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Sulcus Ulnaris Syndrom
Sammy, das Krankenhausfluchttier
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14.04. bis 20.04. Physiologische Zustände erkennen

Sonntag: Mir ist in dieser Woche noch einiges zum physiologischen Zustand ein- bzw. aufgefallen. Bei körperlichem Stress, ist man weniger kuschelfreudig. D.h. Berührungen sind einem unangenehm und man berührt andere auch nicht so gern. Autisten geben z.B. deswegen nicht gerne die Hand und meiden Umarmungen wie der Teufel das Weihwasser. Das wird bislang fälschlicherweise als soziale Verhaltensauffälligkeit gedeutet. Das ist natürlich vollkommener Quatsch.

Stellt Euch vor, vor Euch steht grad der Säbelzahntiger. Dann seid ihr Euch nicht im Kuschelmodus. Und das ist ja auch gut so!

Bei Autisten ist der körperliche Stresslevel deswegen besonders hoch, weil sie Reize nicht filtern können. Normalerweise filtert der Reizfilter schon vor, was überhaupt im Hirn ankommt. Beim Autisten kann unwichtiges vom wichtigen nicht mehr getrennt werden, weil der Reizfilter nicht aktiviert ist. D.h. ALLES!!! kommt gleichlaut! gleichwertig! im Hirn an! Das Hirn muss viel mehr Reize verarbeiten. Kein Wunder, dass es sich ab und zu ne Auszeit nimmt. Der Autist zieht sich instinktiv zurück. Nur so, kann er sich vor schlimmerem (wie epileptischen Anfällen, Schlaganfall ...) schützen! D.h. er handelt intuitiv richtig!! Auch die Stimmingstrategien (mit den Händen wedeln, schaukeln, repititive Bewegungen, Balancieren ...) dienen zu seinem Schutz. Denn sie beruhigen das Nervensystem!

Dieses Verhalten wird von der Umwelt, weil sie nicht versteht, was im Autisten vor sich geht, als störend empfunden. Und so ist die Therapie Autisten, diese für andere störenden Verhaltensweisen abzuerziehen. Genausogut könntet Ihr jedoch einem Rollstuhlfahrer den Rollstuhl wegnehmen und ihn die Treppe runterschubsen und ihm hinterherrufen: Es geht doch!

Nur weil man ein Verhalten nicht versteht, wird es als Störung und Krankheit etikettiert. Schrägerweise wirft man Autisten dann auch noch vor, nicht anpassungsfähig zu sein. Dabei sind sie es doch schon!!!! Sie sind schon am Limit der Anpassungsfähigkeit und keiner sieht es! Wenn dann noch eine Veränderung obendrauf kommt, dann können sie das nicht mehr kompensieren. Deshalb brauchen sie Routinen. Sie geben ihnen ein bisschen Sicherheit in einer für sie völlig chaotischen und schmerzlauten Welt! Wahrscheinlich heisst es AUtismus, weil die Welt so weh tut!!

Um den Reizen nicht hilflos ausgeliefert zu sein, entwickeln autistische Kinder instinktiv Anpassungsmechanismen. Und das ist, das was Autismusexperten unter den Begriffen: Stimming, Spezialinteressen und Co zusammenfassen. Es sind ihre Überlebensstrategien!

Den physiologischen Zustand eines Menschen hört man auch, wenn er spricht. Denn auch die Stimme verändert sich. Ich seh das grad an meiner aus dem Krankenhaus zurückgekehrten Mama. Sie wird monoton. Sogar krächzig. Es fehlt die Prosodie (Betonung). Auch das kennt man bereits von Autisten. Wie melodiös wäre denn Eure Stimme, in einer Gefahrensituation?

Bei Menschen, die aus anderen Gründen unter Stress stehen, passiert das alles auch. Unter Stress ist man übrigens auch schon bei einer Erkältung. Auch dann will man nur noch eins, heim und ins Bett. Es drängt einen bei einem Schnupfen doch nicht unter Leute. Man will seine Ruhe und sich erholen.

Die Stimmlage verändert sich. Der Ton wird gereizter. Die Stimme ist weniger melodiös oder gar monoton. Das passiert auch bei chronischen Erkrankungen bzw. sind sie wohl auch die Folge eines chronischen körperlichen Stresses.

Meine Stimme ist z.B. ziemlich monoton. Das ist mir gar nicht aufgefallen. Wenn ich laut aus einem Buch lese, dann klingt das so unmelodiös wie bei einem kleinen Kind, das grad lesen lernt. Dabei habe ich aber mit dem Lesen an sich keine Schwierigkeiten. Es liegt nur an der Stimme. Die Stimme verrät also den physiologischen Zustand des Menschen und somit dessen körperlichen Stresslevel. Spannend!

Ich denke, dass (chronischer?) Stress ab einem gewissen Zeitpunkt zu einer Deaktivierung der Reizfilter führt. Es könnte allerdings auch umgekehrt sein. Aber das halte ich für wahrscheinlicher.

Sodala.. heut gibt es noch einen Comic zum Thema Stress. Der passt ja ganz gut dazu. Viel Spass!

Hab wieder zwei Beispiele für misslungene Kommunikation für Euch.
Das erste stammt von gestern mit meiner Schwester.
Ich:"Magst a Butter oder a Leberwurst auf dei Brot?"
Sie:"Ja."

Auch mein Hirn ist heut etwas wirr. Das CRPS mag das Wetter nicht besonders. Zuviele Reize. Ich vergesse dauernd Dinge und bekomme die Gedanken nicht in Worte... Trotzdem bin ich heute auf den Markt gegangen. Bewegung hilft. Allerdings war der für mich von der Reizflut heut eher wie ne Achterbahnfahrt. Bunt, laut und intensiv.

Im Cafe hatt ich mich auf einen Milchkaffee gefreut. Die Verkäuferin auf meinen Wunsch:"Ich glaub da ist nix mehr frei."
Ich deute auf die freine Plätze hinter ihr.

Sie (ich kann sie bei der Lautstärke im Cafe kaum verstehen):"Da ist glaub ich reserviert."
Mein Hirn funktioniert nicht und schon kommt von mir:"Dann trink ich meinen Kaffee halt daheim."

Wäre ich in einem achtsamen entspanntem Modus gewesen (den verhindert heute leider mein chronisches CRPS), hätte ich auf die Idee kommen können ihn draussen zu trinken. Die Tische draussen waren frei. Ich brauch ja allein keine Stund dazu. Und ich empfand es auch nicht als so kalt wie die meisten andern Leute. Seltsam. Vielleicht heizt mir mein CRPS aber auch einfach heute gut ein. Der Thermostat is ja auch defekt. Die Verkäuferin ihrerseits befand sich ebenfalls wie ich im physiologischen Stresszustand, da hinter mir noch drei weitere Kunden im Laden standen und das Cafe voll war.

Daher war es auch ihr ihrerseits unmöglich eine alternative Lösungsmöglichkeit des Problems anzubieten. Es kam zu einem Konflikt. Es grummelte auch kurz in meinem Bauch. Wut. So waren beide Parteien unzufrieden. Ein Paradebeispiel für schiefgegangene Kommunikation.

Auf dem weiteren Weg hab ich dann die Situation entsprechend analysiert, die physiologischen Stresszustände meines CRPS und der der Verkäuferin (die kein CRPS hat) waren identisch. Deshalb war eine lösungsorientierte für beide Seiten befriedigende Lösung nicht möglich. Bedenkt man, dass Stress heutzutage in allen Firmen an der Tagesordnung ist und auch Kunden ihrerseits unter Stress stehen, so zeigt dieses kleine Beispiel beeindruckend, wozu dies führt. Zu Frustration, Missverständnis und Wut auf beiden Seiten. Des is ja a ned grad as gsündeste.

Nach der Analyse konnte ich das Bauchgrummeln meinerseits beseitigen, da ich die Ursache dafür logisch erfassen konnte. Die Verkäuferin hat nicht absichtlich so gehandelt, sondern war aufgrund ihres physiologischen Zustands (Stress) nicht in der Lage anders zu reagieren. Das kann ich verstehen. Denn mir geht es ja heute genauso.

Ich bin dann in die Buchhandlung, wo ich schon mit den Worten begrüßt wurde:"Ach Frau Jäger! Auf Sie hab ich schon gewartet."
Ich muss schmunzeln :) Ich fühle mich verstanden, wertgeschätzt und willkommen. Ganz anders als wie im Cafe vorhin.

Somit war schon das Vertrauensverhältnis geschaffen. Ich habe auch wieder ein Buch gefunden. So schafft man glückliche Kunden. Eine Osterkarte hat sie mir auch noch dreingegeben. Und eine nette Unterhaltung hatten wir auch noch. Das war dann ein Beispiel für gelungene Kommunikation. Und das zeigt auch, dass obwohl ich im selben chronischen Krankheitsmodus (physiologischen Zustand) in beiden Geschäften war, durch den physiologischen Zustand der Gegenseite, völlig entgegengesetzte Ergebnisse erzielt wurden. D.h. beide Seiten machen die Musik.

Hat man nur unzufriedene und blöde und nervige Kunden oder Patienten, könnte das also zu einem grossen Teil auch an einem selber liegen. Am eigenen physiologischen Zustand, der eine offene achtsame Unterhaltung und eine konstruktive Problemlösung verhindert. So sabotiert uns Stress auch im Alltag. Interessant.

Und nun stellt Euch dasselbe Szenario wie mit der Verkäuferin im Cafe in einem Krankenhaus vor. Ein gestresster Arzt, ein verängstigter Patient. Wenn man ins Krankenhaus geht, dann ist man ja auch schon in einem Ausnahmezustand. Ich zumindest. Wenn ich schon einen weissen Kittel sehe und das Desinfektionsmittel rieche, wird mir schon schlecht. Deswegen bringen mich keine 10 Pferde da freiwillig rein. Seit der Reha des Grauens habe ich noch mehr Schiss davor. Das hat es nicht besser gemacht. Obwohl ich ja mit einer positiven Erwartung dort reingegangen und rangegangen bin. Sieht man es nun aus dem obigen Beispiel kann ich nun nachvollziehen, dass auch hier die Kommunikation ordentlich schieflief. Und warum. Schöner macht es das auch nicht. Ich kann das Verhalten jetzt nachvollziehen, das Verständnis dafür fehlt mir jedoch. Dass Heilung auf Basis einer solchen Fehlkommunikation nicht stattfinden kann, ist vollkommen logisch.

Denn es fehlt ja an der Basis. Am Vertrauen. Und traurigerweise auf beiden Seiten. Beide Seiten sind frustriert, wütend und im schlechtesten Fall wird der Patient zum Sündenbock abgestempelt. Die Suche nach dem Schuldigen hat noch nie ein Problem gelöst. Ich denke, wenn man soweit ist, dann sollte der Behandler mal an seinem physiologischen Zustand arbeiten und sich an der eigenen Nase fassen. Denn wenn mir das mit meinen Patienten immer wieder passiert, dann liegt das Problem nicht an den Patienten, sondern an mir.

Vertrauen ist die Grundlage jeder erfolgreichen menschlichen Kommunikation. Deswegen geht's also so oft schief. Da fehlt schlichtweg das Vertrauen. Und wohl oft auch das Selbstvertrauen. Nur beides zusammen kann zu konstruktiven Problemlösungen führen. Spannend!

Ihr könnt ja auch mal im echten Leben solche Situationen beobachten und aus dieser neuen Perspektive betrachten. Ihr werdet vieles besser verstehen. So könnt Ihr Experimente im echten Leben durchführen :) Das macht Spass! Man lernt unheimlich viel in freier Wildbahn :)

Donnerstag: Die Woche war sehr lehrreich und interessant und irgendwie spannend. Mein Leben ist grad eine einzige Experimentierphase.

Am Montag is a roter Ziehharmonikabus kumma.
Mei Haltestellenbekanntschaft:"Allmächd! Mit was für an Bus kummd er denn heit?"
Ich:"Mit dem kummd er doch in Klebheim goar ned um der Kurven rum."
Er parkt vorsichtig an der Haltestellenbucht ein.
Ich:"Siggses. Beim Eiparken hadder scho Probleme."

An der Don Bosco steigt eine Frau ein und sagt:"Des is a anderer Bus wie sonst. Der is höher. Und länger isser a. Aber schö warm is herin."

Des bassd zu meim Knöchel. Der brennt a wie Feuer.

Das VAG-Quiz verrät mir, dass 44 Prozent der Eltern sich mehr Zeit zum Kochen wünschen. Ja und warum nehmen sie sich die dann nicht?

In Erlangen auf meinem Weg zum Schmerztherapeuten kommt mir ein Junge auf einem Fahrrad entgegen.
Auf seinem Käppi steht:"I AM YOUR FATHER"
Das möcht ich etz doch stark bezweifeln.

Ich frag mich ja schon immer, warum immer nur kurzfristige Ziele und Lösungen anvisiert werden, die dann langfristig gar nicht so sinnvoll sind, oft sogar schädlich. Warum macht man das?

Ich denke, das liegt an unseren hektischen und stressigen Zeiten. Denn wenn mein CRPS am Rad dreht (körperliches Stresslevel auf Anschlag), dann bin ich auch nicht zum langfristigen Denken fähig. Da bin ich eher lahmgelegt. So wie der Verkehr auf der A3 die Woche.

Unser einer Busfahrer meinte schon den Autobahnbus könners etz abschaffen. Do kammer eh ned nauffahrn, weil's dauernd dicht is. Das ist ja die Politik auch. Bis da mal ne Entscheidung fällt. Brexit. Aber bei uns gibt's a genug Beispiele: die Lebensmittelampel z.B.

Weitsichtig handeln, kann halt nur der, der ned kursichtig denkt.
Und dafür braucht es ein entspanntes Umfeld. Denn nur da können Ideen durchdacht werden und Innovationen erst entstehen. Wenn Ihr auf der Flucht seid, weil das Cortisol und der Säbelzahntiger zuschiessen, dann seid Ihr logischerweise nur an kurfristigen Lösungen interessiert. Da macht es ja auch Sinn. Aber doch ned im Büro und in der Politik!

Nur in einem entspannten Umfeld, kann Begeisterung und wahres und wahrhaftiges Teamwork und Freude an der Umsetzung, Spass entstehen. Genau das wünsch ich mir. In der Bürokratie, Politik und am Arbeitsplatz. Berufung statt Beruf. Das wär schön. Ich arbeite daran.

Ich frage meine Bushaltestellenbekannte woran es scheitert, dass sie ihre Rückenübungen macht. Ob's die fehlende Zeit is.
Sie:"Ned amol. Eher die Bequemlichkeit. Machmal isses aber a einfach Vergesslichkeit."

Die Bequemlichkeit kommt Mensch teuer zu stehen. Sitzen ist das neue Rauchen. Weil es die Ursache vieler Gesundheitsschäden ist. Denn wir sind für die Bewegung geboren. Jetzt auch noch E-Scooter einzusetzen, ist auch wieder ein falsches Signal.

Ob dann auch irgendwann auf jedem Stuhl der Warnhinweis wie auf den Zigarettenpackungen steht:"Sitzen ist tödlich" Einige Bilder (die vom Herzinfarkt und Schlaganfall..) könnte man da sicher von der Zigarettenpackung weiterverwenden.

Nur haben die bisher auch ned viel genützt. Am schrägsten finde ich dann, dass es bei Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten und es doch wissen sollten, auch nichts nützt.

Warum ist das so? Weil vieles dem Stress zum Opfer fällt. Und wenn man sich nicht das gönnt, was der Körper braucht, dann neigt man zu Ersatzbefriedigungen. Ob das nun Rauchen gegen Stress, Frustessen oder der Frustkauf ist... Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ich hab mei Haltestellenbekannte gfragt:"Däd's was helfen, wenn Du auf Ärbert weniger Stress hättst?"
Sie:"Ich denk scho."

Am Dienstag will ich auf einen Vortrag an einem anderen Firmenstandort. Jetzt frag ich mich, ob man da immer das schnellste Verkehrsmittel nehmen muss, oder auch einen Achtsamkeitsspaziergang dorthin als Dienstgang machen dürte.

Die Antwort: Es ist zumindest bei uns nicht verboten. Es ist aber eine Grauzone.

So könnte man untertags beides unter einen Hut bringen. Warum wird in der Erwachsenenwelt eigentlich alles in Kategorien und mit Etiketten versehen? Damit beschränkt man doch seinen Blick. Guckt man offenherzig und offenen Blickes in die Welt, dann sieht man erstaunliche Dinge und Gelegenheiten, die sich bieten. Wo bleibt die Neugier und der Entdeckergeist? Wann habt Ihr zuletzt eine Meinung, die Ihr über eine Sache oder jemandem hattet, in Zweifel gezogen und nachgeprüft, ob sie überhaupt stimmt?

So gibt es unzählige Fachärzte, aber keinen Austausch. Ich hatte ja keine Ahnung vom Gesundheitssystem. Ich dachte immer die sind alle miteinander vernetzt und würden sich auch im Sinne der Patienten untereinander austauschen. Ich hab gehört, dass es geht. Erlebt hab ich es noch nie. Warum ist das so?

Ich glaub auch grad, dass chronisch Kranke von so einer Vernetzung profitieren würden. Und auch den ein oder andere Ärztemarathon verhindern könnten. Und so auch wieder Kosten. Bisher war es immer so, wenn ich einen Termin in einer Spezialsprechstunde gemacht hab, erst hinterher wusst ich, das war wohl nix. Vielleicht könnte man ja sowas und solche enttäuschenden Erfahrungen verhindern. Denn Enttäuschung ist bei chronischen Erkrankungen auch ned grad as gsündeste...

Ich wünsch mir Ärzte (mir würde auch einer reichen!), die mit mir meinen Weg gehen und mich begleiten. Sich über die Richtung , wo ich hinwill z.B. dass ich weiter nach der Ursache des CRPS suchen möchte , schlau machen und mir den Weg weisen. Also die richtigen Adressen. Wenn das nicht geht, weil das System es aus Kostengründen nicht zuläßt, fände ich einen Patientenlotsen schön, der einen den Weg durch den Krankheitsdschungel weist. Und der individuell auf einen eingehen kann. Menschlich und mit Zeit. Der auch schräge Ideen nicht abtut. Der einen ernst nimmt. Das wär schön.

Stattdessen ist man auf sich allein gestellt. Im Gesundheitsdjungel wünsch ich mir manchmal ne Machete zum durchkommen durch das Gestrüpp der Bürokratie und des praxisfernen Denkens...

Zum Thema schiefgelaufene Kommunikation kann ich auch wieder was erzählen. Also ich war nach 2 Stunden Wartezeit doch mit meinem CRPS am Montag sehr am Limit. Es ist nicht das Warten, das mich fertig macht. Patient kommt ja von geduldig sein. Es scheint das Wetter und die Wärme zu sein, die meinem CRPS zusetzt. Das Ticken der Uhr treibt mich in den Wahnsinn. Das Neonlicht ist so grell, dass ich mir die Kapuze über die Augen ziehe. Ich werde gereizter... und kann leider auch schlechter reagieren. Meine Kommunikationsfähigkeit nimmt in diesem Zustand dann so ab, dass ich kaum einen zusammenhängenden Satz herausbekomme. Tja und wie das auf den Arzt dann wirkt, könnt Ihr Euch sicher denken. Es ist nicht besonders gut gelaufen. Denn in diesem Zustand kann man mich anscheinend nicht ernst nehmen. Zumindest hab ich mich nicht ernst genommen gefühlt. Da werden dann eher Witzchen gemacht. Ich denk , er wollt mich aufmuntern. Nur war genau das Gegenteil der Fall. Es hat mich wütend gemacht. Im Nachhinein kann ich es verstehen. Das, was man pyhsiologisch aussendet, so wird man auch behandelt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Beim nächsten Arzt mal hab ich dann daran gedacht, weil es mir bewußt war und hab es doch mit Entspannungsübungen etwas besser hinbekommen. Ich hab trotzdem wieder was vergessen. Ich kann also noch dran arbeiten. Und es scheint nicht nur mir so zu gehen, sondern allen anderen Menschen auch.

Sodalein.. noch neues vom CRPS. Also ich hab da einen Verdacht. Denn am Bein hab ich nun ein Lymphödem. D.h. ich hab jetzt das, was man beim CRPS am Anfang haben sollte. Die entzündliche Phase. Da gibt man normalerweise Cortison. Nein, bei mir nicht mehr. Ich bin ja schon bei den Fortgeschrittenen.

Nun hatt ich am Anfang ja den Muskelabbau, der im klassischen Verlauf (der muss aber nicht immer vorliegen , wei bei mir) am Ende kommt. Ich glaube, dass das was mit dem Cortisolspiegel zu tun hat. Denn ist er zu hoch, dann kann es zur Glukoneurogenese kommen. D.h. es wird Zucker aus den Muskeln bezogen und deswegen die Muskeln abgebaut. Das kennen Sportler. Und genau das könnte auch bei CRPS eine Rolle spielen. Dann wäre bei der nichtentzündlichen atrophen Phase der Cortisolspiegel zu hoch.

In der entzündlichen gibt man dagegen die Cortison-Stoss-Therapie, weil man zu wenig Cortisol hat. Cortisol wirkt nämlich antientzündlich. Warum jetzt die einen Menschen anfangs einen hohen Cortisolspiegel und die anderen einen zu niedrigen haben, weiss ich noch nicht. Stress spielt auf jeden Fall eine Rolle. Denn wenn die Nebenniere zuviel Stress hat, kommt sie irgendwann mit der Cortisolproduktion nicht mehr nach und erschöpft. Dann ist der Cortisolspiegel zu niedrig.

Es scheint auch so zu sein, dass man beides zu unterschiedlichen Zeiten bei CRPS haben kann. Denn es gibt CRPSler, die sowohl eine Dystonie mit Muskelabbau an einem Arm oder Bein haben als auch an einem anderen Körperteil die geschwollene Variante...

Ob dann der Cortisolspiegel die Ursache oder die Folge (nur ein weiteres Symptom) ist, das weiss ich noch nicht. Wie gesagt, dass sind keine fundierten Tatsachen, sondern nur meine Beobachtungen und Überlegungen. Jetzt will ich den Cortisolspiegel mal messen lassen. Mal gucken, was dabei rauskommt.

Euch wünsch ich, frohe Ostern! Erhaltet Euren Entdeckergeist!

Freitag: Gestern waren wir ja dabei, das die Bequemlichkeit in Kombination mit Zeitmangel und Stress die Ursache vieler Probleme ist. Bewegungsmangel, gesundes Essen, genug Auszeiten für sich selbst und Erholungsphasen für den eigenen Körper sind Mangelware. Und die physiologischen und damit korrelierenden psychologischen Folgen hatte ich ja bereits früher beschrieben. Je mehr Stress die Menschen sich machen (und den machen wir uns selber, niemand zwingt uns dazu), weil wir immer schneller, immer mehr erreichen und haben wollen bzw. denken zu brauchen, desto mehr Missverständnisse gibt es. Nicht umsonst geht es in den meisten Krisengebieten um den Streit um Ressourcen.

Aber nicht nur dort hat es eine Auswirkung. Gucken wir doch mal in die Natur. In unseren eigenen Vorgarten, sodenn wir einen besitzen. In vielen Vorgärten brummt es unablässig. Der Automower ist unterwegs. Der automatische Allesfresser. Der sorgt nicht nur dafür, dass unser Rasen akkurat kurz geschnitten ist, sondern verhindert auch jede Art anderer unerwünschter Besiedelung.

Gänseblümchen, Löwenzahn und Klee werden so zur Mangelware. Sie werden wie so mancher Mensch auch zu Problempflanzen erklärt. Auch Unkraut genannt. Ich glaube nicht, dass es sowas wie Unkraut wirklich gibt. Brennessel z.B. haben durchblutungsfördernde Wirkung und wirken auch schmerzlindernd. Und nichts anderes als diese Unkräuter und Heilkräuter sind die Basis unserer heutigen Medikamente. Vielleicht wirkt auch heute noch das analoge Mittel direkt vom Wegesrand, das artgerecht aufwuchs, besser als die entsprechende Pille, die noch reichlich Zusatzstoffe und Nebenwirkungen enthält. Denn die Phytotherapie (so heisst die Pflanzenheilkunde heute) wird grad wieder modern. Freilich haben auch Pflanzen Nebenwirkungen. Die sollte man auch immer beachten. Denn mit allem ist es ja so: Die Dosis macht das Gift.

Mancher geht noch einen drastischeren Weg und füllt seinen Vorgarten mit Kies und Schotter. Es haben derzeit also viele Menschen in Neubauten wortwörtlich viel Kies und Schotter vor der Hütte.

Das bleibt nicht ohne Folgen für die Insekten. Denn die finden dort keine Nahrung. Und vom Automower zerhäckselt zu werden, ist ja auch keine schöne Aussicht. Vom Lärm von etlichen Gartengeräten und auch Strassengeräten wie Laubsaugern mal ganz abgesehen. Selbst ich suche dann das Weite. Denn dieses Geräusch ist toxisch für mein CRPS. Aufgrund der Hyperakkusis verursacht mir das Geräusch dieser Geräte schon körperliche Schmerzen und damit körperlichen Stress. Des is ja a ned grad des gsündeste.

Insekten wird es sicher auch nicht anziehen. Die Vögel finden immer weniger zu fressen und werden auch weniger. Bzw. verändert sich unsere Vogelpopulation. Früher hab ich bei uns kaum Eichelhäher gesehen. Jetzt gibt es viele davon. Das wird wieder zu Lasten anderer Arten gehen.

Der Sinn von Laubbläsern geht mir ohnehin ab. Was macht es denn für einen Sinn das Laub von der einen Ecke in die andere zu blasen? Beim nächsten Windhauch ist es doch eh wieder da, wo es vorher war. Warum kehrt man es nicht zusammen? Auch dafür hat der Mensch wieder Maschinen entwickelt, die wie ein Kinderwagen vor sich hergeschoben werden. Nur auf dem Markt (z.B. Ostermarkt) finden sich noch analoge Besen. Die kehren sicher immer noch so gut wie früher.

Schon seltsam einerseits stimmen wir für die Bienen ab, andererseits nehmen wir ihnen immer mehr natürlichen Lebensraum. Ich kann ja verstehen, dass jeder ein Häuschen möchte. Damit geht aber auch die Verringerung der Wälder und Felder mit all ihren Konsequenzen einher. Immerhin in einigen Regionen muss der Häuslebauer dann eine bestimmte Anzahl und Sorte von Bäumen und Sträuchern pflanzen. Dass man das vorschreiben muss, finde ich aber schon wieder traurig.

Garten macht Arbeit. Als Kind hab ich die Kartoffelkäferklauberei gehasst. Das ist halt auch wieder eine Konsequenz. Ursache und Wirkung.

Ich bin jedesmal aus dem Häuschen und total erstaunt, wie ein Löwenzahn mit der Kraft der Natur es schafft, eine von Menschen geschaffene Asphaltdecke zu durchbrechen. Das traut man dem unscheinbaren kleinen Plfänzchen gar nicht zu. Und der Samenverbreitungsmechanismus (Biomechanik) per Fallschirm ist doch einfach genial! Und dieses Wunder der Natur bezeichnet man dann als Unkraut. Seufz. Man kann es sogar als Salat essen. Es ist sogar sehr gesund. Oder Hasen damit füttern.

Alles wird in Kategorien eingeteilt. Sogar die Natur. In Nutz-, Zier-, Heilpflanzen und Unkraut. Tiere ebenso. Nutztiere. Die verputzen wir. Verputztiere wäre demnach der sprechendere und treffendere Name. Muss denn immer alles einen Nutzen haben? Ist eine Blume, die einfach schön ist, denn nutzlos? Denn auch an ihr kann ich mich doch erfreuen, ihren Duft einatmen und geniessen. Und nur, weil wir den Nutzen einer Sache im Moment nicht sehen, heisst es doch nicht, dass er nicht da ist. Vieles blüht wortwörtlich im Verborgenen.

Nur wer entspannt ist, in sich selbst ruht, nimmt die Schönheit eines unscheinbaren Löwenzahns, eines Schmetterlings (ich hab gestern das erste Pfauenauge gesehen! Freu!), eines Feuerkäfers (ja, auch die sind grad wieder unterwegs) sehen. Wann habt Ihr Euch zuletzt die emsigen Ameisen auf Eurer Terrasse und im Garten beguckt. Ich finde es auch herrlich am Etzelskirchener Weiher zu sitzen und auf das Wasser zu gucken und die Enten zu beobachten, den Wind und die Sonne auf der Haut zu spüren. Ein Erlebnis für die Sinne. Genau wie der Duft des Waldes. Waldboden hat einen ganz eigenen Geruch. Nach Erde und Holz. Die Kronen der Giganten des Waldes wiegen sich im Wind. Beeindruckend. Berauschend. Wenn man mit geschlossenen Augen im Wald steht, dann ist es dort immer angenehm temperiert. Nicht zu warm und nicht zu kalt. Auch im Winter ist es dort wärmer als auf dem Feld. Steht man neben dem Weiher, dann riecht die Luft nach Wasser und sie ist kühler. Die Enten quaken und die Haubentaucher stossen ihre Schreie aus. Schee... die Wellenbewegungen des Wassers beruhigen meinen Geist. Ich fühle mich zuhause. Ich muss nirgendwo hin. Ich geniesse dort das hier und jetzt. Wunderbar! Und nicht selten wünschte ich, ich könnte ewig dort bleiben.

Das geht freilich nicht, denn auch ich muss mir meinen Lebensunterhalt verdienen. Warum eigentlich muss? Und nicht darf? Das hat wieder mit der Begeisterung zu tun. Macht man seinen Beruf mit Leidenschaft, weil er kein Leiden schafft (das gefällt mir ;-), dann wird der Beruf zur Berufung. Ansonsten spricht man von Arbeit.

Ich war die Woche bei einem Vortrag. Da sagte der Vorträger auch, dass Ihr Projekt so gut läuft, weil in dem Projekt kein Manager mitmischt. Also alles auf Augenhöhe abläuft. Jeder darf seine Ideen einbringen, ohne Druck, Stress. Spielerisch halt. Und die Begeisterung merkt man dem Vorträger an. Das will ich auch! Ihr nicht? Oder lebt Ihr es schon? Dann herzlichen Glückwunsch an Euch. Ihr seid wohl noch in der Minderheit. Aber dabei muss es ja nicht bleiben. Ich arbeite jedenfalls daran. Denn nur in einem gesunden und heilsamen Umfeld kann ich auch wieder gesund werden oder zumindest mal die Krankheit aufhalten. Das wär doch auch schon was.

Auch Arbeit ist eine künstliche Trennung von unserem Privatleben. Wieder Kategorien. Wäre es nicht schöner wenn beides eine Einheit bilden würde? Wenn sich beides ergänzen würde? Schon. Gell?

Die Frage ist: wie bekommt man das hin.. ? Hmmm...
Und da kommt wieder die Kommunikation und das Erkennen des eigenen physiologischen Zuständs und der der Umgebung ins Spiel. Denn ich sende immer physiologische Signale aus. Ob ich will oder nicht. Völlig unbewusst. Und die Physiologie bestimmt dann die Körperpsychologie. Denn wenn ich entspannter bin, dann funktioniert es sogar bei mir mit Mimik und Gestik und Prosodie (Betonung) besser. Mein Hirn hat Spielraum zum Denken. Ist mein CRPS-Trafohäuschen auf Anschlag dann wirkt mein Gesicht wie eingefroren, meine Gestik ist faktisch nicht vorhanden und meine Stimme monoton und vom Denken will ich gar nicht erst reden! Ist ja klar, auf der Flucht oder in Erstarrung oder im Kampf brauch ich das ja alles nicht. Wozu? Da ist das letzte was ich will und auch in dieser Situation gar nicht kann: Kommunizieren!
Da ist es auch vollkommen klar, dass ich mich in dieser Lage auch nicht in den anderen hineinversetzen kann! Des geht nämlich unter Stress genauso wenig! Und deswegen ist es auch logisch, dass man dann andere wortwörtlich nimmt. Ein Beispiel folgt noch...

Je nach physiologischen Zustand des Gesprächspartners ist darauf die Reaktion. Ist der ebenfalls in Kampfesstimmung, Flucht- oder Erstarrungsmodus ist das der Worst Case in der Kommunikation. Denn aus eigener Erfahrung weiss ich, dass einem dann wortwörtliches als frech, oder unverschämt sein, ausgelegt werden kann. Des is fei a ned grad as gsündeste! So wird es missverständlicherweise vom Gegenüber interpretiert! Dabei hat man das ja gar nicht so gemeint und gesagt. Dass diese Kommunikation nicht gut gehen kann, ist somit logisch. Und auch tragisch.

Ihr werdet Euch fragen: Kann man nicht das Missverständnis aufklären?
Ich war dazu bisher nicht in der Lage. Denn ich war dazu einfach nicht fähig. Da ich meinerseits dieses Dilemma und Missverständnis nicht im Augenblick (mangels Hirnfunktion, die ist ja grad mit Flucht, Erstarrung beschäftigt) erfassen kann. Ich bin dafür blind. Mein Gegenüber ist dagegen für meine Lage blind. Zwei Blinde können halt ned sehen.

Wenn es einem gelingt (dazu braucht es sicher viel Übung) sich in einer solchen Situation zu entspannen, dann besteht die Möglichkeit, das einem dieses Missverständnis bewußt wird. Dann kann man mit gewaltfreier Kommunikation und Sicherheitssignalen versuchen die Situation zu klären. Ob das gelingt, hängt aber auch vom Gesprächspartner ab. Wenn der stressbegründet dicht macht, dann werdet Ihr sicher auf Granit beissen.

Ich habe auch mal versucht so eine Situation hinterher zu klären. Ich hatte auch da noch nicht verstanden, dass ich einen sozialen Faux-Pax, ja sowas kommt in dieser Situation auch vor (das Hirn ist ja grad mit anderen Dingen beschäftigt), begangen hatte. Da die Gegenseite (eine dritte Vermittlerin) sich aber meines physiologischen Zustands nicht bewußt war, war es ihr ihrerseit nicht möglich zu erkennen, dass ich keine Ahnung hatte, was ich falsch gemacht hatte. Die Situation wurde für mich nicht klarer sondern nur noch verwirrender. Verwirrung ist ja nichts anderes als Hilflosigkeit, die erzeugt wiederum Wut und die wiederum Stress. D.h. dieser Klärungsversuch war sogar kontraproduktiv. Und er hat sich auch negativ auf mein CRPS ausgewirkt. Was wiederum die Gegenseite (in Unkenntnis meines physiologischen Zustands) nicht verstanden hat, wiederum zu Verwirrung, Ratlosigkeit, Hilflosigkeit, Stress und Wut führte. Eine physiologische Rekursion sozusagen. Des is fei a ned grad as gsündeste.

Nur bei unserem Stress im Alltag wirkt sich dieses Nicht-Kommunizieren-Können nicht so gut aus. Denn wir sind im Büro, auf der Arbeit, daheim im Garten und ärgern uns über unseren Kollegen, Chef oder Nachbarn und nicht den Säbelzahntiger. Sprich die Reaktion steht in keinem Verhältnis mehr zu der Ursache.

Lustigeweise wurde mir das erst gestern wieder bewußt. Da war ich bei der Hausärztin. Die mag ich. Die find ich cool. Warum? Weil ich mich da ernstgenommen fühle. Mein physiologischer Erstarrungsmodus, in dem ich mich oftmals aufgrund des CRPS befinde, wirkt auf meine Umgebung. Und dann spielt in die Kommunikation auch immer der physiologische Zustand des anderen Gesprächsteilnehmers mit herein. Sind beide gestresst (ich aufgrund des CRPS), der andere , weil er zuviel Arbeit und schon einen langen Tag und viele anstregende Patienten oder Kunden hatte, dann läuft diese Unterhaltung oft auf viele Missverständnisse hinaus und nicht besonders gut. Ich hatte Euch ja schon einige Beispiele genannt.

Muss aber nicht. Denn Ihr könnt zwar den Zustand Eures Gegenübers nicht beeinflussen, aber Euren eigenen. Das funktioniert auch bei mir nicht immer. So am Montag beim Schmerztherapeuten. Da war mein ZNS einfach am Limit. Ich hab versucht, es mit Entspannungsübungen runterzufahren, aber es hat halt nicht geklappt. Sellerie (C'sest la vie).

Beim D-Arzt hat es dann besser geklappt. Gestern bei der Hausärztin war ich auch am Limit. Der Tag war lang und anstrengend. Aber es lief trotzdem gut. Weil sie entspannt war. Sie ist zwar auch viel hin und hergelaufen und war bestimmt auch leicht gestresst, aber es lief so ab.

Ich:"Mein linkes Bein ist geschwollen. Ich war beim D-Arzt und der hat gesagt ich hab ein Lymphödem. Das Bein ist am vorletzten Freitag abend auf einmal ganz dick geworden."
Sie:"Wo war das denn?"
Ich:"Am Kanapee."
Drauf bricht sie in schallendes Gelächer aus. Es ist ansteckend. (Ich stecke mich übrigens lieber beim Hausarzt mit einem Lachen als mit einer Erkältung an ;-)
Als sie sich wieder gefangen hat, sagt sie:"Nein, ich meinte, bei welchem D-Arzt Sie waren."

Ihr seht also, dass obwohl mein physiologischer Zustand am Limit war und somit mein Hirn Sprache nurmehr wortwörtlich nehmen konnte, diese Kommunikation deswegen gut lief, weil das Gegenüber entspannt drauf reagiert hat.

Mein Schmerztherapeut geht damit anders um. Aufgrund meines Niedlichkeitsfaktors, der in diesem Zustand wohl zu Hochtouren aufläuft, möchte der mich anscheinend trösten. Er spielt dann das, was ich habe ein wenig herunter. So wie manche Erwachsene mit kleinen Kindern umgehen. Das ist ja nicht so schlimm. Dann berührt er mich noch am Arm. Leider ist das im Erstarrungsmodus (der ja eine Kampf-Flucht-Erstarrungs-Reaktion (Stressreaktion) auf den Säbelzahntiger ist) keine besonders gute Idee. Denn das, was man in dieser Sitation am Allerwenigsten vertragen kann, sind Streicheleinheiten!!! Von der Allodynie (schmerzhafte Berührungsempfindlichkeit) will ich gar nicht erst reden! Das verwirrt mich schon, dass ein Schmerztherapeut anscheinend nicht weiss, was das bedeutet. Das weiss anscheinend wieder nur der Neurologe. Den hat das bisher aber auch wenig gestört. Mich schon!

Eine Katze, die den Nacken sträubt, streichelt Ihr doch auch nicht. Ihr werdet es zumindest kein zweites mal machen. Bei Menschen tut man es aber. Es ist aber dieselbe Reaktion und dasselbe Prinzip. Wehrt sich dann der chronisch Kranke (der ja (unbewußt) im Kampfmodus ist ), dann wird diese Reaktion nicht verstanden. Obwohl sie doch total logisch ist.

Treffen zwei gestresste Parteien aufeinander, dann kann sich das ganz schön hochschaukeln. Wut, Hilflosigkeit und Missverständnisse sind die Folge. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Wo wir bei Achtsamkeit in Wald und Feld und am Weiher waren..., ist Euch aufgefallen, dass ich endlich mal wieder eine neue Seite geschafft habe? Jippie! Und habt Ihr es auch gemerkt? Oder seid Ihr Ihr unachtsam? Befindet sich Euer physiologischer Zustand gar im Kampf-, Flucht- ,Erstarrungsmodus also im Stresszustand?

Und noch was. Der Blutzuckerspiegel hängt auch mit dem Cortisolspiegel zusammen. Ich hab ja auch oft Heisshunger auf Süßes. Denn im Kampf-, Flucht- , Erstarren-Modus aktiviert das Cortisol die Zuckerreserven. Denn er braucht die Energie ja jetzt, sofort. Er baut sie sogar bei der Glukoneogenese aus den Muskeln ab. Im modernen Leben ist Stress auch in der Gesellschaft und auf der Arbeit schon chronisch. Unser Körper überreagiert. Und da wir nicht loslaufen, weglaufen - uns also nicht bewegen (deshalb ist Bewegung auch bei Stress und chronischen Erkrankungen so wichtig) , bleibt der Stresslevel hoch und kann sich nicht mehr durch die Flucht, den Kampf runterfahren. Weil der ja ausbleibt.

Deswegen hilft Bewegung bei chronischem Stress und chronischen Erkrankungen. Und deshalb ist wohl Zucker dann auch so fatal für uns. Er verschlimmert dann das Problem. Allerdings ist der Hunger auf Zucker auch logisch, weil wir uns ja in dem Zuckerbereitstellungsmodus befinden.

Ob eine artgerechtere Lebensweise für uns Menschen das Problem lösen kann? Das muss jeder wieder selbst entscheiden. Doch auch hier sabotiert uns wieder der Faktor Stress. Wie meine Haltestellenbekanntschaft so schön gesagt hat. D.h. es ist nicht einfach aus der Nummer wieder rauszukommen. Auch weil in den Zeiten der industriellen Nahrungsmittelverarbeitung Zucker in allen Nahrungsmitteln vorkommt. Er ist nämlich billig. Und er macht durch den Stress auch süchtig. In anderen Ländern gibt es deswegen schon eine Zuckersteuer oder eine Nahrungsmittelampel. In Deutschland setzt die Politik auf freiwillige Zugeständnisse der Nahrugnsmittelindustrie. Glaubt Ihr wirklich die schlachten die Kuh, die sie melken? Wohl kaum. Muh!

Deshalb liegt es an jedem einzelnen, ob er dieses Spiel mitspielen will. Ob er Gesundheit vor Bequemlichkeit setzt. Einfach ist es nicht. Die Versuchungen sind gross und zahlreich. Ich fall auch immer wieder auf sie herein. Mit mehr Wissen darüber fällt es aber schon mal leichter dem zu widerstehen. Denn nur, wenn wir unser Kaufverhalten ändern, wird sich auch die Nahrungsmittelindustrie umstellen. Der Konsument bestimmt die Nachfrage. Ursache und Wirkung.

Manchmal frag ich mich, ob es möglich wäre, sich nur von dem zu ernähren, was man so im Wald und auf den Wiesen findet. Ich rede jetzt nicht davon Obstbauern ihre Ernte zu klauen oder Bauern ihre Felderträge. Obwohl.. der Wald gehört ja auch wieder jemandem. Gibt es überhaupt noch was, was keinem gehört? Und warum soll alles dem Menschen gehören? Und nicht auch den Pflanzen und Tieren. Damit ist das schon mal gar nicht so einfach....

Aber gehn wir mal davon aus, ich geh raus, auf Feld, Wiese und Wald und vergreife mich nicht an Monokulturen sondern an natürlich gewachsenen Pflanzen wie Brennessel und Löwenzahn, wilden Brombeeren, Pilzen, Wurzeln... Könnte man davon heute noch leben? Oder gibt es schon jetzt zu wenig solche Flächen?

Wäre als Alternative zum Rasenmäher ein Leihpferd, Leihschaf denkbar, dass den Rasen im wahrsten Sinne des Wortes MÄÄHT?

Schee wär's scho. Und wär es zukünftig denkbar, dass wir in natürlicheren Behausungen leben? Aus Plfanzen geformt, gewachsen? Häuser, die mitwachsen und sich nach unserem Ableben selber kompostieren? Die selbst-wartbar sind, selbst nachwachsend bei Löchern im Dach oder anderen Defekten. Häuser mit Lotuseffekt?

Wenn wir weniger verbrauchen, dann brauchen wir auch nicht mehr soviel zu verdienen und nicht mehr soviel arbeiten. Andererseits wenn Arbeit Spass machen würde , wäre das auch gar nicht so wichtig.

Und wovon träumt Ihr? Fangen wir doch endlich an, unsere Träume zu leben. Dann brauchen wir auch keinen Urlaub in weiter Ferne, der uns auch wieder Reisestress verursacht, sondern wir hätten auch die Erholung dort wo wir sind. Weil wir alles anstrengende aus unserem Leben verbannen könnten. Das wär doch fein.

Wo wir schon beim Stress sind. Gestern war ein Artikel in der Zeitung (die liegt bei meiner Ergo aus), dass auf der A3 aufgrund einer Baustelle am Fürther Kreuz, derzeit Dauerstau und Dauerunfälle passieren. Die A3 ist also täglich Richtung Nürnberg bei uns dicht. Wie Perlen einer Perlenkette aneinandergereiht, stehen Lastwagen an Lastwagen. Fröhlich bunt sieht das von weitem aus.

Ihr seht also auch unser Verkehr ist bereits vor Stress gelähmt und steht fast vor dem Kollaps. Es zieht sich so durch unser Leben und unsere Gesellschaft, unser ganzes Ökosystem und unser Nervensystem hindurch. Des is fei a ned grad as gsündete.

15 Unfälle in 14 Stunden gab es am Vortag. Die Polizei kommt nicht nach und auch gar nicht hin, deshalb kommt sie bei Blechschäden schon gar nicht mehr. Eine Polizistin gibt folgendes als Grund an:"Die Fahrer sind überfordert. Die Aufmerksamkeit ist nicht gegeben."

Die Aufmerksamkeit wird durch eine Zunahme von Stress nicht gesteigert. Ganz im Gegenteil. Das weiss ich auch aus meiner eigenen Erfahrung. An Trafohäuslehochzeiten bin ich dauernd am suchen und weiss nicht, wo mir der Kopf steht. Den würd ich wahrscheinlich auch noch verlegen, wenn er nicht angewachsen wäre. Meine Aufmerksamkeit hat sich grad mal ne Auszeit genommen.

Dabei spielt es ja keine Rolle, wie wir im Stau stehen. Ob wir uns Stress machen oder entspannt im Auto sitzen und die Zeit und Ruhepause geniessen, der Stau löst sich deswegen auch nicht schneller auf. Aber vielleicht kommt es uns im entspannten Modus gar nicht so lang vor. Vielleicht kommen wir dann sogar erholt aus der Zwangspause. Es wär ne Überlegung wert. Es würde Nerven schonen und vielleicht auch Leben retten.

 
Die Glaa aus ERH - Moderne Zeiten Sandra Jaeger 2019
21.04. bis 27.04. Nachdenkliches zu Ostern

Ostersonntag: Gestern musst ich lachen. Im Städtle neben dem Outdoorladen gibt es ja einen Springbrunnen. Aus 9 Löchern (Fontänen) schiesst abwechselnd das Wasser. Hunde finden das faszinierend. Gestern stand einer da und versuchte immer in den grad hochschiessenden Wasserstrahl zu beissen. Den Wasserstrahl zu fangen. Das war so lustig anzuschauen. Wahre Begeisterung und Spielfreude. Irgendwie scheint die den Menschen ab einem gewissen Alter abhanden gekommen zu sein. Wo geht die hin? Und kann man sie von dort auch wieder zurückholen?

Komisch... Mir fällt es schwer Lob anzunehmen. Wahrscheinlich weil ich das nicht gewöhnt bin. Ich bin es gewöhnt, dass man mir nichts zutraut und Steine in den Weg legt. Mir sagt:"Das kannst Du nicht."
Deshalb motiviert mich nichts mehr, als dieser Spruch. Denn das sind nicht meine Grenzen, sondern die desjenigen, der das sagt. Derjenige, der das sagt und denkt, baut sich selbst den Käfig, der seine Fähigkeiten einsperrt. Warum um Gotteswillen tut man sowas? Und probiert es nicht einfach mit der Neugier eines Kindes erstmal aus und guckt wie weit man kommt? Und wenn es nicht beim ersten mal klappt, dann gewinnt doch das Spiel erst seinen Reiz. Je schwieriger es wird, desto interessanter ist es.

Lustigerweise gibt es sogar Spruchkarten (ich sag ja die Philosophen von heute arbeiten in der Spruchkartenindustrie) mit diesem Satz:
"Sie sagten alle: Das geht nicht. Und dann kam einer, der wusste das nicht und der hat es gemacht."
Jeder von Euch kann der eine sein ...

Nun hab ich festgestellt, dass das anscheinend einigen Frauen, die ich getroffen habe, so geht. Also das mit dem Lob annehmen. Auch meiner Mama. Aber auch jüngeren Frauen. Ob das ein Problem des Frauenbilds noch aus früheren und längst vergangenen Zeiten ist? Ein Relikt, das das weibliche Selbstbewußtsein immer noch unterdrückt...

Und seltsamerweise sind es die Mütter, die dieses Relikt an ihre Töchter weitergeben. Ich kann meiner Mama nix recht machen. Ihr auch nicht, gell? Meinem Vater schon gleich dreimal nicht. Und da soll man dann ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln? Ja, wo soll das denn herkommen?

Doch. Es kann sich seinen Weg bahnen, wenn Ihr es lasst. Aus Eurem innersten Antrieb, aus Eurer Begeisterung. Denn die kann niemand aufhalten und bremsen. Das ist die intrinsische Motivation. Die Kraft der Natur. Und was die ausrichten kann, seht Ihr ja jedes Jahr bei Stürmen, Vulkanausbrüchen aber auch in der Kraft des Frühlings, die sich grad wieder ihre Bahn bricht. Und genau diese Kraft steckt in uns allen. Wir müssen nur den inneren Zugang zu dieser Kraftquelle finden. Dann lassen wir uns nicht entmutigen, denn dann folgen wir der Spur des Herzens. Unser Leben hat einen Sinn. Wir haben eine Mission.

Gestern kam auf SWR ein Spielfilm zu Aenne Burda. Und da wurde mir dann klar, woher das alles stammt und dass das noch gar nicht so lange her ist, dass eine Frau, sobald sie heiratete ihren Beruf aufgeben musste. Weil der Mann es so erwartetet. Damals war das "normal". Der Mann musste das arbeiten seiner Frau erlauben.

Auch heute erlebe ich es noch, dass wenn eine Frau kritische Fragen stellt, von Männern nicht ernst genommen und belächelt wird. Diese Frauen imponieren mir. Denn sie geben nicht auf und sind mit einer Hartnäckigkeit gesegnet, von der sich so mancher eine Scheibe abschneiden könnte. Stattdessen etikettiert man sie mit negativen Wörtern wie eigensinnig und stur. Aber ist Eigensinn denn nicht etwas Wunderbares? Ein sich treu sein und bleiben. Und ist Sturheit nicht auch gleichzusetzen mit Hartnäckigkeit, das uns ebenfalls Bewunderung abverlangt? Denn nur wer hartnäckig an einer Sache dranbleibt, kann auch sein Ziel erreichen.

Auch meine Mama ist so eine und sich dessen und ihrer Stärken wenig bewußt. Meistens muss man sie auf diese Stärken erst aufmerksam machen, damit sie sie sehen. Denn für sie ist ihr Handeln selbstverständlich. Dabei ist es das überhaupt nicht!

Als meine Schwester nach einem halben Jahr im Koma nach der Gehirnblutung wieder sprechen und gehen gelernt hatte (damals gab es keine Ergotherapie, keine Reha für Kinder, das mussten die Eltern auch noch obendrauf neben dem Beruf leisten), da weigerten sich die Schulen (in den 60iger Jahren waren die noch eine Männerdomäne) meine nun behinderte Schwester wieder aufzunehmen. Wie eine Löwin und mit Schreiben and das Kultusministerium und etlichen Streitgesprächen mit Studienräten, Lehrern und Direktoren hat sie gekämpft und durchgesetzt, dass meine Schwester die Schule fertigmachen konnte. Sie hat damals schon Inklusion gelebt und dafür gekämpft, da gab es das Wort noch nicht mal!

Eine Frau soll hübsch und dumm sein. Ich bin weder das eine noch das andere. Dann wird man schnell mit einem Etikett versehen. Dabei gibt es doch das schöne englische Sprichwort:"Never judge a book by its cover." (Beurteile ein Buch niemals nach dem Einband)

Das passiert jedoch in unserer Gesellschaft ständig. Ist es Euch denn noch niemals passiert, dass Ihr jemanden einer Kategorie zugeordnet habt, ja auch ich tu das, das ist nämlich menschlich, und dann festgestellt habt, dass dieser Mensch ganz anders ist und Ihr Euch total in ihm getäuscht habt? Mir passiert das oft. Zum Guten wie zum Schlechten. Denn in Menschen hineinsehen, kann niemand. Auch kein Psychologe. Der kann nur das Verhalten beurteilen. Meiner Ansicht kann man das aber nur korrekt deuten, wenn man auch die Ursachen und Gründe dafür kennt, die diesem Verhalten zugrundeliegen. Und das erschliesst sich nicht aus Mimik und Gestik. Das erschliesst sich mit näherem vertrautem Kontakt zu diesem Menschen. Aus Gesprächen und indem man kluge Fragen stellt. Denn hellsehen können die wenigsten von uns. Auch wenn sie es gern glauben. Es ist nichts schlimmes daran, jemanden bei der ersten Begegnung in eine Kategorie zu stecken. Das tun wir alle. Unbewusst. Um Menschen einschätzen zu lernen. Ihn dort zu belassen, wenn er gezeigt hat, dass diese Kategorie nicht auf ihn zutrifft, ist es schon! Und freilich wäre es schöner, wenn wir dieses Kategorien - und Etikettendenken wie Kinder in ihrer Neugier und Entdeckungsfreude gar nicht brauchen würden. Ob wir es uns auch wieder abgewöhnen können? Ich werd's versuchen.

Aenne Burda ist trotzdem bzw. grad deshalb erst recht und trotz aller Hindernisse (und das waren nicht wenige) ihren Weg gegangen. Eine beeindruckende hartnäckige und zähe Frau. Dabei ist sie nicht die einzige. Denn nichts anderes haben die Trümmerfrauen geleistet und nach ihr die Generation von Frauen, die arbeiten ging und seitdem versucht Haushalt und Beruf unter einen Hut zu bringen. Die Frauen, die die Pflege ihrer Angehörigen übernehmen und die Misstände der Gesellschaft ausbaden. Das sind meine Heldinnen. Sie sind nicht laut. Sie lassen sich nicht feiern. Sie wirken im Stillen. Lassen sich viel zu viel aufbürden. Oft bis zum eigenen Zusammenbruch. Denn man hat sie gelehrt, sich immer hintenanzustellen und immer hilfsbereit und nett und für die anderen da zu sein.

Nur ist das nicht gesund. Denn diese Frauen kümmern sich am wenigsten um sich und um ihre eigenen Bedürfnisse. Oft solange bis es zu spät ist. Weil sie gelernt, vorgelebt und gelehrt wurden, sich immer hintenanzustellen. Es wird Zeit das zu ändern! Denn in einer Zeit, in der alles schneller, hektischer und stressiger wird, und dieser stille Gruppe der Gesellschaft stillschweigend immer mehr aufgebürdet wird - durch die wirtschaftliche Leistungsgesellschaft selbst, die immer mehr ihrer Aufgaben outsourced und so Kosten spart - auf Kosten derer, die dann in die Bresche springen. Denn wenn die Liegezeiten in Krankenhäusern immer kürzer werden, sind die Menschen, die entlassen werden, noch lange nicht gesund. Wer kümmert sich um sie? Meistens diese stillen Frauen. Diese Stillen durchziehen alle Geschlechter. Sie sind der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält.

Kann Wissen in der Schule von den Lehrern (aus Zeit- und Termindruck und Leitungsdruck) nicht an die Kinder vermittelt werden, wer sitzt dann mit Ihnen bei den Hausaufgaben? Diese Stillen.

Die Mehrheit der chronisch Kranken und pflegebedürftigen Menschen wird zuhause gepflegt. Auf wessen Rücken und Kosten geht das? Auf der der Stillen.

Wer engagiert sich im Ehrenamt in der Palliativmedizin ...? Ihr könnt die Liste gerne fortführen.

Da ist es traurig zu sehen, dass diese Relikte heute noch Auswirkungen auf uns Frauen haben. Aber auch kein Wunder, denn unsere Mütter und Grossmütter sind ja noch damit aufgewachsen und indoktriniert worden. Und deshalb müssen wir Stillen uns unserer Stärken und dem, was wir leisten, erst bewußt werden. Denn nur so kann unser Selbstbewußtsein erst entstehen. Und an dem mangelt es uns. Dabei haben wir gar keinen Grund dazu.

z.B. einer jungen sympathischen und engagierten Ärztin, die ich sehr schätze und die mein Vertrauen gewonnen hat, habe ich eine Osterkarte letztes Jahr geschickt. Weil sie in der Schmerztherapie arbeitet, hatt ich die Karte extra themenbezogen ausgewählt. Es befanden sich zwei Schoko-Osterhasen darauf. Der eine war am Bein angebissen, der andere am Ohr. Vielleicht kennt Ihr die Karte ja.
Der eine Hase (ohne Bein) sagt zum andern:"Mein Bein tut so weh!"
Der ohne Ohr antwortet:"Was hast du gesagt?!?"

Sie hat sich per mail bedankt und ich konnte spüren, dass Ihr diese Karte unangenehm war. Dabei kam dieses Gefühl von mir aufrichtig und ehrlich aus vollstem Herzen. Das hat mich traurig gemacht, dass sie es nicht annehmen kann.

Einer anderen Ärztin aus der Schmerzambulanz in Erlangen hab ich ein Dankeschönpäckchen gepackt. Weil sie mich ernst genommen hat. Und ich mich verstanden gefühlt habe.
Dann kam eine Mail, in der sie schrieb, dass sie das gar nicht verdient hätte. Ich hab dann zurückgeschrieben: Doch, weil sie mich ernst genommen und verstanden hat. Und dass das nichts selbstverständliches ist.

Seltsamerweise hatte ich letztens dieses Gespräch mit einem Kollegen.
Ich:"D.h. wenn jemand zu Dir sagt, das kannst Du nicht, dann probierst du es nicht einmal?"
Er:"Nein. Dann hab ich gar keine Lust mehr."

Das hat mich erstaunt und erschreckt. Denn ich könnte nie so handeln. Genau das würde bei mir genau das Gegenteil bewirken. Dann wäre mein Spieltrieb und mein Ehrgeiz erst geweckt worden. Hier ist erstaunlicherweise das Gegenteil der Fall.
Kann es sein, dass viele Männer mehr zu extrensischer Motivation erzogen wurden? In dem Maße, in dem die Mehrheit der Frauen das Gegenteil (unabsichtlich) anerzogen wurde?

Dann sind wir für wahr eine sehr schräge Gesellschaft. Und was für ein Potential steckt dann noch in uns?!? Viel mehr als wir denken. Unsere Gedanken bauen den goldenen Käfig, in dem wir festsitzen. Es liegt an jedem einzelnen von uns sich daraus zu befreien. Denn frei sein, heisst sich selbst so annehmen wie man ist, sich kennenzulernen, sich seiner Stärken uns Schwächen bewußt zu werden und damit und daran zu arbeiten und sich weiterzuentwickeln. Denn nur dann entwickeln wir die Fähigkeit "zu fliegen" und wirklich frei zu sein. Denn dann sind wir frei von den Erwartungen, der Kritik und vom Lob anderer und ruhen ganz in uns selbst. Und sind uns uns selbst bewußt. D.h. erst dann haben wir wirklich wahres und wahrhaftiges Selbstbewußtsein.

Heut gibt es einen fröhlichen Comic mit meinen beiden. Die Natur platzt vor Energie und meine beiden auch. Denn das ist einfach ansteckend! Ein schöner Virus. Virulente Natur sozusagen. Mich hält es kaum drinnen. Ich will raus in den Wald und an den Weiher. Da sind gestern ein paar Schwäne zu den Stockenten dazugekommen.

Über dem Wald und über den Weihern kreist ein Greifvogelpärchen. Welcher weiss ich noch nicht so genau. Die brüten da. Mal gucken was die da so ausbrüten ;-)
Frohe und besinnliche Ostern!

Oster-Montag: Mein Trafohäuschen brummt wieder mehr. Jetzt ist es wieder so wie vor ein paar Monaten. Ich schwitze und friere abwechselnd. Die Muskelabbauschmerzen sind auch wieder da. Das würde jetzt aber wieder auf einen zu hohen Cortisolspiegel hindeuten. Oder liegt es am ACTH?

Wie kann es sein, dass ich früh und untertags dauernd platt und erschöpft bin? Das würde auf einen zu niedrigen Cortisolspiegel hindeuten. Aber das kann doch nicht alles beides am gleichen Tag zu unterschiedlichen Zeiten der Fall sein. Oder doch? Und wenn ja, wie und warum?

Das Ödem hat zwar seit dem Freitag vor zwei Wochen etwas nachgelassen, seitdem bleibt es nun unverändert. Bewegung tut gut. Sobald ich stehenbleibe, spüre ich überall die Schmerzen. Ruhe killt mich und auch das Ödem wird dann schlimmer und tut ein wenig weh. Irgendwie passt das auch alles nicht wirklich zusammen. Aber es muss ja ne logische Erklärung dafür geben. Und ich will sie auch finden.

Komisch... chemisch. Neurotransmitter. Das Buch mit dem gleichlautenden Titel hab ich mir auch geholt. Das liegt voll auf meiner Wellenlinie. Dort steht das Thema Cortisol und ACTH gleich im ersten Kapitel drin. Beim Klang des Wecker des Freundes. Mehr verrat ich nicht. Wie sagte ein Bekannter von mir... : "Bücher sind zum Lesen da."

Apropos nachdenken... Mir ist aufgefallen, dass auch das Leben eine Art Strickmuster-Rapport hat. Ihr werdet nun berechtigterweise fragen, welcher soll das denn sein?
Ganz einfach.
Es besteht aus: Veränderung. Ein Zustand, an den man sich gewöhnt hat, verändert sich. z.B. in der Automobilindustrie oder bei den Missbrauchsfällen in der Kirche könnt Ihr es im grossen Stil sehen. Im kleinen persönlichen aber nicht minder wichtigen Umfeld passiert, das beim Tod , schwerer Krankheit , Unfall eines nahen Angehörigen. Oder wenn man wie ich mit einer chronischen Krankheit leben muss. Aber auch wenn man vom Arbeitgeber an einen anderen Arbeitsort versetzt wurde oder ein neues Büro beziehen muss, neue Kollegen bekommt. Oder sich gar als Einzelner in ein schon bestehendes Team einfinden muss. Es gibt zahlreiche Beispiele. Denn wie oben geschrieben, ist es der Strickmuster-Rapport des Lebens, der sich immer wieder wiederholt.
Zunächst ist es natürlich diesen Zustand erst zu betrauern und dann zu leugnen. Man will es nicht wahrhaben. Das sagt auch schon das Wörtchen muss in damit Leben müssen.

Nicht jeder kommt darüber hinaus. Der nächste Schritt ist dann die Akzeptanz.

Geschieht dieser Schritt, dann ist eine Veränderung, Neuorientierung und weitere positive Entwicklung möglich. Und diesem Strickmusterrapport folgt unser ganzes Leben. So kompliziert ist es also gar nicht. Es kommt drauf an, was wir draus machen. Was wir aus uns machen. Wie wir in die Welt hinausgehen und wirken. Denn das bekommen wir dann auch (Spiegelneuronen sei Dank) zurück. Man kann es auch Karma oder Aura nennen. Denn was Ihr tut und wie Ihr handelt, zieht auch Menschen an, die ebenso wirken und handeln. So kann dies positiv als auch negativ wirken. Einfaches Ursache und Wirkungsprinzip.

Im Prinzip ist das genau die Osterbotschaft. Erst kommt die Veränderung, die negativen Erfahrungen, das Leid, dann die Auferstehung und die Neugeburt. Phönix aus der Asche ist ein ähnliches Bild. Ihr seht also: nie war es aktueller denn je.

Apropos Stress...
Der Steuerbescheid war diesmal schnell da. Dafür war ein Fehler drin. Und ich hab Widerspruch eingelegt. Die haben da was durcheinandergebracht. Ein Missverständnis. Hätte sich auch vorher klären lassen, wenn mich jemand gefragt hätte. Das hat man sich gespart. Nun muss ich ihnen mit dem Widerspruch noch mehr Arbeit machen, die sie sich sicher stressbedingt sparen wollten. So kann der Schuss auch nach hinten losgehen. Scheint sypmptomatisch für die digitale Gesellschaft zu sein.

Nun doktorn wir wieder wie in der Medizin halt auch nur an den Symptomen herum, anstatt die Ursache zu suchen und dort das Problem zu beheben. Das ist kurzsichtig gedacht. Denn langfristig macht uns das so mehr Arbeit in weniger Zeit und führt wiederum zu mehr Stress. Ein Teufelskreis. Es zieht sich so durch. Eine Rekursion, bei der jemand die Abbruchbedingung vergessen hat. Sie führt letztendlich zum Systemabsturz. Arbeiten wir daran, dass es nicht soweit kommt!

Ich les grad ein spannendes Buch zur Kommunikation. Ich hatte mich neulich in Nürnberg in eine Fachbuchhandlung verirrt. Ich glaub, das war kein Verirren. Das war Fügung. Sonst hätt ich dieses Buch nie gefunden. Bzw. es mich. Es ist von Volker Mauck : Die Brain-to-Brain-Connection. Und es geht um den Zusammenhang des physiologischen Zustands und dysfunkionaler und funktionaler Kommunikation. Er baut auf die Polyvagaltheorie von Stephen Porges auf! Funktionale, heilsame Kommunikation kann nur erfolgen, wenn beide Kommunikationspartner in der Parasympathikusdominanz sind. D.h. er ist entspannt und fühlt sich im Moment, in seinem Körper und in der Situation und mit dem anderen wohl. Sind sie in der Sympathikusdomimanz ist die Unterhaltung von Stress (Flucht, Kampf) geprauml;gt. Denn dann fühlen sich beide weder in ihrem Körper noch in der Situation und mit dem Gesprächspartner wohl Ist ein Gesprächspartner in der Parasympathikusdominanz und der andere nicht, dann kann er aber durch Sicherheitssignale den Zustand des anderen auch in die Parasympathikusdominanz bringen.

Leider klammert er hier den Erstarrungsmodus (unkontrollierten Parasympathikus) aus. Den streift er nur. Und ich glaube, in diesem Modus befinden sich chronisch Kranke, deren autonomes Nervensystem dauerübererregt ist. Sie kommen da nicht raus. Also nicht innerhalb einer Kommunikation. Vielleicht in Jahren, wenn sie Meditation, Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen machen. Und deshalb gibt es mit uns soviele Missverständnisse, weil wir selbst durch unseren Parasympathikuszustand zum Missverständnis werden und dieses verursachen. Bitte habt Geduld mit uns! Und beachtet dies in Eurer Kommunikation mit uns!

Mittwoch: Mein Homunkulus im Hirn verändert sich. Gestern ist mir aufgefallen, dass ich die 3 mittleren Finger der rechten Hand nimmer so recht auseinanderbekomme. Scheint, die werden grad im Hirn zu einem. Vom physiologischen und neurologischen Gesichtspunkt ist das total interessant und spannend. Zum Arbeiten und so aber ned so geeignet. Naja, solange der Daumen noch separat erhalten bleibt, geht's ja noch. Dann hätt ich wirklich ein Problem.

Passiv lassen sie sich noch trennen. Passiv lassen sich ja bei CRPS Finger, Zehen und Co bewegen. Es tut aber saumäßig weh! Auch noch lange hinterher. Nur aktiv funktioniert es nimmer. Das ist bei CRPS übrigens so "normal", dass das so ist. Leider wissen das nicht viele Ärzte. Ist auch unlogisch. CRPS ist schon ne krasse Geschichte.

Mein Busnachbar fährt seit heut auch wieder mit. Dem hab ich das auch gezeigt.
Ich:"Guck! Ich krieg die Finger nimmer auseinander."
Er:"Praktisch."

Ich hab Comics und einen kleinen Essay an eine Kollegin geschickt.
Sie:"... da hatte ich ja jetzt Pipi in den Augen ! Das ist richtig süß, was du geschrieben hast, so treffend..."
Ich:"Pipi in den Augen. Das brennt doch ..."

Apropos schräg... einen schrägen Comic hab ich heut auch noch für Euch. Viel Spass!

Geniesst das Wetter! Es is schön heut!

Donnerstag: Heut habi a Buswegbegleitung. A schwarz-weisse Katz. Wir holen uns gegenseitig ein paar Streicheleinheiten. Vagusnervstimulation. Sie reibt sich gegen meine Krücken. Des is a widder a Vagusnervstimulation. Diesmal bloss für die Katz. Ich streichel sie zum Abschied numol. Des woar etzerdla funktionale heilsame Berührung zwischen uns zwaa. Im Gegensatz zu meim Schmerztherapeuten. Des woar dysfunktionale Kommunikation und nicht heilsame Berührung. Do kanni nu dro ärbern.

Mei Bushaltestellenbekanntschaft:"Du hast heut a Begleitung."
Etzerdla streicht sie einem wartenden Mann um die Beine. Der guckt sichtlich irritiert. Des schaut ned nach funktioneller Kommunikation aus. Na, do had's etz Pech ghabt die Katz. Siggsdes is doch tröstlich für mich, dass ihr Kommunikation a ned immer funktioniert.

Obwohl vielleicht ist das auch eine Möglichkeit den physiologischen Zustand (entspannt oder Sympathikusdominanz bzw. unkontrollierte Parasympathikusdominanz) zu ermitteln. Aber ich kann doch ned überall a Katz oder an Hund mitnehma. Wenn das Gegenüber nicht auf Hund oder Katze anspricht, dann liegt höchstwahrscheinlich keine Parasympathikusdominanz vor und damit ist die funktionelle Kommunikation schon erschwert. Aber wenn ich das weiss und mich selber in Parasympathikusdominanz befinde, dann kann ich sein autonomes Nervensystem beeinflussen und evtl. in die richtige Richtung schubsen...

Apropos Kommunikation. Da tu ich mich mit Viecher immer leichter wie mit Leut. Die Regeln sin einfacher. Zumindest für mich und intuitiver. Die braung kann Smalltalk.

Gestern hat des aber a in der Strassenbahn ohne Worte geklappt. Mit Menschen! Also ich krückel in die volle Strassenbahn nei und a jungs Pärla steht auf. Ich guck dann noch später wie sie herschaut, dankbar in ihre Richtung und strahl sie an. Sie strahlt zurück. Mei, wenn's ner immer so einfach sei könnt!

Mei Stammplatz rechts is besetzt, also hock ich mich links hin. Mei Busnachbar is so verwirrt davo, wie er einsteigt, dasser bald sei Taschen fallen läßt.
Mit dem Wort:"Seitenverkehrt." erklärt und setzt er sich.

Ich seh nu a Katz vom Bus aus. Der eine oder andere Katzenbesitzer wird heut widder mit aaner Maus im Maul vo seiner Katz oder in seim Schuh überrascht werdn. A Liebesbeweis vo seiner Katz. Des wär dann aber a widder a dysfunktionale Kommunikation, weil des die wenigsten Herrchen oder Frauchen (oder der Katz ihr Personal) zu schätzen wissen. Mei, so a gfreggda Maus is hald a ned grod as gsündeste.

Ein Nebelband ziert die Aischau. Sieht schön aus. Am Waldrand in Buch steht ein Reh und beäugt uns neugierig. Auf der Pferdekoppel in Buch hat sich beim gestrigen Sturm eine Plastiktüte im Baum verfangen. Lasch hängt sie an einem Ast. Auf dem Weiher hinter Buch erwachen langsam die Enten und die Sonne kriecht am Horizont zwischen den Waldgipfeln und den Wolken hervor.

Sogar auf der Autobahn läuft es heut entspannter. Die Abstände zwischen den LKWs und Autos sind heut größer als letzte Woche. Der Osterbrunnen in Klebheim wirkt bunt und fröhlich mit seinen bunten Eiern und Bändern und den Osterhasen.

In Hannberg an der Sporthalle ist der Anfangsbuchstabe "S" jetzt endgültig abgefallen. "eebachsporthalle" steht da jetzt.

Bürogschmarri ...

Es gab heute ein Problem auf der einen Datenbank.
Hab einen Kollegen dazu angerufen.
Der Kollege:"Das fix ich Dir schnell."
Ich total begeistert über die schnelle Abhilfe:"Subber! Bist mei Fixer!"
Kollege lacht:"Wie soll ich denn das verstehen..?"
Ich:"Na Du lachst ja.Genauso."
Wenn ich es recht bedenk, war er ganz fix mit dem Fix. Ein fixer Fixer sozusagen.

Und da war da noch eine Bekannte, die mir per Mail was ganz wichtiges gemailt hat: "Guck mal!" und den Anhang mit dem wichtigen vergessen hat. Ihr autonomes Nervensystem war da a ned in Parasympathikusdominanz.
Ich hab ihr dann zurückgemailt, dass ich gern gucken würde, aber nix zum Gucken da ist. Mal gucken, was etz passiert. Ein Geguck is des heut widder. Und dabei siechi (seh ich) ned amol wos...

Mei Mama ihr autonomes Nervensystem is heut aber a ned in Parasympathikusdominanz. Die hat heut marinierte Hering gmacht und erst vorhin is ihr eigfalln, dass sie die Zwiebeln vergessen hat. Und ihr Stimm wird a immer krächziger. Des is deswegen so, weil der Kehlkopf sich mit Sympathikusdominanz oder unkontrollierter Parasympathikusdominanz verkrampft. Denn da verspannt sich nicht nur die Rücken und Nacken- und Gesichtsmuskulatur (Stirnrunzeln), sondern a der Kehlkopf. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Des dürft am Cortisolspiegel liegen oder am ACTH. Der Cortisolspiegel regelt auch den Blutzucker. Des würd den Heisshunger auf SüL;ßes erklären. Und im Alter steigt der Cortisolspiegel an. Das weiss man inzwischen auch.

Freitag: Mei Ergo und mei Physio meinen, dass das mit den unzertrennlichen Fingern von den Muskeln bzw. von den Nerven kommt. Ein Nervenkrampf wirkt sich auch auf die Muskeln aus. Die zieht es halt zamm wegen dem Trafohäusle, das wegen dem CRPS auf Hochtouren läuft. Und wenn des lang genug anhält, dann wär die logische Folge, das sich die Körperlandkarte im Hirn (der Homunkulus) auch entsprechend verändert. Weil was nimmer braucht wird, des kummd ja im Hirn weg. Use it or lose it. Ursache und Wirkung. Und bei CRPS nimmt halt aufgrund vom physiologischen Stresszustand im Körper die Muskelanspannung überall zu. Des is fei ganz schee nervig. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Gestern hatt ich eine Erkenntnis: "Grosse Menschen erkennt man an den kleinen Dingen."

Mei Haltestellenbekanntschaft, die gestern a ned auf ihrm Stammplatz sitzen had könna, weil ich den braucht hab, weil meiner besetzt war, hat gsachd:"Hoffenlich sitzt die heut woanders, dass mer widder richtig sitzen könna."

Daran erkennt Ihr die Macht der Rituale. Die sind wichtig für die Beruhigung des Nervensystems, und das kann im besten Fall zu einer Parasympathikusdominanz führen.

Der Bus ist heut leer, wie er kummd. Sie:"So , etz badds widder."

Die Katz vo gestern woar bei dem Mann gar ned erfolglos. Sie ist ihm ja um die Beine gestricken. Mit dem Druck hat sie sich eine Vagusnervstimulation abgeholt und so ihr Nervensystem beruhigt. Ich wünscht ich wär so ausgeglichen wie a Katz. Die griegn bestimmt ka CRPS.

5:40 Uhr. Von der Rettungswachen fährt a Sanker mit Blaulicht an unserer Haltestell vorbei. Wie er weiter unten im Städtle is, kommt des Tatütata dazu.
Mei Haltestellbekanntschaft:"Warum hadder etz des Martinshorn eigschalten? Mer muss doch scho bei Blaulicht auf Seiten foahrn."
Ich:"Do werd hald aaner noni ausgschlafen hamm..."

Des Martinshorn schaut ja wirklich wie a Horn aus. Wie a geköpftes ohne Spitzen. Des heißt übrigens so, weil es ein Herr Martin erfunden hat. Stellt Euch vor, der hätt Müller oder Meier gheissen...

Im Zug sitzt uns schräg gegenüber ein Mann, der mit Pausen Sätze in sein Handy diktiert. Er hält es vor den Mund. Ned ans Ohr. Ein Klapprad hat er auch dabei.

In Unterfahrnbach halten wir ausserplanmäßig. In dem Moment diktiert der Mann:"Langsam kommt Bewegung in die Sache ...."
Da müssmer nu a weng warten... es gibt widder amol a Gleisbelegungsstörung. Zuviel Züch für zu wenig Gleis.

In Fürth klappt der Mann sein Klapprad auf und steigt aus. Keine Minute später steigt er wieder ein.
Mei Busnachbar:"Das war bloss ein Test."
Wahrscheinlich a Sympathikusdominanz.
Etz spricht er widder in sei Handy.
Ich:"Ich hab dahamm nu a alds Klapprad vo Victoria. Des is aufgeklappt glenner (kleiner) als des Klapprad zammgeklappt is."
Mei Busnachbar schmunzelt.

In Nürnberg verkündet die Ansage:"This train terminates here."
Ich:"Des klingt immer so endgültig. Als wenn's gleich Puff! machen däd und der Zug löst sich in Luft auf. Wie wenn's Haltbarkeitsdatum abglaufen is."
Mein Busnachbar:"Hast du schon mal gesehen, was mit dem Zug passiert, wenn wir unten sind?"

Durch meinen Kopf spukt jetzt der Satz:"Dieses Joghurt wird jetzt terminiert."
A Eiskaffee im Becher is bei uns im Keller scho amol explodiert. Des woar a scho terminiert. Des is fei a ned grod as gsündeste... und a gscheiter Sauerei.

Die Strassenbahnen fahren heut direkt nacheinander paarweise. Paarweise direkt den Umsteigern von der U-Bahn vor der Nase weg. Die nächsten zwei fahren dann miteinander 7 Minuten später ein. Vielleicht sins einsam. Oder sie woarn Parshippen. Obwohl Schiff sins ja ned sondern Trammbahnen. Die dun dann Partrammen...

Zu CRPS gibt es schon seit Ende 2016 erste Erfolge mit dem Medikament Neridronic. Es soll an der Ursache wirken, statt wie die Standardbehandlung durch Schmerztherapeuten an den Symptomen. Das hab ich eh nie verstanden, warum man glaubt, dass Leut damit zufrieden sind, wenn man nur an den Symptomen rumdoktert. Ich will die Ursache beheben. Das ist viel effektiver. Ob das jetzt ein Weg dahin ist? Mal gucken und die Neurologin fragen, was die davon hält.
Es gibt a a Studie in Deutschland. Dafür darf mer des CRPS aber maximal 2 Jahre hamm. Ich hab's etz scho über 5. Satz mit x. Widder nix.

Ich wünsch Euch a scheens Wochenend!

 
Die Glaa aus ERH - Lebensfreude Sandra Jaeger 2019
Die Glaa aus ERH - Die Schafherde Sandra Jaeger 2019
27.04. bis 04.05. Neue Erkenntnisse ...

Samstag: Heut um 03:00 Uhr in der früh had's mich aufgweckt mei Trafohäusle. Ich glaub schon, dass des am morgendlichen Cortisolspiegelanstieg liegt. Wenn der schon von Haus aus höher wär, dann würd es die Probleme beim Einschlafen abends und das zu frühe Aufwachen morgens erklären.

Etz will ich ihn mal messen lassen. Schau mer mol was dabei rauskommt.

Was ich heut früh (dank der Achtsamkeitsübungen) aber wahrgenommen habe - ja, das kann ich inzwischen viel besser als früher - , war, dass die Muskeln am ganzen Köper schon beim Aufwachen um 03:00 Uhr nachts total angespannt sind. Gesicht, Nacken, Rücken, Beine und Arme. Das Trafohäuschen läuft auf Anschlag. Das ist bei CRPS normal. Denn das Nervensystem ist dann so überreizt, dass sich alle Muskeln im Körper anspannen können. Die Schweiss - und Frierattacken sind auch wieder da...

Und wenn die Gesichts-Muskeln dauernd angespannt sind, funktioniert die Mimik auch nicht besonders gut. Ist ja logisch. Ursache und Wirkung.

Ich lese grad das Buch Empathie und Spiegelneurone. Die biologische Basis des Mitgefühls von Giacomo Rizzolatti und Corrado Sinigaglia. Der Homunkulus als Sichtweise ist auch schon wieder überholt. Es hat sich nämlich inzwischen herausgestellt, dass im Gehirn die Areale, die für Motorik (Bewegung) zuständig sind, mit den Arealen , die für die Wahrnehmung (Gefühl, Geruch, Geschmack, Raumwahrnehmung...) zuständig sind, verknüpft sind.

Ist auch logisch. Greift doch mal nach einer Tasse. Dabei macht der Greifkontext einen Unterschied. Räumt Ihr die Tasse aus der Spülmaschine in den Schrank, greift Ihr sie anders, als wenn sie mit heissem Tee befüllt ist und ihr trinken wollt. D.h. hier spielt der Sehsinn, Tastsinn, auch das Hitzeempfinden (man will sich ja an der heissen Tasse nicht verbrühen) eine Rolle. Und duftet der Tee auch noch gut, dann geniesst Ihr ihn ja auch mit allen Sinnen beim Trinken. D.h. auch hier vermischt sich Motorik mit Wahrnehmung und Empfindung. D.h. im Umkehrschluss auch, dass man die Motorik nicht von der Wahrnehmung separieren kann.

In der heutigen Medizin macht man es aber so. Da wird der Mensch in Körperteile bzw. in die Fachgebiete aufgeteilt. Und die Verbindung zwischen den Fachgebieten bzw. die ganzheitliche Ansicht des Menschen sind dabei irgendwo abhanden gekommen. Denn z.B. für die Hormone und Botenstoffe des Körpers ist der Endokrineologe der Spezialist. Andererseits spielen Hormone und Co aber auch z.B. eine Rolle in der Gynokologie. ...

So reguliert unser Körper über den Cortisolspiegel unseren physiologischen Zustand. Wähnt er sich in Gefahr, dann steigt der Cortisolspiegel und der Blutdruck, die Herzfrequenz und die Atmung. Damit befinden wir uns schon in mind. 3 Fachrichtungen: Allgemeinmedizin, Endokrineologie, Kardiologie, Lungenheilkunde.

Der Cortisolspiegel regelt aber auch noch den Blutzuckerspiegel. Denn zum Angriff oder zur Flucht (also bei Stress aufgrund von Gefahr) mobilisiert unser Körper alle Energiereserven, die ihm zur Verfügung stehen. Deshalb haben wir dann auch Hunger auf entsprechende energiereiche Nahrungsmittel (Zucker und Chips z.B.). Da wären wir dann schon beim Diabetologen.

Bleibt der Cortisolspiegel über lange Zeit hoch, dann wirkt sich dies auch auf das Nervensystem und das Immunsystem aus. Das Immunsystem wird unterdrückt und die Darmtätigkeit auch (denn in einer normalerweise schnell vorüberziehenden Gefahrensituation, ist die erstmal nicht so wichtig) Jetzt wären wir schon beim Immunologen, Neurologen, Gastroenterologie und beim Ernährungsmediziner.

Bleibt der Cortisolspiegel zu lange hoch (weil der Gefahrenmodus nicht normal wieder verlassen werden kann), kann der Körper das Cortisol irgendwann nicht mehr produzieren. Cortisol wirkt nämlich auch antientzündlich und hemmt obendrein noch die Adrenalinausschüttung. Isses nimmer da, funktioniert das nicht mehr. Des is fei a ned grod as gsündeste.

D.h. der Körper verbleibt im Anspannungszustand (physiologisch). Auch wenn psychisch und durch die Umweltbedingungen gar keine Gefahrenlage mehr vorliegt. Der Schalter klemmt. Er kann nicht mehr in den Entspannungszustand (Parasympathikusdominanz) zurückkehren. Das ist nicht nur doof sondern hat auch ernsthafte Folgen. So entstehen chronische Krankheiten.

Das Nervensystem spielt verrückt (Blasenschwäche, Hitzewallungen, Kribbeln, Brennen, Schmerzen (z.B. Rücken- , Nervenschmerzen), Wundheilungsstörungen, Verdauungsstörungen, Entzündungen, Schlafstörungen, Herzinfarkte , Schlaganfälle ....). Da wären wir dann beim Schmerztherapeuten, Urologen, beim Orthopäden, Schlafmediziner, Rheumatologen ...

Aufgrund des übererregten Nervensystems funktionieren die Nerven nicht mehr richtig und die Gliedmassen werden nicht mehr gut durchblutet und versorgt (Osteoporose, Nervenschäden, Muskelschwund, Schmerzen ...). Jetzt wären wir beim Angiologen (dem Gefäßspezialisten) angelangt.

Außerdem wird im Gefahrenmodus auch das Hirn weniger durchblutet. Ist ja klar, wer erst über den Säbelzahntiger nachdenkt, der hat verloren. In dieser Situation zählt der Instinkt.

Im normalen Leben wird uns das aber dann zum Verhängnis. Konzentrationsprobleme, Gedächtnisprobleme (einmal kurz die Psychologie und Neurologie nochmal gestreift), Unfälle aufgrund der daraus resultierenden Unaufmerksamkeit unseres Hirns sind die Folge. Dann wären wir also auch noch in der Unfallchirurgie und wenn uns das unterwegs oder im Haushalt passiert bei größeren Unfällen auch in der Notfallmedizin gelandet. Also einmal Querbeet durch die Fachgebiete. Des is fei a ned grad des gsündeste. Von den Kosten will ich gar ned reden. Und dabei mein ich nicht nur die der Versicherung sondern die Verminderung der Lebensqualität aufgrund der damit verbundenen gesundheitlichen Folgen.

Was ich damit sagen will... Stress (physischer und psychischer) wirkt sich immer Ganzheitlich aus. Wird aber leider immer nur spektral gesehen. Also immer nur mit der Lupe der jeweiligen Fachrichtung betrachtet. Es fehlt an den Querverbindungen und Querverweisen. Das ist schade.

Zurück zum Buch über die Spiegelneuronen. Wenn es also so ist, dass die Wahrnehmung und die Motorik im Gehirn miteinander verbunden ist, dann ist das auch eine Erklärung dafür wie Synästhesien entstehen können. z.B. bei chronischen Schmerzen kann es zu einer Hyperakkusis (Töne z.B. Staubsaugerlärm oder Laubbläserlärm (bestimmte Frequenzen) werden als schmerzhaft empfunden) oder Allodynie (Berührung wird als schmerzhaft empfunden) kommen. Sprich das würde erklären, warum sich Schmerz (denn das ist ja auch eine Wahrnehmung) mit anderen Wahrnehmungen und mit Körperteilen und deren Motorik verschwestern kann.

Denn bei anhaltendem Schmerzreiz (z.B. bei nicht rechtzeitiger Gabe von ausreichend Schmerzmitteln) verselbständigt sich der Schmerz und wird selbst zur Krankheit. Das geschieht weil die Schmerznervenbahnen überempfindlich werden. Aus Trampelpfaden werden Autobahnen auch im Rückenmark und schliesslich auch im Gehirn. Inzwischen geht man davon aus, dass dieser Vorgang bereits bei 1 Monate anhaltenden Schmerzen aktiviert wird. Daher ist es wichtig sich in dieser Zeit nicht wie ich vertrösten zu lassen, sondern Schmerzmittel zu bekommen und einen Schmerztherapeuten aufzusuchen. Da dies aber wiederum Fachärzte sind, kann es dann sein, dass bis zum Termin dieser 1 Monat schon verstrichen ist. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ich merke die Anspannung heute morgen auch an meiner Stimme. Sie klingt wie ein Reibeisen. Interessant. Das ist mir noch nie so aufgefallen. Es liegt am Kehlkopf, der auch unter Anspannung steht. D.h. auch meine Stimme verrät meinen physiologischen Status. Ich weiss intuitiv ich brauch jetzt Bewegung um die Anspannung abzubauen. Also geh ich ins Städtla. Beschaffungskrückeln.

Um mein Nervensystem zu beruhigen, singe ich mit meiner krächzenden Stimme ein lustiges Gute-Laune-Liedchen. Blickkontakt zu Menschen, die ich treffe, aufzubauen und zu halten, gelingt mir anfangs überhaupt nicht. Der Modus passt noch nicht. Ich merke aber sichtlich, dass je weiter ich ins Städtle komm (Bewegung) und dabei singe, meine Stimme heller wird und ich die Menschen auch wieder grüßen kann. Spannend!

In der Bäckerei habi a Singlebrot kaffd und a netts Schwätzla ghalten. Da war der Parasympathikus also soweit mir möglich wieder etwas mehr im Gleichgewicht.

Abgerundet hab ich das dann noch mit einem Stück Pfefferkäse vom Markt, der Tageszeitung, einem Geoheft und einer Runde Schaukeln im Engelgarten. Neben mir schaukelte eine Oma ihre Enkelin. Die Enkelin bestand drauf, dass die Oma auch schaukelt. Sie:"Aber da wird mir doch schlecht."
Auf Drängen der Kleinen setzt sie sich doch auf die Schaukel neben mich und schaukelt ganz leicht hin und her.

Auf dem Weg vom Marktplatz Richtung Engelgarten grüß ich freundlich und gut gelaunt einen älteren Herrn, der mich neugierig beäugt und sagt:"Oje oje." Er deutet auf meine Krücken. "Sins hiegfalln?"
Ich vergnügt:"Vor 5 Joahr."
Er:"Oje oje."
Ich erklär:"Des is a Schmerzerkrankung." Und zeig ihm meine Hände , wo die Muskeln abgebaut haben.
Er fragt mich wie alt ich bin. Ich:"45. Und wie alt sind Sie?"
Er:"84. Ich hab Nervenschmerzen am grossen Zeh. Der Doktor had gsachd da kamer nix mehr machen."
Aber des stimmt doch goar ned! Mer kann immer noch was machen.... So erzähl ich im, dass er das machen soll, was ihm guttut und Entspannungsübungen.
Etz habi ihn verschreckt. Den alten Schlack.. ;-) Ich tauf ihn Herr OjeOje.
Ich bin heut eher Frau OleOle. Mei woar des Wetter vorhin schee. :)

Ich hab ja mal die Frage gestellt wie man normalerweise mit einer nicht normalen Situation umgeht. Ich habe jetzt die Antwort gefunden. Bei Victor Frankl. Einem Psychologen und Arzt, der das Konzentrationslager überlebt hat. Und der erste war, der über Resilienz geschrieben hat. Nur hat er es nie so genannt. Das Buch heisst : ".. Trotzdem ja zum Leben sagen"

Bei einer chronischen Krankheit ist es so, dass man irgendwann verstehen muss, dass sie nicht einfach ausheilt. Sondern dass man jetzt erstmal damit leben muss. Es gibt also kein Endedatum. Das ist nicht einfach.

Einige bleiben in der Vergangenheit hängen und schaffen es nicht mehr ihren Blick nach vorne und in die Gegenwart zu richten. Diese Menschen geben auf.

Und dann gibt es die, die einen Grund zum weiterleben haben. Ich z.B. meine Mama und meine Schwester. (Genau das, was mir in Befundberichten als Belastung ausgelegt wurde..., das ist deren Perspektive. Nicht meine. Gott sei Dank! :) D.h. wenn man einen Grund zum Weitermachen hat (Enkel, Kinder ...) dann ist das schon mal gut. Denn dann gibt man nicht einfach auf.

Und dem Leiden einen Sinn geben bzw. im Leiden einen Sinn finden. Auch am Galgenhumor erkennt man die Resilienten. Denn diese Waffe ist unschlagbar. Und die Fähigkeit sich noch an den kleinen Dingen des Lebens zu freuen. Beides vereine ich in den "Die Glaa aus ERH"-Comics. Und in dem kreativen von der Seele-Schreiben hier auf meiner Homepage. Denn ich hoffe, Euch in Eurer Hoffnungslosigkeit und Aussichtlosigkeit und Hilflosigkeit, Eurer Frustration und Wut erreichen zu können und Euch zu zeigen, dass es einen Weg durch das Leid hindurch in die Gegenwart gibt.

Auch wichtig: Hoffnung.
Ihr kennt ja meine Devise: Wenn jemand sagt, das geht nicht, dann ist das seine Grenze, nicht Eure.
So hab ich immer, wenn ich mit offenen Augen und klarem Blick durch die Welt ging (da kommt die Achtsamkeit wieder ins Spiel und auch die Bereitschaft und Fähigkeit sich wieder auf die Gegenwart konzentrieren und sich darüber freuen zu können) etwas neues gefunden, was mir auf meinem persönlichen und individuellem Weg gegen die Schmerzen geholfen hat.

Es kommt auch zur Abstumpfung und zur Depersonalisation. Das ist normal in einer unnormalen Situation. Glaubt mir, ich kann das aus eigenen Erfahrungen so sagen. Aus der Praxis sozusagen. D.h. wenn noch ein neues CRPS-Wehwechen (auch das ist schon Abstumpfung) dazukommt, dann nimmt man es gar nicht mehr so wichtig. Eine Bekannte von mir, die auch CRPS hat, hat mir von einer Zeit erzählt, wo ihr Bein schon schwarz war. Ein befreundeter Arzt, der sowas noch nie gesehen hatte, meinte, sie müsse damit unbedingt ins Krankenhaus, weil Ihr Bein grad absterbe. Sie hat daraufhin mit den Schultern gezuckt und gesagt:"Das tut es schon seit 6 Wochen."
Man nimmt die Situation sachlich wahr und spielt sie auch herunter. Auch das gehört zur Überlebensstrategie unseres Geistes und Körpers.

Ich habe in der CRPS-Selbsthilfegruppe Freunde gefunden! Für mich hat das alles einen Sinn. Ich habe eine neue Perspektive und einen neuen Zugang auf das und zum Leben gefunden. Das hätte ich damals am Anfang nie für möglich gehalten. Und ich weiss, dass mein Weg noch nicht zuende ist.

Ich träume davon (auch das gehört zur Überlebensstrategie Eures Geistes) CRPS zu heilen bzw. meinen Körper und Geist in in den Selbstheilungsmodus zu bringen, damit er es schaffen kann. Dabei muss ich ihm helfen. Und daran arbeite ich. Deswege lese ich alles, was mir bei diesem Ziel helfen kann. Und gebe es an Euch und meine Selbsthilfegruppe weiter. Denn ich bin davon überzeugt, dass wir zusammen eine Lösung finden. Und das ist etwas wunderschönes, sich als Teil eines Ganzen zu sehen.

Denn der aktuelle Goldstandard bei CRPS in Deutschland behandelt nur die Symptome. Und das kann ich nicht verstehen. Ich will die Ursache beheben. Denn die Behandlung von Symptomen kann weitere gesundheitliche Folgen als Nebenwirkung nach sich ziehen.

Derzeit arbeite ich daran, mir ein heilsames Umfeld zu schaffen. Dabei helfen mir die Prinzipien der Achtsamkeit für mich und meine Mitmenschen, aber auch die Gewaltfreie Kommunikation von Marshall B. Rosenberg. Das Buch hab ich mir gestern auch aus unserem Buchladen abgeholt. Ich stecke nun also wieder parallel mit der Nase in dem Spiegelneuronenbuch, in dem Buch zu Gewaltfreier Kommunikation und im Buch das starke Selbst von Feldenkrais. Alles führt in diese Richtung. Und da will ich hin! Und ich bin gespannt, wer mir noch alles auf meinem Weg begegnet und wen ich dort noch alles treffen und kennenlernen darf.

Und damit wünsch ich Euch einen schönen Samstag! Grad scheint die Sonne. Also ab nach draussen Vitamin D tanken! So könnt Ihr Schmerzkranken auch der Osteoporose vorbeugen ;-) Das ist nämlich einen "Nebenwirkung" von Sonnenlicht. Gute Laune, warme Gliedmassen gehören auch dazu. Und die Vögel singen grad auch so schön!

Sonntag: Wenn der Cortisolspiegel im Alter ansteigt, könnte das auch der Grund für die gebückte Haltung im Alter sein. Also dass man schrumpft. Durch die verstärkte Anspannung der Muskeln bekommt man einen runden Rücken und Rückenschmerzen durch die damit verbundene Fehlhaltung obendrein. PC-Arbeit und die Zunahme der sitzenden Tätigkeiten (Landwirt Traktor, Busfahrer, LkW-Fahrer, Strassenbahnfahrer, Autofahrer ...) führen dazu, dass wir unsere Muskulatur nicht mehr entsprechend Ihrer Natur und dem eigentlichen Zweck benutzen. Wir verlernen es aus Bequemlichkeit. Drum wird Sitzen auch als das neue Rauchen bezeichnet.

Denn ein krummer und verspannter Rücken wirkt sich ja auch auf die Nerven, die über den Hals oder die Wirbelsäule laufen weiterhin aus. Andere Muskeln, die nicht dafür vorgesehen sind, leisten Ausgleichsarbeiten. Das führt dazu dass das gesamte System des Menschen in Schieflage gerät. Nicht nur der Rücken! Hüftfehlstellungen, Fussfehlstellungen, eingeklemmte Nerven oben oder unten ... vieles kann die Folge sein. Wird aber weil der Mensch nur in Einzelteilen gesehen wird (ähnlich eines zu reparierenden Autos, für das die meisten Menschen übrigens besser sorgen als für ihren Körper und ihre eigene Gesundheit), der Zusammenhang gar nicht erst erkannt! Jedes Teil wird einzeln symptomatisch behandelt. An der Ursache vorbei. Das kann nicht funktionieren.

Genausogut könntet Ihr, wenn Euer Auto Schwierigkeiten hat zu Bremsen, weil die Reifen und die Bremsen abgefahren sind, an die Stossstange ein Schaumstoffpolster festbinden. Es würde sicher den Aufprall dämpfen. Aber die Ursache, die kaputten Bremsen oder die abgefahrenen Reifen bleiben. Es wird herumgedoktert statt geheilt.

Wird ein Arm amputiert, dann erschwert das auch das Gleichgewicht des Körpers. Die andere Seite muss mehr arbeiten. Versicherungen berücksichtigen dies aber nicht. Dort gibt es nur die Gliedertaxe. Ein sehr schräges Wort. Dabei ist es doch logisch, dass wenn etwas nicht mehr richtig an einer Stelle des Körpers funktioniert, dieser versucht das eigene Gleichgewicht selbstständig wiederherzustellen. So geschieht ja auch die Heilung von Wunden durch den Körper. Ein Arzt heilt nicht. Er kann nur den Körper bei seiner Heilung unterstützen. Auch wenn das einige nicht gern lesen und hören mögen. Es ist so. Die Heilungskräfte hat jeder von Euch selbst in sich. Aber diese Selbst-Heilung ist nur möglich, wenn die Rahmenbedingungen passen. Wenn Ihr und Euer Körper sich wohlfühlt.

Und das ist heutzutage aufgrund der stressiger werdenden Zeiten immer weniger der Fall. Auch weil der physiologische Zustand der zur Heilung notwendig ist, nicht mehr erreicht wird. Der kann nur in der Entspannung , im absoluten Wohlfühlmodus aktiviert werden. Und wann wart Ihr dort zuletzt? Seid Ihr nicht eher wie das HB-Männchen, das beim kleinsten Problem in die Luft geht? Steht Ihr nicht ständig unter Strom? Habt Angst auf Facebook oder whatsapp irgendwas wichtiges zu verpassen? Wann habt Ihr das Handy zuletzt mal ausgeschalten? Wann wart Ihr mal nicht erreichbar? Könnt Ihr Euch überhaupt noch daran erinnern?

Dann ist es höchste Zeit für eine Auszeit. Ansonsten zieht Euer Körper die Notbremse. Denn auch seine Ressourcen sind begrenzt. Ihr fahrt ihn immer im Alarmmodus im Notprogramm. Das wäre in etwa, als würdet Ihr Euer Auto immer auf Verschleiss fahren. Wenn Ihr das immer macht, dann geht Euer Auto schneller kaputt. Und so geht es uns mit unseerer Gesundheit auch. Dabei haben wir es zum grossen Teil selbst in der Hand, das zu ändern. Aber das erfordert Disziplin und ein Umdenken in der Schule , in der Wirtschaft, in der Medizin und der Gesellschaft. Ein Weg von der Leistungsgesellschaft und der wirtschaftlichen Wachstumsvision zum hin zur Kooperation auf Augenhöhe, zu gegenseitigem Verständnis und Rücksichtnahme. Das wird noch ein langer Weg.

Denn die alten neuronalen Bahnen der Gesellschaft sind zu eingefahren. Auch hier muss erst eine neuronale Umprogrammierung stattfinden. Auch dort ist MBSR und gewaltfreie Kommunikation die Programmiersprache. Wir müssen sie nur noch anwenden. Dann gäbe es mehr Miteinander und weniger gegeneinander. Es gibt schon kleine einzelne Bewegungen in die Richtung. Denn jede Revolution und Veränderung beginnt von unten.

Hinzu kommen auch noch neue Erkrankungen, die aufgrund unserer digitalen Lebensweise erst auftreten. Wie der Handynacken. Muskelverspannungen im Hals, der Wirbelsäule und im Rücken sind die Folge. PC-Arbeit. Sitz-Arbeit. Aus dem Tennisellbogen ist inzwischen der Mausarm geworden.

Ich war erstaunt zu sehen, dass es jetzt Schmerzpflaster für den Handynacken gibt. Die Gesundheitsindustrie freut's. Denn sie verdient an der Symptombehandlung deutlich mehr, als an der Ursachenbehandlung. Denn die (richtige Haltung, Haltungs- und Stellungswechsel, mehr Bewegung) käme ja völlig ohne ihr Zutun zurecht. Doch es ist halt die bequemere schneller Lösung, die wenig eigene Disziplin erfordert. Deshalb ist sie so erfolgreich. Und der Markt dafür so gross. Unsere Bequemlichkeit kostet uns also eine ganze Menge! Usere Gesundheit. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Forscher herausgefunden haben, dass die Lebenserwartung unserer Kinder und Kindeskinder augrund dessen sinkt.

Seit ich bewußter gehe, sitze und stehe, bin ich auch größer geworden. Ich bin nicht gewachsen. Aber vorher hatte ich eine eher unterwürfige gebeugte Haltung durch die Muskelanspannung. Das hat mir meine Ergo auch so erklärt. Das hat sich inzwischen geändert. Diese unterwürfige Haltung (physiologischer Status) erzeugt übrigens auch bei allen Gesprächspartnern ein entsprechendes Feedback. Sprich man sendet schon einen gewissen Opferstatus aus. Man signalisiert, dass man angreifbar und ein leichtes Opfer ist. Und das bekommt man dann auch zu spüren. Ursache und Wirkung. So funktioniert Kommunikation. So beeinflusst Euer physiologische Status die Reaktion des Kommunikationspartners.

Im gleichen Zeitraum ist meine Mama nach der OP eher geschrumpft, weil ihr Nervensystem seitdem noch übererregt ist. Ich denke jede OP hat auch Einfluss auf das autonome Nervensystem. Mit zunehmenden Alter mehr, aufgrund des höheren Cortisolspiegels. Das wäre logisch.

Übrigens bringt es wieder mal die Sprache auf den Punkt. So heisst es ja man ist gramgebeugt oder man krümmt sich vor Schmerzen. Weil dann die Muskelanspannung zunimmt. Denn Schmerzen sind physischer Stress für den Körper. Und da Geist und Körper sich nicht trennen lassen, erzeugen Schmerzen auch psychischen Stress (psychisches Leid). Das ist die Folge. D.h. psychisches Leid kann sowohl die Ursache als auch die Folge von körperlichen Schmerzen sein. Ob man das überhaupt trennen kann? Und ob man dazu überhaupt in der Lage ist, das zu beurteilen, was nun zuerst da war, wage ich doch stark zu bezweifeln.

Freilich hab ich das noch durch die verstärkte Muskelanspannung vom Trafohäuschen (autonomen Nervensystem) und vom CRPS. Die ist nämlich unwillkürlich. Und hängt mit dem körperlichen Anspannungs- und Stress-Status zusammen. Denn nix anderes als Stress ist chronischer Schmerz und jede andere (chronische) Erkrankung. Selbst bei einer Erkältung kann man das schon an sich beobachten. Gebt mal drauf acht. Auch dann seid Ihr nicht im Kommunikationsmodus. Ihr wollt lieber heim ins Warme und Euch zurückziehen.

Feldenkrais bringt es in seinem Buch auch auf den Punkt. Die etwas veraltete Sprache und die langen Sätze sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber was er sagt, ergibt auch heut noch Sinn. Erstaunlicherweise decken sich seine Erkenntnisse sogar mit der noch nicht so alten Entdeckung der Polyvagaltheorie von Stephen Porges.

Säuglinge verfügen erstmal nur über das einfache (tierische oder auch Reptilien-) Nervensystem. Das autonome. Sie verfügen auch nur über Reflexe und können ihre Motorik (Bewegungen) noch nicht bewußt steuern. Das hat einen Grund. Denn die Nervenbahnen für die Motoriksteuerung bilden sich erst durch den Lernprozess der Bewegung des Kindes aus. Bei Tieren ist es anders. Sie kommen bereits mit einem Nervensystem auf die Welt, dass auch das Laufen schon fest und hartverdrahtet hat. So können Gnus, Fohlen und Kälber gleich nach der Geburt schon stehen und laufen. Das ist auch notwendig. Es ist also schon von Geburt an bei den Tieren vorhanden. Beim Menschen muss es aktiv erlernt werden.

Das autonome Nervensystem steuert nur die unbewusste Muskelanspannung, den unbewussten Tonus, der den physiologischen Zustand repräsentiert. Das Hemmen und die Verstärkung der Muskel- und Nervenaktivität wird vom höheren Nervensystem gesteuert. Und diese Verknüpfungen müssen erst ausgebildet werden. D.h. die sind plastischer, weil sie erst später angelegt werden. Nämlich durch Lernen. D.h. dass sie auch viel mehr von der Umwelt und von den Personen im Umfeld beeinflusst werden. Und das heisst wiederum, dass sie auch später wieder umprogrammiert, umgeschrieben werden können. Und genau das hab ich vor, indem ich bessere Bewegungs- und Haltungsmuster ganz neu erlerne. So müßte sich auch der Schmerz überschreiben lassen, der ja ebenfalls mit der Bewegung verknüpft ist. Wahrnehmung und Bewegung hängen ja zusammen.

Da die Umgebung also unser Nervensystem prägt, kann es sich verändern wenn sich die Umgebung ändert oder wir die Umgebung verändern oder beides. Und genau beides zu ändern vermag Achtsamkeit und gewaltfreie Kommunikation. Ich hab schon erste kleine Erfolge gespürt. Ich fühl mich in einigen Situationen jetzt schon wohler. Und dabei hab ich gar nicht viel gemacht. Kleine Ursache, grosse Wirkung.

Dann müßte sich der Wunsch meiner Schwester ihrer gelähmte Hand wieder bewegen zu lassen, auch verwirklichen lassen.

Feldenkrais geht sogar noch weiter. Er sagt, dass selbst der IQ von unserem physiologischen Zustand abhängig sind. Das hiesse, dass auch der sich ein Leben lang verändern kann. Ebenso wie der physiologische Zustand. Er verändert sich mit zunehmendem Alter. Das haben wir ja schon oben gesehen. Aber auch mit Krankheit (Erkältungen, chronischen Krankheiten), Stress daheim und am Arbeitsplatz, Unfällen, Tod von nahen Angehörigen, Arbeitsplatzverlust, Vereinsamung ....

Feldenkrais ist der Meinung, dass IQ, die Fähigkeit Probleme zu lösen in jedem von uns steckt. Jeder kann das von Natur aus gleich gut. Nur durch unsere eigenen Meinungen über uns, unsere Gewohnheiten, begrenzen wir unser Potential. Da ist was wahres dran. Denn wenn der Unfall nicht gekommen wäre, hätte ich niemals diesen Blog geschrieben. Ich hätte niemals Comics gezeichnet und die Glaa aus ERH hätte nie das Licht der Welt erblickt. Ich hätte mich nie mit dem Thema neuronale Netze, Hirnforschung, Spiegelneuronen, CRPS, dysfunktionaler Kommunikation auseinandergesetzt. Sprich, wäre alles beim Alten geblieben, wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Die Krise und Veränderung hat mein schlummerndes Potential erst geweckt. Das hätte niemand in mir vermutet. Am allerwenigsten ich selbst. Obwohl das Rebellentum immer schon in meiner Natur lag und ich andere wohl immer schon beeindrucken konnte, ist dies niemals vorher in meinem Hirn angekommen.Sprich: ich habe es erst innerhalb des letzten Jahres überhaupt wahrgenommen. Und wieder schliesst sich der Kreis zu der Wahrnehmung.

Der Trick ist, ich habe immer einfach getan, was ich innerlich tun musste. Aus eigener intrinsischer Motivation. Der bin ich immer treu geblieben. Und genau die hat mich gerettet und dahin gebracht, wo ich heute bin. Das ist schon spannend. Und damit kann ich auch praktisch nachvollziehen wovon Feldenkrais redet. Denn es ist wirklich so, dass uns andere, durch ihre Meinung von uns, und durch die Erziehung und die Meinung, die wir dadurch von uns selber haben, in unserem Potential beschränken. Doch ist der Druck, die Ungerechtigkeit zu gross, dann wird dieses Potential geweckt und bricht sich seine Bahn. Denn die Anspannung und ihre Kraft und Energie, die aus der Wut und der Verzweiflung erwächst kann so ein konstruktives, innovatives und kreatives Ventil finden. D.h. jeder hat es in der Hand die Energie in einem solchen Konflikt negativ oder positiv zu nutzen.

Meiner Meinung kann also jeder, derjenige sein, der , obwohl alle anderen sagen: das geht nicht! es macht!

So war es auch als ich unbedingt MSSQL programmieren lernen wollte. Mein damaliger Chef meinte ich könne das nicht. Ich war zutiefst enttäuscht, denn ich hatte ständig bewiesen, dass ich bereit bin mich in neue Programme, Programmiersprachen (z.B. scheme) allein und aus eigener Motivation einzuarbeiten. Ich fühlte mich im dortigen Umfeld nicht mehr wohl. Die anfangs familiäre Umgebung mit der Wertschätzung und auf gleicher Augenhöhe war verschwunden. In der Konsequenz suchte ich mir einen neuen Arbeitsplatz an dem ich SQL programmieren durfte. Innerhalb kurzer Zeit hatte ich mich eingearbeitet und programmiere heute Dinge in SQL, die andere mit C# machen. Bewußt war mir auch das nicht. Denn noch immer hatte ich die Wertungen aus meiner Kindheit von Lehrern verinnerlicht: dass ich nix kann. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Auch bin ich deswegen sehr leidensfähig. Wie es der Franke wohl generell ist. Das sagte auch die Oberärztin der Chirurgie im hiesigen Krankenhaus zuletzt bei einem Vortrag.

Die fränkische Landbevölkerung geht erst ins Krankenhaus, wenn es gar nimmer geht. In Grossstädten wie Frankfurt wird dies wohl eher umgekehrt sein. Auch hier spielt der Kontext und die Mentalität eine grosse Rolle. Wird man dann mit einer fränkischen Mentalität und einem fränkischen Kontext von einem Frankfurter Gutachter nach Frankfurter Kontext und Frankfurter Mentalität beurteilt, dann verzerrt sich das Bild. Missverständnisse sind die Folge. So kann einem diese Leidensfähigkeit im schlimmsten Fall als Persönlichkeitsstörung ausgelegt werden. Des is fei a ned grad as gsündeste... Dabei handelt es sich hierbei um reine Kontextunterschiede. Wenn dies schon inländisch zwischen Land- und Stadtverhalten zu solchen Missverständnissen führen kann, dann mahlt Euch mal die Missverständnisse aus, die entstehen können, wenn Ihr Zuwanderer oder Flüchling seid. Auch wenn man Übersetzungsmissverständnisse ausklammert. So schüttelt man in manchen Ländern den Kopf, wenn man ja sagt. Wird diese Mimik und Gestik aus dem Kontext gerissen von einem deutschen Psychologen nach deutschem Standard interpretiert (denn korrekt deuten kann er es nur, wenn er sich mit dem Land und den dortigen Gepflogenheiten, aus dem der Patient stammt, auskennt, und ich wage zu bezweifeln, dass das immer der Fall ist), dann wird der Patient komplett missverstanden. Und dabei ist sein physiologischer Zustand noch nicht mal berücksichtigt!

Diese Missverstädnisse entstehen auch wegen der Systeme und Ihrer Erwartung der Konformität. Denn es sind ja feste Systeme und Strukturen (Kita, Kindergarten, Schule, Lehrplan, aber auch Krankenhaus), die die Kinder formen. Bzw. ihr ursprüngliches wahres und wahrhaftiges Wesen verbiegen. In die passende Form für die Gesellschaft und Wirtschaft pressen. So lernt ein Kind dann eher das Auswendiglernen als wie man lebenslang lernt.

Meine Arbeitskollegin hat es mal treffend auf den Punkt gebracht.
"Da fragen die Kinder beim Lehrer nach, weil sie es ned verstanden hamm. Dann sagt der Lehrer:"Häst halt aufpasst.". Dann fragen die Kinder nimmer. Des is dann der Lerneffekt."
D.h. die Kinder lernen das Gegenteil von dem, was beabsichtigt war. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Anstatt die angeborene Freude und Neugierde auf das eigenständige Lernen und Entdecken zu erhalten, kreatives Denken zu fördern, wird es im Keim erstickt. Denn man darf nicht lernen, was einen interessiert. Man MUSS lernen, was im Lehrplan steht. Ob es einen nun interessiert oder nicht. Und der Frontalunterricht (egal ob mit oder ohne Smartboard und Co) verleidet jedes Selbsterlebnis und eigenständige Entdecken. Denn nur, wenn ich selber was für mich erfühle und verstehe und mir herleiten kann, dann kann ich auch im wortwörtlichen Sinn Dinge begreifen (Merkt Ihr das? Auch hier steckt die Wahrnehmung schon im Wort! Unsere Sprache ist viel schlauer als wir denken! :) und lerne ich wirklich und auch mit Freude.

So ist auch die Schule und das Lernen vom physiologischen Zustand abhängig. Fühlt sich ein Kind in der Schule und unter den Klassenkameraden und mit dem Lehrer wohl, findet den Stoff interessant, dann wird es auch aufmerksam zuhören und lernen.

Ist sein Nervensystem jedoch leicht ablenkbar, der Unterricht langweilig, der Stoff untinteressant, und vermag der Lehrer den Stoff nicht zu vermitteln, fühlt es sich im lauten Klassenzimmer unwohl und hat Angst, dann wird es nicht lernen. Denn Angst verursacht Stress und Stress verhindert das Lernen. Ist ja logisch, denn wenn der Säbelzahntiger vor einem steht, wird ja das Hirn weniger mit Sauerstoff versorgt, weil mehr in die Muskeln für die instinktive Fluchtreaktion fliesst. Die macht in dem Kontext auch mehr Sinn. Zum Denken ist keine Zeit. Das wäre tödlich.

Der gleiche Ablauf der Fluchtreaktion im Klassenzimmer ohne Möglichkeit die Muskelanspanung durch die entsprechende Fluchtreaktion abzustellen, führt dazu, dass ein Lerneffekt nicht möglich ist. Denn der Anspannungszustand macht ihn unmöglich. So hat das Kind Angst sich zu melden, wirkt schüchtern und still. Wird es aufgerufen oder an die Tafel geholt, erleidet es Todesangst. Entsprechend fallen die Antworten auf Fragen des Lehrers aus. Der Eindruck des Lehrers kann dann sein, dass das Kind dumm ist. Dabei ist es nur im verhinderten Fluchtmodus. Das Kind kann sehr intelligent sein, aber nicht in der Lage dies zu zeigen.

So würde es am liebsten aus dem Klassenzimmer flüchten. Das wäre vermutlich auch für das Kind und sein Nervensystem am gesündesten. Doch verbietet das die gesellschaftliche Konvention. Sprich eine Flucht würde dem Kind noch mehr Schwierigkeiten und ihm noch mehr Unverständnis einbringen. Und das ist dann sozial? Oder sogar sozial kompetent?

Zappelkinder werden dann auch noch mit Ritalin ruhig gestellt. Des is fei a ned grod as gsündeste. Anstatt zu erkennen, wo das wahre Problem liegt und für die Kinder eine angenehme Lernumgebung zu schaffen, in der sie keine Angst haben müssen. Symptom- statt Ursachenbekämpfung ist bequemer. Weil einfacher. Das scheint für unsere Gesellschaft symptomatisch zu sein.

Am Beispiel des Kindes verhindert der physiologische Status (übererregtes Nervensystem) das es seine wahre Intelligenz überhaupt zeigen kann. Manchmal kann es das dann eher im schriftlichen Test. Dann passt mündliches und schriftliches Ergebnis leider nicht zusammen. Das kann für manchen Lehrer ganz schön verwirrend sein. Ob er das Kind dann umetikettiert (von dumm zu intelligent) bleibt dann noch die Frage. Denn so landet das Kind in einer Schublade, in die es nicht reingehört. Und sein wahres Potential kann es so erst gar nicht enfalten. Des is fei a ned grod as gsündeste....

Deswegen sind IQ-Tests auch immer mit Vorsicht zu geniessen. Denn sie hängen erstens vom physiologischen Zustand der Testperson ab (und wenn die grad chronische Schmerzen hat, unter einer Reizüberflutung leidet, Angst hat, müde oder hungrig ist, oder sich aus anderen Gründen unwohl fühlt) als auch von der Testumgebung (laute Umgebung, Ablenkmaterial, Tester und seines physiologischen Zustand ...) ab.

Ausserdem ist es mit Tests wie mit Schulaufgaben. Wenn ein Kind aufgrund seiner Kreativität eine andere Lösung der Aufgabe findet, als die die der Lehrer bzw. der Test als gültig erachtet, auch dann fällt es durch. Das hab ich selber mal in einer Englischschulaufgabe bei einer Textinterpretation erlebt. Nur wenn man der Interpretation der Lehrerin folgte, bekam man eine gute Note. Ich war anderer Ansicht und interpretierte den Text anders. Eine andere Perspektive. Die ich auch glaubhaft und auch mutig verargumentierte. Ich habe mein Hirn also zum Denken benutzt und bin zu meiner eigenen Meinung gelangt und hab sie auch vertreten. Es hat nichts genützt. Andersdenken wird in der Schule selten belohnt. Konformität hat dort Hochkonjunktur. Die Lehrerin liess nur ihre Interpretation des Textes gelten. Ich dachte deswegen heisst es Interpretation .... weil man unterschiedliche Sichtweisen dort hineininterpretieren kann.

Und was ist denn Intelligenz eigentlich? Das ist die Fähigkeit Probleme zu lösen, die man so in der Form noch nicht hatte. Also geht es um kreative und innovative Lösungen. Und die ermittelt man dann mit Standardtestbögen. Kreativ und innovativ ist das nicht.

Ach noch was, was ich nicht verstehe... Mein Arbeitskollege wirkt sehr gestresst. Er trommelt mit den Fingern und wenn er zur Tür rausgeht, kommt er gleich wieder hektisch herein, weil er was vergessen hat. Da hab ich ihm die Achtsamkeitskurse (Mindfulness webinare) im Intranet empfohlen.

Wenn er trommelt bin ich immer in Versuchung "Little drummer boy" zu summen...
Drauf ist er ganz erstaunt, dass ich mein, er sei unachtsam. Dann erzähl ich ihm vom Trommeln und seiner Vergesslichkeit.
Er behauptet, dass er achtsam ist. Er hat ja schon als Jugendlicher meditiert.
Dann sagt er zu mir:"Immer wenn Du denkst ich bin unachtsam, musst Du es mir sagen."
Das verwirrt mich. Denn Achtsamkeit ist ja, dass man das selber merkt. Ich glaub, das mit der Achtsamkeit hat er noch nicht so richtig verstanden.

Cool.. heut nacht hab ich was geträumt. Ich kann mittlerweile bis auf das eine Aufwachen um 03:00 Uhr einigermassen durchschlafen, wenn ich denn einschlafen kann. Meistens. Sodalein heut nacht hab ich von zwei netten Ärzten mit viel Humor, die interdisziplinär zusammenarbeiten und Spass bei der Arbeit und Ursachenforschung haben, geträumt. Zwei, die mit mir zusammen auf Ursachenforschung gehen. Und das war schön. Ich hab mich verstanden und aufgehoben gefühlt.

Als ich aufgewacht bin, erinnerte ich mich daran, dass Victor Frankl in seinen schlimmsten Stunden auch von seiner Frau geträumt hat. Es hat geholfen. D.h. wenn die Strukturen und das Gesundheitswesen noch nicht soweit sind, dass ich dort das bekommen kann, was ich meinem Bedürfnis nach brauche, weil das leider von den Versicherungsträgern so in dieser Form noch nicht vorgesehen ist - aber das sollte sich ja ändern lassen - dann reicht es für mich zum gesund werden vielleicht auch einfach, dass ich mir das so vorstelle und davon träume.

Tagträume haben mich auch schon durch andere schlimme Situationen gebracht. Die sind also recht brauchbar. Dass ich da drauf nicht schon früher selber gekommen bin :)
Und wie das geht, weiss ich ja. Das brauch ich nicht zu lernen. Ich kann das besser als jeder Psychologe , weil ich es mir intuitiv in der Praxis der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins schon als kleines Kind beigebracht hab. Eine Überlebensstrategie um Mobbing und das Gefühl des Andersseins und das damit verbundene Unverständnis meiner Umgebung zu ertragen.

Ihr werdet jetzt fragen: Wie soll das denn funktionieren? Die spinnt doch!
Nein. Tu ich nicht! Erstens beschreibt genau das ein Psychologe und Arzt in seinem Buch aus eigener persönlicher als auch aus wissenschaftlicher Erfahrung. Zweitens ist das nichts anderes als der Placebo-Effekt.

Was ist denn das schon wieder? Es ist das Gegenteil von Nocebo ;-) Nocebo schadet. Das sind dann z.B. Gedanken (z.B. Katastrophisieren), die glauben, dass nix mehr gut wird. Oder dass es immer schlimmer wird. Auch Self-fulfilling-Prophecy genannt. So nannte es zumindest ein sehr netter Schmerztherapeut, dem ich in Frankfurt begegnen durfte.

Placebo ist das Gegenteil. D.h. man glaubt z.B. bei einer OP oder einem Medikament dran, dass es wirkt und dass es funktioniert. Jedes neu zuzulassende Medikament muss sich in der Erprobungsphase gegen ein Placebo behaupten. Wirkt es nicht besser als das Placebo, dann bekommt es auch keine Zulassung, denn dann ist seine Wirksamkeit nicht nachgewiesen. Interessant, gell? Etz simmer scho in der Pharmaforschung gelandet.

So könnte es auch sein, dass OPs nicht unbedingt immer deshalb wirken, weil da chirurgisch etwas gerichtet wird, sondern einfach dadurch, weil der Patient glaubt, es hilft. Was, das glaubt Ihr nicht? Dann seid Ihr alte Nocebiker ;-)

In einer Studie bei Kniepatienten wurde der Placeboeffekt getestet und nachgwiesen. Alle Patienten sollten operiert werden. Man hat es ihnen erzählt. Nur die Hälfte davon hat man dem echten Eingriff unterzogen. Die anderen bekamen lediglich eine kleine Narbe , Einschnitt verpasst. Sie wurden nicht operiert. Hinterher wurde dann verglichen, wie der Heilungsverlauf war. Es gab keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen.

Wird sich am Ende irgendwann herausstellen, dass chirurgische Eingriffe gar nicht nötig sind und am Ende mehr schaden als nutzen? Weil jeder Eingriff auch Auswirkungen auf das autonome Nervensystem des Patienten hat. Denn wenn das im Vorfeld schon übererregt war (fortgeschrittenes Alter (Ihr erinnert Euch, das geht mit einem höheren Cortisolspiegel einher), chronische Erkrankungen, Stress, angeborene Übersensibilität ...), kann jeder Eingriff dieses komplett aus der Bahn werfen.

So können OPs also auch die Ursache von chronischen Schmerzuständen und chronischen Krankheiten werden! Und man sollte dem Patienten nie Schaden. Das ist der Leitspruch der Ärzte. So kann er allerdings zu gut gemeint, zum Leidspruch werden. Des is fei a ned grod as gsündeste...

Also, wenn ich das, was ich zur Heilung brauche, das ist alles, was ich brauche, um mich in meinem Leben wohlzufühlen, aktuell einfach noch nicht bekommen kann, weil das System noch nicht soweit ist, weil der gesetzlich vorgeschriebene Rahmen es derzeit einfach nicht hergibt (Ärzte, Angestellte der Versicherungen können und dürfen ja auch nur innerhalb dieses vorgeschriebenen Rahmens der Versicherungen, Krankenhäuser und Gesetze handeln), dann kann ich mir das Szenario aber doch jederzeit als Placebo erträumen. Und so vorab selbst erschaffen.
Probiert es aus. Schaden kann es ja nicht ;-) Seid aber trotzdem achtsam, also nicht im Strassenverkehr tagträumen, sondern da, wo Ihr Euch mit Eurer Aufmerksamkeit auch voll dem Traum hingeben könnt. Dann vereint Ihr Konzentration, Achtsamkeit und Placebo auch noch miteinander. Ist sicher ned verkehrt.

Was ich auch mit meinen Erklärungen zeigen möchte, ist dass der pyhsiologische Zustand (der Zustand des autonomen Nervensystems) sich ständig ändert. Auch innerhalb eines Tages. Er ist nicht fest, fix. D.h. jeder kann theoretisch irgendwann in seinem Leben ein CRPS oder eine andere chronische Krankheit eben deswegen entwickeln, wenn sein Nervensystemstatus , physiologischer Zustand zu sehr im Stressmodus ist. Dafür kann es aber unterschiedliche Gründe geben! Die sind nicht immer nur auf aktuelle Belastungen zurückzuführen, für die der Einzelne etwas kann.

Es kann auch angeboren sein. Denn ist die Mutter im Stress (auch ihres kann bereits angeboren sein), dann überträgt sich das auch auf das ungeborene Kind. Es kommt also mit einem übererregten Nervensystem zur Welt. Das wird noch durch Komplikationen vor, bei oder nach der Geburt verstärkt. Fruchtblase Freitags geplatzt, doch die werdende Mutter will die Ärzte und das Gesundheitswesen schonen und wartet sicherheitshalber erst bis Montag (Abstumpfungseffekt eines übererregten Nervensystems), bis sie in die Klinik fährt, Sie meint es nicht böse und die möglichen Spätfolgen sind ihr zu dem Zeitpunkt auch nicht bewußt. Frühgeburt, Babygelbsucht und co können auch noch dazukommen. D.h. der normale Stress der Geburt wird noch verstärkt und wirkt sich noch zusätzlich auf das bereits überempfindliche autonome Nervensystem des Neugeborenen aus.

D.h. diese Menschen können nix dafür. Sie haben den Stress ja nicht selber verursacht. Sie konnten sich ja nicht dagegen wehren. Oft ist es ein Wunder, dass diese Babies es überlebt haben. D.h. meiner Ansicht nach, kommen sie schon sehr resilient zur Welt. Sonst hätten sie es ja nicht geschafft. Sie haben anscheinend intuitiv Mittel und Wege gefunden, damit umzugehen und es zu kompensieren.

Schuldzuweisungen, Sündenbocksuche ist dann das falsche Mittel. Denn die gibt es schlicht und ergreifend in den obigen Fällen gar nicht. Da nützt es nix mit einem Psychologen drüber zu reden. Denn es läßt sich jetzt daran auch nichts mehr ändern. Nur durch angemessene Kompensationsstrategien (Copingstrategien) läßt sich mit diesem Zustand überhaupt dauerhaft leben. (Ich mein damit, dass sich an der Ursache nix mehr ändern läßt. Den physiologischen Zustand des autonomen Nervensystems kann man schon beeinflussen. Aber die Sündenbocksuche ist kontraproduktiv und verstärkt den physiologischen Zustand der Übersensibilität noch! Deshalb sollte man es einfach lassen. Ein Problem wurde noch nie dadurch gelöst den Schuldigen zu finden, sondern dadurch, das Problem gemeinsam anzupacken.) Leider werden solche Kompensationsstrategien gesellschaftlich als nicht akzeptabel eingstuft. Dabei sind sie für die Betroffenen überlebensnotwendig!

z.B. die Stimmingstrategien von Autisten. Sie dienen der Beruhigung des übererregten Nervensystems. Oder die Hibbeligkeit und der Bewegungsdrang von Autisten und AD(H)Slern. Auch sie verfügen über ein übererregtes Nervensystem. Dieses beruhigt Bewegung. Das ist sogar in der Schmerztherapie anerkannt und wird dort angewandt. Dass dies derselbe Mechanismus ist, den Autisten und AD(H)Sler anwenden, wird dabei übersehen. Sie zwingt man zum Stillsitzen. Dann bleibt das Nervensystem übererregt oder die Erregung steigert sich noch. Und es kommt zum Wutanfall (Entladung) oder das Kind greift auf die Copingstrategie des Tagträumens oder aus dem Fenster schauens zurück. Denn nur so kann sich die angestaute nicht durch Coping reduzierte Anspannung ihre Bahn brechen. Aber da wundert man sich dann drüber! Das wundert wiederum mich! Hallo?!? Seht Ihr denn nicht, dass das ein und derselbe Mechanismus ist? Es ist genau dasselbe Muster.

Denn auch Schmerzpatienten sind gereizt, reagieren auf Geräusche und Neonlicht und Gerüche übersensibel. Seht Ihr das denn nicht? Ihr seid doch die Experten! Das könnt Ihr doch nicht übersehen?

Oder liegt das daran, dass jeder nur den Bruchteil des Menschen sieht, für den er zuständig ist und ein Blick über den eigenen Tellerrand nicht möglich ist. Weil der Heilende (Arzt, Therapeut) ebefalls in den Vorurteilen und Zwängen des Systems und der Konformität feststecken? Konformität und Systeme beschränken damit nicht nur das Potential des Patienten sondern auch des Arztes und Therapeuten. Des is fei a ned grad as gsündeste. Zumal sich das ja auch wieder auf den physiologischen Zustand des Artzes und Therapeuten auswirkt. Denn wenn er mit Bürokratie drangsaliert wird, aus Zeitmangel gestresst ist, dann noch auf Schmerzpatienten im selben physiologischen Zustand trifft, ist eine dysfunktionale Kommunikation die Folge und die Regel. Diese Missverständnisse zwischen den Parteien führen nur zu noch mehr Leid und Missverständnis auf beiden Seiten. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Nur in der Schule wird dieses Verhalten als störend empfunden und deshalb rigide verboten oder mit Ritalin und anderen Medikamenten unterdrückt. D.h. dort wird es diesen Kindern aberzogen, weil man den Grund, die Ursache dieses Verhaltens nicht versteht. Die Kinder sind auch wegen ihrem physiologischen Anspannungsstatus nicht in der Lage dies zu kommunizieren. Sie KÖNNEN ES NICHT ERKLÄREN! Weil sie es selber nicht verstehen!

Landen sie dann als Erwachsene in der Schmerztherapie sollen sie es wieder lernen. Ihr natürliches Copingverhalten. Wie sollen sie das verstehen können? Es ist doch ein und dasselbe Verhalten zum selben Zweck.

D.h. diese Copingmechanismen: Schaukeln, Bewegung, Spezialinteressen, Rituale ... könnte man bei der Behandlung von alten und kranken Menschen anwenden! z.B. Schaukelstühle in Altersheimen (das wurde auch schon in einer Studie nachgewiesen, dass in diesem Altersheim die Bewohner ausgeglichener waren, weil sie mit schaukeln im Schaukelstuhl ihr Nervensystem (hoher Cortisolspiegel) beruhigen konnten), auch in Schulen denkt man inzwischen um. So gab es zu meiner Zeit auf dem Schulhof nur Betonblöcke zum Sitzen und einen grossen geteerten Platz. Inzwischen baut man wieder Klettergerüste, Schaukeln und stellt Tischtennisplatten und Basketballkörbe auf. Denn dann könne die Kinder in der Pause ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachgehen, die innere Spannung abbauen und dann wieder besser in der Klasse stillsitzen und lernen.

Für übersensible Kinder wird der Schulhof aber weiterhin die Hölle sein. Denn es ist zu laut, die Frequenzen der schreienden Kindern verursachen ihnen Schmerzen in den Ohren und es herrscht ein zu grosses Gewusel, die Bewegungen erscheinen für sie unberechenbar. Sie geraten dort erst recht in Panik. Sie brauchen in der Pause einen stillen Ort an dem sie sich bewegen oder in ihr Spezialinteresse vertiefen können. z.B. eine Bibliothek.

Diese unterschiedlichen Bedürfnisse lassen sich nicht mit einer Einheitslösung für alle lösen! Denn wir sind Individuen. Egal wie sehr die Gesellschaft uns konform machen möchte, wir sind es unserer Natur nach einfach nicht! Denn unser Nervensystem (das nicht autonome) wird lebenslang ausgebildet und verändert sich durch all unsere Erfahrungen, unsere Umgebung, unsere Bezugspersonen und unsere Mitmenschen. D.h. jeder Mensch hat andere neuronale Verschaltungen. Im Gegensatz zu Tieren, bei denen von Geburt an schon viele Verschaltungen fix sind. Nur so können sie ab Geburt schon laufen. Der Mensch muss dies wie alles andere erst im Laufe seines Lebens lernen. Deshalb lernen wir auch lebenslang. Und das ist was schönes. Das bedeutet auch, dass wir Fehlverschaltungen auch lebenslang überschreiben und richten können.

Macht Euch mal den Spass und setzt Euch an einem schönen sonnigen Tag in die Fussgängerzone und beobachtet die Passanten. Die vorbeiziehenden... Was seht, beobachtet Ihr? Was seht Ihr? Was hört Ihr? Was riecht Ihr? Wie ist ihre Haltung? Ist das Gesicht angespannt? Läuft die Person gebückt oder gebeugt (viele Rollatorierer laufen so, das kann nicht gesund sein!)? Schreit sie herum? Telefoniert sie beim Laufen? Wie ist ihre Stimme? Melodisch oder kratzig und krächzend? Wie läuft sie? Sieht der Laufstil entspannt aus oder verkrampft? Wie hält Frau ihre Handtasche? Verkrampft oder lässig? O-Beinig, X-Beinig deutet auf Fehlbelastung und falsche Körperspannung hin. Ihr seht, es gibt viel zu entdecken. Wirkt der Passant verkrampft, dann ist es auch sein physiologischer Zustand. Wirkt er zerstreut, vergesslich, rennt augescheucht und hektisch hin und her, dann ist auch sein Nervensystem übererregt.

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass in den meisten Arztpraxen sich die Menschen unwohl fühlen? Das angespannte Schweigen im Wartezimmer... Treffen sich dort zwei Bekannte und unterhalten sich, dann lockert sich die Stimmung gleich spürbar auf, wenn sie scherzen und witzeln. Ich hab dort auch schon Tränen gelacht, wenn sich zwei fränkische Orginiale dort unterhalten. Diese Spezies ist dort aber aufgrund ihrer hohen Leidensfähigkeit eher selten anzutreffen. Sie hat auch viel Galgenhumor. Was wiederum auf den physiologischen Zustand ihres Nervensystems schliessen läßt. Bitte beachtet auch das nervöse Herumrutschen auf den Wartestühlen und das Rascheln der Zeitschriften... so still ist es.

Nur wenn wir lernen unsere Gefühle und die dahinter liegenden Bedürfnisse zu erkennen, können wir diese klar und deutlich kommunizieren und auch die Bedürfnisse des anderen respektieren. Nur so kann funktionale Kommunikation stattfinden. Nur so fühlt man sich wertgeschätzt und wohl. Und nur in diesem physiologischen Zustand ist echte Heilung und heilende Berührung möglich. Die muss nicht immer von einem Arzt oder Therapeuten ausgehen. Sondern kann auch von einem Familienangehörigen, einem Tier, einem Freund oder Bekannten oder der Bäckereifachverkäuferin, bei der man sich tierisch wohlfühlt ;-) ausgehen. Wenn der physiologische Zustand stimmt, dann sind wir im Gleichgewicht und können dann auch die Gesundheit unserer Umgebung fördern. Sprich wir färben ab.

Montag: Frei nach den Worten von Karl Valentin: "Ich freu mich wenn's regnet, denn wenn ich mich nicht freu, dann regnet es auch."

Gestern im Buch von Feldenkrais weitergeschmöckert. Und da bin ich auf was interessantes getroffen. Bzw. erst heut früh hatte mein Hirn es erkannt und mich mit einem Heureka-Erlebnis geweckt.

Feldenkrais meint, dass man lernen kann, das autonome Nervensystem zu steuern. Und zwar, indem man es mit Bewegung koppelt. Oder mit Worten. Denn beim autogenen Training nennt man das Wort warm und dann werden auch die Hände warm. Ebenso soll es mit kalt umgekehrt funktionieren.

Das hat bei mir leider bisher noch nicht funktioniert. Aber bei mir ist das autonome Nervensystem ja ganz schön aus dem Gleichgewicht. Das mit dem Koppeln der Reaktion des autonomen Nervensystems an eine Bewegung und ein Wort will ich ausprobieren. Das funktioniert ja dann wie bei den Pavlovschen Hunden. Das sind die, denen man was zum Fressen hinhält und gleichzeitig mit einem Glöckchen bimmelt. Übt man das oft genug, dann erfolgt der Speichelfluss des Hundes auch wenn das Glöckchen bimmelt ohne dass es was zu fressen gibt. Nennt sich opperante Konditionierung.

Als ich heute früh mal wieder ne Schwitzattacke habe, übe ich dazu eine Bewegung mit beiden Händen ein. Später im Bus mache ich eben diese Bewegung. Und wie wir Erlangen erreichen, klappt es! Mir wird warm von innen. Es fühlt sich so an, als würd ich beim Rumatmen (ja, das gehört dazu) ein Feuerchen in mir mit meinem Atem anpusten. Höre ich mit dem Pusten auf, erlischt das innere Feuer. Bis zu den Knien hab ich mich vom Bauch her (da sitzt die Wärmequelle) warm bekommen. Bis zu den Händen und Füssen hat es noch nicht funktioniert.

Heimwärts im 30iger hat es mich auch gefroren, da war ich bei der Übung leider nicht erfolgreich. Wahrscheinlich muss ich die Konditionierung noch mehrmals wiederholen. Es wär cool, wenn ich dann immer wenn's mich friert, meine innere Heizung anschalten könnte. Es ist schon erstaunlich, dass Menschen im digitalen Zeitalter zwar ihr Smarthome per Smartphone vorheizen können, aber ihre körpereigene Heizung nicht anstellen können.

Neulich hat mir ein Kollege von seiner Sitzheizung vorgeschwärmt. Dieses Gefühl hatte ich heute früh auch allerdings selbst erzeugt autonom im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei empfand ich die autonome Wärme angenehmer als so eine Sitzheizung im Auto. Da hab ich immer das Gefühl als hätt ich mir in die Hose gepinkelt.

Und dann war ich noch für meine Mama Rezepte beim Hausarzt abholen. Singing in the rain. Rainwalking. Rainkrücking.

In der Apotheke zück ich schon meinen Geldbeutel für die Zuzahlung der beiden Medikamente. Da sagt die nette Apothekerin:" Ihren Geldbeutel können Sie wieder einstecken. Das kost heut nix."
Ich erstaunt:"Was? Des gibt's auch?"

Sie fragt mich, ob es das war und da fällt mir ein, dass ich sie mal wegen CRPS und Cortisolspiegel und aus dem Gleichgewicht geratenem Nervensystem was fragen könnte. Ob sie da einen Trick hat.
Sie empfiehlt mir zwei Schüsslersalze. Ich frag, ob die salzig schmecken. Nein, die schmecken nach nix.
Ich probier es mal. Und sag: "Wenn das hilft, dann erzähl ich das in der Selbsthilfegruppe und dann schick ich sie alle zu Ihnen."
Sie lacht:"Wenn's so einfach wär..."
Vielleicht isses das ja und wir machen es nur alles immer so kompliziert. Nachdem was ich allerweil im Büro erlebe, kann ich mir das schon vorstellen....

Unser Büro (liebevoll Sterbezimmer genannt) hat a schlechts Karma. Etz hadsi unser neuer Chef die Kniescheibe gebrochen.

Auf dem Rückweg von der Apotheke seh ich (ich seh ja immer Dinge, die anderen Leuten gar nicht auffallen, sprich: ich find sogar was, wenn ich gar nix such...) einen verlorenen Schülerbusausweis. Erst denk ich, lass ihn liegen, vielleicht sucht er ihn dann ja später da. Und das ist ja auch Aufwand, wenn ich den Verlierer kontaktieren muss und der zu uns kommt und den abholt. Das ist mir zu anstrengend. Telefonnummer steht a kanner drauf, bloss die Adress und der Name.

Dann seh ich ein paar Meter weiter an der Bushaltestelle zwei Busse stehen. Und dann könnt der arme Kerl ja auch so einer sein wie ich, dem man seine Sachen versteckt hat und er ist dann genauso panisch wie ich weil er weg ist. Also dreh ich um, nehm den Ausweis und lauf damit zum Bus. Einer steht da noch. Der Busfahrer (Dienstfahrt) macht Pause. Er sieht mich schon kommen und schiebt das Fenster auf.

Ich:"Hallo! Ich hab an Busausweis gfunden. Kann ich ihn bei Dir abgeben?"
Er:"Freili! Ich geb ner a bloss ab."
So etz hoffi hat der arme Kerl bald seinen Busausweis wieder. Denn des is scho a gschiss, bis mer dann wieder so a Ding grichd. Und mit der Wertmarken allaans darf er ja ned fahrn. Ich an seiner Stell hätt mi gscheid gfreid.

Apropos Busfahrer.... Wie ich heut vom 30iger zum 203er lauf, steht auf dem Bus nix drauf. Aber die Tür is offen und es sitzen scho Leut drin, die sonst a immer mitfahrn. Ich steig ei, zeig mein Ausweis und sag:"Steht nix drauf."
Busfahrer:"Ich bin müd. Aber der fährt scho bis Höchstadt zur Schwedenschanz."
Und des hadder dann a gmacht.

Servusla mitnand!

Dienstag: Ich frag heut mei Haltestellenbekanntschaft:"Sach amol, Du rauchst doch auch...?"
Sie:"Ja."
Ich:"Warum machst Du des denn? Weil's so gut schmeckt?"
Sie:"Des auch. Aber ich bild mir ein, dass es mich beruhigt."
Ich:"Und willstes ned amol mit am gsündern Beruhigungsmittel probiern?"
Sie:"Des is fei goar ned so einfach."
Naja ich kann's ja versteh. Ich ess dann an Schoklad. Des macht sie wieder ned.

Ich:"Sach amol, is des bei Euch a so, dass Ihr mehra Zeit mit Bürokratie und Selbstverwaltung verbringt, als mit dem eigentlichen Firmenzweck?"
Sie gibt mir recht.
Ich:"Maansd des ändert sich amol? Oder muss es erschd amol an Schlach do?"
Sie maand, ohne Schlag geht's ned.

Dann erzähl ich ihr noch vo die Schüsslersalze ums Trafohäusle runterzubringa.
Ich:"Die schmecken goar ned salzig had die Apothekerin gsachd. Warum heissen's dann Salze? Gell, ich frach scho immer su a Zeuch..."
Da gibt sie mir recht und lacht.

Mei is des putzig! In der Kinderspielecke im Zug , ein mit einer Landschaft mit Zug bedruckter Tisch mit 4 Sitzplätzen, hocken lauter Erwachsene und spieln mit ihrm Handy.

Es heisst doch immer Männer sind vom Mars und Frauen von der Venus, weil sie gern aneinander vorbeireden. Die Frau sagt z.B. "Es zieht." . Bittet also indirekt drum, dass der Mann des Fenster zumacht. Der versteht des bloss genausowenig wie ich. Ich frag mich, ob des vielleicht a an unterschiedlichen physiologischen Zustand der Nervensysteme von Mann und Frau liegen kann. Des war etz nämlich a widder a dysfunktionale Kommunikation. Weil mer sei Bitte ned klar äußert. Wenn des Gegenüber die nämlich gar ned versteht (die indirekte Aufforderung) dann kann er ihr a goar ned nachkumma.

Apropos klar äßern... ich glaub das muss ich bei meinem Schmerztherapeuten auch nochmal versuchen. Da ich des schriftlich einfach besser hinbekomm als mündlich, werd ich das wohl nochmal schriftlich probiern. Da sollt es mir leichter falln meine Gefühle und mein Bedürfnis klar und deutlich auszudrücken und meine Bitte im Asnschluss deutlich zu formulieren. Da wart ich aber erst auf das Ergebnis vom Cortisolspiegeltest. Immerhin dazu hat er mich ja ermuntert. Gute Kommunikation is fei ganz schee schwer!

Mittwoch: Cool! Ich hab einen Zugang zu der Technik, die Feldenkrais anspricht gefunden!
Also erstens bin ich soweit und mir meiner körperlichen Anspannungen (die durch das CRPS verursacht werden) jetzt auch bewußt und zweitens lerne ich langsam, sie zu beeinflussen. Außerdem stelle ich fest, dass wenn die innere Muskelanspannung weicht, ich auch nach aussen hin weicher und flexibler im Denken werde und auch in meiner Haltung (im doppelten Sinne des Wortes) anders auf andere wirke. Sprich: ich strahle mehr Selbstbewußtsein aus, weil ich nicht mehr so gramgebeugt und schmerzgekrümmt herumlaufe.

Ich dachte immer Selbstbewußtsein kommt von Angeben, sich wichtig nehmen.
Jetzt stelle ich fest, dass es damit rein gar nix zu tun hat! Es kommt daher, sich selbst , seines eigenen Körpers, der Muskelanspannungen, der eigenen Gefühle, seiner Stärken und Fähigkeiten immer besser bewußt zu werden. Zu wissen wer man ist und was man kann. Und dass ist eine ganze Menge! Und damit verändert sich nicht nur die innere sondern auch die äußere Haltung. Man wird entspannter und kann auch weniger rigide, starr (nur in Mustern) handeln.

Und man sieht es auch daran, dass man aufrechter durchs Leben geht. Und diese Haltung wirkt auch auf das Umfeld. Erstaunlich! D.h. auch ich kann in meinem forgeschrittenen Alter noch Selbstbewußtsein entwickeln. Das ist ja total cool! Das hätt ich nie gedacht!

Und das schöne und unglaubliche ist: damit sinkt auch die Schmerzwahrnehmung und die Schmerzempfinung! Und ein heilsameres Umfeld entsteht obendrein auch noch, weil man auf das Umfeld auch positiv (entspannend, empathisch) abfärbt! D.h. es entsteht auch noch das Urvertrauen in die Mitmenschen. An dem hapert es bei mir nämlich auch noch. Wow!

Die Menschen grüßen mich auf der Strasse. Ich kann öfter Blickkontakt halten und fühle mich wieder etwas wohler in meinem Körper. Das alles kann man sehen und fühlen. Auch an der Stimme hört man es, die dann melodiöser wird und sogar die Gestik und Mimik kommt bei mir in Situationen, in denen ich mich pudelwohl fühle dazu. Ganz automatisch. Es ist also nicht so, dass ich es nicht kann! Man muss sich dazu im richtigen Modus befinden. Im Wohlfühlmodus. Und das ist dann die Parasymphatikusdominanz! So einfach ist das zu erklären. Dahinzukommen ist es leider nicht ;-)

Aber es lohnt sich. Und wenn man erste Erfolge sieht, kann man es erstens verstehen, was damit gemeint ist und zweitens versteht man auch wie es geht. Ohne diesen Zugang zum praktischen Verständnis bleiben gut gemeinte Ratschläge wirkungslos, weil der Zugang einfach fehlt. Wobei ich mich bei manchen Behandlern frage, ob sie ihn selber schon gefunden haben und das, was sie einem raten auch wirklich und praktisch verstehen.

Daran scheitert es derzeit meiner Ansicht nach in der Schmerztherapie. Man bekommt zwar die Theorie des Schmerzes, Bewegungstherapie und Entspannung verordet, aber wenn das Verständnis fehlt, warum und wozu das gut sein soll, dann nutzt die Therapie nicht viel. Denn dann macht man das zwar auf Reha, aber daheim verfällt man in alte Muster. Das haben mir einige Bekannte und Ex-Rehaler auch genauso erzählt. D.h. man muss es erleben, erfühlen wozu es gut ist. Sprich die eigene persönliche Lernerfahrung in der Praxis dazu bekommen. Sonst bekommt man den Zugang nicht!

Lernen kann man aber nach Erkenntnissen aus der Hirnforsuchung (und auch wenn man mal logisch nachdenkt) nur, wenn man sich wohlfühlt. D.h. wenn man sich in der Parasympathikusdominanz befindet. Denn wenn Ihr auf der Flucht vor dem Säbelzahntiger seid, dann interessiert Euch doch auch nicht, dass Schmerzen im Gehirn entstehen. Oder? Da habt Ihr grad ganz andere Probleme... Auch die Maus, in Totstellung im Maul der Katze, wird dem Lehrstoff über die Schmerzentstehung im Moment wenig aufgeschlossen gegenüber sein. Logisch.

z.B. bekamen wir im Rudel von 8 Leuten eine Gruppentherapie Muskelentspannung nach Jakobsen verordnet. Die Mehrheit der Gruppe tat dies widerwillig. Die Spannung und die Ablehnung war in der Gruppe deutlich zu spüren. Die junge Psychologin, die den Kurs leiten musste, tat mir von Anfang an leid. Und entsprechend war auch das Ergebnis. Erstens konnte sie nicht auf die Probleme des einzelnen eingehen und sagte also, dass man z.B. nun das Körperteil A anspannen sollte. Wenn das das verletzte Körperteil ist, das Schmerzen macht, dann ist das aber kontraproduktiv. D.h. bei mir verstärkten sich durch diese Übung die Schmerzen, weil ich brav wie angeleitet den rechten Arm anspannte. Wenn es den anderen genauso ging, dann war dies ein weiterer Grund, warum die Gruppentherapie scheiterte. Denn so wurde auch der klägliche motivierte Rest, demotiviert. Und so kann eine Therapie, die gut gemeint ist, genau das Gegenteil bewirken.

So blieb mir diese Sitzung auch nur deswegen positiv in Erinnerung, weil ich im Anschluss am Eisautomaten im Krankenhaus ein schönes Erlebnis hatte. Wie immer drückte ich auf die Nuki-Eisauswahl. Nur um zu prüfen, ob das Eis (das war bisher immer aus gewesen) mal da sei. Ich hatte kein Geld eingeworfen. Auf einmal ratterte der Automat los und ich bekam plötzlich und unerwartet ein Eis geschenkt. Ich konnte mein Glück kaum fassen! Das war eins der schönsten Erlebnisse, die ich mit den Psychologenterminen verbinde. Es war das beste Eis, das ich jemals geschleckt habe. Freilich hab ich mich umgesehen, ob jemandem das nicht abgeholte Rückgeld gehörte. Aber es war weit und breit niemand zu sehen, der sich für den Automaten interessiert hätte. Und es wär doch schade gewesen, wenn es geschmolzen wäre. So hab ich es als göttliche Fügung betrachtet. Es war mein Highlight der Schmerztherapie.

Wie kann man das verbessern? Zunächst mal, sollten die Teilnehmer freiwillig zur Teilnahme motiviert werden! Dazu müssen sie selbst verstehen, warum ihnen das helfen kann. D.h. sie müssen in der Lage sein, es in ihren eigenen Worten zu erklären und dann mit Begeisterung, Neugier und Lernbereitschaft in die Therapie gehen. Ohne Druck! Ohne Stress! Und die Therapeuten müssen unbedingt den physiologischen angespannten Zustand des Patienten in der Therapie miteinbeziehen und berücksichtigen! Und dafür müssen sie erstmal lernen ihren eigenen physiologischen Zustand zu erkennen und zu beeinflussen. Es muss ein angenehmes Umfeld sowwohl für die Therapeuten als auch die Patienten entstehen. Denn nur, wenn alle Gesprächsteilnehmer (Ärzte , Therapeuten und Patienten) ihre Gefühle und Bedürfnisse äußern können, können sie auch berücksichtigt werden und individuelle Lösungen gefunden werden. Es entsteht Vertrauen, neue Handlungsoptionen und Handlungsspielräume. Alle sind zufriedener und fühlen sich wergeschätzt und verstanden. Es muss auf Augenhöhe passieren!

In der Klinik, in der meine Mama war, wurden die Mitarbeiter angehalten, respektvoll mit den Patienten umzugehen. Die Mitpatientin im Zimmer meiner Mama hat sich über eine Schwester geärgert und beschwert. Am nächsten Tag war sie sehr freundlich. Ich hoffe, dass dies nicht das Ergebnis von Druck und Zwang war. Dann kann nämlich kein Vertrauen entstehen. Und das spüren dann auch die Patienten.

Die Übungsanweisungen sollten auf jeden einzelnen eingehen. Ob dazu eine Gruppentherapie Sinn macht, ist fraglich. Aber wenn auf jeden einzeln nacheinander eingegangen wird, und dann ein jeder allein weiterüben kann (wie in der Physiotherapie im Geräteraum ja auch), dann kann es sicher funktionieren. Ala Aerobic-Kurs bestimmt nicht.

Warum ist es so schwer? Warum funktioniert es nicht wie im Aerobic-Kurs?
Die Patienten befinden sich im Zustand des chronischen Schmerzes, der chronischen Krankheit. Also im physiologischen Zustand der Sympathikusdomianz (Kampf-, Fluchtmodus) oder dem Erstarrungsmodus (unkontrollierte Parasympathikusdominanz). D.h. sie nehmen entweder Sprache wortwörtlich und sind dann sehr sauer auf den Therapeuten, wenn sich durch dessen angeleitete Übungen der Schmerz verstärkt (das konnte man an meinem Gesicht deutlich ablesen!), nehmen die Angelegenheit nicht ernst, weil ihnen der Zugang fehlt, oder sehen im schlimmsten Fall den Therapeuten und die Klinik (also die Menschen, die ihnen helfen wollen) als Feind an!

So hörte ich in der Rehaklinik wo ich war erstaunlicherweise oft den Satz: "Da musste aufpassen, was du sagst. Die Wände haben Ohren!" Von einem physiologischen Standpunkt aus, ergibt das ein lustiges Bild eine Wand mit Ohren. Aufgrund meines eigenen physiologischen Zustands nahm ich den Satz auch wortwörtlich und habe ihn gar nicht verstanden. Ich war sichtlich irrtiert.

Dabei befand ich mich im selben physiologischen Zustand! War mir dessen aber gar nicht bewußt. Dass ich alle gut gemeinten Ratschläge von Therapeuten mit Verwirrung oder gar als Angriff interpretierte. Denn das findet auf einer unbewussten neurologischen Ebene statt. Zur Erinnerung im Kampf-, Flucht-, und Erstarrungsmodus funktioniert das Denken nicht besonders gut. Weil ja das Blut entweder im Kampfmodus in die Muskeln und Gliedmassen fliesst (aber nicht ins Hirn, den Denken ist der Flucht eher hinderlich) oder in die Körpermitte (im Erstarrungsmodus). Das ist bei mir der Fall. Deshalb hat man dann auch kalte Hände und Füsse. Damit wär das auch mal geklärt. Lustigerweise haben meine Ergo und meine Physio auch immer kalte Hände .. ;-)

Im Kampf- Flucht- und Erstarrungsmodus ist man nicht in der Lage entspannt zu kommunizieren. Denn man ist nicht entspannt! Man ist angespannt! Der Körper ist im Modus der Gefahrenabwehr! Und so verhält sich der Patient dann auch. Stur und uneinsichtig. Dass das für die Ärzte und Therapeuten dann wiederum frustrierend ist, ist verständlich und die Ursache für viele Missverständnisse. Sprich der Patient wird zum wandelnden Missverständnis. Und so auch viele Krankheiten, die man nicht versteht. Wie CRPS. Spricht man dann schon allein den Namen dieser Krankheit aus, löst das wiederum bei so manchen Ärzten schon den physiologischen Flucht- oder Angriffsreflex aus. Des is fei a ned grod as gsündeste. Physiologisch logisch ist diese Reaktion aber schon. Anstatt dass Arzt, Therapeut und Patient dann kollaborieren (zusammenarbeiten), arbeiten sie in diesem Modus gegeneinander. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ein praktisches Beispiel.
Noch vor einem Jahr, meinte eine Schmerzärztin, die ich sehr schätze, weil sie sich wahnsinnig viel Mühe mit mir gegeben hat, dass ich an meiner Körperwahrnehmung arbeiten müsse.

Das hab ich damals aber nicht verstanden, was sie damit gemeint hat. Auch ihre Bemühungen und ihren Einsatz wußte ich damals nicht zu schätzen. Sie vereinbarte für mich einen Termin bei einem Spezialisten für Dystonien. Leider war das nichts anderes als eine Ambulanz für Botulinumtoxin. Das konnte sie jedoch nicht wissen. Ich war wieder enttäuscht, denn auch dort konnte man mir nicht helfen.

Ich war also enttäuscht, frustriert und wütend auf sie, weil ich mich nicht ernst genommen und missverstanden fühlte. Denn ich wünschte mir ja nicht mehr, als eine Begleitung auf dem Weg zur Heilung oder zumindest auf dem Weg zur Linderung. Ich bin dabei aber keinen Schritt weitergekommen. Im Gegenteil: es fühlte sich für mich nach Rückschritt an. Das war das letzte Aufgebot und jetzt gibt's nix mehr. Der letzte Strohhalm, an den ich mich klammerte, brach ab.

Dabei hab ich das alles komplett missverstanden. Also wieder eine Aneinanderreihung von Kommunikationsproblemen. Sogar ein serielles... Dann führte eins zum andern und die dysfunktionale Kommunikation schaukelte sich hoch. Eine Aneinanderreihung von Kommunikationsproblemen führte zu einer Kettenreaktion von Missverständnissen. Des is fei a ned grod as gsündeste. Denn damit waren wir beide in der physiologischen Sympathikusdominanz. Heilsame Kommunikation kann in diesem Modus nicht entstehen. Und das zarte Pflänzchen des Vertrauensverhältnisses, das am Vortag aufgrund erster Missverstädnisse vor sich hinwelkte, war damit endgültig verdorrt. Wo kein Vertrauen gedeiht, da gedeiht auch keine heilsame Kommunikation. Dumm gelaufen. Das ist frustrierend für beide Seiten. Es tut weh und schmerzt. Und so wirken sich solche Missverständnisse auch negativ auf die Krankheit aus. Das ist einfach so.

An dieser Stelle möche ich mich bei der betroffenen Ärztin recht herzlich entschuldigen. Es tut mir leid. Und auch ich habe sehr darunter gelitten, dass die Kommunikation so schief gelaufen ist. Ich habe es nicht böse gemeint, wenn ich sie mit Informationen zu CRPS zugeschissen habe. Erst jetzt ist mir klargeworden, dass ich es bei Ihnen einfach übertrieben habe. Warum? Weil ich sooo verzweifelt war! Und weil Sie so verständnisvoll und mitfühlend waren. Ich hatte zu Ihnen Vertrauen gefasst. Und dann hab ich es auf diese Weise kaputt gemacht. Ich dachte, mit Ihnen hätte ich die richtige gefunden, die mich auf meinen Weg begleiten will, weil Sie mich verstehen. Und deshalb wollte ich Ihnen die Aufgabe so leicht wie möglich machen und habe alles an Informationen, was ich gefunden habe, zugeschickt. Aber nicht allein, um mir zu helfen, sondern damit Sie auf Ihre wunderbare menschliche mitfühlende Art auch anderen Betroffenen helfen können. Nur kommunizieren hab ich das wohl nie so können... das ist total frustrierend. Dabei wollt ich doch nix Böses und hab genau das Gegenteil erreicht. Seufz.

Wahrscheinlich wäre es anders gelaufen, wenn ich in der physiologischen Lage gewesen wäre, meine Gefühle und mein Bedürfnis dahinter in einer Bitte um Begleitung (beim Krankheitsverlauf) klar geäußert hätte. Doch war ich damals aufgrund meines physiologischen Zustands (Erstarrungsmodus und der chronischen Schmerzen, die in dem Modus noch verstärkt werden und alles andere überdecken) weder in der Lage meine Gefühle geschweige denn das Bedürfnis dahinter (und mit der Bitte hätt ich auch Schwierigkeiten gehabt!) überhaupt selbst zu erkennen. Geschweige denn zu kommunizieren.

Immerhin kann ich es jetzt erklären. Vielleicht hilft es wenigstens anderen. Deshalb schreib ich das hier. Und das mit den Gefühlen, Bedürfnis und Bitten kann ich ja heute z.B. bei meinem jetztigen Schmerztherapeuten immer noch nicht, weil mir dort der physiologische Zustand wieder dazwischenfunkt! Wäh! Das nervt! Das ist blöd! Auch wenn ich es jetzt verstehe. Ich hoffe, Ihr versteht das jetzt auch.

Ich hab noch weitere Beispiele für Euch für diese Missverständnisse aufgrund des physiologischen Zustands und dass es nicht nur mir so geht.

So kenne ich eine Autistin, die im Krankenhaus auch wegen einer Schmerztherapie war. Sie dachte, man könne ihr besser helfen, wenn sie die Ärzte über ihren Autismus (das wird als Behinderung eingestuft , also wieder mal ein Etikett) informiert. Das Ergebnis war niederschmetternd. Sie war frustriert und enttäuscht. Denn anstatt die Komorbität (das vorliegen meherer Krankheiten) in der Schmerztherapie mit einzubeziehen, erlebte sie, dass die Kommunikation von Vorurteilen bestimmt war.

Neurologe bei der Untersuchung: "Das machen Sie aber schön."
Sie versicherte mir glaubhaft, dass weder Sie noch der Neurologe etwas gemacht haben. Die Untersuchung führte eine Assistentin durch. Der Arzt stand nur daneben.

Die Krankenschwester ermahnte sie mindestens 10 x, dass sie wenn sie das neue Medikament bekomme, das , das sie selbst mitgebracht hat, nicht mehr nehmen darf. Sie hat kein Problem mit den Ohren! Nur mit der Kommunikation. Das hatte die Krankenschwester wohl auch.

So fühlte sie sich als unmündig und wie ein kleines Kind behandelt. Ihr Bedürfnis nach Respekt und Wertschätzung war verletzt worden. Obwohl sie hochintelligent ist. Sie ist nur nicht fähig dies auch in der Kommunikation immer auszudrücken. D.h. auch ihr wurde ihr physiologischer Erstarrungsmodus zum Verhängnis. Auf dieser Basis war kein Vertrauensaufbau und somit keine Heilung oder Verbesserung des physiologischen Zustands möglich. Sie ist frustriert und enttäuscht und will in ihrem ganzen Leben nix mehr mit Ärzten und Krankenhäusern zu tun haben. Des is fei a ned grod as gsündeste... Auch wenn ich es verstehen kann.

Als meine Mama mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus kam, sie ist 76 und geistig topfit, passierte ihr ähnliches. Auch sie wurde mehrfach ermahnt, auf der Transporttrage, Hände und Füsse nicht nach aussen auszustrecken. Auch mit ihr redete man wie mit einem kleinen Kind oder behandelte sie so, als sei sie schwerhörig. Sie ist weder das eine noch das andere. Und auch als kleines Kind hätte ich mir mehr Respekt gewünscht. Wieso ist es nicht möglich jedem Menschen den gleichen Respekt entgegenzubringen? D.h. dieses Problem betrifft auch ältere Menschen. Auch hier sind Missverständnisse die Folge.

Nun könnte man neinen, es betrifft nur Minderheiten.. Nein! Das tut es nicht!
Wieder kann ich ein Beispiel dafür anfügen. Mein Chef mit der gebrochenen Kniescheibe. Es ist das erste mal, dass er es mit dem Gesundheitssystem zu tun bekommt. Und schon jetzt ist er frustriert und enttäuscht, weil er wochenlang auf die Knie-OP warten muss. Dabei wünscht er sich nichts mehr, als möglichst bald wieder gesund zu sein und wieder arbeiten gehen zu können. Ich hab ihm zum Trost, dass Krankenhausfluchttier (den Comic) geschickt.
Hier seine Antwort zum Comic:

"Einige der Szenen hab ich auch schon erlebt. Im Moment kann ich einfach nicht verstehen wie man in Deutschland mit einer zertrümmerten Kniescheibe wochenlang warten muss dass man Hilfe in Form einer OP bekommt. Ich bin auf der Welt schon viel rumgekommen aber sowas... "

Ich wünsche ihm an dieser Stelle gute Besserung!

D.h. auch hieran erkennt Ihr deutlich dass er nicht im physiologischen Zustand der Parasymphatikusdominanz ist. Und dass es bereits zu dysfunktionaler Arzt-Patienten-Kommunikation gekommen ist.
Es kann also jedem passieren, nicht nur den Minderheiten und Randgruppen.

Cool. Sammy, der Comic vom Krankenhausfluchttier war zuerst meine heilsame Verarbeitung des Krankenhausdramas und Krankenhaustraumas (denn ich war wahrlich traumatisiert von den Erlebnissen dort, ähnlich wie meine autistische Bekannte), dann hab ich festgestellt, es ist ein CRPS-Comic und nun ist es ein Comic über dysfunktionale Arzt-Patienten-Kommunikation. Er hat also einen gewissen Mehr- und Nährwert erfahren ;-) Schon irgendwie lustig und schräg.

Noch ein Beispiel von einem lieben Ex-Kollegen, der eine Herzoperation hinter sich gebracht hatte. Da war er dann auf Reha genau dort, wo er auch operiert worden war in einem anderen Gebäude untergebracht. Er berichtete mir, dass er den Sinn der Reha nicht verstanden hatte. Dort musste er (man beachte: das Wort musste) bunte Tücher in die Luft werfen und wieder auffangen. Sein sarkastischer Kommentar (ja diesmal war mein physiologischer Status soweit in Parasympathikusdominanz, dass ich die Ironie auch wahrgenommen habe ;-): "Das hat meinem Herz sehr gut getan."
Er hat die Reha auch deswegen abgebrochen, weil ihm schlicht und einfach das Verständnis fehlte. Hier war die Reha ebenfalls gut gemeint, aber kontraproduktiv. Wenn man ihn zum Rehaerfolg fragt, bekommt man als Zusammenfassung: "Das Essen war gut."

Ein weiteres Beispiel aus dysfunktionaler Kommunikation in der Arzt-Patientenbeziehung diesmal wieder aus meiner eigenen Erfahrung.
Mein Therapeut (die Fachrichtung spielt hier keine Rolle) war krank. Erkältet. Aus Rücksichtnahme auf mich und meinen physiologischen Zustand (im Erstarrungsmodus tut man sich mit kurzfristigen Planänderungen sehr schwer! Sie machen einen wütend und verzweifelt) sagte er den Termin, den ich bei ihm hatte, nicht ab. Sondern quälte sich für mich wider seines eigenen Ruhe- und Erholungsbedürfnisses durch den Termin hindurch.

Ich merkte es an seinem physiologischen Status (ich verspürte eine angespannte, feindliche Atmosphäre im Raum und diesmal kam sie nicht nur aus meiner Richtung). Ich fühlte mich unwohl und verwirrt. Und trug so zur weiteren Verwirrung und Anspannung des Therapeuten bei.

Es gab diverse Missverständnisse in unserer Kommunikation. D.h. der Termin war sehr frustrierend für mich. Ich verliess ihn sichtlich irritiert und musste lange Zeit darüber nachgrübeln, weil das Gespräch so seltsam war. Diesmal war mein physiologischer Zustand etwas aufgeschlossener und offener (mehr Parsympathikusdominanz), dafür war der Therapeut in der Sympathikusdominanz. Keine gute Kombi!

Es fing schon mit dem ersten Satz des Therapeuten an:"Ich bin erkältet und wollte eigentlich den Termin absagen."
Wobei eigentlich ein bescheuertes Wort ist. Es verkehrt alles um sich herum ins Gegenteil und entwertet die ursprüngliche Aussage. Denn man tut ja genau das Gegenteil. Bedenke ich es richtig, ist also dann genau genommen das Wort eigentlich ein Signal dafür, dass man zuwider seines eigenen Bedürfnisses arbeitet und frustriert oder enttäuscht ist. Dann ist es sogar ein Signalwort für die fehlende Parasympathikusdominanz. Ein Signal für dysfunktionale Kommunikation. Cool.

Drauf ich (physiologisch nicht ganz in Parasmypathikusdominanz , also doch sichtlich irritiert):"Ich kann ja wieder gehn."
Kurzzeitig war ich zwar irritiert und leicht verärgert, aber ich war entspannt genug, seinen Grund, die Erkältung zu verstehen, auch weil er lautstark vor sich hinhustete und schnäuzte.

Es hätte mir also gar nix ausgemacht wieder zu gehen. Ich hatte es ernst gemeint. Allerdings nicht so kommuniziert. Es kam jedenfalls beim Gegenüber nicht so an.

Als ich ihn in der nächsten Sitzung darauf ansprach, wirkte er sichtlich irritiert. Sein physiologischer Zustand war aber soweit entspannt, dass er mir ruhig und entspannt die für mich verwirrende Situation erklären konnte.

Er übernahm Verantwortung für mein Gefühl und Bedürfnis (Termineinhaltung) obwohl sein Gefühl und Bedürfnis das Gegenteil davon war.

Sprich zugunsten meines Bedürfnisses (aus Rücksichtnahme) stellte er sein Bedürfnis hintenan. Das tun viele Menschen, die ich kenne. Auch ich gehörte lange Zeit dazu. Damit ist niemandem geholfen. Das hab ich auch lange nicht verstanden. Es führt zu Frustration und Wut. Zu einem physiologischen Zustand der Sypmpathikusdominanz oder nichtkontrollierten Parasympathikusdominanz und ist die Ursache von körperlicen Verspannungen wie Rückenschmerzen und chronischen Erkrankungen oder Schmerzerkrankungen. Des is also a ned grod as gsündeste.

Tragischerweise hatte ich meinen Vorschlag ja ernst gemeint und wir hätten uns die Verwirrung und den Frust ersparen können, wenn er meinen Vorschlag angenommen hätte, wären unser beider Bedürfnisse respektiert und erfüllt gewesen. Das ist also ein Paradebeispiel für dysfunktionale Kommunikation.

Noch ein Beispiel. Als ich im Krankenaus auf dem Gang auf den Neurologentermin wartete, saß etwas weiter den Flur entlang ein Seniorin im Bett auf dem zugigem Gang (es war Februar!) geparkt, die vor mir beim Neurologen dran war. Er kam im Eilschritt zur Tür des Behandlungsraums heraus, entschuldigte sich für die Verspätung bei der Seniorin. Es gäbe jetzt leider keinen freien Untersuchungsraum, ob es ihr was ausmache, wenn er sie auf dem Gang untersuche.

Sie zuckt mit den Schultern. Was soll sie auch gross machen? Im Nachthemd, in der Kälte, auf dem Gang ohne Angehörige. Ausgeliefert. Im Nachthemd, ohne Privatsphäre und ohne Datenschutz findet nun also vor meinen Augen und denen anderer Wartenden, Rettungssanitäter, Pfleger und Schwestern, die vorbeieilen und in meiner Hörweite die Untersuchung statt. Mir ist die Situation sehr peinlich und unangenehm. Wie muss es ihr da erst gehen? Dann erklärt er ihr, dass sie eine Polyneuropathie habe und man da nix machen kann. Dann eilt er davon.

Die Frau liegt im Bett guckt zu mir rüber und winkt mit der Hand von oben nach unten in meine Richtung. Ich glaub, das bedeutet, sie hält nicht viel von dem, was er gesagt hat. Also auch wieder eine dysfunktionale Kommunikation. Hier stimmten noch nicht mal die Rahmenbedingungen. Ihr Sicherheitsgefühl und Privatsphäre blieb überhaupt nicht gewahrt. Das fand ich sehr traurig. Sie wirkt traurig, allein so in ihrem Nachthemd auf dem weissen Gang im fremden Bett im Nirgendwo.

Ich kann ja auch den Arzt verstehen, der es eilig hat, zum nächsten Patienten zu kommen. Er steht sicher unter grossem Druck. Wenn er selbst nicht entspannt ist, und der Patient ebenfalls nicht und die Umgebung erst recht nicht, dann braucht man sich aber auch über das Ergebnis der Untersuchung nicht zu wundern. Bzw. man kann sich nur noch wundern... und mit dem Kopf schütteln...

Kosteneinsparungen von Unternehmen und Institutionen erzeugen also Stress auf Kosten der Menschlichkeit und auf Kosten der Menschen , die in diesem Unternehmen oder dieser Institution aufeinandertreffen. Und das ist nicht nur krank, sondern macht es auch.

Denn dysfunktionale Kommunikation gibt es überall dort, wo es auch Stress gibt. Denn respektiert ein Unternehmen die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter nicht, dann braucht es sich über unzufriedene Kunden auch nicht zu wundern. Ursache und Wirkung. Spiegelneuronen, physiologische Zustände übertragen sich in der Kommunikation und führen zur dysfunktionalen Kommunikation. Stress kann also auch für Unternehmen sehr teuer werden. Denn die Basis einer jeden Kommunikation (ob ich jetzt eine Dienstleistung, Behandlung, Beratung oder ein Produkt verkaufe) ist Vertrauen. Vertrauen kann aber nur in einem Umfeld entstehen, wo alle Kommunikationsteilnehmer sich wohlfühlen. Sonst ist dysfunktionale Kommunikation die Folge.

Wie man das besser macht, erklärt gewaltfreie Kommunikation. Kleine Ursache grosse Wirkung.

Apropos kleine Ursache grosse Wirkung...
Gestern kam ein Bericht über Kreuzfahrten. Die boomen grad. Dabei ist das, was da aus den Schloten kommt, eine Umweltsünde!

Trotzdem steigen die Zahlen. 2,3 Millionen Deutsche haben schon Kreuzfahrten gemacht. Weil's billig ist und weil's alle machen. Neuerdings fährt man in die Antarktis um die Wildnis zu sehen. Pervers, dass gerade die Kreuzfahrtschiffe mit ihren Abgasen zu einer weiteren Abschmelzung des Eises und der Zunahme des C02s beitragen. Auf einer Kreuzfahrtmesse (Panorama 3 gestern im Fernsehen) sprachen die Reporter einige Messebesucher auf diese Perversion an. Antwort1:"Daran denk ich nicht."
Antwort2:"Man will sich ja auch mal was gönnen."
Antwort3:"Das stimmt schon. Aber als Einzelner kann man da ja eh nix machen."
2,3 Millonen Einzelne sind ne ganze Menge!

Kreuzfahrtmanager rechnen sich das Problem übrigens schön. Weil die Kreuzfahrtschiffe ressourceneffizienter (weniger Diesel berbrauchen) geworden sind, sei ja die Emission pro Passagier gesunken. Das ist korrekt. Aber nur die halbe Wahrheit. Denn andererseits ist die Anzahl dieser Kreuzfahrtriesen auch deutlich gestiegen. Und damit auch die Gesamtanzahl der Emissionen. In den Jahren bis 2017 waren dies pro Jahr 25 Prozent! Und das ist eine ganze Menge!

Jane Goddall bringt es mit folgendem Zitat auf den Punkt:"Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das seine eigene Lebensgrundlage vernichtet."

Ich zu meiner Freudin:"Sag mal meinst Du uns Menschen wird es noch rechtzeitig gelingen die Notbremse ziehen?" Meine Freundin bezweifelt es und sagt traurig:"Erst wenn die Natur zerstört ist, werden wir erkennen, dass man Geld nicht essen kann."

Es soll nun in Bayern das Jahresticket für 365 Euro erstmal als Pilotprojekt geben. Nur hat man leider wieder mal nur kurzfristig gedacht. Dabei vergessen hat man leider, dass man dafür erstmal das Nahverkehrsnetz entsprechend ausbauen müsste. Denn der 6:29 Uhr Zug und der 5:43 Uhr Bus sind jetzt schon voll! Oder sollen die Menschen dann täglich wie in Indien und anderen Entwicklungsländern an Türen und Fenstern aussen hängend mit dem Duft des Abenteuers und der Lebensgefahr für 365 Euro mitfahren? Des wär fei a ned grod as gsündeste.

Und des würd dann ja widder mehr Wegeunfälle bedeuten, die dann die Berufsgenossenschaften zu tragen hätten. Sie könnten sich natürlich wieder mit Klauseln dagegen ausnehmen. Wie in der Toilette und der Kantine. Passiert dort ein Unfall, ist es kein Arbeitsunfall, sondern Privatvergügen. Das ist kein Witz!

Dann würden diese Kosten des 365 Euro Tickets auch wieder zu Lasten aller gehen. Des is fei a ned grod as gsündeste... Es wär schee, wenn mer amol in unserer Gesellschaft a Ding zuend denken däd. Mit allen möglichen Folgen und Konsequenzen. z.B. sollte amol a Politiker inkognito mit dem Nahverkehr fahren um sich ein Bild von der Auslastung machen zu können.

Ich empfehle Freitag abend Heimpendlerverkehr Regionalexpress. Da kommt Freude auf! Man knüpft engen Körperkontakt mit wildfremden Menschen, deren physiologischer Zustand sich im Nicht-Parasympathikus-Dominanz befindet. Des is fei a ned grod as gsündete. Immerhin bekommt mer dann amol Empathie für den Bückling und die Sardine in der Dose. Es wär also wieder dem Tierschutz dienlich. Für Tiere gibt's ja schon eine Mindestraumbegrenzung. Ob der Menschenschutz im Grossraumbüro und im Nahverkehr a nu dazukommt?

Es gibt jetzt schon Bestrebungen, dass Schulkinder im Bus alle einen Sitzplatz bekommen und sich anschnallen können. Aus versicherungstechnischen und unfalltechnischen Gründen. Bisher hads an der Umsetzung aber noch gehappert.

Bei der Bildzeitung gibt es einen Artikel zu CRPS.

Und damit wünsch ich Euch einen schönen 1. Maifeiertag!

Freitag: Gestern wollt ich den Cortisolspiegel messen lassen. Leider wusste weder die Arztpraxis noch ich, dass mer da nüchtern kommen muss. Also startmer am Dienstag an neuen Versuch.

Über des nüchtern hat mei Kolleg heut nu Witzli gmacht ala "die Sandra war gestern hackevoll". Aber fei bloss mit Joghurt und Haferflocken...

Hab dann halt gestern an Tag Urlaub gnomma und den Vormittag im Wald verbracht. Des woar fei schee!

Seit gestern schwitz und frier ich abwechselnd, des is fei nimmer schee. Des Trafohäusle is wieder auf 180! Des is fei a ned grod as gsündeste...

Mit "Bassd scho." begrüßt mich heut wieder der Busfahrer, als ich meinen Ausweis zück. Entzückend. Und schon fühl ich mich zuhause, sicher und geborgen :)

Im Zug erwisch ich mit meinem Busnachbarn den Kinderplatz mit dem bunt bemaltem Tisch. Er deutet auf die Mülleimerklappe am Tisch und sagt:"Da is das Spielzeug drin."
Ich mach die Klappe auf (also die vom Tisch). Is nix drin. Schad. Etz simmer alla zwaa enttäuscht.

Dann zeigt er mir auf seinem Handy Fotos von seiner Tochter und ihrem Mann. Das sagt er dazu. Ich kenn sie ja nicht. Die sind grad in Singapur. Deswegen die Hochhäuser im Hintergrund.
Ich:"Viele Hochhäuser."
Er:"Und schwül hat sie gesagt."
Ich:"Hamm die Smog?"
Er:"Das hat sie nicht gesagt."
Er:"Eine Woche sind sie da."
Ich:"Rentiert sich das für ne Woche, mit dem langen Flug?"
Er:"Sie fliegen noch weiter nach Australien für 3 Wochen."
Okay. Dann rentiert's sich's.
Auf dem Kindertisch sind auf seiner und meiner Seite Landschaften mit Zügen, Häusern , Wäldern aufgedruckt. Er deutet auf einen Heißluftballon auf seiner Seite und schmunzelt.
Ich:"Na, mit dem kumma sie ned nach Australien."
Zumindest ned in 3 Wochen....
Ich deut stattdessen auf das Flugzeug auf meiner Seite. Des is aber a nix. Des schaut aus wie a Segelfliecher...

Ui! Der Bahnhof in Fürth hat sich verkleidet. Er hat sich hinter einer blau ummantelten Gerüstfassade versteckt. Er spielt "Guckuck".

Apropos Guckuck. Den habi gestern im Wald a ghört. Und vo meiner Mama gibt's aus ihrer Kinderheit a lustigs Gschichtla dazu.
Oma und Mama sitzen im Zug. Ihnen gegenüber sitzt eine Frau, die einen Hut mit Schleier trägt. Des woar damals modern.
Mei Mama ruft begeistert:"Guck amol, Mama! Die Frau mächd Guckuck!"
Oma hält ihren Finger vor ihren Mund und zischt:"Pssst!"
Da sieht Mama noch eine Frau mit Schleierhut und ruft noch begeisterter:"Die Frau mächd a Guckuck!"

Im Zug sitzt auch ein Polizist. Mit der schicken neuen blauen Uniform und den sportlichen Rallystreifen an der Hosenbeinseite. Mit Bügelfalte.

Mein Blick fällt auf meine Handrücken. Zwischen den Fingern haben die Muskeln wegen dem CRPS abgebaut. Atrophes Stadium nennt man das. Beim kalten CRPS kommt das vor. Glukoneogenese.

Mir kommt das Lied: Sag mir, wo die Blumen sind in den Sinn....
Und ich singe vor mich hin:"Sag mir, wo die Muskeln sind... Wo sind sie gebliiiieben... Sag mir, wo die Muskeln sind... Wann wird man je verstehn? Wann wird man jeeeee versteeeehn?"

Der VAG-Spruch des Tages von Gandhi ist ein Plädoyer für gewaltfreie Kommunikation:
"Du und ich, wir sind eins. Ich kann Dir nicht wehtun ohne mich zu verletzen."

Morgen geh ich zu einem Konzert. Der stilleren Art. Vokalkonzert. Die singen auch Konsonanten. Aber die singen ohne Instrumente. Also die Stimmen sind die einzigen Instrumente. Quindici heisst die Gruppe. Das hat mich anfangs etwas verwirrt, weil auf dem Plakat nur 12 Leute abgebildet waren. Und Quindici ja 15 heisst. Es waren wohl anfangs 15. Zwei davon kenn ich von dem Schlagfertigkeitskurs. Die mussten pünktlich gehen, weil sie noch zur Probe wollten. Ich hab bei youtube ein Video gefunden und mal reingehört. Das verursacht mir Gänsehaut. Angehm. Ich glaub, das gefällt meinem Trafohäuschen. Mal gucken bzw. hören wie es wird.

Und heut geh ich mir noch ein Buch in der Bücherstube abholen: "Das Handbuch gegen den Schmerz"
Das wurde im Bildzeitungs-Artikel erwähnt. Kann ja ned schaden. Vielleicht steht da noch was drin, was ich noch nicht weiss.

Ich wünsch Euch ein schönes Wochenende!

 
04.05. bis 10.05. Ui! Die Matrix!

Samstag: Gestern war ich in der Bücherstube. Das war toll! Ich konnt mich zwischen soooo vielen tollen neuen Büchern, die ich unbedingt lesen will, ned entscheiden. Dann hab ich sie alle genommen ;-)

Von Zapf ist auch noch das neue Kinderbuch Du schaffst das! erschienen. Das ist soooo schön! Das hab ich von der Buchladenbesitzerin dann noch geschenkt bekommen :)

Schon der erste Teil Zapf und Jochen Till Ich bin für dich da! ist wunderschön gemacht und gezeichnet.

Ich war im strömenden Regen mit Hanni und Nanni und meinem Rucksack im Städtle.

Da seh ich in der Apotheke zum Anti-Allergiemittel Vividrin diesen putzigen Comic im als Werbetafel im Schaufenster. In genau der Apotheke, in der ich mit meinen Schmerz-Comics abgeblitzt bin. Wo der Apothekenchef sagte, sie stellen keine Comics ins Schaufenster! Lustig!

Am lustigsten find ich den weggeblasenen kleinen Kerl, der am Stengel hängt. :) Wer den wohl gezeichnet hat? Einfach schee!

UND!!! Trommelwirbel! In Höchstadt vor dem Brunnen neben dem Outdoorladen gibt es jetzt einen offenen Bücherschrank!!! Das hab ich mir immer gewüscht! Und er ist zum Bersten gut gefüllt! Mit Nick Knatterton Teil 1 und 2 (den hab ich als Kind geliebt und tu es wohl noch heute :), Tom Saywer ... Mei is des schee!

Neulich hat mir eine Bekannte erzählt, dass sie schon mal psychologische Experimente IRL (im echten Leben) gemacht hat. Mal abgesehen davon steckt ja das ganze Leben, jeder Moment voller physiologischer und psychologischer Experimente. Spätestens immer, wenn Menschen aufeinandertreffen. Und Tiere.. und Pflanzen... vielleicht ja doch immer..

Sie war im Supermarkt und hat in Einkaufswägen von Leuten die Sachen vertauscht. Die Leute waren sichtlich irritiert. Und rätselten dann herum, wo das her kam, und dass sie das doch gar nicht in den Wagen gepackt hatten. Da erklärte meine Bekannte ihnen mit Unschuldsmiene, dass sie dabei war , wie er oder sie gesagt hätte, ah.. das brauch ich weil meine Schwiegermutter zu Besuch kommt. Das war alles erfunden. Aber sie hat das so überzeugend rübergebracht, dass es die Leute am Ende selbst glaubten. Soviel zu der Zuverlässigkeit unserer Wahrnehmung ;-)

Mei Vadder hat unserer Nachbarin einmal weisgemacht, dass er einen Schalter bei uns im Garten hat und ihre Strassenlaterne unten in der Sackgasse bei ihr, ein und ausschalten kann. Sie hat es auch fast geglaubt. Sie hat es mit Humor genommen und sehr drüber gelacht.

Ich däd mi sowas nie traua! Außerdem sieht man mir sowas an.

Apropos ansehen... ich weiss jetzt warum mir Gott und die Welt immer alles mögliche erzählt, was ich gar nicht wissen will. Ich kann mich auch an eine Bushaltestelle setzen und es setzt sich ein Mann neben mich und erzählt mir von all seinen Gesundheitsproblemen. Obwohl ich den Menschen überhaupt nicht kenne. Das liegt an der Resonanz des physiologischen Zustands. Also mein Trafohäusle ist ja angeschlagen und brummt vor sich hin. Ich bin im Erstarrungsmodus (ohnmächtige Maus im Maul der Katze..). Andere Menschen, die physiologisch stressbedingt im selben Modus sind, ziehe ich damit magisch an. Es ist unglaublich. Manchmal auch unglaublich nervig. Weil ich mich in meinem Modus nicht dagegen wehren kann. Ich weiss nie wie ich aus der Nummer rauskomme. Also sag ich nix und muss zuhören.

Jemand, der in diesem Modus ist , braucht Empathie. Und empathisches Verhalten ist, wenn man dem anderen einfach Gehör schenkt (damit mein ich nicht die Hörfähigkeit, denn ich bin ja kein Hörakkustiker, sondern zuhört). Und dabei einfach mal nix sagt. Also keine Tipps, Hinweise, oder "Ach das ist ja noch gar nix.. ach, das ist mir auch schon mal passiert ...". Da ich mich nicht wehre wird also mein physiologischer Erstarrungsmodus (in dem ich mich nicht wehren und den andern nicht abwürgen kann) als Empathie gedeutet. Des is fei a ned grad as gsündeste. Zumindest nicht für mich. Für das Gegenüber kann dies jedoch heilsame Kommunikation sein, weil er/sie sich verstanden fühlen kann. Das tun sie bei mir anscheinend.

Schon irgendwie faszinierend. Jeder kann Menschen helfen, dass es ihnen besser geht, wenn man ihnen einfach nur zuhört. Dafür braucht man auch nicht Psycholgie studiert haben... Heutzutage scheint dafür nur keiner mehr Zeit zu haben. Vielleicht gibt es deswegen auch immer mehr chronisch Kranke. Und soviele Psychologen. Inzwischen schon unter den Kindern. Die chronisch Kranken.. mein ich... Altersdiabetes bekommmen heute schon Kinder. Und psychische Probleme auch. Auch in meiner direkten Umgebung erleiden immer mehr Menschen einen Hörsturz. Ein seltsames Wort. Das ist ein Ohrinfarkt. Man hört dann plötzlich auf einem Ohr nix mehr oder nur wie in Watte... oft verbunden mit Tinnitus. Kommt wohl auch vom Stress.

Da bin ich nicht die einzige lebende wandelnde Aus-Kotztüte. Ich kenne mehrere Autisten, denen es auch so geht. Die die Leute immer nach dem Weg fragen. Davon hab ich ja auch mal erzählt. Eine erzählte sogar, dass ihr wildfremde Menschen ihren Autoschlüssel in die Hand drücken und sie bitten ihnen ihr Auto einzuparken. Sie hat gesagt:"Ich find das seltsam. Ich könnt ja auch mit dem Auto wegfahren..." Das macht sie natürlich nicht.

Ich kenne auch andere Leute, die keine Autisten sind, denen dasselbe passiert. Wahrscheinlich stecken wir alle im selben Modus. Durch die fehlende Mimik, den aufmerksamen Blick (wir wappnen uns gegen mögliche Gefahren) wirken wir auf andere vertrauenswürdig. Das hab ich ja neulich mit der Dame , auf deren Tasche ich aufgepasst hab, als Antwort bekommen. Verwirrend. Für mich. Aber immerhin versteh ich jetzt woran es liegt.

In der Buchhandlung ist mir das Buch Chronisch gesund statt chronisch krank in die Hände gefallen. Es geht darum, wie Zivilisationskrankheiten wie Arthrose, Diabetes, Alzheimer, Schmerzerkrankungen .... entstehen und was man dagegen tun kann. Schon der Klappentext hat mich fasziniert. Weil der Arzt erkannt hat, dass bei chronischen Krankheiten nur die Symptome behandelt werden und nicht die Ursache. Ihr erinnert Euch, vor einiger Zeit hab ich diese Frage auch schon gestellt, warum das so ist. Denn ich möchte ja beim CRPS an die Ursache ran und nicht nur wie standardmäßig üblich den Schmerz (das Symptom) behandeln. Damit ist mir nämlich nicht geholfen. Im Gegenteil es gibt Schmerzkranke, die dann durch die Schmerzmittel noch andere Erkrankungen hinzubekommen. Des is ja a ned grod as gsündeste.

Der Aspekt aus dem Buch war mir total neu. Es geht um die extrazelluläre Matrix. Was ist das? Dazu muss man wissen, dass der Mensch und jedes Lebewesen aus Zellen besteht. Wir sind also wandelnde Zellhaufen. Darunter haben sich für die Organe Zellen spezialisiert. Das können wir jetzt mal kurz vernachlässigen. Sehen wir eine Zelle analog zu Häusern in einem Ort wie Höchstadt an. Dann braucht jedes Haus erstens eine Versorgung mit allem, was es braucht (Nahrung, Nährstoffe, Transportwege...). Da geht es den Zellen in unserem Körper nicht anders. Sauerstoff und Nährstoffe braucht sie zum Leben. Sie muss von Nervenbahnen und Blutgefäßen (Transportwege) versorgt werden... (das ist etwas vereinfacht, in Wirklichkeit ist das alles viel komplexer). Wie Haushalte auch, muss sie aber auch ihren Müll loswerden. Und dafür ist jede Zelle von einer extrazellulären Matrix umgeben (Matrix kommt da von Mutter), die diese Funktionen übernimmt. Wie eine Mama versorgt sie die Zelle und kümmert sich um sie.

Kann man vielleicht mit dem Garten um das Haus und den Hof vergleichen. Auf jeden Fall stellt Ihr dort also im Hofbereich ja auch Eure Mülleimer hin. Und die Zelle macht es ähnlich.

Um den Müll abzutransportieren, muss sich die Müllabfuhr in Bewegung setzen. Bei uns kommt das Müllauto. Bei den Zellen funktioniert der Abtransport durch die Muskeln. Sprich: nur wenn wir uns ausreichend bewegen , funktioniert auch diese körpereigene Müllabfuhr. Und mit der Zufuhr von allem, was sie braucht, ist es ja genauso. Denn wir wissen ja inzwischen, dass ein Knochen auch lebt und nur heilen kann, ein Knorpel und Gewebe nur erhalten (fit) bleibt, wenn es bewegt wird. Bewegt man nicht (schont man sich), dann nehmen die Beschwerden deshalb noch weiter zu. Ist ja logisch.

Wenn Ihr Euch den Arm gebrochen habt und der Gips dann runterkommt, müßt Ihr ja auch erstmal die verschwundenen Muskeln (wegen der Ruhigstellung , Bewegungslosigkeit im Gips) wieder mit Physiotherapie aufbauen. Und der Aufbau dauert länger als der Abbau. Ihr kennt ja inzwischen das Leitmotto Eures Körpers: Use it or lose it. Benutzen oder weg damit...

Also bei unserem Körper ist es im Gegensatz zu Eurem Auto so, dass je mehr man ihn benutzt, desto fitter ist er. Beim Auto kommt es zum Verschleiss. Deswegen könnt Ihr Euren Körper auch nicht mit einer Maschine vergleichen. Und Ersatzeile einbauen ist deswegen auch nicht die beste Lösung. Die beste Lösung ist das zu Erhalten, was man hat!

Da wir das, aus Gründen der Bequemlichkeit und den Anforderungen unseres modernen Lebensstils nicht mehr tun und außerdem die Zellen noch mit Dingen, die sie nicht haben wollen, zumüllen (z.B. durch den hohen Zuckerkonsum oder Wissmehlkonsum), bekommen sie Probleme. Der Müll wird nicht mehr abgeholt. Wie das aussieht könnt Ihr Euch in den Nachrichtenbildern immer vergegenwärtigen, wenn in irgendeinem Land die Müllabfuhr streikt. Gesund ist das nicht!

Im Extremfall stirbt die Zelle bzw. sie begeht Zellenselbstmord und stirbt den Zelltod. Denn sie bekommt nicht mehr, was sie zum Leben braucht. Des is fei a ned grod as gsündeste. Das könnte auch eine Ursache für die Gluconeurongenes sein. Den Abbau meiner Muskeln an diversen Körperteilen bei CRPS. Denn damit die Versorgung und Entsorgung bei einer Zelle funktioniert, muss es auch immer einen ausgewogenen Mix aus Anspannung und Erholung geben. Bei CRPS bleibt aber die Muskelanspannung erhalten! Sie sind dauerhaft angespannt und verursachen so Schmerzen. Das ist auch so bei Rückenschmerzen! Auch dort sind Muskeln verspannt.

Dass Bewegung bei chronischen Erkrankungen (Parkinson, Alzheimer, Schmerzerkrankungen, Morbus Bechterev ...) gut ist, ist ja bekannt. Auch wenn Ihr Ernährungs- und Bewegungsdocs guckt, dann wisst Ihr das.

Jetzt erklärt es auch WARUM das so ist.

D.h. die Muskeln müssen sich bewegen (sich an- und entspannen), um die Gesundheit zu erhalten bzw. wiederzuerlangen. Tut man dies nicht, verschlimmern sich die Symptome. Deshalb werden in der Schmerztherapie und bei anderen chronischen Erkrankungen auch Entspannungsübungen eingesetzt. Jetzt wisst Ihr auch WARUM das so ist.

Am Donnerstag kam auf ARTE (glaub ich) "die Magie des Spiels". Warum spielen Tiere und Menschen? Es dient einem Zweck. Nämlich dass wir neues hinzulernen und Lösungen für Probleme finden können. Es stärkt die Kreativität. Und am besten dafür ist riskantes Spiel, das was Kinder heutzutage nicht mehr dürfen oder wo ihnen schon in jungen Jahren die Zeit fehlt: Das Toben, auf Bäume klettern, im freien spielen, improvisiert und unbeaufsichtigt spielen.

Was mich betrifft, stelle ich fest, dass Arbeiten ja auch sowas wie Spielen ist. Auch diskutieren. Meinungen austauschen. Dann macht es Spass, man blödelt miteinander herum, spielt mit den Gedanken und es entstehen neue Ideen und Ansätze. Das tu ich grad mit diversen Leuten. Und es macht wahnsinnig Spass! Es ist nur schwer Mitspieler zu finden. Es lassen sich nicht viele Menschen darauf ein. Das ist jedesmal ein Experiment (physiologisch und psychologisch). Ein paar mal war ich inzwischen erfolgreich.

Denn was könnte schöner sein, wenn man auch im Arbeitsleben seinem Spieltrieb fröhnen kann? Seiner Neugier und der Kreativität seinen Lauf lassen kann...? Es würde Spass machen...

Ihr meint, das geht nicht...
Da antworte ich dann mal mit den berümten Worten:"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wüschst."
Oder mit den Worten eines berühmten Fussballers: "Schau mer mal, dann seng mer scho...."
Oder dem Werbeslogan: "Probiertses, dann spürtses ..."

Ich wünsch Euch einen schönen Samstag! Mit einem Comic, der die Wahrnehmung etwas aufs Korn nimmt... Ein wahrer Wahrnehmungscomic sozusagen... Ich liebe Wortspiele :) Übrigens auch ein Art seinen Spieltrieb zu fröhnen :)

Sonntag: War gestern also beim Konzert von Quindici. Die Musik war sehr schön und sie hat mich teilweise so berührt, dass ich kurz vorm Flennen war. Es gab viele Liebeslieder. Zu denen fehlt mir etwas der Zugang. Damit kann ich nix anfangen. Auch wenn sie schön waren.

Mitmachaktionen gab es auch. Das ist jetzt nicht so mein Fall. Obwohl das erste mit dem Froschlied ganz nett war. Das ging noch. Das zweite, bei dem man mit den Händen und Füssen eine bestimmte Choreographie nachmachen musste, was meinen Mitsitzenden sichtliches Vergnügen bereitete, war für mich die Hölle.

Sowas hab ich noch nie gekonnt. Erstens kann ich mir das aufgrund meines Kurzzeitgedächtnisdefizites einfach nicht merken. Zur Erinnerung: im Erstarrungsmodus (physiologischer Flucht, Kampf, Erstarrungsmodus) wird das Hirn nicht so gut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Denn das ist in dem Zustand normalerweise nicht notwendig. Auf Dauer ist das freilich ned so gut. Denn das Kurzzeitgedächtnis leidet darunter. Zellen sterben ab. Deshalb sind chronisch Kranke auch häufig vergesslich und schusselig oder können sich Dinge erst gar nicht merken und sind dauernd am suchen. Autisten und ADHSler geht es auch so. Alzheimerpatienten und chronischen Schmerzpatienten aber auch. Und neuerdings aufgrund des zunehmenden Stress und unserer nicht artgerechten Lebensweise trifft es auch gestresste Menschen. Auch sie werden immer hibbeliger und vergesslicher. Ich kann das bei uns im Büro beobachten. Mit Sorge. Dagegen was machen, kann jedoch nur der Betroffene selbst. Und dafür muss er sich dessen erstmal bewußt werden. Und das sind die wenigsten.

Zweitens konnt ich noch nie die Hirn-Bewegungs-Schranke überwinden... Selbst wenn ich das, was ich tun soll, im Kopf habe, bekomme ich es nicht in meine Hände und Füsse... Die haben ein Kommunikationsproblem. Liegt wahrscheinlich auch an deren schlechter Erreichbarkeit. Und wenn die Leitung ned so gut funktioniert, dann kommt das Gespräch halt auch nur verzerrt an. Oder überhaupt nicht.

Kein Wunder, wenn das Hirn Hände und Füsse am liebsten wegen der Schmerzen und der ständigen Reizüberflutung vergessen will, dann kappt es auch mal die Leitung (Neglect). Besser die Leitung zu den Händen und Füssen als zum Hirn. Das wär dann nicht mehr so lustig. Denn das bedeutet dann Schlaganfall. Und die Variante hat ja meine Schwester mit 7 Jahren erleben dürfen. Des is fei a ned grad as gsündeste.

Auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass ich mich im physiologischen Erstarrungsmodus (Kampf-, Flucht, Erstarrung) befinde. Die Maus, die leblos im Maul der Katze hängt, tanzt ja auch nicht... Zur Erinnerung: die ist bewegungslos. Deswegen staut sich die Wärme auch im Bauch und geht nicht mehr in die Hände und Füsse. Und wenn die nimmer richtig versorgt werden, dann tanzt es sich auch nicht besonders gut... Da funktioniert's nimmer so gut mit der Motorik. Mit der Feinmotorik erst recht ned. Ich kann es etz a ned ändern. Mir reicht es, zu verstehn, warum es so ist.

Es hiess, das Lied macht auch den Schülern viel Spass. Ehrlich? Das waren damals schon immer die Dinge, die ich zutiefst gehasst habe. Bevor ich eine Übung drin habe, sind alle um mich rum, schon zwei Übungen weiter.

Die gute Nachricht: ich hab's überlebt. Wie in der Schule wurde übrigens damit gedroht, die, die es nicht schaffen, in die erste Reihe zu versetzen. Als wenn es das besser machen täte. Im Gegenteil. Die Kommunikationsfähigkeit Hirn zu den Gliedmassen nimmt damit noch rapider ab. Warum? Weil Reizüberflutung und Erstarrungsmodus (ADHS, Autismus, chronische Schmerzerkrankung ...) bedeutet, dass man schon Angst hat! Bzw. der Körper in dem Angstmodus drin ist. Dann zusätzlich noch weiter mit Angst die Motivation anschüren zu wollen, ist dann nicht besonders sinnvoll.

Das ist das gleiche Prinzip das damals mein Mathelehrer angewendet hat, wenn er mich an die Tafel geholt hat. Er hat es gut gemeint. Und meinen physiologischen Zustand damit in Todesangst versetzt. So kommt bei gut gemeint also auch gern mal das Gegenteil heraus. Dass die Leistung an der Tafel dann entsprechend ausfällt, braucht keinen zu Wundern.

Da man als Schüler nicht einfach aus der Schule rennen darf (gesellschaftliche und soziale Konvention) sucht sich der Körper dann halt andere Wege. Entweder kotzt man dem Lehrer vor die Füsse oder man wird weiss wie ne Wand und kippt dann um. Dann ist man letztendlich auch so regunglos wie die Maus im Maul der Katze. Erkannt wird dieser physiologische Zustand leider trotzdem nicht. Glaubt mir. Ich hab beides schon gemacht. Nichts davon hat irgendwas bewirkt, ausser dass ich den Ort verlassen durfte. Also war mir letztendlich die Flucht auf diese Weise möglich. Und das hat mich dann auch vor Schlimmerem gerettet. Der Effekt war leider nur kurzfristig.

Denn am nächsten Tag ging es in der Schule ja genauso weiter. Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn Kinder wie ich mit Bauchgrimmen in die Schule gehen oder sich weigern überhaupt hinzugehen. Nein, so mutig war ich nicht. Weil man das ja nicht macht und immer brav mitspielen muss. Sprich: das normale Verhalten (auf sich selber zu hören) wurde mir in der Kindheit aberzogen. Hauptsach mer bassd in die Form, in die einen die Gesellschaft stecken will. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Dieser physiologische Erstarrungsmodus ist übrigens auch in anderen Situationen äußerst hinderlich. z.B. beim Fahrradführerschein. Ich hab den damals wegen des schlecht funktionierenden Kurzzeitgedächtnisses und der mangelnden motorischen Fähigkeiten (und dem damit verbundenen nicht vorhandenem Selbstwertgefühl) mit Ach und Krach geschafft.

Bewerbungsgespräche verlaufen bei mir immer sehr seltsam. Für mein Gegenüber. Ich kann die Irritation spüren, habe aber keine Ahnung, was ich falsch gemacht habe. Auf diese Weise ist es mir leider auch nicht möglich daraus zu lernen und es beim nächsten mal besser zu machen. Denn ich habe nicht die leiseste Ahnung, was besser ist!

Bei einem Bewerbunggespräch musste ich erst mit dem Expressfahrstuhl das 40igste Stockwerk erreichen. Mit einem übererregtem Nervensystem in Nicht-Parasymphatiksudominanz ist das schon unter normalen Umständen eine Herausforderung. Kommt noch der Stress der Bewerbungssituation dazu, ist es fatal. Mir wurde im Aufzug so schlecht, dass ich dem Herrn beinahe vor die Füsse gekotzt hätte. Das macht sicher einen bleibenden Eindruck (auch im Teppich) aber eine Arbeit bekommt man so natürlich nicht.

Das Lied Englishman in New York war sehr schön. Vielleicht auch weil es so gut passte. Denn genauso fühlte ich mich vor Konzertbeginn, in der Pause und am Ende. Wie ein Alien. Es war viel zu laut (CRPS, Allodynie), zuviele Menschen und so hab ich die Pause allein draussen vor der Tür verbracht. Anfangs waren noch ein paar Raucher draussen. Dann nicht mehr. Es war schön dunkel und still. Und durch die Scheiben konnte ich das Treiben drinnen beobachten. So ist es für mich auch im Leben. Es ist immer so als würde ich die anderen nur durch eine Scheibe beobachten. Verstehen und mitmachen ist mir einfach nicht möglich.

Es ist aber dadurch erklärbar, dass die Menschen, die ich beobachte, im physiologischen Status der Parasymphatikusdominanz sind. Da fühlt man sich unter vielen Menschen wohl.

In diesem Zustand war ich noch NIE! Ich erlebe Menschengruppen schon als Bedrohung und wechsle die Strassenseite. Wenn man nicht in der Parasymphatikusdominanz ist, ist das ein normales Verhalten! Das sollte nicht fehlgedeutet werden, sondern die Ursache (also eine Statusveränderung) bewirkt werden. Dazu muss zunächst Vertrauen aufgebaut werden. Was in nicht Parasymphatikusdominanzmodus nicht unmöglich aber sehr schwer ist. Man braucht Geduld. Nur geduldig ist man in Nicht-Parasymphatikusdominanz leider überhaupt nicht. Und zu allem Überfluss überträgt man den Zustand auch auf das Gegenüber. Auch weil man im Erstarrungsmodus aus verständlichen und logischen Gründen eben für Kommunikation überhaupt nicht aufgeschlossen ist! Man wertet jeden Satz als Angriff. Weil man sich ja in der Verteidigungshaltung befindet! Frustration, Konflikte, dysfunktionale Kommunikation und Missverständnisse sind die Folge. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ich hab mal in einem Lied so ausgedrückt wie sich das dann anfühlt, wenn man in dem Modus steckt. Ich hoffe, es wird damit etwas klarer vorstellbar und damit verständlich:

Standing on the outside...
trying to catch a glimpse back in.

Sending out a bright light
that I simply don't fit in.

Standing on the outside...
yes, I may be smart.

But still it's obvious
that we're a thousand miles apart.


Das schlimmste war der Schluss. Das Klatschen... die Dame neben mir (zwei Plätze weiter) hat so laut geklatscht, dass ich dachte, mir platzt gleich das Trommelfell. Deshalb hab ich mir zum Selbstschutz einen Finger ins Ohr gesteckt. Und letztentlich musste ich dann flüchten. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Bewegung hat mein Nervensystem gebraucht, um sich wieder zu beruhigen. Bedenkt man, dass man in der Klasse sitzen bleiben muss, habe ich als Erwachsene doch die bessere Option.

Soziale Veranstaltungen dieser Art sind also weder mit mir noch mit meinem CRPS kompatibel.

Schlimmer noch: es hat heut nacht erst richtig aufgedreht! Die Schmerzen im rechten Bein waren heut nacht so schlimm wie noch nie! So stelle ich mir die Schmerzen vor, wenn das Bein abstirbt. Es ist noch dran.... Was ich gelinde gesagt, ein Wunder finde. Ich bin aber auch ganz froh drüber.

Sprich und mein Fazit: sowas ist zwar sehr schön. Aber ich kann es einfach schon wegen dem ganzen Drumherum nicht ertragen. Weil es mir Schmerzen verursacht.

Naja, dann geh ich halt wieder in den Wald. Dort treff ich dann auch Leute, denen es ähnlich geht. Die würd ich ja bei solchen Veranstaltungen auch nicht treffen.

Auch chronisch Kranke trifft man dort eher selten. Das hat schon seinen Grund. Den hab ich Euch ja grad dargelegt. Da stressbedingt immer weniger Menschen in der Parasymphatikusdominanz sind, könnte ich zukünftig weitere und neue Freunde durch diese Zustandsänderung finden. Zu begrüßen ist diese Entwicklung jedoch nicht. Ausserdem ist es auch für mich schwer mit deren Verteidigungsverhalten umzugehen. Es ist nicht einfach. Auch wenn ich ihre Lage verstehe.

Letzte Woche hab ich unterwegs die Frau mit der Karojacke und dem Lippenstift auf den Zähnen (nein diesmal nicht mehr ;) wiedergetroffen. Ich hab ihr erzählt, dass ich Comics mache und die will sie unbedingt sehen, kommt aber mit ihrem Smartphone noch nicht so klar.
Sie hat mir gesagt:"Sie haben sowas künstlerisches an sich. Mit einer normalen Hausfrau hätt ich mich nicht so lang unterhalten."
Das sind meine kleinen Glücksmomente, die sich riesig anfühlen. :) Und davon hatt ich letzte Woche einige. Die helfen mir jetzt die Enttäuschung von gesetern zu verdauen. Denn sie überwiegen. Und so hab ich auch wieder was gelernt. Und lernen ist ja gut. Das hält das Hirn fit :) Denn je mehr man es gebraucht, desto besser wird es. Und desto länger hält es auch :)

Montag: Mei Haltestellnbekanntschaft is a widder do. Ich:"Huschala. Heut is fei ganz schee frisch."
Sie:"Was heißt hier frisch? Des is kalt! Hoffentlich is im Bus gut eigschürt!"
Woars dann a.

Sie will wissen, wie des Konzert war. Dann erzähl ich es ihr. Und sie kann auch nix mit so Mitmachaktionen anfangen. Des hadsi wie ich no nie gmochd. Und die Leut und die Klatscherei wär ihr a zuviel.

Morgn geh ich Cortisolspiegel messen lassen. Da mussi dann abends nach der Physio dran denken. Ich überleg laut, wie dahin der kürzeste Weg is. Und ob ich vielleicht über den Friedhof abkürzen kann und ob er do überhaupt nu offen is.

Mei Bushaltestellenbekannte:"Wann gehst denn du?"
Ich:"Zwischen 6 und 7 ."
Sie:"Da is der Friedhof nu offen. Ich lauf a immer gern über den Friedhof."
Ich:"Weil's do so schee still und friedlich is."
Sie nickt.
Ich:"Des is fei komisch. Do mussd ersch gstorbm sei, dassd amol dei Ruh hast."
Sie lacht:"Do hast recht."

Vom Bus aus seh ich in Höchstadt Süd a Plakat für a Konzert im Juli.
Des Motto is:"Gstört aber geil"
Na des bassd ja subber zu meiner Schmerzstörung...

Zu suwos hiegeh brauchi nach der Erfahrung vom Samstag nimmer. Do bini ned kompatibel. Do fehlt mir die entsprechende Schnittstelln. Und an Adapter habi a nuni gfundn...

Auf einem Wahlplakat Richtung Gremsdorf prangt die Parole "Diesel retten"
Erschd rettens die Biena und dann an Diesel? Des bassd doch a ned zamm... Des is fei a ned grod as gsündeste...

Bürogschmarri...

Kollege1:"Ich hab etz a an Gdb beantragt."
Kollege2:"Ich hab 80."
Unser Bürosenior:"Dann bin ich der einzige ohne Gdb. Des kann doch ned sei!"

Und a Kollegin hat Geburtstag ghabt. Ich gratulier und wecher mei Krückn biet sie mir an, mir ein Stück Geburtstagskuchen vorbeizubringen. Also an Bringservice. Ich hab's ned so mit Süßem und lehn dankend ab. Nett isses ja scho vo ihr gmeint.
Da meint mei Kolleg:"Mir kannst an vorbeibringa..!"
Drauf sie:"Nein, der Bringservice gilt bloss für die Sandra."

Gestern abend is mir nu was schönes passierd.
Da treff ich einen Bekannten. Normalerweis isser immer mit seim Hund unterwegs.
Ich ruf:"Wo hast'n Dein Hund?"
Er gelassen:"Daham. Der is müd. Ich laaf etz nu ins Städla."
Ich glaub deswegn isser immer so gelassen... Des möcherd i a nu wern.

Dienstag: Neues zur Stress- und Traumatisierungshobbyforschung...

Ich begegne einem Bekannten. Der hat jetzt einen neuen Hund. Lebhaft, neugierig, schüchtern und schreckhaft. Jedes Detail muss beschnuppert, jedes Geräusch wahrgenommen werden. Und ist es noch so leise. Ich kann es nachvollziehen, denn mir geht es ja genauso. Wegen dem übersensiblen Nervensystem und das CRPS setzt noch ne Schippe obendrauf.

Der Hund kommt aus einer Tötungsstation aus Spanien. Und das merkt man auch an seinem Verhalten, dass er schon viel mitgemacht hat. Denn auch sein physiologischer Zustand ist im Flucht-, Kampf-, Erstarrungsmodus. Sprich in körperlichem Stresszustand. Er hat dem Herrchen schon viel Nerven gekostet, weil er Türen angenagt und seine Brille zerbissen hat. Sprich ein paar Verhaltensauffälligkeiten kommen auch noch dazu. Mittlerweile wird er etwas ruhiger, weil er immer mehr Vertrauen fasst. Mich begrüßt er zwar schwanzwedelnd und freudig. Aber streicheln darf ich ihn noch nicht. Die Schreckhaftigkeit bleibt. Zur Erinnerung, wenn Ihr grad vor dem Säbelzahntiger steht, dann wollt ihr ja auch nicht mit dem kuscheln. Denn der Stresszustand ist ja physiologisch.

In dem sind ja auch Zootiere. Denn sie tigern nicht ohne Grund im Gehege auf und ab. Autisten tun dies auch. Auch ich tu das gern. Auch dies ist nichts anderes als eine Reaktion , um das Nervensystem zu beruhigen. Denn wie würdet Ihr Euch denn in einem viel zu kleinem Gehege eingesperrt und von Massen von Zoobesuchern, in der entsprechenden Lautstärke begafft zu werden. Des is Stress! Des is fei a ned grod as gsündeste.

Und noch eine Bekannte begegnet mir mit ihren zwei Hunden. Der kleinere davon kläfft und ist wie sie sagt "a weng gstört". Ein Second-Hand-Hund. Bei jedem Geräusch zuckt sie zusammen. Mit dem Schäferhund auf den sie treffen, spielen die zwei zusammen. Wobei die kleine, sobald er in seine Nähe kommt oder in die Nähe ihres Freundes sofort zum Kläffangriff übergeht. Der Schäferhund ist sehr geduldig. Deshalb passiert auch nicht nix. Am Ende sieht es dann doch so aus, als ob die kleine Hündin etwas Vertrauen fasst. Es sieht ein bisschen wie spielen aus. Das Kläffen bleibt.

Zurück zu den Menschen... An der Bushaltestelle beobachte ich, wie sich eine Mutter mit Küsschen und Umarmungen von ihrem Nachwuchs verabschiedet, die sie mit dem Auto an der Haltestelle absetzt. Mit einem Mutterschiff...

Mit sowas kann ich nix anfangen. Das haben wir bei uns auch nie gemacht. Denn wir waren eben die Hundskrüppel die elendigen...
Und eine Bekannte von mir meinte ja auch mal:"Ich wusste gar ned, dass mer mit Kindern so liebevoll umgehen kann..."
Die kannte das auch nicht.

Jetzt kann ich das erklären. Denn befinden sich die Eltern nicht im Parasympathikusdominanzmodus, sind sie also im physiologischen Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsmodus, dann ist dieses auf den ersten Blick wenig liebevoll Verhalten gegenüber den Kindern logisch. Denn wenn Ihr dem Säbelzahntiger gegenübersteht, dann wollt Ihr ihn ja auch nicht knutschen.

Da sich dieser physiologische Modus bereits im Mutterleib auf die Kinder überträgt und in der Familie auch der vorherrschende physiologische Zustand der Eltern bleibt, werden auch die Kinder bereits physiologisch auf diese Gefahrensituation vorbereitet. Sie kommen also mit einem übererregtem Nervensystem zur Welt. Migräne , Autismus, AD(H)S, Depressionen und andere chronische Erkrankungen können die Folge sein. Des is fei a ned grod as gsündeste.

D.h. für diese Kinder, dass sie z.B. jedes leiseste Geräusch ohne Reizfilter (denn der ist ja in dem Gefahrenmodus logischerweise deaktiviert) wahrnehmen! Jede kleinste Bewegung wird registriert! Jeder Geruch! Sogar jede Empfindung (Erinnert Euch an die Gnuherde, die reflexartig flieht, wenn ein Gnu zuckt, weil es den Feind gewittert hat)! Denn bei Gefahr ist dies ja überlebensnotwendig.

So und nun steckt man sie in einen Kindergarten oder Schule, zusammen mit Kindern, die entspannt vor sich hin schreien, rufen, spielen... Für die Kinder, deren Nervensystem übersensibel ist, ist das physiologisch eine unberechenbare Bedrohungssituation! Selbst wenn sie wissen, dass sie das nicht umbringen wird. Es hat nix mit Logik zu tun. Sondern mit der Physiologie. Reflexartig befinden sich diese Kinder in einem Zustand der ständigen Todesangst.

Und in Todesangst lernt es sich nicht besonders gut. Denn da geht das Blut entweder in die Beine und Arme (Kampf-, Flucht-) oder in den Bauch (Erstarrungsmodus). Das Hirn wird unterversorgt. Und dann funktioniert das mit dem Denken in der Schule ned so gut. Denn die wird als ständige Gefahrensituation vom Nervensystem wahrgenommen. Entsprechend seltsam kann dann das Verhalten dieser Kinder ausfallen. In einer Gefahrensituation ist dieses Verhalten normal! Nur sieht keiner, dass sie sich in einer Gefahr in physiologischer Todesangst befinden! Des is fei a ned grod as gsündeste.

Und chronisch Kranken (z.B. CRPSlern, Schmerzkranken) ergeht es genauso! Auch Ihr Nervensystem befindet sich physiologisch in diesem Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsmodus. Des is fei a ned grod as gsündeste. Da man es ihnen aber nicht auf den ersten Blick ansieht (dem Hunden aus dem obigen Beispiel sieht man das ja auch nicht auf den ersten Blick an, sondern erkennt es erst am Verhalten), kommt es zu Missverständnissen. Das ist wiederum verständlich, weil die Kommunikationspartner diesen Status beim Menschen leider gar nicht erkennen kann, weil Ihnen das Hintergrundwissen fehlt.

Beim Hund kam die Info, dass er aus einer Tötungsstation stammt, ja vom Besitzer. Wüßte man das nicht und würde dem Hund irgendwo begegnen, würde man sich unter Umständen durch sein seltsames Verhalten auch bedroht fühlen. Wehrt man sich dann gegen diesen Hund bzw. nähert man sich ihm mit ruckartigem plötzlichen Bewegungen, dann wird dieser Hund sich bedroht fühlen und entsprechend reagieren. Denn er empfindet diese Annäherung als Gefahr. Vollkommen logisch.

Fazit: Es braucht viel Geduld und Verständnis, um zu den Betroffenen (ob Hund, Kind oder chronisch Kranker) Vertrauen aufzubauen. Und auch dies zu erhalten kann sehr schwierig sein. Weil schon kleine Irritationen das Vertrauensverhältnis zerstören können.

Apropos Hunde und Spieltrieb...

Es gibt nix schöneres als ein paar Hunden, die miteinander spielen , zuzugucken.

Menschen tun das irgendwie viel zu wenig. Ich versuch ja mit Menschen in Kontakt zu kommen, um Dinge zu verändern bzw. um sie zumindest zum Nachdenken zu bringen. Dabei fröhne ich auch meinem Spieltrieb. In Form von Schreiben, Wortspielen und den anderen ein bisschen herauszufordern.

Es läßt sich leider nicht jeder darauf ein. Da ging es aber unserem Second-Hand-Hund (ja, wir hatten auch mal einen) nicht anders. Er war sehr verspielt, als wir ihn mit 5 Jahren bekamen. Und da beobachtete ich ihn einest Tages wie er vergeblich versuchte mit der Nachbarin zu spielen. Sie werkelte im Garten direkt neben dem Zaun, wo er stand. Und er schob ihr immer wieder sein Stöckchen - er hat sie durch den halben Garten verfolgt - durch den Zaun und forderte sie zum Mitspielen auf.

Leider reagierte sie nicht. Ich vermute sie war so in ihre Arbeit vertieft (Flow), dass sie ihn gar nicht wahrnahm. Es könnte auch sein, dass sie mit ihren Gedanken bei der Arbeit war , also gestresst und ihn deshalb nicht wahrgenommen hat.

Jetzt ist mir erst bewußt geworden, dass ich auf ähnliche Weise vorgehe, wenn ich Menschen zu CRPS und chronischen Schmerzen anschreibe. Auch hier möchte ich in gewisser Weise "spielen". Denn Diskutieren ist nichts anderes als der spielerische Meinungsaustausch. Und richtig toll wird es , wenn man voneinander lernt. Es gibt einige mit denen das wunderbar funktioniert. An dieser Stelle ein recht herzliches Dankeschön an meinen Fern-Schmerztherapeuten, der mir auf Fragen antwortet, die ich anderen Menschen gar nicht zu stellen, wagen täte.

Bei anderen funktioniert es leider nicht. Wahrscheinlich fall ich da gleich mit der Tür ins Haus. Ein sehr schönes und lustiges Bild, wie ich finde... Wäre ich ein Hund dann könnte ich meine Begeisterung nicht zügeln und würde z.B. meinen Spielkameraden gleich umwerfen... Jaja, so kann man auch umwerfend werden... wortwörtlich.

Aufgeben kann ich nicht. Bei mir gibt es keinen Abbrechen-Button. Wird es schwierig, wird es für mich erst richtig interessant. So. Ich bin gespannt, wie weit ich damit noch komme. Und bin auch für jeden "Spielkameraden" dankbar, der mir auf diesem Wege begegnet. Und ich bin in letzter Zeit einigen von Euch begegnet. Wunderbaren Menschen mit wunderbaren Geschichten! Danke!

Nachgedacht. Wenn es so ist, dass Pflanzen sich Gefahren durch Duftstoffe signalisieren ... Vielleicht signalisieren sie ja auch ihren Schmerz mit Duftstoffen... Denn gefällte Bäume riechen ja auch nach "Holz". Wobei wieder jedes Holz auch anders riecht. Ob dann der Baum nur seinen Freunden und seiner Familie damit die Gefahr signalisiert oder ob das vielleicht auch seine Art ist, Schmerz zu zeigen?

Auch frisch geschnittene Hecken und gemähtes Gras duften. Ist das am Ende ein Warnsignal oder sogar ihre Art Schmerz zu kommunizieren? Bei Babies dachte man ja auch früher, dass sie keinen Schmerz empfinden... Man hat sich geirrt. Denn sie sind noch empfindlicher als Erwachsene, weil bei Ihnen die Reizfilter noch nicht aktiviert sind. Ihr Nervensystem ist auch überempfindlich. Das ist auch notwendig, da sie bevor sie sprechen lernen, nur über ihre Sinneswahrnehmung lernen können!

Nur weil jemand sich auf die uns gewohnte Weise zu kommunizieren, nicht äußern kann, heisst das ja nicht, dass er nicht hören, denken, fühlen oder Schmerz empfinden kann.

Mittwoch: Mei Busnachbar (er kommt mit dem Fahrrad zur Haltestelle) steigt heut ei, nickt in Richtung seines Nachfolgers (der, der hinter ihm eingestiegen ist) und sagt:"Der hat ne Rechts-Links-Schwäche. Wir haben uns grad drüber gestritten, ob sein Fahrrad rechts oder links im Fahrradständer steht."

Bei Yorma in der Bahnhofsunterführung zur U3 gibt's heut den folgenden schönen Spruch:"Wenn du ein Problem hast, dann versuche es zu lösen. Wenn du es nicht lösen kannst, mach kein Problem daraus."
(Buddha)

Lustig. In der U3 sitzt mir gegenüber ein Mann mit einem schwarzen T-Shirt auf dem steht: Hab mich röntgen lassen. Alles O.K. Zwischen beiden Sätzen ist das Röntgenbild eines menschlichen Schädels in weiss aufgedruckt. Dort wo das Hirn sein sollte, ist ein Fleck in Form eines weissen Vogels....
Das T-Shirt möcht ich auch haben ;-)
Ich hab's bei Amazon gefunden...

Ausser Atem springt eine Frau grad noch in die U3 und fragt einen Türsteher (das sind die, die immer im Türbereich stehen bleiben, obwohl im Wagon noch massig Sitzplätze sind - ein Phänomen, das ich nie verstehen werde...):"In welche Richtung fährt denn die U-Bahn?"
Sie muss die Frage nochmal wiederholen, bis der Mann reagiert. Selbst dann braucht er noch eine Weile und muss überlegen, wo er eigentlich hinfährt. Der is im Autopilotmodus unterwegs. Der is ned in Parasympathikusdominanz.

Bürogschmarri...

Mein Kollege telefoniert, plötzlich fällt der folgende Satz:"Wart amol, ich zeich dir amol mei Ding..."

Auf Arbeit versuch ich vergeblich einem Kollegen etwas zu erklären. Ich weiss nicht, wie ich es anders formulieren soll.
Er:"Hast du nicht was einfaches für mich?"
Ich:"Ich hab nix einfaches."
Und jetzt wird mir erst klar, dass das wirklich stimmt. Weil alles bei uns so komplex und kompliziert ist. Und auch immer komplexer und komplizierter wird.

Manchmal frag ich mich schon, ob die Welt wirklich so kompliziert ist, oder ob wir es nur so kompliziert machen ...

Gestern war ich ja beim Cortisolspiegelmessen. Also der Blutabnahme. Stechen könnens beim Hausarzt. Respekt! Und mer schaut ned hinterher grün und blau aus. Im Krankenhaus war des anders. Da kummsd dann als lila Kuh wieder raus. Mei Mama schaut heut noch so aus. Und die is ja scho wieder a boar Wochen dahamm..

Zuerst war der Arm mit dem Einstich beleidigt und hat lamentiert. Dann ist es in den linken Fuss gezogen und ins linke Bein. Später dann ins rechte Bein und in den rechten Arm. Die Nacht war entsprechend bescheiden. Jaja, ich weiss das klingt seltsam. Des is aber bei CRPS ganz normal. Denn da is des komplette Nervensystem übersensibel und übererregt. Ich hatt etz a ned damit grechnd, dass a boar so glaane Stich so grosse Wirkung hamm könna. Doch! CRPS is schon krass!

Gschmarri vo dahamm...

Ach so.. ned dass Ihr denkt Leut im Erstarrungsmodus sin ned liebevoll zueinander. Die machen des halt indirekter. Also ned soviel mit Berührungen, Umarmungen und Gesten. Mehr mit Taten. Also z.B. mit dem Lieblingsessen. Oder ein Eis oder Schokolade. Als Gegenbeweis widder amol Gschmarri vo dahamm.... Unser Art Wortwörtliches-Pingpong zu spielen. Mir lachen fei vill! Ich weiss aber ned, ob Ihr den Humor versteht. Den versteht mer nämlich nur, wenn mer selber in dem Modus is.

Mei Schwester kummd mit einem Tomte (das ist so ein Zwerg, bei dem die Mütze über der Nase anfängt) zur Tür herein.
Mei Mama:"Wo hastn den her?"
Mei Schwester:"Der woar in aaner Tüten vom C&A."
Mei Mama:"Der is doch ned vom C&A."
Ich guck auf des Etikett:"Do steht Kaufhof."

Ich muss mir eine neue Hose kaufen. Meine alten hamm alla Löcher innen an die Beine. So kanni nimmer lang rumlaufen.
Mit einer Tasse Kaffee geh ich gestern nachmittag auf den Balkon, weil as Wetter so schee woar und sag im Vorbeigeh zu meiner Mama:"Morgn kauf ich mir a neue Hosen."
Drauf sie:"Wo gehstn hie?"
Ich:"Naus aufm Balkon."
Sie lachend:"Naa! Wo du morgn dei Hosen kaufn willst .."

CRPS-Galgenhumor...

Meine Freundin, die auch CRPS hat, hat von ihrm Schmerztherapeuten nochmal a Cortisontherapie bekommen.
Eine andere CRPSlerin aus unserer Gruppe fragt sie:"Und? Hat's gecher Dei CRPS gholfen?"
Sie:"Na. Aber gecher was anderschd."

Ich hab wie ich des CRPS halbseitig hatte, mal in ein Patientenforum gepostet, ob es auch andere CRPSler gibt, die ein halbseitiges CRPS haben. Antworten kamen nicht so wirklich welche mit denen ich was anfangen konnte.
Nachdem es sich weiter ausgebreitet hatte, postete ich:"Die Frage hat sich jetzt erledigt. Ich hab es inzwischen auch auf der anderen Seite."

Und der kleine Terrier hat wieder jemand zum Spielen gefunden :) Wuff! Und a neue Hosen habi a gfundn. Gott sei Dank habi bloss amol obrobiern müssen. Ich mach des ned gern.

Donnerstag: Heute riecht die Luft wie frisch gewaschen. Die Vögel zwitschern heut noch lauter und die Blüten duften heut noch intensiver als sonst. Ich nehm einen tiefen Atemzug.

Woran liegt das? Weil die Luft bzw. der Sauerstoff in derselben negativ geladen ist. Ist der Sauerstoff negativ geladen, ist das positiv für uns, weil er leichter in die extrazelluläre Matrix unserer Zellen eindringen kann. Und das ist gut für uns.

Bei Hitze, Abgasen, Smog oder stickiger Luft im Raum, ist der Sauerstoff positiv geladen und das ist negativ für uns.

Zwischen Gremsdorf und Buch hoppelt ein Feldhase zwischen rapsgelben Feldern. Eine Augenweide. Eine schöne Metapher. Aber auch etwas seltsam. Ich stell mir grad zwei Augäpfel vor, die auf der Weide stehen. Da däd der Feldhas Augen machen!

Eine Krähe begrüßt lautstark den Morgen.

Der Himmel sieht aus, als wäre er in Watte gepackt. Wattewolken.

Bei Dechsendorf fällt mein Blick auf ein Schild, dass den Weg nach Möhrendorf weist. Ob es dort viele Möhren gibt? Da däd sich der Feldhas bestimmt freuen.

Das frische grün des Waldes kurz vor Erlangen sieht zum Anbeissen aus. Ach... wenn ich doch eine Giraffe wär..

Der Bus schaukelt und ruckelt. Viele Insassen schlafen. Wo wir grad bei Ruckeln sind: Im Buch chronisch gesund statt chronisch krank steht, dass die biomechanische Stimulation nach Vladimir Nazarov bei chronischen Krankheiten (und bei Hochleistungssportlern) bei der Regeneration gute Effekte hat. Ob das Ruckeln im Bus bei mir auch ein bisschen mithilft, gesund zu werden? Und ob das dasselbe Prinzip ist (Microvibration) wie die, die Katzen beim Schnurren anwenden? D.h. wenn wir summen dann können wir unsere eigene biomechanische Stimulation bewirken. Dann würde das erklären, warum Singen und Musizieren hilft. Durch Klangvibrationen. Von aussen und von innen.

Warum hilft das? Weil es das natürliche Muskelzittern (das hat man bei Sportlern beobachtet) erzeugt und Muskelzittern in einem bestimmten Frequenzbereich hilft zu heilen und zu regenerieren. Es reinigt die extrazelluläre Matrix, weil es die Muskelpumpe (hier kommt wieder der Grund, warum Bewegung die Heilung fördert ins Spiel) aktiviert. Die Aktivierung der Muskelpumpe hilft dabei Abfallstoffe abzutransportieren und es verbessert auch die Versorgung der Zellen mit Nährstoffen. Also summt und singt und ihr bleibt gsund oder werdet es.

Heimwärts seh ich an der Bäckerei, an der wir beim Busbahnhof vorbeifahren das Schild:"Tolles Wetter!"
Die haben anscheinend sehr viel Humor. Obwohl .. die Landwirt freut der Regen. Alles eine Sache der Wahrnehmung und Perspektive.

Eine Frau hat den 205er-Bus kurz vor unserem 203er verpasst. Sie fragt, ob wir den noch einholen und sie umsteigen kann. Der Busfahrer glaubt es nicht.

Kurz vor dem langen Johann funkt er seinen Kollegen an:"Kannst Du in Dechsendorf a weng warten? Ich hab an Umsteiger."
"Kein Problem" is die Antwort.
Die Frau ist glücklich und bedankt sich.

Siggsdes trotz Regn kanns doch ganz schee sei. Oder vielleicht a grod deswegn...?

Im Buchladen beim Stöbern bin ich über das Jugendbuch "Wie ich die welt in 65 Tagen besser machte" gestolpert. Da hab ich zur Verkäuferin gesagt, das möcht ich auch gern machen. Da hat sie gelacht.

Es geht um kleine und bemerkenswerte Taten, die das Leben schöner machen und Dinge und Menschen verändern können. Kleine Ursache grosse Wirkung.
"Es ist nicht nötig aufzufallen und bemerkt zu werden, worauf es ankommt ist, bemerkenswert zu sein."

In diesem Sinne, wünsche ich Euch schon heute ein schönes Wochenende!

 
Die Glaa aus ERH - Die Relativitaetstheorie Sandra Jaeger 2019
11.05. bis 17.05. auf der Cortisolspur ...

Samstag: Sodalein. Die Stecherei am Dienstag war nicht umsonst. Doppeldeutig. Der Test kostet glaub ich 36,50 Euro. Das war's mir wert. Es hat geheissen, die Hausarztpraxis meldet sich, wenn was auffällig ist. Und was soll ich sagen? Ich hatte den richtigen Riecher. Sie haben am Donnerstag nachmittag angerufen. Ich soll eine Überweisung zum Endokrineologen abholen. Wo ich denn einen solchen find, hab ich beim Rückruf auch gefragt. Sie verraten's mir.

Dann schau mer mal am Montag, was rausgekommen ist. Mich interessiert, ob er etz zu hoch, zu niedrig oder beides war.

Eine andere CRPSlerin hat auch so einen Test gemacht. Wenn noch mehr einen machen, dann könnte man die Ergebnisse mal miteinander vergleichen. Dann können wir unserer eigene Studie machen.

Gestern war ich bei einer Bekannten. Die hat einen Berner Sennenhund. Mei is der riesig! Und ist auch sehr verschmust. Ich war ganz nass hinterher. Vorgestern war ich nass, weil ich auf dem Weg zur Physio und Ergo in den Regen gekommen bin und gestern war ich vom Hund nass. Des Ergebnis war also beides mal desselbe.

Wir sind dann auch noch in den Wald weil es so schön war. Wir hamm ihrm Mann gesagt, dass wir so ne halbe Stunde weg sind. Weil es so schön war , waren wir dann aber 1,5 Stunden unterwegs. Da hat er schon angrufen und gefragt, ob alles in Ordnung ist. Der is a im Wortwörtlichkeitsmodus. Der physiologische Status is also meinem gar ned so unähnlich. Und wieder zeigt sich, dass so physiologische Zustände sich gegenseitig anziehen.

Apropos anziehen: auf dem Heimweg an der Bushaltestelle hat ein Husky den Berner Sennenhund an mir gerochen und mich ebenfalls abgeschleckt. Die Woch war a ganz schee feuchte Angelegenheit.

Dafür isses heut a weng trockener. Ich war scho im Engelgarten. Ich hab die Lizenz zum Schaukeln! Und sie ganz für mich allein. Und bin an der Aisch entlang marschiert. Die Luft is heut wieder negativ geladen. Positiv für mich :)

Und dann war ich noch am öffentlichen Bücherschrank und hab drei Bücher gefunden. Eins von Dale Carnegie, eins zu Gesichtsphysiognomie (das interessiert mich, seit mir eine andere Bekannte davon erzählt hat, die ich an dieser Stelle lieb grüße! :) und ein Buch über Aussteiger, die der Devise folgen, nur das zu haben, was sie brauchen anstatt immer mehr.

Jetzt kann ich auch mal ein paar alte Bücher einfach loswerden, die zu schade zum wegwerfen sind. Bücher müssen gelesen werden :)

Zur biomechanischen Stimulation nach Nazarov hab ich HIER etwas gefunden.

Heute geh ich noch zu einem Anti-Stress-Kurs von der VHS. Und am Montag probier ich mal Yoga Nidra aus. Mal sehen, was ich alles neues lern und ob es bei mir funktioniert. Schritt für Schritt.

Ich glaub das Gesundheitssystem ist einfach noch nicht soweit, dass es chronisch Kranken so helfen kann, wie sie es brauchen. Da müssen die chronisch Kranken selber forschen und sich auf die Suche machen, nach dem, was ihnen weiterhelfen kann. Und dann spielt der Hausarzt die Schlüsselrolle. Es ist ein bisschen so wie eine Schatzsuche. Die Jagd nach dem verlorenen Körpergleichgewicht. Das Problem ist, dass die ganzheitliche Sicht vernachlässigt wird und die Fachärzte nur immer ihren kleinen Ausschnitt sehen (der, der zu ihrer Fachrichtung gehört) und Symptombehandlung betreiben. Ich möcht aber an die Ursache ran.

Denn ich weiss inzwischen, dass sich alle Muskeln in meinem Körper ständig anspannen. Und daher kommen die Schmerzen, die Erschöpfung. Die Zellen werden nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt und die Sperrmüllabfuhr funktioniert auch nicht mehr. Deshalb auch das Lymphödem. Denn das Lymphsystem ist ja an der Sperrmüllabfuhr beteiligt.

Herzerkrankte wie meine Mama haben ja auch Wasser in den Beinen und müssen Wassertabletten nehmen. Das hängt wohl auch damit zusammen.

Und da die Zellen unter einer Nährstoffknappheit leiden, greifen sie zum Notfallprogramm und holen sich Zucker aus allem, was ihnen zur Verfügung steht. Ich hab ja auch immer Gelüste nach Zuckerhaltigem. Und wenn auch das nicht als Brennstoff ausreicht, dann greift der Körper zur Glukoneogenese und holt sich die Energie, den Zucker aus den Muskeln und baut sie ab.

Das tun sie übrigens TROTZ!! Bewegung. Trotz Aktivierung der Muskelpumpe, die für Nährstoffzulierung und die Sperrmüllabfuhr zuständig ist. Das muss mir mal einer erklären. Ich vermute mal, dass das am physiologischen Zustand des Körpers liegt. Und ein auffälliger Cortisolwert würde da ja dazu passen.

D.h. wenn ich es schaffe, die Muskelanspannung wegzubekommen (mit Yoga, Meditation, Hobbies, Arbeit, Bewegung, Homepage, MBSR und Co gelingt mir das schon teilweise), dann müßte ich damit die Bedingungen dafür schaffen können, dass mein Körper wieder heilen kann. Das Buch chronisch gesund anstatt chronisch krank gibt mir da recht. Das ist mir auch nicht durch Zufall in die Hände gefallen. Das hatte einen verdammt guten Grund.

Ihr seht also meine Sichtweise ist zum aktuellen Kenntnisstand der Medizin leider nicht kompatibel. Wußtet Ihr, dass nur 15 Prozent der Therapien wissenschaftlich fundiert sind? So ist es noch nicht lange her, dass man Menschen mit Zöliakie in die Psychiatrie gesteckt hat. Inzwischen ist man schlauer. Ich denke bei anderen Krankheiten ist es ähnlich. Wir verstehen die Zusammenhänge noch nicht, weil sie auch sehr komplex sind.

Und wenn etwas nicht so ist, wie man es braucht bzw. bräuchte und gerne hätte, dann muss man es selber machen.

Oder mit Gandhis Worten:
"Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt."

Oder ein anderes Zitat:
"Wenn du nicht in diese Welt passt, dann bist du dazu da sie entsprechend zu verändern."

Und irgendjemand muss ja damit anfangen. Also pack mer's!

In diesem Sinne, einen schönen Samstag!

Mittwoch: Die letzten Dooch (Tage) is der Bus wecher der Etzelskirchener Kerwa anders gefahren. Einmal hat der Busfahrer es zu spät gemerkt, dass er in die falsche Richtung unterwegs war und hat dann versucht die Strasse am Altenheim reinzufahren und dann wieder rückwärts auf die Hauptstrasse zurückzustossen. Das hat nix gebracht. Ausser Stau und ungeduldige Autofahrer. Die haben dem ganzen nicht so recht getraut, denn die sind stehengeblieben und haben geguckt, was er jetzt macht. Wir im Bus auch.

Irgendwann hat er es dann aufgegeben und dann auf dem Parkplatz vom Altenheim gewendet. Der Wendekreis ist nicht dafür ausgelegt. Und wir sind falsch rum in die Einbahnstrasse rein - und auch wieder rausgefahren. 15 Minuten hat er für die Aktion gebraucht. Später stieg ein Mädel zu und fragte einen Businsassen, wo wir denn so lange geblieben sind.
Der meinte drauf:"Heute sind wir sehr interessant gefahren."
Ja, so kann mer des auch sehen.

In Erlangen hatte sich ein Feldhase in die Stadt verirrt. Der arme Kerl hetzte verzweifelt durch die Gegend. Ich kann's ihm nachfühlen. So geht's mir auch immer. Ich hoffe, er hat wieder heimgefunden.

Ich erzähl meiner Haltestellenbekannten:"Im Wartezimmer lächelt kaum mal einer."
Sie:"Ich lächel im Wartezimmer a ned. Erschd hinterher wenn i widder aus der Praxis draussen bin."

Der VAG-Spruch des Tages von Peter Ustinov passt zu dem Buch, das ich grade lese "Szenen aus dem Herzen..." von Malena, der Mutter von Greta Thunberg.

"Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die eines Experten sein, der sagt: Das ist technisch unmöglich."

Die Frau von meinem Kollegen war ein Leben lang gesund und kaum beim Arzt. Jetzt hat sie was und bräuchte ne Reha. Weil sie aber nie früher immer gesund und deswegen kaum beim Arzt war, bekommt sie keine. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Neulich im Buchladen hat die Buchhändlerin ein Kleid mit lauter schwarzen kleinen Katzen an. Aufgedruckt.
Ich bin fasziniert von dem Muster (so ergeht es mir öfter) und sag:"Sie haben aber ein schönes Kleid an."
Sie lacht und bedankt sich.
Ich frag:"Haben Sie auch Katzen zuhause?"
Sie:"Nein. Immer nur Hunde."
Ich:"Mit Hunden gab's das Kleid aber ned ..."
Sie:"Das kann man auch im Fasching anziehen."
Sie hat dunkles langes Haar.
Ich:"Kleine Hexe."
Sie lacht und ich verabschiede mich mit einem:"Miau!"

Ui! Auf der Aischwiese gastiert ein Zirkus. Der Zirkus Renado is a do!

Donnerstag: In Erlangen rückt unserm Bus ein Handwerkerbusla von links viel zu nah. Unser Busfahrer hupt und schimpft. Auf dem Busla steht "Hirsch".

An der Brücke in Erlangen blühen Mohnblumen. Ein Gourmetkoch würde sagen: "rote Farbtuper an Beton"

Am Bahnsteig in Erlangen brettert ein Güterzug mit Autos vorbei, die teilweise in Planen verpackt sind. Sieht nach Neuwagen aus.
Ich zu meim Busnachbarn:"Irgendwie pervers. Die Schiene beliefert ihr Konkurrenz."
Mei Busnachbar:"Vielleicht sitzen ja Leute drin."
Ich:"Aber da is doch a Plane drauf."
Er:"Wenn ich da drin sitzen würde, würd ich auch mit Plane fahren."

Im Zug bekommen wir den Kinderspieleckenplatz. Ich weiss ned so recht wohin mit den Krücken und sitz sehr gequetscht da.
Ich:"Hm. Mit den Krücken is der Platz a weng blöd."
Mein Busnachbar nickt Richtung Tischplatte, auf der eine Landschaft für Kinder aufgedruckt ist.
"Dafür hast Du einen Ballon."
Auf meiner Seite prangt ein orangener Heissluftballon in der abgebildeten Landschaft.
Ich:"Etz hebi glei ab."
Er schmunzelt.

Ich war am Samstag auf einem VHS-Kurs zum individuellem Stressmanagement.
Die Frau (Gesundheitsmanagerin) war nett und der Kurs umsonst. Aber irgendwie war er sehr skurril. Trotz Ihrer freundlichen Art stimmte erstens die Chemie nicht zwischen uns. Zweitens war ich wegen dem Gewitter total überreizt und da funktioniert das mit dem Entspannen nur sehr schwer. Drittens war es sehr theoretisch. So ging es um Zeitmanagement und kognitives Stressmanagement ... Damit kann ich nix anfangen. Ich brauch's quadratisch, praktisch, gut.

Einen coolen Film zum Thema Stress hat sie gezeigt.

Und dann hatten wir den Praxisteil im Gymnastikraum der Kulturfabrik und da roch der Hallenboden so intensiv nach Gummi, dass mir schlecht wurde. Sie hat dann auch noch so Meditationsmusik zu ihrer geführten Muskelentspannung nach Jakobsen mit zwitschernden Vögeln und einem tropfenden Wasserhahn (so hat es sich für mich jedenfalls angehört) aufgelegt. Das ist mir zuviel Input. Sowas macht mich aggressiv. Ihre Stimme fand ich auch nicht entspannend.

Und dann hat unter uns die Band geprobt, dass der Boden bebte. Ich glaub nicht, dass da einer entspannen konnte.. Die Situation war so herrlich skurril, dass ich fast in lautes Lachen ausgebrochen wäre... Das Lachen wär für mich dann bestimmt entspannend gewesen. Für die Kursleiterin und die anderen Teilnehmer eher weniger.

Mein Higlight war die Teilnehmerin, die zu spät kam. Und sich dann mit den Worten vorstellte:"Ich hab Probleme mit meinem Zeitmanagement."
Später beim Praxisteil kam sie auch wieder zu spät. Und die Kursleiterin hatte schon Blätter ausgeteilt, was zum Ablauf erzählt. Sie beschliesst diesen Teil mit:"Hat jemand noch Fragen?"
Die Zuspätkommerin:"Kann ich auch so ein Blatt haben?"

Und dann war ich am Montag bei einem Yoga Nidra Kurs. Der war genial! Bei Birgitt Stach. Die mag ich. Die macht das mit Leib und Seele. Und das spürt und merkt man auch. Und da hat es dann im Gegensatz zum VHS-Kurs auch gepasst.
Yoga Nidra ist eine geführte Meditation zur Tiefenentspannung. Und eine Teilnehmerin (eine Freundin von mir) war so tiefenentspannt, dass ich sie kurzzeitig schnarchen hörte... ;-)

Beim VHS-Kurs ist das keinem passiert. Ich denk, das spricht für sich. :)

 
18.05. bis 24.05. Neugier und Neues

Samstag: Unser Mäher hat den Geist aufgegeben. Irgendwas ist verkeilt. Jetzt haben wir die Nase voll und uns für einen umweltfreundlichen Spindelmäher entschieden. Einhell. Mal gucken, was die einhellige Meinung ist, wenn ich das Ding zusammengebaut habe.

Gestern war Cerbomed in der CRPS-Selbsthilfegruppe. Die Erlanger Firma stellt V-Tens-Geräte her. Die sind nicht billig. Derzeit läuft noch das Kassenzulassungsverfahren. Studien zur positiven Wirkung (Schmerzlinderung) bei chronischen Schmerzen gibt es schon. Allerdings nicht zu CRPS. Off-Label (d.h. ausserhalb von Studien) wurden auch Erfolge bei Autismus und AD(H)S erzielt. Denn es handelt sich um Vagusnerv-Stimulationsgeräte. Die Firma überläßt unserer Gruppe grosszügigerweise 3 Nemo-Geräte zum Testen. Das find ich toll! Und ich werd es auch ausprobieren. Jippie! Im Gegenzug bekommt sie von uns Feedback zum Gerät, der Wirkung und der Bedienung. Das ist spannend! Die Schmerzforschung geht weiter ...!

Apropos Kassenzulassung... Meine Ergo macht ja auch Triggertherapie. Triggertherapie wird von aber nicht bei jedem Therapeuten von der jeweiligen Kasse übernommen. Bei einigen nur, wenn sie ein Heilpraktiker macht z.B. Das ist für sie ziemlich frustrierend. Weil bei Triggertherapie nachgewiesen ist, dass sie wirkt. Sprich, es wäre sogar für die Kasse günstiger, wenn die Therapie ein Ergotherapeut machen würde. Sie besteht aber auf die teuerere Kombination. Dabei ist die Ausbildung in Triggertherapie dieselbe.

Ähnlich ist es bei Brustkrebserkrankungen. Bei den wenigsten macht eine Chemotherapie Sinn. Sie ist auch sehr teuer. Und viele Patientinnen profitieren davon nicht. Im Gegenteil: sie leiden. Nun gibt es einen 3000 Euro teuren Test, mit dem man prüfen kann, ob eine Chemotherapie in diesen Fällen Sinn macht. Leider zahlen den nur die wenigsten Kassen. Obwohl der Test viel billiger ist als eine Chemotherapie!
Wer macht solche Regeln? Und warum? Warum kann man nicht auch hier mal den logischen Menschenverstand einsetzen? Oder ist der bereits dem Stresslevel im Gesundheitsbereich zum Opfer gefallen?

Die Woche kam auf einem der dritten Programme ein Themenabend zur Pflege im Krankenhaus. Wußtet Ihr dass auf eine Pflegekraft im deutschen Krankehaus bis zu 11 Patienten kommen? In den USA sind es 5! Auch in Dänemark und Schweden sind es weniger (ich glaube 7 oder so...).

Und deswegen wird nur das vorrangigste getan. Medikamentengabe, Notversorgung, Wundversorgung. Die Zeit für Menschlichkeit, der Grund weswegen viele diesen Beruf einmal ergriffen haben, ist kaum mehr da. Da kommt es dann vor, dass Patienten im Krankenhaus nicht gewaschen werden können, weil einfach die Zeit fehlt. Hinzu kommt noch, dass es immer mehr ältere Patienten und kränkere Patienten gibt. Auch die Bevölkerungsentwicklung verschärft dieses Dilemma noch. Früher hatte man selten mal einen Patienten über 80 auf der Station. Heute sind 9 keine Seltenheit. Dieser Zustand bringt die Pflegekräfte an ihre Grenzen und macht sie selbst krank. Dazu kommen noch Schichtarbeitszeiten, Stress und eine ausufernde Bürokratie. Muss das wirklich alles sein? Kann es Sinn eines Gesundheitssystems sein, dass es mehr Zeit der Bürokratie als der Zeit am Menschen und Patienten einräumt? Hat die Unmenschlichkeit auf beiden Seiten System? Das System des Kapitalismus... Ist es nicht an der Zeit, dass sich ein Gesundheitssystem, das diesen Namen auch verdient, wieder am Wesentlichen orientiert? Am Menschen!

Überlastungsanzeigen sind die Regel. Doch dagegen machen kann man nicht viel. Der Beruf ist nicht mehr attraktiv. Es ist auch keine Seltenheit, dass Kollegen/innen an freien Tagen einspringen müssen, weil die Personaldecke einfach zu kurz ist. Das System gibt es nicht her. So dienen die Überlastungsanzeigen der Pflegekräfte ihrer eigenen Sicherheit nicht auch noch für dieses Dilemma verklagt zu werden. Auch Ärzte streiken wegen der inhumanen Arbeitszeiten! Sie möchten mind. 2 freie Wochenenden im Monat. Wer kann es Ihnen verdenken? Ich frage mich wie lange das noch gutgeht. Bzw. tut es das überhaupt noch? Läuft nicht schon jetzt viel zu viel schief? Wollen wir wirklich so weitermachen? Und wo soll das noch hinführen?

Dieses Thema greift auch das Buch "Slow Medicine - Medizin mit Seele" von Victoria Sweet auf. Sie ist selbst Ärztin und berichtet davon, wie viel mehr Slow medicine (Langsame Medizin) erreichen kann.

So berichtete sie über ihren eigenen Vater, der in ein Krankenhaus kam. Sie wies auf die Fehldiagnose in der Akte hin. Leider wurde diese nicht korrigiert und ihr Vater weiterhin entsprechend der Fehldiagnose behandelt. Qualtitätsmäßig gab es nichts auszusetzen. Denn es wurde bürokratisch korrekt nach der Fehldiagnose gehandelt und behandelt. Für den Patienten, ihren Vater war dies jedoch fatal. Es ging ihm immer schlechter. Erst als die Familie entschied ihn aus dem Krankenhaus auf eigene Faust nach Hause zu holen, erholte er sich. Dabei war er von der Ärzten im Krankenhaus zum Sterben entlassen worden. Das hat selbst sie entsetzt. Denn wenn schon eine Ärtzin nichts gegen ein falsch laufendes System ausrichten kann, was sollen dann Laien dagegen ausrichten können?

Ein weiterer eindrucksvoller Fall, war ein Mann, der mit Brustschmerzen zu ihr kam. Sie stand am Anfang ihrer Karriere und wußte nicht weiter und überwies ihn ins Krankenhaus. Dort diagnostizierte man eine Bronchitis und schickte ihn nach Hause. Dann kam er erneut zu ihr, weil es ihm immer schlechter ging. Sie diagnostizierte dann ein Bauch-Aneurysma und schickte ihn erneut ins Krankenhaus, wo man den Mann allerdings erneut mit der Diagnose Bronchitis nach Hause schickte. Das machte sie wütend. Da ergriff ihre damalige Krankenschwester die Initiative fuhr zu dem Mann und fuhr ihn (mit sanftem Druck, denn er hatte aus verständlichen Gründen inzwischen die Nase voll) ins Krankenhaus. Gleichzeitig bat Dr. Sweet einen Arzt, der ihr noch einen Gefallen schuldig war und der sich mit Aneurysemen auskannte, den Mann anzusehen. Dort riss das Aneurysma und er wurde sofort operiert. Ohne die Einmischung und den sanften Druck der Krankenschwester und den Mut und die Initative der Ärtzin, wäre der Mann ein Opfer der Fast Medicine geworden. Die zwar diagnostisch und gerätemedizinisch top ist, aber leider den Patienten nicht mehr richtig zuhört und auch nicht die Zeit bekommt die richtigen Schlüsse zu ziehen oder einmal gestellte Diagnosen wieder in Zweifel zu ziehen.

Ähnliches hab ich ja auch auf meiner Tour durch das Gesundheitswesen erfahren. Man fühlt sich verwaltet. Es ist eine Gesundheitsversorgung aber keine Lösung.

Und zu ADHS kam auf Arte dieser Beitrag ADHS ein Leben lang.

Mir ist aufgefallen, dass, wenn man im Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsmodus (physiologischem Stress) steckt, nur die negativen Dinge sieht. Dabei gibt es auch positive. Auch wenn Dinge schlecht laufen. Die sieht man dann aber nicht mehr. Auch bei sich selber. Man ist sich nicht mehr der Dinge bewußt, die man täglich leistet. Und sieht nur die Probleme. Dabei gibt es auch jeden Tag Dinge, die man gut gelöst hat. Wenn Ihr als chronisch Kranke oder Stressgeplagte aus diesem Modus herauskommen wollt, dann hilft es, dass Ihr Euch jeden Tag klar macht, was Ihr postivives geleistet habt. Was Ihr gut gemacht habt. Was schön war. Am Anfang ist das sehr schwer. Aber je öfter man es macht, desto leichter fällt es auch die schönen und guten Dinge wieder zu sehen.

So wirkt auch Psychotherapie: sie verändert den Blick , Eure Perspektive mit der Ihr die Welt wahrnimmt. Also im Endeffekt Eure Wahrnehmung. Steckt Ihr in einer der drei Stressmodi fest, dann seht Ihr die Welt als Gefahr, dunkel, düster. Ist ja logisch. Und muss auch in einer echten Gefahrensituation so sein! Physiologisch ist das sinnvoll! Im normalen Alltag ist das aber eher hinderlich. Diese Sicht macht nämlich problematische Situationen für Euch noch schlimmer. Sprich man tut sich damit einfach keinen Gefallen. Denn der normale Alltag besteht aus Interaktion und Kommunikation mit anderen. Das geht aber dann nicht mehr. Dysfunktionale Kommunikation, Missverständnisse und noch mehr Frust und Wut sind die Folge!

Ihr könnt Euch das wie bei einem Kurzsichtigen vorstellen, der dann auf einmal eine Brille bekommt. Auch er wird die Welt mit Brille ganz anders wahrnehmen. Im Gefahrenmodus tragt Ihr eine schwarze Brille. Im Entspannungsmodus ist sie klar und hell. Nein nicht rosarot. Da sind dann wieder andere Neurotransmitter am Werk ;-)
Allerdings könnt Ihr im Gefahrenmodus (Stressmodus) auch keinen Sex haben. Ihr seid nicht empfänglich für Berührungen und Nähe. Physiologisch logisch. Ich frage mich, ob man sich im Gefahrenmodus verlieben kann. Aber ich denke mal aus den angeführten Gründen dürte das sehr schwierig bis unmöglich sein... Denn Ihr wollt ja auch nicht mit dem Säbelzahntiger knutschen...

Eine Bekannte hat mir erzählt, dass ihr das auch schon im Umgang mit ihren Kindern aufgefallen ist. Solange sie klein und süß sind (was immer das bedeuten mag), hat sie ihre Kinder für alles, was sie geschafft haben, gelobt. Jetzt sind sie Teenager. Und heute fallen eher Sätze wie: "Räum dein Zimmer mal wieder auf! Trag den Müll raus... Mach Deine Hausaufgaben ..." Ihr wisst, was ich meine. Ihr Sohn hat sie mal drauf angeprochen:"Du siehst gar nicht mehr die Dinge, die ich alle toll mache!"

Denk ich jetzt an die Arbeit dann fällt mir aber auch hier auf, dass auch dort immer weniger gelobt wird. Das ist schade. Denn nichts läßt mein Herz vor Freude höher schlagen, als wenn mir jemand ein ernst gemeintes echtes ehrliches und aufrichtiges Lob oder Danke entgegenbringt. Oder wenn ich selbst ein aufrichtiges Danke jemandem entgegenbringen kann! Das ist uneheimlich schön! Und tut unheimlich gut! Ein wunderbares Gefühl! Menschlich, ehrlich, aufrichtig! Von Chefs ist Lob zur Mangelware geworden. Das ist traurig. Hiess es nicht mal fordern UND fördern? Mir scheint, das zweite ist inzwischen in Zeiten des Hire und Fire und des immer stressiger werdenden Alltags abhanden gekommen. Genauso wie die gegenseitige Wertschätzung.

Als ich neulich mit meinem Kollegen über das neue Grossraumbüro gesprochen habe, meinte der, da kann man doch nicht arbeiten, wenn man sich ständig wie auf der Flucht fühlt.

Sprich ich sehe die Parallellen zum Verlust der Menschlichkeit nicht nur im Gesundheitssystem sondern auch in den Familien, in den Firmen, in den Vereinen (die kaum noch Menschen finden, die Führungsrollen übernehmen).... Das ist nicht nur ein selektives Phänomen. Sondern ein generelles... Der Stress tut uns als Gesellschaft nicht gut. Eine Gesellschaft , die ständig auf der Flucht ist, hat keine Zeit für Menschlichkeit. D.h. für unseren Lebensstandard bezahlen wir einen hohen Preis. Mit dem Klimawandel, mit Krankheiten und dem Verlust der Menschlichkeit. Wollen wir das wirklich?

Bei meinen Kollegen jedoch gibt es das noch. Dass und wenn man sich gegenseitig aus der Patsche hilft. Wenn man ein Problem in Zusammenarbeit miteinander erfolgreich gelöst hat. Und wenn einem die Kollegin eine gebastelte Herzchen-Dankesmail schickt, geht mir das Herz auf und ich freue mich wie ein kleines Kind. Und strahle über's ganze Gesicht, weil ich mich so freue. Menschliche Wärme. Geborgenheit. Ein Platz, an dem ich mich wohlfühlen darf und kann. Sicherheit. Das Gegenteil von Stress und Hektik.

Dieser soziale und wertschätzende Umgang miteinander scheint in der immer stressiger werdenden Zeit immer mehr auf der Strecke zu bleiben. Logisch kann ich das nachvollziehen, denn wenn man sich auf Arbeit und im Alltag grad so fühlt als würd man im wahrsten Sinne des Wortes ums Überleben kämpfen, dann ist man im Kampf-, Flucht-, Erstarrungsmodus (je nach Handlungsfähigkeit). Und dieser Modus ist nicht kompatibel zu sozialer Interaktion. Ihr würdet den Säbelzahntiger ja auch keine Herzchen schicken... sondern die Beine in die Hand nehmen... (auch eine merkwürdige Metapher...).

Apropos Beine in die Hand. Jaja, ich nehm wieder alles wortwörtlich... Ich hab die letzte Woche zwei Einbeinige getroffen. Und finde es bewundernswert wie sie damit umgehen. Der eine war mit seiner Frau oder Freundin joggen und trug so eine federungsfähige Prothese (sieht ziemlich abgespaced aus) und der andere saß mir im Bus gegenüber, krempelte seine Hose hoch, nahm seine Prothese ab und zog eine Art Strumpf über seinen Stumpf und legte dann die Prothese wieder an. Hätte ich das nicht gesehen, wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass er nur noch ein Bein hat. Es wär mir gar nicht aufgefallen.

Solche Menschen sind für mich die wahren Helden.

Ähnlich wie bei meinem Kollegen, dessen rechter Arm von Geburt an komplett gelähmt ist. Es fällt nicht auf, wenn er tippt und a arbeitet. Er arbeitet sogar noch härter und ist perfektionistischer als andere. Warum? Weil er es nicht anders kennt. Weil er immer schon kämpfen musste. Wie alle es tun und müssen, die nicht ins Schema F passen und anders sind.

Heutzutage macht dieses sich zwanghafte in eine Form pressen lassen, aber immer mehr Menschen krank. Nie gab es so viele psychisch kranke Menschen wie heute. Warum ist es in einer Gesellschaft, die sich für so fortschrittlich wie die unsere hält, nicht möglich Menschen so zu akzeptieren wie sie sind? Des is fei a ned grod as gsündeste...

Im VAG-TV werden immer Umfragen gezeigt. Über 70 Prozent der Deutschen sind danach der Meinung, dass die Kasse den Test auf Trisomie übernehmen solle. Ich kann verstehen, wenn man mit einer Behinderung hadert, aber wo zieht man da die Grenze? Ist denn jede Behinderung gleichzusetzen mit nicht lebens- und liebenswert? Meine Schwester ist behindert und ich schätze und liebe sie sehr. Ich habe viel von und mit und durch sie gelernt.

Wenn wir schon vor der Geburt alles aussortieren, was die Gesellschaft als krank bzw. nicht funktionsfähig definiert, was sind wir dann für eine Gesellschaft? Eine Gesellschaft, in der jeder perfekt funktionieren soll und muss.. Ist das wirklich erstrebens- und lebenswert?

Können wir nicht viel von Menschen lernen, die und weil sie anders sind? Lehren sie uns nicht erst das, was Menschlichkeit bedeutet? Ich denke schon.

Und wenn wir nur die Dinge bei diesen Tests als gesund akzeptieren, die wir uns für unsere Kinder wünschen, würden wir dann nicht erstens Gott spielen und zweitens dieselben Fehler machen, die wir schon bei der Züchtung von Pflanzen und Tieren begangen haben?

Überzüchtete Katzen- und Hunde-Rassen mit zu wenig Fell, die im Winter frieren und im Sommer Sonnenbrand bekommen, Schäferhunde mit Hüftproblemen, Hunde und Katzen, die wegen ihrer kurzen Nase Atemprobleme haben... Können wir es denn wirklich besser? Oder meinen wir das nur? Gut gemeint und gut gemacht sind immer noch zwei Paar Stiefel... (keine Ahnung, was Schuhe in diesem Zusammenhang zu suchen haben...)

Wann werden wir endlich aufwachen und erkennen, dass Vielseitigkeit und Diversität kein Fluch sondern ein Segen für die Zukunft der Menschheit sein kann...? Ich hoffe: BALD!

Denn ich bin es leid, wenn ich von meiner Behinderung und der meiner Schwester erzähle ein:"Das tut mir aber leid." zu hören. Ich will dann immer schreien: "WARUM??? Du kannst doch nix dafür!"

Anstatt darauf neugierig zu sein und zu fragen: "Und wie ist das so?"
Es ist spannend, ein Abenteuer , menschlich, anstrengend, eine Herausforderung. Es gibt Höhen und Tiefen wie überall im Leben. Grenzt uns nicht aus. Lasst Euch auf uns ein!

Wenn uns unsere Behinderung nicht behindert, dann sollte sie dasselbe bei Euch auch nicht tun! Und wenn Euch das nicht überzeugt, dann denkt daran, dass es immer der Kontext ist, der einen "behindert". Schizophrene z.B. gelten in manchen Kulturen als Heilige. Aber nicht in unserer... Nun verratet mir mal welche Kultur forschrittlicher ist...

Sonntag: Im gestrigen Krimi auf dem Zweiten fiel gestern das Wort "entmietet". Ein wie ich finde seltsamer Begriff.
Ich murmle vor mich hin:"Entmietet... entmietet... Mama, wenn mer stirbt, is mer dann entlebt?"

Was ist jetzt die einhellige Meiung zum Einhell Spindelmäher? Ich hab ihn gestern zusammengebaut. Die Schrauben gingen noch halbwegs mit meinen Dystoniehänden. Kleine Schrauben kann ich z.B. gar nicht anziehen.. das kriegen meine Hände und Finger überhaupt nicht mehr gebacken. Weil ich das am alten 70iger Jahre Gedenk-Ergometer von meiner Schwester ausprobieren wollte. Die Pedale haben wir schon mal ausgetauscht. Das könnte ich heute nicht mehr. Wenn da ne Schraube abfällt, dann kann ich es auch nicht ändern. Und meine Mama mit 76 bringt das mit ihren Händen und mit ihren Augen (so gut sieht sie nimmer) auch nicht hin. Deshalb isses dann halt so.

Wir hamm ja insgesamt zu dritt einen Gdb über 200. Meine Schwester hat das Merkzeichen "H" für hilflos. Woraufhin mein Kollege witzelte: "Hilflos in Höchstadt" statt "Schlaflos in Seattle...".
Wobei .. wenn mir eines ned sin, dann hilflos. Mir finden immer einen Weg. Es is dann halt ned immer der direkteste. Aber sicher der lehrreichste.

Wobei ich langsam den Eindruck hab, dass es bald keine Menschen ohne gesundheitliche Einschränkung und Gdb um mich rum mehr gibt... Ein neues Gesellschaftsphänomen? Wahrscheinlich is des symptomatisch für unsere Gesellschaft...

In 15 Minuten war der Mäher fertig. Ich lieb es ja immer was zusammenzubauen. Dabei muss man sich konzentrieren. Und konzentrieren ist ja gut zum Überschreiben des Schmerzgedächtnisses und des CRPS. Ich sitz dann immer die Einzelteile penibel um mich rum sortiert am Boden (das Hochkommen hinterher ist ein kleines Problem...) und wusel mich durch die Aufbauanleitung. Wobei mir einfach bebilderte am liebsten sind. Da hab ich schon bessere gesehen. Aber auch schon schlechtere. Die Bilder sind vorne und die Textanleitung dazu ein paar Seiten weiter. Das finde ich etwas unglücklich, weil man ständig vor und zurückblättern muss. Und die Bilder sind auch nicht immer so optimal, wenn man die Stelle, an der man grad was befestigen muss auf dem Bild leider nicht erkennen kann. Wo soll das sein? Irgendwann hat es dann "gschnaggelt" (so sagte meine Handarbeitslehrerin immer - an dieser Stelle einen schönen Gruss). Ich war mir zwar dann am Ende nicht sicher, ob es wirklich so gehört, aber das Mähen hat dann funktioniert.

Ich muss zwar immer etwas gucken, wo jetzt vorn und hinten ist (hinten hängt der Fangkorb) und bei hohem dickerem Gras und leichter Unebenheit muss man schon Kraft aufwenden. Weil ich sie nicht in den Beinen und Händen mehr habe, schiebe ich mit dem Bauch. Der ist ja noch da.

Wo es etwas höher war (weil ich ja schon am Mittwoch mähen wollte, da allerdings der alte Mäher keinen Mucks von sich gegeben hat), war es etwas mühsam. Da ich mich am Mäher festhalten kann, geht das ohne Krücken. Ich musste halt mehrmals pausieren. Solange kann ich das nicht am Stück.

Vielleicht wird das CRPS ja durch die körperliche Anstrengung und die Bewegung besser. Ohne Kabel, ohne Strom mäht es sich auf jeden Fall mit gutem Gewissen. Und wenn man das Gras mäht bevor es so hoch ist, geht es auch leichter. An den zwei anderen Flächen im Garten ging es ganz locker. Nur den Mähprozess muss man etwas abändern und in Bahnen hin und hermähen, weil er im Rückwärtsgang nicht mäht. Leiser ist er auch. Scheppert aber schon etwas vor sich hin. Aber kein Vergleich zum Dröhnen der Benzin- und so mancher Elektromäher.

Also ich bin zufrieden. Das Gras ist gemäht. Was will frau mehr? Und den Weg ins Fitnessstudio kann man sich dann auch sparen, wenn man mit Muskelkraft mäht.

Apropos Dröhnen alter Mäher... Der alte Benzinmäher von unserem Nachbarn hat jetzt (Gott sei Dank! der war irrsinnig laut!) anscheinend auch endlich den Geist aufgegeben. Jetzt hat er einen neuen kleineren mit mehr Kunststoff. Ohne Kabel. Das wird dann ein Elektroakkumäher sein. Der ist ja fast leise gegen den alten! Meine Hyperakkusis freut's. :)
Er mäht auch immer die Wiese vom Nachbarn mit. Mittendrin musst er dann aber aufhören. Da war wohl der Akku alle.

Er hat angefangen, nachdem ich angefangen hatte zu mähen. Ist Euch schon mal aufgefallen, dass Rasenmähen irgendwie ansteckend ist? Sobald einer damit anfängt, folgen die Nachbarn auch. Muss ein Virus sein. Morbus Mäheritis.

Ist Euch auch aufgefallen, dass es inzwischen immer mehr Elektrogeräte gibt, die man früher nicht gebraucht hat? Lautstarke Laubbläser, Laubsauger statt dem analogen leisen Kehrbesen? Ne ganz schöne Lärmverschmutzung. Die sicher auch gesundheitsschädlich ist. Denn Lärm verursacht ja Stress. Und Stress ist die Ursache vieler Krankheiten (Herzkreislauferkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Diabetes, Akne, Asthma, Myome, Zysten, Krebs ....).

Leider kann man die Dinger auch nicht mehr einfach um die Ecke reparieren lassen. Es ist ja heute aufgrund der Elektronik und der damit verbundenen Komplexheit der immer digitaler werdenden Geräte auch für Fachleute nicht mehr möglich sie so einfach zu reparieren. Stattdessen muss dann oft das ganze Bauteil ausgetauscht werden. Und da das oft teurer ist als ein neues Gerät zu kaufen, rentiert es sich nicht mehr. Der Elektroschrottberg wächst. In Zeiten , in denen Ressourcen immer knapper werden, müsste wieder ein Umdenken stattfinden. Nur ist das ja nicht im Interesse der Gerätehersteller. Die ja immer mehr verkaufen wollen um ihren Profit zu steigern. Deshalb wird in Geräten eine geplante künstliche Obsoleszenz eingebaut. Ein Maximalhaltbarkeitsdatum.

Ich hab mal gelesen, dass ein Staubsauger, Laubsauger, Auto und Co gar nicht so laut sein müßten. Nur wenn was leise ist, dann glauben wir Menschen nicht, dass es funktioniert. Und deshalb bleibt es bei der Lärmverschmutzung. Unter der leiden dann nicht nur wir, sondern auch die Natur um uns rum. Vögel, Eichhörnchen, Insekten ... Wie unter der Lichtverschmutzung halt auch. Viele Gemeinden verwenden deshalb inzwischen weniger helles Licht um dem weiteren Insektensterben vorzubeugen. Denn die verglühen, verbrennen dann ja an den Lampen, weil sie vom Licht angelockt werden. Summ, summ, summ Bienchen ,zisch... weg war es...

Hummeln lieben lila hab ich gelesen. Und rein physikalisch dürften sie gar nicht fliegen können. Gut, dass es sie nicht interessiert. Auf den Wildblumenwiesen kann man sie noch sehen. In den Wohngebieten sind sie selten geworden. Kein Wunder. Denn wo man früher Hecken als natürliche Begrenzungen pflanzte (aber die muss man ja schneiden und das macht Arbeit), ragen heute Gabilone (ich wusste anfangs nicht, was das ist und hab "Gabi ohne..." verstanden und mich gefragt, ohne was?!?) Drahtgitter aufgefüllt mit Steinen in die Höhe.

Kies und Schotter ist heute öfter in Neubaugebieten im Garten zu finden, als Gras und Pflanzen. Es gibt schon Gemeinden, wo in Neubaugebieten, eine Ausgleichsbepflanzung im Garten mit entsprechenden Bäumen vorgeschrieben ist. Das ergibt ja aus diesem Grund auch Sinn.

Apropos Eichhörnchen.. Gestern bin ich den Kellerberg heimgelaufen und da saß in der einen Kiessquerstrasse eine Katze und guckte fasziniert nach oben. Ich streichle Katzen ganz gern (Ergotherapie und Anti-CRPS-Therapie) und versuchte sie anzulocken. Es funktionierte nicht. Sie war hochkonzentriert auf etwas anderes. Ich folgte ihrem Blick und dann nahm ich im Gestrüpp eine leichte Bewegung wahr. Ein dunkles Eichhörnchen. Das wiederum die Katze im Blick behielt. Eine Zeit lang starrten sie sich unbewegt gegenseitig an, dann sprang das Eichhörnchen blitzschnell auf den Baum und schien von oben runterzufeixen. Die Katze liess es weiterhin nicht aus den Augen. Irgendwie fand ich das witzig.

So... hab im Buch von Dr. Sweet zu Slow Medicine weitergelesen. Spannend! Besser als der Krimi gestern abend. Medizin als Handwerk und Kunst. Denn es ist eine Kunst in den Menschen zu lesen und ihnen ihre Symptome aus der Nase zu ziehen. Deswegen braucht man als Arzt auch soziale Fähigkeiten. Bei manch einem Arzt hab ich da aber auch schon vermisst. Teilweise fällt sie wohl auch der Wirtschaftlichkeit und dem Stress zum Opfer. Schade.

Handwerkskunst sozusagen. Irgendwie schön. Passt gar nicht mehr so zur Gerätemedizin. Auf der einen Seite ist die Fast medicine was gutes, weil man akute Krankheiten heilen kann, an denen man früher gestorben ist. Auf der anderen Seite versagt Fast medicine bei chronischen Erkrankungen, die immer mehr auf dem Vormarsch sind.

Wahrscheinlich muss man auch hier abwägen bzw. die richtige Dosis zwischen fast und slow finden. Genauso sehe ich es bei der Digitalisierung. Auch dort sollte man überlegen, wo Digitalisierung Sinn macht und wo nicht. Denn zuviel einer guten Sache, war noch nie gesund. Zuviel Wasser ist ja auch tödlich.
Oder wie Paracelsus sagte:"Die Dosis macht das Gift."
Ich denke, das kann man auf alle Bereiche des Lebens übertragen. Denn viele Menschen und der Körper und die Seele derselben ist inzwischen aus dem Gleichgewicht geraten. Auch meiner. Die Folge ist bei mir das CRPS. Bei anderen ist es Diabetes, Hörsturz, Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz, Alzheimer, Parkinson, MS ....

Es scheint so als wäre die ganze Welt aus den Fugen und aus dem Gleichgewicht geraten. Und wenn wir an einer Stelle flicken, dann reicht es woanders nicht mehr. Wie eine Decke, die zu kurz ist. Da können wir noch solange dran ziehen...

Dr. Sweet besinnt sich wieder auf die Ursprünge der Medizin. Den ganzheitlichen Ansatz. Dem Infragestellen von Diagnosen, die keinen Sinn ergeben. Die detektivische Suche nach der Ursache. Und da will ich ja auch hin. Dabei begegnet sie dem Buch "Bedside Diagnostic Examination von Degowin" , den Büchern von Jung und dem Heilwissen der Hildegard von Bingen. Nie war es so aktuell wie heute. Das sind übrigsten die nächsten Bücher, die ich lesen werde. Meine Suche geht weiter. Es hat was von einer Suche... ich folge den Brotkrumen. Wahrscheinlich muss jeder im Leben seinen eigenen Spuren folgen. Ich bin gespannt wo und zu wem sie mich noch hinführen. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr mich gern begleiten. Vielleicht kann ich Euch auch damit helfen, Euren eigenen Weg zu finden. Denn wir sind wohl alle auf der Suche. Nach Sinn und einem Platz im Leben.

Noch was habe ich in den vergangenen Wochen und Monaten gelernt. Wenn man sich gegen Dinge nicht mehr auflehnt , sie ablehnt, sondern akzeptiert, wird es leichter. Man muss nicht mehr so sehr kämpfen. Die Leichtigkeit des Lebens kann so auch in Krisen ins Leben zurückkehren. Akzeptieren, wie es jetzt ist, ohne zu bewerten. Denn es ist ja nicht gesagt, dass es morgen auch noch so ist. Denn 99 Prozent von dem , worüber wir uns Sorgen machen, treten gar nicht ein.

Im VAG-TV im Bus war diese Woche die folgende Frage zu lesen. "Was wirkt sich nach Meinung der Deutschen auf ihr Wohlbefinden am meisten aus?"
Die Antwortmöglichkeiten waren: A: Gutes Essen. B: Eine gute finanzielle Beratung und C: Sport.
Die Antwort hat mich überrascht, verwirrt und entsetzt...
B hat gewonnen. Mit über 70 Prozent!
Dabei wäre Essen und Bewegung aus gesundheitlichem Gesichtspunkt und allem, was ich bisher in den letzten 5 Jahren lernen durfte die richtige Wahl. Es fehlt noch Familie und Freunde. Denn Geld kann man nicht essen. Und Gesundheit kann man nicht kaufen. Genausowenig wie Freunde und Familie übrigens. Wenn die Mehrheit so denkt, finde ich das traurig und sehr bedenklich. Ist das jetzt symptomatisch für unsere Gesellschaft?

Vertraut auf die Heilkraft Eures Körpers, die Ihr ja bei jedem Kratzer, jeder Schnittwunde sehen könnt (aber wahrscheinlich gar nicht wahrnehmt). Denn auch heute noch gibt es Spontanheilungen, die die Medizin nicht erklären kann. Auch davon berichtet Dr. Sweet. D.h. ihr könnt aus eigener Kraft sehr viel erreichen. Auch durch Eure Gedanken. Wenn Ihr Euch nur Sorgen macht, düsteren Gedanken ihren Lauf lasst, dann wirkt sich das auch auf Euren Körper und Eure physische und physiologische Gesundheit aus. Denn dann verstärkt Ihr in Eurem Gehirn die neuronalen Pfade der Düsternis. Aus ihnen werden Autobahnen, die sich in Folge dessen auch auf Euren Körper auswirken. Und dann landet Ihr im Feindlichkeitsmodus (Erstarrungsmodus) und seid zu keiner funktionalen Kommunikation mehr fähig. Nehmt alles, was im Leben schief läuft persönlich, dabei ist das nur menschlich und hat mit Euch wenig bis rein gar nichts zu tun.

Wenn Ihr stattdessen jeden Abend an die Dinge denkt, die gut gelaufen sind, die Ihr gut gemacht habt (lobt Euch mal!), für die Ihr dankbar seid (genug zu Essen, eine Arbeit, Aufgabe, ein Dach über dem Kopf, Eure Familie und Freunde ...) dann verstärkt Ihr die neuronalen Pfade in Eurem Gehirn, die Eure körperliche Gesundheit erhalten, fördern und auch wiederherstellen können.

Hippokrates hat mal gesagt:"Es kommt nicht darauf an, welche Krankheit ein Patient hat, sondern welcher Patient welche Krankheit hat."
Jetzt versteh ich wie und was er damit gemeint hat. Derjenige, der sich nicht unterkriegen läßt (oder neudeutsch: resilient ist), bei dem wird die Kranheit einen anderen Verlauf nehmen als bei jemandem, der sich mit der Krankheit voll und ganz identifiziert, sein ganzes Handeln und Denken darauf ausrichtet. Das kann soweit kommen, dass dieses Leben dann nicht mehr als lebenswert empfunden wird. Depressionen und Selbstmord kommen z.B. auch bei CRPS vor. Aber auch das Gegenteil. Ihr habt es selber in der Hand für welche Richtung Ihr Euch entscheidet. Eure Gedanken bestimmen Euren Weg und letztentlich Euren Krankheitsverlauf.

D.h. jetzt nicht, dass Ihr mit den richtigen Gedanken immer ganz gesund werdet, aber dass Ihr leichter damit durch's Leben kommt. Und auch der Verlauf der Krankheit kann sich dadurch verändern. Warum sollten wir dieses Wissen nicht zu unserem Wohl nutzen?

Bedenkt, dass nur 15 Prozent der medizinischen Therapien wirklich wissenschaftlich bewiesen sind. Wir leben in einer Zeit, in der die Forschung schneller denn je voranschreitet... D.h. für Krankheiten, für die es derzeit keine Heilung und nur Linderung gibt, kann schon in Kürze ein Heilmittel gefunden werden. Also lasst Euch nicht entmutigen.

Es geht weiter, solange Ihr weitergeht.

Auf Arbeit zitierte mein Kollege neulich aus Monty Python aus dem Papagei. Ich gebe zu, dass ich Monty Python nur vom Namen her kenne. Meine zwei Kollegen sind entsetzt. Erstens, weil das anscheinend zum Allgemeingut gehört. Zweitens weil ich ja mit python angefangen habe, und das seinen Namen trägt. Das wusste ich.

Sie tauschen Sprüche und Zitate aus, die mir nix sagen. Und meinen ich soll mir das unbedingt angucken.

Dann nehm ich in einem anderen Kontext wieder was wortwörtlich, was ein Witz war oder Sarkasmus oder Ironie (ich kann das nicht immer erkennen) und mein Kollege meint:"Naja, vielleicht ist der Humor von Monty Python doch nix für Dich..."

Ich hab Euch noch nicht verraten, was beim Cortisoltest rausgekommen ist. Also früh war er bei mir zu hoch. Am Abend dann im unteren Normbereich. Also die gute Nachricht ist, dass er nicht im Dauerhoch bleibt. Sonst hätt ich andere Probleme.

Damit würde also meine Theorie von der Glukoneogenese passen. Denn dafür müsste ja der Cortisolspiegel zumindest zeitweise zu hoch sein. Und das scheint ja bei mir der Fall zu sein. Jetzt müsste ein Endokrineologe halt rausfinden, warum das so ist. Ist das nur ein weiteres Symptom oder die Ursache? Und wenn es die Ursache ist, wie krieg ich das wieder hin?

Eine Überweisung zum Endokrineologen hab ich bekommen. Die ich sogar noch dieses Quartal einlösen kann. Dafür verwirrt mich jetzt die Rechnung. Denn ich hatte über 30 Euro in der Praxis bezahlt und dachte damit sei es erledigt. Nun habe ich vom Labor auch noch eine Rechnung über 20 Euro bekommen. Auch dort sind aber wieder Praxisleitungen aufgelistet. Wenn es nur die Hälfte gewesen wäre, hätte ich es auch verstanden. Dann hat sie den 2.ten Test vergessen... Aber zwei unterschiedliche Beträge das verwirrt mich jetzt doch. Dann werd ich mal anrufen und versuchen das zu klären. Vielleicht war das ne Fehlinformation. Aber dass es dann fast doppelt so teuer ist, als wie man es mir gesagt hatte, ist auch seltsam. Ich bin mal wieder verwirrt. Aber das ist ja nix neues. In der Praxis ist ja auch immer viel los. Vielleicht ist da was durcheinandergeraten. Denn beim letzten Rezept war die Dosis von dem Medikament für meine Mama auch nur die halbe. Und das Rezept ist damals schon versehentlich mit dem Rezept eines anderen Patienten (die pappen immer zamm) mit in der Apotheke nebenan gelandet. Das hat die nette Apothekerin dann aber telefonisch geklärt. Und ich musste das "schwere" (das ist Ironie) Rezept auch nicht nübertragen. Ich hatte ja Glück. Wenn derjenige es in einer Apotheke in Buxtehude oder so eingelöst hätte, dann wär es ein Problem gewesen, aber dann hätten sie's auch neu ausgestellt. Sprich: es gibt immer eine Lösung.

So ganz Datenschutzkonform is des aber a ned. Aber es ist halt menschlich. Wo viel los ist, ist Stress und wo Stress ist, das passiert sowas halt. Und wenn es immer weniger Hausärzte gibt, braucht mer sich a ned drüber zu wundern... die tun was sie können. Respekt!

Die Bürokratie macht genau denselben Fehler wie die Gerätemedizin. Sie sieht die Menschen als Maschinen. Auch in den Firmen, der Wirtschaft ist dieser Trend inzwischen angekommen. Wir sollen funktionieren wie gut geölte Maschinen. Man spricht nicht mehr von Mitarbeitern sondern von menschlichen Ressourcen (human ressource). Und was passiert mit Ressourcen? Die beutet man aus.

Und jede Maschine, Ressource soll genau gleich gut funktionieren. Wir bleiben aber Menschen... Zumindest hoff ich das doch sehr ... und ich für meinen Teil möchte noch viele davon kennenlernen. Ich höre nämlich gerne Geschichten. Ich hab mal gelesen, dass es anderen Menschen auch so geht. Davon lebt ja der Buchhandel und die Kino- und Filmindustrie.

Jeder von uns ist verschieden. Und jeder von uns "funktioniert" etwas anders. Das nennt man auch Neurodiversität. Und das ist auch gut so. Denn jeder hat seine besondern Stärken und Fähigkeiten und nur im Zusammenspiel mit anderen können sie zur Geltung und vollen Entfaltung kommen. Zum Nutzen und zum Wohle aller. Leider hat sich das in der Wirtschaft noch nicht überall herumgesprochen. Dabei predigen Wissenschaftler (Neurowissenschaftler, Psychologen, Morphologen, Philosophen, Soziologen ...) dies bereits schon lange! Aber heutzutagen hört man nicht mehr auf sie. Weil andere Interessen mehr zählen, auch wenn sie für die Gemeinschaft und Gesellschaft schädlich sind. Ob wir das Rad noch drehen können?

Wenn Ihr heute noch nix vorhabt: im Rot-Kreuz-Altenheim in Etzelskirchen ist heut ein Fest. Es gibt wieder alte Traktoren zu bestaunen, jemand "schnitzt" mit der Kettensäge Skulpturen (also für Geräuschempfindliche eher weniger zu empfehlen), es gibt eine Rot-Kreuz-Ausstellung und man kann die Rettungsfahrzeug der Rettungswache begucken. Einen Basar von Werken der Insassen gibt es auch und auch was zu essen und Musik.

Und im Engelgarten gibt es heute im Rahmen des Gesundheitsjahres einen Gesundheitstag. Mal sehen.. vielleicht sehen wir uns ja dort...

Lustig... grad bekomme ich (ich hab mir ein englisches gebrauchtes Buch bestellt) eine Mail mit einer wohl durch einen Algorithmus erstellten Übersetzung. Die klingt sehr schräg.
Kostprobe:
"Lieferungen können diese Weise, aber die meisten Aufträge überhaupt länger dauern kommen Sie schnell durch Gewohnheiten. Wir sind hier, Sie zu dienen und würden von der Weise, Ihre Zufriedenheit sicherzustellen erlöschen."

Ich hoffe jetzt nicht, dass ich oder jemand anders erlöschen wird... und das würde ich auch meinen Kunden nicht wünschen. ;-)
Deutsch zum Davonlaufen... Es gibt also immer noch Felder, in denen Menschen (hier ein Übersetzer oder zumindest Mensch, der einige Deutschkenntnisse besitzt) den Algorithmen (Geräten und der Digitalität) noch überlegen sind.
Aber ich muss sagen, der Schmunzelfaktor ist schon herrlich :) Ob es Algorithmen schon zum Komiker bringen? Ich hatte schon oft was zum Lachen, wenn z.B. in einer Software die Refresh-Schaltfläche mit dem Wort "Erfrischen" übersetzt wurde. Das war wirklich mal ein erfrischender Übersetzungsfehler. Auch wenn sie zumeist wohl unbeabsichtigt sind. So trägt die Digitalität doch zum heutigen Humor bei. Durch ihre Skurrilität.

Heute gibt es mal wieder einen analogen Comic... mit Störchen... die nutzen die Gelegenheiten, die sich ihnen bieten... Ich hoffe, Ihr tut es auch!

Ich wünsch Euch noch einen schönen Sonntag!

Montag: Gestern bin ich mal am Altenheim vorbeigelaufen. Die hatten ihr Festla. Aber da warn mir viel zu viel Leut und zuviel Verkehr. Seltsam find ich auch, dass automatisch davon ausgegangen wird, dass wenn mer alt is, immer auf Blasmusik steht. Ich glaub ned, dass mir des bassieren wird.

Da bin ich dann lieber an den Etzelskirchner Weiher. Zum Froschkonzert. Das war mir lieber als die Blasmusik. Den Weiher hatt ich mit den Enten und Schwänen ganz allein für mich. Schwäne haben unglaublich lange Hälse. Ich hab ja schon mit meinen Ärmeln und Armen immer Probleme und bleib überall hängen...

Die Haubentaucher hamm scho Nachwuchs, der sich mutig aus dem schwimmenden Flossnest ins Wasser traute. Ein Elternteil ist immer wieder zum Küken hin und hat mit ihm geschnäbelt. Dann ist es ins Nest zurückgeklettert. Da war's bestimmt gschafft.

Dann war ich noch im Engelgarten auf dem Gesundheitstag. Da gab es mehrere Stände von Selbsthilfegruppen. Morbus Bechterev und Rheuma. Am Rheumastand war auch Infomaterial zu Arthrose. Das ist also miteinander verwandt. Das war mir neu. Und Rheuma und Osteoporose hängen wohl auch irgendwie zusammen.

Am Morbus Bechterev Stand hab ich mich nett mit einer Betroffenen unterhalten. Profis seltsamer Krankheiten unter sich. Ihre Diagnose hat sie auch erst nach einem 10jährigen Spiessrutenlauf bekommen. Und auch ihr ist es so gegangen, dass Ärzte sie für eine Simulantin gehalten haben. Des kenn mer scho. Bei Morbus Bechterev ist Bewegung die beste Therapie und Entspannungsübungen. Also ähnlich wie bei CRPS und anderen chronischen Erkrankungen. Muskelabbau kommt im Zuge der Versteifungen und der damit verbundenen Bewegungseinschränkungen auch vor. Aber dass sich die Muskeln von einem Tag zum andern einfach aus dem Staub machen - wie bei mir - ist da nicht so, hat sie gesagt. Inzwischen hat sie eine Ausbildung zur Yogalehrerin gemacht und gibt Kurse. HIER findet Ihr ihre Website.

Eine junge Frau mit Kind, das fragte, ob es die Brotzeitdose mit dem Gruppenlogo haben könnte (ja), meinte dass sie den Eindruck hat, dass es immer mehr Kinder mit chronischen Krankheiten gibt. ALS gibt es in ihrem Umfeld sehr oft.

Birgitt Stach war mit einem Zelt auch vertreten. Mit Meditationskissen. Sie hat ihr Zelt auch zeitweise voll gebracht. Mich hat sie mit weissem Salbei geräuchert. Das hat viel besser gerochen als der Weihrauch in der Kirche. Von dem wird mir immer schlecht.

Und die Kneipp-Frau Sabine Haupt, die mir eine Kontaktliste mit Feldenkrais-Kursleitern gemailt hat, hab ich auch wiedergetroffen. Es war schön. Auch wenn es öfter mal gedonnert und leicht getröpfelt hat.

Dienstag: Der Zug hat heut wenige Minuten Verspätung und is dann doch pünktlich in Nürnberg. Des spielt aber auch ka Rollen, weil die Strassenbahn die letzten Dooch a immer 4 bis 5 Minuten später dran is. Sprich mer was immer ned, wenn a Verbindung klappt oder ned klappt, ob's überhaupt a Rollen spielt.

Im Zug erwischen mein Busnachbar und ich einen Platz gegen die Fahrtrichtung. Die Zugfahrt lang mach ich Yoga Nidra.

Kurz vor unserem Zieleinlauf ertönt die Ansage:"Wir erreichen in Kürze Nürnberg. Der Ausstieg ist in Fahrtrichtung rechts."
Eine Minute später ertönt:"Der Ausstieg ist in Fahrtrichtung links."
Ich:"Ja, was denn nun?"
Mein Busnachbar schmunzelt:"Der is neu. Der wußte nicht wie wir heut sitzen."

An der U3 -Haltestelle am Friedrich-Ebert-Platz haben wir 5 Minuten Aufenthalt bis die 4 kommt. Ich gucke ins Grüne (den Park gegenüber). Zwischen uns ist die Strasse und die Ampel. Ein Autofahrer hält und guckt müde aus dem Fenster. Mein Blick streift seinen und ich wink. Er winkt zurück und schmunzelt. Bassd.

Auf Arbeit spiel ich die letzten Tage in Serie Feuerwehr und flicke bzw. lösche da, wo es grad aktuell brennt. Mittlerweile kann ich mit der Situation dank Yoga Nidra und Achtsamkeitsübungen entspannter umgehen. Ned immer. Aber des können gsunde Leut ja a ned. Jeden Tag nehm ich mir was vor und mach dann ganz was andersch. Is des bei Euch a so? Erinnert mich an Don Quixote. Im Kampf gegen Windmühlen... Oder Sissiphus... Sucht Euch was aus.

Im Büro hamms scho gwitzelt, dass ich langsam an Helm und a Uniform kriegn sollerd. Mei Kollech war ja Fluchthelfer, Nothelfer oder wie das heisst und hat noch sei Warnwesten dortn hängen. Die hat er mir angeboten. Ich glaub das war ein Witz. Zumindest hoff ich es...

Mei Chef hat mich neulich nach meinen möglichen Zielen für dieses Jahr gefragt. Da hab ich ihm geantwortet, dass mein tägliches Ziel Überleben ist. Da hat er gelacht und gemeint, was abgesehen vom Überleben mir mal Spass machen würde. Dann hab ich das mit dem Prozesse-Entrümpeln und der KI mal angesprochen. Er überlegt sich was.

Ich bin etz scho gspannt wie a Regnschirm. Bassend zum Wetter...

Jetzt hab ich nochmal das Büchlein Vom Schmerz von Gustav Dobos gelesen. Inzwischen bin ich soweit, dass ich verstehe, worauf er hinauswill und genau die Richtung einschlage. Bzw. schon in der Spur unterwegs bin. Ein Tipp ist ja sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Früher konnte ich das nur schwer. Inzwischen ist es einfacher. Der Schmerz nahm einfach anfangs zuviel Raum ein. Und gestern hab ich mal das gemacht, was auch helfen soll... was damals auch nicht ging: mich auf den Schmerz konzentriert. Es kann ihn auflösen. Zumindest kann ich ihn so lindern. Wahnsinn! Hätt ich nie gedacht. Damals in der Schmerztherapie hat das aber noch nicht funktioniert. Da war ich noch nicht soweit. Blöd war, dass ich von dort nicht wirklich was mitgenommen habe, einen Aha-Effekt oder so... Das musste ich mir die nächsten 5 Jahre hart erarbeiten. Wie mag es dann anderen gehen? Kein Wunder, wenn solche Therapien ins Leere laufen und am Ende nur Therapeuten und Patienten frustriert sind.

In dem Buch wird auch das Buch erwähnt bzw. dessen Autor Tim Parks, der ebenfalls mit chronischen Schmerzen zu kämpfen hatte. Die Kunst stillzusitzen: Ein Skeptiker auf der Suche nach Gesundheit und Heilung. Das soll witzig geschrieben sein. Das könnte zu mir passen :)

Apropos ... ins Leere laufen bzw. nicht... Ich hab von der Rheuma-Liga Infomaterial mitgenommen zu Tipps im Job und Sozialem. Das kann ich ja auch gut gebrauchen. Da stand auch drin, dass es für Rheumakranke Kurse von Rheumakranken für Rheumakranke gibt. Natürlich werden die dafür auch geschult. Und das übernehmen auch die Kassen. Warum gibt es das in der Schmerztherapie nicht? Jemand, der einen versteht, auf Augenhöhe, der weiss wovon er redet (aus der Praxis und nicht nur aus der Theorie) das macht einen Unterschied! Auf den hört man und guckt sich was ab. Zumindest hätte ich das so gemacht. Und derjenige ist auch neutral und bekommt so auch das Vertrauen. Er hat Beispiele aus der Praxis und kommt nicht nur mit Theoriewissen daher, das in der Praxis oft gar nicht anwendbar ist.
Warum läßt man in der Schmerztherapie dieses Potential ungenutzt? Können wir uns das wirklich leisten?

Beim Labor hab ich wegen der Rechnung auch angerufen. Das Zahlungsziel ist erstmal aufgehoben. Sie klärt das und ich bekomm dann wieder was schriftliches von ihnen.
So ungern ich anrufe... das kostet mich immer Überwindung... boah! wenn ich zurückdenke als ich meine ersten Physiotermine ausmachen musste... Man kann Unklarheiten so doch am schnellsten und einfachsten aus der Welt schaffen....

Mittwoch: Mei hat des die letzten Tag gschifft.. (in Strömen geregnet..)
Wie mei Busnachbar am Bahnhof im Bus zusteigt, sitzen mir grad amol zu dritt im Bus.
Er runzelt die Stirn:"Wo sind die alle?"
Ich:"Weiss ned. Vielleicht hadsis fortgschwemmt..."

Der Zug hat heut wieder ca. 5 Minuten Verspätung. Diesmal holt er sie ned auf. Die U-Bahn fährt mir vor der Nase weg und die nächste 4er Strassenbahn ist ausgefallen. Ich guck mir den Park an und schau einer fliegenden Elster zu. So vergeht die Zeit bis die nächste 4er Strassenbahn kommt im Flug.

Die nächste Strassenbahn ist voll. Ich bekomm den Sitz mit dem Plus. Beim Aussteigen bleiben die Leut heut im Ausgang stehen. Das sind die, die es besonders eilig haben. Drum müssens heut länger warten bis ich mich zwischen ihnen durchgezwängt und durchmanövriert hab. Es gibt keine Krückenopfer. Also ich hab nicht versehentlich jemand damit erwischt. Ich bin stolz auf mich. Und hinter mir stauen sich die restlichen Aussteiger. Wie eine Welle fluten sie hinter mir auf den Gehsteig. Etz is der Damm gebrochen. Ich hab ner verstopft...

Im Büro is wieder viel los. Seit 5 Tagen versuch ich über was drüber zu bleiben und werd durch adhoc-Anfragen ständig rausgerissen. Den Kollegen geht's ned anders.

Der VAG-Spruch des Tages passt irgendwie gut dazu:"Die Umgebung, in der sich der Mensch die meiste Zeit aufhält, bestimmt seinen Charakter."
Thomas v. Aquin

D.h. wenn der Druck und die Arbeitslast der Mitarbeiter steigt, werden die Mitarbeiter gestresster und Fehler nehmen zu. Ursache und Wirkung. Chaos is halt auch ansteckend. Morbus Chaoseritis... Wieder ein Damm, der bricht...

Apropos Wasser und Damm... Bürogschmarri...
Mei Kollege:"Etz habi unsern Abteilungsschirm bloss zum Abtropfen in den Abfalleimer gstellt... und die Putzleut hamner wechgschmissen..."

Laut VAG-TV sind 73 Prozent der deutschen der Meinung, dass der Schutz der Regenwälder am meisten zum Klimaschutz beiträgt. Und bei uns werden für die Erweiterung der A3 ganze Waldstriche abgeholzt... Wald is doch Wald.. Und in den letzten Tagen hatten wir ja auch hier "Regen"Wald.... Seltsam..

Und wenn wir was in der Hand haben, dann doch eher unseren eigenen Wald als den anderswo... Oder ned? Ist es nicht ein bisschen heuchlerisch wenn wir weiter für das Wirtschaftswachstum Wald abholzen aber anderen Ländern genau dasselbe Verhalten verbieten wollen... ? Müssten wir dann nicht erstmal mit gutem Beispiel vorangehen..?

In Hamburg gibt es jetzt für Kreuzfahrtschiffe auch Landstrom. Der ist den gut verdienenden Kreuzfahrt-Reedereien aber zu teuer. Denn Diesel ist als Alternative billiger. Auch im Hafen. Man erkennt es an den dunklen Rauchwolken die aufsteigen. Und nein, es wird dort nicht ein neuer Papst gewählt...

Deshalb will die Politik den Landstrom jetzt subventionieren. Die reichen Kreuzfahrtreedereien sollen von der EEG-Umlagen befreit werden. D.h. die Privathaushalte zahlen nicht nur ihre eigene EEG-Umlage sondern auch noch die der Konzerne. Das ist eine interessante Vorgehensweise. Gerecht ist sie nicht. Denn auch wenn Haushalte engergiesparendere Geräte anschaffen und unter dem Strich ihren Stromverbrauch senken, steigt ihre Stromrechnung.

Am Sonntag nachmittag bini der Nachbarsfamilie begegnet. Die woarn in Thüringen.
Sie:"Auf einmal had's böllerd. Des is uns scho so bekannt vorkumma. Dann hadsi rausstellt, dass des die Höchstadter Musketiere woarn."
Er:"Die Welt is a Dorf."
Ich:"Da hams an Krach gmacht. Siggsdes.. Mir Höchstadter falln hald überall auf..."

So... genug gwundert für heut...
Etzerdla gibt's wieder an Comic. Der bassd a bissla zum Thema... Plakate und Werbesprüche bereiten mir des öfteren Kopfzerbrechen... Des is bei mir a chronisch.
Vill Spass!

 
Die Glaa aus ERH - Der Bauboom Sandra Jaeger 2019
Die Glaa aus ERH - Sichtweisen Sandra Jaeger 2019
27.05. bis 31.05. Verräumt

Montag: Sodala. Bin wieder da. War auf einem Seminar der CRPS-Selbsthilfegruppe. Es war schön aber auch anstrengend. Wir haben zusammen erarbeitet, wie es mit der Selbsthilfegruppe weitergehen soll. Was wir noch vorhaben, planen. Es ist ne schöne Todo-liste entstanden. Die ersten sind auch schon abgearbeitet.

Schön war es halt, wenn wir alle unsere lädierten dystonierten Füsse oder Ödembeine im Raum der Stille hochgelegt haben. Da fühl ich mich nicht allein mit der Krankheit und angenommen. Das ist ein schönes Gefühl.

Ich wünschte, jeder Mensch würde einfach so wie er ist, von allen angenommen werden. Das würd das Leben ungemein leichter machen.

Auch schön war es, weil man sich mal auf persönlicher Ebene noch besser kennenlernt und Gemeinsamkeiten herausfindet. Es hat Spass gemacht. Wir haben auch viel gelacht.

z.B. hat ein Gruppenmitglied uns ein Foto von einem Nummernschild CRP-S xxxx geschickt.
Und dann waren wir noch passenderweise im alten Spital essen ;-)

Heute brauch ich einen Tag Urlaub um mich davon zu erholen. Es war schon auch anstrengend.

Apropos Lymphödem... Dagegen hilft Bewegung und Lymphdrainage. Wusstet Ihr, dass ein Lymphödem bei Wärme entsteht bzw. schlimmer wird? Normalerweise ist mein Bein einfach dicker, aber weich als wär Flüssigkeit drin. Die letzten Tage, wo es angefangen hat so warm zu werden, ist es prall so als würde es gleich platzen! Überhaupt abends. Und das Bein fühlt sich an, als würde es abgeschnürt. Und schmerzt auch so, als würde es grad absterben. Auf dem CRPS-Seminar hab ich von anderen Betroffenen erfahren (bei warmen CRPS geht es ja mit dem Lymphödem los, bei kalten wohl eher mit den Dystonien und dem Muskelabbau) , dass das immer so ist, wenn es warm wird.

Das Lymphödembein ist auch deutlich wärmer als das andere Bein ohne. Dystonien an den Füssen haben sie beide. Seit ich das Lymphödem an der linken Wade habe, stehen die Zehen immer mehr nach oben ab und die Muskeln zwischen den Zehen bauen auch ab.

Na subber! D.h. wenn es kalt und nass ist, dann hab ich Lamento mit den Dystonie-Händen und Füssen und wenn es warm wird, dann lamentiert das Lymphödem. D.h. es ist jetzt immer was! Scheisse... Andererseits find ich das CRPS auch ganz schön krass. Was es so alles auf Lager hat. Und aus wisschenschaftlicher Sicht ist es auch irgendwie spannend, was mit meinem Körper so alles passiert.

Trotzdem wär es mal schön, wenn es einfach mal so bliebe, wie es jetzt ist.

Es gibt übrigens auch Lymphdrainage-Geräte für zuhause. Da könnt Ihr mit Eurer Krankenkasse abklären, ob und wie weit sie das für Euch genehmigt.

Als ich heimkam, war da wieder ein Brief vom Labor. Ich dachte, die versprochene Aufklärung wegen der doppelten Abrechnung des Cortisoltests. Nein. Es war die Rechnung über den Cortisoltest Nr. 2. Seufz! Wieder ein anderer Absender. Verwirrend und frustrierend.

Also heute dort angerufen und nachgefragt. Nachdem ich 3 x hintereinander wieder anstatt in der Rechnungsstelle in der Telefonvermittlung gelandet bin, ich fand das dann saukomisch... (neues Comicmaterial) und irgendwie für die ganze Geschichte auch wieder symptomatisch... , erklärte mir die Frau am Telefon, dass ich das mit der Praxis klären müsste.

Soviel also zum Urlaubstag. Also bin ich dann mit beiden Rechnungen und der Liquidation (nein, nicht ich, aber ich bin bald soweit, wenn das so weitergeht..., das war die Rechnung vom Hausarzt, mit dem Stempel, dass ich das beglichen habe) in die Praxis marschiert. Dann hat mir die Sprechstundehilfe erklärt, dass Laborrechnungen nicht bar bezahlt werden dürfen. Leider wusste das ihre Kollegin nicht. Sie hat sich bei mir für das Durcheinander entschuldigt.

Jetzt hab ich dann mein Geld dort zurückbekommen in der Praxis und die Überweisungen ausgefüllt und gleich eingeworfen. A su a Gschiss! Des is fei a ned grod as gsündeste! A ned für mein Cortisolspiegel... und mei CRPS... Ich versteh ja, dass sowas mal vorkommen kann... aber derzeit is da scho a weng vill bassierd...

Naja.. etz isses hoffentlich endlich erledigt und gut.

Und noch etwas hab ich gelernt: Wunden und Verletzungen (auch kleine) heilen wenn man CRPS hat, nicht oder nur schlecht und viel langsamer.

Dienstag: Bürogschmarri...
Ein Kollege bittet mich, mir eine Fehlermeldung anzugucken und das Problem zu beheben.
Ich:"Ich kümmer mich drum. Ich bin ein Kümmerling."

Au! Schee! Gestern ist das Buch Bedside Approach to Autonomic Disorders gekommen. Erkrankungen des autonomen Nervensystem zeigen gern folgende Symptome:

  • Schlafstörungen (vermehrtes nächtliches Aufwachen, Narkolepsie, Müdigkeit)
  • Probleme mit der Körpertemperatur (entweder frieren - kalte Hände und Füsse, kalter Schweiss oder übermäßiges schwitzen)
  • Probleme mit dem Wasserlassen (also entweder zuviel oder zu wenig, Blasenschwäche, ständiger Harndrang)
  • Herzrasen (nein, den kann man nicht mähen...) und Herzprobleme
  • Verdauungsprobleme (Aufstossen, Dünnpfiff, Verstopfung, Flatulenzen)
  • Atemprobleme (Atemaussetzer nachts oder Asthma)
  • Schwindel, Benommenheit, Ohnmacht
  • Müdigkeit, Erschöpfung, Gähnen
  • Übelkeit, Völlegefühl, Bauchweh, Erbrechen...
  • Tinnitus
  • Sehstörungen, Doppelbilder, Verschwommen sehen, Epileptische Anfälle
  • Blässe
  • Veränderungen der Haut und des Gewebes (Muskelschwund, schuppige Haut, Glanzhaut, Ödeme, schlechte Wundheilung ...)
  • Hoher Speichelfluss oder trockener Mund
  • Bluthochdruck
  • Hormonprobleme (Cortisol, Schilddrüse...)
  • Schmerzen (Muskelverspannungen, Migräne, durch Ödeme, Gewebeveränderung ...)
  • erhöhte Muskelanspannung
  • Aufgeregtheit, Hibbeligkeit, Gereiztheit
  • Vergesslichkeit, Impulsivität ...
  • Sexuelle Dysfunktion
  • Schlaganfallrisiko und Herzinfarktrisiko ..
  • veränderte Körperwahrnehmung (hängenbleiben an Türrahmen und Türklinken, Laufen in Gegenstände, Möbel...), erhöhte Unfallgefahr
  • ...
Das ist alles auf unser Fluchtverhalten bzw. den Erstarrungsmodus vor dem Säbelzahntiger zurückzuführen. Auch bei CRPS und Autismus gibt es Schlafstörungen und bei Autismus treten auch vermehrt epileptische Anfälle auf. Und viele Autisten sind in ihrer Kindheit unempfindlich gegen Kälte. D.h. sie gehen in dünner Jacke oder ganz ohne im Winter raus. Die Mutter ist meist davon wenig begeistert. Meine These ist deshalb, dass Autisten bereits mit einem hypersensiblen autonomen Nervensystem auf die Welt kommen.

Heut nacht hab ich wieder miserabel geschlafen. Bin 3 x aufgewacht und war jedes mal nassgeschwitzt. Auch am Tag heut. Bin heut auch gereizter und hatte etwas Probleme, Dinge auf die Reihe zu bekommen. Der Wetterumschwung macht mir und meinem Nervensystem ganz schön zu schaffen. Das Ödem jammert auch noch und die Dystonien lamentieren bei feuchtem Wetter auch. Und die vermehrte Muskelanspannung kann ich auch ständig spüren. Und die verursachen wiederum Schmerzen bzw. Verklebungen beim Ödem. Des is fei a ned grod as gsündeste. Durch das Ödem und die verstärkte Anspannung zieht es auch die dystonierten Zehen weiter nach oben. Schee is was anders... Mal schuppt meine Haut und ich häute mich, mal glänzt sie und ist prall und das mit dem Cortisolspiegel hättmer ja auch noch. Es gibt Tage, da ist mir vor Schmerzen so schlecht, dass ich mich fast übergeben muss. Heut nacht musst ich ständig auf's Klo und es gibt Zeiten, da hab ich Dünnpfiff.

Kalte Hände und Füsse hab ich auch ständig. Sogar im Sommer. Wobei meistens die rechte Hand kälter als die linke ist. Aber nicht immer. Wenn ich grad ne Schwitzattacke hab, natürlich nicht. Beides wechselt sich dann gern im Minutentakt miteinander ab. Des is fei a ned grod as gsündeste...

Damit ist CRPS auf ein extrem aus dem Gleichgewicht geratenes autonomes Nervensystem zurückzuführen. Die Frage ist, wie kriegt man das wieder in den Griff? Entspannungsübungen sind sicher hilfreich, aber gegen die Schwitzerei und das nächtliche Aufwachen und Hochschrecken mit Schwitzattacken hilft es mir nicht. Auch mein Fluchtinstinkt, wenn ich beim Betreten einer Arztpraxis das Desinfektionsmittel rieche, zeigt sich davon wenig beeindruckt und mir bricht der Angstschweiss aus... Dabei ist es nicht so, dass ich Angst vor dem Arzt oder so habe. Es sind die Reize , der Geruch, die vielen Menschen im Wartezimmer, die vielen Stimmen, das grelle Neonlicht im Wartezimmer, die mein ANS in den Fluchtmodus versetzen...

Es läßt sich ja auch nicht wirklich auf eine Fachrichtung beschränken, wenn es das autonome Nervensystem betrifft. Also bei welchem Arzt ist man richtig? Und wie kriegt man es hin, dass die sich miteinander austauschen und an einem Strang ziehen? Man muss selber den Vermittler spielen. Denn nur man selber ist der Spezialist für sich selber. Gar nicht so einfach.

Ausserdem beeinflusst das autonome Nervensystem auch unser Verhalten. Wir sind dann nicht im Kuschelmodus. Ganz im Gegenteil. Wir sind gereizt und schnell auf 180. Wir nehmen die Welt als feindlich wahr. Wir sind übersensibel auf Geräusche, Gerüche, Geschmack und haben fühlen uns in Menschenmengen nicht besonders wohl. Wir haben das Bedürfnis uns zurückzuzihen, zu flüchten. Oder sind im wahrsten Sinne des Wortes gelähmt. Im Denken und der Motorik. Ursache und Wirkung der Funktionsweise des autonomen Nervensystems.

Ist dieser Zustand nur vorübergehend, also rennen wir dann wirklich los und flüchten und können uns anschliessend wieder entspannen, dann dient dieser Mechanismus unserem Überleben.

Gerät er wie bei CRPS aus dem Ruder, dann ist das Gegenteil der Fall. Des is fei a ned grod as gsündeste...

Neulich hat mich die Neurologin gefragt, ob ich denke, dass Autismus mit dem Cortisolspiegel zusammenhängt. Ja. Da bin ich mir sicher. Die Frage ist nur, ob er die Ursache oder ein Symptom ist. Und Autisten schaffen es offensichtlich genau wie ich ihn z.B. mit Stimmingstrategien oder Spezialinteressen (Konzentration) herunterzuregeln. Denn im Dauerhoch würden ansonsten weder CRPSler noch Autisten besonders alt werden. Das ist soweit ich weiss, nicht der Fall. Jedenfalls bin ich bisher über keine Belege dazu gestolpert.

Was mir aufgefallen ist, ist, dass viele Autistinnen (z.B. auch Temple Grandin) und auch einige CRPSlerinnen, die ich kenne, keine Gebärmutter mehr haben. Das könnte auch mit dem hochsensiblen Nervensystem zusammenhängen. Auch das spricht für die ANS-These.

Es kommt meiner Meinung nach zu einer Art Systemabsturz des autonomen Nervensystems und der Funktionsweise des eigenen Körpers. Es läuft Amok.

Passend dazu bekommt Ihr heute einen Cartoon. Der ist mir eingefallen, als eine Sprechstundehilfe sich darüber beklagte, dass sich ihr PC aufgehängt hat. Ich hab ihn ihr mitgebracht und geschenkt. Ich hoffe, er gefällt ihr.

Gestern bin ich wieder dem Herrn aus dem Altenheim begegnet. Ich singe fröhlich vor mich hin, als ich auf ihn zukrückel. Ich hab mich so gefreut, dass ich gestern wieder an den Etzelskirchener Weiher konnte. Und hab mich über die Enten und Schwäne gefreut. Auf die Bewegungen im Wasser gucken, entspannt meine Augen. Ebenso wie der Blick auf den Wald in der Ferne. Und die Luft, die vom Wasser aufsteigt, ist herrlich frisch und riecht gut. Der negativ geladene Sauerstoff ist positiv für mich. Ich freu mich.

Das einzig freundliche an ihm, ist sein kleiner Hund, der mich schwanzwedelnd begrüßt.

Er ist dagegen aschfahl. Seine Haut hat die Farbe seines Zigarettenrauchs. Chronisch krank ist er und das sieht man nicht nur an seiner Hautfarbe. Er sieht viel älter aus, als er ist. Faltiger. Verschrumpelt. Er erinnert mich an eine Mumie aus dem alten Ägypten. Ist nur noch Haut und Knochen. Und er erzählt mir von seinen Erkrankungen. Wenn ich mich recht entsinne, hat er noch nie gesagt, dass es ihm gut geht. Ich hab noch nie gesehen, dass er sich freut. Sogar als ich ihm den Laptop besorgt habe, hat er sich nur drüber geärgert, dass nicht alles gleich auf Anhieb funktioniert hat. Er erzählt wie schlecht es ihm geht. Das bestätigt wiederum meine These davon, dass das aus dem Lot geratene ANS auch das Verhalten bestimmt. Da im Darm das meiste Serotonin gebildet wird, er aber nicht mehr viel davon hat, ist das auch kein Wunder. Heut feiert er Geburtstag. Happy Birthday! Ob er wenigstens heute mal lächeln oder lachen kann? Ich wünsche es ihm sehr. Denn die Stimmung und die eigenen Gedanken bestimmen auch unseren physiologischen Zustand. Ich wünsche ihm viele positive Gedanken an seinem Geburtstag! Grad hab ich ihm per mail gratuliert. Er hat sich bedankt. Ich hoffe, auch gefreut. Wenn ich so mit kleinen Gesten, was gutes tun kann... dann mach ich es einfach.

Donnerstag: Ich muss das jetzt unbedingt loswerden...! Heureka! Bin gestern zufällig in der Buchhandlung über das Buch Es Existiert von Prof. Dr. Johannes Huber gestolpert. Es hat mich magisch angezogen und reingeschnuppert, konnt ich es nimmer aus der Hand legen.

Ausserdem will ich auch verstehen, warum bei CRPS und anderen Stresserkrankungen (Hörsturz, MS, chronischen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen) Cortisol verordnet wird und was das ist und wie es wirkt.

Cortison ist künstlich erzeugtes Cortisol. Cortisol ist unser körpereigenes Stresshormon (eins davon). Und das hab ich ja schon in den Zusammenhang mit CRPS (und anderen chronischen Erkrankungen) gebracht.

Bei Flucht-, Kampf-Modus schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus, es wird dem Körper vermehrt Energie (in Form von Zucker) im Blut) bereitgestellt, die Muskeln spannen sich an ... es erfolgt die Stressreaktion.

Prozesse, die der Körper im Gefahrenmodus nicht braucht, werden heruntergefahren. Darunter auch die Immunabwehr. Ist ja logisch, wenn der Säbelzahntiger vor einem steht.

Was tut die Immunabwehr? Das ist Eure körpereigene Feuerwehr, die schädliche Eindringlinge bekämpft. Ihr erinnert Euch sicher noch an die T-Zellen aus dem Biounterricht. Und da wo gelöscht wird, da entsteht ja auch Rauch. Im übertragenen Sinn, sind das die Entzündungsreaktionen im Körper. Also dort ist grad Eure körpereigene Feuerwehr im Einsatz. Deswegen werden die betroffenen Stellen dann auch gern feuerrot. Ist ja auch bei CRPS der Fall. Auch dort gibt es entzündliche Phasen und auch dort wird Cortison dagegen eingesetzt. Ob dann bei entzündlichen Phasen der Cortisolspiegel zu niedrig ist oder ob er da auch wie bei mir schwankt? Hmmm...

Bei bestimmten Erkrankungen greift der Körper sich selber an. Die nennt man Autoimmunerkrankungen. Hier spielt das autonome Nervensystem verrückt. D.h. die Feuerwehr reisst Wände Eures Hauses ein, in dem es gar nicht brennt. Ein Fehlalarmm sozusagen. Leider kann die Feuerwehr das nicht erkennen so wie in der Realschule in Höchstadt. Dort wird jetzt die Meldeanlage nochmal überprüft. In Eurem Körper müsst Ihr das selber einstellen. z.B. mit Stressvermeidung, weniger Zucker und damit gesünderer Ernährung und Bewegung (denn die hilft ja den Stress abzubauen).

Cortisol und Cortison hemmen Entzündungen und pfeifen so Eure Feuerwehr zurück! So wirkt das ganze also. Die Immunabwehr wird heruntergefahren. Deshalb wendet man diese Strategie bei Autoimmunerkrankungen an.

Was bewirkt zuviel Cortisol , Cortison?

  • Wassereinlagerungen
  • pergamentartige Haut
  • vermehrte Muskelanspannung
  • vermehrtes Schwitzen
  • vermehrtes Haarwachstum
  • Blutdruckanstieg
  • erhöhte Infektanfälligkeit (logisch: die Feuerwehr wird nicht mehr benachrichtigt)
  • ein erhöhter Blutzuckerspiegel (weil ja vermehrt Zucker dem Organismus im Blut bereitgestellt wird, bei Dauerstress kommt es so zur Neoglukogenese, Muskelabbau
  • Osteoporose
  • schlechte Wundheilung (die macht ja auch im Kampf um Leben und Tod keinen Sinn, also wird sie deaktiviert, wie die Feuerwehr halt auch)
  • bremst die Wachstumsohormone (Kinder bleiben kleiner als ihre Artgenossen)
  • ...
Seht Ihr, dass das auch Symptome von CRPS (Sudeck) sind? Es überschneidet sich!
Sicher kein Zufall!

Noch was ist mir aufgefallen. Meine Mama Herzkrank und nach der OP aus dem Krankenhaus entlassen, braucht noch lange, um sich zu erholen. Anscheinend länger als erwartet. Auch sie hatte nach der OP zum Platzen geschwollene Füsse und Beine. Sprich Wassereinlagerungen. Man hat ihr sogar beim vorletzten Krankenhausaufenthalt dagegen Wassertabletten verschrieben. Dann könnte es also bedeuten, dass Menschen, die Wassereinlagerungen haben (auch am Bauch und an den Oberschenkeln) zumindest zeitweise einen hohen Cortisolspiegel haben.

Dann trat Glanzhaut an den prall gefüllten Beinen auf. Das hab ich bei meinem Ödembein auch! Dann bröselte die Haut an den Beinen meiner Mama. Wie bei mir an den Händen. Schrägerweise kann sie diese Brösel im Bett nicht ertragen. Da ist sie überempfindlich. Wie ich mit meiner Allodynie. Auch das überschneidet sich mit meinen Symptomen. Der Hammer!

Starke Schmerzen hatte sie auch am Anfang. Mittlerweile geht es, weil die riesigen Blutergüsse langsam zurückgehen. Hier liegt also eine verlangsamte Wundheilung vor. Wie bei mir auch. Denn kleine Schrammen, die ich mir vor 4 Wochen zugezogen haben, sind immer noch zu sehen. Früher waren die innerhalb ein paar Tagen verheilt. Also noch eine Übereinstimmung.

Was ist aber der Unterschied zwischen uns? Denn ihre Schmerzen haben ja nachgelassen. Es gibt übrigens auch CRPS ohne Schmerzen. Wahrscheinlich wird das noch seltener erkannt. Oder meine Mama hat das auch.

Die mögliche Erklärung dafür hab ich im oben genannten Buch gefunden. Betablocker bremsen den Sympathikus.

Am Ende der Schwangerschaft mit mir wurde bei Ihr Bluthochdruck festgestellt. Am Anfang ist sie nicht hin. Da sich Stress von der Mutter (ihres autonomen Nervensystems) auf das autonome Nervensystem des ungeborenen Kindes überträgt, also kein Wunder, dass wir uns hier gleichen.

Diese durch das autonome Nervensystem verursachte Überempfindlichkeit , Hypersensibilität kann es Mutter und Kind auch unmöglich machen, sich gegenseitig zu berühren. Berührungen sind Kindern wie mir dann unangenehm und werden als schmerzhaft empfunden. Ist ja logisch, wenn der Körper im Stresslevel weit oben festhängt. Nur ist einem das überhaupt nicht bewußt. Nach aussen wirkt man ruhig und unter den Armen ist man nassgeschwitzt. Das Herz rast. Das Hirn ist zum Denken und Reagieren nicht fähig.

Menschenmassen werden im Fluchtmodus als unangenehm empfunden. Deswegen meide ich Menschenmassen. Wobei Menschenmassen bei mir schon bei kleinen Gruppen beginnen. Jetzt kann ich es erklären. Es überreizt mich.

So läßt sich auch Autismus und AD(H)S und sicher auch andere Neurodiversitäten erklären.

Übrigens gibt es unter CRPSlern auch einige, die wegen Schilddrüsenproblemen behandelt werden und Medikamente bekommen. Wie spielt die jetzt wieder da rein? Das muss auch mit dem Cortisolspiegel und dem innerkörperlichen Stresslevel (durch Hypersensibilität, eine zu schnelle Nervenleitgeschwindigkeit) zusammenhängen.

Meine Neurologin kann immer nur messen, ob die Nerven zu wenig leiten. Ich denke, sie leiten zu schnell. Und genau das ist das Problem.

Wusstet Ihr, dass der Vagusnerv mit der Haut in Verbindung steht? Der Vagabund (denn der Nerv vagabundiert im Körper und ist mit jedem Organ verbunden und checkt, ob alles in Ordung ist und gibt Rückmeldung ans Hirn und löst dann die entsprechenden Gegenmassnahmen wie Hormonausschüttung, Schwitzen und Co) aus.

Deshalb können Berührungen heilsam sein. Andererseits aber auch schmerzhaft sein. z.B. bei Fieber oder Allodynie. Und deshalb heisst es auch Behandlung beim Arzt. Leider findet die immer weniger statt. Dabei können BerüHrungen wie Handauflegen (und somit wäre auch die Heilkraft von sozialen Kontakten erklärt, denn auch da berührt man sich, nicht nur mit der Hand auch mit der Seele, menschlich halt) auf diese Weise heilen, weil sie den Vagusnerv aktivieren! Das ist doch total cool! Genial!

Machen die Betablocker also zwischen meiner Mama und mir den Unterschied, weil sie den Symphatikus runterregeln?
Dann könnte man bei chronisch Kranken und Schmerzkranken doch auch mal Betablocker verordnen, um den Sympathikus herunterzuregeln. Dann müssten auch die Schmerzen weniger dominant wahrgenommen werden.

Denn bei Gefahr (Stress) reagiert der Körper auf alle Reize extremer. Er ist auf der Hut! Er ist im Wachsamkeitsmodus! Da Schmerzen auch nix anderes als ein Sinnesreiz sind, werden auch sie intensiver wahrgenommen. So wie man dann auch beim kleinsten Geräusch (Knacksen, Rascheln) aus dem Bett hochfährt... Das wiederum würde auch die Schlafstörungen erklären. Denn wenn man im Hab-Acht-Modus steckt und schläft (weil das autonome Nervensystem und der Cortisolspiegel hoch alarmiert sind), dann schläft man erstens schlechter ein und zweitens schreckt man beim leisesten unbewußten Geräusch oder bei den ersten Sonnenstrahlen schon hoch.

Ich kann z.B. nicht schlafen, wenn es nicht komplett stockfinster und still ist. Ich kenne CRPSler, denen das auch nicht möglich ist. Und Autisten auch. Das ist kein Zufall! Sie stecken im Hochalarmierungsmodus fest!

Das hiesse aber dann im Umkehrschluss auch, dass viel mehr Menschen CRPS bekommen würden bzw. haben, es aber aufgrund der Betablocker gar nicht mitbekommen. Des is fei a ned grod as gsündeste...

Andererseits ist es bei Rauchen und AD(H)S ähnlich. Rauchen wirkt nämlich beruhigend (das hatten wir ja schon mal im Gespräch mit meiner Haltestellenbekanntschaft herausgestellt. Ich hatte sie damals gefragt, ob sie es nicht mal mit einem gesünderen Beruhigungsmittel probieren wolle...).

D.h. viele AD(H)Sler therapieren sich bereits selbst. Weil Rauchen das autonome Nervensystem beruhigt. Es könnte auch sein, dass es deswegen so schwer ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Weil dann der Symphatikus wieder dermassen aufdreht, dass es für die Betroffenen nicht zum Aushalten ist und sie lieber wieder weiter zur Zigarette greifen.

Da fällt mir ein, dass es auch unter den CRPSlern, die ich kenne, sehr kreative Menschen gibt (arbeiten im medialen Kreativbereich), die rauchen. Kreativität und schnelle Nervenverbindungen gehören zusammen. Auch das würde wiederum passen. Sie laden sich gerne viel auf und lieben es Probleme zu lösen. Pragmatisch. Aber oft auch perfektionistisch. Das ist ein Stärke. Kann aber im Übermass auch zur Last werden.
Wie bei allem ist es so wie Paracelsus sagte: "Die Dosis macht das Gift. "

Dampfen ist sicher nicht gesünder. Es riecht ja schon so chemisch und künstlich. Mir ist der Geruch unangenehm. Und wenn mein autonomes Nervensystem empfindlicher auf Gefahren reagiert, indem es Speisen, Gerüche, Geräusche ablehnt und schmerzhaft und unangenehm empfindet, dann kann ich drauf vertrauen. Ihr übrigens auch. Ihr habt das auch in Euch. Ob das autonome Nervensystem dem Instinkt und Bauchgefühl gleichzusetzen ist? Ich denke mal schon....

Wußtet Ihr, dass Diabetes sogar von der Natur vorgesehen ist? 2 x im Leben zumindest. In der Schwangerschaft braucht das ungeborene Kind sehr viel Energie (Zucker) für seine Gehirnbildung. Deshalb kann es in Extremfällen zum Schwangerschaftsdiabetes kommen.

Das zweite mal während der Pubertät, weil dort größere Umbauprozesse im Gehirn stattfinden. Da wird viel entrümpelt. Daher kommt auch das impulsive Verhalten von Teenagern in der Pubertät und Pickel. Zuviel Cortisol. Viel körperlicher Stress. Der dann auch in der Folge zu physischen und psychischem Stress in der Schule, mit Eltern und Gleichaltrigen führen kann. Total normal. Ursache und Wirkung. Das Resonanzprinzip.

So und wie passt jetzt die Schilddrüse da rein?

Eine Bekannte hatte einen Gehörsturz. Im Gespräch mit ihr hat sich rausgestellt, dass auch sie eine Schilddrüsenerkrankung (Hashimoto, eine Autoimmunerkrankung) hat. Beides wird ja vom Stress erzeugt. Auch Hypersensibilität (ADHS) ist in ihrer Verwandtschaft vorhanden. Sie isst gerne Süßes. Das sieht man ihr an. Bei hohem Cortisolwert neigt man zur Gewichtszunahme, weil der Körper ja nach Energie lechzt. Nach Zucker! Ein Heisshunger auf Süßes wäre die Folge. Und Durst. Den hab ich derzeit viel. Man spricht auch vom Steroid-Diabetes. Auch weil ich viel schwitze. Und der Körper will das ausgleichen.

Bei einem zu niedrigen Cortisolspiegel sehnt es einen eher nach salzigen Lebensmitteln. Chips und Co. D.h. der Körper versucht den Mangel auszugleichen.

Der menschliche Körper ist ganz schön schwer kaputtzukriegen... denn er kann viel ausgleichen, wenn wir ihn lassen und auf ihn und seine Signale hören. Leider haben wir uns das bzw. wurde uns das systematisch abgewöhnt. So ist der äußere Stress für den inneren Stress kontraproduktiv. Öl ins Feuer.

Auch Alzheimer ist eine Stresskrankheit.

Und Stress läßt uns auch vorzeitig altern. Er beeinträchtigt die Telomerase. Telomere sind die Endstücke der Chromosomen. Bei Entspannung, Meditation, Vagusnervaktivierung kann der Körper die Telomere reparieren. Bei Stress gelingt dies genausowenig wie die Wundheilung bzw. schlechter. Mehr Falten sind die Folge.

Die Autisten, die ich kenne, sehen alle mind. 10 jünger aus als sie sind. Wie passt das jetzt wieder zusammen? Sie haben doch mehr autonomen Stress! Ja, aber... sie haben auch Kompensationsstrategien dagegen entwickelt. Stimmingstrategien (schaukeln, an den Fingern nagen, Echalolie, wippen, mit den Händen wedeln , jede Art der Bewegung baut ja den Stress ab!), Rituale (auch die beugen Stress vor), das Versinken in sich selbst (Abschottung von der Welt) und in Spezialinteressen. D.h. Autisten sind Stress-Coping-Strategie-Spezialisten!

Übrigens ist es meiner Ansicht nach ein Irrtum zu glauben, ein Autist, der besser zurechtkommt, hat weniger Autismus, ist also weniger überempfindlich auf Reize. Ich denke, den Aspergern und sogenannten High-Functioning-Autisten ist es nur gelungen, bessere Kompensationsstrategien zu entwickeln bzw. hat man sie diese auch entwickeln lassen. Wobei es offenbar so zu sein scheint, dass auditiv beeinträchtigte Autisten besser zurechtkommen, als visuell beeinträchtigte Autisten. Denn sie können sich viel durch Beobachtung ableiten, auch wenn sie Schwierigkeiten haben Geräusche aus einem Lärmbrei herauszufiltern.

Sie haben also einen Sinn mehr zum Ausgleich zur Verfügung als die Kannerautisten.

Es ist unglaublich wieviel man sich durch einfache und gute Beobachtung erschliessen kann. Bei einer Frau, die ich auf der Strasse getroffen habe, fiel mir z.B. am Arm ein komischer hautfarbener Knopf auf. Ich bin nicht der Typ, der dazu nachfragt. Ich lasse die Leute das erzählen, was sie mir erzählen wollen. Dann sah ich im Fernsehen einen Beitrag über Diabetes und da hatte ein Betroffener einen identischen Knopf am Arm und las mit dem Handy oder einem kleinen Gerät darüber seinen Blutzuckerspiegel aus. Faszinierend. Und so wusste ich beim nächsten mal, als ich sie wiedertraf, dass sie Diabetes hat und hab es ihr auf den Kopf zugesagt. Sie war etwas überrascht. Mir fallen halt Dinge auf, die andere nicht sehen. Das liegt am Cortisolspiegel.

Ich puzzle also nicht nur wortwörtlich gerne sondern setze mir auch so ein Bild von der Welt zusammen... Wahrscheinlich ist deshalb das Symbol für Autismus auch ein Set von Puzzleteilchen.

Funktioniert die Schilddrüse nicht richtig, dann ist man schnell erschöpft. Okay, das hab ich auch zeitweise. Mittags bin ich platt. Schlafstörungen und vermehrtes Schwitzen sind die Folge. Das würde jetzt auch wieder passen. Nervosität und Konzentrationsschwäche treten auch auf. Yep. Kenn ich gut. Die Schilddrüse reguliert auch den Blutdruck. Wie hängt das jetzt mit dem Cortisolspiegel zusammen? Cortisol wirkt sich doch auch auf den Blutdruck aus.... Also muss da ja ein Zusammenhang zwischen Cortisolspiegel und Schilddrüse bestehen.

Aha... der Hypothalamus ist der Dirigent im Stressregelierungsorchester und dirigiert via Sendung von Neurotrannsmittern an die Nebenniere (die produziert das Cortisol) und die Schilddrüse die Symphonie des Hormonhaushalts. Die scheint dann bei CRPS in Dissonanz zu sein. Sprich das Orchester spielt falsch.

Das wird wohl bei chronischen Erkrankungen generell so sein...(Autoimmunerkrankungen, chronische Schmerzen, Autismus, ADHS ...). Und dieses Orchester bestimmt auch unser Verhalten und unsere Stimmung (Psyche). Wiederum bestimmt in der Umkehr aber auch unsere Stimmung unsere körperliche Verfassung. Unser Körper ist ganz schön komplex. Auch da es ja nicht bei der Haut aufhört, sondern weil wir auf die Natur, Umwelt, Mitmenschen ... reagieren. Und da sich unsere Umwelt schneller verändert denn je, stehen wir vor grossen Herausforderungen. Uns unser Körper auch.

Weil Zucker in der westlichen Welt ständig verfügbar ist, werden die Menschen (ausser die, deren Wachstumshormone vom Cortisol ausgebremst werden) immer größer. SUV-Menschen. Vielleicht sind die größeren Autos die Folge davon. Und von unserer Bequemlichkeit natürlich auch.

In der Folge werden natürliche Geburten auch immer seltener. Denn die größeren Kinder passen einfach nicht mehr durch den Geburtskanal... Auch deswegen nehmen die Kaiserschnitte zu. Aber nicht nur deswegen. Mode, Bequemlichkeit (weniger Schmerzen), Bestimmung des Geburtstermins, zunehmende Gerätemedizin tragen ebenfalls dazu bei.

Größere Kinder haben ein größeres Gehirn und können damit mehr Neuronen und neuronale Verschaltungen beinhalten. Deswegen ist die These, dass die Menschen wegen dem Zucker, der ja immer zur Verfügung steht und das Gehirnwachstum anregt auch immer intelligenter werden.

Dem widerspricht allerdings, dass Einsteins Gehirn nicht besonders gross war. Wahrscheinlich kommt es doch nicht allzu sehr auf die Größe sondern auf die Dichte und Schnelligkeit der neuronalen Verschaltungen und Vernetzungen an.

Eine Bekannte sagte zu mir, dass ich sehr flexibel im Denken sei. Mir ist nicht ganz klar, was sie damit meint (ich muss sie nochmal fragen). Aber ich glaube, dass meine Art zu Denken sich von anderen unterscheidet. Ich hinterfrage mehr und sehe Muster und mich interessieren die größeren Zusammenhänge. Das scheint bei anderen nicht so ausgeprägt zu sein.

Autisten sind auch sehr flexibel im Denken und stellen Verbindungen zwischen Dingen her, auf die man nicht so einfach kommt. Wie passt das zusammen? Autisten brauchen mehr Copingstrategien um mit der Welt zurechtzukommen. Zusätzlich funktioniert ihr Reizfilter weniger. D.h. beim Gehirn kommen mehr Informationen an. Eine wahre Informationsflut. Die muss das Hirn verarbeiten. D.h. das Hirn muss wegen der auf es einprasselnden Informationsflut mehr leisten. z.B. auch durch das Einsetzen von Copingstrategien. Es wird mehr genutzt. Und damit werden die Verbindungen schneller, das assoziative Denken fällt leichter. Das ist genau das Prinzip, was sich künstliche Intelligenz zunutze macht.

Bei anderen Dingen ist das überflutete Hirn aber überfordert. Wie ist das möglich?

Der Schlüssel ist Konzentration. Denn konzentriert man sich auf Dinge, die einen interessieren, dann kann das Hirn andere Reize ausblenden. Das macht man sich auch in der Schmerztherapie zunutze. Deshalb schickt man chronisch Kranke wieder arbeiten. Man erklärt es ihnen aber selten. Also bei mir ist diese Information leider nicht angekommen. Mittlerweile kann ich mir den Grund aber selber erschliessen.

D.h. Konzentration schützt uns und reguliert auch den Stresszustand unseres Körpers. Deshalb funktioniert meiner Ansicht nach auch Spiegeltherapie (auch da muss man sich konzentrieren), Spezialinteressen bei Autisten, Hobbies ...

Bewegung und Sport ist eine natürliche Methode um Stress abzubauen. Es ist ja die natürliche Flucht- oder Angriffsreaktion.

Apropos Stress... Gestern gab es in der U2 und U3 eine Türstörung. Als ich die Treppen runterkrückel, seh ich unten nur Menschen! Und mein CRPS macht WUMM! Und der Angstschweiss bricht mir aus. Yeha! Gott sei dank kam dann die U2 und nahm die meisten davon mit.

Eine Bekannte, die ebenfalls CRPS hat, kann nicht mit öffentlichen fahren, weil ihr von den vielen Menschen schlecht wird und sie Angst hat, dass sie sie am betroffenen Körperteil berühren. Einmal hat sie sich im Bus schon deswegen übergeben müssen. Ne Panikattacke dank CRPS. Des is fei a ned grod as gsündeste, wenn es plötzlich oben und unten losgeht.

Als wir uns gestern in den Zug auf einen 4-er gegenüber von einem schlafenden Mann hinsetzen, mein Busnachbar ihn mit seinen Bein streift, schiesst der schlafende erschrocken hoch, greift nach seiner Tasche. Dann guckt er um sich und entspannt sich wieder. War noch nicht die richtige Haltestelle. Die war erst in Nürnberg.

Auf der anderen Seite sitzt eine junge Frau und telefoniert über Ohrstöpsel und spricht in so ein Rechteck am Kopfhörer. Sie redet ununterbrochen, isst dabei noch in rasantem Tempo ein belegtes Brötchen. Mein Busnachbar stupst mich an und sagt dann:"Die muss aufpassen, dassi ned erstickt. Die vergisst Luft zu holen."

Ihr Koffer hat wie sie ein bisschen Übergewicht und fällt in jeder leichten Kurve um. Einmal touchiert er mein Bein. JAUA! Mein Cortisollevel steigt sprunghaft an.

In NDR Visite kam ein Beitrag zu Faszien und diesen Rollen. Meine Ergo meinte, ich soll das auch wegen meinem Ödem am Bein machen. Und das hätt ich jetzt, weil ich das andere Bein schone und nun ist das linke Bein beleidigt.

Das klingt logisch. Denn die Faszien umschliessen alle Organe und den ganzen Körper. Ist irgendwo ein Ungleichgewicht, dann wirkt sich das also nicht nur auf die betroffenen Stelle (den Ort der Schonhaltung) sondern in einer ganzen Kette (man spricht auch von Faszienkette, aber es sind natürlich nicht nur die Faszien sondern auch Muskeln (Verspannungen), Bindegewebe, Knochen, Sehnen, Bänder und Nerven betroffen) aus.

Sprich bei einem Unfall und der damit verbundenen Schonhaltung gerät der ganze Körper ins Ungleichgewicht. Die Decke ist zu kurz. Egal, wo man zieht.

Faszien verkleben und fibrosieren. Und dafür bzw. dagegen gibt es jetzt dieses Faszienrollen. Ich kann mir von meiner Ergo mal eine ausleihen. Derzeit roll ich mit einem Tennisball und mit einem Igelball auf dem Ödem und an der gegenläufigen Oberschenkelseite entlang. Die ist nämlich auch deutlich angespannter als rechts.

Wusstet Ihr, dass Kieferprobleme auch von Verspannungen und damit von Stress ausgelöst werden? Sprich, wenn wir besser auf uns hören würden, bräuchten wir keine Kieferchirurgen mehr. Meine Ergo behauptet sogar, auch keine Zahnärtze mehr.

Der Kieferchirurg bzw. Zahnarzt nutzt die natürliche Knochenwachstumsfunktionen um Korrekturen vorzunehmen. Mit mehr oder weniger Druck auf den Knochen kann man nämlich den Knochenwuchs anregen oder bremsen. Spannend.

Wenn wir wieder lernen würden auf die Signale unserers Körpers zu reagieren, dann bräuchten wir auch weniger Ärzte. Das Leben würde entspannter. Slow. Entschleunigt. Gesünder.

Das ist wohl der Grund, warum es bei Tieren kein Tier mit weissem Kittel gibt. Die hören auf ihren Dr. Vagus. Den Vagusnerv. Unseren inneren eigenen Arzt. Ein Vagabund, der durch unserern Körper streift und mit jedem Organ verbunden ist und in einer Art Reportingsytem dem Gehirn über Probleme informiert. Das dann die entsprechenden Handlungen einleitet. Leider haben wir verlernt auf diese Signale zu hören. Ich versuche sie wieder zu erlernen. Ich finde es schade, dass uns das von Eltern und Schule abgewöhnt wird. Denn es schadet uns und unserer Gesundheit und da darunter auch unser Verhalten leidet , leidet auch unser Zusammenleben.

Ich sitze im Früh-Bus und sehe drei Pferde auf der Weide. Zwei stehen. Eins liegt. Sie begrüßen den Tag mit Gelassenheit. Auf einer Wiese stehen zwei Rehe und gucken uns neugierig hinterher. Was sie wohl denken? Ob sie sich fragen, wo wir eingepfercht in eine Büchse auf Rädern so eilig um diese frühe Zeit schon hinwollen?

Traurig. Mancher Mensch hetzt ein Leben lang und kommt doch nirgendwohin....

Apropos Muskelanspannung... Ich habe einer Ergo von der progressiven Muskelentspannung bei der VHS erzählt. Sie meinte, dass man bei CRPS NIEMALS!!! diese Methode an einem betroffenen Körperteil ausführen darf. Das wissen leider nur wenige Kursleiter und Therapeuten.

Warum? Weil Eure Muskeln ja eh schon unter Daueranspannung stehen. Spannt Ihr sie jetzt noch weiter an, dann schiesst der Sympathikus mit seiner Aktivität noch weiter nach oben. Das ist kontraproduktiv und verstärkt die Muskelanspannung und somit die Schmerzen, die ja aus der Muskelanspannung resultieren. Entspannt Ihr die Muskeln danach, kommt der Parasympathikus nicht mehr so weit herunter, wie er vor der Übung war. D.h. es schaukelt sich noch mehr hoch. Mit JEDER Anspannung!

Deshalb kann ich eher Yoga Nidra, Spazierengehen als Entspannungsvariante empfehlen. Ihr selbst müsst für Euch das finden, was Euch guttut. Das ist sehr individuell. Da gibt es kein 0815. Denn es gibt kein 0815. Dennn jeder Mensch ist ein Unikat!

In diesem Sinne, wünsche ich Euch einen schönen Feiertag!

 
Die Glaa aus ERH - Der Systemabsturz Sandra Jaeger 2019
01.06. bis 07.06. Symphatisch und Symphatikus ...

Samstag: Ui! Gestern wieder neues erfahren. Habt Ihr schon mal von der Symphatikus-Therapie was gehört? Ich auch nicht. Die Idee dahinter ist, dass bei chronischen Erkrankungen wie auch bei CRPS der Symphatikusnerv eine Neuropathie hat. Und dass man dann genau diesen Nerv auch wieder ins Gleichgewicht bekommt.

Wie kommt man da drauf? Naja, der Vagusnerv (unser Dr. Vagus und innerer Vagabund ;-) ist ja der Gegenspieler vom Symphatikus. Und ihn zu stärken, hilft ja schon mal bei Schmerzerkrankungen und CRPS ungemein.

Der Vagus ennerviert aber keine Muskeln, sondern nur die Organe. Ist ja logisch. Der ist ja für die Entspannung zuständig. Der Symphatikus dagegen ennerviert die die Muskeln, weil die ja zur Flucht und zum Kampf notwendig sind und dort die Energie reinschiesst. Blutzucker und so... hatten wir ja schon.

Bei CRPS, chronischen Schmerzen und anderen Erkrankungen (auch bei Bechterev, MS soweit ich weiss) sind die Muskeln immer angespannt. Ich merke es vor allem im Nacken und Rücken, aber auch an den Händen und Beinen. Der Rücken ist damit hart wie ein Brett oder Beton. Also wie unser Lehmboden im Garten. Da kommt man keinen Meter in die Erde rein. Kein Wunder, dass der Neurologe bei der Nervenwasseruntersuchung so lange mit seiner Nadel in meinem Rücken rumgetochert hat. Sein Kommentar:"Sie sind so verknöchert." passt somit exakt ins Bild. Spannend!

Das würde dann für eine Symphatikusneuropathie sprechen. Nur wie kriegt man die weg? Und das mit dem Betablocker als Symphatikusbremse geht ja auch in die Richung. Hier steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen. Das sieht bestimmt niedlich aus. :) Ist aber für die Betroffenen traurig. Es gibt Krankheiten wie MS oder Rheuma, wo viel geforscht wird. Und andere seltenere Erkrankungen (CRPS ist gar nicht so selten, aber auch hier wird nicht viel geforscht) bei denen keine Gelder dafür da sind. Das ist traurig. Wie kommen wir aus der Nummer raus?

Erstens glaube ich, dass die verschiedenen Erkrankungen miteinander verwandt sind und wahrscheinlich alle mit Cortisolspiegel, Stresshoromonen und Symphatikusneuropathie zusammenhängen, damit bringt Forschung in einer Krankheit auch neue Ideen für die Behandlung anderer. Leider sehen das die Forscher nicht immer so bzw. haben sie das nicht immer im Blick. Ein Beispiel dafür: z.B. hat sich so rausgestellt, dass Antidepressiva in geringen Dosen auch bei Nervenschmerzen wirken. Sowas müsste noch mehr in den Focus rücken. In Slow Medicine zeigt Victoria Sweet an einem Beispiel auch, wie die Nebenwirkungen eines Medikaments gegen eine Krankheit (Akutsituation) gezielt eingesetzt werden können! Out-of-the-box-thinking!

Wenn wir uns von Etiketten und Schubladendenken lösen und die Forschung mehr generalisieren bzw. den Blick über den Tellerrand hinaus (da ist die Tischdecke, der Suppentopf, die Suppenkelle ... ;) richten, dann sehen wir Gemeinsamkeiten, Muster , Überschneidungen, neue Optionen und Möglichkeiten. Warum nehmen wir uns diese fantastische Möglichkeit anstatt sie zu nutzen?

Deshalb ist meine Idee auch unsere CRPS-Selbsthilfegruppe mit anderen SHGs mit ähnlichen Erkrankungen zu vernetzen. z.B. bei CRPS gibt es Dystonien. Es gibt Dystonien aber auch ohne CRPS. Dabei werden sicher im Körper aus irgendwelchen Gründen dieselben Mechanismen aktiviert. Finden wir heraus warum!

Osteoporose kann ebenso bei CRPS auftreten. Was spricht dagegen sich mit einer Osteoporose-Gruppe zu vernetzen und sich auszutauschen? Tellerrand ade!

Oder einer Ödem-Selbsthilfegruppe? Denn auch Ödeme treten bei unterschiedlichen Erkrankungen auf. Die Ursache wird sicher dieselbe sein. Kommen wir dem doch auf die Spur.

Und wenn es niemanden gibt, der für uns forschen kann (mangels Geldern, Interesse oder Lobby), was hindert uns daran, selbst zum Forscher in eigener Sache zu werden? Uns schlau zu machen, mit unserem Körper, Geist und ganzheitlichem Gesundheitsdenken auseinanderzusetzen? Denn nur das, was ich verstehe, kann ich auch händeln. Ich brauch das, um damit zurechtzukommen. Und glaube nicht, dass es anderen anders geht.

Ausserdem kennt Ihr mich inzwischen gut genug, dass Ihr wisst, dass ich mich nicht einfach so abspeisen lasse. Wenn jemand sagt, austherapiert, dann glaub ich das nicht. Es gibt immer einen Weg.

Was mir inzwischen klargeworden ist, ist, dass man den einem anderen zwar weisen kann, er ihn aber immer noch selber gehen muss. Das schafft nicht jeder. Und die, die es schaffen und sich auf den Weg machen, die gehen ihn alle in einem anderen Tempo. Hauptsache man ist unterwegs. Es ist schön da. Man erlebt einiges.

z.B. Cortisolspiegeltest. Der kostet kein Vermögen und wenn mehrere Mitglieder einer Gruppe, den mal machen, kann man die Ergebnisse miteinander vergleichen und evtl. sieht man ein Muster. z.B. hoher Cortisolspiegel bei kaltem CRPS. Das weiss ich noch nicht sicher. Ich hab noch keinen Vergleichswert. Dann wäre immer noch die Frage, wie ist der bei Mischformen?

z.B. habe ich durch fragen und zuhören gelernt, dass es einige CRPSler gibt, die mit der Schilddrüse Probleme haben und Medikamente nehmen. Und die spielt ja auch im Stresstoffwechsel eine wichtige Rolle. Bluthochdruck wird denk ich auch der ein oder andere haben.... Das gilt es abzuklären. Denn auch der hängt ja wieder mit Stress zusammen.

Wir müssen einander zuhören und Gemeinsamkeiten herausfinden. So hab ich z.B. bei einem gestrigen Gespräch mit einer Bekannten, die auch CRPS hat erfahren, dass auch sie Sehprobleme wie ich seit dem CRPS hat. Zeitung lesen ist schwierig für mich geworden, weil es so klein gedruckt ist. Es macht mich aggressiv. Und das Lesen vom Mindesthaltbarkeitsdatum auf Verpackungen löst bei mir Frust und Wut aus. Es verschwimmt. Ich hab's ja nicht so mit dem Wasser...

Auch wenn man Familienmitgliedern oder im Bekanntenkreis mal bei ihren Krankheitserzählungen lauscht oder Dinge beobachtet, macht man erstaunliche Entdeckungen.

z.B. bei meiner Mama baut jetzt tatsächlich auch am Bein (das vorher geschwollen war) der Muskel ab. Sie hat da eine Delle. Schmerzen hat sie aber nicht mehr. Es gibt aber CRPS auch OHNE Schmerzen! Das wissen die wenigsten.

D.h. erstmal müssen wir Daten sammeln. Jäger und Sammler... ;-) Das kann ich gut. Ich seh und hör ja immer Dinge, die anderen nicht auffallen. Wahrscheinlich bin ich ein Algorithmus auf zwei Beinen... eine NI. Alles spricht von KI und AI. (Künstliche Intellligenz). Warum benutzen wir nicht unsere natürliche Intellligenz (NI)?

Andererseits hat mir der Amazon-Algorithmus auch schon interessante Buchvorschläge geliefert. D.h. schon vorhandene KI können wir nutzen! Man kann auch mit einer google-Suche in Büchern nach der Häufung von bestimmten Begriffen suchen. Spannend!

Die Kunst besteht darin KI und NI miteinander zu kombinieren, wo sie Sinn machen und so zu einem Ergebnis und weiter Voran zu kommen.

Heute war ich im Städtchen. Am Marktstand hab ich einen roten Rettich (sieht aus wie eine Nase ;-), Himbeeren und ein Stück Pfefferkäse erstanden. Unsere Nachbarn warn auch dort unterwegs. Die waren mit den Fahrrädern dort. Die hab ich aber nicht gesehen. Woher weiss ich es dann? Sie hatte einen Fahrradhelm auf dem Kopf und er hatte noch ein Hosenbein hochgekrempelt. Indizien ;-)

In Helgas Schuhladen war ich auch. Die Nachbarin auch. Sie hat Schuhe gesucht. Ich hab im Schaufenster ein T-shirt entdeckt. Mit einem Storch drauf. Das ist das neue Höchstadt T-shirt, dass sie heute ab 16:00 Uhr auch beim Ladies Event (Modenschau mit Mister Germany) und einem Mädelströdelmarkt vorstellen wollen.

Ich hab's schon vorher entdeckt :)
Ich bin wohl die einzige, die in ein Schuhgeschäft geht, und mit einem T-shirt herauskommt. ;-)
Die Nachbarin hatte das T-shirt gar nicht gesehen. Erst beim rausgehen, als ich sie drauf hingewiesen hab, hat sie ins Schaufenster geguckt.

Im Schuhladen war eine Frau mit Ödemen an den Beinen (geschwollenen Beinen und Füssen). Sie hat leider keine Schuhe bekommen, weil keine passten. Das ist das Problem bei diesen Schwellungen. Aussserdem können sie Schmerzen verursachen. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Meiner Mama geht es im Sommer auch immer so. Sie hat schon mal beim Zahnarzt angerufen, dass sie nur früh kommen kann.
Sie:"Weil nachmittags kummi nei kann Schuh mehr..."

Im Engelgarten war ich schaukeln. Da war eine Hochzeitgesellschaft. Eine Fotografin, die im wahrsten Sinne des Wortes um das Brautpaar herumgeschossen ist, und ein Mann, der gefilmt hat.

Erst näherte sich die Braut in ihrem weissem Hochzeitskleid von hinten dem weiter entfernten Bräutigam, der ihr den Rücken zuwandte. Dann klopfte sie ihm von hinten auf den Rücken und sie umarmten sich.

Im Pavillon machten sie dann noch einen Tanz ohne Musik. Mir ist Pressack mit Musik lieber... Liebe geht durch den Magen...

Ein paar graue Tauben gurrten dazu. Und die anderen Vögel zwitscherten.... gut, die Brautjungfern in weinroten Kleidern auch.

Anfangs hielten die zwei Damen in rot die Schleppe. Dann zog die Braut sie auf dem Rasen einfach hinter sich her. Ob sie jetzt grüne Flecken im weissen Sahnegewandt hat?

Erdbeerkuchen mit Sahne... Sorry... ich schweife ab. Aber sah wirklich aus wie ein Sahnebaissee... bestimmt auch für den Bräutigam zum Anbeissen. Er hat sie jedenfalls sehr ausgiebig abgeschleckt.

Passenderweise flogen weisse Flocken (Blütenstaub von den Bäumen durch die Luft). Es hatte schon was zauberhaftes. Dem Blick nach war der Bräutigam sehr verzaubert. Ich frag mich, ob der Zauber anhält. Und wenn ja, wie lang.

Zwei Mädchen sonnten sich auf der Wiese. Die sind vor dem Tamtam geflüchtet.

Ein Radfahrer fuhr dann mitten durch's Bild ;-)

Mir tun aber jetzt schon die Leut leid, die sich den Film ansehen müssen... So wie Diaabende... ob man die auch wie Technomusik zur Folter benutzt?

Die Japaner, die Europa in 10 Tagen oder so machen, sehen die Dinge auch nur durch die Linse ihres Handys. Wirklich geniessen tun sie damit den Moment aber nicht. Ich hab die Erinnerungen und Momente lieber im Kopf und im Bauch als auf der Festplatte. Die meisten so aufgenommenen Fotos guckt sich hinterher ja eh niemand mehr an. Wir haben zuviel davon. Wir leben im Datenüberfluss. Unser Hirn kann diese Datenfülle gar nicht mehr verarbeiten.

Bei dem Konzert auf dem ich war, war es auch so, dass viele ihr Handy zückten und mitfilmten. Ich habe den Moment genossen und die Gänsehaut gespürt. Mir ging die Musik durch Mark und Bein und nicht in die Festplatte...

Echtheit, im Moment leben. Das ist was wunderbares. Und so stand ich dann wieder an der Pferdekoppel am Engelgarten und beobachtete die zwei Pferde. Wunderschön und anmutig. 100 Kilo wiegt so ein Wesen. Und hat doch so dünne zerbrechlich wirkende Beine. Und bewegt sich so elegant. Lebendige Rasenmäher... ;-) Ich könnte stundenlang zugucken. Vorne wird Gras gefressen und hinten geäpfelt. Multitasking in Bestform!

Heimwärts begegne ich einer Bekannten, der ich das neue Höchstadt T-shirt zeige.
Sie:"Mit sowas läufst Du rum?"
Klar. Ich hab ja heut auch mein Schlaubi-Schlumpf-T-shirt an. Ich mag Störche. Und ich mag Höchstadt.

Ich frag sie, ob sie auch zum Ladies Event heut nachmittag geht.
Sie:"Da kommt doch so ein Halbnackter. Das finden sie alle toll und johlen... Ausserdem ist es mir viel zu heiss..."
Den halbnackten will ich ned sehen. Aber den Trödelmarkt mag ich mir angucken. Mit der Hitze hab ich es allerdings auch nicht. Herr Sudeck bremst mich heut den Berg hoch aus und ich muss mehrmals stehenbleiben.

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass Stress sich erst in der Entspannung bemerkbar macht? Herzinfarkte, Schlaganfälle, Unfälle passieren meistens in der Freizeit oder auf dem Weg nach Hause. Und bei Wetterumschwüngen und Extremwetterlagen. Dann fährt der Sanker öfter. Es hat heut schon mehrfach gemartinshornt.

Auch familiäre Gewalttaten passieren am meisten an Feiertagen. Denn da sollte der Stress nachlassen. Doch da bahnt er sich dann seinen Weg bzw. die Folgen desselben.

Und bei CRPS ist es so, dass es erst in der Ruhe aufdreht. Nein nicht in der Ruhe sondern DURCH!! die Ruhe! Da steckt der Symphatikus dahinter. Ob schon die gesamte Gesellschaft unter einer Symphatikusneuropathie leidet?

Wenn ich mich so umschaue: Herzinfarkte, Schlaganfälle, chronische Schmerzen, Hörstürze, Ödeme, chronische Erkrankungen ... glaub ich es schon...

Macht der Symphatikus unsere Gesellschaft immer unsymphatischer?

So genug Wortklauberei... Heut ist mal wieder einer meiner Comics in der Zeitung. Ich freu mich riesig!
Viel Spass damit!

Sonntag: Faszientraining... hmm... diese Blackrolls sind ganz schön teuer. Ob man das auch mit einem Nudelholz machen könnte? Allerding besteht da die Spreisselgefahr... also dass man sich einen Holzsplitter zuzieht... Aber vielleicht habt Ihr auch ein Nudelholz aus Kunststoff. Damit müsst es ja gehen. Ob Ihr nun den Teig rollert oder Eure Faszien bleibt sich gleich. Ich würd's halt vorm Plätzchenbacken reinigen... Sonst gibt's unter Umständen haarige Plätzchen.

Apropos haarig. Bei zuviel Cortisol kann es ja zu vermehrter Haarbildung kommen. Bei zuviel Testosteron bei Frauen auch. Ich kann mich an die Zeit in meiner Kinderheit erinnern, als diese Radlerhosen in waren. Eine grüne hatte es mir angetan. Als ich die angezogen hatte, standen meine schwarzen dicken Haare an den Beinen durch. Ich sah aus wie ein Kaktus. Den Druck von der Hose (Marke Presswurschd) fand ich aber irgendwie gut. So wie die Sanddecke. Das beruhigt. Wie der Druck von der Blutdruckmanschette beim Hausarzt. Das entspannt mich auch. Seltsam... Hängt wohl damit zusammen, dass wir menschliche Wesen sind und uns früher aneinanderkuschelten, um warm zu bleiben und zu überleben. Mein Nervensystem scheint noch auf den Überlebensmodus gepolt zu sein. Interessant.

Das verfälscht dann aber sicher die Werte. Naja.. wie bei der Weisskittelhypertonie. Da ist es umgekehrt. Ist das dann einen Blutdruckmanschettenhypotonie?
Wobei man der Weisskittelhypertonie ja einfach Abhilfe schaffen kann. Wie es auf einigen Kinderstationen in Krankenhäusern ja auch gemacht wird. Man trägt grüne Kasacks statt der weissen wallenden Arztkittel. Das hat auch noch einen hygienischen Vorteil. Keine langen Ärmel in denen sich Viren und Bakterien einnisten können.

Ich mag auch keine Arztkittel und Uniformen. Sie machen mir Angst. Sie lösen meinen Fluchtinstinkt aus. Warum? Ein Arztkittel ist weiss und weiss ist eine sehr helle Farbe bzw. eine Nichtfarbe, denn sie enthält ja alle Farben im Spektrum. Genausowenig kann ich helles Sonnenlicht ertragen. D.h. es könnte zum einen an der Farbe liegen, die zu hell ist und damit das visuelle System überreizt, die den Fluchtreflex und die Angstreaktion auslöst. Zweitens die Bewegung... des wallenden Arztkittels... Im Fluchtmodus reagieren Säugetiere auf den kleinsten Reiz. Wir registrieren die kleinste Wahrnehmung. Und da gehört das "Wallen" des Arztgewands auch dazu.

Sanitäter tragen orangenen Uniformen. Eine Signalfarbe! Die schmerzhaft für ein überempfindliches Nervensystem ist. Signalfarben in der freien Natur signalisieren ja auch Gefahr und die lösen wiederum unseren natürlichen Fluchtreflex aus.

Und irgendwie funktioniert es in diesem Modus auch nicht besonders mit Autoritäten. Logisch. Wenn der Säbelzahntiger vor Euch steht, dann spielen die keine Rolle... dann muss alles automatisch ablaufen. Für Höflichkeitsgeplänkel, soziales Statusgedöns ist da keine Zeit. Die Sicherheit der Gruppe hat Vorrang. Zuckt ein Gnu einer Herde, wenn es Gefahr wittert, dann überträgt sich das automatisch auf die ganze Herde und sie rennt geschlossen los. Da spielt es keine Rolle, ob der bei Gefahr zuckende das Leitgnu ist. Vollkommen logisch. Und von der Evolution und Natur hervorragend gelöst.

Lustigerweise gestand mir meine Ergo, dass sie wenn sie Polizisten begegnet auch immer ein schlechtes Gewissen bekommt, obwohl sie gar nix gemacht hat. Stecken wir alle schon zu tief im Fluchtmodus drin? Das würde einiges in unserer Gesellschaft erklären. Ob wir aus dieser Nummer wieder rauskommen?

Wenn man bedenkt, dass ich vor der Blutdruckmessung und danach wieder im Fluchtmodus lande, ist das schon ganz schön schräg. Ich hab gelesen, dass das einigen Autisten auch so geht. Dann sind wir wohl im selben Modus. Es würde vieles erklären...

Passt ja irgendwie zu meiner Allodynie. Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten...

Bin also gestern zum Ladies Event in Höchstadt in der Innenstadt marschiert. Mei war des heiss! Die Sonne hat furchtbar geblendet. Das ist nicht mein Wetter. Ich merke wie ich überreize. Aber diesmal mach ich es trotzdem, weil meine Neugier siegt. Ausserdem ist das eine hervorragende Gelegenheit MBSR und Achtsamkeit im Fluchtmodus anzuwenden und diesen zu entschärfen.

Zuerst kamen gewerbsmäßige Marktstände und Tische. Die eine Apotheke war mit einem Tisch dabei. Die Frau dort wollte mich mit einem Erfrischungsspray besprühen. Mein No-Reflex war wieder sehr stark ausgeprägt (der gehört zum Überlebensmodus, denn in Lebensgefahr ist man für neue Erfahrungen nicht aufgeschlossen, da vertraut man auf bewährtes. Man kann auch in diesem Status nichts neues lernen.), aber diesmal war es mir dank der Achtsamkeitsübungen auch bewußt. Allerdings ist mir erst hinterher bewußt geworden, was das für eine Umweltsauerei ist. Flüssigkeit in Dosen. Ein feuchter Waschlappen tut es doch auch. Und der ist viel umweltfreundlicher.

Sei es wie es will... immerhin bin ich mit Achtsamkeit über den NO-Reflex hinweg gekommen. Und ihre Reaktion war auch entsprechend nett. Ich konnte Blickkontakt herstellen und sogar ein bisschen lächeln. Die Frau spiegelte mein Verhalten dank Spiegelneuronen. Ich hab halt gefragt, ob es recht stinkt. Nein, ist geruchsneutral. Naja, also hab ich meine Arme mal einsprühen lassen. Hat ned lang gehalten. Ein Waschlappen wär besser gewesen.

Apropos Waschlappen... den hatt ich letzte Woche auch auf dem Seminar vergessen. Da gab's nur Handtücher. Also gab's Katzenwäsche. Miau!

Es gab eine "Bemalstation". Also ich mal lieber auf Papier. Nicht in meinem Gesicht. Deswegen ist mir Städtler und Faber Castell lieber als L'Oreal und Mabeline. Ich mochte schon die Faschingsschminke nicht, weil sie so furchtbar stinkt.

In meiner Kinderheit hatte ich eine Phase, in der ich es liebte alle Lippenstifte meiner Mama bis ganz nach oben zu drehen und dann den Deckel draufzupatschen. Meine Mama liebte diese Phase weniger, denn sie hatte nur noch plattgedrückte Lippenstifte. Ich mochte das schmatzende Geräusch, das dabei entstand. Das entspannte mich. Und was mich entspannt, das mache ich noch heute gerne zum Ritual. Klar, ist ja Vagusnervstimulation. Und die brauch ich ja. Sprich: ich wusste schon immer was gut für mich ist. Nur leider konnte ich das anderen nicht vermitteln. Das Problem hab ich ja heute noch.

Auch der Mittagsschlaf war mir ein Graus. Ich war nicht müde. Ich war ja nicht mal nachts müde, wenn ich schlafen sollte. So durchwachte ich als Kind zahllose Nächte. Also nicht viel anders als mit dem CRPS. Die unruhigen Beine (auch restless legs genannt), machten mir schon als Baby zu schaffen. Das ist halt so, wenn man mit einem übersensiblen Nervensystem im Überlebens- und Fluchtmodus auf die Welt kommt. Meine Mama kann ja auch keine 5 Minuten mal still sitzen. Ursache und Wirkung.

Und stillen mochte ich nicht. Ich hab meiner Mama die Brustwarzen blutig gebissen (das geht auch ohne Zähne!) und Blut geschluckt, weil ich die Berührung und den Hautgeruch nicht ertragen konnte. Meine Mama hatte also einen kleinen Vampir. Also gab es die Flasche. Wenn man bedenkt, dass Stillen durch Oxytocin eine wichtige Rolle bei der Bindung und der Entwicklung des Urvertrauens spielt, ist es kein Wunder, dass es bei mir nicht besonders ausgeprägt ist bzw. war. Ursache und Wirkung. Ich muss es mir, wie das Selbstvertrauen erst jetzt hart erarbeiten. Lustigerweise hilft genau dabei MBSR und Achtsamkeit. Ich hab mich anfangs gefragt, als ich merkte, dass es das ist, was mir fehlt, was zuerst kommt: das Urvertrauen oder das Selbstbewußtsein... Nun stimmt die Antwort meines ehemaligen Mathelehrers: "Diese Frage können Sie sich selbst beantworten."
Es kommt beides zusammen... Zumindest ist das so bei mir. Und der Weg dahin ist ungemein interessant und spannend (denglisch: exciting!) aber auch anstrengend. Ohne Fleiss kein Preis :)

D.h. man kann es sich auch noch als Erwachsener erwerben und wie guter Gouda nachreifen. Sprich, manche Sorten reifen halt langsamer. Aber das heisst ja nicht, dass sie es nicht immer noch tun können. Und auch nicht, dass man die anderen Käsesorten nicht noch überholen kann und dann einen einzigartigen neuen Geschmack entwickeln kann. Ich übe noch. Einiges klappt schon besser.

Wobei ich noch nie mit Vorurteilen in eine Situation reingegangen bin. Aber mit deutlichem Misstrauen. Denn wenn man auf den Überlebensmodus gepolt (genetisch und epigenetisch)ist, dann sieht man zunächst alles als Gefahr an. Das ist auch logisch. Ich muss immer erst sehen und spüren woran ich bin.

Trotzdem bekommen Menschen bei mir überwiegend einen Vertrauensvorschuss. Es sei denn, eine ähnliche Situation hat für mich wiederholte Male nicht funktioniert. So wie die Problematik Krankenhäuser und Ärzte. Aber selbst da bekomme ich inzwischen ab und zu mal ne positive Erfahrung. Auch hab ich festgestellt, dass es besser läuft, weil ich meine Einstellung geändert habe. Zwar kann ich immer noch nicht entspannt in eine Praxis gehen, in der mich der Duft des Desinfektionsmittels schon in den Fluchtmodus versetzt... , aber ich kann es wahrnehmen und mir sagen, dass es mich nicht (hoffentlich) umbringt und kann die körperliche Stressreaktion in meinem Körper beobachten und wahrnehmen. Die ist ja was gutes, weil sie uns vor gefährlichen Dingen beschützt. Und ich kann mir sagen: guck, jetzt reagiert mein CRPS wieder über... Interessant. Und dann kann ich experimentieren, ob ich es mit Yoga Nidra, Atemtechnik beruhigen kann. Und siehe da, ab und zu gelingt es mir inzwischen schon ganz gut.

Und da Euer Gegenüber durch seine Spiegelneuronen Euer Verhalten spiegelt, bekommt Ihr das auch von der anderen Person zurück. Denn Euer Verhalten erzeugt wiederum das Verhalten der anderen Person.

Soviel dazu, dass der Mensch ein autonomes unabhängiges Wesen wäre und unabhängig und objektiv reagieren kann. Mit Nichten! Und Tanten... Er ist nämlich mit Umwelt, Mitmenschen, durch seine Erfahrungen und sogar die Erfahrungen seiner Ahnen geprägt und verwoben. Oder wie ein Kollege mal bei einer komplexen Software äußerte:"Des is alles total verzahnt." (was auch immer Zähne mit Komplexität zu tun haben...)
Ursache und Wirkung halt.

Wir sind komplexe Wesen und agieren und interagieren mit unserer komplexen Umgebung. Software hat inzwischen dasselbe Problem. Sie wird auch immer komplexer. Und damit immer weniger transparent und auch handhabbar. Deshalb muss man auch in der Softwareentwicklung Probleme mal aus anderen Perspektiven kreativ angehen.

Denn je mehr Software das reale komplexe Leben abbilden will, desto komplexer wird sie auch. Logisch. Deshalb sind neue Ansätze bei der Lösung dieser Problematik gefragt.

KI kann dazu beitragen, aber die eierlegende Wollmilchsau wird es auch nicht sein. Digital allein ist sicher auch nicht die Lösung. Die Lösung wird wie bei allen Dingen im Leben sein, die richtige Dosis des jeweiligen Mittels zu finden, um die Homeostase aufrecht zu erhalten. Andernfalls gibt es unzufriedene Programmierer und unzufriedene Kunden. Neue Ideen sind gefragt.

D.h. auch, dass wir in einer sehr aufregenden neuen Zeit leben. Der Wandel wird immer schneller... Und jeder Wandel erzeugt für unser evolutionär ausgelegtes System Mensch, Stress. Denn jeder Wandel wird zunächst als Gefahr eingestuft. Vollkommen natürlich. D.h. im Umkehrschluss müssen wir mehr denn je lernen besser mit Stress und Veränderungen umzugehen. Denn nur, wenn wir den Wandel als Chance sehen, sehen wir auch Möglichkeiten und haben Handlungsspielraum. Und den bekommen wir physiologisch nur, wenn wir uns der Prozesse, die in unserem Körper ablaufen auch gewahr sind. Sprich: unserer Gefühle.

Das kollidiert mit dem , mit dem wir gross geworden sind: Gefühle zeigt man nicht. Man unterdrückt sie.
Weinte ein Kind früher, hörte man nicht selten den Spruch:"Ein Indianer kennt keinen Schmerz."
Das ist Quatsch. Und ungesund obendrein. Denn unterdrückte Gefühle verursachen Krankheiten. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Lernen wir aber unsere Gefühle zu erkennen, wahrzunehmen, lernen wir dafür einzustehen und unsere dahinterliegenden verletzten Bedürfnisse zu äußern und für uns selbst einzustehen, übernehmen wir die Kontrolle und der Stress kann uns weniger bis gar nichts anhaben. Das bedarf der Übung. Denn nur einer kann uns verletzen. Und das sind wir selbst. Durch unsere Meinung über uns selbst und unsere Einstellung.

Schrägerweise kann man dieses Muster, wie wir uns selbst behandeln - gut oder schlecht - genau im Verhalten unseren Mitmenschen gegenüber ablesen. Sind wir aggressiv, hart, abweisend, perfektionistisch im Umgang mit anderen Menschen, dann haben wir dieselbe harte Haltung auch gegenüber uns selbst. Diese können wir aber verändern!

Trefft Ihr also auf wie Ihr findet schwierige Menschen, dann spielen bei den Missverständnissen und dem Frust, der entsteht, beide Parteien eine Rolle. Die Erfahrungen des anderen und seine Einstellung zu sich selbst, dessen Verhalten wir spiegeln und umgekehrt auch unsere Erfahrungen und unsere Einstellung zu uns selbst.

Da wir eine andere Person nicht ändern können, können wir nur bei uns selbst ansetzen, um diesen Konflikt zu lösen. Wenn wir mit uns wohlwollender und mitfühlender umgehen und uns mehr Verständnis entgegenbringen, dann können wir das genauso mit einem Menschen, den wir als schwierig empfinden.

Gelingt uns dies (das dauert seine Zeit und es gibt sicher Menschen, mit denen es uns ums Verrecken nicht gelingen will...), dann werden wir erstaunt sein, zu erleben, dass auch der Umgang mit dem schwierigen Menschen einfacher wird. Ich sage nicht, dass das leicht ist. Aber es kann leicht werden. Ihr habt es in der Hand.

Denn dieser schwierige Mensch spiegelt Euch eine Einstellung oder eine Facette von Euch selbst, die Ihr an Euch auch noch nicht akzeptiert habt. Erkennt Ihr sie und nehmt Ihr sie an, versteht sie und habt Verständnis für diese Hintergründe, dann könnt Ihr auch Verständnis für den schwierigen Menschen aufbringen.

Und er wiederum profitiert von Eurer geänderten Einstellung zu Euch selbst und spiegelt Euer verändertes entspannteres und gelasseneres Verhalten mit Euch selbst und ihm gegenüber auch Euch gegenüber wieder zurück. Das Resonanzprinzip. Wahrscheinlich ist das auch die Erklärung für das, was Karma genannt wird. Denn das was man aussendet, bekommt man auch zurück. Und zwar nicht irgendwann sondern in JEDER Kommunikation! Der Hammer! D.h. wenn ich denke, ich bin nur von Arschlöchern umgeben, sollte ich mal einen Blick auf mich richten. Denn es könnte gut sein, dass nicht die andern das Problem sind, sondern ich.

Das gilt besonders dann, wenn man immer wieder die Umgebung wechselt, aber immer wieder auf dieselben Probleme stößt. Denn dann tragt Ihr das Problem in Euch. Da nützt es auch nix 10 x den Arbeitsplatz zu wechseln, in der Hoffnung, dass dann das Problem auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Nur, wenn Ihr Euch mit Euch selbst auseinandersetzt, könnt Ihr es lösen. Logisch. Und ich merke das es funktioniert.

Früher war ich im Misstrauensmodus unterwegs und das strahlte ich auch aus. Gesenkter Kopf, gesenkter Blick. Kein Mensch grüßte mich zurück wenn ich in einer sehr monotonen Tonlage andere grüßte. Heute schau ich den Menschen ins Gesicht, ich kann lächeln, ich laufe aufrechter. Und diese Ausstrahlung reflektiert meine Umgebung. Ich werde öfter zurückgegrüßt und bekomme auch ab und zu ein Lächeln geschenkt. D.h. Eure innere Haltung spiegelt sich im Aussen wieder und wird wiederum von Eurer Umgebung reflektiert. Das ist doch mal ein schönes Spiegelbild. :) Wie der blaue Himmel und die Bäume, die sich in einem See spiegeln. So könnt Ihr auch in einer Pfütze auf Wolken gehen ;-)

Ich wünsche mir ja immer, dass wir Menschen uns alle so annehmen wie wir sind. Ohne Vorurteile , Werte. Physiologisch ist dies nicht ganz so einfach: denn unsere Physiologie bewertet Situationen bauchmäßig um in Gefahren handlungsfähig zu bleiben. Es besteht da ja nicht die Zeit in Ruhe eine Pro- und Kontraliste zu erstellen. Darauf wird der Säbelzahntiger keine Rücksicht nehmen. Der wartet doch nicht in Ruhe ab, bis ihr damit fertig seid und frisst Euch erst dann...

Abgeschwiffen.. worauf will ich hinaus? Also wenn Ihr Euch selbst wünscht, dass alle Menschen einander so annehmen wie sie sind, dann müßt Ihr zunächst lernen, Euch selbst so anzunehmen wie Ihr seid und zu lieben. Solange Ihr das nicht tut, wird Euch auch kein anderer annehmen oder lieben. Denn Ihr spiegelt genau das nach aussen und bekommt dann das entsprechende Verhalten Eurer Umgebung retour. Retourkutsche... Ein seltsames Vehikel... Gibt es auch ein Retourauto?

Sprich wollt Ihr von anderen respektiert werden, müsst Ihr zunächst Euch selber respektieren. Und so wächst langsam das zarte Pflänzchen des Selbstbewusstseins... Je mehr Ihr Euch Eurer Stärken, Eurer Umgebung bewusst seid - und hier kommt die Achtsamkeit wieder ins Spiel - desto kräftiger wird das zarte Pflänzchen. Die Wurzeln wachsen. Und Ihr fühlt Euch immer wohler in Eurer Umgebung, in Eurem Körper und in Eurem Leben. Dazu müsst Ihr regelmäßig wässern und düngen. Mit Pflanzen reden soll ja auch helfen. Hildegard von Bingen hätte vermutlich gesagt, Ihr stärkt Eure innere "Grünkraft" Seid Ihr selbst der Gärtner Eures Pflänzchens Selbstbewußtsein.

Übernehmen wir die Verantwortung für uns und unser Wohlergehen, dann übernehmen wir auch gleichzeitig die Verantwortung für unsere Gesundheit und unser Leben. Anstatt sie Chefs und Ärzten und einem Gesundheitssystem und anderen Systemen (Schulsystem, Sozialsystem, Staat, Ämter und Behörden ...), die wir nicht beeinflussen können bzw. nur begrenzt, zu überlassen. Wir treten von der Seite der Passivität auf die Seite der Aktivität. Und da ist es viel schöner. Man erlebt viel mehr. Man wächst an sich und seinen Aufgaben und erlebt Stress als Erfahrung und Bereicherung. Man kann ihn für sich und seine Entwicklung und die der Mitmenschen um einen herum nutzen. Denn man strahlt das dann auch aus. Und das wiederum spiegelt sich im Verhalten der anderen. So kann ein kleiner Stein, der ins Wasser fällt, doch im See grosse Kreise ziehen... Und so fangen ja auch friedliche Revolutionen an. Von unten... im kleinen.

Spanned!

Damit ist man der autonomen , automatischen Stressreaktion des eigenen Körpers nicht mehr hilflos ausgeliefert. Man bekommt ein Stück Kontrolle zurück. Und so erarbeitet man sich auch einen neuen Handlungsspielraum. Nimmt man die Situation nämlich so ohne Wertung wahr, dann kann man ihr schon ein Stückchen gelassener begegnen. Und je gelassener man wird, desto mehr Handlungalternativen, Lösungsansätze fallen einem ein. Man bleibt also handlungsfähiger. Das ist spannend. Denn damit kann man mit Meditation, Achtsamkeit, Yoga Nidra DURCH Konzentration den eigenen Geist gelassener werden lassen. Das hat man selbst in der Hand. Gelassenheit (die Stärkung des Vagusnerv) kann man nämlich ähnlich wie einen Muskel trainieren. Und je öfter und regelmäßiger man das macht, desto Gelassener und handlungsfähiger wird und bleibt man.

Klar gibt es auch Rückschläge. Von denen darf man sich aber nicht entmutigen lassen. Das ist wie überall im Leben. Man kann ja nicht bei der kleinsten Schwierigkeit aufgeben. Ihr müßt es so sehen: Schwierigkeiten machen die Dinge doch erst interessant und spannend! Ihr guckt doch auch gern Indiana Jones. Und gibt der bei Schwierigkeiten einfach auf? Wieso solltet Ihr das dann?

Im Gegenteil. Da Stressreaktionen automatisch in Euch ablaufen (das ist ja evolutionstechnisch so festgelegt un hat ja auch einen guten Grund: sie dient Eurem Überleben), könnt Ihr jede neue Stressreaktion zum Üben nutzen. Und das ist spannend! Ihr könnt Euch selber dabei zugucken wie Ihr besser werdet. Und damit bekommt Ihr auch wieder mehr Selbstvertrauen. Auf einmal seht Ihr, was Ihr alles könnt. Das war mir vorher nie bewußt, weil ich die Glaubenssätze aus der Kindheit, die man mir eingetrichtert hatte (Du kannst nix, Du wirst nie was hinbekommen, Du taugst nix ...) verinnerlicht hatte. Jetzt stell ich fest, dass die gar nicht stimmen. Das ist der Oberhammer!

Okay.. aber wo waren wir noch gleich...? Bei den Einschlafschwierigkeiten...
Kennt Ihr diese Anziehschlafsäcke in die man Babies steckt? Dieses Zwitterding ... Oben halb Strampler und unten Sack... Es ist eigentlich unmöglich aus diesem Ding herauszukommen. Eigentlich. Ich habe es geschafft und hatte den Sack dann um den Hals geschlungen. Egal, was meine Mama probierte, früh lag ich quer im Bett und streckte die nackigen Beinchen durch das Bettgitter. Da meine Mama Angst hatte, ich würde mich mit dem Sack erwürgen, hat sie ihn mir dann nicht mehr angezogen. Ich hatte schon immer einen Dickkopf.

Wo waren wir? Beim Mittagsschlaf... Meine Oma bestand darauf. Die wohnte bei uns. Bis ich eines Tages das Gitter vom Gitterbettchen abmontierte und als Leiter benutzte, um den Wäscheschrank im Zimmer auszuräumen. Als Mama und Oma reinkamen, stand ich also auf meinem provisorischen Leiterchen am offenen Schrank (keine Ahnung wie ich den aufbekommen habe, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg...) und hatte zwar keine Hose an, aber trug 4 T-shirts übereinander.

Ab dem Tag musste ich dann keinen Mittagsschlaf mehr halten. Das schonte meine Nerven und meiner Umgebung.

Bei meiner Schwester war es nicht viel anders. Da war sie noch gesund. Da sollte sie zusammen mit meiner anderen Oma ein Schläfchen halten. Als Mama ins Zimmer kam, schnarchte Oma und meine Schwester daneben war wach und flüsterte:"Psst! Die Oma schläft."

Apropos Flüstern... das macht mich wahnsinnig, wenn Leute das tun. Diese Zischfrequenz ist nicht kompatibel zu meinem übersensiblen Nervensystem und meiner Allodynie. Das ist schmerzhaft.

Weil es von der Frequenz her auch wie das Brummen von Motoren in einem Bereich liegt, den Nervensysteme im Alarmmodus mit Gefahr in Verbindung bringen. In einer Umgebung, die nicht gefährlich ist, aber mit einem Nervensystem und damit verbundenen physiologischen Zustand , der auf Gefahr gepolt ist, ist das nicht grad gesundheitsförderlich. Deshalb sind Menschen in einem solchen Modus nicht besonders kompatibel mit ihrer Umwelt. Und mit der Kommunikation funktioniert es dann natürlich auch nicht besonders gut.... Verständlich. Ihr würdet ja auch kein Schwätzchen mit dem Säbelzahntiger halten wollen...

Wo waren wir nochmal? Ah.. auf dem Ladies Event. Also es gab einen Stand von Vorwerk mit Staubsaugern und dem Thermomix. Wenn ich dem Verkäufer so zuhöre, frage ich mich ernsthaft, wie die Menschheit so lange ohne dieses Ding überleben konnte...

Wir haben übrigens kein solches Ding. Wir haben noch Töpfe.

Dann gab es noch einige Stände von Selbständigen, die ihre Werke bestickte Kissen, Shirts und Co oder Stamping (Stempelparties) und ähnliches machen.

Dann ging es rechts Richtung Kommunbrauhaus zum Trödelmarkt. Der war sehr überschaubar. Kein Wunder bei der Hitze. Ein Krümelmonster-T-shirt war das einzige Comicartige dort. Leider nicht meine Größe. Es hätte gut zu mir gepasst, denn ich krümel auch gerne. Oder wie es meine Mama mal seufzend ausdrückte als ich noch kleiner war:"Ich kann dir anziehen was ich mag, du bist immer dreckig."
Jaja. Bei meinen Klamotten war ich schon immer eigen. Ich mag es schlumpfig.

Wenn man dank Fluchtmodus übersensibel ist, dann ist man nämlich auch übersensibel auf Kleidung. Weich muss sie sein. Keine Kunstfaser. Und keine kratzige Spitze oder ein Label oder ein Etikett das mich wahnsinnig macht... weil es juckt.

So war meine Garderobe noch bis zur ersten Arbeitsstelle sehr überschaubar. Ich hatte 3 blaue Jeans und 3 blaue Sweatshirts und ein paar T-shirts. Meine Mama war davon wenig begeistert. Denn ich war ja ein Mädchen. Nur alles, was Mädchen mochten, interessierte mich nicht. Klamotten kaufen ist für mich nach wie vor ein Graus. Und Klamotten anprobieren eine Tortur. Das konnte auch mein Vater nicht verstehen. Und das liess er mich auch spüren. Ich wollte eh lieber ein Junge sein. So fühl ich mich noch heute und denke wohl auch eher so. Deshalb zieh ich am liebsten immer wieder dasselbe an. Es gibt mir Sicherheit in einer unsicheren Welt.

Bei Euch ist das das Ritual des Rauchens oder die Tasse Kaffee, oder die morgendliche Butterbreze, das Croissant, die Süßigkeit ... so unterschiedlich sind wir gar nicht. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Und dass diese Stress-Coping - und Nervensystem-Beruhigungsstrategien nicht alle gesund sind (bzw. in erhöhter Dosis krank machen), ist uns ja klar.

Da hat meine Strategie sicher noch die geringsten Nebenwirkungen...

Dann bin ich wieder heim. Und das hat sich in der Hitze und dank Herrn Sudeck ganz schön gezogen. Berg runter ist halt immer einfacher als wieder hoch. In jedem Schatten hab ich ein Päuschen eingelegt. Ich kann dann einfach nicht mehr. Ob das die Milchsäure ist, die dann gebildet wird? Geht das bei mir schneller? Das hat ja mal der Kardiologe von der Uni bei der Gesundheitsveranstaltung so erklärt. Die Folien hat er mir dann noch geschickt, wie ich mal nachgefragt habe, was bei CRPS passiert. So richtig wusste er das auch nicht. Und dann hat er mir halt die Folien geschickt. Wenn ich kurz stehenbleibe, geht es dann wieder.

So. Heut waren wir tanken. Mama kann das nicht alleine. Sie ist ja schon 76 und früher hat das immer Papa gemacht. Also muss ich mitfahren. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich mit den Händen Schwierigkeiten habe, den Tankdeckel überhaupt aufzudrehen... Und das tut auch sehr weh! Neue Ausfallerscheinungen.. Zudrehen durfte den dann Mama. Das hätte mich umgebracht..

Neben uns hielt ein SUV. Ein Mann stieg aus. Der hatte auch einen verspannten Nacken. Wie ich. Nur hat er schon einen Buckelansatz gehabt. Vielleicht von der Handynutzung. Ob die kommenden Generationen dann schon mit 20 oder 30 einen Buckel wie heute die alten Menschen haben werden? Falsch eingestellte Rollatoren machen das Problem übrigens auch nicht besser. Gramgebeugt, Rollatorgebeugt, Handygebeugt, Sitzhaltungsgebeugt ... Die gebeugte Gesellschaft... Die bucklige Verwandtschaft bekommt damit eine ganz neue Bedeutung. Symptomatisch für unsere Zeit...

Was ist Stress? Das ist die Anpassungsleistung des Körpers und unseres Geistes an Veränderungen. Oder Kurz: Evolution. In der Psychologie gibt es übrigens den Begriff Anpassungsstörung. Irgendwie ergibt der keinen Sinn. Denn wir passen uns ja ständig an. Dagegen können wir gar nix tun. Das Programm läuft doch automatisch in uns ab. Nur dass die Veränderungen in der heutigen Zeit in einem höerem Tempo geschehen. Und da wundern wir uns, dass nicht mehr alle damit mitkommen? Und die werden dann mit einem Etikett versehen. Störung. Ist es nicht vielleicht andersherum, dass diese ständige Hetzerei für uns ungesund ist und uns krank macht? Ich kenn ja kaum noch gesunde. Schon Kinder haben chronische Krankheiten: Allergien, Haltungsschäden (PC , Konsole, Handy, zu wenig Bewegung), Asthma, Diabetes, Adipositas, Neurodermitis ....

Haben wir den Point of No-Return, den Tipping point vielleicht schon überschritten? Oder gelingt das Umdenken noch rechtzeitig. Das Denken an die Umwelt. Slowness. Slow Food, Slow Medicine, Slow Work, Work-Life-Balance (wie ausbalanziert ist es denn? Jonglieren wir nicht jetzt schon mit viel zu vielen Tellern und Tassen und Besteck? Wieviel mehr geht noch bevor uns alles aus den Händen und auf den Boden fällt und wir vor den Scherben unserer Existenz stehen?)

Dank CRPS mit vorhergehenden Ulnarisschaden habe ich darauf schon vor Euch einen Vorgeschmack bekommen. Auch alle, die durch Krankheit, Arbeitsunfall, Unfall, Arbeitslosigkeit, Pflegefall, den Verlust eines geliebten Menschen oder anderem Schicksalsschlag aus dem Alltag katapultiert werden, können davon ein Lied singen. Dabei ist ihnen in dem dadurch verursachten Stressmodus gar nicht zum Singen zumute. Ironischerweise könnte genau singen und der Kontakt zu anderen Menschen in einem Chor sie wieder in den Alltag zurück- und aus dem Kampf- Flucht- Erstarrungsmodus herausholen.

Die mittleren drei Finger kleben doch etwas zusammen... Meine Ergo hat es mir so erklärt: Das Gewebe backt immer mehr zusammen bei CRPS. Und da hat der Nerv (diesmal der Medianus) auch immer weniger Platz und Spielraum. Drum. Ursache und Wirkung.

Seltsam... Ich dachte immer alle um mich rum, seien mit Selbstbewusstsein gesegnet. Nun stelle ich fest, dass das mit Nichten und Tanten der Fall ist. Ich hab den Eindruck, mir gegenüber lässt so mancher seine mühsam auferhaltene Fassade mal fallen bzw. schaffe ich es sie durch meine Art zum Einsturz zu bringen.

Das ist gar nicht so. Jeder scheint immer noch mit seinen Glaubenssätzen aus der Kindheit zu hadern. Und genau wie ich versuchen sie einem Bild von ihren Eltern zu entsprechen und niemanden zu enttäuschen. D.h. viele leben nicht Ihr Leben sondern die Erwartungen anderer. Die Erwartungen der Eltern, die Erwartungen des Ehemanns, die Erwartungen der Verwandtschaft und Familie... und nicht selten übernehmen sie sich. Und verlieren sich selbst und ihre Wünsche und Träume vollkommen aus dem Blick. Und damit setzen sie sich selbst unter Druck. Und das ist wiederum nichts anderes als Stress. Und der macht krank.

Das ist ganz schön erschreckend!

So glaubt eine Bekannte von mir, sie sei häßlich, weil sie mal einen Unfall hatte, bei dem Ihr Gesicht schaden nahm. Ich konnte aber nichts davon mehr in ihrem Gesicht erkennen. Sie trägt die innere Narbe aber immer noch mit dem Gefühl der Unzulänglichkeit und es allen recht machen zu müssen. So erwartet sie immer Perfektion von sich und auch von anderen. Sie kann sich selbst noch nicht so akzeptieren wie sie ist. Ein wunderbarer Mensch, der viel gibt und für andere da ist. So leidet sie an den Glaubenssätzen aus der Kindheit, die sie sich selbst ständig vorhält, obwohl es dafür keinen Grund mehr gibt. Doch um das zu sehen, muss man sich dessen bewusst werden. Dabei kann Achtsamkeit helfen.

Denn wird man gelassener im Umgang mit sich selbst, dann wird man es auch nach aussen, nicht nur im Innen. Und das spiegelt sich wiederum im Umgang mit anderen Menschen.

Dann wird das Leben leichter und ist nicht mehr so leidensvoll. Denn man stresst ja durch diese verinnerlichten Glaubenssätze nicht nur sich selbst sondern auch seine Umgebung.

Geht man mit sich leichter und nachsichtiger und liebevoller um, so gelingt dies auch mit den Mitmenschen. Und das Leben bekommt eine ganz neue Qualität. Es wird genussvoller, leichter und schöner. Und das nur dadurch, dass man sich seiner eigene Einstellung, seiner Meinungen über und zu sich selbst bewußt wird, sie in Frage stellt und schliesslich verändert.

Deshalb ist der Spruch: "Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst." so wahr und wahrhaftig. Ihr dürft ihn ruhig wortwörtlich nehmen.

Und seid Ihr chronisch krank, dann kann diese Veränderung dazu beitragen, dass Ihr besser mit der Krankheit klarkommt, weil Ihr sie annehmen könnt. Ihr seid ja nicht die Krankheit. Sie gehört zu Euch dazu. Und dann habt Ihr die Fähigkeit Eurer wahren Fähigkeiten und Stärken bewußt zu werden und sie positiv für Euch zu nutzen.

Das ist heilsam. Therapie. Die kann Euch kein Arzt verordnen. Nur Ihr Euch selbst. So könnt Ihr letztendlich die Selbstheilungskräfte in Euch aktivieren. Nur dafür müsst Ihr erstmal den physiologischen Flucht- Kampf- und Erstarrungsmodus verlassen und in den Modus der Entspannung und Gelassenheit wechseln. Dass es leicht ist, hab ich nicht gesagt.

Und ist man erst krank, dann ist es noch viel schwieriger. Denn nur in Entspannung können Wunden heilen. Und genau da will ich hin. Und Ihr doch auch. :)

Übrigens Gesundheit ist ein dynamischer Zustand. Der sich ständig verändert. Die Kunst ist es, das Gleichgewicht zu halten. Solange werdet Ihr bei Krankheiten immer wieder gesund werden. Ist dieses Gleichgewicht aber schon vorweg aus den Fugen geraten, dann gelingt es Eurem Körper auch bei kleinen Verletzungen nicht mehr zu heilen. Ursache und Wirkung. Aber was aus den Fugen gerät, kann man auch wieder ins Gleichgewicht bringen. Es dauert halt...

Ich bin sicher: Wir kriegen das hin!

Sodala.. heut zeig ich Euch, was man aus Abfall schönes basteln kann. Ohne Kleber sogar. Ein Schwan aus einer Mandeltüte vom letzten Markt.

Ich grübel ja noch drüber wie man es schafft, dass in der Schmerztherapie das Wissen, das man vermittelt bekommt, auch bei den Leuten als Lerneffekt ankommt.

So einfach ist das nicht. Das hab ich grad wieder erlebt und begriffen. Erst neulich. Ich hab meiner Mama über Atemtechniken, MBSR und Yoga Nidra viel erzählt. Nur wirklich verstanden hat sie es nicht. Das war mir aber wiederum nicht bewußt. Denn gemacht hat sie es nicht. Auch das Yoga-Buch und andere Bücher hat ich ihr zwar bereitgelegt, aber reingeschaut hat sie kaum. Geschweige denn begriffen, was ich damit denn überhaupt will.

Der Funke sprang erst über (das mit der Atemtechnik) als es in einer Fernsehsendung, die sie als tägliches Ritual guckt, erwähnt wurde. Erst dann hat es "Klick!" gemacht.

Sprich: was man selber weiss und die eigenen Erfahrungen kann man nicht einfach auf andere übertragen. Jeder muss es für sich selbst begreifen. Also selbst erlernen. Und bei jedem macht es an einem anderen Punkt oder bei anderen Zusammenhängen erst "Klick!".

Das ist auch das Problem der Schmerztherapie. Selbst wenn man es versteht, was die Ärzte und Therapeuten damit wollen, muss man es für sich selbst begreifen. Es selbst zu fassen bekommen! Nur so lernt man es und hat seinen Aha-Effekt. Beim Lernen in der Schule und im Beruf ist es übrigens dasselbe Problem. Lernen ist also ein individueller Prozess. Das ist kein Gruppenerlebnis und es funktioniert nicht unter Zwang und auf Kommando. Das war mir lang nicht bewußt.

Und ich glaube in der Schmerztherapie ist die Problematik nicht ausreichend bekannt. Ich denke erst wenn ein Arzt selbst zum chronischen Schmerzpatienten wird, dann wird es ihm bewußt. Erst dann kann er die Hilflosigkeit und das Ausgeliefertsein und die Ratlosigkeit, den Griff nach dem letzten Strohhalm nachvollziehen.

Denn auch chronisch kranke Ärzte sind trotz Ihres Wissens nicht davor gefeit in den physiologischen Kampf-, Flucht-, Erstarrungsmodus zu rutschen und dort steckenzubleiben. Erst wenn man beide Seiten erfahren hat, kann man sich auch verstehen. Ansonsten ist es ein Leben in zwei Welten. Und man versteht sich nicht.

Grad hat's bei mir Klick gemacht! Ich hab einen Artikel zu CRPS gelesen und dort stand (und das hatte ich auch schon mal vorher gelesen), dass die Krankheit das erste mal im Krieg beobachtet wurde. Und Krieg ist ja nix anderes als Stress. D.h. die ersten Betroffenen damals waren bereits durch die Kriegssituation im Kampf-, Flucht-, Erstarrungsmodus. In genau demselben physiologischen Zustand, den ich auch beschreibe. Heureka!

Auch andere Studien zeigen, dass CRPS mit Stress in Zusammenhang steht. Durch die Epigenetik wissen wir sogar inzwischen, dass die Erlebnisse unserer Vorfahren an uns über die Epigenetik vererbt wird. So tragen wir immer noch die Folgen der Weltkriege in unseren Genen mit uns herum, auch wenn wir da noch gar nicht geboren waren.

Macht das die Deutschen deshalb anfälliger für Stress als andere Nationen? Ist es nicht nur unsere Ernährung und unsere nicht artgerechte Lebensweise sondern auch unser epigenetisches Erbe, dass uns viele chronische Krankheiten erst beschert?

Wie schneiden andere Nationen oder Urvölker (davon wird es nicht mehr allzu viele geben) im Vergleich zu uns ab?

Montag: Was hab ich heut schönes auf dem Weg zur Arbeit gesehen? Einen Feldhasen und ein Auto mit dem Nürnberger Nummernschild "N-EU".
Ob er das wechselt, wenn es alt wird? Alternativ könnt er natürlich auch das Nummernschild dann behalten und das Auto wechseln.

Das VAG-TV verkündete, dass 86 Prozent der Deutschen einen Cocktail mit Alkohol bevorzugen. Ich hab zwar nicht mitgekriegt vor was... aber was soll's.
Ich glaub aber scho, dass bei uns eher die Bierfraktion in Franken gewinnt. Am Kellerberg wird ja auch jährlich der Tag des Bieres begangen. Was es ned alles gibt...

Cocktail... Wo kommt denn der Begriff her? Übersetzt hiesse das Hahnenschwanz... Ich trinke einen Hahnenschwanz. Da hättmer's a Kikeriki nenna könna.
Ah.. heisst auch Pferd mit gestutztem Schweif... schweiflos.. ausschweifend... na sowas kann dann bei zuviel von dem Getränk schon mal dabei herauskommen. Den stutzte man früher nur den mischrassigen Pferden... und misch-rassig ist im übertragenen Sinn auch das Getränk.

Und der Spruch des Tages ist heut von Erasmus von Rotterdam:
"Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit."

So.. jetzt war ich ganz gespannt, wer mich heut um 14:00 Uhr anrufen will. Es is scho schee, wenn Leut ans Telefon gehn und den Namen des Anrufers ned verstehn, einem aber ausrichten, da hat jemand angerufen. Ein Mann. Damit kann ich dann wahnsinnig viel anfangen. Das einzige, was bekannt war, war, dass es die Telekom diesmal nicht war.

Am blödesten war das mal, als ich mich nach der Ausbildung beworben habe. Da hab ich nicht nur eine Bewerbung fortgeschickt. Da ist dann die Aussage: "Da hat jemand angerufen, wegen Deiner Bewerbung."
"Wer?"
"Weiss ich ned, hab ich ned verstanden."
nicht besonders hilfreich.

Und wer war's? Die Bank wegen meinem Bausparer. Etz habi an Termin bei der Chefin. Die will mir mir reden. Dann gemma hald amol hie.

Dienstag: Heut is fei ganz schö neblig. Wie eine dicke weisse Decke liegt der Nebel über der Aischau und den Feldern. Sieht schön aus. Wie in den Gedichten, die ich in der Schule lesen musste. Damals wäre ich lieber draussen im Nebel als im Klassenzimmer gewesen.

Der Kuckuck ruft heut früh schon beizeiten. Warum sagt man eigentlich:"Das weiss der Kuckuck.."? Hat ihn schon mal jemand gefragt? Wenn es stimmt, müßt er's ja wissen...

Am Bahnsteig scheppert ein Rollkoffer an meinem Busnachbarn und mir vorbei.
Ich:"Des Scheppern klingt wie a Melodie."
Mein Busnachbar:"Die klingen doch alle gleich die Rollkoffer.."
Das finde ich nicht. Es klingt melodisch und wiederholt sich. Ein Schepperrefrain. Vielleicht wollt der Rollkoffer ursprünglich a Drehorgel werdn. Schepperei mit Melodei.

Ein Bus-Zusteiger im blauen FAU (Friedrich Alexander Universität) - Poloshirt mit eingebundenem Bein erklimmt einbeinig hüpfend mit seinen zwei Krücken den Bahnsteig über die Treppe. Krückenakrobatik. Oben angekommen legt er sein lädiertes Bein in der Handhalterung ab. So kann man das Ding also auch benutzen. Des geht mit meiner Krückenvariante ned so gut. Also ich hab's auch noch ned probiert. Würd wahrscheinlich umfallen. Dann käm zum Unfall noch der Umfall dazu.

Scho interessant wie er die "Störung" ausgleicht. Mit Schonhaltung und Einbeinhüpfen. Da sieht man aber schon wie die anderen Körperteile (Hände und das andere Bein) mehr arbeiten müssen. D.h. das Gleichgewicht gerät durch die Ausgleichshaltung aus demselben. Und wird dann sowas chronisch, muss man sich diese Fehlhaltung wieder abgewöhnen, sonst führt es auf Dauer zu Haltungsschäden und noch mehr Schmerzen. Jetzt versteh ich das. Damals hab ich das noch nicht verstanden.

Und wenn man es gar nicht schonen würde? Wie machen's denn die Tiere? Lustig.. ich stell mir grad einen beim Bau verunfallten Bieber beim D-Arzt vor. ;-)

Im Zug bin ich von lauter Haltungsschäden umgeben. Der eine sitzt zusammengsunken im Sitz (bequem ist das sicher nicht..) das sieht schon so aus, als wär's ungesund... Der andere hat vom Handygucken und Laptopschreiben schon einen Buckel und gebeugten Hals... Sehr grosse Menschen haben ein ähnliches Problem. Weil sie sich immer ducken müssen. So befindet sich unsere Gesellschaft in Schieflage und ich mich in Gesellschaft der Schieflage... Das Wortspiel gefällt mir :) Spielen macht Spass! Und wenn niemand mit mir spielen mag, dann spiel ich halt mit Wörtern. Apropos Buchstabensuppe wär amol widder gut...

Das ist dann doch epigenetisch, weil wir uns das durch unser Verhalten bzw. durch die Reaktion auf unsere Umwelt angewöhnen. Da wir das dann an die nachfolgenden Generationen als Gene vererben, darf man gespannt sein, wie sich das dann wiederum epigenetisch in der Bevölkerung auswirkt.

Wir erreichen Fürth.. Am Beinsteig bückt sich eine Frau und wuselt in ihrem Rucksack herum. Dabei rutscht ihre Hose nach oben und enthüllt eine Tätowierung. Das Tattoo-Studio im Ort hatte mal den Spruch:"Vom Leben gezeichnet." auf der Schaufensterscheibe stehen. Das kann man schon sagen. Überhaupt wenn man bedenkt, dass die Tinte ja nicht da bleibt, wo sie aufgetragen wird, sondern sich im Laufe des Lebens in den Organen anreichert. Die Tinte kommt ganz schön im Körper rum. Des is fei a ned grod as gsündeste... Ich bin gespannt auf die Arschgeweihwelle im Altenheim. Arschgeweih und Blasmusik des bassd ja. Was die nachfolgenden Generationen wohl davon halten werden?

Auf dem Weg zur U-Bahn lese ich den Spruch: "Loslassen erfordert weniger Kraft als festhalten. Trotzdem ist es schwieriger."
Der gefällt mir... Handwerklich hab ich mit dem Loslassen weniger Probleme... aber ich hänge sehr an meinen Sachen und kann mich nur schlecht davon trennen.

Ob das am physiologischen Status liegt? Kleine Kinder, die noch nicht das nötige Urvertrauen in die Menschen und die Umwelt haben, schleppen ja auch ihre Kuscheldecke oder ihr Stofftier mit sich herum. Wahrscheinlich ist das dasselbe Prinzip. Je mehr man im Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsmodus steckt, desto mehr hängt man an Gewohnheiten und Ritualen. Sie dienen unserm Überleben. Steigt im Alter der Cortisolspiegel, landet man unweigerlich wieder mehr in diesem Status und hängt dann auch wiederum mehr an seinen Routinen und Sachen. Autisten brauchen ja auch Rituale und hängen sehr an ihren Dingen. Das däd scho passen. Und wär absolut logisch.

Wird man chronisch krank, greift soweit ich es aus eigenen Erfahrungen sagen kann, derselbe Mechanismus. Achtet doch mal auf Euch, wenn Ihr einen Schnupfen bekommt. Dann jammert man mehr, will seine Ruhe haben, ist reizempfindlicher auf Geräusche, Gerüche, gereizt und bevorzugt auch Rituale. z.B. Tee, Bett oder Pinementhol. Intuitiv zieht Ihr Euch zurück und beruhigt so Euer übererregtes Nervensystem, Euren physiologischen Status.

Nur beim Schnupfen kommt man aus der Nummer wieder raus. Bei anderen Krankheiten bleibt man in dem Modus hängen. Und muss sich erst mühsam wieder rausarbeiten. Das ist viel schwerer.

So.. weil mir eine Bekannte, die auch noch Ergotherapeutin ist, geraten hat, mal die Handschuhe wegzulassen, hab ich das - bei der Hitze fällt es auch leichter - mal gemacht. Sie meinte, der ständige Reiz würde die Handringelei verstärken.

Schlechte Idee... da heut bei uns wortwörtlich Durchzug herrscht und alle Fenster aufgerissen sind, sitz ich auch auf Arbeit im Zug. Was ich schon wieder lustig finde... Man kann also im Zug arbeiten, aber auch auf Arbeit im Zug sitzen... unsere Sprache ist schon famos!

Um mich rum niest es. Ich dann auch. Hab wenigstens eine Sweatjacke an und die bleibt es auch. Trotzdem hab ich nach 3 Stunden eiskalte Hände und Arme. So ist die Durchblutung also auch im Eimer. Herr Sudeck ist beleidigt. Die Schmerzen sind unbeschreiblich... Meine Hände fühlen sich an als würde in ihrem Inneren alles zusammenpappen. Pappenheim. Da war ich auch noch nicht.

Der Lerneffekt ist also, dass ich morgen wieder die Stulpen mitnehme. Ich kann auch mal die Tür zumachen. Lustig find ich, dass meine Sterbezimmerkollegen auch nicht auf die Idee kommen die Tür oder ein Fenster zuzumachen, dass der Zug stoppt. An der Notbremse zu ziehen.. Die sind auch nicht besser drin auf ihren Körper zu hören. Wahrnehmung 6. Durchgefallen..

Ob das dann der Ursprung der Sommergrippe ist? Klimaanlage, Ventilator und Fensterzugluft... das Niesen in meinem Kollegenkreis würd dafür sprechen. Niesen Dein Fürsprecher... oder ein Freudscher Versprecher... Hadschi... Bless you. Das ist englisch und heisst "Gesundheit." Bless you (Gesegnet seist du) klingt viel schöner ... da sind uns die Engländer weit voraus... die haben auch britischen Humor. Habt Ihr Euch schon mal die traurigen und finsteren und verkniffenen Mienen früh morgens im Zug und in der U-Bahn angeschaut? Da kriegt mer Angst... Mer könnt meina die Leut fahrn zum Schaffott und ned auf Ärbert. Des is fei a ned grod as gsündeste...

Bürogschmarri:
Eine Kollegin kommt rein und sagt zu meinem Kollegen:"Kannst Du mal bitte mitkommen und Dir was anschauen?"
Er springt auf.
Sie:"Dei Brillen musst scho mitnehma."
Er lachend:"Meinst die brauch ich?"
Sie:"Also mit meiner siggsd nix."
2 Minuten später ist er wieder da und sie kommt erneut zur Tür herein.
Kollegin zu meim Kollegen: "Guck amol in die Mail, die ich Dir gschickt hab."
Er:"Ich hab die Mail noch nicht bekommen."
Sie:"Des is doch alles scheiße. Ich geh widder hamm."
Er:"Du bist doch grad erst gekommen."
Sie:"Des is doch wurschd, deswegn kanni doch hamm geh."

Aus dem VAG-TV erfahre ich, dass 94 Prozent der deutschen beim Kochen Glücksmomente erleben. Ich bin mit mehr als einem Topf überfordert. Und bei Milch reicht auch ein Topf... die sucht sich immer genau den Moment aus, wenn ich nicht aufpass und dann stinkts...

An der Haltestelle am Wegfeld wärm ich meine kalten Pfoten in der Sonne auf. Dank Herrn Sudeck friert es mich mit Jacke in der Sonne immer noch. Ein Mädchen steht von der Bank auf und bietet mir ihren Platz an. Signaleffekt Krückolores. Ich muss schon sagen, eine Behinderung, die man sieht, ist schon ganz was anderes.

Apropos... Wisst Ihr was schlimmer ist, als eine Behinderung, die man nicht sieht? Zwei..

Das ist von Ihr sicher nett gemeint... Leider klopft sie mir dabei von hinten auf den rechten Arm, so dass ich ihr am liebsten ins Gesicht springen möchte. JAUA! Seufz.. Nächstenliebe kann fei a ganz schö weh do. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Dann muss ich nochmal schmunzeln. Der VAG-Spruch des Tages ist heut von Ephraim Kishon.
"Das Alter ist eine interessante Sache. Man denkt und denkt und denkt und plötzlich vergisst man alles."
Das passiert nicht nur im Alter. Das hab ich schon mein ganzes Leben lang. Und mit CRPS ist es noch schlimmer geworden. Das liegt am physiologischen Status. Die gute Nachricht: man kann sich damit arrangieren. Oder wie mal ein Neurologe zu mir meinte: "Daran stirbt man nicht."

Apropos Neurologe... da war ich gestern und hab mir ein Attest abgeholt. Für ein Hilfsmittel. Die Idee für den Cartoon "Der Systemabsturz" hatte ich von einer dortigen Sprechstundehilfe. Die sagte zu ihrer Kollegin:"Etz haddersi widder aufgehängt." und meinte damit ihren PC. Und das Bild hab ich dann einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommen. NeuroLogisch hald... ;-)

Jedenfalls hab ich Ihnen dann das Bild geschenkt. Es hängt jetzt am Empfangstresen. Da freu ich mich sehr. Ich bin gestern aus der Praxis gehüpft. Diesmal nicht vor Schmerz (das kommt eher bei den Chirurgen vor , die glauben nur dass, was sie auch tasten können, bei Allodynie is mer da klar im Nachteil, Definition Chirurg: der mit den Händen sieht und damit ist nicht Handauflegen gemeint!!!). Sondern vor Freude... Vorfreude... Gibt es Nachfreude auch? Das gestern muss sie gewesen sein...

Etwas mulmig ist mir, weil sie dort auch psychiatrisch tätig sind und auch Depressionen behandeln. Ich hoff, der Cartoon wird nicht missverstanden... Gerät nicht in den falschen Hals... gibt's auch einen richtigen...? Ich hoff einfach, dass die Betroffenen trotzdem drüber lachen können. Lachen heilt ja auch. Hab neulich gelesen , dass irgendein Schriftsteller seine chronischen Schmerzen mit Lachtherapie wegbekommen hat. Lachen und Singen. Zu beidem ist einem in der Situation leider nicht zumute. Man muss sich zu seinem Glück zwingen... Ob Lachen auch den Vagusnerv stimuliert? So wie Singen? Bestimmt...

Seit ich MBSR mache, kann ich mir wieder mehr merken. Das würde dann gegen die Theorie sprechen, dass zuviel Cortisol auf lange Dauer das Kurzzeitgedächtnis schädigt. Denn wenn es kaputt wäre, dann könnte das ja so nicht sein. D.h. wenn ich es schaffe mein ANS und ZNS zu entspannen und den physiologischen Status zu wechseln, dann funktioniert das vielleicht auch irgendwann mal... Man braucht ja Ziele im Leben. Und ich bin nicht im Schützenverein auch wenn ich Jäger heisse...

Gestern hab ich einer Bekannten zu erklären versucht, dass der Schlüssel dazu über Konzentration (Fokus) geht.
Ich:"Das ist egal, ob Du gartelst, Comics zeichnest oder Spiegeltherapie machst... Bei Spiegeltherapie nimmst Du die gesunde Hand und spiegelst sie, so dass sie die kranke verdeckt... Hmm... des kann ich gar nimmer machen. Da bräucht ich ne dritte Hand.. ich hab ja keine gesunde mehr... "

Drauf lacht sie und fragt mich:"Hast Du schon mal drüber nachgedacht damit aufzutreten? Kabarett zu machen?"
Ich muss gestehen, ich mag den Humor von Martina Schwarzmann sehr. Das direkte und ehrliche und aufrichtige und authentische. Bin aber mit Worten mündlicherseits nicht so auf der Höhe wie im Schriftlichen. Das hängt ebenfalls mit dem physiologischen Status zusammen. Der legt nämlich die Kommunikation zwischen Hirn und Mund lahm. Auf der Flucht und beim Angriff ist Reden ja eher hinderlich... Da sollte man schon die Klappe halten.

Stifthalter, Federhalter, Stammhalter, Fritz Walter ... ob es auch einen Klappenhalter gibt? Hmm... In der Strassenbahn steht auf dem Erste Hilfekasten (grünes Kreuz, warum ist das jetzt wieder grün? Ist das rote Kreuz patent- und markenrechtlich geschützt? Von Henry Dunant?) "Klappe im Notfall öffnen". Das finde ich sehr befremdlich und zweideutig. Was soll's? Hauptsach es hilft.

Donnerstag: Die Elstern keckern an der Haltestelle.

Auf der Pferdekoppel in Niederlindach stehen 4 Pferde hintereinander und grasen. Eine 4er-Kette.

Im Zug steigt in Fürth eine Frau mit Stöckelschuhen ein. Die Schuh sind Selbstverstümmelung. Da verkürzen sich die Sehnen wie bei meinen CRPS-Dystonie-Händen und Füßen auch. Dass des jemand freiwillig macht, will mir ned in den Kopf. Und des nur, weil irgendjemand mal definiert hat, dass des schick und schön ist. Wer schön sein will muss leiden.. so ein Quatsch. Dann könnt mer auch Dystonien und Muskelabbau als schön definieren. Weh do dud's ja scho... Wahre Schönheit kommt von innen. Des sieht mer auch, aber anders. Des spürt mer.

Auf dem Weg zur U-Bahn seh ich den Spruch:"Gib jedem Tag die Chance der schönste Deines Lebens zu werden." (Mark Twain)

Heimwärts: Als ich an meiner Haltestell daheim aussteig, ruft mir der Busfahrer ein:"Schönes Wochenend!" zu. Ich stutz. Er dann auch. "Etz woari scho beim Feiertag..."

Gestern abend gab's Griessbrei mit roter Grütze und Zucker und Zimt.
Meine Schwester kann mit ihrer gelähmten Hand den Topf nicht auskratzen. Also helf ich ihr. Ich kann aber mit meinen CRPS-Dystonie-Händen und der damit verbundenen wenigen Kraft darin den Topf nicht halten. Ich:"Halt amol den Topf hoch. Ich kann ner ned halten."
Also hält sie ihn mit ihrer gesunden Hand und ich schöpf ihr den Rest aus dem Topf bevor er neipappt. Dabei hält sie den Topf recht hoch.
Ich:"Ned so hoch halten!"
Sie:"Aber du hast doch gsachd, ich soll ner hoch halten."
Ich:"Aber doch ned bis an die Deck" (Decke)

Heut hamms im Supermarkt frisch gwischt ghabt. Es war spiegelglatt. Meine Schwester is ausgerutscht. Etz issi blau. Allans aufsteh hat ned funktioniert, weil's so glatt vom Putzen war, issi gleich wieder ausgrutscht und goar ned erst hochkumma. Zu Dritt hams (Mei Mama und a Mo und a Fraa) mei Schwester hochziegn müssen. Mei Mama hat an der Info gschimpft und die ham dann den Unfall aufgnumma. Dahamm hadsisi mit Voltaren vo obm bis unten eigschmiert. Irgendwie is immer aaner vo uns blau. Vielleicht simmer doch mit die Schlümpf verwandt. Wahrscheinlich heisst's deshalb a blau is ka Farb, blau is a Zustand.

Mei Schwester:"Ich geh nimmer mit zum Eikaafen. Sonst rutschi widder aus."
Ich:"Ja maansd, die putzen immer, wenn du kummsd?"

Apropos Auflösungserscheinungen... mei Trampolin löst sich scho nach no ned amol 4 Monat in seine Bestandteile auf. Die Laschen reissen und die Gummis auch. Etz habis reklamiert. Per e-mail. Die Antwort woar schnell da. Sie wollen das Trampolin für die Qualitätssicherung zurückgeschickt haben und lassen es über den Paketdienst abholen. Verpackungsmaterial bekomm ich auch. Des hat nämlich mei Mama scho wechgschmissen. Ich bekomm mein Geld zurück weil sie keinen Ersatz mehr haben.

Dann werd ich mir doch mal ein gscheites kaufen. Eine Bekannte hat mir eins empfohlen, das gut und stabil sein soll. Des gibt's mit Klappfüssen und Schraubfüssen. Etz habi sie gestern gfragt, ob sie Klapp - oder Schraubfüsse hat. Also ned sie... ihr Trampolin.

Apropos Trampolin. In Langenzenn gibt es einen Trampolinpark. Das wär was für meinen Urlaub. Für 12 Euro kann man eine Stunde durch den Parcours (90 Trampoline) hüpfen. Mal sehen wie sich mein CRPS da so macht. Und im Fürther Stadtmuseum gibt es die Ausstellung vom Blechspielzeug zum Bobbycar. Das wär auch noch was. Im Germanischen Nationalmuseum war ich auch noch nicht. Mein Busnachbar aber auch ned. Und einen Ausflug mach ich im Urlaub zu meinem D-Arzt.

Meinen Patentschutz werd ich heut auch mal verlängern. Da ist schon die Verspätungsgebühr fällig. Besser spät als nie. Siggsdes ich hab a Patent. Ich bin a patente Fraa. Die Glaa aus ERH ...

Wenn ich so an Brief vom Amt bekomm, erschreck ich immer zuerst.
Am meisten bin ich mal erschrocken, als ich Post von der IRS (der amerikanischen Steuerbehörde) bekommen habe. Ich hatte 10 USD Umsatz in den USA mit Spreadshirt-T-shirt-Grafiken. Das war dann aber gar ned so wild. Die hamm das Geld halt einfach einbehalten. Und man hätte es erst wieder rückfordern müssen. Das war den Aufwand nicht wert und meistens funktioniert es laut Berichten aus dem Internet sowieso nicht. So bin ich mit dem Schrecken davongekommen.

Mein Symphatikus ist da ganz schön abgegangen. Wie in den letzten Tagen auch. Die Hitze und jetzt der Wetterumschwung machen mir zu schaffen... Nachts durchschlafen wär auch mal wieder schön. Ein Kollege von mir war gestern im Schlaflabor. Schlafen konnt er dort ned. Wenn mer des dahamm ned kann, kann mer des im Schlaflabor bestimmt a ned. Er is dann heut dahamm gebliem und hat sich ausgschlafen.

Gestern kam ein Beitrag am Fernsehen zu FASD. Fetales Alkohol Syndrom. Hier werden die Kinder schon im Bauch der Schwangeren durch Alkoholkonsum der Mutter geschädigt. Die Symptome gleichen dem von Autismus und AD(H)S. Dann scheint hier wohl auch der Symphatikus eine Neuropathie zu haben bzw. das Nervensystem überrreizt zu sein. Es kommt wie bei Autismus und AD(H)S zu Reizüberflutungen, Vergesslichkeit, Orientierungslosigkeit, haben Schwierigkeiten mit der Impulskontrolle oder bei der Einschätzung und der Kommunikation mit anderen Menschen. Sie brauchen Unterstütung und Hilfe um ihren Alltag bewältigen zu können.

Bei meiner Bekannten reisst die Hornhaut der Augen immer wieder auf und heilt nicht. Das ist auch der Symphatikus, der verrückt spielt. Wird das mehr?

Die Frage hab ich meiner Ergo gestellt. Sie sagt, dass bei Kindern Schwierigkeiten früher erkannt werden. Aber nur bei den auffälligen. Die Schwierigkeiten der Schüchternen, Unsichtbaren und Unscheinbaren erkennt man erst später. Ansonsten ist die Zahl der Kinder ihrer Meinung nach gleichbleibend geblieben.
Aber ihr fällt auf, dass die Anzahl der Erwachsenen, die zu ihr kommen zunehmen. Schlaganfälle und chronischer Erkrankungen und die Leute werden immer jünger, die es trifft.

Der Sanker fährt heut auch wieder sehr oft. Überreizte Nervensysteme melden sich immer erst durch die Ruhe. Bei solchen Extremwetterwechseln kann man auch die Vögel wild kreuz und quer rumfliegen sehen. Die Tiere spüren das auch. Bzw. deren Nervensystem. Wie wir auch leiden sie unter den Wetterwechseln und Klimaveränderungen. Nicht zuletzt auch weil es immer weniger Insekten gibt. Ob mer des alles widder hinkriegn...?

Bei meiner Physio sitz ich am Dienstag bei der Hitze neben einem Mann mit Bart im Wartezimmer. Ich bin neugierig und frag:"Schwitzt mer mit so am Bart ned recht arg bei dera Hitz?"
Er lacht:"Den habi scho seit ich a Baby war. Ich hab ner bloss beim Bund abrasiert. Mer gwöhnt sich dran. Is viel praktischer wie dauernd rasieren."
Vom praktischen Standpunkt aus kann ich es verstehen.

Ein Mann kommt in die Praxis, es scheppert 6 mal und dann geht er wieder.
Der Barträger neben mir:"Na, der woar aber schnell fertig mit seiner Physio."
Ich hab die Handyentsorgungsschachtel vorn gesehen:"Der hat bloss sei alte Handys in die Box vom Kolpingwerk neigschmissen. Der had aber vill Handys ghabt..."

Nachtrag zum Mittwoch: Hab eine Sympathikus-Therapie bekommen. Also am Rücken den Sympathikus aktiviert. Einerseits war das schön, weil sich die rechte Hand dann gleich entspannt hat und es hat auch 50 Minuten angehalten. Andererseits war der Nerv danach noch irritierter und ich spürbar gereizter, die Muskeln waren in dieser Phase total angepannt und nachts bin ich noch öfter aufgewacht. Deshalb werd ich damit erstmal wieder pausieren. Das war mir zu heftig. Das scheint Nervenmobilisation (putzigerweise Nervenmobi genannt - so putzig ist das nicht! Weil es sakrisch weh tut! Aber erst mit Verzögerung hinterher. ) so an sich zu haben. Das muss doch auch anders gehen... ohne dass der Nerv, mit dem ich eh schon ein Problem hab, noch mehr hinterher Amok läuft.

Okay, MBSR (irgendwo hab ich mein Buch verlegt und find es grad nimmer... ) und Achtsamkeit, Yoga Nidra, also Konzentration generell hilft. Nur bei den Wetterumschwüngen wie aktuell leider nicht. Wenn ich aufwache, dann schiesst der Symphatikus schon durch die Decke und meine Muskeln sind überall auf höchster Anspannung. So dass es weh tut. So muss sich ein Pfeil im Bogen kurz vorm Abschuss fühlen, wenn die Sehne maximal gespannt ist. Am meisten merk ich es im Nacken und am Rücken. Denn der ärgste Schmerz setzt sich durch. Aber auch die Muskeln an den Beinen, Armen und Händen sind betroffen. Sprich das ganze System! Ein Systemfehler!

Ich glaube, Dünnpfiff hängt auch damit zusammen. Denn soweit ich es beobachtet habe, tritt der immer dann auf, wenn das Wetter umschlägt und ich gereizter bin. Mehr im Feindlichkeitsmodus. Und zittern tu ich dann auch. Also ein Haltetremor kommt dann auch noch hinzu und ich muss aufpassen, dass ich nix verschütte. Trinken wird dann zusätzlich zu der bei CRPS vorhandenen Muskelschwäche durch den Tremor noch weiter erschwert. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Da es früh an der Haltestelle immer noch sehr schlimm ist, laufe ich hin und her , um mein Nervensystem runterzufahren. Ich merke, dass ich grantig bin, unfreundlich gesinnt und mich alles (ja auch der Kuckuck) einfach nur NERVT!!! Meine Stimme klingt noch kratziger und monotoner als sonst. Unmelodiös. Die Augenpartie ist extrem angespannt.

Auf der Fahrt mach ich noch Yoga Nidra. Die Augen entspanne ich dadurch, dass ich in die Ferne blicke. Beides mach ich abwechselnd.

Im Zug sorgt mein Nervensystem im Erstarrungsmodus dafür, dass ich wahrnehme, dass ich vor einem defekten WC sitze, bei dem sich bemüht wird, das Problem so schnell wie möglich zu lösen und ich sehe einen weissen Fussel auf der Uniform des Polizisten 4 Sitzreihen weiter. Es juckt mich in den Fingern ihn wegzuzupfen. Ich muss mich sehr beherrschen. Sprich mein ANS und ZNS ist von Dingen, die nicht so sind, wie sie gehören sichtlich irritiert. Es ist also sehr erregt.

Interessant, dass ich dies nach aussen hin , kaum ausstrahle. Ich kippel und zappel mit den Füssen oder stimuliere meine Augen, indem ich die Umgebung scanne. Die vorbeifliegende Landschaft beruhigt wiederum mein ZNS und ANS. Interessant. Möglich machen diese Anpassung nach aussen, dieses vorspiegeln eines normalen Zustands, diese Copingstrategien. Die Fähigkeit zur Konzentration. Denn wenn man sich konzentriert kann das ANS und ZNS die zuviel einprasselnden Reize ausblenden. Und die diversen Fähigkeiten und Möglichkeiten das ZNS und ANS zu beruhigen. Fasznierend.

Die Fahrt in der U-Bahn ist eine Herausforderung, auch weil aufgrund einer Türstörung wieder ein Menschenmeer unten an der Rolltreppe steht. Mein Sympathikus findet dies gar nicht symphatisch und dreht noch weiter auf. Denn im Fluchtmodus mag man keine Menschenmassen. Das Nervensystem empfindet sie als Bedrohung. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ich praktiziere Yoga Nidra und Achtsamkeit auf dem Bahnsteig und ziehe mich in mich zurück. Dabei fällt mein Blick auf ein gelbes dreieckiges Schild an der Kachelwand der U-Bahn. Drauf ist ein Männchen, dass auf das Bahngleis fällt. In Deutsch steht darüber das Wort Achtung. Auf Englisch drunter das Wort Warning. Aber das ist doch gar nicht dasselbe! Das ist eine Fehlübersetzung.

Achtung heisst auf Englisch Attention. Das wär länger gewesen. Ich grübel ob das der Grund ist, warum man sich für Warning entschieden hat. Stören tut es mich trotzdem, weil es einfach nicht korrekt ist. Das scheint auch eine Eigenheit des übersensiblen Nervensystems, des aufgedrehten und abgedrehten Symphatikus zu sein, dass mir erstens solche Dinge auffallen und dass sie mich extrem stören. Ich kann es nicht ertragen. Genau wie den Druckfehler beim Augen - Chriurgen... in Erlangen auf dem Praxisschild.

Denn aufgrund der Wachsamkeit des Nervensystems nimmt man solche kleinen Dinge wahr. Im Entspannungsmodus oder im Konzentrationsmodus fallen einem die nicht auf. Denn da kann man diese Reize ausblenden.

Das ist ja auch das womit Autisten anecken. Dass sie solche Dinge (z.B. Druckfehler) sehen. Und diese Dinge , die anderen kein Problem bereiten, bereiten ihnen und mir körperliches Unbehagen. Ich kann das nicht so lassen. So hab ich auch die Fehler in der Aufgabenstellung der Klausur meiner Englischlehrerin korrigiert. Nicht jeder Lehrer wäre davon begeistert gewesen. Mit ihr hatte ich Glück. Das ist mir erst jetzt bewußt. Ich hätte aber gar nicht anders gekonnt. Mein Modus liess es nicht zu!

Wohl auch deswegen reagiere ich und Autisten und ADHSler extrem auf Ungerechtigkeiten. Ich kann sie nicht ertragen. Auch körperlich. Autisten ergeht es wohl genauso.

Eine andere CRPSlerin, die ich kenne, sieht in der Speisekarte im Lokal sämtliche Druckfehler. Das geht mir in Büchern auch so. Auch Übersetzungsfehler in auf deutsch übersetzten Büchern fallen mir auf. Das Wort finally, das mit Endlich statt Schliesslich übersetzt wird, und dann beim Lesen des Zusammenhangs mein irritiertes Nervensystem sichtlich irritiert. Es sträuben sich meine Nackenhaare. Genauso wie wenn jemand ein englisches Wort falsch ausspricht. Oder das th mit se ... Uaugh! Es verursacht mir körperliches Unbehagen. Es tut weh! Weil das Nervensystem übersensibel reagiert. Flucht-, Kampf-, Erstarrungsmodus halt! Da ist das völlig normal. Denn jede Abweichung von der Regel (ob das nun ein Druckfehler ist, oder das Knurren eines Raubtieres) signalisiert Gefahr! So sind wir gepolt! Unser Überlebensinstinkt!

Im letzten Lokal hat sie die Speisekarte mitgenommen, die Fehler korrigiert und sie hinterher dem Besitzer wiedermitgebracht. Sie hat gesagt, er hat sich bedankt und gefreut. Sie ist Lehrerin.

Ein paar Schweissattacken muss ich auch über mich ergehen lassen. Dagegen haben bisher keine Entspannungsübungen geholfen. Also beobacht ich einfach was mit mir passiert. Es geht ja auch wieder vorbei und mach halt meine Jacke auf und hinterher wieder zu, wenn es vorbei ist. Denn ne Erkältung oder Sommergrippe brauch ich nicht auch noch. Mit einem übererregten Nervensystem dauert bei sowas die Heilung auch länger, weil das übererregte Nervensystem die Erholung und Heilung behindert. Auf der Flucht vor dem Säbelzahntiger ist die nämlich zweitrangig. Da zählt das Überleben. Dass mein Schalter für das Zurückschalten in den Normalmodus klemmt, kann ich ihm leider nicht klarmachen. Seufz.

Gott sei Dank kommt die U2 und sammelt die meisten Menschen davon ein. Bis auf Arbeit hab ich mein ZNS dann etwas runtergefahren. Von wissenschaftlicher Seite ist das alles faszinierend. Ich lerne also aktuell sehr viel über mich, mein Nervensystem und meinen Körper. Schon spannend. Ich würde es aber auch gerne mal in den Griff bekommen. So ein Zügel zum Bremsen der Pferde, die grad durchgegangen sind, wär was feines...

Eine andere CRPSlerin hat mir erzählt, dass sie Entspannungsübungen grantig machen. Das war bei mir heute auch so. Es funktioniert einfach nicht! Genausowenig wie damals vor 4 Jahren in der Schmerztherapie. Da war das Nervensystem einfach noch zuuuu übererregt. Inzwischen hab ich es mit meinen Methoden (Comic zeichnen, Programmieren, Blog schreiben, Yoga, ...) soweit heruntergefahren, dass es öfter funktioniert. Aber halt: NICHT! IMMER!

Zur Erinnerung: Euer Nervensystem steht grad dem Säbelzahntiger gegenüber! Und dann sagt ein Therapeut zu Euch: Entspannen Sie sich! Das funktioniert NICHT! Das ist vollkommen logisch, dass das nicht funktioniert.

Das ist genauso wie bei der Frauenärztin. Man hängt auf diesem seltsamen Stuhl herum und sie steckt einem dieses Ding unten rein und sagt: "Bitte entspannen Sie sich!" Und mein ganzes System möchte am liebsten schreiend davon laufen als diese Körperverletzung über sich ergehen zu lassen. Für mein System wär das erste gesünder. Nur ist das gesellschaftlich und sozial nicht akzeptabel.

Hinzu kommt in unserem modernen Leben, dass aufgrund der Bequemlichkeit des Menschen (die die Basis aller Innovationen ist), Bewegung, die unser Nervensystem beruhigen könnte (das beginnt schon mit dem Ausfall des Sportunterrichts in der Schule) immer mehr zu kurz kommt. Wir sitzen mehr als uns und unserem Nervensystem guttut! Stressverarbeitung findet kaum mehr oder nicht mehr ausreichend statt. Denn Sport ist nichts anderes als Stressverarbeitung. Wir rennen endlich los... und reagieren uns ab. Deshalb ist zu wenig Bewegung schädlich. Damit überschreiten wir dann unsere Grenzen und die Folge ist ein noch erregteres Nervensystem. Des is fei a ned grod as gsündeste!

z.B. bei extremen Wetterlagen wie zur Zeit, ist es einfach nicht zu beruhigen... Seufz! Aber so geht es ja nicht nur mir. Beobachtet mal wie oft der Rettungswagen an solchen Tagen fährt. Ich wette mit Euch, die Anzahl der Herzinfarkte, Kreislaufkollapse, Schlaganfälle, epileptischen Anfälle, Unfällen (wegen der damit verbundenen Unaufmerksamkeit des Nervensystems , aber auch der erhöhten Aggressivität und Gereiztheit) nimmt an solchen Tagen zu!

Leider verstehen Ärzte und Therapeuten in der Schmerztherapie das noch nicht! Dass das, was von Ihnen sicher gut gemeint ist und im Normalfall hilft, einfach bei CRPS und anderen chronischen Schmerzerkrankungen (warum sollte es da anders sein? Ist doch dasselben Reaktionsmuster.)erst ab einem bestimmten heruntergeregelten Symphatikuslevel greift und funktioniert! Sie sehen nur die Theorie. Und übersehen die Praxis! Die Klinik statt das wahre Leben in freier Wildbahn und im natürlichen Umfeld.

Zur Erinnerung eine klinische Beobachtung besagt soviel wie eine Beobachtung eines erzwungen zusammengestellten Wolfsrudels in einem Gehege. Das ist keine natürliche Umgebung. Und so kam es zu der fehlerhaften Erkenntnis, die inzwischen widerlegt wurde, des Alpha - und Betatieres. In der Natur gibt es so ein wild zusammengewürfeltes Rudel gar nicht. Ein Rudel ist eine Familie. Und in der Familie gibt es ein oder zwei Leitwölfe.

Die Theorie vom Alpha und Beta in freier Wildbahn wurde inzwischen widerlegt. Klinische Studien, die die natürliche Umgebung nicht berücksichtigen, können sich genauso irren.

Und in der Klinik im Krankenhaus werden doch auch Menschen wild zusammengewürfelt. Wie auch in Flüchtlingsunterkünften, auf Kreuzfahrtschiffen, beim Bund, in der Schule oder im Kindergarten oder im Grossraumbüro. Natürliches Verhalten findet nur in natürlicher Umgebung statt. Unsere Umgebung wird aber immer unnatürlicher. Physischer und psychischer Stress ist die Folge. Das würde den Anstieg von physischen und psychischen Erkrankungen erklären. Denn wie Artgerecht ist unser Lebensstil denn noch?

Und das mit dem Zuhören, die kleinen Hinweise aufzugreifen, dazu fehlt Therapeuten und Ärzten die Zeit. Die ist nämlich im System nicht vorgesehen. Das Problem haben alle Menschen, die nicht ins Raster passen. Nur was nützt ein Raster, wenn die Menschen, für die es konzepiert ist, durchfallen... ?

Und wie ist nun die Lösung? Man muss in den Systemen auch immer die Ausnahmefälle, die Abweichungen von der Norm , vom Regelfall berücksichtigen! Da Systeme von Menschen gemacht sind, ist es nicht verwunderlich, dass sie das nicht tun. Denn Menschen wollen Dinge immer gut machen, aber gut gemeint, ist nicht immer gut gemacht. Denn wir können ja nur das berücksichtigen was wir kennen. Und das ist in der Regel eher die Regel als die Ausnahmen. Und wie gesagt, die Ausnahmen von der Regel , genau die, die die größten Probleme und der größtmöglichen Unterstützung und Hilfe bedürfen, fallen genau deswegen durch die Raster der Systeme, die eigentlich dafür da sind, Ihnen zu helfen. Das ist traurig. Aber leider Fakt.

Was kann man als Einzelner da tun? An die Menschlichkeit der Menschen, Ansprechpartner , in diesem System appellieren. Die Probleme schildern und begreiflich machen. Was allerdings im Flucht-,Alarm-, Erstarrungsmodus kaum möglich ist. Der ist da eher hinderlich. Und im worst case provoziert er auch noch Missverständnisse. Bzw. die Betroffenen sind dann so ratlos, dass sie in Handlungsunfähigkeit erstarren. Und das verschlimmert die Situation noch zusätzlich. Wenn man z.B. auf Mahnungen gar nicht reagiert oder Fristen verstreichen läßt. Man ist einfach nicht in der physiologischen Situation , dass man Missverständnisse aufklären kann. Unschön.

Gegenfrage: Wenn die Systeme so gestrickt sind, dass sie die Menschen, die sie erreichen wollen, gar nicht erreicht, warum ändert man dann nicht das System?

Hmm... weil das gar nicht so leicht ist. Am Besten wäre es, wenn die Betroffenen einen Fürsprecher hätten. Ähnlich wie Migrantenfamilien. Eine Art Übersetzer. Vermittler. Eine neutrale Person, der sie vertrauen. Der Zeit und Energie hat, ihnen die Missverständnisse und ihre Reaktionen und was sie bewirken sich selbst, aber auch der Gegenseite aufzuzeigen. Sprich einen Menschen mit Empathie, Symphatie und Vertrauen, der BEIDE!!! Seiten versteht!

Denn so wie Migranten leben und stammen auch Menschen mit einem übererregten Nervensystem aus einem völlig anderen Kontext als die Person im System, die ihnen Hilfe gewähren könnte. Warum bekommen die einen einen entsprechenden Vermittler und die anderen nicht? Die Problematik ist doch genau dieselbe!

Das Problem ist ja nicht neu. Es kommt schon in der Bibel vor. Der Turmbau zu Babel. Da es damals noch keine Flugreisen und Co gab, ist anzunehmen, dass sich das Gleichnis der Verwirrung durch die unterschiedlichen Sprachen wohl nicht auf andere Länder bezieht, sondern einfach auf Menschen, die aus unterschiedlichen Kontexten stammen und sich deswegen einfach nicht verstehen. Sprich schon in der Bibel geht es also um Kommunikationsprobleme. Das Problem ist also alles andere als neu. Erstaunlich.

Nie war es aktueller denn je! Denn je mehr die Empathie und Menschlichkeit (aufgrund des Drucks, Stress in der Leistungsgesellschaft) abnimmt, desto grösser sind die Missverständnisse und Kommunikationsprobleme in dieser Gesellschaft. Sprich: wir brauchen wieder mehr Wertschätzung. Für uns selbst. Erst wenn wir uns selbst gut kennen und unsere Bedürfnisse klar und deutlich kommunizieren können ohne andere zu verletzen (d.h. zu unseren eigenen Gefühlen zu stehen und sie zu benennen, was man uns aber in unserer westlichen Kultur und Leistungsgesellschaft abgewöhnt hat), legen wir den Grundstein für echtes Selbstbewußtsein und für empathisches und wertschätzendes Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen, das wir dann durch das Resonanzprinzip auch verbreiten. Denn es spiegelt sich auch im Verhalten unseres Gegenübers wider.

Ich konnte diesbezüglich einige Experimente im Grossraumbüro durchführen (eher in der Büroküche oder dem Klo im Kleinen), und die Ergebnisse geben mir Grund zur Hoffnung. Ich sende Menschlichkeit und Wertschätzung aus und bekomme sie auch zurück. Faszinierend. Dadurch wird mein Umfeld auch für mich heilsamer. Und als Nebeneffekt auch für die Menschen im meiner Umgebung. Spannend! Man fühlt sich wohler. Eine Kollegin sprach sogar davon, dass es bei uns auf Arbeit wie in einer Familie ist. Man hilft sich. Gut, es gibt wie in einer Familie auch Konflikte. Hier muss man kreative Lösungen finden. Und die kann man nur finden, wenn man miteinander spricht. Da wären wir wieder bei den Kommunikationsproblemen. Davor sind wir trotz der familiären Gemeinschaft auch nicht immer gefeit. Weil die Interessen und die dabei eingesetzte Strategie zur Erlangung derselben miteinander kollidieren. Gelingt es uns aber das Bedürfnis hinter der problematischen Strategie klar zu kommunizieren, lassen sich auch Lösungen finden. Das ist die Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Denn nur, wenn ich es schaffe, meine Probleme einem Menschen in dem System (einem Entscheider) klarzumachen - was leider in diesem Modus kaum möglich ist, weil der Flucht-, Erstarrungs-, Kampfmodus nicht auf Kommunikation ausgelegt ist! - bekomme ich die Hilfe, die ich brauche. Es funktioniert nicht. Und damit auch nicht die Empathie. D.h. man kann sich in diesem Modus nicht in andere hineinversetzen und ihnen die eigene Situation klarmachen. Ausserdem haben sich die Betroffenen oft schon mit Dingen arrangiert, die andere nie tolerieren würden und verharmlosen sie.. es ist ihnen gar nicht klar, dass das so nicht sein darf. Dass sie sich überfordern. Dass sie Hilfe brauchen und auch verdienen und sie ihnen sogar durch das System zusteht. Sprich: die Menschen, die Hilfe brauchen, schaffen es so unbewußt und unabsichtlich sich von der Hilfe abzuschneiden. Das ist keine Absicht. Das ist die Folge des physiologischen Zustands, in dem sie stecken. Des is fei a ned grod as gsündeste.

So geschieht es nicht selten, dass alles durch diese Missverständnisse noch schlimmer wird. Nur können die Menschen nichts dafür! Das ist die Folge des Überlebensreflexes der uns in der heutigen Zeit zum Verhängnis wird. Und jemand, der noch nicht in dieser Situation war, kann sich auch da gar nicht reinversetzen. Das ist das größte Problem! So werden Betroffene nicht selten als Simulant hingestellt. Denn man sieht nur, dass sie Dinge gut kompensieren können. Wenn sie es nicht mehr können, weil sie an ihre Grenzen kommen, wird Ihnen Unverständnis entgegengebracht. Aber niemand sieht , wieviel Energie dahinter steckt, wieviel Aufwand und Kraft es sie kostet diese "Normalität", das Funktionieren aufrecht zu erhalten.

Und irgendwann geht es einfach nicht mehr. Und sie brechen zusammen. Und dann bekommen sie keine Hilfe, sondern einen Tritt in den Hintern, weil sie ja solange immer so gut funktioniert haben. Und das ist krank! Und macht auch krank! Nur wenn wir rechtzeitig die Notbremse der Wertschätzung und Empathie für uns selbst ziehen, könenn wir dem entgegensteuern.

Erst dann können wir auch Empathie für die Natur empfinden. Erst dann können wir echte und konstruktive, langfristige Lösungen für die Probleme unserer Zeit finden!

Freitag: Auf dem Weg zur Haltestelle finde ich einen 5-Euroschein. Manchmal liegt das Geld halt doch auf der Strasse. Und mein übersensibles Nervensystem registriert, dass da was liegt und ich heb es auf. Ich freu mich und gebe nach den Worten von Mark Twain dem Tag die Chance zum schönsten meines Lebens zu werden.

Die Luft duftet frisch nach dem Regen. Negativ aufgeladener Sauerstoff. Positiv für uns. :)

Der Busfahrer ist derselbe wie gestern. Im Bus dröhnt Bonnie M. Daddy Cool aus dem Radio. Das Gedudel kann ich um die Zeit noch nicht ertragen, zu übersensibel ist mein ZNS. Es nervt mich. Also verschaff ich mir mit den Ohrstöpseln Abhilfe. Ah... tut das gut. Mein Nervensystem atmet auf. Ein Reiz weniger.

Am Bahnsteig steht eine Frau mit Schuhen, mit einer doppelten Lage Absätze. Bestimmt 10 cm hoch! Aber über die gesamte Sohle. Halbschuhe auf Stelzen. Ich signalisier meinem Busnachbarn mit den Augen, mal dorthin zu gucken. Es dauert etwas bis er die Augen etwas aufreisst. Jetzt hat er es gesehen.
Ich:"Des nenni amol a Absatzerhöhung."

Apropos Absatzerhöhung... Bei meiner Schwester musste die Achillessehne verlängert werden. Nach dem Schlaganfall.. Denn die gelähmte Seite wuchs nimmer mit.

Im Krankenhaus hatten meine Mama und sie jedesmal einen anderen Arzt. Beim einen hiess es Absatzerhöhung rauf. Beim nächsen kam sie wieder runter. Das hat beide wahnsinnig gemacht. Dann ist Mama privat gegangen, hat die OP selber organisiert und auch noch das Bett besorgt. Hilf Dir selbst dann hilft Dir Gott. Dann hat es auch geklappt und es war endlich Ruhe.

Meine Hände und Füsse macht der Symphatikus heut kalt. Die werden also heut weniger durchblutet. Weil der Nerv bzw. das Zusammenspiel des ANS und ZNS nimmer so gut funktioniert. Entsprechend verkrampfter sind heut meine Hände und Füsse und die Schmerzen unbeschreiblich. Mein System ist in Schieflage...

Apropos Schieflage. Ist Euch schon mal aufgefallen, wie ganz kleine Kinder im Bus auf dem viel zu grossen Sitz sitzen? Oft ganz weit vorne und mangels Anlehnmöglichkeit auch ganz aufrecht.

Und wie sitzen die Erwachsenen oder Schulkinder dort? In sich zusammengesunken, krumm und lahm, schräg, schief....

Ein Kollege wartet freundlicherweise mit dem Aufzug auf Arbeit auf mich. Sein Rücken ist gekrümmt, seine Haltung angespannt. Die Augen müde. Der Hals ist nach vorne gebogen und der Kopf hängt nach vorne und seine Haare lassen sich irgendwie auch hängen.
Ich frag ihn:"Hast du Pfingsten Urlaub?"
Er:"Ich hab erst letzte Woche Urlaub gehabt."
Ich:"Du schaust aber ned sehr erholt aus."
Ich mit Blick auf seinen angespannten Rücken und Nacken:"Dein Rücken is ganz verspannt."
Er zuckt kurz (ich glaub er ist erstaunt, dass es mir auffällt):"Merkt man das?"
Ich:"Das sieht man."
Er:"Ja, ich muss mal wieder zur Massage gehen."
Ich empfehl ihm Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen und schick ihm später einen Link zu. Er bedankt sich.

Ach so.. wenn einem die Worte fehlen, wenn einem jemand was trauriges erzählt, dann kann man auch mit Gesten reagieren. z.B. dass man denjenigen kurz am Arm berührt. Ein Test meinerseits verläuft heute erfolgreich. Auch so kann man Mitgefühl ausdrücken und Trost spenden. Worte werden überschätzt. Dazu ist also Gestik gut.

Mir selber fällt erst später auf dem Heimweg auf, dass eine Kollegin mir diese Geste auch zuteil werden liess. Meine Allodynie und mein physiologischer Zustand reagiert dagegen leider mit Abwehr. Logisch. Mein physiologischer Status sieht dies als Bedrohung. Nun weiss ich wenigstens wie es gemeint ist, auch wenn es mein Nervensystem anders interpretiert. Es ist ein Zeichen der Wertschätzung. Auch wenn es für mich ein schmerzhafter Reiz ist. Aufgrund meines physiologischen Zustands. Ich kann es annehmen und wertschätzen trotz der damit verbundenen Schmerzen.

Der 30iger Bus war schon gestern sehr spät dran. Heut verpass ich den Anschluss. Ich entscheide, den 205er über Aisch um 13:25 Uhr zu nehmen und die Landschaft zu geniessen. Die Zwischenzeit nutze ich, um einen Milchkaffee in Erlangen zu trinken. Das Cafee ist leer. Das mag ich. Ne Wohltat für mein übererregtes Nervensystem.

Mit dem Ziehharmonika - Bus schaukel ich durch die Prärie vorbei an Mohnblumen, Kornblumen, Lupinen und Margariten. Schön isses hier. Eine Augenweide. Meine Augen entspannen sich.

In Hemhofen verkündet das Schild einer Wirtschaft, dass es Holzhackerknödel mit Schlamperkraut gibt. Was immer das auch bedueten mag. Ich finde es lustig.

In Erlangen gibt es ein Friseurgeschäft in der Bahnhofsstrasse - dort sah ich nur männliche Kundschaft -, auf dessen Scheibe das Wort Scherenschnitt als Serviceleistung angeboten wird. Hmmm.. ich kenne einen Scherenschnitt nur als Kunstform. Schwarzer Tonkarton oder schwarzes Tonpapier in das filigrane Silhouetten geschnitten werden. Eine Handwerkskunst. Sowas mag ich gern im Bilderrahmen an der Wand, aber doch nicht auf dem Kopf.

Bergvolk in Polyestertracht strömt auf den Erlanger Berg (die Bergkirchweih) und glüht schon mal mit alkohloischen Getränken vor. Die wolln auf den Berch. Ich will hamm.

In Adelsdorf am Marktplatz steckt in der Grasfläche ein Stecker mit einem Hund obendrauf auf dem das Wort NEIN!!! eingraviert ist.

In Höchstadt an den drei Kreuzen gibt es eine Seniorentagesstätte. Seltsam.. alles wird verwaltet .. von der Wiege bis zur Bahre immer wieder eine Ware...

Erst die Kita, dann der Kiga und am Ende die Senta... Es klingt putziger als es ist.

Wir sind also auf den Staat oder auf andere angewiesen, um uns um uns selber zu kümmern. Der Trend gefällt mir nicht, weil die Freiheit und die Unabhängigkeit des Einzelnen auf der Strecke bleibt, zum Wohle des Konformismus und des Wirtschaftswachstums.

Eine Bekannte hat mich auf einen Ausflug zum Kreuzberg eingeladen. Der ist bei Schnaid-Hallerndorf. Die Kirche dort ist sehr schön. Leider zugesperrt. Die Kreuzwegstationen sind hinter Fensterläden verborgen.

Im Biergarten eines dortigen Kellers stärken wir uns. Meine Bekannte entscheidet sich für ein Erdbeereis und ich für Bratwürschd mit Kraut und hausgemachtem Brot , Kellerkrüstla genannt. Sie erzählt mir aus ihrem Leben. Spanned!

Wußtet Ihr, dass es auch bei uns einen Jakobsweg gibt? Von Lichtenfels bis Nürnberg geht der. Eine Station ist der Kreuzberg. D.h. Ihr müsst gar nicht bis nach Spanien, Ihr könnt das auch bei uns machen. Das wusst ich noch nicht. Auch das Muschelwegessymbol hab ich erst gestern kennengelernt.

Heimwärts verfahren wir uns ein bisschen, kommen dann aber doch über Aisch und diverse Höhstadt-Wegweiser wieder heim. Es war ein schöner Tag. Ich bin fertig. Mein ZNS und ANS auch. Ich werde wortkarger und müde und sehne mich nach Rückzug. So klingt der Tag dann aus. Schön war's aber auch anstrengend.

Storchenshirt
OrigamiAbfallSchwan
Die Glaa aus ERH - Vitamine Sandra Jaeger 2019
08.06. bis 14.06. Schöne Pfingsten!

Samstag: Mein CRPS mag keine Gewitter... Die Nacht war heftig.. bin zig mal aufgewacht. Schweissgebadet und Symphatikus auf Anschlag und kaum zu beruhigen. Die Beine unruhig und ich auch... Entsprechend fertig bin ich heut. Die Woche war anstrengend und steckt mir wortwörtlich in den Knochen... und auch in den Nerven.

Beim Frühstück muss ich die Tasse Kaffee mit beiden Händen halten, so stark zittern meine Hände. Das Wetter setzt meinem ANS und ZNS ganz schön zu.

Meiner Mama geht es genauso. Auch ihre Hände zittern. Letzte Woche am Montag ging es ihr sehr schlecht. Ich musste ihre Beine hochlagern. Ihr war schlecht und schwindelig. Danach ging es ihr wieder besser. Auch Ihr Nervensystem reagiert auf das Wetter übersensibel. Sie hat das Montagsgewitter schon vorgespürt. Wie die Vögel, die bei solchem Wetter wie aufgescheucht durch die Luft hin und her fliegen. Denen geht es wohl ähnlich. Deren Copingstrategie scheint also die Bewegung zu sein. Das repetitive Hin- und Herfliegen. Das Merkmal autistischer Verhaltensmuster. Auch hier haben wir also wieder eine Übereinstimmung. Dann wäre dies ein natürliches Verhalten. Das bei uns aber gesellschaftlich als nicht normal eingeordnet wird. Seltsam...

Trotzdem backt sie heut einen Kuchen. Denn mit Beschäftigung kann sie ihr Nervensystem beruhigen. Durch die Ruhe wird es nämlich schlimmer! Das heisst, dass Agilität und Aktivität in diesem Falle für uns besser ist als Entspannung und Ruhe. Erklärt das mal den Theoretikern. Die können das nicht verstehen, dass das Copingstrategien sind.

Ich werd heut mein ZNS bei einem warmen Bad beruhigen...

In diesem Sinne wünsche ich Euch ruhige Pfingsten!

Sonntag: Die Nacht war wieder sehr fragmentiert (das passt jetzt wieder gut zu den Vergleichen mit der IT und zum Systemabsturz des Nervensystems). Mind. 2 x hat mich das Trafohäuschen aufgeweckt. Und da hilft nur die Beine im Bett aufzustellen. Ich brauch von den Füssen her den Gegendruck. Wie damals mit dem Arm, als ich mich immer gegen die Wand gestemmt habe. Dann beruhigt sich irgendwann der Symphatikus wieder. Da hilft auch keine Entspannungsübung wie MBSR, weil das Trafohäuschen da auf Anschlag ist. In diesem physiologischen Zustand machen mich Entspannungsübungen grantig. Und das geht bei den CRPSlern nicht nur mir so. Sprich: wenn der physiologische Zustand zu übererregt ist, dann funktioniert das mit den Entspannungsübungen einfach nicht!

Meine Hände sind die letzten beiden Nächte auch immer eingeschlafen. Mal sehen, was als nächstes passiert. Und ein Kratzer, den ich mir vor drei Wochen zugezogen habe, ist auch noch nicht verheilt. Ist ja logisch, denn dazu muss man ja erstmal in den Entspannungsmodus kommen.

Und da scheint es nicht zu genügen den am Tag ein paar mal zu erreichen. Früh im Bus und nachmittags und abends. Und die Konzentration auf die Arbeit reisst es auch nicht heraus. Denn die lenkt zwar die Aufmerksamkeit vom Schmerz weg und so kann man ihn ausblenden, aber die Muskelanspannung verschlimmert sich auf Arbeit durch die sitzende Arbeit am PC. Ich wechsle die Position wenn ich es merke und steh auch mal auf. Im Stehen arbeiten ist halt mit zwei Krücken etz ned so der Hit. Ich arbeite weiter daran. Je öfter man MBSR (Achtsamkeit und Atemmeditation) macht, desto besser soll es wirken. Schau mer mal.

Der Symphatikus ist also für die Muskelanspannung zuständig. Für die Haut und damit die Allodynie aber der Vagus. Hmm... ob der auch einen Treffer hat? Oder nur der eine Teil aus der Polyvagaltheorie? Und kann man eine Symphatikusneuropathie und eine eventuelle Vagusnervneuropathie irgendwie messen oder sonstwie nachweisen?

Heute nacht als er wieder gärbert hat, ist mir noch was aufgefallen...
Also ich hab den rechten Arm liegend in die Höhe gestreckt. Und da quackerte es in meinem Bauch wie bei den MBSR Achtsamkeits- und Meditationsübungen. D.h. mein Körper entspannt sich, wenn ich den Arm in die Luft strecke. Warum? Aktiviert das den Vagusnerv? Und wenn ja wieso?

Der Vagus verläuft doch am Hals und nicht am Arm. Dann könnt es höchstens da dran liegen, dass bei gestrecktem Arm der Nerv am Hals aktiviert wird... Hmmm... Ich frag mal ein paar schlaue Leute, ob die ne Erklärung haben.

Gestern beim Entspannen in der Badewanne mit Hilfe von MBSR also Atemmeditation ist mir aufgefallen, dass sich dabei das Wasser um mich rum leicht bewegt hat.

Da ich weiss, dass das Schnurren von Katzen über eine bestimmte Frequenz (also Vibration) den Vagusnerv und somit die Selbstheilungskräfte der Katze aktiviert, frag ich mich, ob dann die Atemmeditation auf dieselbe Weise funktioniert. Nach den Wasserbewegungen um mich rum, geh ich mal davon aus. Es gibt ja auch so Vibrationsgeräte in der Reha. Die nutzen wohl denselben Mechanismus. Interessant.

Neulich hab ich einen Artikel über Migräne gelesen. Grünes Licht einer bestimmten Frequenz kann Migräneanfälle mildern. Ich denke das imitiert den Blick in die Natur, ins Grüne. Denn auch im Wald wird das Licht ja durch die Blätter und den Schatten der Bäume gedämpft. Das könnte dieselbe Frequenz sein. Ihr könnt es ja mal ausprobieren, ob ein Waldspaziergang die Migräne lindern kann. Dazu müsst Ihr natürlich noch in der Lage sein, dorthin zu gehen. Wenn Euch die Migräne das Aufstehen schon unmöglich macht, weil Ihr auf Licht, Geräusche , Gerüche hypersensibel seid, dann bleibt lieber liegen, bis es wieder nachläßt. Mir hilft dann am ehesten ein kalter oder warmer Waschlappen auf der Stirn, mein Kotzeimerchen neben dem Bett (denn auf die Toilette schaff ich es dann nimmer) und NIX! denken. Da hilft wieder die Atemmeditation. Das ist dann NIX-Denken.

Eine Alternative ist sich voll auf den Schmerz zu konzentrieren. Ob das bei Migräne hilft, weiss ich nicht. Hab ich noch nicht ausprobiert, denn glücklicherweise ist der letzte Schub schon ne Weile her.

Aber bei meinen Nervenschmerzen vom CRPS hab ich das schon mehrmals anwenden können und konnte den Schmerz so auch schon ein paar mal auflösen. Warum funktioniert das? Weil Ihr Euch drauf fokussiert. Konzentriert. Genau wie bei Eurem Hobby, auf Eurer Arbeit oder bei der Spiegeltherapie oder Meditation. Und wenn Ihr Euch auf etwas fokussiert, dann könnt Ihr Reize ausblenden. So funktioniert unser Hirn. Dass das auch der Reiz sein kann, der Euch stört, ist faszinierend.

Allmächd! Heilige Vergesslichkeit! Des wird mit dem CRPS a immer schlimmer mit mir. Erst vergess ich am Freitag auf Arbeit meine Regenjacke. Und gestern habi bald vergessen meiner Mama zum Geburtstag zu gratulieren. Dabei habi doch sogar a Gschenk besorgt. Wo isn as Hirn? Im Kampf-, Flucht- und Erstarrungsmodus hald .... da wird des Oberstübchen hald weniger gut durchblutet und es funktioniert nimmer so gut mit dem Denken...

Sogar mei Onkel hat angrufen und sie gratuliert.
Mei Onkel:"Und feierst schö?"
Mama:"Mein Kung (Kuchen) habi selber backen..."

Sodala.. genug zum CRPS. Jetzt ist es Zeit für einen Pfingstcomic. Ich wünsch Euch viel Spass dabei!

Montag: A paar Gschichtla von letzter Woche...

In der Büroküche treff ich auf den Kollegen mit der bunten Polohemdsammlung. Heut trägt er Neongelb.
Ich:"Heut strahlst aber. Bist radioaktiv..."
Er lacht.

In dem Bürogebäude, in dem ich arbeite sind im 5.ten Stock und im Erdgeschoss Arztpraxen. Als ich gehen will (krückenbestückt), fährt der Aufzug erstmal noch in den 5. Stock hoch. Dort steht ein am Arm bandagierter Mann in Arbeitskleidung (also ein Handwerker) und will mich rauslassen.
Ich wink ab:"Nein, ich will da ned raus. Ich schau bloss so aus."

Ihn schicken's zum Radiologen im Erdgeschoss und ich geh nach draussen, an einem Arbeiterbussla vorbei, grüß den Mann freundlich, der dort steht. Der hat die gleichfarbigen Arbeitsklamotten an, wie der Mann drin. Dann sin's wohl Kollegen.

Ich steh schon auf der Strasse, da fragt der Mann mich:"Was ist denn mit Ihnen passiert?"
Ich:"Des is a lange Gschicht."
Er lacht und sagt:"Na dann passen's auf, dassi ned auf der Strass überfahren werden."
Ich bin ganz froh, dass es ned länger gedauert hat, weil ich sonst die Strassenbahn nimmer derwischd hätt.

Wusstet Ihr, dass man den physiologischen Modus eines Menschen auch an seinem Fernsehprogramm erkennen kann? ;-)
Ist mir gestern aufgefallen....
Wir haben uns nämlich dafür entschieden, gestern zum 100 000 mal Agatha Christie's Miss Marple anzugucken. Da weiss man, was man hat. Denn wenn der physiologische Zustand auf Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsmodus gepolt ist, dann braucht man Sicherheit. Und die geben Wiederholungen. Ob das nun das Fernsehprogramm ist, oder man jeden Tag dasselbe isst. Als Kind hab ich mich nur von Senfbrot und Wela-Hühnerbrühe ernärt. Das gab mir Sicherheit. Und gibt es mir noch heute. Deshalb findet man dieses Verhalten auch bei Autisten, älteren Menschen und chronisch Kranken.

Meine Schwester wird ähnlich grantig und unruhig wie Rainman, wenn sie ihre Lieblingssendung nicht gucken kann. Mir geht es heute auch noch oft so. Aber seltener wegen dem Fernsehprogramm...

Was wiederum zu familiären Konflikten führte, weil Papa in meiner Kindheit (da war ich wohl so 5 oder 6) eine Radtour machen wollte, bei der er es so eilig hatte, dass ich den Verdacht bekam, er wollte mich abschütteln und im Wald verlieren. Davor hatte ich wiederum Angst und Angst beflügelte wiederum meine Kräfte, so dass er mich nicht abschütteln konnte.

Ihr kennt sicher die Geschichten von Menschen, die ihn Extremsituationen tonnenschwere Gewichte von Schwerverletzten heben können. Unser Körper und Geist sind im Zusammenspiel unschlagbar, wunderbar und erstaunlich.

Ich habe Biographien von autistischen Frauen gelesen, denen es ähnlich ging. Die eine hat der Vater mal mit 4 Jahren absichtlich an einer Raststätte vergessen nur um zu sehen, wie sie reagiert. Ich denke mein Papa hatte ein ähnliches Experiment im Sinn.

Aufgrund des Flucht-, Kampf-, Erstarrenmodus, des physiologischen Zustands werden dann dort übermenschliche, überkindliche Kräfte mobilisiert. Auch logisch. Soweit ich es beurteilen kann, spielt auch dabei die hohe Konzentrationsfähigkeit eine grosse Rolle. Sprich: Probleme löst man nur mit hoher Konzentrationsfähigkeit. Und die ist bei Autisten legendär. Jetzt wisst Ihr warum.

Übrigens ist es auch so, dass wenn Autisten in Extremsituationen kommen, sie ruhiger bleiben und scheinbar gelassen reagieren. Wie kann das sein? Ich erkläre es mir so: da der Dauerzustand eine Übererregung ist, ist eine weitere Extremsituation nichts neues. Man ist ja schon andauernd in diesem Modus. Irgendwann ist er nicht mehr steigerungsfähig. Sprich man bleibt auf dem Normal Erregungslevel. Nur, dass das halt bei Menschen in dem physiologischen Zustands des Kampf-, Flucht- und Erstarrungsmodus normal schon sehr hoch ist.

Als Beispiel kann ich das letzte Telefon-Gespräch mit dem Rettungsdienst anführen, als ich für meine Mama den Notarzt rufen musste. Der Anruf selbst kostete mich am meisten Überwindung.
Der Mann fragte:"Hat sie Atemprobleme?"
Ich:"Das weiss ich nicht. Moment. Ich frag sie mal.."
Ich frag Mama, die in der Küche auf einem Stuhl hängt , ob sie Atemprobleme hat.
Sie sagt:"Ich kann nur durch den Mund schnaufen..."
Ich geh ans Telefon und sag:"Sie kann nur durch den Mund schnaufen... also ich glaube schon..."

Ihr seht also, dass ich erstaunlich ruhig geblieben bin. In so einem Fall kann also ein übererregter Grundzustand von Vorteil sein. Ich behaupte übrigens nicht, dass ich immer die Ruhe behalten kann. Es kommt wohl immer darauf an... Wie bei Euch halt auch...

Gut, die plärrende Werbung zwischen Miss Marple, ist nervig. Weil sie auch noch lauter als der Film ist. Ein Bekannter hat mir mal erklärt warum das so ist. Damit auch die Frau, die dem Mann das Bier aus dem Kühlschrank in der Küche holt, die Werbung mitbekommt.

Gut, heutzutage muss er sich das Bier sicher selber holen. Dann hört er die Werbung noch in der Küche und es bleibt im Hirn hängen. Und damit wären wir schon wieder bei der Psychologie. Denn die spielt in der Werbung eine grosse Rolle. Denn die nutzt unsere kleinen Schwächen um Waren an die Frau, den Mann und an Divers zu bringen.

Übrigens nutzt sie dabei auch das Element der Wiederholung. Und der einprägsamen Werbejingles. Die in meinem Hirn immer wieder hängenbleiben, und damit wertvollen Platz auf meiner biologischen Festplatte verbrauchen. Da ist mein Hirn etwas hirnlos. Eures aber auch. Eine Kostprobe gefällig?
"00 heisst die Hygiene für's WC...
Sein weisses Pulver schäumt wie Schnee...
00 reinigt flüssig bis unter den Rand ...
und auch im Wasserkasten ist 00 bekannt..."

Jedenfalls so ungefähr. Auch den Jingle der Door - Werbung (ein Putzmittel, das es heute glaub ich nicht mehr gibt...) fand ich als Kind klasse. Einprägsamer Refrain, einfache Melodei. Fertig ist der Ohrwurm. Das nutzt ja auch die Schlager und Hitbranche. Dasselbe psychologische Prinzip. So ist z.B. der Erfolg des Ententanz psychologisch erklärbar. Faszinierend.

Für sowas hat dann wieder mein physiologischer Zustand (der ja mit Musik nichts anfangen kann, weil er im Kampf-, Flucht-, und Erstarrungsmodus mit dem Überleben beschäftigt ist und für sowas im wahrsten Sinne des Wortes kein Verständnis und keine Hirnkapazität zur Verfügung hat, auch wegen der schlechteren Durchblutung desselben) keine Nerven.

Sprich: ich konnte damit nix anfangen. Und die komischen Verrenkungen verstörten und irritierten mich. Kindergeburstage waren daher als Kind für mich äußerst verwirrend und sind es heute noch. Ich stand immer nur daneben und wunderte mich. Beim Luftballonplatzenlassenspiel, bei dem man einen Luftballon ans Bein gebunden bekam, habe ich so beinahe gewonnen, weil ich denn Sinn des Spiels nicht verstehen konnte und nur unbeteiligt herumstand. Da das Platzen von Luftballonen mit meiner Geräuschüberempfindlichkeit kollidierte, war dieses Spiel zudem für mich vollkommen ungeeignet.

Das macht Menschen in diesem Zustand zu klassischen Spielverderbern. Bierernst legen wir jedes Wort auf die Goldwaage. Nicht, dass ich eine hätte. Wer hat das schon? Eine Küchenwaage genügt doch vollkommen. Wiegen wird überbewertet.

Bedenkt man, dass in Altenheimen solche Sing-, Spiel-, Tanz- und Bewegungstherapien in Gruppen durchgeführt werden, kann man erahnen, welche Folter das für Menschen in meinem physiologischen Zustand und der damit verbundenen Reizüberflutung sein muss. Ich kann mir nix schlimmeres vorstellen! Uagh! Des is fei a ned grod as gsündeste...

Schon seltsam... von der Endosymbiontenhypothese, über die ich in der 10. Klasse ein Referat gehalten habe, ist nicht soviel hängengeblieben.

Und wenn Ihr meint, Ihr seid vor Wiederholungen gefeit, dann möchte ich Euch mal die Fragen stellen...
Holt Ihr Euch jeden Tag was vom Bäcker? Esst Ihr im Eiscafe immer dasselbe Eis? Bevorzugt Ihr immer dasselbe Bier? Badet Ihr immer am Samstag? Bruncht Ihr immer am Sonntag? Grillt Ihr immer im Sommer?

Deshalb ist es auch für ältere Menschen so schwer, wenn sie ihre gewohnte Umgebung verlassen müssen. Denn die ist Ihr Halt, Ihre Sicherheit. Ihr Zuhause. Mit erhöhtem Alter steigt der Cortisolspiegel und damit das Bedürfnis nach Kontrolle, Sicherheit und Ritualen.

Mir geht es ja genauso. Denn auch mein physiologischer Zustand ist aufgrund der chronischen Schmerzerkrankung auf einem ähnlichen Level. Und der meiner Mama auch. Sie erfüllt ja zwei Kriterien. Chronisch krank UND höherer Cortisolspiegel im Alter. Und meine Schwester bildet mit ihrer halbseitigen Lähmung die dritte im Bunde. Sprich wir bilden einen Kontext desselben physiologischen Zustands. Und beeinflussen uns so auch gegenseitig.

Man sollte dann eigentlich meinen, dass wir uns aufgrund gleicher bzw. ähnlicher Bedürfnisse gut verstehen. Eigentlich... Das kommt sicher zeitweise vor. Überhaupt seit und wenn ich es erkläre. Leider ist man in diesem Modus aber nicht immer offen für die Sichtweisen anderer. Denn das Bedürfnis nach einem Mehr an Sicherheit geht auch mit einer limitierten Offenheit mit Neuem einher. D.h. man ist auch in seiner Fähigkeit zuzuhören und zu lernen durch und in diesem Modus eingeschränkt. Man nennt dies auch eingeschränkte Theorie of Mind. Das ist die Fähigkeit sich in andere hineinzuversetzen. Autisten geht es da genauso. Eben wegen dem physiologischen Alarmzustand, in dem sie sich aufgrund der ständigen Reizüberflutung befinden. Alles vollkommen logisch. Mir ist ein Rätsel warum man das nicht versteht... Aber ich versteh ja vieles nicht...

Und da Ihr auf der Flucht, im Kampf und Erstarrungsmodus nicht besonders kommunikativ (das seid Ihr nur, wenn das Hirn ausreichend mit Blut versorgt wird und das ist im Fluchtmodus nicht der Fall) seid, ist in Folge dessen auch die Mimik und Gestik eingeschränkt. Ein Neurologe, Psychiater hat es mal so ausgedrückt: "Man ist weniger schwingungsfähig."
Und das mir! Wo ich doch so gern schaukle und auf dem Trampolin herumhüpfe!

Schaukeln und Trampolin hüpfen sind übrigens auch Coping-Strategien um das Nervensystem zu beruhigen. Ich hatte ja auch schon mal die Studie erwähnt, bei der nachgewiesen wurde, dass Schaukelstühle im Altenheim die Bewohner ruhiger und ausgeglichener und damit auch gesünder machten. Das ist kein Humbug! Das ist wissenschaftlich erwiesen!

"Weniger schwingungsfähig..." .. Das konnte ich überhaupt nicht verstehen. Im Geiste sah ich einen Swing-Stuhl (von den Dingern hab ich 2 zusammengebaut) vor mir. Weil ich gar nicht wusste, was das sein sollte. Bei mir um mich rum daheim waren doch alle so wie ich! Und das sollte jetzt nicht normal sein? Ich kenn doch nix anderes... Das ist äußerst verwirrend und hat mich sehr verunsichert. Inzwischen kann ich es erklären, weil ich mir autodidaktisch dieses Wissen angeeignet habe und mit meinen persönlichen Erfahrungen verknüpfen konnte. Sprich: ich habe gelernt und verstanden. Allerdings versteh ich nicht, warum man daraus ein Problem macht.

Denn ein Schwanken des physiologischen Zustands ist doch bei jedem Menschen normal! Der verändert sich ständig. Innerhalb eines Tages, mit Schnupfen, Erkrankungen, unter Stress und mit dem Alter. Wo ist dann das Problem?

Es ist halt so. Ich kann es nur gering beeinflussen. Genausowenig wie den Kontext in dem ich lebe. Was mich aber nicht davon abhalten wird, es weiter zu versuchen. Denn ich habe gelernt, dass wenn ich meine Einstellung ändere, auch die Menschen um mich rum, mein verändertes Verhalten spiegeln. Spiegelneuronen sei Dank. D.h. wir können uns ändern und die Umgebung mit. Allerdings nur in kleinen Schritten. Die Zauberwörter dazu heissen Wertschätzung (einem selber und dann anderen Menschen gegenüber), Selbstbewusstsein und Urvertrauen. Wer keines davon hat, weil man ihm ein Leben lang eingeredet hat, nicht gut genug zu sein, hat es besonders schwer. Der muss erst erkennen, dass dem gar nicht so ist. Eine spannende Reise und ein toller Erkenntnisprozess.... das größte Abenteuer Eures Lebens!

D.h. jeder Tag kann ein Experiment sein. Denn vieles muss ich wie ein Wissenschaftler aus Beobachtung erschliessen, da mein pysiologischer Zustand und der physiologische Zustand meiner heimische Umgebung nicht zuläßt, dass ich es intuitiv erfassen und erlernen kann. Sprich: es ist schwer. Aber davon hab ich mich noch nie abhalten lassen. Das macht es für mich erst interessant.

Verstehen wir uns also zuhause gut, weil wir alle im selben physiologischen Zustand festhängen? Jein... Wir leben zwar im selben physiologisichen Modus und damit wie Autisten sagen würden, stammen wir vom selben Planeten, aus demselben Kontext, teilen damit denselben wortwörtlichen Humor (ja, das hat auch Vorteile..), aber da jeder zur Beruhigung seines Nervensystems seine eigenen Coping Strategien verwendet, die dem jeweils anderen aufgrund seines physiologischen übererregten und übersensiblen Zustands entsetzlich auf die Nerven gehen können - und das mein ich wortwörtlich! - funktioniert das nicht immer. Sprich es hängt vom Zusammenspiel der einzelnen physiologischen Zustände im Gesamtkontext ab.

Das ist nicht anders als bei Euch auch. Denn auch Ihr wechselt den physiologischen Modus. Habt Ihr auf Arbeit viel zu tun und Euch über die Kollegen geärgert, dann bringt Ihr den Ärger in Form Eures übererregten physiologischen Zustands auch nach Hause. Und dann reicht eine Kleinigkeit, unaufgeräumtes Spielzeug der Kinder oder ein angebranntes Essen, eine zerbrochene Vase und der Geduldsfaden reisst. Auch ein herrliches Wortspiel-Bild. Hach! Sprache ist schon was feines. So lebendig und bildgewalting :)

Ein Beispiel: Meine Schwester schimpft gern und sehr laut. Da mein physiologischer Zustand sehr geräuschempfindlich ist, kollidiert ihr Drang sich durch lautes Schimpfen abzureagieren (damit beruhigt sie ihr Nervensystem, aus kognitiver Sicht kann ich es also verstehen) mit meinem Bedürfnis nach Ruhe (wenig Reizen). Des is fei a ned grod as gsündeste.

Sprich bin ich in einem entspannterem Modus (z.B. durch Meditation und aufgrund einer stabilen Wetterlage), dann macht mir das Geschimpfe meiner Schwester wenig bis gar nix aus.

Ist mein Nervensystem aber aufgrund der Wetterlage schon an der Decke und hypersensibel, dann kommt es schneller zu einer Explosion oder Implosion.

Konflikte und Streit sind damit vorprogrammiert. Nun wissen wir inzwischen um der Besonderheiten unserer Nervensysteme und dessen Überempfindlichkeit und der damit verbundenen Copingstrategien. Bedenkt, was das für ein Konfliktpotential in sich trägt , wenn sich keine der beiden Seiten dessen bewußt ist! Und bedenkt bitte, dass genau das der Normalfall ist!!!!

Sprich: total liebenswürdige Menschen machen sich gegenseitig das Leben durch ihren physiologischen Zustand, für den sie oft gar nichts können und dessen sie sich nicht bewusst sind, zur Hölle. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Dasselbe Verhaltensmuster zeigt sich im Grossraumbüro, im Krankenhaus, in Ämtern und Behörden... also sprich überall, wo Menschen aufeinandertreffen. Und deshalb glaub ich, steigt die Anzahl der Missverstädnisse, dysfunktionalen Kommunikation und das Konfliktpotential.

Man versteht sich nicht. Dysfunktionale Kommunikation ist die Folge. Konflikte und Streit. Weil man das seltsame Verhalten (das ja nichts weiter als eine Copingstrategie zur Beruhigung des Nervensystems ist) des anderen nicht versteht. Und noch schlimmer: man versteht sich selber und das eigene Verhalten auch NICHT!

Ich muss sagen, seit mir die Zusammenhänge bekannt sind und ich sie auch meinem Umfeld vermitteln kann, kommen wir besser miteinander zurecht. Von Wetterumschwüngen wie denen der letzten Wochen mal abgesehen.

Aber das geht ja nicht nur uns so. Das seht Ihr auch an der Zunahme der Notfälle von Herz-, Kreislauferkrankungen, Herzinfarkten, Schlaganfällen aber auch familären Konflikten, die auch an Feiertagen und freien Tagen zunehmen, weil man sich dann mit seinen Ticks gegenseitig auf die Nerven geht. Da genügt dann ein kleiner Tropfen und das Fass läuft über... Prost!

Und unser Nervensystem nimmt halt auch das Wetter wahr. Sprich ist es gewittrisch und explosiv, die Luft zum zerreissen gespannt, sind wir, bzw. ist es unser Nervensystem auch. Bedenkt man, dass es früher keine Wettervorhersage gab, die Menschheit sich aber auch wie die Tiere auf Wetterwechsel vorbereiten musste, macht das ja auch alles Sinn. Und Stress verstärkt diesen physiologischen Zustand.

Warum ist das so? Weil im Kampf-, Flucht- und Erstarrungsmodus die Energie in die Muskeln (Kampf-, Flucht-) oder in den Bauch (so ist das bei mir, ich nehme an, dass ist der Erstarrungsmodus...), aber nicht ins Hirn geht. Denn in diesen Extermsituationen (die ja nicht auf Dauer ausgelegt sind) kommt es ja wie ich schon früher ausgeführt habe, auf Schnelligkeit also auf den Instinkt, auf Reflexe an.

Das würde auch erklären warum beim Test bei der Neurologin mit ihrem Hämmerchen meine Reflexe in Ordnung sind. Sogar zu gut. Denn ich steck ja in dem Reflex-Modus fest. Der Schalter klemmt. Das sieht man aber nicht. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Okay.. wenn ich Blickkontakt nicht halten kann, dann schon...

Level... Schon wieder ein englisches Wort! Geht das denn nicht anders auszudrücken? Niveau... Okay, das ist jetzt wieder französisch. Geht's auch auf Deutsch? Auf der gleichen Ebene... Na, gebt's zu: Ihr habt auch länger überlegt.

Übrigens ist das auch ein Zeichen des physiologischen Kampf-, Flucht- und Erstarrungsmodus, dass Euch Begriffe nicht einfallen. Sie liegen Euch auf der Zunge ... "Der Dings.. der mit dem Dings.. beim Dings..." Dies führte mal zu der schönen und lustigen Sendung Dingsda. Spielt man dieses Spiel allerdings aufgrund des eigenen physiologischen Zustands täglich, findet man es weniger lustig.

So hab ich z.B. neulich ewig rumüberlegen müssen was Robbern auf Hochdeutsch bedeutet. Ich hatte das Bild des Geräts zum Greifen vor mir aber das Wort kam nicht in Griffweite... Schubkarre...

Auch erhöhte Fahrigkeit und Vergesslichkeit geht damit einher. Die Gedanken feuern im Schnellfeuergewehrmodus durch das Hirn und lassen sich nicht fassen. Deshalb muss ich alles aufschreiben, sonst vergess ich es. Zu erkennen auch an der Zettelwirtschaft. Euch geht es ja auch ähnlich, wenn Ihr mehr Stress habt. Das hört aber wieder auf. Im Alter, bei Autismus, ADHS und bei chronischen Krankheiten wird das chronisch. Es bleibt. Des is fei a ned grod as gsündeste... Schrägerweise gewöhnt man sich aber dran.

Mit einer Autistin witzelte ich mal:"Ich weiss gar nicht, was die immer alle für eine Angst vor dem Alter und der Vergesslichkeit haben. Ich hab das schon mein ganzes Leben lang."

Es hat übrigens auch Vorteile. Da ich schon immer Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis habe, muss ich mir alles aufschreiben. Und zwar so, dass ich es das nächste mal, wenn ich es nachlese ohne Vorkenntnisse (denn die sind ja wieder weggeblasen) wieder verstehe. So habe ich gelernt gute Doku zu schreiben. Denn gute Doku zeichnet sich ja dadurch aus, dass ich sie ohne Vorkenntnisse verstehe. Daher passte mein beruflicher Ausflug in den Bereich technische Dokumentation (ja, ich hab auch mal als technischer Redakteur gearbeitet und ich hatte gar nicht die Ausbildung dazu, aber halt trotzdem die praktische Erfahrung).

So hab ich mir auch ohne Vorkenntnisse weitere Tätigkeitsfelder erarbeitet. Ohne dass ich vorher dafür qualifiziert worden wäre. Ich eignete mir die Kenntnis während der Arbeit an.
So gab es mal eine Streitigkeit wegen meiner Tätigkeiten.
Mann:"Sie war doch für diese Tätigkeit gar nicht qualifiziert!"
Die höhergestellte Frau daraufhin:"Aber sie hat die Arbeit doch gemacht!"

So lief es bei mir immer ab. Learning by doing. Bewusst geworden ist mir das erst in den letzten Monaten.

D.h. wenn mein Kurzzeitgedächtnis nicht einem schweizer Käse so ähnlich wäre, dann hätte das gar nicht funktioniert. Es gibt also im Leben immer zwei Wege sich Fähigkeiten anzueignen. Durch Studieren oder durch's Machen. Ich bevorzuge letzteres. Ich bin viel zu ungeduldig für lange theoretische Wissensvermittlung. Ich will Dinge ausprobieren! Ich muss Wissen anfassen können. Es muss greifbar und erfahrbar sein.

Ich glaub inzwischen, dass das nichts besonderes bei mir ist, sondern generell gilt. Weil LERNEN einfach nur so funktioniert! Nicht überzeugt? Dann lasst mal einen Amateur (das ist einer der eine Sache mit Leidenschaft tut) und einem der das Fach studiert hat aufeinandertreffen. Ein Autodidakt erarbeitet sich das Wissen selbst aus eigenem Antrieb (intrinsischer Motivation) mit seinen eigenen praktischen Erfahrungen und Beobachtungen. D.h. er LERNT das Fach aus der Praxis. Der mit dem Studium kennt die Fakten und kann sie anwenden. Bei ihm kann auch verstärkt eine extrinsische Motivation (Gehalt, Status) dahinterstecken. Das praktische Hintergrundwissen, die asszoiative Verknüpfung mit seinen Lebenserfahrungen fehlt ihm oft.

Ich will nicht sagen immer. Wenn Leidenschaft im Studium für ein Fach aufeinandertrifft, dann ist das sicher das Optimum. Aber wieviele studieren denn ein Fach, weil es ihre Leidenschaft ist? Zählt nicht eher, was man hinterher mit dem Beruf verdient? Was die Eltern oder andere von einem erwarten? (das halte ich übrigens für den schlechtesten Grund, denn dann lebt man nicht sein eigenes Leben, sondern das Leben der anderen... Des is fei a ned grod as gsündeste...)

Das ist mir auch in den medizinischen Fachbüchern aufgefallen. Da wird Wissen, Fakten streng nach Themen getrennt in einzelnen Kapiteln vermittelt. Mir fehlt da die Verknüpfung, die Ursache und Wirkung der Themen aufeinander... Dabei weiss man, dass genau dieser Zusammenhang für das Lernen von Wissen notwendig ist. Warum schreibt man Lehrbücher dann nicht so? Warum handeln wir gegen unser besseres Wissen? Da fängt die Unlogik ja schon an...

Und dann stellen wir uns hin und reden davon, dass die Ressource unserer und nachfolgender Generationen das Wissen ist. Wir sind eine Wissensgesellschaft oder wollen es werden...

Kinder sollen in der Schule lernen, selber Schlussfolgerungen zu ziehen und Probleme eigenständig zu lösen. Und was macht man in der Praxis? Der Lehrstoff wird immer mehr. Die Zeit dafür sich Wissen selber zu erschliessen schrumpft. Denn es ist ja auch einfacher auswendig gelerntes Wissen mit Prüfungen abzufragen und zu bewerten. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Wir bewerten Wissen!

Wissen, das nach der Klausur wieder vergessen ist... Echtes Wissen ist individuell, hängt von der Lebenserfahrung und der eigenen Geschichte ab. Das kann man nicht bewerten! Und schon gar nicht benoten!

Warum vergessen wir das so schnell wieder? Weil es uns nicht interessiert und keinen direkten Zusammenhang mit unserem Leben hat. Nur Dinge, die uns nützen, die wir mit bereits bestehendem Wissen assozieren und verknüpfen können, bleiben hängen. Weil genau so Lernen funktioniert!

Wissen, das wir uns selber autodidaktisch aus eigenem Antrieb (und nicht aus Zwang von Dritten!) aneignen, um Probleme zu lösen, die uns direkt betreffen, das ist ECHTES LERNEN!

Und da wir uns mit Problemen ein Leben lang auseinandersetzen müssen, lernen wir ein Leben lang. Es ist was vollkommen natürliches. Jedes Kind kann das, wenn es auf die Welt kommt. Und dann konfrontieren wir es mit dem Schulsystem und gewöhnen es den Kindern ab... Denn jedes Kind hat einen natürlichen Forscherdrang und Forschergeist. Man muss dazu nicht studieren! Wir sind von Natur aus wissbegierig. Wie lange wird es noch dauern bis wir diese Fähigkeit zu schätzen wissen und anwenden? Oder metaphorisch von James Bond abgekupfert: Lernen und Lernen lassen... lasst es doch einfach zu!

Gefreut hab ich mich heut bzw. gestern auch. Ich hatte ein Aha-Erlebnis. Schon wieder eins... Das hört ja gar nimmer auf ;-)
Denn mir ist zum ersten mal bewusst geworden, was ich als Strickdesigner (das klang mir immer zu hochgestochen, denn unter Designer stell ich mir eher jemanden wie Karl Lagerfeld als mich schlumpfiges und bodenständiges Wesen vor... Ich hab früher immer gesagt: ich mach Strickmuster. Stimmt ja auch.) so kann. Das das was besonderes ist.

Das ist die Krux mit Sachen, die man einfach macht.... Man weiss sie nicht zu schätzen. Und weil man mit der Theorie of Mind auch noch Probleme hat, nimmt man auch nicht wahr, dass andere sowas nicht können. Und da man mit dem Selbstbild auch noch auf Kriegsfuss steht (wie sieht so ein Fuss eigentlich aus? Ist der schwarz? Schwarzfussindianer... Hallo Hirn: Stopp! Kannst Du bitte mal mit der Assoziationskette aufhören und bitte beim Thema bleiben?) , dann kann man Lob von anderen auch gar nicht annehmen. Man spielt es herunter. Man gesteht es sich selbst nicht zu. Meine Mama ist da genauso. Ich lerne langsam, es anzunehmen und mich darüber zu freuen.

Wo war ich? Ach ja... gestern bekam ich diese Anfrage...
"I am in desperate need of help. A friend has asked me to make a hat for her daughter who is graduating in three weeks..."
Sie hat dann im Detail beschrieben, was auf die Mütze als Muster drauf soll. Und ... diese liebenswürdige Anfrage hat mich gleich motiviert das Muster zu entwerfen. Weil ich es KANN! :)

Ich hab Ihr gestern noch zurückgemailt, dass ich Ihr das Muster zuschicke, wenn sie mir ihre Mailadresse zukommen läßt und ihr vorgeschlagen, dass sie nicht dafür bezahlen braucht, sondern für mich im Gegenzug (weil ich ja mit meinen Dysteonihänden auch nicht stricken kann), das Muster teststrickt und mir noch die Erlaubnis gibt, ihre Bilder von der Mütze für die Musterveröffentlichung zu verwenden.

Und heute kam diese Antwort von ihr:
"Oh my heavens! That's great. I will take all the pictures you could possibly want for you to use. I can't thank you enough. I can follow a pattern in general but creating one takes some amazing talent that I don't have. "

Heute bin ich soweit, dass ich dieses Lob (ich hab Talent :) annehmen kann.
I am amazing .. :)
Ich freu mich riesig! Erstens, dass ich jemandem helfen kann. Das macht Spass! Und zweitens, dass wir gegenseitig von der Sache profitieren. Und beide aus intrinsischer Motivation handeln. Und drittens: weil es einfach einen Riesenspass macht!

Und das wünsch ich Euch auch! Dass Ihr Spass habt, im Leben. Dass Ihr es spielerisch leben und erfahren dürft. Das ist das allerschönste, was es gibt!

Apropos amazing... schon erstaunlich wieviele positive Wörter die englische Sprache zu bieten hat...
Amazing, astounding, beautiful, gorgeous, stunning, awesome, great, fantastic, OMG (oh my God), exciting, breathtaking, wonderful, eyecatching, hillarious...
Warum sind wir Deutschen damit so sparsam..? Es kostet doch nix, mit Worten großzügig zu sein... und macht soviel Freu(n)de! :)

Ich hab jetzt erst verstanden, dass man nicht nur wegen der Nahrungsaufnahme in ein Eiscafe oder zum Essen geht... Ach das dient der Kommunikation. Interessant.

Dienstag: Ich hab mich doch gefragt, ob man eine Vagusnerv - bzw. Symphatikusnervneuropathie messen kann. Es scheint mit diversen Techniken möglich zu sein. Aber einen einzigen Test dafür gibt es nicht. Zum Begriff Vagusnervneuropathie hab ich auch Informationen gefunden. Aber nicht zu Symphatikusneuropathie.

Stattdessen scheint man eher von Autonomer Neuropathie (autonomic neuropathy) zu sprechen. Das dürfte dann wohl beides einschliessen. Von den Symptomen her, würd's auf jeden Fall auch zu CRPS passen.

Ach ja... mir ist ja aufgefallen (dank meiner durch MBSR besseren Körperwahrnehmung), dass wenn ich die Arme z.B. nachts im Bett in die Höh streck, wenn mein Trafohäuschen wieder aufdreht, es genauso in meinem Bauch quackert wie wenn ich meditier oder wie damals bei der Triggerpunkttherapie. Seit damals weiss ich, dass da mein Gstell entspannt. Dieses Gequacker im Bauch ist also gut und ein Zeichen für körperliche Entspannung.

Und bei CRPS weiss man ja, dass wenn man den betroffenen Arm in die Höhe streckt, das die Schmerzen lindert. Aber warum? Kann das den Vagusnerv aktivieren? Der ist doch nicht im Arm.. im Hals läuft er entlang... evtl. hat's damit was zu tun. Dann ist mir aber heute nacht (ja, da hadder mich wieder geweckt...) eingefallen, wie ich mir dessen bewusst mit beiden Händen in der Luft rumfuchtel, dass ich mal irgendwo gelesen hab, dass "Dirigieren" auch den Vagusnerv aktiviert. Das kann auch auf einer dieser Kinesiologie-Karten gestanden haben... ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Aber ich weiss, dass es so ist. UND dass es funktioniert! Denn die Dirigiererei entspannt meinen Nacken und meinen Hals. Das kann ich spüren und anscheinend nicht nur die. Und somit lindern sich die Schmerzen. Irgendwie beruhigt das dann das Trafohäuschen.

Also, wenn Ihr nachts mal vor Schmerzen nicht schlafen könnt, streckt die Arme in die Luft und dirigiert ein Orchester. Luftgitarre kann ja jeder. Luftdirigent ist mal was Neues :)

Heut hab ich ganz viele nette Mails von lieben Leuten bekommen. Und mich sehr gefreut. Danke an alle!

Seid Ihr heut auch so erledigt? Ich könnt glatt an der Wand einschlafen. Für das Hügelchen von der Bushaltestelle heim musst ich heut 5 x stehenbleiben. Ich konnt dann einfach nimmer. Kurz stehengeblieben und es ging wieder weiter. Aber ned weit. Das Wetter haut bei meinem CRPS ganz schön rein. Einige Kollegen im Büro sahen heut aber auch ziemlich fertig aus. Das geht also nicht nur mir so. Sondern auch Gesunden. Irgendwie tröstlich...

Mittwoch: Ein Star sitzt auf einer Fernsehantenne... Ich muss schmunzeln. Ein Fernseh-Star.

An der Haltestelle treff ich mei Haltestellenbekannte widder und a Mo stößt a nu dazu.
Er zu ihr:"Du hast doch erzählt, du bist früh immer allaans a der Haltestell."
Sie:"Um Viertel bini nu ganz allaaans."
Ich:"Dann kumm hald ned so früh."
Des willsi ned:"Ach na. Des is früh so schee, wenn die Vögel zwitschern."

Am Stadtturm prangt ein Banner. Irgendwas mit Ritter von Spix und Affen.... Werd a Ausstellung sei...

Auf der Aischwiese blühen die Mohnblumen. Die hamm innen zwei grosse Blütenblätter und aussen zwei. Ganz weich und dünn. Deswegn klatschens auseinand. Drum heisst's wohl Klatschmohn...
Schlafmohn war eins der ersten Betäubungsmittel. Des hat mer aber rauszücht. Mohnkuchen is a was feins. Bei Mohnbrödli bleibm die Körnli immer in die Zäh hänga.... Zu der Thematik hads sogoar amol a Kukident-Werbung gebm. Des is fei a ned grod as gsündeste...

Vor der Haltestelle am Bechhofener Weg kündet ein Schild von Strassenschäden. Eine Strassenstörung. Gut zureden hilft da bestimmt nix. Davo werdn die Löcher a ned glenner... Des is fei a ned grod as gsündeste.

In Gremsdorf fehlen auf dem Vordach einer Scheune sämtliche Ziegel. Nur die nackerden Holzbalken strecken sich in den morgendlichen Himmel. A Scheune kann also a entlauben.... oder heisst des entschindeln ... oder entziegeln...?

Mei is des schee! Mei sin die Wiesen schee gree!

Mei Ergo hat mer a Faszienrollen ausglieha. Gestern habi sie widder benutzt. Desmol habi sie unter mei Knie gschobm. Des had fei gut do. Ich woar ganz entspannt. Faszienierend!

Mei Physio bezweifelt, dass wenn mer die Muskeln und Faszien platt drückt , sie entspannter werdn... Ich irgendwie a...
Des is ungefähr asu als däd mer die Leut immer mehr Druck machen und dann erwarten, dassi entspannter werdn...

Faszienrollen sind gepresstes Styropor. Des Baumaterial aus dem mei Berge auf meiner Modelleisenbahn sind. Press-Styropor. A pressante Angelegenheit die Faszienrollerei.

An der Haltestell am langen Johann is a Mo zu spät dro. Der Bus hält numol extra für ihn und er springt in den Bus. Auf seinem T-Shirt steht REH.

Zwei Dirndlfraktionsvertreterinnen stehen mit uns auf dem Bahnsteig. Aus ihrer Unterhaltung erfährt der ganze Bahnsteig, dass sie gestern am Berch woarn und heut nacht zu viert in am Bett gschlafen hamm. Und dass sie noch jemanden dabeihatten, der früh noni hell woar. Der hat do nämlich ogrufn und gsachd, dasser etz dahamm is, dabei woar er nu neber na in der Küch ghockt. Der hat a Berchstörung...

Wir erwischen im Zug zwei Sitz auf einem 4er-Platz. Der Mann mir gegenüber räumt sogar den Platz mir gegenüber für meine Krücken frei. Des is nett.
Ich:"Etz hamm mei Krücken ihr eigenen Sitzplatz."
Mei Busnachbar:"Etz braungs bloss noch ne Fahrkarte."
Ich:"Die habi doch! Für 80 Euro im Jahr."
Hanni und Nanni sin dann halt ka Begleitperson sondern Begleitmaterial...

Auf einer Wiese kurz vor Burgfarnbach stehen mehrere weisse Schaufensterpuppen mit schwarzer Kleidung in der Wiese. Manchmal fragt mer sich scho... is des Sperrmüll oder Kunst?

Auf Arbeit warten zwei Kollegen mit dem Fahrstuhl auf mich bis ich einstempel und hinkrückel.
Der eine Kollege zu mir:"Schick Dich!"
Der andere:"A alde Fraa is doch ka D-Zug."
Ich retour (der Kollege is a ned jünger wie ich):"Sagt der alte Mo."
Er:"Ich doch ned. Der Kollech."
Typisch erst in den Wald neischreia und dann as Echo ned vertrogn...

Die Welt is fei ganz schee schräch... Und des scho in aller Herrgottsfrüh! Etz is noned amol Abend.... Des ko ja nu was werdn..

Donnerstag: Heut früh habi Geleitschutz ghabt. Vo aaner Katz. Am alten Schmusgetier. Scho schee wie sie schnurrt und sich so gsund hält.

Mei Haltestellenbekannte hams zammgstochen. Etz is ihr Baa so dick wie meins. Vielleicht sin Ödeme ansteckend. Ödemeritis...

Sie:"Warum die bloss immer mich stechen müssen?"
Ich:"Weilsd so süß bist. Dei Blut schmeckt hald so gut."
Sie lacht.

Apropos gestern kam eine Sendung über Blutspenden, Blutgruppen und wie des ganze Logistisch funktioniert. Des woar interessant. Habt Ihr z.B. gwusst, dass des in einer Zentrifuge (also es wird geschleudert , wie Honig halt a) in seine drei Bestandteile getrennt wird? Plutplasma, Blutkörperchen und des dritte habi vergessen.. Und dass man mit die drei Bestandteile jeweils einem Menschen helfen kann. D.h. eine Blutspende hilft 3 Leut. Eine Triplikation.

A Bekannte vo mir, die a bissla knapp bei Kasse is, hat neulich a a Pflaster in der Armbeuge ghabt.
Ich frag sie:"Was hastn do gmacht?"
Sie:"Ich woar Blutspenden. Vo irgendwas muss mer ja lebm. Aber die hamm mich ned gnumma."
Des kenni. Meiner Mama is ja amol genauso ganga. Die durft a ned spenden.
Der hat dann gmand:"Sie braung ka Blut spenden. Sie werdn selber bald ans braung..."

Die Wälder und Felder sind in Nebel getaucht. Als hätte der liebe Gott die Welt in Buttermilch getränkt.

Die Weiher dampfen wie heisser Kaffee.

Gestern nachmittag hads mi derbröselt. Des Wetter und mei CRPS sin ka gute Kombi. Erst habi an Kaffee getrunken und dann habi 3 Stunden lang gschlafen. Mei woar ich fertig.

Abends woari dann nu spazieren. Auf der Wiesen blühen Mohn, Kornbluma und Kamillen. Kamillenduft liegt in der Luft. Die Luft ist geschwängert schreibm manche Schriftsteller... Hmm... Dabei stellen sich mir zwei Fragen: kann mer des a verhüten und was kumd nach 9 Monat dabei raus?

Ich guck die Blumen an ... eine Augenweide. Die Augen entspannen sich. Schee...

Am Bahnsteig hält vor uns statt wie in den letzten Tagen nicht die Zugtür sondern die Zugkopplung. Wir stehen also genau zwischen zwei Waggons. Mei Busnachbar schaut erst nach rechts zur nächsten weit entfernten Tür und dann nach links zur ebenso weit entfernten Tür.
Dann sagt er:"Scheiße!"

Wir bekommen trotzdem zwei Sitzplätze auf einem 4er. Die Krücken muss ich heut in der Hand halten, weil gegenüber von uns besetzt ist. Da kumd der Schaffner. Mei Busnachbar hält mei Krücken sonst kanni mei Fahrkarten ned raustun.
Ich bedank mich, halt mein Ausweis mit dem aufgedruckten B hin und frag ihn:"Willst Du mein B sein?"
Er schmunzelt.

Der Wald steht im Nebel. Eine ganz schöne Suppe. Ob die Ursuppe auch so ausgesehen hat?

Schräg gegenüber von uns sitzt eine stark geschminkte Frau. Und ich rätsel über den Sinn, sich die Augenbrauen erst auszuzupfen und dann als dicken dunklen Balken wieder aufzumalen. Wir halten am eingerüsteten Bahnhof in Fürth. Kunst am Bau flüstert mein Hirn.

Bos auf der Einkehr schiesst es mir in den Kopf. Wer ist eigentlich diese Bos? Und warum spricht man so schlecht von ihr?

Das Gleis vor uns ist noch durch einen anderen Zug belegt. A Gleisbelegungsstörung. Hinter uns raschelt jemand mit einer Papiertüte. Er isst ein belegtes Brötchen. Der Salamiduft steigt mir in die Nase. Auch eine Art Belegungsstörung...

Das Gleis ist ratz-fatz wieder frei und wir enteilen Fürth in Richtung der aufgehenden Sonne... Wie im Western... reiten wir auf unserem Dampfross dahin. Sehr stimmungsvoll.

Ab Fürth haben meine Krücken einen eigenen Platz und ich die Hände frei. :)

Auf dem Taschenhenkel der stark geschminkten Frau sind Buchstaben aufgefädelt. F U N.
Besonders funny guckt sie nicht.... eher ernst. Oder sie hat das Lächeln heut mit ihrem Makeup spiegelverkehrt aufgetragen. Auf ein Lächeln meinerseits in ihre Richtung reagiert sie nicht. Schad.

Als wir in Nürnberg einlaufen, sperrt grad ein Lokführer seinen Zug auf. Seufz! Ich hab bloss an Haustürschlüssel... Mein Hirn: Einlaufen... ich sehe unseren Zug in Gedanken erst auf Spur H0 und dann auf N und Z schrumpfen... "This train terminates here..." Und dann macht es puff! und weg isser...

Auf dem Weg zur U-Bahn kommt mir ein Mann entgegen auf dessen T-shirt die Aufschrift fuck prangt. Nette Begrüßung. Ich wünsche ihm ebenfalls einen schönen guten Morgen. Dann kann der Tag ja kommen...

 
Die Glaa aus ERH - Familienaussfluege Sandra Jaeger 2019
15.06. bis 21.06. Mit allen Sinnen ..

Samstag: Woah! War des heut nacht übel! Spürt Ihr das auch? Das Wetter setzt meinem Trafohäuschen ganz schön zu. Mein linker Fuss und die Zehen sind verkrampft und schmerzhaft in die Höhe gestanden. Solche Schmerzen hatt ich seit Jahre nicht mehr! Das war heut nacht ne glatte 10+ auf der Schmerzskala.

Hier die Beweisfotos.. ;-)
Nix mit Meditation und Rumatmen... da war Bewegung angesagt. Also hiermit nochmal offiziell: wenn des autonome Nervensystem zu arg aufdreht, dann hilft das mit der Meditation und Rumatmerei (zumindest bei mir, aber auch bei meiner Mama... die hatte heut nacht auch Wandertag...) nicht! Da braucht es dann Bewegung oder das CBD-Öl und Konzentration (aber auf Dinge, die einem leicht fallen! z.B. Hobbies). Eine Runde schmöckern auf dem Klo, denn bei dem Wetter kommt durch die Irritation des Nervensystems dann auch ein vermehrter Pippidrang dazu. Denn das wirkt sich auch auf die Verdauung und den Darm aus. Da wandert unser Vagusnerv nämlich auch herum.

Neuen Lesestoff Emotionale Intelligenz hab ich gestern im offenen Bücherschrank in Erlangen gefunden. Spannend!

Zusammen mit den CBD-Tropfen bringt also die Konzentration durch den neuen spannenden Lesestoff mein Trafohäuschen und das unterirdische Schmerzlevel meines CRPS runter! Ebenso wie die Muskelanspannung im linken Bein. Eine Sehne beim Bogenschiessen ist ein Dreck dagegen!

Ist das jetzt Salamitaktik? Und was hat die Hartwurst damit zu tun?

Das Wetter macht nicht nur meinem ANS zu schaffen, sondern auch anderen. So ist gestern ein Mann am Nürnberger Bahnhof kollabiert. Um den Mann waren schon genug Helfer. Da ich kein Handy dabeihabe, hab ich einen Mann am Esstand gebeten, den Notarzt zu rufen. Der war schon alarmiert.

In Erlangen bekam ein kleiner Junge Nasenbluten und es wollte gar nicht mehr aufhören. Seine Eltern hatten nix dabei und da hab ich ihnen eine Packung Taschentücher gegeben.

Heute in der Lottostelle (ja ich hab mir ne Zeitung geholt), meint die Verkäuferin, dass sie das neue Mineralwasser nicht verträgt. Sie muss dauernd auf's Klo. Ich erklär ihr, dass das am Wetter liegt. Eigentlich an dessen Auswirkung auf ihr ANS. Aber ich will sie nicht noch mehr verwirren.

Schon faszinierend wie der Klimawandel sich auf unsere Nervensysteme auswirkt. Nur ist das wohl noch viel zu wenigen klar. Und dass wir unsere eigenen körperlichen Bedürfnisse (z.B. bei der Hitze genug zu Trinken) ignorieren, spielt auch eine grosse Rolle. Ich lern es ja auch grad erst wieder. Wird uns auch irgendwie in der Schule und in der Arbeitswelt abgewönt. Wir lassen uns hetzen anstatt unserem eigenen Ryhthmus zu folgen.

Kein Wunder: Verkünden doch sogenannte Influencer (ich hatte anfangs Influenza verstanden... ), wie wir immer weiter, immer schneller und immer besser werden sollen. Und es wird schon in der Schule und im Studium mit Enhancement-Medikamenten nachgeholfen. Des is fei a ned grod as gsündeste. Inzwischen spricht man schon von digital enhancement. Cyborgs. Immer mehr Implantate, die uns besser machen sollen... von den Nebenwirkungen dieser Eingriffe in unser Nervensystem und körperliches Ökosystem spricht keiner... Denn jeder Eingriff (und sei es nur ein Nadelstich) ist auch ein Eingriff in dieses

Sportartikelmarken werben damit. Ich fände eine Sportmarke mal symphatisch, die mit dem Motto:Listen to your rhythm. werben würde. Das wär erheblich gesünder. Slow food, slow medicine, slow sports ...

Oder auf Deutsch: der Mensch muss wieder lernen, auf sich selber, seinen Körper und seine Bedürfnisse zu hören. Intrapersonelle Intelligenz halt... emotionale gehört da dazu. IQ ist nicht allein ausschlaggebend. Es gibt auch viele sehr intelligente Leute, die nach der Schulzeit nichts auf die Reihe kriegen. Es spielt auch musische Intelligenz, kreative Intelligenz und mathematische Intelligenz eine grosse Rolle. Je breiter die Basis, desto stabiler der Mensch. Wie beim Hausbau halt auch. Nur auf einem guten Fundament steht ein stabiles Häuschen, das auch die Stürme des Lebens überstehen kann.

Der Rettungsdienst fährt heut auch ständig. Klar. Wochenende. Da kommt das Nervensystem zur Ruhe und dann dreht es, wenn es aus dem Gleichgewicht geraten ist, DURCH die Ruhe erst richtig auf. Folge sind dann seltene oder schwerere Erkrankungen, die an den Wochenenden in den Krankehäusern landen. Das stand auch in einem Artikel am Donnerstag in der Zeitung (im FT, den hab ich bei meiner Ergo gelesen). Und dass aufgrund dessen mehr Patienten am Wochenende im Krankenhaus versterben. Die angespanntere Personalsituation spielt da auch mit rein, wird aber durch die Schwere der Erkrankungen und die Seltenheit in den Hintergrund gedrängt.

Der Artikel stellte die Frage, warum das so ist. Die Experten rätseln noch. Ich nicht. Die Antwort kennt Ihr inzwischen. Denn sobald ein aus dem Takt geratenes Nervensystem in Ruhe schalten will, funktioniert das nicht. Denn DURCH die Ruhe, dreht es erstmal richtig auf. Und das Wetter bzw. die starken Wetterschwankungen setzen Eurem Nervensystem zu. Behandelt Ihr es stiefmütterlich (Hach! Die Stiefmütterchen in den Pflanzkästen sehen wunderschön aus! Ich versinke in ehrfürchtigem Staunen vor der Grünkraft der Natur), ignoriert seine Alarmzeichen, dann zahlt Ihr einen hohen Preis dafür. Und nicht nur Ihr, sondern die gesamte Gesellschaft. Ein Umdenken findet teilweise schon statt, wenn man den einzelen bei seiner Gesundheit mehr in die Pflicht und Verantwortung nehmen will. Aber der Mensch ist halt bequem. Und Bequemlichkeit, Rituale , die schnelle Lösung der Schmerztablette oder die Beruhigung des Nervensystems durch Essen, Zucker, Rauchen, Alkohol oder andere schädliche Beruhigungsmittel scheine die einfachere Lösung zu sein. Diese Lösungen haben einen Sehfehler. Sie sind kurzsichtig.

Dass wir langfristig durch diese kurzfristig und kurzsichtige Lösungen unserer Gesundheit und uns selber schaden, wissen wir. Eigentlich. Es steht ja auf jeder Zigarettenverpackung. Und was hat es bisher genützt? Sogar Gesundheitsberufler sind davor nicht gefeit. Und wie kann man das Problem lösen?

Auch in der Verkehrspolitik ist das Problem der Bequemlichkeit inzwischen angekommen. Autos stehen immer mehr im Stau. Viele Großstädte (auch Nürnberg) ächzen unter dem Verkehr. 1,8 Personen sitzen in jedem Auto. Fussgänger haben keine Lobby.

Es geht auch anders. In Luxembourg setzt man auf öffentlichen Premiumnahverkehr. Und er ist kostenlos. In den Niederlanden setzt man auf das Fahrrad und baut Expressstrecken für sie. Und bei uns? SUV-Firmenwägen werden auch noch staatlich gefördert. Die Autolobby ist mächtig. Und Mensch ist halt bequem.

Über einen Bericht im VAG-TV musste ich diese Woche sehr grübeln. Er hat mich sehr vewirrt. Der Leiter des Flughafens Nürnberg hat gesagt, dass Flüge heute ja immer ökologischer werden. Häh? Wo denn? Und die Kreuzfahrtindustrie steuert unberührte Naturparadiese an und arbeitet damit an der Zerstörung derselben. Es läuft mir eiskalt den Rücken herunter. So reagieren meine Körpersinne auf diesen Unsinn...

Dass die Erregung der gesellschaftlichen Nervensysteme um sich greift, wird mir diese Woche vermehrt bewusst. Noch eine weitere Bekannte von mir ist auch über Pfingsten im Krankenhaus gelandet. Inzwischen ist sie wieder daheim. Ich wünsche ihr an dieser Stelle nochmal gute Besserung!

Die Einschläge nehmen zu. In der Intensivität und im Radius um mich herum. Auf Arbeit und im Bekanntenkreis. Und sogar bei den Leuten, die ich nicht kenne und zufällig auf der Strasse treffe...

Die Sirene geht auch wieder... also ein Unfall... Die Unfallgefahr steigt nämlich auch bei solchem Wetter. Warum? Die Menschen sind gereizter. Bzw. ihre Nervensysteme. Gestern konnte ich z.B. in der Nürnberger Innenstadt ein Pärchen beim Streiten beobachten. Die Gemüter erregen sich also viel schneller. Sprachlich gibt es ja auch das Bild: die Gemüter erhitzen sich. Wie immer bringt es also unsere Sprache auf den Punkt. Auf den Siedepunkt ;-) Die Hitze macht etwas mit uns.

Das wirkt sich auch im Strassenverkehr aus. Unser Busfahrer schimpft über ein Auto, dass ihm die Vorfahrt nimmt und fast einen Unfall verursacht: "Ja, spinnt denn der?"

Bei solchen Wetterlagen hört man nicht selten den Busfahrer seufzen: "Des Dreckserlangen! Bin ich froh, wenn ich etz dann draussen bin. Die fahrn heut alla wie die Verrückten..."

Ist das Nervensystem überreizt (und hier kommt das Wetter ins Spiel, bei heissem oder drückendem Wetter reagieren die Menschen auffallender als sonst), dann verfällt es in sein Urinstinkt-Muster des Kampf-, Angriffs- oder Erstarrungsmodus. Und in dem Modus reagiert der Instinkt, der Bauch und nicht das Hirn. Denn das Blut geht ja in diesem Modus in die Muskeln und nicht in das Hirn. Deswegen funktioniert es bei Hitze auch nimmer so gut mit dem Denken. Und das führt zu mehr Unaufmerksamkeit und damit zu mehr Unfällen. Ob es dazu auch Statistiken gibt? Wenn nicht, sollte man das mal machen. Ich denke, man wär ganz schön überrascht, wie das alles zusammenhängt.

Apropos am 27.06. um 18:00 Uhr gibt es im Höchstadter Krankenhaus in der Spitaleria einen Vortrag zum Darm und Erkrankungen. Ob dort auch von der Rolle des Vagusnervs und dem autonomen Nervensystem die Rede sein wird? Ich bin gespannt, ob die Redner über den Tellerrand gucken. Ist schön da. :)

Nun fliegt grad der Rettungshubschrauber über unser Haus und bestätigt meine traurige These. Ich glaube, unser Gesundheitssystem wird immer teurer, weil wir verlernt haben auf unsere körperlichen Alarmsignale rechtzeitig zu hören. Auch eine Art kollektive gesellschaftliche Schwerhörigkeit.... Dagegen hilft aber kein Hörakkustiker und kein Hörgerät.

Mir stellt sich diese Frage ja auch. Wie lebt man jetzt in diesem physiologischen Status eines übererregten Nervensystems? Man muss noch besser lernen auf sich zu achten und die Alarmsignale des Körpers zu deuten. Logisch. Er ist ja schon in Schieflage. Da muss er ja nicht bleiben. Ich arbeite daran. Stelle aber inzwischen fest, dass ich wohl noch nie in diesem Entspannungsmodus war, in dem man die Gesellschaft von vielen Menschen geniesst.

Es ist also schon immer ein Teil von mir. Wie Säugetiere, die halt in eine Gefahrensituation hineingeboren werden, kann das halt auch beim Menschen vorkommen. Wenn z.B. das Nervensystem der Eltern auch schon sehr gestresst ist. Dann bekommt man das als Kind schon von Haus aus mit. Sozusagen ab Werk. Da man keinen Vergleich dazu hat, wie es denn sei sollte, nimmt man das allerdings nicht wahr. Man passt sich an. Die Anpassungs - und Kompensationsleistung die dahinter steckt, sieht keiner. Denn die geschieht im verborgenen. Was man sieht, ist, wenn diese Anpassungs- und Kompensationsleistung nicht funktioniert! Und das ist die Krux! Man eckt halt an. Sozial. Mit den Mitmenschen. Denn man ist ja auf diesen Modus gar nicht programmiert. Und dort rauszukommen ist gar nicht so einfach. Ich arbeite daran.

Aufgrund des deaktivierten Immunsystems und der empfindlicheren Wahrnehmung (auch Schmerzen!) fängt man sich dadurch dann auch leichter eine chronische Krankheit ein. Des is fei a ned grod as gsündeste. Und nun?

Mir hat es geholfen, mir meiner Sinne und Empfindungen bewusst zu werden. Ich musste das völlig neu lernen und ich bin sicher damit noch lange nicht am Ende. Es ist ein Abenteuer! Ihr lernt Euch ganz neu kennen. Lernt Eure Stärken und auch das, was Euch schwer fällt. Und so kann man dann auch an seinem Selbstbewusstsein basteln. Und an seinem Urvertrauen. Denn logischerweise ist das, wenn man in diesem Modus geboren wird, nicht vorhanden. Denn man befindet sich im Kampf-, Flucht- und Erstarrungsmodus und in dem ist man halt von Haus aus eher misstrauisch. Ihr streichelt ja auch nicht den Säbelzahntiger.

Wie passen jetzt die Schlafstörungen dort hinein? Na, legt Ihr Euch etwa vor den Säbelzahntiger und haltet ein Nickerchen? Na, also...
Ihr würdet Euch in Gefahr gar nicht hinlegen! Das wär ja komplett hirnverbrannt... ich kann den Brandgeruch förmlich riechen. Und deshalb dreht Euer Nervensystem DURCH die Ruhe erst recht auf!

Apropos Brandgeruch...
Durch meine Unachtsamkeit (jaja, schlecht durchblutetes Gehirn und hohe Konzentration auf die Kerzenflamme) hab ich mir mal den Pony verbrannt. Des is fei a ned grod as gsündeste...

Da dieser Modus aber nicht auf Dauer angelegt ist, und darauf angelegt ist, dass wir wieder in den Entspannungsmodus wechseln (da wird dann z.B. das Immunsystem aktiviert, die Verdauung , soziale Verträglichkeit, Wundheilung ...) , macht uns ein Dauerverharren in dieser Kampf-, Flucht-, Erstarrungsphase krank. Logisch. Wir sind nicht dafür ausgelegt, dass auf Dauer zu haben.

Nur, was tun, wenn der Schalter klemmt? Und wir einfach nicht mehr zurück in den Entspannungsmodus kommen können bzw. wenn wir noch nie dort drin waren... Bis heute habt Ihr ja auch überlebt. Das spricht ja schon mal dafür, dass Eure bisherigen Strategien nicht ganz falsch waren. Irgendwas müßt Ihr ja auch richtig gemacht haben. Und das müßt Ihr herausfinden und anwenden. Dann noch die Dinge identifizieren, die Euren Status verschlimmern und sie meiden. Klingt einfach... isses aber nicht. Ich lebe noch. Also hab ich nicht alles falsch gemacht. Sonst würde mein Nervensystem mir die rote Karte zeigen. Bisher ist es bei Warnschüssen geblieben.

Das gute ist: Ihr habt es selber in der Hand! Das kommt Eurem Kampf-, Flucht-,Erstarrungsmodus nämlich entgegen. Der ist nämlich auf Autonomie gepolt.

Und wie lebt es sich damit? Es hat ja nicht nur Nachteile hypersensibel zu sein. Ich nehme Wetterumschwünge schon vorzeitig wahr. Also wäre auch eine Anstellung bei der Wettervorhersage mal denkbar. Ungeahnte Jobmöglichkeiten... Allerdings kollidiert damit leider meine Drang nach Rückzug. Das ist mit Rampenlicht nicht kompatibel. Obwohl so hier herumzubloggen, das geht.. Ein Wetterfühligkeitsblog wär somit denkbar ;-)

Es hat auch Vorteile zu hören, wenn die Waschmaschine im Keller ausgeschleudert hat. Muss ich nicht umsonst runterlaufen. Sprich: versucht Euch in der Zwischenzeit Eurer besonderen Sinne bewusst zu werden und sie zu geniessen. Das geht nämlich auch. Wenn ich z.B. vor der Lorenzkirche das Gezwitscher der Vögel immer noch genauso laut wahrnehme wie die Geräusche der Menschen, dann kann ich mich auch im größten Stadtgewimmel daran erfreuen und darauf konzentrieren und mit Konzentration mein ANS und ZNS im Griff behalten. Ich war erstaunt, dass das gestern ganz gut funktioniert hat.

Ihr riecht einen Brand und verkohltes Essen bestimmt als erster und nehmt auch Giftstoffe in Teppichen und Möbeln als erster wahr. Damit könnt Ihr Eure Mitmenschen auch schützen, die das nicht riechen.

Erstaunlicherweise beschränkt sich das nicht nur auf Hören, Riechen und Sehen, sondern auch auf Gefühle. Mir fallen in Unterhaltungen die Brüche, die Missverständnisse, die Irritationen (halt, das, was nicht passt) bei anderen auf. Damit nehm ich doch dann die Gefühle von anderen viel intensiver wahr? Wie passt denn jetzt das ins Bild? Denn in dem Status wirkt man ja aufgrund der eingefrorenen Mimik und Gestik nicht besonders emphatisch. Und jetzt soll man es doch sein?

Erinnert Ihr Euch noch an die Gnu-Herde? Eins zuckt und alle flüchten. Es sind ja auch Fluchttiere. Lustigerweise hat also mein Comic über das Krankenhausfluchttier den Nagel auf den Kopf getroffen (wieder so ein Wortspiel). Das war doch eher der Hammer. Wo hängt der nochmal?

Stopp... zurück zum Thema. Ist man also in einer unsicheren Umgebung, dann MUSS man auch auf die kleinste Regung der Herde reagieren. Man MUSS jede Auffälligkeit wahrnehmen! Denn sie signalisiert Gefahr! Es ist überlebensnotwendig. Das ist die Erklärung. Total logisch. Denn sonst würden die Gnus weitergrasen und vom Raubtier gefressen werden. Des is fei a ned grod as gsündeste...

Und unser Nervensystem-Software-Programm hatte seit Urzeiten kein Update. Sprich es stammt noch aus Urzeiten und funktioniert auch noch so. Deswegen sind unsere Reaktionen oft nicht mehr so ganz zeitgemäß. Wirft Euch das jemand vor, könnt Ihr ihm aber den Ball zurückspielen, denn sein Nervensystem hat denselben Programmfehler. Es kann halt sein, dass er bisher noch nicht aufgetreten ist. Das könnt Ihr sicher erwarten. Denn jeder wird mal alt. Mit dem Alter steigt der Cortisolspiegel, sprich das Nervensystem wird empfindlicher und chronische Krankheiten schlagen zu. Et voila , er landet dann in derselben Patsche. Also grämt Euch nicht, wenn Euch jemand Euer übersensibles Nervensytem zum Vorwurf macht, seins ist auch nicht besser. Die Retourkutsche kommt also irgendwann von selbst. Und dann seid Ihr diejenigen, die ihm mit Eurer Erfahrung helfen können mit seinem umzugehen. Denn Ihr kennt Euch da ja aus. Ihr seid da der Fachmann oder die Fachfrau oder Fachdivers ...

D.h. ihr könnt die Gefühle von anderen sogar besser erspüren! Faszinierend! Gell? Und warum soll man diese Fähigkeit nicht nutzen? Emotionale Intelligenz ist genau das! Gut, das mit der gewaltfreien Kommunikation ist mit Eurem physiologischen Status nicht besonders kompatibel, aber es ist eine Übungssache. Man kann es lernen. Und auch die entspanntesten Menschen sind nicht davor gefeit, dass sie dabei - trotz Übung und wider besseres Wissen - versagen. Also, was habt Ihr zu verlieren?

Wie gesagt, ich kenne einige Menschen, die in diesem Modus sogar als sehr vertrauenswürdig empfunden werden. Und da Vertrauen die Basis jeder menschliichen Beziehung ist, ist das ein wertvoller Schatz. Ihr müsst ihn nur heben. Hebt Euch dabei keinen Bruch. Also geht es langsam an. Experimentiert damit. Jeder Tag ist eine neue Chance.

Entdeckt Eure Sinne neu und experimentiert. Ich hör z.B. den Rettungswagen schon ewig lange bevor er wirklich da ist. Erstaunlich. Also man kann es auch nutzen. Und dabei müßt Ihr kreativ sein. Und das könnt Ihr ja :)
Weil Ihr wie ich seid. Und schon viel kompensieren und ausgleichen musstet, ist nämlich Euer Gehirn synaptisch schneller und besser verdrahtet. Weil Ihr es mehr benutzt habt! Und genau das ist Eure Stärke! Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und eine spannende Sinnesreise!

Sonntag: Ich bin Euch noch den Nachtrag vom Freitag "schuldig" :)
Das Kätzle gibt mir wieder Geleitschutz. Mei Bushaltestellenbekannte sieht einen Hund und ruft:"Hast den Bobtail gseng?"
Hab ich nicht, ich war grad mit meinen Gedanken woanders... In Gedanken seh ich vor mir einen Hund, der wegen zuviel Fell nicht aus den Augen gucken kann und wo man sich schwer tut, zu erkennen wo vorn und hinten ist..
Ich:"Na. Aber der uns auch ned."
Mei Bekannte lacht.

In unserem Viertel gibt's keine Einkaufsmöglichkeit, keine Arztpraxis und keine Apotheke. An Leuten würd's ned mangeln, denn da ist ein Altersheim und ein Neubaugebiet.

Was mer hamm, is Ergotherapie und seit neuestem eine Heilpraktikerpraxis für Psychotherapie. Is des etz symptomatisch für unsere Gesellschaft?

Des leibliche Wohl gibt's im Supermarkt. Des körperliche und seelische bei Ergo, Physio und Psychotherapie. Warum dieser Wandel? Früher gab's des doch auch ned...
Ich hätt a Erklärunge. Habt Ihr schon mal in einem kleinen (nicht-Ketten) Bäckerladen oder Metzgereiladen eingekauft? Des könnt Ihr bei uns noch. Da wo die Verkäuferin mit Euch noch ein Schwätzchen hält. Und ned nur Smalltalk macht? Da gibt's die heilsame Kommunikation noch gratis im Laden dazu. Und des find ich schee. Bloss is des am Aussterben.

Oder des alte Mütterla, des am Busfahrer immer a Tafel Schokolad mitbringt, wenn sie mitfährt und im Gegenbus (zug macht an dieser Stelle keinen Sinn...) ein Schwätzchen bekommt? Auch das soll es ja nach den Zielen der selbstfahrenden Busse amol nimmer gebm.

Und wenn es des alles nimmer umsonst gibt, dann muss mer dafür bezahlen. Und des zahlt halt die ganze Gesellschaft. Mit steigenden Gesundheitsausgaben. Ursache und Wirkung.

Die Leut sind aufgrund der Stauverstopfung und der Arbeitszeiten und dem Arbeitsdruck länger unterwegs, pendeln weiter und länger und darunter leiden dann die Vereine. Mitgliederschwund ist die Folge. Und Ämter können nicht mehr besetzt werden, weil es keiner mehr machen kann und will. So mancher Verein wird dann geschlossen. Die Aufgaben, die er bei Festen und Veranstaltungen übernommen hat, müssen dann von offiziellen Stellen geschultert werden oder schlafen ganz ein.

Überlegt doch mal: eine freiwillige Feuerwehr kann ja nur funktionieren, wenn die Freiwilligen im Einsatzfall vom Arbeitgeber freigestellt werden. Ist der aber weit weg z.B. in Nürnberg, dann ist das Haus bis der Freiwillige in Höchstadt ist, abgebrannt. Sprich: des funktioniert mit längeren und weiteren Pendlerstrecken auch nimmer.
Die Folge ist dann letztendlich, dass auch diese Aufgabe vom Staat übernommen werden muss. Auch bei uns wurde schon über eine Berufsfeuerwehr diskutiert. Sprich: die Aufgaben verlagern sich.

Als z.B. die Sparkasse Höchstadt einen Teil ihrer Mitarbeiter nach Erlangen verlagert hat, konnte eine Frau auch nicht mehr mittags ihre betagten Eltern besuchen. Ist zeitlich nimmer drin. D.h. auch hier muss sie eine andere Lösung finden. Zuwendung , Zuspruch geht auf Kosten der Arbeit und der Pendlerstrecke verloren. Des is fei a ned grod as gsündeste. Für keinen der Beteiligten. Denn des erzeugt mehr Stress. Pendeln ist ungesund. Auch weil Sitzen es ist. Gut, wenn Ihr nur einen Stehplatz erwischt, wirkt sich das auf Eure Stimmung auch nicht gut aus. Das hat dann auch psychische Folgen. Sprich: statt sich in der Familie gegenseitig halt zu geben und heilsame Kommunikation zu pflegen, wird man krank, psychisch, physisch und die Termine zu Ärzten, Ergotherapie, Physiotherapie und Psychotherapeut verstärken den Stress noch zusätzlich, weil auch sie Euch wieder Zeit rauben können. Kommt drauf an, wie er es empfindet. Ob Ihr es geniesst (okay, bei Arztbesuchen gelingt mir das NICHT!) oder als Belastung empfindet. Das sollte es nicht sein! Das ist ja auch für die Therapeuten frustrierend. Und das kann dann sie auch noch krank machen. Das wollmer ja etz a widder ned.

Eine Kollegin mit hohem Blutdruck hat mir mal erzählt, dass sie sich so schicken muss, dass sie zur Massage zur Physiotherapie kommt, dass der Effekt bis sie von dort wieder daheim ist, schon wieder weg ist. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Für einen Entspannungskurs fehlt ihr die Zeit. Schräger geht es nicht. Ich muss schmunzeln. Wenn mer sich keine Zeit nimmt, dann hat man auch nie welche. Seufz. Unsere Zeit ist halt begrenzt und daher gilt es sie richtig einzuteilen. Und da man nicht alles machen kann, muss man sich halt entscheiden. Nie war es so schwer wie heute, weil es noch nie so viele Optionen gab, was man mit seiner Zeit alles anfangen kann. Die Qual der Wahl hatten unsere Vorfahren eher selten.

Und was ist die Lösung für dieses Problem? Die Antwort ist lustigerweise dieselbe die Frage, was bei chronischen Schmerzen und Krankheiten hilft. Konzentration. In unserem Fall: die Konzentration auf das Wesentliche. Ob das die Antwort auf all unsere Fragen im Leben ist? Möglich wär's.
Und wie auf's Stichwort hör ich wieder den Rettungshubschrauber... Wieder ein ANS, das DURCH die Ruhe aufgedreht hat...

Warum macht man denn eigentlich ein Ehrenamt? Die Aufwandsentschädigung und der Steuervorteil wird es wohl kaum sein. Weil es einem viel gibt! Eben das, was wir immer mehr im normalen Alltag vermissen. Das menschliche, das Miteinander. Und das Füreinander. Auf Arbeit scheint die Tendenz zum Gegeneinander zu gehen. Weil jeder um das eigene Überleben in der Arbeitswelt kämpfen muss.

Sprich Ehrenamt kann die Psychotherapie ersetzen. Freilich ist nicht jeder im Flucht-, Kampf-, und Erstarrungmodus zu jedem Ehrenamt kompatibel. Deswegen zeichne ich Comics und stell sie ins Internet. Kostenlos. Weil ich hoffe, dass Ihr drüber lachen könnt. Und Lachen ist ja gesund. Und deswegen schreib ich auch die Sachen auf meiner Homepage. Weil ich hoffe, anderen in einer ähnlichen Lage helfen zu können. Mir war das gar nicht klar. Das hat mir der nette Mensch vom Vdk, der damals bei meiner Comicausstellung die Aufsicht mitgemacht hat, klargemacht. Dass ich die Ausstellung ehrenamtlich mache.

Also ist ein Ehrenamt alles, was man aus innerem Antrieb (intrinsischer Motivation) für andere tut ohne geldwerte Gegeleistung. Denn man bekommt sie als Wertschätzung in anderer Form zurück. Und sogar das gemeinschaftliche hat mir in dem kleinen Rahmen der Ausstellung was gegeben. Positive Erfahrungen. Ich hab nette Leute kennengelernt und es hat Spass gemacht. Das war den Aufwand wert. Es macht was mit einem. Es fühlt sich gut an. Also heilsam.

Und das, obwohl mir andere vorher davon abgeraten haben. Das wird doch nix. Das bringt doch nix. Doch! Wenn ich immer auf die Skeptiker hören würde, würde ich meine Comics heute nicht im Lokalteil der Zeitung veröffentlichen können. Ich hätte auch niemals einen wunderbaren Zeitungsredakteur kenengelernt, der mir von seiner spannenden Arbeit erzählt und den ich mit Fragen gelöchert habe. Weil's mich interessiert.

Veränderungen sind schwer. Nicht nur für mich. Mein Kollege, der Schwabe, hat heut seine letzten Arbeitstag. Er ist jetzt in der zweiten Phase der Altersteilzeit. Eine Kollegin hat seinen Arbeistplatz mit Wimpeln mit einem Kreuzfahrtschiff und Palmen und dem Spruch: Endlich Rentner! geschmückt. Und ihm noch so eine Art Präsentkorb ohne Korb, eher ein Präsentbrett gemacht. Mit Spirituosen, einem Rentner-T-Shirt und anderen Kleinigkeiten. Sieht sehr hübsch aus. Sie hat sich Mühe gegeben. Und man merkt, dass es ihr Spass gemacht hat. Ihre Art ihm ihre Wertschätzung zu zeigen. Von zwei weiteren Kollegen bekommt er noch mehr Spirituosen. Birnenschnaps ... und ein Fässchen Bier. Von unserem Manager im Büro bekommt er einen Händedruck.

Von mir bekommt er einen kleinen Ansteckbutton auf dem "Freilaufender Rentner" steht. Den steckt er auch an, weil er unauffällig ist. Das T-shirt will er nicht anziehen. Das findet er etwas arg. Vielleicht daheim. Und dann hab ich ihm noch das Uli-Stein-Rentnerbüchlein auf den Platz gelegt.

Eine Kollegin blättert es kurz durch und sieht, dass vorne der Name abgeklebt ist.
Sie:"Warum ist das denn abgeklebt?"
Ich:"Weil es gebraucht ist. Der Johann ist ja Schwabe."
Der Kollege mir gegenüber verschluckt sich aufgrund dessen fast vor Lachen.

Mich freut, dass unser Rentner auf seinem Bildschirm als Hintergund den Comic von mir drauf hat. Wertschätzung von mir für ihn. Und nun bekomm ich sie zurück. Die Glaa steht dort und fragt:"Was soll mer denn amol machen, wenn Du nimmer do bist?"
Die Antwort des Kollegen am Schreibtisch:"Weinen."

Eine Kollegin umarmt ihn beobachtete 100 x und kann sich gar nicht trennen.
Sie sagt:"Wenigstens heul ich diesmal nicht."

Die Abschiedsfeier hab ich aufgrund eines anderen Termins fast verpasst. Er hat neue Schlappen bekommen. Birkenstock. Ich sehe die Tafel vor mir, auf der einmal der Eintrag mit Datum versehen stand: " J. hat neue Schlappen."

Und ein Fotobuch mit Texten von uns.

Es gibt Sekt und Orangensaft. Ich halt mich an den O-Saft. Alkohol vertrag ich nicht.

Eine Kollegin berührt mich an der Schulter. Leider die rechte. Aua! Sie flüstert mir ins Ohr (was ich lauter empfinde als alles um mich herum, aufgrund der Zischlaute):"Das, was Du ins Fotobuch geschrieben hast, hat mich total gerührt." Ihre Berührung tut zwar physiologisch weh , aber ich erkenne, dass die Berührung und ihre Worte ebenfalls Wertschätzung sind. Für meinen Kollegen und mich. Ich darf mich freuen. Ich brauche etwas um das zu analysieren und zu realisieren. Ob meine Mama wegen unserer analytischen Denkweise und unseres physiologischen Zustands Anneliese heisst? Analyse wär wohl passender...

Ich verabschiede mich von meinem Kollegen mit einem Handschütteln. Das mit dem Umarmen kann ich nicht. Draussen vor dem Aufzug merke ich , dass mir Tränen in die Augen steigen. Es wird feucht... mir wird komisch. Melankomisch... Ich muss kurz analysieren, woher das kommt. Das ist also Trauer. Der Abschied, das Gefühl der Veränderung. Aha. Nach kurzer Analyse ist das Gefühl verarbeitet. Interessant. Meine Kognition und mein Körper gehen hier also getrennte Wege. Logik und Emotion. In Emotion steckt Motion. Also Bewegung. Ich war bewegt. Deshalb sagt man das wohl so. Wieder fasst es die Sprache treffend zusammen.

Meine neuen Erkenntnisse dieser Woche..
Ach so... Menschen behandeln andere so wie sie sich selber behandeln. D.h. wie man mit anderen Menschen umgeht, gibt viel mehr Aufschlüsse über den Menschen, der handelt, als über die Menschen auf die er reagiert. Da tun mir viele Menschen leid, denen ich bisher begegnet bin. Sie sind sehr streng mit sich. Sie fügen sich selber den allermeisten Schmerz zu. Das macht mich traurig. Mir wird wieder melankomisch.

Und wie sollen wir andere Menschen behandeln? Die Antwort erscheint mir bei Yormas auf dem Weg zur U-Bahn.
Dort auf dem Monitor steht sie:"Gib jedem eine 2.te Chance. Du wirst sie selbst mal brauchen."

Meine Mama (und ich konnte es auch lange nicht, weil ich es nicht gewöhnt war und mein Umfeld auch nicht) kann z.B. kein Lob annehmen. Lobt jemand ihr Essen, dann kommt: Das ist ja nicht schwer, oder das ist doch nix. Mir fällt irgendwie auf, dass das gar nicht so wenig Menschen sind, die ich kenne, auf die das zutrifft. Kollegen, Kolleginnen, Bekannte, Verwandte...

Was uns verbindet, ist, dass wir alle die Messlatte für uns selber sehr hoch legen. Wir neigen zum Perfektionismusdenken und möchten es allen recht machen. Sind alle in der Familie so, wachsen die Kinder damit schon auf und kennen es gar ned anders. Des is fei a ned grod as gsündeste. Denn Menschen sind nunmal nicht perfekt. Deswegen sind es auch die Systeme nicht, die sie bauen. Ob das nun die Elektrik im Auto ist, die immer komplexer wird oder andere Softwaresysteme. Je komplexer es wird, desto höher die Fehleranfälligkeit. Denn man kann nicht an alles denken, auch wenn man es möchte und sehr gewissenhaft ist.

Weil Menschen dazu neigen nur das in Systemen zu berücksichtigen, was sie kennen, ergibt sich die Problematik, dass komplexe Einzelfälle durch's Raster fallen. Ein Beispiel aus einer Behörde bzw. Amt. Eine Bekannte hat die Probezeit nach ihrer Ausbildung leider nicht bestanden. Damit sie Geld vom Amt bekommt, muss sie all ihre Finanzen offenlegen. Dabei fehlt ihr noch ein aktueller Kontoauszug (auf dem letzten fehlen noch 2 Cent, die inzwischen dazugekommen sind) eines Mietkautionskontos.

Man sollte meinen, das ist kein grosses Problem. Tja, da irrt Ihr Euch. Das Problem ist, dass dieses Konto im Online-Bereich einer Bank liegt. Sprich: sie bekommt von der Filiale vor Ort keinen aktuellen Auszug. Den muss sie am Hauptsitz der Bank beantragen. Und der ist in einer grossen Stadt, weit weg. Sie hat auch kein Geld um dorthin zu fahren und es würde auch nix nützen. Sie hat keinen online-Bank-Zugang, den sie bei der telefonischen Hotline dafür angeben könnte. Also wirft man sie dort immer wieder aus der Leitung. Weil genau diese Konstellation im komplexen System dieser Bank nicht vorgesehen ist!

Sie hat schon diverse Briefe und Mails dorthin geschrieben, mit der Bitte um zügige Bearbeitung. Eine andere Telefonnummer gibt es für so ein Problem nicht. Nur die Hotline. Und dort fliegt sie immer aus der Leitung.

Nun wartet sie seit 3 Monaten auf diesen Auszug und ist mit ihrem Konto jenseits von gut und böse in den Miesen.

Das Amt beharrt auf diesen aktuellen Auszug. Denn das System sieht nicht vor, dass ein solches Problem wie das meiner Bekannten bestehen könnte. Sprich zwei komplexe Software- und Bürokratie-Systeme, die dem Kunden (also meiner Bekannten) eigentlich zu ihrem Wohle dienen sollten, werden ihr in Kombination zum Verhängnis. Weil die Ausnahmen von der Regel leider nicht in beiden Systemen vorgesehen sind.

Meine Bekannte war ratlos. Mein Vorschlag war, dass sie direkt mit dem Ansprechpartner beim Amt reden solle und das Problem schildern. Denn dort sitzt hoffentlich ein Mensch und mit dem sollte sich ja eine Alternativlösung finden lassen. z.B. dass sie den aktuellen Auszug mit den 2 Cent mehr nachreicht und sie sich erstmal mit dem vorläufigen mit 2 Cent weniger zufriedengeben. Zumal vor dem Hintergrund, dass die Miesen, die inzwischen auf dem Konto meiner Bekannten aufgelaufen sind, weil sie seit 3 Monaten kein Geld bekommt, diese 2 Cent bei weitem überschreiten.

Ich hoffe inständig, sie ist hier weitergekommen und konnte das Problem jetzt lösen. Ich hab sie nämlich sehr gern.

Dass sie aufgrund der Existenzängste im Wortwörtlichkeits- und Feindlichkeitsmodus steckt, macht die Sache nicht besser. Denn um kommunikativ zu sein und solche Probleme zu klären, muss sie ja aus dem Fluch-, Erstarrungs-, Kampfmodus erstmal herauskommen. D.h. in einem solchen Modus ist man einfach nicht dazu fähig solche Probleme zu lösen. Sie liegen zu lassen oder davor davonzulaufen (das natürliche Flucht-, Erstarrungsverhalten) ist dabei ja keine Lösung und bringt einen derselben auch kein Stück näher. Sondern einen noch viel tiefer in die Bredouille.

Ein ähnliches Problem hatte mal eine Frau mit 3 kleinen Kindern, deren Mann der Hauptverdiener war und dem halt auch das Konto gehörte. Sie hatte sich nie um eine Kontovollmacht Gedanken gemacht. Da starb der Mann urplötzlich. Und sie stand ohne Geld da. Denn die Bürokratie sah diesen Fall nicht vor. Obwohl die Bankangestellten die Frau kannten, durften sie ihr und ihren Kindern kein Geld vom Konto ihres Mannes geben.

Ihr seht also: in so eine Lage kann jeder kommen. Sobald ihr durch Krankheit, Unfall, Tod eines Angehörigen betroffen seid, seid ihr nämlich auch in dem physiologischen Kampf-, Flucht- und Erstarrungsmodus. Und dann seid ihr hilflos. Und der Modus macht Euch handlungsunfähig. Ihr seid blind für alternative Lösungsmöglichkeiten. Und Ihr kommt gar nicht auf die Idee andere um Hilfe zu bitten. Auch, weil Ihr dazu in diesem Modus gar nicht in der Lage seid! Genau da, wo solche Menschen Unterstützung bräuchten, fallen sie durch das Raster. Das finde ich sehr traurig.

Eine andere Bekannte ging in Rente. Sie hat sich penibel bemüht alle Formulare rechtzeitig auszufüllen und den jeweiligen Stellen bereitzustellen. Und dann kam der erste Monat ihrer Rente und sie bekam trotzdem kein Geld, weil doch noch ein Formular von der Krankenkasse fehlte. Etwas wofür sie gar nichts konnte. Der Fehler liegt also IM System.

Ich kenne einige Krankenschwestern, die chronische Krankheiten haben. Durch die Arbeit. Durch die permanente Überforderung und Personalknappheit. Nun könnte man erwarten, da sich Krankenhäuser und Ärzte und ihre Kollegen und Kolleginnen mit Krankheiten auskennen, dass sie wissen wie man ein heilsames Arbeitsumfeld für die Betroffenen schaffen könnte, damit sie wieder gesund werden. Das Gegenteil ist leider der Fall. Sie werden gemobbt. Bekommen immer wieder Aufgaben, die sie aufgrund ihrer körperlichen Erkrankung gar nicht leisten können. Das hat mich am meisten erschreckt. Ist es wirklich überall so? Erst ausgebeutet und dann ausgebotet? Das kann doch nicht sein! Das darf nicht sein!

Wurden Systeme nicht FÜR die Menschen geschaffen? Warum arbeiten sie dann gegen sie? Und wenn Systeme nicht so funktionieren wie sie sollen, warum in aller Welt ändert und korrigiert man sie dann nicht? Wenn sie genau den Zweck, den sie erfüllen sollen, nämlich genau diesen Menschen zu helfen, die durch's Raster fallen oder die die Regelungen, Algorithmen nicht vorsehen?

Kann mir das bitte mal jemand erklären? Ich versteh es nämlich nicht! Liegt es am Ende daran, dass auch die Menschen in diesen Systemen, die die Bürokratie und die Algorithmen beauftragt und umgesetzt haben, ebenfalls schon im Kampf-, Flucht- und Erstarrungsmodus feststecken? Durch den Druck und Stress in der Arbeitswelt? Dann würde das System selbst die Ausnahmen von ihren Regeln produzieren bzw. es frisst seine eigenen Kinder. Systemkanibalismus... eine grausige Vorstellung... Es würde dann selbst jene Menschen produzien, die dann wiederum durch das selbst erdachte System fallen.... Eine systematische System-Rekursion der Unmenschlich- und Empathielosigkeit. Das macht mich traurig.

Die Entwicklern der Bürokratie, der Regeln und der Algorithmen haben hier sicher mit bester Absicht gehandelt. Sie haben es sicher alle gut gemeint und ihr bestes gegeben. Aber die Ausnahmen sind ihnen bei der Entwicklung allgemein gültiger Regeln durch die Lappen gegangen. (Was haben eigentlich die Lappen damit zu tun?) Denn die Systeme sind zu komplex, dass man jeden Einzelfall testen und berücksichtigen könnte. Das würde viel zu teuer und damit unrentabel.

Und deshalb brauchen alle bürokratischen und auch digitalen Systeme am Ende der Kette immer noch einen Menschen (der bitte nicht im Kampf-, Flucht-, und Erstarrungsmodus ist - also nicht selbst unter Druck und Stress steht), der sich der Ausnahmen von der Regel, der Menschen, die durch das Raster fallen, annimmt. Nur wird genau an dieser Stelle gespart, weil das teuer ist. Weil sich das nicht automatisieren läßt. Denn hier ist Empathie und Kreativität gefragt.

Dazu noch eine lustige und nachdenkliche Anekdote aus dem Zug. Auf englisch unterhalten sich 3 Männer über Stellen und Java. Es geht um Softwareentwicklung. Einer der drei hat einen wahrscheinlich indischen Akzent. Sie unterhalten sich über seine derzeitige Tätigkeit: "So you try to understand what the tool does to implement it?"
Er:"Yes."
Der andere:"Das hab ich schon vor 20 Jahren gemacht. Man lernt einfach nicht dazu."
Ich muss schmunzeln. Bei uns ist es genauso. Das ist also ein generelles Problem. Auch dass schnell mal was programmiert wird, und aufgrund der Zeitknappheit die Doku hinten runterfällt. Auch symptomatisch für unsere Zeit. Wenn das vor 20 Jahren schon so war und heut immer noch so ist, dann frage ich mich, wie Mensch auf die Idee kommt, dass die Digitalisierung das in den nächsten 20 Jahren lösen kann, wenn es doch schon in den letzten 20 Jahren nicht funktioniert hat. Dann müssen wir doch mal nach einem anderen alternativen Lösungsansatz suchen. Und nicht auf die eierlegende Wollmilchsau vertrauen. In einer Flow-chart hat mal jemand in einen Prozess ein Wölkchen gezeichnet und reingeschrieben: Und hier geschieht ein Wunder. Wundert Euch nicht... Ich wundere mich sehr... bin aber auch sehr verwundert.

Das zarte Pflänzchen der Empathie und Kreativität kann aber nur in einem Klima der Wertschätzung, in heilsamer Umgebung , mit Wärme , Licht und ausreichend Nährstoffen gedeihen. Wo findet man solche fruchtbaren Böden noch?

Wird nicht die Ressource Mensch als austauschbare Ware und Ressource gesehen? Und nicht die individuellen Werte des Einzelnen, die er in der Kooperation mit den Kollegen einbringen kann? Jeder ist einzigartig. Nur in der Gruppe gelingt grosses. So sind Wölfe, die im Rudel jagen, erfolgreicher. Denn jeder bringt seine Fähigkeit in die Jagd ein. Der alte Wolf die Erfahrung der Taktik. Der junge als Angreifer und Vorhut. Und dann gibt es noch die Wölfe, die solange beim Nachwuchs bleiben und Kindermädchen spielen. Jeder ist wertvoll!

Machen wir nicht in der Monokultur des Grossraumbüros dieselben Fehler wie bei der Massentierhaltung? Die Wertschätzung gegenüber dem Individuum bleibt auf der Strecke.

Aber genau diese Wertschätzung macht Menschlichkeit aus und die fördert ein gesundes und heilsames Klima der Kommunikation und Kollaboration. Sprich genau das brauchen wir, um uns in eine Gemeinschaft voll und ganz einbringen zu können und produktiv und kreativ arbeiten zu können!

Was hab ich in den letzten 5 Jahren gelernt? Dass nur ich selber weiss, was ich brauche. Okay, anfangs wusste ich das nicht. Und ich dachte, andere wüßten das, weil die ja die Krankheit, die ich hab, kennen. Vergesst es! Denn jeder ist anders und jede Krankheit ist es damit bei jedem auch.

Und wie kommt man nun zu einer Lösung?
Dazu muss man sich zunächst mit sich selber uns seinen Gefühlen und den darunterliegenden Bedürfnissen auseinandersetzen. Das ist nicht einfach. Überhaupt wenn man Schwierigkeiten hat, seine Gefühle zu identifizieren. Was brauche ich? Wie sieht eine artgerechte Umgebung für mich aus?

Das ist nämlich gar ned so leicht. Wenn ich mich selber nicht verstehe, kann ich ja schlecht von anderen erwarten, dass sie mich verstehen. Verstehst? Da brauch ich mich auch gar nicht wundern, dass die andern mich nicht verstehen bzw. missverstehen. Denn es kann im wahrsten Sinne des Wortes sein, dass ich das Missverständnis auf zwei Beinen und mit zwei Krücken bin.

Und dann kann ich mir selber mein heilsames Umfeld schaffen und es für mich auch einfordern. Das kann ich nur, wenn ich verstehe und weiss, was ich brauche. Dazu muss ich mir selber die notwendige Wertschätzung erstmal entgegenbringen. Und das ist ein langer Weg, wenn Ihr im Kampf-, Flucht-, Erstarrungsmodus festhängt. Denn dann seid Ihr blind dafür. Euer Blick ist dabei auf die Gefahr und das negative geheftet. Jetzt müßt Ihr ihn auf das Positive an Euch, auf Eure Fähigkeiten und Stärken richten. Wenn Euch seit Kindheit eingehämmert wurde, dass Ihr nix könnt, dann seht Ihr nicht, was Ihr alles könnt! Und dass es gar nicht stimmt! Das ist ein kompletter Perspektivwechsel. Und in einer Situation, die Ihr als existenzbedrohend einstuft (also als Gefahr) gar nicht einfach! Es ist unheimlich schwer! Aber Ihr seid es wert!

Denn Ihr seid wertvoll! Und damit mein ich nicht Euren Geldbeutel und Eure Soll und Habenliste.

Ich meine Eure Stärken, aber auch Eure Schwächen sind liebenswert. Denn genau die machen Euch zu dem wunderbaren, einzigartigen Menschen, der Ihr seid! Wenn Ihr über Euch selber lachen könnt, dann seid Ihr auf dem richtigen Weg.

So.. genug gepredigt. Das war jetzt mein Wort zum Sonntag und zur letzten Woche :) Jeder Tag kann ein Abenteuer sein.
Ihr könnt das Leben mit allen Sinnen geniessen und erfahren und jeden Tag was dazulernen. Und jeden Tag auf Eure Weise gut für Euch und damit auch für Eure Gesundheit sorgen. Das machen auch meine zwei und nehmen das Gesundheitssystem und den Gesundheitswahn etwas auf die Schippe.
Ich hoff, Ihr könnt drüber schmunzeln. Viel Spass!

Montag: Heut is der Nebel ziemlich dicht. Milchsuppen...
In Helgas Schuhladen in Höchstadt hab ich mir am Samstag neue Schuhe kauft. Bei mei alten fällt die Sohle ab.
Mei Bushaltestellenbekannte:"Hast Dir neue Schuh kaffd?"
Ich:"Ja. Am Samstag."
Sie:"Die sin fei schee. Wo hastn die her?"
Ich:"Von der Helga."

Und dann zeig ich ihr noch mein Höchstadt-Storchen-Tshirt, dass ich auch von dort herhab... Weil der Storch pink is, hadsis erst für an Flamingo ghalten...
Ich:"Was hat denn a Flamingo mit Höchstadt zu do?"
Sie lacht:"Das hab ich mich auch gefragt."

Gegenüber vo der Haltestell am Bahnhof (den gibt's scho lang nimmer und a ka Gleise), steht a Haufen Koffer und Taschen und a Frau mit am Nackenhörnchen um den Hals. So schaut also a Gehörnte aus...

In Erlangen gibt's kurz vorm langen Johann (oder beim Nausfahrn dahinter) a Ampel mit extra Fahrradlichter. A extra Fahrradampelsignal an der Ampel. Da leuchtet entweder ein grünes oder ein rotes Fahrrad auf. Da dürfen dann immer bloss rote und grüne Fahrräder abwechselnd fahrn. Und was machen die andern? Umspritzen lassen?

In Dechsendorf auf dem Parkplatz am letzten Spielzeugeschäft vor der Autobahn (des steht dort auf dem Schildla), liegn zwaa Schwimmflügeli. Hoffentlich had's do gestern kann fortgeschwemmt.

Irgendwie is des Wetter heut widder sehr ANS-unfreundlich. Ich bin fertig und gereizt. Und des geht ned bloss mir asu. A junger Busfahrer woar heut total fertig, weil er sein ersten Bus-Unfall ghabt hat. Der arme Kerl. Sein Bus hads ganz schee zerlechd. Besser den Bus wie ihn. Hoffentlich baggders widder.

Etz fehlt der Bus bzw. die Linie, die er fahrn müsserd den restlichen Dooch. Es hätt schlimmer komma könner...

Hmm... der Open Source Gedanke ist dem Ehrenamt ja auch ned unähnlich. Ist Open Source dann auch eine ehrenamtliche Tätigkeit?

Nochmal nachgedacht... gestern beim Laufen am Weiher im Regen...
Wenn Menschen die Menschen ablehnen bzw. Schwierigkeiten mit Menschen haben, deren Eigenschaften sie an sich selber noch nicht akzeptiert und lieben gelernt haben, dann muss ich so ziemlich all das sein, was die wenigsten Menschen an sich gern haben können.

Andererseits finde ich immer mehr Menschen, die mich so akzeptieren wie ich bin. Das müssen dann die sein, die auch die Eigenschaften, die ich verkörpere ebenfalls an sich selber zu lieben gelernt haben. Die sind in der Minderheit. D.h. es gibt mehr Menschen, die vieles an sich ablehnen und deshalb unglücklich sind. Das scheint die Mehrheit zu sein. Das ist ja traurig.

Auch sind die, die mich so annehmen können wie ich bin, im Durchschnitt älter als ich. Das bestätigt wiederum die These, dass wir uns im selben Modus (durch das Alter steigt ja der Cortisolspiegel und sie nähern sich meinem Modus an) befinden.

Bei jungen Menschen ist das in der Mehrheit nicht der Fall. Erst bei Menschen, die selbst einen Unfall oder eine chronische Erkrankung oder andere Schicksalsschläge erlebt haben oder ein bestimmtes Alter erreicht haben, finde ich Anschluss. Bei den anderen eher Keinen Anschluss unter dieser Nummer...

Spannend. Und vollkommen logisch. Dann besteht für die Mehrheit aber noch die Hoffnung und Chance, dass sie auch noch in meinen Modus kommen. Es kann halt noch dauern. Und dann würden wir einander auch besser verstehen. Oder ich schaff es mal aus diesem Modus rauszukommen... Ich arbeit ja grad an einem ganzheitlich heilsamen Umfeld ... Die Verantworung dafür derf mer selber übernehmen... Logisch. Denn es weiss ja ausser einem selber keiner, was man so braucht...

Gestern seh ich auf den Stromleitungen in Etzelskirchen eine ganze Vogelschaar sitzen. Die machen ein Päusla. Die laden bestimmt ihren Akku auf..

Dienstag: Die Katz kummd mir heid früh wieder freudig entgegengelaufen. Wir stimulieren gegenseitig unsern Vagusnerv.

A mittelalterlicher Mann joggt an mir vorbei. Der macht a ganz schöns Gsicht. Schaut ned so aus, als däd des Spass machen. Des derzähl ich a meiner Bushaltestellenbekanntschaft.
Sie:"Des däd mir a kann Spass machen um halba sechsa durch die Gegend zu renna."
Ich:"Dann sucherd ich mir entweder a andera Uhrzeit oder a andera Sportart aus. Des kann doch ned gsund sei, wenn's scho so verkrampft ausschaut."
Sie lacht.

Heut war für mich ein sehr wertschätzungsreicher Tag.
Des ging scho mit unserm Busfahrer los, der uns zwaa (mehr woar mer heut ned) mit dem Satz:"Gut Morgn mitnand." begrüßt.

Die Aischwiese ist vernebelt und ich bin heut a nu gscheit müd.

Das Schild an der Behindertenwerkstatt in Gremsdorf läd zum baldigen Sommerfest ein. Mei Haltestellenbekannte kennt dort eine Frau, die sie goldig findet.
Siggsdes goldige Menschen sin die wertvollsten Schätze. Unbezahlbar.

Die Sonne geht auf. Der Himmel ist ganz rot. Die Morgenerrötung.

Auf dem Weg zum Bahnsteig find ich a niegelnagelneue Packung Vorhanghäggerli. 3,25 Euro. Da sach nu aaner as Geld lichd ned auf der Strass. Was die Leut heutzudooch alles verliern..

In Fürth steigt ein Mann im Zug aus, auf dessen Poloshirt die Abkürzung PMS steht. Ich bin verwirrt... Is des ned was, was zum andern Geschlecht ghört?

Dann habi heut noch Lob beim Standup gegrichd, weil ich so fleissig testen tu. Do habi mi gscheid gfreid.

Und dann hat mich noch ein anderer Kollege einfach so verstanden. Ich:"Du verstehst mich wenigstens!"
Des woar fei schee.

Und dann habi nu was glernt... Unser Rentner J. hat an uns seine Aufgaben übergeben. Dann kam jemand zu uns und wollte uns eine Aufgabe reindrücken mit den Worten: "Das hat immer der J. gemacht."
Die Antwort meines Kollegen:"Ich bin aber ned der J."
Stimmt. Und so hat er sich selber sei Wertschätzung für sich selber gegeben. Das hat mir imponiert. Das muss ich mir merken.

Und der Comic is mir gestern eigfalln... Das Jubeljäum... 5 Jahre CRPS. Es gibt ja Ärzte, die behaupten des CRPS is nach 3 Jahren ausgeheilt. Ich glaub das ist ein Missverständnis, wie so vieles... Nach 3 Jahren hammer verstanden, dass die Ärzte uns a ned helfen könna... Oder mir hamm vo Krankenhäuser und Ärzten die Schnauze einfach gstrichen voll ... Und dann kumma mir hald nimmer. Und dann maana sie mir sin widder gsund wordn. Dabei hammer uns bloss damit arrangiert.

Dabei is des ja logisch. Des CRPS nährt sich ja vom Stress. Immer wenn ich zum Arzt darf, is des für mich Stress. Ursache und Wirkung.

Mei Mama hat a neus Top o.
Mei Schwester:"Des schaut ned amol so bleed aus, wosd ohasd."

Gestern abend dreh ich meine Runde. Vor dem Haus der Neubausiedlung steht ein Auto mit den Buchstaben KO auf dem Nummernschild und daneben eins mit OK. Des find ich lustig. Ihr hoffentlich a.

Mittwoch: Wertschätzung die 2.te ... :)

Hab folgenden lieben Kommentar von einer Strickerin und ein Bild von ihrer Mütze bekommen:
I would like to thank you for the help! The clarification makes so much sense and I just breeze through the rest! The result is absolutely stunning (with a little touch on my own :) ) Wolfy Beanie!
Thank you so much once more for the gorgeous pattern and the help! Wishing you all the best!


Und auf den Comic von gestern gab es auch schon ein paar liebe Reaktionen :)

danke Dir. Einfach wundervoll, was Du kannst. Deine Mitmenschen (z.B. mich) zum Lachen zu bringen.

Hach is des schee! Ich frei mi!

Habt Ihr gewusst, dass das Nervensystem Impulse an das Immunsystem schickt? Und dass das Immunsystem wie das Gehirn lernen kann? Das hat Robert Ader entdeckt.

Und auf das Nervensystem wirkt auch die Wertschätzung, das sich verstanden fühlen bzw. das Gegenteil desselben. So hat man festgestellt, dass wenn z.B. Anästhesisten vor der OP locker flockige Sprüche machen:"Wir schläfern Sie jetzt mal ein. Gleich haben Sie es hinter sich..."
ängstliche Patienten dies wortwörtlich nahmen und gar nicht mehr aufgewacht sind. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Die Macht der Worte sollte man nicht unterschätzen. Man hat auch nachgewiesen, dass Patienten, die sich vom Arzt verstanden und ernst genommen fühlten, schneller gesund wurden und einen besseren Heilungsverlauf hatten. Denn hat man Angst, ist man aufgeregter und dann weiten sich die Blutgefäße und der Chirurg hat dann bei der OP mit stärkeren Blutungen zu rechnen. Des is fei a ned grod as gsündeste und a ganz scheena Sauerei.

Umso schmerzhafter ist die Entwicklung hin zur ökonomischen Schnellabwicklung im Krankenhaus. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Gestern war mein Nervensystem auf Anschlag... Des war zu heiss... und auch sonst zu reizintensiv. Geht aber ned nur mir so.

So erzählt mir mei Bushaltestellenbekannte, dass es ihr genauso ging. Ihr Freund hat sie gestern wahnsinnig gmacht.
Sie:"Der hat immer an Satz angfangen und dann den Faden verloren..."
So geht's mir ja auch immer, wenn ich überreizt bin. Dann verirr ich mich in den Gedanken meines Gehirns...
Sie:"Etz sag hald endlich wosd sogn willsd!"
Dann erklär ich ihr, dass er das ned mit Absicht macht, sondern dass nicht nur ihr Nervensystem überreizt war, sondern auch seins. Denn bei Stress (ob etz durch Reize wie Hitze, Abgase, Hektik...) schaltet des Hirn ab, weil das Blut und die Energie in die Muskeln für die anstehende Fluchtreaktion geht. Und dann funktioniert's mit dem Denken nimmer so gut. Deshalb heisst es auch: Stress macht dumm. Genau wie bei Schmerzen auch. Es ist derselbe Mechanismus.

Die Muskeln spannen sich an. Wir sind gereizt und nicht in Plauderlaune, denn wir sind ja im Säbelzahntigermodus. Und mit den entsprechenden Effekten geht mer sich gegenseitig auf die Nerven. Des könna mei Schwester, mei Mama und ich a ganz gut. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Etz issi verblüfft und lacht.
Ich frag sie, ob ich ihr das Buch über Emotionale Intelligenz mal leihen soll. Da steht das drin. Ja.

Ui! Das heisst ja, dass Wertschätzung der Dünger unseres zarten Pflänzchens des Selbst- und Urvertrauens ist. Bekommen wir davon nicht genug, dann verkümmert's. Wir verbleiben im chronischen Stressmodus. Des is fei a ned grod as gsündeste. Und die Folge davon is dysfunktionale Kommunikation. Spannend! Ach so funktioniert das!

Gestern hab ich einer Bekannten ein Buch vorbeigebracht. Sie kämpft grad mit einer Entzündungsreaktion. Und meine Heimbusbegleitung hat derzeit einen starken Bronchitis-Schub und ist krank geschrieben. Des is zur Zeit ka Wetter für's ZNS und ANS.

Allen, deren Nervensystem derzeit Amok läuft, wünsch ich gute Besserung!

Und dann hab ich noch einen wunderbaren empfindsamen und authentischen Menschen auf dem Flur getroffen. :)

Noch ein Negativ-Beispiel von der Arbeit zum Thema Wertschätzung. Mein Kollege hat Arthrose und damit auch chronische Schmerzen. Gestern war er auf eine Bemerkung eines anderen Kollegen stinksauer. Der meinte:"Chronische Schmerzen. Des is doch wie beim Hexenschuss. Da kriegt man eine Spritze und dann isses gut."
Der Kollege mit Arthrose kotzte sich dann bei mir aus, weil er sich nicht wertgeschätzt fühlte.

Im Buch steht bei sowas soll man dann zum Absender sagen:"Du hast A gesagt. Da hab ich mich B gefühlt. Ich wünschte mir C."
Also im obigen Beispiel:"Du hast gesagt, dass chronische Schmerzen mit einer Spritze gut sind. Ich habe täglich chronische Schmerzen und ich leide sehr darunter. Deshalb macht mich Deine Aussage wütend. Ich wünschte mir, Du würdest Dich besser über das Thema informieren. Ich kann Dir gerne erklären, was chronische Schmerzen bedeuten.

Und dann hab ich noch gelernt, dass die Kotztüte zu sein bedeutet eine Vertrauensperson zu sein. So hab ich das noch gar nicht gesehen. Es ist was besonderes, wenn Menschen sich einem mit ihren Problemen anvertrauen. Sie halten einen für vertrauenswürdig. Und Vertrauen ist ein wertvolles Gut. Unbezahlbar. Das sieht man z.B. daran, dass wenn es einmal zerstört ist (wie z.B. durch die Abgasskandale), es sehr schwer ist, es wiederherzustellen.

Mir ist das nie aufgefallen. Denn Kotztüte war ich schon immer. Egal wo ich hingeh, wildfremde Menschen vertrauen mir Dinge an, die sie sonst mit niemandem teilen. Es war mir immer sehr unangenehm und lästig. Ich wusste auch immer nichts darauf zu erwidern. Das war aber gar nicht notwendig. Es ging darum, dass ihnen jemand zuhört. Und eben mal NIX sagt. Denn genau das ist heilsame Kommunikation. Aktives Zuhören. Es geht darum, dass der andere sich verstanden und somit wertgeschätzt fühlt. Nun hab ich eine andere Sicht darauf. Interessant... was so ein kleiner Perspektivwechsel nicht alles ausmacht. Das Leben ist ganz schön lehrreich. Jeder Tag ein Abenteuer, ein Experiment und ein Meilenstein der Erkenntnis :)

Donnerstag: Sodala.. im Buch weitergelesen. Da steht, dass der übererregte Mandelkern (gebrannte Mandeln simmer lieber ...) Ursache des physiologischen Stressmodus ist.

So hat man in Studien festgestellt, dass schüchterne Kinder dort eine Übererregung aufwiesen. Sie ist also bei ihnen angeboren. Man vermutet, sie haben eine andere neuronale Verdrahtung. Ihre Nervenbahnen leiten zu schnell! Vermutlich haben sie statt DSL-Leitungen als Nervenverbindungen, VDSL. So kann Schnelligkeit also auch ein Nachteil sein. Sie waren ängstlicher und reagierten mit Furcht auf Veränderungen und reagierten auch sonst sensibler auf Gerüche, Geräusche und andere Reize als Gleichaltrige. Die Kinder hatten Probleme mit Gleichaltrigen Kontakt aufzunehmen und nahmen weniger am Geschehen teil. Sie beobachteten lieber. Und zogen sich schnell (bei Reizüberflutung) zurück. Sprich haben emotionale und soziale Schwierigkeiten. Dann wird das bei Autismus und AD(H)S derselbe Mechanismus sein. Ursache und Wirkung sind ja identisch.

Man beobachtete die Kinder dann über die Jahre und stellte fest, dass die, deren Mütter überfürsorglich waren und die ängstlichen Kinder überbehüteten, ängstlich blieben.

Diejenigen aber, deren Eltern die Kinder aufforderten sich Herausforderungen und ihren Ängsten zu stellen, wurden mutiger.

Warum ist das so? Durch die Überwindung (es trotzdem zu machen) kommt es zu einer Umprogrammierung in den neuronalen Verschaltungen im Hirn. Sprich: es erfolgt eine Art Desensibilisierung (die wird ja z.B. auch bei Allergien angewandt, das ist derselbe Mechanismus) durch die Konfrontation. Konfrontationstherapie hilft also.

AD(H)Sler und auch einige Autisten wenden diese Strategie bereits intuitiv an. Sie gehen Gefahren ein. Sie tun Dinge trotz der Ängste und der Reizüberflutung. Das nennt man Sensation Seeking. Damit ergibt diese Strategie jetzt auch einen Sinn. Denn dadurch wird dann auf lange Sicht auch das Nervensystem beruhigt. Bisher war mir das nicht klar. Schon erstaunlich, dass eine Häufung der kurzfristigen Übererregung zu einer langfristigen Beruhigung des Nervensystems führt.

Eine ähnliche Strategie wandte ich ja anfangs beim CRPS auch gegen die Schmerzen an. Ich verschaffte mir durch einen Gegenschmerz mit Brennesseln einen Gegenreiz. Das war ebenfalls Konfrontationstherapie. Ihr kennt das sicher auch von Dr. House, der sich mit dem Hammer auf die Hand schlug, um den Beinschmerz zu übertönen. Der ist nämlich zu laut. Und so kann man ihn dämpfen bzw. davon ablenken. Denn nur der stärkste Schmerz setzt sich durch. Wir sind nämlich mit Nichten und Tanten multitaskingfähig. Und hier ist das ein Vorteil. Seht Ihr? Cool.

Ihr merkt es auch, wenn Ihr irgendwo verletzt seid, Schmerzen habt und Euch dann irgendwo stosst. Durch den Stoss-Schmerz gerät der erste Schmerz in den Hintergrund. Und jetzt wisst Ihr auch warum das so ist und könnt dies auch als Strategie (TENSen, Brennesseltherapie) nutzen. Es ergibt also einen Sinn. Damals wurde ich mit meinen Brennesseln als Schmerztherapie belächelt. Jetzt lächle ich. :)

Langfristig beruhigte dieses immer wieder kurzfristig mit hohen Reizen konfrotiert zu werden mein Nervensystem. Ich habe zwar immer noch dieselben starken Schmerzen (sprich wenn ich mich auf die Schmerzen konzentriere, dann sind sie noch genauso laut, es hat sich nichts an der Schmerzstärke geändert), kann mich aber inzwischen leichter auf andere Dinge konzentrieren. Das war anfangs aufgrund der neuronalen Fehlverschaltung (dem Bug, der sich in meine Software eingeschlichen hatte) nicht möglich. Durch die Strategie der Konfrontation (TENsen basiert auf demselben Wirkmechanismus) gelang es mir meine Software umzuprogrammieren , also die neuronalen Verschaltungen zu verändern. Und die gute Nachricht: Dazu müsst Ihr kein Fachinformatiker sein. Gut. Aber die Hartnäckigkeit und Disziplin aus der Arbeit und der Umgang mit Problemen und eine kreative Lösung derselben, hilft ungemein. Da das jedoch eine menschliche Kernkompetenz ist, die jedem Kind von Haus aus durch seine Neugier und seinen angeborenen Wissensdrang und seine Experimentierfreude eigen ist, nutzen wir hier unser eigenes Potential. Das ist doch famos!

Bugtracking hab ich mit Hilfe meiner Website betrieben. Statt mit Bugzilla, JIRA oder Omnitracker. Es wäre natürlich schön gewesen das Problem debuggen zu können. In gewisser Weise versuchen dies Psychologen und Schmerztherapeuten. Doch die können einen auch nur verstehen, wenn man sich selber versteht. Und das war ein weiter Weg... Ihr habt mich ja darauf begleitet. Und wenn Ihr selber in einer chronischen Erkrankung steckt oder Euch gerade von einem Unfall, einem Unglücksfall oder sonstigem Verlust erholt, dann wisst Ihr wie schwer das ist. Es erfordert Disziplin.

Und: Ihr müßt Euch selber am Schopf packen... Ein witziges Bild... Ärzte und Therapeuten und Selbsthilfegruppen können Euch lediglich den Weg zeigen und Euch darauf begleiten. Gehen müßt Ihr ihn selber. Erst als ich erkannt hatte, dass ich die Verantwortung für mich selber übernehmen muss und die Dinge aktiv angegangen bin, indem ich mich über die Umstände, die Krankheit schlau gemacht habe, konnte ich die Kontrolle übernehmen. Und die ist wichtig! Denn nur so kommt Ihr aus der Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit heraus. Über Hilfe zur Selbsthilfe! Denn durch den Wechsel von der Passivität zur Aktivität reduziert Ihr physischen und physiologischen Stress. Logisch. Und damit beruhigt Ihr Euer Nervensystem! Und dieses erzeugt ja die Schmerzen! Die Schmerzen sind ja nur ein Symptom des übererregten Nervensystems! Cool! Gell?

Und dabei war rückblickend gesehen auch der ein oder andere Tritt in den Hintern (metaphorisch gesehen) notwendig. Ich weiss ihn jetzt zu schätzen. Das waren die Menschen, über die ich mich am meisten geärgert habe, sprich sie haben den Stress und den Schmerz erstmal verstärkt (welch Ironie des Schicksals, Gott hat einen schrägen Sinn für Humor), was auch der dysfunktionalen Kommunikation aufgrund meines physiologischen Feindlichkeitsmodus und der damit verbundenen irritierten Gegenreaktion meines Gegenübers geschuldet war. Erst heute verstehe ich, das Ihr Handeln gut für mich war. Dass ich damals wieder arbeiten gehen sollte mit diesen Schmerzen! konnt ich damals gar nicht verstehen.

Jetzt versteh ich, dass die Konzentration auf die Arbeit ein Weg zur Heilung ist. Denn Konzentration blendet Reize aus. Und eben halt auch den Schmerzreiz. Sprich: das führte ebenfalls zur Desensibilisierung meines Nervensystems. Aber nur die Überwindung und das anfängliche Ertragen und die Disziplin (oder bei mir auch die Alternativ- und Wahllosigkeit... ) führt dann zum Erfolg. Jetzt versteh ich warum! Und ich möchte diesen Menschen, die ich damals einfach nicht verstehen konnte (sie mich wohl im Gegenzug auch nicht, dann gleicht sich das witzigerweise aus), and dieser Stelle danken!

Ich möchte aber auch nicht unerwähnt lassen, dass ich den Weg sicher schneller gefunden hätte, wenn man mir mit mehr Empathie, Verständnis und Einfühlungsvermögen begegnet wäre. So habe ich durch meine Hilflosigkeit, Frustration und Wut bei den Therapeuten ebenfalls dieselben Emotionen ausgelöst. Des is fei a ned grod as gsündeste. Und obwohl wir alle Deutsch gesprochen haben, haben wir uns sprachlich nicht verstanden. Es hat auch schon am fehlenden Zuhören gehakt. Ich habe mich schlicht nicht verstanden gefühlt. Ich vermute, das Gefühl war gegenseitig. Dysfunktionale Kommunikation halt.

Und wenn Ihr jetzt sagt: warum hast Du Dich denn nicht klarer ausgedrückt? Dann stell ich Euch mal die Gegenfrage: geht es Euch denn wirklich, wenn Ihr zum Arzt geht, anders? Untersuchungen haben gezeigt, dass sogar bei Patienten, die sich 3 Fragen aufschreiben, nur 1,5 davon beantwortet werden. Es fehlt die Zeit. Und da man dort halt aufgeregt ist, kriegt man es physiologisch logischerweise auch nicht hin. Das geht nicht nur mir so!

Und seid Ihr chronisch krank dann ist das noch eine Spur heftiger. Das ist dann die Profiliga der neuronalen Stresserregung. Und da funktioniert das Hirn und Denken halt nicht besonders gut. Es würde dagegen hervorragend funktionieren aus der Praxis in Rekordzeit zu flüchten.. Auch mit Krücken. So würden die Stresshormone wenigstens mal kurzfristig abgebaut. Wie Ihr dann beim Arzt wirkt , wenn Ihr vor ihm die Flucht ergreift, könnt Ihr Euch sicher vorstellen. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Und noch was hab ich gestern gelernt: Gedankenkreisen kann heilsam sein!
Das hat mir eine Psychologin auf Schmerztherapie leider negativ anekreidet.

Wie kann das sein? Man muss dauch aus den negativen Gedanken rauskommen? Jein. Ich denke man muss hier zwischen negativen und feindlichen Gedanken allem und jedem Gegenüber (der Feindlichkeitsmodus) und einer gewissen Situation gegenüber, die man als traumatisch erlebt hat (meine Reha des Grauens) unterscheiden.

Man stellte fest, dass Kinder, die auf einer Schule waren, auf der ein Amokschütze ihre Kameraden getötet und viele verwundet hatte, anfingen die Situation immer und immer wieder nachzuspielen. Sie spielten Amoklauf auf dem Schulhof. Natürlich mit Plastikwaffen. Das Purdy-Spiel. Am Ende nahm das Spiel sogar eine positive Wendung: sie erschossen den Amokschützen im Spiel.

Wie kann sowas heilsam sein? Das ist doch furchtbar, wenn sich Kinder so verhalten!

Sie verarbeiteten auf diese Weise das Geschehen. Indem man die Erinnerung nicht verdrängt und immer wieder aus dem Gehirn holt, bearbeitet und verändert man sie. Es hilft auch zu verstehen, was passiert ist.

Bedenkt man dass die Kinder dieser Situation damals hilflos ausgeliefert waren (Stress!), konnten sie im Spiel aktiv die Handlung bestimmen. Und so die Kontrolle übernehmen. Durch das im Spiel Erschiessen des Amokläufers konnten sie also den Stress dadurch senken, dass sie von handlungsunfähig in handlungsfähig wechselten. Erstaunlich. Funktioniert aber.

Hatten die Kinder (PTSB) vorher noch Albträume. Verschwanden diese. Ihre neuronalen Verschaltungen im Gehirn hatten sich durch diese Art der Konfrontationstherapie wieder desensiblisiert.

Und deshalb war es bei mir gut, dass ich mich mit der Reha des Grauens immer wieder auseinandergesetzt habe. Jetzt versteh ich es. Es macht mich nicht mehr frustriert und wütend. Ich kann mich auch in die Gegenseite hineinversetzen und verstehen. Denn erst als ich mich verstand, konnt ich die Reaktion der anderen verstehen. Ursache und Wirkung. Es hatte niemand Böses im Sinn. Es war dysfunktionale Kommunikation aufgrund meines physiologischen Zustands. Es war ein Kommunikationsproblem. Ein Missverständnis. Sowas kommt vor.

Muss es aber NICHT! Wenn es möglich ist, dass wir auch Menschen mit Empathie und Verständnis begegnen, die schwierig sind, und uns bewusst machen, dass es meist unbewusst geschieht, weil sie in diesem physiologischen Stresszustand festsitzen, dann können wir diese Problematik mit entsprechender offener einfühlsamer Kommunikation entschärfen und Missverständnisse aufklären und am besten ganz verhindern. Das wär schön.

Bedenkt man, dass in der Ausnahmesituation beim Arzt und im Krankenhaus dieser physiologische Kampf-, Flucht- und Erstarrungsmodus eher die Regel als die Ausnahme ist, dann bekommt dies dort eine hohe Brisanz. Die Macht der Worte und Wertschätzung, des Verstandenfühlens ist nicht zu unterschätzen. Es kann heilen, gesund erhalten, krank machen oder sogar töten.

Meine Oma hat es witzigerweise mal sehr treffend in einem Satz formuliert:
"Mit der Zunge kann man einen Menschen zerfleischen."

So kann man mit flappsigen Worten in einer kritischen Situation genau das Gegenteil von dem anrichten, was man bezwecken möchte. Denn im schlimmsten Fall können Eure Worte Stress, Missverständnisse, Hilflosigkeit, Frustration, Wut, Angst, Hoffnungslosigkeit auslösen. Mit den entsprechenden gesundheitlichen Folgen!

Im Besten Fall: ein Gefühl des Verstandenseins, der Sicherheit, der Entspannung, der Hoffnung. Bitte bedenkt das! Ihr habt es auf der Zunge!

Freitag: Ich habe eine verwirrende Mail bekommen...
Hallo Sandra,
Ich habe gerade keine Muße zum Schreiben. Ich räume intensiv in der Wohnung rum (und einige andere Aufgaben) und es ist mir zu heiß, um mich an den Computer zu setzen.
Viele Grüße


Da schreibt mir also jemand, dass es ihm zu heiss ist, sich vor den PC zu setzen und mir zu schreiben und tut es dann doch ...?!?!
Das muss die Hitze sein. Wahrscheinlich ein übererregtes Nervensystem.

Frau Merkel ging es ja neulich genauso, als sie überall zitterte. Ihr Nervensystem signalisierte ihr , dass sie zu wenig getrunken hatte. Sie hat ihr Durstgefühl nicht wahrgenommen. So hat auch die Politik ihre Wahrnehmungsstörungen...

Geht mir auch oft so. Manchmal fällt mir dann auch im letzten Moment ein, dass ich schon lange auf's Klo muss. Und dann derwischd amol aans. Dann isses bestimmt besetzt. Bin aber ned der einzige, dem's ab und zu pressiert.

Kein Wunder, wenn der Körper dann, wenn wir auf die leisen Signale nicht reagieren, erst mit der Leuchtfackel kommen muss. Wir hören ja ned auf ihn! Erst dann, wenn nix mehr geht.

Seltsamerweise ist man in unserer Gesellschaft auch noch darauf stolz. Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Ich kenn keinen Indianer. Habt Ihr schon mal einen getroffen und gefragt?

Menschen, die keinen Schmerz empfinden können , sind sehr schlecht dran und werden oft nicht alt. Und wenn, dann fehlen ihnen Gliedmassen. Denn sie erkennen nicht, wenn sie sich verbrennen, stossen oder anderweitig verletzen. Des is fei a ned grod as gsündeste.

In Mannheim ist im Oktober ein Schmerzkongress mit dem spannenden Thema Emotion und Schmerz. Das ist genau meine Spur. Mein Fahrwasser. Hach! Würd ich da gern hingehen! Ob da Patienten auch hin dürfen oder nur Ärzte und Therapeuten?

Wär aber schon lustig, wenn der Kollege auf Arbeit erzählt: "Ich war im Urlaub auf Malle. Und wo warst Du?"
Und Ihr sagt:"Ich war in Mannheim. Bei einem Schmerzkongress."
So definiert halt jeder Abenteuer und Spannung etwas anders... Ob man so einen Schmerzkongress auch als Erlebnisgeschenk bei Jochen Schweizer buchen kann?

Das mit dem Wiederkäuen eines Erlebten, ist bei Zeugenaussagen übrigens problematisch. Denn mit jedem Erzählen verändert sie sich. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang. Da könnt Ihr noch so ein gutes Gedächtnis haben. Deshalb versuchen Ermittler die Zeugen immer direkt nach der Tat zu befragen. Da sind die Ereignisse noch am frischesten und am unverfälschesten. Das macht es Richtern und der Strafverfolgung aber auch nicht einfach.

Und dann kommt noch dazu, dass jeder die Dinge anders wahrnimmt. Sprich: werden mehrere Zeugen befragt, hat jeder was anderes gesehen. Jetzt wisst Ihr aber warum. Weil ja jeder die Dinge anders wahrnimmt. Denn jeder verfügt über seine eigenen höchst individuellen neuronalen Verschaltungen im Hirn. Und Ihr habt ja auch gesehen, dass es auch vom physiologischen Stresslevel abhängt, was Ihr mitbekommt. Jemand, der hypervigilant ist, nimmt die kleinsten Details wahr und ihm entgeht das grosse Ganze. Sprich: er sieht im wahrsten Sinne des Wortes, jeden einzelnen Baum. Dafür entgeht ihm der Wald.

Bei entspannten Menschen ist es umgekehrt. Gut.. aber wer ist in einer Konfliktsituation schon entspannt...? Alles eine Frage des physiologischen Status und des damit verbundenen körperlichen und neuronalen Erregungsniveaus. Und das bestimmt wiederum unsere Wahrnehmung. Ob wir alles als mögliche Gefahr einstufen oder entspannt und neugierig durch's Leben gehen. Und diesen Status verrät unser Körper über die Muskelspannung und über die Meldodie unserer Stimme, auch Prosodie genannt. Die Melodei der Prosodei. Ihr erkennt es auch an fehlender Mimik und Gestik. Dann ist man sichtlich nicht entspannt.

Menschen die viel mit ihren Händen herumfuchteln , wecken in mir immer den Fluchtinstinkt. Den könnt Ihr auch beim Reh im Wald beobachten. Sobald Ihr Euch bewegt, isses weg. Mir geht es da ähnlich. D.h. das Reh und ich wir sind uns gar nicht so unähnlich. Zumindest vom physiologischen Erregungslevel her. So motorisch grazil beweg ich mich lange nicht. Und werde es vermutlich auch nie tun. Ich bin aufgrund der mit dem CRPS einhergehenden Körperwahrnehmung eher derjenige, der mit Türrahmen und Türgriffen tanzt. Ich gehe also eher einer Art Kontaktsport nach. Bei einer Allodynie is des fei a ned grod as gsündeste. JAUA!

Da fällt mir der Spruch auf einer Postkarte ein: Wir sind hier auf der Arbeit und nicht auf der Flucht.
Wenn ich mir die angespannten Nackenpartien meiner Kollegen anschaue, die gereiztere Stimmung und die fehlende Wertschätzung bedenke, an die Raucherecke und an das Fingertrommeln im Büro, die Zunahme von Sarkasmus und Galgenhumor denke, glaub ich, dass der Spruch mittlerweile umgeschrieben werden muss: "Wir sind hier auf Arbeit auf der Flucht."

Das ist sehr schade. Denn wir könnten soviel Spass miteinander haben. Stattdessen steckt jeder in seiner eigenen persönlichen Hölle, die er nauch aussen spiegelt. Und als wär das noch nicht genug, ist das ganze auch noch ansteckend.

Ob der nächste Teil der Stirb langsam - Reihe: Stirb langsam im Grossraumbüro heisst? Möglich wär's. Ja, ich weiss ich bin sarkastisch. Mit einer Prise Galgenhumor. Ihr seht, Ihr erkennt in welchem physiologischem Status ich mich befinde. Mein neuronaler Erregungszustand ist nicht zu verheimlichen. Ich wüßte ehrlich gesagt auch nicht wozu. Die andern tun's ja auch nicht. Und falls doch, gelingt es Ihnen bei mir nicht, weil mein physiologischer Erregungslevel alles wahrnimmt. Es sei denn ich blende es mit Konzentration aus und bin im Flow.

Apropos Flow... Vorgestern lief am Bus ein Bekannter des Busfahrers vorbei. Der hat ihn nicht gesehen. Dann ruft unser Fahrer ihm hinterher:"Gell, Du hast mi etz goar ned gseng?"
Drauf der Mann:"Ich woar grad so im Flow."

Gestern hab ich auf dem Wechla zum Etzelskirchener Weiher ein älteres Pärla getroffen. Sie ruft ihm zu:"Hobb geh amol wech. Du siggsd doch, dass do die Fraa mit ihr Krucken kumd."
Er macht mir den Weg frei (das tut laut Werbung auch die örtliche VR-Bank ... an Hirn: Stopp mit der Assoziationskette! Zurück zum Thema. ). Sie fragt mich, was passiert ist und ich komm mit "Was neurologisches." zügig davon.
Sie:"Naja, aber damit kann mer a lebm."
Ich wünsch den beiden noch einen schönen Feiertag. Dann hör ich die Frau noch hinter mir ihrem Mann zurufen:"Hobb! Etz gemma hamm."
Er schweigt und schmunzelt. Da bedarfs keiner Worte.

Siggsdes... so sin die aan sprachlos und die andern werstehn sich wortlos.

Apropos letzte Worte. Neulich mit meiner Mama gred.
Ich:"Du mussd immer das letzte Wort hamm..."
Sie:"Des stimmt doch goar ned."

Ich hab mich dann in Schweigen ghüllt. Auch ein schönes Kleidungsstück.

Am Mittwoch gab's bei Yorma (auf dem Weg zur U-Bahn) den Spruch:"Du bist so jung wie Deine Begeisterung."
Und im VAG-Spruch des Tages verkündete Lance Armstrong:"Buhen ist viel lauter als jubeln."

Negative Gedanken und Neuigkeiten bleiben uns mehr in Erinnerung als die guten kleinen Dinge des Lebens. Das nutzen z.B. die Nachrichten. Dort wird hauptsächlich über negatives berichtet. Katastrophen, Krieg, Leid, Unglücke... Und so entgehen uns die schönen Dinge des Lebens.

Schade, dass es keine Nachrichten gibt: Das Gute vom Tage. Da ist mir die Zeitung lieber. Die Lokalnachrichten. Da stehen doch immer wieder kleine Lichtblicke drin. Von diamantenen Hochzeiten, Kerwasbaamaufstellen, Festla und a die ein oder andere lustige und schräge Begebenheit.

Da passt der heutige VAG-Spruch des Tages wie auf's Stichwort prima dazu (Muss Füchung sei):
"Die wahre Lebenskunst besteht darin im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen."

Sodala weiter im Buch.. Die neuronale Erregung kann man durch soziale Beruhigungsstrategien , emotionale Kompetenzen zähmen. Sprich, dadurch, dass man sich seiner Gefühle und der damit verbundenen Bedürfnisse bewusst ist, und diese auch anspricht ( also z.B. wenn man frustriert ist, dies auch offen sagt) aktiviert man den Vagusnerv. Cool! Das war mir neu. Also auch so funktioniert Vagusnervstimulation.

Nur heutzutage (und auch schon damals, das Buch hat noch einen DM-Preis!) lernen Kinder die sozialen Kompetenzen immer weniger von den Erwachsenen. Kann man sein Nervensystem nicht auf diese natürliche Weise beruhigen, dann greifen Ersatzmechanismen. Und die sind weniger gesund: z.B. belohnt oder tröstet man sich mit Essen. Ich gebe offen zu, das tu ich auch. Denn das setzt Endorphine frei. Gesund ist das als Dauerberuhigungsmittel natürlich weniger, weil man dann nämlich aus dem Leim geht. Und Bullemie is ja auch keine Lösung.

Aber eine Folge derselben ungesunden Gewohnheit. Ein Workaround für eine Workaround sozusagen. So nenn ich das bei uns in der IT. Des hammer auf Arbeit auch öfter. Damit hab ich noch nie besonders gute Erfahrungen gemacht. Aus meiner persönlichen Erfahrung macht man damit das Problem nur schlimmer. Ich hab noch nie erlebt, dass dadurch was besser geworden ist. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Daher gibt es bei uns daheim auch den Spruch: Entweder mach mer's gscheit oder goar ned.

Wut- und Gewaltausbrüche, Rauchen, Drogen , Alkohol dienen auch noch als Beruhigungsmittel unseres Nervensystems. Mein Kollege meinte, das Rauchen förderte bei ihm die Verdauung. Und als er rauchte, konnte er viel mehr essen. Es kurbelte also den Stoffwechsel an. Dann muss es ja den Vagusnerv stimuliert haben. Denn der ist ja für die Verdauung und den Stoffwechsel zuständig. Dann hat er damit aufgehört und auch zugenommen. Jetzt wieder abgenommen, weil er auf eine gesunde Ernährung (Obst und Gemüse) umgestellt hat.

Warum greifen wir immer wieder zu der Strategie, wenn dasselbe Gefühl aufkommt? Also z.B. warum essen wir, wenn wir Trost brauchen oder gefrustet sind? Ich nehme an, dass ist der Pavlovsche Effekt. Eine klassische Konditionierung. Wir haben das Gefühl mit unserer Bewältigungsstrategie verknüpft.

Ihr erinnert Euch doch noch an die Pavlovschen Hunde?
Immer wenn sie Fressen bekamen, klingelte ein Glöckchen. Irgendwann klingelte dann nur das Glöckchen und bei ihnen zeigte sich schon der Speichelfluss.

Spanned! Wenn man das Hinkonditionieren und so im Hirn einprogrammieren kann, dann kann man es aber auch ebenso wieder verlernen. Ist schwerer als es sich anzugewöhnen. Denn es kostet Disziplin. Da musst Deinen inneren Schweinehund (wie passend: der innere Schweinehund wäre demnach dem Pavlovschen Hund gleichzusetzen) überwinden. Wuff!

Meine Kollegin hält mir heut die Tür auf, weil ich wie immer mit meinen Krücken unterwegs bin.
Sie:"Hast ja auch keinen Brückentag genommen (bei uns war gestern Feiertag)."
Ich:"Ich hab heut kann Brückentag. Ich hab heut an Krückentag."
Etz lacht sie und meint: "Den hast Du doch immer!"
Etz lach mer alla zwaa :)

Ich wünsche Euch ein wunderschönes Wochenende!

Fusskrampf
Night wolves beanie
Die Glaa aus ERH - Die Gesundheitsvorsorge Sandra Jaeger 2019
Die Glaa aus ERH - Das Jubilaeum Sandra Jaeger 2019
30.06. bis 05.07. Allmächd!

Sonntag: Die letzten beiden Wochen ist viel passiert. Ich bin nicht zum updaten gekommen. Jetzt aber... !

Ich wünsche Euch ein wunderschönes Wochenende!

Erstens ist mir aufgefallen, dass ich im Bett (also in Ruhe) dank der Fussdystonie links nun eine Art Fusserektion habe. Sprich Fuss steht im Bett. Interessant. Auch das ist eine Folge des übererregten Nervensystems. Faszinierend.

Als zweites hatt ich aufgrund der Hitze , die mein Nervensystem noch mehr erregt hat (ein Zusatzreiz auf mein Reizfeuerwerk, das auf mein Nervensystem einprasselt), diese Woche Sehprobleme. Seit ich CRPS habe, merke ich schon länger, dass ich kleingedrucktes nicht immer lesen kann. z.B. in der Zeitung. Das macht mich grantig. Das konnte ich dann auch an mir beobachten.

Diese Woche war es aber so schlimm, dass ich weder am PC, noch auf Papier mehr etwas lesen konnte. Die Buchstaben tanzten bei dieser Hitze Samba. Vor meinem geistigen Auge (das ist von den Sehproblemen nicht betroffen) taucht ein A mit einem Baströckchen auf und bewegt sich rhythmisch hin und her und die Bastbänder fliegen durch die Luft. Ich kann den dabei erzeugten Luftzug direkt spüren...

Nachdem ich erkannt hatte, dass mir der Blaulichtanteil zu schaffen macht, habe ich mir jetzt eine Sonnenbrille mit Blaulichtfilter besorgt. Ich setze sie auf und es ist, als wäre ich die ganze Zeit im Scheinwerferlicht gestanden und jemand hätte ihn grad ausgeschalten. Mein Nervensystem fährt herunter und entspannt sich. Auch die Muskeln. Es ist als atmet mein ganzer Körper auf. Yeha! Man muss da Problem erst verstehen , analysieren und dann kann man auch eine kreative Lösung finden.

Ja, mein Hirn ist schon eigenartig. Mein Kollege hat neulich gesagt: "Ich würde gerne in Deinen Kopf mal reinschauen."
Ich denke, dass er das metaphorisch gemeint hat (ich hoffe es zumindest!) und er sich nicht als Gehirn oder Neurochirurg versuchen möchte.

Ich denke in meinem Hirn sieht as am ehesten aus wie in meinem Zimmer. Sehr chaotisch. Alle Informationen, die auf mein Hirn ungefilter einprasseln, werden, weil ich keine weiteren Ressourcen zur Verfügung habe, ungefiltert und unsortiert in das Zimmer geworfen. Für den Aussenstehenden ist es also eine immense Unordnung. Mein Zentralprozessor kommt nicht anders hinterher...

Aufgrund der schnellen Vernetzung der Neuronen (die aufgrund der erhöhten Kompensationsleistung und Anpassungsleistung) an mein Hirn gestellt werden, ist es aber im Stande, aus dieser Unordung beim Auftauchen von einem Begriff, die entsprechenden Bücher in den Stapeln zu finden. Keine Ahnung wie das funktioniert, in meinem Zimmer gelingt mir dies nämlich leider nicht. Daran ist ja auch diese Informationsflut schuld.

Mehr als rein und ablegen, schnell irgendwohin damit, da kommt schon die nächste, ist einfach nicht drin. Deshalb klappt es dann wohl auch in meinem Zimmer eher schlecht mit diesem ausgeklügeltem Sytstem. Und deshalb bedingt Kreativität auch Chaos und umgekehrt. Ich nehms jedenfalls an.

Da sieht man mal wie kreativ unser Gehirn ist und was unser Körper alles ausgleichen und wie gut er sich anpassen kann. Das hat natürlich alles seinen Preis.

Mein Kollege würde in meinem Hirn organisch eh nichts ungewöhnliches auf diese Weise finden. Nur die graue und weisse Substanz , die Hirnflüssigkeit, Nerven und Blutgefäße. Das ist Forschern schon beim Gehirn von Einstein nicht gelungen. Das war übrigens auch wider aller Erwartung nicht größer als der Durchschnitt. Eher kleiner. D.h. die Größe spielt keine Rolle.

Apropos Informationsflut... das ist wahrscheinlich dasselbe Problem, das wir im digitalen Zeitalter haben. Denn unser Hirn kann halt nur mit einer begrenzten Kapazität von Informationen umgehen. Ob man das Problem wie in meinem lösen kann? Unser Gehirn macht das ja perfekt. Es geht nach dem Use it or lose it Prinzip vor. Das sollten wir in der Programmeirung nachbauen.

Eine Art künstlicher Neglegt. Was eine Zeit lang nicht benutzt wird, das braucht man auch nicht mehr. So könnte man auch das Problem umgehen, dass Programme mit der Zeit immer unwartbarer werden. Weil imemr noch eine weiter Funktionalität drangeflunscht wird. Aber nie was wegprogrammiert wird. Und so wächst der Wust und am Ende sieht ein Programm, das anfangs strukturiert und logisch aufgebaut war , wie ein verheddertes Wollknäuel aus. Da hilft auch kein agiles Arbeiten. Agil würde funktionieren, wenn man auch agil entrümpeln würde. Aber wenn die Programmierer mit neuen Aufgaben unter Stress stehen, dann wird das Wollknäuel und der Vehedderfaktor nur noch grö&zlig;er! Auch ein Teufelskreis!

Blöderweise neigen wir Menschen aufgrund des physiologischen Stressmodus dann auch noch dazu, aus Unsicherheit nicht die Entscheidung zu treffen: Das kann weg! Wir sind uns unsicher. Und dann bleibt halt alles lieber wie es ist. Die Angst vor Veränderung. Man klammert. Dass die Programme immer komplexer werden (weil man immer mehr Funktionalität reinpackt) verschärft diese Problematik noch. Deswegen kann ich mich vermutlich auch nicht von Dingen trennen. Was meine Mama in den Wahnsinn treibt. Das hängt wahrscheinlich auch noch mit dem Jäger (wir heissen ja auch noch so!) und Sammler und unserem Bedürfnis nach Sicherheit zusamemn. Ein Teufelskreis.

Wie gut jemand Probleme lösen kann, ist unsichtbar bzw. gut versteckt. Denn es sind die neuronalen Verknüpfungen, die Nervenbahnen in unserem Gehirn und deren Verdrahtung und Verbindung. Benutzt man sein Gehirn weniger (verläßt sich auf Smartphone, PC, das Internet, Fachleute) statt eigene Schlussfolgerungen zu ziehen, dann gleicht die Art der Verbindung denen von Feldwegen. Sehr schlecht und schwierig befahrbar. Man meidet sie. Und kommt darauf auch nur schlecht voran.

Denkt man selber, statt denken zu lassen, dann baut man diese Feldwege zu Autobahnen aus. Allerdings ohne dass Ihr hektarweise Wald rodet wie es zum Ausbau der A3 geschehen ist. Seufz! Da predigen wir den Entwicklungsländern, dass sie den Regenwald erhalten und spenden dafür, roden aber unseren eigenen Urwald ab. An dieser Stelle möchte ich das Bewusstsein dafür wecken, dass der Wald auch bei uns dieselbe Funktion erfüllt. Er erzeugt Sauerstoff und das wichtigste: er kühlt! Sprich: er wirkt der Klimaerwärmung entgegen.

Wenn Ihr es nicht glaubt oder selbst erfahren, erfühlen wollt, denn nur so lernt man ja: geht mal an einem warmen Tag in den Wald. Bitte kein Feuer machen und auch nicht rauchen! Brandgefahr! Sobald Ihr im Wald eintaucht (vielleicht daher der Begriff aus Fernost des Waldbadens), werdet Ihr es fühlen. Die angenehme Kühle des Schattens, aber auch der Duft des Waldbodens und die Terpentinoide (Duft) der Pflanzen. Ihr könnt den Wald spüren, riechen, sehen und schmecken. Das satte Grün (die Sprache sagt es ja schon!) tut den Augen gut, auch der Blick in die Weite. Das alles entspannt uns und sorgt so dafür dass unser Nervensystem herunterfährt. Deshalb sehnt sich wohl auch jeder nach Grün ob auf dem Balkon oder in der Grosstadt mit Urban gardening oder Guerilla Gardening oder dem Handtuchrasen vor dem eigenen kleinen Häuschen. Wobei die inzwischen auch SUV-Format angenommen haben. Die Häuser.

Geht mal aneinen Weiher, See.. Macht die Augen zu. Spürt den Wind und die angenehme Kühle, die das Wasser an Euch mit dem Wind heranträgt. Die Luft am Wasser ist voll negativ geladem Sauerstoff, der wiederum positiv auf unsere Zellen und Nerven wirkt. Sprich auf unseren ganzen Organismus! Deshalb lindert ein Aufenthalt am Meer auch Brochnities und Asthma, weil er das Nervensystem beruhigt.

Und was ist mit Zecken? Mit den Viechern, die am Wasser umherschwirren und einen stechen? Erstens sind diese Geschöpfe auch Teil des gut ausbalancierten Gesamtökosystems (d.h. Eure Perspektive: nervige Viecher ist ebenfalls nur einseitig. Und wenn Euch etwas nervt oder an den Nerven zerrt, dann spielt dort auch immer der Zustand Eures eigenen Nervensystems eine Rolle. Euer physiologischer Zustand. Wenn Euch etwas nervt, horcht mal in Euch hinein. Kann die Fliege, Mücke denn etwas dafür? Ist sie wirklich die Ursache für Eure Frustration und Wut? Oder liegt sie nicht ganz woanders?

Und wenn es bei Menschen so ist, dass unsere Nervensysteme einander spiegeln und wir erregte Nervensystem anziehen, wenn wir selber erregt sind, warum sollte das bei Tieren und Insekten anders sein? Sie leiden auch unter der Hitze. Seht Euch an wie verrückt die Vögel und die Insekten spielen! Vielleicht ziehen erregte Nervensysteme auch diese Insekten an solchen Tagen aufgrund des neurologischen Erregungszustands, den sie aussenden an!

Es liegt nämlich an Eurem physiologischen Erregungszustand (sprich ob Ihr gereizt oder entspannt seid), wie Ihr die Welt wahrnehmt. Wenn Euch alles nervt, dann ist die Ursache dieser Nerverei in Eurem eigenen Nervensystem begraben. Und die Umgebung reagiert nur auf den Zustand Eures Nervensystems. Ein Teufelskreis.

Zurück zum Wald.... Also Ihr könnt den Wald und die Natur mit allen Sinnen erfahren! Natürlich nur, wenn Ihr derzeit mal die Finger und Augen vom Smartphone lasst. Bitte lasst es aus!

Ihr erkennt grade den Zustand meines Nervensystems. Mein Hirn produziert die Gedanken in so schneller Folge, dass ich mit den Fingern auf der Tastatur kaum folgen kann.... Und Ihr wahrscheinlich Probleme habt meinem Gedankengang zu folgen. Keine Sorge.. das ist normal. Ich komm ja selbst kaum hinterher. Das ist die Besonderheit eines gut verknüpften neuronalen Hirnnetzwerks.

Wenn Ihr sagt: Wow! Das will ich auch!
Bedenkt die Folgen, die Wirkung. Wie bei allem gibt es auch hier Nebenwirkungen.
Es ist nämlich nicht immer angenehm, wenn man mit dem Denken nicht aufhören kann. Die Gedanken stehen nie still. Das Nervensystem ist übererregt. Ja, ich hab Glasfaserverbindungen im Kopf, aber die sind auch sehr fehleranfällig. Das merkt Ihr spätens, wenn Ihr dringend jemanden anrufen wollt, Euer Handyakku leer ist oder ihr im Funkoch steckt, über Voice-over-IP den Notarzt rufen wollt und dann feststellt: Scheisse, das Internet geht ned! Bei Analogtelefon gab es dieses Problem nicht!

So ist es auch mit dem Gehirn. Deshalb liegen Intelligenz, Kreativität und Wahnsinn (so sagt es ein Sprichwort und die Sprache hat leider recht) so nah beieinander.

Denn alles hat seinen Preis. Ursache und Wirkung.

Und wie sehen diese Nebenwirkungen konkret aus?
Mein Nervensystem ist zwar schneller aber auch überempfindlich. Also sehr fragil. Wie Eure High-Speed-Internetverbindung der neuesten Generation. Vielleicht ist es auch noch nicht richtig ausgereift.

Ein empfindlicheres Nervensystem geht mit einem höheren Grundstresslevel einher. Warum? Weil es alle Reize wahrnimmt. Ich kann nicht NICHT achtsam sein! Ich bekomme alles mit.

Die neuronale Autobahn im Hirn geht leider auch mit einem deaktiviertem Reizfilter einher. Sprich alle Reize (Gerüche, Geräusche, Farben, Licht, Geschmack, elektromagnetische Strahlen ...) ungefiltert mit. Die muss mein Hirn alle verarbeiten. Normalerweise werden Reize bevor sie das Gehirn erreichen vom Nervensystem(z.B. Geräusche vom Mittelohrnerv, Bilder und Farben vom Sehnerv ...) herausgefiltert.

Bei mir kommt alles beim Hauptprozessor an. Das ist, wie wenn man am PC zu viele Programme auf einmal geöffnet hat. Was passiert? Dasselbe wie am PC. Er wird langsamer. Und im worst case friert er ein.

Bei mir äußert sich das so, dass ich in Gesellschaft von mehr als einem Menschen, verstumme. Mutismus nennt sich das. Des is fei a ned grod as gsündeste. Bei Sonenlicht wie jetzt an Sommertagen und bei Neonlicht, ist es für mich so als würde ich die ganze Zeit im Scheinwerferlicht stehen. Ein Supermarkt gleicht für mein Nervensystem einem Besuch auf dem Rummelplatz. Grelle Farben, Gerüche, das Klingeln der Kassen, die Werbeansagen, "Die 66 bitte Kasse 4! Ein Reinigungstrupp bitte in Gang 8!"
An der Wurstteheke ruft die Verkäuferin: "Darfs noch etwas mehr sein?"
All dies kann mein Hirn nicht ausblenden. Was passiert? Es kann nicht mehr. Es stellt Teile des Betriebs ein. Harmlose Auswirkungen sind: Mutismus, oder ich nehme Dinge wortwörtlich, ziehe mich in mich zurück (starre einfach auf den Boden), meide Blickkontakt (zu reizintensiv), halte mir die OHren zu (wenn ein Krankenwagen mit Sirene vorbeifährt) oder flüchte aus dieser Situation. Es gibt Kinder, die sich in der Schule nicht zu melden trauen, wenn sie aufs Klo müssen. Das geht mir an ungewohnten Orten heut noch so, dass es mich viel Überwindung kostet. Je wohler ich mich mit Menschen fühle und je besser ich sie kenne, desto eher kann ich das tun. Ist alles fremd, ist mein Nervensystem mit den Eindrücken so überfordert, dass nix mehr geht!

Im schlimmsten Fall so wie bei meiner Schwester können epileptische Anfälle oder ein Schlaganfall die Folge sein.

Und wie wirkt man dann? Obwohl man eine schnelle Verbindung hat, funktioniert sie nicht. Das kennt Ihr doch von Eurer Internetverbindung auch. Oder vom Funkloch. Da ist es ja genauso. Ja , es ist alles schnell. Aber funktioniert es immer und überall?

Man wirkt dann nicht besonders intelligent. Das merke ich dann besonders in diesen Situationen, die mein Nervensystem überfluten. Also wenn ich wo neu bin und mit neuen Menschen zu tun habe. In gewohnter Umgebung, mit Menschen, die ich kenne und die mich kennen und mögen ist das Problem nicht so gross. Denn ich habe es ja mit weniger neuen Reizen und Eindrücken zu tun.

Sprich es gibt Situationen , in denen ich verwirrt wirke. Meiner Ansicht nach deutet jeder Verwirrungszustand auf ein übererregtes Nervensystem hin. Und eine Reizflut ist die Ursache. Einem Bekannten, der nach einem Herzinfarkt aus dem Koma erwachte, ging es genauso. Er war verwirrt und aggressiv. Der Arzt, der hereinkam, bekam es ab, interpretierte die Urreaktion des Nervensystems meines Kollegen als persönlichen Angriff und wollte ihn mit Psychopharmaka ruhigstellen. Der worst case für ein übererregtes Nervensystem. Denn das greift dann ja zusätzlich dort ein! Sprich: das macht es nicht besser sondern schlimmer! Seine Frau konnte zum Glück schlimmeres verhindern. Und er bekam dann einen anderen Arzt. Gut, eine Psychologin kam auch. Wer weiss, was die da diagnostiziert hat. Das möchte ich auch gar nicht wissen. Denn es war sicher eine Fehlinterpretation. Denn mein Bekannter ist ein sehr friedlicher Mensch.

Leider sind Ausnahmesituationen dann genau die, wo ich mein Hirn am dringedsten brauchen würde. Da funktioniert es leider nicht. Es streikt. Ich kann es ihm auch nicht verdenken. Denn einen Streik in Form eines Mutismus bei einer Reizüberflutung ziehe ich jederzeit einem epileptischem Anfall oder einem Schlaganfall vor! Also danke liebes Hirn, dass Du so vernünftig und umsichtig reagierst. Ich wünschte mir dieselbe Reaktion von meiner Umgebung. Die mich dann leider wie ein Kleinkind behandelt oder als wäre ich schwerhörig. Ich bin beides nicht. Im Gegenteil. Leider ist mein Hirn nicht in der Lage dies zu kommunizieren. Hinterher. Wenn es sich erholt hat und in Sicherheit ist. Aber da ist es dann meistens zu spät. Man bekommt in unserer Gesellschaft in vielen Lagen keine zweite Chance. Und mein erster Eindruck täuscht deshalb immer. Ausser ich begegne von anfang an offenen Menschen. Leider ist dies sehr selten. Und ist man einmal mit einem Etikett versehen, gibt es leider keine Korrektur. Ich hasse Schubladen! Ich liefe Haufen!

Das ist, wie wenn Ihr die 112 rufen wollt, Euer Handyakku leer ist oder Ihr im Funkloch steckt und dann auch noch Eure Voice-Over-IP - Telefonie ausgefallen ist. Super! Ihr fallt auf Rauchzeichen zurück... Uuups! Leider hab ich kein Streichholz dabei... Blöd!

Wenn Ihr jetzt denkt, das kann mir nicht passieren. Dann irrt Ihr Euch. Denn der Status unseres Nervensystems ist dynamisch. Das ist unser Urprogramm. Denn wir sind genau wie die Schöpfung um uns herum ein Teil der Natur und da kommen wir her. Und da ist es auch sinnvoll, dass unser Urprogramm uns vor Gefahren schützt. Nur sind die Gefahren von heute nicht der Säbelzahntiger, sondern eher das Grossraumbüro, dass einen generalen Reizangriff auf unser Nervensystem startet, der Strassenverkehr in den Städten, die Luftverschmutzung, das Klima (hier kommt der Rebound) .... Oder anders ausgedrüctk: Stress in jedweder Form, der auf uns und unser Nervensystem einstürmt. Und jeder Stress, jeder Reiz der zusätzlich einstürmt, macht es fragiler.

So fällt mir auf, dass die Menschen um mich rum mir erschreckenderweise immer ähnlicher zu werden scheinen. Es ist etwas gruselig und unheimlich. Dafür versteh ich ihre Handlungsmuster, weil ich es kenne und muss nicht ihre Mimik erraten. Die ich leider wegen der Übererregung meines Nervensystems weder lesen noch sprechen kann. Gestik ist mir ein Rätsel. Dieses wilde Rumgefuchtel löst nur meinen Fluchtinstinkt aus. Den physiologischen Status kann ich dagegen lesen. Cool. Man braucht also Mimik und Gestik nicht unbedingt. Man kommt auch ohne über die Runden. Warum hat mir das keiner gesagt? Oder wisst Ihr das selber nicht?

Gesichter kann ich mir übrigens auch nicht merken. Nur Geschichten landen in meinem Bücherhaufen im Hirn. Deshalb tu ich mir wahnsinnig schwer damit Menschen an Orten wiederzuerkennen, wo sie nicht hingehören. Und vergesst, dass ich in der lauten Kantine die Menschen wiederfinde, die gerade noch an der Kasse standen und jetzt im bunten Farbenmeer an einem Tisch sitzen. Evtl. hab ich eine Chance sie zu finden, wenn sie winken und ich die Bewegung wahrnehmen kann. Aber wenn es zu laut ist, zu viele Menschen, zu viele Bewegungen um mich rum sind, klappt selbst das nicht.

Woran erkennt man, den Status seines Nervensystems? Das ist gar nicht so einfach. Man erkennt es eher an den anderen als an sich selbst. Weil das Bild, dass man von sich selbst hat, nicht mit dem übereinstimmt, das andere von uns haben.

Warum ist das so? Weil jeder die Welt anders wahrnimmt. Denn jedes Nervensystem ist indivuell durch unsere Erfahrungen, unsere Umgebung, auch die Menschen in unserem täglichen Umfeld geprägt. Das prägt wiederum unsere Gene. Epigenetik. UND unsere Wahrnehmung! Also läuft jeder mit seiner individuellen Brille durch die Welt. Jeder sieht die Welt in anderen Farben. Den Vergleich hat ich neulich mit einem Kollegen. Er konnte zwischen zwei Grüntönen keinen Unterschied entdecken. Ich schon. Das eine war deutlich oliver. Hatte mehr gelb. D.h. auch unsere Farbwahrnehmung wird von unserem Nervensystem und dem physiologischen Status bestimmt. Das ist ja spannend! Deshalb vielleicht auch die Streitereien mit dem Maler. Ich wollte eierschalenfarben! Das ist rohweiss! Wobei ich keine Ahnung habe, warum man diese Farben wählen sollte. Nehmt ein natürliches grün. Das beruhigt Euer Nervensystem.

Aber es gibt einen deutlichen Hinweis: Wenn Ihr egal wo Ihr hinkommt, immer auf dieselben Probleme stosst. Dann ist das ein Zeichen dafür, dass die Ursache des Problems in Euch und nicht in der Umgebung und Euren Mitmenschen (allein) zu suchen ist. Ich schreibe extra nicht allein. Denn Euer Verhalten wirkt sich ja auf Eure Mitmenschen aus. Sprich, Ihr bekommt es gespiegelt. Euer Verhalten steckt Eure Mitmenschen an, da die Nervensyteme sich miteinander synchronisieren.

Das könnt Ihr übringes auch beobachten, wenn Ihr mal Menschen beobachtet, die sich in Gruppem fortbewegen. Sind sie entspannt, haben Spass miteinander, dann synchronisisiert sich ihre Gangbewegung. Faszinierend.

Tut sie dies nicht, sind die Gruppenmitglieder bzw. ihre Nervensysteme nicht entspannt.

Man muss gut in sich hineinhorchen und sich gut kennenlernen, um die Symptome an sich selbst zu erkennen. Hier mal ein paar Symptome...

  • Fahrigkeit
  • Nervosität (Fingertrommeln, mit den Beinen wackeln... nicht stillsitzen können, unaufhörlicher Bewegungsdrang
  • verspannte Muskeln (erkennbar durch Nackenschmerzen, Rückenschmerzen...)
  • Gereiztheit
  • Schimpfen
  • sozialer Rückzug (man trifft sich nicht mehr mit Freunden oder Kollegen)
  • Man unternimmt nichts mehr ausserhalb der eigenen vier Wände (nur dort fühlt man sich sicher)
  • Kleinigkeiten bringen einen aus der Fassung
  • Man gerät bei mehreren Aufgaben in Hektik, wird schnell unsicher
  • Blinder Aktionismus aufgrund der Unsicherheit kann die Folge sein (auch ein Um sich schlagen
  • Man reagiert gereizt (im seltenen Fällen mit Gewalt)
  • Sarkasmus, Ironie herrscht vor
  • man verliert den Blick auf die schönen Dinge, die Dinge, die gut laufen.
  • man sieht nur noch das schlechte
  • die Leidensfähigkeit nimmt zu. Man erträgt Zustände, die sich ein entspanntes Nervensystem niemals bieten lassen würde.
  • die Konzentrationsfähigkeit nimmt ab. Oder man kann gar nicht mehr denken
  • man erstarrt (Mimik, Gestik, man verschanzt sich hinter Schrankburgen)
  • man erschrickt wenn man angesprochen wird oder das Telefon klingelt
  • Man verliert sein Lachen
  • Der Humor verändert sich Richtung schwarzer Humor
  • man neigt dazu, alles persönlich zu nehmen
  • Traurigkeit, Einsamkeit ....
  • Man zieht sich zurück, geht nicht mehr gerne unter Menschen oder es kostet einen viel Überwindung
  • Schlaflosigkeit
  • Schweissausbrüche..
  • Herzrasen...
  • Bluthochdruck...
  • Sehprobleme...
  • chronische Krankheiten wie Diabetes, Hörsturz, Reizdarm, unruhige Beine, Herzkrankheiten, Arthrose, Osteoporose, Arthritis, Rheuma, Autoimmunerkrankungen ....
  • ungünstige Copingstrategien: Esstörungen, Rauchen, Alkoholkonsum, Drogen, Gewalt ...
  • Die Empathie und das Einfühlungsvermögen geht verloren. Der Umgangston wird rauher.
  • Man wirkt ansteckend auf das Umfeld.. und hat immer mehr Probleme mit den Mitmenschen, Beziehungen gehen in die Brüche, Freunde verlassen einen...
  • Misstrauen allem und jedem gegenüber
  • Verlust des Selbstvertrauens
  • Verlust des Urvertrauens
  • ....


Was haben diese Symptome mit Eurem Nervensystem zu tun?
Euer Nervensystem reagiert automatisch, wenn es sich bedroht fühlt. Davon bekommt Ihr gar nix mit. Denn das ganze passiert unbewusst. Würdet Ihr nachdenken, dann hätte Euch der Säbelzahntiger ja schon gefressen.

Es schaltet in den Überlebensmodus um. Es scannt die Umgebung ständig auf Gefahren. Dazu muss es das kleinste Geräusch , die kleinste Bewegung aus den Augenwinkeln , jeden leisesten Geruch, jede Anomalie erkennen. Deshalb schaltet es die Reizfilter AUS! So nun beginnt das Reizfeuerwerk auf Euer Hirn. Alle Köperprozesse, die grad nicht für die Flucht , den Kampf oder den Totstellreflex erforderlich sind, werden ebenso deaktiviert. Dazu gehört die Verdauung und auch das Immunsystem. Alle Energie wird für das Überleben: Kampf-, Flucht bereitgestellt. Hier übernimmt der Symphatikus das Kommando. Der ennerviert alle Muskeln und die werden jetzt angespannt, denn wir brauchen wir zur Flucht oder zum Kampf.

Beim Totstellreflex wird auch in den Überlebensmodus geschaltet. Hier übernimmt aber nach Stephen Porges Polyvagaltheorie der Überlebensnervanteil des Parsysmphatikus. Dieser Nervenanteil ist nicht für die Entspannung zuständig. Sondern für die Variante Überlebensmodus Totstellen. Kann man wohl daran erkennen, dass die Mimik und die Gestik einfriert. Einige Menschen fallen auch in Ohnmacht, wie die Maus, die die Katze gefangen hat und im Maul herumträgt.

Bei unseren Vorfahren waren diese Gefahren ja schnell wieder vorbei. Nur heute hält dieses Reizfeuerwerk AN! Es nimmt sogar zu! Parallel dazu fallen aber auch noch die Erholungsphasen weg. Die reizarmen Phasen gibt es kaum noch. Das ist fatal. Wir kommen aus diesem Modus nicht mehr heraus. Wir bleiben darin stecken. Wir werden toxisch. Giftig. Daher auch der Begriff: giftige Kommentare. Ist der Kommentar giftig, dann ist entweder das Nervensystem des Mensch im Überlebensmodus, der den Kommentar äßert, oder das Nervensystem desjenigen, an den der Kommentar gerichtet ist oder BEIDE!.

Die Krux der Kommunikation. Meistens spielen beide mit rein, weil sie sich ja gegenseitig beeinflussen.

Andererseits wird von einem hoch erregten Nervensystem auch die neutralste und nett gemeinte Aussage als Angriff gewertet. Denn das Nervensystem befindet sich ja im Alarmmodus. Unbewusst. Der Mensch selbst mag sich als offen und objektiv bewerten. Hier kann die Selbstwahrnehmung von der Aussenwahrnehmung um Lichtjahre abweichen!

Und wie kommt man aus diesem Modus heraus? Das Nervensystem beruhigen. Die neuronalen Fehlverschaltungen im Gehirn umprogrammieren. Und wie macht man das? Indem man das Sicherheitsbedürfnis und das Selbstvertrauen dieses erregten Nervensystems wieder aufbaut. Sprich: begegnet diesen Menschen weiterhin und genau deswegen mit Wertschätzung. Sagt ihnen immer wieder, was sie gut machen. Aber nur ehrliche und authentisches Lob. Ist es nicht ehrlich gemeint, dann spüren diese Menschen es sofort. Denn Ihr Nervensystem ist dafür übersensibel! Es ist hypervigilant. Auch dieser Sinn ist geschärft.

Derjenige selbst kann im ersten Schritt versuchen, sich gegen Reize abzuschirmen. Ohrstöpsel, Blaulichtfilter-Brille. Man kann sich ja anstatt mit Menschenmassen zu treffen auch erstmal nur mit einer Person treffen. An einem ruhigen Ort, an dem man sich sicher fühlt. Der Arbeitsplatz sollte entsprechend dieser Bedürfnisse konfiguriert sein.

Man darf sich nicht verkriechen und ganz vor den Reizen abschirmen. Dann wird das Nervensystem nämlich noch empfindlicher. Ich wurde noch geräusch- und geruchsempfindlicher. Das hat mir dann erst recht Angst eingejagt! Das ist ziemlich unheimlich, wenn man den Grund nicht kennt.

Deshalb ist auch wichtig, sich selbst zu informieren und zu wissen, was da mit einem geschieht. Also zu verstehen, was da grad in meinem Körper abläuft.

Missverständnisse sofort anzusprechen und aufzuklären. Das ist in dem Modus sehr schwer, denn man ist ja nicht im Kommunikationsmodus. Mit der Übung offener Kommunikation gelingt dies. Fragt Euch immer: Was brauche ich? Und was wünsche ich mir? Solange Ihr das nicht wisst, kann Euch kein Mensch helfen.

Wisst Ihr das, dann übernehmt selber die Zügel (Hüh!) und los geht's. Anfangs erst im Schritt, dann im Trabb, später im Galopp. Informiert Euch, was es für Möglichkeiten gibt, an Euer Ziel zu kommen. Ihr seid ja jetzt motiviert, wenn Ihr wisst, was Ihr wollt. Anfangs wird es Euch noch schwer fallen. Der erste Schritt ist der schwerste, er kostet viel Überwindung und Disziplin, dann wird es aber leichter. Dann: bittet andere um Hilfe und Unterstützung!

Weiht sie ein, wie es Euch geht, und kommuniziert klar und deutlich, was Ihr braucht und was Ihr Euch wüschnt und verpackt dies bitte in einer Bitte! Das ist sehr wichtig. Denn wenn Ihr nichts sagt, sind die anderen Menschen um Euch rum hilflos und ratlos und tun sich sehr schwer mit Euch umzugehen, weil sie Euch nicht verstehen! Noch mehr Missverständnisse snd die Folge.

Ist die Situation zu aufgeheizt (das merkt Ihr an Eurem Nervensystem) dann nehmt eine Vertrauensperson mit. Jemanden bei dem Ihr Euch sicher fühlt. Der Euch versteht. Er kann das Problem unemotionaler als Ihr schildern und vermitteln und so eine Eskalation der Situation vermeiden. Ihr könnt Euch z.B. Hilfe vom Betriebsrat holen. Oder einem Kollegen. Das ist Eure Entscheidung!

Es wird kein weisser Ritter in glänzender Rüstung kommen und Euch auf sein Pferd heben. Ihr müßt schon selber Euer lädertes Fluchttier satteln und aufsitzen und losreiten. Sorgt gut für Euch und Euer Nervensystem (Euer Fluchttier) und lernt Euch wieder selbst zu schätzen. Dann gewinnt Ihr wieder Selbstvertrauen und vertrauen in Eure Mitmenschen und die Umgebung. Es ist ein langer Prozess, denn Ihr programmiert die neuronalen Verbindungen in Eurem Hirn um.

Die haben sich wie beim Pavlovschen Hund (da klingelt das Glöckchen und er sabbert) eingegraben. Doch Ihr könnt dieses konditionierte Verhalten wieder verlernen! Aber Ihr müßt selber wollen! Manchmal braucht Ihr auch einen Tritt! Ich spreche aus Erfahrung. Den werdet Ihr übrigens erst am Ende Eures Weges zu schätzen wissen. Ihr werdet den Treter anfangs verfluchen.

Ich schwöre Euch, das sind die Menschen, die Euch am weitesten bringen! Sie wollen Euer bestes! Das ist schwer zu glauben, aber wahr. Ich kann davon ein Liedchen singen... lalalala..

Ist die Erfüllung des Wunsches nicht möglich, dann fragt nach Alternativen. Es gibt immer einen Weg! Meisten liegt die Lösung direkt vor Eurer Nase und Ihr seht sie einfach nicht. Mich mussten auf Alternativen mehrere Leute erst hinweisen, bis der Groschen endlich mal fiel... (wo isser denn hin?)

Kommt Euch diese Anleitung bekannt vor? Kennt Ihr das 12 Schritte Programm der anonymen Alkoholiker? Es ist dasselbe Prinzip. Denn auch hier muss eine falsche Copingstrategie, Fehlkonditionierung der erlernten Hilflosigkeit (ob es sich nun dabei um eine Esstörung , Alkoholismus oder Rauchen ... handelt) überwunden werden. Googelt oder Duckduckgot mal danach... Das ist dann wieder ein Schritt zur Selbsthilfe.

Wichtig: Eure Unterstützer, Menschen, die Euch helfen wollen, sollen Euch die Arbeit nicht abnehmen. Denn auch das entmündigt Euch und verfestigt Eure erlernte Hilflosigkeit und untergräbt Euer Selbstvertrauen. Es genügt mit Rat zur Seite zu stehen. Da zu sein, wenn es Probleme geht und zuzuhören. Ob Ihr Euch dafür entscheidet den Rat anzunehmen, liegt in Eurer Hand. Die soll Euch auch niemand abnehmen. Sucht Euch also Menschen (auch professionelle Unterstützung), die Euch auf diesem Weg begleiten. Aber erwartet von Ihnen nicht, dass Sie Euch durch's Ziel tragen. Sie können Euch den Weg nur zeigen. Gehen müsst Ihr ihn selbst. Das hat übrigens Bruce Lee gesagt. Und ich sag bzw. schreib es hier auch.

Übernehmt die Verantwortung für Euer Leben. Nehmt es selbst in die Hand. Das kann niemand anders als Ihr selbst.

Oder wie man mir damals sagte:"Schauen Sie wie Sie mit Ihrem Leben zurechtkommen."
Das war der beste Rat, den er mir geben konnte. Doch es dauerte lange, bis ich das begriffen hatte. Ich hatte mich damals sehr darüber geärgert. Ich habe mich damals wie ein Idiot verhalten. Aber ich konnte nichts dafür. Und habe das entsprechende Echo erzeugt.

So.. genug der Sonntagspredigt :)

Wo wir schon beim Hirn waren...
Das beste Hirnenhancement (Gehirn-Tuning) ist übrigens es einfach regelmäßig zu benutzen und das kann man indem man sich mit den alltäglichen Problemen im Alltag beschäftigt und dort nach Lösungen sucht. Da man hier direkt betroffen ist, ist der Lernprozess ein mit Emotionen behaftetes Experiment. L&oumL;st man eins erfolgreich werden Endorphine ausgelöst und solange man sich damit beschäftigt, kann man den Flow-Zustand erreichen, in dem man alles um sich rum vergisst. Das ist übrigens der maximale Entspannungszustand. Der kommt beim Arbeiten! Aber halt nur bei Dingen, die uns interessieren und begeistern. Sprich unsere Emotionen beflügeln uns. Und lassen uns über unsere Grenzen hinauswachsen. Das kann jeder. Dazu ist unser Gehirn gemacht.

Medikamente wirken sich immer auf das Gehirn und alle neuronalen Prozesse aus. Sie beeinträchtigen den gesamten Organismus. Es ist genau wie in der Natur. Mit Pestiziden bekämpfen wir zwar urs&aumL;chlich das, was wir aus unserer Perspektive als Schädlinge ansehen, was aber aus der Perspektive der Vögel und anderer Säugetiere ihre Nahrungsquelle darstellt. Alles eine Frage der Perspektive. So hat die kleine vermeidlich gutgemeinte Ursache der Schädlingsbekämpfung auch die Abnahme der Vögel und anderer Säugetiere zu verantworten. Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern, wo es in unserem Garten unter den Steinen vor Eidechsen nur so wimmelte. Und heute? Maikäfer? Die Autoscheiben waren im Sommer übersäht mit Insekten. Wo sind sie denn alle hin? Nur, weil sie klein sind, fallen diese Folgen sehr spät auf. Es ist ein schleichender Prozess der Veränderung, der erst sehr spät auffällt.

So ist es ja auch bei chronischen Krankheiten. Sie sind allmählich entstanden aufgrund eines Ungleichgewichts. Ich bin davon überzeugt, wenn wir besser auf uns und unsere Umwelt und Mitmenschen achten und mit Wertschätzung begegnen, dann können wir gesund bleiben. Und unser Ökosystem auch.

Ich mag ja die Natur. Ich liebe es an den Weiher in Etzelskirchen zu gehen. Erst jetzt ist mir gedämmert, dass ja auch der Mensch ein Teil dieser Natur ist und von dort stammt. Das heisst im Gegenzug, dass ich die Ehrfurcht, die ich vor den einzelnen Bäumen des Waldes und den Tieren empfinde, auch den Menschen entgegenbringen sollte.

Ich finde das aber sehr schwer. Woran liegt das? Ich glaube, weil wir uns gar nicht mehr als Teil des globalen und universellen Ökosystems wahrnehmen. Wir haben uns zu weit von unseren Wurzeln entfernt. Und schon summt mir der Refrain von "I got no roots..." im Kopf herum. Dabei handelt es sich um einen Ohrwurm. Was macht ein Wurm in meinem Ohr und warum summt es dann in meinem Kopf?

Montag: Am Flughafen in Nürnberg bei der Heimfahrt mit dem 30iger Bus, stand direkt vor dem Schild Airport Nürnberg ein Pferd, das von einer Frau an der Leine gehalten wurde, die es kniend fotografierte. Mit dem Schild im Hintergrund. Des woar bestimmt a Pegasus.

Wer Probleme mit den Augen bei dem Wetter hat, kann übrigens bei Windows 10 in den Einstellungen auch den Nachtmodus einschalten. Das hab ich heut auf Arbeit gemacht. Einwandfrei. Mein Kollege hat mir das gezeigt. Das fand ich sehr lieb und bin ihm vor Freude um den Hals gefallen.

Derselbe liebe Kollege hat mich auch auf die Möglichkeit einer Blaulichtfilter-Arbeitsplatzbrille hingewiesen.

Und da ich am Samstag eh im Städtle unterwegs war, war ich dann mal beim Optiker fragen, wie man das angehen muss. Er meinte, dass es nicht nur am Blaulicht und am überreizten Nervensystem liegt sondern auch an der Linse. Die Zoomfunktion derselben wird zwischen 40 und 50 schlechter. Und er hat mir auch eine Lesebrille mit 0,5 oder 1 Dioptrien gegeben und da war es dann wieder scharf. Also die Buchstaben.

Da hab ich ihn gefragt, ob das mit der Linse wie bei einem Fenster ist, das mit der Zeit blind wird. Er meinte: nein, eher wie ein Gummi, der porös wird. Und dann funktioniert die Zoomfunktion (Lupenfunktion, Vergößerungsfunktion) des Auges nicht mehr so gut.

Ich hab ihn gefragt, ob das auch vom Nervensystem und damit von den Reizen abhängt und die Linse auch unterschiedlich je nach Tagesform ist. Also ob auch die Linsenfunktion (die Zoomfunktion) vom Nervensystem abhängt.

Das verneinte er, sie sei fix. Dann meinte er aber auch, dass bei Diabetikern die Linsenfunktion je nach Blutzuckerspiegel am Tag variieren kann. Aber das heisst doch dann, dass sie doch variiert. Und der Blutzuckerspiegel wird ja über die Stressachse und da spielt auch das Nervensystem und natürlich auch Stresshormone eine Rolle beeinträchtigt.

Dann hätt ich ja doch recht. Kann es nicht sein, dass die Linse immer poröser wird, weil wir den ganzen Tag die Zoomfunktion benutzen anstatt in die Ferne und ins Grüne zu schauen? Bei Bildschirmarbeit und Smartphone sind die Augen angespannt (also auch die Muskeln). Dann wäre auch logisch, dass der Gummi, also die Linse auch die ganze Zeit angespannt , also gedehnt ist.

Wenn wir die Augen wieder mehr entspannen und in die Weite und ins Grüne schauen, dann müsste sich doch alles entspannen. Und da nur im entspannten Zustand, unser Organismus sich selber heilen kann, wäre es doch logisch, dass auch die Linse dann wieder regenerieren kann. Nur machen wir das zu wenig.

Und der Optiker meinte, ich muss da erst mal zum Betriebsarzt, wenn die Brille zur Arbeit notwendig ist.

Derweil helf ich meiner Zoomfunktion übergangsweise mit einer Lupe nach. Weil wenn dann willi was gscheits.

Nun hab ich mal deswegen einen Termin beim Betriebsarzt angefragt. Ich würd gern klären, ob es da einen Zuschuss gibt.

Und dann is mer nu was passiert. Ich hab für des Trampolin, wo des Sprungtuch defekt ist: das muss ich an die QS-Abteilung zurückschicken und den Rahmen darf ich behalten, ein Comfort-Ersatzsprungtuch bestellt und 36 Seilringe. Dachte ich zumindest...

Heut kam des Paket. Statt des Comfort-Sprungtuchs hab ich die Comfort-Randabdeckung erwischt. Und ein einsamer Seilring lag im Paket. Mein Gesicht hättet Ihr sehen sollen. Statt Sprungtuch, guckst in die Röhre , naja.. ins Loch der Einfassung, wo das Sprungtuch reingehört. Dabei hatt ich mich so gefreut... Das Gesicht ist mir runtergefallen. Metaphorisch...

Gut. Ersteres war mein Fehler. Ich hab nur Comfort gesehen. Etz isser da. Der Comfort. Apropos fort.. kennt Ihr den Spruch: Fort mitm Ford und hamm mitm Zug...?

Wahrscheinlich hat do scho mei Hirn mit der Hitz nimmer funktioniert. Daf&uumL;r habter etzerdla was zum Lachen. Und ich a.

Bei den Seilringen liegt eine Browserinkompatibilität vor. Ich sag ja, ich muss keine Fehler in der Software suchen. Sie springen mich an. Wie die 2 Katzen heut früh, die mir um die Beine und die KrüLcken gestrichen sind und gestreichelt werden wollten.

Wenn man ein Set von 36 Ringen wählt und den Internet Explorer als Browser benutzt, dann aktualisiert sich die Anzahl im Bestellfeld auf 36. In dem Browser, den ich verwende, funktioniert das nicht und wenn man Set anklickt und da steht 1 dann sieht man ja auch nicht, dass es sich nicht um ein Set sondern um einen Seilring handelt. Das war Pech.

So. Heut hab ich dann den Fehler korrigiert. Jetzt muss es aber endlich passen. Und dann bau ich das alte Sprungtuch aus und das neue ein.

Gestern war ich im Markt, da war nicht viel los, weil es zu heiss war, dann noch bei der Fortuna Kulturfabrik wegen dem Garagentrödelmarkt auf dem Parkplatz, aber da es so heiss war, waren nur noch wenige da und die waren auch schon am packen.

Dafür hab ich dann im alten Heizhaus noch eine Privatführung (es war sonst keiner da) der Lindemann Ausstellung bekommen. Und eine Tasse Milch hab ich mir dann noch bei Kaffeestand gegönnt.

Die Damen: "Die ist aber warm."
Ich:"Das macht nix, solang sie ned sauer is."

Eigentlich wollte ich noch auf der Kerwa im Engelgarten einen Gwedelten (eine gegrillte Makrele) holen. Aber da hatt ich gestern bei der Hitze keine Lust mehr drauf.

Meine Mama hat das auch ganz pragmatisch gesehen.
Sie:"Wennsd a roha Makrelen mitnimmst, dann issi durch, bist widder hamm kummsd."

Durch woar ich a, bisi hamm kumma bin. An einem Haus im Schatten ging ein warmes Lüftchen... Und da draus is dieser Comic entstanden.

Viel Spass!

Dienstag Heut früh hamm die Katz und ich wieder gegenseitig unsern Vagusnerv stimuliert.

Und vom 203er aus habi früh hinter Hannberg mitten auf'm Feldweg an Hasen hocken seng. Der hat uns zugschaut. Die Autos und unser Bus .... der hadsi bestimmt gwundert, wo mir um die Zeit scho alla hi wolln...

Heimwärts sind wir dann mit dem 203E von Erlangen aus sehr interessant gefahren, weil gleich neben der Kreuzung vor der Brücke ein Feuerwehreinsatz war. Der ging da erst los. Unser Busfahrer hat gekonnt, bravorös und entspannt gewendet und ist durch ganz Erlangen auf die A3 gefahren. Zwei Haltestellen konnte er zwar so nicht anfahren, aber da wollte von den Insassen eh keiner aussteigen. Und zum langen Johann und nach Dechsendorf fährt ja noch mehr....

Wir haben heut halt 20 Minuten länger gebraucht. War aber ned schlimm, weil wir entspannt im Bus gehockt sind. Mein Essen und was zum Trinken hatt ich ja dabei und ich musste auch nirgendwo hin. Wenn dann leg ich Termine eh so, dass noch ein Bus dazwischenpasst. Man weiss ja nie. Und falls es dann doch nicht klappt, kann man ja immer noch anrufen und Bescheid geben.

Jetzt versteh ich endlich, warum unterschiedliche Leute unterschiedliche Dinge in meine Comics reininterpretieren. Das hat mich immer gewundert. Weil für mich war meine Absicht ganz offensichtlich. Sie ist es offensichtlich nicht. Jetzt kann ich Euch aber erklären warum das so ist.

Je nach physiologischem Status nehmt Ihr die Welt anders war. Wahrscheinlich gibt es eh keine zwei Menschen, die genau denselben physiologischen Status haben. Also wo das Nervensystem und damit die Wahrnehmung identisch funktioniert. Nicht mal bei Zwillingen.

Ausserdem variiert der ja im Laufe eines Tages und im Laufe unseres Lebens je nach Reizen (Hitze, Kälte, Regen, Lärm, Lichthelligkeit ...). Und von der Stimmung ist er auch abhängig bwz. beeinflusst er unsere Stimmung. Sind wir optimistisch und gut gelaunt, dann sehen wir in Comics auch eher eine positive Nachricht. Derselbe Comic wird aber von jemandem, der traurig und deprimiert oder krank ist vollkommen anders interpretiert. Es kommt eine ganz andere Nachricht bei ihm an. Eher negativ bis sarkastisch und ironisch geprägt.

So nahm sogar ich als ich das Krankenhausfluchttier zeichnete die ganze Geschichte als Drama wahr. Ich fand es traurig, was da alles schiefgelaufen ist.

Dann las ich sie einige Zeit später als mein Fern-Schmerztherapeut (er sei an dieser Stelle ganz herzlich gegrüßt, auch weil er meine Fragen immer beantwortet, egal wie seltsam sie sind) meinte, er sei sehr amüsant. Und siehe da: ich fand das plötzlich auch. Ich sehe beide Perspektiven.

Ich habe einen Kollegen, der sich das Bein gebrochen hat. Dem hab ich denselben Comic auch geschickt. Er sah ihn ebenfalls negativ gefärbt. Weil er ähnliche Erfahrungen im Krankenhaus gemacht hatte.

Ihr seht also wie unser Status des Nervensystems unsere Sicht auf die Welt beeinflusst. Sprich: er definiert die Farbe der Brille, durch die wir die Welt sehen. Ja, klar, es ist nicht nur das Nervensystem. Auch die Hormone. Also der Stresslevel oder der Entspannungslevel in dem wir uns grad befinden. Das finde ich sehr spannend!

Den gleichen Effekt habe ich auch bei Befundberichten beobachten können. Hat man sich geärgert, ist frustriert und enttäuscht, weil wieder nix herauskam bei einer Untersuchung und es steht im Befundbericht: "Der Patient behauptet...", dann wird man es also Unterstellung sehen und auf die Aussage wütend werden. Das konnte ich auch an einer Bekannten sehen, der ich davon erzählt habe. Sie reagierte auch sehr empört auf diese Phrase. Dabei ist das wohl normales objektives Befundbericht-Deutsch.

Ist man entspannt, dann liest man es ganz anders. Ich konnte an mir selbst beobachten, dass ich ein und dieselbe Aussage früher (da war mein Nervensystem NOCH! erregter) als Angriff wertete, und heute nicht mehr! Das fand ich äßerst erstaunlich. Es kommt also sehr auf die aktuelle Emotion an. Und der hängt wiederum vom physiologischem Status ab. Spannend!

Hier seht Ihr, wie sehr die aktuellen Gefühle unsere Interpretation der Welt steuern. Vergesst die fixe Idee, dass Ihr Euch von Eurer Logik steuern lasst. Nein! Das Gefühl gewinnt bei Weitem. Es hat viel mehr Einfluss auf Eure Wahrnehmung als Ihr glaubt. Ausser Ihr seid entspannt. Dann seid Ihr aber evtl. zu nachsichtig. Je nachdem.

Neulich gab es eine Studie die belegte, dass man kritischer ist, wenn man Kohlehydrate gegessen hat zum Frühstück. Anstatt Obst und Joghurt.

Dann scheint auch die Nahrung unsere Stimmung und Wahrnehmung und wohl dann auch unseren physiologischen Status und den unseres Nervensystems zu beeinflussen. Bedenkt man dass das meiste Serotonin im Darm gebildet wird, ist das ja kein Wunder. Wenn der Darm sich freut (was gutes bekommt, artgerechte Nahrung) dann wird er Serotonin ausschütten. Dann sind wir nachsichtiger und gelassener.

Stopfen wir uns mit ungesundem oder schwerer verdaulichem voll, dann wird er nicht begeistert sein. D.h. wir werden kritischer. So klingt es für mich logisch.

Ich denke aber nicht, dass es ganz so einfach ist. Es kommt drauf an, in welchem Grundzustand man sich befindet. Und je nachdem wird er dann nach oben oder unten durch die Nahrung beeinflusst.

Ich hab auch meine Ernährung umgestellt - auf weniger industriell erzeugte Nahrungsmittel, weniger Fleisch - und es geht mir besser. Ich fühl mich fitter. Klar , das Industriezeug liegt ja auch schwerer im Magen. Und da unnatürlich, ist es auch schwerer verdaulich. So erklär ich es mir zumindest. Und meine Laune und Stimmung ist auch besser. Und auch meine Sicht auf die Welt (meine Brille, durch die ich die Welt sehe) ist viel optimistischer.

Geht mal was schief, dann ist es nicht wie anfangs (als ich noch im dunklen Loch steckte) ein Drama und ich bin traurig. Sondern ich kann über das Missgeschick lachen. Das ist genau die gegenteilige Wirkung.

Wenn Ihr mir nicht glaubt, dann blättert hier einige Seiten zurück. Ihr werdet den Unterschied spüren!

Da setzt ja auch die Psychotherapie an. Sie verändert unsere Einstellung , die Sicht auf die Welt und die Dinge hin zum Positiven. Da das an den Zustand des Nervensystems gekoppelt ist und damit auch mit den neuronalen Pfaden im Gehirn und sich über lange Zeit einkonditioniert hat, ist es gar nicht so einfach , seine Sicht auf die Welt wieder etwas zurechtzurücken. Es braucht Zeit.

Denn auch der aktuelle Zustand ist ja nicht von heute auf morgen entstanden sondern hat sich über einen langen Zeitraum unbemerkt eingeschlichen.

Fazit: an seinem physiologischem Zustand und damit dem des Nervensystems und der neuronalen Verschaltung in unserem Gehirn müssen wir ein Leben lang arbeiten. Jeden Tag. Sonst rutschen wir ab. Und auch hier liegt wahrscheinlich das Optimum irgendwo in der Mitte. Und wenn wir da bleiben können, dann bleiben wir meiner Ansicht nach auch gesund.

Rutschen wir in das ein oder andere Extrem oder schwanken zu stark und zu schnell dazwischen hin und her, dann entstehen Krankheiten.

Aber wenn das so ist, dann kann man ja dadurch, dass man sein Nervensystem beruhigt auch den Prozess wieder umkehren. Mir war auch nicht klar, dass andere das Video von Ana (der Frau mit den Dystonien) grossteils negativ gesehen haben. Guck mal, so schlimm kann es kommen! Um Gotteswillen!

Dabei war das gar nicht die Lehre und Info, die ich daraus gezogen habe. Die war nämlich eine ganz andere. Sie wurde ja mit Ketaminkoma geheilt. Das funktioniert übrigens nicht immer und kann schwere Nebenwirkungen haben. Ausserdem ist es soweit ich weiss auch diese Therapie nicht möglich, weil nicht zugelassen.

Ehrlich gesagt, war ich auch nicht scharf drauf. Darum ging es mir gar nicht. Die Info, die bei mir ankam war die: Schaut sie Euch an! Obwohl sich Ihre Hände und Beine und Füße "ringelten" (starke Dystonien, motorische Störungen aufwiesen), sind sie reversibel!!!

Und das kam bei mir an! Mir war nicht klar, dass andere dieses Video anders interpretieren konnten! D.h. eine Heilung ist möglich. Und das, was das Ketamin auslöst, das muss man auch ohne dieses Medikament hinbekommen können. Und genau das wollte ich. Da Medikamente mein Nervensystem nur noch mehr aus dem Takt bringen.

Ich vermute, dass ein Ketaminkoma ähnlich wie eine Elektrokrampftherapie wirkt. Die löscht neuronale Pfade. Mein Kollege, der nach seinem Herzinfarkt im Koma lag, erzählte mir auch, dass er sich an vieles nicht mehr erinnern kann. Es ist weg. Sprich: einige neuronale Verknüpfungen haben sich verabschiedet.

Hinterher ist man verwirrt und hat Probleme mit der Erinnerung. Und Erinnerung ist ja ein neuronaler Pfad... Ob man es nun Schmerzgedächtnis oder erlernte Schmerzkonditionierung nennt, es ist genauso ein solcher Pfad. Und auch der kann dann so gelöscht werden.

Ich kenne eine Frau, die ein CRPS hat und einen Schlaganfall hatte. Hier kam es also zum Worst case. Das amoklaufende Nervensystem brach endgültig zusammen. Die Sache ging aber dennoch glimpflich ab. Doch durch den Schlaganfall wurden ebenfalls neuronale Pfade gelöscht. Und hier lag das Glück im Unglück: auch ihr Schmerzgedächtnis verabschiedete sich teilweise.

Nun muss man nicht auf so drastische Methoden zurückgreifen oder erst den Worst case entgegenlaufen. Man kann auch selber durch Lernen von neuen Fähigkeiten und Fertigkeiten, durch kreative Tätigkeiten ... denselben Effekt erzielen. Natürlich nicht so schnell. Aber dafür um einiges gesünder. D.h. man programmiert sein Hirn um. Und das könnt Ihr auch ohne dass Ihr IT studiert habt und Programmierer seid.

Diesen Weg ziehe ich vor. Diesen Weg ging auch die Neurowissenschaftlerin , die das Buch "Mit einem Schlag" geschrieben hat.

Ich wünsche Euch viel Erfolg auf Eurem Weg! Ihr kriegt das hin! Ihr seid zäh! Oder wie die Amerikanerin mit CRPS es formuliert hat: "The hardest souls are forged in the hottest fires."
Oder wie meine Mama es formuieren würde: "Wir haben schon schlimmeres überstanden."

Neulich hab ich eine Doku (ich glaub auf ARTE) über ein Mittelalterexperiment gesehen. Also da bauen Wissenschaftler und Handwerker eine mittelalterliche Burg mit alten Techniken wie im Mittelalter. Auch Fenster. Da es damals noch kein Glas gab, haben sie dünnes Ziegenleder benutzt und mit Öl bestrichen, damit es durchscheinend wird. Transparent halt. Es gab dann ein schönes weiches Licht in der von ihnen gebauten Kapelle.

Und die Burgturmdächer sind gar nicht so einfach zu bauen. Da bekommt man richtig Respekt und Ehrfurcht vor der Handwerkskunst von damals. Heutzutage wird ja viel vorgefertigt und genormt. Damals haben die alles selber angepasst und passend gemacht. D.h. sie waren flexibler im Denken und kreativer als wir heute. Das ist schon spannend.

Auch das Bild vom Neanderthaler hat sich ja inzwischen gewandelt. Dachte man vor einiger Zeit noch, dass er mehr mit Affen als den Menschen gemeinsam hatte, hat sich das Bild heute komplett gewandelt. Und intelligent musste er ja auch sein, um damals zu überleben. Da damals der einzelne nicht überlebensfähig war, sondern nur in der Gruppe, waren seine sozialen Fähigkeiten unserer induvidualistischen Kultur überlegen. Sonst gäb es uns heut auch gar nicht.

Wahrscheinlich würde sich der Neanderthaler über das Leben der Menschen heute sehr wundern.

So... gestern kam mir die Frage in den Sinn: ob auch graue Haare , wenn sie frühzeitig entstehen von der Stressachse ausgelöst werden. Denn Mama und ich haben die schon recht früh bekommen.

Wo kommen also die grauen Haare her? Sie entstehen durch das Immunsystem. Eine Studie der University of Alabama in Birmingham stellte fest, dass ein Angriff des Immunsystems Auswirkungen auf ein Protein hat, das die Farbe der Haare, Haut und Augen bestimmt. Durch den Angriff färben sich die Haare grau zu.

Ist das dann auch eine Autoimmunreaktion, die da abläuft? Für mich klingt es ähnlich. Und dann wär es ja auch logisch, dass das bei körperlichem Stress passiert, denn der spielt auch bei Autoimmunerkrankungen eine Rolle. Und wenn man dann wieder davon ausgeht, das daran das übererregte Nervensystem beteiligt ist, simmer wieder bei meinem Lieblingsthema.

Ob es auch einen Grund dafür gibt? Einen Sinn? Einen Zweck? So wie beim Deaktivieren der Reizfilter, dass man alle Gefahrensignale besser wahrnehmen kann? Welcher könnte das bloss sein? Mir fällt jetzt kein Vorteil von grauen bzw. weissen Haaren ein. Als Tarnfarbe taugt es doch eher nicht... Oder tarnt man sich als alt und gebrechlich und ist dann als Beute uninteressant..? Auch unwahrscheinlich, weil ja alte und kranke und Jungtiere in der Natur den Raubtieren zum Opfer fallen. Eben weil sie nimmer so fit sind. Welchen Vorteil sollte es also dann haben , sich so darzustellen? Hm....

Wahnsinn! Unser Körper ist schon ne Wundertüte!

Was wiederum für mich die Frage aufwirft: Kann man diesen Prozess auch wieder umkehren? Sprich, wenn man es schafft, entspannt wie eine nasse Socke zu sein, geht dann der Angriff auf die Farbe wieder zurück? Hat das schon mal jemand ausprobiert?

Donnerstag: Heut gibt's blos an Comic... Wo solli denn hiblosen?
Vill Spass!

Freitag: Mailverkehr ist schon ein komisches Wort...
Ich stell mir grad die Unterhaltung zwischen zwei Freundinnen vor , wo die eine die andere zu ihrem letzten Date fragt:"Hattet Ihr schon Sex?"
Und sie antwortet:"Nein. Nur Mailverkehr."

Dann wäre der Spamfilter so ne Art Kondom...

Und mit einem Buchstaben mehr, wird aus verkehr, verkehrt.... also glabstes...

Sodalein, jetzt weiss ich, dass mittags mein Cortisolspiegel wohl im Normbereich liegt. Früh zu hoch und abends im unteren Normalbereich. Mich würd aber interessieren, wo er ist, wenn ich wie gestern abend wieder eine Fusserektion mit Extermschmerz hab. Nur das passiert ja ned, wenn ich beim Arzt bin auf Kommando bei der Blutabnahme...

Ich hab auch ned verstanden, warums beim Endokrineologen nochmal Blut abgenommen hamm. Des hams doch scho in der Hausarztpraxis gmacht. Aber a Kolleg vo mir hat des auch aus zwei Kliniken erzählt. Er hat 2 x an am Tag Blut abzapft grichd. Und dann hadder gfrachd, was an der Blutabnahme in der einen Klinik und der andern für a Unterschied is. Die Frag hadder ned wergli beantwort grichd.

Mittags is mei CRPS müd. Do ärberts ned. Do habi aber die Blutabnahme ghabt. Und entsprechend war des Ergebnis. Und dabei habi vom Arzt no auf mein Satz: "Die Hausärztin hat früh und abends getestet."
die Antwort:"Das hadsi fein gemacht." grichd.

Okay... ich hab aber im Internet so Cortisolspeicheltests gesehen. Und da es mich interessiert, mach ich dann halt mal Hobby-CRPS-Schmerzforschung unter Realbedingungen. Mich würd auch interesieren, wie er nachts ist, wenn er mich aufweckt und abends, wenn ich nicht einschlafen kann und das Trafohäuschen mich aufweckt.

Sonst komm ich da auch nicht weiter. Komisch. Eine Bekannte hat neulich drüber geklagt, dass es unter Ärzten keine Diagnostiker wie früher gibt, die den Dingen auf den Grund gehen wollen. Jetzt versteh ich, was sie damit gemeint hat. Aber das liegt doch am System. Dafür werden sie ja nicht bezahlt. Das läßt sich doch gar ned abrechnen. Das erforschen des Einzelfalls.

Na dann, muss mer es hald selber machen. Das mach mer ja inzwischen schon beim Internet einrichten, Onlinebanking .... Es wird immer mehr auf den Kunden abgewälzt. Ist das die schöne neue Welt? Und wenn ja, was ist daran schön? Vielleicht sollten mir Kunden die Firma amol die Zeit in Rechnung stellen... Des wär a interessantes Experiment.

Bürogschmarri...
Ein Entwickler fragt mich zu Code von einem Ex-Kollegen, der nimmer da ist, der uns unverständlich ist:"Da wird er sich doch was dabei gedacht haben...?"
Ich:"Des kann schon sein, aber den Gedanken hat er mitgenommen."

Woar grad im Städtle in der Bank. Die wollt mer scho widder an neua Bausparer naufdrücken.
Und mein Freibetrag solli ändern, damit ich Steuern spar.
Da habi gsachd:"Wenn mer Steuern sparn will, dann mussmer sei Geld ausgebm."

Sie hat mich nu gfrachd, ob ich noch was brauch.
Dann habi gsachd:"An Kuli. An grüna."
Den habi dann a grichd.
Dann habi mie grfeid und gsachd:"Dafür hadsis reikumma etz scho rentiert."
Für sie hadsis ned rentiert, weil sie mir ja nix verkaufd hat. Ich brauch nix.
Is des so selten, dass mer mit dem, was mer hat, zufrieden is?

Und dann habi mir a Eis gegönnt. Heut had der Besitzer widder glacht. Da habi mi nu mehra gfreid. Er had sei Lachen verlorn ghabt. Etz hadder sei Lachen widdergfundn. Des is fei schee. Juchu!

Und im Buchladen hads a Buch Schmerztherapie mit Cannabis gebm. Des habi mir zurücklegn lassen. Des holi am Dienstag.

Und ich hab in der Apotheke gfrachd, ob die an Cortisolspiegelspeicheltest hamm. Hamsi. 20 Euro kost er. Inklusive Auswertung. Dann hol ich den auch dort. Und guck mal, was dabei rauskommt, wenn ich den mal mache, wenn das Trafohäuschen aufdreht. Dann seh ich ja, ob ich recht habe. Jugend forscht ;-)

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Fusserektion
Die Glaa aus ERH - Hitzewelle Sandra Jaeger 2019
Die Glaa aus ERH - Grillfisch Sandra Jaeger 2019
06.07. bis 12.07. Neue Erkenntnisse ...

Samstag: Cool.. Wissenschaft schafft Wissen. Das ist ein kreativer und schöpferischer Prozess. Man könnte also auch Wissensschöpfung dazu sagen.

Apropos kreativ und schöpferisch ... (Mein Hirn ist schon wieder assoziativ abgebogen...) bei den Projekttagen in der Schule hab ich mal Papier geschöpft. Dazu zerkleinert man altes Papier und weicht es auf, bis es sich in Fasern auflöst. Dann "schöpft" man das Papier mit einer Art Sieb heraus, es bilden sich neue Papierverbindungen und ein neues Stück Papier entsteht. Das lässt man dann trocknen.

Dazu sind wir dann ins Schulklo und haben mit dem Handtrockner den Trocknungsprozess beschleunigt. Da wir zu mehreren waren, sind wir dann auch auf die Jungentoilette dazu ausgewichen.

Da kam ein Junge mit Schwung reingerutscht. Sah uns zwei Mädchen am Trockner werkeln und drehte abrupt um. Der musste dann wohl nicht mehr.

Dasselbe Verhalten ist mir im Krankenhaus bei den Assistenzärzten mit meiner Ringelhand passiert. Erst hat er freudestrahlend und voller Energie die Tür des Behandlungsraums mit Schwung aufgerissen, ist reingerutscht, hat mich gesehen (er kannte mich schon), hat daraufhin eine Vollbremsung hingelegt und das Gesicht ist im runtergefallen. Im Endeffekt hat auch sein Gesicht eine Vollbremsung hingelegt. Heute tut es mir leid, dass ich ihn so zur Verzweiflung gebracht habe. Ich hatte dies in keinster Weise beabsichtigt. Und ich kann auch nix dafür. Leid tut er mir trotzdem. Denn wenn der Arzt lauter so Leut wie mich hat, wo die Verletzung nicht heilen will, dann kann ich verstehen, dass ihm seine Arbeit keinen Spass mehr macht und er frustriert ist.

Wo waren wir? Ah.. beim Schaffen und Schöpfen. Das kann jeder. Dazu muss man entspannt sein. Mein Hirn tut das auch, wenn es total überlastet ist. Dann kommt da oben solch schräges Zeug wie das gestern vom Mailverkehr heraus. Dazu muss es also irgendwie zur Ruhe kommen.

Heut nacht ist es das nicht und mein Bein und meine Hand auch nicht. Mit auf der Stelle vor meinem Bett laufen und dabei die Arme schwingen, konnte ich das Nervensystem soweit beruhigen, dass der Armschmerz nachliess. Der Fuss war weiterhin unruhig und zappelig und liess mich nicht schlafen. Da dann auch mein Hirn Funken sprüht, sprich der Gedankenfluss ist nicht zu stoppen, bin ich dann aufgestanden und hab den kreativen Ideen ihren Lauf gelassen. Sie aufgeschrieben und einen Comic gezeichnet. Ich war also konzentriert und hab mir aufgeschrieben, was ich für Euch nicht vergessen wollte. Und die Konzentration hat mich dann von den Schmerzen abgelenkt und das Nervensystem heruntergefahren. Danach konnte ich dann ins Bett und einigermassen bis früh durchschlafen.

Zum Schaffen von neuem Wissen und neuen Erkenntissen (Heureka-Erlebnissen) muss man erstmal genug über die Dinge wissen. D.h. man muss sich erstmal über die Dinge informieren und Fakten zusammentragen, um ein Problem zu lösen. Sprich: erstmal wissen, was brauch ich und was wünsche ich mir? Das analysiert Ihr anhand Eurer eigenen Gefühle und der damit verbundenen Bedürfnisse. Wie soll das gehen? Wo ist Euer Leidensdruck?

Meiner ist der, dass in der Therapie nur die Symptome von CRPS behandelt, aber nicht die Ursache: das übererregte Nervensystem. Man doktert also an den Symptomen herum. Inzwischen ist mir klar geworden, dass das nicht nur in der Medizin so ist, sondern überall. Das scheint für unsere Gesellschaft symptomatisch zu sein. Das hängt wohl auch mit der Bequemlichkeit des Menschen zusammen.

Das wurmt mich. Es erzeugt mir Bauchgrummeln. Das ist ein Gefühl. Es kommt vom Körper. Was besagt es? Dass ich frustriert und genervt bin. Und dass es mir nicht in den Kopf will, dass es so ist, weil es total unlogisch ist! Es ist doch viel effizienter die Ursache zu beheben als einen Workaround zu schaffen. Das gleiche Problem hab ich auch auf der Arbeit bei der Softwareentwicklung. Ein Workaround (Umgehungslösung) hat noch nie ein Problem behoben. Im Gegenteil: es verschlimmert das Problem nur noch! Warum macht man es dann? Man tut sich damit keinen Gefallen. Im Gegenteil. Es erzeugt nur noch mehr Stress und Leidensdruck. Leiden wir so gern? Also ich nicht!

Was ist Frustration? Frustration ist die Vorstufe von Wut und Zorn. Mit dem Unterschied, dass der Impuls noch schwach genug ist, ihn zu bremsen und zu entschärfen. Einfach indem man ihn benennt! Es nützt schon, sich bei einem Kollegen auszukotzen. Wenn das gegenseitig passiert, nimmt auch keiner dabei Schaden.

Dann kann man ihn analysieren und sich überlegen, was brauche ich, damit das Bauchgrummeln verschwindet? Ich möchte die Ursache finden. Wenn mir keiner dabei helfen kann, weil es das System nicht vorsieht, dann muss ich mich selber auf die Suche nach einer Lösung machen. Hier kommt also Max Selber ins Spiel.

Dabei ist es unklug den Weg alleine zu gehen. Denn so kommt Ihr gewiss nicht ans Ziel. Holt Euch Verbündete auf Eurem Feldzug ins Boot. Leute, die auf Eurer Seite stehen, Euch auf Eurem Weg begleiten, ermutigen und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die sind nicht einfach zu finden. Aber es gibt sie. Und Ihr seht sie nur, wenn Ihr auch wirklich mit offenen Augen durch die Welt geht! Oft sind sie näher als Ihr glaubt. Auch hier hat die Sprache wieder recht: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!

Clevere Menschen gibt es auch bei Euch. Menschen, die Euch ähnlich sind und sich nicht unterkriegen lassen, wenn der Wind mal schärfer bläst. Das sind Eure Weggefährten. Und sie werden Euch ebenfalls als Bereicherung ihres Lebens wahrnehmen. Ein Geben und ein Nehmen. Denn Ihr könnt gegenseitig voneinander lernen. Quid pro Quo sozusagen. Kleines Latinum... Mei is das lang her. Hab ich den Ablativus absolutus gehasst... Und den französischen Conjunctiv...

Ihr seid also vom Gefühl, der Emotion (darum heisst es auch Motion , hier steckt ja die Bewegung schon drin!) angetrieben. Auch als intrinsische Motivation bekannt. Das ist Euer Raketentreibstoff! Damit könnt Ihr bis zum Mond fliegen. Also metaphorisch. Und so über Euch hinauswachsen. Das ist schräg: die Wissenschaft versucht in ihren Analysen Gefühle herauszuhalten und sich rein an Fakten zu halten. Dabei ist der Wissensdrang, die Motivation und die Leidenschaft, die sie vorantreibt, ohne Gefühle gar nicht denkbar! Wie lustig ist das denn?!? ;-)

Und mit Eurer Motivation, die man Euch auch ansieht! Die könnt Ihr gar nicht verbergen, wirkt Ihr ansteckend auf Eure Umgebung und so findet Ihr auch Eure Weggefährten. Die zieht Ihr magisch an! Harry Potter ist ein Dreck dagegen. Ihr braucht weder Zauberstab noch Gleis neundreiviertel...

Ihr strahlt es mit jeder Faser, Zelle Eures Zellhaufens des Körpers AUS! Ihr strahlt es aus! Und Ihr seid nicht radioaktiv.

Es macht Spass! Denn es ist Euer Leiden (Euer innerer Antrieb und Druck), der etwas schaft. Daher wohl auch der Begriff Leidenschaft. Nur wenn man genug unter einer Sache leidet, ist man auch motiviert genug, daran etwas zu ändern!

Sprich: Ihr braucht kein Hirnenhancement sondern Leiden, um über Euch hinauszuwachsen. Und wisst Ihr was? Das macht auch noch riesigen Spass! Und der Virus ist ansteckend!

Wenn man genug über die Dinge weiss (ich bevorzuge es , mich von den führenden Wissenschaftlern inspirieren zu lassen - da man als Normalsterblicher wenig Gelegenheit hat, diese im echten Leben zu treffen - treff ich sie in ihren Büchern), kann man dieses Wissen (aus unterschiedlichen Wissensbereichen) zu neuem Wissen und Erkenntnissen verknüpfen und verbinden. Und so entstehen neue Erkenntnisse und Theorien, die man dann belegen kann.

Sprich: Wissenschaft ist, bereits vorhandenes Wissen aus unterschiedlichen , nicht zusammenhängenden Bereichen miteinander anhand von Mustern, die man erkennt, zu verknüpfen und daraus neue Schlüsse und Erkenntnisse abzuleiten. Es ist spannend! Indiana Jones kann einpacken. Denn der sucht ja nur nach Dingen, die es schon gab.

Und wie kommt man dahin? Zunächst muss unser Grundbedürfnis nach Sicherheit erfüllt sein. Nur dann kommen wir aus dem physiologischen Kampf-, Flucht- und Erstarrungsmodus heraus. In dem ist man nicht besonders schöpferisch, weil man ja nicht entspannt ist. Und Entspannung ist die Grundlage jeder Kreativität. Und die brauchen wir ja. Dass Leistungsdruck oder Druck durch Dritte dem ganzen eher hinderlich ist, sollte damit auf der Hand liegen.

Ihr müsst Euch selbst ein Wohlfühlklima in den Bereichen Eures Lebens schaffen, wo Ihr Euch die meiste Zeit aufhaltet. Das wird dann die Arbeit, Euer Zuhause und Euer Freundeskreis sein. 3 Baustellen auf einmal. Das geht doch wirklich nicht! Doch! Eine nach der anderen. Und in gaaaanz kleien Schritten... Mühsam nährt sich das Eichhörnchen.

Ist Euch klar, dass Ihr auf Arbeit mehr Macht habt, als Ihr denkt? Das war mir auch lange nicht klar. Was kann denn im schlimmsten Fall passieren, wenn Ihr eine Aufgabe von oben übertragen bekommt (in einem guten Wohlfühlklima wird Euch der Chef immer vorher fragen, ob Ihr das machen wollt! Daran erkennt Ihr auch, ob Ihr bereits in einem Wohlfühlklima seid) und Ihr kriegt es nicht hin...

In einem Wohlfühlklima wird Euch erstens der Chef vorher fragen, ob Ihr Euch die Aufgabe zutraut und Euch wenn Ihr Bedenken habt, ermuntern und seine Unterstützung anbieten. Dann seid Ihr auch nicht so ängstlich und könnt schon entspannter und mit mehr Selbstvertrauen an die Sache herangehen. Das macht einen enormen Unterschied! Auch wenn Ihr wisst, dass Ihr Euch , wenn Ihr an einer Stelle hängt auf die Unterstützung des Chefs oder von Kollegen verlassen könnt. Auch dann seid Ihr entspannter und es ist viel wahrscheinlicher, dass Ihr das Problem viel leichter lösen könnt.

Und wenn Ihr ein gutes freundschaftliches Verhältnis zu den Kollegen habt, die Ihr um Unterstützung bitten könnt, fällt auch enormer Druck von Euch ab. Sprich. Es wird Euch leicht und entspannter gemacht. Und nur in einem verlässlichen freundschaftlichen sozialen Umfeld wächst Kreativität und soziales Miteinander. Da funktioniert's.

Okay. Ihr habt das nicht. Was dann? Probiert wie weit Ihr aus eigener Kraft kommt. Und wenn nicht, dann kommuniziert dies klar, wo Ihr hängt und Hilfe braucht. Ihr habt nicht versagt! Ihr habt Euer Bestes getan und braucht Hilfe. Das ist keine Schande. Sondern normal. Die Dinge werden zunehmend komplexer und komplizierter. Das ist die Nebenwirkung der Digitalisierung und der schönen neuen Welt. Nehmt es nicht persönlich, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt. Andere stellen sich auch nicht besser an. Sie geben es vielleicht nicht zu oder versuchen es gar nicht. Das ist auch eine Strategie.

Beisst Ihr bei Eurem Chef auf Granit, ist dies auch kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken. Pfui deifel! Sand im Mund .. Uagh!

Überlegt wo Ihr Hilfe herbekommen könnt. Mit wem kommt Ihr gut zurecht? Wem habt Ihr schon mal geholfen? Mit wem habt Ihr gute Erfahrungen gemacht? Dann geht zu dem und sprecht über Euer Problem. Übrigens ist es oft so, dass schon das Reden mit jemand anderem über ein Problem die Sicht klar machen kann und die Lösung fällt einem sogar selber ein.

Probiert es einfach aus! Denn sich Hilfe zu holen, ist kein Zeichen von Schwäche! Sondern von Stärke! Es hat noch niemand ein Problem ganz allein gelöst. Wir sind soziale Wesen und dazu sollten wir auch stehen oder sitzen. Bewegung wär auch nicht schlecht... Zuviel sitzen ist ungesund. (Nachricht an Hirn: Stopp!)

Eure Stellenbeschreibung sollte klar sein. Wenn Ihr sie nicht kennt, lasst sie Euch mal geben. Muss ich auch mal wieder machen. Dann könnt Ihr auch mal nachlesen, ob Ihr überhaupt dafür bezahlt werdet, was Ihr da tut. Und wenn nicht auch mal nach einer Gehaltserhöhung fragen. Da hättet Ihr dann auch die Argumente gleich in der Hand.

Damit mein ich aber nicht, dass Ihr zu Korinthenkackern werdet und nur genau das tut, was Ihr müsst. Dienst nach Vorschrift ist in agilen Zeiten keine Lösung. Aber wenn Ihr was tut, dann sollte es wenigstens Spass machen. Und das kann auch sein, Kollegen auszuhelfen. Denn erst Krisen formen ein gutes Team. Wenn man sich auf einander verlassen kann.

Diese Woche habe ich gelernt: dass man sich aber auch nicht aus reiner Gutmütigkeit zuviel aufladen sollte. Das tun Menschen mit einem Helfersyndrom (und dabei nehm ich mich nicht aus, ich bin schliesslich mit einer behinderten Schwester gross geworden und da wächst man damit auf, auf andere Rücksicht zu nehmen und sich zurückzustellen, was auf Dauer ziemlich ungesund ist...) gern.

Und da der Mensch von Haus aus bequem ist, wird dieser nette Mensch Menschen anziehen, die gern Arbeit bei ihm abladen. Und er wird sie gern übernehmen. Wenn er dann über seine Grenzen gegangen ist - das merkt er leider oft erst zu spät, ist ein Umerziehen der Ablader nur schwer möglich.

Das ist wie wenn Ihr Eurem Hund 1 x am Tisch was zu Fressen gegeben hat. Ab da wird er immer Betteln. Sprich das Aberziehen ist viel schwerer als das Anerziehen!

Wenn wir so weitermachen wird die Bequemlichkeit der Menschheit noch das Leben kosten. Das tut sie ja heute schon. Wir bewegen uns weniger und so entstehen Zivilisationskrankheiten. Wir fahren immer grössere Autos, Fliegen und zerstören so unseren Lebensraum... Wir telefonieren im Auto mit dem Handy auch wenn es verboten ist... man könnte die Liste beliebig fortführen.

Auch ich bin ein Bequemlichkeits- und Gewohnheitstier. Ich nehm mich da gar nicht aus.

Wenn es erstmal eingefahren ist, dann ist es fast unmöglich die Dinge zu verändern. Denn die Ablader werden sich mit Händen und Füssen gegen Veränderungen wehren. Warum sollten sie auch? Sie haben ja keinen Vorteil davon.

Den gilt es zu finden und es ihnen schmackhaft zu machen. Den Prozess soweit zu vereinfachen (die Schnittstellen), dass es für beide Seiten einfach wird. Das erzeugt zunächst Mehraufwand aber auf lange Sicht spart es Zeit und Nerven. Und schont die Gesundheit.

Sprich: Wie Ihr den Arbeitsplatz gestaltet (also den Umgang mit den Kollegen und Mitarbeitern) habt Ihr selber in der Hand! Das bestimmt Ihr! So werden zwei unterschiedliche Menschen ein und dieselbe Stelle völlig unterschiedlich ausfüllen.

Bedenkt bitte: Menschen, die anderen viel abnehmen, gehen über ihre Grenzen und das macht auf lange Sicht krank. Fällt dieser unersetzliche Kollege dann aus, dann haben Arbeitgeber und die Kollegen ein viel größeres Problem! Und das läßt sich dann nicht von heut auf morgen lösen! Das ist viel problematischer! Denn hat der liebe Kollege das Wissen gebunkert, dann ist es auch nicht möglich einen Ersatzprozess aufzusetzen. Weil das Wissen nur an dieser einen Stelle vorhanden ist!

Oftmals setzt hier der Arbeitgeber und Chefs auf die Gutmütigkeit anderer Kollegen, die ebenso wie der Kollege in die Bresche springen. Damit schafft man sich das nächste Problem. Teilt man die Prozesse auf, dokumentiert sie, ist ein Ausfall eines Mitarbeiters kein Problem und so kann auch ein anderer bei Termindruck und hoher Arbeitslast schnell und agil eingearbeitet werden und einspringen. Weil die Prozesse transparent sind.

Bis dieses Wissen bei Arbeitgebern und Chefs angekommen ist (emotional, gelernt), wird es noch dauern. Bis dahin muss jeder selbst seine Grenze ziehen und auch verteidigen. Dabei ist es keine soziale Lösung auf stur schalten, wenn sie übertreten werden. Stattdessen muss man in diesem Moment klar kommunizieren, dass und warum man es nicht leisten kann (z.B. REssourcenknappheit, ein anderes wichtiges Projekt) und man sollte alternative Lösungsmöglichkeiten anbieten. So fühlt sich der abgewiesene Kollege nicht im Stich und allein gelassen und hillflos sondern bleibt handlungsfähig. Er kann auch, weil er den Grund des Neins kennt, verständnisvoller mit der Absage umgehen. So erspart man wiederum den Kollegen Stress und viele Missverständnisse. Das ist funktionale Kommunikation.
Das ist spannend!

Denn der beste Chef motiviert die Mitarbeiter mit seiner Leidenschaft! Und das kann jeder von Euch! Denn jeder von Euch leidet. Und das könnt Ihr konstruktiv nutzen! Experimentiert! Ihr werdet es sehen! Es funktioniert!

Ihr werdet zufriedener sein. Eure Kollegen. Das Betriebsklima wird angenehmer, weicher. Im besten Fall fühlt Ihr Euch auf Arbeit wie in einer Familie gut aufgehoben und angenommen. So wie Ihr seid! Bedenkt immer: Das was Ihr aussendet, bekommt Ihr auch zurück. Also überlegt nach Möglichkeit (ich weiss, das ist nicht immer leicht und sagt sich sehr leicht) zu überlegen, wenn Ihr der Kollege wärd, was würde Euch helfen? Was würdet Ihr Euch an seiner Stelle wünschen? Dann könnt Ihr mit Eurer Einstellung und Eurem Verhalten zu einem Klima der Wertschätzung und des gegenseitigem Vertrauens beitragen. Und das ist was Wunderbares! Es ist als hättet Ihr einen Zauberstab in der Hand! Benutzt ihn gut! Es wird Euch Spass machen! Lasst die Funken von Eurem Zauberstab nur so sprühen! Das Leben fühlt sich dann leicher an. Weicher. Das ist ein tolles Gefühl. Ein bisschen so als würde man fliegen...

Ihr solltet Euch aber auch weiterhin auf Bruchlandungen gefasst machen. ;-)
Und Euch nicht darüber grämen. Denn jede Krise ist eine Chance. Eine Chance neues zu lernen und über Euch hinauszuwachsen! Ihr schafft das schon! Ihr könnt nur verlieren, wenn Ihr es gar nicht erst versucht :)

Und das oben beschriebene funktioniert nicht nur auf Arbeit, sondern es ist das Patentrezept, das Ihr in allen Situationen, in denen Ihr mit Menschen zu tun habt, anwenden könnt.

Viel Spass und viel Erfolg beim Kochen! :)

Sonntag: Heureka! Mir ist aufgefallen, dass ein Mailfilter, Spamfilter ja auch eine Art Reizfilter für unser Nervensystem ist, der uns vor einer Flut von Input schützt.

D.h. in der modernen digitalen Welt haben wir den Nutzen solcher externen Reizfilter auch schon erkannt. Aus Notwehr.

Nichts anderes tut eine Sonnenbrille, die den Blaulichtanteil (das UV-Licht) herausfiltert und ein Gehörschutz bei einem überregtem Nervensystem, bei dem der körpereigene Reizfilter aufgrund der Stressachse ausgeschaltet ist.

D.h. so kann man sein Nervensystem (Stresslevel) selber herunterregeln. Ihr habt es also selber in der Hand. Das ist ja spannend!

D.h. in der digitalen Welt müssen wir neue Reizfilter künstlich implementieren, um unser Nervensystem und damit unsere Gesundheit zu schützen!

Man kann auch andere Mechnismen dazu nutzen, um in der Mailflut nicht unterzugehen. Disziplin. Und seinen Posteingang von erledigten Aufträgen reinigen. z.B. indem man diese in einen ERLEDIGT-Unterordner verschiebt. So behält man dann nur die noch offenen Aufgaben im Posteingang und so den Überlick.

Man kann auch Systeme so konfigurieren, dass sie nicht bei jeder kleinsten Änderung (z.B. bei Bugtrackingsystemen oder Wikis, CMSen...) eine Mail an alle verschicken, die dort am Eintrag beteiligt sind. Ich jedenfalls bevorzuge es von solchen Systemen nur benachrichtigt zu werden, wenn ich auch wirklich was tun MUSS!

Das würd ich mir auch von den Kollegen wünschen, dass ich nicht mit Mails mit Mailhistorien von biblischem Ausmass bombardiert werde. Und das hab ich auch schon getan. Denn hier ist es bei mir dann sehr wahrscheinlich, dass eine wichtige Mail in dieser Infomailflut untergeht und ich sie übersehe.

Die Antwort eines Kollegen dazu war sehr verständisvoll. Ich werde zwar weiterhin im CC dieser Mails drinstehen, aber ich kann sie erstmal ignorieren. Wenn Handlungsbedarf meinerseits besteht, dann wird er sich direkt bei mir melden. Damit kann ich leben.

D.h. ich habe diese Woche gelernt, dass wenn ich mir die folgenden Fragen stelle:
Was brauche ich?
Was wünsche ich mir?
Und diese noch mit einem WEIL ergänze (das ist offene Kommunikation), auch auf Verständnis stosse und man meine Wünsche respektiert und ihnen auch in der ein oder anderen Weise nachkommt. Ich fühle mich wertgeschätzt und verstanden. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl, das Vertrauen in meine Kollegen und mein eigenes Selbstvertrauen auch. Was will frau mehr? Und das ganze gibt einem ein schönes warmes heimeliges Gefühl. Ihr seht also wie wichtig Emotionen (Gefühle) sind! Sie sind unser Raketentreibstoff.

Ich versteh ja warum man Mails mit einem riesigen Verteilerkreis versendet. Man hat Angst, ist unsicher, dass irgendjemand nicht davon informiert ist. Nur diese Angst führt dazu, dass diese wichtigen Infos dann erst recht untergehen. Oder es stehen soviele Leute als Adressaten drin, dass sich dann gar keiner zuständig fühlt und denkt, der andere wird sich schon kümmern. Beides behindert eine effiziente Projektdurchführung.

Hier würde ich mir klare, kurze Kommunikation wünschen. Klarer Betreff des Themas (nach dem man auch suchen kann! Und dann auch mal die Chance hat, sie später wiederzufinden), kurze Schilderung in 2 - 3 Sätzen was zu tun ist. Alternativ ein entsprechender Eintrag über das Tracking-System. Dann ist es transparent. Aber bitte nicht beides! Und schon gar nicht beides gemischt. Gemischtes Eis mag ja gut sein, aber gemischte Kommunikationsregeln erschweren die Transparenz. Und die sollte ja erhalten bleiben.

Es ergibt sich von selbst, dass zuallererst diese Kommunikationsregeln und die Verantwortlichen klar kommuniziert werden müssen! Klappt schon das nicht, braucht man sich auch nicht über die Folgen zu wundern bzw. kann man sich tagtäglich wundern... Des is fei a ned grod as gsündeste...

Denn im Besten Fall sollte ein unbeteiligter Aussenstehender aus der Trackingmeldung sehen, was schon erledigt ist, und wer grad am Zug ist. Und bei krankheitsbedingtem oder anderweitigem Wegfall von beteiligten Kollegen ist es dann auch möglich aus einem alten Trackingeintrag die Vorgehensweise abzuleiten.

Also im Endeffekt das, was man KISS nennt. Keep it short and simple. Kurz, einfach, klare Kommunikation. Das wär schön. Und das würd ich mir auch wünschen. Und das erfordert Disziplin von allen Beteiligten. Am Anfang wird es sicher noch nicht wie am Schnürchen (was hat die Schnur damit zu tun?) klappen, aber nach ein paar anfänglichen Missverständnissen und Anpassungen sollte das ganze dann rund laufen. Zumindest runder.

Es sollten auch alle, die an einem Prozess gemeinsam beteiligt sind, die Schnittstellen kennen. Dazu zählen die Übergabe- und Anlieferungsformate (die einfach sein sollten, und Zusatzaufwände verhindern sollten), als auch die Namen der Personen und es sollte auch klare Vertretungsregeln geben. Oder die Prozesse sollten so transparent sein, dass auch ein bisher Unbeteiligter da einspringen kann. Das wär das Optimum.

Je weniger transparent die Prozesse sind, je weniger Wissen die Einzelnen haben, desto abhängiger sind sie von anderen, desto mehr Unsicherheit besteht bei den Beteiligten und desto fehleranfälliger ist auch der Prozess. Denn Unsicherheit führt zu Hilflosigkeit, Unsicherheit, Frustration und handlungsunfähigkeit. Und des is fei a ned grod as gsündete!

Die QS sollte schon möglichst früh betrieben werden, von allen Beteiligten. Denn der Programmierer, der die Daten einspielt, sollte sich nicht mit der inhaltlichen Prüfung der Daten befassen müssen. Dies ist eine Verschwendung von Programmiererressourcen. Das kann und sollte die Fachabteilung selbst übernehmen.

Denn so vermeidet man auch Bottlenecks. Engstellen. Denn damit vermeidet man unnötige Korrekturlieferungen, die ja wiederum Entwicklerresourcen unnötig binden. Bestenfalls ist der Prozess so gestaltet, dass ein Programmierer nur im Notfall eingreifen muss und von ihm lediglich der Einspielprozess bereitgestellt wird.

Sprich QS kann nicht erst am Ende aller Prozess stehen! Sie muss nach allen Teilschritten erfolgen! Ansonsten fallen Fehler zu spät auf und verursachen enorme Mehraufwände. Fehler passieren. Das sollten wir alle akzeptieren. Denn wir sind Menschen. Die Suche nach einem Schuldigen hat noch nie ein Problem gelöst. Viel cleverer ist es die Ursache zu analysieren und das Problem zu beheben. Symptombehandlung (z.B. Workarounds) macht die Probleme nur schlimmer. Agil und flexibel ist der, der rechtzeitig Probleme erkennt und behebt. Und nicht erst wartet, bis alles zu spät ist. Denn der ist weder agil noch flexibel sondern handlungsunfähig.

Das Einspielen selber kann dann z.B. von den Fachabteilungen selber übernommen werden. Das setzt Programmierer-Ressourcen für wichtigere Dinge frei. Dinge, die bisher liegengeblieben sind, aber zwingend nötig wären. Man würde wieder handlungsfähig werden! Das ist ja was schönes. Denn das stärkt auch das Gesamtselbstbewusstsein einer Abteilung oder sogar der ganzen Firma.

Durch den automatisierten Prozess werden somit alle Seiten entlastet und profitieren dadurch, dass sie weniger Arbeitslast durch eine klarere und transparentere Prozessstruktur haben. Sie haben weniger Stress, mehr Spass an der Arbeit und bleiben so gesünder.

Ein Win-Win. Die Krux ist allerdings, dass sich einzelne Beteiligte , wegen des selbstverursachten Stresses der bestehenden nicht optimalen Prozesse, gegen jede Veränderung wehren. Sie bedeutet ja erstmal zusätzlichen Stress! Und ihr physiologischer Zustand ist nicht offen die positiven Langzeiteffekte zu sehen. Im Stress- und Tunnelmodus handelt man kurzfristig. Und kurzfristiges unüberlegtes Handeln kann wiederum zu langfristig ineffizenten Vorgängen führen. z.B. behbt eine schnelle Workaroundlösung zwar einen fehlerhaften Zustand, aber die Zunahme von lauter solchen Workarounds macht das System noch komplexer und komplizierter. Am Ende haben diese Workarounds langfristig negative Effekte an anderen Stellen. So überwiegt der langfristige Nachteil von Workarounds deren kurzfristigen Vorteilen.

Spart sich eine Abteilung aus Stress Arbeitsschritte und schiebt diese an eine andere Abteilung ab, so ist das Problem ja nur verlagert. Es bleibt weiterhin unverändert bestehen. Auch das ist nur eine kurzfristige Lösung. Auch hier ist langfristig kein Nutzen zu sehen. Klar, die Abteilung ist damit erstmal entlastet. Aber zu Lasten der anderen Abteilung und deren Aufgaben.

Das Ergebnis ist, dass die belastete Abteilung frustriert ist, der Stressmodus dort zunimmt und sie sich ungerecht behandelt fühlt. Das führt zu Grabenkämpfen und Schuldzuweisungen zwischen den Abteilungen. Teamwork, das gemeinsame Arbeiten auf ein gemeinsames Ziel hin, ist in dieser Situation unmöglich!

Warum ist das so? Weil die belastete Abteilung sich nicht wertgeschätzt und nicht verstanden fühlt. Das untergräbt deren Selbstvertrauen und das Vertrauen in die anderen Abteilungen. Misstrauen ist die Folge. Dass das ein Betriebsklima zur Folge hat, in dem Innovationen und Veränderungen nicht gedeihen können, liegt klar auf der Hand!

So ist das schwierigste, die Veränderung durchzusetzen. Denn das gelingt nur, wenn sich alle Prozessbeteiligten zusammensetzen und ihrer aller Bedürfnisse respektiert werden. Und ihnen die Vorteile klarzumachen! Man muss sie emotional mitnehmen! Überfordert man einzelne , weil Absprachen fehlen, z.B. wenn man Dinge, über die Köpfe einzelner hinweg entscheidet, dann wird man sicher nicht erfolgreich sein. Denn die Motivation aller (dem einzelnen die Vorteile schmackhaft und spürbar zu machen, also per Gefühl erlebbar zu machen, das ist ja nix anderes als lernen!) ist unser Raketentreibstoff für dieses Projekt. Hier gilt es die Sensibiltät, Vernunft und Empathie aller zu wecken! Sonst funktioniert es nicht!

Wurschtelt jeder vor sich hin, dann funktioniert es nicht. Die richtige Kommunikation, der Kommunikationsfluss (und nicht das Versickern von Informationen) ist die Basis für diese Veränderung. Die Mitarbeiter müssen sich wertgeschätzt und respektiert fühlen. Nur so kann Wandel gelingen. Sie müssen sich einbringen und den Wandel aktiv mitgestalten können. Denn so werden sie handlungsfähig. Und das vermindert Stress, macht entspannter und verändert den physiologischen Status, stärkt das Vertrauen in die Firma und die Kollegen und damit auch das eigene Selbstvertrauen. Ein Win-Win.

Deshalb ist es auch so schwer einen eingefahrenen Prozess zu ändern. Das gelingt nur, wenn jeder gehört wird und auch seine Meinung und seine Wünsche offen äußern kann.

Fazit: Klare und offene Kommunikation kann Prozesse transparenter und effizienter machen, die Arbeitslast senken und so den Weg für Innovationen und ein besseres Miteinander öffnen. Denn die Probleme unserer Zeit löst man nicht im Alleingang sondern nur wenn man alle Beteiligten an Bord holt. Ansonsten kann ein Projekt kentern oder baden gehen.

Hübsche Wasserwortspiele ;-)
Und wenn es ganz schlimm kommt, dann verlassen die Ratten das sinkende Schiff....

Aber soweit muss es ja nicht kommen. Dabei hilft klare und offene Kommunikation. Sie weckt Empathie. Sie erzeugt Verständnis für die Belange jedes einzelnen. Sie bringt Ruhe in Projekte. Aus einem Gegeneinander-Arbeiten zwischen Abteilungen kann so ein Miteinander und echtes Teamwork werden.

Man sollte also den Nutzen von guter offener Kommunikation nicht unterschätzen! Nie war sie so wertvoll wie heute! Und letztendlich ist eine solche Kommunikation eine weiter Möglichkeit erregte Nervensysteme zu beruhigen! Es erzeugt ein Wohlfühlklima und ist so der Gesundheit förderlich.

Mir ist aufgefallen, dass nur wenn ich mich wohlfühle, auch auf der Arbeit neue Comics entstehen. Sie entspringen aus eben diesem Gemeinschafts- und Wohlfühlklima - Gefühl. Ist ja kein Wunder. Denn Kreativität braucht ja ein Sicherheitsgefühl. Man muss sich dazu wohl und entspannt und verstanden fühlen.

Und da das am Freitag mal wieder passiert ist (Yehaa!), ist aus einer solchen Situation auch ein Comic entstanden. Und den möchte ich Euch auch nicht länger vorenthalten. Den werde ich auch als Zeichen meiner Wertschätzung an einige Kollegen zur Aufmunterung schicken. :)
Viel Spass!

Dienstag: 6:00 Uhr. Eine Schaar Vögel fliegt an unserem Busfenster an uns vorbei. Schwarze Punkte am Himmel.
Ich:"Schau mal! Sieht aus wie Pfefferkörner am Himmel!"
Mein Busnachbar schmunzelt.

War gestern bei einem offenen Vortrag an der Uni-Klinik in Erlangen im Wöhrl-Hörsaal zum Thema Niere das unterschätzte Organ. Da geht's ihr so wie mir...

Ich war erstaunt. Den Saal hab ich gefunden. Ich war früh dran, weil ich nicht wusste, wo er ist und ich die Zeit für den Rückweg stoppen wollte, damit ich weiss, wann ich gehen muss. Denn mein Bus fuhr um 20:08 Uhr.

Obwohl ich dann schon ne halbe Stunde zu früh da war, waren die besten Plätze - die am Rand - und oben , so einen wollt ich Krückenbedingt (Hanni und Nanni brauchen ja auch Platz) und wegen schneller Fluchtmöglichkeit (weil ich eher gehen musste) auch haben.

Tja. So muss es wohl im Urlaub am Hotelpool sein. Dort sind es Handtücher , hier wurde mit Broschüren oder durch den Sitznachbarn reserviert.

Das Klientel war durchweg im gesetzten Alter. Beige und Brauntöne herrschten vor. Meine blosse Anwesenheit senkte den Altersdurchschnitt deutlich.

Schlagartig wurde mir klar: Junge Leute gehen ins Kino, ältere Semester (passend für den Hörsaal) zu Ärztevorträgen. Es gab ganze Gruppen, die die Veranstaltung zum Gruppentreffen zu nutzen schienen. Früher ist man dazu in die Kirche zu Gott gegangen. Heute pilgert man zu den Göttern in Weiss.

Die Nervensysteme und der Blutdruck der Insassen schien bereits auf hohem Niveau zu sein, denn auf meine freundliche Frage: "Ist der Platz noch frei?" bellte mir ein "NEIN!" entgegen.

Wir fanden dann doch noch einen freien Randplatz ein paar Treppen weiter unten. Leider durften wir diesen nicht lange geniessen, weil wir von einer Frau mindestens 4 x (an den Grund kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern) wieder in die Höhe gesprengt wurden. Nein nicht in die Luft! Aber viel hat nicht gefehlt und ich wäre explodiert. Es war schon grenzwertig. Mein Nervensystem war bisweilen etwas erregt und ich musste es erst wieder beruhigen. Das ging als der spannende Vortrag began. Denn nichts fesselt mich mehr als interessante Fakten.

Zumindest befand ich mich hier auf der richtigen Veranstaltung, denn der Vorträger erklärte, dass die Niere den Blutdruck regelt, weil sie es gerne gut durchblutet mag. Und dass Diabetes und Bluthochdruck die zwei Hauptursachen für Nierenversagen sind.

Ich warf einen Blick in die Runde und stellte fest, dass das Klientel wohl richtig war. Das Klingeln diverers Handys während des Vortrags bestätigte meinen Verdacht noch. Denn Vergesslichkeit ist ja ein Symptom eines überregtem Nervensystems.

D.h. im Umkehrschluss auch Nierenversagen ist die Folge eines übererregten Nervensystems und kommt von physiologisch chronischem Stress.

Schon im Mittelalter gab es Farbtafeln für die Auswertung der Urinfarbe. Daran hat sich heute wenig geändert, ausser dass es heute moderne Teststreifen gibt. Die Farbskala ist geblieben.

Es gibt Hunde, die am Urin Krankheiten riechen können. Mehr hat er leider nicht verraten. Das hätte ich sehr spannend gefunden. Vermutlich läßt man die Hunde am Urin von kranken Menschen schnuppern und richtet sie so ab. Da müssen die empfindlichen Hundenasen aber einiges aushalten.... Er hatte leider keinen solchen Hund dabei. Den fände ich sehr praktisch. Denn dann bräuchte ich nicht zum Arzt. Ich mag Hunde einfach lieber. Katzen auch.

Im Urin kann entweder Blut oder Eiweiss sein. Bei Eiweiss schäumt er und dann sollte man zum Arzt gehen. Blut sieht man nicht immer. Da gibt es noch andere Verfahren, um auch wenig Blut sichtbar zu machen.

Den BLutdruck sollte man wegen etwaiger Weisskittelallergie bzw. Hypertonie daheim in Ruhe und am Oberarm messen. Und dann die Messwerte zum Arzt mitnehmen. Weil die in der Praxis oder klinik nicht der Alltagssituation , dem Normbereich entsprechen. Das ist mir symphatisch. Endlich mal einer , der die Sache so pragmatisch sieht und angeht wie ich. Mit dem Cortisolwert ist es auch nicht anders. Das hat neulich auch die Apothekerin gesagt, die ich auf einen Cortisolspeicheltest ansprach.

Da ein chronisch zu hoher Blutdruck die Niere schädigt, sollte man sich vorbeugend artgerecht ernären, ausreichend Wasser trinken (wenig Salz und natriumarmes Wasser) und bewegen. Das ist dieselbe Aussage wie die vom Kardiologen, der in der Fortuna Kulturfabrik seinen Vortrag gehalten hat. Und irgendwie logisch. Seltsam, dass man es immer wieder sagen muss. Dies ist bereits in der Jugend wichtig. Denn wenn die Schäden sichtbar und spürbar werden, ist es schon zu spät. Dann war bei dem Vortrag allerdings doch die falsche Zielgruppe anwesend. Ich schlage vor, den Vortrag beim nächsten mal ins Kino zu verlegen.

Der Wegfall der Musterung hat das Problem noch verschlimmert, da hier einige junge Männer frühzeitig erkannt werden konnten.

Noch in den 60igern war Nierenversagen ein Todesurteil. Jetzt gibt es die Dialyse. Es gibt inzwischen auch eine Art Dialyse 2 Go. Man bekommt einen Schlauch in die Bauchdecke eingepflanzt und dann wird Flüssigkeit in den Bauch eingeleitet und der kommt dann später wieder heraus mitsamt den Giftstoffen, die die Niere ja nicht mehr abbauen kann.

Es wurden die ersten Nierentransplantationen gezeigt (also Fotografien von den Patienten und den Ärzten). Die Niere wird übrigens tiefer als das Original eingepflanzt. Und man muss lebenslang Medikamente nehmen, damit das Organ nicht abgestossen wird. Denn es ist ja ein Fremdkörper. Ausser Spender und Empfänger sind Zwillinge.

Momentan wird an der Erzeugung von künstlich gezüchteten Organen geforscht. Es ist bereits gelungen aus einer Hautzelle eine Nierenzelle zu machen und an ihr Medikamente zu testen. Ist ja kein Wunder, denn so fing es ja mit unserem Zellhaufen mal an. Erst waren alle Zellen gleich und dann haben sie sich spezialisiert. Bei Ärzten ist es ja ähnlich. Nur unsere spezialisierten Zellen kommunizieren noch miteinander. Das ist bei den Ärzten aus meiner persönlichen Erfahrung eher weniger der Fall.

Mit den Krücken habe ich viele mitleidige Blicke geerntet. Die Blicksender waren sich wohl nicht im Klaren, dass sie ebenfalls bereits ein chronisches Problem haben. Denn ihre Folgen des überregten Nervensystems sieht man nicht. Im Gegensatz zu Hanni und Nanni. Erst wenn es zu spät ist.

Die Fragestunde hab ich mir gespart. Dort werden meiner Erfahrung nach persönliche Krankheitsgeschichten offenbart und nach Lösungen gefragt. Eine Art privat-Konsultation beim Dozenten. Ich bin der Meinung dafür sollte man doch dann lieber einen separaten Termin machen. Denn schon der Vortrag war ja kostenlos.

Da mir die Menschen schon an der Bushaltestelle und anderen Orten ihre Leidens- und Krankheitsgeschichten erzählen, ist mein Bedarf daran auch gedeckt.

Dann war ich noch in der Buchhandlung und habe einen Peanuts - Band erstanden und den dritten Teil der Autisten-Serie "The Rosie Result" Herrlich. Den brauchte ich nach dem Vortrag. Endlich jemand normales...

Mittwoch: Gesterm hat unser Zug 5 Minuten Verspätung ghabt. Heut 10. Mal schaun wann er morgen kummd.
"RE ... hat heute ca. 10 Minuten Verspätung. Grund dafür ist eine Signalstörung."
Mei Busnachbar brummt:"Eine Signalstörung, die in 10 MInuten behoben ist..."

Ich:"Denselben Grund hams gestern schon angebm. Die könnerden sich amol was neus eifalln lassen. Türstörung, Gleisbelegungsstörung. Ob die die random-Funktion dazu benutzen?"
Mei Busnachbar:"Wenns länger als 30 Minuten dauert, kommt Personen im Gleis."
Ich:"Dann hald random-Funktion mit If-Bedingung."
Er schmunzelt.

Ein Flixzug - ich dacht, die hamm bloss Busse... - kommt aus Richtung Nürnberg auf dem gegenüberliegenden Gleis einfahren. Mit einem leerem Autowaggon.
Mei Busnachbar:"Der könnt uns mitnehmen."
Ich:"Der fährt doch in die falsche Richtung."
Er:"Des is doch egal, ob er ohne Leute in die eine Richtung oder mit zwei Leuten in die andere Richtung fährt."

Ich erzähl meim Busnachbarn, dass ich an meinem Monitor den Blaulichtanteil mit dem Nachtmodus von Windows 10 am Monitor auf Arbeit rausfiltere.
Ein Schüler von ihm hat, das auch gemacht.
Er:"Jetzt ist sein Monitor grün und gelb."
Ich:"Aber des kann doch gar ned sei. Blau und gelb gibt doch grün. Dann is ja blau noch drin."
Drauf er schmunzelnd:"Da muss ich nochmal gucken. Ned dass er noch verstrahlt wird."

Heut hab ich gelernt, dass der Betriebsarzt jetzt company medical officer heisst. Klingt als wär mer beim Bund. Dabei brauch ich bloss ne Bildschirmbrille. Also ned für den Bildschirm. Für mich.

Jetzt darf ich mich auf die Quest nach einem Augenarzt begeben. Die Fachrichtung hatt ich noch ned.

Musst jetzt grad über The Rosie result lachen. Don Tillman hat jetzt einen 10-jährigen Sohn, der dieselben Probleme wie er hat. Seine Frau Rosie möchte, dass er zukünftig auf eine gemischte Schule mit Jungen und Mädchen geht, damit er Mädchen nicht als andere Spezies empfindet.
Dabei geht es Don so, dass er alle Menschen als andere Spezies empfindet. Mir geht's da genauso. Deswegen isser mir so symphatisch.

Freitag: Ach... das ist grad witzig. Ich retoure jetzt nur das defekte Sprungtuch von meinem Trampolin. Letzte Woche hab ich ein Ersatzsprungtuch von bellicon mit Seilringen in meiner Wunschfarbe grün montiert. Die Montage war von der Anleitung her logisch und einfach, allerdings war die Umsetzung etwas schwerer. Man darf nicht alle Gummis einer Seite montieren sondern muss an jeder Seite mit ein paar anfangen, sonst zieht es das Sprungtuch zu weit weg und man bekommt es nicht mehr auf die andere Seite.

Wie auf der Anleitung von Aussen die Ringe überziehen hat mit meinen Dystoniehänden und dem Kraftverlust derselben nicht funktioniert. Ich habe mir damit beholfen, dass ich mich ins am Boden liegende Sprungtuch gesetzt habe und von innen den Seilring aufgezogen. Hierbei war deutlich weniger Kraftaufwand erforderlich. Es war trotzdem eine zittrige Angelegenheit und sehr schweisstreibend. Letztlich aber erfolgreich. Weil ich ein klares Ziel: ich möchte hüpfen, um mein Nervensystem zu beruhigen, vor Augen hatte.

Beim Aufbau war ich ausserdem hoch konzentriert, dass ich von den Schmerzen abgelenkt war. Und durch das Lernen der Ersatzteilmontage und Demontage des alten Sprungtuchs und dessen anderem Seilsystem, hab ich auch etwas neues gelernt. Ich werde langsam zum Fachmann für Trampoline.

Die Dame von Kundensupport war ausserdem mit der Retoure sehr freundlich. Nachdem ich nun ja nicht mehr das ganze Trum zurückschicken muss, genügt mir ein Retourenschein und ein Schuhkarton. Sie muss DHL nicht bemühen es abzuholen. Damit hab ich auch wieder eine Laufaufgabe und das tut mir un meinem Nervensystem gut. Denn Aktivität wie Laufen beruhigt es und fährt es runter. Und damit auch die Schmerzen.

Durch die kontinuierliche Steigerung erhoffe ich mir positive Effekte und eine weitere Beruhigung des Basiserregungslevels meines Nervensystems und somit weniger Schmerzen und hoffe so langfristig schmerzfrei zu werden. Das entspricht wieder dem bereits angesprochenen Desensibilisierungseffekt. Dass es funktioniert konnte ich gestern nach der Selbsthilfegruppe an mir beobachten. Es war sehr anstrengend. Früher brauchte ich nach solchen Aktionen wenn ich heimkam erstmal 2 Stunden Zeit für mich oder bin aufgrund des völligen Erschöpfungszustands meines Nervensystems ins Bett gefallen und hab geschlafen. Mein Akku war sprichwörtlich leer und ich musste ihn mit Schlaf oder Tätigkeiten, die keinerlei soziale Interaktion erforderten, wiederaufladen. Z.B. die Polyvagaltherorie zu lesen.

Gestern war erstaunlicherweise nicht der Fall. Das stimmt mich hoffnungsfroh und bestärkt meine These des Desensiblisierungsmechanismus des Nervensystems. Ich habe gestern im Bus auch die Ohrstöpsel weggelassen. Absichtlich. Und stellte fest, dass ich die Busgeräusche längst nicht mehr so intensiv wahrnahm wie früher. Das war erstaunlich und stärkt meine These ebenfalls.

Bei der Desensibilisierung von Ängsten geht man übrigens ebenso vor. Man konfrontiert die Probanten z.B. bei einer Spinnenphobie erst nur mit einer digitalen Spinne. Später mit einer echten. Und so kann man diese Angst ebenfalls durch eine Art Desensibilisierung (ich glaub hier wird sie aber Konfrontationstherapie oder so ähnlich genannt) gemindert oder gar beseitigt. Dies entspricht auch einem Überschreiben von neuronalen Pfaden. Es ist ein emotionales Umlernen. Genau dasselbe Prinzip wie beim Schmerzen verlernen. Auch hier stärken wir andere neuronale Bahnen (z.B. durch lernen, durch neue positive Erfahrungen) und schwächen so die Schmerzautobahnen. Damit sie letztendlich wieder zu Feldwegen oder Trampelpfaden werden. Das ist dasselbe Prinzip. Dasselbe Muster. Dasselbe in Grün. Warum es jetzt ausgerechnet grün heisst, weiss ich nicht. Gefällt mir aber, weil ich grün sehr mag.

Nicht nur ich: auch in Krankenhäusern, wo Menschen aus dem Fenster ins Grüne schauen können oder Bilder von grünen Landschaften im Zimmer hängen, haben Studien ergeben, dass die Patienten schneller gesunden. Kein Wunder: wir sind Teil der Natur. Auch wenn wir das heute fast vergessen haben, weil wir uns soweit von ihr entfremdet haben. Unsere Vorfahren haben im Wald gelebt und dort ihre Nahrung gefunden. Die Sammler und Jäger. Es ist unsere natürliche Umgebung. Deshalb tut uns ein Waldspaziergang (Waldbaden) - gibt es auch Wiesenduschen? - so gut. Es ist eine Erfahrung mit allen Sinnen! Das grün beruhigt und entspannt die Augen, der Duft des Waldbodens beruhigt unseren Geruchssinn, die Stille ist angenehm, keine mechanischen nur tieriesche natürliche Geräusche ... das echte, das authentische findet man nur noch hier. Die Hektik des Alltags fällt dort von uns ab, denn Tiere gehorchen keiner Uhr, nur inner inneren und dem natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten, den wir Menschen inzwischen schon aus dem Takt gebracht haben.

Den Retourenschein für das Trampolin hat mir die freundliche Dame per Mail zugeschickt. Ich hab ihn ausgedruckt und auf das Paket geklebt. Jetzt muss ich es nur noch fortbringen.

Humor hat die Dame auch noch. Ich hab ihr geschrieben, dass die Ersatzteile von bellicon auf den alten Rahmen passen und ich nun mein grünes Traum- und Wunschtrampolin habe. Und das noch günstiger als hätte ich es neu gekauft. Und in den Farben hätt ich es dann auch nicht bekommen. :)
"Es freut uns zu hören, dass Sie das Trampolin jetzt doch noch nutzen können (oder wenigstens einen Teil davon ( )"

Ab Dienstag hatte ich Telefonietotalausfall. Erstmal hab ich abgewartet, ob es sich von allein erledigt. Das hatten wir schon. Hat es aber nicht. Also hab ich am Donnerstag die 0800er-Nummer unseres Anbieters mit meinem Tastenhandy angerufen.

Inzwischen haben sie endlich eine weniger nervensystem-beunruhigende Warteschleifenmusik. Die alte machte mich stets grantig und aggressiv. Die neue wirkte äußerst beruhigend auf mein Nervensystem. Und ich habe in den 17 Minuten Warteschleife auch schon mitgesungen, was den Effekt deutlich steigerte. Der Swing-Stuhl, in dem ich saß trug sicher auch noch dazu bei. Ich war sichtlich entspannt und gut gelaunt und hätte noch länger mitsingen können. Ob es das Lied auch zu kaufen gibt? Als Nervenberuhigungsmittel? Dann würde ich es den Rauchern in meinem Umfeld ans Herz legen. Es hätte deutlich weniger gesundheitliche Nebenwirkungen.

Was mein Nervensystem allerdings nervig und sehr unlogisch fand, waren die diversen Abwiegelungshinweise zur Störungsbehebung auf der Website, im Portal, im Handy .... zu all diesen Möglichkeiten hatte ich ja keinen Zugang. NUR DESHALB!!! habe ich ja dort angerufen!

Dann ging ein sehr freundlicher Sachbearbeiter ran. Ich sagte:"Ich habe einen Totalausfall" - das könnte ich beim Arzt auch langsam sagen... - und er sagte, dass er die Leitung durchmisst. Dann hörte ich nichts mehr und dachte schon, ich wäre aus der Leitung geflogen. Und sagte zu meiner Mama in der Küche:"Etz isser fort..."
Da kam dann aus dem Handy ein lachendes:"Nein, ich bin noch da. Ich messe noch die Leitung durch."
Die Messung war anscheinend nicht erfolgreich und er bot mir an, meine Leitung auf VDSL umzustellen. Ich merkte an, dass ich dann ja mehr zahlen müsse, mit meiner derzeitigen Leitung zufrieden sei und ein Upgrade nicht nötig sei. Ich möchte ja nur das, was mir vertraglich zugesichert ist. Das sah er dann auch ein und versprach mir, dass das Problem am folgenden Tag behoben wird.

Das war es dann auch gestern nachmittag um 15:15 Uhr erfolgte ein Anruf, dass es jetzt wieder geht. Das fand meine Mama (ich war nicht zuhause und mein Handy ist normalerweise ausgeschalten, denn es ist ja nur für Notfälle und das mit dem Ausfall fiel in diese Kategorie) sehr nett. Und ich auch. Das stärkt mein Vertrauen in unseren Telefonanbieter. Und so auch mein Urvertrauen. Dass das ganze so reibungslos nach meinem Anruf klappte, stärkt wiederum mein Selbstbewusstsein. Da ich erneut ein Problem erfolgreich gelöst habe. Das Totalausfall-Problem und das Trampolin-Problem habe ich also erfolgreich gelöst. Mir wird bewusst, dass Problemlösen meine Spezialität ist. Das kann ich gut.

Auch das Problem einer Strickerin , die Fragen zu meiner Anleitung hatte, konnte ich anfang der Woche erfolgreich identifizieren, analysieren und lösen.
Das ist sehr schön.

Gestern war ich bei der CRPS-Selbsthilfegruppe und habe nette Menschen getroffen. Und auch jemanden, der mit mir ins Museum gehen möchte. Meine Mama möchte leider lieber in den Karstadt zum Bummeln und ich lieber ins Museum und in den Buchladen. Unsere Interessen sind nicht miteinander kompatibel.

Ich habe nun eine kompatible Partnerin gefunden. Das Fürther Stadtmuseum wird unser Ziel sein.

Wegen dem Vortrag beim Schmerzkongress in Mannheim habe ich nachgefragt, aber keine Antwort erhalten. Ich werde noch eine Woche abwarten und dann erneut nachfragen, mit der Anmerkung, dass, da ich keine Antwort bekommen habe, ich davon ausgehe, dass er nicht angenommen wurde. Dann werde ich ihn hier in Höchstadt im Rahmen des Gesundheitsjahres halten. Er wird den Titel haben: "Schauen Sie wie Sie mit ihrem Leben zurechtkommen... - aus dem Alltag eines chronischen Schmerzpatienten"

Da einige Mitglieder der CRPS-Selbsthilfegruppe schon ihr Interesse bekundet haben, erwarte ich 1 - 2 interessierte Teilnehmer.

Von der Selbsthilfegruppe heimgefahren bin ich gestern mit dem 205er um 20:20 Uhr über Aisch. Das war verhaltensbeobachtungpsychologisch sehr spannend. Im hinteren Teil des Ziehharmonikabusses waren überwiegend junge Leute, teilweise mit alkoholischen Getränken und Kinder. Deren Geräuschpegel stieg bis Zeckern kontiniuierlich. Das war bei den jungen Leuten sicher direkt proportional zum Alkoholkonsum. Bei den Kindern könnte das Wetter und die Übermüdung zur ebensolchen Übererregung des Nervensystems beigetragen haben. So dass der Busfahrer, dessen Nervensystem durch den hohen Lärmpegel der hinteren Insassen nun auch deutlich erregt war - dort an der Haltestelle nach hinten marschierte und die Gruppe zurechtwies, bitte stiller zu sein, da in diesem Bus viele Leute von der Arbeit sitzen und in Ruhe heimfahren möchten. Die Kinder und Jugendlichen kamen seiner Anweisung erstaunlicherweise nach.

Die Frau mir gegenüber schmunzelte und ich auch. So kamen wir ins Gespräch. D.h. sie sprach. Sie erzählte mir, dass es einmal so laut im Bus war, weil die Schulkinder alle dermassen schrien, dass sie schon Kopfweh davon hatte (ihr Nervensystem war also deutlich übererregt) und der Busfahrer nach hinten ging, sein Nervensystem war ebenfalls sichtlich übererregt. Denn er schrie:"Wenn Ihr etz ned still seid, dann könnd er hammlaafen."
Von dieser Drohung waren die Schulkinder sichtlich beeindruckt, denn ab da war es mucksmäuschenstill. Bei der Erzählung lächelt sie.

Zwei fremdsprachliche Frauen und ein Mann wollen in Hemhofen aussteigen. Sitzen dann aber in Adelsdorf immer noch im Bus. Der Busfahrer erklärt ihnen daraufhin, dass sie schon vor drei Haltestellen hätten aussteigen müssen und ihre Haltestelle "vorbei" sei. Sie steigen dann in Adelsdorf aus, was sehr sinnvoll ist, denn der Bus fährt über Aisch weiter und von dort fährt an diesem Tag kein Bus mehr in die Gegenrichtung.

Eine junge Frau insistiert beim Busfahrer, dass sie in die Medbacher Strasse in Adelsdorf will. Die kennt der Busfahrer nicht. Meine Mitfahrerin erklärt mir, dass es in Adelsdorf keine Medbacher Strasse gibt. Die gibt es nur in Aisch. Das ist auch logisch. Denn nur von Aisch gibt es eine Strasse nach Medbach. Daraufhin entbrennt eine hitzige Diskussion der jungen Dame mit dem Busfahrer über die Medbacher Strasse Haltestelle in Aisch.

Sie:"Aisch ist ein Ortsteil von Adelsdorf!"
Dieser Meinung ist meine Mitfahrerin sichtlich nicht. Sie protestiert lautstark:"NEIN!!! Adelsdorf ist Adelsdorf und Aisch ist Aisch!"
Sie muss es wissen, denn sie verabschiedet sich an eben dieser Haltestelle in Aisch von mir und steigt zusammen mit der jungen Frau aus. Dabei zwinkert sie mir zu und lacht:"Des woar a lustige Fahrt. Schönes Wochenende! Ade!"

Selbiges wünsche ich Euch jetzt auch. :)

Huch... das ist ja interessant. Durch die Wiederaktivierung ist mein Internet jetzt auch wieder schneller. Jetzt hatte ich mich so daran gewöhnt... Jetzt isses zu schnell...

 
Die Glaa aus ERH - Der Programmcode Sandra Jaeger 2019
13.07. bis 19.07. Seltsamkeiten und das Endocannabinoidsystem...

Sonntag: Die Geschichte mit der DSL-Geschwindigkeit kennt Ihr ja. Also seit letztem Dezember ist sie rapide gesunken. Als ich beim Anbieter angerufen hatte, hiess es, das sei jetzt so, weil auf die Leitung immer mehr Kunden kommen. Deshalb bieten sie jetzt eine schnellere Leitung an und auf die wechseln die Kunden jetzt reihenweise.

Daraufhin schlussfolgerte ich logisch: Dann warte ich ab, denn wenn alle anderen wechseln, wird die alte Leitung ja wieder schneller. Anfangs war es etwas nervig, dem Ladebalken bei einem jpg von 2,5 MB beim Verschicken einer Mail 5 - 10 Minuten zuzuschauen. Inzwischen hab ich mich daran gewöhnt.

Seit der Behebung des Ausfalls der letzten Woche, geht das Verchicken meiner Comics an die Zeitung jetzt rasant. Auch der Upload der Dateien auf meine Webseite. Huch! Das is mir jetzt zu schnell! Jetzt hatt ich mich so daran gewöhnt....

Daraus ist dieser Cartoon entstanden. Ich hoffe, Ihr könnt schmunzeln ;-)
Und ich frage mich, ob das vielleicht wirklich schon mal in der Art passiert ist ;-) So völlig gegen den Trend bei Leuten, die wie ich mit Veränderungen nur schwer umgehen können. Spontanität will nämlich bei mir gut geplant sein.

Jetzt muss ich mich erstmal wieder dran gewöhnen, dass es wieder schneller ist.... Wow... Gott sei Dank hab ich noch nicht zu VDSL gewechselt, das wär für mich eine noch nicht verkraftbare Umstellung gewesen. Jetzt kann ich mich schon mal gedanklich und physisch drauf einstellen, da die alten Leitungen Ende des Jahres abgeschaltet werden sollen und dann ein Wechsel wohl unvermeidlich ist.

Jetzt weiss ich, warum die Muskeln bei chronisch Schmerzkranken (ich frage mich, ob das auch bei anderen chronischen Krankheiten und bei chronischem Stress so ist, vermute es aber anhand meiner Beobachtungen im Grossraumbüro schon, auch so ist) angespannt sind und sich einfach nicht entspannen lassen. Und warum wir nachts nicht schlafen können. Ich hatte es ja schon mit dem Erstarrungsmodus (Freeze) oder Kampf-, Fluchtmodus erklärt. Das stimmt auch. Und die zunehmende Reizüberempfindlichkeit (Geräusche, Gerüche, Schmerzen, Berührungen z.B: Allodynie ...) wird ja auch vom Abschalten der Reizfilter des Nervensystems verursacht, der man mit einer Desensibilisierungstherapie entgegenwirken kann.

Nur war mir der Mechanismus dahinter noch nicht ganz klar. Jetzt bin ich im Buch Dem Schmerz entkommen - So hilft Ihnen die Cannabis-Therapie von Dr. Martin Pinsger und Dr. Thomas Hartl auf die Erklärung gestossen.

Sicher habt Ihr Euch schon mal gefragt, warum Cannabis entspannend wirkt. Weil es an die körpereigenen (endogenen) Cannabinoidrezeptoren in unserem Körper andockt. Denn unser Körper produziert wenn er gesund ist, selbst körpereigene (endogene) Cannabinoide.

Bei chronisch Kranken, chronisch Stressgeplagten funktioniert dieser endogene Cannabinoidmechanismus nicht mehr. Dieser ist ein Teil des Nervensystems und regelt die Entspannung desselben und die Aktivierung von Dr. Vagus (dem Vagusnerv) und des Parasymphatikus. Diese gelingt aber chronisch Kranken und auch Autisten und ADHSlern, chronisch Stressgeplagten nicht mehr. D.h. der Symphatikus bleibt daueraktiv. Der Schalter klemmt.

Da davon auch die Reizfilter (Mittelohrnerv, Sehnerv ....) betroffen sind (im Alarmmodus werden die deaktiviert!), wird man immer reizempfindlicher. Auch dieser Reizfilter wird nämlich vom endogenen Cannabinoidsystem gesteuert. Funktioniert es nicht, kann keine Entspannung , keine Aktivierung des Vagusnervs und des Parasymphatikus und keine Aktivierung der Reizfilter stattfinden. Des is fei a ned grod as gsündeste.

D.h. alle Reize prasseln ungefiltert auf das Hirn ein. Für kurze Zeit ist das kein Problem, aber langfristig ist das ganz und gar nicht gut. Das ist so, als würdet Ihr ein Auto auf Verschleiss fahren.... dann geht es früher kaputt. Und bei unserem Körper ist es noch viel komplizierter, weil die Vorgänge viel komplexer sind. Eine Schieflage an einem System wirkt sich als Kette auf den ganzen Organismus aus. Deshalb passieren seltsame Dinge, wie Wundheilungsstörungen (nur in Entspannung kann der Körper seine Selbstheilungskräfte aktivieren!), motorischen Störungen, Muskelabbau (Glukoneogenese), Arthrose, Knochenschwund ... sind die Folge. Worst case: Herzinfarkt, Lungenembolie oder Schlaganfall...

Exogene Cannabinoide können helfen, das endogene Cannabinoidsystem wieder in Gang zu bringen. Sie sind aber kein Allheilsbringer und es gibt leider auch Menschen, bei denen die Therapie nicht funktioniert.

Es gibt aber auch Wege, das endogene Cannabinoidsystem auf natül;rliche Weise wieder zu aktivieren. Auch beim Einsatz von exogenen Cannabinoiden ist eine Änderung des Lebenswandels erforderlich, um diesen Vorgang aktiv zu unterstützen. Und Patienten, bei denen die Cannabinoide nicht wirken, können auf diese ganzheitliche Umstellung zurückgreifen. Die Veränderung wird nur langfristig Erfolg haben. Man braucht Zähigkeit und Durchhaltevermögen.

Ein Baustein ist die regelmäßige Bewegung (denn nur so signalisiert ihr Eurem Körper, dass Ihr den Stress abbaut, die Gefahr vorüber ist), gute Ernährung (okay: ich liebe auch Trostschokolade... doch weniger Gewicht tut dem Körper gut), ausreichend gute soziale Kontakte, Erfolge bei der Lösung von Problemen, das Jetzt so akzeptieren wie es ist und aktiv die Verantwortung für Euch und Euren Körper zu übernehmen, gehört dazu! Jede Form der Ablenkung: Arbeit, Hobbies, alles, wo Ihr Zeit und Raum vergesst (im Flow seid) ist gut. Denn wenn ich es richtig verstehe werden im Flow-Zustand (auch im Sport) Cannabinoide ausgeschüttet. Sprich so arbeitet Ihr an der Wiederaktivierung des Mechanismus, der nicht mehr funktioniert.

Und woran merke ich, dass es funktioiniert? Ihr könnt wieder besser durchschlafen. Wacht nachts nicht mehr so oft auf. Ihr träumt wieder. Das ist mir seid Jahrzehnten nimmer passiert. Ihr wacht auch nicht mehr beim leisesten Geräusch wie einem Knistern oder Gluckern der Heizung auf. Es sind kleine Veränderungen. Aber so empfindlich wie Ihr seid, nehmt Ihr sie wahr! Wenn nicht, arbeitet an Eurer Körperwahrnehmung. Denn Euer Körper signalisiert Euch klar und deutlich, was er braucht. Ihr müsst nur wieder lernen ihm zuzuhören.

Ihr merkt es auch daran, dass Ihr in Tätigkeiten versumpft. Dabei Zeit und Raum vergesst. Aber paradoxerweise dazu die letzte Woche wie im Flug vergangen ist. Das sind nämlich Anzeichen dafür, dass das Endocannabinoidsystem wieder anspringt!

Jaja. ich weiss. Das sagt sich so leicht. Wie lernt man das? Meditation und Achtsamkeitsübungen (z.B. täglich ganz bewusst Zähnezuputzen, nicht in den Gedanken abzuschweifen..) kann enorm helfen. Auch in den Wald gehen und Ameisen, Tiere, Blätter im Wind beobachten. Die Kühle und den Geruch des Waldes wahrnehmen. Die Stille... All das schult wieder Eure Sinne.

Ihr müsst Eurem Körper beibringen, sich wieder sicher zu fühlen! Denn das tut er ganz und gar nicht! Ihr habt Euch aber genauso dran gewöhnt wie ich an die Langsamkeit meines Internetzugangs. Ihr müsst Euer Bewusstsein also erst wieder wecken. Was Euch aber aufgrund des deaktivierten Reizfilters sehr leicht fallen wird. Denn Ihr nehmt ja ALLES! wahr! Ihr seid also unfähig NICHT achtsam zu sein!

Ich wünschte mir jedoch Psychologen auf Schmerztherapie würden diese Chance auch erkennen! Und auch die Problematik dahinter! Denn nicht NICHT achtsam sein zu können, bedeutet, dass man alles mitbekommt.

Es gab Medikamente, die einen ähnlichen Wirkmechanismus hatten. Sie wurden deswegen vom Markt genommen. Die Probanden bekamen Psychosen. Es ist nämlich nicht gesund, wenn man im Dauerbombardement von Reizen steht. Das Hirn greift dann zum Selbstschutz und schaltet Bereiche ab. Beim Rechner ist es ja genauso. Daher resultieren sicher Dystonien, Spasmen, Neglectsymptome, Dyskenisien, spontane Lähmungen. Denn das sind ja nichts anderes als Funktionsstörungen sind ja die Abschaltvorgänge im Körper. Der Notfallhalt, die Notbremse unseres Körpers. Absolut logisch und hervorragend gelöst. D.h. um schlimmeren Schaden abzuwenden, werden kleinere Schäden in Kauf genommen. Risikomanagement des Körpers. Genial. Betrachtet es mal so! Und Ihr werdet Eure Einschränkungen mit ganz anderen Augen betrachten. Ihr werdet dankbar dafür sein. Denn der Worst case, der komplette Systemabsturz wurde so verhindert!

Den Schmerzpsychologen würde ich empfehlen, genau diese Sichtweise (die ja auch wissenschaftlich und logisch begründet werden kann) zu vermitteln! Und dass der Prozess umkehrbar ist! Das zeigt ja auch das Video von Ana. Hier wurde das System mit Ketamin resettet. Das funktioniert aber nicht immer und ist mit hohen Risiken verbunden. Denn ein System, dass eh schon auf dem Zahnfleisch daherkommt (also extrem fragil ist!) noch mit zusätzlichen Medikamentengaben noch fragiler zu machen, halte ich nicht für besonders schlau. Die Therapie ist auch in Deutschland nicht zugelassen. Das ist meiner Ansicht nach auch gut so.

Denn ihr habt es selbst in der Hand Euren Lebenswandel zu ändern und wieder die Kontrolle über Euer Leben zu ergreifen. Denn das ist der erste und wichtigste Schritt!

Mir ist im Zuge dessen z.B. bewußt geworden, dass mich noch nie irgendjemand in meinem Leben gefragt hat, was ich brauche und was ich mir wünsche. Mit einer behinderten Schwester im Haushalt lernt man früh sich zurückzustellen und Rücksicht zu nehmen.

Kein Wunder also, dass ich als ich mit der Schule fertig war, keine Ahnung hatte, was ich werden sollte. Ausserdem lag mir zuviel. Und es gab zu viele Optionen. Das macht es auch für zukünftige Generationen nicht einfacher. Sie haben mehr Wahlmöglichkeiten. Aber das Entscheiden verlernt. Mir geht es ja auch so.

Und ich glaube, dass auch das bei meiner chronischen Schmerzerkrankung eine Rolle spielt. D.h. ich lerne gerade mich zu fragen: Was brauche ich? Und was wünsche ich mir?
Und dies auch offen und klar zu kommunizieren und auch einzufordern! Für Alternativen offen sein, ist notwendig. Aber alles andere ist nicht verhandelbar! Denn es ist für mein System überlebensnotwendig.

Erinnert Euch an die Stute mit dem Fohlen. Sie trinkt zuerst! Das ist kein Egoismus und kaltherzig, sondern sinnvoll und richtig. Denn stirbt die Stute, hat auch das Fohlen keine Überlebenschance!

D.h. Ihr könnt Euch nur Herausforderungen stellen, wenn Euer System diesen auch gewachsen ist. Und ist er dies nicht, dann müsst Ihr das System und die Umgebung auf das System anpassen! Und nicht die Quadratur des Kreises anstreben! Da kommt nur ein verdelltes Oval heraus und keiner ist glücklich. Entweder gscheit oder gar ned!

Wenn Ihr wie ich seid, dann habt Ihr Euch zeitlebens in eine Rolle pressen lassen, die Ihr nicht seid. Ihr seid selten oder nie so angenommen worden, wie Ihr seid. Und habt selbst verlernt Euch so anzunehmen (mit all Euren Besonderheiten, Wunderbar- und Wunderlichkeiten) wie Ihr seid! Nur wenn Ihr Euch selbst lieben könnt, so wie Ihr seid, können Euch auch andere gern haben. Und die, die Euch so nicht gern haben wie Ihr seid, die können Euch mal gern haben!

Das Endocannabiniodsystem ist der Wohlfühlmodus unserers Körpers. Ich kann mich leider nicht erinnern, ob und wann ich da jemals gewesen bin. Sicher geht es vielen von Euch ähnlich.

Mir wurde das erst in den letzten Tagen und Nächten wieder klar, weil mit dem Regen und dem Wetterwechsel meine innere Unruhe und Hibbeligkeit und Grantigkeit wieder zugenommen hat. Trotz Trampolinhüpfen und meiner Bewegungseinheiten.

Wenn ich nachts aufwache, dann laufe ich auf der Stelle und schwinge dabei die Arme mit. Die Arme sind wichtig! Denn nur damit werde ich müde und ich merke, dass mein System herunterfährt. Ich nehme an, dass hierbei durch die Armbewegungen der Vagusnerv aktiviert wird.

Danach geh ich wieder ins Bett und schlafe auch wieder schneller ein. Es ist eine angenehme und schnellere Alternative dazu, eine Stunde lang in der Küche zu sitzen und Comics auszumalen.

Niemand wird Euch die Lösung auf der Silbertablette servieren. So einfach ist es nicht. Weil unser System komplex ist! Die positive Nachricht ist: Ihr habt es selbst in der Hand! Ihr seid Eure Schmerzkoryphäe! Kein Arzt in Sonstwo ... Er kann Euch nur begleiten und das Handwerkszeug dazu in die Hand geben. Benutzen müsst Ihr es aber selber!

Insofern hatte der Arzt, der mal zu mir sagte: "Schauen Sie wie Sie mit Ihrem Leben zurechtkommen!" den Nagel wortwörtlich auf den Kopf getroffen. Das klang damals hart und ich bin in einem Loch gelandet, weil ich nicht wusste, wie ich das anstellen sollte. Hier hat mir das Verständnis und das Verstehen gefehlt. Langsam blick ich durch.

Sicher sind die Vorgänge im Körper noch viel komplexer. Aber je mehr Ihr darüber wisst, desto mehr Puzzleteilchen habt Ihr für Euer persönliches Puzzlebild, dass sich Stück um Stück weiter in Richtung Heilung zusammenfügen lässt. Und seid Euch gewiss: Euer Puzzle wird ganz anders als meines aussehen!

Ich hoffe, ich kann Euch den ein oder anderen Anstoss und Tipp für den Bau und das Zusammenfügen Eures persönlichen Lösungspuzzles geben! Denn das, was Ihr auf dem Weg braucht, sind Weggefährten, die Euch verstehen, die Euch akzeptieren, so wie Ihr seid und Euch auf Eurem Weg unterstützen! Denn das sind wahre und echte und authentische Freunde. Sie geben Euch Energie! Sie rauben Euch keine.

Was ich Psychologen und Schmerztherapeuten auch nahelegen möchte, ist zu verstehen, dass bei deaktiviertem Reizfilter auch Reize, die sie nicht bewusst wahrnehmen (Wetterwechsel, Lärm, Neonlicht, elektromagnetische Strahlung ...) auf uns Patienten auswirken! D.h. da können wir nix dafür! Das ist einfach so! Weil unser Reizfilter deaktiviert IST!

Es ist auch bei den Psychologen und Schmerztherapeuten so, aber sie sind sich dessen nicht bewusst. Wenn Sie mir nicht glauben, dass das Wetter solche Effekte hat, dann empfehle ich Ihnen mal bei solchem wie dem allweiligem Wetter mal einen Blick nach draussen an den Himmel zu werfen.

Am Höchstadter Krankenhaus kann man z.B. die Schwalben (die anscheinend auch dort unter dem Dach Nester bauen... ein naturnahes Krankenhaus ;-) wirr kreuz und quer hin und herfliegen sehen. Auch Ihr Nervensystem reagiert auf den Wetterwechsel!

Auch neigen chronische Schmerzpatienten zu Logorhoe (Redefluss) oder dem Gegenteil (Mutismus). Wie kann das sein? Das ist doch genau das Gegenteil!

Ich neige dazu, wenn ich mich einigermassen wohl und verstanden bei jemandem fühle und zu reden anfange, nicht mehr aufhören zu können. Auch weil mein Hirn assoziative Gedankenketten liefert, die sich ins Unendliche fortsetzen können. Meine Gesprächspartner haben mir auch schon öfter gesagt, dass sie meinen Gedankengängen nicht folgen können. Mir geht es z.B. mit meiner Mama ebenso.

Ich nehme an auch das liegt am übererregtem Nervensystem. Fühlt man sich mit der anderen Person wohler, dann scheint es zum Redfluss zu kommen. Da ich Schwierigkeiten habe, soziale Stoppsignale zu interpretieren bzw. nur mit Versatz, kann ich ihnen nicht nachkommen. Ich denke, man müsste mir ein Stoppschild vor die Nase halten. Und bei Ironie und Sarkasmus und Witzen ein Schild mit der Aufschrift: Das war ein Scherz.

Fühle ich mich vom Gegenüber eingeschüchtert , hatte ich einen harten Tag mit vielen sozialen Interaktionen, dann ist mein Hirn nicht mehr zu mündlicher Kommunikation fähig. Reize wie tickende Uhren, Neonlicht können mich nachmittags soweit bringen, dass ich keinen zusammenhängenden logischen Satz mehr herausbekomme.

Leider scheint dann mein Gegenüber darauf zu schliessen, dass ich schwerhörig oder schwer von kapee bin. Beides ist nicht der Fall. Nur mein Hirnakku ist leer, denn er war bereits den ganzen Tag mit der Verarbeitung von Inputs (Reizen, Interaktionen ...) überfordert. Mein Prozessor muss ja mehr leisten, weil mehr Input kommt.

Bei mir funktioniert die Kommunikation zwischen Hirn und Mund nicht mehr. Das ist nicht schön. Aber ich kann es nicht ändern. Ich kann es aber so einrichten, dass ich wichtige Dinge auf den vormittag verlege und mir Auszeiten gönne und keine Termine an einem Tag balle.

Genausowenig kann man bei einem Rechner, der aufgrund der Menge, der Programme und Datenbanken, die auf ihm laufen, und ihn in die Knie zwingen, langsam werden lassen, auf die Prozessorkapazität schliessen wenn ich einen über Last ausgelasteten Server mit einem Windows-PC vergleiche, auf dem grad mal paint läuft.

Ja, der Server ist langsamer (und man sollte da auch handeln... Speicher aufrüsten, Prozesse auslagern...), aber es heisst ja nicht, dass der Windowsrechner schneller ist. Er ist nur weniger ausgelastet.

Und genauso ist es bei chronisch Kranken und Menschen, die im chronischen Dauerstress sind. Das Gedächtnis lässt nach. Man wird fahrig.
Aber nicht, weil das Hirn zu wenig leistet, sondern ZUVIEL!!! Das ist ein gewaltiger Unterschied!
Und ich bin davon überzeugt, dass es bei Autismus und ADHS genauso ist. Erklärbar wäre also dass hier das Endocannabinoidsystem ab Werk nicht funktioniert!

Und das System seine Kompensationsmechanismen findet. Also die Kinder. Sie sind sich aber weder dessen bewusst, dass sie Reize anders verarbeiten - sie haben ja gar keinen Vergleich - noch haben sie eine Wahl. Sie müssen damit zurechtkommen. Dann wäre der Bewegungsdrang von Autisten und ADHSlern also eine Kompensationsstrategie. Eine Überlebensnotwendigkeit um das System vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

Ich frage mich, ob auch der plötzliche Kindstod damit zusammenhängen könnte. Was wäre, wenn auch hier die Reizlast zu intensiv wäre und die Kinder keinen funktionierenden Reizfilter hätten? Hm....

Gewöhnt man den Kindern diese Kompenstationsstrategien ab (weil es als auffälliges und sozial nicht akzeptables Verhalten gilt), nimmt man ihnen die Möglichkeit ihr Nervensystem zu beruhigen und es vor schlimmerem zu bewahren. Bei meiner Schwester war ein epileptischer Anfall mit einer Gehirnblutung die Folge. Es ist immer alles eine Folge von Ursache und Wirkung. Das ganze zu verstehen hilft mir dabei, Lösungen zu entwickeln. Denn nur, wenn ich genug über eine Sache weiss, ist dies überhaupt möglich.

Ich denke, dass bei Patienten, die unruhig sind, vermehrten Harndrang haben, dies ein Zeichen für eine Notbremsung ist! Das sind Anzeichen dafür dass das Nervensystem kurz vor dem Absturz steht. Und soweit ich es beurteilen kann, betrifft dies auch Patienten auf Intensivstationen. Hier könnte man damit anfangen, Reize zu mildern. Neonlicht z.B. durch Blaulichtfilter, die Piepserei der Monitore dem Patienten ersparen. Könnten hier evtl. Ohrstöpsel zum Einsatz kommen? Angenehme Farben: Grün z.B. statt weisse Kittel und weisse Wände. Denn Grün ist im Wald unsere natürliche artgerechte Umgebung. Auch langsam schaukelnde Betten können dem entgegenwirken und das Nervensystem beruhigen. Oder Schaukelstühle...

In Hängematten z.B. ist der Schlaf besser als auf der besten Matraze der Welt... Schreiende Babies beruhigen sich ja auch im fahrenden und schaukelnden Kinderwagen. Und nicht umsonst schläft so mancher Pendler im schaukelnden Bus über die Landstrasse besser als im eigenen Bett...

Denn all diese Reize bombardieren das fragile Nervensystem zusätzlich. Eine Mauer, die schon Löcher hat, wird weiter bombardiert... Was das ganze bedeutet, brauche ich wohl nicht weiter auszuführen.

Babies sind auch überempfindlich auf Reize. So plärren sie, wenn sie in lauten Restaurants dabei sind. Und sind kaum zu beruhigen. Meinem Nervensystem geht es ebenso. Gut, ich schreie natürlich nicht. Ich kann ja flüchten. Das kann das Baby noch nicht.

Daher ist meine Vermutung durch diverse Beobachtungen, dass das Nervensystem von chronisch Kranken und Menschen, die unter chronischem Stress stehen, ebenso übersensibel sein kann wie das von Babies. Bei Ihnen ist dies aber notwendig, weil sie die Welt ja mit allen Sinnen erfahren müssen, um zu lernen. Hier hat es einen Sinn.

Meine Beobachtungen sprechen für mich dafür, dass sich das ganze Nervensystem (und alles, was damit zusammenhängt) dynamisch ändern kann. Auch innerhalb eines Tages. Wenn man z.B. eine Erkältung bekommt. Auch dann wird man gereizter. Zieht sich zurück. Sucht Sicherheit und Geborgenheit im Bett und im eigenen Zuhause. Man braucht Wärme (ein heisses Bad, warmes Bett, heissen Tee, Hühnersuppe) und menschliche Wärme (Hühnersuppe mit Liebe von Mama oder der Partnerin oder dem Partner gekocht).

Und dann erst in der heimeligen Wärme und Sicherheit des Zuhauses, bei Menschen, die man mag , wird man wieder gesund. Und genau dasselbe müsste analog dazu bei chronischen Krankheiten auch möglich sein. Es dauert halt länger. Wie lange, kann ich Euch nicht sagen, denn ich stecke ja selbst noch mittendrin. Ich merke aber auch aufgrund zeitweise nachlassener Reizüberempfindlichkeit, besserem Schlaf, dass die Richtung stimmt. :)

Nun dacht ich, dass nur die Hitze den Sehnerv beeinträchtigt, wurde aber mit dem Wetterwechsel eines Besseren belehrt. Anscheinend hat auch der Regen denselben Effekt. Ich tu mir schwer die Zeitung zu lesen.

D.h. die Nähe verschwimmt. Warum ist das so? Wenn sich das Nervensystem im Erstarrungs-, Flucht - oder Kampfmodus befindet, dann stellt sich auch das Auge auf die leiseste Gefahr ein. D.h. es sieht die die kleinste Bewegung in der FERNE! aus dem Augenwinkel. Denn jede Bewegung könnte ja eine Gefahr sein!

Sprich: Nahsicht ist nicht gefragt! Das ist leider etwas unpraktisch, wenn man vor dem Monitor arbeiten möchte.... Nicht unbedingt kompatibel. Daher halte ich aber auch diesen Prozess für Umkehrbar sobald sich das Nervensystem wieder beruhigt hat. Ich merke es ja auch dadurch, dass ich bei stabilen Wetterlagen wieder besser in der Nähe sehe und die Zeitung lesen kann! D.h. es schwankt je nachdem wieviele Reize ungefiltert auf mein Nervensystem einprasseln. Und der Fluchtmodus spielt natürlich eine Rolle. D.h. je wohler sich mein Nervensystem fühlt, desto besser klappt es.

Mir hilft CBD-Öl 10 Prozent mein Nervensystem abends etwas runterzufahren. Ich hoffe, es hilft mir dabei mein Endocannabinoidsystem wieder anzukurbeln.

Montag: Heut war ein tierischer Tag. Das mein ich wie immer wortwörtlich.

Erst war heut früh an der Haltestelle ein dunkelbraunes Eichhörnchen, eine Katze und eine Frau mit einem Bobtail. Also dem Hund. Welche Frisur sie hatte, weiss ich nicht. Ich hab auf den Hund geguckt.

Zwischen Gremsdorf und Buch hab ich einen Feldhasen und ein Reh auf der Wiese gesehen. Im Wald zwischen Buch und Klebheim ein Reh - das guckte zwischen den Bäumen hervor. Ich hab es nur gesehen, weil das Fell vom Reh rotbraun war und die Bäume dunkler waren.

Im Zug erzähl ich meinem Busnachbarn:"Ich hab heut schon ein Eichhörnchen, eine Katze, zwei Rehe und einen Feldhasen gesehen."
Er:"Alle zusammen?!?"
Ich:"Nein. Nacheinander."

Als ich das defekte Sprungtuch zur Post bzw. zur Lottostelle gebracht hab (da ist jetzt auch ne Posfiliale, weil die Post am Marktplatz auszog, um uns das fürchten zu lernen... - eine Frau wollte nochmal Geld am Postautomaten damals abholen. Die hat einen ganz schönen Schreck bekommen, als der Automat an ihr vorbeigefahren ist.., hab ich heimwärts Ameisen gesehen.

Warum heisst es eigentlich A-meise und nicht B-meise? Kohlmeisen gibt es ja auch noch. Gehören aber einer anderen Gattung ab.

Wenn ich drei Ameisen sehe, begrüße ich sie mit den Worten:"Guck amol! A Ameise, Bmeise und Cmeise.

Schon seltsam. Ameisen können eine Wand hochlaufen. Sie sind Meister im Teamwork und organisieren. Und der Mensch hält sich für die Krone der Schöpfung...

Ratet mal, was ich heut gezeichnet habe... Ameisen-Comics ;-)

In diesem Sinne, einen schönen Feierabend!

Dienstag: Heut hat mich unser Busfahrer aus Versehen in die Bustür neizwickt.
Dabei wollt er bloss nett sei und wollt wie die Tür offen war, den Bus absenken. Dann isser aber auf'n falschen Knopf kumma und die Tür is zuganga, wo ich grod eigstiegn bin. Ich bin dann halmi aus'm Bus nausgflugn. Mitsamt Hanni und Nanni.

Der Busfahrer is vill mehra derschrocken wie ich. Ich hab glacht. Mir is nix bassierd.
Er:"Mei Herz! Des wär mei gute Tat für heut gwesen. Der Dooch is gloffen."
Mir sin dann aber goar ned gloffen. Mir sin gfahrn.

Aane vo die zwaa Katzen had uns ihrn Liebesbeweis in die Hofeinfahrt glechd. An toten Feldhamster. Bei dem hat der Totstellreflex leider ned funktioniert. Oder zu gut.

Mittwoch: Mir hamm an neua Busfahrer. Der muss auf der Flucht sei. Jedenfalls färt er asu. An jeder Ampel bremst er stark ab und dann gibt er widder Gas.

Und dann woar mer in Klebheim viel zu schnell und er hat warten müssen. In Niederlindach war er immer noch zu schnell und da isser dann ausgstiegn und hat sein Bus vo vorn fotografiert. Und dabei unsere Persönlichkeitsrechte verletzt.

Mir woarn so schnell, mir hätten bal nu die S1 derwischd.

Mein Busnachbar meint:"Der is früher Flixbus gfahrn."
Wohl eher Fixbus...
Ich:"Is des etz a Upgrade oder a Downgrade?"

Auf einem Klappfahrrad im Zug steht "Foldy". Das ist ein niedlicher und passender Name für ein Klapprad. Ich muss schmunzeln.

Ich hab mir angschaut, wer da als erstes zur Feldhamsterleiche kummd. Erst die Fliegen , die so blau schimmern. Später die kleineren. Innerhalb vo zwei Tagen warn die Innereien aufgeräumt. Das Fell war an der Oberseite noch dran. Unten nimmer. Da war alles ausgehölt und man hat die Wirbeläule gesehen. Also den Rest vom Feldhamsterskelett.

A propos Skelett ... Bei meiner Physio hängen die Arme von ihrem Demoskelett von der Decke.

Den Feldhamster habi dann beerdigt. Also ich hab Leichenbestatter gspielt. Aber ohne Musik und den ganzen Zirkus.

Aber scho interessant wieviel neues Leben aus so einer Leiche entsteht. Und des ganz ohne Leichenbestatter, Sarg und Tamtam. Des alles däd nimmer geh, wenn mer ka Insekten mehr hätten.

Donnerstag: Heut hammer wieder den Rennfahrer. Zwei Ampeln in Höchstadt überfährt er bei dunkelorange.

Unser Zug hat heut ca. 10 Minuten Verspätung. Etz haddersi ganz umasunsd so gschickt. Etz steh mer bloss nu länger in der Gegend rum.
Ich: "Wenn er sie ned so gschickt hätt, hättst nu a boar Minuten im Bus schlafen könna..."

Ansage:"Grund für die Verspätung ist eine Signalstörung."
Mei Busnachbar:"Scheiß Signal! Des woar letzte Woch scho amol kaputt. Do solln sie mal einen hinschicken, der es repariert."

Ich sinnier:"Signalstörung... wie langweilig. Warum ned amol a Elmex oder Colgate-Störung?"

Ein Mann mit einem Kochtopf läuft am Bahnsteig an uns vorbei. Wir gucken ihm irritiert hinterher.
Mein Busnachbar:"Den braucht er heut bloss in die Sonne stellen..."

Als der Kochtopf sich später im Bus auf dem 4-er gegenüber von uns niederläßt, muss ich mir das Lachen verbeissen.

Vor Unterfarrnbach halten 10 Störche eine Konferenz ab. Apropos Konferenz: das mit dem Vortrag hat ned geklappt. Ich war zu spät dran. Schad. Dann halt ich ihn halt beim Gesundheitsjahr in Höchstadt.

Eine Bekannte hat mir neulich dieses Gschichtle erzählt. Das fand ich lustig. Also hier ist es.

"Am Weiher gibt's auch Reiher. Neulich habe ich mich gefreut, als ich einen weißen gesehen habe. Als ich näher kam, war's ein Schwan. Ich brauche unbedingt eine neue Brille."

Das mit den Sehproblemen hamm also zur Zeit mehr Leut wie ich.

Und der Comic hat sich am Vorbeifahren am Nürnberger Flughafen ergeben. Vill Spass!

Freitag: Heut isses widder der Absenker.

Er lacht, hält beide Hände in die Luft und sagt:"Der Schock wirkt immer noch nach ..."
Etz traui mi eisteign.

Gestern bei meiner Ergo.
Ich:"Ich sollt Dich an was erinnern."
Sie:"An was?"
Ich:"Des habi vergessen."

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

 
Die Glaa aus ERH - Die Beschwerde Sandra Jaeger 2019
Die Glaa aus ERH - Das Pferd und das Flughafenschild Sandra Jaeger 2019
20.07. bis 26.07. Spontanität will gut geplant sein...

Sonntag: Schad. Gestern und vorgestern war ich sehr enttäuscht.

Anscheinend ist das aber wieder ein Tritt in den Hintern, damit ich mich weiter verändere und meinen Weg gehe. Scheint mal wieder Zeit dafür zu sein.

Nun muss ich das Mannheim-Problem neu überdenken. Ich denke, ich habe eine Lösungsmöglichkeit gefunden.

Die Themen stehen nun auf der Seite. Ich werde im ersten Schritt gucken, was mich interessiert. Es sollten an dem einen Tag für den ich mich entscheide schon mind. 2 Themen sein. Leider überschneiden die sich. Wenn ich zu wenig finde, macht es keinen Sinn hinzufahren. Also wenn ich 6 Stunden Fahrtzeit hab für einen Vortrag von 2 Stunden oder so, rentiert es sich einfach nicht.

Der Vortrag zu CRPS wär interessant. Und auch der zu most vulnerable persons. Der interessiert mich ehrlich gesagt mehr. Da geht es auch um Autismus. Aber nur ne halbe Stunde. Beide sind leider an unterschiedlichen Tagen... Und das Thema Mindfulness ist parallel zu einem von beiden. Das wären so meine Themen. Und der zu Empathie und Schmerz. Leider sind die nicht alle unter einen Hut zu kriegen. Jetzt muss ich erst überlegen was ich mache. Die Vorträge sollen auch teilweise online abrufbar sein. Das wäre noch eine Alternative. Vielleicht schreib ich nochmal hin und frag, ob man die genau die Themen auch abrufen kann. Das wär auch eine Option.

Die Fact Sheets zu Pain in the most vulnerable (Behinderte Menschen, Kinder, Ältere, denn diese Gruppe wird oftmals nicht ausreichend mit Schmerzmitteln versorgt (sie bekommt weniger als der Durchschnitt), weil sie sich nicht äußern können und ihnen die sozialen Fertigkeiten im Umgang mit Ärzten fehlen und weil sie eingeschüchtert sind - Ein grosses Problem - findet Ihr hier.

Heut hab ich am offenen Bücherschrank in Höchstadt ein erstaunliches Gespräch mit einem netten Herrn gehabt. Denn da ich Bücher liebe und es Menschen, die mir ähnlich sind, ebenso gehen müsste, ist es logisch, dass ich dort auf eben diese treffe.

Es war ein sehr schönes und interessantes Gespräch über Neurowissenschaften und Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Er meinte, ich bringe die Dinge auf den Punkt und könne gut reden. Ich antwortete, das liegt auch an ihm, weil ich mich im Gespräch mit ihm wohlfühle. Bei meinem Schmerztherapeuten bringe ich keinen zusammenhängenden Satz heraus. Das hat mir noch niemand gesagt, dass ich gut erzählen kann. Klar und direkt und sauber auf den Punkt. Ich dachte immer, ich kann das nicht. Weil man es mir so gesagt hat.

Ich muss meine Selbstwahrnehmung wohl noch um einiges korrigieren... Bei mir scheint die Verpackung und der Inhalt früher immer nicht zusammengepasst zu haben. Mal sehen, ob ich das irgendwann mal hinbekomme. Deswegen konnt ich Menschen immer wieder überraschen. Weil sie mich unterschätzt haben. Interessant. Ich mich aber auch.

Wenn das ganze auf Resonanz beruht, dann würde das im Umkehrschluss bedeuten, dass je mehr ich mir dessen bewusst werde, was ich kann, ich das auch ausstrahle und es entsprechend zurückgespiegelt bekomme über den physiologischen Zustand meinerseit und des Gegenübers. Mal beobachten, ob das stimmt.

Der Telefonanbieter hat mir heute einen Brief geschrieben. Auftrag über die Störungsbehebung. Da steht was von der Kunde hat die Unterschrift verweigert und da ist ein Kreuzchen dran. Mich hat aber keiner wegen einer Unterschrift gefragt. Kostenfrei ist die Störungsbehebung. Na das wär ja noch schöner, denn ich konnte das Internet und das Telefon auch drei Tage lang nicht nutzen. Nur hab ich jetzt keine Ahnung, was ich mit dem Schreiben machen soll...?!? Soll ich da noch unterschreiben und es zurückschicken? Oder ist das für meine Unterlagen? Wie neulich das Schreiben vom Finanzamt, wo ich auch nicht wusste, was ich damit machen soll... und erst nachfragen musste.

Heilige Bürokratie. Die und die Bequemlichkeit werden uns noch alle umbringen... Fängt auch beides mit B an.

Neulich hat mir eine Bekannte von einem schrägen Gespräch mit ihrem Hausarzt erzählt. Sie hat sich grad über das Verhalten von jemandem echauffiert. Also aufgeregt. Und redete wie ein Wasserfall.
Drauf gab ihr ihr Hausarzt den Rat einfach , den Mund zu halten.
Sie drauf:"Wenn man alles schluckt und nix sagt, dann bekommt man Krebs."
Er:"Und wenn man sich immer drüber aufregt, bekommt man einen Schlaganfall."

Und für Euch gibt es einen neuen Comic. Ich hoffe, Ihr könnt schmunzeln.

Montag: Ich wusste nicht, dass es schon soweit ist, dass es auch schon bei Augenärzten einen Aufnahmestopp gibt. Man lernt nie aus. Ich hab aber in Erlangen für nächsten Montag (ich war überrascht, dass es so schnell geht) einen Termin bekommen.

Heute hab ich mit meinen Comicausstellungsvorbereitungen begonnen. Es wird gaaanz anders, als ich gedacht habe :) Mir gefällt es bisher sehr gut. Ich hoffe es kommt an.

Ich habe ein wunderschönes Sonnenblumenfeld am Freitag gesehen. Vor Bamberg auf dem Hügel beim Cafe. Ich verneige mich ehrfürchtig vor der Schönheit der Natur und es kommen mir beim Anblick Tränen der Freude. So schön sieht es aus.

Da man dieses überwältigende Gefühl nicht fotografieren kann, habe ich einen Cartoon daraus gemacht. Ich hoffe, er gefällt Euch!

Dienstag: So .. beim Telefonanbieter hab ich heut via Webformular zurückgefragt, was ich jetzt mit dem Schreiben machen soll... Auf Hotline und Warteschleienmusik hab ich grad keine Lust. Es eilt ja nicht. Da musste man eine 10-stellige Kundennummer eingeben. Meine Kundennummer hat aber 12 Stellen. Das hat mich verwirrt. Sonst konnte man das Formular nicht abschicken. Da die ersten beiden Nullen waren, habe ich diese entfernt und darauf im Schreiben nochmal hingewiesen.

Heut war ich in Erlangen. Beim D-Arzt. Ich hab ihn gefragt, warum es Durchgangsarzt heisst. Das wusste er selber nicht. Der Begriff wurde aber im letzten Jahrhundert geprägt, da sind die Berufsgenossenschaften entstanden. Das hat er mir sehr nett, freundlich und geduldig erklärt.

Ich hatte eine andere logische Erklärung für die Bezeichnung. Bei meinem D-Arzt sind die Behandlungszimmer in Reihe nebeneinander durch Durchgangstüren miteinander verbunden. Mein D-Arzt kommt immer bei einer Tür herein und geht zur anderen hinaus.

Danach war es dann 11:00 Uhr und ich hatte Hunger. Weil ich auch schon um 6:00 gefrühstückt hatte. Ich wollte was gscheites. Und was gutes, gesundes. Im Sitzen. Hab dann auch was gefunden. Dacht ich. Die Kellnerin erklärte mir aber dann, dass es Mittagessen erst ab 11:30 Uhr gibt. Ich hatte aber jetzt Hunger. Sie kam nochmal zurück und fragte mich, ob ich umdisponiert habe. Ich bin doch kein Logistikunternehmen!

Ich hab sie gefragt, was es jetzt zu essen gibt. Frühstück könnte ich haben. Englisches sei ja mit Wurst und Ei. Das wär ja was deftiges. Zu keiner Tageszeit würd ich diese Kombination hinunterbringen. Ich informierte sie, dass ich schon um 6:00 Uhr gefrühstückt hatte und mein Bedarf für Frühstück für heute gedeckt sei. Das war so ziemlich das Gegenteil von dem, was ich mir vorgestellt hatte und ich hab sie dann nach alternativen Cafes oder Imbissen gefragt. Ich bin dann zu einem Suppenimbiss gegangen und hab ne Thai-Curry-Suppe gegessen. VOR 11:30 Uhr! Die war gut. Und schön scharf.

Ich find das schon seltsam, dass wir uns von Bistros und Restaurants vorschreiben lassen, wann wir Hunger haben sollen. Das funktioniert bei mir ned.

Donnerstag: So. Nun hab ich gedacht, es wär schön mich in meinem Urlaub mal mit ein oder zwei netten Menschen, die ich mag zu treffen. Ich hab es mir einfach vorgestellt. Pustekuchen! Was ist das eigentlich für ein seltsames Gebäck?

Ist es wirklich so ein seltsamer Wunsch?
Ich bin grandios gescheitert. Ich habe viel Zeit reininvestiert. Und dann war ich gefrustet. Ich brauchte sogar was Süßes und Bewegung. Mein Trampolin wurde gestern zum Abreagieren genutzt. Es hat gut getan.

Und trotzdem seh ich was postives daran. Ich habe es wenigstens versucht. Jetzt mag ich nicht mehr. Es ist anstrengend und kräftezehrend und geht an meine Grenzen und Substanz. Wer nicht will, der hat schon.

Ich werd mir jetzt allein einen schönen Urlaub machen. Es hat ja auch Vorteile. Ich muss mich nach niemandem richten und kann so freier agieren. Ich will ins neue deutsche Museum. Und zur Nahrungsaufnahme in ein Cafe oder sowas ähnliches. Dort kann ich dann wieder meiner Lieblingbeschäftigung Verhaltensbeobachtung nachgehen. Ich sehe und höre was, was Du nicht siehst. Irrungen und Wirrungen und Verwirrungen des Alltags.

Und dann hab ich noch die Brücke geguckt. Die Monty Python DVD liegt auch noch rum. Soll ich gucken. Mal sehen, ob ich das verstehe. Oder nur Bahnhof... warum eigentlich Bahnhof und nicht Flughafen? Ich versteh nur Flughafen würd doch prima zum BER-Drama passen...

Ausserdem werd ich jetzt einfach sehen, ob und was jetzt noch passiert. Meldet sich doch noch jemand , dann freu ich mich. Wenn nicht, dann geht die Welt davon auch nicht unter.

Und ich hab mehr Zeit für mein Comicprojekt :) Das sich grad in eine vollkommen neue Richtung entwickelt. Unerwartet. Spontan. Das ist irgendwie cool :) Als würden sich die Dinge jetzt einfach fügen. Als würde bei einem Puzzle alle Teile an die richtige Stelle fallen... Es fühlt sich einfach richtig und gut an... es läuft... von allein... es ist leicht... wohlig und angenehm. Ich bin selbst gespannt, was sich da entspinnt... :) Es wird gut! Es wird schön! Es wird was ganz besonderes. Mit Herzblut. Mit viel Gefühl. Ich lege alles dort hinein.

Ein E-mail-Freund hat mir gemailt, dass er es gut findet, dass ich nicht den Kopf in den Sand stecke. Nein, ich mag keine Sand im Mund, in den Augen und in den Haaren. Das juckt immer so... Er meinte, ich würde ihn damit anstecken. Ich hab gar nicht gewußt, dass ich virulent bin :) Darüber hab ich mich sehr gefreut. Denn ich schätze ihn sehr. Er ist mit mir durch das Tal der Tränen gegangen und hat mich begleitet als ich mich an meinem Schopf wieder aus dem Dunkel herausgezogen habe. Baron Münchhausen hat das auch so gemacht :) Und im Geschichtenerzählen bin ich doch auch ganz gut.. gell?

Am Dienstag im Bus vom D-Arzt in die Stadt hatt ich eine seltsame Unterhaltung. Ein Mann mit Krücken setzte sich zu mir und Hanni und Nanni mit den Worten: "Jetzt sind wir Fusskranken unter uns."

Dann hat er mich gefragt, was ich gemacht habe und hat sich auch für meine anderen Achselstütz-Krücken interessiert.

Inzwischen frag ich die Leut immer, ob es sie wirklich interessiert. Er wollte es wissen und dann hab ich erzählt, dass ich wegen der Hände normale Krücken wie er sie benutzt nicht nehmen kann. Er hat dann gesagt, es tut ihm leid.
Da hab ich ihn gefragt: "Warum? Sie können doch nix dafür."

Ja, weil das ja alles so schlimm ist. Da hab ich gemeint, nein, ist es nicht. Es gibt schlimmeres. Meine Schwester hatte mit 7 einen Schlaganfall. Er : oje. Da hat es ja die ganze Familie erwischt.

Ihn und seinen Bruder hat es jetzt auch erwischt. Ich: "Das kommt daher, dass wir Menschen verlernt haben auf unseren Körper zu hören und über unsere Grenzen gehen. Tiere brauchen ja auch keinen im weissen Kittel, der sie gesund macht. Die können das ganz alleine, ihre Selbstheilungskräfte aktivieren. Wenn eine Katze den Schwanz verliert, dann trauert sie diesem nicht wie Menschen nach einem Unfall nach. Sie lebt weiter.

Ja, er hat auch eine Katze.
Ich: "Katzen aktivieren ihre Selbstheilungskräfte mit Schnurren. So entstehen Mikrovibrationen, die die Heilung fördern".
Er: "Das hab ich noch nicht gewußt. Mikrovibrationen..."

Er: "Es wird immer heisser in der Stadt."
Ich: "Ja, weil alles zubetoniert und gepflastert wird. Das reflektiert die Sonne und heizt die Stadt noch weiter auf. Grünflächen und Bäume fehlen. Bäume kühlen. Für den Ausbau der A3 wurden 1,2 Hektar Wald abgeholzt."

Er: "Was? So viel? Das wusste ich nicht."
Dann hat er sich von mir wo wir ausgestiegen sind , verabschiedet.

War des jetzt Bigtallk statt Smalltalk?

Freitag: Heut war ich im neuen deutschen Museum in Nürnberg.
Von aussen wirkt es recht einschüchternd mit seinen drei doppelten Eingangsglastüren. Durch die erste der Doppeltüren, die Doppelhalbtür (analog zur Dopplhaushälfte dürfte der Name so lauten) kam ich rein. Die zweite zierte sich etwas. Das muss an meinem physiologischem Zustand liegen. Irgendwas elektromagnetisches oder so... automatische Wasserhähne , automatische Türen und Ampeldrücker reagieren bei mir meistens nicht. Oder nicht auf Anhieb.

Irgendwann klappte es dann doch und im weitläufigem Atrium entdeckte ich dann ganz hinten im ansonten leeren Raum an einer Art Tresen eine Dame. Ich grüßte die Sicherheitsleute. Von denen im Übrigen mehr als Besucher im Museum vorhanden waren.

Bei der Dame war ich wegen einer Eintrittskarte richtig. Mit meinem Gdb bekam ich Ermäßigung.
Sie teilte mir in ernstem Ton mit:"Sie können noch jemand als Begleitperson mitnehmen."
Das war mir bereits bekannt. Scheiterte aber aus den gestern angeführten Gründen.
Deshalb antwortete ich:"Ich hab aber kann gfunden."

Sie blickte noch ernster drein und teilte mir mit, dass ich meinen Rucksack in den Schliessfächern verstauen müsse. Ich hatte schon Bedenken, dass ich dort auch meine Krücken einschliessen müsse. Durfte sie dann jedoch mitnehmen.

Da ich noch keine Kunstwerke erblicken konnte, ging ich einfach nach links , wo mir dann ein Wachmann den Weg wies. Sonst hätte ich sie vermutlich nicht gefunden. Denn sie waren gut versteckt.

Viel Raum und Wand blieb ungenutzt. Ich hatte mir so ein Museum irgendwie voller vorgestellt. Bei der Wohnungsnot finde ich das schon etwas schade. In den Museen, in denen ich bisher war (Spielzeugmuseum und Telekommunikationsmuseum) wurde der Raum von den Ausstellungsstücken sehr effizient genutzt.

Bisweilen verwechselte ich auch ein Kunstwerk mit dem Notausgang und bei den in der Ecke stehenden Stühlen und einer Bank an der Wand war mir nicht klar, ob es sich hier um eine Sitzgelegenheit für Besucher und Wachleute handelte oder um Kunstwerke.

Da dort kein Etikett hing (die waren sehr klein und schwer zu lesen, manchmal hab ich sie auch erst sehr spät gefunden), nehm ich an, es handelte sich um ersteres.

Ich begegnete im Erdgeschoss vasenförmigen in der Mitte aufgeschnittenen Plastiken in orange. Die sieht man auch von aussen. Dann kamen Swingstühle, ein Schaukelstuhl, Radio, Plastikschüsseln eine Kaffeemaschine aus den 70igern in orange, ein Holzfeuerwehrauto wie wir es bei uns im Kindergarten mal hatten... , ein Plastikschaukelpferd ohne Kopf, aber mit Griff, und ein Holzauto, was der Vorläufer des Bobbycars gewesen sein wird.

Eine grosse schwere Wiege aus Korbgeflecht war ebenso vorhanden. Da faszinierte mich vor allem die Feststellschraube. Die Wiege hing an einer Art Kugellager.

Leider konnte man die Swingstühle und den Schaukelstuhl nicht ausprobieren. Die Swingstühle stehen aber auch in der Praxis unserer Hausärtzin. Wer probieren mag. Ich schaukel da immer sehr gern drauf herum. Das beruhigt mich, auch wenn es mal etwas länger dauert. Genau wie das Zählen der 5 Bücher, die immer auf demselben Platz auf dem Tisch liegen.

Die Stücke waren aus der DDR. Die Designer waren sehr findig und pragmatisch. Auch Lampen, die mich an die blaue UFO-Küchenleuchte meiner Oma erinnerten, waren ausgestellt. Wusstet Ihr, dass die Quelle viele Artikel aus der DDR einkaufte und sie so im Westen zur Verbreitung fanden? Das Praktische findet einen Weg.

Wo waren wir? Im Museum..

Im Erdgeschoss fand ich den Raum mit einem riesigem am Boden liegenden Menschenaffen am schauerhaftesten. Deswegen kann ich mich auch dran gut erinnern. Weil ein Gefühl, ein Sinn damit verknüpft ist. So lernt unser Gehirn. Über die Emotion. Bewegtes Lernen sozusagen.

An dem wehrlosen, reglosen Riesen machten sich Minimenschen (sie erinnerten mich an die Preiserfiguren Masstaab H0) zu schaffen, und zapften ihm allerlei Körperflüssigkeiten ab (Tränen, Blut und auch irgendwas aus der Nase) und füllten es in Fässer. Auch die Haare wurden "geerntet". Büschelweise. Als Rohstoff.

Und eine Art Bergwerksstollen führte ebenfalls in den Riesengorilla. Auch dort wurden Brocken abgebaut. So erinnert das Kunstwerk an den Raubbau , den wir mit der Natur betreiben. Das fand ich beeindruckend. Bis der schlafende Riese erwacht oder stirbt. Das fand ich etwas gruselig.

Es gab einen Raum mit Diskomusik und Diskomöbelstücken. Da war auch eine Art grüner Plastikwald dabei. Ich kann mit jedweder Art von Disco nichts anfangen. Zu laut, zu grell und vom Lichtgeflacker wird mir schlecht.

Den gleichen Effekt hatten zwei Videoinstallationen. Das überreizt meinen Sehsinn... das geht mir aber auch beim Fernsehen bei schnellen Bildabfolgen ebenso.

Dann gab es noch einen Raum zu Carbon. Wusstet Ihr, dass Carbon aus Erdöl hergestellt wird? Da es sehr stabil und trotzdem leicht ist, findet es sich im Radsport und der Medizintechnik. Das Geheimnis ist die sehr strapazierfähige Carbonfaser.

Dann hatte ich ein dringendes Bedürfnis und da ich wieder am Empfangstresen war, fragte ich die dort noch immer einsam sitzende Dame, ob es hier auch ein Klo gäbe. Im Keller. U1.

Gut dacht ich mir, dann guckst Du Dir erst mal an, was sie da im Keller so haben und fuhr mit dem Aufzug ins U1. Leider machte der Aufzug ein sehr lautes "Shhh...." was meinen Drang noch verstärkte. An der Wand hing ein Telefon. Und dann kamen viele Türen nebeneinander. Hmmm... Ein Kunstwerk? Nein, da ist ein Schild. Da steht Auditorium. Und wo ist das Klo? Ah, da bei der Garderobe ums Eck.

Die Tür ging etwas schwer. Mit der hatte ich Mühe. Die Waschbecken waren grün und sahen schon eher wie Kunstwerke aus. An einem Stöpsel waren Rostflecken. Heutzutage stellt man ja schon verrostete Bänke auf. Vermutlich spart man sich dann die Zeit, auf den Rost zu warten. Mein Vadder hat unser Balkongeländer mit Rostschutzfarbe gestrichen, um das zu verhindern. So ändern sich die Zeiten. Früher war es Materialermüdung, heut ist es Kunst.

Im U1 fand ich nur ein einziges Kunstwerk. Das waren zwei Büsten. Eine davon war Albrecht Dürer. Den anderen kannte ich leider nicht.

Dann bin ich in die Sonderausstellung David REED Vice and Reflection #2.
Die Bilder spielen mit Spiegelungen. Das sah schön aus. Eins hat mir besonders gefallen. Auf der rechten Seite waren mehrere einfarbige Streifen in jeweils anderen Farben und dann lief eine schwarze Silhouette mit Spiegelung darüber. Auf der linken Seite wurde die Hintergrundfarbe, also die uni-Farbe von der rechten Seite zur Vordergrundfarbe und ergab ebenfalls eine Spiegelung.

Aber am besten hat mir der 2.te Stock gefallen. Ein Foto auf dem eine Person von hinten am Meer , den Horizont sah man im Hintergrund abgebildet war. In der Hand parallel zum Horizont hielt sie eine Wasserwaage in der Hand. Grad so als wollte sie nachmessen, ob er gerade sei. Lustig. Ich freute mich und lachte.

Es gab auch einen Raum , der meinem Vadder gefallen hätte. Der war Stucker. Da war eine Platte wie ein Bett ohne Füsse im Eck des Raumes, die mit weissem Rauhfaserputz bedeckt war. An der Wand eine Art blauer Putz mit filigranem Muster. Es roch seltsam... Auf dem Schild fand ich die Erklärung. Knetmasse. Dass die solange hält. Naja ein wenig rissig war sie schon. Aber irgendwie imposant. An der Wand waren noch Panelen (weitere Rechtecke) angebracht und in anderen Farben gestrichen. Sah irgendwie interessant aus. Es war noch parallel dazu eine weitere Betonplatte (die sah aber wie Holz aus) aber längs also zur anderen versetzt obendrüber überlappend angebracht. Es sah fast aus wie zwei Ebenen eines Hochbettes, wo die Leiter fehlte.

Da gab es einen Raum mit Wortspielereien. Das war mein Favorit. z.B. bildeten Buchstaben aus Zement die Worte: concrete poetry. Das find ich witzig, weil es doppeldeutig ist.

Und von Timm Ulrichs gab es ein Bild auf dem das immer wieder wiederholte Wort image ein spiegelverkehrtes G bildete, in dessen Mitte das Wort magie stand. Also am Ende darin überging.

Das nächste nutzte die Symmetrie des Wortes stets und spielte damit. Wie bei 4 gewinnt war es senkrecht, waagrecht und diagonal angeordnet und die Buchstaben kreuzten sich. Das fand ich sehr schön. Könnte mann auch mit dem Namen BoB machen. Wär nur etwas kürzer.

Das nächste hatte in zwei Spalten das Wort Ordnung ordentlich nebeneinander stehen. Nur in einer Reihe lugte das Wort unord ng hervor und störte diese Ordnung. Das gefiel mir sehr gut :) Weil es mit Worten bildhaft spielt.
Ich lachte und freute mich so und teilte meine Freude und Begeisterung auch einem Wachmann mit. Der dann ebenso schmunzelte.

Und dann gab es da noch das Bild, wo das Wort raum in jeder Zeile mehrfach wiederholt wurde. Nur in einer Zeile gab es eine Lücke, eine Raum-Leerstelle.. Untendrunter stand das Wort zwischen raum.

Und dann gab es noch den Wäscheberg. Ich dachte erst, ich wäre bei uns in der Waschküche gelandet. Genannt: Metamorphose.
Hier lag ein halber Buntwäscheberg vor einem riesigem Spiegel. Auf der anderen Seite lag ein halber ebensogrosser Berg mit weisser Wäsche. Ging man um den Spiegelwäscheberg herum, dann sah man immer einen kompletten Wäscheberg weiss oder bunt. Je nachdem , wo man sich befand.
Das ist für mich Kunst zum Anfassen! Zum Fühlen, spüren und erleben. Das macht Spass! Ich hätte es die Wäsche-Spiegeltherapie genannt. Muss ich meiner Ergo erzählen! :)

Allerdings könnte ich bei dem Werk schon verstehen, wenn sich jemand um die Wäsche kümmern würde. Gab es ja alles schon. Von jetzt ab, werde ich meine Dreckwäsche im Keller vor der Waschmaschine mit anderen Augen betrachten. Da wird der Inhalt eines Altkleidercontainers auf einmal wertvoll.

Fast vergessen... es gab auch einen Künstler, der einen halben Mantel oder mehrere einzelne Hosenbeine und ähnliches exotisches aus Stoff gemacht hat. Auf der Beschreibung stand, man solle da zusammen reinschlüpfen und so die Kunst erfahren. Leider war sie an der Wand ausser Reichweite befestigt. Ob das im Sinne des Künstlers war?

Ausser mir liefen noch zwei Herren in ernsten Mienen durch die Räume. Ich schien die einzige zu sein, die lachte und sich freute. In einem Raum mit Bildern von nackten Männern und dem Wort Fuck in mehrfacher Ausfertigung begegnete ich einem Pärchen, das etwas entgeistert blickte. Ich auch. Ich mag die Menschen lieber angezogen. Oder vom anatomischem Gesichtspunkt, also von innen. Die anatomischen Zeichnungen von DaVinci finde ich klasse!

Ich fand dann noch ein paar Postkarten im Museum, die man dann aber in der angrenzenden Buchhandlung bezahlen musste. Wieso gibt es so wenig Kunst zum Anfassen, Erleben, Erspüren? Anschauen allein ist doch langweilig. Ich frag mich, ob jeder dasselbe spürt und fühlt. Wahrscheinlich nicht. Denn wie alles, was wir erleben, sehen ... wird ja auch das von unserem aktuellen physiologischen Status beeinflusst.
Sprich: jeder nimmt die Welt anders wahr. Keine zwei Menschen nehmen sie exakt identisch wahr. Das ist wahr! :)

Hmm.. was sagt das jetzt über ein Museum aus, wenn die einzigen, die da drin Spass und Freude haben , ich und die Wachleute sind? Darf Kunst keinen Spass machen?

Den Tag gekrönt hab ich dann mit einem Softeis mit Schokoglasur. Das war für mich das allerschönste Kunstwerk des Tages :)

 
Die Glaa aus ERH - Das Gedaechtnis Sandra Jaeger 2019
Die Glaa aus ERH - Das Sonnenblumenfeld Sandra Jaeger 2019
27.07. bis 02.08. Medizinwanderung

Samstag: Beim Gesundheitsjahr war heut ursprünglich eine Medizinwanderung vorgesehen. Die wurde gestern abgesagt, weil ich die einzige Teilnehmerin war.

Bei dem Gewitter heut früh war ich auch ned traurig drüber. Da spürt man die ganze Kraft und Energie der Natur. Und das mein ich wortwörtlich. Mein Nervensystem hat das Gewitter gestern schon gespürt. Meine Füsse und Hände ringelten sich mehr zusammen. Mein Nacken war total verspannt. Mit CBD-Öl und einer abendlichen Draussen-Sitz-Runde statt Fernsehen, hab ich es etwas in den Griff bekommen.

Irgendwie schon toll wie man diese Energie der Natur dann im eigenen Körper spüren kann. Erstaunlich! So konnte ich dem ganzen das erste mal etwas positives abgewinnen. Den Vögeln geht es ja ähnlich. Beobachtet mal wie sie vor einem Gewitter herumsausen. Und danach. Seht Ihr den Unterschied? Auch ihr Nervensystem warnt sie vor dem Unwetter. Sie spüren es.

D.h. die Reaktion, die mein Nervensystem zeigt, ist was ganz natürliches. Vielleicht konnten das früher (vor Wettervorhersage) alle Menschen und wir haben diese Fähigkeit verlernt. Denn wenn man etwas nicht mehr verwendet, verliert man es. Use it or lose it.

Und bei Überempfindlichkeit z.B. durch eine Schmerzerkrankung kommt dieses Feature zurück. Es hat schon einen Sinn. Denn wir begreifen das Leben mit allen Sinnen.

Ich bin dann allein in den Wald gegangen. Na gut, nicht ganz. Hanni und Nanni waren dabei.

Der Wald duftete heut sooo gut! Nach dem Regen! Der Boden, die Luft, das Laub, die Blätter und Pflanzen! Das tut gut. Im Wald fühl ich mich zuhause. Sicher und geborgen. Balsam für die Seele mit allen Sinnen.

Vorbei an den bunt und wild blühenden Wiesen. Chaotisch sieht es aus. Und doch wunderschön!! Eine Augenweide! Das stell ich mir grad bildhaft vor :) Ein paar Augen auf der Weide... lustig.

Doch jede Pflanze im scheinbaren Chaos hat ihre Aufgabe und ihren Platz. Diversität, die sich optimal ergänzt. Auch Pflanzen und Tiere bilden Koalitionen. Schon erstaunlich. Beide Seiten profitieren davon. Davon könnten wir uns eine grosse Scheibe abschneiden. Metaphorisch. Ich bin weder im Forstbetrieb noch als Chirurg tätig.

Und dabei gibt es keinen Vorstand oder Chef, der das Wald und Wiesenorchester dirigiert. Es harmoniert von selbst. Stirbt ein Tier, dann finden Aasfresser den Kadaver und räumen ihn auf. So entsteht aus dem Tod neues Leben und die Verbreitung von Krankheiten wird auch verhindert. Gesundheitspolizei und Beerdigungsinstitut in einem. Und das ganze auch noch kostenlos.

Bei uns in Deutschland muss erstmal ein Arzt kommen und den Totenschein ausfüllen. Früher hat das der Hausarzt gemacht. Der kommt aber immer seltener nach Hause. Warum heisst er dann eigentlich noch so? Wäre nicht Eingangsarzt (analog zum Durchgangsarzt) die treffendere Bezeichnung, wenn er Lotsenfunktion hat? Muss man den Toten dann bei ihm in der Praxis vorbeibringen? Abrechnungstechnisch müsste das ja noch so funktionieren über die Krankenkasse, denn erst mit dem Totenschein gilt man als tot. Erst damit könnt Ihr dann zum Amt, der Stadt und offiziell den Tod melden. Und dann braucht ihr ein Grab, einen Sarg, müsst Euch um die Beerdigung kümmern.

Da ist die Natur doch sehr viel effizienter. Man könnt fast neidisch werden.

Aber nicht ohne Nutzen oder gar nutzlos. Alles hat seinen Sinn und Zweck. Jede Pflanze, jedes Tier hat seine Aufgabe. Und findet sie ganz allein. Ohne Studium oder Ausbildung. Schon cool.

Neben den wilden Wiesen stehen Monokulturen mit Mais und Kartoffeln. Genau das Gegenteil. Und lustigerweise auch die neue Wohnsiedlung, wo ein Haus dem andern gleicht.

Hm... wenn ich es mir so recht überlege.. ist dann die gesellschaftliche Norm, nach der alles strebt nicht auch so eine Art Monokultur? Und was ist daran so gut und toll? Macht uns nicht genau wie die Pflanzen und Tiere unsere Einzigartigkeit aus?

Findet Ihr wirklich ein langweiliges eintöniges Feld, in dem jede Pflanze gleich sein soll, schöner als eine bunte blühende Wildblumenwiese? Mit Brennesseln, Kamillen, Korn - und Mohnblumen und was da sonst noch alles blüht? Und horcht mal, was da so alles zirpt, fiept, summt und brummt... Ein Sinneskonzert! Die wahre Größe liegt im Kleinen.

Ob am Ende nicht sogar die Rekursion das natürliche Muster schlechthin ist? Also die Welt befindet sich im Kosmos, in der Natur gibt es jede Menge Mikrokosmose, selbst in uns Menschen (das Neurobiom, wir bestehen aus einem Zellhaufen aus spezialiserten Zellen unsere Organe ...), sprich es findet sich immer noch etwas kleineres, ein kleinerer Mikrokosmos in jedem Übergordneten. Wie bei den russischen Puppen, wo eine in der anderen drinsteckt. Ob es unendlich nach innen und aussen weitergeht? Das Ende hat noch keiner gefunden. Und nur weil wir derzeit noch nichts kleineres oder noch größeres sehen, heisst das ja noch lange nicht, dass es das nicht gibt.

Der Mensch ist ein Teil der Natur. Schwer zu glauben, wenn man einen Blick in die morgendliche U-Bahn wirft. Wir scheinen aus der Natur herausgefallen zu sein. Weiter weg geht es kaum. Dabei brauchen wir sie. Nur mit und in ihr bleiben wir gesund.

Im Garten beschimpft man Brennesseln gern als Unkraut. Gibt es sowas wirklich? Ein Un-kraut? Denn jede Pflanze hat ihre Nische, ihre Aufgabe und ihre Berechtigung. So wie jeder Mensch auch. Egal wie neuro - oder sonstwie divers er ist. Warum tun wir uns so schwer damit Dinge so zu akzeptieren, wie sie nunmal sind. Denn nix ist gut oder schlecht. Es ist einfach. Nur weil ich nicht weiss, wozu etwas gut ist, heisst es ja nicht, dass es keinen Nutzen, Zweck und Sinn hat!

Und seht Euch mal an, welche Kraft die Natur hat! Gras und Löwenzahn kann die Asphaltdecke durchbrechen! Moos besiedelt Fugen, Brennesseln wachsen aus Mauerlöchern... Da steckt gewaltig viel Energie dahinter. Eine Ameise kann das Mehrfache ihres eigenen Körpergewichts tragen. Und wir halten uns für die Krone der Schöpfung. Sind wir das wirklich?

Andererseits steckt diese Urkraft und Grünkraft auch in uns. Wir sind ja auch ein Teil der Natur. Wie sonst könnte eine Mutter, die ihr eingeklemmtes Kind unter dem Auto rettet, das Gewicht des Autos hochheben? Es geht, weil sie nicht darüber nachdenkt. Weil sie es einfach tut. Würde sie zweifeln, würde es nicht funktionieren. Der Zweifel tötet unser Potential. Nur der Glaube und der Wille und das Überwinden des inneren Schweinehunds führt ans Ziel.

Meine Ergo fragte mich neulich, wie der innere Schweinehund denn macht... Oink oder Wuff? Ich sagte: Woink. Sie lachte.

Solche Gedanken kommen mir, wenn ich durch den Wald laufe. Ich muss schon sagen, irgendwie war das auch ne Medizinwanderung. Mit der Bewegung kommt auch Bewegung ins Hirn und ins Denken.

Bei dem Bild vom Gorilla aus dem Museum musst ich unweigerlich an Organspende denken. Und dass Menschen, die ein fremdes Organ bekamen, dann auch Eigenschaften des Spenders übernahmen. Einen Teil ihrer Persönlichkeit. z.B. mochten sie dann auf einmal dasselbe Lieblingsessen wie der verstorbene Spender. Ob das daran liegt, dass mit der Verpflanzung auch Neuronen und andere Teile in den Empfänger gelangen? Denn man geht davon aus, dass dort in den Nerven und den Nervenverbindungen unsere Erinnerung abgespeichert ist. Wer kann schon sagen, was da so alles mittransplantiert wird?

Bei Bäumen sieht man ihre Vergangenheit an den Jahresringen. Beim Menschen kann man viel an den Haaren ablesen.

Wenn man entstresster lebt, altert man langsamer. Die Telomere halten länger. Mit Alter und Stress landen in den Haaren die Farbpigmente dann nicht mehr in den Haaren und sie werden grau. Ob sich der Prozess auch umkehren läßt?

Meine Ergo hat mich gefragt, wenn das so ist, warum werden Blondinen mit der Zeit immer dunkler? Weil die Haarfarbe von zweierlei Pigmenten gesteuert wird. Die einen machen sie heller (die treten während der Kindheit vermehrt auf) und die anderen Pigmente machen sie dunkler.

Wow! Big talk gibt es wirklich!

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Sonntag: Heureka! Das muss ich Euch unbedingt erzählen!

Mein Fern-Schmerztherapeut will seine Brille loswerden und hat in diesem Zusammenhang das Buch Eselsweisheit Der Schlüssel zum Durchblick oser wie Sie ihre Brille loswerden von Mirsakarim Norbekov erwähnt.

Er hat damit auch schon positive Erfahrungen in seinem Urlaub gemacht.

Wieder daheim im alten Trott der Arbeit fällt es ihm aber schwerer. Warum? Das liegt am Stress, den liebgewonnen Gewohnheiten und am inneren Schweinehund. Zu dem kommen wir später nochmal.

Das hat mich neugierig gemacht. Denn wie scharf man sieht, hängt ja auch vom Entspannungsmodus und vom Nervensystem ab. Ist man entspannter, dann sieht man auch schärfer. Denn dann sind auch die Augen entspannt.

Ich habe es ja bei der Hitze am eigenen Nervensystem erfahren, weil ab halb 11 die Buchstaben vor meinen Augen Samba tanzten. Und damit mein ich nicht das Mount-Programm von Linux. Den Samba-Server. Nein der tanzt nicht. Höchstens aus der Reihe. Denn was man mit Linux einrichtet, das funktioniert auch. Mit Windows-Servern hab ich andere Erfahrungen gemacht.

Ich hatte mal ein Samba (Linux-Buch) auf dem Tisch liegen als die Frau von meinem damaligen Chef zu Besuch in der Firma war. Sie hat das Buch gesehen und mich gefragt, ob ich tanzen lerne. Ich muss sagen , der Tanz mit der smb.config fiel mir leichter als Körperkoordination und Körperwahrnehmung. Ich arbeite derzeit daran. Denn in unserer Familie galt stets das Motto, wenn einer sagte:"Das kann ich nicht."
"Dann lernst es!"
Und das versuche ich gerade. Nun stelle ich erstaunt fest, dass andere Menschen dabei auch nicht viel besser sind als ich. Auch ein Lernprozess.

Ich bin übrigens fest davon überzeugt, dass jeder alles schaffen kann, was er möchte. Wenn er das Ziel hartnäckig genug verfolgt. Und lang genug übt. Zweifelt Ihr, dann werdet Ihr unweigerlich scheitern. Denn dann untergrabt Ihr Euer Selbstvertrauen. Und Euren Optimismus und Eure Neugier und Entdecker- und Forschergeist auch. Ihr könnt es doch zumindest ohne Erwartungen probieren. Einfach angehen. So mach ich das immer. Dann gucken wie weit man kommt. Und wenn man hängt oder nicht weiterkommt, sich Hilfe holen und andere um Rat fragen. Das ist nämlich keine Schande. Ich daschte früher immer , die anderen könnten und wüßten das schon alles, was mir noch Schwierigkeiten machte. Ich lernte schnell, dass ich mich irrte.

Jeder macht jeden Tag etwas zum allerersten mal. Das hört nie auf. Wir lernen. Und das ist auch gut so. Denn Leben IST Veränderung! Und so bleiben wir jung. Und unser Körper bleibt so jung und vital und gesund. Das wirkt sich auch auf das Immunsystem aus. Jeder, der sich dagegen sträubt und wehrt, ist schon tot oder läuft unweigerlich demselben entgegen.

Wo waren wir? Ach ja. Gestern abend kam ja wieder ein Gewitter. Meine Füsse und Hände ringelten sich und die Schmerzen wurden intensiver. Das linke Bein konnte die Bettdecke vor Schmerzüberempfindlichkeit nicht ertragen. Tragen ist wortwörtlich gemeint.

Nun habe ich die Übung aus dem Buch gemacht. 10 Minuten Grinsen. Damit benutzt ihr ca. 200 Muskeln in Eurem Gesicht. Also ganz schön viel. Sagt Geo kompakt Der Mensch. Und die Muskeln signalisieren an das Hirn , dass ich lache bzw. grinse. Nun sagt das Hirn: Hey, das passt ja gar nicht zu meinem emotionalen Modus. Ich bin doch grantig und gereizt wegen der Schmerzen. Doch die Muskeln signalisieren weiterhin das Grinsen. Das Hirn erträgt die Gegensätzlichkeit nicht und synchronisiert sich. D.h. ich bin guter Laune. Die Emotion ändert sich.

Die Emotion wird damit verstärkt und diese sendet wiederum Signale an das Nervensystem und die Muskeln (nicht nur die im Gesicht, von denen das Signal ja ursprünglich ausging). Ich bin guter Laune, es geht mir gut, ich fühle mich sicher und wohl wird an die Muskeln signalisiert. Und sie entspannen sich. Sprich: es passiert dasselbe wie bei der Atemmeditation oder bei Yoga Nidra. Ein angenehmes Kribbeln geht durch meinen Körper. Das Trafohäuschen,das grad noch auf Anschlag brummte, wird leiser. Ich kann es kaum noch hören. Spannend!

Und siehe da die Schmerzen lassen nach und ich kann mein Bein zudecken. Das war wie Zauberei! Dabei ist das einfach die Funktionsweise unseres Körpers. Die wir im übrigen immer noch nicht komplett verstehen.

Ich frage mich, ob dieses Kribbeln (nein, nicht das Ameisenlaufen wenn einem die Beine einschlafen, es ist feiner) dieselben Mikrostimulationen sind, die Katzen mit ihrem Schnurren erzeugen. Logisch wäre es. Ich halte es für sehr wahrscheinlich. Denn der Effekt der Entspannung ist derselbe. Und wenn der Schmerz und die Muskelanspannung nachläßt und die Entspannung zunimt sollte dies ja auch die Heilung fördern. Wie bei der Katze. Ich könnte nun auch schnurren. Ich bin dann friedlich eingeschlafen. Schlaf ist auch heilsam. Also hat es funktioniert. Ich bin sehr optimistisch, dass es wirkt. Ich hab es ja gespürt. Und somit gelernt. Und somit wiederum neuronale Verschaltungen im Hirn umprogrammiert.

D.h. dass es keinen festen Körperdirigenten gibt. Auch das Hirn kann Empfehlsempfänger sein. Und nicht nur Sender. Unser Körper arbeitet also auf Augenhöhe mit sich selbst zusammen. Das wünsch ich mir von Ärzten und auf Arbeit auch immer. Die Natur macht es vor. Gestern hatten wir das Beispiel ja schon im Wald und auf der Wiese. Das Muster setzt sich auch in uns fort. Stark! Cool! Fasznierend! Wunderbar! Jetzt seh ich meinen Körper mit ganz anderen Augen. Das meine ich natürlich metaphorisch oder physiologisch. Denn ich befinde mich jetzt in einem andern physiologischem Status, sonst wäre ich zu einem solchen Perspektivwechsel gar nicht fähig. Meine Augen sind immer noch dieselben! Aber ihr Anspannungsmodus bzw. ihr Entspannungsmodus hat sich verändert. Und mein Denken. Da Sehnerv und Sehmuskeln auch mit dem Hirn verbunden sind, wirken beide genauso wie die Gesichtsmuskeln aufeinander ein. Sie waren ja schon beim Grinsen beteiligt. Wenn man es genau nimmt.

Sprich: die Sprache bringt es wieder auf den Punkt. Wie man die Welt sieht, die Perspektiven und das Denken wird auch von den Sinnen bestimmt. Deshalb "sieht man die Welt mit anderen Augen" , obwohl sie faktisch ja noch dieselben sind. Es sei denn Ihr hattet eine Augentransplantation.

Der Körper ist übrigens erstaunlich resilient und widerstandsfähig. Sehr schwer kaputt zu kriegen. So wie ein Knochen. Belasten wir ihn funktionskonform, dann hält er bis zu 200 kg aus. Belasten wir ihn gegen seine Funktionsweise dann bricht er bei 14 kg.

Muskeln wachsen wenn wir sie in gesundem Maß überbelasten. Dann bekommen wir Muskelkater. Mikroverletzungen. Diese heilt der Muskel nicht nur, sondern er macht sich für die zukünftige stärkere Belastung sogar stärker. Das ist doch cool! D.h. er bekommt ein Feature dazu. Er passt sich an, er wird besser.

Ebenso werden Knochen dicker, wenn sie mehr Druck standhalten müssen. D.h. nimmt man an Gewicht zu, dann werden auch die Knochen dicker und schwerer. Denn sie müssen ja mehr Gewicht herumtragen. Das ist eine Folge! Keine Ursache. Eine Prothese kann das nicht. Die bricht dann, wenn das zulässige Gewicht überschritten wird. Eine schöne Metapher. Deshalb ist das Original dem Ersatz immer vorzuziehen. Denn es kann sich anpassen. Soweit sind die heutigen Prothesen noch nicht. Vielleicht wird es irgendwann soweit sein.

In welcher Autowerkstatt bekommt ihr das denn bei einer Autoreparatur? Oder wenn Euer DSL-Anschluss ausfällt. Gut, bei mir war das zuletzt der Fall. Ich hatte mich ja schon so an die Einschränkung gewöhnt. Da sieht man aber auch, die Macht der Gewohnheit.

Sprich wenn wir unseren Körper so benutzen wie er von der Natur her vorgesehen ist, also natürlich, dann hält er ganz viel aus. Gehen wir über seine Grenzen, gewöhnen uns ungesunde Haltungen und Gewohnheiten an, dann kann er das auch lange Zeit scheinbar unsichtbar kompensieren. Bis er dann irgendwann bricht. Sprich: jede chronische Krankheit entsteht erst schleichend und von uns unbemerkt. Warum unbemerkt? Weil wir nicht gut darin sind auf die kleinen Veränderungen zu achten. Das haben wir verlernt. Und ich muss es auch erst wieder lernen. Fähigkeiten, die man nicht nutzt, verliert man halt. Use it or lose it. Unser Hirn räumt ja im Gegenzug zu uns auf. Das haben wir schon ewig nimmer gebraucht, das kann weg. Mein Hirn kann mehr als ich ;-)

Warum kann mein Hirn etwas, wozu ich nicht fähig bin? Ganz einfach. Mein physiologischer Status läßt es nicht zu. Ich brauche Sicherheit und Gewohnheiten, liebgewonnene Dinge und Rituale geben uns diese. Deshalb fällt uns das schwerer als unserem Hirn. Irgendwie schräg aber durchaus logisch.

Apropos Sicherheit ...Auf mich kann man sich verlassen. Ich bin zuverlässig. Weil ich das für mein Sicherheitsgefühl brauche. Dasselbe erwarte ich auch von anderen. Nun stelle ich in letzter Zeit vermehrt fest, dass es normal zu sein scheint, dass man sich auf Menschen nicht verlassen kann. Das finde ich traurig und anstrengend.

Wenn das normal sein soll, frage ich Euch, was soll daran gut sein? Ich finde es nicht schön. Ihr etwa? Wenn jemand zusagt, Euch zu helfen, Euch bei etwas, was Euch wichtig ist und was ihr aus eigener Kraft nicht allein schaffen könnt, zu unterstützen und zu begleiten, wie reagiert ihr dann? Mit einem : schon okay?

Erst recht nachdem sich die betreffende Person auf Euch in einer ähnlichen Situation verlassen konnte und dies auch genossen hat. Und sich selbst über andere bei Euch ausgeweint hat, die ihr erst Unterstützung zugesagt haben, sie dann aber im Stich liessen. Das tut weh!

Wie erklärt man sowas? Es ist ihnen nicht bewusst. Es ist der physiologische Modus in dem sie feststecken. Jeder Mensch braucht eine bestimmte Mischung aus Ritualen, Gewohnheiten und neuen Erfahrungen. Je nach physiologischem Status ändert sich das Verhältnis. Steckt man in einer Krise (gesundheitlich, Arbeit, Familie, Freunde, Sinn...) dann ist das Sicherheitsbedürfnis größer. Man ist nicht offen für Veränderungen. Man braucht mehr Rituale und Gewohnheiten. Im schlimmsten Fall bleibt man dort stecken. Das hilft leider nicht, die Krise zu bewältigen. Am Anfang ist dies jedoch notwendig, um sich mit der Krise und den Ursachen auseinandersetzen und eine Lösung finden zu können.

Deshalb hat man dann ein vermehrtes Bedürfnis nach Rückzug und Wiederholung. Es gibt Sicherheit. Denn die wurde ja in einer Krise erschüttert.

Auf der anderen Seite muss man dann aber wissen, dass man dann alles andere als pflegeleicht und umgänglich auf die Umgebung wirkt. Denn alle Versuche einen auf andere Gedanken zu bringen , scheitern. Weil man nicht aus- und rausgehen möchte. Man hat mit sich selbst genug zu tun. Das kann dazu führen, dass die Krise noch verschärft wird, denn wenn man andere vor den Kopf stößt, auch wenn dies unbewusst passiert, wird es von der Gegenseite nicht erkannt. Dass man nicht KANN!
Und so kann es sein, dass man noch mehr vereinsamt. Denn soziale Kontakte und Lachen können helfen Krisen zu meistern. Doch sobald das innere Überlebensmodusprogramm angesprungen ist, ist es schwer zu stoppen. Der innere Schweinehund (Woink!) hält uns davon ab. Den kann man nur mit Hartnäckigkeit und Sturheit besiegen. Wann habt Ihr das zuletzt geschafft?

Treffen solche Menschen auf Menschen, die ihnen zuhören, kann es sein, dass ihr Redefluss ins unendliche steigt. Rededurchfall. Weil sie sonst niemanden haben, bei dem sie sich ihre Sorgen , ihre Emotionen, ihren Ballast von der Seele reden können. So helfen Selbsthilfegruppen. Denn dort fühlt man sich verstanden. Denn das Umfeld tut es längst nicht mehr.

Dabei braucht man in so einer Krise soviel Empathie wie man kriegen kann! Und gleichermassen macht man es dem Umfeld so schwer, empathisch zu sein. Wie gehen wir damit um? Weise. Versucht Euch im Gegenzug in die Perspektive des anderen hineinzuversetzen. Guckt, wann ihr Euch schon mal ähnlich verhalten und warum? Ihr werdet sicher Analogien auch in Eurem Leben entdecken. Der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält, ist die Empathie und das Verständnis, Vertrauen und Urvertrauen. Und diese wiederum kann nur durch Kommunikation vermittelt werden.

Und wenn Ihr gar nichts sagen könnt, weil Euch nichts dazu einfällt, dann hört einfach zu. Lasst ihn ausreden. Denn das tut ihm gut. Das genügt. Das hilft. Das heilt. Damit signalisiert Ihr Verständnis. Der andere fühlt sich angenommen.

Und wenn Ihr in der Krise steckt und zurückgewiesen werdet , Euch einsam fühlt, dann versucht wieder etwas aus Eurem Schneckenhaus herauszukommen. Euch zu überwinden. Ja, ich weiss. Das ist schwer. Denn dafür müsst Ihr einmal Gewohnheiten, die Euch Sicherheit geben, durchbrechen. Doch es lohnt sich! Denn schon die Erfahrung, dass Ihr Euch überwinden könnt, tut gut. Denn Ihr habt aktiv etwas unternommen. Ihr habt es selbst in die Hand genommen. Damit entkommt Ihr der Hilflosigkeit, in der Ihr feststeckt. Ihr übernehmt wieder Verantwortung für Euch und Euer Leben. Und ist die Erfahrung positiv, dann nehmt Ihr noch mehr mit. Freude. Gelassenheit. Es wirkt sich auf Euch, Eure Stimmung , auf Eure Muskelanspannung, auf Euer Nervensystem aus. Ihr werdet es spüren. Ihr werdet es erleben. Es macht Spass. Und Spass und Freude ist eine mächtige und heilsame Emotion.

Mir ging es ja auch so. Und tut es noch. Und Ihr auch. Jeder Mensch hat Zeiten in seinem Leben, wo er sich in diesem physiologischem Rededurchfallsmodus befindet. Einsame Menschen. Alte. Chronisch Kranke.... Auch dieser Modus gehört zum Leben. Jammern tut gut! Es ist Balsam für die Seele. Es ist heilsame Kommunikation! Natürlich schlägt man so den Gesprächspartner schon mal in die Flucht. Denn wer mag schon gern die emotionale Mülldeponie des anderen sein? Zumal man in diesem Modus blind für die Bedürfnisse und Emotionen der Gegenseite ist. Es ist einem nicht bewusst. Die Gegenseite macht das vielleicht 1 bis 2 x mit. Erlebt sie immer wieder dasselbe Verhalten, empfindet sie es als anstrengend und kräftezehrend. Und wird den Kontakt zum eigenen Schutz abbrechen. Vielleicht startet sie vorher noch einen Versuch das Verhalten dem anderen klarzumachen. Dass man sich dadurch ausgelaugt fühlt und dass der eigene Akku danach leer und ausgesaugt ist. Dass es extrem anstrengend ist. Stößt dabei aber auf taube Ohren. So fühlt sich der geduldige Zuhörer nicht verstanden und nicht gehört. Das Ende der Beziehung ist die Folge.

Das ist mir auch passiert. Gut, kann man sagen: es trennt sich die Spreu vom Weizen. Aber ist es wirklich so? Kann es nicht auch sein, dass das eigene Verhalten dann die Menschen, die einem noch geblieben sind auch noch krank macht? Weil es sie zwingt ständig über ihre Grenzen zu gehen? Da man sich dessen in diesem Modus nicht bewusst ist, spielt es keine Rolle. Man kann einfach nicht anders. Um das zu verstehen, muss man selbst erst dort gewesen sein.

Und jeder ist selbst dafür verantwortlich dem anderen seine persönlichen Grenzen aufzuzeigen und so seine geistige und körperliche Gesundheit zu erhalten.
Mein Kollege drückte es sehr bildhaft so aus: "Das ist mein Vorgarten! Da kackst Du mir nicht hinein!"
Kommunikation kann also heilen , Kommunikation kann auch vor gesundheitlichen Schäden schützen. Die Kraft der Kommunikation ist nicht zu unterschätzen!

So kann ein Tritt , ein Kontaktabbruch, der die eigenen Grenzen respektiert - also ein Ja zu sich selbst (ich habe neulich am Bahnhof den Sprich gelesen: "Wenn Du ja sagst, sei Dir sicher, dass Du dabei nicht Nein zu Dir selbst sagst.") - im Nachhinein für beide Seiten heilsam sein. Denn erst durch eine komplette Kehrtwendung, einen Tritt, der uns zwingt unsere gemütliche Gewohnheit und Sicherheitsecke zu verlassen, kann ein Umdenken stattfinden. Ich bin heute für so manchen Tritt von damals dankbar, den ich damals nicht verstand. Ein Verhalten, was mich damals verletzte. Ohne diese Tritte und drastischen Veränderungen wäre ich nie da , wo ich jetzt bin.

Eben weil wir uns an viel gewöhnen. Unbewusst. Erst ein Tritt , ein Entzug der Ecke, in der wir es uns gemütlich gemacht haben, zwingt uns zum Umdenken. Und dann bewertet man die Dinge anders, weil sich damit auch der physiologische Zustand verändert. Sprich: wir bewegen uns. Im Denken und im Handeln. Erst dann verändern wir uns von Passivität zu Aktivität. Und nur so können wir das fehlerhaft antrainierte Gewohnheits-Muster durchbrechen.

Und dabei kommt es mir so vor, als würden wir mehr denn je aneinander und unseren Bedürfnissen vorbeireden. Warum ist das so? Weil wir uns daran gewöhnt haben. Und dazu erzogen wurden. Genormt. Die Norm. Die soziale Norm. Wie sozial ist die denn?

Sicher sind auch die Kriegs-Erfahrungen in den Genen in deutschen Familien noch tief verankert. Unbewußt. Da Erfahrungen auch die Gene beeinflussen (Epigenetik und bestimmte Gene aktivieren oder deaktivieren können) könnte dies die Ursache dafür sein, dass gerade Deutsche als perfekt und zuverlässig, als der Inbegriff von Qualität angesehen werden. Made in Germany (eigentlich als das Gegenteil von Qualität als Bezeichnung von den Amerikanern ersonnen) ist das Ergebnis davon. Ich denke nicht umsonst ist das Bild des Deutschen im Ausland das eines korrekten, pünktlichen und perfektionistisch denkenden und handelnden Menschen. Verläßlichkeit.

Damals war das wichtig. Denn sie gab Sicherheit. Und half zu überleben. Aber ist das heute auch noch so? Oder sollten wir unsere Werte und Normen nicht mal wieder überdenken und entrümpeln?

Genauso wie wir so manch liebgewonnenen Arbeitsschritt überdenken sollten, ob er noch Sinn macht. Neulich habe ich im Zug einer Prozessanpassung (weil ich diese Aufgabe geerbt habe) die Formatvorlage geändert. Weil es für mich notwendig war, einen einfacheren und effizienteren Prozess neu aufzusetzen und ich weiterhin meinen alten Aufgaben nachkommen muss. Sprich: mir fehlte die Zeit (und auch die Energie und Geduld: der alte Prozess trieb mich schier in den Wahnsinn!) es weiterhin so laufen zu lassen. Ich nahm die Sache selbst in die Hand.

Ich fragte: Warum macht Ihr das so?
Die Antwort war ernüchternd: Das weiss ich nicht. Ich hab das schon immer so gemacht.
Immerhin trat so ein Umdenkprozess ein. Zumindest hoffe ich es. Das verrückte ist, sie leidet selbst unter dem Prozess, die Arbeitslast die er verursacht und auch andere Prozesse. Ich vermute die anderen Prozesse könnten ebenso entrümpelt werden.

Noch schräger finde ich allerdings, dass wenn man einen Prozess überarbeiten will, man dann oft von der anderen Person zu hören bekommt. Dafür hab ich keine Zeit. Man stiehlt sich selbst die Zeit, weil man Gewohnheiten nicht verändern will. Weil sie einem Sicherheit geben. Andererseits rauben sie die Zeit, die man für neue interessante Herausforderungen bräuchte. Und so kommen immer mehr Menschen an ihr Limit. Denn wir haben das Entrümpeln und infragestellen des aktuellen Zustands verlernt. Auch wenn wir bis zum physischen und psychischen Zusammenbruch darunter leiden. Das ist krank. Aber erklärbar: denn im physiologischem Zustand (Stress) sind wir für Veränderungen nicht offen und zugänglich. Höchstwahrscheinlich stossen wir Menschen, die uns nur helfen wollen, vor den Kopf. Wir stellen uns selbst ein Bein. Und machen die Situation noch schlimmer!

Deswegen sind Projekte wie der BER und die PKW-Maut symptomatisch für unsere Zeit. Agil wollen wir sein. Und was tun wir? Wir verhalten uns starrer und unflexibler denn je. Weil wir Angst vor jedweder Veränderung haben.

Dabei haben wir doch alles, was wir brauchen. Wir haben zu Essen. Wasser. Ein Dach über dem Kopf. Die meisten von uns haben Freunde und eine Familie. Wir sind gesund. Und wenn nicht, haben wir eine gute Gesundheitsversorgung. Und schätzen wir es? Drum nützt es nix. Drum werden wir immer kränker.

Wäre es nicht schön, wenn jeder wie wie jeder Muskel, jedes Neuron, jede Zelle in unserem Körper, jede Pflanze und jedes vermeintliche Unkraut auf der Wiese seine eigenen Schönheit, sein Potential und seine Fähigkeiten frei entfalten könnte? Wäre das nicht viel natürlicher?

Und würde ein offener und ehrlicher Umgang und Kommunikation miteinander nicht auch viel Leid ersparen? Big talk anstatt Small talk? Wäre das so verkehrt? Wenn man wirklich zu dem steht, was man ist und tut und auch so angenommen wird? Und sich nicht rechtfertigen muss, wenn man nicht wie alle anderen , wie eine Maschine funktioniert? Denn das sind wir NICHT!

Denn ist nicht jede Gesellschaft nichts anderes als ein lebender Organismus aus Individuen (analog zu den Zellen und Muskeln und Neuronen ... unseres Körpers), die nur ihr wahres Potential und all ihre gesamten Fähigkeiten, Stärken und Widerstandskräfte entwickeln kann, wenn jeder sich in seiner eigenen Art und Weise mit seinen Fähigkeiten und Stärken einbringen kann?

Eine Maschine kann im übrigen nur das tun, wozu sie vorgesehen ist. Genau wie ein Softwareprogramm. Ein Organismus kann sich selbst anpassen und auch über sich und seine Grenzen hinauswachsen. Das versuchen wir jetzt bei KI nachzubauen. Warum verwenden wir soviel Zeit auf das Imitat und nicht auf das Original?

Wenn ich es recht überlege, dann sind viele Beschwerden durch ein Überempfinden (durch ein zu viel!) definiert. z.B. Allergien, Diabetes (zuviel Zucker im Körper) , oder Autismus zuviel Berührung , zuviel Angst (z.B. bei Spinnen, Phobien ...), zu viel Schmerz (chronische Schmerzen)

Ich denke bei all diesen Dingen muss man sich desensibilisieren. D.h. ihn immer wieder diesen Dingen, die einen überreizen kurzfristig aussetzen. Konfrontationstherapie sozusagen. Ich kann Enttäuschungen jetzt schneller verarbeiten. 2 Tage anstatt viele Wochen oder gar Monate und Jahre.

D.h. wenn jemand lernen möchte, mit Menschen zurechtzukommen, muss er sich immer wieder unter Menschen begeben. Wenn ich den Schmerz loswerden möchte, dann muss ich mich mit ihm auseinandersetzen. Ich denke solange wie der Schmerz vorherrscht passt etwas in meinem Leben noch nicht. Dann bastel ich mir also ein Umfeld, das zu mir passt. Anscheinend passieren Erkrankungen wenn man sich zu lange verbogen hat. Dann bricht man. Wie in der Natur halt auch oder ein Knochen. Wird er falsch belastet, dann bricht er bei einem Gewicht von 14 kg wo er bei korrekter Belastung 200 kg tragen kann.

Ich kann doch nur weiterkommen, wenn ich mich und meine Umgebung verändere. Wenn ich mich den Problemen stelle. Ja, ich weiss. Manchmal hilft auch aussitzen und ignorieren. Probiert das mal bei einer chronischen Erkrankung. Viel Spass dabei!

Alles also eine Sache von Ursache und Wirkung.

Neulich hab ich diesen schönen Spruch gelesen: "Seid Sand nicht Öl im Getriebe!"
:)

So genug Big Talk! :)

Jetzt gibt es noch einen heissen Comic! :)
Viel Spass!

Dienstag: Was ist Freundschaft? Und wie definiert man sie? Wieviel muss eine Freundschaft aushalten können? Muss sie alles verzeihen? Kann Freundschaft nur über dieselben Interessen bestehen? Wenn ja, dann bricht sie doch sobald einer der beiden sich weiterentwickelt oder neue Interessen findet. Sie scheint harte Arbeit zu sein. Wie jede Art der Beziehung.

Auch Streiten will gelernt sein. Und tut ein Streit nicht auch mal gut? Ein Streit kann einem auch die Augen öffnen. Und die Versöhnung danach ist das schönste.

Bei uns geht die durch den Magen. Meine Mama und ich hatten uns gezofft. Heftig. Es tat uns beiden leid. Ich besorgte ihr eine geräucherte Makrele und sie hat für mich Bratwürste besorgt. Jetzt hammer zuviel zum Essen.

Was wäre, wenn wir bei Unterhaltungen immer über das Sprechen würden, was uns wichtig ist? Ich hab den Sinn von Smalltalk noch nie verstanden. Der ist mir zu anstrengend. Aber über Probleme reden, die mich grad beschäftigen, das bringt einen doch weiter! Sogar mit wildfremden Menschen. Gestern hab ich mich richtig gut, über das Voranschreiten der digitalen Medien, Kommunikationsprobleme mit einer Frau mit Hund unterhalten, die ich zufällig getroffen habe. Das war ein interessantes und aufschlussreiches Gespräch. Viel besser als über das Wetter zu reden. Ausser man ist Meteorologe oder in diese Richtung interessiert.

Ich war gestern beim Augenarzt. Das erste mal in meinem Leben. Sie war sehr nett. Wegen einer Bildschirmarbeitsplatzbrille. Das war Etappe 2 der Quest, auf die mich der Betriebsarzt geschickt hatte. Der company medical officer. Ihr erinnert Euch sicher. Und heute war ich beim Optiker. Da hab ich mein Gestell ausgesucht. Also das der Brille. Wobei mir wichtig war, dass sie nicht drückt und im Gesicht brennt. Allodynie redet ja auch ein Wort mit. Jetzt hab ich alles beinander. Mal sehen, ob die Quest erfolgreich ist.

Verwirrt hat mich, dass ich den Termin um 14:00 Uhr hatte.
Als ich vor der Praxis stand, hab ich auf dem Praxisschild Sprechzeiten 14:30 - 17:00 Uhr gelesen. Was jetzt? 10 Minuten vor dem Termin hab ich geklingelt. Und sie haben mich auch reingelassen. Das hat schon gepasst.

Als ich raus bin aus der Praxis suchte eine ältere Frau mit Brille den Lungenfacharzt (der ist eine Etage tiefer). Sie kann es nicht lesen, wo er ist.
Da meinte ich, da wäre sie ja beim Augenarzt richtig, wenn sie damit Probleme hat.
Sie: "Jetzt hab ich schon ne Brille und kann es trotzdem nicht lesen."
Ich:"Braungs ne neue."
Sie: "Nein, die ist neu."
Ich hab sie dann zum richtigen Arzt gelotst.

Lustig fand ich: das Schild Augenärzte neben dem Knopf Etage 2 war riesig! Naja, damit man es sieht! Auch die Ausgangs-Schilder in der Praxis waren riesig geschrieben. Damit die Leut wieder rausfinden.

Und schon spukt mir der Augenarzt mit dem Rechtschreibfehler auf dem Schild wieder im Kopf herum: der Chriurg...

Der Diabetologe ist auch im selben Haus. Praktisch für die Diabetiker, die dann im Anschluss noch beim Augenarzt ihre Augen überprüfen lassen müssen. Sehen hängt ja mit dem Nervensystem zusammen. Deshalb.

Ach im Cortisolspiegeltestpäckchen sind ja 3 Röhrchen drin. Cool. Dann kann ich mal abends, wenn mein Trafohäuschen hibbelig ist, und die Füsse und Hände sich noch mehr ringeln einen Test machen, dann nachts wenn es mich zwischen 1 und 3 Uhr aufweckt und nochmal früh, wenn es mich nicht mehr schlafen läßt. Dann hab ich die interessanten Zeiten mal durch.

Hmmm... parallel den Blutdruck messen , wär auch interessant. Denn wenn es physiologischer Stress ist, dann müßte der ja auch höher sein. Experimentierfreudig war ich schon immer. Und neugierig und wissbegierig auch. Schmerzforschung in Eigenregie.

Gab ja auch Ärzte, die sich einen Nerv durchtrennt haben , um zu sehen, ob er wieder zusammenwächst. Die haben die Forschung auch am eigenen Leib betrieben. Soweit würde ich jetzt nicht gehen. Aber wenn es schon da ist, warum soll ich es nicht einfach nutzen und ausprobieren und experimentieren? Hab ja nix zu verlieren. Kann ja nur dazulernen. Und sogar wenn ich mich irre, kann ich damit mein Schmerzgedächtnis überschreiben, oder zumindest die neuronalen Pfade, die der Schmerz belegt. Also kann ich ja nur gewinnen.

Mir hat es schon immer zu lange dauert immer auf die anderen zu warten. Geduld ist einfach nicht meine Stärke. Jaja, ich weiss... keine gute Ausgangslage, wenn man aus einem physiologischen Stresszustand (Übererregungszustands des Nervensystems) ausbrechen will.

Immerhin. Es funktioniert. Ich hab heut nacht sogar mal das Schwitzen stoppen können! Durch die Grinserei! Und Entspannungsübungen. Und die Schmerzen konnte ich vorgestern durch die Grinserei lindern. Das hatte ich ja schon erzählt. Unser Körper ist schon cool designt! Viel cooler als ein Smartphone. Wenn das rnterfällt, heilt es nämlich nicht von selbst.

Mittwoch: So. Gestern war der perfekte Tag für mein Experiment: zum Messen von Cortisolspiegel (ich hab mir ein Testset in der Apotheke besorgt) und Blutdruck (meine Mama hat so ein Gerät). Denn das Wetter, Unwetter hat mein Trafohäuschen im Voraus gespürt und überreagiert. Meine Zehen und Finger ringelten sich und brannten wie Feuer. Die Handrücken glänzten wie zwei Speckschwarten vor sich hin. Und das rechte Bein bog sich samt Fuss nach innen. Links wurde das Lymphödem wieder schön dick. Ich dachte schon es explodiert gleich. Zumindest fühlte es sich so an. Also das Trafohäuschen brummmte auf Hochtouren.

Ich war gespannt auf die parallele Messung von Cortisolspiegel und dem Blutdruckmessgerät. Die Spuckerei fand ich etwas widerlich. Aber immerhin sind drei Probenröhrchen drin. So hab ich gestern abend um 22:30 Uhr gemessen, 4:30 Uhr (als mich Trafohäuschen hochschreckte) und um 6:30 Uhr auch nochmal. Ich hab ja Urlaub. Gut geschlafen hab ich heute nacht nicht. Und das lag nicht an der Messung, sondern an der Wetterüberempfindlichkeit.

Meine These: Cortisolspiegel und Blutdruck laufen ja beide über die Stressachse. Folglich müssten sie sich konform zueinander verhalten.
Ich hab zwar die Proben erst heute zur Post gebracht, aber ich kann denk ich schon jetzt eine neue Hypothese abgeben.

Ich dachte anfangs ja, dass immer wenn das Trafohäuschen auf Hochtouren läuft, auch der Cortisolspiegel auf Hochtouren laufen müsste. Dann analog auch der Blutdruck.

Das konnte ich heute nacht mit der Messung nicht bestätigen. Sie waren zwar erhöht aber nicht signifikant. So in etwa wie die letzten Cortisolspiegelmessungen. 2 x etwas über und um 6:30 etwas unter den Normwerten. Das hatt ich nicht erwartet.

Doch daraus läßt sich etwas anderes folgern: Was wäre, wenn es nicht der Cortisol- bzw. Stress-pegel ist, also nicht die Höhe eine Rolle spielt? Was wäre, wenn die Reaktion, die Antwort auf geringe Cortisol-, Stress- Erhöhungen (egal, ob positiv oder negativ) exponentiell hoch wäre? Sprich wenn die Stressantwort zu hoch ausfällt? Schon bei kleinen Mengen von Stress. D.h. mein System wäre auf Stress allergisch.

So wie hier.

Denn bei CRPS und auch anderen chronischen Schmerzen und chronischen Erkrankungen ist es doch anscheinend so, dass das System hypervigilant reagiert. Auf kleine Auslöser.

Erinnert Ihr Euch: Allodynie ist eine übermässige Berührungsempfindlichkeit also quasi eine Allergie auf leichte Berührungen, Hyperakkusis ist eine übermässige Geräuschempfindlichkeit also quasi eine Allergie auf Geräusche, ich kenne mehrere CRPSler, die auf Gerüche übersensibel (also auch allergisch) sind, meine innere Heizung reagiert über und mir bricht der Schweiss aus... , auch auf das Wetter bin ich in gewisser Weise allergisch, weil ich es schon frühzeitig spüre...

Auch auf Menschenmengen reagieren einige CRPSler extrem und ich auch. Es ist zu viel! Zu laut! Zu eng! Zu voll! Also allergisch. Ich hab doch mal den Comic gezeichnet, bei dem ich meinte, ich wäre auf Menschen allergisch, weil ich sie nur in homöopathischen Dosen vertrage...., Bei Licht ist es dasselbe. Auf Neonlicht (Blaulicht) reagiere ich extrem überempfindlich. Meine Augen tränen, blinzeln. Also ne Art Lichtallergie.

Und auf Temperatur (Hitze) war das Ergebnis, dass die Buchstaben vor meinen Augen tanzten. Bei schwülem Wetter wie heute funktioniert bei mir das Denken nicht richtig. Ich hatte heut ein Visitenkärtchen in der Hand und weiss leider ums .. nicht mehr, wo ich es hingelegt habe. Scheinbar kopflos laufe ich durch die Gegend. Also bin ich auch auf Hitze bzw. Wetter, Regen ... allergisch.

Seht Ihr das Muster? Und dasselbe gibt es auch bei Autisten und AD(H)S. Es gleicht sich.

Als ich auf Reha war, hab ich mich in jeder freien Minute in der Sensibar rumgetrieben. Dort kann man seine Gliedmassen mit Linsen, Rapskörnern, ungekochtem Reis, warmen Steinen , ungekochten Linsen neue Reize geben um so die defekten Nerven wieder anzuregen. Was passiert bei einem zu viel davon? Kann es sein, dass ein zu viel , ein übertreiben dieser Reize die Allodynie ausgelöst hat?

Nichts anderes geschieht doch auch bei einer Allergie. Also wenn man überhygienisch ist (zuviel, zu reinlich ist), dann kann es zu Allergien kommen. D.h. ein zuviel einer Sache kann zu einer Allergie führen. Und ist dann schädlich (Die Dosis macht das Gift (Paracelsus)).

Warum soll es beim Schmerz anders sein? Evtl. besteht am Anfang ein zu hoher Stress-Level durch den Schmerz mit entsprechend hohem Cortisolwert und allem was dazu gehört. Nun ist unser System aber schlau und versucht Unheil von uns fern zu halten. Und versucht dem entgegen zu arbeiten. Denn ein hoher Stresslevel ist auf Dauer gar nicht gut.

Wenn also anfangs ein zuviel an Schmerz , und somit ein zuviel an physiologischem Stress vorhanden ist, wäre es nicht logisch, dass das System dann auch gegen den Stress allergisch werden kann? Ich denke schon. Und ist nicht ein Ausbau der neuronalen Schmerzleitungstrampelpfade zu Autobahnen auf denen der Schmerzreiz wie der LKW-Verkehr unablässig rollt, nichts anderes als der Transportweg für diese Schmerzüberempfindlichkeit? Es passt zusammen.

Und da wir Schmerz nicht nur empfinden, wenn wir uns physisch weh tun, sondern auch alle möglichen anderen Reize unseres Lebens(Geräusche, Gerüche, Berührungen, Gefühle, Beziehungen ...) uns Schmerz zufügen können, sind auch all diese Lebens-Bereiche davon betroffen. Was sie ja auch bei chronisch Schmerzpatienten und Kranken sind! Dann ist dies vollkommen logisch!

Denn nur so macht auch der Ansatz der multimodalen Schmerztherapie einen Sinn.

Und wie heilt man eine Allergie oder Phobie? Mit Desensiblisierung. D.h. indem man sich den Reizen in kleinen Dosen immer wieder aussetzt und daran gewöhnt. Außerdem benötigt man auch noch die Möglichkeit sich vor einem zuviel an Reizen zu schützen! z.B. mit Ohrstöpseln, Sonnenbrille, Brille mit Blaulichtfilter oder UV-Schutz, Meidung elektromagnetischer starker Strahlung ... Meidung von Menschenmassen (wie sie z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln zur Rushhour zu finden sind). Meidung von zu lauten, zu intensiven Umgebungen: z.B. kann man statt im lauten, grellen Supermarkt im kleinen Bioladen einkaufen. Ja ist teurer, aber reizärmer! So machen es Autisten und AD(H)Sler übrigens auch. Sprich: wir können uns ihrer Techniken bedienen. Die haben schon Jahrzehntelange Erfahrung damit.

Deshalb funktionieren auch Techniken, die Stress abbauen. Denn es ist ja eine zu hohe Stressantwort bei uns im Körper vorhanden! Deshalb funktionieren Entspannungsverfahren, Konzentration (Flow-Erlebnisse wie Hobbies aber auch Spiegeltherapie ...) und Bewegung, weil sie die Stressantwort abbauen! Sie bauen ja nicht den Stress ab. Der bleibt gleich. Aber die Stress-Antwort!!!

Das erklärt auch, dass ein sozialer weiterer Rückzug die Sensibilisierung auf Reize weiter vorantreibt. Man wird dann noch sensibler! Ich hab es selbst erlebt. Und erlebe gerade auch das Gegenteil davon.

Zu der Zeit als ich mir die Ohrstöpsel besorgte, konnt ich ohne sie im bus nicht mehr fahren, weil der Motor des Busses und die Heizung bzw. Klimaanlage einfach ZUUU laut waren! Letzte Woche bin ich zweimal ohne die Ohrstöpsel heimgefahren. Und ich war danach nicht komplett k.o. wie zu der Zeit als ich noch keine Ohrstöpsel hatte und mich die Geräusche in den Wahnsinn trieben und mir Kopfweh und Übelkeit verursachten.

Ja, es gibt Tage (z.B. bei Wetterwechseln) wo ich weiterhin übersensibel auf Geräusche bin. Aber längst nicht mehr ganz so extrem! Und an den Tagen sind andere Menschen genauso vergesslich und fahrig wie ich. Das geht nicht nur mir so.

D.h. mit dem Schaffen der heilsamen Umgebung folge ich der richtigen Spur. Wieder unter Menschen gehen. Wieder lernen sich zu entspannen. Mal nichts zu tun. Wieder das Lachen zu lernen. Wieder neue Erfahrungen zu machen. Neues auszuprobieren. Arbeiten gehen. Seine Gefühle ernst zu nehmen und auch für sie einzutreten mit offener Kommunikation.

Versuchen auf Enttäuschungen weniger empfindsam zu reagieren, sie zu akzeptieren und auszuhalten. Diskutieren und Streiten lernen und sich aus - und zu versöhnen. Zu verzeihen.

Die Vergangenheit abzuhaken und im Hier und Jetzt zu leben. Neue Freunde finden. Neue Interessen finden. Sich selbst besser wahrzunehmen und die eigenen Gefühle. Zu wissen, was man braucht und auch darum zu bitten. Hilfe anzunehmen und darum zu bitten. Nicht alles allein machen zu müssen.

Sich selbst und auch die eigenen Schwächen und Macken lieben zu lernen. Und damit auch die anderen Menschen so anzunehmen wie sie sind. Es gibt keine anderen :) Wieder Vertrauen in sich und die Menschen zu entwickeln.

Das alles zusammen ist nichts anderes als seine komplette Wahrnehmung (Sinne und Schmerz und die Sicht auf sich und die Welt) zu verändern. Einfach ist es nicht! Aber ein wahnsinniges tolles Abenteuer!

Sich selbst die heilsame Umgebung zu schaffen, die man braucht. Denn oft stimmt es schon lange nicht mehr. Und solange unser Körper schmerzt, ist auch noch irgendwo etwas, das noch nicht passt. Sich selbst nicht so wichtig nehmen. Über sich auch mal lachen können. Überhaupt das Leben heiter und gelassen zu nehmen. Denn es ist nicht alles planbar. Die kleinen Dinge des Lebens und das, was man hat wieder wertschätzen zu lernen. Zufrieden zu sein. Daran arbeite ich.

Auch mit diesem Blog. Denn auch das hilft mir, Dinge von der Seele zu schreiben.

So. Jetzt noch was schräges bzw. vewirrendes. Der Telefonanbieter hatte mir doch eine schriftliche Auftragserledigung geschickt , auf der angekreuzt war, Unterschrift verweigert. Das hatte ich ja nicht. Denn mich hat ja keiner gefragt. Ich hatte nur telefonischen Kontakt mit der Hotline. Wie soll ich da was unterschreiben?

Nun hatte ich nachgefragt, mich für die Problembehebung bedankt und gefragt, was ich nun mit dem falsch angekreuzten Formular, dass man mir geschickt hat, machen soll. In der Hoffnung darauf eine Antwort zu bekommen.

Gestern kam eine "Tut uns leid"-Karte mit einem Bild von einem Blumenstrauss darauf. Der Anbieter will die besten Produkte und den besten Service bieten und möchte weiterhin mein Vertrauen. Das kann ich verstehen und ist für mich auch alles nachvollziehbar.
Man entschuldigt sich für das Problem.
Das ist auch schön.
Und bedankt sich für meine Geduld.
Als P.S. Ist die Störung noch nicht behoben, dann rufen sie 0800 ...
Das find ich verwirrend... sie sollten doch wissen, ob sie die Störung behoben haben ...
Eine Antwort auf meine Frage habe ich leider nicht bekommen.

Donnerstag: Apropos zuviel und allergische Reaktion.
Heut war ich beim Hausarzt Medis von meiner Restfamilie abholen. Die waren alle. Jetzt kann man die Rezepte dort nicht mehr bestellen, sondern muss selbst vorbeikommen. Das kann ich ja noch verstehen.

Dann hab ich wegen dem Befundbericht der Endokrineologin nachgefragt, ich hätte gerne eine Kopie gehabt. Da wurde bestritten, dass ich von der Praxis eine Überweisung zu ihr bekommen hätte. Ich solle doch da immer drauf achten, wegen dem Hausarztvertrag. Sprich: ich hab einen Anschiss kassiert.

Ich war verwirrt und es dauerte etwas bis mir wieder einfiel, dass sie mich doch damals extra wegen der Überweisung angerufen hatten, dass ich die abholen soll... Jetzt versteh ich gar nix mehr.

Als mir das eingefallen war, bin ich nochmal hin zur Arzthelferin, die davon wenig begeistert war. Und mir immer noch nicht glaubte. Irgendwie kommt mir das alles sehr bekannt vor... das hatten wir schon mal.

Mein Cortisolspiegel und mein Stresslevel schoss in die Höhe. Heilige Bürokratie! Ich glaube bei Bürokratie ist es auch so wie Paracelsus mal sagte: Die Dosis macht das Gift.

Da holste die Blutdruckmedikamente für dei Mama ab und dann brauchst selber bald welche...
Allmächd!

Ich hab mich dann auf dem Trampolin abreagiert. Und dem Nachbarn, der seine Mülltonne rausgestellt hab, mein Leid geklagt. Das hat gut getan. Mülleimerpsychologie. Der hat auch gemeint: Das mit der Bürokratie wird immer schlimmer.
Warum?

Dann wollt ich bei der Endokrineolgischen Praxis anrufen. Die haben Urlaub und machen erst Ende August wieder auf. Das kann ich auch verstehen. Weil ich es sonst vergesse, hab ich einen Brief geschrieben mit der Bitte den Befundbericht doch bitte an die Hausartzpraxis und mich zu schicken und auch zu bestätigen, dass die Überweisung von der Hausarztpraxis kam. Jetzt kann ich das erstmal abhaken.

Ich kopier ja inzwischen immer meine Atteste, wenn ich mal krank bin, weil eins schon mal mit der Post im falschen Briefkasten des damaligen Firmengebäudes gelandet ist. Da hab ich auch einen Anschiss von der Teamassistentin bekommen. Durfte mir dann krank ich wie ich war bei der AOK ne Kopie holen und die dann nachschicken. Erst eine Woche drauf hat sie dann offenbart, dass sie im anderen Briefkasten nicht nachgeguckt hatte. Dabei hatte sie mir das mal in ihrer Urlaubszeit als Vertretungsaufgabe übergeben.

Jetzt muss ich anscheinend auch noch die Üerweisungen kopieren und als Beweismaterial sichern. Ich bin doch nur krank und ned bei der Kripo!

Warum ist das alles immer so kompliziert? Muss das so sein? Geht das auch anders? Ich dachte dafür macht man Bürokratie, dass es funktioniert. Das scheint nicht sehr gut zu funktionieren.

Im Städtle hab ich dann neue Gummis geholt. Für Hanni und Nanni. Die sind jetzt schwarz und weicher. Die haben eine größere Haftkraft. Wie Kukident. Nennt mich Gecko. Ob man mit den Dingern auch die Wände hochkrückeln kann?

Und dann war ich heut noch offen für neues und hab mal Eis Sahne-Kirsch probiert und im Asia - Haus ein Mittagsmenü gebratene Nudeln mitgenommen. Ich wurde gefragt, ob ich die Gebratenen Nudeln von der Karte haben wolle, oder das Mittagsmenü.
Ich verwirrt: "Was ist denn der Unterschied?"
Sie:"Beim Mittagsmenü gibt es noch ne Vorspeise Suppe oder Röllchen und die von der Karte ist teurer."
Dann hab ich das Mittagsmenü mit den Röllchen genommen.

So und weil ich heut so patent war und das Problem gelöst hab, hier der passende Comic dazu.

 
Die Glaa aus ERH - Kreative Loesungen Sandra Jaeger 2019
Die Glaa aus ERH - Patent Sandra Jaeger 2019
03.08. bis 09.08. Rundfunkgeschichten

Samstag: Ich bin heut grantig und extrem hibbelig. Schon gestern im Rundfunkmeusuem in Fürth musste ich ständig auf's Klo und war komplett überreizt. Zu laut, zu warm, zuviel...

Denn wenn das Nervensystem aufgeregt ist, dann muss man auch öfter. Wenn Ihr ne Rede halten müsst, dann habt Ihr ja sicher auch mal verstärkten Harndrang. Und Ihr habt noch keine Blasenschwäche. Dann ist wohl Blasenschwäche auf eine chronische Übererregung des Nervensystems zurückzuführen. Klingt für mich logisch.

Die Sonnenbrille hat dann draussen wieder die Reizflut etwas eingedämmt und mein Nervensystem wieder etwas beruhigt. Es war schön. Am Donnerstag abend ist nämlich noch spontan eine Begleitperson über mich hereingebrochen. Sie kam wie eine Naturkatastrophe. Die schönste, die ich kenne :)

Und die einzige, die in meinem Urlaub Zeit für mich hatte. Das war extrem schön und somit auch ein würdiger letzter Urlaubstag. Hab dann auch meine Pläne geändert und wir sind dann weil sie dorthin wollte doch lieber ins Rundfunkmuseum anstatt in das Stadtmuseum. Beides ist in Fürth.

Am tollsten fand ich die Telegraphenstation zum selber ausprobieren! Dit-dit-dit (ich liebe dich) und dash. Kurz und lang wird gemorst.

Meine Begleitperson steht staunend vor den ganzen Experimentieraufbauten und ist enttäuscht, dass noch nicht alles funktioniert. Am liebsten würde sie ihre ganze Wohnung so einrichten. Ich muss schmunzeln.

Beim Radio werden Töne in elektrische Impulse umgewandelt. Und dann wieder zurück. So ähnlich funktioniert das ja beim PC auch mit den Nullen und Einsen. An und aus.

Auch zwei alte Wählscheibentelefone sind ausgestellt, die auch noch funktionieren. Sowas gab es auch im Telekommunikationsmuseum in Frankfurt. Damit kann das Fürther gut mithalten. Obwohl das allein von Ehrenamtlichen betrieben wird und nicht professionell wie das in Frankfurt. Vielleicht auch grad deswegen. Da sind Menschen mit Herzblut (also mit Gefühl) dabei und das merkt man einfach!

Ganz anders als im neuen deutschen Museum. Da hatte ich andere Gefühle. Ich hatte ja letzte Woche berichtet. Irgendwie war das etwas kalt. Abweisend. Muss Kunst so sein? Ich dachte Kunst entsteht, wenn ein Künstler seinen Gefühlen und Impulsen und seinen Gedanken und seiner Inspiration freien Lauf läßt und Spass dabei hat. Zumindest ist das bei mir so, wenn ich einen Comic zeichne. Na gut, ich bin kein van Gogh. Ich hab auch noch beide Ohren. Da waren andere Gefühle im Spiel.

Doch wenn ich mir seine Sonnenblumen ansehe, dann sehe ich doch die Lebensfreude, die Freude und Begeisterung für die Schönheit der Natur. Seine Übersensiblität. Das konnte ich gestern auch wieder spüren als wir an einem Sonnenblumenfeld mit dem Bus in Gremsdorf vorbeigefahren sind. Wenn man empfindlich für die schönen Gefühle ist, ist man es halt auch für die anderen. Wo Sommer ist, ist auch Winter. Wahre Freude kann nur der empfinden, dem auch Leid widerfährt. Das Leben besteht eben aus Gegensätzen. Und das gilt für alle Menschen.

Ich denke, es hängt vom physiologischen Status ab, wie empfindsam man dafür ist. Und einige werden halt feinfühliger geboren und müssen sich dann entsprechend vor zuvielen Gefühlen schützen. z.B. Autisten und ADHSler. Andere geraten erst durch Erlebnisse, Unfälle, Krankheiten oder das Alter in diesen Modus.

Zurück zum Museum. Für die Hardware und die Schaltungen kann ich mich nicht so begeistern. Die liebt meine Begleitperson. Dafür aber für Codierungen. Steno ist ja auch ne Codierung. Das hab ich sogar mal gelernt. Sowas fasziniert mich.

Und dann konnten wir uns auch alte Fernseh- und Radiogeräte angucken. Die ganzen Marken der Region , die es leider nimmer gibt. Grundig, Loewe ...

Auch wenn Ihr mal einen Blick in einen alten Röhrenfernseher werfen wollt, in die Innereien, könnt Ihr das dort. Denn dort ist einer aufgeschnitten. Die Bildröhre nimmt den meisten Platz ein. Das ist schon ganz imposant. Damals konnte der Handwerker im Ort die Geräte noch reparieren. Heute schickt man die Teile entweder ein oder es rentiert sich gar nicht mehr und man wirft es weg. Daraus resultierte die Wegwerfgesellschaft.

Bei Internethändlern ist es ja inzwischen schon so schlimm, dass sie auch intakte Geräte, die zurückgeschickt werden, wegwerfen. Weil es billiger ist, als sie zu testen, neu zu verpacken .... es rentiert sich nicht mehr. Das ist schade und eine Milchmädchenrechnung. Was hat eigentlich das arme Milchmädchen damit zu tun? Und wer ist sie überhaupt?

Denn die ökologischen Folgeschäden dieser Wegwerfmentalität , diese Folgekosten, und die Kosten des Abbaus der Rohstoffe und der damit ausgebeuteten Natur und deren ökologischen Folgen auf die dortige Bevölkerung, Fauna und Flora ist da gar nicht dabei. Auch der Elektroantrieb ist gar nicht so umweltfreundlich. Bedenkt man, dass für den Abbau von Lithium (der Batterien) das Ökosystem ganzer Erdteile aus dem Gleichgewicht gebracht, vergiftet und so die Lebensgrundlage vieler Tiere und der Menschen dort zerstört wird (z.B. durch die Absenkung des Grundwasserspiegels , der in diesen Regionen eh schon knapp ist, das bei der Lithiumproduktion benötigt wird). Von vergifteten Menschen und Tieren, Trinkwasser und Boden will ich gar nicht erst reden.

Alte Jukeboxen und tragfähige Plattenspieler, Aufnahmegeräte in jeder Form, Diktiergeräte und Schreibmaschinen, VHS und dessen Vorgänger sind dort vertreten.

Und die Jukeboxen funktionieren sogar! Herbert Hisel oder die Caprifischer... die Musik der damaligen Zeit. Es gibt auch eine Beatles-Jukebox. Mir hat Herbert gereicht.

In meiner Kinderheit habe ich es geliebt an dem alten Plattenspieler mit dem riesigen Radio von meiner Oma rumzuspielen und die alten Platten abzuspielen. Hänger inklusive. Ich kann heut noch den Refrain der ganzen Lieder. "Ich esse gerne Sauerkraut und tanze gerne Polka...", "Hello, Mary Lou... sieh mal an, Dein Kleid ist schick und schick sind Deine Schuh...", "Zwei kleine Italiener... ", "Drei Musketiere ...", "Sein bestes Pferd braucht keine Zügel, es läuft auch soo nur gradeaus, es kennt den Fluss, es kennt die Hügel, es kennt den Weg zurück nach Haus." ....

Was hab ich dort stundenlang gesessen und mitgesungen... das hat mein Nervensystem beruhigt...

Wusstet Ihr dass das Fersehen in den 30igern mit 30 Zeilen gesendet wurde. Inzwischen mit Hdtv sind es 1080. Ne ganz schöne Steigerung!

Man kann auch Radio mal so hören, wie das in den 20igern war. Eine sehr kratzige Angelegenheit.

Es gibt auch eine Ausstellung zu Radio und drittes Reich. Also auch was zu Kommunikation. Denn Radio wurde ganz bewußt damals zu Propagandazwecken und damit zur Meinungsbeeinflussung verwendet.

Denkt Ihr nun Ihr seid davor gefeit? Seid Ihr nicht. Denn heutzutage macht das google, facebook und die ganzen sozialen Plattformen ja auch nicht anders. Und Fernsehewerbung funktioiniert ja auch so. Und schon sind wir vom Rundfunk und Fernsehen über Kommunikation in der Psychologie angelangt. Seht Ihr?

Facebook hat ja mal - ohne Wissen der ausgewählten Nutzer - nur positive oder nur negative Beiträge auf deren Startseite erscheinen lassen. Das Experiment zeigte, dass Nutzer, die nur positive Kommentare sahen auch positive Kommentare posteten. Und die, die nur negative Beiträge sahen, posteten negative. Das Experiment bestätigte also , was wir eh schon wussten, dass Laune - positive aber auch negative - ansteckend ist. Virulent sozusagen. Und dabei spielt die Art der Kommunikation gar keine Rolle. Erstaunlich. D.h. die Umwelt kann toxisch und krank machend auf uns wirken - durch den Einfluss auf unsere Stimmung , reagiert auch der Körper, das kann man nicht trennen. Deshalb macht auch die Art der Kommunikation in einem Krankenhaus, mit einem Arzt bzw. von einem Arzt ausgehend und in der Praxis viel aus.

Ich hatte ja über den Blutdruckansteigenden und Nervensystemaufreibenden Effekt meines letzten Praxisbesuchs berichtet. Es grummelt im Bauch. Frustration. Es kocht hoch... (manche Menschen bekommen einen roten Kopf), es wird einem warm, man ballt die Fäuste, man kocht innerlich (das sagt es ja schon). Wut. Und Wut ist nicht gesundheitsförderlich. Im Gegenteil.

Vielleicht leben Menschen, die einen grossen Bogen um Ärzte und Arztpraxen machen, gesünder. Denn sie müssen sich weder über die dortige Kommunikation noch die Bürokratie ärgern. Das kann Nerven schonen. Und damit auch die Gesundheit fördern. Vielleicht kann man sich auch durch Desensibilsierung (ein regelmäßiges dort auftauchen) dagegen immun machen. Ich weiss es nicht. Ich versuche für mich noch meinen richtigen Weg da zu finden. Vielleicht ist ein Mittelweg ganz gut. Keine Ahnung.

Zurück zur Ausstellung...
Das Hören von ausländischen Radiosendern wurde mit der Todesstrafe geahndet. Deshalb drehte man das Radio besonders leise und legte über sich und das Gerät noch eine Decke. Findige tarnten Radios als Spielzeug.

Apropops Spielzeug. Wusstet Ihr, dass damals die Spielzeugproduktion komplett eingestellt wurde? Auf Kosten der Rüstungsindustrie. Deshalb gab es findige Eltern und Kinder, die sich ihr Spielzeug selbst bastelten. Wohl deshalb hat meine Mama heute noch einen grossen Nachholbedarf. Sie liebt Puppen und Puppenhäuser, dekoriert sie liebevoll mit selbstgehandarbeiteten Teppichen, Decken und Kissen und sogar mit einer Mini-Makramee-Blumenampel.

Heute bin ich immer noch hibbelig und noch gereizter. Meine Mama war gestern auch schnell auf 180. Das ist an solchen Tagen mit so komischem Wetter so. Der Rettungshubschrauber fliegt auch schon wieder. Das geht also nicht nur unseren familiären Nervensystemen so. Ich hör ihn schon lange bevor ich ihn sehe und ich muss sehen, woher das Geräusch kommt, sonst macht es mich wahnsinnig. Auch so ne Macke von mir. Geht's Euch auch so?

Der Comic ist heut früh entstanden, weil Mama (180) sich darüber geärgert hat, dass meine Schwester vergessen hat, die Obstschale auszuspülen und wegzuräumen und sich in ihr eine kleine Fruchtmückenplage entwickelt hat. Fruchtmücken werden in der Genetikforschung gerne eingesetzt. Also wenn jemand Bedarf hat... ich hätte da ein paar Mücken übrig und in gute Hände abzugeben.

Ich hab auch schon mal an einem ersten Urlaubstag vor einigen Jahren eine Madenplage bei ihr bekämpft. Hier sind die Bedürfnisse und Fähigkeiten und Nicht-Fähigkeiten unserer Familienmitglieder einfach inkompatibel. Keiner macht das absichtlich. Und das Handeln ist dann kontraproduktiv. bzw. explosivproduktiv.

Das ging dann wieder an meine Grenzen und ich war wütend. Wut entsteht aus Hilflosigkeit. Und wird der vorausgehenden Frustration nicht rechtzeitig gegengesteuert, entsteht Wut. Und dann macht es Puff! Deswegen hilft gegen Frustration , wenn man seine Gefühle rechtzeitig äußern kann. Das kann ich aber nicht besonders gut, weil ich sie erst recht spät wahrnehme.

Das scheint aber ein generelles Problem unserer Gesellschaft zu sein. Andere scheinen auch nur geringfügig besser darin zu sein. Oder noch schlechter.

Dabei gehört Streiten zum Leben dazu. Das war mir gar nicht bewußt. Und eine gute Streitkultur ist gesund und auch gesundheitsförderlich. Daher kann ein Luftmachen der Emotionen auch wie ein reinigendes Gewitter wirken. Denn vorher herrscht angespannte Stimmung. Das kann ich auch immer wieder bei meiner Verhaltensforschung im Großraumbüro beobachten.

Jetzt will ich es lernen. Und das Diskutieren. Ah... der Sanker (Rettungswagen) von der Rettungswache fährt auch schon wieder. Ein übererregtes Nervensystem ruft um Hilfe.

Hab mir das Geo-Heft Richtig streiten (oder so ähnlich) und das Buch "Streiten lernen" gebraucht besorgt. In unserer Familie konnte ich es leider nicht lernen, denn es herrschte das Patriarchat und das Matriarchat. Dabei spielten Argumente und Logik nur eine untergeordente Rolle. Sehr bedauerlich. Daher habe ich es nie gelernt.

Wenn alles, was man sagt und tut eh verkehrt ist, dann sagt und tut man halt nix mehr. Das ist dann aber auch verkehrt. Es spielte also keine Rolle, was man machte. Man gewöhnt sich dran. Der Mensch gewöhnt sich an viel. Denn der Geist und Körper ist ganz schön anpassungsfähig. Daher finde ich es schon seltsam, wenn man Menschen, die aufgrund einer immensen Anpassungsleistung derselben an unmenschliche Bedingungen und Umgebungen und der dadurch gesicherten Überlebensfähigkeit dann eine Anpassungsstörung diagnostiziert wird. Das widerspricht sich doch und passt überhaupt nicht zusammen.

Wächst man in einer Umgebung auf, in der die eigene Meinung nicht zählt und gar nicht gehört wird, hat man irgendwann auch keine mehr. Wozu auch? Und dann wundert sich das Umfeld, das diese Situation erzeugt hat, dass man nicht weiss, was man will und braucht. Dabei ist das dann ja nur eine gesundheitserhaltende Anpassungsleistung des Organismus sich so zu entwickeln. Wer keine oder unzureichende Aufmerksamkeit und Wertschätzung erhält und die braucht jeder Mensch um zu überleben und keinen physischen und psychischen Schaden zu nehmen, dessen Organismus schützt sich dann durch entsprechende Strategien. Das ist ganz normal. Ursache und Wirkung halt.
Das Ergebnis dieser gesunden Reaktion wird dann aber als Krankheit eingestuft. Das finde ich persönlich sehr seltsam. Und ich verstehe es einfach nicht.

Wenn man die Hintergründe kennt und sich Zeit dafür nimmt sie zu verstehen, ist es doch ganz logisch und erklärbar. Dafür fehlt aber die Zeit und dann gibt es halt ein Etikett Krankheit x und ein Medikament. Geht schneller. Symptombehandlung. Ein Leben lang, statt die Ursache anzugehen. Das wäre langfristig nämlich billiger und auch für den Betroffenen gesünder, weil Medikamente auch viele Nebenwirkungen haben.

Überhaupt bei Menschen, deren Nervensystem eh schon übersensibel ist also im physiologischen Ausnahmezustand steckt. Ist ja logisch: ist man auf alle Reize übersensibel, weil man im chronischen Kampf - oder Erstarrungsmodus ist, dann reagiert man auch auf Medikamente hypervigilant und extrem.

Und wieviele Medikamententestpersonen sind denn in dieser Gruppe drin? Wohl keiner. Denn zu sowas geht doch jemand, der jede Veränderung scheut gar nicht hin. Es ist ja schon so, dass viele Medikamente nur an männlichen Testpersonen getestet werden. Der weibliche Organismus reagiert aber ganz anders darauf! Und Kinder auch! Weil sie von Natur aus hypervigilanter sind.

Apropos explosiv und puff... in der Rundfunk-Ausstellung ist auch eine Fliegerbombe ausgestellt. Die hat meine Begleitperson mal kurz angefasst und das Oberteil in der Hand. Dann wieder zusammengesetzt. Irgendwie sind wir zwei zusammen so wie Hubert und Staller. Nur besser! Und in Echt :) Mit uns fällt man überall auf! :)

Ich wünsche Euch ein schönes und erholsames Wochenende! Passt gut auf Euer Nervensystem auf!

Sonntag: Wenn der Wald und die Natur einen Einfluss auf unser Nervensystem und damit auf unseren physiologischen Zustand hat, kann es dann nicht auch sein, dass das auch umgekehrt gilt? Das glaub ich nämlich schon.

Sprich, wenn man ein übererregtes Nervensystem hat , zieht man dann evtl. Stechmücken, Zecken und Co eher an? Weil dort die Nahrung leichter verfügbar ist. z.B. bei Bluthocdruck. Logisch wär's. Und der Natur trau ich alles zu. Denn man schwitzt ja dann auch mehr und ist so leichter riechbar... auch im Dunkeln. Vielleicht nehmen die Insekten auch die Gefühle und nicht nur den Geruch wahr. Oder hören sogar das Blut rauschen.

Und wenn der Kellner, der einem ein Eis oder einen Cafe mit Sahne serviert , sauer ist, kann sich dann diese Säuerlichkeit (also der physiologische Zustand des Kellners) auf die Mikroben in der Sahne übertragen? Das hatte ich nämlich diese Woche. Eis mit saurer Sahne. Des is fei a ned grod as gsündeste. Der Eisreicher machte ein sehr sauertöpfisches Gesicht, obwohl ich ihn anlächelte. Es hat nix genützt.

Und eine Bekannte von mir, wurde neulich vom selben bedient und ihre Sahne im Eiscafe war auch sauer. Wir haben beide aus Rücksicht auf den physiologischen Status des Kellners nix gesagt.

Als Konsequenz habe ich gelernt: ich werde zukünftig dort mein Eis ohne Sahne essen. Meine Bekannte will dort erstmal gar nimmer hingehen.

So kann der physiologische Status also sehr schädlich für das Geschäft sein.

Es wäre sicher äußerst interessant die Tage mit einer Zunahme von Herzinfarkte, Schlaganfälle und sonstigen Erkrankungen mal mit dem Wetter abzugleichen und so einen möglichen Zusammenhang zu ermitteln. Ich denke, der läßt sich finden. Ob es dazu schon Studien gibt? Gibt es bei Wetterwechseln (wie heute) mehr Einsätze von Rettungsdienst und Notarzt. Ich vermute schon.

Bei Überreizung kommt es bei mir auch vor, dass ich undeutlich rede. Nuschle oder mutiere. Nein, ich werde nicht zum Hulk. Okay gelegentlich bei zu arger Reizüberflutung kommt es in Ausnahmefällen (wie auch bei jedem anderen Menschen) mal vor, aber davon ist hier nicht die Rede. Sondern vom Mutismus. Also vom Verstummen.

Ich bin gestern einer älteren Dame am Altenheim begegnet und sie nuschelte auch. Ich bin ihr schon früher begegnet, und da sprach sie ganz deutlich. Deshalb nehme ich an, dass ihrem Nervensystem ebenfalls, das Wetter zu schaffen macht.

Heute früh war ich im Engelgarten zum Probeschnuppern. Der Kurs war im wahrsten Sinne des Wortes dufte. Dort durften wir nämlich die Reaktion unseres Körpers auf Duftöle testen. Ich mag Lavendel nicht besonders gern. Als Pflanze schon. Sieht ja wunderbar aus. Aber die Wäscheduftsäckchen fand ich immer furchtbar und diesen Nasenkneifer aus der Werbung konnt ich auch nicht ertragen. Weil es zu intensiv war und wohl auch etwas chemisch. Heute gab es also einen Tropfen Lavendelöl auf die Hand und dann verreibt man es in den Handflächen oder auf den Fuss-Sohlen. Reflexzonen halt. Und siehe da, ich hätte es nicht gedacht: das Lavendelöl fährt mein Trafohäuschen runter! Zack und es war unten. Da muss ich lang meditieren bis ich das so hinbekomme. Faszinierend.

Sie hat uns von Gary Young erzählt, einem Amerikaner, der im Rollstuhl saß und mit Duftölen experimentierte und sie auch herstellte. Durch die Arbeit mit den Ölen ist er wieder gesund geworden. Inzwischen ist er verstorben und die Firma führen seine Frau und Kinder weiter.

Das mit dem Duftöl ergibt für mich schon Sinn, dass es wirkt. Denn wir stammen ja aus der Natur und der Duft des Waldes wirkt ja heilsam. Deswegen ist der Trend ja Waldbaden und Wiesenduschen. Früher is mer halt einfach mit der ganzen Familie in den Wald ganga. Und der riecht so gut wegen der Terpene und die wirken beruhigend und heilsam auf unseren Organismus. Da sind wir ursprünglich zuhause und das spüren wir auch noch. Wohl deswegen holt sich der Mensch die Natur auch ins Haus und ins Büro und hegt den Wunsch nach einem eigenen Garten. Erde duftet so gut. Und es fühlt sich toll an mit dem Material Erde oder Holz zu arbeiten... Der Duft von Holz ... , Tannennadeln... Fichtennadeln... ihr wisst was ich meine... Wenn nicht, dann schult mal wieder Euer Riechorgan.

Zitronenöl soll helfen , sich zu konzentrieren. Denn ihm wird eine belebende Wirkung zugeschrieben. Zumindest riecht es gut. Für mich nach Kinderheit und Nimm 2. Denn Erinnerungen und Gerüche wie alle anderen Sinneswahrnehmungen sind eng miteinander verknüpft. Ist ja logisch , denn über die Sinne und die Sinneserfahrungen lernen wir. Das bleibt also dann auch hängen.

Apropos erinnern... beim Aufwachen erinnern wir uns doch auch noch an das, was wir geträumt haben. Ich muss sagen, das hab ich sehr selten. In letzter Zeit träum ich wieder. Komisch. Zuletzt kann ich mich an Albträume aus der Kinderheit erinnern.

Nun hab ich mich gefragt, ob man auch in Narkose träumen kann. Ich hab in den zwei Vollnarkosen 2014 jedenfalls nix geträumt. Es kam mir eher so vor, wie Licht aus. Und dann weiss ich noch, dass ich im Aufwachraum lag und ich die Stimme hörte, die reihum fragte, ob jemand Schmerzen hat. Und ich mir wünschte endlich an der Reihe zu sein. Weil es weh tat.

Und beim zweiten mal, kann ich mich nicht mal an den Aufwachraum erinnern. Ich lag irgendwann allein im Bett im Zimmer. Und da bin ich dann aufgewacht und hatte Hunger.

Und hier die Antwort gefunden. Also ob man im Schlaf träumt oder nicht, ist eine Frage, die nicht ganz eindeutig beantwortet werden kann. Man geht davon aus, dass träumen während der Übergänge zwischen den Schlafphasen stattfindet. Und als Zweck hat er das Durchputzen im Gehirn. Die Infos des Tages werden verarbeitet und verräumt. Vom Kurzzeit in das Langzeitgedächtnis. So hab ich es wenigstens verstanden.

Pfefferminzöl auf den Nacken wirkt kühlend und inhaliert man es (mit geschlossenen Augen!) putzt es durch wie Rettich und Radieschen und Meerrettich.

Apropos Meerrettich ... auch Kree(n) genannt. Den gab's heut auf dem Kellerfest. Ich hab mir ein Bratwurstbrötchen geholt. Und gestern einen Wedelfisch. Ich bin dann mit ihm heimgewedelt. Dort war es mir zu laut. Hinter mir raschelte auch ein Mann mit seiner Tüte herum. Der hatte auch einen Fisch geholt und hat mich dann überholt. Er:"Gell, mir essen unsern Fisch dahamm?!?"
Ich:"Ja, da is ruhiger."

Dann hat er mir recht gegeben und ist weitermarschiert.

Also wenn Ihr noch Lust habt, dann geht heut noch auf das Kellerfest. Es ist schön am Kellerberg. Und der Kellerbergverein freut sich.

Dienstag: Nun hab ich mal zwei Tage früh 1 Tropfen Zedernholzöl auf meine Handflächen, die Reflexzonen gerieben. So hab ich den harzigen Holzduft den halben Tag dabei. Man braucht ned viel. Und ich kann ihn dann auch noch unterwegs inhalieren, wenn um mich rum der chemische Parfüm - und Rasierwassergestank zu arg ist. Juchu! Jetzt hab ich auch noch ne Lösung für das Geruchsempfindlichkeitsproblem gefunden. Als ich nicht mehr danach gesucht habe. Logisch. Gasmaske wär ja keine Alternative gewesen. Die stinkt ja nach Gummi und sehr schick ist sie auch nicht.

Das wirkt tatsächlich. Ich bin den ganzen Vormittag ruhiger und entspannter. Das hätt ich nicht gedacht. Ich freu mich. Das Trafohäuschen ist leiser und die Schmerzen geringer. Cool!

Gestern war ich bei einer Beratungsstelle und die supernette Dame dort hat mir erklärt, warum meine behinderte Schwester (und ich glaube, das trifft auf alle Menschen zu) mit dem Alter immer schwerer in die Gänge kommt und zu motivieren ist.

Weil sie viel mehr kompensieren muss! Mit dem Hirn und dem Körper. Und dann ist er schneller erschöpft. Bei Autismus und chronischen Schmerzen ist das auch so. Das war mir so noch gar nicht bewußt. Sie hat mir also die Augen geöffnet und mir diese andere Perspektive gezeigt. Die ich ja auch aus eigener Sicht wahrnehmen kann. War mir nur mal wieder nicht so bewußt. Und so gut im übertragen von Erkenntnissen auf andere Umstände bin ich nicht immer. Da hat sie mir enorm geholfen. Es hat bei mir geschnaggelt. Der Groschen ist gefallen. Gestern am Weg hab ich einen Cent gefunden. Da muss er hingefallen sein...

Dabei kenn ich das ja schon von mir. Ich hatte es nur nicht mit dem anderen in Verbindung gebracht. Dasselbe passiert auch wenn man älter wird.

Und dann kam passenderweise im Hessen Fernsehen gestern abend noch eine Sendung über Behinderungen. Ein Junge mit Down-Syndrom, der mit Gesunden Theater spielt. Das war cool! Und eine Frau, die bei einem Blinden in die Lehre ging und einen Tag experimentiert hat, wie es ist blind zu sein. Sie klebte sich Augenpflaster über beide Augen und eine Schlafbrille. Einen Tag lang. Sie kam immer wieder an ihre Grenzen und war erschöpft. Weil das Gehirn und der Körper (vom Blindenstock hatte sie einen Muskelkater) viel mehr kompensieren muss. Also wird er auch schneller müde und sie brauchte eine Pause. Hier schliesst sich wieder der Kreis zum Augenöffner von der Beratungsstelle. Und zur chronischen Schmerzerkrankung.

Ich denke das kann man noch mehr verallgemeinern: alle, die im physiologischen Ausnahmezustand sind (chronischer Stress, aus welchen Gründen auch immer ) bringen ihren Körper und das Hirn an seine Grenzen. Denn die Reizfilter sind da deaktiviert. Dadurch bekommt das Hirn alle Reize ungefiltert mit und muss mehr Input verarbeiten. Damit ist man dann natürlich auch viel schneller erschöpft.

Sprich: Kranke Systeme müssen MEHR leisten als ein gesundes. Denn bei dem ist der Reizfilter aktiviert und er bekommt die Informationsflut gar nicht mit!

Betrachtet mal alle Menschen, die der Norm entsprechend "nicht funktionieren" vor diesem Hintergrund und Ihr bekommt eine ganz neue Perspektive auf das Thema Krankheit, Alter und Behinderung!
Respekt, denn sie machen es trotzdem!!!!
Und bedenkt dabei: Alt werden alle. Chronisch krank kann auch jeder werden. Man merkt es nämlich gar nicht. Es passiert schleichend. Denn je älter die Gesellschaft, desto mehr summieren sich die Wehwechen und Einschränkungen. Das ist vollkommen normal.

Bestaunt Euren Körper und Geist zu was er alles fähig ist und was er alles kompensieren kann! Das ist einfach unglaublich!
Unglaublich cool!

Da ich heute tiefenentspannt dank Zedernholzöl und Busausblick auf Wald, Wiesen und Felder und auf den herrlichen Sonnenaufgang hatte, gibt's heut diesen Comic. :)
Viel Spass!

Mittwoch: Des Wetter haut ganz schön rein! Mein Nervensystem reagierte heut früh total überempfindlich. Schon das Licht im Bus war mir zu hell und grell und ich hab meine Kapuze aufgesetzt. Das half.

Mir war auch ein bisschen schlecht. Der Zedernölduft half dagegen und der Spaziergang zur Bushaltestelle. Also die Bewegung und der Duft der Natur und vom Regen an der Haltestelle tat sein übriges.

Im Büro nervte dann das Licht meines Nebensitzers. Aber da war es so warm, dass ich das ohne Kapuze aushalten musste. Hitze mag mein Nervensystem nämlich auch nicht. Ich muss mich also zwischen zwei Übeln entscheiden. Es dreht da gern mal auf und ich schwitz dann auf einmal aus allen Poren.

Auch jedes Gespräch im Büro ging mir erstens auf die Nerven und war sehr anstrengend zu folgen. Denn ist das Hirn mit Sinnesreizen ausgelastet (aufgrund des deaktivierten Reizfilters) dann hat es keine Ressourcen mehr dafür frei. Dagegen halfen meine Ohrstöpsel.

Konzentrieren fiel mir heute extrem schwer. Klar, weil mein Nervensystem nicht nur auf Gerüche und Geräusche und Licht sondern auch auf das Wetter überempfindlich (hypervigilant) reagiert.

An der Haltestelle am Wegfeld bin ich hin- und hergetigert, weil Bewegung das Nervensystem beruhigt. Schom im Bus heimwärts war ich dann einfach platt und bin ständig eingeschlafen. Mein linker Fuss zuckte durch die Gegend und machte mich wahnsinnig. Ich wusste nicht wohin damit. So schlimm ist es sonst erst abends im Bett.

Und ich hab keinen anständigen Satz mehr hinbekommen. Die Zunge bleibt dann irgendwie hängen. Und im Hirn klemmt es auch. Wortfindungprobleme am laufenden Band. Und ich rede nicht von der Fernsehshow mit Rudi Carell. Ich lall dann ein bisschen. So als hätt ich was intus. Ja von wegen. Reizüberlutung, Systemauslastung.. Wäre ich ein Rechner, dann würdet Ihr nur noch den Ladebalken oder Ladbagel sehen... Des is fei a ned grod as gsündeste.

Mei Mama hat sich über meine Verständigungsschwierigkeiten scheckig gelacht. Warum eigentlich scheckig und ned kariert oder gestreift? Der ging es heut aber auch ned viel besser. Die war auch neben der Spur. Is schön da...

Aber es geht nicht nur mir so. Der Rettungswagen fährt heut auch dauernd. Lauter übererregte Nervensysteme.

Eine Tasse Kaffee brachte dann mein Hirn wieder halbwegs zum Funktionieren. Spasseshalber hab ich vorher den Blutdruck gemessen. Auch aus Neugier. Der war im Keller. Und das, obwohl ich im 1. Stock war. Deswegen funktionierte sprechen und denken auch nicht besonders gut. Der Cortisolspiegel dürfte auch dort unten gewesen sein.

Die Tasse Kaffee heizte dem Nervensystem dann wieder ein. Und schon schwitzte ich wieder. Also von 0 auf 100 in Sekunden. Schneller als jeder Porsche. Und dann ging es auch wieder mit dem Denken.

Ein warmes Entspannungsbad in Eukalyptusöl (Erkältungsbad) entspannt olfaktorisch (Geruch), sensorisch (Temperatur, Wärme), Druck (Badewanne im Rücken und an den Beinen), Singen und Armbewegungen stimulieren den Vagusnerv. Bewegung baut ja physiologischen Stress ab. Das macht man sich auch bei Schmerzerkrankungen zunutze. Cool wie man das autonome Nervensystem regulieren kann. Über die Sinne. Und Bewegung. Und das Singen stimuliert den Mittelohrnerv und damit das Nervensystem.

Danach hatte ich das Bedürfnis mal Lavendelöl auf meinen Bauch (hier brummt das Trafohäuschen) zu schmieren. Die Frau vom Sonntag vom "Schnupper"kurs hat das auch mal gemacht und davon erzählt. Denn nachdem ich aus der Wanne wieder draussen war, fing mein Trafohäuschen wieder an aufzudrehen. Und siehe da, es hilft. Das Öl auf dem Bauch. Ich nehme an, da verläuft der Erstarrungsnervenanteil vom Vagusnerv. Vom Totstellreflex. Das würde das ganze erklären.

Meine Mama war ja mit dem Öl auch skeptisch, als ich ihr davon erzählt habe. Heute nacht schlief sie nicht besonders gut. Ich hatte auch Einschlafprobleme aufgrund der Wetterfühligkeit des Nervensystems. Bei meiner Mama ist das nicht anders. Dann hat sie es doch mal ausprobiert und das Zedernholzöl ausprobiert. Und dann hat sie 4 Stunden durchgeschlafen!!! Das ist Rekord!
Aufgrund des erhöhten Harndrangs des übererregten Nervensystems hat sie dann aber als sie aufgewacht ist, gleich auf's Klo rennen müssen! Es hat pressiert.

Sirene geht auch wieder. Sicher auch ein Zusammenhang mit einem übererregten Nervensystem. Denn die Unfallgefahr steigt dann natürlich auch an, wenn das Hirn nimmer so gut funktioniert. Das ist nämlich nicht nur bei mir so.

Ich finde das alles extrem spannend! Da soll noch einer sagen, dass man nicht selber seine Körperwahrnehmung und physiologische Reaktion erforschen kann! Das macht ja richtig Spass!

Und wenn man versteht wie der Hase läuft - was hat jetzt das Säugetier damit zu tun? - dann kann man das Wissen auch praktisch anwenden! Und das autonome Nervensystem regulieren und in den Griff bekommen. Zumindest hab ich das vor. Cool.

Gestern hab ich ja erklärt warum eine Behinderung ein mehr funktionieren erfordert. Eine Bekannte von mir hat es mit ihrem nickname in einem Forum auch sehr schön ausgedrückt. Disabled heisst ja auf Englisch Behindert. Sie ist ebenfalls körperlich beeinträchtigt und nennt sich Enabler! Das find ich extrem cool! Recht hat sie!

Denn Funktionieren ist einfach, wenn man keine Beeinträchtigungen hat. Ich hatte ja neulich das Beispiel des Servers, auf dem zu viele Programme laufen, der mit einem Desktoprechner verglichen wurde, auf dem paint läuft , gebracht. Aus der spürbaren, gefühlten Rechnerleistung auf die Rechnerleistung zu schliessen, wäre hier genauso verkehrt. Nur wenn man sich dessen bewusst ist, was auf alles auf dem System läuft, sieht man, was es wirklich leisten muss! Und nur so erkennt man, welches wirklich mehr leistet! Andernfalls kann man sich schlicht täuschen. Bitte bedenkt das!

Bei Menschen kann man leider nicht den Taskscheduler aufrufen und nachgucken... Bei Windows geht das. Und bei Linux auch ... aber mit ps -a und grep.

D.h. wenn jemand ins Stottern kommt, dann muss dieser jemand nicht minder intelligent sein. Im Gegenteil. Es kann sein, dass sein Hirn (Prozessor und der Arbeitsspeicher) grad mit den Reizen ausgelastet sind, die auf es einprasseln.

Sprich man sieht nicht die Mühe und Energie, die hinter dem funktionieren steckt. Sondern nur, wenn es nicht funktioniert. Das ist nicht besonders fair!

Donnerstag: Interessant. Die Variante hatt ich auch noch nicht. Ich bekomm ne Brille. Die musst ich vorab bezahlen und hab es überwiesen. Vor 1,5 Wochen. Laut Optiker ist der Betrag immer noch nicht angekommen. Ich hab nochmal die Überweisung und die Nummern auf der Rechnung verglichen. Ich seh keinen Fehler....

Wobei ich es schon irgendwie lustig finde, dass die IBAN und BIC so mini auf der Rechnung für die Brille drausteht, dass ich sie gar nicht lesen kann. Beim Optiker! ;-)

Und bei der Bank hab ich heut auch angerufen und die sagen auch, dass es schon lange abgebucht und angekommen ist und auch nicht zurückkam. Jetzt bin ich gespannt, wo da der Denkfehler ist. Werd den Kontoauszug mit zum Optiker nehmen. Und dann schau mer mal. A Zeuch is des...

Wie ist das eigentlich bei Messen und Tagungen, wenn man als Schwerbehinderter eine Begleitperson braucht? Ist die dann IMMER frei? In den Museen war es so.

Der Telefonanbieter hat sich jetzt doch noch auf die Webformularanfrage gemeldet. Ich bekomme jetzt eine 25 Euro Gutschrift. Damit hatte ich jetzt gar nicht mehr gerechnet. Da freut es sich noch besser :)

Und den Betrag vom defekten Trampolin soll ich jetzt auch endlich zurückbekommen. Ich bin gespannt. Da hüpft man von Hürde zu Hürde. Das ganze nennt sich wohl Leben. Die ganze Katastrophe....

Passend zum gestrigen Wetter kommt noch ein Comicla... Viel Spass!

 
Die Glaa aus ERH - Berufswuensche Sandra Jaeger 2019
Die Glaa aus ERH - In aller Herrgottsfrueh Sandra Jaeger 2019
Die Glaa aus ERH - Der Regentag Sandra Jaeger 2019
10.08. bis 16.08. Praktische Psychologie und das Bauchgefühl ...

Samstag: Gestern hat mir das Wetter ganz schön zu schaffen gemacht. Früh brandten meine Hände wie Feuer und abends die Beine. So wird's ned langweilig.

Das ist dann halt der Vorteil, den man als wetterfühliger hat. Und das ist man, wenn das Nervensystem übererregt ist. z.B. aufgrund einer chronischen Erkrankung.

Zwei meiner Kollegen diskutieren immer schon weit im Voraus über den Wetterbericht und wann sie deswegen Urlaub oder frei nehmen. Das finde ich sehr seltsam. Erstens hält sich das Wetter meistens dann eh nicht an den Wetterbericht. Zweitens hatt ich noch nie ein Problem damit. Ich geh raus vor die Tür und da isses das Wetter. Drittens: beeinflussen kann man es eh nicht. Ich glaub auch nicht, dass sich die Menschheit auf eins einigen könnte. Das ist schon gut, so wie es ist.

Nervig (einen schönen Gruss vom Cortisolspiegel und der Stressachse) fand ich auch eine Dame mit rotem Lippenstift und blauer Uniform, die mir auf der Bahnsteigtreppe (mit dem Aufzug erwisch ich meine U-Bahn nimmer , ausserdem weiss ich gar ned, ob und wo auf dem Gleis einer ist) entgegenkam. Mit ToGo - Becher in der Hand. Ich sah nur den Becher und ihren grell geschminkten Mund. Sie blieb stur vor mir stehen und erwartete offensichtlich, dass ich mit meinen Krücken beiseite oder über sie hinweg hüpfe. Ich hab die Stecken weil ich eine Gehbehinderung habe und nicht zum Stabhochsprung.

Ich blieb einfach stehen. Was blieb mir auch anderes übrig? Denn um mich rum drängten die Massen vom Zug in die Bahnhofshalle oder zu anderen Gleisen. Irgendwann schnaufte sie schwer und umrundete mich. Geht doch!

Der Sanker fuhr gestern auch wieder verstärkt. Lauter übererregte oder entgleiste Nervensysteme.

Das Gewitter war laut und zwei mal hat mich mein Nervensystem heut nacht aufgeweckt. Bei Erregung muss ich dann, wegen dem erhöhten Harndrang. Der ist nämlich dann gleich beim Aufwachen da. Und lieber wach ich auf, als ins Bett zu pinkeln. Des is fei a ned grod as gsündeste. Und nach entspannendem Lavendel riecht es auch nicht. Bei Spargelgenuss höchstens nach Schwefel...

Samstag. 14:30 Uhr. Die Sirene geht und dann sind die Martinshörner zu hören. Die freiwillige Feuerwehr ist unterwegs. Die Unfallgefahr steigt nämlich bei solchem Wetter auch. Auch wegen dem übererregtem Nervensystem.

Das geht bei mir dann immer mit dem Kontaktsport Türrahmen einher. Also ich hab mich gestern mal wieder am selben derrennt. Oder derhuzd. Dagegen gelaufen bin ich halt.

Ich hab mich gestern mit Bewegung abreagiert. Bin einmal ins Städtle und zurück marschiert. Hab beim Optiker endlich meine Brille abholen können! Die Gläser waren da, ned bloss mei Gstell. Also des Brillengstell. Mei Gstell habi ja immer dabei.

Des Missverständnis mit der Überweisung hat sich jetzt auch geklärt. Nachdem ich am Donnerstag noch in der Bank eine Bestätigung geholt hab. Des war scho am 31.07. überwiesen. Den Ausdruck habi dem Optiker dann gebm. Und dann hams endlich mal bei sich selber gschaut.

Des woar scho beim Steuerberater. Des woar die Erklärung. Die hamm ned so früh damit grechnd. Dafür hamms mi ganz schee umanandergsprengt und rebbellisch gmacht. Das fand ich nicht besonders schön und sehr anstrengend. Wegen der vielen unnötigen Lauferei. Etz hamsi sie entschuldigt. Etz hat's grad nu vor seim Urlaub highaut. Ich mach drei Kreuze.

Bei solchem Nervenwetter ist der Geduldsfaden kürzer als sonst und man ist vergesslicher, unaufmerksamer und schneller überfordert. Das geht nicht nur mir so. Die Stimmung ist gereizter.

Das konnte ich auch vorhin am Etzelskirchener Friedhof entdecken, wo zwei Sanitäterinnen einen Einsatz hatten.
Die eine sagte zur anderen etwas von :"Die können mir mal den Schuh aufblasen..."

Wie macht man denn das? Ist das dann ein Lymphödem wie ich es links an der Wade habe? Das war gestern auch wieder die Pest. Dann schwillt es an und spannt und tut weh. Klar, wenn es da drin eng wird...

Wobei die Haut ja extrem flexibel und agil ist. Dehnbar ohne Ende... Sie wächst mit dem Bauchumfang mit. Das ist schon faszinierend.

Heut war ich im Städtla und hab die Zeitung im Buchladen gseng. In Vestenbergsgreuth gibt's an Schaukelpfad! Auch für Erwachsene! Da will ich hin! Unbedingt! 2 km isser lang. Eine Familie aus Frankfurt (die Stadt läßt mich a ned los...) is alternativ dorthin statt nach Geiselwind. Und die hamm alla vill Spass ghabt!

Im Buchladen habi nu a boar Bücher gfundn. Mein Suchtmittel. Mein "Stoff". Vielleicht heisst's deswegen Lesestoff... Dabei is der doch aus Papier oder Papyrus...

Ein Lieblings-Kochbuch, das meine Mama doppelt hatte, sollt ich im Bücherschrank abgeben. Dass mer weniger Bücher hamm. Des hat ned funktioniert. Ich bin mit mehra Bücher hamm als i fort bin.

Dann habi nu a netts Schwätzla im Buchladen ghabt. Sie hat mir ihr Leid geklagt. Die Leut gucken im Buchladen und kaufen im Internet. Der Spielzeugladen nebenan hat deswegen schon vor einiger Zeit dichtmachen müssen. Das find ich schade. Beim Outdoorladen nehmen's jetzt deswegen für die Beratung Geld. Da hamms recht. Irgendwie müssen's ja reagieren.

Die hamm im August kürzere Öffnungszeiten und ich hab gfragt, ob dann jetzt die Leut geballter zu den Zeiten kommen. Drauf schüttelts den Kopf. Sie hat gsachd, dass die Leut weniger arbeiten , aber wegen dem Freizeitstress keine Zeit mehr hamm. Drauf meint ich, dass ja die Firmen, dass was früher zu ihrem Service dazugehört hat, auch an die Kunden outsourcen. Was früher beim Internet und Telefon ein Techniker gemacht hat, das macht jetzt der Kunde. Vielleicht sollten wir das mal den Firmen in Rechnung stellen...

Oder in der Bank. Onlinebanking und Geldautomat. Ich hab dann gemeit, dass ich glaub, wenn es eine Bank gäb, die wieder alles mit Menschen machen tät, auch Erfolg hätte. Weil sie es anders macht wie alle andern. Also ich würd dahingehen. Das wär dann wieder Dienst am Kunden. Und kein Outsourcing des Diensts AN den Kunden. An seinen Bedarf und Bedürfnissen. So bekommt man Vertrauen und nicht indem man ihm ein Finanzkonzept verkauft, an dem der Bankberater eine Provision verdient. Der Kunde im Zentrum. Ja, wo fühlt Ihr Euch denn noch so?

Da hat sie gesagt: Das wär schön!

Die Geschäftsleute haben ja noch mehr mit den Banken zu tun wie mir. Für Kleingeld müssen sie Geld zahlen! Des grichd mer nimmer zum Wert des Kleingelds! Des müsst Ihr Euch amol vorstellen!

Und in den Firmen sind die Mitarbeiter soweit vom Produkt ihrer Arbeit entfremded und so spezialisiert, dass sie oft gar nimmer wissen, was und wozu sie den Arbeitsschritt machen. Zusätzlich wird immer mehr Arbeit auf immer weniger Mitarbeiter verteilt. Die Arbeitslast nimmt zu. Zusätzlich werden Prozesse, die früher z.B. die IT machte, an die Mitarbeiter outgesourced. D.h. das Einrichten des neuen PCs und das installieren der Programme kommt auch noch bei ihm hinzu. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ich hab mich schon immer gefragt, ob es wirklich sinnvoll ist, dass ein hochbezahlter Spezialist Stunden mit der Einrichtung seines PCs verbringt, die die Einsatzkosten eines Technikers für die Tätigkeit bei weitem übersteigen... Zumal ein Spezialist dafür, es auch schneller hinbekäme.

Wo ist das denn bitteschön eine Einsparung? Es kostet mehr Geld , mehr Zeit und mehr Nerven! Sprich: es macht den Mitarbeiter unzufrieden, den man doch motiviert an den Brennpunkten der Firma bräuchte. Ist das dann Wertschätzung des Mitarbeiters und seiner Fertig- und Fähigkeiten? Und fördert das sein Vertrauen?

Dann war ich noch in einem Geschäft, dessen Inhaber immer so traurig wirkt. Dem hab ich vor einiger Zeit einen Brief geschrieben:
"Lieber ...
Ich komme immer gern zu Dir. Weil Du einfach die größte Auswahl hast, es sehr gut schmeckt, Du immer ein nettes Wort und ein offenes Ohr für Deine Kundschaft hast und ich mich bei Euch wohlfühle.
Ich bin traurig, weil Du Dein Lächeln verloren hast.
Ich würde es Dir gerne wiedergeben.
Ich hoffe, es funktioniert.
Die Glaa aus ERH"

Dazu ein Comic von der Glaa mit Bezug zu seinem Laden.

Heut hab ich ihn gefragt, ob ihm der Comic gefallen hat. Er hat sich sehr darüber gefreut, hat sogar geweint als er ihn gelesen hat und hat ihn hinter der Theke liegen und guckt ihn immer gerne wieder an. Er hat ihn mir sogar gezeigt. Das war schön! Dann hat es ja gewirkt.

Dann sind wir noch etwas ins Gespräch gekommen und er hat mir erklärt, warum er so traurig ist und er sich so verändert hat. Dann hab ich es verstanden. Es war ein schönes Gespräch und er hat dabei gelacht und es auch genossen. Ich auch. Das hat Energie gegeben. Anstatt einen auszulaugen.

Der Brief und das Gespräch waren heilsame Kommunikation. Weils guttut.
Ich hab mich für das nette Gespräch bedankt und meint dann noch, ich kauf heut nix, aber ein andermal wieder. Da hat er gemeint, das brauch ich gar nicht. Man müsste das, was man von Herzen bekommt nicht vergelten. Okay. Das merk mich mir.

Auf dem Markt hatte ich dann Lust auf Wurzelgemüse und hab mir einen Rettich geholt. Da muss ich wieder an diesen Witz denken. Ein Schauspieler soll rufen: "Mit diesem Dolch errette ich Dich!"
Bei der Premiere verhaspelt er sich und ruft stattdessen: "Mit diesem Rettich erdolche ich Dich!"

Dann war ich noch schaukeln im Engelgarten. Ein Vorgeschmack auf den Schaukelpfad :) Das beruhigt mein Nervensystem. Allerdings hab ich es etwas übertrieben und dann nahm es mir mein Nervensystem übel. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mir war schlecht.

Durch's heimlaufen und den späteren Ausflug zum Etzelskirchener Weiher hab ich das dann aber wieder hinbekommen.

Wußtet Ihr dass zur richtigen Führungsqualität Persönlichkeit und Psychologie gehört? Spannend! Ich wollt schon immer wissen wie das richtig funktioniert. Und was einen guten Chef ausmacht. Das sind allerdings alles Dinge, die mir auch mein Verstand und mein Bauch gesagt hätten. Hätte ich ihnen mal richtig zugehört.

Hab ein entsprechendes Buch im offenen Bücherschrank gefunden :)
Meine Schatztruhe! Bin schon auf Seite 75!

Ich find den offenen Bücherschrank deswegen viel toller als die Bücherei, weil sie näher ist und weil man nie weiss, was man findet. Und auf welches Abenteuer man sich heute einlassen kann.

Immer wenn mich eine Frage oder ein Problem grad beschäftigt und ich nicht weiterkomme, finde ich dort oder in einer Buchhandlung die Antwort in Form eines Buches. Manchmal bekomm ich die entsprechende Antwort aber auch von einem Kollegen auf der Arbeit. Ohne dass ich gefragt hätte.

Mein Hirn scheint anders zu funktioneren. Denn ich muss immer verstehen, warum etwas so ist, wie es ist. So hat es gestern mein Kollege zusammengefasst. Also dass er jetzt versteht, dass ich immer verstehen muss, warum etwas so ist, wie es ist. Mir war nicht klar, dass das bei anderen Leuten nicht so ist. Deshalb sind sie mit Symptombehandlung beim Arzt zufrieden und ich nicht. Ich will an die Ursache und die beheben. Und bohre und frage weiter nach. Und damit macht man sich anscheinend nicht beliebt. Man erweitert aber seine Kompetenz ungemein. Und dringt in Welten ein, die nie ein Mensch zuvor aus meiner Perspektive gesehen hat. (hier bediene ich mich bei Raumschiff Enterprise, das ich dankenswerter Weise bei meiner Oma als Kind immer gucken durfte).

Dass man wenn man als Laie autodidaktisch in einem Fachbereich mehr als der fachlich kompetente Ansprechpartner (der Profi) weiss, nicht unbedingt einen Beliebtheitswettbewerb gewinnt, war mir nicht klar. Ich bin einfach neugierig und suche nach Lösungen. Das ist meine Defaulteinstellung. Ich dachte, alle wären so. Ich wollte nie jemands Autorität untergraben. Ich möchte mich gern mit den Profis auf Augenhöhe unterhalten und austauschen. Das mögen allerdings nur die wenigsten.

Und wieder sehe ich unseren Secondhandhund, das Stöckchen im Maul durch den Zaun stecken, damit unsere Nachbarin mit ihm spielt. Sie wollte auch nicht.

Er konnte das nicht verstehen. Ich auch nicht. Ich dachte Patientenkompetenz wär in. Wie passt das dann zusammen? Oder ist das dann ein Eingriff in die Führungskompetenz des Arztes? Sieht er sich als autoritäre Führungskraft?

Wusstet Ihr, dass Führungskräfte ausbaden bzw. fortführen müssen, was Eltern und Lehrer "angerichtet" haben? Schaut Euch mal um... Des hört ja nie auf!

Dabei ist der kollegiale Führungsstil doch in. Kommunikation auf Augenhöhe. Mit Respekt und gegenseitiger Wertschätzung. Des bassd a nu ned zamm...

Mir fallen Ungereimtheiten und Widersprüche auf und ich muss wissen, warum sie das sind. Ich brauch für alles eine Erklärung und wenn es keine gibt, dann suche ich danach. Ich kann die Dinge nicht einfach so akzeptieren, nur weil jemand sagt, dass es so ist. Weil ich es verstehen MUSS! So bin ich konfiguriert.

Mir war gar nicht klar, dass es Menschen gibt, die da ganz anders gestrickt sind. Die keinen Grund brauchen und Dinge einfach so hinnehmen können. Das werd ich auch nie verstehen. Immerhin versteh ich jetzt, dass es sowas gibt. Das erklärt einiges. D.h. somit hab ich auch wieder was gelernt. Das ist schön. Ich lerne gern.

Neulich gab's das Beste aus dem Schlachthof. Martina Schwarzmann is a dabei gwen. Sie wurde gefragt, ob sie einen Kompromiss gut findet.
Sie hat die Frage pragmatisch beantwortet.
"Wenn ein Kind Apfelstrudel mit Vanillesoße und des andere Spaghetti mit Tomatensosse will und sie macht Apfelstrudel mit Tomatensosse, dann is keiner zufrieden..."

Vielleicht ist deswegen der Kompromiss faul? Ob er dann a stinkt? Wenn's ned gessen wird, bestimmt.

Mit diesen Gedanken wünsch ich Euch ein schönes Wochenende!

Sonntag: Gestern hatt ich Euch ja geschildert, dass ich Probleme hab, etwas einfach so hinzunehmen. Ohne Begründung. Damit Ihr Euch das mal so im alltäglichen Leben vorstellen könnt wie das dann ist, hier mal ein Beispiel. Neulich hat ich folgende Unterhaltung mit einem Kollegen.
Ich:"Wenn das Problem die Kommunikation ist, warum holt man sich nicht mal Rat von aussen?"
Kollege:"In unserer Abteilung war das schon immer so..."
Ich:"Das ist doch kein Argument...."

Weitere logische und sachliche Erklärungen blieben aus. Damit blieb ich ratlos und vewirrt zurück. Ob das das Gefühl der Hilflosigkeit ist, wenn man sich so fühlt? Ich kann das so schwer identifizieren. Wenn es Bauchgrummeln verursacht, dann ist es schon Frustration. Ballt man die Fäuste und wird laut, dann schon Wut. Das ist dann die Steigerung.

gut - besser - am besten, wert - werter - am allerwertesten, hilflos - frustriert - wütend.

Des is fei a ned grod as gsündeste. Weil das die Stressachse und somit den Symphatikus triggert. Und damit die Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsreaktion. Der Cortisolspiegel und der Blutdruck steigt.

Und wenn man es in sich reinfrisst (tu ich auch manchmal wortwörtlich, das ist eine Kompensationsstrategie, Rauchen auch... - das tu ich nicht), dann kann dies in chronischem physiologischem (körperlichem Stress) enden. Das schleicht sich so langsam ein. Man bekommt es gar nicht mit. Und so entwickeln sich dann unentdeckt Bluthochdruck, Diabetes und andere chronische Krankheiten. Und wenn es dann sichtbar wird, dann hat dieser Prozess schon intern zu lange gewütet und es ist schwer ihn wieder umzukehren.

Die Medizin greift zur Symptombehandlung. Für mich keine Lösung, weil es ja an der Ursache nix ändert. Dazu muss man sich selbst und seinen Umgang mit solchen Situationen in Frage stellen und analysieren. Das kann ich ganz gut. Ich arbeite an mir. Denn ich hab jetzt schon am eigenen Körper erlebt, erfühlt wie gut es tut, seine Emotionen zu benennen. Und das ganze auszudiskutieren. Und auch mal anzusprechen, wie man sich fühlt. Dafür muss man das aber erstmal erkennen. In dem Moment gelingt es mir nicht immer. Ich kann die Situation immer hinterher besser analysieren. Mit etwas Versatz.

Wie geht es dem Gegenüber damit, der schulterzuckend das ganze anscheinend einfach so hinnehmen kann. Das ist halt so. Geht es dem damit gut? Oder macht er sich was vor?

Soweit ich es erkannnt habe, zeugt Ironie und Galgenhumor und sich drüber lustig machen, auch von Hilflosigkeit. Es dient der Kompensation. Die Frage ist halt wie man dann handelt. Ich z.B. mit Comics. Da zeig ich das Problem auf. Konstruktiv und kreativ. Das ist soweit ich es am eigenen Körper spüre, und somit gelernt habe, eine gute Copingstrategie. Denn das Gefühl kann verarbeitet werden. In gesunder Art und Weise. Nebenher ergibt sich dabei auch noch praktischerweise beim Zeichnen das Flow-Gefühl. Das Vergessen von Zeit und Raum und das total Aufgehen in der Tätigkeit. Das empfinde ich übrigens auch jetzt, wo ich das hier schreibe. Die Worte und Gedanken sprudeln nur so aus meinem Hirn in meine Finger.

Im Flowmodus hab ich auch keine Krämpfe in den Fingern. Vorhin beim Bad putzen hat ich einen Handkrampf und beim Essen auch, als ich die Gabel gehalten habe. Früher hat mich das verwirrt. Denn man könnte ja daraus schliessen, dass es nur auftritt bei Tätigkeiten, die einem keinen Spass machen. Und man sich darum drücken will. Es ist nicht so! Gutachter sehen es leider immer noch so. Man selbst kommt sich auch etwas komisch dabei vor, wenn bestimmte Tätigkeiten funktionieren, andere aber nicht. Weil man es nicht erklären kann! Aufgepasst! Jetzt kommt die Erklärung! Lest weiter!

Es gibt eine viel einfacherer und einleuchtendere Erklärung. Den Flow. Tut man etwas mit Hingabe, dann sind die Gefühle im Spiel. Man ist im Hier und Jetzt und total konzentriert. Die Gedanken sind gebündelt auf das jetzige Tun und springen nicht im Affenmodus in die Vergangenheit oder die Zukunft. In diesem Modus ist der Geist und der Körper hochkonzentriert, hyperfokusiert. Dasselbe geschieht bei Meditation, MBSR, Spiegeltherapie und der Perfetti Methode.

Bei mir beim Programmieren und generell beim Lösen von Problemen, Zeichnen und Schreiben. Warum es beim Stricken nicht funktioniert hat, weiss ich leider nicht genau. Denn da war der Schmerzreiz übermächtig. Und das tu ich auch gern. Evtl. hängt es hier noch von einer Rückkopplung des Signals vom Arm an das Hirn ab.

Vielleicht gibt es ein Flow-Kompensationslimit. Vielleicht kann man dieses auch mit entsprechender Übung verändern. Ich gehe mal davon aus. Ich habe bisher das Stricken nicht mehr ausprobiert. Weil es damals sehr schmerzhaft war. Vielleicht machen die Erinnerungen daran, die das Gefühl wieder aktivieren (beides wird zusammen abgespeichert) hier noch Schwierigkeiten und erklären diese Problematik. Da müsste man einen Hirnforscher fragen. Ich hab grad leider keinen bei der Hand.

Nicht dass ich nicht schon einen angeschrieben habe. Aber was wird der sich kontextbedingt denken, wenn er sowas von mir einem Programmierer und Autodidakten liest? Wahrscheinliclh ist er mit Arbeit so überladen, dass er keine Zeit dafür hat. Oder meine Mail landete sogleich im Spamfilter. Da mach ich mir nix vor. Unsere Gesellschaft legt Menschen, die sich selbstständig und ausserhalb der Normen der Wissensbildung Wissen beibringen Steine in den Weg. Wo käme man denn da hin, wenn jeder dahergelaufene mehr wüßte als einer, der dies jahrelang studiert hat? Weiter... Weil hier das Potential für Perspektiven und Sichtweisen und Erklärungen liegt, die nur ein Praktiker und kein Theoretiker entdecken KANN!

Erst wenn man erkennt, dass man auch durch eigene körperliche Erfahrungen (zur Erinnerung: so funktioniert lernen!) genausoviel Spezialwissen wie ein Theoretiker aber eben aus der praktischen Perspektive erwerben kann, wird sich daran was ändern. Da liegt noch unglaublich viel Potential! Kann es sich unsere Gesellschaft wirklich leisten, dies ungenutzt zu lassen? Ich glaube nicht. Es würden nämlich alle profitieren!

Nur leider ist dies wieder mit dem physiologischen Status einiger nicht kompatibel. Ist man nicht offen für neue Sichtweisen und verliert man seine Neugier, dann sagt dies auch sehr viel über den eigenen physiologischen Status aus. Gesund isser ned. Ist man entspannt, dann kann man das auch anderen gönnen. Neid ist toxisch und ungesund.

Bei einer Hyperfokusion werden andere Reize ausgeblendet. Sie werden ausgeschaltet. Sprich der deaktivierte Reizfilter, der bei chronischen Erkrankungen (chronischer physiologischer Stress) alle Reize ungefiltert ans Gehirn weiterleitet, wird durch dei Konzentration kompensiert! Das ist doch unglaublich!

Das erklärt auch warum Autisten bei Spezialinteressen, AD(H)Sler bei Dingen, die sie interessieren hyperfokusiert SEIN KÖNNEN! Sie nutzen dieselbe Copingstrategie!

Demnach wäre Autismus, AD(H)S, Schmerzerkrankungen .... miteinander verwandt. Sie hätten dieselbe Ursache. Den deaktivierten Reizfilter. In der Folge treffen alle Reize ungefiltert auf das Hirn und sobald es sie nicht mehr verarbeiten kann, reagiert es entsprechend. Die Folge sind körperliche und geistige Ausfallerscheinungen. Das ist vollkommen logisch!

Auch der Schmerz ist ein solcher Reiz. So funktioniert auch Euer Hirn. Und Konzentration hilft dabei das Hirn umzuprogrammieren, die Schmerzautobahnen oder andere fehlerhafte neuronale Verknüpfungen im Hirn, können so überschrieben und somit umprogrammiert werden.

Beim Waschbeckenputzen war ich nicht im Flow. Ehrlich gesagt, war ich da mit den Gedanken ganz woanders. Und beim Essen war es ebenso. Hier werden alle Reize verarbeitet. Und deshalb kann es dann auch bei einem zuviel an Reizen zu Nervenkräpfen kommen. Das Hirn ist mit Reizen überlastet. Spasmen und Dystonien können die Folge sein. Meine Schwester hat das ja mit ihrer Halbseitenlähmung auch. Am Tag ist die Hand verkrampft. Nachts lockert sie sich. Weil das Hirn dann weniger Reize verarbeitet.

Den ein oder anderen daraus entstandenen Comic hab ich auch schon an Kollegen und Vorgesetzte geschickt. Ich habe festgestellt, dass diese Form der Kritik eher akzeptiert wird. Weil man auch drüber lachen kann. Und man stößt so den ein oder anderen auch zum Nachdenken an. Kann einer das nicht, dann zeigt es auch seinen physiologischen Modus. Und der ist dann nicht besonders gesund.

Sprich Gefühle konstruktiv zu verarbeiten, etwas aus der Situation zu lernen, ist besser als hilflos und starr in der eingefahrenen Situation zu bleiben. Man ist ja auf das Umfeld angewiesen und das bestimmt den Rahmen. Innerhalb dieses Rahmens kann man sich aber sehr wohl kreativ und konstruktiv bewegen. Und ich denke, das ist die Fähigkeit, die es zu entwickeln und zu nutzen gilt. Allianzen zu schmieden, Verbündete zu suchen. Die Dinge, die einen stören, im kleinen anzupacken und mit gutem Beispiel voranzugehen. Sprich, das vorzuleben, was man sich selbst wünscht. Dann kann es anstecken und virulent um sich greifen.

Man erfährt sich selbst dann als handlungsfähig. Und nimmt jeden Tag auch etwas mit. Etwas positives. Und aus den Rückschlägen kann man lernen. So funktioniert es also nicht. Dann hab ich in einem Experiment also eine Möglichkeit eleminiert, wie es nicht funktioniert. Auch das ist ein positiver Schritt nach vorne. So funktioniert Entwicklung. Try und Error. Das ist Leben. Lebenslanges Lernen. Und das macht Spass.

Manchmal bin ich auch frustriert. Oft sehe ich aber dieselbe Situation später in einem ganz anderen Licht. Und denk mir: ah, das soltest Du daraus lernen! z.B. kann ein erfolgloses Vorstellungsgespräch dazu fähren, dass man die aktuelle Stelle in einem positiveren Licht sieht. Denn der Mensch gewöhnt sich schnell an einen Zustand. Und jammert dann darüber. Weil er keinen Vergleich hat. Hat er einen Vergleich, dann sieht das ganze schon anders aus.

Das zeigt sich auch, wenn jemand plötzlich krank wird. Erst dann weiss er die jahrelange Gesundheit zu schätzen, die er vorher für selbstverständlich genommen hat.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Deshalb gewöhnt er sich an Gutes genauso wie an Schlechtes. Und dann erkennt er das nicht mehr. Weil es für ihn normal - zur täglichen Normalität - geworden ist.

Deshalb tut es oft gut, mal jemand Externen einen Blick von aussen hineinwerfen zu lassen und auch selbst mal nach aussen über den Tellerrand zu schauen. Nur so, kann man Misstände aufdecken. Deshalb ist frisches Blut in einer alt eingefahrenen Abteilung mal ganz gut. Es gibt neue Sichtweisen. Und die können im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert sein! Entdecke die Möglichkeiten! Denn man wird betriebsblind. Und das gilt nicht nur in der Arbeitswelt sondern in allen Lebensbereichen!

Und man bekommt durch den Blick von aussen bzw. den Blick über den Tellerrand auch wieder einen Blick für das Gute, was man hat! Der Mensch neigt nämlich dazu, das zu übersehen und seinen Blick auf die negativen Dinge zu richten. D.h. dass der Mensch schon eine eingebaute Wahrnehmungsstörung hat!

Damit zeigt sich, dass der Mensch gar nicht wie viele gerne von sich behaupten von der Vernunft oder dem Verstand gesteuert ist. Vielmehr ist unser Handeln und unser Nicht-Handeln die Gesamtheit der Coping-Strategien, die wir im Umgang mit unseren Emotionen entwickelt haben. Bei ausgeglichenen und geduldigen Menschen werden diese Copingstrategien gut sein und der Gesundheit heilsam dienen. Weil sie ein gesundes "Ventil" für den Dampf und Frust (die Gefühle, die dem Zorn , der aus dem Gef¨hl der Hilflosigkeit erwachsen) gefunden haben! Sie ruhen in sich selbst. Meistens. Es ist ein lebenlanger Prozess, des an sich arbeitens. Man nennt es auch Persönlichkeitsentwicklung. Das hört nie auf! ;-)

Aufbrausende, reizbare Gemüter haben keine gesunden Copingstrategien entwickelt. Da besteht noch Entwicklungshilfebedarf. Sich in sein Schicksal ergeben und gute Miene zum bösen Spiel zu machen, ist allerdings auch nicht gesundheitsförderlich. Weil man sich dann mit der Hilflosigkeit abgefunden hat. Da Hilflosigkeit die Stressachse chronisch triggert, ist dies ebenfalls eine ungesunde Copingstrategie. Zumal es da noch zusätzlich dazu kommen kann, dass einen das Umfeld dann gar nicht mehr versteht und man sich so sozial komplett isoliert. Soziale Isolation verursacht denselben Schmerz wie physiologischer Schmerz. Es tut weh. Soziale Zurückweisung und Isolation liefert denn Brennstoff für chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck und schlimmerem.

Das ist doch spannend! Anhand des physiologischen Zustands eines Menschen (z.B. an der Stimmfärbung: kratzige , krächzende, schrille Stimme, an der Stimmlautstärke, am Umfang der Gestik und Mimik, am BMI, an der Unruhe oder Ruhe, die er oder sie um sich verbreitet...) und an seinen Copingstrategien (z.B. Leugnung der Probleme obwohl sie offensichtlich sind) erkennt man diesen. Das ist ja cool. Und man erkennt wie gut oder schlecht er mit Gefühlen umgehen kann!

Übrigens sind auch Psychologen (die das ja studiert haben und darüber Bescheid wissen sollten!) auch nicht davor gefeit, schädliche Copingstrategien anzuwenden. Denn auch sie können Gefühle im Umgang mit ihren Klienten nicht einfach aussen vor lassen. Auch wenn sie Euch das weismachen wollen. Das geht nicht!

Deswegen gibt es auch Ärzte, die eine Krankheit zwar bei ihren Klienten aber nicht an sich selbst entdecken. Denn dieses Selbsterkennen muss jeder lernen. Unabhängig vom Studium und Wissenstand und Status. Und wenn er es nicht tut, dann muss er auch die Folgen tragen.

Deshalb gibt es auch füllige Ärzte obwohl sie doch am besten wissen sollten, dass ungesunde Ernährung und der Bauchumfang krank machen kann. Rettungssanitäter und Notärzte rauchen deswegen. Weil sie so Stress abbauen und ihr Nervensystem beruhigen können. Es ist eine ungesunde Copingstrategie.

Jetzt versteh ich endlich warum das so sein kann! Weil wir alle Menschen sind und wir zu einfachen bequemen Mitteln greifen. Und da nehm ich mich nicht aus.

Auch ein Psychologe kann von seinem Klienten gekränkt werden und beleidigt sein. Das ist aber das Gefühl des Psychologen. Das sollte er wissen und konstruktiv damit umgehen und es offen ansprechen.

So die Theorie. Die Praxis sieht ganz anders aus. Weil man das LERNEN MUSS! Und das tut man nicht aus Büchern sondern durch persönliche Erfahrung und Menschenkenntnis und vor allem Selbsterkenntnis! Deshalb würde ich einen älteren Psychologen immer einer jungen unerfahrenen Kollegin, die grad ihr Studium abgeschlossen hat, IMMER vorziehen!

Ich denke, man sollte wenigstens gleichalt sein. Dann kann man sich Erfahrungsmäßig wenigstens auf einem ählichen Lebenserfahrungslevel befinden. Andernfalls versteht man sich einfach nicht. Und das ist nur menschlich und keine böse Absicht. Denkt doch mal nach, welche Ideen und Erfahrungen Ihr zwischen 20 und 30 hattet? Denkt Ihr heute auch noch so? Ihr habt inzwischen dazugelernt.

Damit tritt jeder Arzt , jeder Psychologe , jede Autorität, auf die Ihr im Leben trefft, in die Fusstapfen Euer Eltern und Erzieher und muss mit dem Vorlieb nehmen und zurechtkommen, was das System der Norm produziert hat. Und er bzw. sie (die Autorität) auch. Wir alle sind das Ergebnis desselben. Ob das jetzt so gut ist, sei mal dahingestellt. Und deswegen hakt es da auch so oft. Weil unterschiedliche Kontexte aufeinandertreffen.

Treffen dagegen ähnliche Kontexte aufeinander, dann kann die Kommunikation heilsam sein. Deshalb gibt es wohl auch das Gebet in der Kirche: "Sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund."
Hier ist von heilsamer Kommunikation die Rede! In der Bibel!!! Wahnsinn!

Der Mann von gestern meinte, dass Kinder, wenn sie auf die Welt vollkommen sind. Erst durch Erziehung, die Umgebung, Schule und Gesellschaft wird ihnen diese Vollkommenheit geraubt. Und dann kämpfen wir ein Leben lang, um dorthin wieder zu zurückzufinden und um wieder heil und so wie als Kind zu werden.
Und wieder sagt es die Bibel in einfachen Worten:"Wenn Ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet Ihr nicht eingehen in des ewige Himmelreich."
Genau das ist wohl damit gemeint. Für mich vollkommen logisch.

Das geht übrigens auch in die Richtung der Heilerinnen, der sanften oder naturkundlichen Medizin. Denn auch da geht es darum, die verlorenen und abgesplitteten Anteile, die man im Leben verloren hat, wiederzufinden und wieder ganz und somit heil zu werden. Sprich man gesundet, indem man diese Anteile, die man verleugnet oder anderweitig durch die Blessuren und Kämpfe des Lebens verloren hat.

Sprich um "heil" (gesund) zu werden, müssen wir an uns arbeiten. An unser Persönlichkeit. Ein Leben lang. Um wieder so zu werden wie wir früher als Kind waren. Freilich mit den Erfahrungen des Erwachsenen. Und am gesündesten erscheinen mir ohnehin die Menschen, die sich ihr kindliches Wesen - bitte zu unterscheiden vom kindischen Wesen! Das ist hier nicht gemeint! - auch im hohem Alter noch erhalten haben. Das sind diejenigen, die mit Neugier und Freude durch's Leben gehen. Die auch im Schwierigen und der Krankheit, dem Tod das Schöne, Gute und den Sinn entdecken können. Das sind die Weisen. Das sind die, die Dinge von verschiedenen Seiten betrachten können. Eine Bekannte von mir meinte mal: Ich wär flexibel im Denken. Ob sie das damit gemeint hat? Dann wär ich ja einer von ihnen :)

Und die ihre Meinung auch mal ändern können, wenn sie die andere Perspektive erkannt haben. ich meine damit nicht, Menschen, die ihr Fähnchen (welches Fähnchen denn? Ich hab gar keins...) je nach Lust und Laune nach dem Wind hängen. Sondern die, die erst eine Meinung vertreten, weil sie zunächst nur eine Sicht der Dinge kennen, dann die Sicht der Gegenseite kennenlernen, und aus den gewonnen Erkenntnissen und der damit verbundenen Einsicht, ihre Meinung korrigieren. Das ist ein Lernprozess. Eine Reifung der Persönlichkeit.

Das Fähchen heute ja und morgen nein, hat damit nichts zu tun. Das ist ein hilfloses Verhalten. Und dürfte so den physiologischen Zustand des Handelnden widerspiegeln. Nicht gesund. Es würde mich nicht wundern, wenn er unter Bluthochdruck und Diabetes leidet. Da die Nieren den Blutdruck regeln, könnte auch noch ein Nierenleiden dazukommen... und das ist erst der Anfang. Sprich mit einem solchen Verhalten schadet man in erster Linie sich selbst und seiner eigenen Gesundheit. Die Umgebung wird davon auch nicht begeistert sein. Denn so verspielt man Vertrauen. Und Vertrauen ist die Basis jeder sozialen Interaktion. Damit isoliert man sich. Denn wo kein Vertrauen, da schwindet auch die Kommunikation.

Damit will ich den Austausch von Jung und Alt nicht unterbinden. Nein. Er soll ja sein und muss es auch! Kinder lernen von ihren Eltern. Azubis von ihrem Meister, Kinder vom Lehrer (wenn er das Wissen denn vermitteln kann, was wieder vom Kontext des Kinders abhängt und dem des Lehrers). Stammen beide aus ählichem Kontext wird dies einfacher gelingen. Stammen sie aus unterschiedlichen, dann sind Missverständnisse oder gar Unverständnis vorprogrammiert.

Sprich Austausch kann unter den richtigen Bedingungen konstruktiv und förderlich sein. Muss es aber nicht! Und zuletzt lernt der Mensch eben doch nur durch eigene Erfahrung. Deshalb muss ein Kind auch seine eigenen Fehler machen und seine eigenen Erfahrungen machen dürfen. Denn so lernen wir nun mal. Dadurch, dass wir das Leben mit den Sinnen erfahren. Und den Emotionen! Denn die sind miteinander verknüpft. So funktioniert unser Hirn nunmal. Wer etwas anderes erzählt, dem fehlt es noch an Erfahrung, Menschenkenntis und Selbsterkenntnis.

D.h. wenn jemand aus der Haut fährt (ja wo fährt er denn hin? Das ist eine sehr eklige Metapher, stellt Euch das mal bildhaft vor!), dann könnt Ihr daraus mehr über ihn selbst als über die Person erfahren, die ihm gegenübersteht.

D.h. man braucht die Mimik und Gestik, auf die so viele Psychologen, Psychiater und entsprechende Fachliteratur soviel wert legen, gar nicht lesen zu können!

Das bietet übrigens Raum für Menschen, die das nicht können auch auf diese Weise soziale Ineraktion zu lernen. Z.B. für Autisten. Die haben für all diese Nuancen nämlich besonders feine Antennen. Auch ein blödes Bild. Als würde man mit Antennen wie ein Radiogerät auf zwei Beinen durch die Gegend laufen.

Das bietet ungeahnte Möglichkeiten! Denn Mimik und Gestik ist nur eine Sicht auf eine Person. Der physiologische Status ist viel einfacher für mich zu lesen. Es sind zwei komplett verschiedene Möglichkeiten, Menschen zu lesen.

Meiner Ansicht nach , ist aber der physiologische Status weniger fehleranfällig, weil er keinen kulturellen Kontext voraussetzt sondern rein physiolgisch und instinktgesteuert funktioniert. Es ist ein Urinstinkt. Eine Art Reflex. Unser aller Urprogramm.

Wohingegen Gestik und Mimik kulturell erlernt wurde. In einigen Ländern schüttelt man, wenn man ja meint, mit dem Kopf. Interpretiert ihr das nach der deutschen kulturell bedingten Regel, zieht Ihr bei einer Person aus diesem Land genau die falschen Schlüsse. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Den phyiologischen Status (Stresslevel) kann man unabhängig vom kulturellen Kontext lesen. Das ist in allen Ländern dieselbe Sprache.

Okay, noch ein Beispiel. Es gibt Autisten, die Menschen beim Sprechen nicht in die Augen schauen können. In einem Polizeiverhör wird dies soweit ich es bisher verstehen konnte, als ein Hinweis für eine Lüge gesehen. Dabei können viele Autisten gar nicht lügen! Seht Ihr das Problem? Falsche Schlussfolgerung. Weil ein falscher kultureller Kontext zugrundegelegt wird.

Denn ein Autist guckt jemanden nicht in die Augen, weil ihm das Gefühl entweder zu intensiv ist (er ist äußerst wahrnehmungsempfindlich auf viele wenn nicht alle Reize! Hier visuell!) oder weil er sich sonst nicht auf das, was er sagen will, konzentrieren kann. Das geht mir auch so. Deshalb kann ich das sehr gut nachvollziehen.

Menschenkenntnis sollte demnach nicht ausschliesslich auf dem psychologischen Zustand sondern vor allem in erster Linie auf den physiologischen Zustand eines Menschen basieren! Kontextunabhängig!

Bedenkt doch bitte mal, was bei deutschen Gutachtern durch obige Fehlinterpretationen herauskommen kann! Komplett das falsche Ergebnis. Eine Themaverfehlung!

Das ging mir früher im Deutschunterricht immer so. Warum? Weil ich den Text aus einem völlig anderen Kontext und damit aus einer anderen Perspektive als der Lehrer sehe! Ich habe einen anderen Kontext.

Noch dazu hab ich das Problem, dass ich Text immer erst in Bilder übersetzen muss, weil ich in Bildern denke. Mir war bis vor kurzem gar nicht klar, dass die Menschen in meinem Umfeld in Wörtern denken. Und ich kann mir leider nicht einmal vorstellen, wie das funktioniert. Denn wenn ich mir ein Wort vorstelle, sehe ich auch das als Bild des geschriebenen Wortes in einer Schriftart (z.B. Times New Roman oder Comic Sans MS, das erstaunlicherweise sehr oft auf Handwerkerbussen verwendet wird).

Die Entscheidung für Comic Sans MS war sicher auch eine Bauchentscheidung. Denn geschäftlich seriös wirkt sie nicht. Doch eher verspielt. Bedenkt man dass Handwerk ja mit Spielen, ausprobieren und Experimentieren zusammenhängt, erklärt das natürlich die Wahl. Ich find sie auch schön!

D.h. ich muss Formulare , Texte und Co erst in meine Sprache (Bilder) übersetzen. Und das kostet Zeit! Das Hirn muss mehr leisten, als das derer, die diese Sprache lesen können. Genauso muss es für Migrantenkinder sein. Aber bekommen sie mehr Zeit? Nein, brauchen sie länger , dann hält man sie für weniger intelligent. Dabei müssen sie doch mehr leisten! Mehr kompensieren!

Genau wie alle anderen, die nicht der Norm entsprechen. z.B. AD(H)Sler, Legastheniker, Autisten ... Sprich: Ihr Hirn muss mehr in derselben Zeit leisten! Und dafür werden sie dann auch noch bestraft, weil man sie für faul, dumm oder schlimmeres hält. Ist das fair?

Anstatt diese Kontextvielfalt zu nutzen und ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten zu entdecken und zu fördern, landen diese Kinder in Förderklassen oder in der Sonderschule. Sie werden gebrandtmarkt. Stigmatisiert. Von Mobbing will ich gar nicht reden. Auch wenn ich da gut mitreden kann.

D.h. man bricht Kinderseelen, zerstört Möglichkeiten, übersieht die einzigartigen Fähigkeiten dieser Kinder und Erwachsenen. Man gibt ihnen das Gefühl, dass sie nichts können. Und das verinnerlichen sie dann und bleiben unter Umständen ein Leben lang auf die Hilfe anderer angewiesen.

Dabei bleiben ihre speziellen Kompensationsstrategien unberücksichtigt. Sie werden gar nicht wahrgenommen. Wieder eine Wahrnehmungsstörung der Gesellschaft.

Wie müsste die Gesellschaft der Zukunft aussehen? Gelebte Inklusion sieht so aus, dass JEDES Kind die Möglichkeit bekommt all seine einzigartigen Talente und Fähigkeiten zu entdecken, zu fördern und zur Meisterschaft zu entwickeln! Wenn Ihr schon bei dem Wirtschaftsgedanken bleiben wollt, dann wendet bitte doch das Maximalprinzip der Wirtschaft an. Das besagt, dass man aus den gegebenen Mitteln, das maximal Ziel erreichen will. Warum nicht auch bei unseren Kindern und Euch?

Zum Vergleich: diese Woche kam ein Dokumentationsbeitrag im Fernsehen zur Neurodiversität in Wiesen. Dort wo eine grosse Vielfalt von Pflanzen in einer Wiese vorhanden war, war sie viel widerstandsfähiger! Weil dort auch die Bodenqualität viel besser und nährstoffreicher ist! Dort tummeln sich auch mehr Insekten. Würmer und sonstiges Minigetier, was wiederum zur Verbesserung der Bodenqualität beiträgt. Von Hochwasser hat sie sich schneller erholt. Wiesen mit einer kleineren Artenvielfalt wurden ausgewaschen, weggespült und brauchten viel länger um sich vom Hochwasser wieder zu erholen!

Sprich: die Wiesen mit einer größeren Artenvielfalt sind resilienter! Auch Mischwälder sind widerstandsfähiger als Monokulturwälder. Mischkulturen resilienter als Monokulturen! Deswegen bilden Pflanzen auch Symbiosen und arbeiten zusammen. Ein Naturgesetz!

Wir stammen auch aus der Natur. Auch wenn man es uns heute nicht mehr unbedingt ansieht und wir es auch nicht mehr wahrhaben wollen. Wenn das ein Naturgesetz ist, dann gilt das auch für uns! Für die menschliche Gesellschaft! Weil wir ebenso funktionieren!

Denn nur wenn wir die Fähigkeiten aller optimal fördern, sich jeder mit all seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten in die Gesellschaft einbringen kann, können wir gemeinsam die Probleme der Zukunft bewältigen. Denn dort ist nicht normiertes Denken gefordert, sondern out-of-the-box (über den Tellerranddenken) Denken!

Erst wenn wir Neurodiversität und den Artenreichtum in uns Menschen als Potential entdecken und konsequent nutzen, wenn wir miteinander respektvoll umgehen, dann kann das gelingen!

Eine Stigmatisierung und Ghettoisierung (Heime, spezielle Werkstätten) kann nicht die Lösung sein! Ihr seid anderer Meinung? Dann versetzt Euch mal in die Rolle eines Menschen, der aus seiner Heimat fliehen musste, alles hinter sich lassen musste, oder eines Menschen, der seine Gliedmassen nicht wie ihr so selbstverständlich bewegen kann, eines Menschen, dessen Gehirn anders funktioniert. All diese Menschen können nichts dafür!

Möchtet Ihr so behandelt werden? Möchtet Ihr ein Etikett und in eine Institution abgeschoben werden? Möchtet Ihr begutachtet werden? Möchtet Ihr spiessrutenlaufen, nur um ein normales Leben leben zu können? Sollte das nicht für jeden selbstverständlich und ein Menschenrecht sein? Wie würdet Ihr Euch fühlen?

Ihr denkt, das kann mir nicht passieren... ? Da irrt Ihr Euch. Denn Zivilisationskrankheiten sind aufgrund unserer mangelnden Copingstrategien der Emotionsverarbeitung auf dem Vormarsch. Ihr gleitet gaaanz langsam in diesen physiologischen Status. Oder Ihr habt einen Unfall, behaltet eine chronische Schmerzerkrankung oder eine Behinderung zurück. Jeder wird älter. Mit dem Alter steigt die Anzahl der Wehwechen. Sie summiert sich. Der physiologische Status verändert sich. Dann seid auch Ihr schneller in diesem Modus als Ihr glaubt. Doch Ihr werdet Euch dessen dann gar nicht bewußt sein. Das hat dieser physiologische Status so an sich. Das ist ein Symptom.

Denkt bitte mal darüber nach!

So das war mein Wort zum Sonntag und jetzt gibt es noch einen Comic! Kommunikation kann auch lustig und schräg sein!
Viel Spass!

Montag: Ab heut fahr mer widder über Krausenbechhofen, weil a Baustell is. Mei Busnachbar steht als einziger an der Ersatzhaltestelle kurz unterhalb des Polizeikreisels Richtung Gewerbegebiet. Die andern Leut wolln mit dem Shuttlebus fahrn und umsteign. Allerdings habi sie heut ned gseng. Vielleich is der Shuttlebus ned kumma oder er hat den Anschluss verbassd.

Heimwärts erklärt uns der Busfahrer wie er fährt und ob mir wieder aussteign müssen, weil er ja nimmer überall hält solang wie die Baustell is. Er hat heut früh vo nix gwusst und hat erst in Nürnberg orufn müssen.

Er erklärt uns auch wo der Shuttlebus fährt.
Er:"Am Polizeikreisel, da wo der Bus in des Haus neigfoarn is."
Meine Hinterbänklerin ruft:"Do woar ich ned dabei!"
Busfahrer:"Sins froh."
Ich muss lachen und die andern Fahrgäste auch.

Wie ich an der Haltestelle Schwedenschanze aussteig, hält hinter uns noch der 205er, der grad auch aus Erlangen kommt. Ein bunt gemischer Fahrgasthaufen wollte nach Gremsdorf und stellt fest, dass er scho vorhin hätt aussteign müssen. Der Busfahrer verweist in gebrochenem Deutsch auf den Schüttelbus.
Schüttelbus klingt viel lustiger wie Shuttlebus.... :)
Das gefällt mir... Ich fahr heut mit dem Schüttelbus, weil ich durchgeschüttelt werden muss ... ;-)

Des sin Dialoge. Dysfunktionale Kommunikation. Was des scho widder über den physiologischen Status der Beteiligten aussagt!
Spannend!

Apropos dysfunktionale Kommunikation....
Gestern abend hock mer alla drei (mei Mama, mei Schwester und ich) auf'm Balkon. Da fährt a Auto vorbei und der Gullydeckel klappert wie des Auto drüberfährt.
Mei Mama:"Die Kanalreiniger hamm den Deckel ned gscheit drauf. Deswegn macht er so an Krach."
Mei Schwester guckt indes zum Nachbarn nüber, wo des Licht im Bad ogeht.
Sie:"Etz isser im Bad."
Ich:"Der Gullideckel?!?"

Dysfunktionale Kommunikation kann fei ganz schee lustig sei. Ohne sie gäb's ka Comics und keine Komödien oder lustige Geschichten. Und ka Fernsehsendungen wie Hubert und Staller...
Oder mei Blögla...
Gell?

Dienstag: Gestern war ich beim Yogakurs im Engelgarten. Im Rahmen des Gesundheitsjahrs kann man da kostenlos und ohne Anmeldung hin. Und draussen im Grünen auf der Wiese ist nochmal so schön.

Gut. Es war viel los und am Anfang musste ich mich schon auf die Lehrerin konzentrieren und ihr gut zuhören, weil die anderen Geräusche lauter wie sie waren. Irgendwann ging's dann aber.

Ich hab mich nicht mal so schlimm angestellt. Es war anstrengend und sicher war ich nicht besonders grazil und bin wegen der Nervenkrämpfe und fehlenden Hand- , Arm- und Beinkraft vom chronischen Schmerzsyndrom ziemlich rumgezittert. Aber da war ich nicht die einzige. Und hinterher war ich wunderbar entspannt! Mein autonomes Nervensystem, das Trafohäuschen und das CRPS hat mal Ruhe gegeben. Und der Effekt hielt sogar ne Stunde an!
Und es sind auch nicht immer alle mitgekommen. Aber das war vollkommen egal. Jeder so wie es ging.

Bin ich doch kein vollkommener Bewegungsleghasteniker. :)

Eine Szene brachte mich zum Schmunzeln.
Als wir alle in der Runde den herabschauenden Hund gemacht haben, weckte das die Neugier eines schwarz-weiss gefleckten kleinen Hundes. Der stellte sich mitten in unseren Kreis und guckte uns von unten nach oben der Reihe nach an und wedelte begeistert mit dem Schwanz. Herabschauender Hund trifft auf hinaufschauenden Hund.
Irgendwann hat er dann auf sein Frauchen gehört und hat unseren Hundkreis verlassen. Andererseits stand ja auf der Einladung nicht, dass sie nur für Zweibeiner ist ;-)

Wieder was Neues von meinem CRPS. Seit heute sieht ein Teil der Haut meiner linken Hand wie verbrandt aus. Und der Teil brennt auch schmerztechnisch extrem! Das passt dann wenigstens mal zum Schmerz. Der brennt ja auch. Ihr seht es auf dem Bild. Mal sehen, ob das wieder weggeht. Oder ob das wie das Lymphödem am Bein bleibt.
HautveraenderungenCRPSSudeck

Eine Bekannte von mir hat auch einen netten Beitrag zu meinen Buserlebnissen.

"Am Wochenende war in Alzenau Stadtfest. Auf einem Shuttlebus stand statt "Stadtfest" "Weihnachtsmarkt". Es muß eine tolle Stimmung in dem Bus gewesen sein - alle haben Weihnachtslieder gesungen."

Bürogschmarri vo heut habi a nu...

Kollege: "Ja, ich weiss. Des is für Dich ned schön. Des is für uns aber auch ned schön."
Ich:"Des macht's a ned schöner."

Ich glaub, ich weiss jetzt, warum im Schlaf, das CRPS bzw. ein übererregtes Nervensystem schlimmer wird. Man wird dann auf Berührungsreize hypervigilant. Also überempfindlich. Das kann ich auch an meiner Mama beobachten. Jede Falte drückt. Die Socken müssen runter. Enge Kleidung geht gar nicht! Kommt Euch das bekannt vor? Besonders bei Wetterwechsel wie z.B. am Sonntag oder gestern?

Wenn Ihr auf Berührung empfindlicher werdet, dann bedeutet das ja, dass alle Nervenzellen in der Haut (und das sind eine ganze Menge!) empfindlicher reagieren!
Liegt Ihr, habt Ihr mehr Auflage und Berührungsfläche von der Bettdecke, zur Matratze , zum Kopfkissen .... Deshalb sind Eure Beschwerden im Sitzen oder Stehen (wenn Euer ANS nicht so übererregt ist, dass Euch schwindlig wird) geringer als im Liegen. Die Haut ist ja eins unserer größten Organe...

In der Buchhandlung bin ich über das Buch Daumen-Yoga für das Gehirn gestolpert. Genial. Hier geht es in erster Linie darum, wie man mit Bewegungen des Daumens das Gehirn jung und fit hält. Deshalb bleiben Frauen, die handarbeiten oft bis ins hohe Alter fit. Sie trainieren damit Ihr Hirn! Meine Mama auch.

Wie kann ein Finger so eine Auswirkung haben? Erinnert Euch an den Homunkulus. Das Kerlchen, mit den grossen Händen, Fingern und Lippen? Der die Verteilung der sensorischen Landkarte im Gehirn zeigt?

Da der Daumen bei jedweder Tätigkeit benötigt wird, hat er auch auf der Körperlandkarte den größten Platz von den Fingern. Deshalb genügt es, ihn zu bewegen um einen Grossteil des Gehirns zu stimulieren. Dabei muss man sich der Bewegung bewusst sein. Also achtsam. Konzentriert. Sie wahrnehmen. Und wieder sind wir bei der Wahrnehmung. Seid Ihr Euch im Klaren welche Hauptrolle der Daumen in Eurem Leben spielt? Dieses kleine Kerlchen? Denkt mal drüber nach!

Aber daraus läßt sich auch umgekehrt eine Schlussfolgerung für die Schmerzerkrankung, das CRPS , den Morbus Sudeck ziehen. Wenn die Hand betroffen ist, dann ist auch ein grosser Anteil des Gehirns betroffen. Kein Wunder, wenn es Amok läuft. Und die sensorische Landkarte verrückt spielt! Denn schon kleinste Reize auf die Hand (z.B. mit Raps, Erbsen, Reis wie sie in der Ergotherapie verwendet werden ...) wirken damit auf einen Grossteil des Gehirns und reizen es!

Ist nun die Sensorik überempfindlich (hypervigilant) dann reagiert in der Folge auch ein grosser Anteil des Gehirns auf die erhöhte Reizflut, die von den Händen ausgeht. Kann es das nicht mehr, dann kommt es zu seltsamen Effekten. Wie beim Rechner, der dann einfriert oder gar abstürzt. Aus dieser Sicht ist das vollkommen logisch.

Wollt Ihr wissen, wie man mit CRPS in der Strassenbahn überlebt? Also mir hilft erstens ein Zeichen dafür, dass man bei mir auf Abstand bleibt. Bei mir sind es die Krücken. Andere tragen eine Orthese oder ähnlich sichtbares Zeichen. Vorteil ist auch, dass weil einem durch die Reizflut von Menschenmassen, Neonlicht, Geruckel, den Gerüchen und den Geräuschen in der Strassenbahn, bei CRPS schlecht wird, man einen Sitzplatz bekommt.

Zweitens benutzt Reizfilter: Kapuze, Sonnenbrille gegen das Neonlicht. Hilft ungemein!

Ohrstöpsel oder ein MP3-Player oder Musik vom Handy schützen Euch vor Geräuschen.

Und gegen den Geruch könnt Ihr Euch folgendermassen wappnen: tropt Euch Bio-Öl (z.B. Zitrone, Zeder, Lavendel, Weihrauch) auf die Hand. Nur ein oder zwei Tropfen und verreibt es. Wenn Euch die Gerüche in der Strassenbahn zuviel werden, schnuppert an Eurer Hand. Zudem beruhigt Zedernöl, Lavendel oder Weihrauch Euer autonomes Nervensystem.

Probiert es aus! Ihr könnt auch mit anderen Düften experimentieren. Oft sind es die, die Ihr schon immer bevorzugt habt. Eher natürliches als chemisches!

Mittwoch: Boah! Mein Nervensystem rödelt heut! Die Nachbarin hat Rasen gemäht und mein Trafohäuschen hat mit Schweissaubrüchen reagiert!

Licht ist mir grad zu hell. Es ist draussen zu warm. Und jedes Geräusch geht mir auf die Nerven.

Ich war grad am Weiher. Die Vögel dort fliegen auch recht wirr hin und her und auch die Karpfen springen an die Oberfläche. Die sind auch übererregt. Ich nehm an, wir spüren das Wetter.

Bewegung hilft heut wenig und auch die Stippvisite an den Weiher hat nicht viel gebracht, ausser dass wegen der Helligkeit und der Wetterfühligkeit meine innere Unruhe grad ziemlich hoch ist. Ich tiger hin und her... Und dann ist mein Trafohäuschen auch noch so erregt, dass mir schlecht ist... Auch das kommt vor. Man gewöhnt sich dran. Heut isses aber extremer als bei ruhiger Wetterlage. Langsam kommt's mir aber so vor, als gäb's gar keine mehr.

Jetzt weiss ich auch warum eine CRPSlerin, die ich kenne mit solchen Unterarmstützkrücken wie ich sie hab, nicht zurechtkam. Sie ist immer umgefallen.

Heut konnt ich es nämlich extrem spüren! Sobald die Krücken am Körper anliegen , also Körperkontakt haben, reagiert mein Nervensystem über! Wow! Mir wird bei der Berührung ganz anders... schlecht halt. Ist ja klar, wenn die Haut auf alle Berührungen übersensibel reagiert, dann natürlich auch auf Krücke, Orthese oder Bandage oder sonstwas... Sie feuert Reize ohne Ende ans Hirn. Und das kapituliert dann halt. Mit Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel.

Deswegen wurde es schlimmer als ich nachts immer die Schiene getragen hab. Weil da ständig nachts der Reiz auf der Haut war. Ne nächtliche Reizflut! Und ich war leider damals nicht besonders gut , auf meinen Körper zu hören. Naja, wenn der Schmerz schreit und alles andere übertönt, ist das auch gar nicht so einfach. Vielleicht ist es da auch total unmöglich.

Und wenn die Stützen zuviel Reize ans Hirn senden, dann kann es schon sein, dass dann was ausfällt und man umfällt.

Und es würde auch erklären, warum es mit dem Stricken nicht funktioniert! Obwohl es mich ja ablenken täte. Weil man beim Stricken ja in der Hand die Nadeln hat, dann den einen Faden links an der Hand, den anderen rechts an der Hand und noch die Berührung vom Strickstück selber! Also ganz schön viel Reize. Flächenmäßig gesehen. Und gespürter Weise. Und wenn das schon die eigene Grenze ist, dann tut das Hirn halt seltsame Dinge z.B. mit Schmerzen und Krallenhand antworten. Logisch.

Bei der vhb (virtuellen Hochschule Bayern) gibt es auch kostenlose Kurse für jedermann. Wo man sich ganz einfach und praktisch anmelden kann. Da gibt es einen Stressmanagementkurs. Gestern hab ich mich angemeldet und ihn heut mal angefangen. Der ist richtig gut! Mit Beispielen. Praxisnah! Sowas hätt ich mir in der Schmerztherapie gewünscht.

Aber ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich nicht weiss, ob ich damals schon was damit anfangen hätte können. Einfach weil der Schmerzreiz damals noch viel zu intensiv war und den ganzen Raum eingenommen hat. Es war im Hirn kein Platz , um andere Dinge wahrzunehmen. z.B. ob meine Muskeln verspannt sind oder was ich grad im Körper empfinde. Und genau das braucht man aber für die Entspannungsübungen und das Meditieren. Wenn ich das nämlich damals gekonnt hätte, hätte ich sagen können, dass die progressive Muskelentspannung meine Muskeln nicht ent- sonder weiter anspannt! Es macht es schlimmer! Es dreht das Trafohäuschen noch weiter auf!

Nicht dass ein falscher Eindruck entsteht. Klar ist das mit der komischen Hautveränderung nicht so lustig. Aber es ist nicht so, dass meine Bemühungen fruchtlos geblieben sind. Denn ich hatte schon ewig keine Migräne mehr. Ich bin auch aktiver geworden. Und ich kann mich auch wieder besser konzentrieren. Klar mit Grenzen.

ich denke, das gestern darf man nicht als Rückschlag interpretieren. Ich hab das Daumen-Yoga ausprobiert. Ob das die Folge ist? Hm... Es war ja wieder Reizverstärkung...
Ich seh es so: der Körper hat reagiert. Ob das nun positiv oder negativ ist, kann man ja nicht sagen. Aber auch die Schwitzattacken haben deutlich abgenommen. Bis auf Tage wie diese :)
Also... das Experiment geht weiter.

Donnerstag: Bürogschmarri....

Kollegin skyped mir:"Hast Du vielleicht morgen mal für mich Zeit?"
Ich antworte mit:"Vielleicht." und einem Smiley.

Heut is der seltsame Feiertag. Wenigstens jetzt nach der Arbeit isses schön ruhig draussen. In Erlang geht's dafür zu. Do is nämlich kanner.

Man merkt es an der Blechlawine, die sich in die Erlanger Innenstadt quält. Dicht an dicht. So dicht, dass unser Bus stehenbleiben muss, weil er nicht um die Kurve kommt. Zwei Autos müssen zurückstossen.

Der Regen läuft in kleinen Bächlein über die Busscheibe. Ein hübsches Schauspiel. Ruhig und bedächtig im eigenen natürlichen Rhythmus statt im hektischen und angespannten Fahrzeugstau.

Der physiologische Status der Natur ist beeindruckend! Immer ruhig. Immer bedächtig. Im eigenen Takt. Mit den modernen Errungenschaften wie Strom, elektrischem Licht, Mobilität, der digitalen Medien, des Internets, des Flugverkehrs, der ständigen Erreichbarkeit ist sie uns abhanden gekommen. Ich versuch sie wiederzufinden. Und das ist gar nicht so einfach... Weil man sich da mit sich selbst beschäftigen muss. Wir sind inzwischen Meister darin uns mit allem anderen als uns selbst zu beschäftigen.

Immer wenn ich an Sprüche von Sportartikelherstellern wie Schneller, weiter , höher und den Anspruch der Leistungsgesellschaft denke, frage ich mich, ob das so stimmen und ewig so weitergehen kann. Wachstum um jeden Preis, immerzu...

Ob wir rechtzeitig wieder zu unserem eigenen Rhythmus zurückfinden? Wenn ich eine Sportmarke gründen würde, wäre mein Slogan: "Listen to your rhythm!"

Ein Spaziergang im Regen ist schön. Geniesst mal die Regentropfen auf dem Gesicht. Der Weimaraner hat mir wieder die Hände abgeschleckt. Is ja wurschd, ob sie vom Regen oder vom Hund nass sind. Des Ergebnis is desselbe.

Die Hundezunge fühlt sich warm und rauh an. Der Regen frisch wie eine Fa-Dusche..

Erinnert Ihr Euch noch an die erste Nackte in der Werbung? Da hat's Reaktion nu a su duschd. Und heut? Siggsd Tote und Nackerde rund um die Uhr im TV. Ein Reizfeuerwerk aus News, Talk, Action und Geschwindigkeit. Alles scheint immer lauter und schreiender zu werden.

Die Vögel scheinen die Dusche auch zu geniessen. Im Rinnstein entstehen Blubberblasen, wo Tropfen von den Bäumen auf das Rinnenwasser treffen. Wie kleine Boote fahren sie ein Stückchen auf dem Bächlein dahin, bis sie zerplatzen. Ein Whirlpoolbächlein im Rinnstein.

Die Regentropfen bilden kleine Kreise. Pfützenrekursionen. Gebannt und staunend beobachte ich wie sie sich echoartig ausbreiten. Ein kleiner Tropfen hat eine grosse Wirkung...
Da sag noch einer, das man mit Kleinigkeiten nix ausrichten kann. Die Natur zeigt es uns doch jeden Tag. Ihr müßt nur hinschauen!

Busfahrten sind auch gut für neue Heureka-Erlebnisse. Heut früh kämpfte ich nämlich zunächst mit meinen Krücken. Ich lehn sie neben mich. Leider berühren sie bei jedem Bremsen und Anfahren des Busses mein Bein. Und heut brennt jede Berührung dort wie Feuer!

Ich wende meine Techniken an. Ich sitz mit Kapuze und Grinsgesicht im Bus und weide meine Augen am Anblick des Waldes und der Wiesen, die an uns vorbeiziehen. Ich spüre wie sich meine Augen entspannen.

Sobald ich die Ohrstöpsel reinstecke, verblasst der Lärm des Motors und der Klimaanlage. Herrlich... Gedämpft ist das alles viel angenehmer. Hach wie schön!

Die Kapuze blendet das grelle Neonlicht aus. Auch hier spür ich körperliche Erleichterung. Es ist als würde in mir ein Teil aufatmen. Oh wie schön!

Ich setze mich so hin, dass ich die Rückenlehne möglichst wenig berühre. So vermindere ich die Hautkontaktreizflut.

Ich merke wie sich meine Nacken - und Rückenmuskulatur entspannt.

Immer wenn die RauchWolke bzw. der Rasierwasserduft meiner Umsitzenden mein Nervensystem erregt, schnupper ich an meinen Händen, die nach Zitronenöl und Zedernöl riechen.

Ich stell mir vor, ich wäre eine nasse Socke. Oder eine tiefentspannte Katze. Und hänge so im Sitz.

Und dann passiert es! Plötzlich nehm ich wahr, dass ich die Krücken, die sich weiterhin an mein Bein kuscheln nicht mehr als so schmerzhaft empfinde! Wow!

Sobald ich abgelenkt bin, merk ich dass es wieder anfängt zu schmerzen. Und auch die Rücken und Nackenmuskulatur verspannt sich wieder. Also setz ich mein Grinsen wieder auf. Denn das sagt dem Hirn: Hey ich bin entspannt. Das Hirn ist erst verwirrt, synchronisiert sich dann mit dem Grinsen und die Muskeln entspannen sich wieder.

Der Zitronenduft putzt mein Hirn einmal durch. Meine Gedanken sind klar und rennen nicht wie aufgescheuchte Hühner durcheinander.

Der Druck vom meinem Rucksack auf meinem Schoss wirkt entspannend und ich sinke leicht und entspannt in mich zusammen. Wie eine Katze, die sich entspannt rollt. Ich könnte vor Vergnügen schnurren. Stattdessen summe ich leise vor mich hin. In einem dunkleren Brummton. Unhörbar für meine Mitinsassen, da meine Geräusche vom Motor übertönt werden.

Ich spüre wo mein unterer Rücken die Lehne berührt, meine Hände den Rucksack. Dann konzentrier ich mich auf meine Atmung, die wie Wellen vor sich hinplätschert... Mein körpereigenes Metronom, mein Taktgeber. Ach... das ist mein eigener Rhythmus! An den muss ich mich halten! Mein Anker. Mein Fels in der Brandung... So einfach ist das!

Ich versinke in meine Gedanken und Wahrnehmung. Es ist als wäre ich ein einer kuscheligen Höhle. Es fühlt sich alles leicht, richtig und gemütlich an. Ich mag mich nicht rühren. Ich könnte ewig so sitzen...

Ein Lätschigkeitsgefühl überkommt mich. Entspannung... so fühlt sich das also an. Geht Doch! Wie lange habe ich daran gearbeitet! Über 5 Jahre und davor konnt ich es auch nicht... Wann hab ich mich zuletzt so gefühlt? So wohl in meiner Haut? Keine Ahnung...

Am Bahnsteig in Erlangen stell ich mich neben den gepflasterten Bahnsteig in die Restgrünfläche. Neben meine Lebensretter. Brennessel. Wenn ich die damals nicht gehabt hätte als Konfrontationstherapie zum Schmerz, ich weiss nicht wie ich das überstanden hätte!

Ich lächle sie dankbar an. Vielen Dank Ihr Superpflanzen!

Da spür ich plötzlich wie angenehm sich der unebene erdige Boden anfühlt Ganz anders wie das Pflaster oder der Teerbelag.

Warum? Weil er uneben ist! Und damit reizärmer! Denn bei Beton-, Teer- oder Pflasterbelag ist ja alles (meistens) gleich gerade. D.h. auf die Fuss-Sohlen wirkt überall derselbe Druck ein.

In der Natur - aus der wir ja stammen - ist es anders. Waldboden ist uneben! D.h. hier ist mal an einer Stelle gar kein Druck. Oder an einer mehr. Aber nicht gleich viel auf der ganzen Sohle.

Probiert es mal aus. Und spürt es. Immer wenn ich von Pflaster auf erdigen Boden wechsle, ist es eine Erleichterung. Es fühlt sich angenehmer an. So als würde mein Nervensystem aufatmen.

Deswegen tun Menschen, die beruflich den ganzen Tag stehen müssen auch die Füsse weh. Denn sie stehen auf künstlichem und hartem Reizfeuerwerks-Boden!

Und Abhilfe als Gelsohlen bildet ja nichts weiter als einen unebenen Boden nach!

Und wer von Euch ist nicht froh und erleichtert, wenn er nach der Arbeit daheim, aus den Schuhen, Socken und Arbeitsklamotten in weite bequeme Klamotten schlüpfen kann? Barfuss, "Sockerd" oder Schlappen statt Schnürschuh oder Arbeitsstiefel. Jogginghose, T-shirt, Sweatshirt oder Hoodie statt Anzug und Kostüm.

Euer Nervensystem atmet erleichtert auf. Weil es endlich von der Reizflut des Tages befreit wird. Die in unserer natürlichen Umgebung so nie vorgesehen war. Da gab es keine Schuhe und Socken und kein steiffes Hemd und Kragen und Krawatte... oder Bleistiftröcken. Bei dem ist mir eh ein Rätsel wie man mit sowas laufen kann. Von Stöckelschuhen will ich gar nicht reden, die die Sehnen verkürzen.

Wer schön sein will, muss leiden? Warum? Und was ist daran schön? Alles zusätzliche neue Reize, die auf unser Nervensystem einwirken. Schuhe, Socken, Bodenbeläge, künstliches Licht, Maschinen und der damit verbundene Lärm..., die Strahlung der Elektrogeräte, Chemie in unseren Nahrungsmitteln, Körperpflegeprodukten, Waschmitteln, Hormone in Kassenzetteln ... Feinste Fasern der beliebten Kunstfaser Fleece landen z.B. durch das Waschen in den Gewässern und Meeren. In Fischen wurden die Fasern nachgewiesen. Und diese landen wiederum in unserer Nahrungskette. D.h. am Ende wirkt sich alles auch wiederum auf unseren Organismus aus. Ursache und Wirkung. Die Liste könnt Ihr endlos weiter fortführen.

Bevor man etwas produziert, müsste man sich immer erst überlegen, ob man es auch umweltgerecht und gesundheitsneutral entsorgen kann. Leider passiert das nicht. Und diese Entsorgungs-Kosten gehen auch nicht in die Kosten- Nutzenanalyse der Industrie ein. Denn diese kosten zahlt sie nicht. Diese Kosten zahlt die Allgemeinheit. Wir alle!

Ob es irgendwann ein Umdenken von kurzfristig zu langfristig geben wird? Von bequem zu vernünftig und gesund? Oder ist es dafür schon viel zu spät?

Sprich: nicht nur die Tiere sind Opfer der Licht- ,Lärm- , Geruchs- , Geschmacks- , Strahlungs- und Umweltverschmutzung. Auch unser Nervensystem bekommt es zu spüren. Das tückische : wir merken es nicht! Oder zu spät. Daraus reultieren die Zivilisationskrankheiten, der chronische Stress. Aus der Reizflut! Hausgemacht! Unsichtbar!

Ob daher auch die Haltungsschäden wie Senk-, Platt-, Spreizfüsse, O- und X-Beine und Rücken- und sonstiges kommen? Also unbewusste Folge davon. Das könnt ich mir schon vorstellen. Dann wäre unser ungesunder nicht biomechanisch korrekter Laufstil die Folge davon! Vom Zivilisationsbodenbelag. Und unserer Art der Fortbewegung. Wir laufen ineffizient, weil wir das Laufen nicht mehr gewöhnt sind. Wir fahren lieber. Weil es bequem ist. Und damit haben wir das "richtige" Laufen verlernt.

Denn wenn dem Körper was unangenehm ist, dann weicht er halt auf eine Schonhaltung aus. Die schleicht sich dann unbewusst ein und wirkt sich dann als Schieflage auf das ganze Gstell aus.

Voller Stolz fährt die ganze Familie im Statussymbol umeinander. Gesundheitlich tut man sich damit keinen Gefallen. Denn was man nicht mehr benutzt (wie die Füsse), das vergisst das Gehirn. Use it or lose it. Das ist nicht artgerecht. Ursache und Wirkung.

Wenn ich als Fussgänger den Kellerberg hinauf- und hinunterkrückel ernte ich als seltenes Fussgängerexemplar die Blicke der Autobewohner. Sie tun mir leid. Lauter ungenutztes verschwendetes Bein-Potential.

Je gestresster der Körper ist (physiologisch), desto mehr deaktiviert er die Reizfilter. Desto grösser ist die Reizflut, die ungefiltert auf unser Hirn einprasselt. Desto schneller sind wir erschöpft und ausgelaugt. Denn das Hirn kann nur eine bestimmte Anzahl von Reizen verarbeiten. Irgendwann ist es so voll, dass der Akku leer ist. Dann braucht es Erholung und eine reizarme Phase, um sich wieder zu regenerieren.

Im chronischen physiologischen Stressmodus bekommt es die aber nicht mehr. Bzw. man kann ihm die gar nicht mehr geben, weil man den Entspannungs-Schalter im Körper gar nicht mehr findet oder er klemmt!!!

Mir ist es im Bus heut früh durch Entspannung gelungen, die Reizfilter wieder etwas zu aktivieren! Es geht! Man kann aus einem chronischen physiologischen Stressmodus wieder herauskommen! Aber es ist harte Arbeit! Wahnsinn! Ich freu mich riesig! Noch hält es nicht lange an und ich muss mich immer wieder aktiv darum bemühen. Also regelmäßig üben. Ich hoffe, damit den Schalter wieder zu entklemmen. Er scheint ja schon zu wackeln ;-)

Das erklärt auch warum autistische Kinder auf den Zehen laufen. Das hab ich als Kind auch getan. Weil sie so die Reizflut an den Füssen reduzieren können!!! Logisch!

Es gibt autistische Kinder, die keine Socken oder Schuhe ertragen können. Bei einem kleinen Mädchen bei Fielmann in Erlangen hab ich das vor ein paar Wochen auch erlebt, als ich mir die Sonnenbrille gekauft habe. Hinzu kam noch die Problematik Gedächtnis: das kleine Mädchen hat dort zwar die Schuhe ausgezogen und hingestellt, aber hätte sie dort fast stehenlassen. Ich kann sie verstehen! Bei CRPS ist es genauso!!!

Habt Ihr auch so Tage, an denen Euch Etiketten in KLeidungsstücken jucken und kratzen und wahnsinnig machen? An denen jede Falte im Bett an Euren Nerven zerrt? An denen das kleinste Geräusch Euch auf die Nerven geht? An denen Euch Unterhaltungen und Begegnungen mit Menschen auslaugen? An denen Euch Worte nicht einfallen wollen, obwohl sie Euch auf der Zunge liegen? Die Zunge als Liegewiese für Wörter stell ich mir lustig vor :) Dann ist auch Euer Nervensystem überreizt!

Je mehr Reize ungefiltert auf Euer Hirn einprasseln, desto mehr Info muss es verarbeiten und desto schneller ermüdet es!

Auf dem Weg zur U-Bahn entdecke ich den schönen Spruch: "Der Glaube läßt Dich Unmögliches versuchen. Der Zweifel läßt Dich selbst bei Möglichem scheitern."

Ich glaube ganz fest daran, dass ich den Schalter wieder in Gang kriege! Ich merke, dass ich gelassener werde. Dass mich Dinge, die mich vor kurzem noch verärgert hätten, gar nicht mehr tangieren. Irgendwie ist mein Blick, die Perspektive etwas weicher geworden und nicht mehr so fix und starr.
Es wird nicht einfach und es wird noch dauern, aber ich bin auf dem Weg. Und es ist unglaublich schön da! :)

Wusstet Ihr, dass auch die Zähne Reize ans Nervensystem senden und zur Wahrnehmung unserer Welt so beitragen? Deswegen kann Essen unser Nervensystem beruhigen. Stress abbauen. Am liebsten knackig oder knusprig. Leider greifen wir dabei oft zum Falschen. In der Natur gibt's Nüsse. Die Nahrungsmittelindustrie versorgt uns mit Chips und Toblerone. Die Krachen so schön. Zuviel davon ist aber für unser Nervensystem nicht gesund. Weil zuviel wieder die Stressachse triggert.

Auch Zucker triggert die Stressachse. Bedenkt man, dass in vielen Nahrungsmitteln von der Lebensmittelindustrie Zucker als Geschmacksverstärker eingesetzt wird, erkennt man die Brisanz. Von Softdrinks will ich gar nicht erst reden. Die Dosis macht das Gift.

Dann steigt nämlich der Blutzucker zu rapide an und das triggert wiederum die Stressachse. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Daher kommt wohl die Bezeichnung "Nervennahrung". Schon seltsam: hier ist unsere Sprache der Wissenschaft weit voraus.... mal gucken, ob sie noch hinterher kommt ;-)

In diesem Sinne: viel Spass mit denselben! Und dazu müßt Ihr gar nicht zum Erfahrungsfeld der Sinne in Nürnberg. Das könnt Ihr auch im ganz normalen Alltag machen. Und der Alltag wird zum täglichen Experiment!

Viel Spass beim Selbererforschen Eurer Wahrnehmung!

Die Glaa aus ERH - Die Konsequenz Sandra Jaeger 2019
17.08. bis 23.08. Wahrnehmungen ...

Samstag: Seit vorgestern abend läuft mein Nervensystem Amok. Also noch mehr als sonst. Ich hab Kopfweh, einen Mords-Durst, Sehstörungen. Kleine Buchstaben z.B. Zeitungsartikel kann ich nicht lesen, sie verschwimmen und tanzen Samba vor meinen Augen und verwandeln sich in eine Buchstabensuppe, die zu lange gekocht wurde. Mit verkochten Buchstaben... Also eher so eine Art Buchstabenbrei.

Mit Bewegung versuch ich mein Nervensystem zu beruhigen. Ein Ausflug in den Wald tut ihm sichtlich gut. Ich könnt dort einziehen. Und da die Fotografin meines Vertrauens mir letztes mal erzählt hat, man müsse im Wald laut sein, damit die Tiere einen nicht für einen Jäger halten - okay ich bleib trotzdem einer, denn ich heiss ja weiterhin so - und herauskommen.

Ich führe also Selbstgespräche und rede mit den Bäumen und den Tieren und dem lieben Gott. Und da kreist dann auch das Greifvogelpaar über mir. Und schreit zurück. Das fand ich sehr schön.

Reh hat sich zwar keines gezeigt, aber dafür hab ich Nachspeise in Form von Brombeeren entdeckt und genüsslich verspeist. Ihr könnt mir sagen, was Ihr wollt, aber frisch vom Busch im Wald schmecken sie am allerbesten. Das spielt das Ambiente eine Rolle. Die Stille und Ruhe des Waldes. Die Schattigkeit, die grüne Umgebung, der Walduft, der weiche Waldboden unter meinen Füssen. Die kleine Tiere, die sich vor meinen Füssen tummeln. Schwarze Käfer (die Müllabfuhr und Totengräber des Waldes) und die Ameisen. Die sind hier größer als die , die ich aus dem Garten kenne. Die rufe der Vögel, der angenehme Hall des Waldes ...

Hier fühle ich mich wie ein Sandkorn im Universum und verneige mich ehrfürchtig vor der Autorität der Bäume. Ich stelle mich auf ihre Wurzeln um ihre Weisheit zu spüren. Das Berühren ihrer Rinde beruhigt mein Nervensystem. Es fährt mich runter. Ich fuchtel mal nicht mit den Händen, kann zur Ruhe kommen und stehenbleiben. Die Füsse brennen hier nicht so sehr wie auf Pflaster oder Asphalt. Herrlich... Die Reizflut wird eingedämmt.

Das bunte Treiben setzt sich auch in der Wiese fort. Und ein Konzert ist es auch. Mit Grillen, Heuhupfern und was da sonst noch kreucht und fleucht. Das schönste Konzert das ich kenne. Harmonisch und leise. Das beste Open Air, das ich kenne. Und es kostet keinen Eintritt!

Heute ist es mit dem Sehen schon beim Blinzeln sehr seltsam. Man blinzelt ja dauernd, aber das Hirn arbeitet zu langsam, als dass es den Wimpernschlag mitbekommt. Meins tut es heute. Es ist jedesmal so wie früher bei Fernseher, wo ein Streifen durch's Bild läuft. Damals hat man einfach mal auf den Kasten geklopft oder die Antenne verstellt und oft hat es auch geholfen.

Das geht natürlich bei mir nicht. Okay. Gehen würde es schon, aber da jede Berührung als Zusatzreiz das Hirn noch weiter überfordert und auch noch schmerzhaft ist (wie Feuer brennt, sogar meine Bettdecke nachts!), halte ich das für keine gute Idee. Da stimmt Ihr mir sicher zu.

Die letzten Tage hat auch das Blutdruckmessgerät sehr seltsam auf mich reagiert. Mit E5 Fehlermeldungen. Es ist in der Skala bis gaaanz nach oben gesprungen. Und hat ziemlich weh getan am Arm. Ich dachte, es quetscht ihn gleich ab. Sehr schmerzhaft! E5 bedeutet, dass ein Kleidungsstück dazwischensteckt. Das hat es aber nicht. Nie! Das hat mich fasziniert. Da hab ich mich dann konzentriert . Ich hab danach dann nochmal gemessen und die Manschette nicht verändert. Und meistens ging es dann.

Erst dacht ich das neue Gerät ist schon kaputt. Jetzt denk ich , dass es etwas anderes bedeutet. Die Skala wurde ja in klinischen Studien bestimmt. Mit Probanten, die sich dafür freiwillig meldeten. Nehm ich mal an. Tja, und welcher CRPSler oder mir ähnlicher Mensch tut sich sowas freiwillig an, wenn es ihn schon graust zum Arzt zu gehen?

Sprich: ich glaube so Menschen wie ich, sind in der Skala gar nicht unbedingt berücksichtigt. Dann wäre es logisch, dass sie gar nicht ausreicht. Und deswegen der Fehler kommt. Die Frage wäre jetzt also woraus das Messgerät schlussfolgert, dass dort ein Kleidungsstück dazwischenklemmt, obwohl da keines ist. Ich kann ja mal den Hersteller anschreiben. Der müsste das ja wissen, was da einprogrammiert ist. Also die Logik des Algorithmus. Mein Algorithmus scheint dazu nicht kompatibel zu sein.

Nun ist mir in den Sinn gekommen, dass ich eine CRPSlerin kenne, die gemeint hat, sie misst nie ihren Blutdruck, weil sie das grantig macht und so aufregt. Und meine Mama drückt sich auch immer drum rum, weil sie das Gefühl hat, es schnürt ihr den Arm ab.

Bedenkt man nun, dass die Manschette ja ein Reiz auf der Haut ist, ergeben diese Aussagen und mein seltsames Ergebnis und das seltsame Verhalten des Blutdruckmessgeräts einen Sinn. Nämlich den, dass wenn man ein übererregtes Nervensystem hat (also der Körper physiologisch unter chronischem Stress steht), ergibt dies aber einen Sinn! Denn dann übt das Gerät noch zusätzlich eine massive Reizflut auf das bereits eh schon reizüberflutete Hirn aus! D.h. im Umkehrschluss, das Gerät treibt den Blutdruck erst in die Höhe! Wie die Weisskittelhypothonie!

Ich war deswegen heut mal in der Apotheke und hatte die nette Apothekerin gefragt, ob das sein kann, dass die Skala für solche Fälle gar nicht ausreicht. Denn ich hatte gestern auch mal die 199 er Marke gesprengt. Danach war es aber auch wieder unten. Denn sobald ich mich konzentriere, und technische Geräte wie das Blutdruckdings und auch die Geräte im Krankenhaus tun das nun mal, wirken wieder beruhigend auf mein Nervensystem... Das ist einfach so. Ich bin also körperlich und hirntechnisch ein sehr widersprüchlicher Mensch. Eine Frau hat mich heute für 25 gehalten. Dabei bin ich 46. Ich bass ned in die Norm. Ich tanz immer aus der Reihe. Dabei kann ich gar nicht tanzen. Jetzt ergibt das alles einen Sinn.

Ich hab sie dann auch gefragt, ob man den Blutdruck auch ohne Blutdruckmessgerät messen kann. Sie meinte , es gäbe nur das am Handgelenk noch, aber das muss man richtig bedienen. Ein Arzt hat mal in einem Vortrag gesagt, dass die Dinger nix taugen und man sie wegwerfen soll. Das hab ich ihr auch gesagt.
Nein, sonst gibt's nix.

Des is dann fei a ned grod as gsündeste für Leut, deren Haut und Hirn schon überreizt ist, dann noch mit dem Ding zu messen. Das leuchtet Euch doch sicher auch ein.

D.h. ich habe intuitiv Techniken, die mein Nervensystem beruhigen. Das ist sehr spannend. War mir dessen aber auch nie bewusst und die Notwendigkeit dazu, sie zu verstehen, kam ja erst mit dem CRPS.

z.B. gestern juckten meine Zähne. Sie wollten was knuspriges , hartes zum Austoben. Ich hab mir bewusst gemacht, dass ich jetzt was gesundes esse und nix süßes. Es hat nicht funktioniert. Die Zähne juckten weiter und verlangten nach Süßem und Knusprigen. Erst als sie sich an knackige Schokolade und knusprige Chips abreagiert hatten, beruhigten sich die Zähne. Sprich: es half das Nervensystem zu beruhigen. Daher wohl der Begriff "Nervennahrung"

Schon cool wie das alles zusammenhängt! Die Fotografin hatte auch ein Birkenbild. Das hab ich mir mitgenommen. Sobald ich das ansehe, fährt mein Nervensystem runter. Ich spüre wie sich mein Körper entspannt. Cool! Es dient als Ersatz wenn ich mal nicht raus kann. Oder nimmer mag.

Denn dann kann ich den ganzen Tag im Wald rumlaufen und abends rödelt es wegen dem Wetter doch wieder auf Hochtouren.

Ich denke, dass alle, die unter Stress leiden und das tun heutzutage wohl alle Menschen (zumindest die, die ich kenne), sich einiges von den Strategien von Babies, Autisten und ADHSlern abschauen und lernen können.

Bedenkt dass sie aufgrund ihrer Werkseinstellung, sie werden schon mit deaktiviertem Reizfilter geboren, schon ab Geburt der Reizflut in vollem Maße ausgesetzt sind!

Da sie sich noch nicht verständigen können, greifen sie intuitiv zu Methoden, die helfen die Reizflut zu mindern. Konzentration (auf Spezialinteressen, Hobbies), Rituale, Bewegung (Schaukeln ...), Summen, Singen ...

Das heisst sie sind die Spezialisten der Stressbewältigungsstrategien. Denn wenn sie es nicht schaffen, ihr Nervensystem zu beruhigen, kann es wie bei meiner Schwester zu epileptischen Anfällen und Schlaganfällen kommen. Sprich: Sie kämpfen jeden Tag (im Alltag!) um ihr Überleben!

Anstatt das zu Sehen, zu respektieren, zu würdigen und zu verstehen, zwingt man sie , diese Beruhigungsstrategien, weil sich die Gesellschaft (nicht der Autist oder ADHSler!!!) daran stört, abzugewöhnen. Die Gesellschaft nimmt ihm also das weg, was er zum Überleben braucht! Genausogut könntet Ihr einem Rollstuhlfahrer den Rollstuhl wegnehmen und ihn die Treppe runterschubsen und hinterherrufen: "Na siehste! Geht doch!"

Wisst Ihr eigentlich, was Ihr da verlangt? Und nicht nur das. Damit verliert er auch den Zugang zu sich selbst. Sein Selbstvertrauen. Denn er versteht sich selbst nicht mehr, wenn ihr ihm all das, was sich für ihn gut und richtig anfühlt, als falsch, fehlerhaft, defekt, frech und nicht akzeptabel ankreidet. Er verliert den Zugang zu sich selbst. Zu seinem eigenen Ich.

Schrägerweise scheint das für unsere ganze Gesellschaft symptomatisch zu sein, dass sie sich selbst so wie sie ist verleugnet und nicht annehmen kann. Warum? Warum mögt Ihr Euch nicht so wie Ihr seid? Ihr seid wunderbar. Ihr seid alle einzigartig. Alle was besonderes! Seht Ihr das denn nicht? Wieso um Gottes Willen (ich glaube, sein Wille ist es ganz bestimmt NICHT!!!) wollt Ihr so sein wie alle anderen? Andere gibt es doch schon genug!

Euch gibt es nur einmal! Wisst Ihr wie unwahrscheinlich es ist , dass genau die Gene, Zellen und Umstände bei einem Wesen zusammenkommen, wie Ihr es seid? Was hindert Euch daran so zu sein, wie Ihr seid? Frech wild und wunderbar (Astrid Lindgren).

Wann habt Ihr zuletzt Euer Leben gelebt und nicht das der anderen? Wann habt Ihr Euch das letzte mal pudelwohl in Euer Haut gefühlt? Spürt und fühlt Ihr Euch überhaupt noch? Oder habt Ihr Euch Gefühle abgewöhnt, weil sie von der Norm verpönnt und als wenig wissenschaftlich verdammt werden?

Dabei sind Gefühle das einzig wahre! Ohne Gefühle lernen wir nicht! Nur Dinge, die wir mit dem ganzen Körper erfahren und erspüren, lernen wir auch und wachsen daran. Ein weiser Umgang mit Ihnen erspart Euch viel Schmerz. Denn den meisten Schmerz fügt sich ein Mensch in seinem Leben selber zu. Durch seine eigene Wahrnehmung der Welt. Und die ist im Stressmodus in grau und schwarz gestrichen. Warum tut Ihr Euch das an? Gelb, Grün, Blau sind wunderbare Farben! Macht Euer Leben bunt und vielfältig. Anstatt grau, trist und eintönig. Seid offen und neugierig für neues. Es macht Spass! Es sorgt für neuen Schwung in Eurem Leben und hält Euch noch dazu jung!

Das kann nur einer! Und das seid Ihr selbst! Denn es ist ein grosser Fehler zu glauben, dass man Gesundheit und Zufriedenheit kaufen kann. Dass sie Euch jemand geben kann.

Mit Eurer Wahrnehmung der Welt. Mit Euren Sinnen und Gefühlen. Mit Euerer Leidenschaft. Mit Eurer inneren Kraft und Energie. Der Grünkraft, die in Euch wohnt. Denn die ist nicht nur im Löwenzahn, der den Teer des Strassenbelags durchbohrt, sondern auch in Euch. Die unbändige Urkraft , die Euch alles erreichen lassen kann, was Ihr Euch erträumt!

Es liegt nur an Euch sie zu nutzen! Und einzusetzen! Für ein besseres Miteinander und zum Wohle aller!

Doch wenn in Euch das Gefühl der Trauer, des Verlusts, des Neids, der Unsicherheit, der Angst vor der eigenen Vergänglichkeit vorherrschen, dann seid ihr im chronischen physiologischen Stresszustand gefangen. Es kostet viel Anstrengung da wieder herauszukommen und wieder wie die unbeschwerten Kinder zu werden, die Ihr einst ward.

"Wenn Ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet Ihr nicht eingehen, in das ewige Himmelreich."
Ich glaube, das ist damit gemeint. Findet zu Euch selbst zurück! Zu Euren wahren und echten Werten und Wesen. Denn das System der Normierung hat es vergraben und verschüttet, hat auch Euch abgewöhnt so zu sein, wie Ihr seid. Und dann werdet Ihr zufrieden und Euren speziellen einzigartigen Sinn im Leben finden.

Heilsame Kommunikation gibt es auch schon in der Bibel und bei Jesus: "Sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund."
Ihr selbst könnt, wenn Ihr das beherzigt und zu Euch selbst zurückfindet, diese heilsamen Worte zu den Menschen, die Euch umgeben, sprechen und Euer eigenes Wohlfühlklima erzeugen. Dann werden auch die Menschen um Euch herum wachsen und gedeihen. Denn dieser physiologische Modus ist ansteckend. Schlechte Laune ist ansteckend. Gute aber auch.

Füttert den weissen Wolf in Euch , nicht den schwarzen!

Sonntag: Gestern hab ich eine Nuss gefunden. Nein, keine taube... eine Hasel. Sie hat sehr gut geschmeckt.

Ein Busfahrer erzählte diese Woche erstaunliches und besorgniserregendes. 65 Busfahrer , die er kennt und die in Rente gegangen sind, sind kurz danach gestorben.

Wie kann das sein? Sie wurden Opfer des chronischen Stress. Auf Arbeit hatten sie Ihre Ordunng und Routine. Sobald man daheim ist, muss man sich diese neu organisieren. Frauen haben Haushalt und Garten und kommen damit meist besser zurecht. Männer dagegen fallen in ein tiefes Loch. Es kann dazu kommen, dass sie den Antrieb verlieren. Und dann sitzt man im Sessel und guckt Fernsehen. Das freut zwar die Werbetreibenden , aber das Gehirn und den Körper weniger.

Denn es altert dadurch, dass es nicht sinngemäß genutzt wird. Im schlimmsten Fall kommt es zur Demenz. Man wird unflexibel. Das Hirn mag aber Neugier und Veränderungen. Keine Veränderungen bedeutet Stillstand und Tod.

Das Benutzen der Hände spielt dabei eine grosse Rolle. Handarbeitet man beim Fernsehen, dann dementiert man nicht so schnell. Deshalb bleiben Frauen eher fit. Als die Herren der Fernbedienung.

Deshalb hilft z.B. gegen Demenz Musiktherapie. Ein Musikinstrument zu lernen verjüngt das Gehirn und sorgt auch für stressabbauende Bewegung. Ausserdem macht es Spass. Lachen, Bewegung, Konzentration und Neues lernen wirkt entspannend auf das Gehirn und die Stressachse.

Altert das Hirn, altert auch der Körper. Denn die Telomere verkürzen sich dann. Der Cortisolspiegel steigt auch, weil man sich nicht mehr körperlich betätigt.

Denn in Ruhe dreht ein übererregtes Nervensystem erst richtig auf. Der Gesundheitszustand verschlechtert sich, weil z.B. Entzündungen im Körper entstehen oder Gewebe durch den Bewegungsschwund abbaut. Denn Gewebe bleibt nur erhalten und unser Körper und Hirn fit, wenn wir ihn und es benutzen! Use it or lose it gilt also nicht nur für das Hirn, sondern unseren ganzen Körper.

Ich traf gestern vor dem offenen Buchschrank am Springbrunnen eine Frau, mit der ich ins Gespräch kam. Sie wirkte sehr mitgenommen, als ich begeistert von meinen Erkenntnissen zu chronischen Schmerzen , Stress und den Zusammenhängen erzählte. Ich teilte Ihr mit, dass kein Anlass zur Traurigkeit sei, denn ich habe ja jetzt einen Lösungsweg gefunden.

Denn chronischer Stress erzeugt ja Zivilisationskrankheiten. Darauf erzählte sie von ihrer Arthrose im Knie und dass sie jetzt ein Gelenk bekäme. So selbstverständlich als würde sie ihr Auto in die Reparatur geben! Das hat mich entsetzt und erstaunt!

Sie hat mir zwar zugehört und genickt als ich erzählte, wie Stress und auch Arthrose zusammenhängen, aber dann bei meinem weiteren Vortrag die Flucht ergriffen.

Ja, okay. Ich geb es zu. Ich kann solche sozialen Ende-Signale nicht deuten. Weil ich da grad nicht ins Gesicht geguckt habe, um mich besser konzentrieren zu können. Jedoch stellte ich so frustriert fest (ein Zeichen für das Gefühl der Hilflosigkeit , also leichtem Stress in meinen Körper), dass sie zwar mit den Ohren zugehöhrt hatte, aber die Erkenntnis, also der Lernprozess nicht ihr Gehirn erreicht hat.

Gestern war mein Nervensystem aufgrund seiner wetterbedingten Übererregung dazu einfach nicht in der Lage. Was an meinem erhöhtem Bewegungsdrang (hin und herwackeln und wedeln mit den Händen) deutlich ersichtlich war. Das brauchte ich jedoch, um mein Nervensystem zu beruhigen und einen Schlaganfall zu verhindern.

Ihre Fluchtreaktion war wiederum ein Zeichen ihres physiologischen Zustands. Die Arthrose deutet ebenfalls auf einen chronischen Stresszustand hin. In diesem Zustand ist ein Umdenken der Lebensweise schwer begreiflich zu machen. Hier greift man lieber zur schnellen Symptombehandlung, die die Medizin bietet. Und läßt sich mal schnell reparieren. Als wär man eine Maschine.

Das sind wir aber nicht. Jeder Eingriff in einen chronisch ohnehin gestressten Organismus ist mit weiteren Komplikationen verbunden. Wundheilungsstörungen z.B.. Denn ein hoher Cortisolpiegel verhindert die Aktivierung der körpereigenen Selbstheilungskräfte.

Heutzutage sind ja Maschinen und die Software dahinter (weil von Menschen gemacht, die ebenfalls im chronsichen Stresszustand befindlich) auch so komplex, dass eine Fehlersuche dort auch mit erheblichem Aufwand verbunden ist. Sprich: Maschinen werden auch immer komplexer wie das System Mensch. Und somit auch immer fehleranfälliger. Denn die Fehler können komplexere Ursachen haben.

Ich halte die Erhaltung der körpereigenen Originalteile also für die weitaus gesündere und komplikationsfreiere, risikoärmere Alternative. Und langsam findet ja auch ein Umdenken in der Medizin statt. Es ist wie jede Veränderung in einem starren System, das ja ebenfalls auf den chronischen Stresszustand seiner Begründer hinweist, sehr zäh und langwierig. Denn auch das System befindet sich im chronischen Stresszustand.

Da wo man entspannt ist, da kann man entspannt und gelassen und agil und flexibler auf Veränderungen reagieren. Das macht Entspannung aus. Und wo findet man die noch? Wann ist Euch zuletzt ein entspannter Mensch begegnet? Im Wald. Gut von den hektischen Steckerleslaufern mal abgesehen, die durch den Wald rennen als würden sie von einem wilden Tier verfolgt. Auch der verkrampftem Laufstil so manches Joggers sieht nicht entspannt und schon gar nicht gesund aus. Und was nicht gesund aussieht , kann es für mich auch nicht sein.

Ich bin einfach verwirrt wie gut wir unsere Autos behandeln und bei jedem Kratzer gleich in Panik ausbrechen. Aber wenn unser Körper oder unsere Seele Blessuren einsteckt, dann sehen wir die nicht. Hier kann ein kleiner Kratzer aber weitreichendere Folgen als beim Auto haben. Hier steht unsere Gesundheit und unser Leben auf dem Spiel. Das ist schon interessant, wie sich die Prioritäten hier verteilen.

Das war mein Wort zum Sonntag. Und hier kommt noch ein Comic vom Gesundheitsjahr. Werkli woar!
Des is echt so passiert. Der liebe Gott hat schon einen schrägen Sinn für Humor. Er muss ein Autist sein ;-)

Montag: Bürogschmarri...

Kollege:"Da muss mer erschd a Gfühl für die Datenbank kriegn..."
Da sag noch einer, Technik sei emotionsfrei!

Heimwärts vom Bus aus, seh ich einen Mann mit einem T-Shirt mit dem widersinnigen Aufdruck:"The true original"

Habt Ihr gwußt, dass Lymphödem die Folge von Bluthochdruck sind? Da drückt's dann des Wasser naus ins umgebende Gewebe. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Und habt Ihr gwußt, dass man mit einer Nierenablation bei bestimmten Menschen den Bluthochdruck senken kann? Da werden die Nerven verödet. Wenn ich es richtig verstanden hab, dann die vom Symphatikus.

Es funktioniert aber nicht bei allen Menschen. Vielleicht sind die, bei denen es nicht funktioniert, die bei denen der zweite Ast vom Parasymphatikus dominiert. Das könnt nach der Polyvagaltheorie von Stephen Porges die Erklärung sein.

Apropos... des Wetter killt mich noch. Alles ist überempfindlich. Und ich bin gereizt. Daher kommt wohl auch der Begriff. Gereizt. Von den Reizen. Am Wochenende dacht ich die dunklen Wolken hängen nicht am Himmel sondern in meinem Hirn! Ich hab mit einem Schüsselchen von uns im Asiahaus gebratenen Nudeln geholt. So hatt ich Bewegung (und damit hab ich versucht mein Nervensystem zu beruhigen) und Nervennahrung. Und ausserdem die Umwelt geschont.

Mein Hirn hat nicht mehr besonders gut funktioniert. Denn als mich die nette Asiatin fragte, was ich denn gerne hätte, antwortete ich:"Bratnudeln mit Reis."
Mit Gemüse wollte ich sagen. Sie hat nochmal nachgefragt und es hat diverse male gedauert, bis ich begriffen hab, was ich da gesagt habe.

Meine Mama ist in diesem Modus aber auch ned besser. Die hat mal in der Nordsee einen Hamburger verlangt. Und Bremer gemeint. (Das ist ein Brötchen mit ener Fischfrikadelle)

Schlafen funktioniert nachts nicht, weil die Haut überempfindlich ist und jede Bettdecke, Bettlaken, Kissen juckt, kratzt oder schmerzt. So treffen Mama und ich uns zu nächtlichen Sit-ins in der Küche. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Meine Stimmung ist heut entsprechend meines physiologischen Status und meine Hände sind auch nicht besonders gut zu gebrauchen. Heute sind mir schon diverse Dinge aus den Händen gefallen. Und sie krallen sich heut auch sehr fein zusammen. Sie könnten in Nosferatu auftreten. Oder als eiskaltes Händchen. Aber nur von der Temperatur her.

Und die Füsse brennen wie Feuer! Bei jedem Schritt und jedem Auftreten. Ja, entspannen hilft. Aber es funktioniert in diesem Amok-Modus leider kaum bzw. gar nicht! Ich weiss jetzt wie es funktioniert, aber in dem Modus wirkt es nicht! Oder es dauert seeehr laaange! Im besten Fall läßt der Schmerz soweit nach, dass ich mich doch mal zudecken kann ohne gleich vor Schmerz die Wände hochzugehen.

Schlafen funktioniert dann aber immer noch nicht! Man ist hellwach. Im Kopf toben und überschlagen sich die Gedanken wie in einer Achterbahn im Endloslooping. Und es gibt keinen Ausschalter!

Früh ist alles zu reizintensiv. Das Licht zu grell! Die Geräusche zu laut! Die Gerüche zu intensiv! Die Klamotten brennen auf der Haut wie Feuer.

Ich hab zu meinen Kollegen letztens gemeint, dass ich ja recht schlecht nackerd auf die Arbeit kommen könnte, wenn die Haut auf Kleidung überempfindlich ist. Daraufhin hat mein Kollege albgeträumt, dass er ins Büro fährt und auf der Strasse war ne Nackte und im Büro auch. Etz kanni ned bloss selber ned gut schlafen, etz schaffis a nu, dass die Kollegn wecher mir Albträume hamm....

Ohne Kapuze , Ohrstöpsel, Wasserflasche (ja, auch Trinken beruhigt ds Nervensystem, ich saufe derzeit wie ein Loch - Wasser gell?!) , Blaulichtfilter am Monitor wär ich derzeit nicht Überlebensfähig.

Ich war gestern abend sogar beim Qi Gong - Kurs im Engelgarten. Der hat mich entspannt. Und bis zur Choreographie hab ich ganz gut mithalten können. Wenn man allerdings mit Händen und Füssen gleichzeitig etwas machen muss, dann kann ich mir das erstens nicht merken und zweitens kommt diese Info weder in den Armen noch in den Füssen richtig an. Die Überreizung macht es nicht besser. Bewegungslegastheniker halt.

Der Cortisolspeicheltest war auch ein Reinfall. Aus den 3 mühsam genommen Einzelproben machen sie einen Mittelwert. Und man muss sie alle früh abnehmen. Also damit die Zeiten zu messen, die mich interessieren, geht nicht. Oder nur, wenn ich alle drei Proben für jede Uhrzeit dreimal nehmen würde. D.h. der Test den ich gemacht hab, bringt mir gar nix. Subber. Da möcht man mal ein wenig forschen und dann scheitert's an solchen Banalitäten.

Apropos auftreten... der Comic von heut entspricht meinem physiologischen Status. Ja, ich weiss, er ist heut etwas unterirdisch und strotzt vor Galgenhumor. Aber er ist mein Ventil, den Dampf aus der Reizflut abzulassen. In kreativer und gesunder Art und Weise.

Wenn Ihr drei Nächte bescheiden geschlafen habt, und Euch alles auf die Nerven geht, dann seid Ihr auch nicht besser drauf!
Ihr erkennt meinen physiologischen Status am Jammermodus. Wenn Ihr in dem Modus seid, dann jammert Ihr auch.
Viele Grüße vom CRPS.

Okay... ich hab grad mit dem Antistresskurs von der virtuellen Hochschule weitergemacht... Um dem Stress durch das CRPS zu entkommen, muss ich mir also positive Dinge vorstellen. Also erstens hab ich heut was tolles gezeichnet. Und die Emotion war der Treibstoff. Zweitens weiss ich, das Wetter wird sich wieder ändern und damit auch die Reizüberempfindlichkeit nachlassen. Drittens hab ich gestern eine neue Methode der langsamen Bewegungen (Qi Gong) kennengelernt, die ich zum Entspannen nutzen kann. Es eignet sich hervorragend dafür um auf der engen Klokabine in der Pause zwischen zwei Arbeitsaufgaben auf der Arbeit durchzuführen. Einfach stehend hin und herwiegen z.B. mal nach links und mal nach rechts. Das wirkt. Also auf Arbeit konnt ich so meine Konzentration und Akku immer wieder aufladen.

Morgen kommt ein neuer Tag und wir werden sehen, was er an neuen Ideen bringt. Aufgeben konnt ich noch nie. Ich hab schon schlimmeres überstanden.

Und jetzt geh ich raus an die Sonne und lauf etwas rum. Und ich glaub fest dran, dass ich es hinkriege werde, das CRPS loszuwerden. So. Und jetzt seid Ihr dran.

Dienstag: 5:53 Uhr unser Bus kommt 10 Minuten zu spät. Der is neu. Der Fahrer. Sein physiologischer Zustand ist bedenklich. Der Stresslevel erheblich so wie er an der Haltestelle Don Bosco vorbeibrettert. Ich spüre jede Bodenwelle. Wir rumpeln Richtung Städtle. Er versucht Zeit wettzumachen.

Und dann verfährt er sich!
Anstatt beim Polizeikreisel am Schillerplatz nach links abzubiegen, fährt er rechts rum weiter.
Obwohl ich laut ruf:"RECHTS!"
Reaktion des Busfahrers:"Oh!"
Ein MitInsasse erklärt von hinten, dass die Strasse a gesperrt ist und er b fahren muss. Wenn er sich ned auskennt, dann weiss er auch ned wie die Strassen heissen. Jedenfalls geht's mir immer so, wenn ich wo neu bin. Es sah auch nicht so aus, als hätte ihm diese Info weitergeholfen.

Dann fährt er bis zum Karpfekreisel dreht dort seine Runde und wieder zurück. Da er sich im Schrittempo dem Polizeikreisel wieder nähert, ruf ich nochmal:"RECHTS!"
Woraufhin ein : "Danke!" ertönt.

Mein Busnachbar steigt ein und brummt zu mir:"Hast wieder den Verkehr aufgehalten?"
Ja, von wegen! Ohne mich hätt der Bus heut sei Haltestell goar ned gfundn!

Durchs Gewerbegebiet zurück Richtung Gremsdorf findet er alleine. Man merkt an der sichereren flottereren Fahrweise, dass er sich jetzt wieder auskennt.

Den Umweg über Krausenbechhofen lassen wir heute aus, was in Anbetracht unserer deutlichen Verspätung auch sehr vernüftig ist und fahren direkt über Buch.

Die Haltestellen in den kleineren Ortschaften sind verwaist. Die Bushäuschen stehen mutterseelenallein da. Traurig: Haltestellen ohne Familienanschluss. Die deutsche Sprache ist schon sehr bildhaft.

Wahrscheinlich hat's die Leut zu lang dauert. Oder sie hamm sich eine anderweitige Transportmöglichkeit verschafft.

Vor Niederlindach springt ein Reh in den Wald. Hach! Wie schee! Siggsdes, des Reh hätti heut ned gseng, wenn er pünktlich gwesen wär.

Wir erreichen den Busbahnhof um 06:27 Uhr und schaffen den Zug um 06:29 Uhr noch. Do hat sich manch einer bestimmt ganz umsonst geärgert und damit gstresst.

Des woar Fügung. Und so bringt der liebe Gott und der Busfahrer uns jeden Tag ein bisschen mehr Geduld und Gelassenheit bei.

Bei CRPS gibt's ja auch Ödeme anfangs geschwollen und heiss und später kalt und blau. Das muss doch dann auch mit dem Blutdruck und der Stressachse und dem Cortisolspiegel irgendwie zusammenhängen. Denn durch hohen Blutdruck wird ja die Flüssigkeit (Wasser) ins umliegende Gewebe ausgeschwemmt und kummd nimmer nei und das Lympsystem kommt mit dem Abfluss nimmer nach.

Wobei der ja im Lauf des Tages variiert. Und auch nicht an jeder Extremität gleich ist. Meine Mama ist der lebende Beweis. Wie sie zuletzt im Krankenhaus war, hat sie mal gefragt, ob es sein kann, dass der Blutdruck links und rechts unterschiedlich sein kann. Dann hams ihr rechts und links a Blutdruckmanschetten verpasst.
Sie:"Wenni ner bloss nix gsachd hätt!"

Im 30iger Bus heimwärts steht am Einstieg eine Frau und sagt zum Fahrer: "Darüber brauchen wir jetzt nicht zu diskutieren."
Und tut es dann trotzdem.

Kann es sein, dass unsere Gesellschaft nicht immer agiler sondern immer fragiler wird?
Immer mehr Arbeit wird auf immer weniger Leute verteilt. Es kommt zum Entscheidungs- und Wartestau, weil die wenigen Leut ihre Zeit auf immer mehr Aufgaben verteilen müssen. Wenn sie keine Zeit haben, dann entsteht eine Engstelle (Bottleneck).

Die Arbeit von Stellen, die nicht neu besetzt werden, wird auf die verbliebenen Leute verteilt. Damit steigt indirekt proportional zu den abgebauten Stellen aber die Anzahl der Schnittstellen (Beteiligten, da die gleichen Aufgaben jetzt auf mehr Leute als vorher verteilt sind) und somit der Abstimm- und Kommunikationsaufwand.

Da die Leute durch diese Situation gestresster sind, also im physiologischen Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsmodus kommt es zum Ansteigen der Missverständnisse und Fehlkommunikation. Denn Stress verursacht dysfunktionale Kommunikation.

Kommt noch hinzu, dass immer mehr neue Prozesse hinzukommen, aber keine Zeit bleibt, bestehende Prozesse zu entrüpeln und zu überarbeiten, steigt die Arbeitslast des Einzelnen ständig an, was wiederum eine Stressverstärkung zur Folge hat.

Durch das ständige Anbauen und Ausbauen der Aufgaben, werden alle Bereiche immer komplexer und immer schwieriger zu durchrdingen. Wie ein Dickicht im Garten. Bzw. ein Garten, der nach und nach verwildert. Man pflanzt immer neue Pflanzen aber kümmert sich nicht weiter um die "alten". Der Garten wird zum undurchdringlichen Dickicht.

In der Folge, traut man sich dann gar nicht mehr in den Garten oder weiss gar nicht mehr, wo man mit dem Schneiden und Zurechtstutzen anfangen soll. Die Nachbarn beschweren sich. Man wird immer unzufriedener. Und auch die Nachbarn.

Dann werden Kommissionen und Ausschüsse einberufen, weil man sich keinen Rat mehr weiss. Die kommen dann zum Schluss, dass man mal mit dem Schneiden anfangen müsste. Und dann bleibt alles so wie vorher...

Statt agil starr und stur. Fragilität scheint der Superlativ der Agilität zu sein.

So in etwa kommt es mir in Politik, beim BER aber auch in allen anderen Lebensbereichen vor. Wie sonst ist es zu erklären, dass statt agilem pragmatischem Denken und Handeln immer mehr verordnet und bürokratisiert wird? Bis wir uns hauptsächlich mit Bürokratie und somit mit uns selbst anstatt mit unserer eigentlichen Tätigkeit beschäftigen.

Auch hier kommt es wohl auf die Dosis an. Und auf das Vertrauen. Leben und leben lassen. Auf die Ausgeglichenheit zwischen Eigenverantwortung, Selber Denken auf der einen, Kontrolle und Regeln auf der anderen Seite. Da ist aber ne ordentliche Schieflage drin!

Woher kommt die? Ich würde mal auf unseren physiologischen Status tippen. Denn der Stress nimmt immer mehr zu. Und lähmt durch ein Überbürokratisieren und Überkontrollieren und den fehlenden Mut Neues zu Wagen, Fehler zu machen, sich Auszuprobieren und zu Experimentieren und Entscheidungen zu treffen.

Stress wirkt auch so: man traut sich selbst nichts mehr zu. Es schadet also dem Vertrauen in die anderen (wo wir doch soziale Wesen sind!) und in Folgedessen auch unserem Selbstvertrauen! Wir trauen den anderen nicht und wir trauen auch uns selbst nichts mehr zu.

Und das ist jetzt der Fortschritt? Ist das nicht eher ein Rückschritt? Wo sind die Mutigen, die Entscheider, die Macher?

Das zeigt sich auch in den Zahlen der Menschen, die sich selbständig machen. Auch hier ist das Zutrauen gesunken. Zusammen mit dem Vertrauen in die Politik und die Wirtschaft.

Das ist was wir glauben. Unsere Wahrnehmung. Wenn wir nicht an uns und die Gesellschaft glauben, dann kann uns auch gar nichts mehr gelingen! Wir sabotieren uns ja damit selbst!

Denn unser Glaube und unsere Wahrnehmung formt unser Selbst- und Fremdvertrauen, unsere Resilienz, unsere Grünkraft und somit unsere Handlungsfähigkeit. Er bestimmt die Grenzen, die wir uns setzen.

Wenn wir an uns glauben, dann können wir alle Grenzen überwinden! Aber dafür muss die Gesellschaft erstmal aus dem chronischen Stressmodus, in dem sie steckt herauskommen. Und das ist gar nicht so einfach. Doch wie wär's wenn wir einfach mal gar nichts denken und uns einfach mal daran machen, es auszuprobieren? Einfach mal gucken, wie weit wir kommen. Ohne "aber..." und sonstige Unkenrufe. Einfach mal loslaufen und machen. Denn wie heisst es noch so schön?

Alle sagten:"Das geht nicht."
Und dann kam einer, der wusste das nicht und der hat's gemacht.

Donnerstag: Gestern war ich so im Eimer wie ich heimgekommen bin, dass ich nur noch ins Bett gefallen bin. Mein Akku war alle und ich zu nix mehr zu gebrauchen.

Heut hab ich was neues gelernt. Das tun wir zugegebenerweise ständig.
Ich hab heut eine Mail mit dem Gruss GLG bekommen. MFG kenn ich. HTH auch. Aber das war mir neu. Also hab ich meinen Kollegen gefragt. "Ganz liebe Grüsse" heisst es. Der war ganz erstaunt, dass ich das nicht wusste.

Und dann hat er mich noch gefragt, ob ich weiss, was BAB heisst.
"Bussi auf's Bauchi"
Aber da bin ich mir nicht sicher, ob er mich da nicht auf den Arm genommen hat...

Der Cortisolspiegelspeicheltest war jetzt doch kein Schuss in den Ofen - warum sollte irgendwer in denselben schiessen? - Dann isser kaputt.

Mei Mama hat erst an neua kaffd. Sie freid sich . Der is fei schee. Etz will sie alles ausprobieren. Das freut mich auch, denn wenn sie was neues lernt hält sie ihr Hirn fit und der wiederum des ganze Gstell.

Der Mensch von Cortisolspeicheltest-Kundensupport war sehr nett. Jetzt hab ich aber nur einen Einzelwert bekommen. Besser als den Mittelwert aus den drei Proben. Das hätt mir gar nix gebracht. Und wenn ich die anderen beiden noch haben möchte, dann soll ich nur ein Röhrchen füllen und dazu schreiben, dass ich nur den Einzelwert haben möchte.

Schon lustig: der Cortisolspeicheltest kommt aus Holland und das Blutdruckmessgerät aus Vietnam. Nie war das Gesundheitswesen so international wie heute.

Apropos Blutdruck. Gestern auf mdr haben sie in einer Gesundheitssendung mal zwei Probanden mit zu hohem Blutdruck in den Wald geschickt mit Langzeit-EKG. Und da haben sie dann nachgewiesen (was man schon wusste), dass der Ausflug in den Wald den Blutdruck senkt. Und der Effekt auch danach noch anhält. Besser und günstiger als Medikamente. Des kost ka Geld, des kost bloss Zeit. Und die is sinnvoll investiert.

Waldduft in Dosen würd in unserer verrückten Welt wahrscheinlich zum Verkaufsschlager. Anstatt dass mer dahamm einfach neigeht in den Wald. Wasser in Spraydosen. Mer kann a einfach an Waschlappen mitnehma. Glabsdes.

Und wenn mer sich klarmacht, dass des Blutdruckmessgerät aus Vietnam, der Cortisolspeicheltest aus Holland kommt und ein kostenloses Mittel gegen chronsichen Stress gleich um die Ecke im Wald oder im Stadtpark liegt, dann hat auch wieder der Spruch: "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.." recht.

Unsere Sprache is schlauer wie mir!

Aprops Sprüch...
Im Bus gab es heut den VAG-Spruch des Tages: "Die Umgebung, in der sich der Mensch den größten Teil seines Tages aufhält, bestimmt den Character."
Wenn das stimmt, was sagt das dann im Umkehrschluss über diese Umgebung aus?
Denkt amol drüber nach.

Die Glaa aus ERH - Der Yogakurs Sandra Jaeger 2019
Die Glaa aus ERH - Die CRPS Dystonie Teil 3 Sandra Jaeger 2019
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