dann an andern Entwickler suchn."
Do is ihm dann as Lachen verganga.

Heimwärts erfahren wir vom VAG-Monitor , dass die Wildenten in Nürnberg nach Protesten jetzt doch nicht abgeschossen werden sollen. Sie bekommen jetzt 4 Ruhezonen am See.
Dafür wolln's etz die Wölf abschiessen. Bin gspannt wer als nächstes dran is.

Beim Einsteigen in den 203er treff ich die Nachbarin. (Nein, ich hab nicht auf sie geschossen..., das war metaphorisch gemeint.)
Ich:"Und wie is des neue Landratsamt?"
Sie:"Groß. Vill zum Laafen. Aber des is ja ned unbedingt verkehrt."

An Comic habi a nu für Euch. Des is ka Schreibfehler. Wenn ich Stiel sag, dann is bei mir do ka "e" drin!
Vill Spass!

Freitag: Gestern kam auf 3 Sat : Der Körper als Arzt.
Da geht's um Selbstheilung, Psychoneuroimmunologie. Total interessant! Guckt's Euch an!

Heut früh kommt widder des blaue Wunder. Des is der Bus mit die ganz weichen blaue Sitz, wo mer drin versinkt.
Mei Haltestellenbekanntschaft:"Des is der mit die diefen Sitz. Do versinki drin. Do kanni ball ned zum Fenster nausschaua."
Ich:"Do brauchst an Kindersitz."
Sie lacht.

Ich:"Du, sag doch mal wennsd eisteigsd 2 x Erlangen. Ich möcherd wissen wa dann bassierd."
Etz lacht sie numol.

Über der Aisch liegt eine weisse Nebelfleecedecke. Am Himmel verläuft ein roter Fleecestreifen. Des is wohl ein sogenannter Farbverlauf. Vielleicht hat sich die Farb verloffen...

Vor Klebheim im Wald lehnt ein Fahrrad an einem Baum. Des is fei ganz schee anlehnungsbedürftig.

Vor Hannberg frühstücken zwei Pferde auf der Koppel. Der Wallach is a scho wach...

Über der Autobahn bei Dechsendorf seh ich den berühmten silbernen Streifen am Horizont. Des muss er sei!

Ein Handy im Bus plärrt:"herzlichen Glückwunsch Benutzer. Sie haben einen Preis gewonnen!"
Allgemeines Gemurmel im Bus ist die Folge. Des Gschrei hat sie alla aufgweckt. Die Stimme verstummt daraufhin und das Gemurmel auch.

"Haltestelle Weisendorfer Strasse..!"
Wenn man in Wiesendorf wohnt, wird man dann auch automatisch weise?

Und sind in Frankfurt die Franken ford...?

Ein Plakat vorm langen Johann verkündet:"Wir müssen ja nicht gleich heiraten."
Des wär ja a nu schenner!

Wenn es Stand-Up Comedy gibt, gibt es dann auch Write-Down Kabarett?

Im Zug isses heut recht leer.
Mein Busnachbar:"Wo sin denn die andern alle?"
Da kommt noch ein Mann die Treppe hochgespurtet.
Mein Busnachbar:"Da isser ja! Etz kann's losgehn."

Mein Kollege will mir erzählen wie man den Nachnamen eines Kollegen ausspricht.
Ich:"Des is mir wurschd. Ich sag einfach Du."

In der U-Bahn trägt eine Frau ein Haarband über den Ohren. Ob des a Anti-Segelohr-Haarband is? Oder religiöse Gründe hat? Vielleicht is a neue Variante vo Gehörschutz. A Alternative zu Kopfhöhrer.

Komisch... Is Euch scho aufgfalln, dass manche Leut konsequent inkonsequent sin?

Und mit dem Comic von der Steilvorlage aus dem toonsup-Forum wünsch ich Euch ein schönes Wochenende!

 
Die Glaa - Der Unterschied Sandra Jaeger 2017
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18.08. bis 24.08. Abenteuer erfahren

Montag: Heut wird a neuer Busfahrer eigfahrn. Erst fährt er mit Schwung an unserer Haltebucht vorbei. Und mir derfn hielaafen. Dann verfährt er si o der Ausfahrt und muss widder zurückpiepsen. Naja, hauptsach es geht irgendwie voran. Die Richtung is ja wurschd.

Es is des blaue Wunder. Des bassd ja. Des erlebm mer heid a. 3 Leut muss er kassiern. Die Kassa is scheins ned intuitiv bedienbar. Es dauert. Er braucht Schützenhilfe vo seim Kollegen. Is ja immer asu. Wenn mer was des erste mal macht, dauert's immer a weng länger. Ma lernt ja nu.

Lustig. Wie mer am Polizeikreisel an dem Haus vorbeifahren, geht oben im ersten Stock bei der Arztpraxis des Licht o. Extra für uns! Des wär doch ned nödich gwesen.

Der 205er, der nach uns gfahrn is, is scho weit vor uns.
Mei Busnachbar steigt ein und brummt:"Schön dass er heute noch kommt."
Dann guckt er kritisch auf seine Uhr, weil es schon so spät ist und brummt weiter:"Nehm ich heut die S-Bahn."
Das ist der Zug nach dem RE, den wir sonst nehmen.

Vor Buch auf dem Feld beim Wald stehen 4 Rehe in einer Linie im gleichen Abstand zueinander.
Ich:"Guck mal die stehen alle im gleichen Abstand voneinander."
Mein Busnachbar:"Ordnung muss sein!"

Dechsendorf. Vor uns fährt ein Baustellen-WC. Glo to go. Ich muss schmunzeln.

Des könnerd heut knapp wern. Wu isn die Verspätung vom Zug, wenn mer aana braucht?

4 Minuten vor Abfahrt vom RE kommen wir an.
Ich:"Siggsdes! Etz hads doch nu glangd."
Mein Busnachbar:"Aber gerade so."

Vor Fürth im Zug kommt heute eine ruhige und dialektfreie Ansage. Direkt medidativ. Des wär doch a Marktlücken: Meditative Zugansagen auf CD, DVD, mp3 mit dem Slogan:"Die Bahn. Die Entspannung kommt."

In Fürth neben dem Bahnhof gleich hinter dem Zaun ist ein kleineres Gebäude mit Markise. Die Markise liegt vorne am Zaun auf. Sie lümmelt also auf dem Zaun herum... So ein Lümmel! ;-)

Bürogschmarri...

Mein Kollege:"Kannst ja heut nachmittag nochmal über des Problem nachdenken."
Ich:"Daheim mach ich was schönes."

Auf der Heimfahrt stehen neben der Autobahn 9 Störche. Die wollen genau wie die Autofahrer in den Süden.
Ich will bloss hamm.

Sodala.. heut gibt's widder amol an Comic.
Vill Spass!

Donnerstag: Mei Haltestellenbekanntschaft heut früh:"Gestern is der Bus recht spät kumma. Des war a junger Fahrer. Der is gfahrn wie a gsengte Sau. Der hat dem Aisch-Express alle Ehre gmacht."

Wunderbar! Heut fährt widder des blaue Wunder! Wunder gibt es immer wieder ...

Beim folgenden Telefonat im Zug muss ich schmunzeln...
Mann:"Ich bin im 2.ten Waggon von vorne.... Nein! Es gibt keinen vorderen und hinteren Zugteil .... Der Zug hat mehr als 2 Waggons.... Doch! ... Wie dem auch sei, ich bin im 2.ten Waggon!"

Ich find's lustig, dass er mit jemandem ausserhalb des Zuges drüber diskutieren mss, in welchem Waggon er sitzt.

Ich war die letzten 2 Tage krank.
Mein Kollege auf Arbeit:"Und geht's besser?"
Ich:"Ich arbeite dran."

Lebensweisheiten: Wenn man in keine Schublade passt, dann muss mer hald a neue aufmachen.

Heimwärts im Bus. Vor uns fährt ein Auto. Auf dem steht "Vorndran" hinten drauf.

Sodala noch ein Hitzecomic. Vill Spass!

 
Die Glaa - Gscheid oder goar ned Sandra Jaeger 2017
Die Glaa - Loesungsstrategien Sandra Jaeger 2017
25.08. bis 31.08. Poetenfest und Altstadtfest

Sonntag: Gestern war mer zu zweit auf dem Poetenfest in Erlangen. Es hat geregnet. Alex Capus hat aus seinem neuen Buch gelesen. Eine Frau und ein Mann bleiben auf einem Pass im Schnee stecken. Am Ende kommt der Schneepflug. Bis dahin vertreiben sie sich die Zeit mit Geschichten und einer Diskussion über den richtigen Gebrauch von Scheibenwischern. Die hat er vorgelesen.

Bei dem Regen gestern, passte das mit den Wischern ganz gut. Die bereitgestellten Bierbänke und Plastikstühle wurden mit Fensterputzutensilien auch immer wieder trocken gewischt. Das waren auch die Wischer. Allerdings auf zwei Beinen.

Lustig war die Völkerwanderung, die nach dem Ende der Lesung ausbrach. Wo wollen's denn alle hin? Neugierig sind wir hinterher. Wie die Jünger folgten sie dem Autor zum Nebenpodium, wo er ein Interview gab.

Seine Frau macht beruflich irgendwas kriminologisches. Jedenfalls kann er keinen Tatort ohne ihre Einwände im Fernsehen angucken.
Sie:"Das gibt es gar nicht, dass der Kommissar ganz allein in die Lagerhalle mit den Verbrechern geht. Da kommt immer ein Spezialeinsatzkommando."
Er:"Halt die Klappe."

Autoren sind also auch bloss Menschen.

Die längste Schlange war am Kaffeestand. Das Publikum eher gesetzteren Alters. Wir haben den Altersdurchschnitt erheblich gesenkt.

In und um die Orangerie gab es eine Diskussion um neue Männer- und Frauenbilder. Die war etwas seltsam. Aber ich kann ja mit Geschlechterrollen eh nix anfangen. Wozu braucht's die denn überhaupt?

Früher hatten ja die Arbeitgeber bei jungen Frauen immer Angst, dass sie bald Kinder bekommen. Da jetzt die Männer in Elternzeit gehen, nützt es ihnen auch nix mehr, wenn sie lieber Männer als Frauen einstellen. Da herrscht also etz Chancengleichheit. Da hat der AG halt Pech.

Wir haben Autorenhopping gemacht und uns immer ein bisschen was angehört und Leute geguckt.

Eine Podiumsdiskussion mit Frau Bilkau haben wir uns ebenfalls angehört. Da hätt ich fast Autorin und Moderatorin miteinander verwechselt. Weil die Moderatorin so gut war.

Dem Güthlein Bratwurschdduft konnt ich nicht widerstehen. 2 Fränkische mit Senf. Der Senf hat sich gewehrt. Da musste mir meine Begleitung helfen, weil ich keine Kraft mehr in den Händen habe, um den Senfdrücker zu betätigen. So wirkt sich ein Schmerzsyndrom auf die Nahrungsaufnahme aus.

Es ist viel los überall! Heut ist auch noch der letzte Tag vom Altstadtfest in Höchstadt. Da gibt's viel zu Essen und zu Trinken, Musik, einen Kinderflohmarkt, Handwerkermarkt und das Ritter von Spix-Museum und das Heimatmuseum haben auch offen.

Der Comic is heut passend zum Poetenfest ein Schildgedicht.
Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Donnerstag: Seit gestern brenna bei uns am hellichten Dooch die Strassenlaterna in Höchstadt. Vielleicht welln's die Nächt nu nachhulln wu's ganz finster woar....

Bin noch ziemlich fertig von den letzten zwei Wochen.
Heut gibt's trotzdem mal wieder einen Comic.
Viel Spass!

Freitag: Mittwoch bini mit am ICE vo Erlang aus gfahrn. Mir sin ned amol bis Fürth kumma. Mir sin scho vor Vach a halba Stund gstandn... Er hads dann aber später wieder eighulld...

50 Prozent mehr steht heut a der Haltestell. A Mo!
Der 205er kummd zuerschd.
Der Mo:"Sollte da nicht eigentlich der 203er kommen?"
Unser Antwort: "Der kummd scho nu."

Die Ansage bellt:"Höchstadt Bannhoff."
Heissen soll's Bahnhof. Aber den hamms eh scho lang abgrissen = verbannt. Vielleicht hofft's dass die Haltestell nu do is...

Im Zug is widder a älterer Herr mit Klicker und Klemmbrett unterwegs. Es klickert 1 x.
Mei Busnachbar:"Der hat nur einmal gezählt. Möchte gerne wissen, wer das war."

Dann sinniert er noch:"Vielleicht hat er bloss den Waggon gezählt oder nur die Leut, die er no ned kennt..."
Also ich kenn den ned.

Bürogschmarri...
Mei Kollege wie ich mich verabschied:"Was mäxdn am Wochenend?"
Ich:"Ich fahr etz erschd amol hamm."

Und mit dem Comic wünsch ich Euch a scheens Wochenend und vill Spass!

 
Die Glaa - Das Gedicht Sandra Jaeger 2017
Die Glaa - Die Klassenfahrt Sandra Jaeger 2017
Die Glaa - Das Baustellen-WC Sandra Jaeger 2017
01.09. bis 07.09. Auweh!

Sonntag: Gestern wari in der Bäckerei. Had an Zwiebelkung gebm. Der is fei fein.
Die nette Verkäuferin fasst meine Bestellung nochmal zusammen und sagt:"Des war alles? Ned dassi nu was versemmel..."
Das find ich lustig... wenn mer in der Bäckerei was versemmelt... ;-)

Baclofen habi absetzen men, weil mir davo schwindlig worn is. Erschd hinterher habi gmerkt, dass des as Trafohäusla ganz schee runtergfahrn hat. Ich konnt sogar autogenes Training machen. Etz funktioniert's nimmer, weil des Trafohäusla widder auf Hochtouren brummt. Da is nix mehr mit Entspannung! Und des Wetter dazu! Mei dud des weh! CBD-Tropfen (die bekommt mer ohne Rezept im Internet) habi gestern abend ausprobiert. Da habi ned vill gmerkt. Jede Nacht wachi bis zu 3 x auf. Durchschlafen wär scho mol widder schee... Reize nehm ich immer intensiver wahr. Am Freitag früh hat sich die Lüftung und Heizung im Bus von der Lautstärke wie ein Düsenjäger anghört. Vo Parfüms und Abgase, Benzinduft willi goar ned redn.. A ned grod as gsündeste...

Derzeit verkriech ich mich also im Bett und les. Weils do warm is und allaans Wärm gut dud. In der Bücherei habi mir den Krimi Abgeshnitten ausgeliehen. Da darf a Comiczeichnerin a Autopsie per Fernanleitung machen. A ned grod as gsündeste... Bassd grad ganz gut. Der is richtig spannend. Des Wetter in dem Krimi is genauso greislich wie bei uns. Es regnt und stürmt.

Sodala.. a Comicla zum Aufmuntern. Des brauchi allaweil.

Montag: Jaua! Des Weader dud fei ganz schee weeh!

Die Woch geht scho gut los. Der Zuuch hat 15 Minuten Verspätung. Also nehmi den Bus. Weil mit der U3-Baustell dauert's vom Bahnhof aus a die Woch nu länger....

Und do is a Bürogschmarri-Comic. Vill Spass!

Dienstag: Heut hat der Zug widder 15 Minuten Verspätung. Kaum is die Urlaubszeit vorbei, kummd er nimmer.
Widder 30ger gfahrn. Weil's so schee is.

Bürogschmarri...
Ich bin momentan total geruchsüberpfindlich (eine Nebenwirkung vom CRPS, genauso wie die Hyperakkusis, die Geräuschüberempfindlichkeit und die Berührungsempfindlichkeit, die Allodyne). Gestern habi scho von der Korridordür aus gschmeckt, dass mei Mama an Gurkensalat gmacht hat.

Ich komm vo aaner Besprechung widder. Es riecht nach Salami. Etz machen's bei uns anscheinend a Salamitaktik. Mei Kolleg had dann zugebm, dass er vorhin a Hartwurschdbrot gessen hod.

Kennt Ihr die 70iger und 80iger Fernsehserien: Bionic woman und the Sentinel?. Da kanni locker mitspieln. In echt und in Farbe.

Da bekommt das wort "Schnupperkurs" gleich a andere Bedeutung ...
Momentan kann ich Leut echt ned riechen. Ich sag bloss Parfüm. Oder wenn sich mehrere Gerüche miteinander verbrüdern. Wow!

Ich erzähl meim Kollegen vo meiner Geruchsüberempfindlichkeit.
Ich:"Wenni bloss was sinnvolls damit ofanga könnerd."
Er:"Mach halt a Umschulung zum Drogenspürhund."
Ich:"Ich hab CBD-Öl daheim. Das sind so Hanftropfen. Die sin aber legal. Und öko.
Da kann ich ja dann schon mal üben... Wuff!"
Er bellt im Vorbeigehen zurück. Mei simmer heut albern.

Heimwärts sitz ich an der Strassenbahnhaltestelle und beiss in mei Karotten.
Fragt mich einer, ob ich im Ebl (eine Biomarktkette in Nürnberg) arbeite, weil ich so naturnah ausschau und eine Karotte esse.
Ich:"Mir hamm dahamm a Karotten."

Im Bus heimwärts fährt a Oma mit ihrer Enkelin mit.
Oma:"Mir müssen bei der 2.ten Haltestelln Arcaden naus."
Enkelin:"Warum ned bei der erschden?"
Oma:"Weil mer dort scho as letzte mol falsch ausgstiegn sin."

Und G. hat sich mit ihrem Mann über mei Busgschmarri herrlich amüsiert:"Verlier bloss dein Humor ned."
Ich:"Ich verlier ja nix. Ich find's bloss nimmer...."
So kammer dann alla Dooch Ostern feiern...

Mittwoch: Heut hammer kann Autobahnbus sondern widder an normalen kurzen mit erhöhten hinteren Sitzreihen.
Mei Busnachbar:"Endlich widder a richtiger Bus. Hat mer gleich widder mehr Überblick."
Ich:"Siggsd doch eh nix. Draussen is finster."

Die letzten Wochen warn wenig Leut im Bus, da meinte mei Busnachbar scho:"Etz wern sie die Linie bald einstelln."
Seit der Wochen fahrn widder mehr mit. Azubis. Endurlauber. Die Strassen sin a widder voller. Mir braung bis Erlang widder länger.

In Dechsendorf vor der Autobahn steht ein Transporter vor uns. Auf dem steht:"Mobiler Bohr und Schweißservice"
Ich muss an Angstschweiß denken. Mobiler Schweißservice... Des hammer im Summer im 30iger Bus ohne Klima und Lüftung ghabt. Vo der Stirna hass rinna muss der Schwaas...

Ich zu meim Busnachbarn:"Ich möcherd a mol widder Zuuuch fahrn..."

Es ist neblig. Ansage:"Es fährt ein der RE nach Nürnberg."
Dann stampft ein Güterzug ein.
Ich verwirrt:"Isser des heit?"
Mei Busnachbar schmunzelt.

Ich:"Vielleicht hoddersi im Nebel verfahrn."
Dann kummd er doch nu. Der Zuuch.

Die dunklen Bäume im Nebel gucken genauso aus wie das Handgelenkstatoo des Mitfahrers gegenüber. Schaut aus, als würden wir in Watte rein fahren. Eine Frau schnarcht. In Gedanken summe ich: "Mit Ruhe und Gemütlichkeit..."

Auch in Fürth is Nebelsuppe. Des mag mei Schmerzsyndrom gar ned. Des feuchte Zeuch.

Der Comic is nu von dem Briefkastenunfall...

Grad an Imfpcomic gseng. Des hat mich dran erinnert, wie die Plakataktion mit Deutschland sucht den Impfpass war. Ich hab mei Mama mal gfrachd wo denn meiner sie könnerd. Sie hat ner dann gsucht. Gfunna hadsi bloss die Impfpässe vo unner zwaa Hünd. Die braung ner abber nimmer. Die sin scho in die ewigen Jagdgründe.

Donnerstag: Heut steigen gleich 5 Leut a meiner Haltestell ei.
Der reinste Massenandrang.
Unser Busfahrer is a ganz überrascht:"Uiuiuiuiui!"

Mei Busnachbar steigt heut erst a Haltestell später ei. Ich hab scho gedacht, der kummd heit nimmer.
Vor uns steht der 205er Bus. Der fährt kurz nach uns, aber anderschdrum. Und wenn der 203er a weng länger braucht, is der schneller an die andern Haltestelln in Höchstadt Süd.

Und da er normalerweise danach fährt, eh dasd goar nimmer nach Erlang kummsd und ewig wartsd, nimmst halt dann den 205er. Des hat mei Busnachbar mit am Schwung anderer Leut vom Bahnhof a gmachd. Etz am Bechhofener Weg steign's schnell alla um.
Ich:"Ich hab gmaand, du kummsd heid goar nimmer."
Mei Busnachbar deut auf den 205er und sagt:"Bin a Stück mit am viel schöneren Bus gfahrn."
Und etz hockt er doch widder neber mir.

A dicker Nebelstreifen hängt über die Wiesen und Felder. Nebelstreifen, Nadelstreifen, Zebrastreifen, Polizeistreifen... Was su alles umananderstreift.... Mei Gedanken ja a...

Die Autobahn is voller Rücklichter.

An der Strassenbahnhaltestell guck ich nach oben. Auf der Laterne sitzen schon 3 Tauben. Es wird eng. Eine 4.te befindet sich im Landeanflug... Etz müssen bloss nu die andern rufen: "Besetzt!"
Anscheinend hads funktioniert. Die 4.te fliegt weiter und sucht sie a andrer Lampen. Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

In der Strassenbahn sitzt mir gegenüber eine Frau, die hat keine Augebrauen (Haare) nur noch braune Balken über den Augen. Warum macht man sowas? Schön finde ich das nicht. Sieht aus wie Kunst am Bau. Oder als hätt die Strassenmeisterei an einzelna Zebrastreifen hipinseld.

Mei Kolleg woar neulich bei uns dahamm rum radeln.
Er:"Höchstadt is ja so ländlich. Des wär nix für mich. Überall sin Weiher."
Ich:"In Höchstadt sin doch ka Weiher!"
Er:"Ned in Höchstadt. Aber drum rum."

Der Mond schaut heut widder aus wie a Fingernagel. Nagelstudio. studio (Latein. dem Studium). Wer studiert denn Nägel? Höchstens bunte Reissnägel. Do habi neulich an gfundn. Sulang mer ned neisabbd. Barfüssi...

Heut früh hat mir mei Hand bei Frühstücksjoghurt an Streich gspielt. Ich hab mei Hemmerd (T-shirt) eigsäud (eingesaut). Ich hab's a weng auspuzd. Bassd ja zu meiner Ärberd. Do bini a a Ausbudzer.

Heimwärts im 30iger sitzt vor mir a Frau, die dauernd an ihr eesichen Hoar (wenigen und dünnen Haaren) rumzupft. Vielleicht macht's gern Zupfkuchen. Vo der Zupferei stehn die Hoar rechts und links schief nach oben ab. Etz schaut's vo hint aus wie a Besen. Vo vorna a.

Diese Meldung ist mir heut auf Arbeit untergekommen. Ich fand's saulustig.
Mei Kolleg meinte dazu:"Etz is jeder Zweifel ausgeschlossen."
jeder Zweifel ausgeschlossen

Gschmarri vo dahamm..

Gestern abend fragt mich mei Mama:"Heid früh woar's neblich wiesd ford bist, oder?"
Ich:"Heid früh woar's finster."

Mei Schwester fährt auf ihrm Trimmrad und macht Ergoübungen mit der Hand. Damit ihr Gstell in Schuss blebd.
Mei Schwester:"Erschd bini Fohrrod gfoahrn und dann habi nu was mit meiner Händ gmachd."
Mei Hand macht mich zur Zeit wahnsinnig (ned bloss die):"Mei Händ machd immer was mit MIR!"

 
Die Glaa - Voegel Sandra Jaeger 2018
Die Glaa - Neus Buerogschmarri Sandra Jaeger 2018
Die Glaa - Hobbala Sandra Jaeger 2018
10.09. bis 14.09. Weider geht's..

Montag: Irgendjemand hat den Karpfen am Karpfenkreisel besprüht. Sieht fei ned schee aus...
Heut gibt's nur an Comic... Vill Spass!

 
Die Glaa - Hobbala Teil 2 Sandra Jaeger 2018
15.09. bis 21.09. Lebenszeichen

Sonntag: Die Woche war viel los, deswegen bin ich nicht dazugekommen, hier viel einzustellen. Die Schmerzen haben mir nach dem Wetterwechsel - in Nürnberg hat es geregnet und das hat mich fast gekillt, ganz schön zugesetzt.

Da bin ich wieder.
Was gibt's Neues?
Ein neues Muster hab ich bei Ravelry eingestellt. Ein Lesezeichen mit Vögeln auf der Stromleitung. Weil die sich langsam Richtung Süden sammeln. Viel Spass damit!

In Höchstadt hamms am Freitag Mitfahrbänke aufgestellt. Daneben gibt es so ein Drehschild, wo man den Zielort auswählen kann. Einer fehlt: Hamm. :)

Am Freitag war ich bei der CRPS-Selbsthilfegruppe in Nürnberg und hab einen Vortrag gehalten. Der ist gut angekommen. Und eine Belohnung in Form von Lindt-Schokolade gab es auch hinterher. Dankeschön!
Ich hatte mit meinen Händen etwas Schwierigkeiten die Verpackung aufzubekommen... Irgendwie lustig ...

Eine CRPS-Bekannte hat erzählt, dass sie neulich in der Ergopraxis auch Durst hatte und erst sie und dann eine zweite Wartende versucht haben, die Wasserflasche aufzubekommen. Beide sind gescheitert. Der Ergotherapeut, der dann zu Hilfe kam aber auch ;-)

Auf dem Weg zur SHG muss ich über den Hauptbahnhof. In den Katakomben (der Unterführung) ist auch das VAG - Kundenbüro. Dort hab ich ein Plakat gesehen, dass mich verwirrt hat.
"NEU!
Fahrpläne für Blinde und Sehbehinderte."

Die Idee find ich ja super! Aber das Werbemittel verfehlt doch deutlich die Zielgruppe. Wer soll denn sehen, dass es was gibt, wenn er nicht sehen kann?

Im Kaufland war ich gestern und dort hing am schwarzen Brett auch ein lustiger Zettel.
"Fitnesstracker zu verkaufen. KANN ALLES!
VB 50 Euro"

Alles?!? Einkaufen, Waschen und Putzen? Dann heirat ich den...

Und hier ist ein Comic von der Mitfahrbank... Schönes Wochenende!

Donnerstag: Schmerzlassnachwetter...
Gestern hat es geregnet. Und ich hab es in der Nacht schon gespürt.
Die Beine jucken, zucken und brennen und machen mich wahnsinnig. Dreh ich mich auf die Brennseite dann bricht mir der Schweiss aus. Die Bettdecke brennt bei jeder Berührung. A ned grad des gsündeste.
Mir hilft immer nachts aufstehen und dann les ich was oder ich mal Comics aus. Das ist wohl meine Art der Entspannung. Wenn ich das ne halbe bis ne Stunde gemacht habe, kann ich wieder ins Bett und schlaf wieder ein. Logisch. Weil ich mein Hirn runtergefahren habe.

Meiner Mama ergeht es ähnlich. Die häkelt dann nachts in der Küche. Manchmal treffen wir uns da dann mitten in der Nacht. Jeder versumpft in seiner eigenen Entspannungstechnik und flowt drin....
Im Flow sein, is nämlich wenn mer alles um sich rum vergisst. Solche Tätigkeiten fahren das ZNS runter und bringen Entspannung. Bei Autisten ist das noch stärker ausgeprägt. Da heisst das Spezialinteressen.

Auch in der Arbeitswelt hat man den Flow entdeckt. Ich sag nur agile Arbeitstechniken wie Scrum. Da geht es auch drum, dass man sich voll und ganz auf die aktuelle Aufgabe konzentriert und nicht dabei rausgerissen wird. Fehler schnellstmöglichst korrigiert, solange man noch in der Aufgabe drin ist. Kann man nämlich über einer Aufgabe drüber bleiben, dann kann man sie auch schneller erledigen, weil jede Unterbrechung und Umlenken auf eine andere Aufgabe (Switch) mehr Hirn-Ressourcen und damit mehr Energie verbraucht. Je mehr Unterbrechungen, desto langsamer wird man. Je öfter man ähnliche Aufgaben macht, desto sicherer wird man und desto schneller. Auch schnelle Unterstützung von Kollegen spielt da eine wichtige Rolle.

Ich frage mich, wie man im adhoc-Bereich trotzdem im Flow bleiben kann. Denn dort sind Unterbrechungen und ein ständiger Wechsel der Aufgaben und Prioritäten die Regel. Funktioniert dort Scrum überhaupt? Denn für Scrum ist ein bestimmter Zeitraum vorgesehen, in dem die Aufgaben und Prioritäten unverändert bleiben. D.h. im Idealfall ändern sich die Prioritäten während dieses festgelegten Zeitraums (1- 2 Wochen auch Sprint genannt) nicht. Ich arbeite im adhoc-Bereich und da fällt mir das Scrum-Prinzip sehr schwer, weil sich die Prioritäten täglich ändern.

In den letzten 3 Wochen z.B. bin ich nur selten zu der Aufgabe gekommen, die ich ursprünglich angehen wollte. Weil ständig anderes wichtigeres wieder dazwischenkam. Die Folge ist, man öffnet früh das SQL an dem man weiterarbeiten will und wenn man geht, macht man dieses Fenster unverändert wieder zu. Man kann also an der Anzahl der Fenster, die man offen hat, ablesen wie gut das Scrum-Prinzip bei einem und der eigenen Tätigkeit funktioniert. Je mehr unterschiedliche Dinge man an einem Tag tun muss und je öfter die Wechsel der Tätigkeiten, desto langsamer kann das Gehirn arbeiten. Weil es sich ständig auf neues einstellen muss. Dafür ist es nicht gemacht. Ich spreche hier von JEDEM HIRN! Vergesst Multitasking! Damit macht Ihr Euch nur verrückt! Immer eins nach dem andern. Klare Prioritäten.

Kann man über einer Sache drüberbleiben und sie bis zum Ende erledigen, dann kann man erstens in die Aufgabe abtauchen, sich komplett drauf konzentrieren (es sei denn man wird im Grossraumbüro durch Konferenzen an den Schreibtischen der Kollegen abgelenkt), es macht wieder Spass und wenn man etwas fertig bekommen hat und abhaken kann, dann ist man auch zufrieden. Endorphine verursachen ein Glücksgefühl. Zumindest geht es mir so.

Das ist aber auch das Ziel von Scrum. Spass bei der Arbeit. Es soll schneller und einfacher gehen. Und man braucht für die Aufgabe auch noch viel weniger Zeit, als wenn man dauernd rausgerissen wird. Alles total logisch. Bürokratische Hürden , das hinterherlaufen von Kollege A bis Z (Pontius zu Pilatus-Prinzip), um dann doch wieder (nur noch verwirrter) am Ende bei Kollege A zu landen, alles was diesen Prozess verlangsamt, ist kontraproduktiv.

Ich hab noch keine Musterlösung dafür gefunden. Denn mir geht es leider so, dass die Umgebung mich mehr beim Arbeiten hindert als dass sie mich machen läßt. Wenn Ihr auch sagt, ich möchte nur in Ruhe arbeiten, dann geht es Euch wie mir. Dann seid nicht Ihr das Problem, sondern das Um-Euch-Rum. Solange sich das nicht ändert, werdet Ihr keinen Blumentopf gewinnen.

Wenn Ihr für den Adhoc-Bereich eine Lösung habt, nur her damit! Ich bin für jede Hilfe dankbar. Denn all das lindert ja meine chronischen Schmerzen, weil sie ihm den Stress nehmen. Und das wäre schön.

Wenn Ihr keine klaren Prioritäten bekommt, dann bleibt nur, dass Ihr sie für Euch selber festlegt und dabei bleibt (soweit möglich). Nur so behaltet Ihr einigermassen die Kontrolle über Eure Arbeit. Und sie kann noch Spass machen. Ansonsten geratet Ihr zunehmend unter Stress weil Ihr Euch hilflos, ratlos und ausgeliefert fühlt. Dafür sind Menschen nicht gemacht. Je mehr Kontrolle und Entscheidungsfreiheit Ihr über das habt, was Ihr tut, je besser Ihr die Hintergründe versteht, desto mehr kommt Ihr mit der Situation klar. D.h. im Worst Case könnt Ihr nur Scrum im 1-Mann-Team für Euch ganz allein machen. Das ist zwar auch nicht perfekt, aber wenigstens kann es Euch vor einem Burnout bewahren. Es funktioniert auch, weil Ihr Euch selber Stress nehmt. Weniger Stress entsteht durch mehr eigene Entscheidungen und dass Ihr die Dinge selber in die Hand nehmt (das meine ich mit Kontrolle!). Ihr seid noch Herr bzw. Frau der Lage. Denn eins ist unbestritten: zuviel Stress macht krank.

Im Endeffekt kann man das auch mit chronischen Schmerzen und anderen neurologischen Besonderheiten vergleichen. Wenn Ihr Strategien habt, mit Euren Schmerzen aktiv umzugehen, nicht nur auf die Wunderpille durch den Wunderarzt hofft - also nicht nur machen lasst (passiv) , sondern selber macht! (aktiv) dann nimmt Euch das Stress.

Da Stress Schmerzen verstärkt, lohnt es sich also unabhängiger zu werden. Selber wieder Herr und Frau der Lage zu werden.

Warum ist das so?
Bei chronischen Schmerzerkrankungen (evtl. auch bei anderen chronischen Krankheiten) ist der Schmerz nur ein Symptom und nicht die Ursache. Die Ursache ist ein überschiessendes ZNS. Einfach ausgedrückt Euer Hirn läuft Amok. Es hat Stress! Es hat sich neuroplastisch in die negative Richtung entwickelt. Denn der Körper (auch das Hirn) passt sich immer der Umgebung an.... Wir sind sehr anpassungsfähig. Ihr müsst also nicht den Schmerz beruhigen, sondern das amoklaufende ZNS(Hirn). Dabei helfen Entspannungsstrategien: Vagusnervstimulation, Spazierengehen, autogenes Training, Yoga, Hobbies wie lesen und malen, stricken, häkeln oder wo auch immer Ihr im Flow seid und alles um Euch rum vergesst. Deshalb kann auch Arbeit helfen. Wenn Ihr dort im Flow seid. Wenn Ihr alles um Euch rum vergesst und voll in die Tätigkeit eintaucht. Entspannen ist also höchst individuell.

Nicht überzeugt?
Hier mal drei Sachen zum Ausprobieren.

  1. Legt Euch mal auf dem Rücken ins Bett und zieht die Knie an und umarmt die Knie. Tut es Euch gut?
  2. Legt Euch auf dem Rücken ins Bett und legt Euch ein etwas dickeres Taschenbuch (etwas Gewicht sollte es schon haben) unterhalb des Halses auf die Brust... Tut es Euch gut?
  3. Singt mal laut vor Euch hin.... Ihr könnt ja dazu das Radio aufdrehen... Sogar putzen und staubsaugen kann damit Spass machen.
Das sind alles Tricks zur Vagusnervstimulation...
Wenn Ihr noch weitere wisst, würde ich mich über Mails von Euch freuen.

Und das könnt Ihr! Probiert neues aus. Vagusnervstimulation. TENS... was auch immer... Der Mensch ist zum Lernen geboren. Und bei chronischen Schmerzen verändert sich ja das Hirn. Neuroplastizität. Was sich verändert, läßt sich auch wieder zurückverändern. Nein, ich habe kein Patentrezept. Und ich glaube auch nicht, dass es das gibt. Denn jeder Mensch ist unterschiedlich und muss für sich selber die Strategien herausfinden, die ihm helfen. D.h. jeder muss sich selber auf seinen ganz persönlichen eigenen Weg machen. Das ist total spannend! Ihr entscheidet, wer in Euer Scrum-Team mit dem Ziel den chronischen Schmerz zu lindern, reinkommt! Seid Euer eigener Schmerzscrum-Master!

Denn Entspannung lindert Schmerzen!

Mein Fazit: Leidet Ihr unter Stress und chronischen Schmerzen oder Krankheiten, dann nehmt die Dinge selber in die Hand. Ihr werdet sehen, ab dem Moment ab dem Ihr das tut, macht es bei Euch "Klick!". Dinge ändern sich. Ihr ändert Euch. Deswegen können die Prinzipien der agilen Techniken wie Scrum wenn Ihr sie im Alltag einsetzt, Euren persönlichen Stress auch reduzieren und Euch helfen.
Wie komm ich darauf?

Mehrere Autistinnen haben mir berichtet, dass das auch ihre Überlebensstrategien sind.
Autisten? Die gibt's doch bloss als Kinder... schaukeln die ganze Zeit und können nicht sprechen...
Viele scheinen zu glauben, es macht Puff! und die autistischen Kinder verschwinden nach dem Erreichen des Erwachsenenalters. Dem ist nicht so. Autismus ist eine Neurodiversität, eine Abweichung von der Norm, die ein Leben lang bleibt. Sie kann sich aber verändern. Denn auch wie NTs (neurotypische) können sich auch Autisten im Laufe ihres Lebens ändern. Ach da war doch mal der Film .. Rainman oder so... Dustin Hoffman...
Der war ein Savant. Das ist wieder was ganz spezielles. Inselbegabungen.

Auch Autisten kämpfen mit einem hypersensiblen ZNS. Weil bei ihnen alle Reize ungefiltert auf's Gehirn treffen. Sie nehmen alles wahr! Der Vogel der singt, ist genauso laut wie das Gespräch am Nebentisch... wie soll man da noch das Gespräch am eigenen Tisch verstehen? Häh? Bei Nachfragen meint dann das Gegenüer man sei schwerhörig... nein, man hört zu gut! Und kann die Geräusche nicht auseinanderfiltern. Vergleichbar mit einem PC läuft der Prozessor ständig auf Hochtouren bei immer mehr Programmen, die am Rechner geöffnet werden. Und was passiert, wenn dort zu viele Fenster offen sind? Richtig..! Der Rechner friert ein, stürzt ab oder tut seltsame Dinge...

Meiner Ansicht nach, ist das dasselbe, was bei Autismus und bei chronischen Schmerzerkrankungen passiert.
Welche Scrum-Prinzipien sind das denn z.B.?
  • Prinzip Timeboxing. Geht das auch auf Deutsch? Klar. :)
    Legt wöchentliche Termine immer auf dieselben Zeiten. Dann behaltet Ihr den Überblick, vergesst diese Termine nicht, weil sie zu Ritualen werden. Der Mensch ist nämlich ein Gewohnheitstier. Und Gewohnheiten entlasten das Hirn. Ihr müsst Euch nicht so viel merken. Das ist übrigens auch eine Erklärung warum Autisten Rituale lieben. Sie ersparen uns Rechenkapizität im Hirn. Wenn ich jeden früh dasselbe esse, dann muss ich mir keine grossen Gedanken darum machen. Praktisch und gut. Ich kann Hirn-Ressourcen einsparen.
  • Legt klare Prioritäten fest! Macht Euch Todolisten oder Outlooklisten der Wichtigkeit nach und arbeitet Punkt für Punkt ab. Nehmt Euch nicht zuviel vor. Schafft Ihr es mal nicht, dann macht Euch keine Vorwürfe. Denn wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, ändern sich natürlich auch die Prioritäten. Konzentriert Euch immer auf das, was Ihr gerade tut. Nennt sich auch Achtsamkeit ;-)
    Ihr könnt es auch einfach mal so ausprobieren. Die Strasse oder Eure Einfahrt muss mal wieder gekehrt werden. Soll im Herbst schon mal vorkommen ;-)
    Ihr steht mit dem Besen da und seht die ganze Arbeit vor Euch. Die ganze Strasse. Sie kommt Euch endlos vor. Ihr seufzt und denkt, das dauert ja ewig.
    Verändert den Blick. Nehmt einfach den Besen in die Hand und konzentriert Euch immer auf den Teil, den Ihr grad fegt. Auf die Blätter und das Stückchen Strasse oder Hof. Ihr werdet sehen, Ihr seid schneller fertig als gedacht...
    Dann geht es schneller und es macht Spass. Arbeitet einen Punkt ganz ab! Wenn Ihr parallel lauter halb erledigte Sachen habt, dann ist das kontraproduktiv. Weil Ihr dann die Kontrolle verliert. Und das führt zu mehr Stress.
  • Unterstützung und Feedback: Schwierige Aufgaben, oder wenn Ihr krank seid und einfach nicht könnt, müsst Ihr nicht alleine machen. Ihr könnt Euch immer Hilfe holen. Vielen fällt es schwer andere um Hilfe zu bitten. Das ist aber etwas Gegenseitiges. Es muss ja keine Einbahnstrasse bleiben. Man selber hat ja auch was zu bieten. Vielleicht Erfahrung auf einem Gebiet, dass der andere wiederum brauchen kann. Oder einfach mal einen Zuhörer. Das ist übrigens auch noch ein Scrum-Prinzip: das Peer-To-Peer-Learning.
    Vielleicht hat ein anderer eine schlaue(re) Idee, wie man ein Problem löst. Dann lernt Ihr von ihm. Er im Gegenzug natürlich auch von Euch.
D.h. Scrum ist alltagstauglich... Auch Declattering (Ausmisten), Feng Shui und Co gehen in die Richtung. Weniger Besitz macht eben auch weniger Aufwand. Hat man einen Garten, muss man ihn auch pflegen. Hat man keinen, muss man diese Aufgabe nicht erledigen. Natürlich ist ein eigener Garten auch schön. Wenn Garteln mein Hobby ist und ich dabei alles um mich rum vergesse, dann ist das wieder entspannend. Es kommt also immer auf den Menschen an. Macht es Euch immer so einfach wie möglich. Sucht praktische Lösungen. Dann entstresst Ihr Euer Leben. Das geht natürlich nur, wenn Ihr Euch konsequent und diszipliniert dran macht Aufgaben konsequent abzuarbeiten. Das fällt einem nicht immer leicht. Mir auch nicht. Es gibt immer Dinge, die ich einfach nicht kann und an dem Tag nicht kann. Das ist dann auch okay. Nur Aufschieberitits solltet Ihr nicht einreissen lassen. Ihr solltet Hindernisse, die im Weg stehen, identifizieren und aus dem Weg räumen. Das ist auch die Aufgabe des Scrum-Masters. Und wenn Ihr merkt, dass eine Lösung nicht funktioniert, dann müsst Ihr Euch auf die Suche nach einer anderen machen. Das ist dann agil. Also auf Veränderungen und Probleme so schnell wie möglich reagieren. Nicht erst, wenn das Kind im Brunnen liegt. Das war eine Metapher.

Das gilt nur für Dinge, die Ihr selber beeinflussen könnt! Dinge, die Ihr nicht ändern könnt solltet Ihr Euch einfach nicht so arg zu Herzen nehmen. Okay. Das ist oft leichter gesagt als getan. Manchmal hilft es, zu versuchen die Hintergründe zu verstehen. Warum hat mein Gegenüber jetzt so reagiert? Was steckt dahinter? Welches Bedürfnis meines Gegenübers?

Wir Menschen sind nämlich nach einem einfachen Muster gestrickt. Wir haben alle dieselben Bedürfnisse: Essen, Trinken, Schlafen, ein Zuhause, eine Aufgabe ...
Mit Bedürfnissen haben Menschen auch keine Probleme. Die verstehen wir ja , weil wir die alle haben. Vielleicht in unterschiedlicher Ausprägung. Problematisch wird es erst wenn die Strategien, mit denen wir versuchen unsere Bedürfnisse zu erfüllen auf die Bedürfnisse und Strategien anderer treffen. Denn nicht jede Strategie ist gesund.
D.h. die Strategie des Rauchens wird nicht jeder mögen oder gar praktizieren. Aber das Bedürfnis dahinter verstehen wir alle. Weil wir es selbst auch haben.

z.B. Rauchen. Rauchen befriedigt das Bedürfnis nach Entspannung, Stressabbau und Geselligkeit (Raucherecke). Kollidieren unterschiedliche Strategien miteinander, bewirkt das zunächst ein Gefühl in uns. Und die meisten von uns sind sehr schlecht Gefühle zu lesen. Ich nehm mich da nicht aus. Oft ist das dann Ärger. Hinter dem Gefühl steckt wiederum ein verletztes Bedürfnis Eurerseits.
Normalerweise kommt Ihr nicht soweit... das Gefühl übernimmt die Kontrolle und man macht seinem Ärger Luft. Der andere ist dann beleidigt und es schaukelt sich hoch. Es eskaliert.

Wie kann man so ein Problem nun vernünftig versuchen zu lösen?

Beispiel Büroküche. Es schaut dort aus wie Kraut und Rüben. Das schmutzige Geschirr stapelt sich über statt in der Geschirrspülmaschine. Anstatt den Kollegen, der Küchendienst hat, anzufauchen, geht man dann erstmal wie folgt vor.
  1. Identifiziert was mit Euch los ist... Ich bin wütend...
  2. Warum? Mein Bedürfnis nach Ordnung und Hygiene wurde verletzt. Okay.. etwas weniger psychologisch ausgedrückt: es ekelt mich wenn ich das benutzte Geschirr in der Küche sehe.
  3. Was mach ich jetzt? Die Fakten unbewertet zusammenfassen und was es mit mir macht, warum es mich stört und dann das ganze mit einer Bitte um Behebung versehen.
    "Du, das benutzte Geschirr stapelt sich in der Küche. Ich finde das unangenehm und eklig. Könntest Du bitte das benutzte Geschirr in die Maschine räumen?"
  4. Was passiert jetzt? Das kommt drauf an... Das habt Ihr nicht in der Hand. Ihr habt nur Euer Verhalten in der Hand.
    Es mag sein, dass der oder die Kollege(in) beleidigt ist. Dann habt Ihr es wenigstens auf die gute Art und Weise versucht. Hier kann das "Deeskalations-Spiel" erst losgehen.... Jeder Mensch hat ein anderes Bedürfnis von Ordnung. Der eine hängt seine Klamotten in den Schrank. Der andere ist eher der Gwandhocker-Typ. Vielleicht kann man sich ja auf einen Kompromiss einigen.
    Vielleicht sagt er aber auch: oh.. ich hab ganz vergessen, dass ich heute mit Küchendienst dran bin. Ich hab heut soviel zu tun, ich komme einfach nicht dazu.
    In dem Fall könnte man selber sogar vorschlagen. Okay ich helf Dir. Machen wir es zusammen, dann geht es schneller... oder sogar den Küchendienst tauschen. Damit ist die Lage deeskaliert. Man hat Verständnis. Denn vergessen ist ja menschlich. Das passiert uns ja selber auch.
Spannend finde ich, dass das Wetter auch anderen zu schaffen macht. Das wird ja gerne bestritten. Es is aber so!
Wohnt Ihr in der Nähe einer Rettungswache, hört Ihr den Sanker an solchen Tagen öfter fahren.
Auch im Strassenverkehr merkt Ihr, dass die Leute irgendwie komisch drauf sind.
Unser Busfahrer hat sich gestern schon in Höchstadt verfahren und den Schillerplatz erst beim zweiten Anlauf gefunden. Alles ned so wild. Alles menschlich.

Apropos menschlich... als wir in Erlangen am Neuen Markt "einlaufen" seh ich eine Radfahrerin von hinten. Ihre Hose ist zu kurz. Ich muss an den Schlitz eines Sparschweins denken. Mich juckt es in den Fingern dort eine Münze reinzustecken....

In Erlangen steig ich aus dem Bus und treff auf der Bank eine Busbekannte.
Sie denkt ich fahr von der Arbeit heim, ich hab aber Urlaub:"Bis heut früher dran?"
Ich:"Nein. Später."
Irgendwie kommen wir auf meine Strümpfli und das CRPS und das Wetter.
Sie zeigt mir ihre Finger. Die sind wachsweiss. Sie hat auch eine seltene Immunerkrankung. Die betrifft bei ihr nur die Haut und die Nägel. Helfen kann ihr keiner. Knötchenkrankheit heisst es wohl.
Ich frag sie, ob sie schon mal nach einer Selbsthilfegruppe gesucht hat. Das will sie jetzt mal machen. Die kennen sich viel besser aus als Ärzte, weil sie die Krankheit ja aus der Praxis kennen und nicht nur aus der Theorie.

Ich finde es immer schön, wenn es menschelt... So wie vorgestern ... ich hab am Wildobst-Lernpfad diese Woche gelesen, dass die Nüsse vom Haselbaum ähnlich der Haselnuss (Strauch) schmecken. Nun kam ich unterhalb von der Aischtalhalle am Gehsteig an einem solchen Baum vorbei, und die Nüssli lagen am Boden verstreut.Ich hab dann ein paar eingesammelt. Denn Drauftreten allein, hat leider nicht zum gewünschten Erfolg geführt.

Unterhalb vom Sportplatz hör ich ein komisches Geräusch. Guck ich, steht auf der Treppe eine Frau und klopft mit einem Hammer herum. Nein, keine Terroristin. Eine praktische Natur. Sie sammelt Haselnüsse und Co ein und klopft die Schale mit dem Hammer ab.
Ich muss schmunzeln. Daheim hab ich dann erstmal den Nussknacker gesucht. Leider hab ich keine Kraft dafür. Meine Mama hat zwar mehr Kraft, aber auch keinen Erfolg. Also nehm ich mir die Taktik der Frau zum Vorbild und hol unseren Hammer. Damit ging es dann. Wobei ich es auch da nicht allein hinbekommen habe. Das is halt so, wenn die Muskeln in den Händen abbauen. Da hat mer halt ka Kraft mehr.

Dafür gibt's aber lustige Gschichten...

Schräg... Immer wenn ich an den Spruchkarten in den Buchläden vorbeikomme, mein ich die Philosophen von heute arbeiten in der Spruchkartenindustrie.

Sodala nach all den obigen Aha-Erlebnissen dieser Woche gibt es auch mal wieder einen Comic.
Vill Spass!

Freitag: Gestern bei meiner Ergotherapeutin. Ich hab wieder die Handkarten dabei. Sie will mit mir damit üben. Ich glaub, es macht ihr selber Spass. ;-)

Auf den Karten ist jeweils eine Handstellung der linken oder rechten Hand abgebildet und ich muss dann sagen, welche das ist. Im 2.ten Stadium (im Fortgeschrittenenmodus) darf ich dann die Handstellungen selber nachmachen.

Wir erwischen zufällig hintereinander (die Karten sind nicht gut gemischt) zuerst dieselbe Handposition rechts und dann links.
Meine Ergo:"Des is doch desselbe wie grad ebm. Is des a Memory?!?"
Ich muss lachen.

Ganz ernsthaft hab ich ihr auch die Frage gestellt, dass wenn ich keine gesunde Hand mehr habe, ob dann die Spiegeltherapie überhaupt noch funktioniert. Weil da spiegelt ja die gesunde Hand der kranken vor, dass sie gesund ist.
Da war sie etwas in Erklärungsnot. Des kommt normalerweise ned vor. Mit normalen Sachen hab ich mich noch nie aufgehalten.

Ein Bekannter von mir hat von einer Versicherung ein Schreiben für einen Gutachtentermin bekommen. Der liegt leider in der Vergangenheit. Daraufhin hat der Bekannte schriftlich um einen neuen Termin gebeten. Den vorgeschlagenen Termin könne er leider nicht wahrnehmen, weil er über keine Zeitmaschine verfüge.

Die Versicherung hat dann geantwortet. Einen neuen Termin hat er nicht bekommen. Die haben das mit der Zeitmaschine nicht verstanden. Ich frage mich dann immer, ob in Behörden ein Humorverbot besteht. Arbeiten dort nur ganz ernste Leute, die nicht über sich selber lachen können. Das wäre furchtbar traurig.

Sodala.. neue Erkenntnisse. Ein Mit-Schmerzi hat mir das Buch "Lernen" von Manfred Spitzer empfohlen. Das ist viel unterhaltsamer geschrieben als das Neurophysiologie Standardwerk durch das ich mich parallel kämpfe. Ich will nämlich verstehen, wie Synästhesien entstehen und wie man sie wieder losbekommt. Vielleicht kann man sie auch durch schönere eintauschen. Wenn ich statt einer Hyperakkusis (Geräusche verursachen mir körperliche Schmerzen) und der Allodyne (leichte Berührungen erzeugen höllische Schmerzen) Zahlen in Farben sehen könnte, könnte ich mir endlich mal Telefonnummern merken. Leider hat mich mein Hirn nicht gefragt, ob mir sowas nicht lieber wäre. Eine Synästhesie, die man zu was brauchen kann. Vielleicht hat aber auch jemand umgekehrt eine Idee, wozu eine Hyperakkusis und Allodyne zu gebrauchen ist. Vielleicht gibt es ja doch noch einen sinnvollen Verwendungszweck.

Ich dachte immer nur Autisten lernen anhand von Beispielen und erkennen die Muster dahinter. Nein! Das ist bei allen so! Das Hirn lernt nämlich anhand von Beispielen und erkennt dann die Muster dahinter. Das Hirn saugt Informationen auf wie ein Schwamm. Und falls Ihr schon immer mal wissen wolltet, was Euer Hirn den ganzen Tag treibt, es macht Vektorrechnung. Das passiert nämlich wenn ein Input auf Synapsen trifft, um den gewünschen Output in den Neuronen zu erzeugen.

Was passiert beim Lernen? Zuerst verstärkt sich die Synapse (das gelernte, verfestigt sich, Pavlovsche Hunde: Speichelfluss beginnt beim Klingeln), dann verschalten sich die Neuronen miteinander (what fires together , wires together , Neuronen verbinden sich und feuern zusammen). Und dann ändert sich die Körperlandkarte im Hirn. Unser Hirn kann übrigens nicht Nichtlernen! Wir können aber durch die Umgebung beeinflussen, was wir lernen. Im Einkaufszentrum werden wir andere Dinge lernen, als wenn wir in die Bibliothek oder das Museum gehen.

Was hat das Lernen mit chronischen Schmerzen zu tun? Sehr viel!
Ihr habt doch sicher alle schon mal vom Schmerzgedächtnis gehört? Ich hatte bisher aber nicht begriffen, dass das Gedächtnis immer eine Rolle spielt. Es macht Euch aus. Eure Erfahrungen. Wer Ihr seid. Denn Ihr lernt neues nur, wenn es zu Euren Erfahrungen passt. Wenn es für Euch von Interesse ist. Dann fallen die Puzzlestücke der neuen Informationen an die Stellen, wo Ihr schon Infos, Fragen , Erfahrungen dazu habt. Menschen lernen übrigens am Besten aus Geschichten. Deshalb kann ich mir das auch alles merken. Weil es spannend erzählt ist. Und anhand von Beispielen!

Ich hab meine Ergo gestern gefragt: Wenn man weiss, dass das Hirn anhand von Beispielen lernt und dann die Konzepte und Muster dahinter selbst ableitet, warum geht man dann in der Schule und in der Schmerztherapie den umgekehrten Weg? Also erklärt zuerst das Konzept? In der Schmerztherapie sind wir bis zu den Beispielen gar nicht mehr gekommen! Deshalb hat sie auch nicht gefruchtet. Ich hab den ganzen Zinnober nicht verstanden.

Man hat mir damals auch ein Buch gegeben: Schmerzen verstehen (vom Springerverlag). Das ist zwar schön, wenn man versteht wie chronische Schmerzen entstehen, aber weil mir die Verbindung fehlte, was ich mit dem Wissen anfangen sollte, der praktische Nutzen für mich, bin ich damit einfach nicht weitergekommen. Ich persönlich hätte konkrete Beispiele gebraucht, die mir helfen.

Ich habe damals auch nicht verstanden, warum man die Entspannungsmethoden macht und wozu das ganze gut ist. Ich dachte immer das liegt an mir. Ich stelle aber fest, dass es anderen Schmerzis genauso geht. Dann verpufft der Effekt der Schmerztherapie. Ausser Spesen nix gewesen. Das kann doch auch nicht im Interesse der Versicherungen und Krankenkassen sein. Okay, zur Entschuldigung sei gesagt, dass es die Schmerztherapie für chronisch Kranke erst seit 2013 gibt. Man lernt noch.

Ich persönlich lerne am besten von den Praktikern. In der Schmerztherapie wimmelt es leider nur von Theoretikern. Was hilft dem 40 bis 60 jährigen Menschen mit jeder Menge Lebenserfahrung die frisch studierte Psychologin mit ihrem Theoriewissen? Die sprechen beide eine andere Sprache. Kein Wunder dass sie sich nicht verstehen. Und sich auch nicht in den jeweils anderen reinversetzen können. Das liegt in der Natur der Sache. Da kann die junge Psychologin sich noch so viel Mühe geben.

Da wäre mir ein Schmerzi lieber, der mir erklärt wie er mit seinen Schmerzen zurechtkommt. Der weiss wovon er redet.

Entspannungstechniken können sicher die Studierten besser vermitteln. Denn die lernen sie ja. Wenn aber jemand sagt, dass das bei ihm nicht funktioniert, sollte man auch drauf eingehen. Denn sonst geht der Schmerzi aus der Schmerztherapie und hat nur gelernt, was ihm nicht hilft. Des is a ned grad des gsündeste. So ging es mir. Wenn etwas bei jemandem nicht funktioniert, dann ist selten der Schmerzi das Problem. Wer hat denn eine höhere Motivation als der Folter des ständigen Schmerzes zu entgehen? Es liegt entweder dran, dass die Methode nicht zum Schmerzi passt oder es liegt ein Verständnisproblem vor. Da hilft es nicht, dass dann der Unterrichtende beleidigt ist, dass der Schmerzi die Methoden ablehnt, weil sie ihm nix bringen, oder weil er sie bereits anwendet und kennt. Er möchte ja weiterkommen und was neues lernen.

Deshalb wäre mein Vorschlag die Stärken und Hobbies und Fähigkeiten des Schmerzis herauszuarbeiten. Auch, was er schon probiert hat. Und dann darauf aufzubauen. Dann spielt man nämlich im selben Team! Im Scrum-Schmerzteam sozusagen. In zwei Kliniken habe ich es eher so erlebt, dass Therapeut und ich Gegner waren. Das ist nicht besonders produktiv. Das kann das Schmerzsyndrom sogar verstärken! Wenn es das dann tut, braucht man sich nicht zu wundern. Das tut man aber. Und schiebt dann gern dem Schmerzi den schwarzen Peter zu. Das finde ich nicht in okay.

Jodie Picoult hat die Problematik der unterschiedlichen Verständnisebenen in einem Buch sehr bildlich auf den Punkt gebracht. ;-) Das meine ich sogar wortwörtlich. Jeder Mensch befindet sich in seinem Leben auf einem anderen Lebens-Level. Nur Menschen, die auf dem selben Level sind, verstehen sich wirklich. Oder haben wenigstens am ehesten die Chance dazu. Es gibt noch jede Menge Möglichkeiten wie menschliche Kommunikation schieflaufen kann. Hatt ich auch schon beschrieben. Menschliche Kommunikation ist einfach sehr fehleranfällig! Ob Ihr wollt oder nicht! Würden wir nur auf der Sachebene kommunizieren, gäbe es wohl weniger Missveständnisse. Gefühle und Erfahrungen machen es dann sehr kompliziert. Ein Wunder, dass wir uns überhaupt verstehen. Der Turmbau zu Babel ist keine Geschichte sondern Realtät. So manche Firma hat schon Millionen in den Sand gesetzt, als sie ins Ausland expandieren wollte, aber die Mentalität und den Kontext des neuen Lands nicht berücksichtigt hatte. Wenn man nur vom deutschen Kontext Korrektheit, Pünktlichkeit und Co ausgeht, dann fällt man da eben sehr schnell auf die Nase.

Wo war ich? Ach beim Level...
Okay stellt Euch jemanden vor, der ist auf dem Level 1, dass er nur Punkte kennt. Er kann sich mit anderen Menschen , die auch Punkte kennen, über Punkte unterhalten. Aber auch mit anderen, die > Level 1 sind, weil die ja auch Punkte kennen.
Das nächste Level sind Linien. Hat jemand dieses Level 2 erreicht kann er sich auch über Linien unterhalten. Aber nicht mit Level 1 ern, weil die ja nur Punkte kennen.
D.h. wie bei guter Software ist man immer Level-abwärtskompatibel. Aber nicht aufwärtskompatibel.

Sind Menschen mit chronischen Schmerzen also noch nicht soweit, dass sie die Theorie aus der Schmerztherapie auch praktisch verstehen, können sie damit nix anfangen. Man versucht hier den Menschen, die nur Punkte kennen, etwas über mehrdimensionale Objekte zu erzählen. Bzw. man tut es. Da braucht man sich dann nicht über den nichtvorhandenen Lerneffekt wundern. Die sind noch nicht soweit. Man muss die Menschen da abholen wo sie sind und erstmal aus dem Punkte-Level auf die Linie und dann auf das Level der mehrdimensionalen Objekte bringen. Erst dann können sie damit was anfangen. Das ist vollkommen logisch. Und so funktioniert ja unser Hirn auch.

Ich hab letzte Woche aus meiner Sicht erzählt, was ich inzwischen zu chronischen Schmerzen rausgefunden habe und was mir warum hilft. Und wie man das praktisch einfach mal ausprobieren kann. Obwohl ich zweimal den Faden verloren habe - Schmerzen machen dumm - heisst es, war es beim Vortrag so leise, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören. Die anderen Schmerzis haben endlich Zusammenhänge verstanden! Ich hab mir diese Zusammenhänge hart selber erarbeitet. Das hat Jahre gedauert. Ich denke diesen Prozess könnte man erheblich beschleunigen.

Warum? Weil ich die Leute da abgeholt habe, wo sie sind. Weil ich mich in sie reinversetzen kann. Weil ich weiss was chronische Schmerzen sind, und wie sie einen fertig machen können. Mit Verlaub: Das kann ein Psychologe oder Arzt (der nicht selber zu den Schmerzis zählt) nur bedingt. Der Azubi lernt ja auch vom Meister und der ist ja auch ein Praktiker. Deshalb ist das Berufsschulmodell mit praktischer Ausbildung auch dem Studium überlegen. Man weiss, warum man was lernt. Und was man damit anfangen kann. Da macht das Lernen auch Spass. Ein schöner Nebeneffekt. Das ist nicht das stupide lebensferne Pauken von Grammatik und Vokabeln. Das ist Learning by Doing. Peer-to-Peer Learning. Man lernt ja auch von seinen Co-Azubis. Man hilft sich. Siehe da... wir sind wieder bei den Scrum-Grundlagen!

Warum werden Schmerzis dumm? Das halte ich für einen Irrtum. Schmerzkranke sind nicht dümmer als andere. Sie erscheinen nur so. Das ist dasselbe Problem wie bei Autismus und AD(H)S. Der Prozessor (das Hirn) ist mit der Reizverarbeitung (Schmerz, Geräuschen, Gerüchen, Menschen, Licht....) derart ausgelastet, dass es für solche "Nebensächlichkeiten" (das ist jetzt sarkastisch gemeint) wie Denken und "normal" reagieren, einfach keine Ressourcen mehr hat. Man erscheint also dümmer als man ist. Das ist nicht schön.

Es ist übrigens nicht schön, wenn einen Ärzte wie ein Kind behandeln, nur weil man grad mit Schmerz und Co so überfordert ist. Bei einer Nervenleitmessung sagte doch allen Ernstes der Neurologe zu mir: "Das machen Sie aber schön."
Zumal ich gar nix gemacht habe! Er übrigens auch nicht. Gemessen hat die Assistentin!

Wieder abgeschwiffen... Wo wollte ich nochmal hin?
Ach so.. zum praktischen Nutzen.
Chronische Schmerzen entstehen wie alles im Leben und im Hirn durch Lernprozesse. Bei chronischen Schmerzen ist beim Lernen was schiefgegangen. Erst haben sich Verbindungen von Synapsen verstärkt (Bewegung verstärkt den Schmerz) und dann haben sich Neuronen, die nicht zusammengehören fehlerhaft miteinander verschaltet. Und im letzten Schritt verändert sich die Körperlandkarte. Der sogenannte Homunkulus im Hirn. Da kommt es wohl zu Synästhesien und die Körperbereiche verschwimmen und verbinden sich miteinander. Konkret bei mir ist das so, dass wenn meine Ergo meine Finger (ich hab die Augen zu) berührt , ich nicht mehr sagen kann, welcher Finger das ist. Daran merkt Ihr z.B. dass sich die Körperlandkarte ändert. Oder: Macht mal die Augen zu. Wie fühlt sich der schmerzende Körperteil an? Grösser? Wie abgeschnitten? Kleiner? Auch das ist schon die Veränderung der Körperlandkarte. Wenn die sich verändert hat, ist das der Worst Case. Das ist blöd! Weil es schwer umzukehren ist.

Für das Lernen ist Schlaf eine Kernkomponente. Im Schlaf (Traum, das ist wahrscheinlich der Nebeneffekt des Entrümpelungsprozesses) entrümpelt das Hirn, das am Tag gelernte. Die guten ins Töpfchen, die schlechten ... Ihr wisst schon. Das Wissen verfestigt sich im Schlaf. Deswegen ist Schlaf wichtig. Unnützes wird auch verlernt, aufgeräumt.

Bei Schmerkranken ist der Schlaf aber gestört. Sie können nicht richtig schlafen, wegen der Schmerzen. D.h. sie können einerseits schlechter Neues lernen, andererseits auch Gelerntes (wie den Schmerz) nicht mehr verlernen. Deswegen ist es auch so schwierig chronische Schmerzen wieder loszuwerden.

Lernen ist Neuroplastizität! Euer Hirn ist nicht statisch sondern die Inhalte sind dynamisch. Agil. D.h. es gibt eine gute Nachricht für alle, die unter Prozessen leiden, die mit Veränderungen im Hirn einhergehen. Sie sind umkehrbar!

Das Problem ist: Wie?
Antwort: es kommt auf den Menschen an. D.h. dieser Prozess ist sehr individuell.
Ich hab es ja auch noch nicht geschafft. Deswegen kann ich Euch nur verraten, wo ich derzeit dran bin. Ich arbeite daran. Das ist ein langer mühsamer Prozess. Ein Lernprozess! Is ja logisch. Denn Verändern der Neuroplastizität bedeutet ja lernen und verlernen.

Was kann man praktisch tun?
Die Dinge, die ich schon erwähnt habe...
Zuerst mal solltet Ihr Euch ein Umfeld basteln, suchen, das Euch gut tut und Euch nicht stresst. Denn Stress verschlimmert Schmerz. Das hab ich ja schon erklärt , warum das so ist.
Sucht Euch Unterstützung (Freunde, Ärzte, Kollegen, Selbshilfegruppen, Hobbiegruppen, VHS...). Sucht Euch Menschen, die Euch so akzeptieren (mit dem Schmerz) wie Ihr seid. Tut das, was Euch guttut und entfernt das aus Eurem Leben, was Euch nicht guttut. Das gilt für alle Menschen.

Nehmt die Dinge selber in die Hand! Denn das Gefühl des Ausgeliefertseins erzeugt Stress. Und da hamm wir keinen Bock drauf.

Probiert neue Dinge aus. Lernt auf Euren Körper zu hören. Ich bin da auch nicht so toll drin. Aber wenn es sogar bei mir damit vorangeht, könnt Ihr das erst recht! Lernt, was Euch guttut.

Mir hilft es immer auch zu verstehen, warum mir etwas guttut. Und warum etwas so ist, wie es ist. Weil ich denke, dass ich nur eine Lösung für ein Problem finden kann, wenn ich es verstehe. Aus meiner Sicht vollkommen logisch. Es gibt aber Ärzte, die das anders sehen. Das ist halt so. Damit kann ich nix anfangen. Bei sowas solltet Ihr überlegen, ob Ihr beim richtigen Arzt seid. Und ggf. wechseln.

Was mir mehr geschadet hat, als genutzt: immer neuen Heilsbringern folgen. Ich kenn da den Arzt soundso, der ist super! Man geht dann meistens dahin, das ist meist mit Aufwand verbunden, man macht sich Hoffnungen und hinterher kommt nicht besonders viel raus. Bisher kam ich meistens mit einem neuen Schmerzmittel raus (bei Schmerzmitteln bekomm ich immer alle Nebenwirkungen! Und ich habe den Beipackzettel nicht vorher gelesen! Geholfen haben sie immer nur am Anfang, weil sie mein HIrn komplett ausnocken. Nach der Eingewöhnung ist der Effekt dahin.) Oder mit Empfehlungen, die leider nicht zu mir passen. D.h. ich war meistens hinterher enttäuscht und traurig. Es hat mich runtergezogen. Wieder ein Schuss in den Ofen.
Enttäuschung verstärkt die Schmerzen. Blöd.

Das ist meine Erfahrung. Aber hier begibt man sich wieder in die Abhängigkeit eines anderen. Man wird passiv statt aktiv. Passivität: andere machen lassen, statt selber machen, erzeugt Stress.

Aber ne richtige Lösung ist das doch auch nicht!
Ihr lernt! Ihr lernt mit Eurem Schmerz umzugehen. Ihr werdet der Experte für Euren Schmerz! Keiner kennt ihn besser als Ihr! Und durch das Umlernen findet bereits Neuroplastizität in Eurem Hirn statt. Mein Schmerz hat sich in den letzten Jahren verändert! Vielleiht weil ich soviel lerne und verstehen will! Weil ich immer neues Ausprobiere! Denn auch das ist Lernen.

z.B. will ich weiter in die Richtung Vagusnervstimulation gehen. Es gibt z.B. von der Firma cerbomed in Erlangen V-TENS-Geräte. Derzeit wohl nur im klinischen Bereich. Zukünftig aber auch wieder an den Endverbraucher.

Bei Schmerzmitteln, habe ich den Verdacht, dass sie auf lange Sicht bei einer chronischen Schmerzerkrankung eher schädlich sind. Und den Verlauf sogar verschlimmern können. Das ist aber meine persönliche Meinung. Ausserdem funktionieren sie bei mir sowieso nicht sehr gut. Derzeit nehme ich nur im Bedarfsfall ein Schmerzmittel. Nicht auf Dauer.

Die letzte Woche ging ganz gut ohne. Es ist aber beruhigend noch Schmerzmittel für den Fall des Falles da zu haben. Das beruhigt.

In einem CRPS-Buch stand, dass man die Veränderung in der Körperlandkarte durch das Lernen von Braille (ich hab es ja in den Händen) verlernen kann. Deswegen hab ich mal die Blindenschule in Nürnberg angemailt. Ob man sich Braillelesen selber irgendwie beibringen kann.

D.h. schon durch das Ausprobieren und Lernen und Verstehen der Zusammenhänge und Hintergründe erzeugt Ihr Neuroplastizität! Zusätzliche! Es kann gut möglich sein, dass je mehr neue Erfahrungen Ihr macht, desto schneller baut Ihr die fehlerhaften Verbindungen und die Landkarte um!!! Bzw. durch das Lernen verkleinert Ihr den Bereich, den der Schmerz im Hirn belegt. Er nimmt weniger Raum ein. Ihr habt wieder mehr Ressourcen für Dinge frei, die Euch Spass machen. Und je mehr Dinge Ihr tut, die Euch Spass machen, desto weiter tritt der Schmerz in den Hintergrund. Ich nehme an, dann verkleinert sich das Schmerzareal oder das Areal mit den neuen Erfahrungen nimmt zu oder die neuen Erfahrungen überschreiben sogar Bereiche, die der Schmerz eingenommen hat.

D.h. geht raus unter Menschen TROTZ! Schmerz! Denn nur dort erfahrt und lernt Ihr Neues! Ja, ich weiss, das fällt am Anfang schwer. Am Anfang lernt Ihr ja neues von Euren Physio und ERgotherapeuten. Und hoffentlich auch von Euren Ärzten. Geht auf den Wochenmarkt. Ihr könnt Euch ja auch für jede neue Unternehmung (es muss ja nix grosses sein) belohnen. z.B. ein Milchkaffee im Cafe. Oder Ihr geht heute mal nur zum Spass in den Supermarkt. Wenn Euch der Lärm zu arg ist, geht zu Zeiten, wo weniger los ist. Wenn Ihr krank geschrieben seid, könnt Ihr auch am Montag oder Mittwoch nachmittag hingehen. Ihr könnt Euch ja mit Gummibärchen oder Eurer Lieblingswurst belohnen. Und vielleicht trefft Ihr dort Menschen, die sich mit Euch unterhalten. Auch das bildet neue Erfahrungen im Hirn aus. Und es tut gut! Denn soziale Kontakte stimulieren den Vagusnerv! Das hängt alles zusammen! Es gibt leider nicht die Pille dafür. Ihr müsst selber aktiv werden! Andererseits ist das auch eine gute Nachricht: Denn Ihr könnt es selber machen! Ihr habt es selbst in der Hand!

Noch was wichtiges: Lasst Euch durch Rückschläge nicht entmutigen! Ich weiss das ist schwer. Ich hab auch mal an Tagen meinen Schmerzblues, wo ich denke, die ganze Welt ist schwarz und dunkel. Und ich möchte mich am liebsten für immer verkriechen. Das geht vorbei. Morgen ist ein neuer Tag und die Welt sieht ganz anders aus.

Oft liegt es bei Schmerzen nur am Wetter oder Wetterumschwung!

Was mir auch hilft, ist dieser Blog. Das heisst ich schreibe schöne Sachen auf. Die kann man dann, wenn es einem nicht gut geht, durchlesen. Das hilft! Ihr braucht jetzt keinen Blog zu schreiben. Das klassische Tagebuch tut's auch. Ihr müsst auch keinen Roman schreiben. Könnt Ihr aber! ;-)

Oder erinnert Euch am Abend, was an dem Tag schön und gut war. Ihr werdet sicher was finden. Denn Neuroplastizität ist umdenken. Dinge anders betrachten, anders bewerten. Das ist auch lernen. Am Anfang hab ich auch vieles sehr düster gesehen. Sieht man jeden Tag kleine schöne Dinge, dann fallen sie einem auch immer öfter auf. D.h. mein Denken hat sich von schwarz zu bunt verwandelt... Wenn ich das kann, könnt Ihr das auch! Lebt das Pippi Langstrumpfprinzip. Oder das Prinzip Die Glaa aus ERH :)

Werdet kreativ! Denn Kreativität ist auch Lernen und damit Neuroplastizität. Ihr seid schlecht mit der Motorik der Hände? Lernt ein Instrument, bei dem man die Hände benutzt. Zum Spass. Gitarre oder Keyboard. Das kann man sich auch mit Youtube- Videos selber beibringen. Probieren geht über Studieren! Also los! Weg von der Couch und ab ins Leben!

Das soll übrigens nicht heissen, dass ich die Couch verdamme. Nein. Es gibt Tage, da kann auch ich nicht oder muss mich erholen. Ihr sollt jetzt nicht auf jeder Party tanzen. Das wär auch wieder kontraproduktiv. Ein gesundes Aktivsein soll einer gesunden Erholungsphase gegenüberstehen. Der eine braucht längere Erholungsphasen und unternimmt weniger. Der Typ bin ich. Rom wurde ja auch nicht an einem Tag gebaut. z.B. geh ich heut mal in die Bücherei. Dort kann ich meinem Lieblingshobbie dem Lesen frönen (ich liebe es stundenlang in den Regalen zu stöbern und die Klappentexte zu lesen) und ich treffe ein paar Leute. Immer öfter welche, die ich kenne. Auf dem Weg dahin, ich fahr mit dem Bus (es ist ganz schön weit) treff ich vielleicht meinen Lieblingsbusfahrer. Das macht gute Laune und baut mein Hirn um.

Über Eure Erfahrungsberichte würde ich mich freuen! Warum das Standardwerk Neurophysiologie so zäh ist und ich vom Gelesenen nicht viel behalte, kann ich auch erklären. Weil es nämlich nicht vom Beispiel ausgeht. Sondern von der Regel. Bei mir bleibt davon sehr wenig hängen. Da ist der Spitzer doch sehr viel besser zu verstehen! Warum sind Lernbücher immer so staubtrocken? Da macht Lernen gar keinen Spass! Und wir lernen doch am besten, wenn Lernen Spass macht? Wenn es Lehrbücher gibt, die wissen, wie wir lernen, warum wenden dann Lehrbücher selbst diese Regeln gar nicht an?

Und noch viel seltsamer finde ich, dass in der Schmerztherapie zwar das Wissen um das Gedächtnis und Lernen da ist. Alle reden vom Schmerzgedächtnis. Aber die Lernmethode für die Patienten wenden diese Regeln des Lernens gar nicht an! Haben die Verantwortlichen dann überhaupt selbst verstanden, wie das mit dem Schmerzgedächtnis funktioniert und wie man es verlernen kann? Das bezweifle ich. Da fehlen wohl noch ein paar neuronale Verknüpfungen.

Und viel Spass mit dem Comic! Und ein schönes Wochenende!

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