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Sulcus Ulnaris Syndrom
Sammy, das Krankenhausfluchttier
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24.08. bis 30.08. Widersprüche und das natürliche Gleichgewicht ...

Samstag: Seit gestern ist wieder das Altstadtfest. Noch bis einschliesslich morgen. Am Sonntag ist der Handwerkerhof. Der ist auch sehr fein.

Habt Ihr Euch auch schon mal gefragt, warum wir Menschen so widersprüchlich denken, reden und handeln? Kommt ja bei jedem mal vor. Ich erklär es mir jetzt so, dass das vom physiologischem Status abhängig ist. Um es bildhafter zu machen, von den zwei Seelen oder zwei Wölfen in unserer Brust. Dem weissen Wolf, der die Vernunft, den Verstand, die Weisheit, das logische Denken, Liebe, Nachsicht, Wohlwollen, die Zufriedenheit, eine positive Einstellung verkörpert und dem schwarzen Wolf, der gierig, neidisch, hektisch, vergesslich, bequem, gehässig ist, der immer nur das Negative sieht.

Ich denke der weisse Wolf steht für den physiologischen Zustand der Entspannung. Denn ist man entspannt, dann kann man besser zuhören, besser denken und reagiert auf Kritik und Neurungen offen. Man ist zufrieden. Man lebt im Hier und Jetzt. Man kann jeden Moment geniessen und aus jeder Situation etwas lernen. Das ist sehr spannend. Lustigerweise nimmt man sich in diesem Modus mehr Zeit für die Dinge, die einem wichtig sind. Trotzdem ist es so, dass im Nachhinein betrachtet, diese Zeit verflogen zu sein scheint. Wahrscheinlich hängt das mit dem Flow-Gefühl zusammen. Man ist ganz bei sich und der Sache, die man gerade macht - also das, was man heutzutage als achtsam oder im Flow bezeichnet. Man blendet alles andere aus. Der weisse Wolf ist handlungsfähig und flexibel und resilient.

Dann steht der schwarze Wolf für Unzufriedenheit, eine vergiftende Atmosphäre, Rastlosigkeit, Bequemlichkeit, zum Hang nur das Negative in einer Situation zu sehen. Er wirkt toxisch auf seine Umgebung. Gestresst hetzt er von einem zum anderen. Sein Geist kann nie stillstehen. Er kann nie zufrieden sein.

Dann würde der weisse Wolf also den Zustand der Entspannung verkörpern, der Authentizität, während der schwarze Wolf den Zustand von chronischem Stress verkörpert.

Täglich ringen beide miteinander. Sie im Gleichgewicht zu halten, ist ein Balanceakt, den man auch Homoöstase nennt. Haben wir unser Gleichgewicht, dann wirkt sich dies positiv auf unsere Gesundheit aus. Dann kann uns auch nix so schnell erschüttern. z.B. die täglichen Ungereimtheiten und Widrigkeiten und Pannen des Lebens. Auch daily hassles genannt.

Spannend Homoöstase ist überall! In der Natur, in uns (unserem Darm), in unserer Lebensweise, Hell dunkel, die Jahreszeiten, kalt und warm alles muss ausgeglichen sein.

Ist es das nicht, dann drohen weitreichende Folgen wie Unzufriedenheit, Frustration, Wut, Zorn und Krankheit. Und in der Natur scheint es nicht anders zu sein. Durch das Ungleichgewicht wüten Wetterphänomene öfter als früher. Mit verheerenden Auswirkungen auf die Natur und uns Menschen.

Ihr könnt es bis ins Kleinste herunterbrechen. Auch in jeder Zelle Eures Körpers muss diese Homöostase bestehen, damit sie funktionieren kann. Andernfalls stirbt sie.

Oder die Darmbakterien, die bei Euch dafür sorgen, dass alles flutscht und Ihr weder Verstopfung noch Durchfall habt. Nur wenn sie in einem gesunden Gleichgewicht sind (also bestimmte Sorten vorkommen), dann funktioniert es.

Deshalb funktionieren auch Monokulturen in der Natur nicht. Sie kommen deswegen auch natürlicherweise gar nicht vor. Erst durch uns Menschen. Die Folge ist ein verarmter Boden, der von den Unwettern der heutigen Zeit keinen Halt mehr findet und bei Unwettern in Form von Schlammlawinen fortgespült wird.

Ihr könnt es auch in der Arbeitswelt sehen. Es kommen immer schneller neue Aufgaben durch die Digitalsierung dazu. Fallen aber in derselben Zeit alte Aufgaben nicht weg (indem man sich mal die Frage stellt, ob man diese alten Prozesse noch braucht, oder man sie umstrukturieren und durch Automatisierung verschlanken könnte) , kommt es auch in der Arbeitswelt immer mehr zu einem Ungleichgewicht.

Oder bei Euch daheim. Ja, bei mir auch. Im Laufe eines Lebens sammelt sich so allerhand an. Das scheint dem schwarzen Wolf in uns geschuldet zu sein, der nach Dingen strebt. Ob nun als Ersatzbefriedigung oder weil wir andere damit beeindrucken wollen, spielt dabei keine Rolle. Das Zeug ist da. Entrümpelt man nicht regelmäßig oder schaffte es der Verlockung zu widerstehen, können diese Dinge im Keller und auf dem Dachboden überhand nehmen. Warum eigentlich überhand und nicht überfuß? Es gibt ja auch ein Überbein.

Seht Ihr? Das Grundstrickmuster der Natur und auch unseres Lebens und Körpers ist dasselbe. Alle streben nach dem Gleichgewicht, der Balance. Wie ein Seiltänzer. In der Arbeitswelt wird es auch gern als Life-Work-Balance beschrieben. Ich hab ehrlicherweise noch nicht viele Menschen getroffen, die so eine Life-Work-Balance haben. Die meisten, die ich kenne, nehmen ihre Arbeit mit nach Hause. Zumindest im Kopf. Wennn sie nicht sogar von daheim auch noch unbezahlte Überstunden machen. Und dann scheint es derzeit hipp zu sein, sogar in der Freizeit alles "mal schnell" zu machen. Also Freizeit (von der wir mehr als früher haben) wird zum Freizeitstress. Weil man anscheinend nicht einfach mal daheim rumhocken und nix machen darf.

Neulich konnte ich das Gespräch zweier Kollegen miterleben.
Der eine ist ständig auf Tour am Wochenende. Da wird mit dem neuen Auto mal schnell nach Leipzig in den Zoo gefahren. Der andere fährt lieber gemütlich mit seinem Fahrrad im Wald herum. Der Tourer will jede Woche vom Waldler wissen:"Und? Was hast Du dieses Wochenende gemacht?"
Waldler:"Nix."

Das kann der Tourer gar nicht glauben. Es steht ihm der Mund offen.
Ich muss schmunzeln. Ich finde nix-Machen auch total schön. Nennt sich entspannen. Oder einfach im Wald oder auf der Terrasse mal den Ameisen zugucken. Sowas find ich spannend. Und es ist auch noch herrlich unanstrengend. Wenn ich mir schon vorstell, Du musst Dich anziehen, stundenlang im Auto hocken, auf der überfüllten Autobahn, nur um dann ein zwei Stunden im Zoo am Ende der Welt (ja, gut soweit ist es nicht, aber für mich würde es sich so anfühlen) zu verbringen, und dann wieder die ganze Strecke retour, dann ist das für mich einfach zu anstrengend. Und am Wochenende will ich mich ausruhen und nicht anstrengen.

Deshalb kann ich auch Urlaubsreisen nix abgewinnen. Wenn ich schon an die Packerei und Fahrerei denke, wird mir schon schlecht. Wenn ich entspannen will, dann geh ich einfach in den Wald um die Ecke. Da muss ich weder weit fahren, sondern lauf hin. Ganz entspannt. In meinem physiolgischem Tempo. Also Tempo raus. Gaanz langsam. Entschleunigt.

Erstaunlich finde ich auch, dass es Leute gibt, die schon überall auf der Welt waren, aber daheim noch nirgendwo. Nachdem in unserem Ort, oft Nummernschilder aus Frankfurt, Wiesbaden, München und sonstwo herumgeistern, hab ich festgestellt, dass ich wohl da wohne, wo andere gern Urlaub machen. Also warum um Gotteswillen soll ich dann fort? Wenn es bei uns so schön ist? Ich weiss das einfach zu schätzen und geniess es hier.

Und wenn die andern alle fortfahren, dann isses hier wenigstens schön ruhig.

Apropos langsam... Ich hab gestern zufällig festgestellt, dass schnelle Bewegungen mein Trafohäuschen befeuern. Sprich: ich fang an zu schwitzen. Dampfalarm! Wenn ich die laaangsaaamen Qi-Gong-Bewegungen mache, oder auch nur laaangsaaame Beweeegungen mit den Armen, dann fährt es runter. D.h. ich kann mein Nervensystem ruhig halten und das CRPS im Zaum (was immer das ist, bändigen halt, aber ich bin ja kein Löwenbändiger, obwohl bei CRPS fühlt es sich schon so an) wenn ich laaaangsaaame (achtsame) Bewegungen mache.

Also nicht rennen (auch wenn die Strassenbahn in 1 Minute fährt oder der Zug...) , das tut mir nicht gut. Gut zu wissen.

Es scheint als würde CRPS extrem auf jede Hetze reagieren. Egal, ob das jetzt eine Aufgabenflut im Büro ist, die grad über einen hereinbricht, oder der Anschlusszug, der einem sonst davonfährt.

Das heisst also man kann physischen Stress vermeiden (langsam gehen, so vermindert man auch zu stolpern) und mit dem Erkennen der persönlichen Stressverstärker und entsprechender Strategien auch den physischen. Das könnt Ihr übrigens in dem Stressmanagementkurs von der virtuellen Hochschule Bayern lernen. So könnt Ihr also Euren weissen Wolf stärken. Und das Ungleichgewicht des schwarzen Wolfes, das ja das CRPS darstellt (Bluthochdruck übrigens auch) ausgleichen. Sprich: Ihr habt es selbst in der Hand.

Ihr werdet nun sagen: Das geht doch nicht! Ich muss doch in meiner Familie und auf der Arbeit alles schnellstens erledigen!

Ist man wenn man schnell arbeitet wirklich früher fertig als wenn man mit Bedacht arbeitet und sich die Zeit nimmt? Probiert es doch einfach mal aus.

Kleines Beispiel aus dem Alltag, dass dies nicht so sein muss: Unser Bus fährt einem pressanten Autofahrer zu langsam. Also überholt er ihn. Hektisch üerholt er auch noch weitere Autos vor uns. Er ist also schnell unterwegs. Nun können zwei Dinge passieren: entweder unser Bus steht an der nächsten Ampel genau hinter ihm.... wir sind also langsamer und bedächtiger genauso weit gekommen, oder es kommt vor, dass er durch die Hetze unaufmerksam ist und in einen Unfall gerät. Da isser dann hoffentlich schnell im Krankenhaus. Aber das war es dann auch.

Sprich meiner Erfahrung nach, kann man entweder schnell und gestresst sein , mit der damit verbundenen höheren Unaufmerksamkeit und Fehleranfälligkeit oder man konzentriert sich auf das , was man tut, arbeitet mit Bedacht und verminderter Fehleranfälligkeit. Beides zusammen geht nicht! Das wäre wie das Minimaxprinzip in der Wirtschaft. Und das funktioniert ja auch nicht.

Sprich der Effekt ist lustigerweise genau anders herum: Nur wenn man sich Zeit nimmt, dann hat man welche.

Um das Nervensystem zu beruhigen, gibt es anscheinend zahlreiche Möglichkeiten.
Rauchen (Nikotin), Dampfen, Sisha, Kaugummi kauen (das finde ich persönlich so als würde ich einer Kuh gegenüberstehen, wobei ich Gras weitaus appetitlicher finde, als dieses Kunstzeug... Igitt!), mit den Fingern trommeln, mit den Beinen zappeln, mit den Händen fuchteln (wildes Gestikulieren gehört da auch dazu, das löst in mir immer einen Fluchtreflex aus), Hin - und Hertigern, Schaukeln (z.B. auf dem stuhl ) oder auf dem Spielplatz, offen über das reden, was einem zu schaffen macht (sich auskotzen, daraus hat die Psychotherapie einen Beruf gemacht), Essen, Kotzen, Einkaufen, Hobbies (Garteln, Eisenbahn, Lesen...), sich mit Freunden treffen, Kaffee (Koffein), einen Wutausbruch bekommen, Blutdrucksenker, Schmerzmittel, Schlafmittel, also Medikamente ...

Man hat rausgefunden, dass in Altenheimen, in denen Schaukelstühle standen, die Bewohner ruhiger waren. Denn sie hatten eine gesunde Art der Nervensystemberuhigung bekommen, die ihnen jederzeit zugänglich waren. Swingstühle finde ich aus dem gleichen Grund sehr angenehm.

Warum gibt es dann in den Krankenhäusern zwar Raucherecken aber keine Schaukelecken? Sprich warum wird die gesundheitsschädliche Beruhigungsstrategie unterstützt und die gesunde nicht?

Ich muss grad an die Schmerzambulanz denken, wo ich mal war. Ich hab maximal ne halbe Stunde gewartet. Und fand das nach den 5 Stunden, die ich schon andernorts warten durfte, sehr entspannend und erholsam.

Es war noch eine ältere Dame einbestellt, die ich zwischen meinem Terminen im Wartebereich traf. Sie beschwerte sich bei mir, dass sie schon eine halbe Stunde hier warten gelassen würde. Obwohl sie doch einen Termin hat! Und sie würde sich beschweren!

Die Wartezeit war also zwischen uns beiden gleich. Dennoch beurteilten wir die Situation völlig unterschiedlich. Warum? Das scheint an unser beider Wölfen gelegen zu haben. Neulich an der Kasse war es auch so, dass ein älterer Mann schimpfte. Er hatte wohl Angst seine restliche Lebenszeit in der Kasse verbringen zu müssen. Der Fall ist dann aber nicht eingetreten. Er konnte selbständig und mit seinen Erwerbnissen den Laden verlassen.

Ist dann der schwarze Wolf (in Form unseres erhöhten Cortisolspiegels) daran schuld, dass sich so eine Warteschlange oder eine halbe Stunde Wartezeit beim Arzt wie ein lebensbedrohlicher Zustand anfühlt? Was er gar nicht ist. Das ist ein erstaunliches Phänomen.

Was könnte man noch in Krankenhäusern tun, um zur Beruhigung oder weniger Überreizung des Nervensystems der bereits angeschlagenen Patienten beizutragen?
Reize vermindern.

z.B. Gerüche: Bio-Desinfektionsmittel sofern es die denn gibt. Wenn nicht, wäre das eine Marktlücke.
Licht: auf künstliches kaltes Neonlicht verzichten, stattdessen entweder Tageslicht nutzen oder Tageslichtlampen oder einen Dimmer für das Licht installieren.

Auf Geflüster verzichten! Überempfindliche Nervensysteme nehmen Flüstern als schmerzhaft für die Ohren und das Hirn wahr.

Auf nervige Geräusche verzichten! Das sagt ja schon der vorangegangene Satz. Bohrer, Piepsen das empfind ich so, als würd es bei mir direkt im limbischen System stattfinden.

Monitore und Licht: Blaulichtanteil herausfiltern! Das ist technisch möglich. Vielleicht ist es auch schon im Gerät integriert und man muss ihn nur aktivieren.

Elektrische Geräte im Zimmer minimieren (Handys , Fernseher)

Bilder von grünen Landschaften ins Zimmer hängen. Natur auch wenn sie nur auf einem Bild ist, fördert die Heilung. Das haben Studien nachgewiesen.

Angsteinflössende und bedrohlich wehende weisse Arztkittel durch grüne kurze Kasacks ersetzen. So beugt man auch der Weisskittelhypotonie vor...

Eine freundliche Umgebung schaffen. Sicherheitsbedürfnis erfüllen. Und so wenig Fremden-Eintritt und Störmanöver wie möglich.

Gutes essen. Hühnersuppe für die Seele.

Freundliche Menschen, Verständnis und Liebe.

Ein achtsames und entschleunigtes Umfeld. Denn Stress der Umgebung überträgt sich auf alle Beteiligten.

Es wäre gut, wenn Krankenhäuser so gebaut wären oder wenigstens so beschildert, dass man sich nicht jedesmal darin verläuft. Liebe Archtikten lassen Sie doch bitte mal zum Test eine nette ältere Dame und einen netten älteren Herrn eine Testlauf im Gebäude machen. Finden sie an den vorbestimmten Ort, dann taugt Ihr konzept , wenn nicht, sollten Sie es nochmals überdenken. Sie wollen ja, dass die Leute auch wieder herausfinden.

Warum sollten Sie all das tun? Zu Ihrem und dem Besten aller! Weil nur, wenn man sich in seiner Haut wohlfühlt die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden können. Fühlt man sich in einer Umgebung nicht wohl, dann ist man gestresst, weil man Angst hat, sich unwohl und ausgeliefert fühlt. Und wenn man gestresst ist, dann verhindert der Cortisolspiegel, dass die Heilung einsetzt. Denn wenn man grad auf der Flucht ist, geht ja alle Energie in die Beine , weil erstmal die Fluchtreaktion Vorrang hat. Erst wenn der Geflüchtete sich dann in Sicherheit befindet und entspannt ist, wird der aktiviert. Ist ja logisch.

Sprich: auch Sie persönlich und Ihr Nervensystem wird sich dann dort wohler fühlen. Und das wirkt sich auch auf Ihre eigene Gesundheit aus! Ich möchte an dieser Stelle nochmal an den Arzt im Krankenhaus erinnern, mit dem ich folgenden Dialog hatte:
Arzt:"Warum sind Sie denn so blass?"
Ich:"Ich geh nicht gern ins Krankenhaus."
Arzt:"Ich auch nicht."
So. Und jetzt fragen Sie sich mal, trifft das nicht auch auf Sie zu?

Weil Cortisol das Immunsystem hemmt, wird Cortison (künstliches Cortisol) bewusst in der Autoimmuntherapie eingesetzt. Da ist dieser Effekt ja erwünscht! Denn hier greifen die Selbstheilungskräfte des Körpers den eigenen Körper an! Und da ergibt das wieder einen Sinn.

Jetzt kommt bestimmt der Einwand: Ja, aber das geht doch nicht! Das ist doch nicht leistbar aus Gründen der Wirtschaftlichkeit!
Gegenfrage: Hat das schon jemand überhaupt mal versucht?

Ich denke, dass man schon mit kleinen Veränderungen viel erreichen kann! Und bedenken Sie: letztlich profitieren davon alle. Auch die Mitarbeiter. Und auch die Leiter eines Krankenhauses wegen einem geringerem Krankenstand. Sie werden es auch an der Stimmung merken. Davon bin ich überzeugt. Aus einem Gegeneinander kann, wenn man die Bedürfnisse aller auch ein miteinader werden. Und dann hätten alle was davon. Bedenken Sie auch: Gute Laune ist ansteckend! Schlechte allerdings auch. Sie haben es in der Hand ein heilsames Umfeld für sich und IHRE Mitarbeiter und KUNDEN zu schaffen! Seien Sie kreativ! Es gibt immer einen Weg.

Und wenn Sie den nicht finden, kann es sein, dass Ihr schwarzer Wolf (der Stress) schon die Überhand hat. Oder die Vorhand. Oder wie immer das nun heissen mag. Nur wenn Sie den weissen Wolf noch in der Rückhand haben, können sie ihn zurückschlagen und dann den offenen und kreativen Boden schaffen, der Ihnen bei der Umsetzung hilft. Denn nur im Zustand der Entspannung kann man kreativ und offen für neues sein.

Also wenn Sie jetzt schon "NEIN! Auf keinen Fall! Das geht nicht!" rufen, weiss ich wie es um Sie, Ihren Stresslevel und Ihren gesundheitlich aussieht. Nicht gut... Sie verraten da ganz schön viel über sich. Erstaunlich.

Selbst wenn Sie sich die Antwort verkneifen, man sieht es trotzdem. Verlegen Sie ständig etwas? Bwz. Suchen Sie ständig etwas? Sind Sie reizbar und ungeduldig? Treibt Sie ein Stau auf dem Weg zur Arbeit oder ein uneinsichtiger Mitarbeiter in den Wahnsinn? Gehen Ihnen vermehrt Dinge auf die Nerven? Trommeln Sie mit den Fingern? Sie gehen immer öfter zum Rauchen? Essen Sie mehr? Streiten Sie häufiger mit Ihrem Partner?

Sehen Sie?
Sie können schweigen oder auch sagen, was immer Sie wollen, Ihr Körper und Ihr Verhalten verrät Sie.

So wie mich grad meine nicht ganz korrekt ausformulierten Sätze auch verraten ;-)
Mein Hirn ist zu schnell für meine Finger. Und meine Finger können grad vom Hirn nimmer richtig angesteuert werden.
Also schönen Gruss von meinem Nervensystem. Und meine Finger spielen grad auch nimmer mit. :)
Ich trag's mit Fassung. Warum eigentlich mit Fassung und nicht mit Windung? Würde doch viel besser zu den Gehirnwindungen passen... Ich muss jetzt mal aufhören.. ;-)

Rechnen Sie doch mal sinkende Liegezeiten (also einen schnelleren Durchsatz) und einen geringeren Krankenstand dagegen. Und sowas spricht sich rum. Der Ruf, das Vertrauen in ein solches Haus sind unbezahlbar.
Lohnt es sich jetzt immer noch nicht?

Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende!

Sonntag: Kennt Ihr die Notfalldose? Besonders bei Menschen, die alleine leben, kann sie hilfreich sein.

Sie wird im Kühlschrank aufbewahrt. Enthalten sind Infos zu Medikamenten und Vorerkrankungen. Ein Papperle kommt an den Kühlschrank, die die Notfalldose enthält, das zweite an die Haustür bzw. Wohnungstür. Dann wissen Sanitäter und Notarzt im Notfall schnell Bescheid, wenn man sich selber nicht mehr äußern kann. z.B. bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Es gibt sie z.B. bei uns in der Apotheke. Aber Ihr könnt sie auch im Internet bestellen. Und so sieht sie aus.
Die Notfalldose

Wusstet Ihr dass die Urbanisierung auch zu erhöhtem physiologischem Stress führt? (Scobel 3 Sat) Mehr Menschen auf einem Haufen führt nämlich erstaunlicherweise zu mehr sozialer Isolation. Und soziale Isolation verstärkt den physiologischen Stress.

Ähnliche Erfahrungen machte ich ja auch bereits im Grossraumbüro, wo mir ein Kollege erzählte, dass er sich hier einsam fühlt. Obwohl er ja von Menschen umgeben ist. Seltsamerweise führt aber genau dieses ständig von Menschen, Geräuschen, Gerüchen, Gewusel umgeben zu sein, zu weniger sozialer Interaktion.

Warum? Weil dieses Gewusel , z.B. auch Gespräche und Telefonate im eigenen Rücken das Sicherheitsgefühl angreifen. Physiologisch fühlen wir uns also wie es ein anderer Kollege von mir ausdrückte: "Auf der Flucht."

Sprich: wir fühlen uns dort unbehaglich aufgrund der ständig einprasselnden Reizflut. Diese Flut auf unser Reizsystem zusammen mit der Hilflosigkeit der Unabänderlichkeit derselben (es gibt einige Hilfsmittel, zu denen man greifen kann) zu chronischem physiologischem Stress.

Man fühlt sich nicht wohl in seiner Haut und der Umgebung. Fühlt mal in Euch hinein. Und dann vergleicht es mit einem Ort wie zuhause, wo Ihr Euch sicher fühlt. Man geht dann schon mit einem mulmigen Gefühl auf die Arbeit. Es graust einem davor. Sie macht keine Freude mehr. Dieser Prozess findet schleichend statt und führt dann zu chronischem Stress und ist gesundheitsschädlich.

Da man sich unwohl fühlt, die anderen nicht stören will, weil man sich ja selbst ständig gestört fühlt, kommuniziert man sogar noch mehr schriftlich als vorher, als man noch nicht so nah nebeneinander saß.

Sprich: anstatt wie man theoretisch erwarten könnte, dass Menschen, die kürzere Wege haben und enger zusammenarbeiten, findet also keine Verbesserung der mdl. Kommunikation statt.

Im Gegenteil: da mehr schriftlich erfolgt, nimmt die Bürokratie zu. Anstatt Missverständnisse also durch ein kurzes Telefonat wie früher (als man noch in getrennten Zimmerchen und gefühlt sicher saß) schnell aufzuklären waren, löst eine Mail, ein Eintrag in den schriftlichen digitalen Kommunikationsplattformen, die in den Firmen immer mehr genutzt werden, eine wahre Mailhistorie, eine ganze Latte von weiteren Missverständnissen aus.

Da man Angst hat, die richtigen Personen nicht zu erwischen, oft ist auch mit zunehmender Bürokratisierung, Verschriftlichung und Dokumentation aller Arbeitsschritte, diese Person und der Arbeitsablauf gar nicht mehr klar, schickt man die Info nicht nur an die direkt zuständige Person, sondern an einen riesigen Verteilerkreis.

Die Folge: es fühlt sich entweder keiner zuständig und denkt, der andere wird sich schon kümmern, da man selbst genug um die Ohren hat und es bleiben wichtige Entscheidungen oder Abläufe liegen und verzögern sich, oder es rennen alle los und agieren. Was auch nicht gut ist, denn wie besagt schon ein altes Sprichwort: Viele Köche verderben den Brei.

Und anstatt mit dem engeren Verschmelzen der Mitarbeiter im Grossraumbüro kommt es dann deswegen nicht wie gewünscht und prognostiziert zu besserer Kommunikation, sondern sie wird rapide schlechter!

Warum ist das so? Weil jeder sich physiologisch bedroht fühlt. (Ihr nehmt es aber nicht wahr. Das ist ein Urinstinkt in uns). D.h. jeder käpft im Büro um sein eigenes Überleben. Schöne Grüße vom Cortisolspiegel und den anderen Stresshormonen und Eurem übererregtem Nervensystem!

Es kommt zur Zunahme der dysfunktionalen Kommunikation. Man versteht sich nicht mehr. Man spricht unterschiedliche Sprachen. Wieder landen wir beim Gleichnis vom Turm von Babel. Man redet weniger miteinander. Und ist nicht offen für die Sicht und die Perspektiven anderer. Ist ja klar, wir sind ja auf der Flucht. Da ist man sehr egoistisch. Das ist auch phyiso - logisch.

Durch den physiologischen Stressmodus sinkt auch das Empathievermögen. Lob und Anerkennung werden zunehmend seltener. Da wir als soziale Wesen aber den gegenseitigen Respekt und die gegenseitige Anerkennung brauchen, um gesund zu bleiben, physiologisch in Homöostase, führt dies langfristig zur Entfremdung der Mitarbeiter vom Unternehmen.

Weil sie und ihr Potential nicht gesehen werden. Nicht mehr als Person mit ihren ganz besonderen Fähigkeiten gesehen werden sondern als austauschbares Rädchen im Getriebe. Nicht als einzigartiges besonderes Individuum.

Vorhandenes Potential wird nicht genutzt. Die Folge ist, die Mitarbeiter suchen sich eine andere Möglichkeit ihr Potential einzusetzen. Und das passiert, wenn es nicht in der Arbeit geschieht , eben in der Freizeit oder der Familie.

Wie müsste nun das Arbeitsumfeld geschaffen werden, dass die Firma das wahre Potential ihrer Mitarbeiter voll ausschöpfen kann?

Hier kann man sich auch an die Pyramide von Pavlov halten.

Zunächst muss das Sicherheitsgefühl gefestigt sein. Sprich die Mitarbeiter , auch die Chefs müssen sich da wohlfühlen, wo sie arbeiten. Sich respektiert und geschätzt fühlen. Bei Entscheidungen, die sie betreffen wollen sie gefragt werden. Und wenn es nicht anders geht, dann sollten die Gründe dafür offengelegt werden. Denn nur durch das Verstehen von Entscheidungen und Situationen kann man chronischem Stress entgegenwirken, weil man Missverständnissen vorbeugt.

Es muss ein Gleichgewicht zwischen fördern und fordern vorhanden sein. Und es muss fair zugehen. Die Arbeitslast muss gerecht unter den Mitarbeitern verteilt werden. Sonst ist Unzufriedenheit und Frust an der Tagesordnung.

Vorgesetzte sollten sich mit ihren Mitarbeitern unterhalten und so ihre Stärken herausfinden. Und diese nutzen und fördern. Schwächen sollten sie auch kennen, damit sie wissen, wem sie welche Aufgabe übertragen können. Sie können so auch den Mitarbeiter mit Schulungen Hilfe bei Ihren Schwächen geben. Sollten aber auch den Mitarbeiter fragen, ob er überhaupt ein Interesse daran hat. Man sollte die Interessen der Mitarbeiter kennen. Denn die sind ihre Motivation. Und Eigenmotivation ist der Raketenantrieb jedes Unternehmens. Der Turboboost!

Und nachweislich viel effektiver als Bonusanreize. Denn der Turboboost kommt aus intrinsischer Motivation. Und die ist viel stärker als jede extrinsische Motivation wie eine Bonuszahlung oder ein Dienstwagen es sein können. Man nutzt das Interesse des Mitarbeiters als Beschleunigungsapparat, als Kreativitätstool, als Motivation. Denn wer tut denn nicht am liebsten das, was er selber von sich aus tun würde? Mögt Ihr, was Ihr tut? Und dann findet man auch einen Sinn in dem was man tut. Alles fügt sich wie ein Puzzle zusammen. Jeder Mitarbeiter ist ein Puzzleteil mit seinen eigenen Ecken, Kanten und Rundungen, die sich mit anderen zu einem einzigartigem grossem ganzen verbinden. Das wäre das Ideal.

Und jeder Mitarbeiter braucht um sich sicher zu fühlen, das Gefühl sich auf seinen Vorgesetzten verlassen zu können. Sich bei Problemen, Fragen und Ideen an ihn wenden zu können und von ihm Rüchhalt zu bekommen. Und Fairness gehört natürlich auch dazu. Kurzum: Vertrauen. Ohne Vertrauen geht nichts.

Denn am Vertrauen in andere hängt auch das eigene Selbstvertrauen. Sprich vertraut man seinem Vorgesetzten nicht, sinkt auch das Selbstvertrauen. Weil man sich hilflos und ausgeliefert fühlt. Sprich: physiologischer Stressmodus.

Das gibt keiner zu. Denn man ist sich dessen nicht bewußt. Und wenn man in sich selbst kein Selbstvertrauen mehr hat, dann gelingt einem auch nichts mehr. Denn man glaubt ja auch nicht mehr daran. Oder es ist einem gleichgültig. Dienst nach Vorschrift. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ich fände es gut, wenn wieder diese anonymen Zettel- und Beschwerdekästen aufgehängt werden. Dann traut sich jeder. Wo man auch konstruktive Verbesserungsvorschläge machen kann! Analog.

Wie kann man den physiologischen Zustand einer Firma erkennen? An der Kommunikation. An der Art und Weise. Am Ton. Ist sie respektvoll und Argumentenbasiernd? Oder gereizt und persönlich?

Und auch am Krankenstand. Arbeitet man gern und fühlt sich wohl in seiner Firma, dann macht die Arbeit Spass und das zeigt sich auch im physiologischem Modus der Firma und jeden einzelnen Mitarbeiters. Alle ziehen am selben Strang. Es gibt keine Grabenkäpfe zwischen den Abteilungen. Die gibt es nur, wenn jede Abteilung für sich ums Überleben käpft. Und Kampf und Flucht sind keine konstruktive Firmen- und Führungspolitik. Dabei ist noch nie was konstruktives herausgekommen. Erst durch neutrale offene Vermittler und entsprechend offene Kommunikatoren und Kommunikation. Deshalb werden ja bei Krisen Vermittler eingeschaltet. Neutral. Diplomatisch.

Sie erfassen die Bedürfnisse beider Seiten und die Fakten. Sachlich und auch emphatisch. Denn sie sind dazu in der Lage sich in beide Seiten hineinzuversetzen. Und genau so klären sie Missverstädnisse auf, die sich sonst wie eine Flutwelle hochschaukeln.

Bei der Urbanisierung hat man festgestellt, dass dieser soziale Stress von der Steigerung der Aktivität der Amygdala gesteuert wird. Die springt bei Angst an. Bei Hilflosigkeit, Frust, Ausweglosigkeit der Lage. Und kann sich bis zu Wut, Zorn oder Aggressionen entladen. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Und wie entschärft man sowas? Versucht es erstmal mit kleinen Gesten. Eine Geste sagt mehr als 1000 Worte. z.B. mit einem Lächeln. Ich meine ein echtes.

Man kann mit Stressbewältigungsstrategien arbeiten und so entspannter werden. Damit fördert man für sein eigenes Handeln die Empathie, Offenheit, Neugier, Kreativität und einen offenen Umgang. Also auch bessere Kommunikation.

Offene Kommunikation ist aber keinesfalls gleichzusetzen mit keine Missverstädnisse. Denn jeder Mensch stammt für sich genommen aus einem ganz anderen Umfeld, Familie, hat andere Gene .... Jeder Mensch ist einzigartig. Also stammt jeder aus einem eigenen Kontext. Und nur im gleichen Kontext kann es keine Missverständnisse geben!

D.h. auch in einem Klima der offenen (entspannten, empathischen) Kommunikation wird es Missverständnisse geben. Aber der Unterschied ist: Dort kann man sie schneller klären! z.B. durch ein kurzes Telefonat , eine kurze Nachfrage. Drum heisst es ja Klärung.

In dysfunktionaler Kommunikation kann sich ein klitzekleines Missverständnis durch einen riesigen Verteilerkreis in einer Mail zu einer wahren Lawine entwickeln! Das ist zwar auf der einen Seite physiologisch und psychologisch eine spannende Sache, allerdings auch sehr ineffektiv! Es kostet wahnsinnig Zeit! UND NERVEN! Sprich es geht zu Lasten der Nervensysteme aller Betroffenen und auf deren Gesundheit!

Und nachdem kaum einer für sich allein sozial isoliert lebt und auch mit anderen Menschen Kontakt hat (Familie, Freunde, Arzt, Handwerker, Nachbar, Verkäufer, Fotograf, Vereinskollegen, Kollegen, Chef, ... ) steckt man damit sein Umfeld an! Ihr seht also, wenn Ihr nicht in Eurem eigenen Interesse handeln möchtet, dann doch bitte wenigstens im Interesse der Menschen, die Ihr liebt!

Schon irgendwie schräg... Die wertvollsten Dinge im Leben sind umsonst. Liebe, Geborgenheit, Zugehörigkeit, Vertrauen, Selbstvertrauen und Gesundheit. Deshalb nehmen wir sie als selbstverständlich wie Luft und Wasser und wissen sie meistens erst zu schätzen, wenn wir sie verloren haben...

Ich war neulich bei einer Fotografin. Nein, ich mag keine Bilder von mir. Ich weiss doch wie ich ausseh. Ich seh mich ja jeden früh im Spiegel. Und hab da schon Schwierigkeiten mich zu erkennen ;-) Das mag auch daran liegen, dass mein Wecker werktags morgens um 4:30 Uhr klingelt.

Mir war gar nicht bewußt wie sehr auch Fotografen mit Menschen umgehen können müssen. Sie müssen sie verstehen , um gute Bilder machen zu können, wenn sie sie fotografieren.

Mich hatten allerdings die Storchenbilder in den Laden getrieben :)

Wunderschön! Sie geht raus und wenn sie sie erwischt, macht sie diese wundervollen Momentaufnahmen.

Was mich besonders freut: diese tollen Bilder sollen demnächst ins Krankenhaus kommen. Das wird den Heilungsprozess dort immens fördern. Ich hoffe, dass auch solche Waldbilder wie das eine wunderschön tiefententspannende Birkenbild (das ich mir geholt habe ;-) , weil es mein Nervensystem total tiefenentspannt (eine Augenweide), dort noch Einganng und Aufhang finden. Das dürfte dem ganzen noch einen Extraschub geben :)

Leider weiss die Handwerkskunst des Fotografierens heutzutage niemand mehr zu schätzen. Neulich meinte jemand zu ihr, er könne sowas ja auch mit dem Smartphone fotografieren. So ist das heute. In Zeiten des digitalen Sofortklicks weiss man die Kunst der Fotografie, des Schreibens (weil es ja jeder kann und tut), und auch in Handarbeitsforen gar nicht mehr zu schätzen. Die Umsonst-Mentalität hat um sich gegriffen.

Dabei hab ich z.B. bei den Strickanleitungen festgestellt, bei denen ich ab und zu auch kostenlose Anleitungen oder Charts aus reiner Freude am Geben (das gibt mir enorm viel, weil intrinsische Motivation :) dort eingestellt hatte, dass sie zwar massenweise heruntergeladen, aber kaum gestrickt werden. Es geht rein um das Haben. Ist unser Soll schon erfüllt?

Mir geht es hier primär um das Tun. Das macht viel mehr Spass. Und tut langfristig gut. Es stärkt das Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die Menschen und in die eigenen Fähigkeiten. Und man lernt viel neues dazu.

Klar... auch bei mir gibt es Sucht- und Sammelfaktoren. Scheint noch aus unserem Jagd- und Sammlerinstinkt aus der Urzeit zu stammen ;-) Ich kann keinem Buch und keinem Snoopy-T-Shirt widerstehen...

Hat halt jeder seine Schwächen. Wenigstens kann ich drüber schmunzeln :) Ich hoffe, Ihr auch. Mir hat mal jemand ein Büchlein von Karl Valentin empfohlen, mit dem Hinweis, die höchste Kunst des Humors sei, über sich selbst lachen zu können. Na dann schmunzelt mal los. Die Absurditäten und Widersprüche des Alltags (wo weisse Wölfe auf schwarze treffen) bieten dazu Gelegenheit genug. Es liegt an Euch, was Ihr draus macht :)

Was ich zum Beispiel etwas absurd finde, ist dass die Politik den Mittelstand als Rückgrat der deutschen Wirtschaft bezeichnet. Ihm andererseits immer mehr bürokratische Hürden in den Weg legt und ihn so aushöhlt. Es gibt immer weniger Existenzgründer. Das macht mich doch sehr nachdenklich, weil es viel über den physiologischen Zustand unserer Politiker und der Politik verrät.

Ist man unsicher, dann will man sich auch 100-fach absichern. Dabei kann man sich nicht 100-fach sicher sein. Man muss halt Dinge praktisch anpacken. Einfach mal den ersten Schritt tun und dann sehen, ob es funktioniert oder ob man korrigierend eingreifen muss.

Das traut man sich dann aber nicht und man traut es wohl auch anderen nicht zu. Deshalb bildet man Ausschüsse, die dann letztendlich nach jahrelanger Faktensammlung , Diskussion und Geldverschwendung zu Schlüssen kommen, die einem der gesunde Menschenverstand auch adhoc ohne das Brimborium verraten hätte. Man hat Verstand benutzt ihn aber nicht mehr. Kein Wunder, dass er immer schlechter funktioniert. Das ist nicht die Ursache sondern die Folge. Use it or lose ist.

Andererseits bewundere ich die Selbständigen, die sich mit kreativen Lösungen dennoch behaupten. Sie müssen sich was einfallen lassen. Sie können es sich nicht leisten, sich Veränderungen entgegenzustellen. Sie müssen sich damit arrangieren und sie als Chance nutzen. Das verdient allen Respekt! Diese Menschen beherrschen die Kunst des weissen Wolfes, der Resilienz. Die einfach praktisch handeln. Die Agilität täglich leben. Davon könnte sich so mancher grosse Konzern mal eine Scheibe abschneiden. Bitte nur metaphorisch. Sie sind ja in den seltensten Fällen Chirurgen. Und selbst dann möchte ich das nicht.

Ich bevorzuge schrittweise zu scheibchenweise. Ein Schritt nach dem andern. Man lernt. Ein Lernprozess. Und der stärkt wiederum das Vertrauen in die eigenen Fähig- und Fertigkeiten, die mit jedem neuen Schritt ins ungewisse wachsen. Denn das Ungewisse schrumpft mit jedem neuen Schritt und wird zu vertrautem Terrain. Sie nehmen Ihr Leben selbst in die Hand anstatt sich immer auf andere zu verlassen. So wirkt man dem chronischem Stress des Ausgeliefertseins und der Hilflosigkeit auch entgegen.

Das tat auch mal ein Clown im Krankenhaus. Er musste operiert werden und fühlte sich dort extrem unwohl und ausgeliefert. Als er dann im Bett zum OP gerollt wurde , hatte er ein Zepter aus einer gerollten Zeitschrift in der Hand und eine Papierkrone auf dem Kopf. Das führte die Situation so ad absurdum, dass sowohl er, als auch alle um ihn herum auch die Ärzte, Pfleger und Schwestern lachen mussten und die Situation bis heute nicht vergessen haben. So kann man auch mit Witz oder einer total unerwarteten Reaktion dem Ausgeliefertsein, der Hilflosigkeit entgegenwirken. Frustration und Wut kommen so gar nicht erst auf.

Versucht doch mal wütend zu sein, wenn Ihr lachen müsst. Das ist physiologisch unmöglich. Weil Wut ja der schwarze Wolf wäre und lachen der weisse. Ihr könnt in einer Situation nur einer von beiden sein.

Das war jetzt mein Wort zum Sonntag :)
Viel Spass bei allem, was Ihr heut tut! Versucht es mal mit einem Lächeln! :)

Montag: Die Mondsichel hängt wie ein Daumennagel am Himmel und der Nebel sieht aus als wär die Natur mit einem Tüllstoff verhüllt. Als hätte Christo persönlich zugeschlagen.

Heut isser wieder voller unser Zug. Und eine Gleisbelegungsstörung gibt es auch wieder. Macht nix: die Anschlusszüge hamm auch Verspätung. Ich frag mich immer, warum die Ansagen so penetrant betonen, wann der Zug "ursprünglich" gefahren wäre, wenn er jetzt doch nicht um die Zeit fährt. Es kommt mir immer so vor, als würde Rumpelstilzchen persönlich sich die Hände reiben, ums Lagerfeuer hüpfen und rufen ätschibätsch.

Über meinem Kollegen wohnt daheim eine 3-köpfige (warum nicht drei-rümpfige?) Familie. Das Kind ist noch recht frisch und schreit sehr viel. Ensprechend fertig schauen die Eltern aus.
Mein Kollege: "Heut Nacht hat des Kind plärrt. Dann hat der Vadder plärrt. Dann hat sei Fraa geplärrt. Und dann hamms alla drei plärrt."

Dienstag: Der Daumennagel am Himmel ist heute noch schmaler geworden.

Unser Zug hatte heut wieder eine Gleisbelegungsstörung und so kamen wir dann auch heut wieder mit Verspätung an.

Mein Kollege und ich überlegen, warum in der Schweiz die Sache mit den Zügen und Anschlüssen funktioniert und bei uns nicht. Man sagt den Schweizern ja nach, dass sie sehr bedächtig sind. Neudeutsch heisst das jetzt achtsam. Das könnte es erklären. An der Achtsamkeit müssmer in Deutschland noch arbeiten. Wer einen Schweizer kennt, kann ihn gern mal fragen und mir die Antwort schicken. Danke schon mal im Voraus.

Krisen lassen einen wachsen. Es heisst ja:"Not macht erfinderisch."
Von Bequemlichkeit war nicht die Rede....

Das heisst im Umkehrschluss, dass Veränderungen, Krisen, Probleme ein guter Nährboden für Innovationen und Kreativität ist. Bedenkt man, dass das Leben in jeder Millisekunde (und noch kleiner) aus kleinsten Veränderungen besteht, ergibt das ein ganz neues Bild. Positiv. Veränderung, Wandel bedeutet Leben. Es bedeutet Anpassung, eine Chance für Neues. Deshalb soll man wohl die Veränderung leben, die man sich wünscht und mit gutem Beispiel vorangehen.

Man weiss ja inzwischen, dass Tiere Krankheiten riechen können. Wer sagt denn, dass das nur Tiere können und wir nicht? Vielleicht haben wir das nur verlernt. Denn wir riechen ja auch, ob jemand Raucher ist, wenn jemand schwitzt (Angstschweiss), Pheromone spielen bei unserer Partnerwahl eine Rolle und den Dunst eines Alkoholikers nimmt man auch wahr. Babyduft und alte-Leute-Duft.

Es gibt ja auch das Sprichwort:"Jemanden gut riechen können." oder das genaue Gegenteil davon.

Es wär doch total cool, wenn der Arzt nur an einem schnuppern müsste und wüßte, was einem fehlt. Okay, schnuppern allein wird wohl nicht reichen, aber die Beobachtung der Haltung, des Verhaltens, der Stimme, ob Gestik und Mimik vorhanden ist oder fehlt. Und man selber müsste gar nicht mehr viel sagen. Das Problem der dysfunktionalen Kommunikation wäre gelöst. Also ich fänd das genial.

Ein Bekannter hat mir erzählt, dass ein moderner Mensch heutzutage pro Zeiteinheit 400x so viele Reize zu verarbeiten hat wie vor 100 Jahren. Da reagiert nicht nur die Haut, sondern der ganze Mensch. Vielleicht werden wir deswegen immer reizsensibler und in der Folge krankheitsanfälliger. Den Anstieg von Allergien und neurologischen Erkrankungen könnte es erklären.

Vielleicht befindet sich der Mensch grad zur Schwelle der nächsten Stufe der Evolution, wo er über die Sinnesreize die Welt ohne Worte, ohne Gestik und Mimik wahrnehmen kann. Manche Menschen können sich gegenseitig ihre Sätze ergänzen. Da stimmt die Chemie. Vielleicht ist genau das damit gemeint. Wer braucht dann noch KI? Dann gibt es das menschliche Original in der Version 2.0.

Nachteile hat es freilich auch. Bekommt man die Reizflut nicht in den Griff, dann wirkt das ganze verheerend. Bei Schweinen und Hühnern in Massentierhaltung kann man dasselbe beobachten wie bei der Urbanisierung der Menschen. Die Tiere werden nervöser und aggressiver.

Kann man dieses Verhalten auch im Grossraumbüro beobachten? Ist die Stimmung dort immer gereizter? Meine eigene Erfahrung spricht teilweise dafür. Oder gibt es auch Grossraumbüros, in denen sich die Insassen wohl und sicher fühlen und Spass an der Arbeit haben? Was macht dann den Unterschied aus? Das würd mich echt brennend interessieren.

Ein Kollege kam aus dem Urlaub wieder und hat von einem kleinen portugiesischen Dorf erzählt, zu dem es 2 km weit sehr hohe Stufen hinaufgeht. An diesem Ort werden die Leute seeehr alt. Und ein Arzt hat ihnen den Rat gegeben, dass sie alle täglich die Treppe runter und wieder hinauflaufen. Und das machen sie alle. Es dauert halt bei einigen 2 Stunden oder länger, aber so halten sie ihr Hirn und ihren Körper fit.

Er ist viel jünger als die alten Leute dort und hatte mit den Treppen seine Mühe. ;-)

Auf dem Weg zur U-Bahn sehe ich den Spruch:"Sorgen lösen keine Probleme. Sie vertiefen sie."
Der VAG-Spruch des Tages:"Den Charakter eines Menschen erkennt man an den Schmerzen, die er übelnimmt."(Christian Morgenstern)
Den zweiten versteh ich ehrlicherweise nicht so ganz. Die Schmerzen, die er übelnimmt? Was sind denn Schmerzen, die man nicht übelnimmt?

Die Anzahl der Existenzgründer ist in Deutschland rückläufig. Im VAG-TV wird dafür folgender Grund genannt: Die Angst vor dem Scheitern. Damit sabotiert man sein eigenes Selbstbewusstsein. Denn wenn ich mich vor lauter Angst etwas nicht trau, dann versuch ich es doch nie. Und dann kann ich auch keine neue Erfahrung machen und nix dazulernen. Stillstand. Der war noch nie von Vorteil. Denn nur, was sich verändert, lebt. Alles andere erstarrt und verschwindet dann wie die Dinosaurier.

24 Prozent der Deutschen streamen Videos auf dem Klo. Aha. Da gehör ich mal eindeutig nicht dazu. Aus is mit'm stillen Örtchen.

Mittwoch: Heut werd ich wieder mit "Bassdscho." im Bus begrüßt. Da fühlt man sich gleich daheim.

Das Nebelband schmiegt sich so eng an die Felder als wolle es mit ihnen kuscheln. Ich kuschel mich in meine Sweatjacke.

Cool, wenn ich Bewegung langsam in meinem eigenen Tempo mache (und mich nicht von aussen hetzen lasse - durch Personen, Strassenbahnen...), dann wird auch mein Trafohäuschen ruhiger. Es geht voran.

"Eier aus Stahl" prangt als Graffiti am Fürther Hauptbahnhof. Obwohl, es ist eher ne Schmiererei im Vergleich zu den fröhlich bunten Graffities daneben. Ob damit ein Leg-Ei gemeint ist? Aber die sind doch aus Porzellan, oder?

An unserer Scheibe im Zug ist ein roter Kreis mit einem weissen Rand. Das ist der Nothammerpunkt für die Notausgangsscheibe.
Eine Bekannte, die nicht soviel mit dem Zug fährt hat mich neulich gefragt, wozu der gut ist.
Ich:"Das ist der Notausgang."
Sie:"Es gibt auch grüne Kreise mit Umrandung. Wozu sind die dann gut?"
Ich:"Des werd desselbe in grün sein."

In Fürth is scho hell. Ich brauch nu a weng. Die Umsitzenden a.

Heut brennt's zwar wieder rechts sehr, weil es auf Arbeit kommunikativ sehr anstrengend war. Kennt Ihr die Tage, wo Ihr Euch fühlt, als hätte Euch jemand durch die Mangel gedreht? Man spricht mit immer mehr Leuten, weil die Prozesse immer komplexer werden und auch mehr Personen eingebunden sind. Es muss viel mehr als früher abgestimmt werden. Ist das jetzt generell in der IT so? Oder nur bei uns? Jedenfalls scheinen hier die Zeiten, wo man sich wochenlang an seinen PC verkrochen und nur programmiert hat, vorbei zu sein.

Und da wird klare Kommunikation immer wichtiger. Woran es liegt, dass so mancher Imformationsfluss versiegt und man von ihm gänzlich abgeschnitten ist, versteh ich noch nicht ganz. Vielleicht ist es die Vergesslichkeit, die mit einem höherem Stresslevel einhergeht. Ich denke nicht, dass es Absicht ist. Sondern daran liegt, dass jeder in seinem eigenen Kontext denkt. Und da vergisst man, wie andere denken (andere Perspektive) und manchmal auch , dass es andere Leute auch noch gibt. Es passiert halt einfach.

Und meiner Erfahrung nach hilft dort am besten die Dinge mit einem kurzen Gespräch mit dem betroffenen Kollegen, der Kollegin direkt zu klären. Entweder bei ihm am Platz vorbeischauen oder via Skype. Und oft hilft es, anstatt nur von den Dingen zu reden, die Dinge konkret zu zeigen. Das was mir Schwierigkeiten macht (die Visualisierung der Worte), scheint bei anderen nicht anders zu sein.

Und dann muss man trotzdem noch damit rechnen, dass nicht alles 100 Prozentig verstanden wurde. Das ist normal. So funktioniert Kommunikation. Bzw. hakt es da. Es wird immer Missverständnisse geben. Agilität beginnt für mich dort, wo man diese schnell erkennt und pragmatisch und frühzeitig löst. Das kann viel Frust und Ärger ersparen.

Auch wenn man den Fehler nicht bei sich selbst (Ich bin ein Depp. ) oder beim andern (Der ist ein Depp.) sucht, sondern sich einfach bewußt ist, dass Menschen sich einfach missverstehen. Das ist NORMAL! Man kann es nicht verhindern. Es wird immer wieder vorkommen.

Ist man mit Aufgaben bis oben dicht, dann neigt man eher dazu, mal wie in den obigen beiden Extremfällen zu reagieren. Das läßt sich nicht immer verhindern.

Man kann aber lernen, sich dessen bewußt zu werden und dann mal durchzuschnaufen, ne Pause zu machen. z.B. Qi Gong oder ne Runde Atemmeditiation auf dem Klo. Und danach wieder zur Sache zurückzukommen. Dann kann man die Sache, die einen grad aufgeregt hat (Schönen Gruss vom Cortisolspiegel, Blutdruck und dem erregten Nervensystem), aus einer entspannteren Perspektive sehen. Bis 10 zählen kann vielleicht auch helfen. Ich bin aber eher der, der auch räumlich mal woanders hin und sich bewegen muss. Der Angriffsreflex muss sich entladen. z.B. in Form von Bewegung.

Und dann findet man auch einen konstruktiven Weg, das Problem zu lösen. D.h. konkret den andern einfach mal kurz anzurufen und die Sachlage zu klären, nachzufragen und die Ursache des Missverständnisses herausfinden (analysieren) und Unklarheiten zu erklären und somit das Missverständnis aufzuklären und eine Lösung zu finden, mit der beide Parteien leben können. Beide lernen aus der Situation und ersparen sich dieses Missverständnis zukünftig. D.h. beide machen sich das Leben leichter, weil beide Seiten was daraus gelernt haben.

Am schwierigsten ist es immer, weil einem ja das Thema glasklar ist, zu verstehen, wo das Problem oder das Missverständnis des anderen liegt. Dazu muss man nachfragen, gut zuhören können. Und den andern auch ausreden lassen. Offen sein für seine Sicht der Dinge ist gaaanz wichtig!
Oder man zeigt ihm (im wahrsten Sinne des Wortes) die eigene Sicht z.B. indem man eine Software aufmacht und dort den Wert zeigt, um den es geht.

Das kostet Zeit! Und die wird immer mehr. Doch die ist sinnvoll investiert, wenn man das Problem damit auch zukünftig aus dem Weg geräumt hat. Und es ist ganz schön anstrengend. Für mich ist das viel anstrengender als wenn ich nach festen Vorgaben etwas programmiere. Das scheint nicht nur mir so zu gehen. Hab ich heut erfahren. Und das find ich sehr tröstlich.

Mein Problem war auch lange, dass ich dieses Miteinanderreden nicht als Arbeit angesehen habe. Und es nur als nervig und anstrengend empfand. Weil mir ja die Sachlage glasklar war. Mir fehlte das Verständnis für die Gegenseite. Diese Offenheit, Neugier , Kooperationsfähigkeit, die Fähigkeit zuhören zu können, hängt ja auch mit dem physiologischem Status zusammen. Und der hängt wieder von der eigenen Resilienz, den Techniken ab, die man im Umgang mit Druck und Stress hat. Das ist total spannend!

Und schrägerweise wird man je mehr man mit anderen kommuniziert auch besser darin. Aber nur, wenn man sich auf die Sicht des anderen immer mehr einlassen kann. Und dann machen solche Gespräche sogar Spass. Ja, ich geb zu nicht immer. Das hängt auch vom physiologischem Status der Gegenseite ab. Wenn ich etwas x-mal erklären muss und es fruchtet immer noch nicht, und ich nicht mehr weiss, wie ich es anders oder in der Sprache des Empfängers codieren muss, kommt Frust auf. Hilflosigkeit. Erschöpfung, weil es anstrengend ist.... Seufz.

D.h. also dass jeder Mensch immer ein gewisses Maß an Selbstschutz-Egoismus und sozialer Offenheit an den Tag legen muss, um ein gesundes Gleichgewicht zu leben und mit anderen Menschen zu harmonieren. Bzw. ein Ungleichgewicht ist ein Alarmsignal für ungeeignete Stress-Copingstrategien. Interessant. Spannend.

Und daran kann man z.B. mit Stressmanagement arbeiten. Und seinen physiologischen Status verändern. Und das macht sogar Spass :)

Und wenn ein Kollege geht, dann ist das immer auch eine Chance. Eine Chance Dinge zu ändern. Zumal es dann meistens eben nicht wie bisher weitergehen kann... D.h. jedes Ende im Leben ist gleichzeitig ein Neuanfang. Alles eine Frage der Perspektive, Neugier und Offenheit.

Ich glaube, es ist generell so, dass sich erst was ändert oder man selbst was verändert, wenn es gar nicht mehr anders GEHT! Weil der Mensch halt bequem ist. Und dann verharrt er aus Bequemlichkeit, weil er es halt gewöhnt ist auch im Unerträglichen und ist sich dessen gar nicht mehr bewußt, wenn nicht mal einer von aussen einen Blick dort hineinwirft. Selbst dann will man es nicht wahrhaben. Ach was, das geht schon. Das hammer schon immer so gemacht.

Ach der Spruch von C. Morgenstern war falsch. Da hab ich mich verlesen. Mein Augenlicht (das muss eine seltsame Lampe sein) hat mich im Stich gelassen. Es heisst Scherz und nicht Schmerz. Okay, dann versteh ich, was damit gemeint war.

VAG-TV: 63 Prozent der Deutschen trinken auf Arbeit mind. 3 Tassen Kaffee. Schöne Grüsse von Eurer Stressachse!

Auf dem Weg zur U3 begegnet mir dieser Spruch:"Alt ist man, wenn man in der Vergangenheit mehr Freunde hat als in der Zukunft."

Und am Hühnermobil in Tennenlohe seh ich heute viele mobile Hühner.
Apropos.. ein Hühnermobile wär auch was schönes.. So aus buntem Tonkarton.

Playmobil... da ist dann das Spiel mobil... auch nett... :)

31.08. bis 06.09. Puzzleteile ...

Nachtrag zum Freitag: Ich möche mal das Puzzle eines Sweat-Hoodies selbst zusammensetzen. Also mal eine selber nähen. Wahrscheinlich werd ich im ersten Schritt mit einer Version in Puppengröße zum Test anfangen. Da kann ich dann auch mal die Overlock-Nähmaschine ausprobieren. Ich hab keine Ahnung, ob das gutgeht, aber wenn ich es nicht ausprobiere, werde ich es nie erfahren.

Dazu werd ich mir erstmal einen witzigen Sweatstoff raussuchen, mit dem es dann auch Spass macht. Und den man so nicht zu kaufen bekommt. Also ein einzigartiges Teil. So wie ich :)

Für die Puppenvariante kann ich zu Stoffresten greifen, die wir noch daheim haben. Da kann ich erst im kleinen Maßstab üben und dann werd ich ja sehen, wie ich damit zurechtkomme.

Apropos Selbermachen, Do-it-yourself, Baumarkten , Selber einkochen, selber im Garten ziehen, ist wieder in. Die Bücherregale in den Buchläden sind voll von Büchern wie Regrow your veggies oder Tauschbörsen nutzen. Warum? Weil wir alle spüren, dass unsere inneres Gleichgewicht , unsere Homöostase verrutscht ist. Wir sind zu abhängig vom Konsum geworden. Und in jedem Menschen steckt der Wunsch zur Autonomie! Das Verhältnis zwischen Autonomie und Abhängigkeit von anderen muss im Gleichgewicht sein!

Ihr glaubt mir nicht? Okay.. ich bin neulich an einem wunderbaren Zwetschgenbaum vorbeigekommen. Er steht in einem Garten. Die Früchte liegen auf der Strasse am Boden. Warum?

Weil man sich daran gewöhnt hat sein Obst im Supermarkt zu kaufen. Das haben wir so von unseren Eltern gelernt. Das Obst im eigenen Garten ist nicht so schön. Es hat Macken. Wie jeder Mensch halt auch. Und die wollen wir ja nicht sehen. Stattdessen greifen wir zu funktionierendem, genormtem Obst und Gemüse aus dem Supermarkt, das von sonstwoher gereist ist und wahrscheinlich weiter in der Weltgeschichte herumgekommen ist, als ich es je gewesen bin ;-)

In anderen Gärten stehen Tomatenpflanzen, weil man es halt so macht. Die Tomaten kugeln auf dem Boden herum. Niemand isst sie.

Warum? Weil es Arbeit macht! Weil es bequemer ist Einheitstomaten, die nach Wasser also nach nichts schmecken im Supermarkt zu kaufen, als die im Garten abzuernten. Nach der anstrengenden Arbeit und Woche, will man einfach seine Ruhe haben.

Findet man die nicht eher im Garten als im Supermarkt? Der Trend geht inzwischen wieder in die andere Richtung. Urban Gardening. Oder Guerilla Gardening. So spriesst an der Strasse zwischen Post und Vogelseck ein Kürbis. Mundraub.org verrät wo man das Erlebnis der eigenen Ernte in Gross-Städten nachholen kann. Und so auch Geld sparen.

Bitte beachtet aber dabei eins: es gibt Obstgärten, in die Besitzer viel Mühe stecken, die sie aber nicht einzäunen dürfen (Bürokratie!). Ich habe erlebt, dass ganze Familien an den Wochenenden die Bäume abgeräumt haben. Auf das Obst hatten wir uns sehr gefreut und jedes Wochenende dort verbracht, die Bäume gehegt und gepflegt. Bäume wurden bei diesen Überfallaktionen rücksichtslos bestiegen und beschädigt. Das ist nicht okay! Es geht ja auch anders. Man kann fragen. Man kann sich erkundigen.

Wir hatten anfangs , als noch nicht geräubert wurde, zuviel Obst. Sicher hätten wir bei Anfrage auch was davon abgegeben.

Im anderen Fall sind die Besitzer sehr traurig und enttäuscht und wütend. Denn sie haben das ganze Jahr lang viel Mühe und Arbeit in die Ernte gesteckt. Wie würdet Ihr Euch da fühlen?

Warum handeln Menschen so? Weil wir in einer Kostenlos-Mentalitätsgesellschaft leben. Unsere Lebensmittel sind so günstig geworden, dass uns der Wert derselben abhanden gekommen ist. Wir wissen durch die ständige Verfügbarkeit der Waren die Mühe und die Arbeit, die dahinter steckt, nicht mehr zu schätzen. Weil wir im Überfluss leben.

Das wiederum das Problem der Abfallbeseitigung nachzieht. Denn wer zuviel hat, der wirft auch viel weg. Wir sollten also nicht die Symptome lindern, z.B. bessere Techniken in der Abfallverwertung sondern an der Ursache ansetzen und erst gar nicht soviel Zeug produzieren und kaufen, das wir gar nicht brauchen. Das wir kaufen, weil wir unser Nervensystem beruhigen. Könnten wir das auf konstruktive Weise, dann bräuchten wir nicht soviel Zeug.

Gemüse, das nur saisonal verfügbar ist, wüssten wir dann erst wieder zu schätzen, weil es dann das Obst, Gemüse halt nur wie z.B. den Spargel zu bestimmten Zeiten gibt! Und bei Spargel geht das doch auch! Spargel ist somit ein Gegenbeispiel. So würde es richtig gehen.

So würden wir unsere regionale Wirtschaft stärken und die weiten Transportwege vermeiden. Weniger Staus auf den Autobahnen, weniger Abnutzung des Strassenbelags, weniger Unfälle, weniger Termindruck. Man bräuchte die Autobahnen nicht erweitern. Weil man die Ursache kurieren würde.

Sicher kann man das Rad nicht ganz zurückdrehen, aber liesse sich denn nicht eine Ausgewogenheit, ein Gleichgewicht zwischen regionaler Wirtschaft und internationaler Wirtschaft schaffen? Die Wegwerfmentalität stoppen?

Ja, aber Brüssel...! Das ist der Rahmen. Wie man einen Rahmen füllt und ausnutzt, dabei kann man kreativ, flexibel und individuell vorgehen. Andere Länder machen es ja auch. Es ist wie mit der Stelle, die man in einer Firma ausfüllt. Man hat dabei zwar einen Rahmen, aber in diesem kann man sich flexibel bewegen. Und das ist eine Chance, die es zu nutzen gilt.

Ich nehm mich da auch nicht aus. Mein schwarzer Wolf der Bequemlichkeit setzt sich genauso oft wie Eurer durch. Es geht darum das Gleichgewicht beider zu halten.

Ich denke die Lösung aller Probleme ist immer ein gesundes Gleichgewicht zwischen den Polen zu finden. Zwischen Miteinander (Abhängigkeit) und Autonomie, zwischen gesundem Durchsetzungsvermögen (Selbstverteidigung der eigenen Grenzen) und krankhaftem Egoismus. Helfen und um Hilfe bitten können...

Auch in der Schule, in der Ausbildung und Arbeitswelt wirkt sich das aus. In grossen Betrieben herrscht immer noch ein von oben nach unten vor. Anstatt einer gesunden Mischung aus Führung, Leitung und Lenkung und einem gesunden kooperativem Führungsstil auf Augenhöhe. Ein Respektieren der Fachkenntnisse und Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter steht immer noch der austauschbaren Ressource Mensch gegenüber. Auch hier ist meiner Ansicht nach ein ausgewogenes Gleichgewicht die Lösung.

Die Dosis macht das Gift. Derzeit herrscht in den westlichen Ländern ein Übergewicht aus Konsum, Abschottung, Kontrolle, fehlendem Mut zur Veränderung vor. Und das ist schade! Wir verbauen uns die Chancen, die mit jeder Veränderung einhergehen! Unzufriedenheit, Neid sind die Folge. Das Ungleichgewicht der Gesellschaft wirkt toxisch auf die einzelnen Mitglieder.

Weil die Anerkennung für die wahren und echten Werte in diesen Gesellschaften ausbleiben. Weil sie einzelne überfordert und andere übervorteilt. Fairness, Gleichberechtigung, die Würde der Menschen sollten doch unsere wichtigsten Werte sein! Wo trefft Ihr die noch an?

Familienstrukturen brechen auseinander. Das Wissen der Familien geht verloren. Das geben heute Fachleute. Ärzte erklären heute Frauen, wie sie ihre Babies beruhigen. Das wussten unsere Vorfahren intuitiv. Auch Ihr wisst es noch. Doch vertraut Ihr Eurem Gefühl nicht mehr. Die Wissenschaft, die Vernunft , der Sachverstand wird über das Gefühl gestellt. Dabei sind beide gleich wichtig. Auch hier ist ein ausgewogenes Gleichgewicht erforderlich um in einer gesunden Gesellschaft und ein gesundes Leben zu leben.

Die Antwort auf all unsere Fragen und Probleme ist so einfach: wir Menschen müssen unser natürliches Gleichgewicht wiederfinden. Ich sage nicht, dass das leicht ist. Aber dann werden sich die Probleme, vor denen wir heute stehen, wie von selbst lö,sen. Wie Puzzleteile wird die Lösung an ihren Platz fallen.

Wir haben die Verantwortung für unser Leben an Pädagogen, Ärzte und Spezialisten abgegeben. Wir müssen wieder zum Generalisten in unserem eigenen Leben werden und die Verantwortung für unser Leben selbst übernehmen und damit aufhören anderen die Schuld an unserem Schicksal zu geben. Denn jede Veränderung kann einerseits ein Grund zum jammern sein. Andererseits aber auch eine Chance! Allein Euer Blickwinkel entscheidet, ob Ihr Euch für die Hilflosigkeit und das Ausgeliefertsein, die Wut, den Zorn und die Aggression entscheidet oder den Blick nach vorn richtet und die Möglichkeiten seht, die sich aus der neuen Situation ergeben! Es liegt an Euch! An jedem einzelnen!

Denn wenn wir wieder lernen wie man verschiedene Dinge tut (nähen, stricken, Pflanzen züchten, handwerken...) erwerben wir Wissen und praktische Fähigkeiten. Und Wissen und praktische Fähigkeiten geben uns Sicherheit und Selbstvertrauen. Das der ein oder andere mit Mitte 40 schon verloren hat. Der unter Umständen gar nicht mehr weiss, was er eigentlich will und in dem Beruf, den er seinen Eltern zuliebe oder aus materiellen und anderen falschen Motiven (die nicht mit seinen Werten übereinstimmen) gewählt hat, zutiefst unzufrieden ist.

Wissen und Fertigkeiten geben uns unsere Autonomie und Unabhängigkeit zurück. So finden wir ins Gleichgewicht zurück.

Und neues zu lernen, selbst zu erleben, erfahren, erspüren wie etwas geht, macht glücklich und zufrieden!

Wir haben nicht nur unsere Prozesse und Arbeiten sondern auch unser Leben outgesourced. Lasst es uns zurückholen! Dann wird das Leben bunter und vielfältiger und lebenswerter!

Denn die Abhängigkeit vom Konsum ist eine krankmachende Copingstrategie um unser Nervensystem zu beruhigen. Es geht auch mit selbermachen! So kommt es zur Stärkung unser Selbstwirksamkeit und unseres Selbstvertrauens. Und es macht uns gesund!

Was glaubt Ihr warum man auf Reha in der Ergotherapie Körbe flechtet oder mit Ton modelliert? Es ist Handwerk. Es ist selbermachen. Es ist Unabhängigkeit. Es ist ein Prozess bei dem alle Sinne und die Konzentration gefördert und gefordert werden! Nun sag ich nicht, dass Ihr alle Körbe flechten sollt. Das wär ja Quatsch. Wenn Ihr Euch Zeit für Euch nehmt und gebt, dann wird sich Euer Weg und Euer Ziel ganz klar zeigen. Ihr müsst nur Vertrauen in Euch, die Menschen, die Euch begegnen und Eure Fähigkeiten haben. Dann werdet Ihr Euren Weg schon finden. Denn dann seid Ihr auch offen für Chancen , für die Veränderung und könnt sie nutzen.

Übrigens dabei ist das Bauchgefühl von unschätzbarem Wert. Logik wird in unserem Zeitalter der Wisschenschaftlichkeit überbewertet. Lasst Euch von beidem, der Vernunft , Logik und Euren Gefühlen leiten. In ausgewogenem Verhältnis. Auch hier ist das Gleichgewicht die Lösung.

Raus aus der Fremdbestimmung , rein in die Selbstbestimmung!

Ihr seht das auch an den Filmen, die wir lieben. Star Wars z. B. Auch hier geht es um Werte und gegen die Norm, die Konformität, dem, was andere erwarten. Dirty Dancing, Pretty Woman, Kick it like Beckham, Karate Kid .... Deshalb freuen wir uns, wenn der Underdog dem scheinbar Überlegenen Konformisten eine Lehre erteilen kann. So war es ja schon bei David gegen Goliath.

Seht Euch die Menschen in der U-Bahn und Strassenbahn an, die Euch begegnen. Wie wirken sie auf Euch? Zufrieden? Glücklich? Ist es eine bunte fröhliche Mischung (wie sie einem in Urlaubsländern noch begegnet) oder eine stille graue Masse? Lemmingseinheitsbrei? Nur nicht auffallen oder bringen diese Menschen Farbe in Euer Leben?

Bei uns ist es leider so, dass Menschen die bunt, laut, auffallend sind mit exzentrisch oder unnormal oder sogar krank betitelt werden. Erwachsene Söhne und Töchter schämen sich für lebensfrohe, jung gebliebene , farbenfrohe Mütter. Sie zieht sich an wie ein Teenager. O Gott! So will sie in die Kirche? Um Himmelswillen! Ich glaub nicht, dass Gott interessiert, was wir anhaben. Ich glaube es interessiert ihn viel mehr, wie es in uns drin aussieht.

Weil man mit ihnen auffällt. Und das darf man in unserer Gesellschaft nicht. Warum? Warum tun wir uns das an? Warum feiern wir nicht die bunte lebensfrohe Gesellschaft?

Ich finde graue Menschen anstrengend. Ich fühle , dass sie nicht zufrieden sind. Nach Gesprächen mit ihnen fühle ich mich ausgelaugt und müde.

Ganz anders mit vor Leben sprühenden Frohnaturen, die schon viel erlebt und durchlebt und überstanden haben. Auch mit Eigensinn. Der bei uns leider nicht als Stärke sondern als Störfaktor gesehen wird! Dabei ist das ein Zeichen für Resilienz. Für die nicht versiegende Grünkraft in uns! Sie sprühen (auch in hohem Alter) noch vor Energie und Lebensfreude und die überträgt sich auf mich. Nach einem Gespräch mit ihnen fühle ich mich energiegeladen! Sie sind erfrischend! Wie eine Meeresbrise!

Mit manchen Autoritäten hab ich so meine Probleme. Mit echten Autoritäten dagegen nicht. Es ist ein Gefühl. Man erkennt sie. Sie strahlen sie aus. Man respektiert sie. Wegen ihrer inneren und äußeren Haltung.

Schräg finde ich, dass man Kindern durch die Erziehung, Schule und in der Arbeit erst mühsam aberzieht sich selbst zu vertrauen. Weil man ihnen nicht vertraut. Kontrolle und Gehorsam... Fremdbestimmung statt Selbstbestimmung. Folgsam als Fliessbandarbeiter im Tailorismus ein Rädchen im Getriebe, das nur funktionieren muss.

Wir funktionieren. Aber leben wir noch?
Und es passt auch nicht mehr zu unserem Zeitalter, in dem die Veränderungen immer schneller kommen, Agilität und Flexibilität hat mit Tailorismus nichts gemeinsam. Lebenslanges Lernen. Verantwortung zur Selbstverantwortung. Es ist das genaue Gegenteil!

Wir müssen wieder lernen uns selbst und unseren Fähigkeiten zu vertrauen. Wir müssen unser Selbstvertrauen wiederfinden!

Und dann verlangt man z.B. in der Schmerztherapie von Patienten, die tiefer denn je in der Hilflosigkeit feststecken, dass sie wieder Verantwortung für sich übernehmen! Sie haben es aber nie gelernt! Sie wissen nicht wie das geht! Und meiner Ansicht nach, wissen es viele Ärzte aus demselben Grund auch nicht! Ihnen ist gar nicht bewußt was sie da verlangen! Die Quadratur des Kreises!
Herr, Frau Doktor: Zeigen Sie mir doch mal erstmal wie Sie das machen!

Gerade das Gesundheitssystem baut doch auf der Abhängigkeit seine Wirtschaftlichkeit auf! Verlangt aber im Gegenzug die Selbstverantwortung des einzelnen! Patientenverantwortung! Aber das passt doch nicht zusammen! Kein Wunder, dass ich immer anecke, wenn ich genau das praktiziere!

Was sollten wir tun? Es den Kindern gar nicht erst aberziehen! Sie haben alles, was sie für das Leben brauchen: Neugier, Lerneifer, sie wollen alles ausprobieren... sie SIND agil! sie SIND flexibel! sie LERNEN automatisch aus Freude am Lernen!

Samstag Ich war gestern auf dem Poetenfest. Und dort gibt es auch die Ausstellung 1000 Fragebücher der Konferenz der Kinder. Das hat mich am meisten beeindruckt. Abseits der Lemming-Norm-Mainstreamveranstaltungen, die die Massen anziehen, etwas versteckt, finde ich dort Bücher mit Fragen an Kinder. Was Ihre Sorgen sind, was sie sich wünschen, wie man die Welt verbessern kann. Sie haben wunderbare einfache praktische und ehrliche noch nicht von der Norm verdorbene Einsichten und Ansichten.

Sie lieben die Natur, ihre Familie , ihre Freunde. Sie wünschen sich Gleichheit, Miteinander, Frieden und Nachhaltigkeit. Sie wünschen sich keine Stereotypen sondern dass jeder so akzeptiert wird wie er ist.

Sollte das nicht eine Selbstverständlichkeit sein? Doch wenn wir schon unsere Kinder und Partner nicht so akzeptieren und lieben können wie sie sind, und verbiegen und umformen, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sie brechen und zerbrechen. Und ihre Wünsche und Träume.

Die folgenden Worte haben mich sehr berührt. Das schafft keine Podiumsdiskussion mit verstellten Phrasen und normierten Antworten.

Auf die Frage: "Wo wohnt für Dich das Glück?"
hat ein Mädchen geschrieben: "In der Unschuld."

Ein Mädchen stellt die Frage, wie ein Staat den Frieden propagieren kann , der andererseits Rüstungsexporte zuläßt.

Und ein anderes Mädchen schrieb diesen wunderschönen Satz:

"Happiness can be found in the darkest times if you just remember to switch on the light."
(Glück und Freude findet man in den dunkelsten Zeiten , wenn man nur den Lichtschalter betätigt."

Unsere Kinder sind weise, reinen Herzens und sprechen die Wahrheit unverblümt aus. Sie stellen kritische Fragen. Zu recht. Denn sie erben die Welt, die wir ihnen hinterlassen.
Wir sollten endlich anfangen auf sie zu hören!

Anscheinend sind die Menschen derzeit so orientierungslos wie nie zuvor. Deswegen gibt es wohl so viele Ratgeber, Bücher und Life-Coaches... Spezialisten und Experten... Unsere Kinder haben sie noch.

auf dem Weg von der Ausstellung zum Rasen vor der Orangerie höre ich zufällig die Unterhaltung zweier Mädchen, die an mir vorbeilaufen.
Die eine:"Ich brauch ein Virusupdate."

Ich kenne ein Antivirusupdate, aber ein Virusupdate war mir noch nicht bekannt. Ob man das im Wartezimmer beim Hausarzt gratis bekommt?

Da wir grad beim Selbermachen waren... Habt Ihr schon mal die Leidenschaft, das Feuer der Begeisterung in den Augen eines Menschen gesehen, der von seinem Tun mit Liebe spricht?
Bei Buch und Druck gibt es noch echte Buchdruck - KUNST!
Mir war das gar nicht so bewußt, dass auch ein Buch an sich Kunst sein kann!
Verschiedene Buchdrucker tragen so zu einem Buch bei. Jeder mit einem Ornament oder einem Teil. Den Inhalt bildeten Gedichte. Doch rechts und links und oben und unten und auch die Schrift und Farbe des Gedichts selbst waren kunstvoll ausgearbeitet. Das steckt viel Arbeit und technisches Knowhow dahinter.

Ihm war es gelungen Sprache und Notenschrift (Musik) in der schriftlichen Kommunikation visuell zu verschmelzen. Darauf war er sehr stolz. Er strahlte, als ich es verstanden hatte und in eigenen Worten so formulierte. So einfach kann man einen Menschen glücklich machen. Heilsame Kommunikation.

Und dann zog noch ein unwirkliches Gebilde aus Papier, das sich dann als Popup-Buch herausstellte, mich magisch an. Ich liebe Popup-Bücher! Schon als Kind. Da bewegt sich was! Da steht was in die Höhe. Wir konnten uns die Dinger nicht leisten. Beim Kinderarzt gab es eins. Aber da hab ich mich wegen der anderen Kinder nie hingetraut.

Ich hab gefragt, wie man so was konzipiert. Die Dame meinte: "Das Aufklappen ist ja nicht so das Problem. Das Zuklappen."
Da musste ich schmunzeln.
Und ihr Mann meinte dann dazu:"Die machen mehrere Entwürfe und probieren solange herum bis es klappt."
Drauf ich:"Wie beim Programmieren. Da probiert man auch so lang rum, bis es funktioniert."

Die anderen Stände spielten Linoliumschnitt und anderen Techniken. Hier ignorierten mich die Standhalter vollständig. Ich entsprach offensichtlich nicht ihrer Klientel.

Vor der Orangerie hab ich mich (bevor die Podiumsdiskussionen angingen) zum Plausch getroffen. Zum Bigtalk. Ich war etwas früher dran und hab mich dann auf einen der Plastikstühle im Schatten niedergelassen.

Nur zwei ältere gediegene Damen in Leinenkleidern im Partnerlook in beige (Senioren-Norm-Lemmingszwillinge) saßen schon vor mir dort. Die sind bestimmt auch im Urlaub die, die als erste mit ihren Handtücher die Liegen am Pool reservieren.

Ich wär ja lieber auf ne Parkbank gegangen, aber die waren wegen Überfüllung geschlossen.

Meine Bekannte ebenso bunt und fröhlich wie ich, fand mich dann und kam freudestrahlend auf mich zu. Ich muss zugeben, ich hätte sie mangels Gesichtserkennungssoftware nicht erkannt. Ich bin mit Gesichtsblindheit geschlagen. Ein komisches Wort "geschlagen". Von wem und warum? Ich erkenne Menschen nicht an ihren Gesichtern. Eher an ihrer Stimme , Haltung und wo sie mir begegnen. In fremden Kontexten erkenne ich die meisten nicht, weil sie nicht da sind, wo sie hingehören. So hab ich in der überfüllten Kantine (die eine Reizüberflutung an mein Nervensystem darstellte) mal die Kollegen aus den Augen verloren. Ich konnte sie im Gesicherbrei und bei dem Lärm und Neonlicht nicht wiederfinden.

Die beiden Damen waren sichtlich not amused. Trotz ihrer mitgebrachten Getränke und Häppchen.
Was wiederum viel über ihren physiologischen Zustand aussagt. Geduld, Nachsicht und Offenheit war nicht ihre Stärke. Naja, bei dem bisschen Essen auch kein Wunder. Wenn mer nix gscheits ißt, dann wird mer a nix. Des hat scho mei Oma gsachd. Und wenn Liebe durch den Magen geht, dann kann da ja auch keine Liebe bei Schonkost herauskommen.

Wir machten Bigtalk, ich erzählte von der Kinderausstellung, sie von ihrem beruflichen Werdegang, wir redeten über die aktuellen Probleme der Gesellschaft und wie man sie lösen k&oul;nne, über die Arbeitswelt und wie sie sic verändert.

Sie erzählte, dass sie gestern auf einer Veranstaltung des Poetenfests war, wo Übersetzer Gebärdensprachengedichte in Worte zu fassen versuchten. Das ist gar nicht so einfach, weil Gebärdensprache sehr komplex ist. Nicht nur die Hände sondern auch die Mimik spielen eine Rolle. Und für manche Gebärden gibt es keine Wortentsprechungen. Das fand sie außergewöhnlich spannend. Ich auch. Sie hat mich mit Ihrer Begeisterung angesteckt. :)

Wir diskutierten lebhaft. Und konnten sogar die grauenhafte Fahrstuhlmusik ausblenden. Die für meine Ohren und mein Nervensystem eine schmerzhafte Disharmonie darstellte. Genau wie der Mensch von der Friedensveranstaltung am Hugenottenplatz der lautstark "We shall overcome..." leider komplett falsch sang. Da singt jemand disharmonisch von Frieden und Harmonie. Das finde ich sehr schräg und schon wieder lustig.

Das Lied sang er übrigens auch wieder als ich auf dem Heimweg nochmal an ihm vorbeilief. Sein Repertoire scheint nicht besonders gross gewesen zu sein.

Meine Bekannte, die die Musik ebenfalls als schmerzhaft empfand, meinte, die Fahrstuhlmusik spielen sie wohl immer zur Abschreckung, damit die Leute nicht so früh die Stühle besetzen. Unsere beiden Nachbarinnen hat selbst das nicht davon abgehalten.

Letztes Jahr konnte ich dort ja den Herdentrieb beobachten. Als die Menge einem Autor wie einem Guru von Podium zu Podium folgte. Sowas werde ich nie verstehen. Genausowenig wie Lemminge. Dort hat das Verhalten wohl aber noch den Zweck eine Überpopulation zu verhindern. Der Zweck des Herdentriebs und des Personenkults hat sich mir bis heute nicht erschlossen.

Als die Ankündigung für die Podiumsdiskussion begann, der Guru war noch nicht da, wollten wir bereits aufbrechen, verabschiedeten uns noch. Da wurden wir gleich von den Leinenbeigen getadelt:"Wenn Sie sich unterhalten wollen, sollten Sie woanders hingehen..."

Damit konnte ich den physiologischen Zustand ihres Nervensystems analysieren. Um den steht es nicht besonders gut. Denn wenn man Worte nicht mehr aus den Unterhaltungen anderer herausfiltern kann, dann ist das Nervensystem üererregt. Das kenn ich ja von mir. Die indirekte Kommunikation zeigt diesen Erregungszustand des Nervensystems ebenso. Denn ein erregtes Nervensystem (keine Homöostase) erzeugt dysfunktionale Kommunikation. Denn indirekte Kommunikation ist dysfunktionale Kommunikaton. Sie ist oft nicht zielführend. Weil sie nicht verstanden wird. Sie hatten Glück dass mein physiologischer Zustand offener und entspannter war, sonst hätte mein Nervensystem diese indirekte Aufforderung nicht verstanden und hätte sie vollkommen ignoriert.

Ich kenne auch Nervensysteme, die auf so eine Aussage, mit Wut , Zorn oder Aggression geantwortet hätten. Da ist mir die Variante meines Nervensystems doch deutlich lieber. Die Dinge wortwörtlich (nur Sachaussage zu erfassen, dann wäre mir aber die Aufforderung verschlossen geblieben ) zu nehmen oder komplett zu ignorieren.

Allerdings war mein Nervensysem auch noch nicht entspannt genug (trotz Reizfiltersonnenbrille und Schattenplatz), um gekonnt zu kontern. Hinterher fällt mir dann was ein. Wenn ich wieder entspannt genug bin. D.h. dass Schlagfertigkeit auch mit dem Entspannungszustand des Nervensystems zusammenhängt.
"Chill mal!"
Die Gesichter hätt ich gern gesehen. Obwohl mit Gesichtsblindheit ist auch das gar nicht so einfach. Aber einen offenen Mund erkenn sogar ich.

Funktionale Kommunikation könnte so aussehen:"Entschuldigen Sie bitte! Die Diskussion beginnt jetzt und wir hören nicht gut. Wenn Sie sich unterhalten, dann können wir den Redner nicht verstehen. Könnten Sie bitte leiser sein oder Ihre Unterhaltung anderswo fortsetzen?"

Allerdings frag ich mich, warum, wenn sie nicht gut hören, sie sich gaaaanz nach hinten setzen... ???

Schon seltsam. Da drücken sich viele Frauen immer indirekt aus und verstehen nicht, dass ihre Männer, Kinder und ich sie nicht verstehen. Ist doch klar. Wer soll denn die verklausulierte indirekte Aussage verstehen? Zuaml, wenn Männer, Kinder und ich Worte halt wortwörtlich nehmen und nur die Sachaussage erkennen können. Sprecht doch einfach mal unsere Sprache! Die Männer der beiden tun mir leid. Die hams bestimmt nicht einfach.

Eine Bekannte hat mir mal gesagt: "Da steht der Wäschekorb und die Waschmaschine ist fertig und mein Mann läuft dran vorbei, anstatt dass er sie mitnimmt! Da kann er sie doch raustun und aufhängen ..."

Aber das sieht er nicht. Mir würd das übrigens genauso gehen. Ich habe ein etwas anderes Betriebssystem, was dem männlichen wohl eher entspricht. Ein Kollege hat neulich gemeint, ich bräuchte mal ein Firmware - Update. Der hatte aber gemeint, dass ich ne andere Hardware hätte. Das glaub ich nicht. Ich hab ja auch zwei Arme und zwei Beine und einen Kopf.

Liebe Frauen: Kommuniziert doch bitte einfach klar und deutlich anstatt um den heissen Brei herumzureden!
Dann können wir Euch auch verstehen. So ärgert Ihr Euch nur und wir haben keine Ahnung davon. Wir wissen nicht mal, dass wir was falsch gemacht haben. Geschweige denn WAS!

Stattdessen rumzuschmollen und zu denken, der (oder ich) weiss ganz genau, was er angestellt hat, schadet nur Eurer Gesundheit. Und der sozialen Beziehung zwischen Euch, ihm oder mir.

Ob sich Tiere besser verstehen? Scheint so, wenn ich Hunde beim Toben auf der Wiese zusehe. Sie sprechen mit dem ganzen Körper. Da sind die Emotionen sogar für einen Gesichtsblinden wie mich deutlich ersichtlich. Ich wünschte bei Menschen wäre es ebenso. Mir zumindest kann man ansehen, ob ich mich freue oder traurig bin. Das zeig ich mit dem ganzen Körper. Nur das können dann wieder die anderen nicht lesen. Hunde und Katzen schon. Menschen leider nicht.

Ihr glaubt mir nicht? Okay. Wenn ich total glücklich bin, weil ich etwas hinbekommen habe (intrinsische Motivation), dann freu ich mich wie ein kleines Kind. Ein breites Grinsen ist auf meinem Gesicht. Ich strahle meilenweit!

Nun guck ich dann halt auch einfach vor mich hin - ohne die Menschen wahrzunehmen - ich freu mich einfach. Und bin mit meinen Gedanken in meinem Kopf ganz woanders. Noch bei dem wunderbaren Erlebnis.

Nun ist es mir schon mehrfach passiert, dass das jemand falsch interpretiert hat. Er meinte, ich strahle ihn an. Leider erkenn ich das Problem erst, wenn es zu spät ist.

Ich hab auch mal einem Bekannten ein Peperoni-Pflänzchen geschenkt. Ich hatte meine säh und Pflanzenphase (Pflanzen waren damals gerade mein Spezialinteresse und Hobby) und es gingen zuviele davon auf! Also hab ich mir gedacht, ich könnte eins diesem Bekannten schenken. Weil der immer so nett grüßt.

Er lud mich im Gegenzug in ein Cafe ein. Und dann lag irgendwann seine Hand auf meinem Knie. Scheisse! Ich hab leider den D-Zug nicht kommen sehen. Und dann weiss ich auch nicht wie ich aus der Nummer wieder rauskomme.

Eine weise Bekannte meinte gestern zu mir als ich Ihr die Geschichte erzählte:"Das ist doch kein Wunder, wenn Du einem Mann scharfe Sachen schenkst..."

Dieser Zusammenhang war mir nicht bekannt. Das scheint wieder eine dieser sozialen Normen zu sein, die sich mir leider nicht erschliessen. Nur auf die harte Tour.

Übererregte Nervensysteme gab es auch noch auf der Heimfahrt im Bus. Ein Mädchen hetzte zur Haltestelle an den Arcaden. Unser Busfahrer sah, dass sie mitwollte und wartete netterweise an der Ampel. Die Fahrkarte, die sie vorzeigte war jedoch nicht gültig. Sie wollte zum Bahnhof und die Kommunikation mit dem Busfahrer verlief aufgrund ihres gehetzten Modus dysfunktional. Sie hatte Geld dabei, kam aber nicht auf die Idee den Fahrschein zu lösen. Und so blieb dem Fahrer nix anderes übrig als sie aussteigen zu lassen.

Am Bahnhof fand dann ein Zusteiger ihren Geldbeutel auf dem ersten Sitz. Der Busfahrer hupte ihr, doch sie war vermutlich nur erschreckt, und lief einfach weiter. Er schimpfte erst , rannte ihr dann mit dem Geldbeutel hinterher und hat sie wohl dann auch erwischt, weil er ohne ihn wieder zurückkam. Ich kenne andere, die hätten den Beutel halt beim Fundbüro abgegeben. Das war ein feiner Zug (auch wenn es sich hier um unseren Busfahrer handelte). Dessen Nervensystem war im offen und Nachsichtigkeitsmodus.

So wünschte er den Dechsendorfer Kerwasburschen viel Spass beim Feiern, als wir an ihren Traktoren und dem Kerwasbaam vorbeifuhren und erkundigte sich in Adelsdorf bei einem Radfahrer auf der andern Seite nach der Gesundheit seiner Frau, die wohl im Krankenhaus gewesen war. Und wünschte Ihr gute Besserung und liess Grüße vom Busfahrer ausrichten.

Apropos Plätze vorbelegen.
Der Trend geht ja zum Grossraumbüro, in dem nur noch 75 Prozent der Belegschaft einen Arbeitsplatz haben. Es wird also gespart an den physischen Arbeitsplätzen. Da gibt es dann Workbenches (die wieder der Ergonomie entgegensprechen... es erinnert doch mehr an den Grill- oder Rastplatz. Und mal ehrlich: wollt Ihr dort stundenlang arbeiten?) und flexibel nutzbare Arbeitsplätze.

Die Plätze sind flexibel und dynamisch. Jeder sucht sich jeden früh einen Platz , der frei ist. Und wer zu spät kommt, der kann dann wieder heim oder was?

Gibt es dann wie bei den Tiefgaragen am Eingang Platzzähler? 0 Plätze frei?

Und wenn man dann 50 km hingefahren ist, muss man dann erst wieder die 50 km heimfahren? Aber da kann man doch nix dafür, wenn man im Stau stand, oder der Zug ausgefallen ist...

Ob man seinen Arbeitsplatz dann zukünftig bei der TUI buchen muss?
Das wäre auch ein völlig neues Geschäftsmodell von Firmen. Für den Arbeitsplatz Geld zu bekommen. Bzw. völlig altes... Früher gab es das ja schon. Das Lehrgeld. Heute bekommt man als Auszubildender Geld. Es war schon mal andersheraum.

Seltsame Welt. Die Menschheit wird immer verrückter. Ich glaube wir Erwachsenen brauchen mal eine von unseren Kindern durchgefürte Verhaltenstherapie.
Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

Montag: Heut ist unser Bus 6 Minuten zu spät gekommen. Es war der Busfahrer, der sich neulich verfahren hatte. Er war nicht der einzige. Noch ein 203er hat am Karpfenkreisel eine Runde eingelegt. Er tut sich mit der Sprache schwer. Busfahren kann er.

Mit dem Fahrscheinverkauf, und der ist Anfang des Monats halt immer gefragt (Monatskarten), tut er sich schwer. Mit dem Verstehen, was die Leut wollen und mit dem Kassensystem. So standen wir lange als er versuchte die richtige Fahrkarte im System zu finden. Und verstand wohl auch nur Bahnhof. Entnervt gab der Fahrgast dann nach 10 Minuten auf.

Die Verspätung wuchs dadurch weiter und wir waren erst um 06:03 Uhr am Bechhofener Weg. Er hat es dann wieder eingeholt. Seine Fahrweise ist nämlich exzellent. Und wir wurden auch nicht so arg durchgeschüttelt wie bei einigen Stop-and-Go-Fahrern, die ich schon erlebt und überlebt habe.

Da sieht man mal dass die Rolle der Kommunikation immer wichtiger wird. Wichtiger als die eigentliche Tätigkeit. Das spür ich ja auf Arbeit bei mir genauso. Und selbst beim Busfahren wird das immer wichtiger. Denn der Busfahrer vereint ja jetzt den Verkauf von Fahrkarten und die Fahrplanauskunft und das Fahren. Das sind ja gleich 3 Wünsche auf einmal! Das geht doch wirklich nicht...

Stellt Euch doch mal vor, Ihr müßt in einem fremden Land nicht nur Eure Tätigket ausführen, sondern auch noch die Leute verstehen! Ihr stammt aus einem völlig anderen Kontext...

Gar mancher Unternehmer hat beim Outsourcing von Projekten oder Aufträgen in anderen Länder den Kontext und die Mentalität der dort lebenden Bevölkerung in seiner Rechnung vergessen. Und so ging sie nicht auf. z.B. die Definition von pünktlich ist in vielen Ländern völlig unterschiedlich. In einigen Ländern schüttelt man den Kopf, wenn man ja meint... und mit diesen Beispielen hab ich nur mal die Oberfläche angekratzt.

Kommunizieren beide Parteien (weil sie aus unterschiedlichen Ländern stammen) über eine ihnen beiden Fremd-Sprache (Englisch) können zusätzlich noch Missverständnisse durch Übersetzungsfehler hinzukommen.

D.h. internationale Kommunikation ist noch viel komplizierter als die im eigenen Land. Und da versteht man sich ja schon nicht, auch wenn man an und für sich die gleiche Sprache spricht! Aber sogar da ist es eben nicht so!

Ich glaube das aktuelle Zeitalter ist das Zeitalter der Kommunikation! Nie war sie so wichtig wie heute und ihre Rolle wird immer wichtiger! Das ist spannend!

Der Shuttlebus-verkehr hat auch nicht so richtig geklappt. Eine Mitfahrerin erzählte heute einem Urlaubsrückkehrer davon, dass sie teilweise eine halbe Stunde zu spät auf Arbeit kam, weil der Shuttlebusverkehr nicht funktioniert hat. Weil er zu spät gefahren ist. Nur durch das Verfahren des 203ers hamm sie wenigstens den erwischt.

Warum ist es so, dass in den digitalen Zeiten so etwas zu planen nicht funktioniert? Bzw. am Anwender, Fahrgast, Kunden und dem Bedarf und Bedürfnis desselben vorbeigeplant wird?

Da liegt die Krux vermutlich auch wieder in der Kommunikation. Sie scheint immer dysfunktionaler zu werden. Und dann ist das Produkt auch dysfunktional. Wo soll das noch hinführen bzw. hinfahren? Ist ja kein Wunder, dass wir uns verfahren und immer mehr verfahrene Situationen erleben.

Und wie verhindert man solche Missverständnisse zukünftig?
Soweit ich es sehe, kann man Missverständnisse nicht komplett verhindern, aber man kann sie minimieren, indem man miteinander kommuniziert. Nur wenn beide Parteien im physiologischen Stressmodus stecken, dann wird das nicht funktionieren.

Und irgendwie hab ich auch den Eindruck, dass die zunehmende Bürokratie eher ein Hemmschuh (eine seltsame Fussbekleidung) ist, als dass sie die Kommunikation verbessert.

Wenn ich mir nicht sicher bin, dass mich ein Kollege richtig verstanden hat, dann ist ein Anruf immer noch die beste Lösung. Und mit der skype - Bildschirmpräsentation kann ich ihm sogar noch alles zeigen! Und meistens macht es dann KLICK!. Denn wir lernen halt am besten anhand von Beispielen und wenn uns jemand was zeigt.

Mindestens einer der beiden Gesprächspartner sollte offen und entspannt sein. Dann kann er erstens klar formulieren, worum es geht und zweitens Missverständnisse identifizieren und klären. Denn je früher man ein Missverständnis erkennt, desto geringere Folgen und Auswirkungen hat es. Man kann rechtzeitig gegensteuern.

Ob es zukünftig neue Berufsbilder im Kommunikationsbereich gibt? Schlichter, Übersetzer? Also nicht den klassischen Übersetzer, sondern jemanden, der die Sprache der Anwender (was sie brauchen) in die Sprache der Entwickler (was konkret umgesetzt werden muss) übertragen kann... Denn ich merke immer mehr, dass die Kluft zwischen den unterschiedlichen Bereichen immer größer zu werden scheint. Man redet immer mehr aneinander vorbei. Und das x-te neue Softwaretool, über das man schriftlich miteinander kommuniziert, macht es nicht besser! Sonder je mehr schriftliche Tools man einsetzt , desto schlimmer scheint es zu werden!

Wie sonst ist es zu erklären, dass Software beauftragt wird, und am Ende nicht das herauskommt, was der Kunde eigentlich braucht und will? Und das, obwohl die Entwickler sich alle Mühe gegeben und genau das umgesetzt haben, was sie verstanden haben. Jeder sieht halt die Welt durch seine Brille... und die ist dann auch noch tagesformabhängig anders eingefärbt. Und man tut sich immer schwerer sich in die Perspektive des anderen hineinzuversetzen. Man wird betriebsblind.

Das wird noch spannend wie man diese Probleme lösen kann....

Andererseits erlebe ich immer wieder welche Energie (nur in die falsche Richtung) der physiologische Stresszustand entfaltet. Die Ordnung in der Büro-Küche bzw. das nicht vorhandensein derselben, führt dazu, dass man nicht miteinander wie erwachsene Menschen spricht und die Problematik anspricht, sondern dazu, dass einer oder gleich diverse Zettel mit dem Text: DRECKIGES GESCHIRR IN DIE SPÜLMASCHINE RÄUMEN!!!!! an diverse Küchenmöbel gepappt werden.

Und wenn im Klo mal ein kleines Malheur passiert, dann kann man derer sogar 5e solcher Zettel finden! Als ich ihn las, konnte ich die Wut und damit den physiologischen Zustand des Nervensystems des Verfassers deutlich spüren. Sehen kann man ihn schon an der Schriftart, Fettdruck, Grossbuchstaben und den vielen Ausrufezeichen, die, die Sauerei anprangert. Lustigerweise wird dafür sogar kostbarer Farbdruck verwendet!

Nur zum Vergleich: Ich drucke meine wichtigen Bürounterlagen um Druckkosten einzusparen nur in schwarz-weiss aus.

Sprich der Geduldsfaden ist da, wo viele Menschen, die nicht ganz freiwillig und auch nicht unbedingt gern aufeinanderhocken, kurz. Und bei zunehmendem Stress wird der nicht länger.

Kleinigkeiten, die man früher einfach mal durch Beiseitenehmen der Kollegen geklärt hätte oder mal selber in Ordnung gebracht hätte ohne sich dabei einen Zacken aus der Krone (welche Krone?) zu brechen, brechen sich als Lawine ihren Lauf.

Verhaltensforschung beim Stamme der Büroinsassen offenbart seltsame Gebräuche und Gepflogenheiten. Seltsamerweise wird dabei ein Aktionismus und eine Energie mit einer Leidenschaft freigesetzt, die man in der Arbeit eher schmerzlich vermisst. Aber dort sehr gut gebrauchen könnte...
Was läuft denn da falsch?

Ich glaube wir sind den Hühner, die in einer Legebatterie zusammengepfercht sind, gar nicht so unähnlich. Unsere Nervensysteme reagieren genauso. Nervös, gereizt, aggressiv...

Und wo liegt die Lösung? Na, genau wie bei den Hühnern in einer artgerechten Haltung. Im Hühnermobil. Denn das ergibt mobile, agile und eierproduktive Hühner. Und bei den Mitarbeitern möchte man doch auch, dass möglichst gute Endprodukte dabei herauskommen... und agiler sollen sie doch auch werden!

Und agiler und flexibler und effizienter wird man nun mal nicht mit Bürokratie! Im Gegenteil. Da haut man dann noch die Handbremse rein und ruft den Mitarbeitern vergnügt zu, sie sollen schneller werden... Gegenvorschlag: wie wär's wenn wir mal die Handbremse lösen? Dann würde dies automatisch passieren.

Sprich glückliche und zufriedene Mitarbeiter verzetteln sich nicht in solchen seltsamen Aktionen. Warum? Weil sie mit ihrem Tun, mit Ihrer Arbeit zufrieden sind und sich dort selbst verwirklichen können. Sprich: sie dürfen dort etwas tun, was sie gerne tun und sehen in Ihrer Arbeit auch einen Sinn. An dem Sinn so mancher Arbeit wird heutzutage gezweifelt. In vielen Fällen auch zu recht. In anderen Fällen fehlt hier wahrscheinlich einfach der Zusammenhang, die Erklärung und damit das Verständnis dafür. Dieses Missverständnis liesse sich auch durch aufklärende offene Kommunikation lösen. Auch wenn man Mitarbeiter einfach dazu ermutigt, selber nachzufragen und sie nicht bevormundet.

Oder mit anderen Worten, dass man die Mitarbeiter - wie es für jeden Menschen selbstverständlich sein sollte - respektiert. Ein Respektier ist keine neue Gattung. Das gab's schon mal. Das wüscht sich jeder. Und jeder verdient es auch.

Und das merkt man auch am Arbeits- und Betriebsklima und am Umgang miteinander. Also an der Kommunikation. Und an der Art derselben. Wird nur noch mit Zetteln und schriftlich kommuniziert, dann ist dies ein Zeichen für ein ungesundes Betriebsklima.

Denn mit Menschen, die man gern hat, redet man auch gern. Und das ist keine vertane Zeit. Denn man erfährt auch immer was, was die Arbeit betrifft oder bekommt so Wind von Fähigkeiten und Fertigkeiten des Kollegen, die sich in einem Projekt zugunsten des Unternehmens gewinnbringend einsetzen lassen.

Und wenn man sich wohlfühlt, dann ist man halt auch produktiver als wenn man von Feinden und Bedrohungen umzingelt ist. Das zarte Pflänzchen der Innovation gedeiht genau wie jede andere Pflanze nur wenn sie gehegt und gepflegt wird und sich wohlfühlt. Ansonsten verdorrt sie.

Dienstag: 5:30 Uhr. Heut isses kalt. Dafür sternenklar. Eiklar... gibt's Mondklar auch?

Auf dem Weg zur Haltestelle singe ich vor mich hin:"Weisst du wieviel Sternlein stehen..."
Nein... keine Ahnung. Is mir auch wurschd...

Unser Bus hat heut 5 Minuten Verspätung. An der Haltestelle ist wieder die Mutter, die ihren Azubisohn (der größer ist als sie) in den richtigen Bus setzen will... Es ist derselbe Bus wie gestern. 205 und der ist im Gegensatz zu unserm 203er pünktlich da. Deswegen versteh ich ihre Hektik nicht. Ich bin gespannt, ob sie morgen auch wieder im Doppelpack auftauchen. Mei Mama und mei Papa hättmer was ghust...

Unser Busfahrer fährt sehr hektisch - sein Nervensystems ist anscheinend übererregt, gestresst versucht er die Zeit einzuholen - und die Hektik überträgt sich durch das scharfe Abbremsen und Anfahren auf uns Fahrgäste. Da ist nix mit entspannt im Bus schlummern, wenn man derart vor und zurückgerüttelt wird wie ein Martini...

Nicht mal mein Busnachbar kann bei der unruhigen Fahrt schlafen. Und das will was heissen.

Meine morgentlich mühsam erarbeitete Entspannung ist im nu dahin... super! Da bist scho fertig bist in Erlangen bist.

Hinter Buch kriecht die Morgenröte hinter dem Schatten des Waldes hervor, umwabert vom Nebel, der aus den Wiesen aufsteigt. Auch hinter der Rücklichterbefüllten Autobahn dampft er empor.

Gestern kam auf den Dritten eine Wiederholungssendung zum Thema Schilddrüse. Sie schüttet Hormone aus und regelt u. a. die Körpertemperatur. Bei Überfunktion wird man dick, bei Unterfunktion das Gegenteil. Die hängt auch in der Stressachse mit drin. Und bei CRPS gibt es auch Leute, die mit Schwitzattacken zu käpfen haben. Dann müsste doch die Schilddrüse auch eine Rolle dabei spielen...

Die Niere reguliert den Blutdruck, die Schilddrüse Hormone und Temperatur und der Cortisolspiegel den Reizfilter ... und wie hängt das alles miteinander zusammen? Und wen kann man das mal fragen? Die Spezialisten sehen doch immer nur ihren kleinen Ausschnitt. Ich möchte aber gerne das Gesamtbild und den Gesamtzusammenhang verstehen... wie die Übererregung des Nervensystems entsteht.. und ob es da einen Anfangspunkt gibt oder ob es ein verstimmtes Körperorchester aus gleichberechtigten Partnern ist... Nur.. wen kann man sowas fragen? Vielleicht jemanden, der sich mit dem autonomen Nervensystem auskennt.. Hm... ich geh demnächst auf einen Vortrag, dann werd ich ja sehen, ob ich da meine Frage loswerden kann.

Denn wenn es einen Anfag gäbe, könnte ich doch dort ansetzen.

Derzeit verfolge ich noch einen anderen Ansatz. Babies kommen ja ohne Reizfilter auf die Welt. Und sie haben Techniken damit umzugehen. z.B. viel schlafen. Und auch sie haben wie CRPSler und andere Menschen mit chronischen neurologischen Krankheiten Probleme nachts durchzuschlafen. Und das lernen sie dann. Und genau da bin ich wohl auch. Und muss es auch neu lernen nachts wieder durchzuschlafen wie ein kleines Kind. Denn genau wie beim Baby ist auch mein Reizfilter deaktiviert bzw. nicht vorhanden.

Ich kann also derzeit das schreiende Baby, in der Nachbarschaft bei Wetterwechseln sehr gut verstehen. Ich würde dann am liebsten vor Schmerzen auch mitschreien. Das kommt aber nicht so gut.

Und in einem lauten Cafe, brüllt ein Baby, weil ihm die Geräusche genau wie mir zuviel sind. Im Gegensatz zu ihm, kann ich rausgehn. Ihm bleibt nur das Schreien. Kann ich sehr gut nachvollziehen.

Meiner Mama geht es übrigens genauso. Sieht so aus als können Operationen ein Nervensystem ganz schön aus dem Gleichgewicht bringen. Das Durchschlafproblem hat sie ja auch.

Wenn der Cortisolspiegel im Alter ansteigt und damit der Reizfilter deaktiviert wird, wäre das die Erklärung. D.h. im Alter wird unser Nervensystem wieder so sensibel wie als Kind, weil unsere Reizfilter versagen. Wir können die Reizflut nicht mehr verarbeiten, nicht mehr kompensieren.

Darauf hat mich eine Bekannte aufmerksam gemacht, weil ich gefragt hatte, warum meine behinderte Schwester je älter sie wird, sich immer schwerer motivieren kann. Die Antwort war: Weil sie es dann immer schwerer kompensieren kann! Das hatte ich gar nicht bedacht. Und ich bin ihr heute noch sehr dankbar, dass sie mir die Augen dafür geöffnet hat. Denn jetzt kann ich sie einfach besser verstehen. Und andere Menschen auch, die Schwierigkeiten haben. Denn es ist eben wie überall: man sieht nicht die Mühe, die man sich gibt, um zu funktionieren. Man sieht nur , wenn man nicht mehr funktioniert.

Das gilt aber nicht nur für meine Schwester sondern für alle Menschen, je älter sie werden.

Die Frage wäre nun, können wir das in jedem Alter wieder wie ein kleines Kind lernen? Es müsste ja gehen, so lange wir das wollen und neugierig bleiben und Dinge ausprobieren.

Ich hab neulich was zum Thema letzte Hilfe (Sterbebegleitung) gelesen. Es hörte sich für mich so an und sah für mich beim Sterben meiner Oma auch so aus, als könnte Ihr Nervensystem einfach die Reize nicht mehr kompensieren. So als hätte es und sie aufgegeben.

Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass man je länger man sein Nervensystem fit und die Reizfilter aktiv hält oder wieder reaktivieren kann, gesund und am Leben bliebe. Ob man dann irgendwann unendlich lang leben könnte.., wenn man nur sein Nervensystem immer wieder beruhigen könnte? Gruselige Vorstellung... Oder gibt es ein maximales Kompensationsdatum...? So wie ein Mindesthaltbarkeitsdatum...?

Die Unruhe des Busfahrers und seines Nervensystems kann man auch ins Büro übertragen. Erstens trag ich sie dann schon mit rein. Zweitens verbreiten unruhige Geister auch selbst Unruhe und sie überträgt sich auf die Kollegen. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Gestern hab ich bewußt bei der Verspätung - am Bahnhof kamen wir eine Minute bevor der Zug fuhr an und mein Busnachbar hat ihn auch nicht mehr erwischt - gegen einen Sprint entschieden. Erstens mit Hanni und Nanni keine gute Idee.. Zweitens aktiviert jede schnellere Bewegung meine Stressachse und läßt mich in Hitzewallungen im eigenen Saft garen. Da brauch ich dann wieder ewig, bis ich das wieder runterregle.

Also hab ich mich von meinem Busnachbarn mit den Worten:"Ich fahr heut mit dem 30iger Bus." verabschiedet.
Er antwortete darauf mit:"Gute Reise."
Und die wünsch ich Euch jetzt auch, wo auch immer Ihr seid! :)

07.09. bis 13.09. Vom Leben für das Leben lernen ...

Dienstag: Gestern war ich eine Bekannte im Krankenhaus besuchen. Muss spontan an den Spruch denken:"Ein Krankenhaus ist kein guter Ort für Kranke."
Ich hab Ihr ein Krankenhausnevensystemüberlebenspaket mitgebracht, bestehend aus:

  • Ohrstöpseln (Geräuschfilter)
  • Schlafmaske (oder Tuch)
  • Waldduft in Form von ätherischem Zirbe-Öl aus der Apotheke
  • Humor , Lachen (Comics)
  • Tier - in Form eines Fotos von Ihrem Hund, der sogar schon als Palliativhund gearbeitet hat!
  • Natur: in Form von Fotos von Blumen (oder Wald, es geht auch ein Blumenstrauss)
  • sozialem Kontakt und menschlicher Wärme in Form meines Besuchs
Sie hat sich gefreut. Und das Gespräch hat auch mir sehr viel Spass gemacht.

Letzten Mittwoch war ich bei einem Parkinson-Patiententag im Bezirksklinikum in Erlangen. Spannend! Toll fand ich die Leidenschaft der Veranstalter. Man hat gemerkt, dass Sie sich für ihre Patienten interessieren.

Bei Parkinson wird die Schrift immer kleiner und unleserlicher. Die Muskeln stehen unter ständiger Anspannung und der Rücken verkrümmt sich dauerhaft. Das ist eine Parallele zu CRPS.

Eine Parallele zum Autismus ist mir auch aufgefallen: Punding.
Parkinsonkranke neigen dazu Dinge zu sortieren. z.B. Fruit Loops (ja diese bunten Frühstücksringe) nach Farbe. Sie lassen sich dabei nicht herausreissen oder werden wütend wenn man es tut. Dasselbe Prinzip liegt bei den repetitiven Verhaltensweisen von Autisten vor.

Warum machen die das? Um ihr übererregtes Nervensystem zu beruhigen. Es ist eine Copingstrategie.

Warum die bei uns sozial als störender empfunden wird, als Rauchen oder Alkoholkonsum oder Esstörungen muss mir mal jemand erklären. Denn Sortieren schadet niemandem. Nicht mal der Gesundheit. Im Gegenteil! Aber weil andere es als störend empfinden, gewöhnt man es den Menschen ab. Verhaltenstherapie. Meiner Ansicht nach müsste man die Menschen, die dieses gesunde Verhalten (das ja vor Schlaganfall und Co schützen kann) als störend empfinden, aufklären!

Man behandelt die falschen! Einfach weil man es nicht versteht. Weil man nicht versteht, dass der Mensch, der das tut, so sein Nervensystem beruhigen kann und damit dessen Funktionieren und damit sein Überleben sichert.

Und bei Parkinson gibt es wie bei Autismus und ADHS auch Wortfindungsstörungen, Schlafstörungen, Depressionen, motorische Einschränkungen, Vergesslichkeit... Das ist doch kein Zufall! Es hat meiner Ansicht nach alles dieselbe Ursache: ein übererregtes Nervensystem.

Denn wie auch bei Bechterev steht hier die Bewegung im Vordergrund um die Erkrankung abzumildern und aufzuhalten. Und ADHSler und Autisten können kaum stillsitzen. Damit beruhigen sie ihr Nervensystem.

Auch das wird wieder als störend empfunden. Selbstgespräche, Schaukeln, Hin - und hertigern, Rituale sind ebenso nervensystemberuhigend. Das sind Copingstrategien.

Und die sind gesünder als Rauchen und Alkohol. Rauchen und Alkohol ist aber in unserer Gesellschaft okay. Schaukeln, Selbstgespräche, Sortieren sind es nicht... Warum? Das muss mir mal jemand erklären!

Übrigens gibt es auch bei Parkinson Formen, die nicht auf Dopamin ansprechen. Wie meine Dystonien, Spasmen halt auch. Woran das liegt, weiss man noch nicht. Eins davon ist das kortikobasale Syndrom. Hier kommt es zu neglectähnlichen Ausfällen. Auch wieder eine Gemeinsamkeit zu CRPS oder Schlaganfällen.

Den Freeze (das Einfrieren in der Bewegung) von Parkinsonkranken kann man mit einem Gegenreiz auflösen. z.B. durch Querstellen des eigenen Fusses. Es gibt auch Rollatoren mit einer Laserlinie, die der Parkinsonpatient dann überschreitet und somit den Fokus (seine Aufmerksamkeit) auf etwas anderes richten kann.

Nach demselben Prinzip funktioniert ein Gehstock, der auf Knopfdruck eine Art Fahnenstab (ohne Fahne) ausklappt, über die der Kranke dann drübersteigen kann.

Und dieser Trick mit der Aufmerksamkeit funktioniert ja auch bei ADHS (hier ist genau die Aufmerksamkeit zu schnell bei jedem neuen Reiz abgelenkt) und Autisten können ihr Nervensystem durch Konzentration (das Versinken, den Flow) auf Spezialinteressen beruhigen.

Bei mir (bei CRPS) funktioniert das auch. Ich kann manchmal einen Berg nicht mehr hochgehen. Ich kann einfach nicht mehr. Und muss stehenbleiben. Dann balanziere ich auf den Randbordstein , d.h. ich fokusiere mich auf das Balanzieren und es geht weiter. Das ist also auch eine Art Freeze, die ich so überwinden kann.

Auch ADHSler können alle Reize um sich herum ausschalten, wenn sie im Kaufhaus etwas entdecken, was ihre gesamte Aufmerksamkeit auf sich zieht.

So können Hochleistungssportler auch ihre Schmerzen ausschalten. Es gab mal ein Heft von Geo vor nicht allzu langer Zeit zu diesem Thema.

Das erklärt auch warum lesen, handarbeiten, handwerken, die Perfettimethode oder Spiegeltherapie funktionieren. Sie nutzen alle den Focus, die Konzentration. Also dieselbe Methode. Wahrscheinlich ist es egal, was man macht. Man muss das für sich finden, was zu einem passt.

Qi Gong , Tai Chi, Feldenkrais, MBSR, Achtsamkeit, Wassergymnastik ... das alles basiert auf demselben Prinzip.

Sucht Euch das, was zu Euch passt. 0815 wird nicht funktionieren, weil es keinen 0815 - Menschen gibt! Jeder ist einzigartig. Probiert VHS-Kurse aus! Sucht Euch am Anfang, wenn es noch schwer ist, Hobbies, die Ihr früher schon gemacht habt. Da wisst Ihr im Gegensatz zu neu zu lernenden Dingen, wie es sich im Flow anfühlt.

Probiert immer wieder neues aus. Aromatherapie mit ätherischen Ölen, Musiktherapie, lernt ein Instrument, geht in einen Chor , trefft Menschen, Selbsthilfegruppen ...

Findet Euer persönliches Geheimrezept. Gebt nie auf. Besucht Veranstaltungen auch mal querbeet. Guckt über den Tellerrand. Seid offen. Bleibt neugierig.

Das wird am Anfang schwer sein. Aber wenn Ihr es übt, dann wird es immer leichter und das Leben damit auch :) Vertraut mir!
Die Muskelverspannungen werden nachlassen und damit die Schmerzen und Ihr werdet wieder mehr Freude am Leben haben.

Kennt Ihr die Wochenendrebellen?
Die Geschichte wie ein autistischer Junge und sein Vater zueinander finden und sich verstehen und Spass zusammen haben und dabei über sich hinauswachsen. Und viel über sich und das Leben und die Menschen lernen.

Habe Dan Browns Origin gelesen. Eine etwas gruseliger Geschichte über KI. Und Kommunikation. Ist Euch bewußt, wie wichtig direkte und sachliche Kommunikation mit der zunehmenden Digitalisierung und KI ist? Denn eine KI, ein technisches Gerät nimmt das gesagte wortwörtlich. Genau wie es Autisten tun. Bedenkt man dass viele Techniker und Programmierern autistische Züge nachgesagt werden, ist dies auch logisch.

D.h. man muss höllisch aufpassen, dass man sich nicht missversteht. Nicht nur zwischen den Menschen. Sondern auch mit den Maschinen. Im Buch hatte das eine fatale Wirkung.

Jeder Programmierer, dier schon mal mit einer Endlosschleife am Beginn seiner Laufbahn Rechner zum Absturz brachte, kann dies bestätigen. Auch hier war die Kommunikation nicht eindeutig. Man hat etwas vergessen. Die Abbruchbedingung. In gewisser Weise ist also jeder Bug dysfunktionale Kommunikation mit der Maschine. Oft auch mit dem Anwender. Bidirektional. Das macht es nicht einfacher. Je mehr Schnittstellen (Rechner, Menschen) es gibt, desto komplexer wird die Kommunikation.

Die KI war angewiesen für einen Vortrag des Zukunftsforschers eine möglichst hohe Zuschaueranzahl in den sozialen Medien auf sich zu ziehen. Die KI nahm dies wortwörtlich und veranlasste die Ermordung des Auftraggebers vor laufender Kamera.

Ich gebe zu, das ist sehr extrem. Aber bedenkt wieviele Missverständnisse wir Menschen schon miteinander haben. Und wie sich kleine Missverständnisse aufschaukeln und summieren, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und aufgeklärt werden. Autisten können davon ein Lied singen... also nicht wortwörtlich. Denn sie nehmen vieles wortwörtlich. Was wiederum zu Unverständnis, Irritation, Hilflosigkeit und Wut oder gar Aggression der Gegenseite führt.
Des is fei a ned grod as gsündeste...

Saugtücher aus Zellstoff.. wozu braucht man das eigentlich? Wir haben uns daran gewöhnt. Sind damit aufgewachsen. Aber haben wir es schon mal in Frage gestellt? Früher hat man wenn man mit kleinen Kindern unterwegs war, halt einen feuchten Waschlappen eingepackt. Ging auch. War umweltfreundlicher. Da brauchten nicht Regenwälder für den weissen weichen Zellstoff abgeholzt zu werden.... Und wenn sonst was daneben geht, dann gibt es ja noch Putzlappen.

Klopapier .. früher recyclete man Zeitungen, schnitt sie in Streifen und putzte sich den Hintern damit ab. Heute muss es weich und weiss sein. Regenwald wird dafür abgeholzt. Das war mir noch nicht bewußt. Kein Wunder, denn irgendwie haben wir die Verbindung zur Natur verloren. Wir wissen nicht mehr woraus ein Produkt gemacht ist. wo es herkommt.

Fragt mal kleine Kinder, wo Pommes Frites herkommen...

Dabei gibt es das graue (Druckerschwärze) härtere Toilettenpapier noch, das aus Zeitungspapier hergestellt wird. Die Nachfrage der Verbraucher regelt den Markt. Würden wir alle mit grauem Papier vorlieb nehmen, würde sich auch die Papierindustrie umstellen müssen.

Der Trend beginnt gegenläufig zu werden. Es gibt jetzt auch Unverpacktläden! Da geht man mit eigenen Behältern hin und vermeidet so Müll. Kaffe 2 Go-Becher hat jeder daheim. Denn Tassen sind an sich transportabel. Sie haben einen Henkel...

Auch bei mir im Hirn muss dieser Umdenkprozess erst greifen. Warum ist das so? Weil unser Hirn Prozesse ritualisiert und automatisiert, sonst wären wir nicht überlebensfähig. So lernen wir. Erst lernen wir bewusst etwas auf eine bestimmte Art und Weise zu tun und dann verstärken sich die neuronalen Verknüpfungen für diese neue Tätigkeit bis sie automatisiert (ohne Nachzudenken) ablaufen kann.

Den Prozess dann wieder achtsam und bewußt auszuführen ist gar nicht so einfach. Das erfordert Übung. Und erst dann gelingt es uns über das was wir tun (die vorher nur automatisch abliefen) bewußt nachzudenken und diese zu überdenken. Erst dann können wir sie verändern.

D.h. wir sind gar nicht so schlimm wie es den Anschein hat. Denn das alles hat ja einen Sinn. Um das Überleben zu sichern. Das ist aber bei Klopapier und Co nicht unbedingt der Fall.

Doch die Flut an Reizen, Informationen, Wahlmöglichkeiten ist heute so gross wie nie zuvor und sie wird weiter anwachsen. Unser Hirn stammt aber noch aus Urzeiten. Es kann damit nicht umgehen. Noch nicht! Wir können es lernen. Wir können lernen vernünftig und gut mit der digitalen Technik umzugehen und sie da als Chance nutzen, wo es Sinn macht. Und da, wo es Unsinn ist auf analoge Lösungen auszuweichen. Ich denke, es ist hier wie bei allem im Leben. Die Antwort auf die grossen Probleme ist immer : Homöostase. Im Gleichgewicht. Ausgeglichen muss es sein. Mal sehen, ob und wie wir das hinkriegen. Wird spannend.

Mittwoch: Als ich noch klein war, gab es in Röttenbach immer ein altes Mütterchen, dass in der Röttenbacher Tracht mit dem Bus nach Erlangen fuhr und dort Blumen verkauft hat. Ein Original.

Zu meiner Mama hat der Arzt auch gemeint, eine Allergie kommt sofort und nicht erst nach ein paar Tagen.
Sie: "Mei Herr Dokter. Ich bin a alte Frau. Bei mir dauert halt alles a weng länger."

Sie ist auch ein Original.

Meine Bekannte erzählte daraufhin folgende Geschichte.

"Hab ich Dir mal von meiner Oma erzählt? Die hat sich ja mit 83 auf der Treppe nach einem Blatt gebückt, ist dabei mit Salto runtergesegelt und hat sich den Arm und einen Wirbel gebrochen und mit der Brille die ganze Kopfhaut aufgeschlitzt. War lange im Krankenhaus und dann immer wieder dort zur Reha, bei der sie ganz toll mitgearbeitet hat. Einmal saßen wir vor der Reha auf dem Flur, als einer der behandelnden Ärzte auf sie zukam und sagte, dass er sich freute, daß sie wieder so fit ist.
Meine Oma meinte: "Ach wissen Sie, Herr Doktor, ich meine ja immer noch, mit essigsaurer Tonerde wär's auch gegangen."
Solche Mädels werden heute nicht mehr gebaut."

Doch! Originale gibt es noch. Und von Natur aus, ist es jeder Mensch.

Und warum trifft man diese erfrischenden Gestalten so selten? Es braucht nur den Mut zu sich selbst zu stehen. Sich selbst zu mögen. In der heutigen normierten Welt braucht es sehr viel Mut so zu sein wie man ist.

Donnerstag: Apropos Gestalten... und seltsam... Ihr kennt mich ja und dass ich mit dem Wort "Norm" und "Normal" so meine Probleme habe. Was ist normal?
Diese Frage stellt auch die Ausstellung Barrieresprung im Erlanger Stadtmuseum.
Also bin ich hin. Gestern.

Am tollsten fand ich ein Casting, wo Menschen mit und ohne Behinderung aufeinandertreffen. Ein Film. Zuerst spürt man die Unsicherheit der "Normalen"
Bis der Funke überspringt. Und beide sehr viel Spass haben!

Der Satz: "Komm , wir gehn mal..." wird vom Rollstuhlfahrenden Schauspieler mit:"Ich kann nicht gehn." kommentiert. Worauf die Gegenseite sich zu:"Na dann rolln wir halt..." korrigiert und beide drüber lachen.

Ihr seht: die Sprache des Humors überwindet jede Barriere! :)

Das erste Rollrad ist auch ausgestellt. Der erste Rollsthuhl. Den hat sich ein Betroffener selbst gebaut. Aus Kreativität und Findigkeit der Betroffenen entstanden die ersten Krücken und Prothesen und die ersten Orthopädiegeschäfte. Den Namen hab ich leider vergessen. Irgendwas mit F... Sorry, aber da macht mein übererregtes Nervensystem mir heut einen Strich durch die Rechnung. Was hat ein Strich in der Rechnung zu suchen..?

Im Mittelalter waren Behinderte (den Oberbegriff gab es damals noch nicht, sondern: Lahme, Blinde, ...) auf ihre Familie oder auf Almosen und Betteln angewiesen. Dann kümmerte sich die Kirche um sie. Allerdings nur um körperlich behinderte. Geistige Behinderungen wurden erst sehr viel später als Krankheit erkannt und dann mit kalten Bädern und anderen unmenschlichen Methoden behandelt.

Man sperrte sie weg. In Anstalten. Die meist auch noch Zuchthäuser waren. Des is fei a ned grod as gsündeste. Erst die Kriegsversehrten erkämpften die ersten Fortschritte für Barrierefreiheit. Aber davon kann man da auch noch nicht sprechen. Immerhin musste sich die gesamte Gesellschaft damals damit auseinandersetzen, weil die Folgen nicht mehr übersehbar waren.

Der VdK s(Verein der Kriegsversehrten) kommt ja daher. Inzwischen kümmert er sich auch um die Belange von alten Menschen und Menschen mit Behinderungen.

Für behinderte Kinder setzten sich ihre Eltern ein. So entstand z.B. die Lebenshilfe und die Muschelkinder.

Barrierefrei ist unsere Gesellschaft und auch unsere Umgebung noch lange nicht. Da liegt noch viel Arbeit vor uns. Wobei die meisten Barrieren im Kopf sind. Also wieder alles eine Folge der Wahrnehmung bzw. der Fehlwahrnehmung derselben.

Im düstersten Kapitel der NS-Zeit gab es das Programm T4 , die Vernichtung lebensunwerten Lebens (Hupferla in Erlangen) und die Zwangssterilisationen. Daran hatte auch die Erlanger Frauenklinik ihren Anteil. Und mind. zwei Fälle sind nachgewiesen, in denen Frauen danach starben. Der Arzt:"Eine Anamnese konnte aufgrund ihrer Schwachsinnigkeit nicht durchgeführt werden..." zeugt von der menschenverachtenden Haltung der damaligen Zeit.

Ihr werdet sagen: Aber das gibt es heute doch nicht mehr... Stimmt das wirklich?
Es gibt auch heute Fälle in Krankenhäusern, wo alte, behinderte oder verwirrte Menschen, die niemanden haben, der für sie einsteht, nichts zu essen bekommen und vernachlässigt werden. Das Thema ist nach wie vor aktuell.

Heute erinnern kleine Täfelchen mit Namen von in der Hupferla und NS-Zeit Ermordeten vor der Med I bis V am Ulmenweg an diese Zeit. Dort stehen ein paar Namen. Denen bin ich am Montag begegnet, als ich meine Bekannte im Krankenhaus besucht habe. Das hat mich sehr bewegt.

Auch Regimegegner wurden für psychisch krank erklärt und so aus dem Weg geräumt.

Sowas darf nie wieder passieren!

Was ist lebenswert und wer kann das beurteilen? Nur der Betroffene selbst! Und der möchte nur eins! Selbstbestimmung und ein selbstbestimmtes Leben wie Ihr auch! Das sollte selbstverständlich sein. Ist es aber heute immer noch nicht.

Wann darf ein Arzt ein Leben beenden bzw. die lebenserhaltenden Massnahmen einstellen? Es ist eine Gradwanderung. Für beide Seiten. Soll immer alles was machbar ist auch gemacht werden? Nur weil es machbar ist? Und soll immer alles unterlassen werden, was nach aktuellme Stand nichts mehr bringt?

Denn vieles , was man einst als bekannt und wissenschaftlich belegt vorausgesetzt hat, hat sich inzwischen als falsch herausgestellt. z.B. sagte ein Arzt, dass meine Schwester ihre Hirnblutung nicht überleben würde. Und sie auch niemals mehr sprechen könnte. Er hat sich geirrt.

Er hat die Selbstheilungskräfte und die Hilfe zur Selbsthilfe in unserer Familie und in meiner Schwester unterschätzt! Inzwischen ist auch bekannt, dass andere Hirnregionen für ausgefallene einspringen können. Damals dachte man noch die Struktur und Verdrahtung im Hirn sei fest. Heute weiss man , sie ist agil und flexibel. Neuroplastisch ist der Fachbegriff dafür.

Man dachte auch mal, dass Babies keinen Schmerz empfinden. Auch das ist inzwischen widerlegt. Nur weil jemand sich nicht äußern und es kommunizieren kann, muss es ja nicht heissen, dass er keinen Schmerz empfindet. Auch hier spielt die Art der Kommunikation bzw. dass man nicht in der Lage ist normgerecht zu kommunizieren, eine riesige Rolle bei der Entstehung eines Missverständnisses, das verherrende Folgen auf die Betroffenen hatte. Kinder wurden ohne Narkose operiert. Des is fei a ned grod as gsündeste...

Und wer sagt, dass es nicht heute auch noch so ist? Dass wir Dinge annehmen und glauben, die so gar nicht stimmen? Die sich in einigen Jahren oder Jahrzehnten als Irrtum herausstellen?

Eine blinde Frau in einem Video im Museum wünscht sich, dass es das Wort Inklusion in 10 Jahre nicht mehr gibt, weil sie einfach gelebt wird und es nicht mehr benötigt wird.

Gleichberechtigung und Selbstbestimmung betrifft ja nicht nur Behinderte , sondern auch andere Gruppen. Frauen, Arme, Kinderreiche , Migranten, Zugezogene , alle, die aus einem anderen Kontext stammen. Alle die eine Minderheit sind. Und irgendwo ist jeder Teil einer Minderheit. Wenn nicht heute, dann doch irgendwann im Leben. Das ist unvermeidbar.

Gruselig auch das Plakat mit der gesunden arischen kindderreichen Familie oder das Gesund-Krankheits-Vererbungs-Plakat. Heute wird auch wieder der Gesundheit gehuldigt. Aus ihr ist ein Riesengeschäft geworden. Dabei kann man sie nicht kaufen. Teilweise wird sie gottgleich zur Religion erhoben. Des is fei a ned grod as gsündeste...

Und Gesundheit ist auch kein Dauerzustand sondern besteht aus einer Homöostase , aus einem gesunden Lebensstil. Dass man sein Leben lebt und nicht das der anderen. Dass man seine Werte lebt und ihnen treu bleibt.

Auch gruselig: vom Programm T4 wussten die Menschen. Niemand hat etwas dagegen unternommen. Minderheiten, Menschen, die keine Stimme haben, haben keine Lobby. Das ist auch heute noch so.

Ob daraus resultiert, dass auch heute noch verschämt und heimlich mit Behinderungen umgegangen wird? Ist das noch eine Nachwirkung aus dieser Zeit? Sie steckt ja noch in unseren Genen... auch eine Art Gendefekt...

Ich wünsche mir, dass man Anderssein als Chance sieht, nicht als Mangel. Denn Anderssein bietet auch Chancen. z.B. einen anderen Blick auf die Welt. Eine neue Perspektive.

Ich hab die Dame an der Kasse im Museum gefragt, ob mehr Behinderte oder Gesunde in die Ausstellung kommen. Sie meinte, es hält sich die Waage. Das ist schön. Es sollten sich noch viel mehr Menschen die Ausstellung ansehen.

Auch die Blindenschrift (6 Punkte, die je nach Buchstabe gefüllt, also 0 oder 1 sind, auch eine Art Binärcode) und die Gebärdensprache werden dort gezeigt. Das find ich spannend. Kommunikation anders codiert. Ob man sich in Blindenschrift und Gebärdensprache auch so oft nicht versteht und aneinander vorbeiredet und schreibt? Das würd mich echt mal interessieren.

Es gab auch eine Fühltheke. Man steckte die Hände in die Löcher und ertastet, was drin ist. Sprich die Ausstellung läßt sich mit allen Sinnen erfahren. Man lernt also sehr viel! Weil das Hirn ja genauso funktioniert :)
Tolle Ausstellung!

Die Farbe weiss flimmert und flirrt derzeit ganz schön vor meinen Augen. Der Wahnsinn. Ich behelf mir mit Sonnenbrille oder den Blick auf das braune Laminat der Physiotherapiepraxis. Wow!

Am Sonntag hat mein Trafohäusle derart aufgedreht, dass ich wie ein Durazellhase durch die Gegend laufen musste. Die Gedanken kreisten und waren nicht zu stoppen.

Dann bin ich in den Wald und auf einmal hielten sie an und mein Nervensystem fuhr runter. Endlich Ruhe. Das Gedankenkarussell hilet auch an. Jippie.

Ich hab dann ein bisschen mit den Bäumen geredet. War sehr nett. :)

Die letzten beiden Nächte waren die Pest! Ich konnte zwar einschlafen, bin aber immer wieder schweissnass aufgewacht. Und dann hat das Trafohäusle so gebrummt, dass es kaum zu bändigen war!

Das liegt an dem ständigen Temperaturwechsel. Empfindliche Nervensysteme bringt das ganz durcheinander. Auch meine Physio hat das bestätigt.

Was hilft da?
Aufstehen und Wasser trinken. Aufgrund des erhöhten Harndrangs (den erzeugt das übererregte Nervensystem) muss man sowieso aufstehen. Bewegung. Ich laufe langsam auf meiner Balanciermatte. Das ist so ein Schaumstoffteil. Bis ich müde werde und dann geht's wieder.

Ablenkung: Meine Mama setzt sich in die Küche und puzzlet oder häkelt bis sie müde wird.

So noch was zum Schmunzeln...
Meine Mama legt den Telefonhörer des öfteren nicht richtig auf. Derzeit wartet sie auf den Anruf eines Handwerkers. Als sie dann heut einkaufen war und der Anruf kam und ich ausrichtete, dass sie nicht da ist, meinte der Handwerker:
"Die ist ja schwerer zu erreichen als der Papst!"
Ich habe leider keinen Vergleich, da ich den Papst sehr selten anrufe. Also gar nicht.

Heut hab ich es geschafft, mal zusammenzuschreiben, was ich bei meinem Vortrag mit der Comicausstellung am 07.10. in der Spitaleria im Kreiskrankenhaus, das sich seit neuestem am Telefon mit "Klinikum Höchstadt" meldet , was ich anfangs sehr irritierend und belustigend fand... denn unter einem Klinikum stell ich mir doch etwas andere Ausmasse vor... - halten werde.

Ich bin gespannt, ob jemand kommt und wenn ja wieviele... Gestern hab ich noch Tesafilm gekauft und ich hoffe, der hält auch bei Tonkarton. Wenn nicht, muss ich improvisieren. Das fällt mir im aufgeregtem Zustand, in dem ich dann vermutlich sein werde, sicher nicht leicht. Deshalb hab ich schon mal um Unterstützung gebeten. Es ist nämlich eine Stärke und eine Anti-STress-Copingstrategie (und zwar im Gegensatz zum Rauchen sogar eine gesunde) andere um Hilfe zu bitten.

Apropos Coping-Strategien gegen den Stress. Es gibt von der Technikerkrankenkasse eine Broschüre "Der Stress". Dort werden Stressoren und Copingstrategien erklärt und wie Ihr einen gesunden Umgang mit Stress erlernen könnt. HIER ist der Link.
Viel Erfolg beim Bändigen Eures Trafohäuschens! Passt gut auf Euer Nervensystem auf!

Freitag: Mein Kollege hat mir die DVD Das Leben des Brian geliehen. Gestern hab ich sie dann drauf. Es kam nix gscheites im Fernsehen. Sogar bei den Gesundheits- und Wissensendungen auf den Dritten kommen nur Wiederholungen.

Ich versteh es nicht. Ich find dazu keine Zugang. Der Film ist und bleibt für mich ein Rätsel. Ich find es auch nicht lustig.

Hab es dann aufgegeben und eine WAS-IST-WAS DVD, die ich neulich beim Scheunen-und Garagentrödel gefunden habe, über Erfindungen und Bionik geguckt. Das hat mir besser gefallen. Die werd ich dann im offenen Bücherschrank deponieren. Dann können sie noch andere gucken.

Neulich an einem Auto das entspannte Nervensystem seines Besitzers gesehen.
Das Auto hatte hinter dem linken Kotflügel weisse Kratzer. Anstatt sich drüber aufzuregen und es wieder perfekt lackieren zu lassen, hat derjenige einen Aufkleber darüber gepappt:

Shit happens!

Das nenn ich mal eine kreative Lösung damit umzugehen ;-)

Unterwegs in Erlangen ist mir neulich dieser wunderschöne Spruch begegnet:

"Dankbarkeit ist wie Brausepulver.
Sie macht das Leben bunt und bringt es zum Sprudeln."

Und hier noch einer von Astrid Lindgren, der Frau, die auch noch in hohem Alter auf Bäume geklettert ist.

"Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen"

Hab meiner Ergo ein T-Shirt besorgt. Nicht weil sie keins hat... Sondern weil ihr eins so gut gefallen hat und ich eh nochmal an dem Laden vorbeikam. Gestern hat sie wegen einer Terminverschiebung angerufen. Den nächsten hab ich nächste Woche. Bei der Gelegenheit hab ich ihr auch erzählt, dass ich das T-Shirt bekommen habe.
Sie:"Das Geld bekommst Du nächste Woche. Das macht Dir doch nix aus?"
Ich:"Nein, das macht nix. Das T-Shirt bekommst Du von mir auch erst nächste Woche."
Da hat sie dann gelacht.

Ich mach grad den virtuellen Kurs digital leadership. Habt Ihr gewusst, dass es einen Unterschied zwischen Leadership (Führen) und Managen gibt. Das Management kümmert sich um Dinge (Controlling, Struktur, Stellenbesetzungen und plant), die Führung kümmert sich um Menschen: motiviert sie, begeistert sie , nimmt sie bei Veränderungen mit und fördert ihr Potential.

Führen kann jeder. Dazu muss man kein Manager sein. Führen heisst: Dinge einfach machen. Pragmatisch angehen. Verantwortung übernehmen. Lösungen finden. Sich der ständigen Veränderung (die ja ein natürlicher Vorgang ist) und die in Zeiten des digitalen Wandels immer schneller von statten geht, stellen. Somit wird Führung heutzutage auch immer wichtiger. Weil der Wandel immer schneller vor sich geht. Agilität wird also wichtiger als Effektivität. Warum? Weil wir nur so die Probleme der Zukunft lösen können. Denn nur, wenn man das Potential der Menschen kennt, fördert und sie mitnimmt, kann man ihre Stärken fördern und ihre Kreativität wecken. Und nur dort gedeihen auch Innovationen. Ist ja logisch. Manager denken wie Politker kurzfristig. Nur ihre Amtseit lang. Leader langfristig. Denn sie bleiben im Gegensatz zu Managern auch langfristig im Unternehmen.

Bedenkt doch mal dass unser Hirn genauso funktioniert, es will immer neue Probleme lösen. Dadurch wird es besser! Und dadurch bleiben wir dann auch jünger im Kopf und das wirkt sich auch auf den Körper aus. Dazu muss man die Möglichkeit haben, sich in seiner Haut wohlzufühlen. Auch auf Arbeit! Bzw. gerade dort! Denn dort verbringen wir die meiste Zeit des Tages.

Ob das zukünftig weiter so sein muss, sei mal dahingestellt. Denn es ist ja auch schon wissenschaftlich nachgewiesen, dass nicht die Länge der Arbeitszeit entscheidend für die Qualität der Arbeit ist. Jemand der hochkonzentriert und motiviert nur wenige Stunden am Tag arbeitet kann so deutlich produktiver sein, als jemand, der 8 Stunden Dienst nach Vorschrift macht. Einige Firmen haben dies schon erkannt, die Arbeitszeit für alle gesenkt bei gleichbleibendem Gehalt. Das Umdenken nimmt langsam Fahrt auf. Das wird noch spannend!

Die Arbeit und auch die Stellen verändern sich schneller als jede Stellenbeschreibung mitkommt. Ich habe meine letzte vor 10 Jahren bekommen. Seitdem sind völlig neue Tätigkeiten dazugekommen. Kommunikation wird immer wichtiger. Das Zwischenmenschliche wird zum grossen Faktor und zur grossen Chance.

Veränderung mögen wir Menschen aber gar nicht so gern. Unser innerer Schweinehund sträubt sich dagegen. Weil wir einerseits zwar immer wieder Neuerungen und Neugier brauchen, andererseits aber auch Routinen und Rituale. Was , wo unser Leben bestimmt, können wir aber im gesetzten Rahmen selbst entscheiden. Evtl. sogar den Rahmen durchbrechen. Sprich wir nähern uns einer Zeit, in der wir unser Leben selbst in die Hand nehmen können und sollen. Das ist gut, denn das wirkt auch dem zunehmenden Stress entgegen, der mit diesem immer schnellerem Wandel einhergeht.

Vielleicht wird es irgendwann gar nicht mehr nötig sein Dinge in Ausbildungen zu lernen. Weil sich die Berufsbilder zu schnell verändern. Dann wäre learning by doing genau das, was wir brauchen. Experimentieren , Ausprobieren. Auch das ist übrigens Teil von Leadership: Fehler zulassen, Ausprobieren, Experimentieren. Der Gegensatz zum Management, der auf Fehlervermeidung aufgrund der Effizienz getrimmt ist.

Aber schliesst das eine das andere nicht aus?
Jein. Es wird beides gebraucht. Denn je größer eine Organisation desto wichtiger wird Management. Aber auch Leadership. Leadership wird zukünftig noch wichtiger als Management.

Wobei Leader Menschen sind, die nicht in eine Stelle befördert werden, sondern aufgrund ihrer fachlichen Fähigkeiten, ihrer Werte und Ziele und ihrer Begeisterungsfähigkeit und der Fähigkeit andere zu motivieren und mit ihnen im Team zu arbeiten. Sie tun dies nicht aus extrinsischer Motivation (Geld oder Dienstwagen wie es Manager tun) sondern aus intrinsischer Motivation. Weil die Arbeit ihnen Spass macht. Weil es Spass macht die anderen mitzunehmen, neues auszuprobieren. Der Spass an der Arbeit rückt also in den Mittelpunkt.

Projektmanager nennt man das auch. Obwohl ich auch Projektmanager kenne, die in diese Position befördert werden. Haben sie vom Fach keine Ahnung und auch nicht von den Menschen und ihren Aufgaben und Fähigkeiten und ihrem Fachwissen, dann wird das aber nicht funktionieren.

Ein natürlicher Projektmanager ist eine natürliche Autorität. Er hat die fachlichen Kenntnisse und die Fähigkeit Menschen zu motivieren und zwischen ihnen zu vermitteln. Er hat ihren Respekt und ihr Vertrauen. Das, was so mancher Manager schon leichtfertig verspielt hat. Also soziale Fähigkeiten. Kommunikation spielt eine grosse Rolle dabei. Das ist eine Chance das Feld von unten aufzurollen! Denn es sind Menschen, die von ganz allein nach vorne treten und Verantwortung übernehmen. Freiwillig. Sie sind die wahren Schätze eines Unternehmens.

Das sind die resilienten, weil sie selbst Verantwortung übernehmen. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten und den äußeren Rahmenbedingungen. So kann der, der sich am besten fachlich mit einem Thema auskennt, zum Verantwortlichen für ein Projekt werden. Agilerweise. Er kennt die Menschen um sich herum und weiss, wen er zur Bewältigung der Aufgabe braucht und holt ihn zu sich ins temporäre Team.

Nach dem Projekt löst es sich auf. Und andere Konstellationen von Führenden und Teammitgliedern finden sich. Völlig autark, von alleine, selbständig. Die besten finden zusammen. Von alleine. Da müssen wir hin!

So funktionieren übrigens auch die Grossraumbürolösungen erfolgreicher Unternehmen. Durch den flexiblen Aufbau und Abbau von Wänden werden dynamisch für die neuen Teams auch gemeinsame Räumlichkeiten geschaffen. Sprich: die Leute, die agil zusammenarbeiten, sitzen dann auch zeitlich befristet dort zusammen! Nicht die gesamte Abteilung! Das ist ein Unterschied!

Sprich: das Umfeld muss genauso agil werden, wie die Menschen es werden sollen! Nicht starr! Nicht bürokratisch von oben herab. Sondern die Teams bestimmen, welche Tools sie nutzen und wie! Nur so kann es funktionieren! Denn jeder Mensch tickt ein bisschen anders. Das eine Team mag ein Face 2 Face Standup-Meeting mit Flipcharts bevorzugen. Das andere zieht die Skype-Konferenz vor .... Jeder Mensch ist anders gestrickt. Und genau darauf muss man sich einlassen und es zulassen. Also auch das Team muss sich sein Umfeld selbst schaffen können! Die Verantwortung dafür übernehmen und sie nutzen.

Das bedeutet, dass Quereinsteigen, Learning by Doing immer wichtiger wird. Die Neugier und Wissbegier, das Experimentieren, der Mut auch Fehler zu machen und daraus zu lernen.

Man sieht es ja schon heute, am Fachkräftemangel, dass es so wie bisher nicht mehr funktioniert. Flexible Lösungen sind gefragt. Aufgrund des Lehrermangels, wird darüber diskutiert den Numerus Clausus abzuschaffen und Quereinsteiger im Beruf zuzulassen.

Diese Offenheit und Flexibiltät wird weiter zunehmen. Sie ist natürlich. Darwinistisch :) Evolution. Lassen wir die Berufe doch evolotionsmäßig sich entwickeln. Und gucken wo sie hinlaufen. Schauen wir, was wegfällt (Bürokratie), und was intensiviert wird. Das, was Spass macht und Sinn wird sich verstärken und mehr Zeit beanspruchen. Ganz natürlich.

Bei Echsen, die keine Klettermöglichkeit haben, verkürzt sich auch der Schwanz. Bei den Berufen wird es der Rattenschwanz der Bürokratie sein, der abfällt. Und das Mitmenschliche wird, weil es Spass macht, zunehmen. Mehr Freude für die Dinge, die einem selbst wichtig sind, führen zu mehr Arbeits- und Einsatzfreude. Der Beruf ist kein Job mehr sondern Berufung.

Und derer wird es in einem Arbeitsleben immer mehr geben. Job rotation als natürlicher Lernprozess und der Herausbildung der Persönlichkeit durch vielfältige Erfahrungen. So werden wir Menschen resilienter (widerstandsfähiger) und können die Probleme von heute und morgen bewältigen. Spannend! Aufregend! Es kribbelt ...

Heutzutage reitet man gern auf Fehlern herum. Lernt aber auch nicht daraus und begeht so dieselben immer wieder. Ich glaube das ist die NI der Zukunft. Die natürliche Intelligenz (die Fähigkeit wie unser Gehirn lernt) optimaler denn je zu nutzen! Das ist doch spannend! Hier braucht es kein Gehirndoping!

Benutzen wir unser Gehirn mehr , dann bleiben wir geistig und auch körperlich fitter. Die Work-Life-Balance muss jeder für sich selbst festlegen. Denn damit könenn wir auch länger arbeiten. Und es macht uns dann auch gar nichts aus. Denn es fördert unsere Gesundheit und macht Spass! Man geht nicht mehr mit Grausen auf Arbeit sondern freut sich drauf. Eine Tätigkeit mit Sinn und Freude.

So sollte es zukünftig sein. Man nimmt sein Leben wieder selbst in die Hand. Entscheidet, was man im Leben möchte und was nicht. Nie waren die Optionen so vielfältig. Die Wahl so schwer. Damit die Wahl leichter wird, wird es umso wichtiger, dass wir für uns selbst wieder Verantwortung übernehmen und sie nicht an der Pforte abgeben.

Vorbei sind die Zeiten, wo man ein Leben lang denselben Job machte. Der Beruf kann zur Berufung werden!

Derzeit sind wir es gewöhnt geführt zu werden, machen zu lassen. Es ist bequem. Und kritisieren ist auch leichter als selbst konstruktive Vorschläge zu machen. Auch das sind neuronale Verschaltungen in unserem Gehirn. Aber auch diese Bahnen lassen sich umprogrammieren. Indem wir uns zunächst unser Handeln wieder bewusst machen. Indem wir uns die Fragen stellen: Was brauchen wir? Was wünschen wir uns? Und die Antworten dann in die Tat umsetzen. Ich bin gespannt.

Es geht nicht von heute auf morgen. Denn neuronale Verknüpfungen zu verändern braucht Zeit! Geduld und Hartnäckigkeit! Und Mut! Den Mut Dinge zu verändern, Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten, flexibel im Denken zu werden. Denn auch erst dann kann unser Gehirn flexibel im Handeln werden und Innovationen und langfristige Lösungen hervorzubringen. Es liegt an uns! Wir befinden uns in einer spannenden Zeit des Umbruchs und Aufbruchs.

Euer Gegeneinwand: Und was ist mit den älteren Semestern? Die können doch gar nicht mehr mithalten mit der Agilität. Das können doch nur die Jungen...

Ein kleines Beispiel wie es funktioniert und die Begeisterung, Neugier, das Experimentieren in den den Tunnelalltag eines meiner Kollegen, der Mitte 50 ist, zurückkam.

Er hatte Lust was in SQL zu machen, statt tagtäglich Auswertungen zu rechnen. Das macht er seit ich ihn kenne und ich kenne ihn schon seit 10 Jahren. Die kann er nicht mehr sehen. Das kann ich gut nachvollziehen.

Ihr hättet seine Freude und Begeisterung beim Ausprobieren sehen sollen! Wie ein kleines Kind hat er sich gefreut, als es funktioniert hat. Das war toll! Stellt Euch vor, Ihr könntet das bei Euch und Euren Arbeitskollegen und Kolleginnen (auch in älteren Jahre, da find ich es besonders toll! :) erleben! Was für eine ERFAHRUNG! Ein tolles Gefühl! Ein Spass! Lachen statt griesgrämige und angespannte Gesichter. Die ganze Büroathmosphäre blüht auf! Man spürt es!

Und wenn jeder seine Stärken, Erfahrungen, soziale Fertigkeiten einbringen kann, dann findet jeder seinen Platz. Man ergänzt sich. Verschiedene Puzzleteile docken aneinander an und es ergibt ein wunderbares Gesamtbild. Dazu braucht es den richtigen Rahmen. Denn Menschen sind wie Bilder. Nur im richtigen Rahmen kommen sie zur Geltung! Das ist gelebte Integration. Die Integration aller! Unabhängig vom Kontext, vom Alter, von Gdb, Geschlecht ...

Gelebte Neurodiversität. Die Mischung macht's! Die Natur zeigt uns das doch ganz deutlich, dass genau das, das ausgewogene Gleichgewicht, die Symbiose aller (z.B. im Wald) am besten funktioniert. Worauf wartet Ihr noch? Lasst es uns ausprobieren!

Dann würde auch der Begriff normal wegfallen. Weil man ihn nicht mehr braucht. Weil er hinderlich ist. Eine Barriere. Die Barrieren befinden sich nämlich nicht in der Natur sondern in den Köpfen der Menschen. Lasst uns drüberklettern! Sie beiseite schieben! Gucken wir mal, was dann passiert! :)

Und mit dieser wunderbaren Erfahrung und dem wunderbaren Gefühl wünsche ich Euch ein wunderschönes Wochenende!

14.09. bis 20.09. Interessantes ...

Samstag: Sodala.. gestern hatt ich das Wetter etwas unteschätzt, mich verkühlt und hab mir ne verstopfte Nase eingefangen. Heut um 6:00 Uhr war sie dicht. Nu war ich einfach zu faul zum Aufstehen, weil es so schön warm im Bett war. Also dacht ich mir statt das Eukalyptusöl zu holen und einzureiben und zu inhalieren, inhaliere ich mal ohne das Öl. Also tief ein - und ausgeatmet.

Und da ist mir klar geworden, dass Inhalieren ja dasselbe ist wie die Atemmeditation. Also eine Entspannungstechnik. Das Nervensystem wird dadurch beruhigt. Und die ätherischen Öle und die Wärme unterstützen das ganze noch. Heureka!

Na dann muss es ja auch ohne Öl gehen. Und siehe da nach einiger Zeit rumatmerei, Inhaliererei ohne Dampf und Öl wurden die Nasenlöcher von ganz allein frei. Dann wurd mir mal kurz heiss und das verging dann wieder. Da Schwitzen ein Zeichen des Anspringens der körpereigenen Abwehr ist und damit auch Fieber, geh ich mal davon aus, dass es das war. Damit die anspringt, muss man sich aber im Entspannungszustand befinden. Das scheint funktioniert zu haben. Das find ich grad saucool.

Auch wenn es freilich besser gewesen wäre ich hätte rechtzeitig reagiert und mir ne Jacke mitgenommen und die dann auch angezogen und gespürt, dass ich sie brauche.

Aber hätt ich das gestern gemacht, dann wär mir die heutige Erfahrung ja verwehrt geblieben. Man weiss nie wofür was gut ist.

Eine Bekannte hat mir ne liebe Karte geschrieben: "Was man findet darf man behalten. Ich finde Dich super!"
Dito! Ich hab mich sehr gefreut und geschmunzelt. Und das hat wiederum mein Nervensystem entspannt. Die Karte ist also heilsame Kommunikation. Heilsame Kommunikation geht auch per E-mail oder analoger Postkarte. Hauptsache man tut es :)

Wenn die Homöostase und die Gesundheit eine Frage der Entspannung ist, dann können wir uns an Katzen ein Vorbild nehmen. Wie machen die denn das? Die sind immer entspannt. Sie bewegen sich laaangsam und bedächtig und grazil. Ausser sie jagen grad ne Maus oder werden von einem Hund gejagt. Ich denke unsere Vorfahren haben sich ähnlich verhalten. Um Energie einzusparen. Effiziente Bewegung war wichtig. Denn Nahrung war ja damals nicht wie heute in der westlichen Welt im Überfluss vorhanden. Man wusste nie, was und wann man das nächste mal was bekommt. Trotzdem haben sie überlebt, sonst gäbe es uns heute nicht.

Dann wäre das die Erklärung warum Techniken wie Qi Gong und Tai Chi, die auf langsamen Bewegungen basieren, die Entspannung und somit die Gesundheit fördern. Cool. Denn ich weiss ja aus eigener Erfahrung, dass bei meinem übererregtem Nervensystem schnelle Bewegungen nicht gut sind. Denn dann haut es mir den Schweiss aus allen Poren. Und es hört nimmer so schnell auf.

Da kam mir die Idee langsame Bewegungen mit dem Schnuren der Katze (damit aktiviert sie ihre Selbstheilungskräfte) zu kombinieren. Also ich Summe tief (so dass es im Bauch vibriert und dabei atmet man auch gaaanz langsaaaam ein - und aus) während ich langsame und geschmeidige (ja das kann ich auch, aber nur, wenn ich entspannt bin) Bewegungen mache.

Und siehe da, es funktioniert. Das ist für mich ein praktischerer und pragmatischerer Ansatz. Und nicht sooo langweilig wie die Rumatmerei bei der der Geist immer schnell abschweift. Vielleicht hätte das sogar bei mir damals als die Schmerzen noch allen Raum einnahmen funktioniert. Probiert es doch mal aus, und gebt mir Rückmeldung.

Das erklärt warum das "ooommmmm" funktioniert. Auch das imitiert das Schnurren der Katze. Und so dürfte auch die Klangschalentherapie funktionieren. Gestern bei Hubert und Staller wurde die so erklärt: "Da schlägt einer auf einen Gong und hält ihn an deine Wampen..." Und das erzeugt dann Mikrovibrationen und damit wird die Zellgesundheit gefördert. Da Vibrationen auch nix anderes als Bewegung sind, und man weiss, dass Bewegung die Heilung fördert und die Selbstheilungskräfte aktiviert, schliesst sich hier der Kreis.

Bei Demenz und Parkinson nutzt man die Kraft der Musik und des Rhythmus und der Bewegung (die auch das Gehirn fit hält , durch das Lernen von neuen Schrittfolgen) mit Tanz oder indem man ein Instrument lernt. Also es gibt viele Möglichkeiten. Wenn man die Musik noch selbst macht, mit singen oder summen und sich dabei bewegt und das vielleicht noch in der Natur, dann kombiniert man mehrere Entspannungstechniken und potenziert sie. Die Wirkung dürfte dann deutlich steigen.

Man sagt ja auch: "Wo man singt, da lass Dich nieder. Böse Menschen haben keine Lieder."

Nun glaube ich per se nicht an böse Menschen, sondern nur an ein von der Umwelt empfundenes, wahrgenommenes egoistische wirkendes Verhalten. Das ist aber das Selbsterhaltungs-Verhalten aufgrund eines übererregten Nervensystems und für dasselbe Lebensnotwendig!!! Also wenn Ihr die Perspektive wechselt, seht Ihr, dass der betroffene Mensch dies aufgrund des Zustands seines Nervensystems braucht!

Die Umgebung könnte freilich gern darauf verzichten. Oder wie es die Mutter eines Autisten in dem Krimi: "Was tot ist" formulierte: "Er ist unhöflich. Aber er kann nix dafür."

Das ist derselbe Mechanismus. Die Betroffenen sind sich ihres selbsterhaltenden, feindlich anmutenden Verhaltens nicht bewusst. Es ist eine Folge des übererregten Nervensystems. Nicht die Ursache. Das sollten sich Fachleute bitte mal bewusst werden.

Ihr könnt es auch einfach an Euch mal beobachten. Jeder hat mal ne Erkältung, einen Schnupfen. Und wie seid Ihr da? Ihr seid gereizter. Vieles geht Euch auf die Nerven. Vielleicht seid Ihr auch etwas aggressiv. Ihr wirkt feindlich auf die Umgebung. Wenig sozial. Denn Euer Körper verlangt aus eigenem Selbsterhaltungstrieb nach Ruhe und Rückzug und Entspannung um sich von dem Angriff der Viren oder Bakterien zu erholen bzw. um diesen abzuwehren. Physiologisch logisch... Das Verhalten wird Euch im seltensten Fall bewusst sein. Denn Euer Nervensystem und Körper hat ja grad andere Probleme.

Und genau derselbe Mechanismus tritt bei chronischen Erkrankungen auch auf. Nur vergeht der halt nicht wie ein Schnupfen nach ein paar Tagen. Und das ist für Betroffene und deren Umgebung sehr ungünstig. Aus diesem Modus dann wieder herauszukommen, ist nicht einfach. Denn der Betroffene nimmt dieses Verhalten gar nicht wahr (es ist ihm nicht bewusst, er macht es nicht absichtlich!). Seine Umgebung dafür umso mehr. Und so wirkt er undankbar, reizbar , unzufrieden, aggressiv. Und wenn er Pech hat, bekommt er noch ein psychologisches Etikett für diesen Zustand dazu. Doch er kann nix dafür! Das ist ein natürlicher Prozess.

Ich habe aber festgestellt, dass sowohl ich in der Zeit, in der der Schmerz allen Raum einnahm, keine Musik gehört habe. Nicht aktiv. Im Bus und Zug nimmt man die Rapp- und sonstigen neumodernen Klänge und Beats, die aus den Kopfhörern der Mitreisenden zu hören sind, eher als nervig wahr. D.h. sie schaukeln das Nervensystem eher auf.

Auf die Idee und den Antrieb zu finden, selbst Musik, die man mag anzuhören und sich dazu zu bewegen, wiegen, zu wackeln, bin ich nicht gekommen. Und auch einem Bekannten im Altersheim, der über eine grosse CD-Sammlung verfügte, kam es nicht in den Sinn. Ich denke, das hängt damit zusammen, dass man im Kampf- , Flucht-, Erstarrungsmodus einfach nicht darauf gepolt ist.

Meine Mama benutzt die neue Amigos - CD um meine Schwester zu verscheuchen, wenn sie ihr auf die Nerven geht (also auf Ihr Nervensystem). Sie bewegt sich dazu und summt mit. Damit beruhigt sie weiderum ihr Nervensystem. So lernen wir also alle voneinander. Mal sehen, ob sie wenn sie es dauerhaft und regelmäßig macht, ihr Nervensystem weiter beruhigen kann und nachts wieder besser durchschlafen kann. Selbiges strebe ich auch an.

Immerhin war ich heute früh locker als ich aus dem Bett bin. Statt mich wie ein 100-jähriger mit verspannten Muskeln und krummen schmerzendem Rücken und Gliedmassen aus dem Bett mühsam am Fensterbrett hochzuziehen, kann ich leichter aufstehen. Es wirkt. Probiert'ses dann spürtses! :)

Ob der Muskelabbau im Alter dann auch eine Art Glukoneogenese ist? Also die Muskeln abbauen, weil der Cortisolspiegel und der physiologische Stresszustand des Körpers im Alter ansteigt? Ich denk schon. Denn im Alter bekommt man einen Buckel und dadurch schrumpft man. Auch ich wirkte kleiner. Mit entspannterer Muskulatur am Rücken verbessert sich die Haltung wieder und man wird wieder größer. Nicht dass man vorher per se kleiner war. Man war gebückter. Sprich die Länge war in einer anderen Form verborgen.

Denn meine Bekannte, mit der ich gestern im Cafe war, ist 82 und ihre Muskeln an den Händen sehen meiner abgebauten Muskulatur an den Händen sehr ähnlich. Das kann doch kein Zufall sein. Und wenn man bedenkt, dass dieselben Mechanismen wie bei chronischen Erkrankungen auch im Alter eine Rolle spielen, dann gibt das durchaus einen Sinn.

Worauf sich die Frage stellt, wie weit man das Alter aufhalten könnte, wenn man immer entspannt wie Katzen durch die Welt ginge? Mein persönliches Ziel wäre es, nie wieder (oder zumindest so wenig wie möglich) in ein Krankenhaus oder zum Arzt zu müssen. Denn das sind keine guten Orte für Kranke. Weil man dort nicht entspannt ist! Und nur in entspanntem Zustand die Selbstheilung anspringt...

Bedenkt, dass auch der Magen nur ein Muskel ist. Ist der angespannt, dann funktioniert die Verdauung auch nicht besonders gut, es kommt zu Reflux, Verstopfung oder Dünnpfiff, Darmverschlingungen oder sonstigem .. man spricht ja auch von einem nervösem Magen...

Und die Schluckmuskulatur ist ja bei Parkinsonen und anderen Erkrankukngen auch betroffen. Auch beim Schnarchen. Wenn man entspannt ist, dann müsste auch diese Muskulatur sich beruhigen und die Probleme beim Schlucken und auch das Schnarchen verschwinden. Selbst der plötzliche Kindstod könnte mit einer verstärkten Muskelanspannung zusammenhängen...

Mal sehen, ob ich dieses Ziel erreiche... Grüssle und ein schönes Wochenende!

Sonntag: Gestern hat mir eine Bekannte erzählt, dass die meisten Leute in ihrer Arbeit keine Zufriedenheit, Erfüllung oder gar Spass haben sondern arbeiten gehen, um Geld zu verdienen. Bei steigenden Mieten und Energiekosten kämpfen viele ums Überleben. Spass und Freude finden viele in ihrer Freizeit. Und nicht in der Arbeit.

So hab ich das noch gar nicht gesehen. Und ich bin sehr dankbar für den neuen Blickwinkel. Finde es aber sehr traurig, wenn man die meiste Zeit des Tages einen Beruf ausübt, der einem gar keinen Spass mehr macht.

Dann bin ich wohl einer von den wenigen, die auf Arbeit was finden, was ihnen Spass macht. Neues auszuprobieren, einen neuen Import aufzusetzen. Und dann das schöne Gefühl, wenn es dann auch funktioniert. Das macht glücklich und zufrieden. Ich dachte immer, es geht allen so.

Ich dachte bisher auch, dass man sich ein Umfeld schaffen müsse, das einem Energie gibt. Und nicht auslaugt. Sie meinte, beides muss sich die Waage halten.

Das gibt mir jetzt etwas zu denken... Hmm.. Klar, man kann sich seine Arbeit nicht aussuchen. Man bewirbt sich bei einer Firma um eine Stelle, die sich gut anhört. Im Endeffekt hat man davon aber anfangs gar keine Ahnung und fängt dort von vorn an.

Sie ist nicht so begeistert von ständig neuem und Veränderungen. Sie wünscht sich, das mal was so bleibt wie es ist. Aus verständlichem Grund. Sie hat schon viele Arbeitsverhältnisse gehabt. Sich immer ins Zeug gelegt. Die feste Stelle haben andere bekommen. Wenn man sich von einem befristeten Arbeitsverhältnis zum nächsten hangelt, dann erzeugt das keine Sicherheit. Und um sich kreativ und innovativ einbringen zu können, muss man genug über ein Gebiet wissen und sich darin sicher fühlen. Bei ständigen Wechseln und prekären Beschäftigungsverhältnissen kann also diese Sicherheit, das Vertrauen in sich und andere gar nicht aufkommen. Im Gegenteil: es wird oft enttäuscht.

Wie will man so die agile kreative und innovative Wissensgesellschaft schaffen? Ohne die fehlende Sicherheit?

Andererseits scheint die jüngeren gar nicht mehr so wichtig zu sein. So scheint es zumindest, wenn sie ein Sabbatical-Jahr, Auszeit nehmen und sich keine Gedanken um Rente und Krankenversicherung in der Zeit machen. Machen wir "Alten Hasen" uns zuviele Gedanken? Zuviele Sorgen? Oder nehmen es die Jungen zu leicht?

Andererseits, wenn man als Junger davon ausgeht, dass man eh nicht viel oder gar keine Rente bekommt, gar sein Leben lang arbeiten muss, dann kann man auch nicht mehr sagen: das mach ich dann, wenn ich mal in Rente bin.

Denn ob und wie es die dann noch gibt, und ob man dann gesundheitlich noch dazu in der Lage ist, wird immer unwahrscheinlicher.

Deshalb ist es ja natürlich, dass die Jungen ihr Leben JETZT leben wollen. Und nicht erst irgendwann. Dass sie eine Arbeit tun möchten, die ihnen Spass macht. Denn nur die kann man auch bis ins hohe Alter machen. Wer kann es ihnen verdenken? Und warum tun wir das nicht alle? Das Leben auf später in eine ungewisse Zeit in der Zukunft zu verschieben, ist doch auch keine Lösung... und dann bereut man auf dem Sterbebett, was man alles nicht gemacht hat und noch tun wollte... Auch keine schöne Vorstellung.

Wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich etwas tun soll oder nicht, frag ich mich immer, ob ich es später bereuen würde, wenn ich es nicht tue. Diese Frage hat mir bisher immer gute Dienste erwiesen.

Es gibt auch heute Rentner, die sich mühsam bis in die Rente schleppen. Und dann kaum dass sie Rente bekommen, versterben. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ich hab einen Busfahrer mal sagen hören:"Die Höhe der Rente is ned so wichtig wie die Dauer. Mei Vadder hat ka grosse Renten grichd. Aber laaang!"

Wenn man um seine Existenz fürchtet, dann wechselt man auch nicht mal schnell den Arbeitsplatz sondern verharrt in ungesunden Betriebsklimas. Gesund ist das aber auch nicht. Die Balance zwischen Sicherheit, Routine und Freude an der Arbeit, Spass an der Kommunikation mit den Kollegen, der Arbeit im Team der Selbstverwirklichung , des Lebenssinns sind wichtig. Und jeder muss sie individuell für sich finden.

Ob es reicht entspannt und damit offen genug zu sein, für die Chancen, die sich einem bieten? Ist man gestresst, verpasst man sie. Man sieht sie nicht. Dazu gehört auch Mut. Der Mut zu handeln. Und Existenzangst und Mut passen auch wieder schlecht zusammen. Es sei denn es ist der Mut der Verzweiflung, der uns über uns selbst hinauswachsen läßt.

D.h. wir basteln ein Leben lang daran herum... Jeder für sich. Und so entwickelt sich die Persönlichkeit. Aus den Werten, denen wir folgen. Dann bin ich ja mal gespannt, wo es noch hingeht...

Von einfach war übrigens nicht die Rede... Lernt man allerdings gelassener zu leben und den aktuellen Moment zu geniessen und zu schätzen, was man hat, dann erscheint das Leben leichter... und man ist zufriedener.

Jammert man, vergleicht sich mit anderen, dann erscheint das Leben hart , ungerecht und schwer... Also alles wieder eine Frage der Wahrnehmung...

Das erklärt warum es Menschen gibt, die viel verdienen, aber trotzdem nicht zufrieden sind.

Es ist ja nicht so, dass mir meine Arbeit immer Spass gemacht hat. Am Anfang ist er da. Das Neue und die Neugier. Auch ein bisschen Angst und Respekt. Bis man sich auskennt. Macht man dann zu lange immer wieder dasselbe, ist es auch nicht schön. Denn dann kommt Langeweile auf. Bore-out nennt man das Neudeutsch oder Denglisch.

Kann man denn da gar nix machen? Auch wenn man seine Arbeit nicht verändern kann. Doch! Man kann seine Einstellung zur Arbeit ändern. Denn wenn man den Blickwinkel und die Perspektive verändert, kann man wieder Neues entdecken. Bei mir hat das geholfen. Und dann sieht man auch Chancen und hat wieder Mut zu Veränderungen. Zumindest ist das bei mir so.

Probiert es halt mal aus. Das ist ein Experiment und mal wieder was Neues. Und allein das verändert schon die Sichtweise.

Denn es gibt Menschen, die können auch aus Scheiße Gold machen. Wie ein mobiler Toilettendienst so schön mit seinem Werbespruch sagt:"Ihr Geschäft, ist unser täglich Brot."
Alles eine Frage der Perspektive und der Wahrnehmung :)

Mittwoch: Ich hab laut D-Arzt jetzt einen Hammerzeh.
Also dass meine Hände und Füsse der Hammer sind, seit sie vor sich rumdystonieren oder rumspastifzieren, war mir schon klar.
Aber dass meine Zehe, der Hammer ist , noch nicht.
Naja, mei Papa war ja Handwerker.

Schon lustig je nach Fachrichtung wird ein und dasselbe unterschiedlich bezeichnet.
Ein Neurologe würde es als Dystonie bezeichnen. Mein Hausarzt als Spastik.
Der Unfallchirurg als Fussfehlstehlung mit Krallenzeh, Hammerzeh...
Jeder hat seine eigene Perspektive und seine eigene fachliche Blickrichtung und sogar sein eigenes Vokabular für ein und dasselbe...

So versperrt man sich aber auch die Sicht auf Gemeinsamkeiten... des is fei a ned grod as gsündeste.

Ob die sich untereinander verstehn, die Ärzte aus die verschiedenen Fachrichtungen, wenn sie ein und desselbe alle anders nennen? Oder reden's goar ned miteinander?

Einlagen wollt er mir verschreiben... die wollt ich ned. Ich will ka Symptombehandlung. Ich will die Ursache beheben.

Wenn er des nächste mal widder damit daher kummd, dann sag ich:"Ich brauch ka Sulln. Ich bin selber aana."

Jetzt hatt ich bei einem Autorenwettbewerb einen Beitrag eingereicht. Der hat mich am Montag von den Schmerzen, die mal wieder unterirdsisch waren, abgelenkt.

In dem Beitrag hab ich mich gegen Normen, Normierung und Bürokratie aufgelehnt.
Und was passiert?
" ...vielen Dank für ihre Einsendung. Leider ist ihr Text zu kurz. Daher kann er leider nicht berücksichtigt werden."

Ich hab doch für eine Abschaffung der Normen geschrieben. Und nun kommen sie mir mit ihren daher.
Das find ich ja schon wieder sehr lustig und schräg.

Apropos schräg... Jetzt hab ich wieder ein Schmerzmittelrezept bekommen. Beim Arzt extra gesagt, ich brauch das Retard. 3 x habis gsachd. Und dann noch die alte Packung dabei gehabt und vorgezeigt.
Und was war? Es hat NIX genützt!

Und in der Apotheke sollte ich zuerst das Rezept ganz umtauschen. Ich hab mei Zeit doch a ned gstulln! Do bini dann scho a weng pampich worn. Glabstes! Jedesmal des Gschiss. Was solli denn nu machen?

Dann habi vor lauter Wut gsachd, dann gebm's mer halt die wo draufstehn, auf dem Rezept. Und wenni dann fregg, dann sin Sie schuld.

Sie hat dann gmaand, dassi do ned dro freggn däd, weil's ja dieselbe Dosis is nur ned retard. Dann hat sie die bestelln wolln und die woarn alla ned lieferbar. Subber!

Dann hat's doch nu (zum 2.ten mal) ihrn Kollegn gfrachd und der hat sich dann derbarmt und klärt's etz telefonisch bis Donnerstag.

Ich woar hernach so fertig, dassi dann in die Bäckerei nebn dro nei bin und gsachd hab:"Ich brauch etz was süß. Gib mer 2 Florentiner. Die machen mich heid fertig!"

Dann habi der Verkäuferin die Gschicht derzählt und dann habi die zwei Florentiner zum Sonderpreis grichd. Siggsdes... Sie hat den ganzen Dooch mit solcher Leid zu do... die kennt des. Die hat für mich Empathie und Sympathie. Etz bini hie.

Do sollsd gsund werdn... und des Nervensystem beruhigen, wennsd die su ärchern und mei Nervensystem nu mehra erreng als wie's asu scho is. Weil's ned zuhörn. Glabstes! Des is fei a ned grod as gsündeste...

Donnerstag: Ich war bei einem Vortrag zum autonomen Nervensystem. Der war total spannend! Allerdings wurden die Fragen, auf die ich dort eine Antwort gesucht habe, nicht beantwortet.

Ich wollte ja wissen und verstehen wie die einzelnen Organe (Schilddrüse (unsere Heizung), Blutdruck, Cortisolspiegel (Niere) ... miteinander bei chronischem Stress zusammenspielen. Sympathikus, Parasymphatikus, Vagusnerv ... Wie das funktioniert.

Das deprimierende Ergebnis: Das weiss man noch nicht! Weil unser Körper viel zu komplex ist.

Was man weiss, ist, dass es unterschiedliche Arten von Neuronen gibt und unterschiedliche Arten von Verschaltungen und Transmitterstoffen. Und dass die Informationen nicht nur vom Hirn über die Nerven an die Organe geleitet werden, sondern Infos auch in die Gegenrichtung fliessen. Mal über die Spinalnerven, mal ohne, aber auch zwischen den Neuronen.

Sprich: es ist kompliziert.

Was man inzwischen weiss, ist, dass die Einteilung in Stress Sympathikus und Entspannung Parasympathikus nicht funktioniert. Denn beide spielen wie in einem Orchester zusammen und ergänzen sich. Das weiss man z.B. von der Blasenfunktion. Der Sympathikus sorgt dafür, dass die Blase den Urin hält. Der Parasympathikus für die Entleerung. D.h. damit es in Homeostase funkioniert, müssen beide ihren Anteil leisten. Wahrscheinlich ist unser ganzer Organismus ein Orchester, das nur wenn alle richtig spielen, gesund (also in Homeostase) bleibt. Dann gibt es keinen Taktgeber. Alle wären gleich wichtig. So stelle ich mir die optimale Arbeitsumgebung vor. Zusammenarbeit auf Augenhöhe ohne Autoritäten.

Je nachdem wie das Ungleichgewicht aussieht, zeigen Organe, Nerven, ... und Mensch entsprechende "Ausfallerscheinungen". Da dies dann auch äußerst komplex ist, ist so die Vielfalt der Krankheitsbilder zu erklären. Und wenn man sich dann vor Augen führt, dass ja der Mensch einfach bestimmte Ausfallerscheinungen als Symptome zu einer Krankheit zusammenfasst (um sie mit der Kasse abzurechnen) zusammengefasst hat, mehr oder weniger willkürlich, dann erklärt es auch, warum einige Patienten ewig umeinanderrennen...
Dabei müssen sie nicht an sich zweifeln, sondern am System! Das sie noch nicht berücksichtigt.

Und je mehr Reize auf uns und unser Nervensystem einprasseln, desto vielfältiger müssen doch auch die Krankheitsbilder werden... Physiologisch vollkommen logisch.

Und wie der Vagusnerv da reinspielt, weiss man auch noch nicht. Es ist auch so, dass wenn man Theorien aufstellt, man sie nicht mit allen Teilnehmern belegen kann. Sprich: es gibt immer Ausnahmen. Vielleicht ist die Ausnahme die Regel?

Fakt ist, dass die Wissenschaftler, die in den einflussreichsten Zeitschriften publizieren (also am lautesten schreien) gehört werden. Das heisst aber noch lange nicht, dass sie recht haben.

Oft werden ihre Studien von anderen Wissenschaftlern widerlegt. Doch deren Ergebnisse erscheinen nicht in den einflussreichen Zeitschriften und so geraten sie in Vergessenheit. Und damit stagniert das Voranschreiten der Forschung.

Das ist sehr schade.

Dieses Verhalten basiert auch wieder auf den physiologischen Zuständen der Nervensysteme....

Apropos... in Australien sind Tausende von Flughunden aufgrund der Hitze (Klimaveränderung) tot von den Bäumen gefallen. Ihr Nervensystem konnte die Hitze nicht kompensieren. Ihre normalen Abkühlungstaktiken funktionierten nicht mehr, weil ihr Nervensystem mit den Reizen nicht mehr mithalten konnte.

Ähnliches passierte ja auch im Sommer bei uns. Da ist ja auch ein Mann im Bahnhof kollabiert. Der hat sicher auch zu wenig getrunken. Und dann versagt unser Nervensystem.
Ob es uns bald wie den Flughunden gehen wird? Es liegt in unserer Hand.

Freitag: Abenteuer Bahn... Pendelei durch die Walachei...
Heut früh is der Zug kumma und dann wie mer dringhoggd woarn, isser ned losgfahrn.
Stattdessen kam die Ansage, dass aufgrund eines Stellwerkschadens in Fürth die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wird.

Ich hab mein Busnachbarn gfragt:"Was mäxdn?"
Er:"Was sollmer denn machen?"
Ich:"Mit'm 30iger fahrn."
Er wollt's aussitzen. Wie die Politiker. Do habi aber no nie an im RE oder in der S-Bahn troffen. Die is heut a ausgfalln. Die um 6:37 Uhr.
Die liebliche Frauenstimme ertönt:"S-Bahn um 6:37 Uhr fällt heute aus. Wir bitten um Entschuldigung."
Höflich is ja...

Da pilgerten dann alle Zügler zum Bus. Der war dann voll. Mir war des wurschd, ich bin an der ersten Haltestell eigstiegn und hab an entspannten Fensterplatz khabd. Ohrstöpsel nei und die Augn zugmacht. Schee...

Zwei Frauen hamm mich hektisch überholt. Ich bin langsam zum Bus gezuckelt in meinem eigenen Tempo. Alles andere übererregt ja mei Nervensystem. Sie ham sich dann an die Bushäusli verlaufen, in der Zeit war ich dann auch da. Es is wie bei die Autofahrer, die immer sovill Hektik machen. Am End sins genausoweit wie Du, wennsd langsam machsd.

Bloss ihr Nervensystem is dann chronisch übererregt. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Hammwärtsi is unser 203 E ned kumma. Oder er is vor Schreck wie er die Freitags-Demonstranten in Erlang am Rathausplatz hat vo hinten kumma seng, zu früh gfoarn. Auf jeden Fall simmer dann gstrandet gwen. Umspült von einem Meer von Demonstranten. Die sin dann um unseren 205er, der um 13:25 Uhr gfahrn is, rumgschwappt. Schweppes mit Füß. Der Bus hätt goar ned eher foahrn kenna. A wenner gwollt hätt. Dabei simmer doch die klimafreundlichen Pendler. Des woar die Demonstranten aber wurschd.

Ob die alla mit die Öffentlichen dann hammgfahrn sin, oder mit'm Foahrrod oder gloffen? Oder sins am End doch vo der Mama mit'm Auto abholt wordn?

Ja, ich weiss, mir sin alla widersprüchlich. Und dann macht uns unser Hirn ja auch noch einen Strich durch die Rechnung. Denn Dinge, die es automatisiert hat, dazu gehören auch unsere Copingstrategien, mit denen wir das Nervensystem beruhigen, laufen eben voll automatisch ab. Und deshalb ist es auch so schwer mit Gewohnheiten zu brechen.

Wir wissen, was richtig und vernünftig wäre, scheitern aber daran es in die Tat umzusetzen. So funktioniert unser Hirn halt. Sonst wären wir nicht überlebensfähig, wenn wir bei allem und jedem erst überlegen müssten wie wir es machen. Und so tun wir das halt automatisch. Umdenken ist schwer, weil wir dann auch die neuronalen Verknüpfungen aktiv verändern müssen. Deshalb ist es auch so schwer mit dem Rauchen oder mit Essstörungen aufzuhören... oder mit Chips und Schokolade vor dem Fernseher.

Der Polizist mit seiner Batschen (die Kellen) hat genauso begeistert gschaut wie mir, wie mir auf unsern Bus vergeblich gwart hamm.

Mir hamm dann die laaange Sightseeing - Tour über Röttenbach gmacht. Do is fei schee. Do gibt's an Wald. Und ka Demonstranten. Die sin mir zu laut und zu vill. Der Wald is schee still.

Etz bini a dreiviertel Stund später dahamm... etz bini froh.

Muss mein Busnachbarn am Montag mal fragn wie lang dasser sitzen hat müssen.

Passend dazu noch die Gschicht... Unser Bus is heut a weng improvisiert gfahrn (wecher der Demo, ned dassi uns o die Stadtwerke a nu amol eihulln) erschd woar die Schwedenschanz als letzte Haltestell ozeichd. Die letzten drei Leut (ich woar aaner davo) machen sich zum Absprung bereit.
Do springt die Anzeige um auf Realschule.
Do frochd die aane ältere Fraa:"Wenn Sie Realschul fahrn, fahrn Sie dann a zur St. Georg Strass?"
Unser Busfahrer:"Ja."
Die Fraa:"Na dann bleibi hoggen."

Heut woar der Dooch der Hoggenbleiber und Hoggengebliebenen. Ich hoff ned der Sitzengelassenen....

Solche Tage, wo alles anders laffd, kanni dann hervorragend zum üben von Gelassenheit und zum Anwenden vo die Entspannungstechniken nehmen. Mer muss es nur positiv sehen. Wider a Tag zum Üben. Und dann seh ich ja, wie ich dann auf Arbeit ankomm. Heut war ich gelassen und entspannt. Langsam wird's.
Ausserdem habi dann was zum Derzähln und zum Aufschreibm. Wenn alles anders laffd, dann gibt's immer die lustigsten Gschichten.

Ich sag ja immer der liebe Gott hat so einen schrägen wortwörtlichen Humor wie ich. Vielleicht isser Autist. Ich hab ihn um Ruhe und Gelassenheit und Geduld gebeten und er schickte mir CRPS.

Gestern habi mei Schmerzmittel in der Apotheken grichd. Auf amol woar des alles ned so schlimm. Warum machen's dann immer zuerst su a Drama draus? Des is goar ned gut für ihr und mei Nervensystem...

Des neue Bankkärtla vo meiner Mama pappt wie die Sau! Do hadsi scho des Schreibm zerrissen, wie sie's rodo wolld. Do hamms a weng zuvill Uhu derwisch.

Ich hab Kontoauszüg holln solln. Hab mi aber erschd am Donnerstag hitraut. Ned, dass die Karten dann im Automaten drinpappd. Und dann is kanner do, der sie rausdo ko. Und ich hab dann den Automaten auf'm Gwissen.

Die Bankangestellte hat sie selber nei und hat gemeint, mir solln's mit Spiritus und Spülmittel probieren, ob's dann wechgeht. In die Kärtlashülln brauchis ned neido. Do bringis nimmer raus. Des babbd.

Des wird a immer schlimmer in die Artzpraxen. Neulich an der Anmeldung hamms fast graffd, weil sie sich gstritten hamm, wer zuerst do woar und zuerst dro kummd. Ich versteh des ned. Mir sin doch alles kranka Leut. Mir hamm doch Zeit... Lauter übererregte Nervensysteme... Des is fei a ned grod as gsündeste.

Auf der Demo hat a älterer Mo a mit die Demonstranten gstritten. Keiner vo die zwaa hat die Meiung des anderen respektiert. Geschweige denn die Argumente des andern anghört. Do wird gleich gstritten... Dysfunktionale Kommunikation. Lauter übererregte Nervensysteme.

Schrägerweis sin dann nächste Woch an derselben Stell in der kleinen Heinrich-Lades-Halle die Demenztage. Do gehn dann die älteren hi. Und die merken goar ned, dass sie genau für desselbe Problem, dieselbe Ursachen wie die Jungen heut unterwegs sind. Weil keiner sieht das des alles miteinander zusammenhängt. Fragt doch mal die toten Flughunde. Die könna nix dafür. Vom Artensterben ist der Mensch nämlich ned ausgenommen. Mir sin ja genauso Säugetiere wie die Flughunde. Mir hamm sogar viele Gene mit der Banane gemeinsam. Und wenn die Nervensysteme vo die Flughunde nimmer mitkumma, dann packt des unsers a ned.

Habt Ihr die Vorschau von Systemsprenger gesehen? Ich glaub, den will ich mir angucken.

Ich wünsch Euch a scheens Wochenend und passt gut auf Euer Nervensystem auf!

21.09. bis 27.09. Übererregte Nervensysteme ...

Sonntag: Ich bin von übererregten Nervensystemen umgeben. Das scheint jetzt wohl die Norm zu sein.

Auf Arbeit regt sich mein Kollege jeden früh über die Kollegen auf. Es ist ungeheuer anstrengend sich jeden Tag dieselbe Tirade anzuhören. Ich hab ihn darauf hingewiesen, dass er das Verhalten der anderen Menschen nicht ändern kann, nur seine Einstellung. Die ist sich selber gegenüber aber auch erschreckend hart. Sprich: er erwartet viel von sich selbst. So bin ich ja auch aufgewachsen. Wohl die meisten unserer Generation. Und das erwarten wir dann auch von anderen.

Wir sehen nicht das, was wir gut machen. Und das sehen wir auch nicht an den anderen. Wir kritisieren also uns und die anderen!

Das demotiviert uns und die anderen. Frustriert, macht uns hilflos, wütend und zornig und krank.

Erst wenn wir lernen mit uns selber nachsichtiger zu sein, uns zu loben, können wir das auch bei anderen. Denn dann verändert sich unser Blick auf und in die Welt. Auf uns selbst und die anderen.

Das ist schon spannend. Insofern sind wir alle wie Pippi Langstrumpf und machen uns die Welt wie sie uns "gefällt". Na gut, das mit dem "gefallen" haben wir über unsere Selbstwahrnehmung und die Wahrnehmung der Welt und Menschen um uns herum selbst in der Hand.

Sehen wir nur Arschlöcher, sind wir vermutlich selbst eins.

Ja, es gibt derzeit in allen Branchen mehr Druck durch eine höhere Arbeitslast und mehr Stress durch eine immer schnellere Abfolge von Veränderungen. Der kann man nur mit Offenheit und Gelassenheit entgegenwirken bzw. darin schwimmen... Denn gegen den Strom zu schwimmen kostet Kraft, weil der Widerstand gross ist und Reibung erzeugt wird. Es kostet wahnsinnig viel Energie! Es ist anstrengend! Kräftezehrend.

Lustigerweise erzeugt Reibung ja Wärme. Aber nicht in diesem Fall. Aufgrund der dysfunktionalen Kommunikation so erhitzter und hilfloser Gemüter werden Missverständnisse zahlreicher und man verpasst die Chance sie rechtzeitig aufzuklären. Und dann kommt es zur Eskalation. Und das ist eher eine kalte unangenehme Umgebung.

Daheim hat man dann dasselbe in grün. Denn auch Nachbarn können ein seltsames Verhalten an den Tag legen, das wiederum meine nächsten Angehörigen zur Verzweiflung bringt. So parkte diese Woche der Gärtner mit seinem Hänger vor unserer Ausfahrt. Die ganze Strasse war frei. Da kam die Nachbarin und stellte sich mit ihrem Auto genau auf die andere Strassenseite neben den Hänger. Es kam kein Auto mehr durch.

Der Gärtner sprach sie drauf aun. Und sie erwiderte, dass er auf der falschen Seite parke. Da ist selbst ihm - einem gestandenen Kerl - nix drauf eingefallen. Er hat nix drauf gesagt. Das spricht für ein gesundes entspanntes Nervensystem seinerseits.

Die Frau sagt damit mehr über sich aus als sie vermutlich möchte. Ihr Nervensystem ist übererregt. Sie ist im Feindlichkeitsmodus. Wahrscheinlich empfindet sie alle Menschen um sich herum als Idioten und Ärsche.

Sie tut mir leid. Und auch die Menschen, die mit ihr zu tun haben. Denn das wirkt toxisch. Ansteckend. Schleichendes Gift. Das macht krank. Gesund sieht sie auch nicht aus.

Unbewusste (das ist den wenigsten bewusst, dass sie so auf andere wirken, ihre Selbstwahrnehmung stimmt mit der Aussenwahrnehmung schon lange nicht mehr überein) Gedankenlosigkeit, Rücksichtslosigkeit, Sturheit, ja sogar der sogenannte Altersstarrsinn hängen mit dem übererregten Nervensystem zusammen.

Da das Nervensystem im Alter ja generell erregter ist (steigender Cortisolspiegel, Blutdruck) bekomm ich die Toxizität aber in Form der Tiraden meiner Angehörigen wieder ab.
Des is etz für mein Nervensystem und das CRPS a ned grod as gsündeste. Ihr könnt es auch ganz einfach erkennen: alles, was Euch im wahrsten Sinne des Wortes "nervt" geht zu lasten Eures Nervensystems. Dabei spielen die täglichen kleineren Reibereien (daily hazzles) eine viel größere Rolle als einschneidende Erlebnisse wie Tod, Krankheit oder Verlust eines nächsten Angehörigen. Denn der Körper gewöhnt sich da schnell ein ungesundes Verhalten damit umzugehen an. Des is fei a ned grod as gsündste...

Manchmal frag ich mich, ob man ohne Menschen nicht besser dran wäre. Aber das geht auch nicht, weil Menschen soziale Wesen sind und sie die Gemeinschaft brauchen. Nur in diesem übererregtem Modus sind sie mit anderen Menschen wenig kompatibel. Überhaupt mit welchen, die ebenfalls im übererregtem Modus feststecken. Das ist eine explosive Mischung und je enger und dichter Menschen aufeinanderhocken, desto schwieriger wird die Situation.

Deshalb ist eine gesunde Mischung von Menschen, die mit dem eigenen Nervensystem kompatibel (offen , gelassen, authentisch) sind und nur eine homöopathische Dosis von toxischen übererregten Nervensystemen wahrscheinlich am Besten für uns.

Und wenn man in einem Beruf arbeitet, wo man von Toxizität umzingelt ist? Da kann man doch nix machen! Nur kündigen!

Das glaub ich nicht. Ich denke, mit dem Verändern der eigenen Einstellung, mit dem Arbeiten an den eigenen Stress-Copingstrategien, indem man anderen dankt und ihnen sagt was man an ihnen schätzt, indem man sagt, was man braucht und was man sich wünscht, kann man sich auch langfristig ein gesundes heilsames Umfeld schaffen. Schnell wird es nicht gehen. Denn neuronale Umformungsprozesse im Hirn brauchen halt ihre Zeit. Wer sich heilsame Kommunikation wünscht, muss selbst damit anfangen! Einfach machen. Experimentieren. Agil handeln. Und wenn es so nicht funktioniert, die Strategie anpassen. Das kann unser Hirn ja, wenn wir es lassen. Dazu ist es ja gemacht. Learning by doing and experimenting ist seine Defaulteinstellung.

Denn wenn ihr kündigt , ohne Eure Einstellung zu ändern, dann habt Ihr am neuen Arbeitsplatz genau dieselben Probleme. Und es ist unwahrscheinlich, dass alle Menschen ausser Euch Idioten sind.

Treffen übererregte Menschen auf entspannte Naturen, dann neigen sie dazu ihnen die Energie auszusaugen. Wie Vampire.
Deshalb gehört zum heutigen Überleben und dem Beruhigen des eigenen Nervensystems eine gesunde Portion Egoismus (du kackst mir nicht in meinen Vorgarten) zu Offenheit, Gelassenheit , Hilfe für andere dazu.

Besonders Menschen in Pflege- oder sozialen Berufen kommen sonst schnell an ihre Grenzen. Das ist das aktuelle Problem der Gesellschaft. Die Beruhigung der gesellschaftlichen Nervensysteme. Nur wenn wir die Homeostase derselben erreichen, können wir die Probleme von heute und morgen lösen.

Und dann gab es in der zweiten Strickplattform, wo ich Muster eingestellt habe ein kleines Problem. Dort habe ich sie mal über eine Importfunktion von Plattform A auf Plattform B übertragen. Jetzt wollte ich mal für die über 200 Muster eine Preisanpassung machen. Den Preis um einige Cent erhöhen.

Das sollte über ein einfaches update mit Summenfunktion und dem festen Parameter der Preiserhöhung ja ohne weiteres in der Datenbank möglich sein. Inzwischen ist die Plattform auch kostenpflichtig wie die andere. Und dort war es kein Problem.

Tja... die Antwort kam schnell. Sie schickten mir ein Excel mit den neuen Preisen der Muster und ich sollte es prüfen. Hab ich. Und es hiess, sie spielen die Änderungen am Montag an.

Am Freitag kam dann eine Mail mit Entschuldigung, dass es so nicht funktioniert, weil das Feld size nicht befüllt sei. Das nachträglich eingefügt wurde. Also agilerweise. Der Prozess hat sich also verändert.

Sie machten den Vorschlag, dass weil es sich nur um 3 Kategorien handelt, wohl einheitliche sizes vorhanden wären und die könnten sie dann eintragen. Dem ist aber nicht so.

Tja... nun hab ich einige Vorschläge gemacht, aber über 200 Muster von Hand zu ändern kommt auch aufgrund meiner Dystonien nicht in Frage. Jetzt bin ich mal auf die Lösung gespannt.

Was sie mir anbieten können. Wie agil und flexibel sie sind. Und wie sie mit solchen normalen Kundenwünschen umgehen. Da kann ich mir dann auch für meine Arbeit was abgucken. Denn dort steh ich ja auf der anderen Seite.

Agiler heisst also auch, dass der Kunde auch flexibler und pragmatischer bei der Lösungsfindung werden muss. Sonst dauert so ein Prozess ewig. Und dann heisst agil halt nicht schneller. Sondern dass es länger dauert.

Wenn Prozesse sich immer schneller verändern, dann muss auch das Denken aller Beteiligten sich mitverändern. Offener, flexibler werden. Sonst dauert alles noch länger. Und der Nutzen von Agilität wird zunichte gemacht.

Auch der Referent des Vortrags zum autonomen Nervensystem hatte ein schönes Beispiel dafür. So hat man in Dänemark eine langjährige Studie über Patienten gemacht, denen der Vagusnerv durchtrennt wurde, ob sie hernach Parkinson entwickelten. In Deutschland gibt es solche Daten zwar auch, aber nicht in Datenbanken, sondern auf Datenträgern. Da die sich aber immer schneller verändern, konnten diese Datenträger heutzutage gar nicht mehr ausgelesen werden. D.h. so eine langfristige Auswertung ist bei uns aufgrund der Einzeldatenträgervariante pro Patient gar nicht möglich.

Auch in der IT sind wir schon an Projekten gescheitert, weil Daten auf Datenträgern wegarchiviert wurden, die man dann jahrzehnte später nicht mehr einlesen konnte. Hier muss man langfristiger denken und umdenken. Sonst wird das Problem zukünftig noch größer. Dabei muss man das Rad ja nicht neu erfinden. Man kann es sich ja bei Ländern oder Firmen abgucken, bei denen solche Prozesse funktionieren. Und sich dann solche Berater und Macher ins Haus holen, die dann ein entsprechendes Projekt führen und einführen.

Spart man kurzfristig an diesem langfristigen Ende, braucht man sich wohl nicht über die negativen Auswirkungen und damit verbundenen Probleme zu wundern. Big Data macht halt auch Big Problems.

Ob es Prozesse in der Natur gibt, wo wir uns da was abgucken können? Muss man sich nicht die Frage stellen, ob es überhaupt sinnvoll ist die Daten, die man grad vearbeitet langfristig bereitzustellen? Oder würde es Sinn machen sie mit einem Verfallsdatum zu versehen? Unser Hirn macht es ja ähnlich. Es entsorgt, was nicht mehr benutzt wird. Müssten wir nicht auch bei Daten so vorgehen, um nicht in ihnen zu ersaufen? Denn speichern ist das eine. Doch müssten wir uns nicht schon beim Speichern der Daten darüber im Klaren sein, was wir mit ihnen überhaupt anfangen wollen? Wie kann man das Problem der Datenflut lösen? Und gleichzeitig die Daten soweit für Prozesse verfügbar zu halten, die sie benötigen?

Andererseits, wenn sich die Anforderungen mit den Jahren wandeln, braucht man nicht ein flexibles Konzept dafür? Also eine Art Nachbau von Use it or lose it des Gehirns?

Mal sehen, was diese Woche so alles passiert.

Heut gibt's auch mal wieder einen Comic :) Viel Spass!

Montag: Ich hab heut früh mein Busnachbar gfragt wie lang, dass er sitzengebliebm is.
Er:"Ich bin dann auch mit dem Bus gefahren..."

In der Samstagszeitung stand, dass er Stellwerkschaden 2 Stunden gedauert hat.

Etz hamm mich und mei Sicht auf die Welt und die kleinen Dinge und die Wortverbuchseleien scho zwei Leut unabhängig voneinander mit Karl Valentin verglichen. Langsam wird's unheimlich...

Des Wetter bassd zu ihm. Er hat ja mal gsachd:"Ich freu mich wenn's regnet, denn wenn ich mich nicht freu dann regnet es auch."

Unheimlich is a wenn einem ein Auto, auf dem Heimweg entgegenkommt und einem bei dem Nieselregen mehrmals anblinkt. Der reizt mei Nervensystem a nu! Etz bini geblend und sich goar nix mehr... Ich hab scho gmaand ich hab was verkehrt gmacht. Dabei bini bloss gloffen. Dann winkt eine Extremität aus dem Fenster. Wenn er mi ned oblinkt hätt, hätti vielleicht erkenna könna, wer des woar. Wobei ich die Leut im Auto eh nur an ihrm Nummernschild erkenn. Mit Gsichter habis ned asu.

Gestern und heut sin widder Tage der übererregten Nervensysteme. Der Sanker (Krankenwagen) fährt laufend (auch ein lustiges Bild, Reifen mit Füss...). Und gestern bin ich einer Seniorin aus dem Altenheim mit SUV-Rollator begegnet. Bloss geländegängig is der leider ned. Deswegn issi auf der Strass bei Nackendorf gloffen und ich den Schotterweg zur Neubausiedlung. Den hätt sie ned derbaggd.

Ich hab sie fast ned verstanden, weil sie gestern so undeutlich und leise geredet hat. Das liegt an ihrm übererregten Nervensystem. Des geht mir auch immer so. Ich hab gestern a an Schmarrn zammbabbeld. Do funktioniert die Kommunikation zwischen meim Hirn und dem Mund ned so gut. Weil die Reizflut (Wetterempfindlichkeit) dazwischenfunkt. Des is fei a ned grod as gsündeste...

Meiner Mama ihr Stimm is allaweil a total krächzig. Do hörst den Zustand vo ihrm Nervensystem. Der geht meinem allerdings a nu auf die Nerven. Sie is a recht greizt und grantig. Und mei Schwester a. Ich glaab ich bin des a a wengerla. Mir sin zur Zeit ned kompatibel mitnand.

Aber andere Leut hamm des ja a. Siehe die Nachbarin mit der Parkproblematik vom Wochenend.
Die Vögel fliegn heut a widder recht närrsch... Denna ihr Nervensysteme sin a ganz durchanand vo dem Wetter. Und an dem sin mir alla mit Schuld. Und etz bad mer' halt a mit aus. Denn unser Nervensystem funktioniert ja genauso wie des vo die Tiere. Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Zwaa Muggen simmer gestern im Wald a ins Auge gflugn. Die hatten a übererregte Nervensysteme. Ich glaab die gehen auch auf dieselben los. Also wenn meins übererregt is, dann fliegn die auf mich... also metaphorisch gesehen. Deswegen zieh ich wohl auch immer menschliche üererregte Nervensysteme an, die mir dann im Sprechdurchfall Dinge erzählen, die ich gar nicht hören wollte. Auch daran erkennt man übrigens ein übererregtes Nervensystem. Es hört nimmer mit dem Reden auf und erkennt auch soziale Stoppsignale ned. Geht mir im Gegenzug aber auch manchmal so, dass das Gegenüber sich für die Dinge, die ich faszinierend finde, gar nicht interessiert. Ich red dann trotzdem weiter, weil ich es leider nicht erkennen kann.

Heut nacht hat es mich aufgeweckt mein übererregtes Nervensystem und da das mit dem Einschlafen dann eh zu Wünschen übrig liess und ich wieder klatschnassgeschwitzt und wach war, und mein Trafohäuschen auf 180 brummte, hab ich die Gelegenheit genutzt und den zweiten Cortisolspiegelspeicheltest gemacht. Bin mal gespannt, was dabei rauskommt. Ob ich jetzt ein Muster beim Hibbeligkeitsfaktor ausmachen kann...bzw. beim Brummfaktor des Trafohäuschens. Es liegt auf jeden Fall am autonomen Nervensystem.

Immerhin danach hab ich es wieder runterbekommen und bin wieder eingeschlafen.

Dienstag: Gestern war der Bus knapp dran zum Zug, weil der Fahrer hat vill kassieren müssen und die Kasse einmal gar ned funktioniert hat und er nochmal von vorn anfangen musste. Die Zeit ist aber in seiner Fahrzeit gar nicht eingerechnet.

Ähnlich geht es den LKW-Fahrern, die schnellstmöglichst Ware von A nach B fahren sollen. Wenn sich aber das Aufladen, Abladen und Co aufgrund von Missverständnissen verzögert, ist das nicht zu schaffen. Das wird aber nicht mit einkalkuliert.
Sprich: der menschliche Faktor wird in der Rechnung vergessen und so geht sie nicht auf.

Ebenso in der Softwareentwicklung. Da schreibt die Fachabteilung ihre Requirements (Anforderungen), Bugs (Fehlermeldungen) mit Softwaretools zusammen. Aus Anwendersicht. Dann landen diese irgendwann zur Umsetzung beim Entwickler. Der hat soviel zu tun, dass er den Eintrag einfach so abarbeitet, wie er es versteht. Aus Entwicklersicht. Und dann stellt man hinterher fest, dass beide Sichtweisen nicht miteinander kompatibel sind. Weil jedem der Blickwinkel des anderen gefehlt hat. Heraus kommt dann etwas, was der Anwender gar nicht brauchen kann und gar nicht wollte. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Was ist jetzt die Lösung? Wieder am Anfang - also rechtzeitig und frühzeitig - miteinander reden, in eigenen Worten die Aufgabe nochmal zusammenfassen und sich dann ans Werk machen. Denn da offenbaren sich Missverständnisse frühzeitig und lassen sich so klären.

Die am Anfang darin investierte Zeit lohnt sich am Ende. Denn dann kommt etwas dabei heraus, was der Anwender auch brauchen kann. Software, die am Anwender und Kunden vorbeientwickelt wird, ist ja keine Lösung. Denn dann kommt der Eintrag als Bug wieder zurück und frisst immer mehr Zeit.

Und wenn einem unter dem Programmieren was komisch vorkommt oder man sich nicht sicher ist, kann eine kurze Nachfrage, ein kurzer Anruf, ein klärendes Gespräch viel Nacharbeit, Frust und Ärger (also physiologischen Stress!) ersparen. Man kann entspannter arbeiten, wenn man mehr miteinander redet. Sinnvoll halt und zielgerichtet. Also sachliche und zielgerichtete Kommunikation. Effiziente Kommunikation halt.

Das scheinen heutzutage immer weniger Menschen zu beherrschen. Denn sobald der Druck zunimmt, will man eine Aufgabe möglichst schnell abhaken können um die nächste anzugehen, damit der Haufen kleiner wird. Doch so kommt's nur wie ein Bumerang wieder zurück.

Ist der Faktor Mensch also ein Nachteil? Sind Pflegeroboter die Lösung?
Das glaube ich nicht. Denn Menschen brauchen Menschen um gesund zu bleiben. Wir brauchen Vertrauen und Sicherheit. Und dieses Gefühl kommt mir bei Maschinen eher nicht in den Sinn. Ist das bei Euch etwa anders? Oder gehört Alexa bei Euch schon als Familienmitglied dazu? Umarmt Ihr sie oder gebt Ihr ihr ein Gute-Nacht-Küsschen? Wobei sie ja auch Eure Fragen nur wortwörtlich beantworten kann. Und das kann manchmal urkomisch sein oder zum Heulen...

Warum schaffen Maschinen kein Vertrauen? Weil sie (noch) nicht in Resonanz mit unseren Nervensystemen reagieren. Und weil Ihnen die Emotionen fehlen, um auch in unserem Nervensystem Emotionen auszulösen.

Das passiert nämlich wenn Menschen aufeinandertreffen. Ihre Nervensysteme synchronisieren sich. Die Nervensysteme der Gruppe fühlen sich wohl und schwingen im selben Takt. Das ist wohl auch das, was man affektive Schwingungsfähigkeit nennt.

Guckt mal, wenn ihr in der Mittagspause Menschengruppen in der Innenstadt laufen seht, die von der Mittagspause kommen und dahin gehen. Sie laufen sychron. Das ist faszinierend. Wo Synchronizität ist, ist auch funktionale Kommunikation. Man fühlt sich verstanden und wohl.

Ob sie sich synchronisieren hängt aber auch vom Zustand des Nervensystems des Einzelnen ab. Ist das eigene Nervensystem übererregt (durch Stress, Krankheit ...) dann redet man eher aneinander vorbei. So ein Gespräch laugt aus und hinterläßt ein seltsames Gefühl. Es lief dann nicht sychron.
Da haben wir sie wieder: die dysfunktionale Kommunikation. Man fühlt sich nicht verstanden und unwohl.

Wie funktioniert das? Über die Spiegelneurone. Bei Autisten feuern die anders. Deswegen laufen Autisten auch nicht im Takt einer Gruppe. Hier kommt es nicht zur Synchronizität. Ich bekomm das auch nicht hin. Daher nehme ich an, dass es bei Krankheiten wie chronischen Schmerzen genauso ist.

Auch bei einem Gespräch synchronisieren sich die Teilnehmer mit Gestik und Mimik. Sogar die Atmung! Und anhand derer erkennen sie dann, wann ein Teilnehmer mit dem, was er gesagt hat, fertig ist!

Das gelingt mir NIE! Jetzt versteh ich warum! Weil ich nicht sychron bin :) Deswegen wär Synchronschwimmen wohl auch nie was für mich. Vom Wasser mal ganz abgesehen. Ich hab's ned so mit Wasser. Endlich ergibt das einen Sinn!

Wenn die Spiegelneuronen anders feuern, kann man dann trotzdem einen Zugang zu den Nervensystemen anderer Menschen bekommen? Ich denke schon.

Wenn man Mimik und Gestik nicht lesen kann, weil man z.B. Gesichtsblind oder Autist ist, dann kann man immer noch den physiologischen Status erkennen. Wahrscheinlich ist man dann darin sogar richtig gut. Also an dem was jemand sagt und wie er es sagt und an der Stimme den Modus dessen Nervensystem erkennen. Es ist eine andere Art und Weise ranzugehen. Dafür ist sie aber kontextunabhängig wie Gestik und Mimik es sind. Und die Stimmung im Raum fühlen, das krieg sogar ich emotionslegastheniker hin. Denn wenn jemand gehetzt ist, dann überträgt sich dessen Stimmung negativ auf uns. Auch wenn jemand wütend ist, erzeugt dies eine Art Echo in uns. Dissonanz statt Resonanz. Ein unangenehmes Gefühl. Eine Irritation. Ein Gefühl der Hilflosigkeit, Frustration. Wut oder Aggression können die Folge sein.

Stammt jemand aus einem anderen Kulturkreis, dann gestikuliert und mimikiert er anders. Und das kann dann ausserhalb des eigenen Kontexts zu Fehldeutungen führen. Damit wäre der physiologische Modus sogar besser. Weil er diese Missverständnisse eliminieren könnte.

Was passiert da in uns? Ist jemand erregt dann ist auch sein Blutdruck höher, sein Herz pocht, er schwitzt, sein Kopf ist unter umständen rot. Treffen wir auf ihn, dann steigt auch unser Blutdruck, wir ballen unter Umständen die Fäuste... Seine Stimmung erzeugt also in uns physiologische, körperliche Reaktionen. Deshalb können uns Menschen im wahrsten Sinne des Wortes krank machen.

Lächelt uns ein Mensch in der grauen Masse der Pendler in der U-Bahn an, dann lächeln wir zurück. Es erzeugt ein gutes Gefühl in uns. Es hebt unsere Stimmung. Glückshormone werden ausgeschüttet. Das ist heilsame Kommunikation. Ihr könnt sie jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit und auch in der Arbeit praktizieren :) Ihr werdet sehen, es wirkt.

Hier haben wir also wieder das Resonanzprinzeip. Deshalb kann das Umfeld, in dem wir leben uns krank machen oder die Heilung fördern. Und damit ist auch bewiesen (Soziale Neurowissenschaften), dass wir selbst auch unser Umfeld durch unser Verhalten formen und damit auch verändern können!

Denn wenn wir durch unsere Emotionen und das damit ausgelöste Verhalten in uns ebenso Emotionen in unserem Umfeld und damit wieder Verhalten triggern (auslösen), hat unser Verhalten (auf unsere eigenen Emotionen) Auswirkungen auf unser Umfeld. Im Guten wie im Schlechten.

Was bedeutet das? Das wir unserem Umfeld keineswegs hilflos ausgeliefert sind! Es kommt auf unser eigenes Verhalten an! Auf unsere Copingstrategien wie wir unser eigenes Nervensystem beruhigen, auf unsere Emotionen reagieren. Das ist doch total cool!

D.h. im Umkehrschluss wenn ich es schaffe, mich in eine entspannte offene Haltung und Stimmung (Emotion) zu versetzen, indem ich an meinen Stressmanagementstrategien und an meinen Konfliktlösungsstrategien und damit an meiner Persönlichkeit arbeite, tue ich damit auch etwas für mein Umfeld! Das heisst, ich tue auch was Positives für die Menschen um mich herum. Meine Familie, meine Arbeitskollegen, meine Freunde.

Weil ich damit aktiv an meinem Nervensystem und dem der anderen arbeite! Wie cool und genial ist das denn? Das ist ja schon wieder ne neue Copingstrategie!

Beispiel gefällig? Eine Zuhörerin bei einem Vortrag des Gesundheitsjahres berichtete von Problemen mit einer Kollegin. Sie sei recht garstig zu ihr. Und sie wisse sich nicht zu helfen. Was soll sie tun? Da kam von einer ältereren Teilnehmerin der Vorschlag zu lächeln und immer freundlich zu grüßen. Ihr erging es nämlich mit einer Kollegin ähnlich. Irgendwann fragte diese sie, ob sie denn immer gut gelaunt sei. Darauf erwiderte sie: ja. Und ab da war der Damm gebrochen. Sie sind dann sogar gute Freundinnen geworden. Und ein Lächeln bekommt doch jeder hin.

Und damit kann ich aktiv nicht nur meine Gesundheit und Heilung fördern, sondern gleich die des gesamten Umfelds. Heilsame Kommunikation beginnt also mit einem Lächeln. Man muss gar nicht viel sagen. Eine Geste sagt oft mehr als 1000 Worte.

Übrigens passt das auch grad wie ein Puzzleteil zu dem Kurs digital leadership, den ich grad bei der virtuellen Hochschule Bayern mache. Denn gute Leader, Führende sind Menschen, die sich selbst und ihre Emotionen gut kennen und diese gut regulieren können. Damit können sie sich dann auch gut in andere hineinversetzen. So schaffen sie ein Wohlfühlklima, heilsame Kommunikation und motivierte Mitstreiter. Aus intrinsischer Motivation. Sie reissen andere mit, weil sie echt und authentisch sind. Und das sind sie, weil sie sich mit sich selbst auseinandergesetzt haben und gut kennen. Und auch mal nachsichtig mit sich selbst sind. D.h. nicht, dass man nicht an seinen Schwächen arbeitet... Aber man ist sich bewußt, dass man eben auch nicht perfekt ist. Und akzeptiert es. Weil es nun mal so und menschlich ist. Und so bleibt man ein Mensch und menschlich. Jemand mit dem man sich gerne unterhält. Der einem ein gutes Gefühl und Energie gibt. Er erkennt seine ungesunden Copingmechanismen (Verhaltensweisen) in anderen und versteht so ihr Verhalten und kann so nach einer Lösung suchen. Hilfe anbieten.

Es schliesst sich also der Kreis... - warum nicht das Oval? Die Brezel? Wurschd... ich schweife ab...

Menschen, die hart zu sich selbst sind, sich keine Schwächen zugestehen (weil sie so erzogen wurden), sind auch hart zu ihren Mitmenschen. D.h. am Umgang mit anderen kann man immer erkennen wie ein Mensch mit sich selbst umgeht. Fürsorglich oder knallhart.

Solche Menschen sind meist toxisch und sie vergiften ihre Umgebung. Nach Gesprächen mit ihnen ist der Akku leer. Es ist anstrengend und kräfteraubend. Deshalb meidet man sie auch. Und die soziale Isolation verschlechtert dann ihren Zustand zusätzlich.

Cool. Physiologische Prozesse im Körper finden also nicht losgelöst von der Um-Welt und den Menschen statt, von denen man umgeben ist, sondern DURCH die Beziehung zu ihnen und der Umwelt!

Je nach Qualität der Beziehungen ist der Mensch gesund, kann heilen oder wird langfristig krank.

Und wenn das für menschliche Beziehungen gilt, dann gilt das auch für andere Nervensysteme. Z.B. denen unserer Haustiere. Und der Pflanzen! Deshalb tut uns der Wald und die Natur so gut!

In einem Experiment hat man Probanten mit hohen Blutdruckwerten regelmäßig in den Wald geschickt und dann den Blutdruck gemessen. Er sank. Denn auch das Nervensystem des Waldes beruhigt unser Nervensystem.

Phisio - Logisch!

D.h. aber auch dass sich jeder der Konsequenzen seines Handelns und Verhaltens bewusst sein sollte, weil es Auswirkungen auf die Menschen in unserem Umfeld hat. Auch gesundheitliche!

So wird ein Arzt, der hart zu seinen Patienten und sich selbst ist oder sich bei der Krankheit seines Patienten hilflos, frustriert, wütend oder zornig fühlt, oder unter ständigem Stress und Arbeitsüberlastung steht mit seiner Haltung nicht zur Heilung seiner Patienten beitragen. Im Gegenteil! Er wird sie unbewusst und unabsichtlich noch verschlimmern. Durch die Macht der physiologischen Resonanz seines eigenen Nervensystems. Durch das Aussenden seiner Gefühle.

Denn für diese sind chronisch Kranke übersensibel! Denn ihre Nervensysteme sind ja schon übererregt! D.h. sie nehmen solche Irritationen noch früher und schneller wahr. Ebenfalls unbewusst. Und diese Gefühle der Hilflosigkeit, Frustration und Wut übertragen sich auf den Patienten und verhindern so die Heilung.

Denn wer nicht gut darin ist, seine Emotionen zu lesen, ist auch nicht gut darin, die von anderen zu lesen.

Wie löst man das Dilemma auf? Wie kann man zu heilsamer Kommunikation umswitchen?

Indem man zunächst die eigene Haltung und das Verhalten zu sich selbst verändert. Geduldiger mit sich wird. Und nachsichtiger. Entspannter. Erst dann kann man auch mit den Menschen im eigenen Umfeld ebenso umgehen und so positive Veränderungen in ihren Nervensystemen bewirken und die Heilung fördern.

Wenn man sich selbst verändert, egal ob zum Guten (entspannt, nachsichtig, offen) oder zum Schlechten (gereizt, gestresst, Tunnelblick, stur ...) dann verändert man auch immer sein eigenes Umfeld mit. So können wir uns selbst auf Erden das Fegefeuer oder den Himmel auf Erden schaffen. Ich persönlich arbeite an letzterem.
Sprich: wir haben es selbst alle in der Hand bzw. im Nervensystem :)

Also worauf wartet Ihr? Ab morgen möchte ich lauter lächelnde Gesichter in Bus, Bahn, Zug, U-Bahn und der Strassenbahn sehen. Heilsame Kommunikation beginnt mit einem Lächeln! :)

Und wenn Euch das Thema noch genauer interessiert, empfehle ich Euch das Buch: Social intelligence - The new science of human relationships (Daniel Goleman).

Ob es irgendwann möglich sein wird, dass Menschen nur durch Gesten bzw. direkt über ihre Emotionen (Nervensysteme) ohne den Umweg der Sprache miteinander kommunizieren? Dann gäbe es weniger Missverständnisse und Barrieren. Kulturell, sozial und integrativ. Das wär doch mal ein Fortschritt!

Mittwoch und Donnerstag: Mein Busnachbar begrüßt mich wie jeden früh mit:"Morgn."
Und dann schlummert er seine Tasche umarmend bis Erlangen friedlich neben mir. Inzwischen gelingt mir das auch wieder. Und ich schlafe gelegentlich mit Ohrstöpseln und Kapuzenabschottung ein. Das ist cool. Das zeigt, dass sich mein autonomes Nervensystem doch langsam beruhigt.

Ich steh früh rechtzeitig auf, damit ich genug Zeit hab und nicht hetzen muss. Denn jede Eile ist Gift für mein autonomes Nervensystem. Bei Parkinsonkranken ist das genauso. Bei mir führen zu schnelle Bewegungen zu Schweissausbrüchen. Ich bin sowieso den ganzen Tag am Jacke aus - und wiederanziehen. Ich bin inzwischen besser dabei geworden auf diese Reaktion meines Körpers zu "hören" (er sagt es ja nicht. zumindst nicht wortwörtlich, sondern zeigt es mir durch das Schwitzen).

Dann reib ich meine Handflächen noch mit Zirbe-Öl und Zitronenöl ein. Das riecht gut. Hilft meinem Hirn sich zu konzentrieren und das autonome Nervensystem zu beruhigen.

Ich meide früh auch helles Neonlicht. Dimme. Denn es ist mir zu intensiv.

Und dann geh ich noch auf den Balkon im Dunkeln und mache Qi Gong Übungen und laaangsame Bewegungen. Die kalte Luft ist gut für mein Nervensystem. Eures auch. Weil es mehr negativ geladenen Sauerstoff enthält. Und negativ ist positiv für Eure Körperzellen, weil sie so Abfallstoffe schneller aus der extrazellulären Matrix abtransportieren können.

Ich trinke auch viel Wasser. Tee. Keinen Kaffee! Denn der dreht das Trafohäuschen erst recht auf früh. Das brauch ich da absolut nicht. Und hab auch immer eine Flasche Wasser unterwegs dabei. Ich nehme an, deswegen muss man nach einer Lumbalpunktion auch viel Wasser trinken. Und nach anderen Untersuchungen auch. Damit man das Nervensystem wieder runterfahren kann.

Ich merke, dass meine Muskeln generell entspannter sind. Überhaupt im Gesicht. Ich merke aber auch, wenn ich in einen hell erleuchteten Raum morgens komme, wie sich die Gesichtsmuskeln und Nackenmuskeln anspannen. Auch im Bus. Deswegen trag ich da meine Kapuze. Die schirmt mich vor dem gröbsten ab. Externe Reizfilter mit den Ohrstöpseln, weil meine internen ja nich funktionieren. Die lassen alles durch!

Übermässiges müssen hab ich auch. Der Parasympathikus scheint da unten bei Stress aktiv zu werden. Vor einer Prüfung muss man ja auch oft auf's Klo. Warum das so ist, weiss man wohl noch nicht so genau. Denn andere Muskeln spannen sich ja an. z.B. die im Gesicht und im Nacken.

Das Wetter spüre ich derzeit extrem. Und nicht nur ich, wenn ich die seltsamen Gespräche der letzen Tage Revue passieren lasse. Heute bin ich einer Nachbarin begegnet. Sie hat mich gefragt, ob die Comics in der Zeitung von mir sind. Sie gefallen ihr. Ich hab mich bedankt, war aber auf dem Weg zur Ergo schon spät dran und hab dann gesagt:"Ich muss jetzt zu meiner Ergo."
Als Antwort bekam ich dann:"So heiss ich auch."
Das hat mich etwas verwirrt. Mein Nervensystem war aber gerade ebenso überlastet und deswegen zu keiner Klärung und Nachfrage fähig.

Abends war ich im Rahmen des Gesundheitsjahres bei einer Veranstaltung eines psychotherapeutischen Heilpraktiver Psychotherapeuten, der was über Hypnose erzählt hat. Ich hatte eher was richtung Selbshypnose erwartet. Stattdessen hat er uns ziemlich ausführlich die Unterschiede zwischen einer Show-Hypnose und seinem Konzept erzählt.

Auf dem Weg dorthin hatte ich einen Neglect im linken Bein. Das war beim Überqueren der Strasse mal kurzfristig "weg". Ich rumpelte auf Hanni und Nanni und konnte so einen Sturz vermeiden. Kein Wunder, denn Wetter, anstrenendes Tagesprogramm haben meinem Nervensystem ganz schön zugesetzt.

Trotzdem bin ich meinem Hirn dankbar, dass es so schlau ist und das Bein mal kurzfristig im Overload der Reize ausschaltet, anstatt lebensnotwendige Körperprozesse. Danke! Du kannst Workarounds besser als jedes Entwicklerteam!

Ich fand es seeehr anstrengend beim Vortrag zuzuhören. Da war der Vortrag des Professors über das autonome Nervensystem, das über 3 Stunden ging, direkt erfrischend dagegen.

Ich wollte wissen, ob Hypnose auch funktioniert, wenn das Kurzzeitgedächtnis nicht funktioniert, weil man in der Hypnose ja einen Anker setzt (z.B. eine Handbewegung) mit der man sich in die hypnotische Entspannung versetzen kann. Um das einzuüben, muss aber meiner Ansicht nach das Kurzzeitgedächtnis funktionieren. Die Antwort wusste er leider nicht. Da war ich enttäuscht.

Anscheinend liegen mir Fakten, Fakten, Fakten eher als wenn jemand redet um des Redens willen.
Ich war vom Vortrag enttäuscht. Hatte aber eine sehr nette Nebenfrau. Nebensitzerin. Und die Frau von der Cafeteria, in der der Vortrag stattfand, scheint auch eine sehr interessante Persönlichkeit zu sein. Also es war anders interessant. Nicht im Sinne des Vorträgers.

Eine Frau cremte sich mit einer intensiv duftenden (für mein autonomes Nervensystem stank es schon, aber ich hab mich dann doch beherrschen können) Creme die Hände ein. Ich nahm den "Duft" zuerst wahr. Und teilte dies meiner Nebenfrau mit. Sie hatte den "Duft" ebenso gerochen, konnte ihn dank mir jetzt aber identfizieren. Ein Auge meiner Nebenfrau tränte. Aha. Auch ein übererregtes Nervensystem. Das mit der Tränerei hab ich auch und meine Mama und Schwester auch. Daher kenn ich es. Und die Geruchshypersensibilität spricht auch dafür.

Es gab noch ein übererregte Nervensysteme. Eine Frau, die sehr angespannt wirkte und die der Redner auch beim Namen kannte, verliess in der Pause den Vortrag und kam nach der Pause sehr abgehetzt und noch angespannter zurück, weil sie nicht mehr wusste, ob sie die Balkontüre zugemacht hatte. Sie hat den Vortrag sicher noch weniger genossen als ich. Das ist für mich wiederum tröstlich.

Ihr seht, ich bin da eher skeptisch. Trotzdem bin ich hin. Und war offen. Aber nicht lang. Ich muss zugeben, die Chemie hat da auch nicht gestimmt. Das ist halt so. Bauchgefühl. Vom Bauchgefühl hat er auch gesprochen und dass man darauf hören soll. Also wohl eher spüren. Meins ist da eher tonlos. Mein Bauchgefühl hat mir geraten nach der Pause zu gehen. Aber ich dachte, weil ich nun schon die 5 Euro gezahlt hatte, dass vielleicht doch noch was interessanteres kommt.

Stattdessen spielte ich mit der Verpackung der Rocher-Kugel, die wir im Gegenzug für die Zahlung der 5 Euro bekamen. Das ist meine Copingstrategie. Ich wär fast eingeschlafen. Das war aber eher der Müdigkeit nach einem anstrengendem Tag als dem Vortrag geschuldet. Gut, er trug auf seine Weise dazu bei, da er mich nicht vom Hocker riss. Denn ich musste mich ja zusammenreissen um nicht vom selbigen zu kippen.

Immerhin hat er in seinem Vortrag betont wie wichtig das Bauchgefühl ist. Nächstes mal hör ich drauf und geh.

Ich hatte am Nachmittag einen Termin in Fürth und war insgesamt dazwischen nur eine Stunde daheim. Jaja, ich weiss, nicht unbedingt besonders geschickt mit einem übererregten Nervensystem.

Aber es hat mich nunmal interessiert. Heimwärts im Bus bin ich dann nochmal auf meinen Busnachbar getroffen. Hab den Platz für ihn schon reserviert.
Ich:"Grüß Gott!"
Er:"Hab ich dcoch heut früh schon gesagt. Da red ich mir noch den Mund fusselig."
Er schmunzelt.
Ich:"Dich kann nix aus der Ruhe bringen, oder?"
Er zuckt die Achseln und schmunzelt.
Ich:"So möcht ich auch werden. Ich arbeite daran. Ich find Dich cool."
Schmunzelts und umarmt seine Tasche und entschlummert bis zu seiner Haltestelle in Höchstadt. Des is die schönste Art von Vertrautheit, die ich mir vorstellen kann... Zusammen schweigen und sich trotzdem verstehen. Das ist mir die liebste Art der Kommunikation. Ich glaube, es wird zuviel geredet.

Das sagt auch der Erziehungs-Dr. Dreikurs in dem Buch, das ich grad gelesen habe: "Mutter sein dagegen sehr.."
Da verzweifelt eine junge alleinerziehende Mutter an ihrer 5-köpfigen Kinderbande, weil sie sich ständig zanken. Schimpfen und prügeln helfen nicht. Sie weiss sich nicht mehr zu helfen und ist verzweifelt. Da begegnet sie dem Konzept von Dr. Dreikurs.

Er sagt: Sie reden zuviel!
Und so läßt sie Taten folgen. Denn von nun an läßt sie ihre Kinder ihre Streitereien selber klären und nimmt sie in die Verantwortung. Stattdessen lernt sie ihr Badezimmer "richtig" zu benutzen. Immer wenn die Kinder streiten, geht sie in ihr Badezimmer, dreht ihr Transistorradio auf oder nitmmt ein Bad und kommt erst wieder heraus, wenn der Streit beendet ist. Anfangs ist es hart. Für sie. Doch es hat Erfolg.

Wenn die Kinder ihre Sachen nach der Schule überall herumliegen lassen, dann sammelt sie abends alles ein und schliesst es weg. Erst am Ende der Woche bekommen die Kinder die Sachen zurück. Auch das funktioniert. Anfangs führt es allerdings dazu, dass ihre Kinder sehr seltsam gekleidet zur Schule gehen. Aber das gibt sich.

Das müsste doch auch in anderen Lebenslagen funktionieren. Also Taten statt Worte. Denn mit Reden hat man noch nie ein Problem gelöst.

Ich hab mal meine Kollegin gefragt, wie man das mit den Missverständnissen zwischen Anwendersicht (Anforderung) und Entwicklersicht (Umsetzung) vermeiden kann. Sie meinte, man müsse zu Beginn miteinander reden. Der Entwickler sollte sich vom Anwender zeigen lassen, worum es konkret geht. Das muss ja nicht lange dauern und dann in eigenen Worten nochmal rekapitulieren, was er verstanden hat. Dann kann der Anwender rechtzeitig etwaige Missverständnisse klären.

Ausserdem müsste der Entwickler bei Unklarheiten, auf die er während der Programmierung trifft, keine Scheu haben, rückzufragen. Lieber einmal zuviel. Als einmal zu wenig.

Die Frage ist nun, wie setzt man das in die Tat um? Überhaupt beim derzeitigen Arbeitsdruck? Die Zeit, die man sich hier anfangs nimmt, spart man sich am Ende. Aber tun muss man es halt mal. Und die bisherige Art zu handeln bewußt verändern. Also neurologisch die Autobahnen im Hirn umprogrammieren und mal die Umgehungsstrasse nehmen. Denn da käme man effizienter ans Ziel.

Und an den Tippfehlern erkennt Ihr den Zustand meines übererregten Nervensystems.

Apropos autonomes Nervensystem. Ich hab neulich das Buch "Das autonome Nervensystem Grundlagen, Organsysteme und Krankheitsbilder vom Kohlhammer-Verlag gebraucht erstanden. Da steht auch drin, dass es eines der wenigen ist, die es überhaupt direkt zu diesem Thema gibt. Das hat mich anfangs verwundert. Macht man sich aber klar, dass Krankheiten des autonomen Nervensystems ja Abrechnungstechnisch von den Kassen auf jeweils andere Spezialisten aufgedröselt werden, ergibt es Sinn.

Und stellt Euch vor: im letzten Kapitel kommt CRPS vor! Das Buch ist nicht mal neu. Sondern von 2006! Dann weiss man das ja schon lange, dass CRPS eine Erkrankung des autonomen Nervensystems ist! Warum schickt man die Leut dann zum Schmerztherapeuten? Und nicht zum Neurologen? Kein Wunder, dass die Empfehlungen aus der Schmerztherapie sich mit denen von Diabetes, MS und Co überschneiden. Sie haben dieselbe Ursache.

Gegenfrage: Sind Autoimmunkrankheiten nicht gleichzusetzen mit Erkrankungen des autonomen Nervensystems? Ist das nicht ein und dasselbe? Warum gibt es dann aktuell Forschungen dazu? Es ist doch schon lang bekannt... Ist das wieder das Prinzip, nur der, der laut trommelt wird gehört? Ich bin verwirrt...

Ich bin mir sogar sicher, dass Autismus und ADHS auch auf das autonome Nervensystem zurückzuführen sind. Und den Alterungsprozess und die Folgen dasselben.

Meine Verwirrung und meine derzeitige Verfassung passt dann gut zu den Demenztagen, die morgen beginnen. Da will ich mal zum Thema Konzentrationsstörungen hin, denn die hab ich ja auch und auch andere Menschen mit chronischen Erkrankungen. Das wird wohl auch mit dem autonomen Nervensystem zusammehängen, wie das Schwitzen, die Blasenfunktion, Durchfall und Verstopfung (Verdauungsprobleme), Schlafprobleme ...

Apropos übererregte Nervensysteme.. sogar in der Tagesschau hams heut lauter Versprecher drin. ;-)

Ich bin gespannt.

Die Glaa aus ERH - Seltsam Sandra Jaeger 2019
28.09. bis 04.10. High road und low road

Sonntag: Heureka! Wow! Ist das cool! Jetzt versteh ich wie das alles zusammenhängt!

Im Buch social intelligence steht, dass die Amygdala das impulsive, unbewußte Verhalten steuert. Das ist die sogenannte "low road". Sind wir gestresst (Arbeit, Familie ...), haben eine chronische Erkrankung oder von gestressten Menschen umgeben, befinden uns einem unangenehmen Arbeitsklima, dann wird dieser neuronale Pfad ge- und verstärkt. Sprich: bei chronisch Kranken ist die low road überausgeprägt.

Ich glaube, bei Politikern und in den meisten Firmen ist es auch immer mehr am Ruder. Denn hier sind wird nur auf kurzfristige Wirksamkeit hin gehandelt. z.B. ein Politiker arbeitet auf seine nächste Wahl hin. Die langfristigen Folgen seines Handelns werden da wohl eher wenig berücksichtigt. Führungskräfte, denen es in erster Linie auf ihre Position, Einfluss und ihren Dienstwagen geht, anstatt um das Wohl der Mitarbeiter und der Firma sind wohl auch auf diesem neuronalem Pfad auf Abwegen unterwegs.

Man spricht hier auch von eher egoistischem Verhalten. Das finde ich aber nicht so gut. Denn man macht das ja nicht absichtlich. Es ist ein instinktive Notprogramm, das Verteidigungsverhalten.

Die neuronalen Pfade haben sich ins Hirn eingefräßt, einprogrammiert, eingeschlichen. Unbewusst. Und man handelt in diesem Modus des übererregten Nervensystems als würde der Säbelzahntiger höchstpersönlich vor einem stehen. Dabei ist das nur der Kollege. Es ist ein Ur-Instinkt, der uns in der heutigen Zeit zum Verhängnis wird.

Die Folge der Amygdalasteuerung sind dann eine Stresschronifizierung, die dann auch zu den entsprechenden Krankheiten führt. z.B. Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt, Erkrankungen des autonomen Nervensystems (Demenz, Diabetes, MS, Parkinson ..), und wahrscheinlich auch Krebs.

Und dann gibt es die sogenannte "low road". Hier steuert der präfronterale Kortex unser Verhalten. Bzw. wir könenn unser Verhalten darüber steuern. D.h. wir nehmen den Impuls der Amygdala in uns wahr, beruhigen diesen jedoch, indem wir die Situation anders bewerten (andere Persepektive) oder unbewertet wahrnehmen und können so logisch und zielgerichtet, langfristig , rücksichtsvoll und achtsam handeln. Hier bezieht man bei seinem Verhalten auch deren Auswirkungen auf die Umwelt mit ein.

Denn in der Ruhe liegt die Kraft. Damit geht dann auch Empathie (Rücksichtnahme auf andere Menschen), offenes und agiles Verhalten und funktionale Kommunikatione einher. Sprich das, was man als soziale Intelligenz zusammenfasst. Mit dem Mitfühlen und Einfühlen in andere Menschen, handelt man auch zu ihrem Wohle und zum Wohle aller.

Sprich: auch mein Weg zur Heilung fühlrt über die high road.
Wie kann man nun von der low road in die high road gelangen?

Ich muss den präfronteralen Kortex stärken. Und wie geht das?
Zunächst einmal, indem ich mit mir selber achtsamer und liebevoller umgehe. Denn so wie ich mit anderen umgehe, gehe ich auch mit mir selbst um. Das Resonanzprinzip. Und wie macht man das?

z.B. mit Achtsamkeit! z.B. mit MBSR, mit Atemmeditation, Body Scan. So wird man sich seiner negativen Gedanken schneller bewußt und kann sie stoppen. Und mit viel Übung derselben! Indem man es einfach macht und übt. Denn nur durch das ständige Üben und Erfahren dieser Verbesserung mit allen Sinnen, lernt unser Gehirn. Es heisst ja nicht umsonst: Übung macht den Meister. Und wieder ist unsere Sprache der Wissenschaft um Längen voraus ;-)

So kann also jeder (nicht nur ich als Fachinformatiker!) sein Hirn umprogrammieren!

Ihr tut das nämlich ständig. Seit Euch dessen aber gar nicht bewußt! z.B. wenn Ihr anfangt ein Handy zu benutzen. Irgendwann könnt Ihr ohne gar nicht mehr. In jeder Pause fingert Ihr daran herum. Es wird sogar vom Hirn als Körperteil "adoptiert" und in die Körperlandkarte mit aufgenommen. Wahrscheinlich stammen daher die Entzugserscheinungen. Phantomschmerzen aufgrund von Handyentzug. Denn ein fehlendes Handy fühlt sich ja schon an wie eine amputierte Extremität.

Die Reizflut von Handy, Fernsehen, PC, ständiger Erreichbarkeit ... ist für unser Nervensystem aber alles andere als gesund. Denn darauf ist unser Nervensystem nicht eingestellt. Schon gar nicht, wenn unsere Amygdala das Ruder übernommen HAT!

Denn dann werden die Reizfilter aufgrund des Gefahrensituationsreflexes deaktiviert! Und die Reizeflut strömt dann ungefiltert auf unseren Hauptprozessor (unser Gehirn) ein! Es wird nicht mehr damit fertig und es zeigen sich physiologische Symptome. Wir funktionieren immer schlechter! Weil wir unserem Organismus die Entspannungszeit nicht mehr gönnen. Weil wir nicht mehr entspannen können! Und damit klemmt dann der Schalter, der die Hyperaktivität der Amygdala wieder ausschaltet. Wie es früher nach einer Begegnung mit dem Säbelzahntiger halt war. Danach kamen unsere Vorfahren wieder runter.

Das passiert heute nicht mehr!
Schon Erwachsene können nicht mehr abschalten. Weil sie alles eingeschaltet haben (Handy, Fernseher, PC ...)! Das hinterläßt Spuren in unserem Gehirn, Nervensystem und Körper. Muskeln sind ständig angespannt. Nacken, Gesicht, Rücken. Und das verursacht langfristig Schmerzen. Nerven verklemmen sich in angespannten Strukturen. Und eine Verspannung an einer Stelle wirkt sich auf den ganzen Organismus aus. So verursacht z.B. eine Beckenschiefstellung Nackenschmerzen, Probleme mit der Halswirbelsäule und von den Faszien und Lymphgefäßen will ich gar nicht erst reden.

Guckt Euch doch bloss die Medikamente in der Apotheke an, die in den Regalen hinter der Theke stehen. Merkt Ihr was? Das ist alles Symptombehandlung dafür, dass unsere Amygdala das Ruder übernommen hat.

Und bei Amygdala-Erwachsenen werden durch den chronischen Stress auch Gene aktiviert bzw. deaktiviert, die Krankheiten auslösen können. Das Immunsystem wird unterdrückt. Die Verdauung arbeitet schlecht. Es kommt zu Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit. Leicht reizbar. Ein kleiner Tropfen kann zur Eruption führen.

Bekommen Amygdala-Erwachsene Kinder, dann wirkt sich die erregte Amygdala der Mutter und die veränderten Gene des Vaters bereits im Mutterleib aus. Das Kind kommt schon als Schreikind zur Welt. Weil es die Welt intensiver wahrnimmt. Denn es wird in eine Hypervigilanzsituation hineingeboren.

Seine Eltern bereiten ihn ja schon auf eine gefahrvolle Welt vor. Das machte in Urzeiten sicher Sinn. Heutzutage eher nicht. Weil diese vermeidlichen Gefahren gar keine sind.

Die Kinder sind hyperaktiv. Denn Bewegung (Flucht) beruhigt das Nervensystem. Denn damit beruhigen sie ihr Nervensystem. Vollkommen logisch. Denn wie sollten sie sich denn sonst behelfen? Oder sie kommen mit Autismus zur Welt. Sie vermeiden Reize, wie Blickkontakt. Weil jeder Reiz zuviel für ihr Gehirn wäre. Da die Reize ihnen zu intensiv sind, vermeiden Autisten sie. Vollkommen logisch. Oder sie entwickeln ihre eigenen Nervensystemberuhigungsstrategien wie schaukeln, singen, summen, sich wiederholende Handlunge, Rituale, immer dieselbe Fernsehsendung um dieselbe Uhrzeit sehen, in den Anblick eines Teichs und der Wasserspiegelung versinken (so schalten sie die Reize um sich herum aus, indem sie sich intensiv auf etwas anderes konzentrieren! Das machen Spitzensportler auch so. Bei Spitzensportlern ist dies jedoch sozial und gesellschaftich akzeptiert, bei Autisten nicht, obwohl bei ihnen das Überleben davon abhängt. Wir leben in einer sehr seltsamen Gesellschaft.)

Oder die Kinder kommen zu früh auf die Welt und werden vom grellen , schmerzhaften Neonlicht, Lärm und der kalten Umgebung des Krankenhauses überwältigt. Frühchen sterben vermutlich auch durch die Reizflut, der sie und ihr Nervensystem noch nicht gewachsen sind.

Auch der plötzliche Kindstod dürfte eine Folge der Reizflut sein. Zu warm, zu kalt, zu hell, zu laut, zu geruchsintensiv.. zu eng (Kleidung), zu kratzig (Kleidung, Spielzeug), die Musik zu laut, die Berührung zu intensiv (sie kann sogar schmerzhaft sein!) ....

Menschen sterben wohl einfach, wenn ihr autonomes Nervensystem die Defizite nicht mehr kompensieren kann. Das würde auch erklären, dass in heutigen Zeiten, Menschen wieder öfter sterben, wenn sie grad in Rente gegangen sind. Da war das Nervensystem schon vorher am Limit. Jetzt wollen sie zur Ruhe kommen und das kann ihr Nervensystem dann gar nicht mehr. Denn die dauererregte Amygdala hat schon zuviel Schaden angerichtet.

Dabe sind Menschen sehr schwer kaputt zu kriegen. Unser Nervensystem hält vieles aus. Und lang. Zu oft von uns selbst unbemerkt. Weil wir nicht mehr achtsam sind und verlernt haben auf uns und unseren Körper zu hören.

Denn ignorieren wir alle Warnsignale, die er aussendet, weil wir sie gar nicht mehr wahrnehmen (auch hier verändert die Amygdala diese Wahrnehmung, es ist also eine Rekursion ohne Abbruchbedingung), kommt es zum Zusammenbruch des autonomen Nervensystems. Und damit zum Tod.

Sprich: wer besser auf sich hört, kann länger leben. Wir haben es selbst in der Hand.

Und das nimmt uns die Hilflosigkeit. Also zumindest mir. Ich will weiter die high road stärken. Und probiere auch noch viel neues aus. Jeder muss hier seinen eigenen Weg finden. Denn jedes autonome Nervensystem ist individuell. Klar es gibt Gemeinsamkeiten. Doch Eure neuronale Verdrahtung im Hirn, wie Ihr Situationen bewertet, entstammt Eurer Erfahrung, Eurem Umfeld, das Euch geformt hat und formt und den Mitmenschen und dem Klima um Euch herum.

Wenn Ihr Euch verändert (Eure Wahrnehmung) dann verändert Ihr auch immer die Menschen um Euch herum mit um. D.h. ihr wirkt auch positiv auf Euer Umfeld. Das allein sollte Grund genug dafür sein, den inneren Schweinehund (ein seltsames Tier) zu überwinden.

Am Anfang wird es schwer fallen. Man muss die Routinen erst einüben. Ins alltägliche Leben einbauen. Und auch das ist höchst individuell. Dann läuft es automatisch ab. Denn dann haben wir wieder neuronale Verknüpfungen in unserem Hirn angelegt, die es einfacher ablaufen lassen. Wir haben es gelernt.

Das ist doch supercool!

Die Schnittmengen zwischen Parkinson und Autismus (Punding) hatte ich ja schon erwähnt. Am Freitag war ich auf der Demenzveranstaltung und hab mir den Vortrag zu den Konzentrationsstörungen angesehen und angehört.

Hier erklärte die Ärtzin, dass sie für Demenzerkrankte, die auch unter der Reizüberflutung leiden (seht Ihr?) spezielle Ruhezonen, Snooze-Räume haben. Also Rückzugsorte. Die brauchen Autisten auch! Auch wegen der Reizüberflutung. Volltreffer!

Was wichtig ist, fragte eine Dame: das Empowerment! D.h. den Erkrankten und den Angehörigen aus der Hilflosigkeit zu holen. Der Kranke soll soviel wie möglich selber machen. Das stärkt sein Selbstvertrauen. Sonst wird er abhängig und hilflos. Man spricht da auch von erlernter Hilflosigkeit. Hilflosigkeit erregt die Amygdala noch weiter als sie schon eh ist. So wird also das Nervensystem des Betroffenen und seiner Angehörigen, deren Nervensysteme auch durch den Umgang mit dem Erkrankten und der Erkrankung erregt werden, geschont und beruhigt.

Deshalb ist es auch wichtig, dass sich die Angehörigen frühzeitig über Unterstützungsmassnahmen und Hilfen informieren! Damit sie selbst sich und ihrer Amygdala den Stress der Hilflosigkeit ersparen.

Sonst kann es zu so tragischen Fällen kommen, wie er gestern in der Zeitung stand. Da hat ein älterer Mann seine Frau, die im Rollstuhl saß getötet. Und anschliessend versucht sich selbst umzubringen. Er konnte gerettet werden.

Ihr werdet sagen, das ist doch grausam und herzlos. Bedenkt, dass seine Amygdala das Ruder übernommen hatte. Wisst Ihr wie anstrengend und kräftezährend der Umgang mit chronisch kranken Menschen, die sich der Hilflosigkeit ergeben haben, sein kann? Sie haben kein gutes Wort mehr für den Partner, der sich für sie aufopfert. Aufopferung ist keine Lösung! Denn dann kann er einfach nicht mehr. Die Amygdala begeht eine Kurzschlussreaktion.

Warum hat er sich denn keine Hilfe geholt? Weil seine Amygdala es nicht zuliess. Er hat zu lange gewartet. Vielleicht hat er als Junge eingetrichtert bekommen, dass ein Mann gross und stark sein muss und sich keine Schwächen eingestehen darf. Und ihm wurde anerzogen, dass er alles mit sich alleine ausmachen darf. Vielleicht wusste er einfach nicht, wie man um Hilfe bittet. Und hat es noch nie in seinem Leben gemacht.

Er war selbst hilflos. Er wusste nicht, an wen, und wahrscheinlich war ihm nicht mal bewußt, dass er sich an jemanden wenden kann! Er ist in diesen Zustand hineingeglitten. Unbewusst. Er konnte einfach nicht mehr! Der letzte Tropfen brachte das Fass zum Überlaufen...

Deshalb ist es so wichtig, dass Umstehende, Nachbarn, Verwandte, Familienmitgliedern in diesen Situationen achtsam sind und dies bemerken. Dann hätte rechtzeitig Hilfe angeboten werden können. Und beiden ein lebenswertes Leben ermöglicht werden.

Nun wird er damit leben müssen und auch noch verurteilt werden. Wie muss er sich fühlen? Das macht mich traurig.

Genau wie Menschen, die jahrelang tot in ihrer Wohnung liegen und es bemerkt niemand. Zu Zeiten unserer Vorfahren wäre das nicht möglich gewesen. Denn da war man auf einander angewiesen.

Das sind wir heut nicht mehr. Glauben wir. Unsere neuronale Verdrahtung ist es jedoch immer noch. Unser autonomes Nervensystem ist, um zu funktionieren und uns am Leben und gesund zu erhalten, ist darauf angewiesen!

Vielleicht oder sogar höchstwahrscheinlich waren unsere Vorfahren sozial intelligenter als wir. Weil sie es mussten. Um zu überleben!

Die Demenz-Ärztin wurde auch gefragt, ob eine Demenz nach einer Operation schlimmer wird.
Ja. Aus iherer eigenen Erfahrung kann sie sagen: Sie können davon ausgehen.

Also genau wie bei CRPS und wie es bei mir war. Nach jeder OP wurde es schlimmer! Weil sie das autonome Nervensystem und damit die Amygdala weiter erregt.

Wie bei einer chronisch kranken Bekannten, die operert wurde. Wie bei meiner Mama.
Wie bei dem Herrn aus dem Altenheim.

Bei CRPS gibt es eine bestimmte Form der Narkose, um dies zu verhindern. Ob die auch bei Patienten mit Demenz und anderen autonomen Erkrankungen helfen könnte, dass sie nach Operationen nicht schlechter dran sind als vorher?

Und dann wollte ich noch von der Ärtzin wissen (hellhörig wegen der Reizüberflutung), ob bei Demenzkranken ähnliche Verhaltensweisen (Impulskontrollverlust) wie bei Parkinson und ADHS zu beobachten sind. Und ob sie auch schaukeln, singen, summen, Punding und Rituale beruhigen. Also Dinge, die sozial nicht akzeptiert werden. Sie meinte: Ja.
Ich: Dann soll man sie am besten das machen lassen, was ihnen gut tut, denn es beruhigt ihr Nervensystem.
Sie: Ja.
Das war alles, was ich wissen wollte.

Dann war ich noch im Film Systemsprenger. In dem Film geht es um ein 9-jähriges Mädchen, das Wutausbrüche und Tobsuchtsanfälle ohne Ende hat. Kein Erzieher, keine Wohngruppe kommt lange mit ihr klar. Sie passt nicht ins System. Für die Psychiatrie ist sie zu jung. Trotzdem landet sie immer wieder im Krankenhaus und wird unter Beruhigungsmittel oder Neuroleptika gesetzt.

Sie erträgt keine Berührungen im Gesicht. Da flippt sie aus. Das kann ich mit meiner Allodyne (schmerzhafte Berührungsempfindlichkeit) nachvollziehen.

Erst diese Woche im Bus hat mir eine ältere Frau von hinten auf den Arm gepatscht. Richtig grob, weil sie grosse Hände und viel Gewicht hatte.
Weil sie meinte, ich hätte meine Füsse auf dem Sitz.
Hatt ich nicht. Nur auf der Stufe, die unterhalb des Sitzes verläuft. Und das Hochlegen tut meinen Dystonien gut und hilft gegen die Schmerzen.

Mir würde es nicht im Traum einfallen, sie einfach anzupatschen.
Es war sehr schmerzhaft. Das hab ich ihr auch gesagt. Das war der Impuls der Amygdala. Meine Low road. Sofort fing ich an zu schwitzen. Na super! Ich fing an mich in meine Wut gegen die Frau hineinzusteigern.

Und dann merkte ich: damit schade ich nur mir. Also ich merkte: das ist grad die falsche Strasse (road).
Ich muss mich beruhigen... dachte ich. Dann fing ich mit Atemmeditation an. Es dauerte eine Weile bis sich die Wut legte, das Schwitzen nachliess. Und dann klärte sich auch mein Blick. Ich nahm die High road.

Denn die Frau tat mir auf einmal leid. Sie muss sehr einsam sein. Denn sie sprach mit einer anderen korpulenten Frau hinter mir, die sich auch immer in die Angelegenheiten anderer Menschen ungefragt einmischen und einen immer mit ihren Kommentaren zutexten, darüber, dass der Sommer jetzt zuende ist. Zwei negative Nervensysteme nebeneinander. Toxin hoch zwei. Man sieht es auch am Leibesumfang. Und am Verhalten natürlich. Wenn einen alles nervt, dann erregt alles das Nervensystem. Des is fei a ned grod as gsündeste. Sorgt für hohen Blutdruck und entsprechende Hormonwerte und Probleme mit Schilddrüse und Co. Ihre Nackenmuskeln sind verspannt und sie hat einen Buckel. So hart und verspannt sind ihre Muskeln. Ich denke, daher schrumpft man im Alter. Weil man krumm und bucklig wird, wegen dem Cortisol und der Amygdala, die stärker feuert. Wer hart zu anderen ist, ist auch hart zu sich selbst. Und der hat harte, verspannte Muskeln.

Der Cortisolspiegel wirkt sich auch auf das Gewicht aus. Und ein hohes Gewicht verursacht wiederum hohen Blutdruck. Diabetes könnte auch noch vorhanden sein.
Und der Gehwagen spricht ja seine eigene Sprache. Die eine Frau besteht auf "Ihrem Platz" im Bus. Ist also schon sehr in Ritualen gefangen. Alles Anzeichen für übererregte Nervensysteme. Amygdalagesteuertes Verhalten. Das toxisch auf die Umgebung wirkt. Und die Beziehungen vergiftet. Ihre Unterhaltung kam mir auch dysfunktional vor. Sie hörten einander nicht zu. Jede redete von sich. Und sie redeten an einander vorbei.

Sie haben wohl beide nicht viel Freude und Freunde in ihrem Leben. Ich muss ihnen kein Kontra geben. Dafür sorgen sie mit ihrer Wahrnehmung der Welt und sich selbst schon selber. Ich möchte nicht in ihrer Haut stecken. Ihr Leben muss die Hölle auf Erden sein. Von den Krankheiten, die sie mit sich herumschleppen will ich gar nicht reden.
Da bin ich dann achtsam und gut zu mir und steckte mir meine Ohrstöpsel in die Ohren und tune wieder aus.

Und da war es dann gut. Und ich konnte mich wieder an der bunten Herbstlandschaft erfreuen. Anstatt wie die beiden dem Ende des Sommers hinterherzujammern.

Im Systemsprenger suchte das Mädchen nach Liebe. Sie wollte einfach so akzeptiert werden, wie sie ist. Das tat niemand. Und so konnte sie es auch selbst nicht. Weil sie sich selbst nicht verstehen kann. Wird man von niemandem , nicht mal von den eigenen Eltern so akzeptiert und angenommen und geliebt wie man ist, dann kann man sich auch nicht selbst gern haben. Und damit bekommt man kein Selbstvertrauen und auch kein Urvertrauen.

Sie sehnte sich so nach der Zuneigung anderer, nach dem Akzeptiert - und Angenommenwerden, dass sie erst scheu war im Umgang mit neuen Erziehern oder ihrem Schulbegleiter. Und wenn sie dann Vertrauen fasste, dann griff sie nach diesem Strohhalm. Denn sie war ja am Ertrinken.

Und somit durchbrach sie die professionelle Distanz zwischen ihrem Schulbegleiter und ihrer Sozialarbeiterin. Weil sie Vertrauen gefasst hatte. Und als diese sie wieder enttäuschten, weil sie gemerkt hatten, das sie ihre professionelle Distanz verloren hatten und dies nachträglich korrigieren wollten, da verlor sie alles...

Sie hatte nie gelernt ihr autonomes Nervensystem zu beruhigen. Niemand hatte es ihr vorgelebt. Weder ihre Mutter, die inzwischen schon mit dem nächsten Kind überfordert war, noch die Erzieher ...

Man gab ihr Medikamente. Medikamente sind keine Lösung, wenn man nicht weiss, wer man ist. Wenn man sich selbst nicht lieben kann. Weil einen keiner liebt.

Bekam sie die Zuneigung, die sie suchte, dann konnte sie nicht auf Dauer damit umgehen. Woher auch? Sie hatte es nie gelernt. Ihre bisherigen Erfahrungen haben sie misstrauisch gemacht. Und so kann sie diesen sich akzeptiert werden Zustand nicht lange ertragen. Weil er bisher nie lange angehalten hat. So bleibt ihr Nervensystem übererregt und sucht seine bisherigen bekannten Beruhigungsstrategien. Sie prügelt sich und beruhigt ihr Nervensystem mit destruktivem Verhalten. Weil sie nur das kennt. Weil sie nie etwas anderes gelernt hat.

Es ist nämlich unmöglich andere Menschen zu verstehen, wenn man sich selbst und sein eigenes Verhalten nicht versteht. Davon kann ich ein Lied singen. Lalalal...

Und wenn man sich selbst nicht versteht, kann man im Gegenzug auch nicht erwarten, dass andere einen verstehen. Die Quadratur des Kreises.

Und so rannte sie immer wieder weg. Das war die einzige Coping-Strategie, die sie kannte. Fluchtreaktion. Die Amygdala low road.

Denn inzwischen können selbst die Menschen, die im System Hilfe geben, ihre Amygdala high road nicht mehr beschreiten.

So kommt es zu zwei Beinahe - Katastrophen. Sogar drei.

Das Ende blieb offen.. sie rennt wieder... und sie lachte und schien glücklich.. weil es das einzige ist, was sie kennt, das hilft.

Der Film zeigt, wie die Hilflosigkeit eines Menschen (des kleinen Mädchens) auch die Helfer im Hilfssystem hilflos macht. Low road Amygdalas sind ansteckend.

Und so läuft es derzeit auch im Gesundheitssystem. Es ist nicht gesund. Seine Amygdala ist übererregt.

So.. jetzt bin ich doch ein wenig gefühlsduselig geworden...
Kennt Ihr die Skateboardfahrende Nonne aus Oberlindach?
Lebe, liebe, lache hat sie geschrieben. Ein Buch. Das heiter den Stress auf die Schippe nimmt. Und uns vor Augen führt, dass wir heute den Säbelzahntiger, der uns durch den Tag hetzt, selber erschaffen. Und uns auf Karl Valentinsche Weise vor Augen führt, wie komisch das ist.

Ihr Tipp: Sorgen an den lieben Gott abgeben. Er wird sich schon drum kümmern. Im Moment leben.

Na, kommt Euch das nicht bekannt vor? Genau: das ist der high way des präfronteralen Kortex.

Ich konnte eine Ärztin fragen, ob auch jede Krankheit des autonomen Nevensystems eine Autoimmunkrankheit ist.
Sie musste erst überlegen, dann sagte sie:"Jede Autoimmunkrankheit ist auch eine Erkrankung des autonomen Nervensystems. Umgekehrt muss das aber nicht unbedingt sein."

Na dann schau mer mal, was die Forscher in Göttingen da rauskriegen...

Mittwoch: Heut kam früh ein alter Bus mit weniger Sitzen (bei der Bahn würde es heissen mit einem verminderten Sitzplatzangebot) und laut war der!!

Mein Busnachbar steigt ein, guckt irritiert und brummt als er sich neben mir niederläßt:"Was is'n das heut?"

Da war er nicht der einzige, der so geguckt hat. Ich glaub wir hamm alle heut zuerst gschaut wie a Käuzla wenn's blitzt.

Ich hab ein Werbe-Gutsi von unserer Firma bekommen, mit dem ich nix anfangen kann.
Ich frag meinen Kollegen:"Was soll ich jetzt damit machen?"
Er:"Schenks jemanden, den Du nicht leiden kannst..."

Die Kollegen grübeln ob man die Fehlererkennung automatisieren könnte.
Kollege1:"Da wär Deep Learning als Lösung vielleicht hilfreich."
Kollege2:"Und dann lernt's as falsche.."

Kommunikation ist ja das Thema, das mich nicht losläßt. Ich hab ja auch mal technische Dokumentation gemacht. Und Software-Dokumentation gehört auch heute noch zu meinen Aufgaben. Und die jedes Entwicklers.

Warum versteht die, dann meistens nur der Entwickler, der sie geschrieben hat?
Weil er sie aus seiner Sicht (Perspektive), also seiner Wahrnehmung und mit seinem Vorwissen geschrieben hat.

Deswegen ist es soooo schwer gute Dokumentation zu schreiben. Denn der, der sie liest, hat wieder eine ganz andere Wahrnehmung und ein ganz anderes oder gar kein Vorwissen. Am Besten macht man Bilder, Screenshots. Bilder sagen mehr als 1000 Worte. So funktionieren ja auch die Aufbauanleitungen von diversen Möbelherstellern.

Ich baue, wo es geht Screenshots oder Bilder ein, wenn ich was dokumentiere. Weil man dann nicht soviel lesen muss. Man kann es viel schneller erfassen. Und weil man so Missverständnissen, die aus Worten und Sätzen entstehen können, vorbeugt.

Ausserdem ist ja mein Gedächtnis aufgrund der chronischen Erkrankung nicht das Beste. Es ist oft so, dass ich jedes mal die Anleitung wie beim allerersten mal lesen muss. Und das ist ein Vorteil, wenn man sowas dokumentieren will. Denn wenn ich sie verstehe, weil ich alles wieder vergessen habe, dann fällt es auch anderen ohne Vorkenntnissen leichter meine Doku zu verstehen.

Deshalb stell ich jetzt mal die These auf (aus meiner Erfahrung und auch aus dem Lob anderer über meine Doku, dass sie gut sei), dass es für das Schreiben von guter Dokumentation von Vorteil sein kann, wenn man nicht zuviel Wissen im Kopf herumträgt. Wie ein unbeschriebenes Blatt. Man ist damit näher beim Anwender. Auf derselben Perspektivwelle...

Dann könnten also Menschen, die mit dem Gedächtnis Probleme haben, zum Dokumentieren geboren sein. Weil sie es ja gewöhnt sind, sich ständig alles aufschreiben zu müssen und zwar so, dass sie es dann, wenn sie alles vergessen haben, auch wieder verstehen. Also so, als würde man es zum ersten mal lesen.

Damit wird eine sogenannte Schwäche zu einer Stärke! Cool!
Alles wieder eine Sache der Wahrnehmung :)

Donnerstag: Wow! Wieder ein Heureka-Moment! Erinnert Ihr Euch noch an den Systemsprenger und die Hilflosigkeit der Helfer und der Umgebung, dem Mädchen gegenüber, dessen auotonomes Nervensystem durch die Reizflut, die sein Gehirn nicht verarbeiten kann, und des dadurch ausgelösten Beruhigungsverhaltens - das nicht mit der Umwelt kompatibel ist, weil es die Umgebung nicht als solches versteht, alle zur Verzweiflung bringt?

Nun hab ich grad im Buch social intelligence ein bisschen weitergelesen. Und da kommt genau die Stelle, wo beschrieben wird, dass alle Menschen in ihren Berufen eine Rolle spielen. Um den professionellen Abstand zu behalten.

Das war mir überhaupt nicht bewußt, dass die Welt so funktioniert. Ich bin immer ich. Ich tu das nicht. Mir war auch gar nicht bewußt, dass das so funktioniert. Bzw. funktioniert es denn überhaupt?

Hmm.. auf der eine Seite ist dies ein Schutz und bei helfenden Berufen wie Arzt, Psychologen, Therapeuten, Sozialarbeiter, Krankenschwester, Pfleger, Lehrer, Sozialpädagogen ... wahrscheinlich lebensnotwendig. Mein Kollege nannte es ja , den anderen nicht in den eigenen Vorgarten scheissen zu lassen. Also die eigene persönliche Grenze zu bewahren. Die letzte Linie des eigenen physiologischen Selbstschutzes.

Bei einer jungen hochmotivierten Ärztin habe auch ich es geschafft, diesen Selbstschutz zu verletzen. Weil sie es zuliess. Ich habe dies nicht absichtlich gemacht, sondern weil mein physiologischer Zustand so im Ausnahmemodus und damit so verzweifelt war, dass ich nach diesem letzten Strohhalm griff. Man kann einem Ertrinkenden ja nicht zum Vorwurf machen, dass er nach dem letzten Rettungsring greift...

Die Ärztin war ihrerseits arbeitsbedingt auch unter Druck. Irgendwann feuerte dann ihre Amygdala und beendete wie die Helfer im Systemsprenger die Kommunikation. Beide Verhaltensweisen, sowohl meine als auch ihre waren also vollkommen natürlich und somit jede für ihre Situation "normal" (wenn man es denn so bezeichnen mag).

Funktional war die Kommunikation damit natürlich nicht! Und damit auch nicht heilsam sondern genau das Gegenteil.
Für beide Seiten. Und das, obwohl jede Seite die besten Absichten hatte.
Des is fei a ned grod as gsündeste!

Positiv betrachtet, hat sie wohl durch mich die wertvolle Lektion gelernt, dass sie ihre eigene persönliche Grenze verteidigen muss und sie nicht überschreiten oder überschritten werden darf. Das hoffe ich zumindest. Denn dann hatte alles einen Sinn. Denn lernen können wir nur durch Gefühle, weil unser Gehirn nur so lernt. Wenn uns das jemand nur erzählt, dann funktioniert das noch lange nicht. Wir müssen erst selbst die Erfahrung physiologisch machen. Dann lernen wir und unser Gehirn.

Es tut mir heute leid, dass ich diese ihre Grenze überschritten habe. Ändern kann ich es nicht mehr. Und auch damals hätte ich nicht anders gekonnt. So ist das Beste, das ich heute tun kann, die Situation erklären.

Als chronisch Kranker oder verzweifelter Mensch neigt man also dazu die Grenzen anderer zu überschreiten. Unbewusst. Man macht das nicht absichtlich. Das ist dem physiologischen Amygdalagesteuerten Modus geschuldet. Also ganz natürlich.

Als Arzt und Therapeut sollte man das WISSEN! Und irgendwie den Spagat zwischen Nähe , Vertrauen und professionellem Abstand hinbekommen. Ich hab keine Ahnung wie das geht. Weil ich nur ich selbst sein kann. Entweder ganz oder gar nicht. Authentisch halt. Deswegen stell ich mir das seeehr schwer vor! Vielleicht ist das überhaupt das schwierigste an solchen Berufen, die mit Menschen , also den Mitmenschen zu tun haben. Deswegen verdienen diese Menschen unseren größten Respekt. Oft bekommen sie den nicht. An dieser Stelle möchte ich all diesen Menschen danken und Respekt erweisen.

Andererseits kann man ja nicht nicht mit Menschen zu tun haben. In allen Berufen hat man Kunden, Kollegen, Chefs ... Ich arbeite noch daran herauszufinden, wie man das hinbekommt...

Auf der anderen Seite bewirkt ein zuviel der Rolle, dass man überhaupt keinen Kontakt zum anderen bekommt. Die Chemie stimmt dann nicht. Vermutlich weil man dann auch nicht mehr "echt" , authentisch ist. Und sowas spüren Menschen, um die sich diese Berufe kümmern, aufgrund ihrer deaktivierten Reizfilter umso mehr. Und heutzutage werden das immer mehr Menschen, weil der chronische Stress rapide um sich greift und zum Normalfall wird. Das ist alles andere als normal! Denn es macht uns krank!

Auch wenn man sich noch so viel Mühe gibt, die Kommunikation wird dann auch nicht funktionieren, wenn man NUR eine Rolle spielt. Wenn nichts mehr echtes von sich selbst darin liegt. Vielleicht verlieren so auch Menschen ihre Wahrnehmung ihrer selbst. Weil sie so eine Rolle zu lange gespielt haben.... Das hiesse, dass auch so die Selbstwahrnehmung wieder verzerrt wird. Des is fei a ned grod as gsündeste.

D.h. es kommt wie bei allem im Leben immer auf ein ausgewogenes Gleichgewicht an. Und da haben wir sie wieder: die Homöostase.
Das Grundprinzip allen Lebens!

Denn wir alle brauchen heilsame Kommunikation und wollen als wir selbst angenommen und verstanden werden. Das ist ein Grundbedürfnis jeden Menschens! Und von Kranken um so mehr! Oder Menschen, die noch niemals in ihrem Leben so angenommen wurden, wie sie sind. Ich spreche bzw. schreibe hier aus eigener Erfahrung. Wird man immer nur kritisiert so macht dies krank und noch kränker... Das Selbstwertgefühl sinkt und damit auch das Vertrauen in die Mitmenschen. So stirbt das Selbstvertrauen und das Urvertrauen.

D.h. dass bei chronisch Kranken zuviel Abstand keine Heilung bringt! Sondern noch mehr schadet. Denn wenn man sich beim Arzt nicht verstanden fühlt, weil man ihn irritiert, weil man sich aufgrund einer Erkrankung nicht wie andere Menschen verhält, dann irritiert man das Gegenüber und so sabotiert das eigene unbewusste Verhalten, für das man ja nichts kann! - den Aufbau einer Vertrauensbasis mit dem Arzt oder Therapeuten. Und dann braucht man sich nicht drüber wundern, dass es dem Kranken schlecher geht. Dem Arzt und Therapeuten übrigens auch. Denn auch der fühlt sich bei dieser Begegnung der 3.ten Art nicht wohl.

Ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung. Als meine Hand sich immer mehr verkrallte und die Schmerzen immer schlimmer wurden, wusste auch der Arzt keinen Rat mehr. Er hat es sogar gesagt:"Ich bin mit meinem Latein jetzt am Ende."
Ich weiss leider bis heute nicht, was ein normgerechtes Verhalten auf diesen Satz gewesen wäre. In der Ausnahmesituation, in der ich mich befand, war dieses ohnehin nicht möglich. Selbst wenn ich es gewusst hätte.
Daher sprudelte mein Amygdalagesteuertes Hirn aus mir heraus:"Latein hab ich zuletzt in der 11. Klasse gehabt."
Das irritierte den Arzt. Das versteh ich heute. Damals war mein HIrn nicht dazu in der Lage. Denn es hatte genug mit der Abwehr der Reizflut im Krankenhaus zu tun, da meine Reizfilter deaktiviert waren und es auch heute noch sind.

Dieser Arzt war sehr nett. Er hat sich sehr viel Mühe mit mir gegeben. Wusste aber nun selbst nicht weiter. War hilflos. Und meine Reaktion machte das ganze auch nicht besser.

Er machte also einen weiten Bogen um mich, wenn er mich sah. Die Vermeidungstaktik. Auch eine Copingstrategie. Die kann ich auch ganz gut.

Eines Tages war es aber wieder soweit und ich saß bei geschlossener Tür im Behandlungsraum und wartete mal wieder auf einen Arzt. Da öffnete sich die Tür und es kam genau dieser Arzt, vergnügt zur Tür hereingerutscht. Mit Schwung, Elan und Lebensfreude. All dies verliess ihn, als er mich sah. Er zuckte zusammen. Und tat sich schwer mit mir. Ich muss ihm hoch anrechnen, dass er sich weiterhin sehr viel Mühe mit mir gegeben hat. Dass er eine CRPS-Dystonie noch nie vorher gesehen hatte, und es deshalb nicht richtig einordnen konnte, dafür kann er ja nichts.

Damals hätt ich mir halt einfach gewünschst, dass man mich weiterschickt oder sich noch was anderes einfallen läßt. Sprich dass die Gegenseite ihre Hilflosigkeit überwindet. Mir die Situation erklären kann. Dass das autonome Nervensystem bei mir halt grad Amok läuft und es Zeit und Strategien braucht wie Meditation, MBSR und Co , um es zu beruhigen.

Andererseits glaub ich, dass das in dem Ausnahmemodus bei mir gar nicht im HIrn angekommen wäre, weil es grad mit dem amoklaufenden autonomen Nervensystem und der Reizflut schon genug ausgelastet war.

Ich denke, das, was man dann braucht, ist die Geduld der Gegenseite und Verständnis. Und auch die Ratschläge und Tipps sollten immer wieder genannt werden. Vielleicht muss man sie aber anders formulieren. Und nicht immer gleich. Das macht einen Unterschied! Irgendwann kommen sie an. Es dauert halt.

Ein Rehabekannter hat mir eine ähnliche Situation von seiner Frau erzählt. Die kam auch aufgrund eines MS-Schubs in ein Krankenhaus. Und der Arzt kam erst gut gelaunt hineingerutscht bis er erfuhr, dass die junge Frau MS hat. Da ist ihm das Gesicht entglitten. Es ist heruntergefallen. Nur metaphorisch. Und nur einen kurzen Augenblick.

Das merken aber chronisch Kranke. Warum? Na, ganz einfach. Weil Ihr Reizfilter nicht funktioniert! Sie nehmen alles wahr! Auch wenn ein Behandler sie anflunkert. Kleinste Irritationen in der Umwelt. Deshalb sollte man mit ihnen ehrlich sein. Sie spüren es sowieso. Und dann stellen sie entweder den Behandler zu Rede, was ihn in Erklärungsnot bringt und wieder Hilflosigkeit bei ihm schürt oder wenn ihr Hirn mit der Reizflut zu ausgelastet ist, verarbeiten sie die Situation erst im Nachgang, können also aktuell gar nicht reagieren und die Situation klären und kommen dann nie wieder. Das erklärt übrigens das Ärztehopping bei chronisch Kranken.

Die Ärzte haben daran einen genauso grossen Anteil wie die Patienten. Denn wenn ein Arzt den Kranken vermitteln kann, dass er ihn versteht, wird er ja nicht hopsen bzw. hoppen... sondern bei ihm oder ihr bleiben.

Mit Berührungen muss man dabei als Arzt aber vorsichtig sein. Denn ein chronisch übererregtes autonomes Nervensystem mag keine Berührungen. Es empfindet sie als unangenehm oder gar schmerzhaft. Das sollte der behandelnde Arzt , Therapeut mit einbeziehen. Warum ist das so? Na, weil der Reizfilter nicht funktioniert! Auf der Flucht vor dem Säbelzahntiger wollt Ihr doch auch nicht geknuddelt werden sondern eher mit Abwehr reagieren. Und dehalb verhalten sich auch Autisten so. Denn ihre Amygdala ist überaktiv! Der präfronterale Kortex hat keine Chance zu reagieren.

Ich hatte einen sehr lieben Schmerztherapeuten. Nur mit ihm hat es auch nicht geklappt. Warum? Weil er mich mit Berührungen beruhigen wollte. Ich empfand es als sehr unangenehm. Und unpassend. Und übergriffig. Ich weiss, dass es nicht böse gemeint war. Jetzt kann ich aber erklären, warum es so nicht funktioniert.

Wenn man knuddelig wirkt und auch noch Mitleid erregt, dann mag man trotzdem nicht umarmt werden! Bzw. wenn, dann bitte nur nach voriger Nachfrage und mit Vorwarnung! Und dann kann ich auch sagen, wie es für mich angenehm ist. Denn z.B. kann ich leichte Berührungen nicht ertragen aufgrund der Allodyne. Aber feste Umarmungen an der Taille mit entsprechendem Druck, empfinde ich als angenehm.

Da mein Nervensystem zu überreizt war, konnte ich mich in dieser Situation auch nicht entsprechend "zur Wehr" setzen. Nein, damit mein ich nicht, dass ich ihn mit Aikido oder einer anderen Kampfkunst zu Boden gerungen hätte sondern einfach, dass ich nicht in der Lage war, die obige Erklärungen mdl. zu kommunizieren! Es geht in der Situation einfach NICHT!

Denn jede Berührung ist auch eine Reizflut! Und noch mehr davon, wenn mein Hirn eh nicht damit klarkommt, macht es doch nicht besser! Das ist doch logisch! Und da wundert sich dann der Behandler, Therapeut, dass ich dann noch seltsamer werde... Hallo?!?! Benutzt doch wenigstens mal Euer Hirn! Denn ich kann es in der Situation ja schon nicht. Oder ist Eures auch schon so Amygdalagesteuert, dass das dann auch wieder nicht geht? Ich kann doch nicht von einem autonomen Nervensystem, das sich im Ausnahmezustand befindet, erwarten, dass es sich "normal" benimmt? Das GEHT nämlich NICHT!!!

Dagegen war ich neulich bei einer Ärztin (beim ersten mal war sie auch von mir irritiert...) aber mit der Zeit schaffte sie es zu mir Vertrauen aufzubauen. Weil sie mir aktiv zuhörte. Mich reden liess. Wenn ich sagte, da bauen die Muskeln ab. Dann zog sie meine Aussagen nicht in Zweifel. Sondern akzeptierte sie. Sie nahm mich ernst. Sie akzeptierte mich so wie ich war. Und sie berührte mich neulich sanft am Arm. Das tat nicht weh. Das war anders. Hier liess es mein physiologischer Zustand zu, weil ich bei ihr entspannter sein konnte! Und sowas braucht Zeit.

Meinem D-Arzt hab ich auch von meinen Problemen mit dem Schmerztherapeuten erzählt. Und der versteht mich auch. Er sagte dann einfach pragmatisch:"Die Frau Jäger mag es nicht, wenn sie jemand anfasst."
So schafft man Vertrauen.

Gut, das gelingt ein und demselben Arzt auch nicht immer. z.B. wenn das Wartezimmer brechend voll ist und er unter Zeitdruck steht. Doch dann kann ich auch aufgrund des Vertrauensverhältnisses Mitgefühl für diese Situation haben, dass er mir an dem Tag nicht so gut zuhören kann. Denn ich kann es dann auch verstehen. Denn auch sein physiologischer Status ist ja situationsabhängig. Der verändert sich mehrmals am Tag. Wenn Ihr mir nicht glaubt, dann könnt Ihr es ja an Eurem Blutdruck oder Cortisolspiegel messen. Auch Eure Blutwerte zeigen das.

Und deshalb wirkt sich eine entspannte Haltung auch physiologisch aus. Auf Blutdruck, Cortisolspiegel, Blutwerte, Hormone ....

Kinder, die nur mit Kritik aufwachsen und es nie jemandem recht machen können, bekommen weder Selbst- noch Urvertrauen. Woher auch? Sie sind hart zu sich selbst und anderen. Sie wurden ja dazu erzogen. Die Kriegsgenerationen wirken so in uns noch immer nach. Und vergiften so unsere Gesellschaft, weil sie noch immer unser Ur- und Selbstvertrauen untergraben und sabotieren. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Stattdessen finden die vollkommen aus der Norm fallenden andere Kompensationsstrategien. Siehe Systemsprenger. Andere sind, eine völlig falsche Selbstwahrnehmung von sich selbst. Weil man denkt, dass man nie etwas richtig machen kann, manifestiert sich ein Loser, Versagerselbstbild. Obwohl das gar nicht stimmt! Beides in Einklang zu bekommen, dazu braucht es liebe und geduldige Menschen, die einem das solange klarmachen, dass man es gar nicht mehr ignorieren kann!

Hinzu kommen noch die aktuellen Normen. Wie man zu sein hat. Wenn man nicht so ist, weil man gar nicht so sein kann (aufgrund von Dingen, für die man gar nichts kann), dann weist einen die Gesellschaft und deren Mitglieder immer wieder zurück. Sie akzeptiert einen nicht. So eine Gesellschaft ist nicht gesund.

Denn es gibt keine Norm! Jeder ist anders. Jeder hat seine ganz individuelle neuronale Verschaltung im Gehirn und auch im Körper. Geprägt von unserem Erbgut, unseren Genen, unseren Erfahrungen und unserer Umwelt. Das alles in ein und dieselbe Form pressen zu wollen, ist die Quadratur des Kreises.

Was passiert, wenn man einen Kreis in ein Quadrat quetscht? Er muss sich verformen und ganz schön anstrengen um dort hineinzupassen. Und irgendwann kann er nicht mehr. Dann bekommt er zum Dank für seine Mühe und der Norm halber eine Anpassungsstörung diagnostiziert.

Na, vielen lieben Dank liebe Norm! Wem ist damit geholfen? Keinem. Es erklärt nichts und es löst damit auch das Problem nicht. Sondern verschärft es nur.

Was müsste passieren?

Die Antwort ist, den anderen so anzunehmen wie er ist, ihn in die Verantwortung nehmen, ihm nicht alles abnehmen bzw. nur die Dinge, die er oder sie wirklich nicht kann! Und ihm nicht dauernd unter die Nase halten, was er oder sie nicht mehr kann! Sondern den Menschen dafür loben und wertschätzen und ihm auch bewußt machen, WAS er oder sie noch alles kann! Es ihm immer wieder zu sagen und zu zeigen!

Es gibt Menschen, die sind sehr kreativ in ihren Kompensationsstrategien. Lobt sie dafür! Dafür müsst Ihr aber auch erkennen, WAS Kompensationsstrategien sind! z.B. wenn jemand ununterbrochen mit sich selbst spricht, beruhigt er sein autonomes Nervensystem. Das beruhigt nämlich das Nervensystem. Oder wenn jemand sein Fruit Loops oder ein autistisches Kind sein Spielzeug nach Farben sortiert. Oder Singen in der Öffentlichkeit. Warum singt Ihr nicht mit und freut Euch üer diese gelungene und gesunde Copingstrategie? Weil es die anderen Amygdala-gesteuerten physiologischen Nervensysteme im Umfeld stört? Das ist nämlich die sogenannte Norm. Die das dann als sozial unangemessenes Verhalten einordnet.

Wie auch schaukeln, balanzieren in der Öffentlichkeit. Oder das Äußern von Schimpfwörtern, das bei manchen Erkrankungen vorkommt. Meine Schwester (sie hatte einen Schlaganfall mit 7) schimpft auch gerne vor sich hin. All dies, auch das Schimpfen sind Mechanismen um das Nervensystem zu beruhigen. Um es am Funktionieren zu halten! Natürlicher und gesünder als Rauchen oder exzessives Essverhalten...

Warum sind dann diese ungesunden Copingstrategien gesellschaftlich okay? Und die gesunden nicht? Kann mir das bitte mal jemand erklären?

Im Grunde gilt das für den Umgang mit allen Menschen. Wir alle sind soziale Wesen. Wir möchten so akzeptiert und geliebt werden, wie wir sind. Nur war und ist das vielen halt noch nicht vergönnt gewesen. Aufgrund Amygdalagesteuerter Nervensysteme in seinem Umfeld, die toxisch auf den physiologischen Status und damit auf das eigene autonome Nervensystem und damit auf das Weltbild, die Selbstwahrnehmung, die Wahrnehmung der Welt, das Selbstbewusstsein (oder das Fehlen desselben) und das Urvertrauen (oder das Fehlen desselben) wirken.

Und wie lösen wir nun das Problem?

Indem wir selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Wie soll denn das gehen?

Indem ich zum ersten mich selbst akzeptieren und lieben lerne. Meine Schwächen akzeptiere, darüber lachen kann. Und an ihnen arbeiten kann ich ja auch. Und dann vor allem, dass ich meine Stärken erkenne. Dass ich mich nicht ständig kritisiere sondern für die vielen Dinge lobe, die ich gut mache. Die funktionieren! Indem ich dankbar für mein Leben bin. Denn nur durch das Leben, das ich bisher geführt habe, bin ich zu dem Menschen geworden, der ich heute bin. Egal was mir auf meinem Weg dahin alles widerfahren ist. Ich habe viel erlebt. Ich habe viele Herausforderungen angenommen und viele Probleme gelöst. Krisen überwunden. Das muss man erstmal so sehen! Sprich: seine eigene Wahrnehmung verändern.

Und haltet Euch vor Augen: wir können gar nicht Problemfrei durch das Leben gehen! Wahrscheinlich würden wir das nicht überleben. Weil unser Hirn dazu gemacht ist, Probleme zu lösen, kreativ zu sein! Und je länger wir leben, desto mehr Herausforderungen werden unseren Weg kreuzen. Wenn Ihr das nicht wollt, müsst Ihr halt früher sterben. Aber das will ja auch keiner.

Wenn man älter wird, dann altert auch unser autonomes Nervensystem. Und es kann Dinge, die es früher noch kompensieren konnte, eben nicht mehr kompensieren. Das ist ein natürlicher Vorgang. Das ist normal.

Die Wahrnehmung unserer Gesellschaft ist falsch. Sie sieht das Alter zunehmend als Krankheit. Als etwas, was behandelt gehört. Und vergisst, die schönen Seiten des älter werdens. Ich muss nicht mehr in die Schule! Yeah! Ich darf arbeiten gehen! Ich habe die Freiheit mir Tätigkeiten zu suchen, die mir Freude machen! Und kann sogar meine Berufung finden! Ich kann mich mit Leuten umgeben, die mir guttun. Und muss nicht in eine Schule gehen und dort Fächer lernen, die mich nicht interessieren. In einer lärmenden reizintensiven Umgebung, in der mein Gehirn aufgrund von Reizüberflutung gar nicht lernen kann! Jetzt kann ich mir mein Lernumfeld selber schaffen und aussuchen! Ich kann mir aussuchen was ich lernen möchte! Nie hat unsere Welt mehr Möglichkeiten zum selbständigen Lernen geboten wie heute! Virtuelle Hochschulen! Man kann in hohem Alter noch studieren! Es gibt Möglichkeiten ohne Ende!

Stattdessen ist der Volkssport der Senioren Gdb-Quartett und wer die schlimmste Krankheit hat. Das ist doch gruselig! Warum tut Ihr Euch das an?
Wie Ihr alt werdet, bestimmt doch Ihr selbst. Durch Eure Wahrnehmung! Und die könnt Ihr verändern! So habt Ihr es selbst in der Hand, ob Ihr zufrieden seid und ob sich Eure Lieben unterstützt, entspannt und bei Euch wohlfühlen (und Euch damit auch öfter besuchen), oder ob Ihr sie mit Eurer eigenen Unzufriedenheit vergrault. Und Euch selbst ein Leben in der Hölle beschert. Und alle anderen als Ärsche wahrnehmt.

Wofür entscheidet Ihr Euch? Es liegt in Eurer Hand bzw. Wahrnehmung.

Indem ich mich wertschätze, mit mir geduldig bin, gewinne ich auch Selbstvertrauen und Vertrauen in andere. Und wenn ich mich selbst wertschätze, das Positive in mir sehe, dann sehe ich es plötlich auch in anderen. Weil ich meine Wahrnehmung geschult habe. Mein Hirn hat physiologisch umgelernt. Es hat neue neuronale Verknüpfungen angelegt und diese neue Form der positiveren Wahrnehmung gestärkt. Und die der negativen Wahrnehmung und Selbstkritik geschwächt. Vielleicht schaffte man es sogar, dass sie irgendwann ganz verschwinden. Wobei eine gesunde Portion sich selbst in Frage zu stellen, und sein Leben anhand der eigenen Werte immer wieder zu überdenken auch gut und gesund ist. Denn es ist unser innerer Kompass, an dem wir unser Leben immer wieder neu ausrichten können.

Denn fühlt sich unser Leben nicht gut an, fühlen wir uns in unserer Haut nicht wohl (das zeigt sich in unserem autonomen Nervensystem), dann stimmt unser Leben nicht mit unseren Werten überein. Dann ist es mal wieder Zeit in sich zu gehen und sich Zeit für sich selbst zu nehmen und sich selbst zu reflektieren. Ist ja auch wieder in: die Sinnsuche. Jakobsweg, Weltreisende, ungewöhnliche Schicksale ziehen uns deswegen magisch an. Nie war es aktueller denn je. Geht mal in die Buchhandlungen. Es geht um Kommunikationen , soziale Intelligenz, transformationalen Führungsstil... Das alles ist wie eine Leuchtreklame kaum noch zu übersehen!

Ihr werdet fragen: Und was bringt mir das mit den Ärschen, von denen ich umgeben bin?
Schön, ich seh mich also anders und die Welt, aber die Menschen um mich herum kann ich doch nicht ändern. Das stimmt. Ihr könnt niemanden ändern. Das muss jeder schon selbst tun. Und wenn Ihr die anderen immer noch als Ärsche seht, dann solltet Ihr erstmal noch an der Geduld mit Euch selber arbeiten ;-)

Denn Ihr werdet sehen, es kommt dann auch wie von selbst die Nachsicht mit der Umwelt.

Aber... durch Euer verändertes Verhalten: ihr werdet nämlich nicht nur nachsichtiger und liebevoller mit Euch selbst sein, sondern auch mit Eurer Umwelt, wirkt Ihr auch auf Euer Umfeld. Heilsam. D.h. wenn Ihr krank seid und Eure Umgebung Euch krank macht, müsst und könnt Ihr Euch Euer heilsames Umfeld durch Euer Verhalten selbst schaffen!

Das ist doch toll! D.h. Ihr seid nicht hilflos der Situation ausgeliefert. Die Situation verändert sich dadurch, dass Ihr eine entspanntere Haltung zu Euch selbst einnehmt. Spannend! Gell?

Warum ist das so?
Weil autonome Nervensysteme (auch mit Hilfe der Spiegelneuronen und Spindelneuronen) auf einander einwirken. Deshalb ist schlechte Laune ansteckend, gute aber auch.

Und wenn Ihr gut und nachsichtig zu Euch selbst seid, dann wirkt Ihr positiv auf Euer autonomes Nervensystem. Und das wirkt wiederum auf andere.

Und wie sieht das praktisch aus? Bedankt Euch bei den Kollegen, wenn etwas klappt. Seid nachsichtig oder fragt nach und versucht zu verstehen, warum etwas nicht klappt. Und löst so Missverständnisse am Anfang auf. Damit erspart Ihr Euch Frust. Sprecht Probleme an. Auf nachsichtige Art und Weise. Wenn Ihr lernt mit Euch selbst Probleme nachsichtig anzusprechen, dann lernt Ihr das auch mit anderen. Klar müsst Ihr das erst ausprobieren und üben. Es ist ein Experiment. Jeder Tag wird zu aber auch zu einem wunderbaren Ausprobieren. Ihr lernt täglich neues. Bleibt offen. Und neugierig. Denn auch ich wünsche mir Angst durch Neugier und Offenheit zu ersetzen. Und je besser das alles gelingt, desto wohler fühlt man sich in seiner Haut und in seinem Umfeld. Und sich wohl zu fühlen, heisst nix anderes als positiv auf sein eigenes autonomes Nervensystem einzuwirken und es wieder in die Homöostaste zu bringen. Das ist doch wunderbar! Magisch! Und für die Skeptiker unter Euch auch wissenschaftlich bewiesen!

Und wenn man sich wohl in der eigenen Haut fühlt, dann ist das nichts anderes als ein autonomes Nervensystem, das gesund ist oder gesund wird. Und genau da will ich ja hin! Und jeder von Euch doch auch!

Es wird sogar noch einen anderen Effekt haben. Je mehr und je besser wir mit anderen kommunizieren, streiten, diskutieren und es als Spiel sehen, desto mehr Spass haben wir im Leben und auf der Arbeit. Und desto weniger ungesunde Kompensations- und Copingstrategien brauchen wir anzuwenden.

Das ist mir im Demenz-Vortrag neulich klar geworden. Ich wusste es schon vorher, aber mir war es nicht bewusst. Auch Demenzkranke werden missverstanden. Weil man ihr Verhalten missdeutet. Man unterstellt ihnen wie auch bei Autisten und ADHSlern, dass sie sich so und so absichtlich verhalten. Das tun sie nicht! Sie können nicht anders!

Deshalb gibt es für Angehörige (die grauen, Amygdala-gesteuerten physiologischen Personen aus der Gruppe, neben den gut genährten, rotbackigen Demenzkranken) Schulungen, um das Verhalten zu verstehen.

Es geht um Empowerment. Also Angehörige und Kranke aus der Hilflosigkeit zu holen. Dem Kranken Dinge tun lassen, die er kann. Und so seine Kompetenzen zu stärken und ihm nicht dauernd sagen, was er nicht mehr kann. Sondern seine Aufmerksamkeit auf Dinge zu richten, die er gut kann! So motiviert man Menschen. Intrinsisch.

Da können sich auch Chefs eine Scheibe davon abschneiden. Vielleicht sollten sie alle mal so einen Demenz-Kommunikations-Kurs machen. Ich möchte das gerne mal machen. Um meine Angehörigen und auch mich besser zu verstehen und besser empathischer und sozial intelligenter kommunizieren zu lernen.

Es gibt auch ein Buch Alzheimer und Demenzen die Methode der einfülsamen Kommunikation von Sabine Engel.

Die Demenz-Rednerin war sehr engagiert und geduldig. Obwohl sie auf der A3 im Stau stand und somit mit 20 Minuten Verzögerung zum Vortrag, - einige übererregte autonome Nervensysteme verliessen den Vortrag schon bevor er begann, weil sie mit der Verzögerung nicht umgehen konnten - war sie entspannt.

Auf zwei hereingerufene Fragen in ihrem Vortrag reagierte sie gelassen und beantwortete die Fragen. Dagegen war das autonome Nervensystem einer der Veranstalterinnen auf den Fragesteller nicht so gut zu sprechen, sie schimpfte kurz vor sich hin, stand auf und bändigte das übererregte einrufende Nervensystem des Fragestellers. Ich nehme an, er hat dann den Raum verlassen. Ich hab ihn dann beim Gehen jedenfalls nicht mehr gesehen.

So war die Interaktion der verschiedenen Stati der autonomen Nervensysteme äußerst interessant zu beobachten. Auch deren Wechselwirkungen aufeinander. Man sieht, wo der Copingmechanismus des einen, das Nervensystem des anderen auf die Palme bringt. Was macht er denn da?

Auch Temple Grandin, eine bekannte Autistin, wurde mit je mehr Auftritten sie macht und je wohler sie sich dabei fühlt, ruhiger. Wenn das Autisten können, dann können das alle Menschen!

Sprich wenn Ihr in einem schwierigen Umfeld steckt, arbeitet erst daran nachsichtig und liebevoll mit Euch selbst umzugehen und dann tut dies auch mit Eurem Umfeld. Ihr werdet überrascht sein! Ihr könnt die Welt verzaubern!

Und wo wir grad beim Verzaubern sind...
Gestern war ich beim Etzelskirchener Weiher. Und dort ist ein Schwanenpaar (weiss leuchtend) mit seiner Nachwuchsschaar. Sie sind schon so gross wie ihre Eltern aber noch grau. Und so musste ich dann an das Märchen vom häßlichen Entlein denken.

Das überall, wo es hinkam, zurückgewiesen wurde, weil es anders war. Es wurde dumm und häßlich genannt.

Da wurde es zum Einzelgänger. Auf einem Weiher traf es dann auf wunderschöne Vögel. Schwäne. Es fragte, was sie für wunderbare Vögel seien. Und bekam die verwunderte Antwort, dass es doch selbst ein Schwan sei.

Erst dann blickte das häßliche Entlein in die Spiegelung auf der Wasseroberfläche und erkannte, dass es ein wunderschöner Schwan war.

Das ist eine Geschichte, die zeigt, wie Kritik die Selbstwahrnehmung und das Selbstvertrauen und das Vertrauen in andere erschüttern können. Und gleichzeitig zeigt es uns, dass wir oft ein falsches Bild von uns selbst haben.

So erging es mir auch. Als Kind sagte man mir, dass ich dumm sei. Dass ich nix kann. Ich tat viele Dinge, die sich andere Menschen nicht trauen. Denn ich hatte ja nichts mehr zu verlieren. Es war mir egal. Das war meine Coping-Strategie. Und wann immer mir jemand sagte, ich kann etwas nicht, stachelt es mich deswegen an, es erst recht zu tun und zu lernen.

In unserer Familie gibt es auch diese Antwort wenn jemand sagt: Ich kann das nicht.
Dann lernstes!

Denn lernen ist eine wundervolle Copingstrategie, um der Hilflosigkeit entgegenzuwirken. Denn es erstellt neue Ressourcen, die beim Problemlösen hilfreich sind. Und habe ich die Werkzeuge (auch in Form von Wissen) in meinem Werkzeugkasten, die mir helfen Konflikte und Probleme zu lösen, dann kommt gar nicht erst Stress auf. Die Amygdala gibt Ruhe und der präfronterale Kortex hat Vorfahrt!

Deshalb wäre es in einer Wissensgesellschaft auch löblich, wenn jeder die Möglichkeit hätte sich das Wissen, das er zur Bewältigung von Problemen und Konflikten benötigt, auch bekommen kann. z.B: durch Schulungen, online - Wissen, Dokus ... Die Kanäle sind heutzutage vielfältig. Wobei zu reizüberflutung neigende Gemüter wie ich eher zu reizarmen Medien z.B. einem analogem Buch oder der Zeitschrift oder Zeitung greifen werden.

Deshalb lesen auch ältere Menschen lieber die Papier-Zeitung (die aber intensiv) und junge lieber nur den Regionalteil und die Todesanzeigen online. Das hat mir die Frau in der Lottostelle so erzählt und die muss es ja wissen.

An Schulungen und Fortbildungen wird aber in grossen Firmen als erstes gespart! Die Mitarbeiter sollen sich doch bitteschön learning by doing aneignen. Das ist in etwa so, als sollte ein Handwerker ein Haus ohne die notwendigen Materialien bauen. Es wird nicht funktionieren.

Stattdessen gibt es dann wieder neue Softwaretools, die ohne Schulung übergestülpt werden. Das funktioniert aus demselben Grund nicht. Logisch. Denn die Mitarbeiter fühlen sich nicht verstanden, die Tools erzeugen so nur Stress und das sabotiert die Produktivität, und die Bedürfnisse der Mitarbeiter werden ignoriert. Die autonomen Nervensysteme fühlen sich nicht wohl. Die entsprechenden Ressourcen zur Stressvermeidung stehen nicht zur Verfügung. Das ist Hausgemacht. Hausmacher finde ich nur beim Metzger toll.

Zurück zu mir...und zum roten Faden... (warum ist der eigentlich rot? Eine sehr aggressive Farbe. Grün finde ich schöner...)
Trotz alldem nahm ich meine Fähigkeiten und Stärken nie wahr.

Und soweit es meine Erfahrungen mit Menschen betrifft, geht es nicht nur mir so. Ich glaube, dass alle Menschen wunderschöne Schwäne sind. Ihr seid auch einer! Wunderschön und strahlend! Ihr müsst es nur sehen!

Und man sieht es erst, wenn man auf andere Schwäne trifft (einige davon nehmen sich selbst auch noch als häßliches Entlein wahr), die einem immer wieder zeigen und sagen, was man kann. Erst dann nimmt das Gehirn es wahr und lernt: das stimmt ja gar nicht, wie ich mich sehe.

An dieser Stelle möchte ich mich bei all diesen wunderschönen bezaubernden und verzaubernden und verzauberten Schwänen bedanken, die in den letzten 5, 5 Jahren in mein Leben getreten oder geschwommen sind. Ihr seid einzigartige, wunderbare Geschöpfe, die ich sehr schätze!

Einige von Euch waren schon immer da. Nur hab ich Euch nie als solche wahrgenommen. Ich bedanke mich bei Euch für Eure Geduld, Euer Einfühlungsvermögen und Euer Verständnis und dass Ihr mich einfach so akzeptiert wie ich bin.


Danke Euch wunderbaren Schwänen meines Lebens!

Ich glaube das ist Heimat. Da, wo man sich wohlfühlt. Wo man so sein darf wie man ist. Heimat ist kein Ort sondern ein Gefühl. Ganz tiief in uns drin. Und sehen kann man das an unserem autonomen Nervensystem. Und wie gesund das ist, zeigt sich an unseren Copingstrategien und damit unserer Resilienz. Ob wir bei Konflikten und Problemen biegsam wie eine Weide sind, oder brechen.

Ist uns diese Heimat inzwischen aufgrund des Stress um uns rum immer mehr abhanden gekommen?

Zum Thema Resilienz ist mir noch was aufgefallen. Auffallende Menschen, die nicht der sogenannten Norm entsprechen, verfügen schon von Haus aus, weil sie nicht mit der Norm schwimmen, über gesunde Copingstrategien.

Verheerenderweise wird dies von der sogenannten Norm nicht so gesehen! Man etikettiert ihre gesunden , kreativen, anderen Copingmechanismen als krank um. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Warum? Weil diese Menschen anders sind. Und deswegen auch anders reagieren. Und das macht auf Norm getrimmten Menschen Angst. Denn sie sind ja die sog. Norm gewöhnt. D.h. das heute genormte System behindert genau den Prozess, nachdem es derzeit laut ruft! Alles schreit nach Resilienz. Aber wenn man Menschen trifft, die diese Kunst aufgrund einer reichen Lebenserfahrung perfektioniert haben, dann erkennt man sie nicht! Des is fei a ned grod as gsündeste. Das find ich ganz schön krank. Und sehr traurig.

So wollte ich auf Reha mal Tischtennisschläger und einen Ball ausleihen, weil es im Park neben dem Krankenhaus eine wunderbare Tischtennisplatte gab. Man verwehrte es mir. Aus versicherungstechnischen Gründen. Kreative Gemüter leihen sich dann halt zwei Taschenbücher aus dem Aufenthaltsraum und einen verschlagenen Tennisball vom Tennisplatz der an den Park grenzt. Damit geht es auch.

Das ist Resilienz. Sich nicht unterkriegen zu lassen trotz der Widerstände :)

In diesem Sinne einen schönen Feiertag!
Und einen Comic gibt es heute auch noch :)
Auch wieder eine Frage der Wahrnehmung :)

Die Glaa aus ERH - Seltsam Sandra Jaeger 2019
Die Glaa aus ERH - Vorn und hint Sandra Jaeger 2019
05.10. bis 11.10. Wirbelwind

Sonntag: Der Herbststurm hat mein autonomes Nervensystem ordentlich durcheinandergewirbelt.
Heut isses auch wieder schlimm. Ich bin reizüberempfindlich ohne Ende. Die Nachbarn werkeln im Garten. Mit diversen elektrischen Gartengeräten.

Der Mann vier Querstrassen weiter scheint direkt in meinem limbischen System zu kärchern. Des is fei a ned grod as gsündeste... In der Folge funktioniert die Kommunikationsleitung zwischen Hirn und Mund heut ned besonders gut. Wortfindungsprobleme, weder Namen noch Daten fallen mir ein... Bitte fragt mich heut ned nach dem Datum. Und auch ned nach meinem Alter. Mein Geburtsdatum bring ich grad noch zusammen. Merken kann ich mir heut nix.

Ja, so wirkt sich halt ein überlastetes autonomes Nervensystem aufgrund von deaktivierten Reizfiltern aus... Ein Gartengerät an dem ich vorbeilaufe, nervt so laut, dass es den Schmerz in meinem rechten Fuss anfeuert. Fuss! Fuss! Fuss! Kleiner Sch(m)erz. Also dass mit dem anfeuern. Obwohl... bei CRPS brennt der Schmerz tatsächlich wie Feuer. Mir wird auch schlecht davon... das war es mir am Montag von dem Sturm auch. Weil er zu reizintensiv ist. Denn Wetter, Wind, Regen ist nichts anderes als ein Reizfeuerwerk.

Reizbeschuss ohne Wehrmauer ist nicht besonders lustig... ihr könnt Euch das Ergebnis jetzt vorstellen.

Ich komm dann auch fast nicht mehr heim... weil ich dann nicht mehr kann. Also mein Gestell... ich muss ständig stehenbleiben. Und fühl mich als wär ich 100. Dabei fühl ich mich intern eher wie 12. Des is fei a ned grod as gsündeste...

Apropos..
Woran erkennt man ein überrergtes autonomes Nervensystem?
Es rennt an drei Briefkästen vorbei und hat die Post daheim vergessen...

Am Freitag lief vor meinem Busnachbarn und mir Richtung Gleis noch ein Mann mit Krücken. Aber der Standardversion.
Mein Busnachbar nickt in seine Richtung:"Die Sportausführung."
Ich bin da skeptisch:"Der wackelt aber recht rum. Des is a Amateur."

Ach, jetzt versteh ich warum Menschen andere in Schubladen stecken. Das ist die Amygdala, die low road. Denn die will ja alles neue instinktiv beurteilen und sortiert es in gefährlich oder unbedenklich ein.

Dann würd ich mir aber von Ärzten, Gutachtern und Wissenschaftlern wünschen, dass sie die high road benutzen. Also ihren präfronteralen Kortex und die Schublade nochmal überprüfen. Des wär für alle gsünder.

Wusstet Ihr, dass bei Demenz nicht nur das Gedächtnis leidet? Denn es ist ja das Gehirn betroffen. Und das Gehirn regelt ja auch das autonome Nervensystem und damit die Funktion aller Organe, Hormone .... D.h. aber im Umkehrschluss auch, dass bei jeder Erkrankung im Gehirn auch das autonome Nervensystem und damit der ganze Mensch betroffen ist. Nicht nur bei Demenz. Generell. Auch beim ganz normalen Alterungsprozess ist es ja so.

Und dass es bei Demenzkranken keinen Sinn macht, mit ihnen zu diskutieren? Ihr denkt sie sind absichtlich so stur? Nein. Sie können nichts dafür. Die Abbauprozesse im Gehirn sind dafür verantwortlich.

Ich glaub ja schon immer, dass jeder Mensch für sein Verhalten einen verdammt guten Grund hat. Egal wie seltsam es wirkt. Man könnte ja einfach mal nachfragen oder den Menschen näher kennenlernen. Das verwehrt man sich aber, wenn man den Amygdala-Pfad beschreitet bzw. entlangspurtet. Denn schneller ist er ja. Denn er soll uns vor Gefahren schützen.

Deshalb wäre es gut, jedem immer noch eine zweite Chance zu geben. Denn dann kann er oder sie beweisen, dass Eure Amygdala sich geirrt hat. Und Ihr könntet lernen auf Euren präfronteralen Kortex zu hören, ihn zu schulen und Euch jede Menge Stress oder gar eine chronische Stresserkrankung ersparen. Das wär für alle gesünder.

Da man nicht in die Menschen hineinschauen kann, höchstens aufgrund ihres physiologischen Zustands auf ihren Erregungszustand des autonomen Nervensystems schliessen, ist das nicht einfach. Man könnte es ja so wie in der Justiz handhaben. Im Zweifel für den Angeklagten. Dafür müsst Ihr aber aktiv den Pfad des präfronteralen Kortex also die low road auswählen und gehen.

Ist das in der heutigen Zeit, wo jeder gehetzt durch die Gegend rennt, zuviel verlangt? Das glaube ich nicht. Denn ich glaube genau darin liegt die Chance die heutigen Probleme der Gesellschaft zu lösen. Womit verbringen wir denn unsere Zeit? Wirklich mit wichtigen Dingen? Oder kann das weg...?

Heute am Spielplatz auf der Rutsche winkte und rief ein kleiner Junge seiner Mama zu. Sie stand mit dem Rücken zu ihm und starrte auf ihr Handy. Stimmt hier noch die Wichtigkeit der Prioritäten?
Der Junge lief zu ihr und umarmte sie an den Beinen. Sie beschäftigte sich weiter mit ihrem Handy. Ihr war es zu kalt. Sie ging dann. Der Junge blieb erst verwirrt zurück. Er kann nicht mit dem Smartphone konkurrieren. Das hat er und sein Gehirn heute gelernt.

Was macht den Unterschied zwischen Firmen mit zufriedenen Kunden aus?
Am Beispiel der Strickplattformen, auf denen ich vertreten bin, kann ich es erklären. Da gibt es eine Strickplattform, die kostenlos ist und sich um nichts weiter kümmert. Man kann dort Muster einstellen. Die Bezahlung erfolgt separat über eine Bezahlplattform getrennt von der Online-Plattform.

Da sie kostenlos ist, hat man also auch keinerlei Support. Bei Gesetzesänderungen bekommt man dort auch keine Unterstützung. Stattdessen wird man angeschrieben, weil das deutsche Kosewort "Gipsy der Gipsüberzieher" im englischsprachigen problematisch ist. Das kostenlose Muster wurde aus dem Angebot genommen. Ohne vorige Klärung.

Wie fühlt man sich da als derjenige, der zur Beliebtheit der Plattform beiträgt? Denn sie lebt ja von den Daten, der Nutzer. Verstanden? Wertgeschätzt? Wohl kaum. Eher verprellt. Und man nimmt dann frustriert seine Muster von der Plattform aus dem Angebot. Denn es ist nur noch Schererei.

Dann gibt es eine Plattform, die ein verständliches und faires Gebührensystem hat, flexibel auf Gesetzesänderungen im Online-Handel reagiert und schnellen pragmatischen Support bietet. Hier fühlt man sich verstanden und wohl. Und jede Frage bekommt man auch beantwortet. Sprich: man merkt, dass der Anbieter mit Leib und Seele dabei ist und ihn die Kunden und ihr Anliegen am Herzen liegen.

Und dann gibt es eine dritte Plattform, die inzwischen ebenfalls kostenpflichtig ist, im selben Preissegment wie die zweite Plattform, bei einem Update aller kostenpflichtigen Muster seit 3 Wochen an einer Lösung scheitert. Diese Woche habe ich noch nicht mal eine Mail über den Zwischenstand bekommen. Hmm.... Und das nachdem ich Verständnis für die andere Seite lange Zeit aufbringen konnte.

Wo liegt nun der Unterschied? Im Verständnis und der Wertschätzung des Kunden. Des Menschen. Im pragmatischen Ansatz.

Denn auch im Geschäftsleben geht es um gute Kommunikation. Ums Verstehen und Verständnis. Und das bildet dann das Firmenkapital: das Vertrauen.

Denn jede Beziehung ist eine Beziehung zu einem Menschen. Anders Inset behauptet, dass Menschen keine Produkte wollen, sondern Beziehungen. Da kann was dran sein. Denn das Bedürfnis jeden Menschen ist ja wertgeschätzt und mit seinen Bedürfnissen anerkannt und akzeptiert zu werden.

Die dritte Plattform verwendet wohl Scrum-Techniken. Denn die Dame meinte, dass sie mit den Entwicklern über eine generelle Lösung über die Oberfläche gesprochen hat. Dabei scheint allerdings bis heute (3 Wochen später!) immer noch nichts herausgekommen zu sein. Normalerweise befindet sich der Preis in einer Datenbanktabelle und dürfte über ein Update mit der Summenfunktion und dem Wert in nullkommanichts aktualisiert sein. Es kann also so schwer nicht sein. Woran liegt es dann?

Liegt es vielleicht daran, dass die Werkzeuge, die hier benutzt werden, nicht zu den Entwicklern und auch nicht zum kundenorientierten Handeln passen...? Wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen? Weil man um alles in der Welt die Profiligatools verwenden will?

Anstatt zu gucken, welcher Ansatz zu den Menschen im Entwicklerteam und zum Kunden passt? Ich nehme es stark an. Das ist schade. Denn so verschwendet man viel kreatives Potential. Und anstatt dass irgendetwas durch diese vermeindlichen agilen Tools schneller wird, kommt dann gar nichts mehr dabei heraus. Sowohl Mitarbeiter als auch Kunden sind frustriert. Es kann also auch hier wieder zu chronisch übererregten Nervensystemen kommen.

Warum funktionieren Tools, die in einem Team funktionieren, nicht in einem anderen? Weil alle Menschen verschieden sind. Und unterschiedliche Bedürfnisse haben. Die Tools müssen zu den Bedürfnissen der einzelnen Menschen passen. Und nicht jeder ist mit jedem Tool kompatibel. Was für A funktioniert, muss es für B noch lange nicht. Man muss sie also mitnehmen. Dann bekommt man auch ihr Verständnis und ihre intrinsische Motivation. Denn wenn sie von den Tools was haben, dann macht die Arbeit damit auch Spass und ist keine Spassbremse.

Und wie findet man die Lösung, die passt? Indem man mit den Menschen redet. Ihre Sorgen, Einwände , Wünsche ernst nimmt, sie ausreden läßt und daraus dann eine Lösung entwickelt, die all dies berücksichtigt. Sprich: wie beim Handwerker kommt es auf das richtige Werkzeug an. Komme ich mit dem Werkzeug nicht zurecht, kann ich auch keine gute Arbeit abliefern. Oder es kommt gar nichts gescheites dabei heraus. Ausser Frust.
Man kann es auch so auf einen Punkt bringen: Shit in, shit out.

Heute hab ich am Briefkasten am Hallenbad (die Post hatt ich dabei, aber ich bin trotzdem an ihm vorbeigelaufen...) am Leitungkskasten einen Mann mit Käppi-verkehrt-herum werkeln sehen.
Ich hab gesagt:"Das sieht ja kompliziert aus."
Er:"Das ist ganz einfach, wenn man es kann."
Ich:"Was muss man denn dafür für eine Ausbildung machen?"
Er:"Fernmelde- und Kommunikationstechniker."

Spannend! Er sorgt also dafür dass die Grossmutter in Höchstadt mit ihrer Enkelin in den USA skypen kann. Das ist doch toll! D.h. er ermöglicht heilsame Kommunikation über die Leitungen.

D.h. Technik und IT bildet heute im digitalen Leben die Basis dafür dass wir uns gut verstehen können und Missverständnisse verhindern können. Nur seltsam, dass daran am ersten gespart wird... Hmm...

Gibt es überhaupt einen Beruf, der ohne Kommunikation auskommt bzw. nichts zur Kommunikation beiträgt?
Ein Fotograf? Weit gefehlt! Der macht nämlich nicht nur Bilder, sondern da ist z.B. bei Kinderfotografien grosses Einfühlungsvermögen und Geduld notwendig. Der knipst nicht nur. Der muss auch den richtigen Augenblick erwischen. Denn man merkt hinterher auf dem Bild, ob die Chemie gepasst hat. Andernfalls guckt das Kind grimmig oder weint. Und wer will schon für so ein Foto bezahlen? Oder wenn der zu fotografierende gar keine Lust drauf hat, muss er oder sie ihn motivieren. Das ist nicht einfach!

Ich hab die Briefe dann am Bioladen eingeworfen. Nein, nicht in den Bioladen. Soweit ist es dann doch noch nicht. In den Briefkasten davor.

So, nun hoffe ich, mit diesen Ein- und Ausblicken Euch neue Perspektiven aufgezeigt zu haben... (ein furchtbarer Satz, aber mein Hirn mag jetzt grad nicht mehr...)

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Sonntag: Die Reizflut gestern hat ihren Tribut gezollt. Ich war abends in ganz seltsamer trauriger Stimmung, obwohl ich keinen Grund dafür hatte. D.h. dass ein chronisch übererregtes Nervensystem also auch die Stimmung beeinflusst. Wenn man das erkennt, kann man Gegenmassnahmen einleiten. Ich hab gelesen. Schoki gegessen. Abends brauchte ich dann ausnahmsweise ein Schmerzmittel. So heftig war es lange nicht mehr. Die Schmerzen waren unbeschreiblich und zogen meine Stimmung noch mehr nach unten. Schon faszinierend wie das zusammenhängt.

Auch faszinierend das Schmerzmittel hat mir geholfen, das autonome Nervensystem runterzufahren. Denn ich konnte einschlafen und durchschlafen! Ich bin nicht schweissnass aufgewacht! Das war mir nicht klar. Dann kann ich also an solchen Tagen Schmerzmittel aktiv nutzen! Heute früh bin ich so entspannt und erholt aufgewacht wie lang nimmer. Die Muskeln waren auch nicht so steiff und angespannt.

So entspannt wie meine Ergo mich gern hätte , war ich anscheinend noch nie.

Ich bin auch für kleine Fortschritte schon dankbar. Die Frage wäre nun, warum Schmerzmittel auch auf die Stimmung bzw. wie sie überhaupt auf das autonome Nervensystem wirken? Einen Anteil wird sicher auch der Placebo-Effekt haben. Denn wenn ich erwarte, dass es mit dem Mittel besser wird und die Schmerzen nachlassen, dann passiert es auch. Ich glaub aber nicht, dass es das alleine ist. Da muss noch was anderes dahinterstecken.

Meinem Bekannten vom Altenheim - oder besser Entkannter, denn seit dem Zurückweisungszwischenfall hab ich ihn nicht mehr besucht - geht es auch immer schlechter bzw. seinem autonomen Nervensystem. Man erkennt es daran, dass ihn kleinste Geräusche schon aufregen. Der Wind, der durch die Altenheimflure pfeift, die Kirchturmglocken in Etzelskirchen, die kranke Frau ein Stockwerk tiefer, die echaloliert. Dabei ist sie nur dement und kann nichts dafür. Es ist genau wie bei ihm ihr autonomes Nervensystem, dass sie so zu beruhigen versucht. Leider erkennt es auch das Pflegepersonal nicht. Das ist traurig. Sie sitzt tagaus, tagein in ihrem Stuhl in der Ecke. Weit weg von den anderen. Dabei bräuchte sie jemanden, der ihr Bedürfnis erkennt und sie vielleicht einfach mal nur umarmt.

Hier sieht man auch wie sich autonome Nervensysteme gegenseitig auf dasselbe gehen können. Aufgrund der gegenseitigen Hilflosigkeit. Einer meinte sogar, er fährt die alte Frau zur Aisch und schubst sie hinein. Dann haben alle gelacht. Ausser mir. Mich hat die Situation sehr irritiert. Weil ich sie damals auch nicht verstanden habe. Inzwischen war ich ja beim Demenzvortrag und weiss jetzt auch, dass mein Gefühl richtig war. Wie man mich also missverstanden hat, so geht es auch vielen anderen, deren autonomes Nervensystem am Rande balanciert. Das ist traurig. Und wenn es ihr so geht wie mir und sie das ganze noch mitbekommt, dann verschlechtert sich ihr Zustand dadurch auch noch. Und davon muss ich traurigerweise auch aus meiner eigenen Erfahrung ausgehen.

Auch im Krankenhaus hab ich eine Einlieferung aus dem Altenheim erlebt, bei dem ein behinderter Mensch in einem Bett auf dem Gang einfach abgestellt wurde. Der Rettungsdienst musste ihn loswerden. Und der diensthabende Arzt wollte ihn nicht. Und da lag er dann würdelos, hilflos und ausgeliefert auf dem Gang herum. Auch das hat mich damals irritiert. Denn auch hier streifte mich das Gefühl der Hilflosigket aller Beteiligten. Verstanden hab ich es erst lange hinterher, weil mein autonomes Nervensystem mit so einer Situation auch überfordert ist. Ich kann da nicht im Moment reagieren, wenn mein Hirn von der Reizflut zugeschissen wird und grad nicht mehr besonders toll funktioniert. Bzw. genug damit zu tun hat seine eigene Funktionsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Dafür bin ich ihm übrigens sehr zu Dank verpflichtet.

Und am Freitag lief an der Ampel ein kleiner Junge vor mir her, der Selbstgespräche führte. Seht Ihr? Das ist vollkommen normal. Denn so kann man sich beruhigen und damit das eigene autonome Nervensystem. Kinder tun dies noch natürlicherweise. Und dann im Erwachsenenalter wird diese gesunde Art der Beruhigung des autonomen Nervensystems als sozial nicht akzeptabel wegnormiert. Und was haben wir jetzt davon?

Lauter Erwachsene mit übererregten Nervensystemen, die verlernt haben, es auf natürliche Weise zu beruhigen. Der Norm halber. Und diese bringen dann Kinder auf die Welt, die schon mit einem übererregten Nervensystem ab Werk ausgestattet sind. Und dann normieren wir diese Kinder auch wieder und zeigen ihnen auch noch wie falsch Ihr normales Verhalten zur Beruhigung ihres autonomen Nervensystems ist! Sie fühlen sich nie verstanden oder akzeptiert.

Wie sollen sie denn da ein Selbstvertrauen und ein Urvertrauen entwickeln? Das funktioniert so einfach nicht! Stattdessen werden sie therapiert. Als krank und falsch abgestempelt. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Hier müsste endlich ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden. Bevor es zu spät ist und unsere autonomen Nervensysteme aufgrund der nicht erlernten Beruhigungsstrategien den Geist aufgeben und die Menschheit ausstirbt.

Ein Kollege von mir meinte, dass die Probleme der heutigen Zeit durch eine Plage wie die Pest gelöst werden würden. Woraufhin ich sagte, dass diese Plage schon da ist. Heimlich still und leise hat sie sich eingeschlichen. In Form des chronischen Stress in unsere autonomen Nervensysteme. Aufgrund der Reizflut , die die Menschheit selbst erschaffen hat. Man könnte es auch Karma nennen. Unser Schicksal holt uns ein, wenn wir es nicht endlich selbst aktiv in die Hand nehmen.

Auch der Klimawandel ist nichts anderes als eine selbst erschaffte Reizflut, den nichts anderes sind die immer unbeständiger werdenden Wetterlagen. Ihr glaubt mir nicht? Beguckt Euch an diesen Tagen den Himmel. Die Vögel und Insekten fliegen wie wild hin und her. Auch ihre Nervensysteme sind übererregt. An diesen Tagen sind die Menschen gereizter. Es passieren mehr Unfälle. Und auch mehr Herzinfarkte, Schlaganfälle .. An diese Tagen fährt der Sanker deutlich öfter. Auch die Feuerwehr rückt öfter aus. Das ist meiner Ansicht nach auch der Grund, dafür, dass die freiwilligen Feuerwehren immer mehr an ihre Grenzen kommen. Deswegen sind Notaufnahmen überfüllt oder müssen sich gar wie die Nürnberger immer öfter ganz abmelden. Und Schwerkranke warten zu lange im Rettungswagen oder Rettungshubschrauber auf ein Krankenhaus, das sie aufnimmt...

Wenn überhaupt, dann werden nur die Menschen überleben, die sich und ihre gesunden Copingstrategien kennen und einsetzen. Sie wirken auch auf ihr Umfeld positiv. Heilsam.

Es gibt immer mehr von ihnen. Die Andersdenkenden. Die Aufrüttler. Ich versuch ja auch meinen Beitrag zu leisten. Nicht nur meinetwegen. Auch Euretwegen! Allerdings hört keiner mehr aktiv zu. Was auch wieder den übeerregten autonomen Nervensystemen geschuldet ist.

D.h. man hört und weiss zwar , was man verändern müsste, doch tut man es nicht. Warum? Auch das liegt an der Stresschronifizierung. Es ist einfacher in alten Mustern zu bleiben als mühsam neue Denkweisen umzusetzen. So predigen alle Ärzte auf Vorträgen: Bewegung, gesundes Essen, soziale Kontakte, weniger Stress, achtsameren Lebensstil. Doch bei wievielen von den Zuhörern und Zuschauern kommt das wirklich an? Wo macht es klick und führt zu Veränderungen? Nur wenn wir keine andere Wahl mehr haben. Ist man zu chronifiziert, das autonome Nervensystem zu sehr im Amygdalamodus dann funktioniert selbst das nicht mehr. Siehe mein Bekannter aus dem Altenheim.

Man möchte geholfen werden, schnell bequem , mit einer Pille , Symptombehandlung statt sich der Ursache zu stellen. Dafür müsste man sich nämlich mit sich selbst auseinandersetzen. Ganz allein und in Ruhe. Und das können heute die Menschen anscheinend nicht mehr. Lieber lassen sie sich von der digitalen Welt überfluten. Passivität wurde uns anerzogen.

Denn unser autonomes Nervensystem schlägt ja nicht umsonst Alarm. Es will uns zeigen, dass in unserem Leben etwas gründlich schiefläuft. D.h. das Warnsignal ist etwas gutes! Zu unserem Schutz! Doch wenn wir die Signale nicht mehr erkennen und ignorieren, dann kann unser Körper das irgendwann nicht mehr kompensieren und bricht zusammen. Ursache und Wirkung.

Deswegen sind Erkrankungen zwar nicht schön aber andererseits eine Chance sein Leben zu verändern. Und damit auch die Selbstheilungskräfte des eigenen Körpers wieder zu aktivieren. Die sind uns nämlich bei chronischem Stress schon längst abhanden gekommen. Genau wie unsere Reizfilter.

Was ist das Gegenmittel? Aktivität. Aktiv das eigene Leben gestalten. Experimentieren. Neue Menschen und neue Sichtweisen treffen. Dann entwickelt man sich weiter. Das ist spannend. Man lebt im hier und jetzt und es ist ungeheuer schön! Denn man kann jeden Moment geniessen und ist nicht mit den Gedanken noch beim letzten Streit mit einem Kollegen oder noch beim Problem im Büro. Denn wenn man nie da präsent ist, wo man gerade ist, dann ist man auch nicht da. Nirgendwo. Man lebt nicht mehr. Man wird gelebt. Das Leben bietet soviele Möglichkeiten. Doch die kann man nur im Augenblick ergreifen, wenn sie sich einem bieten! Passive Menschen (geholfen werden wollende) anstatt aktive (Hilfe zur Selbsthilfe ergreifende) werden vom Leben überrollt. Sie lassen sich leben. Andere bestimmen ihr Leben. Ihr wisst nicht, was Ihr verpasst!

Ich war früher auch so. Und jetzt hat es sich komplett verändert. Das Leben plätschert nicht mehr eintönig, monoton und langweilig vor sich hin. Nein, es gibt viel zu entdecken! Jeden Tag! Ein nicht endenwollendes Abenteuer, Spielfeld und Experimentierfeld.

Ich hab meinen Bekannten aus dem Altenheim neulich im Auto bei einer Frau mitfahren sehen. Er hat sehr düster geschaut. Wahrscheinlich war er auf dem Weg ins Krankenhaus.

Ich hatte damals lange überlegt, ob ich ihm schreibe, wie sehr mich sein Verhalten verletzt hat. Ich hab es dann getan. Und ihm geschrieben, dass er es einem nicht leicht macht, mit ihm befreundet zu sein.

Bis dahin hatte ich immer eine Antwort von ihm bekommen. Meistens eine kurze knappe. Diesmal kam nichts.

Zum eigenen Selbstschutz (meines autonomen Nervensystems) hab ich mich von ihm zurückgezogen und geh ihm auch aus dem Weg. Er wirkt auf mich toxisch. Er raubt mir meine Energie.

Genauso geht es mir bei der Selbsthilfegruppe. Dort ist soviel negative Energie im Raum, dass ich dort nicht mehr hingehen kann. Stattdessen hab ich versucht den ein oder anderen einzeln zu treffen. Da ist die Energie nicht so geballt negativ wie ich sie seit den letzten Treffen in dem Raum empfinde. Das war mir lange nicht klar. Ich hab mich dort immer unwohler gefühlt. Mir war kalt und es war irgendwie komisch.... Und danach war ich total fertig und ausgelaugt. Mein Akku war leer. Meine Energie entladen. Jetzt weiss ich woran es liegt.

Damals am Anfang war sie richtig für mich. Denn dort fühlte ich mich zum ersten mal verstanden und angenommen. Akzeptiert so wie ich war. Solange sich das gut anfühlt und einem guttut sollte man also auch solche Selbsthilfegruppen besuchen. Man sollte dabei immer auf sich selber hören.

Ich habe versucht mich mit einigen von ihnen einzeln zu treffen. Und war guter Dinge. Inzwischen bin ich ernüchtert. Irgendwann war es mir dann zu anstrengend. Ich laufe nicht gerne jemandem hinterher. Wenn Menschen soviel anderes wichtiger ist, dann habe ich in ihrem Leben wohl keinen Platz. Das ist zwar bedauerlich. Aber das kann ist dann halt so. Das liegt nicht an mir. Das ist ihre Entscheidung. Und die muss und kann ich dann auch akzeptieren und ziehe daraus auch meine Konsequenzen. Vielleicht sind wir einfach nicht mehr in Resonanz zueinander. Unsere autonomen Nervensysteme passen nicht mehr zusammen. Was auch logisch wäre, weil ich inzwischen viele Dinge anders sehe als am Anfang der Erkrankung. Ich habe mich geändert.

Stattdessen versuche ich, mich mit Menschen zu umgeben und zu treffen, die mir Ideen, andere Perspektiven und Energie geben. Wie hat es eine Bekannte so schön formuliert: es ist gar nicht so leicht entsprechende Sparringpartner zu finden. Wobei ich nicht nach Sparringpartnern suche, sondern eher wie unser Second-Hand-Hund mit meinem Stöckchen im Maul einen Spielgefährten suche. Nur verstehen das die wenigsten. Genau wie unsere Nachbarin, die ihn ignoriert hat. Dabei hat er sie so schwanzwedelnd fröhlich dazu eingeladen. Immerhin ein paar hab ich inzwischen gefunden. Und das ist total cool!

Traurigerweise sehe ich dasselbe bei den Einladungen zu meiner Comicausstellung und dem Vortrag. Es kamen mehr Absagen als Zusagen. Weil man grad im Urlaub war, es einem vor dem ersten Arbeitstag graut, da seinen Gymnastikkurs hat, weil man im Alltagsstress keine Zeit dafür hat. Das kenn ich von mir. So war ich früher auch und auch heute noch habe ich Tage, wenn mein Nervensystem überreizt ist, dass ich nicht flexibel bin. Da sind Routinen und Rituale besser für mich.

Andererseits verbaut man sich wenn man dauerhaft in den Routinen verharrt und nichts verändern will, die Möglichkeit die eigene Situation zu verbessern. Also das autonome Nervensystem zu unterstützen. Dafür muss man sich die Zeit aber nehmen!

Sprich: wenn ich wegen zuviel Stress mir keine Zeit nehme, mir Ressourcen gegen den Stress aufzubauen, dann werde ich immer hilfloser dem Stress gegenüber. D.h. ich mache es schlimmer, wenn ich nichts tue. Chronischer Stress will aber keine Veränderung! Er wehrt sich dagegen wie der Teufel gegen das Weihwasser! D.h. man muss es trotzdem tun! Und das erfordert einen starken Willen. Vielleicht ist es deshalb so schwer. Man muss den eigenen Schweinehund der Bequemlichkeit überlisten. Oder am Schwanz packen...

Sprich: ich kenne das Dilemma. Es macht mich traurig zu sehen, wie so mancher in seinem Unglück verharrt. Und darüber schimpft und noch unglücklicher wird. Und damit sein Nervensystem und das seiner Umgebung vergiftet.

Was kann man tun? Muss man im Umfeld bleiben, dann kann man nur versuchen, selbst gut mit Stress umzugehen lernen. Langfristig färbt dann dieses Verhalten auch auf das Umfeld ab. Und nachsichtig mit sich und dann auch mit der Umwelt umzugehen. Es bewahrt einen vor Schaden. Man darf auch das Verhalten der anderen nicht persönlich nehmen. Denn das ist es nicht. Es sagt mehr über das Verhältnis des Handelnden zu sich selbst als zu Euch aus. Sprich: so wie sich ein Mensch Euch gegenüer verhält , so verhält er sich auch sich selbst gegenüber.

Den Betroffenen selbst kann man nur mit Nachsicht helfen. Sich selber helfen, ihre eigene Einstellung zu verändern, das müssen sie selber tun. Manchmal ist das letzte Mittel, dass man diese Menschen fallen läßt. Ihnen keine Hilfe mehr anbietet, die sie inzwischen als selbstverständlich angenommen haben. Zum eigenen Selbstschutz. Sich für sie aufzuopfern ist keine Lösung. Oft müssen diese Menschen erst selbst schmerzhaft erkennen, dass sie Hilfe brauchen. Und lernen um Hilfe zu bitten. Das ist der erste Schritt zur Veränderung.

Wieso ist das so schwer? Weil unser Gehirn nur Gefühle, Erlebnisse , die Sinne lernt. Deshalb bleibt ein noch so gut gemachter Vortrag immer nur ein Vortrag und geht nicht automatisch als Wissen wie man es macht auf die Drinsitzenden über. Deshalb lernt auch jeder etwas anderes bzw. braucht einen anderen Weg. Jeder muss seinen eigenen höchst individuellen Weg gehen. Und so wächst der Mensch und entwickelt seine Persönlichkeit weiter.
Das ist eine spannende Sache! :)

Bedenkt dass die Veränderungszyklen zukünftig an Geschwindigkeit zunehmen werden. D.h. die Zeiten werden noch stressiger! Noch mehr Reize werden auf uns einströmen. Tun wir nichts, dann werden wir dem Wandel noch hilfloser ausgeliefert sein, als jetzt schon. Und das erzeugt physiologischen Stress und die heutigen Zivilisationskrankheiten.

Der einzige Weg dort heraus, ist es, die Dinge selbst aktiv in die Hand zu nehmen und sich die entsprechenden Ressourcen, Fähigkeiten und Kenntnisse anzueignen und im Alltag zu erproben. Das ist ein tolles Experiment. Jeden Tag! Das macht Spass. Probiertses dann spürtses... und dann lernt auch Euer Gehirn.

Wahrscheinlich hängt die Widersprüchlichkeit des Menschen mit der low road und der high road zusammen. Ob wir den kurzen und schnellen Weg über die Amygdala den Vorzug geben, oder ob wir dies bemerken und achtsam die high road über den präfronteralen Kortex wählen können. All dies ist von unserer Einstellung und unserer Umgebung abhängig. Und von unseren Gefühlen. Und das ganze variiert auch noch jeden Tag und sogar mehrfach am Tag... Das heisst, es bedeutet lebenslange Arbeit an uns selbst. Spannend!

Schönen Sonntag!

15.10. bis 18.10. Rampenlicht gschnuppert ...

Dienstag: Sodalein. Jetzt hab ich mich langsam wieder vom Vortrag, der Comicausstellung und dem Schmerzkongress in Mannheim derappelt.

Der Vortrag zur Selbstheilung war sehr schön. Ich war eine Stunde vorher in der Spitaleria und hab meine Comics auf den Tischen plaziert. Und mich hab ich dann vorne an den Tisch plaziert.

Erst tröpfelten die Leutle so ein. Dann kam doch noch ein Schwung nach. Die meisten waren Menschen, die ich kannte und die mir inzwischen viel bedeuten. Also meine persönlichen Schwäne.

Ich hab mich sehr gefreut. Und deshalb lief es mit dem Vortrag auch richtig flutschig. Ich hab mich kaum verhaspelt und musste auch nicht dauernd die Decke anschauen um mich zu konzentrieren sondern konnte in liebe nette Gesichter meiner Schwanenschaar gucken. Das wirkte sehr entspannend. Denn die Lüftung und das Neonlicht im Raum zehrten doch sehr an meinen autonomen Nervensystem. Kein Wunder so ganz ohne Reizfilter.

Aber mein Hirn hat durchgehalten und die Zuhörer auch. Und ich hatte noch nette Nachgespräche. Es war einfach toll! Wunderbar und unbeschreiblich.

Ein netter Herr von der Presse (der NN) war auch da. Sein Nervensystem war in erregterem Zustand wie meines. Denn er kam etwas abgehetzt an. Er stellte mir hinterher einige Fragen und machte ein paar Fotos. Da war mein Nervensystem aber schon am Rande des möglichen und ich war etwas einsilbig. Ich konnte auch keinen Blickkontakt mehr halten. Das war für ihn auch unangenehm. Das konnte ich spüren. Aber nicht ändern.

Auf den Fotos muss man mir das angesehen haben - ich habe dann so einen "Blank-"-Ausdruck. Einen selten dümlich wirkenden Gesichtsausdruck, weil mein Hirn sich in seinem Notfallaufrechterhaltungsprogramm befindet. Mimik und mehr ist dann nicht mehr möglich.

Es war dann halt ein altes Archivfoto beim Artikel. Damals war ich entspannter.

Und dann hat meine Zuhörerschaar noch meine Comics abgebaut und ich wurde mit heimgenommen.

Am letzten Mittwoch hab ich dann die Comics bei O-Ton im Vogelseck aufgehängt. Und die andere Hälfte in der Bücherstube nebenan abgegeben. Da hängen sie jetzt noch ein paar Wochen und ihr könnt sie Euch noch ansehen.

Und Mannheim?

Ich war noch sehr hibbelig am Tag davor und hab mir noch einen Stadtplan in der Bücherstube geholt. Allerdings konnte ich den aufgrund des kleingedruckten und meines übererregten autonomen Nervensystems (Sehnerv) nicht lesen. Naja... Ein bisschen hab ich mich noch im Internet über die Strassenbahnen dort schlau gemacht und dann hab ich es gut sein lassen.

Ich hab es so gemacht wie es die skateboardfahrende Nonne aus Oberlindach gesagt hat:"Die Sorgen an den lieben Gott abgeben. Und ihn machen lassen."
Ich hab zu ihm gesagt: "Wenn Du schon willst, dass ich da hinfahre, dann sorg bitte auch dafür dass ich dort nicht als Nervenbündel ankomme und es mit den Anschlüssen klappt."

Mulmig war mir schon. Ich hab auch zig mal vor Fahrtantritt noch geprüft, ob ich die Fahrkarte einstecken habe und die Eintrittskarte. Das muss ich dann immer machen. Meine Mama meinte trotzdem, dass ich ruhiger war wie sonst.

Bin mit dem üblichen Bus um 5:43 Uhr los nach Erlangen. Er kam und der Anschluss zum Zug klappte auch. Mein Busnachbar hat mich mit meinem Riesenrucksack gar nicht erkannt. Erst am Bahnsteig als ich ihn eingeholt hatte.

In Nürnberg musste ich dann erstmal auf's Klo. Der Parasympathikus vom erregten autonomen Nervensystem fordert sein Recht. Und ich musste leider feststellen, dass die 50 Cent- Toilette in den Katakomben um die Zeit noch zu hat. Und man doch das 1 Euro Sanifair benutzen musste. Das find ich immer blöd, weil man den Gutschen von 50 Cent von dem blöden Klo nicht für Bücher einsetzen kann. Schmitt und Hahn macht da nicht mit. Jetzt hab ich wieder ein paar solcher Sanifair und Flixifair oder wie sie in Mannheim und Frankfurt hiessen in der Tasche.

Mein ICE um 8:00 Uhr kam und meinen Platz hab ich auch gefunden. Zwei Plätze für mich und meine nicht mitkommen wollende Begleitperson. Naja, das war dann halt mein Rucksack. Der hatte dann seinen eigenen Platz. Hin und zurück.

In Frankfurt hatt ich eine Stunde Aufenthalt und mir beim Metzger in der Halle eine Gulaschsuppe gegönnt. Der nette Mensch hat sie mir auch an einen nicht-hochsitz-Tisch getragen. Dort gesellte sich ein Hesse zu mir mit zwei Burgern vom Fastfooder. Er fragte:"Gulaschsuppe gibt's auch?"
Das verwirrte mich, denn es war ja offensichtlich.
Er:"Wo gibt's die denn?"
Ich:"Beim Metzger."
Er:"Und was hat die gekostet?"
Ich:"3,90."
Er:"Und ich hab für die zwei Burger 4 Euro bezahlt! Und die machen ned amol satt!"
Er war schnell mit den Dingern fertig. Während ich noch meine Suppe in Ruhe genoss, stand er schon auf und wünschte mir noch: einen guten!

Ich weiss a ned. Ich kann mich hinhocken wo ich mag, ich bleib nie lang allein. Na wenigstens musst ich mir ned auch noch seine Lebensgschichte anhören.

Dann hab ich mir den Zug nach Mannheim gesucht. RE. Er fährt erst am Stadion vorbei und dann mitten durch den Wald! Das war schön! Es gab dann so nette Örtchen wie Goddelau (Ach Goddla!), Stockstadt und Biblis.

Irgendwann kam dann Mannheim. Erinnert mich ein bisschen an Erlangen. Nur mit Strassenbahnen und die hielten direkt vor der Bahnhofst&uumL;r. Ich erkannte intuitiv welche ich nehmen musste und fuhr erstmal zum Hotel und gab dort mein "Luggage" (meinen grossen blauen Riesenrucksack) ab.

Ich packte ein paar Sachen in einen leichten Rucksack um und fuhr dann Richtung Wasserturm. Denn dort war das Kongresszentrum und ich wollte ja schon mal wissen, wo es ist. Damit ich am nächsten Tag beruhigt hinfahren kann. Der Rosengarten ist sehr schön. Erst hab ich das Kongresszentrum nicht gesehen, dann aber doch gefunden. Und da stand es : Schmerzkongress 2019.

Dann war ich müde , musste aber noch bis 15:00 Uhr Zeit rumbringen, denn erst dann konnte ich auf das Zimmer. Also bin ich in ein kleines Cafe um die Ecke und hab mir ein Pfauenauge und einen grossen Kaffee gegönnt. Dann sass ich dort noch eine Weile und hab Leute geguckt. Es fuhren aufgrund der unruhigen Wetterlage (es regnete immer wieder, das ist kein gutes Wetter für übererregte autonome Nervensysteme) sehr viele Krankenwagen.

Irgendwann war die Zeit rum, der Regen auch und ich konnte meinen Rückweg zum Hotel anbrechen und dort hab ich dann noch mein Leberwurstbrot von daheim und einen Apfel verputzt und hab dann der Strassenbahn und den Vögeln am Himmel zugeschaut. Bis ich müde wurde.

Am nächsten Tag bin ich dann zum Frühstücksbuffet und hab mir Kaffee und Marmeladenbrötchen gemacht. Und noch ein Käsebrötchen und einen Apfel für unterwegs.

Es würde ein langer Tag werden. Von 8:30 Uhr bis 19:00 Uhr gingen die Vorträge.

Ich war aufgeregt, weil ich noch nie bei einem Kongress war. Und mit so einem Kärtchen um den Hals fühlt man sich schon wichtig. Allerdings kratzte das Band und erregte mein übererregtes Nervensystem.

Die Security liess mich auch in schlumpfigem Outfit (mein Nervensystem toleriert nur Sweatjacken oder T-shirts, alles andere ist schmerzhaft) auch rein. Erst am Vortag war mir aufgefallen, dass die Eintrittler sehr schick gekleidet waren. Diese Kleidung ist jedoch inkompatibel mit meinem übererregten Nervensystem. Und ich hatte schon Angst, dass man mich nicht hinenliesse. Doch das war kein Problem. Und ich sah später auch andere Herren in Regenjacken.

Ich musste mit meiner Eintrittskarte an ein sogenanntes Terminal und meine Karte an einen Scanner halten. Dann kam das Kärtchen heraus und ich bekam das Umhängeding ausgehändigt. Jetzt fühlte ich mich wichtig. Ein schönes Gefühl. Ich gehörte nun also dazu.

Enttäuschend fand ich, dass es nix zu Essen und zu Trinken gab. Bei den Preisen! Wenn ich eine IT-Schulung buche, und sogar bei dem Vortrag zum autonomen Nervensystem beim MediABC gab es wenigstens ein Getränk (Kaffee oder Wasser) und ein halbes belegte Brötchen. Hier gab es nur einen Verkaufsstand für Getränke. Ich füllte meine Frankenbrunnenflasche in der Toilette auf. Das sollte ja im Preis inbegriffen sein.

Ich brauchte etwas , um mich im Gebäude zurechtzufinden. Das Klo in der Zwischetage fand ich nie... ich musste es immer mit dem Aufzug besuchen. Aber es war schon mal wichtig anfangs die Toilettenfrage geklärt zu haben. Denn mein überregtes Nervensystem und der damit verbundene Parasymphatische Reflex liessen nicht lange auf sich warten.

Zum Vortragsraum musste ich durch ein Reizfeuerwerk von Ständen von Pharmafirmen mit gleissendem Scheinwerferlicht, bunten Prospekten. Mein autonomes Nervensystem fühlte sich wie auf einem Jahrmarkt! ich schloss die Augen und hastete hindurch so gut es Hanni und Nanni meine beiden Krücken erlaubten.

Ich war eine halbe Stunde vor Vortragsbebinn im Vortragsraum. Und war die erste!

Das hat mich etwas irritiert. Denn bei Patientenveranstaltungen von Ärzten ist um die Zeit schon alles voll! Hier galten offenbar andere soziale Regeln.

In die erste Reihe setzten sich dann die drei Redner zur Vortragsreihe most vulnerable patients. Es ging um Autismus (hier sprach ein Psychologe von autismo.de), um Contergan - Opfer und um Demenzkranke. Die Vorträge waren sehr spannend. Allerdings war die Anzahl der Zuhörer sehr übersichtlich und verlor sich im riesigen Raum.

Ich habe gelernt, dass Autisten Reize aktiv aus der auf sie einprasselnden Reizflut mit Hilfe des präfronteralen Kortex herausfiltern. Das war mir neu! Cool! Den kannte ich doch schon! Der war mir doch schon bei emotionaler und sozialer Intelligenz in den Büchern begegnet.

Der präfronterale Kortex ist auch für basale Prozesse zuständig. Und die Basalganglien spielen doch bei Dystonien und motorischen Störungen (Handbook of dystonia) eine Rolle! Jetzt schliesst sich der Kreis! Wow!

Normalerweise sagt die Amygdala was wichtig ist, bei Autisten sagt die Amygdala alles ist wichtig. Im nicht-autistischen Gehirn gibt es dafür Filter. Das wusste ich schon.

Autisten nehmen Schmerzen anders wahr. Sie empfinden z.B. Wassertropfen beim Duschen schon als schmerzhaft. Und Schmerz ist für sie eher ein diffuser Reiz. Ausserdem können sie ihn ausblenden, wenn sie sich z.B. auf den Arzt konzentrieren müssen.

D.h. dass Schmerzbewertung für Autisten anders und schwierig ist.
Mit Durst- oder Harndrang tun sich Autisten auch schwer. Rechtzeitig zu erkennen, wann sie was trinken müssen oder auf die Toilette müssen. Davon kann ich ein Liedchen singen. Lalala...

Autisten fehlt das Gefühl dafür diese Empfindungen einzuordnen. Ausserdem müssen sie sie ja bewusst durchlassen und eben nicht ausblenden. Das ist alles andere als einfach.

Deshalb empfinden Autisten sogar Haare schneiden als schmerzhaft. Ja, das war bei mir als Kind nicht anders. Meinen ersten Haarschnitt bekam ich so in zwei Etappen. Denn bei der ersten Hälfte schrie ich den ganzen Damensalon zusammen. Mein Papa war so genervt, dass er es dann aufgegeben hat. Mit mir mit halb geschnittenen Haaren heimgefahren ist und zu meiner Mama gesagt hat:"Morgen kannst Du hinfahren."

Deshalb ist auch die Konzeptbildung: wie stark sind die Schmerzen? sehr schwierig.

Weil Empfindungen entweder total ausgeblendet werden oder hypersensitiv wahrgenommen werden, ist sowohl hyper - als auch hyposensitivität gleichzeitig ausgeprägt. Das kann für Ärzte sehr widersprüchlich wirken.

So war das auch bei mir. Den gebrochenen Arm konnte ich auf Arbeit noch ausblenden. Und dann auf der Heimfahrt nicht mehr. Man hat mir das negativ ausgelegt. Des is fei a ned grod as gsündeste. Dabei ist es jetzt vollkommen logisch, dass beides zu unterschiedlichen Zeiten der Fall war!

Ausserdem gibt es noch obendrauf eine verzögerte Schmerzwahrnehmung. Auch das kenn ich gut. Der Chirurg drückt ungefragt auf Deinem Arm herum und kaum draussen zur Tür könnt ich vom Berührungsschmerz die Wände hochgehen. Also ist auch das vollkommen okay für mich.

Eine fehlende Reaktion bei einem Autisten bedeutet nicht, dass er keine Schmerzen hat! Wahrscheinlich ist er einfach zu reizüberflutet (Desinfektionsmittel, fremde Umgebung, grelles Neonlicht, weisse Wände, fremde Menschen, die ihn ungefragt anfassen, was zu einem Berührungsoverload führt, dass sein Hirn so überlastet mit der Reizflut ist, dass er nicht mehr reagieren kann. Mutismus und Freezing sind die Folge.

Deshalb sollte das Wartezimmer reizarm sein, Autisten brauchen Routine und Rituale. Also immer denselben Behandler. Man sollte ihnen immer den Ablauf erklären. Und sie vorwarnen bevor man sie anfasst! (das sollte der Respekt bei jedem Menschen voraussetzen, egal ob Autist, Demenzpatient oder Kind). Die Kommunikation muss klar und direkt sein. Wörter wie Stuhlprobe können zur Verwirrung führen. Weil sich hier ein Autist, einen Stuhl vorstellt. Er nimmt es wortwörtlich.

Einen Schmerzfragebogen für Autisten gibt es noch nicht.

Der zweite Vortrag drehte sich um Contergangeschädigte. Es ist erstaunlich wie sich diese Menschen zu helfen wissen. Ob sie mit den Füssen malen, stricken oder schreiben... Der Wahnsinn!

Das beeindruckte auch den Musiker und Begabungswissenschaftler Heinrich Jacoby, der das Buch "Jenseits von begabt un unbegabt" schrieb. Das hab ich mir schon mal bestellt. So hat es mich fasziniert. Was man nicht alles kompensieren kann.

Bei Contergan ist das gesamte System betroffen. Also nicht nur die Gliedmassen. Auch das Nervensystem. Sie haben chronische Schmerzen. Auch durch die Kompensationsbewegungen, die sie ausführen. Und damit auch einen höheren Verschleiss. Nerven, Sinnesorgange, Gefäße, Innere Organe, all das ist bei ihnen ncicht da, wo es normalerweise zu finden ist.

Wie schaffen sie es zurechtzukommen?

Sie brauchen Mut zum Weitermachen, Ressourcen und ihre Kreativität und wo es nicht alleine geht Unterstützung.

Der letzte Vortrag war zu Demenz.Schmerzen sieht man Menschen mit Demenz meist nicht an. Auch sie können wie CRPSler eine Allodynie entwickeln. Berührungen sind schmerzhaft und es kann dazu kommen, dass sie sich gegen Pflegemassnahmen wehren und sogar aggressiv werden.

Oder sie verbrennen sich leichter, weil sie den Schmerz zu spät wahrnehmen. Das kann auch bei Autismus vorkommen. Sie haben eine andere Schmerz- und Toleranzschwelle.

Die Schmerzerkennung ist schwierig, weil die Kommunikation eingeschränkt ist und den Behandlern die Kenntnisse im Umgang mit dementen Menschen fehlen. Die Selbstauskunft ist möglich allerdings mit angepassten Instrumenten wie speziellen vereinfachten gross gedruckten Schmerzfragebögen.

Demente Menschen haben ebenso wie CRPSler Neglects. Das war mir neu. Ist aber logisch, denn bei beidem ist die Ursache ein übererregtes Nervensystem. Und deaktivierte Reizfilter. Und wenn das Hirn die Reizflut nicht vearbeiten kann, dann muss es halt was abschalten.

Als Behandler sollte man deutlich und laut sprechen. Also die Kommunikation anpassen. Es gibt auch spezielle Schmerzfragebögen. Auch hier sollte immer der gleiche Arzt , Therapeut da sein. kein Wechsel. Man kann Schmerzen auch an der Körperhaltung, Jammern, Schreien, Mimik, Unruhe, Zappeln und z.B. an einem offenen Mund und zusammengekniffenen Augen erkennen. Auch Erstarren, Reiben eines Körperteils, Schuthaltung sind möglich und es kann zu einer Abwher von Pflegemassnahmen kommen. Auch eine gesteigerte Kälte und Hitzeempfindlichkeit sind die Folge. Logisch: wenn der Reizfilter deaktiviert ist.

In Deutschland gilt der PAIC 15.

Danach war ich auf dem Präsidentensymposium. Dort ging es um die Kraft der Spiritualität. Die kannte ich ja schon von der skateboardfahrenden Nonne aus Oberlindach.

Sie gibt uns einen Sinn und damit intrinsische Motivation. Und das ist heilungsfördernd und lebensverlängernd. Man ist zufriedener. Und man hat die Fähigkeit sich selbst zu vergeben.

Religiöse Menschen empfinden beim Beten weniger Schmerzen. So ist es ja auch bei der Meditation. Auch hier findet eine Neubewertung der Wahrnehmung im präfronteralen Kortex statt. Da isser also wieder! Der präfronterale Kortex. An ihm geht kein Weg vorbei!

Der Mensch verändert sich durch diese veränderte Wahrnehmung und dadurch wird die Selbheilung aktiviert.

Im Alltag ist es so, dass wenn wir Dinge gut machen, wir mehr davon bekommen. Und dann ist es uns zuviel und wir schaffen es nicht mehr. Weil wir unsere optimale Wohlfühlzone überschritten haben. Man schläft schlecht, macht sich Sorgen, ist fahrig... die Amygdala läuft Amok.

Wir müssen unsere Grenzen kennen und sie auch verteidigen. Oder wie mein Kollege sagte: "Du scheisst mir nicht in meinen Vorgarten."

Sonst kommt der Moment wo nix mehr geht und wir die innere Kündigung erreicht haben. Man spricht hier auch vo einer emotionalen Abkühlung des Menschen. Cooling down. Im Endeffekt ist das der Feindlichkeitsmodus, in den man im Angesicht des imaginären Säbelzahntigers (Arbeitslast) gerät.

Es ist schwer das zu drehen. Viele Menschen suchen sich dann ein neues Arbeitsumfeld.

Oder man arbeitet an seiner Selbstregulation. z.B. mit Achtsamkeit, Meditation, MBSR, Hobbies zum Ausgleich. Man arbeitet daran präsent im Moment zu sein anstatt alles im Autopilotmodus zu erledigen.

Und dann können wir die Dinge aus einer anderen Perspektive sehen. Unsere Wahrnehmung verändert sich. Sie wird flexibler.

Ihr könnt mal Eure Aufmerksamkeitsspanne mit dem sogenannten Necker-Würfel testen. Wie lange dauert es, bis er fällt?

Wenn man achtsam ist, kann man den Würfel länger stabil halten.

Der Vorträger witzelte, dass wenn es jemand schafft ihn dauerhaft stabil zu halten, er ihn gerne gleich mitnehmen und in sein fmrt stecken möchte. Wer will das schon?

Und die Zeitwahrnehmung verändert sich durch achtsamkeit auch. Unter Depression und Schmerzen nimmt man die Zeit als endlos wahr. Ist man achtsam oder im Flow, dann vergeht sie im Flug.

Dann wurde Victor Frankl (der ist mir ja auch schon in Buchform begegnet zietiert): Zwischen Stimulus, Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. Und in diesem Raum haben wir die Entscheidung uns anders zu verhalten. Dazu muss man aber achtsam sein. Und man kann der impulsgesteuerten low road (Amygdala) die high road (präfronteraler Kortex) gegenüberstellen.

Und diese andere Sicht verändert unsere Gehirnstrukturen. Also programmieren wir so unser Gehirn um.

Bei dem Vortrag fiel mir ein Tippfehler auf. Sowas geht meinem autonomen Nervensystem ganz schön auf dasselbige.

Dann kam Manfred Prior und stellte sein Minimaxprinzip vor.
Ihr habt doch sicher auch Glaubenssätze wie: ich bin immer unordentlich.
Streicht mal das wort Immer und ersetzt es durch oft oder manchmal. Und wie fühlt sich das an? Besser? Setzt noch ein bisher davor. Und?
Und dann sagt Euch noch: ich will nicht mehr unordentlich sein, sondern ... und ergänzt hier etwas positives... So kann man mit mimalen Worteinsatz die Wahrnehmung etwas zurechtrücken.

Übrigens ist Unordentlichkeit ja an sich kein Problem. Nur wenn Ihr eins draus macht.

Denn immer verlängert das Problem in die Zukunft. Und so verwehrt Ihr Euch jede Änderungsmöglichkeit.

Und dann sollte man sich Ausnahmen aufzeigen, wo man es geschafft hat, ordentlich zu sein. z.B. hab ich es geschafft meinen Rucksack gleich am nächsten Tag nach dem Heimkommen aus- und aufzuräumen. Früher stand der länger herum bis ich mich dazu aufraffen konnte. Das ist also ein Erfolg.

Es gab noch viele Poster mit neuen Erkenntnissen auf den Gängen. Dort interessierte mich vor allem Humor in der Schmerztherapie. Ich lernte eine nette junge Frau kennen und wir haben Kontaktdaten ausgetauscht. Zunächst bin ich irrtümlich mitten in eine Führung geraten und das Plakat wurde mir dann sogar erklärt und ich konnte noch eine Frage dazu stellen. Undercover unterwegs zu sein, ist schon irgendwie reizvoll... Sie interessiert sich auch für Kreativitätsforschung. Da kann ich ja auch etwas mitreden. Denn kreativ bin ich ja.

Dann war Mittagspause und da Nicht-Ärtze beim Cannabis-Symposium nicht erwünscht waren und ich auch nicht mehr konnte,wollt ich was essen. Ich hab den Security-Riesen am Ausgang nach was nettem und günstigen gefragt. Der ernährt sich jedoch nur von Burger und das ist einfach nicht mein Fall. Das sah man seiner Körpermasse auch an. Ein schöner Gruss von einem übererregten Nervensystem ans andere....

Dann bin ich in den Nudelladen ums Eck. Dort wurde frische Pasta zubereitet. Es dauerte allerdings eeewig. Eben drum. Es war laut, eng, voll... und ich wäre am liebsten aufgrund meines nicht vorhandenen Reizfilters schreiend hinausgerannt. Doch der Hunger war größer und dann ging es doch voran. Ich verstand den Mann hinter der Theke nicht. Ich musste mehrmals nachfragen. Weil es im Hintergrund sooo laut war. Dann zahlte ich und bugsierte mein Tablett mit zwei Krücken (eine Zirkusreife Nummer!) zum Ausgang und nahm draussen Platz. Dort hatte ich meine Ruhe. Allerdings hinterher eine feuchte Hose. Die jedoch in der Sonne schnell trockntete.

Ich war satt und zufrieden und erstmal k.o. Mit einem Kaffee revitalisierte ich dann für den Vortrag um 15:30 Uhr zu heilsamer Kommunikation mein Nervensystem. Den Saal hatte ich schon vorher ausgekundschaftet. Und in der Nähe befand sich ein Klo. Hervorragend!

Die Reizflut im Workshopraum und der lange Tag war jedoch für mein Nervensystem zuviel. Und ich gähnte viel. Herr Prior sprach über seine Technik und fragte dann, ob jemand Schmerzen hätte. Ein Mann mit Rückenschmerzen, eine Frau mit Nackenschmerzen, und ich (ich muss ja ehrlich antworten, ich kann nicht anders) meldeten sich.

Er entschied sich für den Herren mit Rückenschmerzen und führte eine Art öffentliche Livesitzung durch. Das war interessant. Doch mein Nervensystem gähnte ununterbrochen. Es war stickig, das Neonlicht zu grell, das Streifenmuster im Teppich machte mich aggressiv und das Blinklicht der Tonanlage machte mich wahnsinnig...
Trotzdem hab ich einiges gelernt. Auch wenn man mir das nicht angesehen hat. Denn durch geschicktes "Nachbohren" wurden dem Vorführpatienten Rücken seine Copingmechanismen aufgezeigt. Und er hatte schon welche. War sich dessen aber nicht bewusst. z.B. dass wenn er sich bewegt, die Schmerzen weniger werden. Das ist logisch, weil Bewegung Stress und Anspannung (Muskeln) abbaut.

Dann kam der letzte Workshop über CRPS. Der war wieder spannender für mich. Da ging es auch wieder um Wahrnehmung und auch hier fiel wieder der Begriff präfronteraler Kortex. Dass die Budapestkriterien doch sehr willkürlich seien und man hier doch pragmatisch vorgehen solle, fand der Vorträger. Das fand ich gut. Ich mag es praktisch.

Man vermute, dass es sich bei CRPS um einen autoimmunologischen Prozess handle. Bewiesen ist es noch nicht. Er verwies auf einen Artikel aus dem Nature Magazine von Frank Birklein, dass der Entzündungsprozess bei CRPS nicht aktiv beendet wird. Den Artikel würd ich gern mal lesen.

Die CGRP-Therapie (hier verwiies er auf das CRPS-Symposium von Prof. McCabe, das leider zeitgleich zu den vulnerable patients stattfand) sei zu teuer. Dazu würden schon aus kostengründen keine Studien bewilligt.

Er verwies darauf, dass CRPSler ihr Körperschema anders wahrnehmen. z.B. wird die betroffene Hand als riesig aufgemalt.

Bewegt ein CRPSler seine betroffene Hand , dann bewegt die sich seeehr langsam. Sogar die Hand auf der anderen Seite ist langsamer als die bei Parkinsonpatienten. Das deutet auf einen generalisierten Umbauprozess im Gehirn hin. Vermutlich in den Basalganglien.

EMG und NLG retraumatisiert die Betroffenen. Das lassen sie nicht zu. Gut. Das hat mir keiner verraten. Ich hatte 2 x EMG und NLG mind 6 mal und hab vor Schmerzen fast in die Liege gebissen. Wenn mein präfronteraler Kortex den Schmerz anfangs ausblenden kann und dann nicht mehr, ist diese Reaktion zu erklären. Herzlichen Dank für die Foltereinheiten! Das ist jetzt sarkastisch gemeint.

CRPSler würde man deswegen solchen Untersuchungen nur in Vollnarkose unterziehen. Schön dass ich das auch mal erfahre.

Es gibt keine Studie , die belegt, dass Pregabalin oder Gabapentin die Schmerzen lindert. Dito. Das kann ich bestätigen. Die legen mein Hirn lahm. Aber nicht die Schmerzen.

Je länger die Erkrankung anhält desto weniger macht die medikamentöse Behandlung Sinn. Ja, soweit bin ich inzwischen auch.

Die funktionelle Störung der Bewegung (nicht unbedingt die der Wahrnehmung) ist für ihn das entscheidende Problem. Sensorische Reize kommmen nicht an oder werden falsch verarbeitet. Ja, das ergibt in meinem Hirn Sinn. Denn das ist die logische Konsequenz, wenn der Reizfilter deaktiviert ist.

Es gibt also einen sensorischen Mismatch.

Man kann mit unterschiedlichen Oberflächen üben (grobe, kleine, weiche Struktur), mit welchem Finger berührt man was? Und es gibt inzwischen auch Videospiele. Ob das mit dem deaktivierten Reizfilter kompatibel ist? Andererseits, wenn es zur Hyperfokusierung führt, kommt es wieder zur Stärkung des präfronteralen Kortex.

Am Ende hab ich ihn dann gefragt, ob die Wahrnehmung von Autismus bei CRPS , das Ausblenden des Schmerzes eine Rolle spielt. Und er meinte, dass das eine Stärke sei. Das war mein persönlicher Aha-Effekt!

Mein Fazit vom Schmerzkongress, das sich mit meiner eigenen Erfahrung deckt, läßt sich so zusammenfassen:
Stärkt man den präfronteralen Kortex (high road) durch Konzentrationsübungen und Hyperfokusierung (Perfetti, Spiegeltherapie, Comic zeichnen, lesen, MBSR, Achtsamkeit, Meditation, Spiritualität und eine andere Art der Wahrnehmung, den Perspektivwechsel) dann kann man die amoklaufende Amygdala (limbisches System) abschwächen. Damit werden die Schmerzen weniger stark wahrgenommen. Und man gewinnt wieder an Lebensqualität.

So hat es zwar keiner gesagt, aber genau das haben die Vorträge , die ich besucht habe, belegt. Na dann hab ich ja bisher alles richtig gemacht.

Was heisst das jetzt für Euch konkret?

Also jedes Kind kommt ohne Reizfilter auf die Welt. Denn es muss lernen und die Welt kann es nur über seine Sinne erfahren. Deshalb schreien kleine Kinder auch bei Wetterwechseln oder in lauten Lokalitäten. Sie ertragen die Reizflut nicht und wehren sich durch das Schreien. Denn weglaufen können sie ja noch nicht.

Ältere Menschen und chronisch Kranken macht Lärm und Wetterwechsel ebenso zu schaffen. Weil ihr Reizfilter nicht funktioniert.

Im Laufe der Zeit lernt das Kind sein autonomes Nervensystem zu beruhigen. z.B. durch Berühren eines Stofftieres, der Decke, mit dem Daumen im Mund, durch schaukeln ....

D.h. jeder von Euch hat es in seiner Kinderheit geschafft sein Nervensystem zu beruhigen. Und genau das müsst Ihr als chronisch Schmerzkranke wieder neu lernen.

Da Euer Gehirn aber derzeit die low road (Amygdala) nimmt, ist es nicht möglich neues zu lernen. Aber Ihr könnt erstmal Dinge machen, die Ihr schon als Kinder gemacht habt und die Euch beruhigt haben.
Was soll denn das sein?

Das sind die Dinge, bei denen Ihr Zeit und Raum um Euch herum vergessen habt. Wo Eure Eltern Euch rufen konnten und Ihr seid nicht gekommen, weil Ihr so vertieft in die Tätigkeit ward, dass Ihr sie nicht gehört habt.

Bei mir ist das z.B. Lesen, Comic zeichnen, Basteln, meine Lieblingsserie gucken, Schaukeln, im Wald spazieren gehen ...

Ihr habt Eure eigenen Schätze aus Eurer Kindheit. Und die müsst Ihr jetzt wieder heben. Sie werden Euch heute wieder Freude machen. Klar, erst müsst Ihr Euch überwinden und einfach mal damit anfangen.
Vielleicht ist es nähen, Socken stricken, Handwerklich tätig sein, im Garten werkeln, Angeln gehen, Fische im Aquarium beobachten ... Das wisst nur Ihr! Probiert es aus!

Erst dann wenn Ihr solche Tätigkeiten langfristig wieder in Euren Alltag integriert, wird sich die high road (der präfronterale Kortex) weiter ausbauen. Und dann könnt Ihr auch versuchen neue Dinge wie Meditieren, Yoga, Tai Chi, Qi Gong auszuprobieren und zu lernen. Doch erst müsst Ihr aus dem Zustand, wo der Schmerz den ganzen Raum einnimmt herauskommen. Und das könnt Ihr nur mit Dingen, die Ihr schon könnt.

Und da Humor auch den präfronteralen Kortex stärkt, gibt es heut noch einen dazu passenden Comic!

Mittwoch: Heut ging es wieder auf Arbeit. Und irgendwie war es ein sehr lustiger Arbeitstag.

Beim Durchqueren der Küche treff ich auf einen Kollegen, der mir erzählt, dass er heute mit dem Auto auf Arbeit gekommen ist, anstatt wie sonst mit dem Fahrrad. Es fehlt ihm die frische Luft und die Bewegung. Ich bin mir nicht sicher, ob die Unterhaltung schon zu Ende ist. Deshalb frage ich:"Simmer etz ferdich?"

Ich hab mir das Buch von Manfred Prior zum Minimax-Prinzip durchgelesen. Das war fix in einem Stündchen am Abend zu lesen. Und konnte das neue Wissen gleich am nächsten Tag im Büro anwenden.

Meine zwei Kollegen im Büro kibbeln oft miteinander. Manchmal streiten sie sich wie ein altes Ehepaar und erinnern mich an die zwei Alten aus der Muppetshow.
Auch diesmal sagt der eine zum andern zum wiederholten mal:"Du hörst mir nicht zu!"
Ich teile ihm mit dass er doch das VW-Prinzip anwenden möge. Er fragt mich, was das denn sei. Ich erkläre:"Du ersetzt einen Vorwurf durch einen Wunsch. Du sagst also: ich wünschte Du würdest mir besser zuhören."

Dann albert er herum, sagt aber:"Ich wünschte Du würdest besser zuhören."
Das Herumalbern und er Wunsch entschärfen die Spannung im Raum. Es fühlt sich angenehmer an.

Und der andere Kollege hat über die maulfaulen Franken gejammert: "Nicht mal beim Bäcker sagen sie Grüss Gott und Auf Wiedersehen."
Drauf ich: "Bei uns sagn des die Leut scho. Wo wohnst denn Du?"
Und daraufhin hat der andere Kollege schallend zu lachen angefangen.

Der eine Kollege hat dann gemeint, dass er ganz irritiert ist, wenn er in einen Bus einsteigt und vom Busfahrer gegrüßt wird.
Ich:"Bei uns ist das normal. Unsere Busfahrer kennen uns ja und wir sie. Die meisten winken mir sogar im Städtle zu, wenn sie mit dem 203er an mir vorbeifahren. Neulich als ich krückelnd im Städtle zum Metzger unterwegs war, hat mich der 205er überholt. Der Busfahrer hat mir zugewinkt und wollte wohl wissen, ob ich mitfahren will und er anhalten soll. Ich hab abgewinkt. Sowas finde ich schön. Da freu ich mich.

Bei uns grüßt man auch die Leut. Das hab ich lange nicht verstanden, dass man in Erlangen, Nürnberg und Frankfurt dort keine Antwort bekommt sondern irritiert angeguckt wird. Oder total ignoriert wird. Leut gucken zuvill auf ihr Smartphone. Und dann derhutzen sie sich. Des is fei a ned grod as gsündeste. Je urbaner desto schlimmer is des. Autistische Verhaltensweisen greifen wohl aufgrund der immer stärker werdenden Reizflut verstärkt um sich. Is ja kein Wunder: sperrt man Schweine und Hühner auf engsten Raum zusammen, dann werden sie auch nervöser und aggressiver. Und wir sind auch nur Säugetiere also bewirkt Urbanisierung oder anderes aufeinanderschlichten (Notunterkünfte, Familienweihnachtsfeiern, Krankenhausaufenthalte, Gefängnisaufenthalte ...) ein ähnliches Verhalten.

Deshalb ist es mir ein Rätsel wie Menschen , die wochenlang auf einem Riesenkreuzfahrtschiff zusammengesperrt sind, diesen Urlaub geniessen können. Das würd mich aggressiv machen.

Dann hab ich auch erzählt, dass ich an meinem Geburtstag mit der Inge beim Gesundheitstag für Senioren war. Er hat mir dann erklärt, dass wenn ich das so sage, man denkt, dass man die Inge kennen müßte.
Drauf hab ich gesagt: "Tu ich ja. "
Dann hat er gemeint:"Er gibt es jetzt auf."

Die Glaa aus ERH - Autonome Nervensysteme Sandra Jaeger 2019
19.10. bis 25.10. Neglects ...

Samstag: Am Donnerstag früh hat mich ein Neglect (also die Verbindung zwischen Hirn und Gliedmasse bricht dann mal kurz weg , wegen der Reizflut, die das Gehirn aufgrund des nicht mehr funktionierenden Reizfilters nicht mehr verarbeiten kann) in der Küche dahingerafft. Ich bin mit dem linken Bein umgeknickt, nachdem mein Hirn die Verbindung zum linken Bein beim Laufen verloren hat. Notabschaltung.

Ich hatte auch schon am Mittwoch einen Neglect am linken Arm, der ist mir beim Haare waschen an der Badewanne mal kurz abhandengekommen und ich konnte mich aber noch mit dem rechten Arm abfangen. Das war nicht so schlimm. Und ich bin dann auch auf Arbeit und hab nichts weiter gemerkt. Also zumindest war es mir nicht bewusst. Da hat sich der Wetterwechsel auch schon angekündigt.

Ich bin ganz froh, dass es am Donnerstag "nur" das Bein war und das mein autonomes Nervensystem so gekonnt reagiert hat und mich somit vor schlimmerem Schaden z.B. einem Schlaganfall (totalen Systemabsturz) bewahrt hat.
Danke liebes autonomes Nervensystem, dass Du so gut auf mich aufpasst!

Gott sei Dank ist es daheim passiert.

Aufgrund der Reizflut, die mein Gehirn aufgrund des deaktivierten Reizfilters nicht mehr vearbeiten konnte, lallte ich, stotterte, Worte fielen mir nicht mehr ein, sprach sehr undeutlich und stockend. So extrem hab ich das bisher noch nicht erlebt. Vielleicht war es schon mal so, aber ich hab es nicht wahrnehmen können, weil das in diesem Zustand schlicht unmöglich ist! Ich konnte kaum gradaus gehen. Mir selbst war das nicht so klar. Weil mein Hirn das dann ja nicht mehr erkennen kann. Mir war auch übel. Ich musste mich aber sehr konzentrieren um all das überhaupt wahrzunehmen. Und das mit dem Konzentrieren funktioniert bei totaler Reizüberflutung durch den Wetterwechsel nicht besonders gut.

Wenn es meiner Mama nicht aufgefallen wäre, wäre es mir sicher wie beim Armbruch gegangen und ich hätte das alles ausgeblendet mit meinem präfronteralen Kortex oder aufgrund des nicht mehr funktionsfähigen Hirns und wär auf Arbeit gefahren. Weit gekommen wär ich sicher nicht.

Das Bein pochte daraufhin bald (so wie das Wummern in der Disko) und das CRPS fing darin zu wüten an. Es wurde so berührungsempfindlich, dass ich keine Hose, keine Zudecke auf dem Bein ertragen konnte. Und in Unterhose auf Arbeit gehen, kommt ja aus sozialen Gründen nicht in Frage. Von hygienischen (Sitze im öffentlichen Nahverkehr) mal ganz abgesehen. Das finde ich eklig.

Ich habe mich daraufhin krank gemeldet und meinen präfronteralen Kortex trainiert, um den Schmerz und die Berührungsempfindlichkeit wieder herunterzuregeln. Kurz kamen dunkle Gedankenwolken aus der Amygdala und dem limbischen System (low road) auf, ich sollte doch zum Arzt gehen und wie schlimm es diesmal werden könnte. Dank meines trainierten präfronteralen Kortex (high road) konnte ich diese Bedenken und Sorgen beiseite schieben. Kein Arzt kennt sich mit meinem CRPS und meinem Körper und den damit verbundenen Reaktion so gut aus wie ich. Ich hab inzwischen seit 5,5 Jahren Erfahrung damit! D.h. ich bin die Expertin für mich und mein CRPS.

Zweitens hätte ein Arztbesuch nur neuen Stress bedeutet (Reizflut Wartezimmer) , evtl. Unglaube, Unkenntnis und Unverständnis des Arztes ... Das hätte wiederum die low road (Amygdala, limbisches System) und damit das CRPS befeuert.

Ich habe also zu meinen altbekannten und gewohnheitsmäßigen Entspannungstechniken gegriffen. Fachliteratur kann dann mein Hirn nicht verarbeiten. Ich muss es mit seichteren Dingen "zuballern" Ich hatte als Gegenmittel "Offline" von Strobel. Sehr spannend und es half mir meine Konzentration wiederherzustellen. Anfangs fiel es mir aber sehr schwer mich zu konzentrieren. Und ich musste viele Sätze anfangs mehrmals lesen. Mit der Übung wurde es dann leichter.

Die letzten beiden Nächte musste mein linkes Bein noch draussen schlafen, weil die Berührung der Zudecke zu schmerzhaft war. Diese Nacht ging es schon wieder drin. Allerdings brennt es immer noch deutlich nach.

Das Hosenbein kann ich nur halb ertragen. Aber immerhin. Damit kann ich die Hose wenigstens anziehen. Dann kann ich das Hosenbein auch hochkrempeln wenn ich wieder auf Arbeit fahre. Ich werde es den Kollegen erklären. Auch dass ich evtl. ohne linken Schuh und Socken dasitze. Es brennt einfach noch zu stark und ist zu schmerzhaft.

Anscheinend wollte der liebe Gott mir mal das Experiment bzw. die neue Erfahrung neuer CRPS-Schub gönnen und mich lehren damit umzugehen und meine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Sieht grad ganz gut aus. Und wenn was bleibt, dann ist es auch nicht so schlimm, denn auf eine Baustelle mehr oder weniger kommt es jetzt schon auch nicht mehr an. Das sehe ich ganz nüchtern.

Ich hab den Fuss halt mit Voltaren eingeschmiert und die letzten Tage wieder das Schmerzmittel genommen. Denn akut scheint es was zu bringen. Jedenfalls konnte ich so eine Nacht gut durchschlafen. In den anderen kämpfte ich mit der Bettdecke und der Überempfindlichkeit und der Schmerzüberempfindlichkeit. Es dauert bis man eine halbwegs angenehme Liegeposition findet. Und wenn es nicht klappt, geht man nachts auf Wanderschaft. Auch das kann dann gut tun.

Ausserdem ist mir letzte Woche eine CRPSlerin begegnet, die mir genau dazu geraten hat. Sie hat es schon 25 Jahre und gut im Griff. Nach einem Bruch tobte das CRPS bereits wieder im Gips. Nur die Ärzte hörten nicht auf sie. Es war genauso ernüchternd wie das letzte mal. Sie hat es dann selbst in die Hand genommen. Sie hat gesagt: Die können ihr mal den Buckel runterrutschen. Den Gips hat sie selbst aufgeschnitten und gut für sich gesorgt. Weil sie ja die Erfahrung der letzten 25 Jahre hatte. Und es hat funktioniert. Meine Heldin!

Ich glaube nicht an Zufälle. Es kann kein Zufall sein, dass ich ihr kurz bevor ein neuer Schub kam, begegnet bin und sie mir das genauso klargemacht hat. Genauso wie der Orthopäde vom Schmerzkongress, der meinte, dass meine Beübung des präfronteralen Kortex mein Heimvorteil sei. Isses! Deshalb bin ich sehr dankbar diesen wunderbaren Menschen begegnet zu sein.

Genauso hab ich es jetzt auch gemacht und ich bin zuversichtlich, dass ich es in den Griff bekomme.

Apropos im Griff... Humor hilft ja auch. Ich hab diesen wunderschönen Kommentar auf eine e-mail bekommen.

"Humor fängt da an, wo einem eigentlich das Lachen vergeht. Sie scheinen darin richtig gut zu sein."

Ich war nicht die einzige deren autonomes Nervensystem in den letzten Tagen Schaden genommen hat. Von der Rettungswache her war auch vermehrtes Tatütata zu hören. Ich hoffe den betroffenen Nervensystemen geht es inzwischen auch wieder besser.

Und wo wir grad bei Anders sind... Neulich bin ich in einem Buch über ein Zitat von John Lennon gestolpert...

"Meine Mama sagte, der Sinn des Lebens sei glücklich zu sein.
Die Lehrer in der Schule stellten mir die Frage, was ich denn werden wollte.
Ich sagte: glücklich.
Darauf sagten sie, dass ich die Frage nicht richtig verstanden hätte.
Darauf sagte ich, dass sie das Leben nicht richtig verstanden hätten."


Über meinen Vortrag zum Thema Selbstheilung und CRPS und chronische Schmerzen bzw. Erkrankungen hat auch die Zeitung berichtet. Wer nicht dabei war und es verpasst hat, kann es also HIER nachlesen.

Die Comics sind noch die nächsten Wochen bei O-Ton (dem Hörakkustiker) und der Bücherstube am Vogelseck im Schaufenster ausgestellt. Ihr müsst bei O-Ton links anfangen und Euch nach rechts durcharbeiten! :)

Viel Spass!

Ich hoffe, ich kann am Montag wieder arbeiten gehen, das kann ich nur, wenn ich so lange sitzen bzw. stehen kann. Und momentan brennt der Schmerz beim Sitzen ungemein! Mein präfronteraler Kortex kann ihn zwar ausblenden, aber ich muss erst experimentieren, ob es schon soweit funktioniert, dass ich die fast zweistündige Fahrt auf Arbeit (einfach) überlebe.

Den Schmerz zu defnieren fällt mir sehr schwer. Es ist ein schwer zu definierendes Gefühl. Unruhe, Brennen, unangenehm gepaart mit Übelkeit und Berührungsüberempfindlichkeit. Ich glaube nicht, dass sich das jemand vorstellen kann, der sowas nicht selber hat. Das macht es sehr schwierig, es jemanden zu erklären.

Zwei neue Bücher werden meinen präfronteralen Kortex stärken. Wer ist hier eigentlich autistisch? von Brit Wilczek. Das wurde mir von einem Psychologen vom Schmerzkongress empfohlen. Ich bin schon ganz gespannt und neugierig darauf.

Und das vom Vortrag Contergan: Heinrich Jacoby - Jenseits von begabt und unbegabt.
Das hab ich schon angefangen. Das ist total cool und spannend! Weil es besagt, dass jeder sein Potential entfalten kann. Und jeder Begabungen hat. Es gibt keine unbegabten Menschen! Nur wird uns das von der Gesellschaft ausgetrieben. Denn der natürliche angeborene Forschergeist und Entdeckerdrang von Kindern wird durch die Normierung der Menschen aberzogen! Jeder Mensch ist ein Forscher und Entdecker!

Dabei ist eine offene Fehlerkultur, also durch Fehler zu lernen, Zeit zum Ausprobieren, Forschen die Grundlage der Wissensgesellschaft. Also das wo wir alle hin wollen! Soweit ich es derzeit beurteilen kann, wird zwar die offene Fehlerkultur in Betrieben als Slogan propagiert, aber sobald Fehler auftreten, werden die Schuldigen gesucht. Man sieht sie noch lange nicht als Chance daraus zu lernen wie es in der Forschung selbstverständlich ist. z.B. bei der Entwicklung eines neuen Käses aus Pflanzen. Da kam diese Woche eine Sendung auf HR. Alles Wissen glaub ich. Die junge Forscherin hat es geschafft einen Frischkäse aber keinen Schnittkäse aus Pflanzen zu entwickeln. D.h. sie hat einen Weg gefunden wie es nicht funktioniert. Nur durch das Sammeln von Fehlschlägen findet man am Ende den Weg wie es funktioniert! Also nur durch Handeln, Ausprobieren, Scheitern und neu probieren, entsteht Wissen!

Das ist etwas ganz anderes als das, was man in der Schule oder im Studium lernt. Das Auswendiglernen oder Pauken von Dingen, die man nicht selber für sich erfahren und erlebt hat. Der Autor geht davon aus, dass jeder dieses Erfahrungserlebnis des echten Lernens machen kann. Wenn man ihn läßt. Heute tut das aber kaum noch jemand. Zu selten werden bislang geltende Thesen und Theorien in Frage gestellt. Das ist schade. Denn so verbaut man sich die Zukunft.

Wir müssen diesen Forscher und Entdecker, der wir als Kinder waren, wiederentdecken! Die Schatzkiste unserer Kindheit wieder öffnen. Ob es deswegen in der Bibel heisst: Nur wenn Ihr werdet wie die Kinder, werdet Ihr eingehen in das ewige Himmelreich?

Dann würden wir uns unsere Projekte selber suchen. Das tun, was uns interessiert. Was wir spannend finden. Wir hätten alle Spass an der Arbeit. Weil sie keine Arbeit mehr ist. Sondern unser natürliches Bedürfnis!

Und wie die Kinder würden wir mit den anderen Projektbeteiligten spielen. Spielerisch lernen. Das ist doch cool! Das wünsch ich mir! Dann bräuchte es auch keine künstlichen Autoritäten. Denn jeder würde autodidaktisch selbst eine echte und natürliche Autorität werden können. Jeder könnte alles lernen, was ihn oder sie interessiert.

Denn nur in der Gemeinschaft und wenn wir über unseren eigenen Tellerrand schauen, können wir die aktuellen und zukünftigen Probleme lösen! Wir wären zufriedener und ausgeglichener. Entspannter. Und damit in der Folge auch gesünder.

Das wär schön!
Passt gut auf Euer autonomes Nervensystem auf!

Sonntag: Wenn es so ist, dass unser autonomes Nervensystem aufgrund der zunehmenden Reizflut und der Fortschreitenden Urbanisierung immer reizsensibler wird, dann würde dies auch bedeuten, dass wir auch auf Medikamente viel sensibler reagieren. Also immer geringere Dosen vertragen. Bzw. bei der normalen Dosierung immer mehr Nebenwirkungen bekommen.

z.B. meine Mama hat seit sie ein neues Medikament nimmt zusehends Sehprobleme. Und das fing definitiv mit dem neuen Medikament an! Die Augenärztin wollte operieren, Mama hat ihr widersprochen und gesagt, sie setzt jetzt erstmal das Medikament ab. Sie hat einen Folgetermin im Januar bei der Augenärztin. Aber vielleicht kann sie den dann schon bald absagen, wenn es nach dem Absetzen besser wird.

Vorher ist ihr das auch schon bei einem anderen Medikament passiert, dass sie eine Zahnfleischentzündung bekommen hat. Der Zahnarzt meinte dann, er müsse ihr alle Zähne ziehen. Das fanden wir beide Quatsch. Denn vorher hatte sie nie Probleme mit dem Zahnfleisch.

Sie war davon überzeugt, dass es die Nebenwirkung des Medikaments war und hat es abgesetzt. Damit erledigte sich das Problem und ihre Zähne hat sie heut noch. Zu dem Zahnarzt geht sie nie wieder.

Wir sind ja im Leben immer mehr chemischen Stoffen und Hormonen ausgesetzt. Und das wirkt sich sicher auch auf unser autonomes Nervensystem aus. Muss es ja. Wir sind dafür nicht geschaffen. Bzw. müssen uns daraufhin anpassen.

Nach Operationen wird unser autonomes Nervensystem auch empfindlicher. Denn jede Operation wirkt sich ja darauf aus. Jeder braucht hinterher auch nach der Entlassung noch einige Zeit, bis er wieder fit ist.

Ältere und chronisch Kranke brauchen länger. Da kann es sein, dass sich der Zustand ihres autonomen Nervensystems erstmal verschlechtert. Es dauert länger bis sich ihr Organismus erholt.

Bedenkt man, dass Medikamente meist an Männern getestet werden (ich glaube auch jüngeren) sieht man dass für eine grosse Gruppe von Menschen (Frauen, Kinder, chronisch Kranke, Behinderte, Ältere) diese Medikamente eventuell zu hoch dosiert werden. Mit den entsprechenden Nebenwirkungen.

Und da sind die Nebenwirkungen bzw. gegenseitige Wechselwirkungen von unterschiedlichen Medikamenten (deren Anzahl mit dem Alter und mit der Anzahl der Gebrechen zunimmt) noch gar nicht berücksichtigt.

Darum ist im Alter und bei chronischer Erkrankung wohl auch weniger mehr. Weniger Medikamente mehr Lebensqualität.

Wenn die Überempfindlichkeit sich generell ausbreitet, müssten dann nicht auch bereits etablierte Medikamente neu getestet werden? Weil sie sich auf den heutigen Menschen anders auswirken?

Kopf kratz....

Nochmal Kopf kratz ...
Neulich hat mich jemand gefragt, warum ich nicht gesagt habe, dass ich Geburtstag habe.
Das vergess ich aber selber immer. Weil mir das gar nicht wichtig ist.
Das ist auch so eine Sache, das ich nie verstehen werde. Dass man den einen Tag feiert. Erstens hab ich mit dem Begriff Feiern so meine Probleme, weil ich mit dem, was die meisten Menschen unter Feiern verstehen , einfach nicht kompatibel bin (zuviele Reize), zweitens wird man ja das ganze Jahr über älter und nicht nur an dem einen Tag. Deswegen ist es auch sehr unlogisch. Man könnte daher auch das ganze Jahr feiern.

Ausserdem verändert sich das Alter ja jeden Tag. Ich finde es deshalb sinnvoller nach dem Geburtsdatum zu fragen. Das verändert sich nicht. Und dient der Berechnung des Alters sofern dies benötigt wird. In Datenbanken wird deswegen auch nie das Alter sondern nur das Geburtsdatum abgelegt. Das tagesaktuelle Alter läßt sich mit dem entsprechenden Algorithmus ja daraus berechnen.

Widersinnig ist dann, dass die meisten Menschen nicht altern wollen. Also alt werden, will jeder, aber alt sein keiner.
Will man nicht alt sein, dann muss man jung sterben. Das will aber auch wieder keiner.
Und dann jeden Geburtstag zu feiern, den man älter wird, ist dazu widersprüchlich. Unlogisch. Wenn man es so sieht, müßte man ja jeden weiteren Tag als Trauertag begehen. Von Geburt an. Weil wir ja ständig altern. Weil sich jede Zelle unseres Körpers ständig verändert. Und das ist ja gut so. Denn sonst würde das den sofortigen Tod bedeuten. Also sollten wir dankbar sein, dass sich unsere Zellen ständig verändern...

Die Frau meines Kollegen findet sich jetzt zu dick. Weil sie statt früher 47 Kilog heute 52 wiegt. Ich habe ihm dann erklärt, dass das mit dem Alter zusammenhängt, weil dann ja die Muskeln abbauen und damit auch der Grundumsatz. Deshalb nimmt man zu, wenn man weiter so isst wie in der Jugend.

Jetzt muss der Kollege mit seiner Frau Diät machen. Weil sie abnehmen will. Dabei wäre es sinnvoller, wenn sie Muskelmasse aufbaut und so ihren Grundumsatz erhöht. Auch eine generelle Ernährungsumstellung angepasst auf das Lebensalter würde mehr Sinn machen als eine Crashdiät. Die bringt nämlich nix als den Jojo-Effekt. Denn der Körper grad noch im Schlaraffenland bekommt von heut auf morgen einen Entzug. D.h. er denkt, au weh eine Hungersnot steht bevor. Und was macht er? Um zu überleben lagert er Fett ein. Um den harten anstehenden Hungerzeiten gewachsen zu sein. Und deswegen ist man nach einer solchen Radikaldiät hinterher dicker als vorher, weil der Körper es gut meint und uns schützen will.

Ausserdem versteh ich nicht, dass der Ehepartner mithungern soll, wenn der andere abnehmen will. Ist das so ein Ding, dass man mit der Freundin oder dem Mann zum MRT oder zum Arzt geht? Das werd ich auch nie verstehen...

Menschen sind kompliziert.

Das stellt auch der Junge in dem Buch "Alle anderen sind komisch" fest. Ich kann mich ihm nur anschliessen.

Das Buch hat mir der Amazon-Algorithmus vorgeschlagen (der ist richtig gut!) als ich das Buch "Wer ist denn hier eigenltich autistisch?" bestellt habe. Normalerweise bestell ich in der Bücherstube. Und hol die Bücher auch dort ab. Aber diesmal ging das nicht.

Gestern musst ich doch mal raus. Bewegung und frische Luft hilft nämlich auch das autonome Nervensystem zu beruhigen und den präfronteralen Kortex zu stärken. Als es zu regnen aufgehört hat. Und ich wollte mal sehen wie gut oder schlecht es mit dem linken Bien jetzt geht. Mit Hanni und Nanni. Also die Jeans ist eine Herausforderung. Nicht dass sie besonders eng wäre, aber sie ist nicht so weit wie die Sweathose und die ertrag ich ja schon kaum am Bein. Die Berührung ist schmerzhaft. Diesen Schmerz kann ich zumindest zeitweise ausblenden. Danke lieber präfronteraler Kortex!

Und wenn das zu intensiv ist, dann kann ich so hochkrempeln.

Die Jeanshose ist ne andere Hausnummer... Da hatte ich nach der Hälfte des kurzen Weg-Stücks das Gefühl mein Bein steht in Flammen! Yehaaa! Daheim hab ich sie schon auf dem Weg nach oben wieder ausgezogen.

Es geht übrigens nicht nur mir so. Auch andere übererregte autonome Nervensysteme haben mit dem Wetter so ihre Probleme. Bin gestern einem Hund und seinem Frauchen, das unter Fibromyalgie leidet , begegnet. Ihr macht das aktuelle Wetter auch zu schaffen. Rückenkrämpfe und Bauchkrämpfe. Sie hat vor Schmerzen geschrien. Das mit dem Schreien war noch nie so meins. Denn darauf ist ja mein autonomes Nervensystem übersensibel. Auf Lärm. Ich zieh mich dann eher in mich zurück und sperr alle Reize aus, soweit dies meinem Hirn möglich ist. Bei Reizüberflutung funktioniert das dann mit dem präfronteralen Kortex halt auch nicht so gut. Denn der ist ja dann auch beeinträchtigt. Anscheinend ist es - laut dem Buch Wer ist hier eigentlich autistisch? - so, dass das eine Art Trancezustand ist. Das war mir gar nicht so bewusst. Meine Mama meint dann immer, ich soll nicht so in die Gegend stieren... Dabei stiert sie selber.

Diesen Spruch hab ich neulich im Buchladen gelesen:

Mut ist Angst plus ein Schritt.

Da ist was wahres dran.
Denn meine Nachbarin meinte, dass es für sie auch nicht so einfach gewesen wäre nach Mannheim zu fahren.

Nochmal Kopf kratz...
Also wenn man anders ist, dann erzeugt man bei Menschen, die einem begegnen, Irritation. Irritation ist ein Zeichen der Hilflosigkeit also der Beginn einer Stressreaktion. D.h. dass ich nicht nur anders bin, sondern weil ich anders bin auch noch eine Gesundheitsgefahr für andere Menschen bin. Ich sollte mir einen Beipackzettel zulegen... oder ein T-shirt tragen mit der Aufschrift "Zu Risiken und Nebenwirkungen..."

Ob es mich demnächst nur auf Rezept gibt? Und ob man für mich dann ein weisses oder rosa Rezept braucht?

Apropos rosa... Mein letzter AU-Zettel war rosa. Im Fernsehen reden sie aber immer vom gelben Zettel... das finde ich sehr verwirrtend. Ich hab extra nochmal nachgeschaut. An der Farbe hat sich nix geändert. Er ist rosa.

Donnerstag: Heut hab ich in der Strassenbahn eine Kollegin getroffen. Kaum draussen, steckte sie sich eine Zigarette an.
Ich:"Du rauchst jetzt wieder mehr? Weil Du Stress hast?"
Sie:"Ja, wenn ich wenig Zeit habe, dann rauche ich mehr."
Ich:"Das ist dann indirekt zueinander proportional."

Freitag: Neulich als ich am Wegfeld auf den Bus gewartet hab, hab ich eine Palme auf einem Auto-Hänger vorbeifahren sehen. Da musste ich schmunzeln. Palme to Go.

Und dann ist mir noch was aufgefallen...
Wenn Autisten einen ähnlichen physiologischen Status wie ältere Menschen und chronisch kranke Menschen haben, dann könnte ich mir noch folgendes vorstellen:
Ich kenne Autisten, die mit Ihrer Identität (Selbstvertrauen und Urvertrauen) hadern, und ich kenne chronisch kranke und ältere , denen es ebenfalls so zu gehen scheint. Bedenkt man, dass ein Mensch, der grad noch im Arbeitsleben steht, dann durch einen Unfall rausgerissen wird, in der Rehaklinik strandet, oft danach sein Umfeld (Arbeit, Kollegen, Freunde, Familie) verliert und Menschen daraus ihre Identität beziehen, dann ergeben sich hier durchaus Parallelen.

Das hiesse, der eine hatte noch nie eine Identität, und der andere hat sie verloren. Beide sind auf einem ähnlichen physiologischen Status, denn das bedeutet physiologischen Stress. Denn das bedeutet ein Verlust von Sicherheit. Und Sicherheit ist das wichtigste, was wir brauchen. Ohne die Erfüllung dieses Grundbedürfnisses geraten wir in physiologischen Stress. Physiologisch vollkommen logisch. Und wenn wir im physiologischen Stresslevel sind, und uns dem Säbelzahntiger gegenüberwähnen, dann sehen wir ihn auch in Therapeuten und Ärzten, die uns nur helfen wollen. Aufgrund unseres Status misstrauen wir ihnen (das ist ein Ur-Reflex und in Gegenwart eines echten Säbelzahntigers auch sinnvoll) und stossen diese vor den Kopf. Unbewusst. In Folge des Ur-Reflexes. Wir sind unhöflich aber können nix dafür.

Wenn Ihr mir nicht glaubt, dann achtet doch mal auf Euch, wenn Ihr eine Erkältung habt. Seid Ihr dann besnders gesellig? Freundlich? Oder doch eher leicht reizbar oder gar aggressiv?
Ich tippe auf letzteres.
Und kommt mir nicht mit psychischen Problemen. Oder habt Ihr psychische Probleme, wenn Ihr einen Schnupfen habt? Natürlich kann physiologischer Stress dem Schnupfen vorausgehen. Also z.B. ein Streit mit Kollegen oder der Freundin. Es kann aber auch einfach sein, dass Ihr am Vortag zu leicht bekleidet draussen unterwegs ward oder ohne Regenschirm nass geworden seid. Also nicht gut auf Euch und Euer Nervensystem achtgegeben habt.
Und das ist dann die Folge. Denn Euer Körper will, dass Ihr Euch zurückzieht und er heilen kann.

Erst wenn wir in einem Umfeld sind, in dem wir uns sicher fühlen, können wir entspannen und erst dann kann die physiologische Stressreaktion abklingen und die Selbstheilung einsetzen.

Für mich klingt das logisch.

Apropos logisch. Es gibt neue Erkenntnisse zur Übererregtheit des Nervensystems und der Hirntätigkeit.
Irgendjemand hat das so interpretiert, dass wer zuviel denkt, früher stirbt.
Ich glaub, das ist ein Missverständnis.

Sofern ich den Artikel verstanden habe, steigt die Erregung (Hirnaktivität) mit dem Alter an. Ergibt ja Sinn, weil durch die Veränderung des Cortisolspiegels auch die Reizfilter deaktiviert werden. Das führt zu mehr physiologischem chronischem Stress. Und damit zu vermehrter Hirnaktivität durch die Übererregung des autonomen Nervensystems. Es kommt ja auch mehr Information im Hirn an, weil die Reize ungefiltert beim Hauptprozessor ankommen. D.h. es muss mehr leisten!

Der Artikel besagt, dass Achtsamkeit, Meditation diese Übererregung beruhigen kann. Also wieder der Fokus über den präfronteralen Kortex wie ich es schon selbst bei mir erfahren und erleben kann, wirkt dieser Reaktion entgegen.

Das passt ja zu den Erkenntnissen aus der Schmerzforschung. Deshalb funktioniert ja Achtsamkeit und MBSR in der Schmerztherapie. Oder Musik und Tanz bei Demenz oder Parkinson. Oder die Spezialinteressen bei Autisten. Das ist alles dasselbe Prinzip.

Spannend!

26.10. bis 01.11. Nachgedacht ...

Sonntag: Gestern war ich im Wald. War schön. War auch notwendig. Mein autonomes Nervensystem lamentiert derzeit wieder und ich muss hart dran arbeiten, es wieder runterzubekommen.

In den Wald gehen , hilft sofort! Überall wachsen Pilze und eine Pilzsammlerin ist mir am Montag im Wald begegnet. Der Wald beruhigt mich und mein autonomes Nervensystem.

Warum ist das so?

Ich war vorher noch im Städlte und da geht es am Samstag ziemlich zu. Alle um mich rum hetzen , eilen, sausen und fahren durch die Gegend. Während ich versuche so entspannt wie möglich durch die Gegend zu krückeln. Sprich: Um mich rum, hab ich den Eindruck, rast alles. Und es ist schwer diese Unruhe von sich fern zu halten. Weil sich autonome Nervensysteme ja anstecken.

Ich war im Engelgarten schaukeln. Und da traf ich auf eine Mutter mit Kind, die zusammen schaukelten. Sie hatten Spass und waren entspannt. Beide sprachen eine Fremdsprache. Die Mama nahm sich Zeit für das Kind. Ein Handy war weit und breit nicht zu sehen. Beide verabschiedeten sich winkenderweise von mir.

Also so ziemlich das Gegenteil von der Handysüchtigen deutschen Mama, die ich neulich am Spielplatz gesehen habe, die kaum einen Blick für ihren Sohn übrig hatte.

Ist es so, dass die Deutschen angespannter sind, als andere Kulturen? Dann könnten wir in der Weise von den Migranten viel lernen.

Lustigerweise ecke sogar ich mit solchen anderen Kontexten nicht dermassen an, wie in den deutschen. Auch mit mir geht man da entspannter um. Das finde ich spannend! Und faszinierend.

Mir macht das Wetter momentan zu schaffen. Mehr als im Sommer. Und ich hab gestern zu spät beim Schaukeln auf mich gehört , es übertrieben und mir war dann schlecht. Gar nicht so einfach, wenn man sich über den präfronteralen Kortex bewußt für einen Reiz entscheiden muss.

Heimwärts bin ich dann von einem netten Bekannten mitgenommen worden. Also mit dem Auto.
Ich verstaute meine Krücken unterhalb der Rückbank. Und dann erzählte er mir im Gegenzug sehr viel von sich. Mir ist erst seit kurzem klar, wozu dieser Smalltalk gut ist. Ich kann damit nix anfangen.

Er dient zur Befriedigung des menschlichen Kontaktbedürfnisses. D.h. der Inhalt des Gesprächs, die Sachinformation ist unwichtig. Es geht um den Akt an sich. Also den Kontaktakt. Ein lustiges Wort. :)

Einem vergleichbarem Zweck dient das gegenseitige Lausen bei Affen. Seit ich das weiss kann ich - wenn mein autonomes Nervensystem entspannt genug ist - auch anders damit umgehen. Also ich höre dann einfach zu und lass die Leut reden. Weil es ihnen gut tut.

Dafür muss ich den Berg nicht hochlaufen. Ich bekomme im Gegenzug also eine praktische Sachleistung. Sein Nervensystem war auch etwas übererregt, denn ich merkte, dass er mir als ich eine Information einstreute , nicht zuhörte, weil er darauf nicht reagierte.

Und weil er dann schon anfuhr, als ich noch meine Krücken beim Aussteigen unterhalb der Rückbank rausfischen wollte. Fast wär er mit Hanni und Nanni auf und davon!

Ich nehm das nicht krumm und auch nicht persönlich. Ich weiss ja jetzt wo es herkommt. Zumindest, wenn mein autonomes Nervensystem dazu in der Lage ist. Ist es das nicht, hätte ich vermutlich sein Angebot abgelehnt. Denn dazu muss ich entspannt sein.

Ich merkte, dass ich dann schon wieder undeutlich sprach. Ein untrügbares Zeichen, dass ich in den Wald muss. Die autonomen Nervensysteme bei mir daheim reagierten auch sehr empfindlich und mit ihren entsprechenden inkompatiblen Copingstrategien. Ich kann sie zwar verstehen , aber ich weiss dann, jetzt muss ich mich erstmal um mein eigenes Nervensystem kümmern. Erst dann um das der anderen.

Der Wald beruhigte mich sofort. Trotz der Sirenen und des Feuerwehreinsatzes, der in Richtung Nackendorf zu hören war. Ein Zeichen für andere übererregte Nervensysteme.

Warum beruhigt einen der Wald? Weil hier alles seinen gemächlichen natürlichen Rhythmus folgt. Die Blätter fallen langsam und jedes schwebt auf seine eigene langsame bedächtige Weise zu Boden. Achtsamkeit in Vollendung!
Die Natur kann das. Nur wir Menschen haben diesen natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten und Tageszeiten mit den Errungenschaften der Technik verloren. Dabei haben auch wir einen eigenen Rhythmus. Den müssen wir wiederfinden. Ich arbeite daran.
Denn jeder hat seinen individuellen.

Propagiert wird leider immer noch das Prinzip: schneller, besser, dynamischer, flexibler...
Meiner Ansicht nach eine vollkommen falsche Herangehensweise. Denn schneller ist nicht unbedingt besser und flexibler. Je gehetzter , je mehr Druck, desto mehr Reibung entsteht. Das kennt man ja schon aus der Physik. Und wenn man etwas biegt, das sich wehrt, dann bricht es.

Die Natur hat da ein besseres Prinzip. Ist ein Ast zu schwer und würde brechen, dann bildet der Baum eine Verstärkung an der entsprechenden Stelle aus. Unsere Knochen machen das übrigens genauso. Benutzen wir sie mehr, mehr Druck, dann werden sie auch dicker und dichter. Bewegen wir uns weniger, üben weniger Belastung auf sie aus, dann werden sie dünner und brüchiger. Osteoporose ensteht so z.B..

Die Natur ist auch ein wunderbares Beispiel für Neurodiversität. Pilze, Farne, Moos, Pilze, Flechten, Mispeln , Brombeeren, Preiselbeeren, Walderdbeeren,Laubbäume, Nadelbäume, Insekten und Vögel ... ergänzen sich durch ihre Stärken und profitieren voneinander. So gibt es die Müllabfuhr des Waldes und das Bestattungswesen. Eine Art natürliches Recyckling. Davon müssen wir uns inspieriern lassen!

Denn auf dieselbe Weise könnten Projekte profitieren, indem jeder Mensch wie jedes Wesen in der freien Natur seine Stärken und Fähigkeiten einbringen kann. Viele Probleme würden sich so fast wie von alleine lösen.

Ein Miteinander statt ein Konkurrenzverhalten bringt alle weiter. Alle hätten Spass an ihrer Arbeit. Und Arbeit wäre keine Arbeit mehr sondern eine Berufung. Das wäre schön.

Noch ein Nachtrag: Am Montag war ich bei einer Veranstaltung der Hausärzte im hiesigen Krankenhaus. Ein Bekannter hatte mich eingeladen. Es gab einen Vortrag über neuropathische Schmerzen. Hier wurden rein die Schmerzmittel, also Arzneimittel behandelt. Da wurde mir erst klar, dass schon alles an mir ausprobiert worden ist. Die hab ich schon alle durch.

Neu war mir, dass entsprechende Pflaster gegen die Allodynie helfen sollen. Weil sie Schmerzempfindungsrezeptoren zerstören. Verbrennen. Das hat bei mir nicht funktioniert, weil ich das Pflaster wegen der Allodynie schon gar nicht ertragen kann. Ausserdem widerstrebt es mir noch mehr kaputt zu machen, als ohnehin schon nicht mehr so richtig funktioniert. Wer weiss, was dann wieder die Folge davon ist...

Ich hatte erst Bedenken, ob man mich dort reinlassen würde. Ich bin ja kein Arzt nur Betroffener.
Sie haben mich reingelassen. Und ich hab mich am hinteresten Tisch unauffällig postiert. Hat nix genützt. Am Schluss war der Tisch voll mit meiner Hausärztin , einer jungen Hausärztin und dem Chefarzt . Der wollte mit mir Smalltalk machen und ist grandios gescheitert. Ich muss ihm aber zugute halten, dass er damit entspannt und mit Humor umgegangen ist.

In der Schulzeit sind die Klassenkameraden aufgestanden, wenn ich mich an ihren Tisch gesetzt habe. Heute bleiben die Menschen um mich rum sitzen. Bzw. es setzen sich oft welche dazu. Siehe Frankfurt Bahnhof die Gulaschsuppengeschichte.

Der Vortrag von der Schmerz-Therapie Altdorf war interessant. Ich hab alle Schmerzmittelgruppen mal durchgemacht. Dass Lyrica Antikonvulsiva heissen , wusst ich noch nicht. Und der Vorträger steht auf Asterix und der Chefarzt auch.

Und das hier hab ich mitgenommen:
Beta-Fasern (Berührungsempfindung) sind die schnelleren Nervenfasern.
C-Fasern (Schmerzempfindung) sind die langsamer leitenden.
Mit EMG oder NLG kann man nur die schnellsten Fasern messen. Leitgeschwindigkeit und ob das Aktionspotential ankommt.
Also die Beta-Fasern. Die können aber intakt sein.

D.h. trotz dem Befund, nix auffälliges gefunden, ist davon auszugehen, wenn jemand brennende oder einschiessende Schmerzen hat, es sich um einen neuropathischen Schmerz handelt.

Ist ein Nerv durchtrennt, dann bildet er wenn er wieder wächst mehr Noradrenalinrezeptoren aus!
Und es kann sein, dass er auf seinem "Weg" sympathischen Nervenfasern begegnet und diese erregt.
D.h. so ist es zu erklären, dass das sympathische Nervensystem überreagiert.

Bei einer Durchtrennung des Nervs kommt es "immer" zu einer neuroplastischen Veränderung im Rückenmark und im Gehirn!
Das erklärt, warum bei jeder Messung bei einem anderen Neurologen was anderes rauskommt. Warum macht man es dann, wenn es gar keine Aussagekraft hat? Das kann ich ja mal meine Neurologin fragen.

Wie man auf der Basis der nicht aussagekräftigen Datenlage dann ein Gutachten machen kann, ist mir schleierhaft. Denn da zählt ja nur das, was man messen oder sehen kann. Das kann man aber mit den aktuellen Möglichkeiten gar nicht!

Aber so funktionieren Menschen halt ned... wir sind doch kein Auto. Und selbst da ist es inzwischen mit immer mehr Software ähnlich komplex einen "Fehler" zu finden und zu beheben. Kopf kratz... Je komplexer ein System, desto schwieriger kann man ein Problem beheben. Denn es kann ja mehrere Ursachen haben und sich divers auswirken. Weil ein Fehler an einer Stelle eine Kettenreaktion von Fehlern andernorts auslösen kann. D.h. es wird immer schwierige die wirkliche Ursache zu finden.

Ich muss noch eine Meinung von mir korrigieren. Inzwischen hab ich eine Bekannte fragen können, die in dier Pharmaindustrie arbeitet, wie das mit den Tests für Medikamente abläuft. Zuerst werden sie zwar an jungen Männern getestet, aber dann auch an den entsprechenden Zielgruppen: Kindern, Frauen, Älteren und Kranken.

Wusstet Ihr, dass man Nebenwirkungen, die man bei einem Medikament bekommt an Apotheker und Arzt melden soll? Damit die das im Gegenzug wieder an die Pharmafirmen weitermelden? Üererregte Nervensysteme wie die meiner Mama tun das sicher nicht. Die schimpfen und setzen das halt ab. Oder gehen dann nimmer zu dem Arzt oder in die Apotheke. Beschweren würde mir in so einer Situation ja auch mehr Energie kosten als ich zur Verfügung stehen habe. In dem Status kann man das einfach nicht. Mir geht das zumindest so und im Bekanntenkreis ist das auch su.

Deshalb bin ich mir auch nicht sicher, ob solche übererrgten Nervensysteme auch in den Studien dabei sind. Denn in dem Status will man ja nix neues ausprobieren. Man will seine Ruhe haben. So kenn ich das zumindest. Ich geh schon so nicht gern zum Arzt, weil es wieder neuen Stress für mein übersensibles Nervensystem bedeutet. Und da soll ich dann bei einer Studie mitmachen? Freiwillig? In ein Krankenhaus? Das Reizfeuerwerk der autonomen Nervensysteme?

Bedenkt man, dass ich dann in dem Modus eher unfreundlich auf Hilfsangebote reagiere, dann macht die Arbeit mit mir , sodenn ich mich überwinden könnte an einer Studie teilzunehmen, sicher keinen Spass mit mir. Ob man sich dann nicht eher für kooperative Patienten für die Studie entscheidet? Die Arzt-compliance-konform reagieren. Also auch zuverlässig die Medikamente einnehmen. Dann würde mich nicht wundern, dass wenn sich Menschen wie ich melden, wir in der Vorauswahl schon rausfliegen. Oder dann mangels Kooperation. Aus Unverständnis könnte man uns dann noch Unwillen unterstellen. Dabei wirekn wir zwar unhöflich, doch wir können nix dafür. Das ist die Folge eines übererregten autonomen Nervensystems.

Wenn nun übererregte Nervensysteme durch das System durchfallen, dann kann man sich die Folgen ja ausmalen. Wenn wir sensibler auf Medikamente reagieren, eine geringere Dosis brauchen, dann ist die Dosis, die bei den Tests für okay befunden wurde, vielleicht schon zuviel für uns. Und wir "profitieren" nur von den Nebenwirkungen. Das wäre logisch.

Ich steh dazu noch in Kontakt mit meiner Bekannten und bin auf ihre Antwort dazu gespannt.

Und zum Wald gibt's heut noch einen Comic!

Montag: Heut früh war in Nürnberg ein Unfall und die U1 wurde mit Busersatzverkehr improvisiert. Ich frag mich, ob es an den Tagen nach der Uhrumstellerei zu mehr Unfällen kommt. Ich glaub, ich hab sowas schon mal gelesen.

Wär auch logisch, denn da muss sich unser Nervensystem ja wieder auf einen anderen Rhythmus einstellen. Das kann dann wieder Stress erzeugen.

Unser Busfahrer hat uns heut durchgewunken. Der schaut sich jetzt die Fahrkarten nimmer an. Weil er letzte Woche Stunden seiner Freizeit bei der Polizei wegen Schwarzfahrern verbracht hat und von seinem Arbeitgeber keine Unterstützung bekommen hat. Etz mag er nimmer. Das kann ich verstehen.

Wir fahren mal wieder über Krausenbechhofen. Zwischen Gremsdorf und Buch wird die Strasse saniert. Bis zum 30. soll es laut Zeitung noch gehen.

Mir kam heut im Bus eine seltsame Frage .. kann auch an dem plärrenden Jungen im Bus gelegen haben...
Wenn man keine Zähne mehr hat und stirbt, kann man dann noch ins Gras beissen?

Und wenn man blind stirbt, kann man sich dann noch die Radieschen von unten angucken?

Jaja, die Windungen meines Hirns sind unergründlich.

Dienstag: Unser Bus hat sich heut früh verfahrn. Unser Busfahrer woar heit ned so ganz bei der Sach. Widder a übererregts Nervensystem. Er is scho mit 5 Minuten Verspätung kumma.

Und dann isser an der Abzweigung in Gremsdorf nach Krausenbechhofen vorbeigfahrn. Und an der nach Buch auch. Gut, da is eh dicht wecher Baustell. Dann isser als Richtung Autobahn zugfahrn und dann rechts nei zur Tankstell. Ich hab scho gedacht, sei Sprit wär alle. Aber dann hat er gewend und is dann widder nach Gremsdorf retour Richtung Krausenbechhofen.

A MitInsassin hat immer widder mit'm Kopf gschüttel. Des hat aber a nix gnützt.

Mir ham heut früh 25 Minuten von Höchstadt bis Gremsdorf Abzweigung Krausenbechhofen braucht. Er is aber dann nu recht bussig (züchig halt) gfahrn und mir waren Punkt 06:29 Uhr am Erlanger Busbanhof. Blos bleed, dass do scho der Zuch gfoarn is. Ich bin dann bis zum Neuer Markt hocken bliebm. Erst nu auf's Klo und dann mit'm 30iger gfahrn. Und woar heut halt a Viertelstund später auf Ärbert wie gestern. Dafür bini dann ehra ganga.

Etz bini gspannt, was morgn bassierd.

Muss grad lachen... ein Bekannter hat mir folgendes geschrieben: " ... mit der Zeit wurde auch gleich das Wetter umgestellt." :)

Die Glaa aus ERH - Trends Sandra Jaeger 2019
09.11. bis 15.11. von Niederschlägen und Aufschlägen...

Sonntag: War krank. Meine Erkältung hat sich mit meinem CRPS verbündet und war etwas hartnäckig. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Gesichtsschmerzen und Gliederschmerzen, die man bei einer solchen Erkältung hat, ja auch aus einer vermehrten Muskelanspannung kommen. Das Gesicht war total verspannt mit der Erkältung. Deswegen schmerzt es auch. Und bei den Gliederschmerzen ist es genauso.

D.h. wenn Ihr Euch mal vorstellen wollt, wie CRPS sich anfühlt, dann spürt bei der nächsten Erkältung die Muskelanspannung in Eurem Gesicht und Euren Gliedmassen, Nacken ... Diese Schmerzen sind identisch mit denen, die CRPS-Betroffene haben. Nur bei einer Erkältung heilt das aus. Bei CRPS bleibt sie und kann sich im Laufe der Zeit noch verstärken. Der Mechanismus ist derselbe. Auch bei anderen chronischen Schmerzen. Ein übererregtes autonomes Nervensystem.

Und Psychologen und Ärzte, die meinen, man macht da was falsch oder man müsse sich nur entspannen, damit es besser wird, rate ich mal, genau ihre Ratschläge bei einer solchen Erkältung mal anzuwenden. Und? Nicht besonders hilfreich, oder? Denn anfangs geht es einfach noch nicht! Befindet man sich langsam auf dem Weg der Besserung, dann lassen auch die Gesichtsschmerzen nach. Logisch: die Muskelanspannung lässt nach. Und wie ist die Stimmung? Sie als Experten sind doch sicher positiv gestimmt trotz der Erkältung. Nein? Ihre Laune ist im Keller? Sie sind reizbar? Oh nein, Sie leiden doch nicht grad an einer Depression oder gar an einer Persönlichkeitsstörung?

Da kann ich Sie beruhigen. Das ist das übererregte Nervensystem. Das wirkt sich nämlich auch auf Ihre Stimmung aus. Das vergeht wieder. Nun stellen Sie sich aber vor, dass es chronisch wird. Wie würden Sie sich dann fühlen wenn man Sie als depressiv oder gar pathologisch krank hinstellen würde? Empfinden Sie das als heilungsfördernd? Wohl kaum, oder? Eher doch im Gegenteil. Sie werden grantig, wütend. D.h. das Nervensystem wird noch erregter. Die Muskelanspannung steigt. Die Stimmung kippt noch mehr. Und genau diese Strategie wenden einige Ärzte immer noch an. Das fühlt sich so an, als würde man schon am Boden liegen und jemand tritt dann nochmal vergnügt zu. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Ich kann dieses Verhalten schon verstehen. Denn das hat ja System. Wenn ich mir keinen Rat mehr weiss, dann schieb ich die Schuld halt dem zu, der das Problem hat. Und mach ihn selbst zum Problem. Ihnen ist damit kurzfristig geholfen. Denn den Patienten sind sie los. Weil er sich nicht verstanden fühlt. Doch damit haben sie genau gegen diesen Grundsatz verstossen: nicht zu schaden.

Dem Patienten geht es dann noch schlechter. Und es scheint immer mehr von diesen Patienten zu geben!!! Ja, wollen die denn alle nicht heilen? Ja, geben die sich alle keine Mühe? Wenn ich immer dasselbe Problem wieder habe, kann es nicht sein, dass das Problem mit mir und meinem Verhalten zu tun hat?

Was könnten Sie stattdessen tun? Sie sind doch mit Ihrem Latein am Ende. Den Patienten ernst nehmen. Ihm zuhören. Heilsame Kommunikation praktizieren. Vertrauen schaffen. Trauen Sie dem Patienten zu, dass er dann auch seine Selbstheilungskräfte aktivieren kann, wenn er ein vertrauensvolles Umfeld vorfindet.

Ja, ich weiss. Das ist nicht einfach. Der Patient ist anstrengend. Vielleicht sogar ein kleines Ekel. Behandeln Sie ihn mit Wertschätzung und Respekt und Sie werden ein kleines Wunder erleben. Das Wunder der heilsamen Kommunikation. Vertrauen Sie mir :)

Bei CRPS und auch bei anderen chronischen Erkrankungen kommt es auch zu einer Veränderung im Feuern der Motoneuronen. Daher resultieren Dystonien, Spasmen, Zittern und andere motorische Einschränkungen.

Mir geht grad viel durch den Kopf.
Soweit ich es sehe, haben alle in der Gesellschaft von Eltern, Erziehern, Lehrern, Ärzten, Führungskräfte, allen, die im sozialen Bereich arbeiten, das Problem: wie motiviere ich mein Gegenüber? Um sein Potential zur Entfaltung zu bringen und dass er selbst Verantwortung für sich, sein Handeln und seine Entwicklung übernimmt.

Gegenfrage: kann man jemanden überhaupt aktiv motivieren? Also kann man jemanden aktiv dazu bringen, sein Potential zu entfalten? Laut Heinrich Jakoby nicht. Denn sobald ich mit Ratschlägen und Schema F daherkomme, wird nur das Auswendiglernen , aber nicht das Selbsterarbeiten, das Forschen, das Ausprobieren und Experimentieren, das eigenständige Lernen gefördert.

Und das ist es doch, was die Wissensgesellschaft braucht!

Neugier statt Angst! Ausprobieren , lernen wie es nicht funktioniert, um dem Ziel näher zu kommen. Das Lernen aus Fehlschlägen. Denn nur so funktioniert lernen und forschen. Jeder ist ein Forscher und Entdecker. Dazu sind wir geboren.

Und was hat die Gesellschaft aus uns gemacht? Menschen, die Angst davor haben Fehler zu machen! In einer Wissensgesellschaft! Das eine schliesst das andere aus!

In Firmen wird eine offene Fehlerkultur gepredigt. Doch bei jedem Fehler wird ein Schuldiger gesucht... Hallo?!?!

Wie tief das in unserem Denken drin ist, erkennt man auch an dem Satz: "Ich war's nicht!", der uns reflexartig über die Lippen kommt. Ja, auch bei mir ;-) Ich geb es zu. Es kostet Anstrengung, sich das abzugewöhnen. Weil das die neuronale Autobahn ist.

Ich bin dafür das Wort "Fehler" entweder vollständig abzuschaffen oder umzudefinieren. Es kommt auch hier auf die Perspektive an, wie man es sieht. Edison hat sehr viele Wege gefunden, wie die Glühbirne nicht funktioniert. Aber erst das hat ihn dazu geführt den Weg zu finden ,wie es geht!

Ich muss erst genug Wissen über die Dinge haben, erst dann kann ich anfangen daraus neue Schlussfolgerungen zu ziehen.

Fremd-Motivation funktioniert also gar nicht.
Auch vor dem Hintergrund, dass kein Aussenstehender das Potential eines anderen Menschen kennen kann, ergibt der Ruf nach Fremd-Motivation (von aussen) keinen Sinn. Ein Potential entwickelt sich von selbst, wenn die Umstände es ihm erlauben. Also die Umgebung den Menschen Freiraum, Verantwortung und günstige Entwicklungsbedingungen gewährt.

Also wie bei Pflanzen. Auf trockenem, hartem , lehmigen Boden können keine Orchideen gedeihen. Ohne Wasser wird die Saat nicht aufgehen. Ohne Sonne kein Trieb sprossen. Ich kann die Pflanze und den Boden wertschätzen und ihm Möglichkeiten bieten. Doch wachsen muss die Pflanze alleine. Und auf rauhen Böden gedeihen halt auch nur Pflanzen, die mit diesen Lebensbedingungen zurechtkommen. Also entsprechende Copingmechanismen entwickelt haben. Bei uns Menschen ist es ähnlich.

Deshalb wird unser Gehirn von unserem Körper und von unserer Umgebung und von unseren Mitmenschen bestimmt. Daher auch der Spruch: Der Raum, wo sich der Mensch die meiste Zeit am Tag aufhält, bestimmt den Charakter eines Menschen. Neurologisch und biologisch vollkommen logisch. Denn die Umgebung und unsere Strategien bestimmen unsere neuronalen Autobahnen und damit unser Verhalten.

D.h. wenn wir das Potential, die Fähigkeiten und Stärken von Menschen fördern wollen, dann können wir das nur indem wir Ihnen ein offenes und wertschätzendes Umfeld bieten.

Dann wird sich der Mensch von ganz allein entwickeln. Denn anfangs wird er gar nicht wissen, wo genau seine Stärken liegen. Wenn wir sie jedoch dann erkennen, können wir ihm dies mitteilen. So wird er sich deren bewusst und kann sie aktiv weiter ausbauen. So wie er es für richtig hält und es sich für ihn richtig anfühlt.

D.h. die Motivation kommt dann von ganz allein aus dem Innersten eines Menschen ganz natürlich heraus. Sie steckt in uns. Wir müssen nur günstige und geeignete Rahmenbedingungen schaffen. Dann werden die Dinge ganz natürlich ihren Lauf nehmen.

Das Koherenzgefühl, dass man sich in seinem Wesen angenommen und zugehörig fühlt, dass man Dinge bewirken kann, einen Sinn findet, spielt bei der Gesundung, Salutognese eine grosse Rolle. Die Salutogenese ist die Lehre von der Gesundheit. Im Gesundheitswesen richtet man wie generell in unserer westlichen Gesellschaft den Blick auf die Krankheiten. Also auf das Negative. Und spezialisiert sich immer weiter darauf. Und was hat es gebracht? Sind wir gesünder geworden? Im Gegenteil.

Wäre es nicht fortschrittlich den Blick auf die Gesundung und die entsprechenden Faktoren zu richten?

Ursachenbehebung statt Symptombehandlung. Das wär doch mal fortschrittlich. Allerdings ist es nicht bequem. Denn dazu muss man sich mit sich selbst und seinem aktuellen Lebensstil auseinandersetzen. Die bisherigen Systeme, die auf diesen Grundlagen basieren, in Frage stellen.

Dazu muss man das Hirn einsetzen. Und alte Glaubenssätze und Vorstellungen in Frage stellen und über Bord werfen.

Warum gelingt uns dies so schlecht? Weil unser Hirn ein Energiesparorgan ist. Und was sich eingeschlichen hat, das ist bequem. Es verbraucht wenig Denkenergie. Die neuronalen Autobahnen sind gut ausgebaut und bequem. Wir kommen schnell voran. Dass wir in der falschen Richtung unterwegs sind, ist uns dann wurscht.

Was wir tun müssten, ist die Feldwege beschreiten. Oder uns erstmal den Weg durch das Dickicht bahnen. Das ist unbequem , mit Widerständen übersät. Das heisst wir brauchen viel mehr Energie um dort entlangzugehen. Doch genau das müssen wir, wenn wir veraltete, falsche und inzwischen überflüssig gewordene Denkmuster überwinden wollen. Doch ich verrat Euch was: Es ist auch ungeheuer aufregend und spannend! Ihr werdet den Entdeckerfunken Eurer Kindheit wieder entdecken und Euren Spass am Spiel und experimentieren! Ihr könnt zu Forschern und Entdeckern in Eurem eigenen Leben werden!

Wenn Ihr mir nichg glaubt, dann könnt Ihr Euch das auch in den Videos von Gerald Hüther auch anhören. Der ist cool. Der ist nämlich auch so ein authentischer Mensch. Von denen gibt es heut nicht mehr so viele.

Also jeder einzelne braucht ein Kohherenzgefühl, um gesund zu sein und zu bleiben oder wieder zu werden. Alles um ihn, sie herum muss sich gut anfühlen. Damit mein ich nicht das bequem auf dem Sofa sitzen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Sondern: dass man genug Anregungen, Herausforderungen, aber auch die entsprechenden Ressourcen und Neugier behält und sich erarbeitet, um damit umzugehen. Etwas schwierig muss es schon sein. Und wir brauchen einen Sinn!

Dann kann sich unser Potential entfalten. Denn wenn wir entspannt und mit beiden Beinen im Leben stehen und uns unsere Stärken bewusst sind, sind wir alles andere als hilflos. Wir können unser Leben selbst gestalten anstatt uns gestalten zu lassen. Wir werden freier. Im Denken und im Handeln. Das macht Spass!

Den haben uns die Insekten voraus. z.B. die Wildhummeln. Die Arbeiterinnen und die Königin sorgen für die Aufzucht der nächsten Generation. Das ist ihr gemeinsames Ziel. Keine Arbeiterin käme auf die Idee in Konkurrenz mit den anderen Arbeiterinnen zu arbeiten. Denn dann würde die Brut nicht überleben. Wenn die Hummeln unser Verhalten imitieren würden, würden sie aussterben. Nur durch das Arbeiten an einem gemeinsamen Ziel, schaffen sie es die Brut zu beschützen. z.B. indem sie sie vor eindringenden Wasser und Hitze mit ihrem Flügelschlag (Trocknenvorgang oder Ventilatorfunktion) beschützen.

Ich habe mich immer gefragt, warum das bei uns immer weniger funktioniert. Warum jeder vor sich hinwurschtelt. Dem anderen neidig ist. Und die Zusammenarbeit kaum noch funktioniert. z.B. bei uns auf Arbeit. Ich mag jeden einzelnen meiner Kollegen als Mensch sehr gerne. Und doch klappt es sehr selten, dass wir erfolgreich zusammenarbeiten. Woran liegt das? Ich konnte das lange nicht verstehen.

Wenn, dann klappt es nur, wenn wir ein gemeinsames Ziel haben. z.B. in Notsituationen. Da hilft man aus und steht zusammen. Weil man einen gemeinsamen Feind bzw. ein gemeinsames Ziel hat.

Aber auch in einem anderen Projekt, an dem viele beteiligt waren, klappte es. Warum? Weil wir ein klares gemeinsames Ziel hatten. Und wir wollten das alle erreichen. D.h. jeder einzelne hat seine Befindlichkeiten zum Dienst der Sache zurückgestellt. Warum schaffen wir das nicht immer?

Weil es kein gemeinsames Ziel gibt. Dann wurschtelt jeder vor sich hin. Auch wenn man sich nicht als Mensch begegnet, sondern nur andere dazu benutzt, sein eigenes Ziel zu erreichen, wird es nicht funktionieren.

Wir arbeiten also am Besten zusammen, wenn wir altruistisch unterwegs sind. Dann können wir unser Potential verbinden. D.h. die Unterschiede und die unterschiedlichen Perspektiven können wir dann zu einem gemeinsamen Zweck potentieren. Das ist doch sehr erstaunlich.

Erstaunlich ist auch, dass, wo sich Menschen auf diese Weise begegnen, dass sie auch Spass in der Sache finden. Sie spielen zusammen. Liegt nicht hier das Potential der Zukunft? Dass wir uns "blind" verstehen? Ohne viele Worte? Dann müssen wir uns aufmachen uns besser kennenzulernen. Nur dann kann diese Transformation geschehen. Und wir müssen uns und unsere Beurteilungen anderer in Frage stellen. Stimmen sie überhaupt? Wann habt Ihr zuletzt mal überprüft, ob ein (Vor)-Urteil über eine andere Person überhaupt stimmt?

Tut es mal. Ihr werdet überrascht sein ;-)

Ich frage mich, wie wir das wie die Hummeln hinkriegen. Man spricht hier auch von Schwarmintelligenz.

Nur wenn ich den anderen kennenlerne, kann ich herausfinden, was er kann. Also seine Stärken identifizieren. Und sie ihm auch mal sagen. Denn oft sind wir selbst blind für unsere eigenen Stärken. Durch die Vorurteile, die wir uns gegenüber haben. Das ist ja das traurigste: Wir haben nicht nur Vorurteile gegenüber anderen Menschen sondern auch uns gegenüber. Und so beschränken wir uns und unser Potential.

Denn nur, das was wir auch als Stärke sehen, können wir nutzen und weiterentwickeln. Und das macht Spass. Sprich: wir sollten lernen auf Arbeit spielerisch unsere Mitkollegen zu erkunden. Und uns auf Augenhöhe ohne Vorurteile zu begegnen.

Hunde tun dies auch, wenn sie sich zum ersten mal begegnen. Sie beschnuppern sich. Und dann spielen sie miteinander. Ich könnte ihnen stundenlang dabei zusehen. Sie haben Spass!

Warum machen wir das nicht auch so?

Wie kann ich sowas sagen? Weil ich es erlebt habe? Erfahren, gespürt. Ich habe z.B. angefangen Strickanleitungen zu schreiben, weil ich mit denen, die ich fand nicht zufrieden war. Sie waren unnötig kompliziert, wimmelten vor Abkürzungen, die ich ewig suchen musste und mich in den Wahnsinn trieben! Also hab ich selber welche geschrieben. Dann hab ich sie eingestellt. Und irgendwann erzählte mir jemand, dass ich damit ein Strickdesigner bin. Ich hatte das nicht vor. Ich hatte ein Problem und wollte es lösen! Ich bin nicht eines morgens aufgewacht und dachte mir: ich werd Designer! Hätt mir das irgendjemand gesagt, ich hätte ihm den Vogel gezeigt. Amsel, Drossel , Fink und Star.

Ich bin auch nicht eines Morgens aufgewacht und wollte CRPS-Experte werden. Ich will nach wie vor nur eins: mein autonomes Nervensystem wieder in den Griff bekommen. Und daran arbeite ich! Dazu muss ich aber erst die Dinge verstehen und genug darüber wissen. Das treibt mich an. Und so bin ich dann auf diesem Weg auch der heilsamen Kommunikation und der Potentialentfaltung über den Weg gelaufen. Es lag auf meinem Forschungs- und Entdeckungsweg. Auch die Polyvagaltheorie wäre mir sonst ziemlich schnurz gewesen.

Also Ihr seht: ein Potential entfaltet sich nur dort, wo man ein Problem hat und es auch lösen will. Aus intrinsischer Motivation.

Ihr werdet jetzt sagen: Ja, aber...

Hier sprechen die Bewertungen und der Energiesparmodus Eures Hirns. Es reagiert ein Reflex. Der Ja-Aber-Reflex ... Der den bisherigen Status, Eure bisherige Haltung und Vorstellung verteidigen will. Nicht aus logischen Gründen, sondern aus logistischen (energiespar) Gründen. Deshalb seid Ihr der Logik gar nicht aufgeschlossen.
Ich antworte darauf mit einem: Ja, und?!?

D.h. das erste, was mir auf dem Ziel zum Spass im Grossraumbüro entgegenkommt, ist die Ja-aber-Fraktion.
Und die ist in der Überzahl.

Wie kriegt man die nun rum?

Langsam. Mit viel Geduld. Mit Wertschätzung. D.h. indem ich das tue, was ich mir von anderen wünsche. Ich versuche also die Stärken in den Menschen zu sehen, ihnen als Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.

Und wenn mir etwas auffällt, eine Stärke, dann teile ich es dem anderen mit. Ich sage: Mensch, das kannst Du ja toll! So manches übererregtes Nervensystem (das ist in den Ja-Aber-Kandidaten durchwegs anzutreffen) kann anfangs dieses Lob gar nicht annehmen. Man hat es ihnen abgewöhnt. Das sind die alten Glaubenssätze: ich kann nix. Das ist nicht perfekt. Ich genüge meinen Ansprüchen nicht.

Das wandelt sich aber, wenn Ihr weiterhin wertschätzend mit ihnen umgeht. Es dauert halt. Ihr seht, es ist von Vorteil, wenn Ihr kein übererregtes Nervensystem habt bzw. gelernt habt es z. B. mit Achtsamkeit und Meditation oder anderen gesunden Copingstrategien zu beruhigen.

Der Vorteil meines übererrgten Nervensytemmodus (das ich inzwischen mit einigen gesunden Strategien beruhigen kann und so entspannter handeln kann) ist, dass meine Sinne auch übersensibel sind.

Nun könnte man das als Nachteil in einem Büro betrachten. Ich hatte ja auch schon Bedenken, was Grossraum und Co betrifft. Doch Ihr könnt es auch zu Eurem Vorteil nutzen ;-)

Wie denn? Also durch die Überempfindlichkeit, seid Ihr auch sensibel für Stimmungen, Spannung anderer. z.B. am Klang der Stimme und dem Tonfall und dem , was der Mensch sagt. Darüber hatte ich ja schon berichtet.

Sprich: mir fällt es auf, wenn Menschen irritiert oder gereizt sind. Und genau dann kann ich sie drauf ansprechen. Fragen, ob ich was falsch gemacht habe. Oder warum sie so reagieren. Und damit kann ich die Ursache von Missverständnissen finden und auch den Hintergrund herausfinden, warum jemand so reagiert, wie er reagiert. Denn Hellsehen kann ich bei aller Reizüberempfindlichkeit nämlich nicht. Ich bezweifle auch, dass das immer so toll wäre. Ich lebe gern im Hier und Jetzt.

Wenn wir alle durch unsere übererregten Nervensysteme diese Fähigkeit besitzen, wir merken das an Irritation, Reizbarkeit in uns selbst, dann können wir doch alle diese Fähigkeit zu unserem Vorteil nutzen. Um uns besser zu verstehen!

Wenn wir das als Gruppe schaffen, dann kann ich mir auch vorstellen, dass ein produktives Arbeiten in einem Grossraumbüro doch gelingen kann. Nämlich wenn wir versuchen unsere Bedürfnisse als auch die Bedürfnisse der anderen zu respektieren und zu achten. Also wenn wir rücksichtsvoll uns selbst und anderen gegenüber werden!

Sprich wir können dort lernen für uns selbst und andere zu sorgen. Das ist eine Chance! Einfach wird es nicht. Aber dann wäre es ja auch keine Herausforderung für unser Gehirn und damit auch keine Gelegenheit zu lernen.

D.h. auch, dass ich nicht doch weiterhin meine Ohrstöpsel einstecke, wenn ich mich konzentrieren muss. Respektvoll und wertschätzender Umgang mit mir. Denn wenn ich konzentriert arbeiten möchte und muss, dann brauche ich Ruhe. Mein Bedürfnis. Ich kann ja auch Nicht-Stören-Schild aufstellen ;-)

Wenn ein Kollege nicht gestört werden möchte, dann sollte ich das aber auch erkennen.

Das ist ein anderes Denken. D.h. jeder übernimmt Verantwortung für sich und seine Bedürfnisse und achtet auch die der anderen.

Solange der andere sich noch nicht seiner Bedürfnisse bewusst ist, kann ich auch aktiv den anderen fragen, ob ich grad stör, bevor ich ihn zutexte und ihn mit meinem Problem überfalle. Ich kann mich beim anderen für seine Hilfe bedanken, anstatt sie selbstverständlich zu nehmen. Nach dem Motto: dafür wird er, sie ja bezahlt.

Anstatt stur darauf zu beharren: das ist nicht meine Aufgabe, das muss xy machen, kann ich doch mal auf xy zugehen und ihn fragen, wie wir das Problem gemeinsam lösen. Statt in meiner Bockigkeit dem anderen nicht mal mitzuteilen, dass es hier ein Problem gibt. Denn hellsehen kann er vermutlich genausowenig wie man selber. D.h. man ist bockig auf jemanden, der keine Ahnung hat, was er denn jetzt falsch gemacht hat. Aber man selbst denkt, der weiss schon, was er da angerichtet hat.

Ich probier jetzt mal ein paar Kollegen aktiv zu beschnuppern. In der Mittagspause und nur die, die sich auch aktiv drauf einlassen. Stellt Euch vor 2 von 3 Anfragen wurden mit ja beantwortet. Und das letzte mal wurde ich so wertgeschätzt, dass ich sogar zum MIttagessen eingeladen wurde. Auch das ist Wertschätzung. Früher hätte mein übererregtes Nervensystem mit Ablehnung reagiert. Mittlerweile kann ich diese Form der Wertschätzung auch annehmen.
Das ist schon interessant.
Denn zuallererst wird Euer natürlicher Abwerhrmechanismus (übererregtes Nervensystem) anspringen. Ein Reflex. Doch mit dem Einsatz des präfronteralen Kortex könnt Ihr diesen Reflex überwinden.

Wisst Ihr was? Probiert es doch mal sebst in Eurem Umfeld aus. Nicht nur auf Arbeit sondern auch daheim, im Verein oder wo auch immer Ihr auf Menschen trefft. Geht so mit den Menschen um, wie Ihr es Euch auch wünschen würdet behandelt zu werden. Denn Eure Bedürfnisse sind auch ihre Bedürfnisse. Und guckt was dann passiert!
Ihr werdet überrascht sein! Positiv!

Wenn in jeder Firma, Abteilung nur einer damit anfängt kann der Funken, den er entfacht, einen Grossbrand auslösen ;-) Oder wenn Ihr es nicht so mit Feuer habt... ein kleiner Stein, der in einen See fällt, kann grosse Kreise ziehen. Weil unsere Nervensysteme miteinander interagieren!!!!

D.h. Ihr habt selbst die Verantwortung für Eure Koherenzumgebung zu sorgen und so sorgt Ihr auch für Eure Mitmenschen. Denn auch deren Verhalten wirkt sich auf Eure Koherenz aus! Ihr könnt Euch nicht als isoliertes Wesen betrachten! Denn wenn wir alleine wären, dann sterben wir. Wir sind nur in der Gemeinschaft überlebensfähig. Genau wie die Arbeiterin im Hummelvolk.

Bedenkt, dass wir inzwischen nur noch 30 Prozent der Arbeit mit unserer eigentlichen Arbeit verbringen. 70 Prozent verbringen wir mit Abstimmung, Organisation und Kommunikation. Wenn wir uns besser verstehen, dann hat dies Einfluss auf die 70 Prozent unserer Arbeitszeit. Das ist ganz schön viel!

Warum ist das so? Weil die Arbeit immer komplexer und komplizierter wird! Hierarchische Systeme funktionieren nur mit einfachen Prozessen. z.B. Fliessbandarbeit. Die machen aber jetzt Roboter. Stattdessen reparieren die Menschen nun diese Roboter. Roboter sind komplex. D.h. es ist nicht mehr so einfach einen Fehler zu finden. Da hilft es auch nicht, wenn man Strafen androht oder Belohnungen auslobt.

D.h. entweder wir machen die Arbeit wieder einfacher, dann passt sie zu den vorhandenen Systemen... oder wir verändern die Systeme. Damit können wir uns auch weiterentwickeln und unser Potential entfalten. Ich arbeite an letzterem.

Also wenn unsere Organismen aktuell sehr sensibel auf Reize reagieren, dann können wir uns doch diese Fähigkeit auch zunutze machen. Wer weiss? Vielleicht können wir uns eines Tages ohne Worte verständigen. So wie Ehepaare, die sehr lange miteinander verheiratet sind. Oder meine Mama und ich. Wo der eine den Satz des anderen beenden kann. Mit dem , was der andere gedacht hat.

Damit würden viele Missverständnisse, die aus Worten resultieren, gar nicht erst entstehen. Die Kommunikation würde auf diese Weise sehr viel effizienter. Denn so wie wir es derzeit machen, funktioniert es ja offensichtlich nicht!

Was ist die Basis so einer wortlosen Kommunikation? Authentizität, Echtheit, Echtes Interesse und Sorge für den anderen. Vertrautheit. Vertrauen. Danach sehnen wir uns alle. Das ist ein menschliches Grundbedürfnis. Würden wir dieses Grundbedürfnis erfüllen, würden viele unseren Organismus schädigende Copingstrategien (Strategien zur Beruhigung unseres autonomen Nervensystems) überflüssig.

Wir würden gesünder werden. Salutogenese! Weil wir in Koherenz leben. Und viele Probleme unserer Zeit würden sich von ganz alleine erledigen. Denn wenn ich keine krankhaften Copingstrategien mehr brauche, weil ich mein Bedürfnis echt und authentisch also ursprünglich erfüllen kann, dann brauche ich keine Ersatzbefriedigungen mehr.

Wären die Menschen gesünder, sänken die Gesundheitsausgaben. Ärzte hätten mehr Freizeit oder könnten forschen, weil die Anzahl der Patienten sinken würde.

In unserem jetzigen System ist das aber gar nicht gewünscht. Denn es lebt ja von den Kranken. Guckt Euch mal die Werbespots im ersten vor der Tagesschau an! Lauter Symptombehandlungen... anstatt an die Ursache zu gehen. Weil es bequem ist. Weil das die Spur unserer neuronalen Autobahnen im Gehirn ist und wenig Energieaufwand erfordert.

Kommt dann jemand daher, der anders denkt, als die Systeme unserer Gesellschaft, also jemand, der da einfach nicht reinpasst, dann hat das System ein Problem mit ihm. Also macht er den Menschen zum Problem. Dabei hätte er die Lösung. Denn er hat ja eine andere Sicht auf die Dinge. Da die anderen Gehirne aber Energie sparen wollen, wehren sie sich gegen Menschen, die anders denken! Sie werden als Gefahr und Störfaktor und Bedrohung identifiziert. Als Säbelzahntiger. Das ist nicht gesund für alle autonomen Nervensysteme, die darin involviert sind. Und deren Umgebung. Familie, Kollegen, Freunde. Des is fei a ned grod as gsündeste!

Ich will an die Ursache ran! Da will ich hin! Wer kommt mit? Übernehmen wir selbst die Verantwortung und basteln uns selbst unser heilsames Umfeld.

Ich lade Euch alle ein, an diesem globalen Experiment teilzunehmen! Ich appelliere an Eure Neugier, Experimentierfreude und an Euren Entdeckergeist! An Eure Menschlichkeit! An Eure Würde!

Ich würde mich sehr über Rückmeldungen von Euch freuen! Was hat funktioniert? Positive Erfahrungen. Was habt Ihr erlebt? Welche Strategien setzt Ihr ein? Ich möchte auch von Euch lernen! Denn nur gemeinsam können wir dieses gemeinse Ziel der Koherenz , einer heilsamen Umgebung für uns erreichen. Also : worauf wartet Ihr?

Übrigens: wer eh innerlich gekündigt hat, hat ja nix zu verlieren.... probiert es einfach mal aus!

Gestern war ich auch mal wieder im Städtle unterwegs. Und mir wurde offensichtlich wie viele übererregte Nervensysteme unterwegs sind! Ich hab die Menschen gegrüßt, die mir begegnet sind. Von den wenigsten wurde der Gruss erwidert. Andere starrten vor sich hin, waren so in Gedanken, dass sie mich vermutlich gar nicht gehört haben. Das kenn ich ja auch von meinem übererregten Nervensystem. Diesen Scheuklappenmodus. Manchmal braucht man ihn auch. Denn wenn das Nervensystem am Rande balanziert, dann muss man sich ausklinken.

D.h. ich weiss, dass das nicht persönlich gemeint ist. Ich freu mich stattdessen über jeden, der mir ein Lächeln erwidert. Am offenen Bücherschrank ist mir auch ein solcher Herr begegnet. Bevor er die Bücher reingestellt hat, hat er mich gefragt, ob ich sie nicht lesen wolle. Sie fielen nicht in mein Interessengebiet und ich verneinte, bedankte mich aber trotzdem für die nette Geste. Weil ich mich wertgeschätzt und gewürdigt fühlte. Als Mensch. Schön.

Ich kam kaum über die Strasse. Die Autos standen und warteten. Aber sie lassen keinen Fussgänger durch. Als ich eine Lücke fand, wollte ich schon loslaufen, als ein grosses Auto rechts neben mir plötzlich rückwärts auf mich zufuhr! Der Fahrer hat mich nicht gesehen! Er rechnet anscheinend gar nicht mit Fussgägnern, denn er hat sich nicht mal umgedreht! Ich musste zur Seite springen. Fussgänger scheinen in heutigen Zeiten der übererregten Nervensysteme Freiwild zu sein. Wir Fussgänger scheinen eine aussterbende Spezies zu sein. Zumindest den verwunderten Blicken nach, die ich von den Autofahrern am Kellerberg immer bekomme.

Auch an der Bushaltestelle in Erlangen am Neuen Markt konnte ich das beobachten. Und am eigenen Leib erfahren. Da wird man nämlich bei offener Bustür, wenn die Menschen einsteigen wollen, wo der Radweg kreuzt, von den Radfahren angehupt und angeklingelt, die mit unverminderter Geschwindigkeit auf Rollator-, Krückengänger und Kinderwagenfahrer zurasen. Was erwarten sie? Dass wir geschmeidig zur Seite hüpfen? Mir ist auch schon mal ein Radfahrer hinten rein gefahren. Also in mich hinein. Als Fussgänger. Von hinten. Ich hab mit viel gerechnet, aber mit sowas nicht. Mir ist nix passiert. Ich war anscheinend entspannt genug, aber den übererregten Radfahrer hat es in hohem Bogen von seinem Streittross katapultiert. Hernach ist sie nicht mehr den Waldweg gefahren sonder die Hauptstrasse. Da war sie dann von anderen übererregten Nervensystemen umgeben.

In der Lottostelle gab es aufgrund übererregter Nervensysteme auch keine Nordbayerische Zeitung. Nur die von Forchheim. Das war ne Fehllieferung. Mein Nervensystem war dann wenigstens so entspannt, dass es nicht total verzweifelt darauf reagiert hat und ich mich für den FT (gesprochen: Äffde) und die Zeit entschieden habe. Da gab es eine Sonderbeilage zum Thema Resilienz.

Apropos Resilienz: meiner Meinung nach erkennt das heutige Gesundheitssystem einen resilienten Menschen nicht, wenn es ihm begegnet! Weil der andere Taktien anwendet und damit auch andere Perspektiven und Sichtweisen haben MUSS! D.h. ein resilenter Mensch ist eben gerade NICHT! "normal"! Sonst würde er sich ja wie alle anderen verhalten und mit Symptombehandlung zufriedengeben. D.h. ein resilienter Mensch ist augrund seiner anderen neuronalen Verknüpfungen eine Bedrohung für das bestehende Gesundheitssystem. Das finde ich sehr seltsam. Allerdings ist das nun physio- und neuro- und biologisch vollkommen logisch, warum das so ist. Es ist dem Energiesparmodus unseres Gehirns geschuldet.

Was passiert dann? Ein resilienter Mensch, der andere Copingstrategien als die ungesunden der breiten Masse aufweist, irritiert das Gehirn der Mediziner. Denn sie denken ja auch in ihrem Schema F, das auf die breite Masse zugeschneidert ist. Irritation führt zu Hilflosigkeit. Denn so ein Verhalten kennt man nicht. Das macht uns Angst. Anders... das ist nicht normal. Also ist es sehr wahrscheinlich, dass dieser resiliente Mensch dann beim Psychologen landet und mit der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung herauskommt. Das ist bequem, denn das Gehirn des Mediziners und des Psychologen muss sich dann nicht verändern. Es spart Energie. Es steckt den Menschen halt in eine Schublade. Da stecke ich noch nicht mal meine Socken hinein. Doch dann stellt sich heraus: die Schublade passt nicht. Was wiederum zu Irritation, Hilfosigkeit, Angst, Frustration, Wut und Aggression führen kann. D.h. es gibt keine Lösung, der resiliente Mensch wird nicht bei seiner Heilung unterstützt.

Da der resiliente Mensch mit dieser Art der Unterstützung eh nicht viel anfangen kann (er ist seinerseits irritiert von der seltsamen Behandlung), nimmt er dann die Dinge selbst in die Hand. Das ist er ja gewohnt. Und holt sich die Unterstützung, die er braucht und verzichtet auf alles, was ihm schadet. Er hat sich das alles anders vorgestellt. Er reflektiert über die Situation und kann sie hinterher dann auch irgendwann verstehen. Verstehen hilft nämlich enorm dabei resilient zu sein.

Verständnis auch. Das sucht und findet er halt dann woanders. Bei seiner Familie und seinen Freunden z.B.. Er kann er diese Krise als Chance sehen und neue Potentiale entfalten. Das ist doch schön. So können auch ungünstige Umstände durch uminterpretieren und verstehen derselben (indem man eine andere Brille aufsetzt), günstig für die Entfaltung eines Menschen sein. Sonst hätte ich nie Comics gezeichnet.

D.h. eine Krise kann helfen, neue Lebensfreude zu entwickeln. Cool!

Ich hab mich inzwischen damit abgefunden, dass ich aus den obigen Gründen in kein System passe. Zumindest in kein existierendes. Ich kann mich mit ihnen an einigen Stellen arrangieren. Und an den anderen lass ich es halt. Es ist den Aufwand nicht wert. Das hat mit Aufgeben nix zu tun. Denn sonst würd ich das ja nicht schreiben.

Ich kann alle Seiten verstehen und das hat mir sehr geholfen. So wird man flexibel im Denken. Und das finde ich sehr schön. Ausgelernt hab ich noch lange nicht.

Inzwischen bin ich richtig neugierig auf andere Menschen geworden. Am spannendsten find ich die, die auch anecken. Die Kontra geben. Die sich nicht so einfach abspeisen lassen. Und auch Menschen, die bei anderen als schwierig gelten. Denn ich möchte gern herausfinden, warum sie so sind.

Wer hätte das gedacht? Ich nicht ;-)

Das Buch Wer ist hier eigentlich autistisch? stellt die These auf, dass der soziale Autopilot, den Nicht-Autisten mitbekommen, nicht immer ein Vorteil ist. Denn auch hier entstehen Vorurteile und Bewertungen. Also eine neuronale soziale Autobahn. Das Hirn braucht also für soziale Interaktionen wenig Energie.

Autisten müssen ohne diesen sozialen Autopiloten zurechtkommen. Sie müssen bewusst in jede Situation reagieren. Sie nutzen dazu den präfronteralen Kortex. Und das kostet Energie. Deshalb sind Autisten nach sozialen Interaktionen auch sehr schnell erschöpft. Das Hirn muss ja Schwerstarbeit leisten.

Vorteil dieser Methode: sie können in jedes Gespräch offen und unvoreingenommen hineingehen. Anderen eine zweite , dritte, vierte oder x.te Chance geben. Auch die Vergesslichkeit trägt dazu bei ;-)

Nun frag ich Euch: was ist denn nun besser? Dieselben Bewertungen immer wieder anzuwenden und sich immer über dasselbe Ergebnis zu wundern? Oder neugierig, offen, jedem Menschen eine neue Chance zu geben?

Unsere Gesellschaft beruft sich ja gern auf den Darwinismus. Die Durchsetzung des Fittesten. Konkurrenzdenken.

Wann ward Ihr zuletzt im Wald? Hier wachsen Laubbäume und Nadelbäume, Brombeeren, Preiselbeeren, Brennesseln, Walderdbeeren, Pilze ... einträchtig nebeneinander. Sie bilden Symbiosen. Sie ergänzen sich. Das ist Neurodiversität. Die Natur macht es vor. Es funktioiniert.

Ich würde mir wünschen, dass wir unsere Bewertungen und Vorurteile beiseite schieben könnten und einander neu, offen und unbefangen begegnen könnten und wieder Spass daran hätten miteinander zu spielen!

So wie unser Second-Hand-Hund, der das Stöckchen durch den Zaun zur Nachbarin geschoben hat. Nur übererregte Nervensysteme sehen diese Einladung zum Spiel nicht. Sie sind blind dafür. Und somit gehen diese Gelegenheiten einfach an ihnen vorbei. Und sie bleiben einsam. Es liegt in Eurer Hand! In Eurem Hirn! In Euren neuronalen Verknüpfungen! :)

Dienstag: Gestern ist der Zug statt um 6:29 Uhr um 6:53 Uhr gfahren. Wecher Bauarbeiten. Ich hab dann den Bus gnumma. Ich woar dann 15 Minuten später wie sonst drin. Und bin dafür eher ganga.

Ein Kollege meinte, dass die Beziehungen zwischen Kollegen auch so sind wie bei einem alten Ehepaar. So können sich also auch Kollegen blind und ohne Worte verstehen oder komplett aneinander vorbeireden.

So eins sass heut auch im Bus heimwärts. Sie hat sich ihre jugendliche Begeisterungsfähigkeit erhalten. Sie: "Guck mal , Rehe!" Später sie:"Guck mal Bahngleise!"
Er: "Des is der Schotter. Die Gleise sin doch nimmer do!"
Ähnliches hab ich mit meiner Busnebensitzerin erlebt. Ich begeistert:"Guck mal, Rehe!" Sie hat gar nicht hingeguckt:"Ja."
Ich begeistert:"Guck amol, die Wolken schaun aus wie a Steppdecken."
Sie:"Hm."

Man hört hier den Menschen schon ihren physiologischen Stressmodus an. Witzig :)

Die Frau, die auch aufgrund ihrer Begeisterung noch jung und frischer wirkte, war es dann auch. Ich konnte mich, als sie ausstiegen davon überzeugen. Der Mann war in gesundheitlicher schlechterer Verfassung. Die Stimme und die Worte verraten also ganz schön viel über uns. Spannend!

Wie kann man denn nun die Kommunikation verbessern? Die Begeisterung übertragen?
Es kommt nicht auf die Quantität der Kommunikation an, sondern auf die Qualität. Und die hängt von der Qualität der Beziehung (ob Mama zu Kind, Kollege zu Kollege oder Ehefrau zu Ehemann) ab.

D.h. man muss in jede Beziehung Zeit und Energie investieren, damit sie frisch bleibt. Indem man den anderen wertschätzt und seine Stärken sieht und sie ihm auch mitteilt. Das klingt einfacher als es ist, denn übererregte Nervensysteme hören oft nicht zu oder sind auf dem Ohr taub. Es dauert seine Zeit bis man zu ihnen durchdringt.. Man braucht halt Geduld und muss weiterhin versuchen die positiven Seiten an ihnen zu sehen.

Darüber musste ich heut schmunzeln: Meine Busbekannte schimpt oft über eine andere Frau, die sich immer auf denselben Platz im Bus setzen will. Die weibliche Hälfte des älteren Ehepaars meinte als meine Bekannte ausgestiegen war: "Die Frau, die da ausgestiegen ist, sitzt auch immer auf demselben Platz."
Das ist schon witzig, dass einem das Verhalten anderer Menschen nervt und man es dann genauso macht ;-) Und es einem noch nicht mal bewusst ist....

Menschen sind schon eine widersprüchliche Spezies.

Was ist nun meine Strategie, um das Verständigungsproblem in der Arbeitswelt zu lösen? Ich versuch die Kollegen besser kennenzulernen. Nicht alle auf einmal. Einzeln und ich fange mit den zugänglicheren erstmal an. Mal sehen, was dabei herauskommt. Bisher bin ich positiv überrascht.

Ich mach es also mal wie die Hunde und beschnuppere meine Kollegen. Und lerne sie mal von einer anderen Perspektive kennen.

Bei den harten Brocken wird es etwas länger dauern. Das reizt mich sogar. Denn wenn eine Aufgabe zu einfach ist, dann ist es ja auch keine Herausforderung und macht auch keinen Spass :)

Mittwoch: Also wer kein Vertrauen in andere hat, hat auch kein Selbstvertrauen. Beides gehört irgendwie zusammen. Ich hab mich ja auch mal gefragt, was zuerst kommt: das Urvertrauen oder das Selbstvertrauen. Inzwischen hab ich im Selbstversuch erfahren, dass beides zusammen kommt. Also langsam. Eins ohne das andere scheint zumindest bei mir nicht zu funktionieren.

Und wie ist das mit der Identität? Wann kommt die? Doch auch erst, wenn man sich seiner selbst bewußt ist. Erst dann weiss man ja erst, wer man ist. Zumindest im Moment. Denn das ändert sich ja. Wir verändern uns ja ständig, weil wir uns an unsere sich ändernde Umwelt anpassen.

Sobald die Koherenz weg ist, haben wir den Drang sie wiederherzustellen. Und das machen wir dann. Ist dann Koherenzwiederherstellung und Stressbewältigung dasselbe? Schon. Oder?

Zu Koherenz streben auch Organisationen, wenn sie sich an Veränderungen anpassen müssen. Also so ziemlich alles strebt nach Koherenz. Ich bin gespannt, wie wir die Herausforderungen gemeinsam lösen :)

Freitag: War gestern abend auf einem Feldenkrais - VHS Schnupperkurs.

Ich hab neues gelernt. Nämlich, dass der Herr Feldenkrais selbst behindert war und Babies beim Erlernen ihrer Bewegungen beobachtet hat. Und von den kleinen Kindern hat er sich seine Methode abgeguckt.

Dabei sprach die Trainerin mit angenehmer weicher Stimme und stellt einem Fragen (die man nur für sich selbst beantworten soll) wie sich die kleine Bewegung, die sie einen ausführen läßt, grad anfühlt. Und wo man überall was spürt.

Dabei war ich dann erstaunt, welche Körperteile bei so kleinen Bewegungen schon mitmachen, wo man sich gar nicht bewußt ist! Also auch schon bei der allerkleinsten Bewegung geht der Rest des Körpers mit! Also wenn Ihr z.B. den rechten Arm nach oben streckt, dann geht auch der Kopf ein bisschen nach links. Faszinierend!

Sie meinte auch, dass es nicht nur reine Körperübungen sind, sondern dass sich damit auch die innere Haltung verändert.

Das ist für mich logisch. Denn Feldenkrais beruht auf Fokussierung. Auf Konzentration. Also stärkt die Übung den präfronteralen Kortex. Den kennt Ihr ja inzwischen schon. Und je mehr man den beübt, desto gelassener und entspannter und offener kann man werden. Und dann auch entsprechend mit Krisen und Problemen umgehen. Cool!

Was ich auch gelernt und das erste mal ausprobiert habe: auf mich zu hören. Der Kurs ging nämlich in der Kulturfabrik bis 20:45 Uhr. Die Busse fahren aber nur stündlich um 35 nach. Da der Tag schon lang war, wollt ich nicht nachts in der Kälte stundenlang umeinanderstehen. Also hab ich anfangs zur Kursleiterin gesagt, dass ich wegen meinem Bus früher gehen muss. Sie hat dann die Damen, die ihre Gymnastikmatten direkt vor dem Ausgang hatten, gebeten mit mir Platz zu tauschen. Und so konnte ich dann ohne gross zu stören auch gehen. Früher hab ich mich das nicht getraut. Um die anderen nicht zu stören. Sprich: ich hätte mein Bedürfnis hinenan gesteltl. Und inzwischen habe ich gelernt dass es wichtig ist, damit ich gesund werde bzw. nicht noch kränker werde, auf meine Bedürfnisse zu achten.

Gestern früh lief ein Paradebeispiel für ein übererregtes Nervensystem vor mir her. Sie ist mir schon beim Aussteigen aus der U-Bahn auf dem Weg zur Strassenbahn aufgefallen. Sie lief eilig, rannte fast die Rolltreppe hoch, mit der Nase auf dem Smartphone. Ich lief hinter ihr entspannt dahin.

Sie stieg an derselben Strassenbahnhaltestelle wie ich aus. Hetzte noch bei rot (immer noch im Scheuklappenmodus) über die Fussgängerampel. Ich wartete bis es grün war. Sie ging dann auch in dasselbe Gebäude. Obwohl sie sich soviel Druck gemacht hatte, war ich direkt hinter ihr. Zwei meiner Kollegen waren vor ihr und hielten ihr die Tür auf. Ich war direkt hinter ihr mit meinen Krücken und sie liess mir direkt vor der Nase die Tür zufallen. Mir ist klar, dass sie nix dafür kann. Denn sie befindet sich im Scheuklappenmodus. In den taucht mein autonomes Nervensystem ja auch ab, wenn es ihm zuviel wird. Aus Selbstschutz. Physiologisch vollkommen logisch.

Ich fand die Situation sehr skurril und musste lachen. Nicht mal das hat die gute Frau mitbekommen. Meine beiden Kollegen waren entspannter drauf und warteten mit dem Aufzug auf mich. Das war schön.
Wahrscheinlich heisst es deswegen: man begegnet sich. Und man "wird von anderen gesehen". Weil man es im Scheuklappenmodus des übererregten autonomen Nervensystems nicht kann. Unsere Sprache ist der Wissenschaft weit voraus! :)

Auch über den netten Busfahrer hab ich mich gefreut, der den Bus absenkt, wenn er ich kommen sieht. Ihr erinnert Euch sicher, das war der, der mich mal versehentlich in die Tür gezwickt hat, weil er die Knöpfe für Bus absenken und Tür schliessen verwechselt hatte. Nachdem ich ihm ein schönes Wochenende beim aussteigen gewunschen habe, hat er mir noch vom Bus zugewinkt. Darüber freu ich mich :)

Die Menschen im Scheuklappenmodus bezeichnet meine Bäckersfrau als Zombies.
Sie erzählt mir lustige Geschichten, die sie tagtäglich mit ihnen erlebt. Neulich stürzte eine Frau in die Bäckerei und fragte, ob sie ein Brot haben.
Kopf kratz...

Auf Arbeit kam die Diskussion auf, warum das mit den globalen Tools (Software) nicht funktioiert. Die Meinungen dazu: fehlende Disziplin, fehlende Vorgaben, fehlende Zeit.
Meine Meinung unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Also eine Beziehungsfrage. Ich handhabe das pragmatisch. Ich sage klar, was ich brauche und dann stimme ich mich mit dem anderen Beteiligten ab. Es dauert dann ein Weilchen bis es sich eingespielt haat, aber es funktioniert.

Das wär dann auch die Praxis der Theorie vom sebstorganisierenden System - von den selbstorganisierenden Mitarbeitern.
Dazu ist heute ein Buch gekommen: Die agile Organisation. Bin schon gespannt drauf :)
Hoffe, darin neue Anregungen zu finden, wie man die Zusammenarbeit noch besser hinbekommt.

Und damit wünsche ich Euch ein wunderschönes Wochenende!

16.11. bis 22.11. Heureka!

Samstag: Nun hatt ich die Erkältung grad mal für einen Tag , am Montag , los. Dann kam wieder der hartnäckige Husten. Und die letzten zwei Tage hat mein Nervensystem schon das nasskalte Wetter gespürt und kam mit den Reizen nimmer zurecht. Mein Immunsystem hat es offensichtlich etwas zerlegt. Aha.. so wird dann also aus einer Erkrankung des autonomen Nervensystems eine Autoimmunerkrankung, wenn die Entzüdungen nimmer aufhören. Wieder was gelernt. So kann ich also aus meinen Erfahrungen auch neues Lernen. Cool!

Heute früh war es wieder schlimmer und dann hab ich im Bett Feldenkrais gemacht. Also kleine Bewegungen. Mal die linke oder die rechte Hüfte angehoben und wieder lockergelassen. Dann beide zusammen. Arme locker nach oben und dann strecken und wieder locker lassen.

Und siehe da, es funktioniert. Die Muskelanspannung, die von der Erkältung wieder ins Gesicht gezogen ist, läßt nach und andernorts auch. Und damit auch die Schmerzen. Und der Rotz kann auch abfliessen. Nicht nur der, sondern es quackert auch im Bauch (ein sicheres Zeichen der Entspannung), es geht der ein oder andere Schiess (Hurra, meine Verdauung kommt wieder in Schwung!!!) und schlussendlich muss ich dann auch auf's Klo und eine Sitzung machen. Das sieht doch richtig gut aus. Und fühlt sich auch so an. :)

Wieso das funktioniert? Man schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Wusch!
1. Bewegungen (egal wie klein) bauen die Muskelanspannung ab. Sie sorgen also auf natürliche Weise für Entspannung.
2. Und kann man sich dann darauf konzentrieren, was im eigenen Körper passiert, wo überall Bewegungen stattfinden, dann trainiert man auch noch den präfronteralen Kortex und damit überschreibt man das Schmerzgedächtnis und damit das physiologische Stressgedächtnis. Weil man neues lernt. Und konzentriert ist.

Das heisst dann aber auch, dass egal, ob die Inkoherenz meines Organismus nun von aussen (Säbelzahntiger, anstrengendes Verhalten von Kollegen, anstrengendes Verhalten von Mitbewohnern ...) oder von innen kommt (Viren, Infekte, Bakterien...) derselbe Ur-Reflex anspringt. Also der Flucht-, Kampf- oder Erstarrungsmodus mit erhöhter Muskelanspannung und erhöhtem Cortisolspiegel.

Da man Autoimmunerkrankungen (also wenn was nimmer heilt, oder Entzündungen nicht mehr vergehen) Cortison gibt (künstliches Cortisol) muss also dann der Heilungsprozess (Immun-Abwehrreaktion) in einer Endlosschleife ohne Abbruchbedingung durch einen erschöpften Cortisolspiegel feststecken. Da isser dann ja folgerichtig zu niedrig, wenn es was hilft, Cortisol künstlich hinzuzufügen und es dann heilt bzw. die Entzündungsreaktion gestoppt werden kann.

Eine Entzündung ist ja grundsätzliches was positives und natürliches. Denn hier tut ja unser Abwehrsystem, das, was es soll. Nur fehlt am Ende das Signal zum Zapfenstreich. Die Schlacht wird nicht mehr abgeblasen.

Hat ein Organismus schon ein übererregtes Nervensystem und kommt dann noch eine Schippe (z.B. in Form einer Erkältung) drauf, dann kann es sein, dass die Cortisolproduktion dann irgendwann erschöpft ist. Sie kommt nicht mehr nach. Denn wenn der Körper bereits die ganze Zeit im physiologischen Dauerstress war (angespannte Muskeln, hohe Cortisolproduktion, kaum noch Entspannungsphasen), dann kann die Nebenniere halt irgendwann nimmer.

Dass dann der Schalter fehlt, der den Organismus in den Abwehr-Aus-Modus zurücksetzt, wäre damit vollkommen logisch.

Nicht anschaulich genug? Okay. Stellt Euch Euren Organismus als eine Fussballmannschaft vor. Seid Ihr chronisch krank, dann gibt es schon während des Spiels viele Fehlpässe. Seid Ihr ansonsten gesund, dann verstehen sich Eure Spieler blind. Sie sind ein eingespieltes Team. Und die Abwehr(kette) funktioniert.

Bei einer chronischen Erkrankung ist Eure Mannschaft schon im Grundzustand nicht in Form. Und die Abwehr(kette) versagt. Im Worst Case kommt es zum Eigentor. Eine Autoimmunreaktion ist also quasi ein Eigentor. Und dann bleibt auch noch der Schlusspfiff aus! Das Spiel geht endlos weiter. Ohne Regenerationsphasen. Denn die kommt ja erst nach dem Abpfiff. Doch der kommt ja nicht...
Was dann passiert, was das für eine Fussballmannschaft (oder Euren Organismus bedeutet) könnt Ihr Euch ausmalen. Gern auch mit Buntstiften ;-)

Des is fei a ned grod as gsündeste!

Lustigerweise könnt Ihr das Bild vom Organismus, der sich auf die Umweltbedingungen wie Bedrohungen (Viren, Bakterien, Säbelzahntiger, gegnerische Mannschaft ....) einstellen muss, auf alle Systeme anwenden.

Jeder Organismus muss sich ständig mit Veränderungen der Umwelt auseinandersetzen! Denn jeder Organismus ist selbst wiederum wieder Teil eines noch grösseren übergeordneten Organismus. Er kann sogar Teil von mehreren übergeordneten Organismen gleichzeitig sein (Familie, Gemeinde, Verein, Abteilung...). Denn die Umwelt verändert sich ständig. Auch unser Organismus erneuert sich ständig. D.h. der Wandel ist was wunderbares. Gäbe es keinen, gäbe es auch kein Leben. Leben besteht aus Veränderung bzw. ist es nur dadurch überhaupt möglich.

Auch eine Familie ist in diesem Sinne ein Organismus oder ein Verein, eine Mannschaft, ein Team aus Kollegen, eine Abteilung, eine Firma ....

Das heisst im Umkehrschluss, dass kranke Organismen auch kranke Mitglieder haben.
Egal ob es sich dabei um einen Zusammenschluss von Zellen oder um einen Zusammenschluss von unterschiedlichen Individuen handelt wie z.B. in einer Firma.

Es gibt also in diesem Sinne auch chronisch kranke Vereine, Familien oder Unternehmen.

In einer chronisch kranken Firma geht es nicht nur dem Unternehmen nicht gut, sondern auch den Mitarbeitern. Man erkennt es am Krankenstand, an der Fluktuation, an der Unzufriedenheit, an der überwiegend negativen Stimmung, am Betriebsklima, am zunehmenden Galgenhumor, in Firmenforen (dort überwiegt die Sicht der negativen Dinge), am Vertrauensverlust in die Firmenleitung aber auch in die Kollegen und am Verlust des eigenen Selbstvertrauens. Die Mitarbeiter trauen sich nichts mehr zu, fühlen sich nur noch getrieben, den von der Firmenleitung aufdoktoierten Anforderungen hilflos ausgeliefert. Sie sehen keinen Sinn mehr in ihrer Tätigkeit, jeder wurschtelt vor sich hin, ohne gemeinsames Ziel. Es fehlt der Sinn der Arbeit. Also das, was jede Hummel uns voraus hat. Denn ihr Sinn ist es die Königin und die Nachbrut der Königin zu schützen.

Die Suche nach Schuldigen steht im Vordergrund. Der Spass bei der Arbeit ist verlorengegangen. Veränderungen werden als Bedrohung und nicht als Chance gesehen. Die Zusammenarbeit, die Kommunikation ist anstrengend. Die Anzahl der Missverständnisse und Streiterein steigt.

Nur in besonderen Krisen halten die Mitglieder noch zusammen. Ist die Krise vorbei, dann sind die alten Probleme wieder da. Das liegt daran, dass es in diesen Krisen einen gemeinsamen Sinn gibt!

Im Normalbetrieb klappt die Kommunikation nicht mehr. Trotz firmenweiter übergestülpter Tools. Dysfunktionale Kommunikation allerorten.
All das ist ebenfalls nicht gesund.
Sondern krankmachend!

Was für Schlussfolgerungen lassen sich daraus ziehen?
Wenn unser Körper als Organismus nur heilen kann, wenn auch die kleinste Einheit (ich nehm jetzt mal als Beispiel eine Zelle) gesund ist und sie nur gesund sein kann bzw. werden, wenn sie die richtigen Rahmenbedingungen vorfindet, also ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird, aber auch die Zellmüllabfuhr funktioniert ...

... dann kann eine Firma doch auch nur gesunden, wenn jeder Mitarbeiter den Rahmen und die Werkzeuge bekommt, die er braucht und die auf seine persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Nur dann kann er die optimale Leistung erbringen und selbst gesund bleiben. Denn dann gerät er ja auch nicht in Stress. Denn er hat alles zum Arbeiten was er braucht. Alle Werkzeuge, allen Input, alle Kontakte, alle Informationen. Alles halt, was er oder sie zum Arbeiten braucht.

D.h. in einem komplexen Organismus, der flexibel auf Veränderungen reagieren muss, um gesund zu bleiben, kann man nicht von oben etwas starres festes vorgeben! Damit macht man auch die kleinsten Einheiten starr und unflexibel.

Umgekehrt wird ein Schuh draus ... (was hat das jetzt mit einer Fussbekleidung zu tun? )
Die kleinste Einheit muss eigenverantwortlich und flexibel auf Veränderungen reagieren können und braucht von oben die geeigneten Rahmenbedingungen.

Nur so funktioniert ein komplexer Organismus. Denn sobald er sich nicht mehr verändert, stirbt er. Dann versagt unser autonomes Nervensystem. Oder Unternehmen verschlafen Trends und Entwicklungen wie es bei Kodak der Fall war.

D.h. die Lösung für die aktuellen Probleme in den Unternehmen steckt mal wieder in der Natur. In den komplexen Organismen.

Dann müsste man dieses Konzept ja auch irgendwie auf komplexe Softwaresysteme anwenden können. Ob man es dann in kleine Einzelteile aufteilen müsste? Kopf kratz...

Auf jeden Fall bedeutet das ein generelles Umdenken. Denn es bedeutet ein Arbeiten auf Augenhöhe. Denn jedes Organ, jede Zelle ist gleich wichtig. Jede Einheit übernimmt die Verantwortung sich um sich selbst und um die Kommunikation mit den anderen Einheiten zu kümmern.

Das entlastet aber andererseits das "oben". Denn dort kann analysiert werden wie der aktuelle Gesundheitszustand des Organismus ist und bei Problemen die entsprechenden überlasteten Einheiten identifiziert und unterstützt werden. Also ihnen alles zur Verfügung zu stellen, was sie zum funktionieren brauchen. Oben sorgt also für die entsprechenden Rahmenbedingungen und das Werkzeug.

Die Einheit kommuniziert nach oben was sie braucht. Und bekommt es dann auch.

So ist der natürliche Lauf der Dinge.

Survival of the fittest bedeutet also nicht einen gegenseitigen Konkurrenzkampf der Zellen im Körper, sondern ist eine gemeinsame Teamarbeit aller Zellen mit dem gemeinsamen Ziel, den Organismus an die Veränderungen anzupassen, um damit das Überleben des Organismus zu gewährleisten.

Es geht also nicht um Konkurrenzkampf und Auslese sondern um ein Miteinander zum Überleben aller. Das ist ein riesiger Unterschied!

Spannend!

Was bedeutet das jetzt konkret für einen Mitarbeiter oder eine Abteilung?

Das müsste bedeuten, dass die Mitarbeiter nicht von oben gegängelt sondern unterstützt werden. Im Gegenzug übernehmen die Mitarbeite die Verantwortung für ihren Anteil und kommunizieren, was sie brauchen.

Ich denke, das bedeutet dann auch, dass die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern (Schnittstellen) dann auch pragmatisch laufen muss. Sprich A sagt B, was er braucht. B sagt A was er liefern kann. Und dann einigen sie sich wie sie es machen. Auf eine Art und Weise, mit der sowohl A als auch B leben kann.

Sobald sich die Anforderungen und Gegebenheiten verändern, agieren A und B von sich aus und stimmen sich erneut ab, wie ihre Prozesse nun laufen sollen und setzen dies um.

Selbstorganisierend sozusagen.

Ob das dann auch hiesse, dass wenn alte Prozesse abgeschalten werden müssen, sich jeder Mitarbeiter um seinen Anteil kümmern muss? In der Konsequenz müsste es so sein.

Meiner Erfahrung nach ist aber das immer das erste, was auf der Strecke bleibt. Aufräumen fällt uns einfach nicht leicht. Und hat man viel zuviel zu tun und nicht genug Ressourcen um damit umzugehen, ist das Aufräumen das erste, was hinten rnterfällt. Man vergisst es.

In der Konsequenz wächst der "Müllhaufen". Und der wird dann langfristig auch zu einem Problem. Das wäre genauso, als würde eine Zelle die Zellmüllabfuhr nicht mehr leisten können. Die Zelle bekommt auch Stress. Bis sie nicht mehr lebensfähig ist und in der Folge zugrunde geht.

D.h. in einem flexiblen komplexen funktionierenden System müssen alle Zellen autark funktionieren können. Denn eine von oben durch Hierarchien verordnete Änderungsmassnahme dauert zu lange! Das funktioniert nicht.

D.h. nur ein gesundes Betriebsklima erzeugt auch gesunde Mitarbeiter.
Manche kranke Betriebe feuern kranke Mitarbeiter. Das bringt wenig. Denn das krankmachende Betriebsklima bleibt ja und wirkt sich auch auf andere Mitarbeiter aus. Es ist nur eine Symptombehandlung. Wie in der Medizin. Die Ursache bleibt erhalten. Das bringt also nichts.

Im Gegenteil: man könnte ja am kranken Mitarbeiter die Gesundung einleiten (Selbstheilungskräfte der Firma aktivieren) und überprüfen, ob es funktioniert. Das ist also eine Chance!

Der kranke Mitarbeiter wäre also als Alarmsignal des Organismus, das etwas nicht stimmt (wie eine Entzündung in unserem Körper) zu sehen. Unser Immunsystem würde dann die entsprechenden Rahmenbedingungen herstellen, damit die Zelle (der Mitarbeiter) wieder gesunden kann. Warum machen es Unternehmen nicht genauso?

Bewegung baut chronischen physiologischen Stress ab. Gestern sass mir im Bus heimwärts ein wohl so 14-jähriger schlacksiger Junge gegenüber. So recht wusste er nicht, was er mit seinen überlangen Gliesmassen anfangen sollte. Er war ständig in Bewegung. Sah nach hinten, auf die Haltestellenanzeige, auf sein Handy, dann holte er doch sein Mathebuch und einen Block heraus, fragte seinen Klassenkameraden nach den Mathehausaufgaben.

Dann wollte er anfangen und klappte sein Matehbuch auf. Dann klingelte sein Handy. Er biss sich auf die Lippen. Das tat er immer wieder. Dann telefonierte er.

Dann benutzte er das Taschenrechnerprogramm auf dem Handy um die Matheaufgabe zu lösen. Weit kam er nicht. Das Handy summte. Er hatte es die ganze Zeit in der Hand. Dann schmunzelte er das Display an. Biss wieder auf seiner Lippe. Sah wieder nach hinten....

In der dreiviertelstunde bis zu seinem Ausstieg hat er grad mal eine Zeile geschrieben. Fertig war er bestimmt nicht.

Er kann seine Aufmerksamkeit gar nicht mehr bündeln. Dann ist ein übererregtes autonomes Nervensystem die Folge. Denn damit wird die Amygdala und das limbische System getriggert. Die Angst eine Belohnung (das Handy stimuliert unser Belohnungssystem) zu verpassen, dominiert und hält ihn davon ab sich auf irgendetwas länger zu konzentrieren.

Bedeutet das dann, dass viele Kinder heute schon chronisch physiologisch übererregt sind. Wegen der ständigen Reize und der Zerstreuung der Aufmerksamkeit. Und deswegen können sie nicht lernen. Denn mit amoklaufender Amygdala lernt es sich schlecht. Nämlich gar nicht.

Es kommt vor, dass man mit amoklaufender Amygdala für wenig intelligent oder faul gehalten wird. Ist mir alles schon passiert. Das ist ein Trugschluss! Es ist nur physiologisch überhaupt nicht möglich in diesem Modus zu lernen. Das geht nicht!

D.h. auch hier würde die Beübung des präfronteralen Kortex Sinn machen. Nur so kann man dann sein Potential entfalten. Andernfalls bleibt man weit dahinter zurück. Und wie macht man das? Indem man von anderen Menschen lernt. Dinge "begreift". Selbst seine eigenen Erfahrungen sammelt und natürlich lernt. Mit Spass! Im Spiel.

Das mit dem Bewegungsdrang fängt schon bei Babies an. z.B. hat eine Bekannte erzählt, dass ihre Enkelin schon beim windeln immer mit den Beinchen gestrampelt hat. Klar. Sie kam also schon mit einem übersensiblen Nervensystem auf die Welt. Und das kann sie nur mit Bewegung beruhigen. Sobald sie laufen konnte, lief sie allen davon. Sie kann nicht still sitzen.

Kinder wie sie und auch Autisten und AD(H)Sler, aber auch Restless Legs-Erkrankte, Diabetiker, Demenzkranke, chronisch Schmerzkranke ... können nachts nicht schlafen.

Warum? Tagsüber geht es ja. Tagsüber bewegen wir uns ständig. Auch wenn wir stillsitzen leisten viele Muskeln ihre Arbeit. D.h. hier bewegen wir uns und bauen auch im Sitzen die Anspannung ab.

Nachts wollen wir uns aber grade nicht mehr bewegen, denn wir wollen ja schlafen. Doch ein übererregtes Nervensystem lässt uns durch die dauernde Muskelanspannung und die damit verbundenen Schmerzen oder durch unsere Überempfindlichkeit (wie Jucken von Kleidung oder Bettwäsche ...) nicht schlafen.

Meine Physio meinte, wenn wir die Versorgung von Kindern, älteren und behinderten Menschen schon am Tag outsourcen (Krippen, Schulen, Tagesstätten), dann bräuchten wir zukünftig für uns Nachtaktive Nachtstätten. Das fand ich sehr lustig.

Ihr erinnert Euch doch daran, dass mit zunehmendem Alter, höherem Cortisolspiegel auch die Reizfilter zunehmend deaktiviert werden. Und dass davon auch der Mittelohrnerv betroffen ist. Eine Bekannte von mir (über 70) hat ein Hörgerät. Sie benutzt es aber nicht. Erstens weil wenn man ein übererregtes Nervensystem hat, kann man vergesslich sein und vergisst es einfach. Zweitens tut sie sich mit der Handhabung und Technik schwer. Batteriewechsel. Drittens verstärkt das Hörgerät alle Geräusche.

Wenn der Mittelohrnerv deaktiviert ist, dann kann er Geräusche nicht aus Hintergrundlärm herausfiltern. Das Hörgerät verstärkt aber auch die Hintergrundgeräusche und nicht nur, das was man hören möchte. Der Filter funktioniert nach wie vor auch mit Hörgerät nicht. Das könnte der Grund sein, dass die Menschen es nicht benutzen. Weil es unangenehm ist. Denn dann muss ja das Gehirn noch mehr Reize herausfiltern. Und bei nachlassender Gehirnleistung im Alter wird das schwieriger!

Ich frag mich auch, ob es so sinnvoll ist, dass die Dinger immer kleiner werden. Denn wenn ich schlechter sehe und mir auch mit der Motorik im Alter immer schwerer tue, dann ist ein noch kleineres Gerät (kosmetischer Grund) doch nicht von Vorteil! Dann erwisch ich das Ding doch nicht mehr oder finde es nicht mehr, weil ich schlechter sehe... und wenn man es verliert und es ist so klein, dann wird es auch übersehen oder es tritt leichter jemand drauf. Die Chancen, dass ich das teure Ding wiederbekomme, schwinden alse. Ist das dann wirklich sinnvoll?

Wir scheinen im Zeitalter des Outsourcing zu leben. Nicht nur die Kindererziehung, die Betreuung von Älteren oder Behinderten wird outgesourced. Sondern auch unsere Nervenberuhigungsstrategien. z.B. Singen. Da lassen wir uns lieber von Popstars ins Ohr plärren bis das Trommelfell platzt. Auch zur Freude der Mitfahrer im öfftenlichen Nahverkehr, von denen wir automatisch annehmen, dass sie unseren Musikgeschmack teilen.

Oder das Geschichten erzählen. Das hat erst das Kino, dann das Fernsehen und nun die Streamingdienste übernommen. Bedenkt man, dass wir nur von anderen Menschen lernen können, von deren Geschichten, was sie uns zeigen und vermitteln, erkennt man, was das bedeutet.

Unsere Freundschaften sourcen wir zu Facebook, Twitter und Co aus.

Und von den wenigen Kontakte mit echten Menschen outsourcen wir auch noch viele an Amazon, Onlinebanking und Co.

Unser Wissen haben wir ins Internet zu Wikipedia, google oder Alexa verlagert...

Ist es da ein Wunder, dass wir uns gar nicht mehr richtig als Menschen - also analog - "begegnen" können? Dass wir uns immer weniger "sehen" und "gesehen werden"?

Darunter leidet die Qualität unserer Beziehungen, unsere Kommunikation und die wirkt sich auch auf unser Nervensystem aus.
Des is fei a ned grod as gsündeste...

Nach dem vielen Nachdenklichen noch was zum Schmunzeln ...
Meine Kollegen beraten, wie sie Wetterdaten mit unseren Daten verknüpfen können.
Kollege1:"Das Wetter pro Bundesland würde ja reichen."
Kollege2:"Klar, weil das Wetter sich ja an den Bundesländern orientiert und da aufhört."

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Sonntag: Was ist unmoralisch? Und wer oder was definiert es?

Eine Bekannte von mir hat, als sie sich über ihren Mann geärgert hat mal eine Anzeige in die Zeitung setzen wollen. "Liebhaber gesucht."

Das war dem Mitarbeiter von der Anzeigenaufnahme aber zu unmoralisch. Die Anzeige lautete dann: "Liebevolle Freizeitbekanntschaft gesucht."

Sie hatte mit wenig Antworten gerechnet und wollte die Anzeige 3 Wochen am Wochenende geschaltet lassen. Sie wurde eines besseren belehrt, denn schon nach der ersten Anzeige kam sie den Rückläufen gar nicht mehr hinterher.

Wer definiert denn was unmoralisch ist? Gibt es bei Zeitungen einen Kodex? Ein genereller in der Gesellschaft? Und wo kann man ihn nachlesen? Wer oder was legt ihn fest? Bei Zeitungen muss der wohl unterschiedlich sein. Denn bei der Bild-Zeitung liegt sicher ein anderer vor, als bei der Lokalzeitung oder einer wissenschaftlichen Zeitschrift wie der Geo oder dem Spiegel. D.h. er ist auch kontextabhängig. Anscheinend von der Zielgruppe und vom Zweck.

Apropos unmoralisch... ein ebensolches Angebot flatterte mir mit einer Mail auf den Rechner.
Da fragte mich jemand, ein Freiberufler, ob ich einen Artikel, der thematisch auf meine Seite passe, für eine Werbe-Agentur bei mir einstellen würde, mit Links, die nicht als Anzeige oder Werbung gekennzeichnet wären und was das ganze bei mir für 12 Monate kosten würde.

Ich habe ihm zurückgemailt, dass ich eine solche Anfrage noch nie bekommen hätte und mich jetzt ein kleines bisschen wichtig fühle. Ich habe ihm mitgeteilt, dass es sich bei meiner Seite um eine private Homepage handelt, die ich im Open Source Gedanken betreibe und deshalb keine gewerblichen Absichten verfolge.

Da ich sowas trotzdem spannend finde, hab ich ihn gefragt, ob er mir den Artikel mal schicken könne, wenn es mich interessiert und reinpasst wie z.B. bei der Aromatherapie, dann würde ich aus eigener Motivation darauf verlinken.

Ich hab ihm auch klargemacht, dass ich kein Influencer bin, sondern nur meine Gedanken und Ideen und Wissen aus eigener intrinsischer Motivation zusammentrage. Weil es mir Spass macht, mir guttut und mich spielerisch weiterbringt und ich auch anderen helfen möchte.

Und dass ich seinen Beruf sehr spannend finde und ob er mir mehr darüber verraten würde. Dann würde ich mal darüber berichten. Daraufhin hat er sich nicht mehr gemeldet. Wahrscheinlich hab ich nicht so reagiert, wie er es erwartet hätte. Ich habe seine Amygdala getriggert, weil mein Verhalten nicht in seine neuronalen Autobahnmuster des sozialen Autopiloten passen. Sprich: ich hab ihm Angst gemacht. Was gar nicht meine Absicht war. Denn ich bin absolut harmlos. Ich bin nur anders. Und das ist auch gut so.

Warum erwarten die Menschen überhaupt von anderen etwas? Wäre jeder offen für Möglichkeiten, dann würden die Menschen auch weniger enttäuscht werden. Klar, das gelingt nicht immer, weil das vom physiologischem Modus abhängig ist. Ob ich mit oder ohne Scheuklappen unterwegs bin, hängt davon ab, wie entspannt ich grad bin. Und das variiert.

Ein Kollege hat mir erzählt, dass er erwartet, dass seine Frau seine Erwartungen erfüllt. Er im Gegenzug auch ihre. Also beidseitig. Das ist für ihn Liebe. Dass jeder sich für den anderen verändert.

Das hat mich irritiert. Für mich ist Liebe, wenn man den anderen so akzeptiert, wertschätzt und mag, wie er ist. Ohne Erwartungen. Steh ich mit dieser Meinung jetzt alleine da? Das fände ich sehr traurig. Denn was sagt das über unsere Gesellschaft aus? Dass wir alle nicht gut genug so sind, wie wir sind... Und das glaub ich ganz und gar nicht.

Ich hab ihn auch gefragt, wieviele gute Freunde er hat. Er hat gesagt 3.

Ich:"Und die kannst Du dann bei Problemen um ihre Meinung und ihren Rat fragen?"
Er:"Nein. Mit denen gehe ich saufen."

Dann verstehe ich auch etwas komplett anderes unter einer guten Freundschaft. Die geht bei mir viel tiefer. Das sind Menschen, die offen sind, die mir zuhören, die ich um Rat fragne kann. Und die es umgekehrt auch bei mir können. Es ist ein ausgeglichenes Geben und Nehmen und genau das macht Spass. Ich lerne ihre Sichtweise auf die Dinge kennen und sie meine. Das ist schön und tut mir gut. Und wir diskutieren miteinander. Es hat was spielerisches, leichtes. Das war mir noch gar nicht bewußt. Ich dachte, ich kann das gar nicht, diskutieren. Nun stelle ich fest, dass ich es langsam lerne. Bzw. schon gelernt habe und schon ganz gut kann. Es hängt aber von der Umgebung ab. Ich kann das nur mit Menschen, die mir gegenüber auch offen sind und die ich wertschätze und die mich wertschätzen.

Mit dem, was mein Kollege als guten Freund versteht, kann ich überhaupt nichts anfangen.

Wir leben anscheinend beide in einem völlig anderen Kontext. Ich habe auch viel mehr solcher Bekanntschaften. Ich treffe sie zwar nicht so oft, aber sie sind tief. Es geht um Themen, die mich interessieren. Big Talk.

Übrigens: Spielen (ohne Konkurrenzgedanken, das sich ausprobieren) - also auch das, was ich grad hier im Moment tue, also schreiben - stärkt auch wieder den präfronteralen Kortex. Das schreibt zumindest Gerald Hüther in "Rettet das Spiel", das ich grad lese. Spannend!

Und passend zum unmoralischen Angebot sagt er auch, dass die Kommerzialisierung des Spiels (z.B. PC-Spiele, Automaten, Gewinnshows und Wettkampfshows) das authentische Spiel zerstören. Denn es verfolgt keinen Zweck. Es ist einfach ein Ausprobieren des Möglichen. Und nur da kann man sich ausprobieren und neue Potentiale und Fähigkeiten entfalten. So hab ich z.B. das Schreiben gelernt.

Der Homo oeconomicus bedroht den Homo ludens. Der von Kommerzialisierung getriebene Mensch bedroht die Existenz des Spielerischen Menschen. Damit meine ich keine Menschen, die unter Spielsucht leiden, sondern die den Spass im neuen ausprobieren noch nicht verloren haben.

Denn das Schreiben konnte ich früher nicht so gut wie jetzt. Ihr braucht Euch ja bloss die älteren Einträge auf dieser Homepage anzugucken. Da merkt Ihr dann wie sich mein Schreib-, Denk- , und Spielstil stetig gewandelt hat. Irgendwie cool! Und ich hab das nicht mal gemerkt. Das war mir gar nicht bewusst. Es passiert einfach so nebenher ohne Anstrengung. Es macht Spass und gibt Energie. Und so ganz nebenher überschreibt es auch noch die neurologischen Verknüpfungen, die für meine chronischen Schmerzen verantwortlich sind und stärkt den präfronteralen Kortex und schwächt so die Amygdala. Wow!

Und das ganze musste ich gar nicht erst lernen, sondern das Wissen darüber, dass ich das tun muss, steckt schon als Instinkt in uns drin. Ich musste ihm also nur noch folgen. Aus innerem Antrieb. Intrinische Motivation. Und nur so lernt man. Durch ausprobieren und Spass und Interesse an der Sache.

Neue Erfahrungen zu dysfunktionaler Kommunikation hab ich diese Woche auch gemacht. Ich hatte an die AOK einen Antrag geschickt. Den haben sie abgelehnt. Lapidar mit dem Satz, dass die Frist dafür abgelaufen sei. Weder wo die Frist defniniert ist, noch wie lang sie ist , ist leider daraus ersichtlich, noch was es für alternative Optionen gibt.

Sprich: ich fühle mich als Mensch und mein Anliegen gar nicht verstanden und mir fehlen nach wie vor weitere Hintergrundinformationen und das Wissen und Fachwissen, um mein Problem zu lösen. Sprich: die Antwort wirft mehr neue Fragen auf, als dass sie Antworten enthält.

Früher hat mich sowas immer wütend gemacht. Inzwischen ist da erstmal die Irritation da und ich verstehe, dass der Antworter ja nur seinen Job macht. Und man merkt auch, dass der andere unter Druck stand und strikt nach seiner Routine, wie immer, in der Fachtunnelperspektive geantwortet hat.

Denn ihm sind die Hintergründe ja bekannt. Mir aber nicht. D.h. er kann sich nicht in mich einfühlen. Er hat mich komplett missverstanden.

Nun hab ich überlegt, wie ich da jetzt weiterkomme. Also hab ich mich für die Antwort bedankt und geschrieben, dass ich verstehen kann, dass er unter Druck steht und nur im Rahmen seiner Vorgaben agieren kann, aber dass mein Problem ja damit nicht gelöst sei. Und was es denn für Alternativen gibt und auch ob er mir die Hintergründe und das Fachwissen so erklären kann, dass ich es verstehe. Und so meine Handlungsmöglichkeiten erkennen kann. Ich bin auf die Antwort gespannt. Ich bin gespannt, ob ich beim zweiten mal verstanden und als Mensch gesehen werde.

Würde das bereits beim erstenn mal funktionieren, dann würde enorm Zeit gespart. So tut sich keiner einen Gefallen.

Warum ist das so?

Weil wir alle zuuuu spezialisiert sind! Weil wir alle nur im Tunnelblick unseres Fachwissens auf die Dinge schauen und damit verlieren wir den Kunden oder das Gegenüber und sein Anliegen komplett aus den Augen. Bzw. wir übersehen komplett worum es ihm überhaupt geht. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Das geht mir auf Arbeit genauso. Manchmal bin ich blind für das offensichtliche. Dann kann ich aber zumindest nachfragen und in eigenen Worten das formulieren, was ich verstanden habe, dann kann der andere auch erkennen, ob wir uns noch missverstehen und was er noch genauer erklären muss, damit ich es verstehe und weiterkomme. Und wenn ich nicht weiterkomme, dann kann ich andere um Rat fragen. So kann ich Dinge dann aus deren Perspektive sehen. Und so lerne ich im spielerischen Umgang mit anderen neue Sichten hinzu. Das macht Spass.

Das würde ich mir auch bei Behörden und Ämtern wünschen. In der Softwareentwicklung, bei Dokumentationen , Bedienungsanleitungen, bei Arztbriefen, bei jedweder Kommunikation. Sie muss die Zielgruppe und den Zweck in den Mittelpunkt stellen. Nicht die Prozessverwaltung und die Kosten.

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass selten durch mehr Bürokratie Kosten gespart werden? Eher doch im Gegenteil. Denn man ist dann immer mehr mit der Verwaltung beschäftigt. Was das kostet! Hat das schon mal einer ausgerechnet, was sich das sparen liesse, wenn wir einfach praktisch und pragmatisch mit gesundem Menschenverstand statt mit Richtlinien und Vorgaben an Probleme herangehen würden? Wir hätten auch mehr Zeit uns mit dem Kunden und dem Produkt zu beschäftigen anstatt mit uns selbst. Wenn wir nur mal wieder unser Hirn einschalten würden und artgerecht benutzen würden. Zum Denken. Und nicht um Energie zu sparen den Autopiloten verwenden würden. Das wär doch mal ein Fortschritt!

Wir haben nicht zu wenig Zeit. Wir vertun unsere Zeit mit den falschen Dingen! Die Prioritäten stimmen nicht mehr. Das wofür Organisationen da sind, der Zweck und die Menschen gerät aus dem Blickfeld. Darauf sollten wir uns wieder fokussieren. Das würde schon mal den präfronteralen Kortex stärken. Und der Kunde wäre zufriedener. Und damit schaffen wir weider vertrauensvolle Beziehungen anstatt durch Bürokratie und Verwaltung Misstrauen zu säen.

Bedenkt man, dass man erntet, was man sät, braucht man sich über unzufriedene und misstrauische Kunden nicht zu wundern. Das ist die Folge unser Prioritäten. Also unseres eigenen Handelns und unserer Haltung. Verändern wir die Haltung lösen wir also mehrere Probleme auf einmal.

Was nützt mir eine Bedienungsanleitung, wenn sie zwar billig in der Herstellung war, aber komplett unverständlich oder missverständlich ist? Wenn der Anwender mit dem Produkt dann nicht zurechtkommt, dann gibt er es zurück. Ich schade mir doch damit mehr als ich mir damit nütze.

Da muss ich immer noch an die Bedienungsanleitung auf dem kindle denken. Ich wusste nicht wo man den einschaltet. Die Beschreibung dazu war auf dem kindle hinterlegt! Die kann ich aber erst lesen, wenn ich ihn einschalten kann! Das funktioniert also nicht. Warum macht man es dann so?

Auch bei Befundberichten vom Schmerztherapeuten musste ich schon feststellen, dass die ein Orthopäde (also eine andere Fachrichtung) gar nicht versteht. Weil er z.B. die Abkürzung MMST gar nicht kennt. Ich kannte die vor der Schmerztherapie auch nicht.

D.h. auch die Spezialisierung in ein und demselben Grundberuf (Arzt) hat schon ihr eigenes Vokabular und ihre eigenen Akronyme. Die die andere Fachrichtung gar nicht mehr versteht. Und der Patient schon gleich dreimal nicht. Wenn aber die Zielgruppe der Patient und der andere Arzt der anderen Fachrichtung sind, warum benutzt man dann nicht eine Sprache, die beide verstehen? Wenn die Zeit von Ärzten knapp ist, warum wird soviel Zeit auf ausschweifende , seitenlange Befundberichte verschwendet, anstatt das ganze kurz und sachlich und knapp und direkt und unmissverständlich (zweckdienlich halt) zu schreiben?

Der Arzt, der ihn lesen muss, wäre sicher dankbar für die Zeit, die er beim Lesen sparen kann. Und wenn er den Befundbericht versteht, dann tut er sich auch leichter den Patienten entsprechend weiter zu unterstützen. Und wenn der Patient es versteht, sich verstanden fühlt, dann kann er auch die Verantwortung für sich (also die Patientenverantwortung, die von allen gefordert wird) üernehmen. Dafür müssen aber erstmal die Grundlagen geschaffen werden.

Stattdessen spielen wir wie in der Bibel Turmbau zu Babel und verstehen uns immer weniger. Sind immer öfter wütend aufeinander, weil wir uns gegeneseitig Absichten unterstellen, die gar nicht vorhanden sind. Dabei sind das nur Missverständnisse, die auf komplett anderen Sichtweisen und Perspektiven beruhen, die man klären könnte. Man könnte hier allen Seiten viel Leid, Frust, Aggression ersparen. Warum macht man es nicht? Ist da irgendwo definiert, dass man es genauso krank machen muss? Und wenn es schon an der Kommunikaion krankt, dann braucht man sich doch nicht wundern, dass immer mehr Patienten nicht gesund werden....

Und dass bloss, weil wir Wertungen aus unserer Perspektive (subjektiven Sichtweise) auf andere übertragen. Wenn wir das lassen könnten, wäre allen geholfen. Das geht aber nur, wenn man gerade nicht im physiologischem Scheuklappen-, Zombie- oder Fachidiotenmodus unterwegs ist. Also wenn man offen für andere Sichtweisen ist und sie berücksichtigen kann. Und dazu braucht es den präfronteralen Kortex. Und wie alles, was man öfter benutzt, wird er besser, je öfter wir ihn benutzen.
Das funktioniert aber nur, wenn wir selbst gut für uns sorgen, so dass wir nicht im Scheuklappen- oder Zombiemodus landen! Es liegt in unserer eigenen Verantwortung!
Also worauf wartet Ihr? Denn Kommunikation funktioniert nur dort, wo ich als Mensch mit meinen Bedürfnissen und meinen Problemen gesehen werde.

Apropos sehen und gesehen werden (also als Mensch wahrgenommen werden) ... Mir ist aufgefallen, dass man im Scheuklappenmodus ja keinen Blickkontakt sucht. Und wenn man als offener Mensch den Blickkontakt eines im Scheuklappenbefindlichen sucht, ihn auch nicht bekommt. Man bekommt also nicht nur in der Kommunikation keinen Kontakt sondern schon gar nicht erst im Blick. Autisten geht es ja ähnllich. Weil die Reize zu intensiv sind. Deshab zieht man sich in sich zurück. Das tun heutzutage aber alle Menschen immer mehr. Das kann man sehr gut in den öffentlichen Verkehrsmitteln beobachten. Ohrstöpsel, Kapuzenmodus ...

Die Erkältung hat mein Immunsystem noch nicht im Griff. Gestern konnt ich micht konzentrieren. Da geht dann nix mit Entspannungstechniken. Da funktioniert dann nur Bewegung. Ich hab also beim Fernsehen und auch mitten in der Nacht ständig mit den Händen gefuchtelt, um die Anspannung abzubauen. Aber irgendwann möchte man dann ja doch mal schlafen.

Sprich: was macht man dann? Da ist mir wieder eingefallen, dass ja auch das Schmerzmittel das autonome Nervensystem etwas herunterfahren kann. Also hab ich es genommen und dann bin ich auch eingeschlafen. Feldenkrais ging nicht. Weil mein autonomes Nervensystem so gebrummt hat, so übererregt war, dass es mich gar nicht hat konzentrieren lassen. Das geht dann einfach nicht! Weil es mit der Reizflut des Wetters schon überfordert war.

Jetzt wüsst ich gern, wie das Schmerzmittel konkret wirkt. Was macht es? Wirkt es auf die Amygdala ein und beruhigt so das Nervensystem? Denn es dockt ja im Hirn an. Oder weiss man gar nicht, was da genau passiert und weiss nur, dass es funktioniert.

Ich hab jetzt mal ein paar Fachleute gefragt und bin auf ihre Antworten gespannt. Ihr wahrscheinlich auch.

So genug für heut.
Passt gut auf Euch und Euer autonomes Nervensystem auf!

Dienstag: Nachdem ich mit hierarchischen Systemen und der damit einhergehenden Bürokratie immer wieder aneinandergerate, interessiert mich grad mal wie die Bürokratie überhaupt entstanden ist. Mit hierarchischen Systemen. Was ist Bürokratie?

Bürokratie sind Vorschriften, die die Kompetenzen innerhalb einer hierarchischen Struktur regeln. Der Mensch wird dadurch zum Objekt, weil die Verwaltung über den Menschen gestellt wird. Also kurzum der Mensch gibt seine Autonomie an die Bürokratie ab.

Okay, das erklärt warum sie nicht funktioniert. Weil sie ihren Zweck verloren hat. Sie ist zum Selbstzweck geworden. Anfangs sollte sie sicher praktische einfache Regeln als Handlungsspielräume für die Beteiligten festlegen. Inzwischen hat die Bürokratie uns bewegungsunfähig gemacht.

Die Frage ist: ist das in Zeiten, in denen es auf immer schnelleren Veränderungsfänderungsfähigkeit ankommt noch sinnvoll? Von praktikabel will ich gar nicht reden. Ich glaube nämlich wir leiden an einer Überdosis von Bürokratie.

Es gibt sogar einen Studiengang Verwaltungswissenschaften. Sowas kann man studieren!?!

Nehmen wir mal den menschlichen Körper ,ein agiles natürliches System, das sich ganz von allein auf Umweltveränderungen einstellt. Nun stellt Euch vor, ein Infekt erwischt Euch. Und es müsste zuerst vom Gehirn via Formular x der Einsatz der körperlichen Abwehr angefordert werden. Das ganze würde dann auch noch nicht direkt von der betroffenen Region ans Gehirn gemeldet, sondern erstmal an das nächstgelegene Organ. Also wir fragen erstmal den Magen ,ob es ihm den recht ist, wenn Zelle x ein Problem hat. Das ganze auch wieder über ein Formular z. Und so geht es dann mit Formularen und Formalismen durch die ganze Struktur des Körpers.

Was würde passieren? Es würde viel zu lange dauern bis die Info beim Gehirn ankommt. Das ja dann erst noch die Abwehraktion genehmigen müsste. Vielleicht ist die Abwehr grad im Urlaub oder in einem anderen Projekt?!? Die ursprüngliche Anfrage hätte sich erledigt, weil die Zelle, die vom Infekt betroffen war , inzwischen das zeitliche gesegnet hat. Stattdessen wäre der Infekt weiter vorangeschritten und hätte sich ausgebreitet. Im schlimmsten Fall hat sich der Organismus damit selbst erledigt.

Deshalb macht es die Natur auch nicht so. Sie geht nicht hierarchisch vor. Sondern betreibt Kommunikation auf Augenhöhe. Also ist sie flexibel und schnell. Und deshalb bringt uns normalerweise ein kleiner Infekt nicht um.

Wie sieht es in Unternehmen, Firmen, Behörden, Versicherungen aus?
Dort hat oft der Bürokratismus das System im Griff.
Es gibt feste starre Abläufe, die das ganze System lähmen. Der eigentliche Unternehmenszweck (Kunde) bleibt auf der Strecke. Aus Kostengründen. Heisst es. Ich denke man könnte eine Menge Zeit, Energie und auch Kosten sparen, wenn man die Bürokratie auf ein gesundes und sinnvolles Maß zurückstutzen oder wenn möglich ganz abschaffen würde.

Denn was sieht die Bürokratie selten vor? Die Ausnahme von der Regel. Dabei übersieht sie gern dass die Ausnahme die Regel ist! D.h. viele Kunden fallen aus dem System, das ursprünglich für sie da sein sollte.

Das ist doch Unsinn! Wo ist denn da der Sinn?

Man lähmt sich also selbst und beschäftigt sich hauptsächlich mit sich selbst oder der dazugehörigen Bürokratie anstatt sich auf den ursprünglichen Zweck zu konzentrieren.
Ist nicht auch der Zweck eines Unternehmens derselbe wie unseres Körpers: weiter zu bestehen, sich anzupassen, Störungen abzuwenden und handlungsfähig zu bleiben?

Apropos Sinn... ich hab neues Bürogschmarri für Euch :)

Kollege:"Noch gar keine Hiobsbotschaft heute?"
Ich:"Freu Dich doch."
Kollege: "Das würd ich ja gern. Überhaupt jetzt wo es auf die besinnliche Zeit zugeht. Anstatt gar nimmer zur Besinnung zu kommen."

Das trifft es auch ganz gut, was ich meine bzw. was ich mich frage. Warum tun wir uns das an?

Wenn wir flexibler und schneller reagieren wollen, dann müssen wir auch die Bürokratie abbauen. Ich bin gespannt, ob ich das noch erleben darf.

Ich hab ja neulich mal zusammengefasst, was wir alles outsourcen. Im Endeffekt haben wir unsere Fähigkeit Probleme zu lösen an Vorschriften und Vorgaben - also an die Bürokratie und die dazugehörigen Hierarchien outgesourced. Und unser Hirn gleich mit abgegeben. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ist es nicht an der Zeit den logischen Menschenverstand wieder zu reaktivieren? Selber denken? Unser Hirn wird damit auch besser und hält länger jung.

Stattdessen gibt es die Selbstoptimierung mit technischen Gerätchen und Schönheitsoperationen. Wahre Schöhnheit und Jugend kommt von einem jung gebliebenen Gehirn. Und das erhält man sich, wenn man sich immer wieder darauf einlässt neue Probleme zu lösen.

Mein Onkel Elektriker macht das noch. Als er eine neuen Dunstabzug bei uns in der Küche einbaute, studierte er erst den Einbauplan. Und dann hat es trotzdem nicht gepasst. Dann hat er kurz überlegt und dann hat er es passend gemacht. Das ging sehr schnell, weil er Erfahrung darin hatte, solche Probleme zu lösen. Und weil er es halt einfach ausprobiert und macht. Praxis halt.

Heutzutage soll es Menschen geben, die ein Regal reklamieren, weil eine Schraube fehlt. Hmm... ich frag mich, was unsere Vorfahren dazu sagen würden? Und das Klima freut sich auch über diese Retouren, die dann mit dem LKW zurückgeschickt werden. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Mittwoch: Heut is ja Buß und Bett-tag. Deswegen war die Strassenbahn so voll. Die hamm mi fast ned aussteign lassen. Da fährt die Strassenbahn anscheinend wie in die Ferien. Obwohl gar keine sin.

Habt Ihr schon mal was von Komplexitätsforschung gehört? Da geht es drum, wie man komplexe Systeme oder Organismen handhaben kann. Welche Strategien man da anwendet.
z.B. dass man sich lieber auf ein größeres Fehlermuster konzentriert, als sich um kleine Fehler zu kümmern.

Und Kybernetik ist dann die Steuerung von komplexen Systemen. Und das alles schaun wir uns mal wieder von der Natur ab.

Ich bin ja gspannt... ich hatt Euch ja von der zweiten Strickplattform erzählt. Das Problem scheint auch komplex zu sein. Denn es ist immer noch nicht behoben. Ich hab jetzt den Vorschlag gemacht, dass sie es über ein update der Form: update productpricetable set price = price + 0.50 where productid in (id1, id2 ...) machen könnten. Ich bin gespannt, ob und was ich als Antwort bekomme. Es zieht sich wie Käsefäden beim Italiener.

Wenn des agil und customer oriented sein soll, dann weiss ich halt auch ned. Immerhin das Problem zieht sich so durch. Das hamm also viele.

Mei Mama studiert a Plätzlesrezept und fragt:"Wos is denn a In Stand Kaffee? Is des su a Fertigpulver?"
Ich:"Den kannst a im Sitzen trinken."

Noch ein nettes Beispiel für dysfunktionale Kommunikation (a Missverständnis halt)
Mei Mama wart auf a Paket von der Post.
Wir wundern uns, dass mei Schwester nicht zum Kaffee kommt.
Wie ich runtergeh zu ihr , sitzt sie auf einem Stuhl und schaut aus dem Fenster.
Ich: "Was machst dennn Du da?"
Sie:"Na, die Mama grichd doch a Paket."
Hat's etz mei Mama wortwörtlich gnumma und drauf gwart ... Is des ned lieb? Schee.

Donnerstag: Wenn Ihr gestern nicht über den In Stand Kaffee habt lachen können, versteh ich das. Mein Humor war gestern etwas unterirdisch. Meine Stimmung war bereits über das überreizte Nervensystem beeinträchtigt. Ich war gestern auch ziemlich "im Arsch". Und ich war auch gnatschich...

Heute früh wusste ich dann auch warum: es regnete. Den Reiz hat mein Nervensystem also schon gestern gespürt.

Die Woche kam im Fernsehen ein Beitrag zur Preha. Also vor einer Operation trainiert man. z.B. bei Knieproblemen. Und dann erholt man sich anschliessend schneller. Und die Schmerzen werden bereits vorher und auch nachher weniger. Warum ist das so? Und warum gibt es sogar Menschen, die dann auf die OP verzichten?

Bewegung beruhigt das Nervensystem. Und Schmerzen, Entzündungen und Co sind Anzeichen eines übererregten Nervensystems. Und wenn das Nervensystem beruhigt ist, dann schreit es auch nicht mehr so laut. Sprich: die Schmerzen lassen nach.

Warum? Weil die Schmerzen zumeist aus Muskelverspannungen resultieren, die die Folge des übererregten Nervensystems sind. D.h. unser Körper möchte, dass wir uns bewegen. Und wenn wir das tun, dann baut die Muskelanspannung auch ab und das lindert wiederum die Schmerzen.

Warum bewegen wir uns dann nicht einfach mehr und bauen die Anspannung ab, die uns Schmerzen bereitet? Erstens sind wir uns der Muskelanspannung nicht bewusst. Auch wenn uns das jemand sagt, müssen wir erstmal wieder unsere Wahrnehmung schulen damit wir das erkennen können.

Zweitens sind wir bzw. unsere neuronalen Verschaltungen im Gehirn auf Bequemlichkeit gepolt. Und Bewegung ist ja anstrengend. Dass sie Spass macht und Energie gibt, merken wir erst, wenn wir unsere veraltete Haltung zu Bewegung und die Bequemlichkeit aufgeben. Und das ist beides anstrengend. Denn dazu müssen wir uns im Hirn "bewegen" und auch körperlich. Vielen geht es dann so: Das sind ja gleich zwei Wünsche auf einmal. Das geht nun wirklich nicht!
Doch! Nur SO geht es!

Die Antwort, die ich, wenn ich mal jemandem einen Vorschlag mache, wie z.B. mal Entspannungsübungen wie Feldenkrais oder MSBR auszuprobieren, bekomme ist immer dieselbe: keine Zeit.

Dabei ist das ja ein Vorschlag, um ihnen zu helfen. Um mit dem, was sie krank macht, besser umgehen zu lernen. Stattdessen sehen sie diesen Vorschlag als neuen Stressfaktor an. Nur, wenn ich nix ändere, dann wird auch nix besser.... Physiologisch und biologisch vollkommen logisch.

Ich kenne sogar eine Kollegin, die erzählte wie sie sich zur Physio hetzte, um dort die Muskeln zu entspannen und runterzufahren. Im Anschluss aber gleich wieder weiterhetzte. Und dann sagt sie zu mir: "Die Entspannung war dann gleich wieder vorbei."
Und darüber wundert sie sich auch noch. Wie über ihren Bluthochdruck. Für so manchen scheint so ein Kurs bzw. so eine Trainingseinheit zur Entspannung in Stress auszuarten. Es macht den Sinn desselben zunichte. Da hat der ein oder andere das Konzept der Entspannung noch nicht verstanden. Des is fei a ned grod as gsündeste. Dann kann man es auch gleich lassen. Das wäre aus dieser Sicht gesünder.... aber nur kurzfristig.

Die Dame vom Strickforum hat sich gemeldet und hat meine Lösungsvorschläge an das Techteam weitergeleitet. Es gibt noch immer keine Lösung und es tut ihr leid, dass es so lange dauert. Hier sieht man also ganz schön, was es heisst komplexe Systeme einzusetzen. Einfache Dinge sind dann einfach nicht möglich, weil das System sie (noch) nicht vorsieht. Diese Perspektive hat leider noch niemand eingenommen. Denn das ist eine Ausnahme der aktuell programmierten Regel. Ausnahmen sind aber die Regel! Ich bin gespannt, ob das noch was wird.

Denn zum Weihnachtsgeschäft hatte ich schon gehofft, dass mein Wunsch erledigt wäre. Tja, so kann man sich irren.... Der Mensch dachte und Gott lachte... Der hat leicht lachen, denn er hat ja die komplexen Systeme erfunden ;-) Er hat mehr Erfahrung damit als wir :)

Nur zur Anmerkung: in der Zeit hätt ich die Daten per Hand in die Datenbank eingegeben. Das ist dann agil. Nix geht mehr. Handlungsunfähigkeit im Quadrat. Und das scheint immer mehr um sich zu greifen.

Warum ist das so? Kein Mensch kann alles bedenken. Und jeder Mensch sieht die Welt und Anforderungen mit seiner Brille. Aus seiner eigenen Perspektive. Und da unterscheiden sich aus meiner Erfahrung die Anwender, Kundensicht und die Entwicklersicht fundamental.

Ich habe schon Dinge gesehen, die entwickelt wurden auf eine Kundenanforderung hin, mit der der Kunde hinterher gar nix anfangen konnte. Weil es nicht das war, was er gebraucht und angefordert hatte. Man hat sich einfach nicht verstanden und komplett missverstanden. Und es wurde viel Zeit in Dinge investiert, die keiner brauchen konnte. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Was könnnte man dagegen tun? Miteinander reden. Nochmal in eigenen Worten wiederholen (bevor man anfängt etwas umzusetzen), wie man die Anforderung verstanden hat. Dann kann der Anforderer rechtzeitig Missverständnisse ausräumen. Und es wird Zeit gespart. Ja, genau: dadurch, dass man am Anfang mehr Zeit in die klare Kommunikation und Verständigung inverstiert, spart man sich Zeit und Nerven. Auf beiden Seiten. Und warum macht man dann genauso weiter?

Vielleicht weil wir verlernt haben, miteinander zu reden. Und uns gar nicht mehr verstehen und auch nicht mehr zuhören können? Weil zuviele Menschen im ständig Gehetztmodus unterwegs sind und dann für Möglichkeiten und Gefahren blind sind, weil sie in ihrem Tunnelblick zwar schnell, aber in die falsche Richtung unterwegs sind.

Wie kommen wir aus der Nummer raus? Wohl nur indem wir wieder lernen einander zuzuhören und uns füreinander Zeit zu nehmen und uns aufeinander einzulassen und zu vertrauen. Also durch Beziehungsarbeit. Durch Menschlichkeit. In einer Zeit, in der kaum noch jemand weiss wie das geht, ganz schön schwer.

Es gibt schon Initiativen in diese Richtung. z.B. von der Akademie für Potentialentfaltung.

Meine Mama konnte heute nacht auch nicht schlafen. Ihr autonomes Nervensystem war auch überregt. Sie hat jetzt endlich den Fröbelstern gemeistert und dann sitzt sie halt nachts in der Küche und bastelt welche. Das ist auch eine sehr schöne adventliche Möglichkeit das Nervensystem zu beruhigen. Und sie funktioniert. Die Lernerfahrung (Heureka-Moment) als sie den ersten Stern allein hinbekommen hat, wird ihr übriges tun und neue neuronale Verknüpfungen in ihrem Hirn ausbilden. Sprich: es hält jung.

Zusammen mit ihrer derzeitigen Begeisterung den neuen Touch-screen Herd und neue Plätzchenrezepte auszuprobieren, ist das ein schönes neues Kombipräparat. Und das gibt es nicht in der Apotheke ;-)

Freitag: Vorgestern hab ich meine Ohrstöpsel auf Arbeit liegen lassen. Früher hätte ich mich über mich geärgert. Nun hab ich es einfach so akzeptiert. Ich kann es ja doch nicht ändern. Auch wenn ich mich drüber ärgere oder gar über mich und meine Vergesslichkeit oder Unachtsamkeit, es bleibt wie es ist. Ich muss ohne zurechtkommen.

Also hab ich es als Chance und Herausforderung und als Experiment angenommen und dann im Bus und Zug Feldenkrais geübt. Ich bin sogar eingeschlafen. Und so konnt ich mich anstatt auf den Lärm vom Bus und Zug auf die Reaktionen in meinem Körper konzentrieren. Bis ich so entspannt war und eingepennt bin ;-)

Inzwischen kann ich nachts auch wieder öfter durchschlafen. Trotzdem bin ich zur Zeit ziemlich k.o. und verfroren. Den Husten hab ich immer noch nicht los. Jetzt zieht sich das ganze schon drei Wochen. Ich arbeite daran.

An anderen Dingen arbeite ich auch ;-)
In einem Forum wurde viel über ein Thema, eine Veränderung, die sich nun mal nicht ändern läßt geschimpft und gejammert. So ein Klima finde ich sehr anstrengend und kräftezehrend.
Da reifte in mir die Idee, doch mal genau aus der Gegenperspektive das ganze als Herausforderung und Möglichkeit zu beschreiben. Ich schrieb also. dass ich etwas Bammel davor habe und die Ängste der anderen Schreiber verstehen kann, andererseits aber auch neugierig auf die neue Situation sei.

Zuerst kam Gegenwind. In Form eines wohl sarkastisch gemeinten Kommentars. Ganz sicher war ich mir nicht. Und ich hatte schon überlegt, ob und wie ich drauf reagieren soll. Und hatte mich grade dafür entschieden, so zu tun, als hätte ich die Ironie nicht verstanden. Denn wenn man nicht so reagiert, wie jemand es erwartet, dann irrtiert man andere. Das hab ich inzwischen gelernt. Und dann ist es spannend zu sehen wie der andere darauf reagiert. Das hätte ich gern ausprobiert.

Doch dann kam es anders und es kamen immer mehr Einträge von Menschen, die meine , die positivere Sicht teilten. Und es entstand eine lebhafte Diskussion. Das fand ich spannend. Das gab mir Energie. Und es hat mich sehr gefreut.

Ich hatte ja mal die Entrümpelungsfrage gestellt: Wie kann man Software und IT regelmäßig aufräumen? Und wie machen das andere Firmen?

Mein Kollege hat neulich wieder ein Windows-Update installiert. Und da ist mir aufgefallen, dass die auch nicht schneller geworden sind, sondern im Gegenteil immer länger zu brauchen scheinen. Auch Installationen von Software, Setup-Dateien , alles wird immer größer. Fortschrittsbalken scheinen erst eingefroren zu sein und man fragt sich noch immer, ob das Update jetzt abgestürzt ist.... Daran hat sich nichts geändert.

Und jetzt kam mir die Frage, ob es evtl. daran liegen kann, dass die Programme immer größer werden und länger laufen, weil dort auch noch alte Programmteile enthalten sind, die sich keiner herauszunehmen traut. Weil man dann nicht weiss, was passiert.

Hmmm... möglich wäre es schon. Ich muss mal IT-ler in anderen Firmen fragen, wie das so bei denen ist. Ob die ihre Programme ausmisten. Oder ob der Mist drinbleibt.

Es ist schon komisch, da gibt es immer neue Programmiersprachen und neueste Techniken, aber gleichzeitig brauchen die Programme immer mehr Ressourcen. Genau wie unsere westlichen Gesellschaftsformen.

Ich frage mich, ob es nicht möglich wäre, mit dem Wissen von heute alte Rechner mit weniger Ressourcen wieder zu aktivieren und weiterverwenden zu können, anstatt ständig neue Hard- und Software anschaffen zu müssen, die immer leistungsfähiger ist.

Ob es auch möglich ist, ressourcenschonendere Software zu entwickeln? Das wär doch mal ein Fortschritt. Wenn man nicht ständig ein neues Betriebssystem kaufen und installieren und neue Hardware anschaffen müsste. Dann würde auch viel weniger Müll entstehen. Das fände ich gut!

Oder wenn jedes neue Betriebssystem die gegebenen Ressourcen immer besser nutzen würde. D.h. lernen würde mit immer weniger RAM und Festplattenplatz zurechtzukommen. Das wär doch cool.

Für meine Heimzwecke würde ein Rechner mit Internetbrowser, Editor, Mailprogramm und Schreib- und Tabellenkalkulationsprogramm genügen.

Und von was träumt Ihr so? ;-)
Und was hält Euch davon ab, Eure Träume in die Tat umzusetzen?

Wenn wir achtsamer mit unseren Ressourcen umgehen könnten, das wär doch fein.

Apropos achtsam.. ;-)
Hier wieder Bürogschmarri von heute...

Mein Kollege hat mir offensichtlich nicht zugehört.
Ich:"Du bist nicht achtsam."
Er lacht:"Ich bin sogar neunsam!"
Ich:"Solangst ned einsam bist."
Er lacht:"Nein! Ich hab ja Katzen..."
Und ich hatte beim Nein, an seine Frau gedacht ... Hmm....

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein schönes zwei- oder mehrsames Wochenende!

23.11. bis 29.11. Hmm... nachgedacht

Samstag: Heute früh war ich total verspannt. Wow! Heftig!
Gestern einzuschlafen war gar nicht einfach. Schliesslich hab ich mich in Embryonalstellung zusammengerollt. Denn dann wird auf alle Körperteile irgendwo Druck ausgeübt und so kann ich die Schmerzen lindern und einschlafen.

Heut früh lachte die Sonne in mein Zimmer so dass es mich nach draussen trieb. Und nachdem ich im Städtle war, die Zeitung besorgt, im Buchladen, beim Aldi und im Engelgarten schaukeln war, ein Eichhörnchen am Kellerberg beobachten durfte, geht es mir wieder besser. Endlich hat die Muskelanspannung nachgelassen. Durch Bewegung. Und ich habe vor mich hingeträllert. Das gefilel und fiel einem Herrn im Städtle positiv auf. Er freute sich. Er meinte wahres Glück und Freude kommt von innen.

Nachgedacht... wie müsste denn schriftliche und mündliche Kommunikation sein, damit Missverständnisse vermieden werden?

  • Benutzt kein Fachhinesisch. Sprecht die Sprache Eures Gegenübers. Und versucht Euch in den anderen hineinzuversetzen. Hat er Angst? Was braucht er? Was wüscht er sich? Und wenn Ihr es nicht wisst, dann habt keine Hemmungen einfach danach zu fragen.
  • Verzichtet auf Abkürzungen. Sprecht einfach das aus, was ihr meint. Denn ich kann mir z.B. Abkürzungen um's Verrecken nicht merken. Ihr erspart Euch damit Frust und immer wieder neue Nachfragen.
  • Sprecht in kurzen Sätzen mit jeweils einer Aussage. Benutzt keine Schachtelsätze.
  • Verzichtet nach Möglichkeit auf Wortspiele oder Metaphern. Es gibt Menschen, die sie nicht deuten oder verstehen können. Sie nehmen sie dann unter Umständen wortwörtlich. Und das kann Euch dann sehr überraschen und frustrieren.
  • Benutzt Beispiele, wenn Ihr was erklärt. Ein Konzept kann noch so gut sein, es wird nur anhand von konkreten Beispielen verstanden.
  • Fragt am Ende nach, ob der andere Euch verstanden hat. Ihr könnt ihn oder sie auch bitten, das verstandene nochmals in eigenen Worten wiederzugeben. So können Missverständnisse gleich identifiziert und geklärt werden.
  • Geht auf die Reaktion des Gegenübers ein. Wirkt er irrtiert? Dann fragt nach, ob noch etwas unklar ist und was.
  • Versteht Euer Gegenüber Eure Erklärung nicht, nützt es nichts, sie nochmals in denselben Worten zu wiederholen. Versucht Euche einfacher z.B. mit Hilfe eines Beispiels oder eines Bildes, einer Zeichnung, Skizze auszudrücken. Ein Bild sagt oft mehr als 1000 Worte.
  • Bietet Eurem Gegenüber an, dass er auch bei Fragen, die ihm nach dem Gespräch mit Euch noch einfallen, Euch kontaktieren kann. Hier bietet sich die E-mail-Adresse an. Oder man vereinbart noch einen Anschlusstermin, wo noch offene und aufkommende Fragen geklärte werden können.
  • Fasst das Gesagte nochmals am Ende in 1 bis 2 kurzen Sätzen zusammen.
  • Behandelt Euer Gegenüber so, wie Ihr in dieser Situation behandelt werden möchtet. Menschlich. Mit Respekt und Würde. Egal welchen Menschen Ihr vor Euch habt: Kind, Menschen mit Beeinträchtigungen, Chronisch kranke Menschen, ältere Menschen, unabhängig von der Herkunft und vom Status.
  • Zeigt ihm, ihr, dass Ihr ihn, sie seht! Und schaut sie auch an.
  • Fragt ihn, sie, ob noch Fragen offen sind. Und sprecht sie durch.
  • Ein Lächeln, eine Geste kann Vertrauen schaffen. Nutzt sie.
  • Wenn jemand anders reagiert, als Ihr es gewöhnt seid, dann geht nicht davon aus, das er,sie das mit Absicht macht. Geht einfach davon aus, dass er,sie nicht anders kann! Dann versucht herauszufinden, wo das Missverständnis liegt.
Hab wieder ein kleines Experiment gestartet. Erinnert Ihr Euch noch an meinen Bekannten aus dem Altenheim? Ja, die unendliche Laptopgeschichte. Die Tür vor der Nase Zumach - Geschichte.

Nach der Aktion von damals hab ich ihm eine Mail geschickt. Ich hatte lange überlegt, ob ich sie schreibe. Ich hab ihm geschildert, wie sehr mich sein Verhalten verletzt hat und dass er es einem sehr schwer macht, mit ihm befreundet zu sien. Wahrscheinlich war es ihm nicht bewusst. Ich habe keine Antwort darauf bekommen.

Dann bin ich ihm einige Zeit aus dem Weg gegangen, weil die Zeit mit ihm mir jedes mal sehr viel Energie gekostet hat. Der Modus ist anstrengend. Und das tut mir nicht gut.

Neulich hab ich ihn zweimal gesehen. Da wirkte er sehr traurig, einsam. Ich hab in seine Richtung geschaut und hätte ihn auch gegrüßt, wenn er denn meinen Blick erwidert hätte. Er hielt den Blick starr in die Gegenrichtung und schien mich nicht wahrzunehmen. Obwohl sein Hund fiepte und in meine Richtung zog.

Ein andermal saß er in einem Auto als Beifahrer. Auch da hat er meinen Blick nicht erwidert. Und ein sehr angespanntes Gesicht gemacht. Seine chronische Krankheit scheint weiter zu wüten.

Ich weiss, dass er gern Dominosteine isst und er hatte mich ja um ein Bild - ein Türschild - gebeten. Das hab ich ihm jetzt gezeichnet und mit einer Packung Dominosteine in einer Weihnachtstüte an seine Türklinke gehängt. Ich hätte ohnehin nicht gewusst, was ich sagen soll. Vielleicht muntert ihn diese kleine Geste etwas auf.

Schon allein der Gang ins Altenheim hat mich deprimiert. Die Wärme und der Geruch, der einem entgegenschlägt... Uff... das überreizt mein Nervensystem.

Anscheinend meinte es der liebe Gott gut mit mir, denn er schickte mir auf dem Hin- und Rückweg eine weiss-grau getigerte Katze über den Weg. Sie maunzte und ich maunzte zurück. Ich spreche kätzisch. Und ich durfte sie streicheln. Ein Geben und Nehmen auf Augenhöhe. Ohne Bewertung. Das ist schön. Das hat gutgetan. Das habe ich nach dem Ausflug ins Altenheim gebraucht. Streicheleinheiten für die Seele. Warum ist es nur soviel einfacher sich mit Hunden und Katzen zu verständigen als mit Menschen? Vielleicht, weil Hunde und Katzen und alle Tiere nicht urteilen und einen einfach so nehmen wie man ist. Ob wir Menschen das auch lernen können? Ich arbeite daran.

Und dann krabbelte mir noch ein Marienkäfer über den Weg. :)

Es war mir trotzdem ein Bedürfnis, es zu tun. Wenn es so schwierig ist, dann reizt mich die Sache nur noch mehr. Aufgeben kann ich nicht. So bin ich nicht konfiguriert.

Es hat mir einfach Spass gemacht, es zu tun. Es hat mir Energie gegeben. Es hat mich glücklich gemacht. Schon seltsam: je mehr Glück man verschenkt, desto mehr scheint man zurückzubekommen.

Ich erwarte mir nichts. Ich hoffe, mein Bekannter freut sich. Und kann mal wieder lächeln. Denn das hat er lang nicht mehr. Er scheint sein Lachen wie Tim Taler verloren zu haben. Und es scheint mir auch, dass er heutzutage nicht der einzige ist. Ich kann es nur versuchen. Der Rest liegt nicht in meiner Hand.

Und was habt Ihr heute so ausprobiert?

Sonntag: Gerald Hüther meint, dass wir Menschen andere als Objekte und damit als Mittel zum Zweck behandeln. Ich überlege gerade, ob das auch auf unsere Tiere zutrifft, die wir Menschen nach unseren Vorstellungen züchten.

Hunde, deren Schwanz koupiert (also abgeschnitten) wird, weil es so schöner aussieht. Stellt Euch mal vor, dieses Schönheitsideal würde bei den Menschen in Mode kommen. Wir würden aussterben.

Und so ein Schwanz (ich bin grad beim Hund) dient ja auch einem Zweck. Ein Hund zeigt damit seine Gefühle. z.B. wenn er sich freut, dann wedelt er munter mit dem Schwanz hin und her.

Ein Eichhörnchen benutzt seinen Schwanz zum Ausbalanzieren des Körpers. Das könnte dann auch bei anderen Tieren eine Rolle spielen. Kein Wunder also, wenn das Tier ohne Schwanz aus dem Gleichgewicht gerät. Physiologisch vollkommen logisch.

Auch Menschen, die einen Arm oder ein Bein verloren haben, geraten in physiologische Schieflage. Denn die andere Seite muss es ja kompensieren. Aus diesem Grund wirkt dann ein Kunstbein oder Kunstarm als Gegengewicht und kann die einseitige Belastung wieder ausgleichen. Schon das wirkt entlastend.

Das hiesse dann, dass wir mit diesem Schönheitsideal den Hunden damit auch die Möglichkeit nehmen, ihre Gefühle auszudrücken. Also wir nehmen ihnen die Möglichkeit damit ihr Nervensystem zu beruhigen.

Und sie kommunizieren ja auch damit. Also schränken wir auch noch ihre Kommunikationsfähigkeit ein.

Vielleicht gibt es damit auch bei Tieren durch die fehlende Ausdrucksmöglichkeit Kommunikationsprobleme. Das wäre nur logisch.

Des is fei a ned grod as gsündeste. Nicht umsonst redet man von Überzüchtung. Denn diese Tiere sind auch viel anfälliger für Krankheiten.

Vielleicht werden auch deshalb einige Rassen aggressiver oder kränker. Wahrscheinlich besteht zwischen beidem auch wie bei den Menschen ein Zusammenhang. Wenn ich mein Nervensystem nicht mehr natürlich und auf gesunde Art und Weise beruhigen kann, dann werd ich auch gereizter, grantiger und aggressiver. Was ist die Ursache und was ist die Folge?

Ich denke die Reizbarkeit (das könnt Ihr ja an Euch selbst bei einer Erkältung sehen) ist die Folge eines übererregten Nervensystems. Demnach wäre die Aggression die Folge des phyisologischen Ungleichgewichts.

Je grantiger und unzufrieder man ist, desto weiter eskaliert das physiologische Ungleichgewicht. Das heisst, es ist die Ursache, aber auch ein Verstärkungsmechanismus. Es kommt zur Rekursion, auch Teufelskreis genannt. Dort wieder allein herauszukommen ist äußerst schwer, weil es einen Umdenkprozess, eine Umprogrammierung der neuronalen Verschaltungen im Gehirn voraussetzt. Das ist ein Umlernprozess. Allerdings ist es auch bekannt, dass man wenn die Amygdala und das limbische System Amok läuft, was bei einem übererregten Nervensystem Fakt ist, nichts neues lernen KANN! Es geht nicht! Erst muss man das Nervensystem auf auf einen ruhigeren Level herunterregeln. Erst dann kann man überhaupt neues lernen. Es ist also etwas verzwickt.

Selbst in der multimodalen Schmerztherapie wird das noch nicht ausreichend berücksichtigt. Denn das braucht Zeit. Dieses Herunterregeln geht nicht von heute auf morgen und schon gar nicht in den 3 Wochen stationärer Schmerztherapie. Dort kann man höchstens die Grundlagen lernen. Doch das geht auch nur, wenn einen die Amygdala und das limbische System nicht gekidnapped hat!

Es kann im chronischen Stadium der Übererregung Jahre dauern. Wie bei mir. 5 Jahre hab ich gebraucht und etwas Baclofen. Also ein Mittel, das dabei hilft das Nervensystem etwas herunterzubekommen. Teilweise schaffen dies auch Schmerzmittel. Das ist aber auch wieder bei jedem verschieden. Wenn man die Mittel nicht oder nur schlecht verträgt, weil die Nebenwirkungen zu stark durchschlagen, was bei einem übererregten und somit auch überempfindlichen Nervensystem die Folge ist, dann tut man sich da erheblich schwerer.

Und dann braucht es drei Dinge: Geduld, Vertrauen und einen starken Willen!

Zurück zu den tierischen Gesellen. Und wird nicht so mancher Hund als Statussymbol angeschafft? Was macht ein Husky in Deutschland? Er schwitzt... Was macht ein grosser Weimaraner in einem kleinen eingezäunten Garten ohne regelmäßigen ausreichenden Auslauf? Dasselbe wie die Tiere im Zoo. Sie werden krank. Sie laufen immer wieder hin und her, weil ihnen der notwendige Auslauf fehlt. Nur so können sie ihr Nervensystem beruhigen.

Dazu noch eine kleine Anekdote. Der Weimaraner - SUV-Hund - in dem kleinen Garten stand am Zaun und hatte einen Stoffknochen - so ein Edelspielzeug - im Maul. Unsere Hunde hatten sich früher mit einem Stöckchen zufrieden gegeben. So ändern sich die Zeiten.

Der Weimaraner steckte mir das Spielzeug immer wieder durch den Zaun. Er forderte mich also zum Spielen auf, während seine Besitzer samt Kindern nebenan am Auto zu Werke waren und den Hund nicht beachteten.

Ich nahm seine Einladung an und warf sein Spielzeug immer wieder, bis ich oder er müde wurden. Das machte Spass. Weit kam er ohnehin im kleinen Garten, der mit Kies gefüllt war, nicht. Aber ich kann auch nicht besonders weit werfen. Das war noch nie meine Stärke. Das liegt an meiner Bewegungslegasthenie.

Seitdem begrüßt mich der Hund schwanzwedelnd und freudig durch die Gegend springend. Neulich kam zeitgleich sein Besitzer , der Herr des Hauses, nach Hause. Den würdigte der Hund mit keinem Blick. Stattdessen sprang er weiter begeistert vor mir auf und ab. Der Frau des Hauses schien das nicht die erwartete korrekte Verhaltensweise des Hundes zu sein, denn sie wies den Hund mit den Worten:"Da kommt Dein Herrchen." darauf hin, dass ihr Mann nun eingetroffen war. Das interessierte den Hund nicht weiter, er sprang weiter freudig schwanzwedelnd vor mir am Zaun auf und ab.

Warum? Mal davon abgesehen, dass ihre Aussage keinerlei direkten Handlungswunsch enthielt und damit ein Paradebeispiel für dysfunktionale Kommunikation war.... Funktionale Kommunikation hätte so aussehen können: "Ich würde mir wünschen, Du würdest Dein Herrchen begrü&szilig;en und nicht unseren Zaungast."
Weil ich das Bedürfnis des Hundes zum Spielen wahrgenommen hatte und mit ihm gespielt hatte, deshalb brachte er mir auch Respekt und Aufmerksamkeit entgegen. Aufmerksamkeit ist etwas gegenseitiges. Bekommt man es nicht in seiner natürlichen Umgebung, dann sucht man es sich woanders. Katzen sind Meister darin. Und es beruht auf Gegenseitigkeit. Wie Du mir so ich Dir. Das hat der Hund so gelernt. Das ist ein vollkommen gesunderhaltendes Coping-Verhaltens des Hundes.

Doch auch mit Menschen, die einen gesteigerten Bewegungsdran haben, gehen wir auch nicht anders um. Wird im Alter das Nervensystem aufgrund des steigenden Cortisolspiegels überempfindlicher, dann ist Bewegung das einzige Mittel, um dem entgegenzuwirken. Ist das Nervensystem übererregt, dann wird man auch vergesslich. Fragt mich mal.

Und dann kann es sein, dass man orientierungslos umherirrt und nicht mehr nach Hause findet. Es kommt also vor, dass es älteren Menschen passiert, dass sie danach zu ihrer Sicherheit eingesperrt werden. Das ist aber mit dem Bewegungsdrang des übererregten Nervensystems inkompatibel. Denn so kann der Betroffene sein Nervensystem dann nicht mehr beruhigen. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Könnte es auch anders gehen? Welche anderen Möglichkeiten gibt es? Wie kann ein Leben in Würde im Alter aussehen? Soviel Autonomie wie möglich und so wenig Unterstützung wie möglich. Und wie soll man das hinbekommen? Dazu muss man wohl selber denken. Denn eine Standardlösung gibt es nicht. Jeder hat andere Bedürfnisse und Wünsche und Prioritäten und Stärken und die gilt es zu kennen und zu nutzen. Zum Wohle aller.

Wird ein Tier zum alleinigen sozialen Umgangsersatz kann das auch nicht gesund sein. Weil wir Menschen soziale Wesen sind und andere Menschen brauchen, um gesund zu bleiben und um gesund zu werden.

Ist das Tier der einzige Ansprechpartner vermenschlichen wir es und so verwundert es nicht, wenn Fiffi oder Chouchou dann auch unsere westlichen Zivilisationskrankheiten bekommen. Alles eine Sache von Ursache und Wirkung. Weil wir das Tier nicht mehr Tier sein lassen und ihm kein artgerechtes Leben mehr ermöglichen. Da gibt es Treppchen für Bello damit er im Alter noch auf das Sofa oder ins Bett kommt. Spezialspielzeuge, Spezialfutter, Gourmetfutter eine ganze Branche lebt nicht schlecht davon.

Und wie die Menschen landen dann immer mehr Tiere beim Spezialisten oder in der Tierklinik. Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ja, ich weiss. Es ist verzwickt. Denn leicht machen wir uns den Umgang miteinander nicht. Ich nehm mich da auch gar nicht aus. Ich hab auch meine Momente.

Momente in denen es am einfachsten wäre halt einfach mal so mit den eigenen Schwächen und Stärken akzeptiert zu werden. Nur einfach ist das ganz und gar nicht. Denn dazu müssen wir unser Gehirn umprogrammieren. Wir müssten also Vorurteile und Wertungen verlernen. Und da wir Wissen nicht löschen können, müssen wir dies mit neuen Erfahrungen schaffen und so die alten Erfahrungen überschreiben. Im Endeffekt legen wir dann neue neuronale Verknüpfungen an und schwächen die alten neuronalen Autobahnen, den sozialen Autopiloten. Der präfronterale Kortex hilft uns dabei.

Denn wir Menschen sind in der Lage unser Gehirn ein Leben lang zumzuprogrammieren. D.h. jeder von Euch ist ein geborener "Fachinformatiker" seines eigenen Gehirns. Cool! Gell?

Damit sind wir total flexibel und können uns ein Leben lang den Widrigkeiten des Lebens anpassen. Intern und extern. Wobei beides ja miteinander interagiert.

Das seht Ihr ja daran, dass ich bei der Suche danach, wie ich mein Schmerzgedächtnis überschreibe nun in meiner Umwelt gelandet bin. D.h. wenn ich gesund werden will, wenn ich mein Potential ausschöpfen will, dann muss ich mir ein heilsames Umfeld schaffen. D.h. ich muss nicht nur in mir selber aufräumen (und Ihr wisst, dass das eine meiner Schwächen ist ;-) sondern auch um mich herum.

Dazu kann ich günstigerweise meine Stärken einsetzen. Dazu gehört: Im Chaos zurechtzukommen und auch dort Muster erkennen zu können und meine angeborene Sturheit und Hartnäckigkeit.

Ich frage mich sowieso, warum Anpassungsfähigkeit etwas positives sein soll... Ich mag lieber den bunten flatterhaften Schmetterling im Einheitsgrau als die graue stille Maus, die farblich genau dazupasst. Apropos grau.. warum ist es Mode im Winter in schwarz und grau herumzulaufen? Und nicht wie im Sommer in bunten Farben? Grad im grauen Winter brauch ich diese bunte Fröhlichkeit doch umso mehr! Denn sie erfreut mein Herz und mein Hirn.

Wenn ich ein Polarfuchs bin, dann macht es Sinn, dass ich mich im Winter mit einem weissen Fell der Umgebung anpasse, weil es meinem Überleben dient. Das Einheitsgrau im Asphaltgrau der Städte erfüllt diesen Zweck jedoch nicht. Wir haben davon keinen Überlebensvorteil. Zumindest ist mir keiner bekannt.

Hmm.. Anpassungsfähigkei ist also nicht, dass man sich genauso verhält wie die Menschen um einen rum, sondern, dass man einen Weg findet, sein eigenes inneres und äußeres Gleichgewicht wiederzufinden. Das kann dann genau das Gegenteil davon sein ;-)

Das gesündeste ist also sein Anderssein zu zelebrieren und zu leben. Das gefällt mir :)

Eine Rückmeldung von einem IT-ler hab ich zu der Aufräumfrage bekommen. Nein, bei ihnen läuft es auch nicht anders. Es wird immer nur noch ein neues Feature eingebaut und nichts ausgemistet. Dann scheint das ein generelles Problem zu sein. Bedenkt man, dass Menschen und ich im Besonderen nicht gut im Ausmisten sind, aber sehr gut darin Dinge anzuhäufen und zu horten und es uns schwer fällt von Dingen zu trennen, weil wir sie ins Herz geschlossen haben, ist das vollkommen logisch.

Und je unsicherer die Zeiten, desto mehr klammern wir uns an die Sicherheiten von Dingen und Ritualen. Das tut gut. Und ist auch eine Copingstrategie um mit unruhigen Zeiten umzugehen. Und in denen stecken wir ja gerade.

Obwohl.. war es jemals ruhig? Es gibt ja ständig Veränderungen... als der Computer die Schreibmaschine ablöste z.B., als die Dampfmaschine erfunden wurde, als der Tailorismus um sich griff... und der hat uns bis heut im Griff, will aber nicht mehr so recht in die heutige Zeit passen.

Denn die Zeiten, in denen man Arbeitsschritte immer mehr spezialisieren und zerlegen konnten, scheinen vorbei zu sein. Es bricht die Zeit an, in der wir wieder vom Spezialisten zum Generalisten (der wir auch von Natur aus sind!) werden und das Wissen und die Erfahrungen aus verschiedenen Fachgebieten miteinander verknüpfen.

Und Wissen vernetzt sich mehr, je mehr Menschen sich zusammensetzen und ihr Wissen teilen. Daraus entstehen lebhafte spielerische Spass machende Diskussionen aus denen neue Lösungen für die Probleme unserer Zeit erwachsen können. Mit Spass und Freude. Das Zeitalter des Menschelns naht. Da wo der Mensch und die Menschlichkeit im Mittelpunkt des Handelns steht.

Damit mein ich nicht das, was in den sogenannten Talkshows zelebriert wird. Das ist eher ein Schlagabtausch. Da verharren die Diskutierenden in ihrer Meinung. Und wollen sie durchsetzen. Sie lassen ihr Gegenüber nicht ausreden, fallen ihm ins Wort. Sie hören nicht zu. Lassen einander nicht zu Wort kommen. In der Schule würde man solche Störenfriede mit der Diagnose ADHS versehen und mit Ritalin ruhig stellen. Im Fersehen ist das auf einmal sendetauglich. Und im Bundestag ist es die Regel. Das versteh ich nicht!

Kein Wunder, dass sich die Menschen nicht mehr verstehen, wenn sie einander nicht ausreden lassen, zuhören und andere Meinungen anerkennen können. Und kein Wunder, dass sie immer seltener vernünftige Lösungen finden können. Denn das kann man nur gemeinsam.

Gemeinsame Lösungen finden, kann man nur, wenn man die Meinungen anderer respektiert und auch mal die Gegenperspektive anhört und einnehmen kann. Denn eine neue Sichtweise kann bereichernd und lehrreich sein. Sie kann alles verändern, was uns bisher unser Tunnelblick verbaut hat.

Warum wird in Debatten nicht mehr debattiert sondern nur Schläge ausgeteilt? Wo ist die Offenheit für die Meinung anderer hingekommen? Und wie können wir sie von dort zurückholen? Vielleicht hat sie sich ja vor lauter Angst verkrochen. Die Angst vor dem Andersdenken, die Angst vor Veränderung, dem Anderssein scheint unsere Politik und unser Handeln zu bestimmen. Warum denken wir nicht um? Veränderung, Anderssein, Andersdenken kann auch eine Chance sein! Alles hat ZWEI Seiten! Doch um diese Seite zu sehen, muss man offen sein, neugierig und experimentierfreudig. Sprich: wir müssen wieder lernen miteinander zu spielen. Und dazu müssen wir erst wieder das Lernen erlernen.

Und wie geht lernen? Lernen bedeutet den Geschichten anderer Menschen zu lauschen, ihnen bei ihrem Tun zuzusehen, sich Dinge von ihnen abzuschauen. Die Welt um sich herum in sich aufzunehmen und zu beobachten und seine eigenen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Es bedeutet die Welt mit allen Sinnen zu erfahren. So wie es kleine Kinder tun, die noch nicht sprechen können.

Und keine vorgekauten und vorverdauten Meinungen zu übernehmen, nur weil es bequemer ist. Das ist genau das Gegenteil von lernen. Wann habt Ihr zuletzt ein Urteil, eine Wertung in Frage gestellt und überprüft? Selbst ausprobiert - wie ein Wissenschaftler in einem Experiment - ob Eure Annahme überhaupt zutrifft? Ihr würdet überrascht sein, wenn Ihr es ausprobieren würdet. Probiert es aus! Ihr werdet es nicht bereuen.

Anstatt bei Streamingdiensten Abenteuer aus der Zuschauerreihe zu verfolgen, könntet Ihr selbst zum Forscher und Entdecker werden. Statt nur dabeisein, könntet Ihr die Welt am eigenen Leib erleben und erfahren. Das ist lernen. Denn lernen erfolgt nur mit Emotionen, mit dem was man selbst erfährt , sich aus eigener Kraft und eigenem Interesse erarbeitet.

Und tut man dies und macht sich auf, dasnn ist das ein Abenteuer. Dann werdet Ihr die Abenteuer aus zweiter Hand nicht mehr brauchen. Es könnte Spass machen. Es ist ein Spiel. Das Spiel des Lebens und der Lebendigkeit.

Was wäre die Folge? Wenn die Menschen wieder selber denken, Spass am Lernen und aktiven analogen Miteinander haben, dann leidet unser Konsumverhalten. Denn wir beruhigen unser Nervensystem dann auf gesunde Art und Weise. Artgerecht. Das wäre der Industrie ein Dorn im Auge. Autsch! Denn dann sind wir nicht mehr so verführerisch für ihre Produkte. Wir müssten auch keine Menschen, die wir nicht leiden können mit Produkten beeindrucken, die wir nicht brauchen.

Denn wir hätten ja Leute um uns, die wir mögen und die uns mögen, mit denen wir Spass haben. Und zwar Spass bei der Arbeit. Beim Lösen von Problemen. Denn dazu ist unser Hirn gemacht. Deshalb ist es so dermassen wunderbar ja geradezu magisch anpassungs- und überlebensfähig.

Ich frag mich, ob das im Bundestag genauso ist, dass man die anderen nicht ausreden läßt. Ist man in den Reden auch offen für Einwürfe und Einwände und kann gelassen darauf reagieren? So wie Kabarettestin es mit Leichtigkeit und spielerisch tun, wenn sie die Reaktionen des Publikums miteinbeziehen und in Ihr Programm mit einbauen? Also dadurch, dass sie improvisieren, spontan sein können. Das ist authentisch, echt und lebendig. Und das macht den Unterschied. Deshalb hören wir auch lieber Martina Schwarzmann 2 Stunden bei ihrem Kabarettprogramm zu als einer ebensolangen Bundestagsdebatte oder einer stinklangweiligen Vorlesung oder Frontalunterricht. Ist das ein Wunder? Wenn die Lebendigkeit fehlt? Das, was das Leben ausmacht?

Ich hab noch nie eine ganze Bundestagsdebatte gehört. Andererseits scheinen mir die Reden auch sehr lang zu sein. Deshalb auch anstrengend. Wer kann denn stundenlang zuhören? Zumal ich schon einige Redner gehört habe, die viel reden, aber nix sagen. Und das finde ich furchtbar! Es fehlt die Sachaussage. Es scheint eine Kunst geworden zu sein, so reden zu können. Ich finde es nur furchtbar. Furchtbar anstrengend!

Kein Wunder, dass Bundestagsabgeordenete dann lieber auf ihrem Handy surfen, ihre Mails cheken, telefonieren, in der Nase bohren, vor sich hinstieren, sich unterhalten oder in ihren Unterlagen lesen. In der Schule hab ich bei solchen Lehrermonologen auch lieber zum Fenster rausgeguckt und die Vögel beobachtet. Alles andere ist ja auch spannender. Da draussen tobt das Leben und nicht die Selbstdarstellung.

Es gibt sogar Kurse für Rhetorik, die diese "Kunstform" lehren. Warum? Wozu? Warum gelingt es nicht, sich kurz zu fassen und den Rest der Redezeit für eine offene Diskussion zu verwenden?

Was würde passieren, wenn einer von diesem alten Modell abweichen würde? Und kurz und knapp, ehrlich und authentisch das sagen würde, was ihm wichtig ist, was ihn bewegt? Wie würde das Umfeld darauf reagieren?

Das kann ich Euch sagen... denn mir ist das neulich passiert...
Ich hatte das nicht beabsichtigt. Es ist einfach passiert.
Da saß ich auch in einer Besprechung. Normalerweise beobachte ich und höre zu. Solange meine Konzentration das zuläßt. Ich merke, dass sich die Redner wiederholen und keine neuen Sachaussagen dazukommen. Und frage mich, wie lange sie uns noch quälen wollen... Seufz.

Dann wurden Fragen gestellt und ein Kollege tat seine Meinung kund. Die war meiner eigenen Erfahrung so entgegengesetzt (zuwider - das war ein Gefühl), dass ich nicht länger schweigen konnte.
Und dann brach es einfach aus mir heraus. Ich konzentrierte mich auf das, was mir wichtig war und sprach es aus.

Ich weiss davon nicht mehr viel. Mir wurde im Nachhinein erzählt, dass es mucksmäuschenstill um mich war und mir alle gebannt zuhörten. Ich war zu konzentriert, um das mitzubekommen.

Hinterher sagten einige Kollegen, dass sie das gut und mutig fanden, und dass es mal Zeit wurde, das sich das einer zu sagen traut.

Das hat mich überrascht. Auch meine Courage. Es dauerte zwei Tage bis ich diesen "Mutanfall" verarbeitet hatte. Mein Hirn brauchte da noch Nachverarbeitungszeit. Die Reaktion kam nämlich nicht aus demselben (dem Hirn) sondern aus dem Bauch. Es war aber keine kopflose Impulsivität wie bei einem Wutanfall, sondern die Gedanken und Worte strömten konzentriert und klar aus meinem Mund. Das kostete mich viel Kraft und hinterher war ich vollkommen erschöpft. Ich wusste gar nicht, dass ich sowas kann... Ich war selbst über mich erschrocken...

Noch vor kurzem dachte ich, ich könne nicht diskutieren. Nun sagen mir andere, dass ich es schon kann... Das ist seltsam, wenn das Selbstkonzept und das eigene Handeln nicht zusammenpassen. Ich muss meinem Hirn noch ein Update verpassen :)

Was ich Euch versichern kann ist, dass ich mich in diesem Moment lebendig fühlte! So lebendig wie selten. Denn man nimmt die Dinge selbst in die Hand anstatt einfach im Schwarm mitzuschwimmen oder in der Masse unterzutauchen (das war bisher meine Überlebensstrategie).
Es fühlt sich verdammt gut an!

Wollt Ihr jetzt auch mal ein Experiment machen? Dieser Tipp stammt von einer anderen Bekannten. Sie sagte: Stell Dich mal mitten in einer Fussgängerzone hin und guck nach oben. Jedesmal wenn sie das macht - und sie macht sich einen Heidenspass daraus - dann sammelt sich in kürzester Zeit um sie herum eine Menschentraube (kann man die auch lesen?) an und die gucken auch alle nach oben. Obwohl da gar nix ist.

Da sieht man mal wohin die Anpassungsfähigkeit ohne das Hirn dabei anzustrengen führen kann... Des is fei a ned grod as gsündeste.

Das wusste schon mein Papa. Denn wenn ich mit einem Wunsch kam, und der Begründung die anderen tun das auch, dann war die Antwort meistens: " Wenn die anderen alle von der Aischbrücke springen, springst Du hinterher?"

So wurde mir das schon frühzeitig ausgetrieben und das Denken gelehrt.

Ihr könnt das Experiment auch mit der Mülltonne durchführen. Meine Mama hat sich mal im Kalender verschaut und die Papiertonne am falschen Tag hinausgestellt. Sie war die erste, die die Tonne rausstellte. Es dauerte nicht lange, da standen die Papiertonnen der gesamten Strasse draussen. Tja... der Herdeneffekt. Des is fei a ned grod as gsündeste...

Apropos Edelspielzeug für Hunde... Dasselbe Prinzip Kunststoff statt Natur eroberte auch die Spielwelt der Kinder. Spielten wir noch in Wald, mit dem was wir fanden und bauten uns Hütten und Unterschlüpfe aus Naturmaterial und Pfeil und Bogen, so spielen die Kinder von heute mit fertigen von der Industrie hergestellten Dingen.

Fein getrennt nach Geschlecht. Geschlechterrollen, dieses künstlich geschaffene Konstrukt unserer Gesellschaft, hab ich noch nie verstanden. Wozu soll das bitteschön denn gut sein?

So spielte ich als Kind am liebsten im Wald und im Freien, schaukelte und bastelte mein Spielzeug mit Vorliebe selbst. Mit 6 wünschte ich mir eine elektrische Eisenbahn, an der ich noch jahrelang herumbastelte. Modellbausätze fand ich spannend und so bastelte und werketle ich mich durch meine Kinderheit.

Es führte dann soweit, dass wenn etwas zusammenzubauen war, ich gefragt war. So hab ich mit meinem Papa im Alter von 10 den Lattenrost für sein Bett zusammengebaut. Hinterher waren alle Finger blutig. Doch wir hatten es geschafft. Das ist ein tolles Gefühl, auch wenn man aussieht, als wäre man in eine Brombeerhecke gefallen.

Leider hatte mein Papa sich vermessen und dann musste er den Lattenrost wieder auseinanderbauen.

Ich liebte Senfbrot und Wela Hühnerbrühe und ernährte mich ausschliesslich davon. Pommes Frites und Pizza waren mir lange suspekt und landeten erst viel später auf meinem Speiseplan. Ich mochte am liebsten das, was ich kannte. Und solche Phasen hab ich immer noch. Überhaupt wenn es sehr unruhig um mich ist oder ich am Ende meiner Kräfte bin. Senfbrot kann ich immer noch essen. Und ich kenne auch andere Erwachsene, denen es ähnlich geht.

Ich mochte auch Spielzeugautos. Überhaupt die, wo man etwas immer wieder auf und zumachen konnte. Das waren damals die Siku-Autos. Die waren teuer. Deswegen gab es nicht viele davon. Ich konnte stundenlang die Heckklappe des grünen Kombis auf und zuklappen. Das war so schön beruhigend. Ganz anders als das chaotische Durcheinander und die Unberechenbarkeit der Kinder um mich herum im Kindergarten und der Schule.

Deshalb brauchte ich die Stunden am Dachboden beim Werkeln an der Modelleisenbahn um meinen Akku wieder aufzuladen. Heute schreib ich diesen Blog oder zeichne Comics, lese Bücher oder laufe draussen in der Natur umeinander.

Die Bücher sind meine Freunde. Sie bedeuten mir mehr als ich sagen kann. Denn sie sind ein Teil meiner Erfahrung und Lebensgeschichte. Und wenn es mir nicht gut geht, dann greife ich zu einem dieser alten Freunde und lese erneut darin. Das fühlt sich an wie Heimkommen und gibt mir Sicherheit. Deshalb fällt es mir ausgesprochen schwer mich von Büchern zu trennen. Sie sind keine Dinge. Sie haben eine Seele. Sie sind ein Teil meines Lebensweges, meine Freunde, meine Gefährten. Sie sind für mich da. Immer. Gut.. wenn ich sie finde... Ihr wisst, was ich meine...

Wie kann ein und derselbe Mensch einerseits so strukturiert denken und andereseits so unstrukturiert sein? Ordnung und Kreativität erwächst aus Chaos. D.h. sie ist die Grundlage derselben. Und jedes Chaos hat auch seine Ordnung. Denn dass man darin Chaos sieht, heisst ja nicht, dass es keine Ordnung hat. Man sieht sie nur noch nicht. Physiologisch und biologisch also alles vollkommen logisch.

Dienstag: Das feuchte Wetter macht mich fertig! Die Nacht von Sonntag auf Montag war besonders schlimm und der Morgen danach auch. Mit lautem JAUA! schrie mein Arm und die rechte Schulter umeinander und der Schmerz zog über das Gesicht bis in die Stirn. Kopfwehalarm.

Erst ne Portion Chips verdrückt, weil ich mit dem Krachen beim Zubeissen mein Nervensystem beruhigen kann. Von denen war mir dann zwei Tage lang schlecht. Auch aufgrund des übererregten Nervensystems. Dann hab ich die Nacht über Feldenkrais im Bett gemacht und morgens und im Bus und Zug auch nochmal. Dann ging's einigermassen. Es war ein Experiment und ich gebe zu, ich hab schon überlegt, ob ich nicht lieber daheim bleib. Denn wenn es schiefgeht und man muss noch ne dreiviertelstunde oder Stunde aus Erlangen oder noch länger aus Nürnberg retourfahren, wenn einem schlecht ist, dann ist das kein Vergnügen. Das hatt ich schon ein paar mal.

Glaubt mir: es macht keinen Spass in eine Plastiktüte (da hab ich immer eine für den Notfall dabei) reihernd im Bus zu sitzen. Von den nervigen und mitleidigen Blicken des Umfelds ganz abgesehen. Auf die Idee mit der Tüte bin ich auch nur gekommen, weil ich das mal bei einem Mädchen beobachtet hatte. Das Aroma, das man verbreitet ist auch nicht ohne. Das war mit Abstand die längste Busfahrt meines Lebens! Und die schlimmste!
Doch damals wär ich aufgrund des übererregten Nervensystems gar nicht auf Alternativideen gekommen.

Diesmal ist das Feldenkrais-Experiment glücklicherweise geglückt. :)

Das Schwitzen hab ich zur Zeit einigermassen im Griff. Ich hab festgestellt, dass ich die Sweatjacke einfach nur halb zumachen darf. Sonst isses zu reizintensiv für mein Nervensystem. Auch wenn ich ansonsten kalte Hände und Füsse habe. Auch im Bus bin ich besser geworden, die Jacke rechtzeitig aufzuziehen (am Reissverschluss). Bevor ich klatschnass bin. Des is nämlich ned grod as gsündeste.

Der Husten findet es wohl sehr schön bei mir und hat sich kuschelig eingenistet. Sobald ich was sagen muss, krächze ich mir einen ab oder bringe gar nichts mehr heraus. Daran erkennt Ihr wieder, dass man an der Stimme (oder dem nichtvorhandensein derselben) auf den physiologischen Status des autonomen Nervensystems schliessen kann. Der Meinung war ja schon Heinrich Jacoby aus "Jenseits von begabt und unbegabt". Auf den bin ich aber erst gestossen, als ich selber aufgrund meiner Beobachtung schon dieser Meiung war.

Apropos Schwitzerei... Hab ich Euch davon erzählt, dass mir meine Neurologin Salbei dagegen empfohlen hat?
In der Apotheke hab ich mir dann Salbeitabletten geholt.

Die Dose hab ich gleich nicht aufbekommen mit meinen Dystoniehänden. Und als ich es dann geschafft hab, hat sich der halbe Inhalt auf dem Boden verteilt Ich musste lachen... Das ist so herrlich skurril. Weisst, dass man Menschen, die Probleme mit dem Öffnen von Pillendosen haben, Pillendosen verkauft, die sie nicht aufbekommen. Mit Schmerzmitteln hab ich dasselbe Problem. Ich krieg sie ned aus ihrer Verpackung raus.

Ich dachte schon ich muss nochmal in die Apotheke und ihn bitten sie mir aufzumachen.
Stell Dir vor Du stehst beim Apothker hältst ihm das Döschen hin, guckst ihn treuherzig an und sagst: "Ich kriegs ned auf."
Obwohl, das wär auch schon wieder dysfunktionale Kommunikation. Denn es fehlt ja die Bitte: "Könnten Sie sie mir bitte aufmachen?"

Kindersicherung hin oder her... aber es sollt doch möglich sein, dass die Leut, die die es verwenden sollen, auch aufbekommen.

Nachgedacht... in dem Buch "Die Chaosprinzessin" (ein ADS Erwachsenen-Buch, das besonders auf ADS-Frauen eingeht) hab ich im offenen Bücherschrank gefunden, geht es darum, was AD(H)Slerinnen besonders zu schaffen macht: die Erwartungshaltung wie Frau zu sein hat. Also das Rollenbild der Frau.

Mir war gar nicht klar, was eine Frau heutzutage alles können soll.
Sie ist eine Managerin. Durch und durch organisiert und strukturiert. Die eierlegende Wollmilchsau. Soziale Führungskraft. SuperSuperSuperwoman.

Im Fernsehen kam mal die Serie die bionische Frau. Selbst die hätte das nicht gekonnt.
Haushalt, Karriere, Mann, Haus, Garten, Kinder und Kinderbetreuung, Pflegeperson, Krankenpfleger, Vereins- und Elternabendfee, Hausaufgabenhilfe, Hund, Kochen, Karitatives und Ehrenamt und soziale Kontakte soll sie auch noch mit Smalltalk und Veranstaltungen pflegen.

Also: ich kann das nicht. Und ich erwarte es auch nicht von anderen und auch nicht von mir.

Ich freu mich lieber über kleine Organisationserfolge. Und wenn es mal schiefgeht, kann ich auch darüber und über mich lachen. Und ansonsten mach ich das, was ich gerne mache und was mir liegt. Und das sind halt andere Dinge. Wie zum Beispiel Comic zeichnen.

Müsste ich mich auf all das konzentrieren, was Frau so machen soll, dann käme ich nämlich gar nicht dazu meine Stärken auszuleben. Ich wäre schon vorher k.o.

Wie ist es bloss zu diesem Superwoman-Vorbild gekommen? Und warum halten wir so daran fest? Es passt doch gar nicht mehr in die heutige Zeit.

Und warum hat Mann andere Freiheiten? Weil er eine Frau hat, die ihm das Organisatorische und das soziale abnimmt? Warum gilt ein chaotischer und zerstreuter Mann als zerstreuter Herr Professor und wird auch noch gesellschaftlich so akzeptiert?
Tut eine Frau dasselbe, dann ist sie unordentlich, chaotisch oder schlampig.
Sagt ein Mann seine Meinung, dann ist er geradlinig und mutig, tut eine Frau dasselbe, ist sie hysterisch oder eine Zicke. Määähhhh! (wobei ich Ziegen sehr schöne Tiere finde, auch wenn sie etwas streng riechen)
Das ist doch nicht fair!

Die unrealistische Erwartungshaltung scheint mit den Genen und der Umgebung vererbt zu werden. Des is fei a ned grod as gsündeste. Warum tun Mütter ihren Kindern das an? Weil es schon immer so war? Dann definiert doch mal bitte "immer". Und das ist noch lange kein Argument dafür, dass es auch in Zukunft so bleibt. Warum auch? Was hätten wir davon?

Freiheit. Die Freiheit, das zu tun, was wir wirklich gut können und was uns Spass macht und weiterbringt.

Ich hör Euch schon: Wie kann sie denn sowas schreiben?

Ich bin wie Ihr wisst mit einer halbseitig gelähmten Schwester gross geworden. Das ist für mich normal. Ich kenn sie nicht anders. Ich hätte viel mehr Probleme mit einer "normalen" Schwester zurechtzukommen. Weil ich es nicht anders kenne.

Nun dachte ich , meine Eltern gehen davon aus, dass ich mich wenn sie mal nicht mehr da sind, um meine Schwester kümmern müsse. Nun sprach ich es mal in einem Streit an. Und es stellte sich heraus, dass das gar nicht so war. Diese Erwartung existierte also nur in meinem Kopf. Doch sie setzte mich ganz schön unter Druck. Obwohl es ja nur im Hirn herumgeisterte.

Und stellt Euch vor, nachdem das geklärt war, ist dieser Druck weg. Ich mag meine Schwester sehr (okay, es gibt auch Tage, da könnte ich sie an die Wand klatschen, aber wer versteht sich mit seiner Familie schon immer gut?) und wir verstehen uns immer besser, weil ich mich immer besser verstehe und damit auch die Bedürfnisse meiner Schwester. Deshalb ist es mir ein inneres Bedürfnis auch mit ihr weiter zusammenzuleben, wenn wir mal allein sein sollten.

D.h. allein das Gefühl macht den Unterschied. Obwohl ja am Ergebnis und Ziel keiner zu sehen ist. Es ist aber ein Unterschied, ob ich etwas von aussen aufgedrückt empfinde, oder von mir aus meinem Innersten selbst will. Und genau diesen Schalter konnte ich jetzt umlegen. Damit wird alles leichter. Es fühlt sich an, als hätte mir jemand einen Stein vom Dings genommen. Ihr wisst was ich meine....

D.h. Erwartungen fesseln uns. Bremsen uns aus. Dann sollten wir uns doch einfach von ihnen verabschieden. Und uns dafür entscheiden Dinge aus uns heraus zu tun. Das macht viel mehr Spass. Dann suchen wir uns die Aufgaben, die UNS wichtig sind. Und somit haben sie für uns einen Sinn. Damit gewinnen wir intrinsische Motivation und können unser Stärken einsetzen oder gar erst in der Aufgabe, weil wir das Ziel ja aus uns heraus erreichen wollen, entwickeln und damit wachsen. Aus uns wird also damit eine reifere und erfahrenere und gelassenere Persönlichkeit. Weil wir unser Leben selbst in die Hand nehmen. Und uns und damit auch unser Potential nicht von Erwartungen Dritter knebeln lassen.

Eine sehr spannende Erkenntnis! Also ich war sehr überrascht als ich das gestern beim Frauen-Rollenbild so festgestellt habe. Das macht nachdenklich. Und neugierig.

Ich frage mich, ob wir das auf alle Bereiche unseres Lebens anwenden können? Das müsste doch funktionieren, wenn wir es nur wollen. Und alte Vorstellungen und Ideen, die uns eingetrichtert wurden, aufgeben. Ich versuch es jetzt auch auf Arbeit. Ich versuche jeden Tag meine Arbeit so gut wie möglich zu machen ohne etwas zu erwarten. Einfach machen und gucken wie weit ich komme. Und dann auch loszulassen. Und Arbeit Arbeit sein zu lassen. Es klappt ganz gut.

Probiert es doch mal aus. Das Leben fühlt sich lebendiger und freier an. Weil ich mir die Wahl lasse und mich nicht an Erwartungen fesseln lasse. Stattdessen versuch ich, die Dinge auf mich zukommen zu lassen und offen darauf zu reagieren. Das gelingt mir nicht immer, aber immer öfter. Es hängt ja auch vom physiologischen Status ab, ob und wie flexibel man reagieren kann. Das ist natürlich und auch sinnvoll.

Jaja... es ist schon ein Kreuz mit der inneren Haltung. Ob sie deshalb auch so auf das Kreuz geht? Wahrscheinlich schon. Denn wenn man sich viel (zuviel) aufläd, dann arbeitet man sich ja auch krumm. Also es zeigt sich in der krummen buckligen Körperhaltung. Man bekommt ja auch nur einen Buckel vom Arbeiten (da verkrampfen sich dann die Muskeln, wenn man angespannt ist und angespannt ist man, weil man einer Erwartung hinterherläuft) aber nicht von der Entspannung... D.h. wenn wir entspannt mit uns umgehen würden (auf Erwartungen verzichten), dann dürften wir im Umkehrschluss auch keinen Buckel bekommen. Auch nicht von der Arbeit. Obwohl: dann wäre Arbeit ja keine Arbeit mehr sondern würde ja Spass machen.
Wie das alles zusammenhängt ist schon spannend.

Zum Abschluss noch was zum Schmunzeln.. Bürogschmarri..

Ich seh grad die Stellen, die bei uns ausgeschrieben sind.
Ich:"Was ist denn der Unterschied zwischen einem Big Data Engineer und einem Data Scientist?"
Mei Kollege Nr 1: "1,80."
Kollege Nr. 2 zu mir gewandt: "Du kannst leider keiner werden, bei Deiner Körpergröße." (ich bin 1,59 m)

Mittwoch: Cool, heut hab ich mit Feldenkrais im Bus und Zug und auch daheim bevor ich losgefahren bin, das Nervensystem einigermassen runterbekommen. Die 2 Stunden brauch ich dafür früh. Und selbst dann ist mir das Kunstlicht noch zu grell.

Apropos Nerven ... Nervt Euch Flüstern auch so? Gestern im Wartebereich bei der Physio ist mir das wieder aufgefallen, als zwei miteinander geflüstert haben. Mir wäre lieber die würden in normaler Lautstärke reden. Dieses Gezische hat eine Frequenz, die meinem Nervensystem dermassen auf die Nerven dasselbe geht...

Nachgedacht.... Ich hatte ja geschrieben, dass ich einige Menschen nie lachen sehe. Also zumindest nicht, wenn ich dabei bin. Kann natürlich auch an mir liegen... Hmm... Die Tim Talers von Heute...

Kann es sein, dass westliche Gesellschaften auch ihre Gefühle pathologisiert haben? Also in Schubladen und ICDs gesperrt? Ich hab gelesen, dass wenn man länger als eine bestimmte Zeit trauert, das neuerdings auch schon als Krankheit zählt. Trauern ist etwas sehr individuelles. Jeder braucht seine Zeit. Das kann man doch nicht einfach so festlegen.

Auch wenn einem nach einem Unfall wie in meinem Fall, was bleibt, dann muss man das erstmal verarbeiten. Und dazu gehört auch erstmal eine Nicht-Wahrhabenwollen-Phase, dann die Trauerphase und dann die Akzeptanz. Je nach Lebensgeschichte und aktueller Umgebung und den bisherigen Erfahrungen mit Krisen, geht das bei einem schneller und beim anderen dauert es halt länger. Aber das ist vollkommen normal. Weil wir alle verschieden ist, ist es bei jedem verschieden.

Sieht man echte Gefühle in der Öffentlichkeit überhaupt noch? Darf man sie zeigen? Oder wird man dann gleich als krank abgestempelt? Wenn man seine natürlchen Gefühle zeigt und auslebt? Ihr könnt es ja mal in einem Experiment ausprobieren und mir dann berichten.

Bisher ist es mir so gegangen, dass wenn ich einfach glücklich oder traurig und untröstlich war, das oft nicht besonders gut angekommen ist. Es wurde auch missverstanden. Können wir überhaupt noch mit echten Gefühlen umgehen? Kennen und erkennen wir sie überhaupt noch? Oder haben wir sie uns abgewöhnt, weil man das bei uns in der Gesellschaft nicht so macht.
Warum ist das so? Und wer hat das festgelegt? Und was hat er sich dabei bloss gedacht? Haben wir den natürlichen Umgang mit unseren Gefühlen verlernt?

Andererseits wenn wir unsere Gefühle ins finstere Kämmerchen sperren, dann kann da auch nie Licht hinkommen und dann brauchen wir uns nicht wundern, dass wir krank werden oder nicht gesund.

Gefühle sind doch keine Krankheit. Sie gehören zum Leben und helfen uns mit Veränderungen zurechtzukommen. Sie sind unser innerer Kompass unsere innere Leitlinie. Sie haben einen Sinn. Wie sinnvoll ist es da sie zur Krankheit zu erklären? Das ist Unsinn.

Erinnert Ihr Euch an die Geschichten vom Outsourcing. Mir kommt es so vor als wollte die Gesellschaft auch ihre Gefühle outsourcen. Zumindest die Befriedigung derselben haben wir grossteils an Konsumgüter abgegeben. Wo soll das noch enden? Und wo soll es hinführen?

Täusche ich mich oder kommen immer mehr Menschen an ihre persönlichen Grenzen und sind überfordert mit unserer heutigen Art zu leben? Und kämpfen darum nicht endgültig in den heutigen Anforderungen und Erwartungen (von uns und an uns) zu versinken?
Versuchen wir nur noch den Kopf über Wasser zu halten (metaphorisch)?

Dysfunktionale Kommunikation, Missverständnisse, Flüchtigkeitsfehler scheinen sich zu häufen. Weil alles immer komplexer wird. Die Anforderungen an den Einzelnen steigen. Wenn alles komplexer wird, dann kann man aber die Auswirkungen seines Handelns gar nicht mehr überblicken. Ist es da ein Wunder, wenn man den Überblick verliert? Oder ist das schon längst geschehen?

Eine Kollegin sagte Anfang der Woche zu mir, nachdem ich sie auf einen Fehler aufmerksam gemacht hatte :"Mein Kopf ist zu voll. Da geht nix mehr rein."
Ich antworte darauf im Scherz: "Dann brauchst Du einen größeren."
Daraufhin schickte sie mir einen explodierenden Smiley. Ich habe keine Ahnung, was das bedeuten soll.

Wir kommunizieren in digitalen Hieroglyphen. Wer soll das noch alles entziffern und verstehen? Wir verkürzen und verstümmeln unsere Sprache, weil die Zeit zu rasen scheint. Tut sie das wirklich? Oder verschwenden wir sie für die falschen Dinge?

Auf dem Weg zur U-Bahn konnte ich heute folgenden Spruch lesen:"Die Zeit vergeht nicht heute nicht schneller als früher, wir eilen nur schneller an ihr vorbei."

Das trifft es wohl ganz gut. Warum haben es denn viele Menschen so eilig? Wer hetzt sie so? Wo wollen sie denn hin? Und was machen sie, wenn sie dort sind? Oder kommen sie dort nie an? Und wenn ja warum? Und wenn nein, warum hetzen sie dann weiter?

Apropos Hieroglyphen... mal angenommen, in ein paar tausend Jahren gibt es noch Menschen oder andere Lebewesen, was wird aus unserer Zeit noch übrig sein?

Der Müll, der Abfall, die Folgeschäden und Nebenwirkungen unseres Handelns sicher. Und was ist mit unseren Errungenschaften? Die Daten? Werden die noch leserlich sein? Zweifelhaft. Und unsere Hieroglyphen wie Smileys wird man die genauso zu enträtseln versuchen wie die der Pharaonen? Nehmen wir mal an ein SMS-Text aus heutiger Zeit würde die Zeit irgendwie überstehen, was würde der Finder von uns denken? Ob er uns für intelligent halten würde? Oder würde er nur verständnislos den Kopf schütteln?

Im Sommer war ich mal mit einer Bekannten unterwegs. An einem Zaun hängt ein Schild. Sie:"Ich such ja eine Fusspflegerin."
Auf dem Schild steht Visagistin.
Ich:"Des is as verkerhte End."

Ade, blebd schee!

Donnerstag: Heut hat der Zug ca. 15 Minuten Verspätung ghabt. Genauer kanni Euch des ned sagen, weil ich stattdessen mit dem Bus gfharn bin. Ich lauf lieber dem Bus entgegegen anstatt dassi ewig rumzusteh.

Im Bus gibt's bloss an Nachteil: er hat kein Klo.
Aber des im Zug war neulich a defekt und die Tür zum Aussteign auch. Auf der Hinfahrt. Vielleicht heisst's deswegen Hinfahrt, weil alles hin war.

Er heisst Waldemar, weil er im Walde war...
Das hat jetzt überhaupt nix mit dem Thema zu tun, is mir bloss grad eingefallen.

Auf Arbeit wird unsere bisherige Sourcenverwaltung jetzt durch Git abgelöst.
Man spricht es dschid.
Neulich hab ich einem anderen Kollegen davon erzählt:"Etz stell mer auf Git um."
Er hat Shit verstanden...
Des is fei a ned grod as gsündeste.

Ich war dann heut 10 Minuten später als gestern auf Arbeit. 7:21 Uhr statt 7:11 Uhr.
Mein Kollege sagt als ich reinkomm:"Bist aber spät dran."
Ich:"Der Zug hat 15 Minuten Verspätung gehabt."
Kollege:"Die 15 Minuten wirst scho spüren."
Ich guck an mir runter und frag:"Wo?"

Freitag: Die ersten Weihnachtsfeiern finden schon statt.
Eine Bekannte hat eine Backmischung für Plätzchen von ihrem Chef bekommen.
Die hat sie dann ausprobiert.
Ihre Kollegin fragt sie am nächsten Tag: "Und? Is was geworden?"
Sie lacht und schüttelt den Kopf:"Das ging schon mit der Backanleitung los: man nehme ein halbes Ei... Wo soll ich denn ein halbes Ei herbekommen?"

Meine Ergo fragt mich gestern als wir fertig waren und ich meine Schuhe anzieh:"Brauchst Du einen Schuhlöffel?"
Ich:"Ich hab noch nie an Schuh glöffelt."

Ein kleines Mädchen, das vor mir bei der Ergo dran war, hatte Geburtstag und durfte sich ein Pixibuch aussuchen.
Ich hab heut meine Geburtstagssocken an: gelbe Enten mit schwarzen Sonnenbrillen.
Meine Ergo fragt, wo ich die herhabe.
Ich:"Die hab ich von meiner Schwester zum Geburtstag bekommen."
Sie:"Du hast Geburtstag gehabt? Wann? Warum hast Du denn nix gesagt?"
Ich:"Im Oktober. Is mir ned so wichtig. Ich vergess ihn auch immer. Hätt ich dann auch ein Pixibuch bekommen?"

Das Wetter macht meinem autonomen Nervensystem ganz schön zu schaffen. Ihr merkt es an meinem unterirdischen Humor. Derzeit nehm ich alles wortwörtlich. Des is fei a ned grod as gsündeste. Und bin sehr in mich gekehrt und stiere in die Gegend. Apropos gekehrt ... kehren müsst ich auch mal wieder. Saugen auch.
Die Bos auf der Einkehr... wer ist das denn? Und was macht sie da? Mein autonomes Nervensystem hat grad mein Hirn gekappert... Ich kann nix dafür.

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