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Sulcus Ulnaris Syndrom
Sammy, das Krankenhausfluchttier
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21.09. bis 28.09. Heureka!

Samstag: Heute in der Bäckerei gab es ein schönes Beispiel zu lustiger menschlicher Kommunikation.
Ich war schon etwas spät dran:"Welche Brödli habter denn nu?"(Welche Brötchen habt Ihr denn noch?)
Meine Lieblingsverkäuferin:"Runde, eckige und länglichde."
Ich hatte ja eher an Mohn, Sesam, Roggen und Co gedacht... Da sieht man mal wieder wie fehleranfällig verbale Kommunikation ist. Und wie lustig. :)

Eine Unterhaltung zwischen zwei Männern beim Grillen muss ich auch noch nachreichen.
Mann 1:"Hast an Bauch dabei?"
Mann 2:"Ich hab immer mein Bauch dabei."

Heureka!
Wenn kortikale Landkartenkapazität nicht ausreicht (weil sie begrenzt ist) z.B. war die Frage, ob ein Junge, der Geige spielt (Fingerrepräsentation wächst in der Landkarte im Hirn) auch noch Fussballspielen lernen kann. Oder ob er sich aus Landkartenplatzgründen für eins von beiden entscheiden muss. Muss er nicht! Wenn nicht genügend Platz besteht, kommt zu einer Überlappung. D.h. Landkartenteile teilen sich dann unterschiedliche Bereiche. Das hat man bei Ratten nachgewiesen mit ihren Tasthaaren. Das passiert auch z.B. bei Amputationen. Dann teilen sich amputierter Arm und z.B. angrenzender Gesichtsbereich Teile der Landkarte. Das passiert dann wohl auch bei chronischen Schmerzerkrankungen.

Ich versteh jetzt wie Synästhesien entstehen.
Das Buch von Manfred Spitzer "Lernen" erklärt das richtig toll.
Das sollten Schmerzpatienten lesen! Obwohl.. damals war ich noch auf dem Punktelevel. Da hätt ich die Linien und die dreidimensionalen Objekte noch nicht verstanden

Ich wußte bisher dass es eine Körperlandkarte im Hirn gibt (den Homunkulus) und dass man den z.B. auch durch Geigespielen, Gitarrespielen (hier wird die Repräsentation der Finger größer), Fussball (wahrscheinlich die Füsse) ändern kann.

Ich wußte aber nicht, dass es an die 100 solcher Landkarten gibt. z.B. auch eine auditive und eine visuelle. Aber noch andere... Und dass diese verschiedenen Landkarten wiederum miteinander verknüpft sind, sich gegenseitig Input und Output liefern.

Dann ist ja logisch, dass wenn die Körperlandkarte durcheinandergerät, auch die damit verschalteten, durch den fehlerhaften Input aus der Körperlandkarte durcheinandergeraten. Das ist dann der Dominoeffekt...

So wird es wohl zu Synästhesien kommen! Vielleicht kommt es ja sogar zu Fehlern bei der Verschaltung der Landkarten. Dass sich Landkarten miteinander verknüpfen, die gar nicht zusammengehören.

Mein Fazit: Wenn man etwas verlernen möchte, muss man wohl etwas neues lernen, umlernen, um das fehlerhaft erlernte zu überschreiben. Das ist wahrscheinlich wie bei einer Festplatte. Wenn Ihr dort Daten endgültig löschen wollen (dass sie auch nicht wiederherstellbar sind), müßt Ihr sie entweder formatieren oder mit neuen Daten überschreiben. In beiden Fällen wird der als gelöscht markierte Bereich mit neuen Daten in Form von 0en und 1en überschrieben. Erst dann sind die Daten weg.

Dann wäre meine These: je mehr neues man lernt (z.B. ein Instrument) desto schneller kann man den fehlerhaften Bereich überschreiben.
D.h. man kann wortwörtlich die Schmerzen "verlernen" durch Lernen von neuen Dingen!
Wow!
Ich dachte immer Neuroplastizität ist was ganz besonderes. Aber das ist ja was, was ständig stattfindet. Also die Regel. Trotzdem natürlich voll cool.

Zu meiner Theorie warum Schmerzmittel bei chronisch Schmerzkranken die Sache noch schlimmer machen..
Also der Prozessor (das Hirn) ist eh schon ziemlich ausgelastet mit dem Schmerzreiz und allen anderen Reizen. Am Rechner sind also schon viele Fenster (Programme) offen. Will man jetzt nebenbei noch schnell was auf dem notepad schreiben oder per skype telefonieren (mdl. Kommunikation), tut sich der Prozessor schwer.. Das System ist eh schon ausgebremst. Nun kommt noch das Schmerzmittel dazu. Das bremst den Prozessor noch zusätzlich aus. Sei es, weil es den Prozessor bremst, oder weil das Schmerzmittel als zusätzliches Programm (Antivirenprogramm) im Hintergrund mitläuft.
D.h. das Problem wird so noch verstärkt.

Wie komm ich drauf? Ich hab es am eigenen Hirn erfahren...
Lest Euch mal die Nebenwirkungen von Lyrica, Cymbaltha, Pregabalin und Co durch! Da stehen z.B.

  • Wortfindungsprobleme
  • Vergesslichkeit
  • ...
Ich hab z.B. mit Cymbalta rechts den Bus gesehen, aber das Auto, dass von links kam, einfach nicht. Nicht weil ich blind bin, sondern weil mein Prozessor einfach schon ausgelastet ist und dafür keine Kapazität mehr frei hat. Logisch: Wenn der Prozessor noch mehr ausgebremst wird, dann funktioniert es mit dem "normalen" Denken und Handeln nicht mehr besonders gut. Das kennt Ihr ja auch, wenn Ihr am Rechner zuviele Fenster (Programme) offen habt und der Rechner plötzlich einfriert, abstürzt oder seltsame Dinge tut....

Allerdings gibt es im Spitzer-buch einen kleinen Wermutstropfen. Prost!
Die Landkarten kann man als Kind noch schnell ändern (ähnlich wie Kinder schneller die neue Sprache lernen als Erwachsene), aber als Erwachsener tut sich da in den Karten nicht so viel. Bzw. ist es mühsamer und dauert länger.

Damit versteh ich endlich was mit mir passiert! D.h. mit Lernen und Spass dabei kann man sein Hirn umbauen. Die einen tapezieren ihr Wohnzimmer, wir neuroplastizitieren unser Hirn. Und das bedeutet nix anderes, als dass wir durch Reizinput die Hirnlandkarten wieder umbauen. Was ja sowieso ständig passiert... Denn wir können ja nicht nichtlernen.

Es dauert halt länger. Also dranbleiben!

Der Comic ist aus der Fussgängerampelgeschichte vom Vogelseck entstanden. Bis letzte Woche sah man dort zwar, wenn man Richtung Buchladen wollte, ein rotes Ampelmännchen, aber sobald die Ampel auf grün umschaltete, sah man nix mehr. Beide "Löcher" waren dann schwarz.
Nur in der Spiegelung der Scheibe vom Buchladen konnte man dann das grüne Ampelmännchen sehen, dem man dem Rücken zugewandt hatte.
Inzwischen ist das grüne Männchen wieder da :)

Sonntag: Lustig... Auf dem gestrigen Spaziergang hab ich einen Kombi mit folgendem Aufkleber auf dem Kofferraumdeckel gesehen:
"Mutterschiff"

Ich les grad von Manfred Lütz "Wie Sie unvermeidlich glücklich werden". Das gibt es auch in der Höchstadter Bücherei. Da mich Bücher und Lesen glücklich machen, neue Lernerfahrungen und ich damit auch meine Landkarten im Hirn umbaue, ist das mit dem glücklich machen durch die Bücherei bei mir wortwörtlich gemeint. Ich freu mich über jeden Aha-Effekt! :)

Hier springt er von einem Philospophen zum andern (die liefen übrigens auch beim Denken herum... Es gab Wandelhallen. Die gibt es ja auch in Klöstern. Denn beim Bewegen kann man besser denken. Das kann man auch in den Hirnforschungsbüchern nachlesen) Platon, Epikur, schlägt dann einen Bogen über Geistliche (Martin Luther) und biegt dann in die Psychotherapie (Freud, Jung) ab. Epikur der Stoiker ist übrigens trotz seiner Nachdenkerei nicht besonders glücklich geworden. Als er sich den Fuss brach, hat er sich von einem Diener umbringen lassen. A ned grad des gsündeste!

Zum heutigen Gesundheitstrend (Gesundheit wird ja derzeit schon wie eine Religion verehrt) fand ich auch erstaunliches! Schon Platon hat gesagt:"Die ständige Sorge um die Gesundheit ist auch eine Krankheit."
Denn Menschen, die ständig auf Ihre Gesundheit achten, sind meistens nicht sehr gesund. Da doch lieber Carpe Diem (Nutze den Tag)! Das steht in Höchstadt übrigens Richtung Don-Bosco-Schule an einer Hauswand. Hoffentlich beherzigen das die Bewohner. ;-)
In beherzigen steckt "Herz", weil es von innen kommt.. :)

Und Freud war jetzt auch nicht die pure Lebensfreude. Auch wenn er es schon im Namen hatte. Das hat ihm wohl auch nicht viel genützt.
Apropos Freud. Psychotherapie funktioniert ja auch über den Umbau der Hirnlandkarten. Der Therapeut verändert mit dem Patienten seine Sicht auf die Welt. Ein guter Therapeut erkennt die Stärken des Patienten und hilft ihm dabei selbständig Lösungen für seine Probleme zu finden. Die Welt ein bisschen besser und netter zu sehen und gut zu sich selbst zu sein.

Wusstet Ihr, dass Patient , der Geduldige heisst? Geht mal heut in die Wartezimmer. Von den Geduldigen scheint es immer weniger zu geben. Wir haben soviel Freizeit wie nie zuvor (durch viele technische Neuerungen), verplempern sie aber auch mit den neuen Techniken. Damit erzeugen wir wieder Stress. Wir berauben uns selber der freien Zeit, anstatt sie zur Musse (Erholung) oder zum Nachdenken zu nutzen. Wir müssen wohl das Warten und die Muße, das Erholen erst wieder lernen!

Denn gesund bleibt nur der, der ausgeglichen ist. Und ausgeglichen ist nur der, der ein gesundes Gleichgewicht zwischen dem Alltagsleben und er Erholung davon hat.

Ihr könnt ja schon mal an der Bushaltestelle damit anfangen ;-)
Quatsch beiseite! ;-) In den letzten Jahren hat sich an den Bussen, Verbindungen und der Freundlichkeit der Busfahrer bei uns viel getan. In die positive Richtung! Weiter so!
Wer das nicht glaubt, darf auf morgen gespannt sein :)

In Lütz Buch bringt eine Afrikanerin es wunderschön auf den Punkt:"Ihr habt Uhren. Wir haben Zeit."
Da können wir uns von anderen Kulturen mal eine Scheibe abschneiden.

Unangenehme Dinge werden durch die Beschäftigung mit den neuen Techniken gerne verdrängt. Leid, Krankheit, Tod. Alles, was von der von der Gesellschaft festgelegten Norm abweicht. Und der sinnvolle Umgang damit. Sterben gehört nunmal zum Leben. Das singen wir sogar bei Elton John's König der Löwen Lied Circle of Life mit.

Kurzfristige Erfolge zählen inzwischen mehr als Treue und Loyalität. Das finde ich sehr schade. Ich braucht ja nur zu gucken wie man mit Stammkunden umgeht. Neukunden bekommen günstigere Tarife und Gutsies. Die treue Stammkkundschaft schaut in die Röhre. Das wird solange gutgehen, bis alle Stammkunden das Spiel nimmer mitmachen. Das Prinzip zieht sich überall in der Gesellschaft durch. Wann habt Ihr zuletzt einen Politiker gesehen, der seinen Werten treu geblieben ist? Einen Geschäftsführer, der den Namen noch verdient?

Es gibt aber Gegentendenzen. z.B. Gemeinwohlfirmen. Leider noch nicht viele davon. Diese Firmen wollen den Eigentümern und den Mitarbeitern ein Auskommen und Spass und die Arbeit sichern. Gewinne fliessen nicht an Investoren, sondern in Investitionen. Es muss ja nicht immer ein Wachstum im zweistelligen Bereich sein.

Und überhaupt... überlegt mal, wenn alle so denken würden! Dann gäbe es keine Menschen, die Eherenämter (freiwillige Feuerwehr, rotes Kreuz, Vdk, Sportvereine ...) bekleiden. Viele Vereine kennen das Problem. Sie finden keine Nachfolger. Stellt Euch vor, es brennt und keiner kommt! Es passiert ein Unfall auf der Autobahn und es kommt keine Hilfe.

Bei der Comicausstellung hat mir mein Helfer erklärt, dass ich ja auch mit der Ausstellung ehrenamtlich tätig bin. Das war mir gar ned bewusst. Das hat Spass gemacht! Deswegen hab ich es gemacht. Es hat mir viel gegeben. Erfahrung. Und hat sicher meine Hirnlandkarten etwas umgebaut. ;-)

Lütz stellt fest, dass viele Menschen in Leid, Krankheit, Schuld und Schmerz wahres Glück finden. Es geht also. Auch in der heutigen Zeit! Oft sind die Menschen, die viele Schicksalsschläge erleiden, die, die zu sich selbst finden und aus den Schicksalschlägen neue Kraft schöpfen. Die Energie sinnvoll ein- und umsetzen!

Bitte verwechselt Erfolg nicht mit Gelingen! Wer erfolgreich ist, muss nicht auch ein gelungenes Leben haben. Was Erfolg ist, wird von der Gesellschaft definiert. Ist also auch wieder eine gesellschaftliche Norm. Jeder, der nicht dieser Norm entspricht, wird damit zum Problem umdefiniert. Das finde ich problematisch.

Denn wenn eine Ausnahme nicht zu einer Regel (die gesellschaftliche Norm ist ja in gewisser Weise eine Regel) passt, dann muss man die Regel ändern und nicht die Ausnahme. Lustigerweise passiert in unserem Hirn genau das beim Lernen. Unser Hirn lernt anhand von Beispielen und erstellt daraus Regeln. Das passiert zum Glück unbewußt. Erkennt unser Hirn eine Ausnahme, die in eine bestehende Regel nicht passt, ändert es die Regel.
Unsere Gesellschaft macht dies nicht so. Da könnte man auch fragen: Wo isn des Hirn?

Denn der normgerechte Erfolg hängt von vielen Faktoren ab, auf die der einzelne wenig Einfluss hat. Mancher Lebenslauf verläuft halt nicht der gesellschaftlichen Norm gerecht. Vielleicht weil er Fähigkeiten, die in der Normgesellschaft erwartet werden, einfach nicht hat. Dafür hat er andere Qualitäten!

Deswegen kann auch ein Mensch, der keinen Erfolg hat, ein gelungenes Leben führen.

Wie das?
Ich glaube, das sind Menschen, die sich selber über Ihr eigenes Schaffen freuen. Die sich auf ihre eigenen Stärken (und die hat ja jeder Mensch) besinnen und sie nutzen! Die keine Bestätigung von Dritten brauchen. Die sich nicht über das Haben sondern über das Sein definieren. Die wissen wer sie sind und ihren Werten auch in schwierigen Zeiten treu bleiben. Das ist mutig. Das ist ehrlich, aufrichtig und wahrhaftig.

Klar ist das schön, wenn das, was man tut auch anderen gefällt. Aber sie sind nicht darauf angewiesen. Ihr Antrieb ist ein anderer. Der kommt von Innen.

Von dort kommt a der heutige Comic! :)
Des is herrlich doppeldeutig!

Ich weiss ja ned, immer wenn ich an einer Pferdekoppel vorbeikomm, scheissens oder pinkelns.. die Pferdli...
Ich hoff, des liechd ned o mir! ;-)
Vill Spass!

Montag: Urlaub vorbei. Endlich widder Busfahren!
Der Bus is etzerd widder fuller. In Hannberg sung zwei junge Männer mit: "Is do no frei?" ein Platz! Etz müssmer bal wecher Überfüllung zumachen.

An der Ampel beim langen Johann steht neben uns ein Auto mit dem Nummernschild: ERH - OK. Des find ich voll okay.

Am Bahnsteig zündsi mei Busnachbar sei Zigaretten o.
Ich deut auf sein Glimmstengel:"Die is so schee grod und glatt. Drehsd di selber?"
Er:"Ich drehe nicht, ich stopfe."

Des kenni höchstens vo Socken. Etz habi as Bild vo am Stopfpilz im Kopf...

Der ICE um 7:08 Uhr nach München fällt heute wegen der Sturmschäden aus. Unser Zuuch kummd zur Abwechslung mal widder.

Ein Mann in der U3 hat einen Ring zwischen beiden Nasenlöchern. Früher hamm des bloss die Rindviecher ghabt. Ich frach mich immer, wie der sich schneuzen dud, wenner an Schnupfen had... Des muss doch weh do.

Als Kind habi mer amol Tic-Tac in die Nasn gsteckt. Die weissen! Und dann sins nimmer nausganga... Mei had des brennd! Aber heid dädi des nimmer machen.

Am Rathenauplatz hüpft in der grad ankommenden Gegen-U-Bahn ein Mann vor der Tür herum. Ich glaab ned, dassi deswegn schneller aufgeht.

Die Strassenbahn riecht nach nasser Hund. Der hat mich gestern überfallen. Der Schäferhund des Nachbarn hat sich auf mich gestürzt. Vor Freud. Der hod mi bal umgschmissen, weil er gstreichelt wern wolld. Den Dooch davor woar's a Katz. Den Dooch davor die Nachbarin. Die habi ned gstreichelt. Die had as zuhörn brauchd. So braucht hald jeder sei Streicheleinheiten.... So verschieden sin Menschen und Viecher goar ned.

Sie hod mer derzählt, dassi immer widder flüchtige Altenheimbewohner auf den richtigen Weg bringt. Ich hab amol an Mo gholfn, der mit seim Rollstuhl festgsteckt is. Ob der a auf der Flucht woar? Jesses! Dann bini goar a Fluchthelfer!

Schee is die aane Fraa, die mit ihrm Rollator und ihrm Dackel rumdackelt. Die wohna alla zwaa im Altenheim. Mitnand. Ein Herz und eine Seele. Der Dackel hat mer a scho die Händ ogschleckt. Vielleicht liegt mei Zutraulichkeit ja o meim Geruch. Gibt's Pheromone auf die Viecher und Menschen losgenga?

In der Eisdiele hör ich folgende Gesprechsfetzen...
"Do fragn die Leut, wie's an geht. Und wenn mer no ned amol an ersten Satz gsachd hod, dann sagns glei: Des habi a! Bloss nu vill schlimmer. Und die Leut sin immer im Stress. Wennsd dann frägsd warum, sagns: Ich muss zum grillen."

Heut klingelts Telefon. Des kummd manchmal vor. Mei Mama geht no.
Is die Hausarztpraxis: "Hamm Sie vorhin wegen Blutungen angerufen?"
Mei Mama:"Bei mir blud nix."

Am Freitag habi vo der Bücherei hammwärtsi den Bus grad nu derwischd. Er hält. Ich kumm vo hinten angespurtet.
Er hat mi gseng und vorn aufgmacht.
Der Busfahrer begrüsst mich mit den Worten:"Sie sin aber schnell!"

Ab Schillerplatz hatt ich den Bus für mich allein. Grosser Wagen mit Chaffeur :)

Deswegn gibt's heut an Buscomic!
Der hod a die Erlanger Stadtwerke gfalln und is scho letzter Woch auf denna ihra Facebookseiten gland :)
Da sag nu aaner,dass Busfahrn kann Spass macht!

Dienstag: Die Sternlein funkeln und des blaue Wunder kummd! Des is doch wunderbar!

Lustig. Immer wenn mir an der Arzt-Praxis am Polizeikreisel vorbeifahrn, geht dort drom im 1. Stock as Licht o. Vielleicht wart dortn die Erleuchtung. Dann muss sie nu warten. Den nächsten Termin dortn habi erschd im Oktober.

Hab mein Rucksack auf'm Schoß, weil der Druck den Schmerz lindert und mein Trafohäuschen beruhigt.
Der Schoß ist schon ein komisches Köperteil. Sitzt mer isser do. Steht mer isser fort.

Mir sin heut a weng später am Bahnsteig. Es rentiert sich nimmer, dass sich mei Busnachbar a Zigaretten ozünd. Er stellt sich in des Raucherviereck.
Ich:"Dusd heut passiv rauchen?"

Der Zug kommt scho. Mir erwischen heut jeder an Gangplatz. Nebeneinander. Er in Fahrtrichtung. Ich dagegen.
Ich:"Ich fahr heut in die Gegenrichtung."
Er schmunzelt.

Die Piercingfraktion is a im Zug. Auf ihrm Sweatshirt steht:"Winter is coming."
Des dauert scho nu a weng. Etz kummd ersch amol der Herbst.

Vor Unterfarrnbach legt unser Zug ein Päuschen ein. Des kanni gut versteh. Ich bin a scho widder müd.

Ein Güterzug rauscht in die Gegenrichtung an uns vorbei. Dann is nix schlimms. Bloss widder a Gleisbelegungsstörung.

Wenn a medizinscher Notfall an Bord passiert, dann machen's ja a Durchsag, ob a Arzt an Bord is.
Ich wart drauf, dass bei einer Gleisbelegungstörung fragn, ob a Psychologe oder Psychiater an Bord is. Ich däd gern mol seng, wie der dem Zug gut zureden dud...

Apropos Ausnahmesituationen... Amol im Winter - da gab's noch Raucherabteile und die alten Waggons mit die schweren Türen im Bummelzug - is im Zuuch die Heizung ausgfalln. Dann hat er nu ewig Verspätung unterwegs ghabt. Also mir sin mehr gstandn wie gfahrn. Und woarn alla zammgfrorn. Da kam der Schaffner gut gelaunt ins Abteil und macht Späßli über die Heizung. Den hätten's fast glyncht. Do wär so a Psychologe vielleicht a ganz hilfreich gwen. Vielleicht hättens ner aber a bloss nausgschmissen zum Zuuch. Wärmer und pünktlicher wär mer damit ja a ned worn.

Wir erreichen Fürth. Post und Sparkasse leuchtet uns entgegen. Warum is des Sparkassensymbol eigentlich so a komisches verdrehtes Fragezeichen? Wissens ned, was mit'm Geld machen solln?

Die Frau neben mir guckt auf ihrm Handy an Film im Breitbildformat. Breitbild is der Film, ned die Frau.

Wir erreichen Nürnberg. Ich seh die Lokhalle... Na.. so heißt des ned. Ah. Etz fällt's mer wie Schuppen vo die Augn. Des heißt Lokschuppen.

Parallel zur kurz vor uns losgefahrenen S1 stehen wir in Steinbühl herum. Mal schaua wer des Rennen diesmal gwinnt. Heit is die S-Bahn. Mir derfen aber a glei fahrn. Hams doch nu a Landebahn für uns gfunna.

Es niest und hustet um mich rum. An der Inkrementation von Niesen und Husten merkst dass Herbst wird.

U3. Des Rindviech vo gestern is a widder do. Muh!

Rathenauplatz. Da steht: "Denken heißt vergleichen."
Denken is a lernen. Neuroplastizität.

190 Fahrtreppen (besser bekannt unter dem Begriff: Rolltreppe) wartet die VAG. Sagt des VAG-Quiz. Dinge, die ich niemals wissen wollte. Etz kannis nimmer vergessen... Und fast alla Dooch derwischi su a Treppn, die's grod warten, weil's widder hie is. Do kannst lang warten, dass die losfährt oder losrollt. Wahrscheinlich kummd daher der Begriff "Warten".
"Mir warten die Treppen. Etz wartst!"

Maxfeld. Do steht:"Wenn man merkt worauf es im Leben ankommt, hört man auf gesprächig zu werden."
Reden is Silber und Schweigen is Gold. Des siggd mer dann an olde Ehebärli, wenn sie sie ohne Worte verstehn. Wie der Dackel und sei Fraula vom Altenheim.

Friedrich-Ebert-Platz: An der Rolltreppe Richtung Strassenbahn überhole ich eine Parfümduftwolke. Dera muss heit früh des Fläschla ausgrutscht sei.

Die Strassenbahn soll in 2 Minuten kumma. Dabei is scho do!

Ich bin verwirrt. In der Strassenbahn um 07:03 Uhr früh machen's Werbung für des 9 Uhr - Abo.

Hamwärtsi im 30iger les ich den Spruch des Tages:"Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden."
Des wird dem wurschd sei. Der wird Altwerden a schee fina.

Heimwärts im 203E. Unterhalb vom Busbahnhof liegn blaue Rohrteile. Wenn des amol fertig is, hamms a ganz schee langer Leitung.

Neulich beim Metzger. Es gibt Kesselfleisch. Der Laden steht fuller Leut. As Telefon klingelt. Der Anrufer will wissen was sie alles hamm.
Verkäuferin am Telefon:"Ich muss etz weiterbediena. Der Laden steht fuller Leut."
Zum Abschluss will der Anrufer nu wissen bis wann's was gibt.
Die Antwort kriegter aus der Warteschlange:"Wenn's goar is, is goar."

Des Plakat der VAG in den Katakomben des Nürnberger Hauptbahnhofs hat mich neulich verwirrt. Deswegn habi an Comic drüber gmacht.

Neugierig geworden, hab ich mich mal umgehört, was es da für Möglichkeiten gibt. Ich hatte an Braille-Fahrpläne gedacht.
Das gibt's wohl eher weniger. Stattdessen gibt es an den Haltestellen Knöpfe, wo man sich die nächsten Verbindungen ansagen lassen kann. Und es gibt Apps, die einem ebenfalls die Verbindungen vorlesen können.

Lustigerweise spielt in dem Psychothriller "Der Augensammler" von Sebstian Fitzek auch eine Blinde Frau eine Hauptrolle. Ihren Blindenhund hat sie den witzigen Namen "TomTom" wie das Navigationsgerät gegeben.

Mittwoch: 6:25 Uhr. Am Bahnsteig stehen viele Menschen (mehr als üblich) und ein Güterzug, der dort um die Uhrzeit definitiv nicht hingehört. An der Anzeige steht dass der Zug um 6:03 Uhr Richtung Nürnberg + 30 Minuten (Minus währe auch sehr seltsam gewesen) Verspätung hat. Unser Zug ist mit 6:29 Uhr ohne Verspätung angegeben.
Wir stehen da und wundern uns. Da kommt die Ansage:"Der Zug um 6:29 Uhr fällt heute aus."
Und etz? Mehr Info kriegn mer ned. Mehr werns selber noned wissen.

Ich sag zu meim Busnachbarn:"Ich nehm den Bus. Du auch?"
Er:"Ich nehm die nächste S-Bahn."
Ich verabschiede mich. Weit bin ich noch nicht gelaufen, da holt er mich mit den Worten ein: "Ich wollte doch auf Nummer sicher gehen."
Er meint, es ist immer so, beim ersten Frost würde immer irgendwas einfrieren und die Züge nicht fahren. Dann dauert es in der Regel ein paar Tage bis alles trocken und frostrei ist und dann klappt es.

Der 290 iger Bus ist voll, wir quetschen uns in den nächsten 30iger. Der Fahrer gestikuliert wild, dass wir hinten einsteigen sollen. Da stehn wir dann. Lang halt ich das nicht aus. Meine Hände machen das nicht mit und meine Füsse brennen derart wie Feuer, dass mir vor Schmerzen schon schlecht wird. Ich kann nimmer! Also fass ich meinen Mut zusammen und stupse (Kopfhörer) und spreche das Mädchen, das auf dem Klappsitz neben mir sitzt, an:"Entschuldigung. Ich kann nicht so lange stehen. Dürft ich mich bitte setzen?"
Sie überläßt mir den Klappsitz auf dem ich dankbar und mit einem "Danke!" niedersinke. Ich hatte nicht damit gerechnet. Das war nett. Und total schön.

Der rechte Arm (Autsch-Allodyne) leidet unter dem Aussenkontakt mit Gegenständen und Menschen. Jede leichte Berührung tut sakrisch weh. Aber das lässt sich nun mal im übervollen Bus nicht ändern. Ich bin ja schon froh, dass ich sitzen darf. Lang hätt ich das nimmer gepackt.

Da bist scho fertig, wennsd auf Ärbert okummsd...

Heut war wohl der Wurm drin beim Zugfahren. In Bamberg machte ein Stellwerk Probleme und zwischen Vach und Eltersdorf gab es einen Oberleitungsschaden und ein paar defekte Züge kamen auch noch dazu. In Nürnberg Dürrenhof gab es auch noch eine Weichenstörung. Den Schienenersatzverkehr (wie ich finde ein tolles Wort!;) gab es erst später. In den Genuss simmer ned gekommen. Deswegen konnten wir heute empathisch mit ölsardinen in der Dose mitfühlen und spüren. Obwohl die spüren ja nix mehr die Sardinen. Erst um 16:30 Uhr war die Strecke zwischen Eltersdorf und Vach wieder voll befahrbar. Das Problem am Stellwerk in Bamberg wurde gegen 18:00 Uhr behoben.

Bürogschmarri...
Ich erzähl vom Zugausfall und dass mei Busnachbar gmeint hat, dass des ganz normal beim ersten Frost für die Bahn is.
Mei Kolleg:"Des derferd doch ned sei. Do hamms Prestigetrassen und die neueste ICE-Technik einerseits und soviel Defekte und Ausfäll andrerseits. Des is wie bei der Bundeswehr. Do hamm die deutschen Soldaten Gwehre, die ned gradaus schiessen und Flugzeug, die ned fliegn. Aber Deutschland is Rüstungsexportweltmeister. Des bassd doch ned zamm!"

Kollege am Telefon:"Ja, hallo. Ich bins nochmal. Darf ich Dir nochmal mei Ding zeigen?"

Heimwärts seh ich von der 4er Strassenbahn aus ein Plakat mit dem Spruch:"Maultaschen gehen immer!"
Die hamm doch ka Füß. Wo gehn's denn hie?

In der Strassenbahn riechts nach Hundekot. Hab scho mei Schuhsohlen inspiziert. Ich bins ned!

Das VAG-Quiz fragt wieder wieviele Fahrgäste ein Solobus mitnehmen kann...
Wenn er jemand mitnimmt, isser doch nimmer solo...
Quizfrage meinerseits: Was isn des Gegenteil vo solo? Der 30iger Bus vo heit früh.

Heut besorg ich noch was in Erlangen und möcherd gern mit dem 203E um 14:03 Uhr fahren. Der Bus woar do. Der Fahrer ned. Also der Bus is ned allaans kumma. Aber do gibt's an Fahrerwechsel. Normalerweis. Die Ablösung is aber ned kumma. Und deswegn is der Bus a ned gfahrn, obwohl er do woar. Die meisten sin dann mit dem 205er um 15:16 Uhr gfahrn. Der hat zwar länger braucht, aber dafür war alles komplett do, was mer braucht hamm. A mol schee. Sichd mer amol widder wos andersch. Sightseeing in der Prärie.

Soderla, des woar's für heit. Schau mer mal ob mer morgn widder Zug fahrn derfen...

Donnerstag: Heut kummd der 203er vor dem 205er. Des hat mi so durcheinanderbracht. Fast wäri ned eigstiegn.

Wie mei Busnachbar einsteigt, kummd ihm a Frau entgegen, die den Busfahrer was fragen will. Und versperrt ihm kurz den Weg. Etz wasi Bescheid. Etz kummder.

Ich:"Gegenverkehr."
Er:"Ts... jeden Tag was neues."

Heut hat der Zug zur Abwechslung mal ca. 10 Minuten Verspätung. Ich frach mich immer wie mer des definiert: "ca".... Wegen Verzögerungen im Betriebsablauf. Aha. A Gleisbelegungsstörung.

Die Bahn hat zuvill Züch für zu wenig Gleis. Des hamms eigspart, verkauft oder stillglechd. Und etz fehlts hint und vorn. Da könner die Bahnmitarbeiter nix dafür. Der Fehler liechd im System.

Die Woch war der Zug vo die 4 x etzerdla 50 Prozent pünktlich. Des is wie auf Ärbert. Wir nähern uns dem Ergebnis an.

Immerhin gibt's heut statt Stehplatz, Klappsitz und ölsardinenfeeling an gemütlichen Doppelsitz IN Fahrtrichtung. Freu!

Vier Reihen vor uns hört einer so laut Musik mit sei Kopfhörer, dassis nu mithörn muss. Gute-Laune plärrt durchs Abteil. Des kanni um die Uhrzeit noned vertragn. Uagh!

Warum heißt des eigentlich Kopfhörer? Mer hört doch mit die Ohren. Gut. Des Hirn spielt dabei a entscheidende Rolle. Aber ned vill bei dera Musik.

Um 6:55 Uhr stehen wir in Steinbühl herum. Ich muss grad an a Mädel ausm Bus denken.
Die hat amol gsachd:"Dafür, daß der Zug so oft Verspätung hat, isser fei ganz schee teuer."

Um 5:59 Uhr simmer dann in Nürnberg eingelaufen. Naa. Ned gschrumpft. Ich woar vorher a ned größer.

Auf dem Bahnsteig gegenüber steht ein Dampfer. Ich hab des bis vor kurzem noch für a Schiff ghalten.

U3: Ich bin in Gedanken... Da ertönt: "Nächster Halt Max fällt."
Wo fällt er denn hie und warum? Entwarnung. Ach so.. des hat Maxfeld heissen solln....

Auf dem Weg von der Strassenbahn zur Arbeit fällt mein Blick auf ein Wahlplakat für das Jugendparlament. Da kandidiert eine Cheyenne. Des is doch a Indianerstamm. Darf mer in Deutschland seine Kinder nach die Indianerstämm nenna? Sioux, Apache, Cree, Nahani ...

Der Comic is vom Wochenend. Ausgmalt habin heut Nacht. Do hadder mi ned schlafen lassen.
Vill Spass!

Freitag: Heut woar alles ganz andersch. Heut is zur Abwechslung mol der 203er ned kumma. Mit'm 205er bini dann auf Gut Glück bis zum Bahnhof gfahrn und hab mi dortn neben mein Busnachbarn gstellt wie i gseng hab, dasser ka Anstalten gmacht hat, eizusteign. Naja. Der 203E kummd ja dann nach 6 Uhr a und der is schneller.

Ich:"Mit dem 205er wollst ned fahrn?"
Er:"Der braucht doch ewig."

Bloss weil a Bus eher fährt, hassd des nu lang ned, dasser ehra okummd.

Also stemmer hald nu 25 Minuten am Bahnhof umanand. Im Bett wär's schenner gwesen.

Dann kummd der A3 Bus. Wir finden auch noch ein Plätzchen. Der Bus fährt heut aber aussenrum. Also die 203er Strecke und sammelt die stehengebliebenen und nicht fortgekommenen ein.
Des find ich schee. Amol dass aaner mitdenkt und mitfühlt und einfach tut, was richtig ist. Ein empathischer praktischer Busfahrer. Und ka so Muffel wie früher. Ich frei mi.

Um 6:40 Uhr simmer dann am Busbahnhof. Wir wollen die S1 um 6:44 Uhr nehmen. Aber die mag ned. Die hat heut 10 Minuten Verspätung. Dann braung mer etz nimmer hetzen.

Etz mussi lachen! :) Auf der Anzeige steht: 6:29 RE hat ca. 20 Minuten Verspätung.
Der is nu goar ned gfahrn! Des hassd, sogoar wenn der Bus kumma wär , wär mer etz a noni weiter.

Die S-Bahn ist zwar scho do, aber soll ja erst nach dem RE fahren. Also gemmer zum RE auf's Gleis.
An der Anzeige steht was von einer technischen Störung.
Mein Busnachbar:"Das glaub ich ned. Sonst könnt ja die S-Bahn nicht pünktlich fahren."
Er meint die von 6:19 Uhr. Die scheint nämlich gfahrn zu sei.

Auf dem Bahnsteig spricht uns ein ratlos erscheinender Mann an: "Entschuldigung. Mit welchem muss ich denn jetzt fahren, wenn ich nach Nürnberg will?"
Ich:"Den oder die S-Bahn. Kommt drauf an, welcher zuerst fährt."
Mein Busnachbar:"Ich tippe auf den hier."

Der Mann:"Ich fahr ja ned oft Zug. Aber immer wenn ich fahr, is sowas. Ich werd noch verrückt."
Des hilft fei a nix. Ob die Bahn von Psychologen und Psychotherapeuten pro Verspätung und Zugausfall a Provision bekommt?

Er kommt. Mir fahrn. In Nürnberg ertönt die Ansage:"Wir erreichen in Kürze Nürnberg. Aufgrund eines liegengebliebenen Güterzuges haben wir 18 Minuten Verspätung."

Etz wissmer wenigstens warum. Wenn mer zu wenig Gleis hat und zuvill Züg und dann auf dem wenig Gleis nu aaner liegen bleibt, dann geht hald a nimmer vill. Des is wie in der IT, wenn mer zuvill Workaroundlösungen hat. Irgendwann fliegen die einem alle um die Ohren. Deswegn sollerd mers immer gleich gscheid machen. Des is a scho widder Scrum. Für mich is des einfach logisch.

Die Woch will mir der liebe Gott wohl beibringen, gelassener zu werden und auf Menschen zu vertrauen und sie auch mal um Hilfe zu bitten.
Ich hab die Lektion verstanden. ;-)
Das waren meine zwei Riesenportionen Glücksmomente in einer anstrengenden Woche. Die Momente, in denen die Seele die Ewigkeit berührt. Es menschelt wieder. Danke Euch allen!

Vielleicht braucht es Ausnahmesituationen und Probleme um das Menscheln wieder möglich zu machen. Nach allem, was ich diese Woche schönes erleben durfte, scheint es so. :)

Heut stempel ich 18 Minuten später mit einem breiten Grinsen im Gsicht ein.

Und mit diesem Comic menschel ich zurück. :)
Unser Bürosenior geht in Altersteilzeit und wird nimmer lang da sein. Als echtes Urgestein hat einen ungeheuren Wissenschatz und greift einem ohne grosse Worte unter die Arme, wenn man Hilfe braucht. Das hat er neulich wirklich so gesagt und jetzt kriegt er seinen Comic Retour :)
Meine Art der Wertschätzung. Ich hoffe, es gefällt ihm und er kann schmunzeln.

Ich wünsche Euch viel Spass und ein schönes Wochenende!

 
Das Ampelmännchen Sandra Jaeger 2018
Ursache und Wirkung Sandra Jaeger 2018
Stop Sandra Jaeger 2018
Das Plakat Sandra Jaeger 2018
Broedli Sandra Jaeger 2018
Altersteilzeit Sandra Jaeger 2018
29.09. bis 05.10. Do is wos los...

Sonntag: Was ned alles gibt...

Am Freitag ab 17:00 Uhr woar in der Aischtalhalle Weibsenkram. A Flohmarkt für Frauen.
Das war etwas unglücklich ausgedrückt. Also es war kein Flohmarkt, bei dem Männer sich ihrer Frauen entledigen konnten. Sondern die Damen konnten ihre Klamotten oder was immer sie gerne loswerden wollten, dort verkaufen.

Hat 1 Euro Eintritt kost. Ich woar neugierig. Ausserdem will ich ja neues lernen um mein Schmerzgedächtnis irgendwann zu überschreiben. Also bini hi.

Ich hab mer etz ned vill derwart. Es woar ganz schee. Vill Diiesch (Tische) und Kleiderständer. Hald vill Glamodden und Schuh. Ich hab mer gedacht, guckst amol. A su verhaltensforschungstechnisch. Ich bin ja etz ned a typische Fraa. Ich wollt amol gucken wie die so in freier Wildbahn sin. Es woar fei schee. Ich bin um halba sechsa hi. Do woar's noned ganz su full. Ich hab gschaut, ob ich vielleicht a Comic-T-shirt find.

Mit am Peanuts Woodstock T-shirt und am Comic-Elfen-Sweatshirt bini hamm. Des ganze für 8 Euro + 1 Euro Eintritt. Vill Comiczeuch woar ned dortn. Zwaa Kinnderhemerdli nu. Mit Glitzer. Des woar no nie meins.

Ich woar schnell durch. Scanner-Muster-Blick sei Dank. Des is ähnlich dem Röntgenblick vom Superman. Bloss a weng andersch. Andersch kömmer gut.

Wie ich nausgeh, kummd a Mo (ein Mann) mit mehreren Frauen (sein Harem, naa, wahrscheinlich woar's bloss der Fahrer) zur Tür rein.
Er sichd die vielen Ständ und die vielen Frauen und sachd:"Um Gottes Willen!"

Gestern woar ich in am Laden. Weit und breit keiner zu sehen.
Auf amol ertönt eine Stimme vo der Ladentheke (ich hab erschd gmaand die spricht... dabei habi non ned amol a Schmerzmittel gnumma. A ned grod as gsündeste).
Stimme:"Ich bin in der Versenkung."
Dann is auftaucht, die Verkäuferin...

Am Töpfla (einer Kneipe) hängt a Plakat. Auf dem steht:
Tiersegnung für Groß- und Kleinvieh am 03. Oktober am Marktplatz um 14:00 Uhr.
Drauf abgebild, sin nu Ochs oder Kuh, Katz und Hund.
Für die musikalische Begleitung sorgt die Hornochsenband. Des bassd ja.

Dodraus habi an Comic gmacht. Ich hoff, er kummd o. Vill Spass!

Ach so.. und des Altenheim in Etzelskerng feiert a. Am 30.09. Ich glaab as 30jährige Bestehen. Die Bevölkerung (a komisches Wort) is herzlich dazu eigladn.

Und a Zirkus is a nu bis einschliesslich 30.09. auf'm Festplatz. Aber ich hab die Woch scho genuch Zirkus ghabt.

Mei Lieblingsbäckereifrau (die mit die Brödli ;-) red ihr Kundschaft immer im Dialekt an. Also Berliner in Berlinerisch, Kölner in Kölsch (ned des Bier),... und Franken hald ehrlich und direkt. Weil mir des aufgfalln is, habi si gestern drauf ogsprochn.
Sie:"Des schafft a Vertrauensbasis zur Kundschaft."
Siggsdes. Mei Red. Mer muss die Leut do abhulln wu si sin. Ansonsten wird des nix. ;-)
Ich find, do kennerd sich mancher a grosser Scheibm davo abschneidn.

Hab die Woch a nu a Erfolgserlebnis ghabt. Mei Trafohäusle weckt mich alla Nacht (aber inzwischen bloss nu amol!) so um 12:00 Uhr auf. Dann bin ich total unruhig und kann nimmer einschlafen. Die Beine zucken und jucken. Die Bettdecke ist unerträglich. Normalerweis tappi dann in die Küch und mal. Meistens treffi dortn mei Mama. Dera geht's genauso. Die häkelt. Des is ihr ZNS-Beruhigungsstrategie.

Desmol habi ned erschd a halbe oder dreiviertel Stund in der Küch hocken meng. Also habi Yoga ausprobiert. Und es hat am Donnerstag geklappt. In a Viertelstund konnt ich widder ins Bett und weiterschlafen.

Die nächsten Nächte hat es leider ned funktioniert. Ich brings momentan ned runter. Liechd wahrscheinlich am Wetterumschwung der demnächst kumma soll.

Und des Buch "Schmerzen verlernen" von Jutta Richter les ich auch grad. Mal schauen, was die noch für Tricks auf Lager hat. Viele decken sich mit dem, was ich inzwischen auch herausgefunden habe und was ich eh schon mache. Einiges funktioniert bei mir garantiert nicht. Aber das ein oder andere wird schon dabei sein.

Was meine persönliche Schmerz- und Ursachenforschung angeht, hab ich auch wieder neues rausgefunden. Ich glaub dass des an einem zu niedrigen Cortisol-Spiegel liegt. Ich hab immer kalte Händ und Füss. Des tät auch dazu passen. Wenn man nämlich zu lange Stress hat (sei es, weil man zu reizempfindlich auf die Umwelt reagiert, oder chronischen Schmerz hat, oder auf Arbeit und im öffentlichen Nahverkehr zuviel los ist), dann kann genau das passieren. Also ist chronischer Schmerz eine Stresskrankheit. D.h. Ihr könnt es alle bekommen. Ob es chronische Schmerzen auch in Naturvölkern gibt? Wenn nicht, isses ja ne Zivilisationskrankheit. Davon geh ich mal aus.

Würde dazu passen, dass ich sehr engagierte Kollegen habe, die in einem Projekt immer alles geben, gegen alle Widrigkeiten mit Überstunden und allem, was dazugehölrt, und über chronische Schmerzen in Hals, Nacken oder Rücken klagen. D.h. die hatten keinen Unfall. Aber das Ergebnis is dasselbe. Weil mer halt so lang sitzt und der Mensch ned zum Sitzen sondern zum Bewegen gemacht ist.

Da sagt die Nebenniere: "Hab mich doch gern!" und stellt die Cortisolproduktion ein. A ned grod as gsündeste.
Ergebnis:
Man wird reizbarer und zerstreuter. Ich hatte diese Woche viele Wortfindungsprobleme und Wortverbuchslungen. Kalte Hände und Füsse gibt's gratis dazu. Und öfter auf's Klo rennt Ihr auch.

Man hat ein starkes Verlangen nach süßen und salzigen Lebensmitteln. Yep. Das hat einen Grund.

Süße und salzige Lebensmittel erfüllen in unserem Körper verschiedene Funktionen, die für Betroffene einer Nebennierenerschöpfung meist Erleichterung bedeuten. Süßes liefert schnell Energie und Salziges gleicht den Mineralverlust aus, der durch einen oft vermehrten Harndrang ausgelöst wird.

"Die Nebennierenrinde ist verantwortlich für die Produktion von Aldosteron, einem Mineralkortikoid, das in unserem Flüssigkeitshaushalt eine Rolle spielt. Ist die Nebenniere in ihrer Hormonproduktion beeinträchtigt, liefert die Nebennierenrinde auch weniger Aldosteron und wir scheiden mehr Mineralstoffe über den Urin aus. Das heißt, dass Betroffene nicht mehr in der Lage sind Salz, Kalium und Magnesium im Blut richtig auszubalancieren. Um diesen Mineralienverlust auszugleichen, verspüren wir dann förmlich Heißhunger auf salzige Lebensmittel, wie Chips oder Salzstangen. Wenn du das bei dir beobachten kannst, kann es sein, dass du bereits unter einer Nebennierenerschöpfung leidest." (Quelle: http://nebennierenhilfe.de/symptome/)

Dazu würde auch passen, dass ich Geräusche, Gerüche (äßere Reize) immer intensiver wahrnehmen. Je niedriger der Cortisolspiegel, desto reizempfindlicher wird man. Das hängt also alles zusammen.

Mich interessiert jetzt noch warum Dystonien entstehen. Die Ursache dafür ist wohl ein Ungleichgewicht (Dysbalance) in den Basalganglien bzw. ein gestörter Kreislauf dort (Handbook of Dystonia). Der Thalamus (das Einfallstor der Reize: Gerüche, Geräusche ...) ist mit den Basalganglien verbunden. Die Basalganglien regeln auch die Motorik. Wenn jetzt bei den Reizen irgendwas schiefgeht, sie intensiver werden, dann dürfte das bei einer Verbindung der beiden auch Auswirkungen auf die Basalganglien und infolgedessen auf die Motorik haben.

Das würde auch erklären warum AD(H)Sler und Autisten Probleme mit der Motorik haben. Genau wie chronisch Schmerzkranke. Das wird wohl derselbe Mechanismus sein.

Auch AD(H)Sler und Autisten können Reize nicht richtig filtern.

Bei Stresserkrankungen scheint mir also derselbe Mechanismus anzuspringen. Da aufgrund der Arbeitsverdichtung sich die Problematik und deren gesundheitliche Folgen weiterhin verschärft, dürften Forschungen in diese Richtung zukünftig für die Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft auch immer interessanter werden.

Ich glaube nämlich, dass Autisten und AD(H)Sler, Kinder, Ältere und chronisch Kranke die "Wildbienen" unter den Menschen sind. Die am ersten unter den veränderten Lebensbedingungen und Umwelteinflüssen leiden.

Leider ist es so, dass so etwas erst auf Interesse stößt, wenn es die breite Masse betrifft. Ich hoffe, dann ist es noch nicht zu spät.

Und erzählt mir bitte nicht, Ihr seid nicht von Stress und immer größerer Arbeitsverdichtung (mehr Arbeit bei kleiner werdender Mitarbeiterzahl) betroffen! Und Ihr fahrt sicher immer entspannt auf Arbeit und kommt dann gut gelaunt abends nach Hause. Wer das kann, hat meine volle Bewunderung. Der darf mir auch gerne sein Erfolgsrezept verraten. Am Besten der gesamten Wissenschaft.

Ja, ich weiss. Es muss immer ein gesundes Gleichgwicht zwischen Stress und Entspannung geben. Das sagt sich sehr leicht. Wenn ich um 14:00 Uhr nach 8-stündiger Unterwegsseierei nach Hause komme, dann bin ich erstmal k.o.
Teilweise nicht mal ansprechbar. Ich brauche meine Ruhe.

Dann geh ich spazieren, lese..., mache Sport , gehe zu meiner Physio und Ergo. Sprich den Rest des Tages arbeite ich hart daran mich zu entspannen. Es ist nicht einfach. Mit einem chronischen Schmerzsyndrom ist es noch schwerer!

Wie oft schafft Ihr das denn Euch auszuruhen? Einfach mal nix zu machen und die Zeit zu geniessen? Ich rede nicht vom Urlaub. Sondern vom Alltag!

Oder kommt Ihr nicht von der Arbeit heim, werkelt dann stundenlang den Garten, weil das Laub geharkt, der Rasen gemäht, die Sträucher geschnitten werden muss?

Wann habt Ihr das letzte mal einfach mal nix gemacht? Oder Dinge gemacht, die Euch soviel Spass machen, dass Ihr Zeit und Raum vergesst?

Montag: Der 203er is widder gfahrn. Schee.
Dafür hat der Zug heut widder 25 Minuten Verspätung ghabt.
Ob des des Joahr nu was werd? Ich bin Bus gfahrn, mei Busnachbar hat die nächste S-Bahn gnumma. Do wermer zeitgleich später in Nürnberg gwesd sei.

Im Büro hammer anscheinend Lebensmittelmottenbefall. A ned grod as gsündeste. Mir vermuten die Ursache in den verschlossenen Schränken, zu denna mir Anwesenden kann Schlüssel hamm. In die andern Schränk hammer scho gschaut. Do woar nix. Ich hab etz amol gfrachd, ob's an Generalschlüssel für solche Fäll gibt. Bin gspannt wie a Regnschirm.

Vielleicht sin des a neue Kollegen. Mir bräuchten dringend Verstärkung. Bei dem Sparkurs is alles möglich. Ich mag ja Insekten ganz gern. Aber ned IM Zimmer! Und die könna nu su lang um mich rumschwirrn, ich nehm sie ned zur Tiersegnung am Feiertag mit!

Mei Kollegin zeigt mir ihr krumm-gebogenen knorpeligen Arthritisfinger. Die sehen aus wie die knorrigen gewundenen Äste eines Baumes.
Ich leg mei Muskelschwund-Händ daneber und sag:"Damit könna mer im Kuriositätenkabinett auftreten."
Sie lacht.

Wußtet Ihr, dass Arthrose, Rücken - und Nackenschmerzen und Kieferprobleme auch vom Arbeitsstress und Arbeitsdruck kommen?

Mei Hirn funktioniert zur Zeit nicht besonders gut. Allmächd! Heit habi des Standup-Meeting im Sitzen vergessen.

Die Kollegin trommelt auch gern mit den Fingern. A anderer Kollege hat sich immer drüber aufgeregt. Inzwischen trommelt er selber.

Neben der Autobahn auf Höhe Buch stakst ein Reh. Im Gegensatz zu mir scheint des sich an immer mehr Lärm und Gestank gewöhnt zu haben.

Ich hab am Samstag Kirschtaschen bei am Becken kaffd. Aber vergessen, es dahamm zu sagn. Mei Mama isst die so gern.
Hat sie die Kirschtaschen heut gessen.
Ich:"Gell? Die mogsd gern?"
Sie:"Scho. Aber frisch wär sie nu besser gwesen."

Gestern habi festgestellt, dass mei Schmerzsyndrom hyperakkusisch-technisch allergisch auf Blasmusik is. Also die dud mir körperlich weh. Deswegn bini dann lieber am Altenheimfestla vorbeimarschiert. Des hammer alla zwaa ned baggd. Mei Gstell und ich.

In der Zeitung vom Samstag suchen's an Volljuristen. Ich muss an Vollmilch denken. Vollmilchschokolade. Volljurist... gibt's an Vierteljuristen, Halbjuristen und an Dreivierteljuristen a?

Und an Comic gibt's heit a. Ich bin dann gestern in Etzelskerng im Neubaugebiet umanandergloffn. Do habi vill Krän gseng. Do woar's schee ruhig. Do hamm bloss die Autos vom Festla parkt. Die machen ja kann Krach, wenn's allaans in Gegend rumsteh.

Vill Spass!

Dienstag: Mei Haltestellenbekanntschaft is ned im Bushäusla. Aber ihr zwaa Taschen.
Ich ruf:"Ja, wu issi denn?"
Da kommt sie lachend angelaufen.
Sie:"Ich hab mei Taschen entrümpelt."
(oh cool, ich hatt grad versehentlich entrüpelt geschrieben ;-)
Ich muss schmunzeln und sag:"Lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt."
Etz lach mer alla zwaa.

Dann erzähl ich ihr ein Geschichtla vo gestern. Ich hab a sehr sachliche und direkte Mail an mei Chefin gschriebn.
Mei Kollege liest sie und sagt:"A Diplomatin wirst du nie."

Mei Haltestellenbekanntschaft lacht nu wie mer im Bus hocken.

Gestern habi den Faden verloren und bis heute nicht wieder gefunden. Naa. Inzwischen geht's widder. Muss am Wetter gleng hamm.

Im Bus hinkt der hintere Haltestellenmonitor widder 8 Minuten dem vorderen hinterher. Zurück in die Zukunft. Des is ka Bus, des is a Zeitmaschine!

Ned bloss des Zeitempfinden, die Haltestellennamen hat er a verlorn. Wurschd. Der Fahrer kennt den Weg.

Frankenbus steht drauf.
Ich singe vor mich hin:"Ich fahre mit dem Frankenbus, weil ich auf die Arbeit muss...."

Mei Busnachbar steigt ei.
Ich:"Und? Is die S-Bahn kumma?"
Er:"Jo. 3 Minuten später."

Vielleicht nimmt die Bahn den Satz: "Ihr habt Uhren, wir haben Zeit, wortwörtlich."

Zugfahren erinnert mich an meine Schwester. Wennsd die fragst ,wann's endlich kummd, dann ist die Antwort immer: "Gleich!"
Kumma dud's dann aber no lang ned.

Vielleicht sin Abfahrtszeiten unverbindliche Abfahrtsempfehlungen. Wie die Lottozahlen. Ohne Gewähr.

6:25 Uhr in Erlangen. Der Zug um 6:29 Uhr hat heut laut Anzeige wenige Minuten Verspätung. Dafür is die S-Bahn auf Gleis 3 um 6:19 Uhr no ned kumma. Die hat ca. 10 Minuten Verspätung.

Die Frau am Bahnsteig neben mir blickt auf die Anzeige, verdreht die Augen und bekundet Ihre Meinung mit einem:"Tss."

Die S1 wird zuerst angekündigt. Eine Wallfahrt pilgert von Bahnsteig 4 auf Bahnsteig 3. Dann wird der RE angekündigt. Die Wallfahrt kommt wieder zurück. Wir bleiben stehen und beobachten das Schauspiel.

Kennt Ihr Scrum? Hatt ja schon darüber geschrieben. Eine agile Methode mit den Widrigkeiten in Projekten in geregelte Bahnen gelenkt werden sollen. Dort gibt es Sprints. Feste Zeiträume für die Umsetzung einer Liste von Anforderungen. Das ganze wird dann in der Sprintplanung geplant.

Auf dem Bahnsteig bekommt der Begriff Sprint eine völlig neue Bedeutung. Die Sprintplanung der Bahn möcht ich gerne sehen ;-) Nix für ungut. Die Bahnmitarbeiter können nix für die Systemfehler.

Der RE kommt zuerst, aber die S1 fährt zuerst los. In Fürth simmer pünktlich! Heiliger Lokführer! Des is ganz schee agil, mit solchen Widrigkeiten so souverän umzugehen! Respekt!

Die Zugansage verkündet, dass wir in Kürze Nürnberg erreichen. Und Anschlüsse hammer heut a! Ich möchte in spontane Jubelrufe ausbrechen. Juchu! Lass es aber dann doch bleiben und freue mich still.

Der Spruch des Tages in der U-Bahn is heut von Max Frisch:"Die meisten Menschen verwechseln Dabeisein mit Erleben."
Stimmt. Wenn mer im Zug ned dabei is, kammer was erleben...

In der Strassenbahn fällt mein Blick auf das grüne Kreuz mit den Notgeräten, Verbandskasten und Warndreieck. Dort steht: im Notfall Klappe öffnen. Also ned die Goschen ;-)

Auf Arbeit hatte ich heute viel zu tun, aber wahnsinnig viel zu Lachen und unheimlich viel Spass! :)

Kollege zur Kollegin:"Kriegst Verstärkung?"
Kollegin:"Wahrscheinlich einen Springer."
Kollege:"An Springer? Des is doch total altmodisch. Des is gar ned digital!"
Ich: "Aber agil!"
Die Kollegin lacht:"Sehr agil."
Kollege:"Aber des heißt doch etz nimmer so: Springer."
Es wird ja alles eingedenglischt.
Kollegin:"Wie heißt's denn jetzt?"
Kollege:"Jumper."

Heute früh hab ich eine Mail vom Zeitsystem bekommen, dass ich eine Zeit am 24.07. korrigieren soll. Das ist ihm aber früh eingefallen. Am Löschen des doppelten Eintrags (wo auch immer der herkam), bin ich gescheitert. Als Fehlermeldung kam: "Zeitbuchung aus Subsystem kann nicht gelöscht werden."
Na solange ich noch unter Subsystem und nicht unter subversivem System laufe, muss ich mir hoffentlich noch keine Sorgen machen.

Ich will nur kurz durch die Küche in unser Büro durchlaufen. Dort unterhalten sich drei Kollegen. Damit ist die Küche voll. Ich versuche mich zwischen einem durchzuquetschen und weiche aus. Im selben Moment weicht er auch aus und wir rumpeln fast zusammen. Das Spielchen wiederholen wir mehrere Male, bis ich es schaffe durchzuschlüpfen.
Ein Kollege hat das Spielchen beobachtet und sagt:"Na? Macht Ihr jetzt ein Tänzchen?"

Ein anderer Kollege friert. Die Heizung wird grad ausgebaut.
Er:"Wenn es übermorgen immer noch so kalt ist, dann bleib ich daheim. Weissd, den ganzen Sommer hamms Zeit gehabt und etz im Herbst fällt ihna ei, die Heizung auszubauen ..."

Beim Standup meinte der Scrum-Master: "Wir sind zwar sehr agil, aber ein wenig Planung brauch mer schon noch."

Mir ist zum ersten mal bewußt geworden, was für ein Glück ich mit meinen Kollegen hab. Dass die mich so akzeptieren wie ich bin. Hinlangen, wenn man Hilfe braucht. Bei mir dauert es immer länger bis ich sowas merk. Manchmal ist man genau da, wo man hingehört. ;-)

Mir ist heute erst bewußt geworden, dass nicht nur ein Bild den richtigen Rahmen braucht, um zur Geltung zu kommen. Sondern auch Menschen.

Der VAG-Spruch des Tages (des is a anderer wie in der U-Bahn. Des is neu.) passt heut ganz gut zu meim Arbeitstag. "Viele Menschen versäumen das kleine Glück während sie auf das große warten."

So .. den passenden Comic gibt's heut auch noch dazu.
Schönen Feiertag!

Mittwoch (Feiertag): Kennt Ihr das? Ihr wollt was wichtiges drucken und dann sagt Euer Drucker: Nö!
Jetzt hab ich schon den schwarzen Toner, der als nächstes ausgehen sollte in Reserve daheim. Muss aber feststellen: der ist es nicht.

Diesmal ist es der Resttonerbehälter. Beim ersten mal, als ich diese Fehlermeldung bekam, wußt ich gar nicht, was das überhaupt ist. Geschweige denn, dass mein Drucker sowas überhaupt hat. Vorher hatt ich einen Farbtintenstrahldrucker. Einen treuen Epson. Irgendwann war er eingeschnappt und nix ging mehr.

Jetzt hab ich so ein Samsung-Kopier-Dings. Ist schon praktisch, wenn man einfach mal fix was kopieren kann.

Wo war mer? Ach ja. Der Resttonerbehälter. Das ist das Ding , in dem die Toner bei mir auf der linken Seite drinstecken. Der putzt und hält ein paar tausend Seiten. Den hab ich natürlich nicht in Reserve da. Das kennt man ja. Also hab ich das Ding erstmal bestellt. Aufgeregt hab ich mich nicht auch nicht geärgert. Das ist Technik. Das gehört so.

Und was mach ich jetzt? Naja.. hab ich mal die Klappe geöffnet. Nein, nicht meine. Die vom Drucker. Und die Toner alle mal rausgezogen und am Resttonerbehälter etwas rumgeruckelt. Und auf einmal geschah ein Technikwunder! Der Drucker schaltete von rot auf grün. Und ich konnte wieder drucken. Jippie!

Ein Thema, das bei uns im Lokalteil Schlagzeilen macht, geht mir derzeit auch nicht aus dem Kopf.
Ich beobachte den Schlagabtausch. Verhaltensbeobachtung.

Also... der Pfarrer hatte vor einem Jahr oder so die Idee das Krankenhaus bei seinem Personalengpass etwas unter die Arme zu greifen. Drei indische Schwestern wurden extra dafür eingeflogen. Sie arbeiteten für zwei Vollzeitpflegegehälter zu dritt im Krankenhaus. Soweit so gut.

Jetzt nach einem Jahr sagt der Verwaltungsleiter des Krankenhauses, dass die Schwestern nicht gut genug medizinisch ausgebildet sind. Deshalb könne man sie nicht länger beschäftigen. Nur einer Schwester trauen sie eine entsprechende Weiterbildung zu. Die anderen wurde angeboten Hol- und Bringdienste zu machen.

Das Krankenhaus möchte zwei Vollzeitpflegestellen von dem Geld besetzen, um eine möglichst gute Patientenversorgung zu gewährleisten. Die Schwestern seien zwar lieb und nett, könnten aber den medizinischen Ansprüchen nicht genügen.

Nun möchten die Schwestern Dienst am Menschen und nicht am Hol und Bringen machen und haben abgelehnt. Ausserdem möchten sie aus verständlichen Gründen gerne zusammenbleiben. Sie würden aus diesem Grund also in ein Seniorenheim in Erlangen wechseln.

Interessanterweise entwickelt sich nun ein Schlagabtausch zwischen Krankenhausverwaltung und Pfarrer. Wie ein Ping-Pong-Spiel.
Die Verwaltung benutzt zur Stellungnahme die Zeitung. Der Pfarrer nutzt die sonntägliche Kanzel und die Sonntagspredigt. Die Schwestern erhielten im Gottesdienst viel Unterstützung aus der Bevölkerung. Das hat sie sehr gefreut. Mich auch.

Was ich spannend finde, ist wie Religion in diesem Fall auf die Wirtschaft trifft.

Bin gespannt wie es weitergeht.
Was ich von der Sache halte? Ich kann die Sachlage nicht beurteilen. Ich kenne die Beteiligten, die Hintergründe und Fakten nicht. Und von Politik und solchen Machtspielchen versteh ich nix. Mit denen kann ich nix anfangen. Also tu ich das, was in diesem Fall logisch ist. Ich halt mich da raus.

Wenn mich jemand fragen würde, wie man die Sache lösen soll, würde ich aber vorschlagen, das nicht in aller öffentlichkeit zu machen, sondern dass sich die Beteiligten mal zusammen an den Tisch setzen, die Fakten und Sachlage und Gründe wertfrei darlegen und darauf basierend eine sinnvolle Entscheidung finden. Wenn die Thematik zu aufgeladen ist, dann macht es vielleicht Sinn einen unparteiischen Schlichter mit an den Tisch zu holen. Wenn jeder die Gründe, Gefühle und Bedürfnisse des anderen versteht (sowas nennt man Empathie), kann man sicher zu einer vernünftigen Entscheidung und Lösung kommen, ohne dass man die Dinge an die öffentlichkeit zerren und dort breittreten muss. Das sind doch alles erwachsene Menschen. Vorwürfe haben noch nie ein Problem gelöst.

Aber ich finde spannend, was da so auf dem Rücken der drei indischen Schwestern abgeht. Wenn ich auch nicht verstehe warum. Wie gesagt, von politischen Spielchen verstehe ich nix.

Lustiges Gschmarri grad beim Essen. Meine Mama weiss inzwischen auch, dass ich der Cortisolspur bei der Erforschung des Schmerzsyndroms folge.
Ich:"Für Cortisol is der Endokrineologe zuständig."
Mama:"Enten hamm mer am Sunndoch ghabt."
Ich:"Ned Ento. Endo. Der kennt sich mit Hormonen aus. A Entomologe kennt sich mit Insekten aus."
Mama:"Du bist doch ka Hummel!"
Ich:"Manchmal habi scho Websen im Hintern."

Damit wünsch ich Euch einen schönen Feiertag! Vielleicht seng mer uns bei der Tiersegnung.
Hornochsen sin ja a willkommen ;-)

Donnerstag: Die Nacht habi widder a weng in der Küch verbracht. Aber des malen hat heut nacht nix gholfen. A Yoga ned. Weil des der Muskelabbauschmerz is. Des dud sakrisch weh. Und dann habi doch nu a Schmerzmittel gnumma. Dann habi wengs nu 4 Stunden gschlafen.

Heut steh mer widder zu zweit o der Haltestell. Vom Städtla kummd wos mit beleuchtetem Schriftzug ogfahrn.
Ich:"Is des der 203er, der 205er oder a LKW?"
Mei Haltestellenbekanntschaft lacht:"Do bini do herum wengs ned die aanziche Blinde."

Es is der Aisch-Express mit am gut gelaunten Busfahrer.

Wow! Heut kommt der Zug scho widder ohne Verspätung! Des is doch nimmer normal. ;-)

Richtung U3 läuft vor mir ein Mann mit einer braunen Hose und einer grasgrünen Jacke. Der schaut aus, wie a Baum auf zwei Beinen.

Gestern woari bei der Tiersegnung. 10 vor 2 woar am Marktplatz nu alles leer. Bloss der Obst- und Gartenverein hat sei Plakate überall hibabbd, dass mer heut die Mosterei besichtigen und dort a was trinken ko.

Um 2 sieht es immer no ned anders aus. Ich hab scho gmaand, ich hab mi im Datum geirrt.
Do sichi a Fraa, die a Pärla mit am Hund anspricht. Sie deut nach links. Also gut. Dann hamsis anscheinend verlechd. Ich dabb einfach mal hinter einer Frau hinterher.

Am Kirchplatz sin scho 6 Pferd, 1 Fohlen, zahlreiche Hunderassen, 1 Hase versammelt. Hundehalter mit und ohne rote Kot-Tütenbeflaggung trudeln ein. Nur eine Katze traut sich dazu. Aber ned lang.

Dann taucht der Pfarrer hinter den Pferden auf. Die Frau neben mir hat ihn noch nicht gesehen.
Sie:"Ja, wo blebd er denn?"
Ich:"Do isser doch!"

Der Pfarrer erklärt, dass die Verlegung notwendig war, weil sie für den Marktplatz veterinärmedizinische und gesundheitsamtliche Erlaubnis gebraucht hätten. Do isser wie as Fussvolk a an der Bürokratie gscheitert. Auf dem Kirchhof is er der Hausherr. Do geht alles.

Er bedankt sich beim Brezen-Rudi (für die Verpflegung) und bei der Brauerei für den Getränkeausschank.

Er gedenkt Franz von Assisi.
Und meine Nachbarin sagt:"Zu dem bet ich immer wenn eine von unseren Katzen weg ist. Und ich schreib einen Bittzettel und häng ihn auf. Bis etz hat des fei immer funktioniert."

Dann spielt die Hornochsenband zur Eröffnung. Die Hunde stimmen bellend und jaulend mit ein.
Die Pferde tänzeln aufgeregt auf dem Kopfsteinpflaster. Die Nervosität hinterläßt Pferdeäpfel auf dem Pflaster.

Ich nick in Richtung der Pferdeäpfel und sag zu meiner Nachbarin:"Die hamm ka rota Tüten dabei."

Eine Dackelkreuzung liegt tiefenentspannt am Boden und läßt sich mit treuherzigem Blick von seiner Besitzerin streicheln.
Mei Nachbarin:"Der is scho älter. Deswegen is er so ruhig und entspannt."
Ich:"Wenn mir älter wern, wer mer a ruhiger und entspannter..."

Dann wird eine Geschichte von der Arche vorgelesen. Bassd ja. Dann gibt's nu as Vaterunser und dann den Segen.

Den macht der Pfarrer aber erstmal nur symbolisch weiter weg von die Viecher. Ned dass derschrecken.
Der Pfarrer ganz in schwarz gewandet witzelt:"Ned, dass Angst vorm schwarzen Mann bekommen."

Es woar fei echt schee!
A weng enttäuscht woari , dass ka Rindviecher do woarn. Ausser mir ;-)

Freitag: Unser Bus läßt si heut a weng Zeit.
Mei Haltestellenbekanntschaft:"Wasd wos? Ich rauch nu aaner."
Dann kummd er. Das blaue Wunder. Manchmal wunderst di, dass er doch nu kummd.

Ich sitz heut ans weiter vorn.
Mei Busnachbar setzt sich neben mich.
Ich:"Unser Stammplatz woar heut scho besetzt."
Er brummt:"Es wird immer schlimmer."

Etz fährt er widder wie a Henker, damit er die Zeit widder eihulld.

Auf dem Platz gegenüber von uns klappt einer seinen Laptop auf. Oh! Ein Programmierer! Ich hab an guten Blick auf sein Monitor. Ich bin gespannt, was er für a Entwicklungsumgebung aufmacht. Und werde enttäuscht. Des is bloss a Computer-Spiel.

An der Scheibe krabbelt ein Käfer. Insekten sind schon tolle Wesen. So klein und zierlich. Und sovill Baa (Beine)! Ich hab ja schon mit zweien Probleme. Aber es heisst ja a:"Der Gaul hat 4 Baa und stolpert a."

Der Bahnsteig is heut leerer wie sonst.
Mei Busnachbar:"Die sind schon alle einen Zug früher gefahren."

Auf dem Bahnsteig zwei Gleise weiter zieht jemand einen laut klappernden Rollkoffer hinter sich her.
Ich:"Der Rollkoffer is aber laut."
In dem Moment kommt unser Zug.
Mein Busnachbar:"Das ist kein Rollkoffer. Das ist ein Zug."

Wir haben einen 4er Platz für uns.
Mein Busnachbar:"Der Mann, der sonst immer hier sitzt, sitzt heut weiter hinten. Der steigt wohl hinten ein und heut war früher frei."
"Früher frei... " murmle ich ... ein schönes Wort. Das gefällt mir.
"fr..fr.." mit rollendem "R" im rollendem Zug.

Nur das leise Brummen des Zuges, das Rascheln der Zeitungen unterbrochen von gelegentlichem Husten und Niesen ist im Zug zu hören. Schee!

Mit der Schöhnheit ist es in Fürth vorbei als ein Mann sich uns gegenüber setzt, der so furchtbar nach Rasierwasser stinkt, dass mir schlecht wird und ich Kopfweh bekomme.

Auf einer Werbung in der U3 suchen sie erfahrene JEE Entwickler. Komisch. Alle Firmen suchen erfahrene Leute. Alles soll man schon können. Aber irgendwo müssen die erfahrenen Leute die Erfahrung doch auch mal lernen. Wo kommt die denn her? Fällt die vom Himmel?

Was habe ich heute gelernt?
Zwei Menschen können dieselbe Sprache sprechen und sich trotzdem nicht verstehen.

Die Seele eines Unternehmens sind die Mitarbeiter und nicht die Investoren.

Und da war dann noch mein Geschmackssinn, der jetzt auch noch empfindlicher geworden ist. Etz riech, seh und fühl ich nicht nur alles intensiver. Nein. Ich schmeck es auch noch. Ein neues Level im Abenteuer Schmerzsyndrom.

Mit diesem Comic wünsch ich Euch ein schönes Wochenende!

 
Die Glaa - Die Tiersegnung Sandra Jaeger 2018
Die Glaa - Das Neubaugebiet Sandra Jaeger 2018
Die Glaa - Die Metapher Sandra Jaeger 2018
Die Glaa - Das Maengelexemplar Sandra Jaeger 2018
06.10. bis 12.10. den Brotkrumen folgen...

Sonntag: Sodalein. Ich bin wieder ein Schrittchen weitergekommen. Ich folge jetzt der Cortisolspur. Eine Freundin hat mir das Buch Grundlos erschöpft? Nebennieren-Schwäche - das Stress-Syndrom des 21. Jahrhunderts von Dr. Med. James L. Wilson empfohlen.
Das erklärt sogar meinen Heisshunger auf Käse. Den ich seit ich CRPS habe, ständig habe. Das kann kein Zufall sein.

Das ist aber nicht als Krankheit offiziell anerkannt. Nur die schlimmste Form: Morbus Addison (Addison Krankheit). Auch die Bronzekrankheit genannt, weil sich Gliedmassen, das Gesicht oder andere Körperteile wegen dem Melanin dunkler wie gebräunt verfärben.
D.h. die Menschen haben eine "gesunde Farbe" weil sie krank sind.

Morbus... Was heisst das eigentlich? Das ist lateinisch und bedeutet Krankheit. Wieder was gelernt. Wieder ein Bit in meinem Schmerzgedächtnis mit neuer Lernerfahrung überschrieben. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Auch von anderer Seite hab ich dazu noch Input bekommen. Da werd ich mich weiterreinfuchsen.

Auch hilfreich und unterhaltsam (schnell zu lesen, ich hab einen Tag dafür gebraucht und ich hab nur ein paar Stunden pro Tag gelesen) Eigensinn von Ursula Nuber. Das Buch gibt Tipps, wie man wieder Herr und Frau der Lage wird, damit einen der Alltagsstress nicht überrollt und nicht ausbrennt. Wenn mein CRPS ausbrennen würde, würde ich mich sehr freuen. Dazu muss erstmal das stressmäßige Ausbrennen verhindert werden. Einfaches Ursache - Wirkungs - Prinzip. Ich arbeite daran.
Es gibt drei Säulen:

  1. Dinge verstehen
  2. Dinge selber in die Hand nehmen, Lösungsansätze finden. z.B. andere um Hilfe bitten.
  3. Sinn im Tun entdecken
Im Grossen und Ganzen ist das genau das, was ich inzwischen auch rausgefunden habe und umzusetzen versuche.

Nein - Sagen zu lernen ist auch ein wichtiger Punkt! Nein, ich möchte nicht. Man muss nix weiter begründen. Klare Grenzen ziehen und die dann auch verteidigen. Keine Wortabschwächungen verwenden. Klar Stellung beziehen. Das muss ich noch üben. Ist aber schon besser geworden. Klar die eigenen Bedürfnisse formulieren. Das hab ich am Freitag erst wieder gemacht. Das lustige ist, dass ich dann festgestellt habe, dass der Kollege, an den ich mich gewandt habe, die Lage genauso sieht. D.h. ich bin mit meiner Meinung gar nicht allein. Das ist wiederum eine positive Erfahrung, ein Lernprozess, mit dem ich wiederum ein Bit in meinem Schmerzgedächtnis (auf der Schmerzfestplatte) überschreiben kann.

Positive Rückmeldung hab ich auch von einer Ärztin bekommen.
"Auch wenn es vielleicht nicht besonders hilfreich ist: Sie machen das alles ganz toll. Sie kümmern sich wirklich gut und ich kann nachvollziehen, wie wichtig es für Sie ist, alles gut zu verstehen!!! Wie alle Menschen mit seltenen Erkrankungen oder seltenen Kombinationen von Einschränkungen sind Sie mehr oder weniger ein Einzelkämpfer, was sehr ungerecht ist, aber, so befürchte ich, leider akzeptiert werden muss."

Das baut mich auf! Das tut gut! Ich weiss jetzt auch, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich will schon immer alles am liebsten selber machen. Deswegen ist Einzelkämpfer meine Spezialität ;-)
Derzeit arbeite ich aber auch an meiner Teamfähigkeit. Endlich versteh ich wie Menschen ticken. Ich musste das erst in der Theorie verstehen, damit ich das Prinzip in der Praxis anwenden kann.

Ich glaube fest daran, dass das Wissen und die Erkenntnisse schon in den entsprechenden Fachbereichen vorhanden sind, aber die Verknüpfung und die Vernetzung , auch die logischen Konsequenzen und Zusammenhänge noch nicht da sind. Dann find ich die halt selber raus.

Schon ein Ex-Chef von mir hat mal gesagt: "Die ist Kummer gewöhnt."
Aufgeben geht bei mir nicht. So bin ich nicht konfiguriert. ;-)

Der Homepage-Artikel über die Tiersegnung ist in den Nordbayerischen Nachrichten im Lokalteil Höchstadt und Herzogenaurach auch als Leserbrief gelandet. Freu!

Und es gibt noch einen Comic :)
Viel Spass!

Montag: Samstag in der Lottostelle. Es ist voll. Die Schlange ist lang. Ich stell mich mit der Zeitung hinten an.
Ein Mann in der Schlange:"Warten macht mir nix aus. Ich hab Zeit."
Die Frau hinter ihm stimmt mit ein:"Ich bin Rentnerin. Ich hab a Zeit."
Der Mann lacht zurück:"Die Rentner, die ich kenn , hamm nie Zeit."
Die Frau retour:"Ich scho."
Als der Mann ist an der Reihe ist, hör ich ihn zur Lottostellenfee sagen:"Guck amol schnell!

Als ich dran bin, kann ich mir nicht verkneifen, den Widerspruch der Lottostellenfee vor Augen zu führen.
Ich:"Erschd hamms Zeit und dann muss es schnell geh... "
Sie verdreht die Augen und sagt:"Mir langt's scho widder. Ich däd am liebsten geh. Aber mei Kollechin fänd des ned so gut."

Gestern am Höchstadter Schloss laufen wir zu zweit durch die niedrigen Torbögen bei der Mühle. Da kommt uns ein Stosstrupp mit Fahrrädern entgegen.
Wir:"Wieviele kommen denn da noch?"
Antwort einer Radfahrerin:"Viele."

Dann woar mer nu im Museum. Des hat gestern offen ghabt. Die hamm etz a Sonderausstellung zum Thema Fachwerk. Wußtet Ihr dass des auch Skelettbauweise genannt wird?

Im Erdgeschoss hams a Ausstellung zur Teichwirtschaft.Dort hamms as Gerippe von am Karpfen. Der is a Skelettbauweise.

Und wennsdes recht überlegst, sinn mir des alla a. ;-)

Des schwarze Wollnashorn-Baby am Dachboden find ich am schönsten. Meiner Begleitung hamm die alten Fahrräder (ein Hochrad und ein altes Laufrad für Erwachsene) am besten gfalln.

Woar fei schee.
Mein Bekannter findet das auch.
"Schön war's gestern. Hab sicher noch lange daran zu verdauen, wie Du der Welt so begegnest."

Donnerstag: Am Dienstag hab ich einen Golden Retriever Welpen getroffen. Der war total verspielt,tapsig,zutraulich und soo weich.

Und in einem Haus neben dem Neubaugebiet gibt es einen jungen verspielten Weimaraner. Der hat mich freudig begrüßt und mir sein Spielzeug (so ein lila Knotendings) durch den Zaun gedrückt. Dann hab ich ihm halt den Gefallen getan und es eine ganze Weile geworfen und er hat's wiedergebracht. Der wollte nur Bewegung und Spielen.

Gestern hab ich das Buch "Der Junge, der zu viel fühlte" im Buchladen entdeckt. Das hab ich in 2,5 Stunden verschlungen. Früher dacht ich immer die anderen lesen zu langsam. Inzwischen weiss ich, dass ich zu schnell lese... Das Buch ist toll! Es geht um den Hirnforscher Henry Markram, seinen autistischen Sohn Kai und die daraus entstandene Auf-den-Kopf-Stellung der alten Theorien, dass Autisten keine Gefühle haben. Nein! Sie haben zuviel!

Zitat: "Wir behaupten, Autisten fehlt Empathie. Nein, uns fehlt sie. Für sie."

Zitat:"Es waren nicht die Normalen, die unsere Welt zu dem gemacht haben, was sie ist. Es waren die anderen."

Übrigens haben die Markrams eine Open-Source-Wissenschaftsplattform gegründet. Frontiers.
Dort findet Ihr auch die neuesten Veröffentlichungen zu CRPS.

Als ich das Buch las, setzte sich eine Frau zu mir auf die Bank bei der Bushaltestelle. Die Sonne schien. Es war schön. Das Buch weckt Ihr Interesse. Sie hat viel gutes darüber gelesen. Sie hat selber einen Sohn, einen Kanner-Autisten. Sprechen kann er nicht. Er verständigt sich mit einem I-Pad und unternimmt viele Reisen, weil er neugierig und wissbegierig ist. Sie hat auch die Muschelkinder in Nürnberg mitbegründet.

Das war ein wunderschöner Tag.

Einen Buscomic hab ich heut auch mal wieder für Euch! Viel Spass!

Freitag: Komisches Wetter. Ich mache auch komische Dinge. Vorgestern hab ich mei Blaubeere statt ins Joghurt in den Kaffee gschmissen. Meiner Ergo ging's genauso. Die hat a Spezi statt a Milch in ihrn Kaffee gekippt.

Heut nacht war es eklig! Weil es geregnet hat. Des hat mei Mama gsachd, weil dera ging's heut nacht a ned so gut. Drum. Wecher dem komischen Wetter.

Gestern war wieder der Mann bei der Physio, der wie ich rausging, gfragt hat:"Sin Sie die Neue?"
Die Frage hab ich bis heut ned verstanden. Ich komm doch schon ewig. Deshalb habi a gsachd:"Naa! Ich bin die alte."
Der hat dann genauso dumm gschaut wie ich.

Gestern hat er der Rehasportgruppe "Viel Spass!" gewünscht. Ein komischer Mensch. Der bassd zum komischen Wetter. Vielleicht isser ja auch wecher dem Wetter so komisch.

ich hab heut nacht a was komisches geträumt. Mei Mama und ich wollten heim. Da war ein Taxi aber kein Fahrer. Also sind wir halt schon mal eingestiegen. Dann kamen noch mehr Leut und wollten auch mit dem Taxi fahren. Das war meiner Mama zu blöd. Die hat sich dann ans Steuer gesetzt und ist mit dem Taxi heimgefahren....

Dann war mer auf der Flucht vor der Polizei, weil wir ja ein Taxi geklaut hatten. Ein Roadmovie ...
In einer Garage haben wir es dann versteckt. Bei komischen Leuten. Es war ein komischer Traum. Ich weiss leider ned wie's ausgeht. Dann bin ich komischerweise aufgewacht...

Bei der Physio steht ein Fahrrad auf dem Ergo steht. Das hat mich etwas verwirrt. Kamer aber erklären. Des steht für Ergometer. Die Ergo hat aber a aans. Des is aber dann ka Physiometer.

Der Sanker fährt a scho widder recht fleissig. Liechd bestimmt a am komischen Wetter.

Do fliegn die Vögel a immer so komisch umanand. Is Euch des scho aufgfalln?
Gestern war am Sportplatz auf dem Flutlicht widder der Storch gstandn. Mei Flutlichtstörchla!

Und im Buchladen habi den neuen Zarah und Zottel-Band gseng. Und gleich mitgnumma! Die hamm fei a lustige Karten.
"Ich geh zum Arzt."
"Was fehlt Dir denn?"
"Urlaubstage."

Gute Mütter lassen die Kinder Kuchenteig vom Quirl naschen.
Sehr gute Mütter schalten den Quirl vorher aus.

Viele Bücher sin ja eingeschweisst. Des habi nu nie verstanden, wozu des gut sei soll.
Ich bring die Folie auch ned auf. Deshalb lass ich sie mir immer weg tun. Die bleibt also bei mir im Laden.
Also frag ich in Erlangen im Buchladen an der Kasse:"Warum sin denn Bücher eigschweissd? Die Buchstaben könner doch ned rausfalln...."
Sie hat nur geschmunzelt. Weil sie auch noch im Kopf und mit den Kollegen mit der Vorkundin zu tun hatte. Die wollte etwas verpackt haben. Es waren aber viele Leute an der Kasse und die Kassiererin bat sie drum, doch bitte noch ein paar Minuten zu warten, sie müsse erst kassieren, weil ansonsten keine Kollegin da sei. Da wurde die Frau ganz fuchtig und laut. Wenn sie das gewußt hätte, hätte sie das Buch woanders gekauft.

Meine Phyiso meinte, das sei doch logisch. Sie will eine Extrawurscht und die braucht halt extra Zeit.
Die Leut hamm allaweil überhaupt ka Zeit mehr. So scheint's. Warum eigentlich? Mir hamm doch so viel Freizeit wie noch nie. Es kommt halt immer drauf an, was mer in der extra Zeit macht. Extrastress oder Extra-Erholung und Entspannung.

Die V-TENS-Firma, die ich angemailt hatte, wollte sich nach dem Sommer nochmal melden.
Ich:"Die wollten sich doch nach dem Sommer melden. Hams aber no ned. Etz hammer Herbst. Vielleicht war des bloss widder so a Floskel, die ich ned versteh."
Mei Physio guckt naus zum Fenster und sagt ganz pragmatisch:"Naja, die Warten noch bis der Sommer gar rum ist."
Kennd scho sei. Am Wochend soll's ja numal über 30 Grad werdn.

Comic gibt's heit an politischen... Vill Spass!

 
Die Glaa - Schilderinterpretation Sandra Jaeger 2018
Die Glaa - Busgschmarri Sandra Jaeger 2018
Die Glaa - Das Wahlplakat Sandra Jaeger 2018
13.10. bis 19.10. Spiderman und Co ...

Sonntag: Am Freitag war in der CRPS-Selbsthilfegruppe ORFOMED zu Gast. Wir konnten die Carbonhand und den Edero ausprobieren.
Das war toll!
Sobald man mit den Sensoren der Carbonhand einen Gegenstand berührt, verkürzen sich die Kabel im Handschuh (motorgesteuert) und der Handgriff und die Handkraft werden dadurch verstärkt. Wenn man ein Glas in die Hand nimmt , hat das was von Spiderman, wenn er an einem Glashochhaus entlangmarschiert. Leider verträgt sich der Handschuh nicht mit meiner Allodyne (Schmerzberührungsempfindlichkeit). Ich hab 20 Minuten gebraucht, bis er sich wieder beruhigt hatte und ich nicht mehr vor Schmerzen die Wände hochgehen wollte.

Der Edero ist für Leute, die z.B. keinen Ellbogen mehr haben. Die können ihn sich befestigen und dann die Hand wieder benutzen. Eine Organistin, der der Ellbogen rausoperiert wurde, kann so wieder ihrem Beruf nachgehen. Sie hat darüber ein Video gemacht. Steht auch auf der Seite. Erfunden hat das Hilfsmittel ein Vater eines behinderten Mädchens. Der war so findig und hat das Hilfsmittel konstruiert.

Hier wieder mal a paar Kommunikationsschmunzler...

Ich war bei einer Ärztin, bei der auch meine Bekannte war.
Mei Bekannte:"Wie hast du sie denn gefunden?"
Ich:"Im Internet."
Mei Bekannte lacht:"Nein. Ich meine, wie sie dir gefallen hat...."

Gestern lauf ich an der Aisch hinterm Engelgarten rum. Da begegnet mir ein Mann auf dem Fahrrad.
Er:"Hast Du kein Fahrrad? Ich hab 3. Ich schenk dir eins."
Ich:"Was machst'n mit 3 Fahrräder? Du kannst doch nur mit einem fahren."

Und an Comic gibt's heit a. Es herbstelt.
Vill Spass!

Dienstag: Gestern woar der Zug zu früh in Erlangen. Mei Busnachbar hat goar nimmer rauchen könna. Do woar er scho do. Der Zuuch. Dafür woar er dann aber zu spät in Fürth. In Nürnberg hat's dann widder bassd.

Heut woar er mol normal dro.

Ab nächster Woch wird's widder spannend. Do fährt ka Zug. Bloss SEV. Wenn etz ich nu wissen däd wu der Nelson Mandela Platz in Nürnberg is ... Aber wahrscheinlich einfach irgendwo hinterm Bahnhof.

Der VAG-Spruch des Tages is heut vo Agatha Christie:
"Ein Archäologe ist der beste Ehemann, den eine Frau haben kann. Je älter sie wird, um so mehr interessiert er sich für sie."

Bürogschmarri...
Ein Anzugträger irrt bei uns durch's Treppenhaus.
Ein Kollege fragt, ob er ihm helfen kann.
Der Anzugträger:"Ich such den Besprechungsraum. Haben Sie hier denn keinen Empfang?"
Mein Kollege:"Mir hamm a Tür."

Der Comic is a Neuauflage... den habi schomal gmacht. Etz isser aber schenner..
Bassd a ganz gut, weil einige meiner Bekannten grad a weng gsundheitlich zu kämpfen hamm. Der is für Euch!

Donnerstag: Heut is widder der Entertainer gfahrn. Der hat mein schlummernden Busnachbarn in Erlangn mit seim flotten Spruch aus's Schlaf grissen.

Heut habi a boar Zitate bzw. je eine Strophe von einem Gedicht für Euch.

Ich will an Notizzettel aus unserm Zettelkasten zieng. Des geht ned gscheit.
Mei Mama:"Ich was ned. Die hamm ned des richtige Format für unser Gstell."

"If you can't be a highway, then just be a trail.
If you can't be the sun, be a star.
It's not by size that you win or you fail.
Be the best of whatever you are."
(Douglas Malloch)

"Wer in einer begrenzten Welt an unbegrenztes Wachstum glaubt, ist entweder ein Idiot oder ein ökonom." (US-ökonom Kenneth Boulding)

Und an Comic habi a widder für Euch. Vill Spass!

Freitag: Manche Leut meinen auf der Vergangenheit rumreiten zu müssen. Ich hab mit der Gegenwart schon genug zu tun.

6:26 Uhr am Bahnhof in Erlangen. Der Zug um 5:37 Uhr Richtung Bamberg fährt grad ein. Der hat laut Anzeige ca. 40 Minuten Verspätung und is fast leer.
Mei Busnachbar:"Fahr'n die heut schon Schienenersatzverkehr?"

Im Zug fällt mein Blick auf einen Bamberger FT auf dem lautet die Titelzeile: "Was tun, wenn der Bus nicht kommt."
Was wohl? Auf den nächsten warten...

Der Landkreis hat eine Marketing-Kampagne zum Thema öffentlich gestartet. Des zeign's im Bus. Des seng also die Leut, die eh scho mitfahrn.

Ich wünsch Euch a scheens Wochenend!

 
Die Glaa - Die Zugvoegel Sandra Jaeger 2018
Die Glaa - Die Allergie Sandra Jaeger 2018
Die Glaa - As Fohrrod Sandra Jaeger 2018
20.10. bis 26.10. Wo's menschelt und herbstelt...

Sonntag: Ich hab gestern in einem Cafe doch noch den Artikel mit der Überschrift: Wenn der Bus nicht kommt lesen können.

Es scheint immer mehr Berufe zu geben, wo der Nachwuchs fehlt. Weil die Bezahlung und die Bedingungen nicht passen. Das ist ja schon so in den Gesundheitsberufen. Dass die Busfahrer auch betroffen sind, war mir neu.

Mit den neuen Gesetzes-Änderungen sollen Physiotherapeuten ihre Ausbildung nicht mehr selber zahlen müssen. Das hat den Beruf unattraktiv gemacht. Denn wer investiert schon soviel, wenn er dann nach der Ausbildung kaum was verdient. Dabei sind diese Berufe die wertvollsten! Weil sie mit Menschen zu tun haben!

Bei den Busfahrern ist es auch so, dass die früher ihren Busführerschein selber zahlen mussten. 8000 Euro kostet der inzwischen. Kein Pappenstil. Da es aber immer schwerer wird, Busfahrer zu finden, weil deren Gehälter auch real gesunken sind, werden die Ausbildungskosten inzwischen von den Ausbildungsbetrieben gezahlt. Trotzdem finden sich kaum Auszubildende. Auch vor dem Hintergrund des selbstfahrenden Busses.

Ich stell mir das grad vor.
Du steigst ein und es sitzt keiner am Steuer. Und wo zahlt man dann? Bei uns gibt es nämlich keinen Automaten. Ich glaub auch nicht, dass der lange funktionieren würde. Ausserdem läßt deren Bedienung zu wünschen übrig. Entweder er nimmt dann das Geld nicht oder er funktioniert nicht oder man versteht nicht, was er von einem will oder welche Fahrkarte man lösen muss. Wen frag ich, wenn ich keine Ahnung habe, welche Fahrkarte ich lösen oder ob ich sie stempeln muss?

Ein Busfahrer ist für mich mehr als der Chauffeur. Er ist die Seele der Fahrt. Er begrüßt uns, kassiert , berät bei Fahrkartenfragen, gibt Auskunft über Abfahrten anderer Busse und lenkt uns sicher ans Ziel. Da haben wir z.B. einen Entertainer, der uns in Erlangen am Busbahnhof immer mit einem flotten Spruch in den Tag verabschiedet. Der hält übrigens auch, wenn keiner gedrückt hat - weil sie noch schlafen -, weil er seine Leute kennt. Der selbstfahrende Bus würde das nicht tun. Der würde an der Haltestelle vorbeifahren.

Vorbei wären die lustigen Busgeschichten, die ich täglich erlebe.
Dabei finde ich es doch so schön, wenn der Busfahrer meine Bushaltestellenbekannte mit den Worten begrüßt: "Das Übliche?"

Klar auch Busfahrer sind nicht perfekt. Aber ist es ein Wunder, wenn der Verkehr immer schlimmer wird? Wenn wir den Etzelskirchener Berg hinter einem Radfahrer hochschleichen müssen und unser Fahrer vor sich hin seufzt, weil er ihn nicht überholen kann. Er bleibt gelassen. Schüttelt aber immer den Kopf.

Oder an der Ampel in Erlangen am Parkhaus, wo die Radfahrer auch bei rot munter weiterfahren.
Unser Busfahrer das Fenster aufreisst und hinausruft:"Ihr maand wohl, weil Ihr so schee seid, habter an ganzen Dooch gree?!?"

Der Busfahrer, der auf der A3 im Stau stand und am Schillerplatz Verspätung hat, sein Fenster aufreisst und den Wartenden an der Gegenhaltestelle zuruft: "Ich kumm glei!"

Oder der, der meinen lahmen Arm sah und meinte:"Verletzt?"
Ich:"Des is scho a boar Joahr her."
Fahrer:"Wird aber besser?"
Ich:"Nein."
Er:"Schade."

Da beginnt der Tag mit einem Lächeln. Weil's menschelt. Und das menscheln soll etz dann abgschafft werden. Dabei brauchen wir Menschen doch das menscheln. Sonst gehen wir ein. Wir sind doch soziale Wesen.

Es gibt Ältere, die ihren Lieblingsbusfahrer haben, ihm Schokolade und anderes mitbringen und ein Schwätzchen mit ihm halten. Das würde es dann nicht mehr geben.

Deswegen sehe ich auch Pflegeroboter kritisch. Sie können sicher Aufgaben übernehmen, aber einen Menschen können sie nicht ersetzen.

Und der Rollstuhlfahrer an der Haltestelle? Der Busfahrer beim 30iger steigt immer aus, legt die Rampe an und so kann er reinrollern. Wenn das zukünftig ohne menschliches Zutun passieren soll, muss die Technik ausgereift sein. Bisher hab ich das noch nicht erlebt. Klar: hie und da langen Fahrgäste mit hin. Dafür muss man aber auch wissen wie es geht und über die körperlichen Kräfte verfügen.

Was geschieht im Fall eines Unfalls? Wer ist dann haftbar? Wenn der selbsfahrende Bus die Wahl treffen muss, einen Menschen zu opfern oder das Leben mehrerer? Wie wird es sich entscheiden? Wird sich das System dann immer richtig entscheiden?

Die selbstfahrende U-Bahn rollt auf Schienen. Da ist es sicher einfacher zu regeln. Der Strassenverkehr und die gefährlichen Situationen sind viel komplexer, weil hier auch unterschiedliche Personengruppen, Verkehrsteilnehmer, Autofahrer, LKWs, Fussgänger, Radfahrer, Roller-, Motorradfahrer, E-Biker, Kinder und Ältere... berücksichtigt werden müssen. Auf der U-Bahnstrecke sind die ja nicht allein unterwegs. Da hat man "nur" andere U-Bahnen. Und selbst die hatte am Anfang ihre Probleme, weil sie die Gleise nicht kannte, die sie mit Schwung überwinden musste, weil dort die Stromführung nicht richtig funktionierte. Die Tricks kannten nur die "echten" Fahrer. Da blieb dann schon mal ein Zug liegen.

Und was passiert bei einem technischen Defekt? Sind dann die Fahrgäste auf sich allein gestellt?

Wenn im Winter die Bustür nicht zugeht? Dann fährt nämlich auch der Bus nicht. Ich habe schon einen engagierten Busfahrer mit einer Bustür kämpfen sehen. Er hat versucht sie mit einem Besen zu verrammeln. Es hat leider nicht geklappt, weil die Tür immer noch nicht ganz schloss.

Einmal sind wir in Hannberg gestrandet, weil die Technik streikte. Die Türen streikten auch. Der Busfahrer musste ganz schön lange kämpfen bis wir wenigstens aussteigen konnten.
Obwohl wir eine Stunde auf den nächsten Bus dort warten mussten, hat die Geschichte trotzdem ein Happy-End.

Dort hab ich meinen Busnachbarn kennengelernt, der mich jeden früh mit einem Satz des Tages begrüßt.
Deshalb sind Pannen mit Menschen oft was Wunderbares! Es menschelt. Das ist magisch. Wenn wir uns dieser Magie berauben, was bleibt dann noch?

Technik strebt nach Perfektion. Aber Technik kann nur so perfekt sein wie die Menschen sind. Und die sind es nun mal nicht. Fehler sind Möglichkeiten aus Situationen zu lernen. Neue Erfahrunge zu sammeln und daran zu wachsen. Es ist aber das Unperfekte, das die magischen Momente des Lebens ausmacht.

Die schönsten und lustigsten Busgeschichten habe ich in den Unperfekten Momenten erlebt. Ich möchte sie nicht missen.

Sodala: es herbstelt ganz herrlich... und dazu gibt's heut an Comic. Vill Spass!

Montag: Heut früh is der Bus recht rasant ogfahrn, wie sich mei Busnachbar hihocken wollt. Er hat grod nu die Kurven derwischt. Mei Busnachbar, ned der Bus.
Ich:"Morg. Bist ja schwungvoll unterwegs heit. Des woar ja fast a Pirouetten."
Etz fehlt ner bloss nu a Tutu. Des Bild grichi etz nimmer aus meim Kopf...

Der 30iger war voller wie sonst. Den Schienenersatzverkehr habi hamwärtsi gseng. Der war a ziemlich voll. Da siggsd amol alla Busunternehmen der Region versammelt. Die Bus bassen do alla goar ned hie in des Busbuchtla!

Wie ich auf den Bus in Erlang in der Fussgängerzone wart, red mi widder a Mo o. Irgendwas christliches. A Broschürla hadder in der Hand.
Er:"Wie meinen Sie, dass die Zukunft wird? Besser oder schlechter?"
Ich:"Ich hab mit der Gegenwart scho genuch zu do."
Er lacht. Was will er scho andersch machen? Und meint:"So kann man es natürlich auch sehen."
Dann is mei Bus kumma. Auf's Broschürla hab i dankend verzicht.

Ich les grad a Buch über Glücksökonomie. Es geht auch um's Tauschen, Schenken, Open Source ...
Wusstet Ihr, dass die GPL ein CopyLeft ist? Das Gegenteil von Copyright.
Lustigerweise (is wahrscheinlich Fügung oder irgendjemand möchte mir damit etwas sagen...) hab ich am Samstag eine Zeitung geschenkt bekommen, und gestern Brot und Laugenstängli. Irgendwie is des fei schee.

Gestern beim Krimi fiel der Satz:"Die hat sich ganz schön aufgebrezelt."
Ich:"Warum heisst denn des aufgebrezelt und ned aufgestangelt?"
Mei Mama:"Oder aufgesemmelt..."

Der hat uns ned gfalln. Mir hamm dann nu an Naturfilm auf NDR gfundn. Da hammer Füchsli, Bärli, Rehli, Hamsterli, Feldmäusli, Shell-Enten (gibt's Esso-Enten a?) und Co gseng...

Und an Comic habi a für Euch! Vill Spass!

 
Die Glaa - Goldener Herbst Sandra Jaeger 2018
Die Glaa - Revierverhalten Sandra Jaeger 2018
27.10. bis 01.11. Anders kömmer gut...

Sonntag: Die Woche hab ich diesen Satz im Fernsehen gehört. Der hat mir sehr gut gefallen.

"Alle reden immer davon wie wichtig es ist besonders zu sein. Und wenn's dann jemand is, hamm alle andern ein Problem damit."

Ich hab beim Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb mitgemacht. Meine Geschichte hat der Jury nicht gefallen. Ich bin aber nicht traurig. Die Rechte sind nämlich jetzt wieder bei mir. Und ich kann sie jetzt schon veröffentlichen. Jippie! Wär ja schade drum, wo ich mir schon die Mühe gemacht habe. Und ich hab sie auch ein paar Leuten gezeigt und ihnen hat's auch gefallen.

Der Mensch von der Jury bei dem ich mich abgesichert habe, hat mir dabei viel Erfolg gewünscht. Beim Veröffentlichen? Wieso? Dafür brauch ich doch bloss ein FTP-Programm und meinen Webspace.

Wahrheitserfahren
Ich bin keiner von den Guten. Ich bin einer von den Ehrlichen. Ich sage die Wahrheit. Ich kann nicht anders. So bin ich konfiguriert. Man könnte nun glauben, dass das eine tolle Sache ist. Da irrt Ihr Euch!

Mein Verhalten wird erstaunlicherweise oft als frech, dumm und sogar unterschwellig aggressiv bezeichnet. "Wo wohnen Sie denn?" Ich:"Dahamm." Dabei bin ich nur ehrlich. Ich wusste nicht, dass man das nicht darf. Ehrlich sein. Ehrlich nicht!

Ich werde oft missverstanden. Man unterstellt mir Dinge, die ich so nie gesagt habe. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, was ich falsch gemacht habe. Ich kann nicht zwischen den Zeilen lesen und nehme nur die Sachebene wahr.

Das "normale" menschliche Verhalten ist für mich rätselhaft und verwirrend. Ich komme mir vor wie eine Anthropologin auf dem Mars.

Ich habe den Eindruck, dass die Leute nicht mehr richtig zuhören können. Sie hören nur das, was sie hören wollen. Wenn ich manchen Arzt-Befundbericht lese, frage ich mich nicht selten hinterher, ob er und ich beim selben Gespräch waren oder ob er mich mit jemand anderem verwechselt hat. Dabei muss man dem Arzt natürlich zugute halten, dass er selbst ein Opfer der Umstände ist und gar nicht die Zeit hat, dem Patienten Befundberichte zu erklären. Das ist schade. Denn Missverständnisse in der Arzt- Patienten-Kommunikation können schwerwiegende Folgen haben. Und auch sehr kostenintensiv werden. Solange die Kassen das nicht verstehen und es nicht entsprechend entlohnt und belohnt wird, wird da allerdings nichts passieren. Solange nur der Fall, die Krankheit und die Bürokratie im Mittelpunkt steht und nicht der Mensch. Es ist nun mal so, dass jeder Mensch und jede Krankheit individuell ist. Krankheiten halten sich nicht an Lehrbücher. Die Natur kann Umgehungslösungen finden, wenn man sie lässt. Dieses Potential bleibt ungenutzt.

Wer die Wahrheit sagt, irritiert andere. Ich vermute unsere Gesellschaft hat verlernt, mit der Wahrheit umzugehen. Das passiert immer, wenn jemand anders ist oder anders reagiert, als es die Norm erwartet. Die Norm ist kontextabhängig. Wäre ich in einem Raum von meinesgleichen umgeben, dann wäre mein Verhalten normal. Mit Norm-Abweichlern haben Menschen Probleme. Seien es Behinderte, Frauen, Migranten, Andersdenkende ... Vielleicht braucht die Gesellschaft Stereotypen. Alles schön in Schubladen stecken. Nur eine Ringelsocke passt eben nicht in die Schublade mit den schwarzen Socken. Wenn dann die Schublade nicht passt, gibt man der Ringelsocke die Schuld. Stereotypen werden nicht hinterfragt. Ein einmal gefälltes Urteil nicht korrigiert. Menschen, die anders sind, können eine Gesellschaft bereichern, wenn man sie lässt.

Warum ist das so? Verhält man sich nicht der Norm gerecht, dann fühlt sich das genormte Gegenüber hilflos. Hilflosigkeit erzeugt Stress und Stress erzeugt Wut. Diese Wut irritiert wiederum mich, weil ich nicht erkennen kann, was ich falsch gemacht habe. Wir befinden uns in einer Irritations-Rekursion.

Wenn mich jemand nach seiner Meinung zu seiner neuen Frisur fragt, dann bekommt er von mir auch eine ehrliche Antwort. Wenn er sie gar nicht hören will, warum fragt er denn dann?

Andererseits scheine ich von den Meinungen anderer weitaus unabhängiger zu sein. Ich trage ein T-Shirt mit einem Hund und dessen Besitzer, der den Hund an der Leine zieht. Darüber steht:"Wir wollen joggen gehen und nicht in die Sahara."
Meine Kollegin:"Ich hab auch so einen Hund. Den muss ich immer tragen." Das T-Shirt gefällt ihr.
Ich: "Soll ich Dir den Link geben, wo Du es bestellen kannst?"
Sie: "Was sollen denn die Leute dann von mir denken?"
Ich: "Dass Du Humor hast."

Kollisionen von Wahrheit und Selbstwahrnehmung können auch sehr lustig sein. Auf der einen Straßenseite läuft eine Frau mit Hund. An die Leine hat sie einen roten Hunde-Kot- Entsorgungsbeutel gebunden. Rot beflaggt. Auf der anderen Straßenseite ruft eine Frau ganz entzückt ihrem Mann zu:"Schau mol! Der Hund hat a rota Schleifen!" So kann man es freilich auch sehen. Alles eine Frage der Wahrnehmung. Oder ist das schon eine Wahrnehmungsstörung?

Wußtet Ihr, daß der Katalog der seelischen Störungen (DSM) zum größten Teil von der Pharmaindustrie gemacht wird? Es wurden schon Krankheiten für Pillen erfunden! Inzwischen dürfte es kein normales Verhalten mehr geben. Das ist bei anderen Krankheiten nicht anders. Dort werden die Bereiche für die gesunden Werte immer enger gefasst, daß immer mehr Menschen als krank gelten. Das ist doch krank. Und das fasst man dann unter dem Namen: Gesundheitssystem zusammen. Also ist auch Krankheit eine Art der Wahrnehmung. Kommt drauf an, wer es definiert.
Bahnreisende werden sicher gespannt sein, wann die Gleisbelegungsstörung und die Türstörung in die DSM aufgenommen werden.

Sind die Menschen noch echt? Mit Silikon, Laser, Fettabsaugung und anderen Ersatzteilen wird am Menschen herum optimiert. Inzwischen schluckt die Menschheit Schmerzmittel wie Süßigkeiten. Schon in der Schule werden Kinder gedopt. Man betreibt Selbstoptimierung anstatt wieder zu lernen, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören. Der Mensch bleibt und ist immer noch ein analoges Wesen. Mit ebensolchen analogen Bedürfnissen nach Erholung, Kontrolle, Routinen und menschlichen Kontakten. Er ist nur begrenzt "aufnahmefähig". Die Welt um uns herum wird immer digitaler, die Veränderungszyklen immer schneller. Können wir da überhaupt noch mithalten? Früher gab es reale Gefahren, wie den Säbelzahntiger die Stress ausgelöst haben. Heute ist es der Chef, Termindruck und die Arbeitsverdichtung. Früher wurde der Stress auf natürlich Weise (Flucht vor dem Säbelzahntiger) abgebaut. Und heute? Wenn er kein Ventil findet, dann macht er uns krank.

Die Makeup Maske ist oft so dick wie die unsichtbare Maske hinter der sich Menschen verstecken. Dabei ist das. was sich darunter verbirgt viel schöner als die falsche Fassade. Der Zauber der Echtheit, die Schönheit der Wahrheit. Manchmal verrutscht in einem Gespräch diese Maske und für einen kurzen Moment blitzt Echtheit und Klarheit auf. Das sind meine persönlichen Glücksmomente! Es "menschelt" wieder! Neulich zum Beispiel als eine Kollegin die Asche ihrer im Ausland verstorbenen Verwandten in die Heimat zurück überführen wollte. Sie schneidet in der Büroküche eine Mango.

Sie verärgert:"Die Urne kam mit der Post 2 x an den Absender zurück. Was die arme tote Frau in der Gegend herumgeschickt wurde! Alles nur wegen der Bürokratie!"
Ich:"Wenn man die Bürokratie abschaffen würde, wären viele Menschen arbeitslos."
Sie lacht: "Ach du! Möchtest du ein Stück Mango?"

Habt Ihr mal bei einem Bewerbungsgespräch wahrheitsgemäß geantwortet? Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, daß dort die Wahrheit gar nicht erwünscht ist. Glaubt mir, ich habe schon sehr irritierte Personaler gesehen, weil ich ehrlich geantwortet habe. Es wird erwartet, daß man in eine Bewerberrolle schlüpft. Man wird also zum "Schlüpfer" und "Schauspieler".Und ich hatte gedacht, es ginge um das gegenseitige Kennenlernen. Zu sehen, ob man wirklich zusammenpasst. Die Stärken des Bewerbers einzuschätzen. Nicht der mit den besten Fähigkeiten wird eingestellt, sondern der, der sich am besten verkaufen kann.

So hatte ich mich mal vor Jahren bei einer Sportartikelfirma beworben. Ich fand nicht, daß das Gespräch besonders gut verlief. Ich wurde gegrillt. Dann zählten die zwei Personaler alle Sportmöglichkeiten und Firmenteams auf. Ich bin nicht besonders sportlich. Teamsport ist mir ein Graus. Meine motorischen Fähigkeiten (ich und Bälle!) sind nicht besonders gut ausgebildet. Also rutschte ich unruhig in meinem Stuhl herum. Ich wurde immer kleiner und kleiner. Ich wollte doch nur dort arbeiten. Die versammelte Runde (IT und zwei Personaler) erwarteten darauf eine Antwort. Nach längerem Schweigen, brach es dann einfach aus mir heraus:"Is des Pflicht?" Die Runde brach in schallendes Gelächter aus. Ich wußte nicht, was ich lustiges gesagt habe. Und ich hakte das Bewerbungsgespräch in Gedanken ab.
Seltsamerweise riefen sie eine Woche später an und wollten mich unbedingt haben. Wird Ehrlichkeit doch noch geschätzt? Anscheinend habe ich einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Ich diskutiere mit meinem Kollegen über die Entscheidung der Stadt Nürnberg Wildgänse über der Stadt abschiessen zu lassen. Da wurde ein neuer Bade-Weiher als politisches Großprojekt angelegt.
Ich:"Ein Weiher zieht auch Tiere an. Ursache. Wirkung. Also auch Vögel. Und ihre Auswirkungen. Vogelkot."
Mein Kollege redet lauter und schneller: "Ja, aber, das ist doch ein Badeweiher! Das siehst Du viel zu restriktiv!"
Ich: "Das ist die logische Folge. Die Wildgänse wissen das doch nicht, daß sie nicht in den Weiher dürfen."
Er: "Aber beim Baden Vogelkot ist voll eklig!"
Meinem Vorschlag den Weiher einzuzäunen (das müßte natürlich auch von oben erfolgen), ist er auch nicht aufgeschlossen. Die Wildgänse könnten dann im Überflug Menschen hinter Gittern sehen. Ob sie demnächst auch Frösche und Schnaken zum Abschuss freigeben?

Als ich vom Bus aus eine Wildgänseschar auf dem Feld sehe, freue ich mich. Bei uns auf dem Land haben sie noch Asyl.

Apropos Klima und Natur. Neulich hat ein Eisbär eine Touristengruppe eines Kreuzfahrtschiffs angegriffen. Weil sie die "unberührte Natur" kennenlernen wollten. Wenn die dort alle herumlaufen, ist sie doch nimmer unberührt! Das Ende vom Lied. Den Eisbären haben sie erschossen. Der war der einzige, der dort hingehört.

Wenn Menschen ihre Werte leben, geraten sie nicht selten ins Kreuzfeuer der Politik. Ehrenamtliche, die ertrinkende Flüchtlinge retten wollen, landen vor Gericht. Sollte die Bürokratie nicht ursprünglich den Menschen dienen?

Die Bürokratie treibt auch lustige Blüten. Behinderte, die nicht gut zu Fuß sind, können sich von der Ausweispflicht befreien lassen. Die kommen ja nicht zum Fotografen oder zur Stadt. Dafür brauchen sie ein Immobilitätsattest vom Arzt. Das kostet 5,36 Euro. Ist der Arzt nun ein Immobilenmakler?

Am nächsten Tag trage ich mein T-Shirt mit dem Spruch: "Ich bin keiner von den Guten. Ich bin einer von den Ehrlichen." Eine Frau im Bus spricht mich drauf an: "Der Spruch ist gut! Die meisten Leute reden so wie sie es brauchen. Die bleiben ihren Werten gar nimmer treu. Neulich hat mein Kollege auch zu mir gesagt: Ich bewundere Deinen Mut, die Wahrheit zu sagen."

Das fand ich sehr schön. So offen und ehrlich. Solche Leute mag ich. Andererseits finde ich es sehr traurig, wenn man schon Mut braucht, um die Wahrheit zu sagen. Ist die Wahrheit bald ausgestorben? Gehört sie schon zu einer bedrohten Art?

Ich hab ein Umweltjahresabo, weil ich an die Umwelt denke. Stehe dann trotzdem an der Haltestelle mitten im Nürnberger Stadtverkehr in den Feinstaubabgasen. Muss an der Fußgängerampel länger warten als die vorbeifahrenden Ein-Mann-KFZs, die an mir vorbeirasen. Es stinkt. Ich muss husten und frage mich: Ich denke an die Umwelt. Und wer denkt an mich? Spreche ich meine Kollegen auf die Abgasproblematik an, dann sind immer die Busse schuld. Nicht ihre Autos.

Die Wahrheit kann aber auch eine gewisse Komik beinhalten:
Mein Kollege betrachtet die Ausgabe eines Softwareprogramms:"Die Übersicht ist sowas von unübersichtlich!"

Er schimpft über die Grün-Wähler:"SUV fahren, jeden Urlaub fortfliegen und dann grün wählen."
Demnach haben Grün-Wähler auch eine Wahrnehmungsstörung.

Auf dem Heimweg von der Physiotherapie war ich platt und mein Hirn an seinen Kapazitätsgrenzen.
Eine bunte Frau sieht mich und ruft energisch:"Wie geht es denn Deiner Mutter?"
Ich weiß nie was ich auf so eine Frage antworten soll. Soll ich jetzt alle ihre Krankheiten aufzählen? Will sie die Wahrheit überhaupt hören?
Dafür hab ich keine Energie also sag ich:"Sie lebt noch."
Die Gesichtszüge (Nah- und Fernverkehr) meines Gegenübers entgleisen für einen kurzen Moment. Sie zuckt. Hoffentlich kein epileptischer Anfall. Entwarnung. Sie blubbert weiter...
Sie:"Weißt Du eigentlich, daß Du Deiner Mutter total ähnlich siehst? Weißt Du des? Weißt Du des???"
Ich bin verwirrt. Sie erwartet anscheinend irgendeine Antwort. Keine Ahnung welche. Ich schweige. Sie verabschiedet sich mit einem:"Hauptsache gesund!"
Ich hab eine chronische Schmerzerkrankung mit motorischen Störungen. Soll ich mich jetzt erschiessen?!?!

Manche Werbespots sind inzwischen so sonderbar und verkünstelt, daß ich am Ende nur verwirrt bin und gar nicht weiß, um welches Produkt es da eigentlich ging. Die verkaufen auch keine Produkte mehr, sondern ein Lebensgefühl. Das scheint nicht mit mir kompatibel zu sein. Oder mir fehlt diese Hardware-Schnittstelle.

Sogar bei der Werbung für Medikamente (die mit den Risiken und Nebenwirkungen) werden die Frauen und Männer mit Blasen- und Prostata-Schwäche und dritten Zähnen immer jünger. Ist das überhaupt realistisch? Ach so. Stimmt ja. Das ist Werbung und nicht die Realität. Was ist der Unterschied zwischen Märchen und Werbung? Märchen haben eine Moral.

Die Antifalten-Creme-Werbung mit 14-jährigen bringt nur der Firma was: Umsatz. Die einzige Anti-Faltencreme, die hilft, ist Sonnenschutz. Ich kann mir schon aus logischen Gründen nicht vorstellen, daß es gut für die Haut sein soll, wenn man sich Chemie drauf schmiert. Höchstens dadurch, daß die Haut luftdicht verschlossen wird. Dieses Verfahren nutzt man ja bei der Mumifizierung von Leichen. Aber wer will denn eine schöne Leiche sein? Dann doch lieber lebendig und greisslich.

Mit den Öffentlichen kann man viel über seine Mitmenschen erfahren. Unterhaltung im Zug:
Mann1:"Wenn ein Altersteilzeitler während der Altersteilzeit stirbt, is des a Störfall..."
Mann2:"Des derferd doch ka Störfall sei. Des is Pech..."

Ich lauf durch das Wäldchen beim Altenheim, wo die Vögel lautstark zwitschern.
Eine Frau mit Rollator kommt mir entgegen:"Die Vögel hört und sieht man gar nicht mehr."
Ich bin verwirrt. Da sind sie doch.

Jeder lebt in seiner eigenen Wahrnehmung der Wahrheit. Vielleicht gibt es auch keinen zweiten, der die Welt neurologisch exakt so wahrnimmt wie man selbst. Liegt ja schon daran, daß jeder Gerüche, Geräusche, Berührungen unterschiedlich intensiv wahrnimmt. Zusätzlich kommen noch die Erfahrungen der Menschen dazu und der Kontext in dem er aufgewachsen ist.

Die menschliche Kommunikation ist sehr fehleranfällig. In einigen Ländern schüttelt man den Kopf, wenn man "Ja" sagt. Treffen zwei Menschen aus gegensätzlichen Kontexten aufeinander dann kann das zu Missverständnissen führen. Und in gewisser Weise stammt jeder Mensch aus seinem eigenem Kontext.

Auch Fehlinterpretationen von Mimik und Gestik können vorkommen. Bitte bedenkt, daß 50 bis 80 Prozent der menschlichen Kommunikation nonverbal ablaufen. Nicht jeder hat Zugang zu all diesen Informationen (Blinde,Taube, Autisten, Gesichtsblinde ...). So ist es völlig normal, daß sich Menschen missverstehen. Wie lösen wir nun das Problem? Arbeitet miteinander! Lernt voneinander! Springt über Euren Schatten! Denkt nicht in Stereotypen! Stellt Eure Urteile immer wieder in Frage. Seid offen für Neues! Denn wer sich gegen Veränderung wehrt, den zerstört sie. Wer die Veränderung begrüßt, den kann sie bereichern. Arbeitet daran Missverständnisse aufzuklären und lacht über sie. Denn die Sprache des Humors kann die Menschen einen und die Wunden der Menschheit heilen.

Montag: Heut fährt der RE 6:29 Uhr auf Gleis 3 statt auf Gleis 4. Mei Busnachbar will noch eine rauchen. Aber da, wo wir auf den Bahnsteig sind, ist kein Raucherquadrat. Wir laufen weiter vor bis ans entgegengesetzte Bahnsteigende.

Ich witzle:"Des is a Nichtraucher-Bahnsteig."
Währenddessen ertönt die Frauenstimme:"Das Rauchen ist nur in den gekennzeichneten Raucherbereichen gestattet."
Ganz hinten bei der Treppe werden wir dann doch noch fündig.
Mei Busnachbar:"Muss ich morgen ne Spraydose mitbringen."
Er hat sich die Zigarette noch nicht angezündet, da ertönt schon:"Auf Gleis 3 fährt ein..."
Es dauert dann doch nu a weng und mei Beisnachbar kann doch noch eine in Ruhe rauchen.

Mit 4 Minuten Verspätung war mer dann in Fürth und dann in Nürnberg.
Immerhin: es fährt widder a Zuuch...

Heut hab ich ein Buch zurückbekommen.
Ich frag mein Bekannten, ob es ihm gfalln hat.
Er schüttelt den Kopf.
Ich:"Gelesen hast es aber?!?"
Er:"Bücher muss man lesen."

An Comic gibt's heit a. Die Natur is a Gedicht! ;-)
Vill Spass!

Dienstag: Gestern is der 205er Bus zuerst kumma. Unser Bus hat a Busbucht weiter hinten ghalten. Hammer nolaafn meng.

Heut is der 205 ned do aber er fährt trotzdem die hintere Bucht o.
Ich zu meiner Haltestellenbekanntschaft:"Etz fährt er heit widder so weit nunder, weil er gestern a dortn gstandn is. Des is doch ka Argument!"
Sie schmunzelt.

Die Lüftung im Bus pfeift heut aus'm letzten Loch. Is des laut! Und nervig!
Mei Busnachbar steigt ein, setzt sich neben mich und sagt dazu:"Heut soll der Wind ja ganz schön pfeifen. Aber dass die Klimaanlage auch pfeift, hamm sie nicht gesagt."

Kurz vor Buch bei Gremsdorf hört des Gepfeife endlich auf. Ich glaub ich bin etz taub. Mei Ohren und mei Kopf tun weh.

Mei Busnachbar brummt:"Hat den falschen Sender drin gehabt. Der wollt die Wettervorhersage. Nicht die Wettervorhersage für Klimaanlagen."
Ich muss schmunzeln.

Etz hört mer bloss nu an Motor und des Surren der Lüftung. Des is a nu laut genuch.
Mir rumpeln durch die Prärie. Mei Busnachbar schläft selig in sich zusammengesunken. Vollkommen tiefenentspannt.

Am Bahnhof läuft mei Busnachbar heut flott die Treppe zu Gleis 4 hoch.
Ich ruf ner hinterher:"Wo willst'n hi?"
Er hört mich ned und läuft weiter.
Ich:"Wo willst denn hin? Der fährt doch auf Gleis 3."
Etz hadders verstanden. Etz läuft er zielsicher zum Raucherquadranten neben der ersten Treppen auf Gleis 3.

Auf Gleis 4 im Gleisbett unterhalb der Gleise huscht a Mäusla rum.
Ich:"Guck mal. A Maus!"
Mei Busnachbar brummt:"Naturschutz. Deswegen is Gleis 4 gesperrt."
Ich:"Aber doch ned wecher a Maus!"
Er:"Wenn ihr Flügel wachsen, isses a Fledermaus."

Ich:"In Nürnberg in der Litfaßsäule am Bahnhof, wo die Linie 5 fährt, wohnt a a Maus."
Mei Busnachbar:"Wahrscheinlich a Verwandte."
Die Maus läuft Richtung Gleis 3.
Ich:"Guck mal. Ich glaub die will mitfahrn."
Dann überlegt sie sich's doch anders und springt in die Gegenrichtung davon. Wahrscheinlich a Springmaus.

Von schräg hinten nähert sich ein Zug.
Ich:"Do kummd er scho."
Mei Busnachbar:"Das ist das andere Gleis."
Dann macht der Zug einen Schlenker auf unser Gleis.
Mein Busnachbar:"Der fährt zickzack. Der is besoffen!"

Zwei Männer gegenüber im Zug unterhalten sich über Autos.
Mann1:"Wennsd den Schlüssel nah bei der Haustür liegen hast, können Gauner den auslesen."
Mann2:"Der Fluch der Technik."
Mann1:"Musst ner in Alufolie eiwickeln."
Mann2:"Abschirma."
Meiner Mama ihr Auto is nu analog. Des hat zum Fenster aufmachen a nu a Kurbel.

Ich erfahre dann auch noch, dass a Wildunfall nur als Wildunfall gilt, wenn mer des Wild streift. Ansonsten isses kanner und die Teilkaskoversicherung zahlt ned. Nur die Vollkasko. Wennsd aaner hast. Ansonsten blebsd auf die Kosten hocken.

Mann1 hält einen Ausdruck des provisorischen Oktober-November Fahrplans in der Hand.
Mann1:"Schau mol her. Des is alles andere als übersichtlich. Der Zug fährt am 11., 12. und 13. und dann is in der Spalten alles durchgstrichen. Und was is a RE-DE?"
Mann2 nickt:"Stimmt. Des könnerd ma scho besser machen."

Heut is der Ausstieg zu aller Überraschung und zu meiner Freude (ich stand ganz hinten, etz nimmer) in Fahrtrichtung rechts. Hat uns aber kanner verraten. Des woar a Zugüberraschung.

Des Gleis woar heit a weiter hinten. Ich laaf ewich zur U-Bahn. Die derwisch ich nu, aber dann guck ich trotzdem in die Röhre. Weil mir in derselben vor dem Rathenauplatz stehnbleiben. Wegen einer Weichenstörung an der U2. Das erfahr ich erst später in der übervollen Strassenbahn. Kloar. Die ander is leer davogfahrn. Woar ja nu kanner do.

Der VAG-Spruch des Tages is heut:"Menschen zu finden, die mit einem fühlen und empfinden, ist wohl das größte Glück."

Heimwärts. Als wir im 30iger bei der Stubenlohstrasse vorbeifahren, fliegen durch den Sog vom Bus neben uns die Blätter auf. Sieht aus als würd uns eine Laola-Welle begleiten. Blätter-Laola. Schaut aus, als würden sich die Blätter über "den Wirbel" freuen. Ich freu mi a.

203e. Im Schaufenster vom Eisert kämpft ein Schaufensterdekorateur mit einer Schaufensterpuppe. Die will ned so wie er will. Die hält einfach ned auf ihrm Gstell. Dabei hat er die Hände um ihren Hals geschlungen. Von hinten schaut's aus, als wollt er sie erwürgen.
Des find ich lustig. Ich muss an Miss Marple und Paddington denken...

Im Parkhaus unterhalb vom Bahnhof verteilt ein Politest (eine männliche Politesse) Strafzettel. Do werd er bei dem Reng (Regen) wengs ned nass.

Mehrere Netflix-Plakate verkünden: The adventures of Sabrina. Mir langa scho die adventures vo der Sandara.

Am Busfenster rinnt der Regen in kleinen Bächen entlang. Schee. Bei jedem Ruckler vom Bus ändern sie ihre Richtung. Sieht aus als würd der Bus weinen.

Dabei leuchten die Herbstblätter so schee! Der Wald bei Dechsendorf trägt ein buntes Herbstkleid.

Drei Pferde in Dechsendorf recken uns ihren Allerwertesten zu. Ein schöner Rücken kann auch entzücken...

Die Autobahn ist überflutet mit LKWs. In ihrem Strom schwimmen die Autos und unser Bus.

Die Scheibenwischer winken fröhlich vor sich hin. Ein nasser Zipfel bleibt oberhalb ihrer Reichweite übrig.

Zwei Schwäne gründeln im Weiher. Auf dem Feld daneben verduftet ein Fleck dunkelbrauner Mistbrühe.

Gestern konnt mer vo der Autobahn aus Schafe hinter Gremsdorf sehen. Ich muss an eine Karte mit zwei Schafen drauf denken, die über die Klimaerwärmung philosophieren.
Es regnet auf der Karte.
Schaf1:"Des Wetter wird immer schlimmer."
Schaf2:"Wir werden alle verfilzen."

Wir erreichen bald Höchstadt. Auf dem Aischparkcenter-Plakat neben der Autobahn steht:"Ware Freude."
Freude ist doch keine Ware. Die Freude, die ich beim Anblick des bunten Herbstlaubs empfinde, is doch ganz umsonst.

Gruselige Kürbisgesichter grüßen von einem Balkon in Gremsdorf.

Seit Anbeginn der Fahrt bellt mein Hintermann in sein Telefon. Ich würd gern ein Schild hochhalten:"Das ist keine Telefonzelle."
Aber wahrscheinlich wissen heut die wenigsten Leut überhaupt noch, was des ist.
Gelb wie das Laub des Baumes, an dem wir grad vorbeisausen. Oft kaputt. Die Telefonzelle. Ned der Baum.

Sovill wie der Mo (Mann) in einer halben Stund red, red ich in einer ganzen Woch ned. Was die immer alles zum derzähln hamm...

Nu a lustigs Gschichtla vom Wochenend.
Die Ansagerin auf BR3 im Fernseng (TV) kündigt den Mittermeier an.
Mei Schwester:"Der Skifoahrer?"
Mir hamm so glacht. Mir braung kann Mittermeier. Mir hamm mei Schwester. Des langt scho.
Mir hamm dann ausgschalten und sin ins Bett. Des woar gscheiter.

Ade! Blebd schee! Ich mach mer etzerdla an Dee (Tee)!

Donnerstag: Gestern früh. 5:30 Uhr.
Huschala! Is des kold! Es hat gfrorn.

Das Kratzen eines Autofahrers zerreisst die Stille. Der Halbmond und die Sterne schauen dabei zu.

Die Bushäusli sin mit Eis bedeckt.
Im Bus scheppert die Lüftung. Es ist kalt.

Das TUI-Schild am Schillerplatz zwinkert und lächelt uns zu.

Am Bahnhof isses im Bus immer noch kalt.
Mein Busnachbar brummt:"Wenn er die Klimaanlage auf Frost einstellt, dann pfeift sie wenigstens nicht."

Etz habi kalte Händ und Füß und a kalta Nasen. In Erlang niest und schneuzt sich unsere Hinterfrau. Siggsdes die hat der kalte Bus scho auf'm Gwissen.

Dafür is der Sonnenaufgang in Erlangen wunderschön. Der Himmel is so rot wie die Nasen unserer Hinterfrau.

Am Bahnsteig in Erlangen fährt ein Zug aus Nürnberg ein, spuckt Fahrgäste aus und enteilt Richtung "Nicht Einsteigen". Des muss Richtung Bamberg liegn.

Mei Busnachbar brummt aus dem Raucherquadranten:"Etz bin ich mal gespannt."
Ich:"Auf was?"
Er:"Ob's im Zug warm is!"

Eine Frau eilt an uns vorbei. Mit einer riesigen Bommel auf dem Kopf. Schaut aus, als hätt sie noch einen zweiten Kopf. Das Schneemannprinzip. Die muss aufpassen, dass sie durch die Tür passt. Mei Busnachbar guckt ihr irritiert hinterher.
Ich:"Des is ka Bommel. Des is a Dutt."

Immer wenn ich so an streng und stramm hochfrisierten Dud (Dutt) seh, denk ich:"Des dud doch weh."
Des is ja schlimmer wie a Pferdeschwanz. Komisch, daß menschliche Haaranteile nach Tieren benannt sind: Pony, Pferdeschwanz, Schnauzer.

Im Zug is warm. Wir reiten durch die Prärie in den Sonnenaufgang.

Mei Händ, Füß und Nasen wern trotzdem ned warm. Ich kenn die Fregger!

Heut isses sehr still im Zug. Ka Wunder. Gegenüer von uns steht ein Koffer mit Zahlenschloss. Der wirkt sehr verschlossen.

In der U3 guck ich fasziniert dem Mann mir gegenüber zu wie er in Seelenruhe eine Zigarette dreht.
Dann fällt auf einmal im Hintergrund das Wort "Fahrkartenkontrolle"
Daraufhin ergreift mein Gegenüber die Flucht.
Kontrolln is dann doch kanna kumma. Komisch.

Ma merkt dass Halloween is.

In der Strassenbahn sitzt mir ein Mann gegenüber der auf seiner schwarzen Umhängetasche lauter Totenköpfe und Sensenmänner aufgenäht oder aufgebügelt hat. Seltsamerweise trägt er eine schwarze Kapuze und sein Gesicht sieht selbst wie ein Totenschädel aus.... Ob des a Verkleidung für Halloween is? Wissen konnsd des ned. Vill Leut laafen ja alla Dooch so rum.

Ich hab ja mal die These aufgestellt, dass die Benutzer ihren Taschen immer ähnlicher werden, weil ich eine Frau mit Fransen auf dem Kopf und an der Tasche gesehen habe. Scheint auch auf Männer zuzutreffen.

Im Bus heimwärts treffen sich ein Mädel und eine Frau, die sich kennen.
Die Frau:"Magst dich zu mir setzen?"
Das Mädel schüttelt den Kopf:"Ich muss für Halloween vorschlafen."
Die Frau:"Du magst gwies Halloween?"
Das Mädel:"Ich ned, aber mei Freund."

Zur Kurierung des CRPS (meines Untermieter Schmerzsyndroms) mit den motorischen Einschränkungen, folge ich weiter den Brotkrumen. Ich befolge die Ratschläge aus dem Buch "Grundlos erschöpft" von Dr. Med. James L.Wilson. Der Wetterumschwung hat mich zwar ziemlich erwischt, aber ich hab mich mit Hilfe der Ratschläge doch schneller als sonst erholt.

Bin aber immer noch ziemlich hibbelig. Und das mit dem Schlafen nachts will immer weniger funktionieren. Wenn ich einschlafen kann, bin ich nach 2 Stunden wieder wach. Und das Spielchen wiederholt sich mehrmals nächtlich. Dann wacht man ziemlich gerädert morgens auf. Ich arbeite weiter mit Entspannungsübungen hauptsächlich Yoga, Atemübungen (die kann man gut im Bus machen), Spaziergängen und Autogenem Training. Und lesen. Mein Hirn will beschäftigt werden.

Ich weiss jetzt dank dem Buch "Ich denke zu viel" von Christel Petitcollin auch warum. Das ist mir zufällig in der Bücherei begegnet. In ihrem Buch gibt sie viele Ratschläge für Leute, deren Hirn etwas anders funktioniert. Die hauptsächlich mit der rechten Gehirnhälfte denken. Die ist emotionaler. Auch Autisten fallen in diesen Bereich. Deren Gedanken maändern. Also wilde Verknüpfungen und Querverbindungen hervorbringen. Die Gedanken hüpfen von Ast zu Ast wie ein Äffchen. Das kenn ich. Seht Ihr ja an dem was ich so schreibe, was mir alles durch den Kopf geht. Ich wusste nicht, dass nur 30 Prozent der Bevölkerung so ticken. Die "Norm" denkt anders. Das erklärt warum andere Menschen meinen Gedankengängen oft nicht folgen können. Obwohl das für mich alles so offensichtlich ist. Auch, dass nicht alle dieselben Werte wie man selbst haben. Das war mir auch nicht bewußt. Jetzt, wo ich das weiss, kann ich das auch erkennen und versuchen zu respektieren. Dass rechsdenkende Menschen Dinge wertschätzen und sehen, die der linksdenkende Teil der Bevölkerung gar nicht wahrnimmt.

Im Buch verweist sie auf das Buch "Mit einem Schlag" der Hirnforscherin Dr. Jill B. Taylor. Die Hirnforscherin hatte einen Schlaganfall bei dem die linke Gehirnhälfte ausfiel. Ihre ganze Persönlichkeit veränderte sich daraufhin. Das werde ich als nächstes lesen, weil das total spannend ist!

Des weiteren verweist sie auf das Buch "Wolkenspringer" des Autisten Daniel Tammet. Das werd ich mir auch noch reinziehn. Da freu ich mich schon drauf. Denn ein mäanderndes Hirn, das immer denkt, will gut gefüttert werden.

Gewaltfreie Kommunikation und das neue Schlagwort "Emotionale Intelligenz" scheinen wohl identisch zu sein. Es geht darum, klar zu kommunizieren ohne Vorwürfe und seine Gefühle dem Gegenüber mitzuteilen. Damit kann man besser mit Krisen umgehen. Ich bin in der Bücherei über das Buch "Mehr Erfolg durch Emotionale Intelligenz" von Dr. Christian Weisbach und Ursula Dachs gestolpert. Das Buch gibt dazu viele Tipps und praktische Beispiele.

Man soll mit Ich-Botschaften arbeiten. "Du mich friert's. Ich hab schon ganz kalte Füsse. Könntest Du bitte das Fenster zumachen?"
Die Aussage ist besser als die indirekte Botschaft: "Es zieht!"

Dabei kann ich mich noch genau an den Deutschunterricht in der Grundschule erinnern, wo man uns eingetrichtert hat, dass man nie Ich schreiben soll, sondern man oder es.

Wenn man seine Gefühle äußert und zugibt, dann frisst man sie auch nicht in sich rein. Das verstärkt ja z.B. Schmerzen und auch Konflikte. Die Reaktion des Gegenübers kann man zwar nicht vorhersehen, aber lasst es doch mal drauf ankommen.

Ich habe neulich zugegeben, dass ich mit einer Sache alleine nicht klarkomme und habe dann für mich überraschend endlich Unterstützung bekommen. Zwar aus anderen Ecken, als erwartet. Aber das spielt dann keine Rolle mehr. Auf einmal sehe ich, dass ich nicht alles allein machen muss. Und dass es auch funktioniert, wenn ich nicht alles allein mache. Das ist eine schöne Erfahrung. Langsam verstehe und lebe ich Scrum. Ganz versteh ich die praktische Umsetzung noch nicht. Aber ich arbeite daran, besser darin zu werden. Die Theorie hab ich ja verstanden. Aber Theorie und Praxis sind ja immer zwei Paar Stiefel. Warum eigentlich Stiefel und nicht Halb- oder Turnschuhe?

Und wieder hüpft mein Gedankenäffchen von Ast zu Ast ;-)

Ich hab gestern auch gelesen, dass bei psychischen Schmerzen auch Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol und Co helfen. Weil das Hirn keinen Unterschied zwischen psychischen und körperlichen Schmerzen macht. Aber ned, dass Ihr jetzt anfangt, bei psychischen Problemen und Ärger Schmerzmittel zu nehmen. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Das heisst im Umkehrschluss dann ja auch, dass das, was bei körperlichen Schmerzen hilft, auch bei psychischen hilft. Entspannungsübungen, Spazierengehen, soziale Kontakte .... Kann man dann überhaupt zwischen psychischen und körperlichen Schmerzen exakt unterscheiden? Schaut ned so aus... Denn jeder Schmerzkranke leidet ja auch unter seinen Schmerzen. Der eine mehr der andere weniger. Weil er Dinge nicht mehr so machen kann, wie vorher z.B.. Dann verursacht der körperliche Schmerz wieder seelischen Schmerz. Wer kann dann sagen, was zuerst da war? Die Henne oder das Ei? Gutachter tun dies aber trotzdem. Aber die können es auch nicht wissen. Dafür müssten sie ja in Dein Hirn innen reinschauen können. In die neuronalen Verknüpfungen. Und das kann keiner.

In diesem Sinne einen schönen Feiertag!

 
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